Sie sind auf Seite 1von 580

VETUS LATINA

DIE RESTE DER ALTLATEINISCHEN BIBEL

NACH PETRUS SABATIER


NEU GESAMMELT UND IN VERBINDUNG
MIT DER HEIDELBERGER AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN
HERAUSGEGEBEN VON DER ERZABTEI BEURON

11/2

SIRACH (ECCLESIASTICUS)

HERAUSGEGEBEN VON
WALTER THIELE

1. Lieferung
Einleitung

1987

VERLAG HERDER FREIBURG


Bestellnummer 00424
ISBN 3 451 00424 0
VETUS LATINA
Die Lieferungen im Quartformat erscheinen in der Regel im Umfang von So Seiten

GRUNDLAGEN UND QUELLEN:

Band i : Bonifatius Fischer, Verzeichnis der Sigel für Handschriften und Kirchenschrift- 1949
steller (104 Seiten) vergriffen

Band i/i : Hermann Josef Frede, Kirchenschriftsteller. Verzeichnis und Sigel 1981
(3., neubearbeitete und erweiterte Auflage des »Verzeichnis der Sigel für Kirchen
schriftsteller« von Bonifatius Fischer) (Oktavformat, 784 Seiten, gebunden)
Bestell-Nr. 00450
Band i/iA: Hermann Josef Frede, Kirchenschriftsteller. Aktualisierungsheft 1984 1984
(i 18 Seiten, Paperback) - Bestell-Nr. 00474
Ergänzungen (pro manuscripto, 16 Seiten) Dezember 1985

Band 1/2: Hermann Josef Frede, Biblische Handschriften. Verzeichnis und Sigel In Vorbereitung

ALTES TESTAMENT:

Band 2 : Genesis, hrsg. von Bonifatius Fischer


1. Lieferung Einleitung und Gn 1,1 - 9,1 4 (170 Seiten) - Bestell-Nr. 00401 195 1
2. Lieferung Gn 9,14- 27,23 (160 Seiten) - Bestell-Nr. 00402 1952
3. Lieferung Gn 27,23 - 43,22 (160 Seiten) - Bestell-Nr. 00403 1953
4. Lieferung Gn 43,22 bis Schluß; Nachträge, Register (132 Seiten) 1954
Bestcll-Nr. 00404
Band ii/i : Sapientia Salomonis, hrsg. von Walter Thiele
1 . Lieferung Einleitung - Bestell-Nr. 00480 1 977
2. Lieferung Einleitung (Fortsetzung) - Bestell-Nr. 0048 1 1977
3. Lieferung Einleitung (Schluß) - Bestell-Nr. 00482 1979
4. Lieferung Sap 1,1 - 5,3 - Bestell-Nr. 00483 1980
5. Lieferung Sap 5,3 - 8,8 - Bestell-Nr. 00484 1981
6. Lieferung Sap 8,8 - 13,1 - Bestell-Nr. 00485 1983
7. Lieferung Sap 13,1 - 18,18 - Bestell-Nr. 00486 1984
S.Lieferung Sap 1 8, 1 8 bis Schluß; Nachträge, Register (38 Seiten) 1985
Bestell-Nr. 00487
Band 11/2: Sirach (Ecclesiasticus), hrsg. von Walter Thiele
1. Lieferung Einleitung - Bestell-Nr. 00424 1987
2. Lieferung Einleitung (Schluß) und Sir Prolog; Sir i In Vorbereitung

Band 12: Esaias, éd. par Roger Gryson


1. Lieferung Introduction et Is 1,1-22 - Bestell-Nr. 00439 J987
2. Lieferung Is 1,22 - 5 In Vorbereitung
VETUS LATINA 11/2
WALTER THIELE • SIRACH (ECCLESIASTICUS)

53l/Dl 31t» Ш
150-1 22 NUL* l
VETUS LATINA
DIE RESTE DER ALTLATEINISCHEN BIBEL

NACH PETRUS SABATIER


NEU GESAMMELT UND IN VERBINDUNG
MIT DER HEIDELBERGER AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN
HERAUSGEGEBEN VON DER ERZABTEI BEURON

11/2

SIRACH (ECCLESIASTICUS)

1987

VERLAG HERDER FREIBURG


SIRACH (ECCLESIASTICUS)

HERAUSGEGEBEN VON

WALTER THIELE

1987

VERLAG HERDER FREIBURG


GESAMTHERSTELLUNG: BEURONER KUNSTVERLAG GMBH, D-7792 BEURON l
ALLE RECHTE, AUCH DIE DES AUSZUGSWEISEN NACHDRUCKS,
DER FOTOMECHANISCHEN WIEDERGABE (FOTOKOPIE, MIKROKOPIE) U.A., VORBEHALTEN
© 1987 BY VERLAG HERDER KG, D-7800 FREIBURG/ BREISGAU
PRINTED IN GERMANY
VORWORT

In nur kurzem Abstand kann sich die Edition des Sirachbuches in der Vetus Latina als Band 1 1/2
(1987ff) an die Ausgabe des Buches Sapientia (Vetus Latina 11/1; 1977-1985) anschließen. So ver
schieden Sapientia und Sirach in ihrer Entstehung, in ihrem Inhalt und in ihrer Form sind, so sehr
sich auch die alte lateinische Übersetzung des einen Werkes von der des anderen unterscheidet, so ge
hören sie doch in der lateinischen Bibel zusammen, und ich sehe keinen Anhalt, der für eine ursprüng
lich getrennte Textgeschichte der lateinischen Überlieferung sprechen könnte. Diese Zusammengehö
rigkeit findet auch in der Vetus Latina Edition ihren Ausdruck. Bereits in der Vorbereitung und
Durchführung von Sapientia sind Ergebnisse und Hinweise gewonnen worden, die auch Sirach be
treffen, und umgekehrt ist die Sirachausgabe in ihrer Einleitung und Anlage vielfach auf Sapientia
bezogen. Die Unterschiede, die auf den ersten Blick allerdings stärker ins Auge fallen, sprechen nicht
dagegen. Sie sind darin begründet, daß die erhaltene lateinische Sirachüberlieferung eine größere
Differenzierung der Texte zeigt, die naturgemäß auch in der Textdarbietung zu einer weiter gehenden
Gliederung der Textformen führt, als es in Sapientia der Fall ist. Die Einleitung gibt darüber Aus
kunft, wenn in ihr auf die Gemeinsamkeiten und die ¡n diesem Rahmen bestehenden Unterschiede
und Verschiebungen in der Gewichtung der einzelnen Zeugen hingewiesen wird.
Daß bei der Länge des Sirachbuches nicht alle Fragen, die die Überlieferung stellt, in der Ein
leitung erörtert werden können und daß die eigentliche Begründung für die getroffenen Entscheidun
gen erst aus der folgenden Edition der Texte ersichtlich wird, muß nicht eigens betont werden. Daß
darüber hinaus im gegenwärtigen Zeitpunkt auch Probleme noch offen geblieben sind oder bewußt
offen gehalten werden, wird ebenfalls Verständnis finden.
Ebenso wie für Sapientia konnten auch für Sirach die Arbeiten PHILIPP THIELMANNS für die um
die Jahrhundertwende von der Bayerischen Akademie der Wissenschaften in Aussicht genommene
(aber nicht zustande gekommene) Edition der lateinischen Texte von Judith, Tobias, Esther, Sapien
tia, Sirach benutzt werden. Seine Wortuntersuchungen sind im Archiv für lateinische Lexikographie
und Grammatik 8 (1893; 501-561) und 9 (1896; 247-284) allgemein zugänglich; seine und seiner Mit
arbeiter Kollationshefte stehen dem Vetus Latina Institut zur Verfügung und bilden eine dankbar
benutzte Hilfe und Kontrolle für die eigenen Kollationen.
Die eigentlichen Grundlagen und Vorarbeiten für den Sirachband sind aber selbstverständlich
im Vetus Latina Institut geschaffen worden. Daß die Erfassung der biblischen Zitate bei den Kirchen
schriftstellern nach dem je gültigen Stand der patristischen und mittelalterlichen Forschung erfolgen
kann, ist das Verdienst des wissenschaftlichen Leiters des Instituts HERMANN JOSEF FREDE, dessen
Werk Kirchenschriftsteller. Verzeichnis und Sigel, Freiburg 1981 = Vetus Latina l/l, zusammen mit
dem Aktualisierungsheft 1984 (Vetus Latina l /l A) und den laufend »pro manuscripto« fortgesetzten
Ergänzungen für die Erhebung und Zitierung der Bibelstellen maßgebend ¡st.
Die Handschriften werden, wenn nicht in einem Einzelfall etwas anderes bemerkt ist, wenigstens
zweimal selbständig nach Photographien verglichen. Dabei folgt die Schlußkollation dem Fortgang
der Ausgabe. Ausdrücklich sei an dieser Stelle der bereits im Vorwort zu Sapientia ausgesprochene
6 Vorwort

Dank an alle verantwortlichen Damen und Herren der Bibliotheksverwaltungen wiederholt, die die
erbetenen Filme mit großer Zuvorkommenheit zur Verfügung stellten oder unmittelbare Aufnahmen
gestatteten. Durch die Erfahrung MEINRAD WÖLFLES und die Sorgfalt, mit der er die benötigten Ab
züge herstellte, stand die bestmögliche Grundlage für die Kollationen, an denen er sich auch selbst
beteiligte, zur Verfügung. Das gilt in besonderem Maße für die Palimpsestphotographien, die es mir
ermöglichten, zum Teil über frühere Entzifferungen hinauszukommen.
Ein herzlicher Dank gilt den langjährigen Mitarbeitern im Institut BRUNO LEONHARD und ISRAEL
PERI, die schon in den Arbeiten für Sapientia meine Helfer waren. In der Vorbereitung für Sirach er
ledigten sie eine Fülle von Einzelaufgaben der Sichtung und Ordnung des Materials, der Stichkolla
tionen und zahlreicher Entwürfe zur Gliederung der Texte; sie unterstützen mich jetzt in der ersten
Niederschrift oder Kontrolle des Zeugenapparates. Mein Dank gilt ebenso HERBERT STANJEK, der
seit 1986 mit seiner oft erprobten Präzision an den Handschriftenkollationen mitarbeitet.
Alle Arbeiten, die den Satz und den Umbruch des Werkes betreffen, liegen wie bisher in den
bewährten Händen von WALTER HILLER und FIDELIS BECK aus dem Beuroner Kunstverlag. Wie
sehr ihre Erfahrung und Genauigkeit der Ausgabe zugute kommen, weiß nicht nur der Herausgeber,
sondern jeder Benutzer der Edition zu schätzen.
Wenn jetzt die 1. Lieferung des Sirachbuches, das 52 zum Teil sehr lange Kapitel enthält, ge
druckt wird, kann noch nicht übersehen werden, ob die Verantwortung für die Edition bis zum Ab
schluß des Bandes bei mir bleibt oder einmal in jüngere Hände übergeben wird. Durch die Erschei
nungsweise in einzelnen Lieferungen ist gewährleistet, daß ein Wechsel in der Verantwortung präzise
angegeben werden kann.
Am Ende des Vorwortes sollen aber der Dank für den ständigen Gedankenaustausch und die
täglichen wissenschaftlichen Gespräche mit HERMANN JOSEF FREDE stehen, durch dessen Initiative
und Einsatz die Textausgaben und Untersuchungen des Vetus Latina Instituts so weit fortgeschritten
sind, und ebenso der Wunsch, daß auch der begonnene Sirachband den Erwartungen und Anforde
rungen entspricht, die zu Recht an die Vetus Latina Edition gestellt werden.

Beuron, den 2. März 1987 Walter Thiele


INHALT

Einleitung

A. DIE HANDSCHRIFTEN

Exkurse:
Die Kapitelsreihen (KA)
Einteilung der Laus patruni

B. DI E TEXTFORMEN

C. DER GRIECHISCHE TEXT

D. ORIENTALISCHE ÜBERSETZUNGEN

E. DIE HEBRÄISCHEN FRAGMENTE

F. ZUM TITEL DES SIRACHBUCHES IN DER LATEINISCHEN


ÜBERLIEFERUNG

Zeichen und Abkürzungen


Konkordanz der Verszählung für Sir 30,27 - 36,13 (Vulgata)

Sirach (Ecclesiasticus)

Nachträge und Berichtigungen


Register
EINLEITUNG

Wie in den bisher erschienenen Bänden der Vetus Latina Edition gliedert sich die Ausgabe des
Sirachbuches in das Schema, in den kleingedruckten Apparat mit den Hinweisen auf die unvollstän
digen oder nur teilweise lesbaren Handschriften sowie auf einige Orthographica, in den kritischen
Apparat und in den Zeugenapparat.
Im Unterschied zu anderen Bänden kann allerdings bei den weitgreifenden Differenzen zwischen
der griechischen und der lateinischen Überlieferung, die auch zu einer verschiedenen Verszählung ge
führt haben, die Gliederung nach der griechischen Verszählung allein nicht genügen: viele Verse des
lateinischen Textes haben in der erhaltenen griechischen Tradition keine Entsprechung, manche
sind Doppelübersetzungen, stehen aber im Lateinischen dann in einem anderen Zusammenhang. Vor
allem für die große Umsetzung des griechischen Textes im Abschnitt 30,27 - 36,13 (Vulgata) ist eine
doppelte Versangabe unumgänglich.
Deshalb haben im Schema durchgängig sowohl die griechische Textzeile die Verszählung der
Göttinger Septuagintaausgabe (jedoch ohne die dort in Klammern stehenden Zahlen) als auch die
V-Zeile die Zählung nach der Stuttgarter Vulgataausgabe; auf sie sind dann auch die übrigen lateini
schen Zeilen des Schemas zu beziehen. Der kleine Apparat, der kritische Apparat und der Zeugenap
parat richten sich nach der Zählung der Vulgata. Dieser folgen auch die Angaben in der Einleitung,
wenn nicht ausdrücklich auf die LXX-Zählung hingewiesen wird. Im Prolog rcoXXwv У.ОЛ (¿syaXcov
7¡¡juv . . . / multorum nobis et magnorum . . . hat nur der griechische Text die Zeilenangaben der Göt
tinger Septuagintaausgabe.
Im kleinen Apparat sind diejenigen Handschriften, die ausgesprochene Fragmente sind oder die
nur Einzelabschnitte oder Auszüge aus Sirach bieten, für die von ihnen belegten Verse unter adest,
adsunt geführt. Auf Lücken und Ausfälle der übrigen Handschriften wird durch deest, désuni hinge
wiesen.
Von den Vulgataeditionen sind nur die römische (VR) und die Stuttgarter Vulgataausgabe (Vs)
berücksichtigt; VR und Vs werden in der Regel aber nur bei Abweichungen von der V-Zeile des
Schemas genannt. PETRUS SABATIER, Bibliorum Sacrorum Latinae Versiones antiquae seu Vetus
Itálica, Reims 1743, druckt in Band 2,423-499 als »Versio antigua, quae et Vulgata nostra« die Editio
Clementina ab. Das Sirachbuch endet bei ihm wie in der Clementina mit Kapitel 51. Kapitel 52
(»Oratio Salomonis«) steht bei Sabatier in Band l, 658f als »Versio antiqua« zu 2 Par 6,13-22 nach
der Handschrift E.
Im Zeugenapparat folgen alle Angaben über die Schriftsteller und ihre Editionen HERMANN
JOSEF FREDE, Kirchenschriftsteller. Verzeichnis und Sigel, Freiburg 1981 = Vetus Latina l/l; DERS.,
Kirchenschriftsteller. Aktualisierungsheft 1984, Freiburg 1984 = Vetus Latina l/l A. Ebenso gelten die
»pro manuscripto« erschienenen und erscheinenden Ergänzungen, die von H. J. Frede laufend ver
öffentlicht werden.

