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Fachhochschule Bielefeld

Fachbereich Gestaltung
Sommersemester 2018
Einführung in die Geschichte der Grafik und des Kommunikationsdesigns, BA, Level 1
Prof. Dr. Andreas Beaugrand
dienstags, 10–12 Uhr
Raum 205 10.4.2018

Zum Seminar:
Das Seminar legt die theoretischen und kulturwissenschaftlichen Grundlagen für das Stu-
dium der Grafik und des Kommunikationsdesigns und ist nach der Einführung in die
Kunst- und Kulturgeschichte im vergangenen Semester ein Pflichtseminar für Zweitsemes-
terstudierende dieser Studienrichtung.
Einerseits dient das Seminar der Einführung in die Geschichte der Druckgrafik seit dem
frühen 15. Jahrhundert. Es widmet sich den zahlreichen druckgrafischen Verfahren wie
Serigrafie bzw. Siebdruck (Durchdruck), Lithografie (Flachdruck) und Hochdruckverfahren
wie Holzschnitt, Holzstich, Clair-obscur, Camaieu- oder Linolschnitt. Ebenso sollen Tief-
druck- bzw. Ätzverfahren wie Radierung, Aquatinta, Zink- und Weichgrundätzung (Vernis
Mou) oder manuelle Stichverfahren wie Kupfer- und Stahlstich, Mezzotinto, die Kaltnadel-
radierung und schließlich neuere Druckverfahren wie Monotypie, Glasklischee- und Tin-
tendruck kennengelernt werden.
Andererseits widmet sich das Seminar Aspekten der Designgeschichte seit der Hochindus-
trialisierung und darauf aufbauend der des Kommunikationsdesigns, das mit der rasanten
Zunahme und Beschleunigung von Kommunikationsmitteln eine ungeheure Entwicklung
genommen hat und angesichts der Verbreitung (a-)sozialer Medien heutzutage kaum
mehr zu überblicken ist. Aus diesem Grund werden an exemplarischen Beispielen Gestal-
tungslösungen für Plakate, Bücher (Buchgestaltungsgeschichte und -gegenwart), Magazi-
ne und Internetseiten diskutiert und Aspekte der Gestaltungspraxis in analogen und digi-
talen Medien, in der medienübergreifenden Werbung, bei der Markenentwicklung sowie
bei der Entwicklung von Corporate Identity, Design und Communications erörtert.

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Zur Seminarstruktur:
Zunächst werden zehn Arbeitsgruppen à vier Studierende gebildet, die aus den Themen-
bereichen Grafik und Kommunikationsdesign jeweils ein Thema auslosen. An den festge-
legten Seminartagen, deren Inhalt nahezu chronologisch geordnet ist, werden von jeweils
zwei Arbeitsgruppen zwei Referate gehalten.
Die Referate bestehen aus vier Teilen. Jeweils eine Studierende bzw. ein Studierender ist
für einen Teil hauptverantwortlich. Im ersten Teil wird der kulturhistorische Kontext er-
klärt (Beantwortung der journalistischen „W“-Fragen), im zweiten Teil erfolgt die (wissen-
schaftliche) Begriffserklärung und die Erläuterung der Technik bzw. Bedeutung, im dritten
Teil werden bedeutende bzw. wichtige Beispiele genannt und im vierten Teil erfolgt der
wissenschaftliche Transfer (Auswirkungen, Folgen, Konsequenzen). Pro Referatteil dürfen
zehn Minuten Präsentationszeit nicht überschritten werden.
Zu jedem Referat ist ein Thesenpapier anzufertigen, das vor der jeweiligen Präsentation
an die Seminarteilnehmer verteilt wird. Das Thesenpapier besteht aus dem „Seminarkopf“
(siehe oben) und nennt die Referentinnen und Referenten mit ihren inhaltlichen Schwer-
punkten, den Referatstitel und das Präsentationsdatum. Darüber hinaus enthält das The-
senpapier eine zentrale These, deren Wahrheitsgehalt während des Referates zu beweisen
ist, sowie die Referatabschnitte (Kapitel) und die verwendete Literatur gemäß der erläu-
terten wissenschaftlichen Zitationsmethode. (Wikipedia o.ä. ist nicht zitierfähig!)
Zum Ende des Semesters ist von jeder Referentin bzw. jedem Referenten eine zehn- bis
fünfzehnseitige Hausarbeit über die jeweils bearbeiteten Schwerpunktthemen anzuferti-
gen.
Sämtliche Arbeiten werden allen Seminarteilnehmerinnen und Seminarteilnehmern digi-
tal zugänglich gemacht, sodass am Ende des Semesters alle über einen vergleichbaren
Wissensstand zum Thema Grafik und Kommunikationsdesign verfügen.
Jede Seminarteilnehmerin und jeder Seminarteilnehmer übernimmt für jeweils 45 Minu-
ten eines Seminars ein Protokoll.
Angesichts der Themenfülle des gesamten Seminars kann in diesem Semester keine Sit-
zung versäumt werden; Fehlen gefährdet das Bestehen des Seminars.