2.3.1987 Vetus Latina 11/2


10 Abgekürzt zitierte Literatur

Folgende Werke werden in der Einleitung oder in den Apparaten der Ausgabe abgekürzt zitiert:

CLA = E. A. LÖWE, Codices Latini Antiquiores. A Palaeographical Guide to Latin Ma


nuscripts Prior to the Ninth Century I-XI + Supplement, Oxford 1934-1971;
2. Auflage von Band II Oxford 1972
CLA Addenda = B. BISCHOFF, V. BROWN, Addenda to Codices Latini Antiquiores: Mediaeval
Studies 47 (1985) 317-364 und 18 Tafeln
DE BRUYNE, Étude = D. DE BRUYNE, Étude sur le texte Latin de l'Ecclésiastique: Revue Bénédictine
40(1928)5-48
Für die übrigen Studien De Bruynes zu Sirach wird der Fundort vollständig angegeben
SMEND = R. SMEND, Die Weisheit des Jesus Sirach erklärt, Berlin 1906
THIELMANN = PH. THIELMANN, Die lateinische Übersetzung des Buches Sirach: Archiv für la
teinische Lexikographie und Grammatik 8 (1893) 501-561; Die europäischen Be
standteile des lateinischen Sirach: Archiv für lateinische Lexikographie und Gram
matik 9 (1896) 247-284
Vulgata, römische Vulgataausgabe = Biblia Sacra iuxta Latinam Vulgatam versionem ad codicum
fldern . . . cura et studio monachorum Abbatiae Pontificiae Sancti Hieronymi in
Urbe Ordinis Sancti Benedict! edita. 12. Sapientia Saloinonis. Liber Hiesu filii
Sirach cum praefationibus et variis capitulorum seriebus, Rom 1964
Wenn auf andere Bände Bezug genommen wird, wird der Band angegeben:
l (Gn) 1926; 2 (Ex Lv) 1929; 3 (Nm Dt) 1936; 4 ( Jos Jdc Ru) 1939; 5 (1-2 Rg) 1944; 6(3-4 Rg)
1945; 7 (1-2 Par) 1948; 8 (Esr Tb Jdt) 1950; 9 (Est Jb) 1951; 10 (Ps) 1953; 11 (Prv Ecl Ct) 1957;
12 (Sap Sir) 1964; 13 (Is) 1969; 14 (Jr Lam Bar) I972; 15 (Ez) 1978; 16 (Dn) 1981; 17(12Proph)
I Уо i

—, Stuttgarter Handausgabe der Vulgata = Biblia Sacra iuxta Vulgatam versionem adiuvantibus
Bonifatio Fischer OSB, lohanne Gribomont OSB, H. F. D. Sparks, W. Thiele re-
censuit et brevi apparatu instruxit ROBERTUS WEBER OSB, Stuttgart 1969; 21975.
— 31983: Editio tertia emendata quam paravit BONIFATIUS FISCHER OSB cum
sociis H. I. Frede, lohanne Gribomont OSB, H. F. D. Sparks, W. Thiele, Stuttgart
1983 (Nachdruck 1985); die einbändige Ausgabe dieser 3. Auflage in kleinerem
Format (»Editio minor«), Stuttgart 1984.
A. DIE HANDSCHRIFTEN

Die folgende Darstellung behandelt die lateinischen Handschriften, die für die Textedition des
Buches Sirach berücksichtigt sind, wenn sie auch nicht alle im kritischen Apparat genannt werden.
Sie schließt sich in der Anlage eng an die entsprechende Beschreibung der Handschriften zu Sapientia
an, siehe Vetus Latina l l/l, 16-124, und ist wie dort nach den verwendeten Sigeln gegliedert: Zahlen,
lateinische große und kleine Buchstaben, griechische große und kleine Buchstaben mit Exponenten
für Zeugen, die zu Gruppen gehören; es folgen einige Handschriften, die nur mit ihrer Bibliotheks
signatur angegeben werden. Vor der Einzelbesprechung steht ein Verzeichnis nach Bibliotheken.
Die meisten der für Sirach in Betracht kommenden Handschriften sind schon in Vetus Latina
11/1 besprochen; für diese wird auf die dort gemachten Mitteilungen (neben S. 16-124 siehe auch
S. 222-232) verwiesen, und nur die wichtigsten Daten werden hier angegeben. Nicht wiederholt wird
die in Vetus Latina l l/l jeweils zu Beginn der einzelnen Beschreibungen genannte Literatur, die na
türlich auch für die zu Sirach gemachten Aussagen ihre Geltung hat. In diesem Zusammenhang sei
hervorgehoben, daß die immer wieder herangezogenen Arbeiten von B. FISCHER seit 1985/86 in zwei
zusammenhängenden, von H. J. Frede herausgegebenen Bänden vorliegen. Nach ihnen wird auch
zitiert, wenn nicht auf Vetus Latina 11/1 verwiesen ist: B. FISCHER, Lateinische Bibelhandschriften
im frühen Mittelalter, Freiburg 1985 = Vetus Latina. Aus der Geschichte der lateinischen Bibel 11 ;
B. FISCHER, Beiträge zur Geschichte der lateinischen Bibeltexte, Freiburg 1986 = Vetus Latina. Aus der
Geschichte der lateinischen Bibel 12.
Vetus Latina l l/l FISCHER, Bibelausgaben = Bibelausgaben des frühen Mittelalters, Band 11, 35-100. - Vetus
Latina 11/1 FISCHER, Bibeltext = Bibeltext und Bibelreform unter Karl dem Großen, Band 11, 101-202. - Vetus Latina
11/1 FISCHER, Die Alkuin-Bibeln - Die Alkuin-Bibeln, Band 11, 203-403.
Für jede Handschrift wird der Gesamtinhalt kurz angedeutet, immer aber der Umfang des zur
Verfügung stehenden Sirachtextes sowie die Gliederung des Sirachbuches genannt: Kapitelsreihe,
Prolog, Textumfang, jeweils mit den zugehörigen Überschriften und Unterschriften (bei diesen wer
den, abgesehen von Eigennamen, Abkürzungen aufgelöst, wenn sie eindeutig sind, sonst übernom
men; ebenso wird zuweilen die Orthographie normalisiert). Außerdem wird gesagt, wenn der Text
durch die Zahlen einer Kapitelsreihe oder durch die Zwischentitel gegliedert ist. Als »Zwischentitel«
werden die Überschriften bezeichnet, die in der römischen Vulgataausgabe S. 108-126 neben der
Kapitelsreihe KA Aa (Series A Forma a) als eine Art eigener Kapitelsreihe (Séries A Forma t) geführt
werden. Bei Einteilungen in der Laus patrum (Sir 44-50) wird auf den eigenen Abschnitt »Einteilung
der Laus patrum« verwiesen.
Angeschlossen werden Hinweise zur textgeschichtlichen Einordnung der betreffenden Hand
schrift in der Sirachüberlieferung. Hierbei wird besonders auf die je nach Befund ähnlichen oder
unterschiedlichen Verhältnisse gegenüber Sapientia aufmerksam gemacht. Es liegt in der Natur der
Sache, daß bei der Fülle der Handschriften in der Beschreibung ihres Textes nicht völlige Gleich
mäßigkeit erzielt werden konnte und die Untersuchungen bei manchen Zeugen weiter gehen als bei
anderen.
Am Schluß des jeweiligen Artikels wird die Kollationsgrundlage genannt und angegeben, wenn
in der römischen Vulgataausgabe ein anderes Sigel verwendet wird.

2*
12 Bibliotheksverzeichnis der behandelten Handschriften

Verzeichnis nach Bibliotheken

AMIENS LE PUY
Bibliothèque Municipale Trésor de la Cathédrale
— 12 fol. 2-192; CLA VI 707 M — sine numero; CLA VI 768 0A
BAMBERG LONDON
Staatsbibliothek British Library
— Bibl. 1 (A. I. 5) Фв — Additional 10546 Ф«
— Class. 3 (M. V. 12) Teil II fol. 1-93; — Additional 24142 0н
CLA VIII I027a В — Additional 30844 fol. 173-177 (= 259) (in410...)
BERGAMO — Additional 30845
Biblioteca di San Alessandro in Colonna — Additional 30846 ( т«)
— 242 [iB — Additional 30851 411
BERN — Additional 37777 + 45025; CLA Addenda
Burgerbibliothek S. 35H zu CLA II 177 (in A)
— А. 9 (= вв) — Egerton 1046; CLA II 194a.b L
BESANÇON MADRID
Bibliothèque Municipale Academia de la Historia Aemiliana
— 184 fol. 58-74; CLA VI 731 —2 Л«
BURGOS —3 (in ЛН)
Seminario de San Jerónimo — 22 т™
— sine numéro Дв — 64bis (F. 209) 412
CAMBRAI — 64/«- (F. 215) ( 413) (in 410...)
Bibliothèque Municipale Biblioteca Nacional
— lat. 2 (A. 2) £M
— 324 Deckelspiegel
FlRENZE
— Vitr. 5-1 (10001; Hh 69) 410
— Vitr. 13-1 (Toi. 2-1) ST
Biblioteca Mediceo-Laurenziana
— Amiatino 1 ; CLA II I 299 A — Vitr. 15 (E. R. 8) (inT)
Biblioteca de la Universidad Central
FULDA
— 31 X
Hessische Landesbibliothek — 32 Xe
— Aa. 10 (in OR)
Museo Arqueológico
— Aa. J 1 a« — 485 X°
GOTHA MAINZ
Forschungsbibliothek Domschatz
— Memb. I 13 fol. 104V 172 — 972
— Memb. I 13 (in 172)
METZ
ORAZ Bibliothèque Municipale
Universitätsbibliothek —1 (in Z)
— 167 — 7; CLA VI 786 Z
HEIDELBERG MILANO
Universitätsbibliothek Biblioteca Ambrosiana
— Heidelb. 1334 (= 80); CLA VIII 1223 (in D) — A. 24 bis inf. |AA
KASSEL — B. 48 inf.
Murhardsche Bibliothek der Stadt Kassel und — С. 228 inf. pA
Landesbibliothek — D. 30 inf. Schutzblätter; CLA III 330 p
— 20 Ms. theol. 54 K — D. 30 inf. (in p)
KÖLN — D. 84 inf. Schutzblätter (= i); CLA III 333 (in p)
Dombibliothek — E. 26 inf. Гв
— l — E. 53 inf. ГА
KOPENHAGEN MONTE CASSINO
Kongelige Bibliotek Archivio délia Badia
— Ny Kgl. Sämling l (- 0K) (in (-)) — 271 K Palimpsest; CLA III 376
LA CAVA DEI TIRRENI — 271 K (in 217 K Palimpsest)
Archivio délia Badia délia SS. Trinità — 521 AA nF
— l (14) С — 552 AA П1-
LENINGRAD — 553 А Пн
öffentliche M. E. Saltykow-Schtschedrin- MONZA
Staatsbibliothek Biblioteca Capitulare
— Q. v. 1,16; CLA XI 1619 — a-2/4 fol. 1-134; CLA III 383 (in Гм)
LEÓN — a-2/4 fol. 136-261 Г«
Archivo Catedralicio — g-1/1 Фм
_2 т«» MÜNCHEN
Real Colegiata de San Isidoro Bayerische Staatsbibliothek
— 2. Codex Oothicus AL — Clm 18036 Y
Bibliotheksverzeichnis der behandelten Handschriften 13
(MÜNCHEN) — 28
— Clm 19105 Palimpsest; CLA IX 1319 D — 75; CLA Vil 904
— Clm 19105 (in D) — 81
— Clm 29260/3 — 194 p. 1-221 Palimpsest; CLA VII 918 m
— Clm 29265/6; CLA IX 1338 H — 194 p. 222-223 Palimpsest; CLA Vil 919 (in m)
ORLÉANS — 194; CLA VII 917 (in m)
Bibliothèque Municipale — 365
— 19 (16) fol. 1 1-18 (= J); CLA VI 798 (in A; 0) SANTIAGO DE COMPOSTELA
PARIS Biblioteca de la Universidad
Archives nationales —5 414
— AB XIX 1730 171 STUTTGART
Bibliothèque de l'Assemblée Nationale Württembergischc Landesbibliothek
— 1 (A. 20) X1' — HB. II, 16 0s
Bibliothèque Mazarine — HB. VI, 107 Schutzblatt; CLA IX 1359
—5 Ü* — HB. VI, 107
Bibliothèque Nationale TOLEDO
— lat. 1 Catedral, Biblioteca del Cabildo
— lat. 3 фк — 35-4 (= т72)
— lat. 6,1-4 xp — 35-5 262
— lat. 45 (in Q) — 35-6 (= 271)
— lat. 78 (in Z) — 35-8 т««
— lat. 93 Q TOULOUSE
— lat. 112 P Bibliothèque Municipale
— lat. 2269 fol. 17^18 Palimpsest (= т") (in т) — 33 fol. 222-223 171
— lat. 9380; CLA V 576 0м — 33 (in 171)
— lat. 9451; CLA V 580 p* CITTÀ DEL VATICANO
— lat. 1 1504 (in Paris lat. 1 1505) Biblioteca Apostólica Vaticana
— lat. 11505 — Vatic, lat. 5729 xv
— lat. 11532 E — Vatic, lat. 10511 Y»
— lat. 11533 (in E) — Vatic. Barberini lat. 671 (XIV. 44); CLA I 64 b
— lat. 11553 O — Vatic. Pal. lat. 3-5 (= TL) (in T)
— lat. 11937(- 0«) (in0) VERCELLI
— lat. 15467 iis Archivio Capitulare
— lat. 16719; 16720 (in ÍV) — XI (57) 6V
— lat. 16721 QJ VERONA
— lat. 16722 (in ßJ) Biblioteca Capitulare
— nouv. acquis, lat. 2171 t86 — I (1) Appendix; fragmentum 1 (fol. 1-3);
— fonds Smith-Lesouëf 2 (Teil 1) CLA IV 473 167
(=416) (in 410...) — IV (4) fol. 3-5 (= 168); CLA IV 480 (in S)
— fonds Smith-Lesouëf 2 (Teil 2) 417 — LXXXII(77) pv
REIMS — LXXXV (80); CLA IV 514 (in 167)
Bibliothèque Municipale — LXXXVIII (83)
—2 WIEN
ROMA österreichische Nationalbibliothek
Biblioteca Vallicelliana — lat. 1 190 fol. 16-292
— В. 6 <t>v WOLFENBÜTTEL
S. Paolo fuori le mura Herzog-August-Bibliothek
— sine numero Фр — Weissenburg 76 Palimpsest; CLA IX 1392 32
SALAMANCA — Weissenburg 76; CLA IX 1391 (in 32)
Biblioteca de la Universidad WÜRZBURG
— 2268 415 Universitätsbibliothek
— M. p. th. f. 62; CLA IX 1417 pw
SALZBURG
Stiftsarchiv St. Peter — M. p. th. q. 32; CLA IX 1441
ZÜRICH
— a. IX. 16; CLA X 1462 T
SANKT GALLEN Zentralbibliothek
Stiftsbibliothek — Саг. С. l Ф7-
—7 Verschollen
— 10 Codex Malmudariensis (Handschrift von
— 11; CLA VII 896 Malmedy) (in Z)
14 Die Handschriften: 32 - 167

32 = Wolfenbüttel, Herzog-August-Bibliothek Weissenburg 76 (Heinemann 4160) Palimpsest

Vêtus Latina 11/1, 20

Unziale; Anfang des 6. Jahrhunderts, wohl aus Clermont-Ferrand. Im 7./8. Jahrhundert wurde
die Handschrift mit dem Text von Julianus Pomerius De vita contemplativa überschrieben (CLA IX
1391 : Unziale; wahrscheinlich in Burgund geschrieben).
Lektionar; aus Sirach sind nur wenige Verse und Versteile aus den Kapiteln 5; 7; 1 1 ; 15 erhalten
(fol. 50V. R; A. DOLD, Das älteste Liturgiebuch der lateinischen Kirche, Beuron 1936 = Texte und Arbei
ten 26-28, 67). Eine Charakterisierung des Textes ist auf dieser Grundlage nicht möglich; das ist
um so mehr zu bedauern, als einige beachtenswerte Lesarten, die gegen die allgemeine lateinische
Überlieferung mit dem griechischen Text gehen, auf ein eigenes Profil des Textes hindeuten.
Die Angaben über 32 beruhen auf einer Entzifferung des Palimpsestes durch BONIFATIUS FI
SCHER nach Fluoreszenz-Photographien. Im kleinen Apparat unter dem Schema wird nachgewiesen,
was in 32 erhalten ist.

167 = Verona, Biblioteca Capitolare I (1) Appendix; fragmentum l (fol. 1-3)

Vêtus Latina 11/1, 22f; 230 (Nr. 107)

Unziale; Anfang des 6. Jahrhunderts, wahrscheinlich in Italien geschrieben. Die ursprüngliche


Handschrift umfaßte wohl die fünf Weisheitsbücher Prv Eel Ct Sap Sir. Die 3 erhaltenen (zum Teil
erheblich beschädigten) Blätter dienten als Schutzblätter im Sacramentarium Leonianum = Verona,
Biblioteca Capitolare LXXXV (80); sie überliefern Fragmente aus Prv (6,7-19; fol. 2); Sap (10,10
et ostendit - 1 1,2; fol. 3); Sir (fol. 1). Der Sirachtext umfaßt Sir 34,12-31 (Vulgata; 31,12-31 LXX);
ein Seitentitel ist nicht vorhanden. Vor 34,21 steht in roten Buchstaben die Überschrift de iniquis
oblationibus.
167 bezeugt in Sirach einen durchaus eigengeprägten Text, der zahlreiche Korrekturen nach dem
Griechischen aufweist. Die im Verhältnis stärksten Berührungen gibt es mit Texten, die von Augustin
zitiert werden1. Verbindungen mit Z und mit X fehlen nicht, sind aber, vor allem bei X, geringer als
mit Augustin.
Bei aller Eigenprägung ist der Zusammenhang mit dem alten, weithin noch in der Vulgata greif
baren Text bewahrt; vergleiche die beibehaltenen Zusätze in 34,14.15 und Umstellungen in 34,24.26.
Ein deutliches Zeichen, daß die Verbesserungen nach dem Griechischen sekundär erfolgt sind, ist in
34,12 die Dublette in peregrinatione mea (< ® sv TT¡ алотгХомдсте! ¡AOU) errando (= V). - Fehler sind, wie
in Sapientia, auch im Sirachtext sehr selten.
167 wird als einer der Hauptzeugen von I im Schema der Ausgabe in der I-Zeile dargestellt.
In Sapientia hat 167 - allerdings in viel geringerem Umfang - ebenfalls Korrekturen nach dem Griechischen und
zeigt auch die gelegentliche Verbindung mit X. 167 gewinnt dort aber nicht eine mit Sirach vergleichbare typische
Eigenstellung und konnte deshalb in Sapientia der Textform D zugeordnet werden. Die unterschiedliche Behandlung
in Sirach weist auf die stärkere Differenzierung der Texte in Sirach hin.
167 (in der römischen Vulgataausgabe q) wird nach Photographien verglichen.

i DONATIEN DE BRUYNE, Saint Augustin reviseur de la bible, in: Miscellanea Agostiniana 2, Rom 1931, 585, sieht
in 167 einen zweiten Vertreter des gleichen Textes, den 171 belegt. Da er den Text von 171 auf Augustin zurückführt
(584), gilt für ihn auch der Text von 167 als eigene Revision Augustins. Zur Kritik an De Bruyne siehe bei 171, wo auf
die Differenzierung zwischen 167 und 171 und ebenso auf die Verschiebungen innerhalb der Augustintexte hingewiesen
wird.
Die Handschriften: 171 15

171 = Paris, Archives nationales AB XIX 1730 (früher Toulouse, Archives de la Haute-Garonne 1 19)
(l Blatt) + Toulouse, Bibliothèque Municipale 33 fol. 222-223 (früher 2 Vorsatzblätter)

C. DOUAIS, Une ancienne version latine de l'Ecclésiastique, Paris 1895 (Paris, Archives nationales AB XIX 1730)
A. WILMART, Nouveaux feuillets toulousains de l'Ecclésiastique: Revue Bénédictine 33 (1921) 110-123 (Toulouse, Bi
bliothèque Municipale 33)
D. DE BRUYNE, Saint Augustin reviseur de la bible, in: Miscellanea Agostiniana 2, Rom 1931, 578-585
Ausführliche handschriftliche Notizen, die B. FISCHER für die Beschreibung der Handschrift zusammengestellt hatte,
konnten ebenfalls benutzt werden

3 Blätter sind erhalten. Die ursprünglichen Maße waren wohl ca. 38 x 26 cm (FISCHER). Das
Blatt in Paris ist jetzt auf 32,7 x 22,6 cm beschnitten (DOUAIS). Die beiden Blätter in Toulouse sind
ungleichmäßig beschnitten, die Höhe ist 31,8 - 32,4 cm, die Breite 20 cm (FISCHER). Durch die Be
schneidung ist auf fol. 223 auch der Text etwas betroffen. Schrifträum ca. 26,9 x 15,5 cm; 27 Lang
zeilen; wisigothische Schrift; 8./9. Jahrhundert; aus dem Gebiet von Toulouse1.

Das von Douais veröffentlichte Blatt wurde 1846 gefunden und kam 1886 in die Archives de la Haute Garonne
(Ms. 119). Der gegenwärtige Aufbewahrungsort ist Paris, Archives nationales (AB XIX 1730).
Die Handschrift Toulouse, Bibliothèque Municipale 33 (Format 32,5 x 22,5 cm; 43 Zeilen in zwei Spalten) enthält
die Glosse des Petrus Lombardus zum Psalterium (siehe F. STEGMÜLLER, Repertorium Biblicum Medii Aevi 4, Madrid
1954, 324 unter Nr. 6637); sie ist eher im 12. als im 13. Jahrhundert geschrieben (FISCHER). Die Handschrift stammt
aus dem Dominikanerkloster der Stadt; bei ihrer Neubindung wurden die früheren Vorsatzblätter mit den Sirach
fragmenten abgelöst und hinten als fol. 222-223 eingebunden. Der Vorderdeckel trägt noch Spuren der Schrift von
fol. 222V.

Der nicht fehlerfrei geschriebene Text umfaßt Sir 21,20 (Vulgata; 17 LXX) et sermonem - 22,27
(Vulgata; 22 LXX) et concüiatio (Paris, AB XIX 1730); 22,27 (Vulgata; 22 LXX) prêter inproperium
-23,28 (Vulgata; 19 LXX) nonintellexit (Toulouse 33; fol. 222); 24,38 (Vulgata; 28 LXX) qui primus
est - 26,1 miilíeris bone be(aytus maritiis (Toulouse 33; fol. 223).

DOUAIS edierte 21,20 (Vulgata; 17 LXX) - 22,27 (Vulgata; 22 LXX) und gab ein Faksimile der Rectoseite 21,20
(Vulgata; 17 LXX) et sermonem - 22,8 (Vulgata; 9 LXX) profundo somno; WILMART mußte sich bei seiner Edition auf
die ihm zugänglichen Stücke beschränken (vgl. WILMART 111): 22,27 (Vulgata; 22 LXX) - 23,10 (Vulgata; 9 LXX);
24,38 (Vulgata; 28 LXX) - 25,1 1 (Vulgata; 8 LXX) lingua sua (fol. 222R; 223R; Anfang von 223V).
Das Vetus Latina Institut konnte Photographien von allen drei Blättern benutzen, da die Archives nationales
zuvorkommenderweise einen Mikrofilm des von Douais veröffentlichten Blattes in Paris zur Verfügung stellten und
M. WÖLFLE die Blätter 222 und 223 in Toulouse photographieren konnte.

Ein Seitentitel ¡st nicht erhalten. Vor 23,7 steht entsprechend dem griechischen Titel
(wept. TcaiSsiac 637 547 794) «ттоцатос (—637) die Überschrift De doctrina oris (fol. 222R Zeile 23; in
roter Unziale); eine breite Überlieferung im Griechischen (angeführt von S A 0-V) läßt freilich den
Titel aus.
Von späterer Hand ist der Text, der auf fol. 223RV steht, durch den Buchstaben K gegliedert nach der Einteilung,
die in ГВхр (vgl. Vetus Latina l l/l, 145-147) belegt ist: 25,3 (Vulgata) - Nr. 60; 25,9 (Vulgata) = Nr. 61 ; 25,18 (Vul
gata), vgl. Nr. 62 in ГВхр bei 25,17 (Vulgata); 171 hat entsprechend dem griechischen Text diesen Vers nicht; 26,1
(Vulgata) = Nr. 63. - Die gleiche Einteilung, die Гв und xp haben, ist von zweiter Hand auch in Wien 1 190 eingetragen
worden.

Der Text von 171 gewinnt seinen eigenen Charakter sowohl durch die fast konsequent durchge
führte Angleichung an den griechischen Text als auch durch die Wortwahl, die ebenfalls durch die
Rücksicht auf das betreffende griechische Wort mitbestimmt ist. Gleichwohl ist der Zusammenhang
mit der alten lateinischen Sirachüberlieferung noch so deutlich greifbar, daß 171 nicht als Zeuge einer
unabhängigen neuen Übersetzung zu werten ist, sondern eine Revision bezeugt, die allerdings weiter
geht, als es in anderen Texten der Fall ist.

Dieser Fortschritt ist auch gegenüber 167 greifbar; die Annahme D. DE BRUYNES, 167 und 171 seien »deux
manuscrits de la même revision« (585), läßt sich nicht aufrechterhalten.
16 Die Handschriften: 171 - 172

Hervorgehoben seien an dieser Stelle die Berührungen mit Z; vergleiche zum Beispiel 21,27 indisciplinatus
homo auscultât; 22,12 ~ super (per 171) mortem vita; 22,21 sicut ornatus arenosus in pariete límpido; 22,31 confundar;
23,2 eorum] meis; 24,43 rivus; 25,9 ~ magniftcavi (Z; beatificavi 171) in corde meo; 25,27 linguosa; 25,34 veniam] fi-
duciam. Bei den zahlreichen Gegenstellen und vor allem den Lesarten, wo eine Korrektur nach dem Griechischen in
171 und in Z zu verschiedenen Ergebnissen führt, tragen die Gemeinsamkeiten 171 Z wiederum zur Charakterisierung
von 171 bei: sie machen auf die Verbindungen aufmerksam, innerhalb derer 171 unter den am Griechischen ausgerich
teten jüngeren Sirachtexten besonders herausragt.