Literaturvorschläge (zur Anschaffung für das Studium empfohlen):


Richard Hollis: Graphic design: a concise history, London 2002.
https://www.buffalolib.org/vufind/Record/1151306/Reviews#tabnav (18.2.2018)

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Philip B. Meggs: Meggs’ History of Graphic Design, Wiley (USA) 2011.
https://bepl.ent.sirsi.net/client/en_US/default/search/detailnonmodal/ent:$002f$002fS
D_ILS$002f0$002fSD_ILS:1973347/ada (18.2.2018)

SEMINARPLAN (Vorlesungszeit 3.4.–27.7.2018)


April 2018
DI 10. Vorbesprechung I. Vorstellung des Seminarinhalts, der Seminar-
struktur, Verlosung der Präsentations- und Hausarbeitsthemen
DI 17. Vorbesprechung II. Zur Zeitgeschichte I, Über Referate und die
Technik des wissenschaftlichen Arbeitens
Protokoll:
DI 24. Organisatorisches. Zur Kunst der Grafik, zur Schreibweise
„Graphik/Grafik“, Textlektüre,
Protokolle:
Mai 2018
DI 1. Feiertag (keine Veranstaltung)
DI 8. Holzschnitt, Holzstich:
Lithografie, Kaltnadelradierung:
Protokolle:
DI 15. Siebdruck (Serigrafie):
Clair-obscur (Chiaroscuro):
Protokolle:
DI 22. Camaieu- oder Linolschnitt:
Radierung, Aquatinta:
Protokolle:
DI 29. Zink- und Weichgrundätzung (Vernis Mou):
Kupfer- und Stahlstich:
Protokolle:
Juni 2018
DI 5. Mezzotinto, Monotypie:
Glasklischee- und Tintendruck:
Protokolle:
DI 12. Designgeschichte seit der Hochindustrialisierung:

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Begriff und Bedeutung des Kommunikationsdesigns:
Protokolle:
DI 19. Plakatgestaltung, Geschichte des Plakats:
Buchgestaltung seit 1900
Protokolle:
DI 26. Zur Zeitgeschichte (II), Andreas Beaugrand
Hochschule für Gestaltung Ulm (Inge Aicher-Scholl, Otl Aicher,
Max Bill) und der Unterschied zur Typografie am Bauhaus
Protokolle:
Juli 2018
DI 3. Swiss Design
Markenentwicklung und medienübergreifende Werbung:
DI 10. Corporate Identity, Corporate Design und Corporate Communi-
cations:
Digitale Gestaltung: Neville Brody, David Carson, Stefan Sagmeister
DI 17. Modulkolloquien: Abgabe der Arbeiten
FR 20. 18.00 Uhr: Werkschau / Eröffnung der Bachelor- und
Masterausstel lung