In der späten Schrift De gratia et libero arbitrio (AU gr; 426/7) bezeugt Augustin den Text von 171
(siehe Sir 22,33 und 23,4-6); auch sonst sind die von AU gebotenen Sirachtexte geprägt durch weit
gehende Korrekturen nach dem Griechischen2, doch wird dabei nicht die Konsequenz erreicht, die
für 171 und AU gr gilt; daneben benutzt Augustin immer wieder unkorrigierte Texte.
Mit 171 (und AU gr) wird im Schema der Ausgabe die Zeile J gebildet.
171 wird nach Photographien verglichen.

1 A. M. MUNDO, El Commicus Palimsest Paris Lat. 2269 amb notes sobre liturgia i manuscrits visigôtics a Septi-
mània i Catalunya, in: Litúrgica 1, Cardinali l. A. Schuster in memoriam, Montserrat 1956 = Scripta et Documenta 7,
176.
2 WiLMART (1 16) behauptet für Augustin - abgesehen von AU gr - den Anschluß an die Vulgata. Dieser Eindruck
kann allerdings nur bei den relativ wenigen Stellen entstehen, die Augustin für die Teile bietet, die 171 abdeckt.
Nimmt man den Gesamtbefund bei Augustin, so ergibt sich eine deutliche, wenn auch nicht ganz einheitliche Abkehr
von der Vulgata zugunsten von jüngeren Texten, die an das Griechische angeglichen sind. - Aus der Verbindung von
171 mit AU gr wird man nicht mit WILMART (l 16) die Entstehung des Textes in Afrika erschließen oder mit DE BRUYNE
(584) in Augustin den Schöpfer dieser Revision sehen, sondern darin einen weiteren Beleg für die oft beobachtete Tat
sache finden, daß bei ihm Texte aus Italien Einfluß gewinnen. - Augustins Zitate vermitteln nicht das Bild einer gleich
sam fortschreitenden Angleichung an die griechische Vorlage, die dann in seinen letzten Lebensjahren mit dem in AU
gr und 171 belegten Text ihr Ziel erreicht hätte.

172 = Gotha, Forschungsbibliothek Memb. l 13 fol. 104V

D. DE BRUYNE, Le prologue, le titre et la finale de l'Ecclésiastique: Zeitschrift für die alttestamentliche Wissenschaft 47
(1929) 257-263 (zu 172 S. 259f)
J. ZIEGLER, Sapientia lesu Filii Sirach, Göttingcn 1965 = Septuaginta 12/2, 18f

Der Codex Memb. I 13 hat 227 Blätter; 35 x 23 cm; Schriftraum 26 x 15,5 cm; 40 Langzeilen;
spätes 12. Jahrhundert. Die Handschrift gehörte zur Dombibliothek Mainz, deren Bände im Dreißig
jährigen Krieg von Gustav Adolf in Besitz genommen und dann weiter verteilt wurden; nach Mainz
war der Codex durch Erzbischof Albrecht von Mainz 1540 aus Halle gekommen1.
Teilband des Alten Testamentes. Für die Vetus Latina ist die späte Handschrift allein durch einen
zweiten, mit den Worten multis et magnis nobis per legern . . . beginnenden und bisher nur aus diesem
Codex bekannten Sirachprolog von Interesse, den D. DE BRUYNE in ihr gefunden hat. Er steht aller
dings nicht vor dem auf fol. 135R einsetzenden Sirachtext, sondern ohne incipit und ohne explicit auf
fol. 104V Zeile 10-29 nach der Vorrede des Hieronymus zu seiner Übersetzung von Prv Ecl Ct aus
dem Hebräischen (HI Sal H; fol. 104R - 104V Zeile 8); es folgt dann der bekannte Sirachprolog
multorum nobis et magnorum . . ., der fol. 104V Zeile 30 mit incipit prologas ifui fllii syrach in librum
suum eingeleitet wird und fol. 105R Zeile 15 mit explicit prologas endet. In der gleichen Zeile steht der
Titel incipiunt capitula de parabolis salomonis zu der sich dann anschließenden, in МФТП . . . über
lieferten Kapitelsreihe zu Prv2.

Eine ähnliche Trennung des Sirachprologs vom Sirachtext und entsprechende Zusammenstellung mit der Vorrede
des Hieronymus zu seiner Übersetzung von Prv Ecl Ct haben wir auch in der Handschrift K: dort stehen auf fol. 2R -
3R die Prologe HI Sal H HI Sal G und der Sirachprolog multorum nobis . . ., während Kapitelsreihe zu Sir und Text
von Sir ohne Vorrede erst mit fol. 23V beginnen (siehe Vetus Latina l l/l, 36f und unten zu K). - Wenn in der Hand
Die Handschriften: 172 17
schrift von Ootha der »anonyme« Prolog multis et magnis nobis . . . zwischen der Vorrede zu Prv Ecl Ct und dem aus
drücklich als Sirachprolog gekennzeichneten Text multorum nobis . . . steht, drängt sich die Frage auf, ob er womög
lich (inhaltlich natürlich völlig unberechtigt) den Platz eines Einleitungsstückes zu Sapientia einnehmen sollte.

Der eigentliche Sirachtext beginnt nach dem Titel incipit liber Ши filii syrach qui dicitur eccle-
siasticus auf fol. 135R Zeile 17 mit Sir 1,1 ohne einen Prolog, doch steht von späterer Hand am Rand
die Bemerkung: prologum qui hic legendas est quere ante capitula parabolarum salemonis hoc signo т'т.
Eine entsprechende Notiz steht auf fol. 104V am Rand zu Zeile 24-26 (also zum Schlußteil des »ano
nymen« Prologs multis et magnis . . .) und lautet: iste prologus non est hic legendas sed ante librum Ши
filii syrach qui dicitur ecclesiasticus %. Aus dem Wortlaut der Randnotizen ergibt sich, daß der vor
Sir 1,1 zu lesende Prolog der bekannte Text multorum nobis et magnorum . . ., und nicht - wie die An
ordnung der Randnotiz auf fol. 104V nahelegen könnte - der »anonyme« Text multis et magis nobis . . .
sein soll. Auch dieser Befund scheint mir darauf hinzudeuten, wie wenig man etwas mit dem »ano
nymen« Prolog anfangen konnte.
172 hat im Prolog multis et magnis nobis . . . viele sinnlose Fehler; demgegenüber ist die fast feh
lerfreie Abschrift von HI Sal H und die viel kleinere Fehlerzahl im Prolog multorum nobis . . . hervor
zuheben3. Gab es für den Text von multis et magnis nobis . . . überhaupt eine Vorlage aus biblischer
Überlieferung?
Die Übersetzung, die im Prolog multis et magnis . . . vorliegt, ist so sklavisch an die (teils falsch
verstandenen) Worte des griechischen Textes gebunden, daß sie ohne Einsicht in das Griechische un
verständlich bleibt; vgl. zum Beispiel (TWV aXXwv) TWV хат' аитоис T¡xoXou6Y¡xoTa>v (alias) qui secun-
dum eos secuti (secundum eas secum Hs) sunt; ev тоитоц ixav/jv eÇiv терстоп^аа^ос in his idoneum
desiderium (< opsÇtv ?) adquisisset (adquisissent Hs) ; Sia TYJÇ ewo[Aou ßiaxrewc per earn quae in legis
est vitam; TWV хата TT¡V Epji-qveíav TC£(ptXoTOVY)[¿£V{ov TICTIV TWV Xe^ewv aSuvajieiv eorum quae secundum
interpraetationem studuimus in quibus distinctionibus (instinctionibus Hs*) non posse (+non posse Hs)
tenere virtutem; ети тои Еиеруетоо ßaatXecoc sub regís benéfico; eupcov ou jwxpaç mxiSeiaç acpofxoiov
avayxaioTaTov e0e[iY)v xai аитос invent non paucas disciplinas • Ex quibus simile aliquod et ipse utilissi-
mum posui4.
Unter den Sirachtexten habe ich keine Parallele für eine ähnliche Übersetzungsweise gefunden.
172 steht so sehr außerhalb der lateinischen Sirachüberlieferung, die in der Vetus Latina Ausgabe
erfaßt wird, daß eine Aufnahme in die Textdarbietung des Schemas - selbst unter dem Sigel X -
unberechtigt erscheint. Im Gegensatz zu DE BRUYNE und ZIEGLER kann ich in 172 nur eine Über
setzung sehen, die weder auf älteren Traditionen fußt noch eine Weiterwirkung gehabt hat. Ich sehe
keinen Grund, der dagegen spräche, sie früher als die Handschrift selbst anzusetzen. Auf S. 18f
wird ihr Text neben dem allgemeinen Prolog der Vulgata multorum nobis et magnorum . . . und dem
griechischen Text der Septuaginta gegeben. Der Vulgataprolog wird hier ohne jede Variante nach
Vs, ebenso der griechische Text nach Zieglers Edition gedruckt. 172 selbst wird mit allen Fehlern, in
denen ich mit einen Beleg für die Sonderstellung sehe5, nach Photographien ediert. Die Anmerkungen
zum Text betreffen nur 172.
172 ist nach Photographien verglichen.

' R. EHWALD, Geschichte der Gothaer Bibliothek: Zentralblatt für Bibliothekswesen 18 (1901) 441f mit Anmerkung
21. - Für die freundliche Mitteilung der äußeren Daten des Codex danke ich Herrn Direktor Dr. H. Claus von der For
schungsbibliothek Ootha.
2 Die Kapitelsreihe wird in Band 11 der römischen Vulgataausgabe (Prv Ecl Ct, 1957) als Reihe Ab geführt; be
achte aber die Korrektur in Band 12 (Sap Sir, 1964) zur Bezeichnung Aa; siehe Vetus Latina l l/l, 127 unten.
3 Vom Sirachtext selbst stand mir auf fol. 135R eine Photographie von Sir 1,1-18 zur Verfügung; auch hier ist
der Text völlig fehlerfrei geschrieben.
4 Bei der engen Bindung an den griechischen Text und den zahlreichen Fehlern möchte ich - anders als DE
BRUYNE 260 - die Auslassung von ev тш Sía<mr¡(jtaTt . . . a-j-afovra als Fehler werten. Ein Fehler durch Homoioteleuton
ist auch am Anfang die Auslassung von eroxiveiv . . . Seov eoriv.
5 Die hohe Anzahl von innerlateinischen Fehlern muß nicht das Zeichen einer vorangehenden, sich verschlech
ternden Tradition sein; im Zusammenhang mit dem übrigen Befund möchte ich in ihnen die flüchtige Wiedergabe eines
ebenso flüchtigen und nicht fehlerlosen Konzepts der Übersetzung sehen.

3 2.3.1987 Vetus Latina 1I/2


18 Die Handschriften: 172

V" 172

Multoruni nobis et magnorum per iloXXuv xal (jteyáXtúv íl«v àià той Multis et magnis nobis per
legetn et prophetas aliosque vófiou xai TUV 7Tpoq)if]T¿iv xal TUV áXXcjv legem et prophetas- et alios
qui secuti sunt illos TÍOV хат' aÙTOùç Y¡xoXou6v)xÓTa>v qui secundum eas secum sunt
sapientiatn demonstratam, 8e8o[iév<ov, doctis
5 ¡n quibus oportet laudare Israhel оттер ¿v Séov èarlv eroxiveív -rev Iapa?¡X ex quibus congruens est
doctrinae et sapientiae causa; TtaiSeiaç xai aoçlaç,
quia non solum ipsos lo- xal ¿ç où ¡jiovov aÙToùç TOÙÇ áva-
quentes necesse est peritos, yivcoaxovTaç Séov ètruiv етстт7)цсл/а<; disciplinatus
sed etiam extráñeos posse yívea6ai, aXXà xai TOÏÇ ехтос SùvaaOai fieri- sed et eis qui extra sunt posse
10 TOÙÇ 9iXo(j.a6oGvTai; xpY)aipouç elvai amatores descend! utilis esse 10
et dicentes et scribentes xal XéyovTac xal et discentes et scribentes
doctissimos fieri.
Avus meus lesus postquam se ó тсатпгос ¡лои 'lï/aouç ета avus meus ihesus cum se
amplius dedit ad diligentiam lecti- TrXeïov iauTÔv Soùç etç те plurimum dedisset in
15 onis legis et prophetarum TÍ)V той vó¡j.ou xal TCÔV 7rpo<p7)T¿>v legis prophetarum 15
et aliorum librorum qui nobis a xai Te7>v áXXoiv iraTpiojv ßißXicov aliorumque paternorum librorum
parentibus nostris traditi sunt,
àvayvcùaiv xai èv TOÙTOIÇ lictionem- Cumque in his
ixav}]v IÇiv 7cepiTtonr]<7á[¿evoc idoneum desiderium adquisissent-
20 volui et ipse scribere •xpoTiyrfh] xal aÙTOç аиуурафа! productus est et ipse conscribere 20
aliquid horutn quae ad doctrinan! TI Ttôv e£ç TraiSeiav aliquid eorum que. ad disciplinam
et sapientiam pertinent, ut xal ao<piav áv/¡ et sapientiam pertinent- ut
desiderantes discere et oí 9tXo(jiaoetí; xal amatores discendi- et hi a quibus
illorum periti facti magis TOÚTOJV eorum sonus supervenit- multo
25 magisque adtendant animo et (iäXXov magis superad iciant 25
confirmentur
ad legitimam vitam. Sià TÎJÇ per earn quç in legis est vitam-
Hortor itaque venire vos IlapaxéxX'/joOe oúv Depraecanti igitur estote
cum benevolentia et adtentiore ¡лет' eùvoiaç xai benivolentiç- et attentiorem
30 studio lectionem faceré, et T)¡V avayvtoaiv TroieiCTOai xal lectionemque videmur 30
veniam habere in ¡His in quibus veniam habere- in quibuscumque
videmur sequentes imaginem sa Ttôv хата videmur eorum quç secundum
pientiae et deficere T»)v èp^iijvei interpraetationem studuimus-
in verborum conpositione. Tiolv TCOV XéÇetov in quibus distinctionibus
35 àauvajietv non posse non posse tenere virtutem- 35
Nam deficiunt où yap iaoSuvajiei Née enim parem virtutem habent
verba hebraica аита èv éauTOtç 'EfJpaïaTl ipsa per se cum dicuntur hebraice-
quando translata fuerint ad xal ÔTav [летахОт] ец et cum dirivantur in
alteram linguam; non solum autem éTépav yXuaoav où (JLÓVOV Se alteram linguam- Non solum autem
40 haec, sed et ipsa lex тайта, aXXà xal айтбс ó vó¡xoc ipsa- sed et ipsa lex 40
et prophetae ceteraque xai al TrpoçTjTeîat xal та Xomà et prophetç- et reliqua
librorum non parvam habent dif- TÈJV ßtßXitov où ¡itxpàv è/ei TTJV Sia- librorum non pusilla habent dif
ferentiam quando inter se dicuntur. çopàv ¿v éaoToïç ferentia- cum per se dicuntur-
Nam in octavo et tricésimo 'Ev yàp T<O xai Tpiaxoar<7) In octavo enim et XXX°-
45 anno temporibus Ptolomei Euergetis ÎTet èm той EùepyeTou anno sub 45
régis, postquam perveni Trapayevrjoeic régis benéfico cum venissem
in Aegyptum et cum multum eîç AtyuTtTOV xai auy- in egypto et com-
temporis ibi fecissem, inveni eúpuv moratus essem- inveni
libros relictos non parvae non paucas
50 ñeque contemnendae doctrinae. disciplinas- 50
Ex quibus simile

172: 3 eas pro eos sccum pro secuti 4 doctis pro datis 5-8 Homoioteleuton (in textu graeco); sed fartasse
congruens est <. . . congruens est> 8 disciplinatus pro disciplinâtes 10 descendí pro discendi utilis pro utiles
11 discentes pro dicentes 18 lictionem pro lectionem 19 desiderium < opeÇtv ? adquisissent pro adquisisset
24 sonus: c/ ewjyoi AS2V multi 28 depraecanti pro depraecati 34 distinctionibus] di ex in 36 пес: с/ ouSe
Malachias 38 dirivantur pro derivantur 40 ipsa1: cf аита 547, sed vide ipsa supra el infra 41 prophetç: oí
7rpocpY]Tai С alii 42-43 pusilla . . . differentia pro pusillam . . . differentiam 48 inveni: cupov omnes fere graeci
codd. 49-50 paucas disciplinas: (iixpàç
Die Handschriften: П2- 410 etc 19

V* 172

l taque bonum et necessarium aliquod et ipse utilissimum


putavi et ipse aliquam è6i|AT)v xai aÙTOç Tiva posui
addere diligentiam et uouS^v xai afierre Studium et
55 laborem interpretandi той (xe9ep(ir)veuaat industrian) interpraetandi 55
¡stum librum; et multa ßißXov 7toXXí]v hune librum- nimiam
vigilia ad- áypuTtvíav xal ¿7UOT7¡|¿ii)v irpoa- vigilantiam et disciplinam pro-
tuli doctrinam in spatio evEYxánevoc èv TU Sia<ra¡(iaTi ferens-
temporis, ad illa quae ad finem той xpóvou тгрес те ènl Ttépaç
60 ducunt librum dare, ayocY^vra тЬ ßißXtov exSoaöat ut hune librum ederem 60
et illis qui xaî TOÏÇ èv Tfj Ttapotxiqt etiam his qui in hoc incolatu
volunt animum intendere et discere volunt amare Studium
quemadmodum oporteat instituere praeparentes
mores qui secundum legem domini mores ad legitime
65 proposuerunt vitam agere. ßioTciieiv. vivendum- 65

172: 58-60 omissio lapsu (aliter De Bruyne) 63 praeparentes pro praeparantes

262 = Toledo, Catedral, Biblioteca del Cabildo 35-5

Vetus Latina ll/l,24f

Wisigothische Minuskel, zwei Spalten; Mitte des 13. Jahrhunderts, Toledo.


Die Handschrift enthält »Officia et Missae« der Fasten- und Osterzeit vom 1. Fastensonntag bis
zum Osterdienstag. Aus Sirach werden 7 Abschnitte belegt:

1) 3,2-17(ol. 113V 5) 44,1 ; 46,16.23 - 47,4.6.10.12-16 fol. 104V


2) 9,1-3.8-13; 8,11. 12 fol. 55V 6) 46,6-8; 48,1-15 fol. 120V
3) 14,11-21 fol.68R 7) 47,24-30; 48,21-23; 47,31 fol. 92R.
4) 29,1-9.11. 12.15 fol. 10R

Die Einleitungsformeln sind für 1) eglesiastici (ex u) salmns; für 2) egliasticu salmns; für 3) sapientia salomonis;
für 4-7) je sal(o)mon(i)s.

Wie in Sapientia, so ist 262 auch in Sirach eng mit dem Text von M-M verbunden1 ; nicht wenige
Lesarten sind nur in 262 und M-M belegt. Sonst treten zu 262 (M-M) in der Regel Zeugen der spani
schen Vulgatatradition hinzu, wobei С hervorragt; es gibt aber auch typische Berührungen mit 0.
In т und in den mozarabischen Cántica 410, 41 1 ... werden andere Sirachabschnitte als in 262 belegt.
262 wird nach Photograpnien verglichen.

1 Die entsprechenden Lesungen in M-M sind 1) 392B-D; 2) 348A; 3) 353A-B; 4) 310A-C; 5) 383C-384B; 6) 400D-
401A;7)370C-371A.

410; 41 1 ; 412; (413); 414; 415; (416); 417; (259)

A. W. S. PORTER, Cántica mozarabici offlcii: Ephemerides Liturgicae 49 (1935) 126-145


H. SCHNEIDER, Die altlateinischen biblischen Cántica, Beuron 1938 = Texte und Arbeiten 29-30, 126-158
W. M. WHITEHILL, A Catalogue of Mozarabic Liturgical Manuscripts Containing The Psalter and Liber Canticorum:
Jahrbuch für Liturgiewissenschaft 14 (1938) 95-122 (410: 97-100; 411 : 100-102; 412: 105-107; 413: 107-109;
414: 109-1 16; 415: 1 16-121; 416: 102-103; 417: 104-105)
Vetus Latina l l/l, 25; 579
20 Die Handschriften: 410 etc

413; 416; 259 (bei SCHNEIDER 128 genannt) haben keine Texte aus Sirach. 413 = Madrid, Academia de la Historia
Aemil. 64<er (F. 215); 10./П. Jahrhundert; die Handschrift kommt wie 412 aus San Millán de la Cogolla; 416 =
Paris, Bibliothèque Nationale (früher Nogent-sur-Marne), fonds Smith-Lesouëf 2 (Teil 1); Silos; 259 = London,
British Library Additional 30844 fol. 173-177; 10. Jahrhundert, Silos; Fragment mozarabischer Cántica.

Zeugen einer mozarabischen Cantica-Reihe (Typ Ml bei SCHNEIDER). Aus Sirach werden folgende
Abschnitte belegt; in Klammern steht PORTERS Nummer:
« (

(96) Sir l, 1-13: 414 415


(97) 1,14-40:414415
(98) 2,1-5:414415
(99) 2,6-23:414415
(40) 11,17;26,1-3.(16.23.24):410412414415417»
(88) 17,18.20; 37,29; 29,12.15; 39,3.9.11-13: 415
(84) 29,1 ; 33,1 ; 29,15; 29,1 ; 30,15.23: 414 415
(78) 31,8-11:411412417
(24) 36,1-19: 410 41 1 412 414 415 417
(47) 39,17-21:410411412414415417
(85) 51,1-17:412414415
(44) 51,18-38:410411412414415417
Für 415 konnte das Vetus Latina Institut keinen vollständigen Film erhalten. Mit Ausnahme von (88) beruhen
die Angaben zu 415 auf PORTER; der Text von (88) wird nach Photographien verglichen.

Auch in Sirach nehmen 414 und 415 als »Privatsammlungen« (SCHNEIDER 129) schon durch die
größere Anzahl ihrer Cántica eine Sonderstellung ein; sie gilt auch für den Text: 414 und 415 fallen
durch viele Sonderlesarten, 414 auch durch zahlreiche Fehler2 auf. In den Abschnitten, die auch in
den anderen Zeugen überliefert sind, haben diese im allgemeinen nur sehr geringfügige Textabwei
chungen untereinander. Die begleitenden Zeugen aus der Vulgatatradition gehören in der Regel zur
späteren spanischen Überlieferung, wie sie in £т2м°Дв vorliegt. - In den Teilen, in denen т verglichen
werden kann, besteht meist Übereinstimmung mit т, ohne daß diese Verbindung - vielleicht abgesehen
von 36,10 mirabilia] magnolia - besonders typisch wäre. Allerdings gilt die Gemeinsamkeit nicht für
т68 in den Teilen aus Sir 2, die nur 414 (und 415) belegen. In 51,3 ist die Differenz in conspectu ad-
stantium 412 414 = V] contra adsistentes т = 0 hervorzuheben. - 262 belegt andere Stücke als die
mozarabischen Cántica.
1 Auf dieses Canticum wird in X durch die Randbemerkung canticum zu 11,17 hingewiesen.
2 Oft wird r statt / geschrieben: 1,10 dirigentibus; 1,15 dirigunt; 2,10 dirigite. - Siehe auch 2,14.15.16 vae] de.

410 = Madrid, Biblioteca Nacional Vitr. 5-1 (10001 ; Hh. 69; früher Toledo, Catedral,
Biblioteca del Cabildo 35-1)

PL 86,739-940 (Nachdruck von FRANCISCO ANTONIO LORENZANA, Breviarium Gothicum secundum regulam beatissimi
Isidori, Madrid 1775, I-CXXIII)

1 74 Blätter ; 33,5 x 24 cm ; zwei Spalten mit Schriftraum von je 27 x 7,5 cm ; 29 Zeilen ; wisigothi-
sche Minuskel; 11./12. Jahrhundert'; Toledo.
Psalterium Mozarabicum mit Cántica und Hymnen. Aus Sirach werden die folgenden Cántica
belegt; die Zählung nach PORTER (siehe oben bei 410; 41 1 . . .) entspricht der Handschrift: 40 (p. 187;
endet 26,3); 24 (p. 175);47(p. 192);44(p. 190). Die Stücke 40; 47; 44 werden eingeleitet mit canticum
inn filii sirach; das Stück 24 mit oratio de libro ifíu.
410 wird nach Photographien verglichen.

1 Diese Datierung bei A. M. MUNDO, La dotación de los códices litúrgicos visigóticos toledanos: Hispania Sacra 18
(1965)20-21.
Die Handschriften : 41 1 - 414 21

411 = London, British Library Additional 30851

J. P. GILSON, The Mozarabic Psalter (MS. British Museum, Add. 30,851), London 1905 = Henry Bradshaw Society 30

202 Blätter; 39 x 30 cm; zwei Spalten mit Schriftraum von je 28 x 8 cm; 25 Zeilen; wisigothische
Minuskel; 10./1Ï. Jahrhundert; Silos.
Psalterium Mozarabicum mit Cántica und Hymnen; außerdem am Ende eine Anzahl von
»Officia« (in allen Teilen mehrere Lücken). Aus Sirach werden die folgenden Cántica belegt; die
Zählung nach PORTER (siehe oben bei 410; 411 . . .; in Klammern die Zählung ¡n 411): 78 (46; fol.
102R); 24 (24; fol. 95R); 47 (51; fol. 103V); 44 (45; fol. 101 V). Die Einleitungen sind: canticum **
sapientie salomonis für 78, canticum de libro ¿Пи fllii syrac für 24 und 47, canticum iïïu filii syrac für 44.
41 1 wird nach Photographien verglichen.

412 = Madrid, Academia de la Historia Aemil. 64Ws (F. 209)

136 Blätter erhalten; 31 x21 cm; Schriftraum 22,5 x 14cm; 25 Langzeilen; wisigothische Minus
kel; 10. Jahrhundert. Die Handschrift kommt aus San Millán de la Cogolla.
Psalterium Mozarabicum mit Cántica. Aus Sirach werden die folgenden Cántica belegt; die
Zählung nach PORTER (siehe oben bei 410; 411 . . .; in Klammern die Zählung in 412): 40 (40; fol.
1 16R; endet 26,3); 78 (46; fol. 1 18V); 24(24; fol. 108V; durch Blattausfall zwischen fol. 108 und 109
bricht der Text bei 36,2 cognosab)'; 47 (51; fol. 122R); 85 (50; fol. 121 R); 44 (49; fol. 120R). Die Ein
leitungen sind canticum iïïu fili syrac de libro eclastes für 402; canticum salomonis für 78; canticum de
libro eclesiástico • oratio iïïu fili syrac für 24; canticum iïïu fili syrac für 47; 85 und 44.
412 wird nach Photographien verglichen.
. ' Auch 36,1-2 ist durch Beschädigung von fol. 108 n.ur fragmentarisch erhalten.
2 Zu »ecrtesiasles* vgl. 417 zu 40.

414 = Santiago de Compostela, Biblioteca de la Universidad 5 (früher Ms. reservado 1)

Vêtus Latina l l/l, 25

Wisigothische Minuskel; von dem Schreiber Petrus und dem Maler Fructosus im Jahre 1055 für
König Ferdinand I. von Kastilien und León und seine Gemahlin Sancha fertiggestellt.
Die Handschrift enthält das Psalterium Mozarabicum mit den Cántica; dazu einige »Officia«.
Aus Sirach werden die folgenden Cántica belegt; die Zählung nach PORTER (siehe oben bei 410;
411 . . .; in Klammern die Zählung in 414): 96 (63; fol. 190R); 97 (64; fol. 190V); 98 (65; fol. 191V);
99(66;fol. 191 V); 40 (43; fol. 162R; endet 26,24); 84(52; fol. 166V); 24(24; fol. 152R; der Text auch
fol. 211V im ordo ad medium noctis); 47 (55; fol. 168R); 85 (53; fol. 167R); 44 (49; fol. 165R). - Die
Einleitungen sind in der Regel canticum iïïu filii sirac1; abweichend davon 24 (fol. 152R) oratio de
libro Щи filius sirach esaye prophète; (im ordo fol. 211V) oratio ¡Пи filii sirac; 47 canticum esaye pro
phète^.
414 wird nach Photographien verglichen.
1 Varianten: — canticum 44; canticum de libro 84 \ — ihu 97 | filius 84; 85; 44; / 40 | sirak 40.
2 Das Canticum 48 (56 in 414) ist canticum esaye: Is 61,10ff.
22 Die Handschriften: 415 -A

415 = Salamanca, Biblioteca de la Universidad 2268 (früher Madrid, Biblioteca


del Palacio Real Ms. 329 früher 2. J.5)
Vêtus Latina 11/1,26

Wisigothische Minuskel; 1059 vom Schreiber Christoforus geschrieben, gewissermaßen eine klei
nere Ausgabe von 414.
Die Handschrift enthält Cántica und »Officia«. Aus Sirach werden nach PORTER (siehe oben bei
410; 41 1 . . .) die gleichen Cántica wie in 414 belegt1, zusätzlich zu diesen das Canticum 88 (PORTER;
in 415 Nr. 86 fol. 104R): 17,18.20; 37,29; 29,12.15; 39,3.9.11-13, eingeleitet mit canticum beati lob
(der vorhergehende Text ist Jb 3,3-26; der folgende Jb 6,2-7).
Im kritischen Apparat wird 415 nur für dieses zusätzliche, sonst nicht überlieferte Canticum
(88 PORTER) verglichen. Die Kollation beruht auf Photographien.

1 Wie 414 hat auch 415 das Canticum 24 nicht nur in der Cantica-Reihe (fol. 37V), sondern auch im ordo in
medium noctis (fol. 148R).

417 = Paris, Bibliothèque Nationale (früher Nogent-sur-Marne), fonds Smith-Lesouëf 2 (Teil 2)

W. M. WHITEHILL, A Mozarabic Psalter from Santo Domingo de Silos: Speculum 4 (1929) 461-468
V. LEROQUAIS, Les Psautiers manuscrits latins des Bibliothèques Publiques de France, 2, Maçon, 1940-41, 323-325
F. AVRIL, J.-P. ANIEL, M. MENTRÉ, A. SAULNIER, Y. ZALUSKA, Manuscrits enluminés de la péninsule ibérique, Paris
1983, 27

124 Blätter; 28 x 20 cm; Schriftraum 20,5 x 12,5 cm; 20 Langzeilen; wisigothische Minuskel;
11. Jahrhundert; Silos.
Teil eines Psalterium Mozarabicum mit Cántica. Aus Sirach werden die folgenden Cántica belegt;
die Zählung nach PORTER (siehe oben bei 410; 41 1 . . .; in Klammern die Zählung in 417): 40 (40; fol.
104R; endet 26,3); 78 (46; fol. 107V); 24 (24; fol. 95V); 47 (48; fol. 108R); 44 (45; fol. 106V). Die
Einleitungen sind: canticum de libro iudicum für 40 (das folgende Canticum 41 ist ein Cento aus Jdc
und wird in 417 eingeleitet mit canticum de libro ejdesiastes; vergleiche in 412 die Einleitung für 40);
canticum salomonis für 78; canticum de libro ¡Пи für 24; canticum ¡Пи filii syrac für 47 und 44.
417 wird nach Photographien verglichen.

A = Firenze, Biblioteca Mediceo-Laurenziana Amiatino l

Vetus Latina 11/1, 26f; 224 (Nr. 11.12.13). 225 (Nr. 36.37). 230 (Nr. 103); 579

Codex Amiatinus; Unziale, zwei Spalten; 715/6 in Wearmouth/Jarrow in Northumbrien unter


Abt Ceolfrid geschrieben.
Ceolfrid hatte nach dem Vorbild des Codex grundier des Cassiodor drei Pandekten schreiben lassen, von denen der
eine der Codex Amiatinus ist. Von den beiden anderen Exemplaren sind nur einige Blätter erhalten (London, British
Library Additional 37777 + 45025; CLA II 177), darunter ein erst 1982 wiedergefundenes Blatt mit Sir 35,10 - 37,2;
siehe CLA Addenda S. 35H zu CLA II 177. Ich habe den Text noch nicht gesehen.

Bibel; Gliederung des Sirachbuches (fol. 460R 1. Spalte - fol. 496R 2. Spalte): incipit prologus /
Prolog multorum nobis . . . / explicit prologus; incipiunt capitula / Kapitelsreihe KA B / expliciunt ca
Die Handschriften: A - В 23

pitula; incipit liber ecclesiasticum salomonis / Sir 1-52 / explicit liber ecclesiasticum salomonis. - Auch
der Seitentitel ist ecclesiasticum salomonis; aber im Inhaltsverzeichnis auf fol. IV Verso steht nur
ecclesiasticum1.
Die Zahlen der Kapitelsreihe KA B sind auch zum Text eingetragen, doch fehlen die Zahlen 5;
6; 7; 17; 18; vor Sir 36,20 steht statt 21 irrtümlich 22. Im Text stehen die Zwischentitel, dabei fehlen
die Titel vitae hominis substantia (vor 39,31) und laus patrum (vor 44,1); de exequiis (vor 38,16) ist
nachgetragen. - Zu den zusätzlichen Zahlen in der Laus patrum siehe unten den eigenen Abschnitt:
Einteilung der Laus patrum.
Wie in Sapientia, so sind auch in Sirach Sonderlesarten und Fehler häufig. Wenn man davon ab
sieht, sind die Lesarten von A in mehr als zur Hälfte von УФ übernommen; ebenso ist die jüngere
Theodulfüberlieferung 0AM in ihrer Abwendung von den älteren Theodulfbibeln 0SH durch A geprägt.
Neben diesen Verbindungen АУФ, A0AM tritt besonders die Kombination АГВ hervor. In dem mehr
fach gegebenen Zusammentreffen mit Z spricht sich der Einfluß jüngerer, nach dem Griechischen kor
rigierter Texte aus Italien aus. Anders als in Sapientia steht ein mit J = Orléans, Bibliothèque Muni
cipale 19 (16) fol. 1 1-18 (vgl. Vêtus Latina l l/l, 35f) vergleichbarer Zeuge für Sirach nicht zur Ver
fügung. Im ganzen zeigt A mit seinen verschiedenen Nachfolgern kein so geschlossenes Bild, wie es in
Sapientia (vgl. Vetus Latina 11/1, 176f) der Fall ist. - A weicht bedeutend häufiger als С von den vor
allem mit G(T) gewonnenen Vulgatalesarten ab und kann für die V-Rezension keine führende Rolle
beanspruchen.
A wird nach Photographien verglichen.

1 Der Schreiber hatte mit ecclesi das Ende der Zeile erreicht; anstatt das noch fehlende asticum in der folgenden
Zeile einzurücken (wie 8 Zeilen höher »ruth* als letztes Buch des Oktateuchs), hatte er es ohne Einzug an den Anfang
der Zeile gestellt, dann freilich wieder ausradiert und, beginnend bei dem ausradierten m (und damit in gleichem Ab
stand wie oben »rutht), noch einmal geschrieben. - Zu Ecl stand ursprünglich ebenfalls ecclesi/asicum (so !), es wurde zu
ecclesiastes verbessert. - Zu fol. IV Verso und seinem Verhältnis sowohl zum Codex grandior des Cassiodor als auch zum
Inhalt des Amiatinus vergleiche Vetus Latina l l/l, 26; 224 (Nr. 9).

B = Bamberg, Staatsbibliothek Class. 3 (M. V. 12) Teil II fol. 1-93

Vetus Latina 11/1, 28f; 230 (Nr. 107); 579

Frühe Minuskel; 8./9. Jahrhundert; von mehreren Händen geschrieben, auf fol. 93R steht nach
dem Sirachtext der Name eines der Schreiber: Meginfrit; »in Germany in a centre under Insular in
fluence« (CLA VIII 1027a). Mehrere deutsche Glossen aus dem 11. Jahrhundert.
B enthält die fünf Weisheitsbücher Prv Ecl Ct Sap Sir. Da zwischen fol. 92 und fol. 93 ein Blatt
ausgefallen ist, fehlt Sir 50,12 (in as]censu) - 51,20 (meum in ea). Gliederung des Sirachbuches (fol.
51 R - fol. 93R) : incipit liber hiesu filii sirach / Prolog multorum nobis ... ¡ explicit prologas / Sir 1-51 /
hucusque in grecis habetur. (Die noch verbleibenden 4 Zeilen von fol. 93R sind frei; auf fol. 93V ist
später ein Gebet psallat ectesia mater eingetragen.) Der gelegentlich vorkommende Seitentitel ist liber
(h)iesu.
B hat keine Kapitelsreihe zu Sirach; der Text ist auch nicht nach einer Reihe eingeteilt, hat aber
die Zwischentitel. Wie in Sapientia gibt es in B die Verbindungen zu K, TS1; deutlich ist auch die
häufige Übereinstimmung der zweiten Hand in B mit Z.
B wird nach Photographien verglichen.

1 Die Verbreitung des Textes, zu dem B gehört, wird auch an den Verbindungen mit Л deutlich.
24 Die Handschriften : С - D

С = La Cava dei Tirreni, Archivio délia Badia délia SS. Trinità 1(14)

Vetus Latina 11/1, 29f; 224 (Nr. 17)

Codex Cavensis; wisigothische Minuskel, drei Spalten; nach 850 von einem Danila in Spanien
(vielleicht Asturien) geschrieben.
Bibel; Gliederung des Sirachbuches (fol. 132V 2. Spalte -fol. 141 V 3. Spalte): incipit haeclesiasti-
cum qui et sapientia ifiu filii sirach aeditum post transmigrationem cum préfatiene sua1 / Prolog mul-
torum nobis . . . l finit / Sir 1-51. С hat wie in Sapientia auch in Sirach keine Kapitelsreihe, aber der
Text hat von Sir 23,7 an die Zahlen 19-30 der Reihe K A C.
Unter den Zeugen, die die C-Lesarten begleiten, tritt besonders der ältere Zweig der Theodulf-
überlieferung hervor, der durch 0SH (und die Vorlage für 6V) vertreten wird. Ausgehend von dem Be
fund in Sapientia (siehe Vetus Latina 11/1, 63-65) darf man mit einer bewußten Entscheidung Theo-
dulfs für diese in С bezeugte Tradition rechnen2, die dann freilich für die jüngeren Theodulfbibeln
QAM zugunsten eines Anschlusses an A widerrufen wurde. Allerdings sind sowohl 0SH als auch С mit
geprägt durch die Quellen der Z-Überlieferung, so daß die Kombination C0SH nicht immer auf die
spezielle C-Tradition zu führen braucht. Etwa mit Kapitel 37/38 setzt ein wachsender Einfluß von
Sauf С ein, der zuvor (ebenso wie in Sapientia, siehe Vetus Latina l l/l, 29) keine Rolle spielt3, beachte
dazu auch die freilich schon bei 23,7 einsetzende Texteinteilung nach der in S100 belegten Kapitels
reihe KA C. Dieser Verschiebung entspricht die stark abnehmende Kombination C0SH. Besonders
deutlich ist die Verbindung CS in der Laus patrum, aber sie ist nicht auf diese Kapitel beschränkt. -
Die aus Sapientia bekannte Sonderverbindung C2° (vergleiche Vetus Latina 11/1, 30.76.79) begegnet
in Sirach viel seltener und tritt überhaupt erst in der zweiten Hälfte des Buches in einer Anzahl von
Lesarten in Erscheinung. - Für die V-Rezension hat С ein wesentlich höheres Gewicht als A, aber der
eigentlich führende V-Zeuge ¡st G4, insbesondere in der Verbindung mit T.

Nach 25,16 und 25,36 ist in der Spalte jeweils eine Zeile nicht beschrieben, ohne daß ein Textteil fehlt8. Hatte der
Schreiber hier den Raum für einen Zwischentitel frei gelassene?

С wird nach Photographien verglichen.

1 Die Erwähnung des »griechischen« Titels sapientia ihu filii sirach ist der eigentlichen lateinischen Überlieferung
fremd. С ist mit dieser Angabe offensichtlich von literarischen Quellen abhängig; in erster Linie kommen Hieronymus
und Isidor in Betracht.
2 In der römischen Vulgataausgabe wird gesagt, daß С von 0 abhängig ist (S. XVII), doch darf man annehmen,
daß diese Ansicht nicht mehr aufrechterhalten wird, wenn man sieht, daß zu Is eine entsprechende These für die Ver
bindung Д0 in der Einleitung zu Ez (Band 15, S. LUI) ausdrücklich zurückgenommen wurde.
3 Beachte aber im Prolog die in С gegebene Kontamination zwischen 2 und V in dem Zusatz cum in alterant
elocutionem de propria lingua vertuntur; vergleiche auch peritia informati CS.
4 Besonders in den Schlußkapiteln ist С in der römischen Vulgataausgabe für die Rezension stark herangezogen
worden, doch spricht m. E. der erwähnte Einfluß von 2 auf С gegen diese Bevorzugung gerade im letzten Drittel.
5 Damit unterscheiden sich diese Lücken von den Auslassungen bei Prv 11,21 ; Sap 10,6.7.16 (siehe Vetus Latina
11/1, 30), wo auch der Text mitbetroffen ist.
6 Siehe die Zwischentitel de nequiüa mulieris vor 25,17 und de mutiere bona vor 26,1.

D = München, Bayerische Staatsbibliothek Clm 19105 Palimpsest

CLA IX 1319
A. DOLD, Lateinische Fragmente der Sapientialbücher aus dem Münchener Palimpsest Clm 19105, Beuron 1928 =• Texte
und Arbeiten 13
B. BISCHOFF, Die südostdeutschen Schreibschulen und Bibliotheken in der Karolingerzeit. Teil I. Die bayrischen Diözesen,
2Wiesbaden 1960, 162f
Römische Vulgataausgabe 11 (Prv Ecl Ct) IX; 12 (Sap Sir) XIII
Vetus Latina 11/1, 127
Die Handschriften: D 25

42 Blätter; die ursprünglichen Maße von etwa 30 x 22 cm sind beschnitten auf 24,5 x 18 cm;
Schriftraum ungefähr 23 x 15 cm; in den Texten zu Prv und Ecl 20, gelegentlich auch 21 Langzeilen,
aber im Text von Sir 25 Langzeilen; Unziale; 7./8. Jahrhundert; Norditalien?1

Zu den 42 Blättern kommen - als Ersatz für beschädigte Teile der Unzialhandschrift - 6 weitere palimpsestierte
Blätter in Minuskelschrift aus dem 9. Jahrhundert in denselben Maßen wie die Blätter der Unzialhandschrift; 25 Lang
zeilen. Diese Restauration der Handschrift erfolgte wohl in Verona (CLA IX 1319).
Zur Herstellung der jetzigen Handschrift 19105 wurden die palimpsestierten Blätter in der Mitte gefaltet oder
zerschnitten; die 42 Blätter in Unzialschrift sind in der heutigen Handschrift die folgenden 80 Folien: 1-4; 6-15;
20-30; 45^17; 49; 52-55; 58-75; 77.78.80-106 (dabei sind die Folien 45. 100. 103. 106 jeweils nur die Hälfte des alten
Blattes). Die 6 Blätter in Minuskeischrift sind jetzt die folgenden 12 Folien: 16-19; 31 ; 48; 50.51 ; 56.57; 76; 79.
Insgesamt hat die Handschrift Clm 19105 außer einem Vorsatzblatt 106 Blätter: fol. 5 ist nicht palimpsestiert;
die 13 Blätter 32-44 sind eine eingeschobene Lage von Papierblättern. Clm 19105 ist im 10. Jahrhundert geschrieben,
»probably in a German scriptorium« (CLA IX 1319). Im 15. Jahrhundert ist die Handschrift in Tegernsee nachgewiesen;
von dort kam sie 1802 in die Bayerische Staatsbibliothek. Der Inhalt von Clm 19105 ist: fol. 1-45R: АР-E Mt; 45R-
5IV: AP-Act Mär C; 51V-95V: АР-E Pil und АР-E Nie A 1-11. 13; 96R-106R: Passio sanctorum martyrum septem
fratrum dormientium (Bibliotheca Hagiographica Latina I, Brüssel 1898-1899, 348, Nr. 2316); siehe die Angaben bei
DOLD IXf.

Auf den 42 Blättern in Unziale sind Stücke aus Prv Ecl Sir erhalten. Die Sirachtexte stammen
aus 3 Blättern der alten Handschrift und stehen jetzt auf den Folien 45.52-55 (siehe DOLD XIV); sie
sind bei DOLD 41-43 ediert und umfassen Teile aus Sir 16-17; 19-22. Der Text ist eingeteilt nach der
Kapitelsreihe KA Ab2. Soweit die erhaltenen Reste ein Urteil über den Textcharakter zulassen, geht
D mit der in AL gegebenen Überlieferung (und ist damit für deren Grundlage wichtig), wobei einige
typische Lesarten mit L gegen A, aber kaum solche mit A gegen L gehen3.

Sirachtexte bieten auch die 6 Blätter in Minuskelschrift (jetzt fol. 16-19; 31 ; 48; 50.51 ; 56.57; 76; 79; ediert bei
DOLD 45-50; Teile aus Sir 7-14). Wie in der römischen Vulgataausgabe (siehe Band 12, XIII) werden diese in derVetus
Latina Edition nicht berücksichtigt: nur wenige Worte sind sicher lesbar. Nach den Hinweisen bei DOLD XXVf besteht
auch hier im allgemeinen die Verbindung mit AL, doch gibt es offenbar in diesen Abschnitten mehr Sonderlesarten,
und einige Stellen weichen von typischen AL-Varianten auch ab.

Die Lesbarkeit der erhaltenen Sirachtexte in D ist ganz unterschiedlich, aber mit Ausnahme von
fol. 45 sind meist nur Einzelworte oder Buchstaben zu erkennen. Nachdem bereits die Herausgeber
der römischen Vulgataausgabe anhand von Palimpsestphotographien, die das Vetus Latina Institut
zur Verfügung gestellt hatte, den von Dold veröffentlichten Text geprüft und an einigen Stellen ver
bessert haben, konnte darauf zurückgegriffen werden. Im kleinen Apparat wird mit adest (adsunt)
nur angegeben, ob D für den betreffenden Vers vorhanden ist; im kritischen Apparat wird die Lesung
der römischen Herausgeber übernommen, in begründeten Einzelfällen auch eine von Dold vorge
schlagene Variante genannt.

In der römischen Vulgataausgabe sind die Teile aus Prv und Ecl als D, die Teile aus Sir als d geführt (auf die er
haltenen Kapitelszahlen der Kapitelsreihe KA Ab ist im Zusammenhang mit dieser Kapitelsreihe S. 109-127 unter dem
Sigel D hingewiesen); als De (Prv Ecl), de (Sir) wird Dolds Ausgabe geführt. Schlüsse e silentio können für D nicht ge
zogen werden.

' CLA IX 1319: »Origin uncertain; a centre in North Italy is not unlikely, and the 'autem' abbreviation suggests
Visigothic connexion.« DOLD XXI nahm eine Entstehung in Südgallien oder Nordspanien an; diese Lokalisierung auch
in der römischen Vulgataausgabe Band 1 1 (1957); CLA IX erschien 1959. - H. J. FREDE weist auf die Verwandtschaft
mit der Vetus Latina Handschrift 80 (Heidelberg, Universitätsbibliothek Heidelb. 1334 (369/256), CLA VIII 1223;
7. Jahrhundert; »written probably in Italy«) hin; siehe H.J.FREDE, Altlateinische Paulus-Handschriften, Freiburg
1964 = Vetus Latina. Aus der Geschichte der lateinischen Bibel 4, 118 Anmerkung 1.
2 Siehe die Zahlen am Rand des Textes: 51 zu 16,16; 52 zu 16,23; 53 zu 17,1 ; 66 zu 2I,26?(in den Г-Handschrif-
ten steht 66 bei 21,23; der Wortlaut von KA Ab 66 paßt zu 21,23; 66 in D bei DOLD nur Ergänzung); 67 zu 22,1 ; 68
zu 22,7.
3 Damit entspricht der Befund in Sirach den Feststellungen in der römischen Vulgataausgabe (Band 11, IXf) zu
Prv und Ecl.

4 2.3. 1987 Vetue Latina 11/2


26 Die Handschriften : E - G

E = Paris, Bibliothèque Nationale lat. 11532

Vêtus Latina 11/1, 30f; 224 (Nr. 15); 580

Karolingische Minuskel, zwei Spalten; zwischen 830 und 850 in Corbie oder Umgebung geschrie
ben.
Zusammen mit Paris, Bibliothèque Nationale lat. 11533 zweibändige Bibel. Gliederung des Si
rachbuches (fol. 203R 1. Spalte - fol. 217V 2. Spalte): incipit prologas lib (E*; + ri E2) hiesu filii
syrach / Prolog multorum nobis . . . / explicit prologas hiesu filii syrach; incipiunt capitula (capitula E*)
libri ecdesiasticum (E*; ecclesiastici E2) / Kapitelsreihe KA Aa / expliciunt capitula lïb (E*; + ri E2)
ecclesiasticum (E*; ecclesiastici E2); incipit lib ecdesiasticum (E*; ecdesiasticus E2) / Sir 1-43 / in
cipiunt capitula / 32 Kapitel zu Sir 44,16 - 51 / Sir 44-51 / explicit oratio hiesu filii sirach / Sir 52 /
explicit liber ecclesiasticum (E*; ecdesiasticus E2) v л / IDCCC. - Der Seitentitel ist liber (a)eccle-
siasticLim; auf einigen Seiten ist (ecdesiasti)cum zu ecdesiasticus verbessert. - Die Zahlen der Kapi
telsreihe K A Aa sind auch am Rand des Textes eingetragen. In der Laus patrum steht teilweise dafür
eine eigene Zählung, die aber nur zum Teil mit den Kapiteln vor Sir 44,1 übereinstimmt, siehe unten
den eigenen Abschnitt: Einteilung der Laus patrum.
Durch Ausfall je eines Blattes nach fol. 209 und nach fol. 21 1 fehlt Sir 22,8 somno - 24,29 edunt
me; 30,23 viri - 33,33 exfollens. Der Text hat die Zwischentitel.
In Sirach ist E eindeutig durch Ф geprägt, während typische 0-Lesarten seltener begegnen. Die
für Sapientia neben Ф und (-) bemerkenswerte Verbindung mit Л fehlt in Sirach. - Die Korrekturen
des 9. Jahrhunderts gehen nicht selten mit© oder M(2) (M2E2 zeigt also gegenüber M und E eine weitere
Entwicklung im Text von Corbie); die zahlreichen Verbesserungen des 13. Jahrhunderts folgen ü.
E wird nach Photographien verglichen.

G = Paris, Bibliothèque Nationale lat. 11553

Vetus Latina 11/1, 32f; 226 (Nr. 41). 228 (Nr. 85)

Codex Sangermanensis 15; karolingische Minuskel, zwei Spalten; um 800 oder bald danach (vor
820) in Saint-Germain-des-Prés geschrieben.
Zweiter, nicht mehr vollständig erhaltener Band einer Bibel. Gliederung des Sirachbuches (fol.
12R 2. Spalte - fol. 28R l. Spalte): incipit liber hiesu filii sirach- incipit prologas / Prolog multorum
nobis . . . / incipit liber hiesu filii sirach / Sir l -52 / explicit liber hiesu filii sirach1. Der Seitentitel ist
Über i/zu2. - Im Kolophon nach Est (fol. 69R) ist der Titel liber hiesu filii sirac. - G hat zu Sirach keine
Kapitelsreihe, der Text ¡st auch nicht nach einer Reihe eingeteilt. Das Kapitel 52 ist von Sir 1-51 ab
gehoben, da 52,1 mit Großbuchstaben geschrieben ist.
Die aus anderen biblischen Büchern gut bekannten Fehler von G, zum Beispiel Verwechslung
von u und ö, Auslassung von einzelnen Buchstaben, Silben, kurzen Worten, manchmal auch (veran
laßt durch Homoioteleuton) von kleinen Abschnitten, gibt es auch in Sirach. Sonderlesarten und
Fehler werden oft durch G2 in Anlehnung an eine allgemeine oder stark bezeugte Lesart verbessert.
Auch in Sirach ist G der führende Zeuge für die Rezension der Vulgata; Teilhaber dieser guten
V-Tradition ist - wenigstens zu einem erheblichen Teil - die Handschrift T.
G wird nach Photographien verglichen.
' Mit hiesu endet die nicht ganz ausgefüllte Schlußzeile von fol. 27V 2. Spalte; fllii sirach steht auf der ersten
Zeile von fol. 28R l . Spalte.
2 Auf fol. 11V/12R und I2V/13R ist der Titel noch fälschlich (Sapientia endet bereits mit fol. 12R I.Spalte)
sapientia (auf den Verso-Seiten) salomonis (auf den Recto-Seiten); auch fol. 13V hat noch sapientia, aber fol. I4R
bietet richtig ihu.
Die Handschriften: H - К 27

H = München, Bayerische Staatsbibliothek Clm 29265/6

Vetus Latina l l/l, 34f ; 230 (Nr. 107); 240 Anmerkung l ; 580

19 teilweise beschädigte Blätter (aus Handschriften und Inkunabeln von Altomünster ausgelöst);
frühe karolingische Minuskel; 8./9. Jahrhundert; Südostdeutschland.
Die ursprüngliche Handschrift enthielt offenbar die fünf Weisheitsbücher Prv Eel Ct Sap Sir;
erhalten sind Textteile aus Sap und Sir. Aus Sirach werden belegt: l,22-3,2.5suam- 15; 6,25 <ior>-
quem eius - 7,32 qui te fecit (zu den kleineren Lücken siehe im kleinen Apparat). Ein Seitentitel ist
nicht erhalten. Der Text ist nicht nach einer Kapitelsreihe eingeteilt; er hat aber die Zwischentitel.
Wenn bereits im Sapientiatext von H eine Wendung zu einer Überlieferung festzustellen war,
die gegen V stark durch Korrekturen nach dem Griechischen geprägt ist (siehe Vetus Latina 11/1,
34f), so gilt dieser Textcharakter noch stärker für den Sirachtext in H. Die aus Sapientia bekannte
Verbindung mit X und Augustin (an der dort der Einfluß von D auf H erkennbar wurde) fehlt auch
in Sirach nicht; bei der stärkeren Differenzierung der Sirachtexte und der fortgeschrittenen Anglei
chung an den griechischen Text führt der Befund von H hier auf die Textform I, für die H ein maßgeb
licher Zeuge ist.

Allerdings kann H nicht durchgängig für I beansprucht werden, und Unsicherheiten in der Bewertung bleiben be
stehen. Mit den Zwischentiteln ist H ohne Frage ein Zeuge für die A-Tradition der Vulgata; wie 167 zeigt, gehört diese
Reihe nicht zu I. Umgekehrt warnt der Befund ¡n 167 davor, Dubletten in H dem I-Тур von vornherein abzusprechen1,
und auch die Übereinstimmung mit V ist für sich allein genommen noch kein Argument gegen I. Aber H hat besonders
am Anfang der erhaltenen Fragmente zusammen mit V und in einem wesentlich größeren Umfang, als es bei 167 der
Fall ist, die Zusätze des lateinischen Textes gegen die griechische Überlieferung. Diese dem allgemeinen Charakter von
I widersprechende Gleichförmigkeit mit V nun lediglich aufgrund von H auch als I-Text zu werten, ist zu gewagt2.

H wird nach Photographien verglichen; in der römischen Vulgataausgabe ist das Sigel h.

1 Vergleiche die Dublette in 167 zu 34,12. Dubletten in H: 3,7 qui obaudit domino (= Щ honorai pattern (с/ V); 7,5
noli velle videri (H = V) esse (H) sapiens (\J.T¡ ocxpiCou); siehe auch die Halbkorrektur 1,38 noli le extollere (= ®), aber
adtende V = в fehlt.
2 In entsprechender Weise ist auch in der Sapientia-Edition für D verfahren worden, siehe dazu den Hinweis in
Vetus Latina 11/1,579.

K = Kassel, Murhardsche Bibliothek der Stadt Kassel und Landesbibliothek 2° Ms. theol. 54

Vetus Latina 11/1, 36-38; 230 (Nr. 108); 580

Angelsächsische Minuskel; im ersten Drittel des 9. Jahrhunderts ¡n Fulda geschrieben.


An Bibeltext enthält die Handschrift nur Sapientia und Sirach. Gliederung des Sirachbuches
(fol. 23V - fol. 76R): Kapitelsreihe KA Aa / expliciunt capitula libri hiesu fllii syrach / Sir l - 51 /
hucusque in greets habetur / Sir 52 / explicit. Vor Sir 1,1 sind auf fol. 25R die beiden ersten Zeilen frei,
aber ein Titel ist nicht eingetragen. Auch ein Seitentitel ist nicht überliefert. Der auf fol. 51 V - 58V
stehende Abschnitt Sir 31,17 ne conprimaris - 39,17 in voce diät kommt auf fol. 59R (Beginn der
8. Lage) - 66R 2. Zeile noch einmal; im kritischen Apparat werden die beiden Texte als Ka und Kb
unterschieden1. Der Text ist nicht nach einer Kapitelsreihe eingeteilt, hat aber die Zwischentitel2. -
Der Prolog multorum nobis . . ., der ohne Überschrift und ohne Unterschrift auf fol. 2V - 3R nach Hl
Sal H und HI Sal G steht3, gehört nicht zur Überlieferung des Hauptteils4. Im kritischen Apparat
wird daher K für die Auslassung des Prologs gewertet; die Lesarten des Prologs auf fol. 2V-3R
werden mit K bezeichnet.


28 Die Handschriften : К - L

Wie in Sapientia, so ist K auch in Sirach voller Fehler und eigenwilliger Sonderlesarten ; in l , 1 2-1 6
¡st der Text in Unordnung: I,12.14.16a.l2.13.16b. Abgesehen von diesen Mängeln verbindet sich
K - wiederum wie in Sapientia - häufig mit B und mit S. Die Ausstrahlung dieser Textüberlieferung
zeigt sich an der etwa gleich starken Verbindung mit Л, dabei fallen die Auslassung des Prologs
und die Bemerkung hucusque in grecis habetur am Ende von Sir 51 besonders auf.
K wird nach Photographien verglichen.

1 Ka und Kb unterscheiden sich voneinander fast nur durch Fehler oder Sonderlesarten auf der einen oder anderen
Seite, so daß auch auf 35,3 deprecatio x x Kb (= V) gegen deprecatio pro peccatis K* (mit den gewohnten Begleitern В5Л
Ф . . .) nicht viel Gewicht gelegt werden kann. Wichtiger ist, daß Ka und Kb häufig gemeinsam typische Sonderlesarten
vertreten. - Als K* und Kb werden auch andere kleinere Doppelbelege unterschieden.
2 Die Zwischentitel sind besonders am Anfang mehrfach nicht vom Text unterschieden; es fehlen die Titel vor
3,6; 5,8; 6,5; 44,1 ; vor 51,1 ist der Titel erst von 2. Hand eingetragen.
3 Die Verbindung des Prologs multorum nobis . . . mit Hl Sal H hat auch die späte Handschrift Gotha, For
schungsbibliothek Memb. I 13 (siehe oben bei 172). - Der Prolog vor Sir 1,1 fehlt auch in (Xp?) ALH.
4 Vgl. Vetus Latina 11/1, 37. Im Textcharakter unterscheidet sich der Prolog auf fol. 2V-3R allerdings kaum
von K im eigentlichen Sirachtext.

L = London, British Library Egerton 1046

Vetus Latina 11/1, 38f; 230 (Nr. 107)

Der 48 Blätter umfassende Codex besteht aus zwei verschiedenen Handschriften, die aber wohl
von Anfang an zusammengebunden waren: 1) fol. 1-16.32-48 (angelsächsische Minuskel); 2) fol.
17-31 (angelsächsische Majuskel); beide Handschriften zweispaltig, im 8. Jahrhundert wahrscheinlich
in Northumbrien geschrieben.
Prv (beginnend mit 4,9 et corona) Eel Ct Sap Sir (unvollständig). Der Sirachtext verteilt sich auf
beide Handschriften: Fol. 30V 1. Spalte - fol. 31V 2. Spalte (Majuskel): prologas hiesu ftlii sirach /
Prolog multorum nobis . . . / Sir 1,1-35 mansuetudo; vor Sir 1,1 (fol. 31 R 2. Spalte Zeile 3) sind zwei
Zeilen frei, eine Überschrift ist aber nicht eingetragen. - Fol. 32R 1. Spalte - fol. 48V 2. Spalte (Mi
nuskel): Sir 4,10-44,13 semen eorum. Ein Seitentitel ist weder in der Majuskel- noch in der Minuskel-
handschrift überliefert. In der Minuskelhandschrift sind die Zwischentitel in roter Schrift eingetra
gen».
Für den Sirachtext von L, der im Unterschied zu Sapientia ¡m wesentlichen aus der Minuskel
handschrift stammt, gilt einerseits die Zugehörigkeit zur A-Tradition im weiten Sinne; dabei tritt die
trotz schwankender Einzelzeugen erkennbare Gruppierung LYnHXpA S mehrfach hervor. Andererseits
gibt es immer wiederkehrende Verbindungen mit X und mit Z. Daneben hat L eine Fülle von zum
Teil eigenwilligen Sonderlesarten; aber einige geben Varianten aus den griechischen Gruppen 0 L
wieder2. Der kurze Sirachabschnitt (Prolog; Sir 1,1-35) aus der Majuskelhandschrift reicht für eine
Charakterisierung gegenüber dem Hauptteil in der Minuskelhandschrift nicht aus; man beachte aber,
daß Bonifatius in Brief 73 einen Text benutzt, der sowohl in Sapientia (siehe Vetus Latina 11/1, 38)
als auch in Sirach (siehe Sir 18,8) eng mit L verwandt ist.
L wird nach Photographien verglichen; für viele in den Photographien nicht mehr deutlichen
Stellen ist die von J. P. GILSON für Ph. Thielmann gefertigte Kollation zusammen mit den Angaben
in der römischen Vulgataausgabe herangezogen und gegebenenfalls übernommen worden.

1 Von einer späteren Hand sind die Zwischentitel noch einmal (nach einer anderen Überlieferung?) an den Rand
geschrieben. Ihr Text ist durch Beschneidung des Randes und Abnutzung freilich oft nicht mehr lesbar; diese Rand
angaben werden daher wie in der römischen Vulgataausgabe nicht berücksichtigt.
2 Vergleiche zum Beispiel 6,14; 11,11.13.26; 20,16.
Die Handschriften : M - P 29

M = Amiens, Bibliothèque Municipale 12 fol. 2-192


Vêtus Latina 1 1/1, 39; 230 (Nr. 107 mit Anmerkung 1)

Karolingische Minuskel; vor 781 in Corbie geschrieben.


Prv Eel Ct Sap Sir (Amiens 12 ¡st ein Teilband der mehrbändigen Bibel des Abtes Maurdramnus
von Corbie 772-781). Gliederung des Sirachbuches (fol. 107V - 192R): incipit prologas (+ in libro iesu
/z/i/ syrach M2) / Prolog multorum nobis . . . / explicit prologas ¡Пи fllii sirach / fol. 108V Zeile 7 - 109R
freier Raum; unten auf fol. 109R ist von 2. Hand incipit liber iïïu fllii sirach eingetragen / Sir l - 52 /
explicit liber iesu ftlii syrach. Vor Sir 1,1 (fol. 109V Zeile 3) sind zwei Zeilen für eine Überschrift frei
geblieben. Ein Seitentitel ist nicht überliefert. M hat die Kapitelsreihe KA Aa; sie steht aber nicht vor
dem Text, sondern jeweils als Überschrift im Text; KA Aa l (= Sir l, l a) vor Sir 1,1 ist nicht eigens
ausgeschrieben.
Die starke Verbindung mit АУФ oder YO zeigt einerseits, daß der Text in M durch italienische
Quellen geprägt ist, andererseits aber auch, daß Alkuin in seiner Bibelausgabe Ф vielfach auf bereits
in Frankreich eingebürgerte Lesarten zurückgriff. Wie ¡n Sapientia, so gibt es auch in Sirach mehrfach
Berührungen mit Фр gegen die eigentliche Ф-Ausgabe: die Varianten Фр gehen also auch in Sirach
in die gleiche Richtung wie in Sapientia. Die Verbindungen mit der Handschrift E, die ein halbes
Jahrhundert später in Corbie oder Umgebung geschrieben wurde, beruhen in der Regel darauf, daß
E durch Ф bestimmt ist, aber die in E im 9. Jahrhundert vorgenommenen Korrekturen kehren zum
Teil zu M zurück oder bezeugen mit M2 eine eigene Entwicklung im Text von Corbie. - Auch in Sirach
hat M gelegentlich Dubletten aus zwei Überlieferungszweigen; vgl. 26,9; 44,16.22; 47,22.
M wird nach Photographien verglichen.

P = Paris, Bibliothèque Nationale lat. 112

Vetus Latina 11/1, 40f; 230 (Nr. 113)

10. Jahrhundert; die nur fragmentarisch erhaltene Handschrift besteht aus zwei Teilen: 1) fol.
1-50, zweispaltig; 2) fol. 51-149 (aber das Blatt nach fol. 140 und nach fol. 147 ist nicht gezählt wor
den), Langzeilen.
1) (fol. 1-50) Prv Eel Ct Sap Sir und von einer anderen Hand (fol. 48V 2. Spalte - 50V) Auszüge
aus SUL Märt und aus GR-T mir 3; 2) (fol. 51-149) 1s Jr Ez Dn. - Der erhaltene Sirachtext beginnt
mit Sir 3,32 et in operibus (fol. 25R) und endet auf fol. 48V 1. Spalte mit Sir 52,13. Die Unterschrift
auf den beiden letzten Zeilen der 1. Spalte und auf den beiden ersten Zeilen der 2. Spalte lautet: ex
plicit liber salomonis • vos qui lectores estis orate pro scriptore si deo (so) habeatis adiutorem1 • v. nm.
I IDCCC. Ein Seitentitel ist nicht überliefert. Im Text steht - aber schon mit de non litigando (vor
Sir 8,1) abbrechend und auch davor nicht vollständig und nicht immer als Überschrift hervorgehoben,
dazu noch vor 42,15 und 43,1 - die Reihe der Zwischentitel. Von zweiter Hand ist am Rand zusätzlich
die Kapitelsreihe KA Aa - aber ebenfalls nur unvollständig - eingetragen. - Auf fol. 41 V-42V ist die
Ordnung des Textes Sir 38,19-40,14 durcheinander geraten.
In Sapientia (nur bis 7,27 et per generationes erhalten) ist P wegen der in Kapitel (5); 6; 7 in stei
gendem Maße auftretenden Lesarten aus dem Texttyp D aufgenommen worden. In Sirach bietet P
nichts Besonderes, das die Aufnahme dieser späten Handschrift notwendig machen würde. Abgesehen
von vielen fehlerhaften Sonderlesarten steht P in der immer wiederkehrenden Verbindung mit A
sowie Vertretern von Ф oder©2. P ist deshalb im kritischen Apparat von Sirach nicht berücksichtigt.
1 Zur Schreiberbitte siehe Vetus Latina 11/1, 41 Anmerkung 3.
2 Die Verbindung mit A und die allgemeine Fehlerhaftigkeit von P erklären hinreichend die Unterschrift explicit
liber salomonis; die Zahlangabe der »Verse« stammt aus Ф.
30 Die Handschriften : Q - S

Q = Paris, Bibliothèque Nationale lat. 93


Vêtus Latina 11/1, 41-43; 228 (Nr. 92)
Zweiter Band der früher so genannten Bibel von Saint-Riquier (der erste Band ist Paris, Biblio
thèque Nationale lat. 45); karolingische Minuskel, zwei Spalten; etwa 820/840, vermutlich im Gebiet
von Paris (Saint Denis?) geschrieben.
Zum Inhalt und zur Anordnung der biblischen Bücher, insbesondere auch der Stellung von Sa-
pientia und Sirach, in Paris lat. 45 und 93 siehe Vetus Latina l l/l, 41 ; 228 (Nr. 92: Altes Testament)
und Vetus Latina 26/1, 26* (Neues Testament). - Gliederung des Sirachbuches (fol. 55V 2. Spalte -
fol. 731): incipil prologus hiesu filii sirach / Prolog multorum nobis . . . / explicit prologus hiesu ftlii
sirach; incipit liber eiusdem qui dicitur ecclesiasticus / Sir 1-51 / explicit liber hiesu filii sirach ecclesiasti-
cum salomonis. Viermal ist ein Seitentitel überliefert: fol. 57V/58R: Üb ecclam; fol. 61V/62R; 65V/
66R: üb ecclm; fol. 70V/7I R: Üb ecclsm.
Im Text stehen die Zwischentitel. Zur Einteilung in der Laus patrum siehe unten den eigenen
Abschnitt: Einteilung der Laus patrum.
Von späterer Hand hat der Anfang von Sirach (bis Sir 2,18) eine Einteilung in 8 Abschnitte be
kommen2, ähnlich wie auch der Anfang von Sapientia (bis Sap 3,10) in 10 Abschnitte gegliedert ist.
Wie in Sapientia, so besteht auch in Sirach die Gemeinsamkeit Q Wien 1190 хрз. Ebenso tritt
bei Qxp-Lesarten, die außerdem nur wenige Zeugen für sich haben, die Verbindung mit SMOAB hervor,
zu der häufig dann ГМА hinzukommen4. Allerdings tritt diese aus Sapientia bekannte Kombination
für Q(xp)-Lesarten mit sonst geringer Bezeugung in der zweiten Hälfte des Sirachbuches zurück zu
gunsten einer Verbindung mit L(T)SXPAIIH5. Q nimmt hier offensichtlich eine Tradition auf, die in
Sapientia und am Anfang von Sirach noch keinen speziellen Einfluß ausübte.
Die bei weitem nicht so sorgfältig wie Q geschriebene Handschrift Wien, österreichische Nationalbibliothek lat.
1 190 (zweites Drittel des 9. Jahrhunderts, Nordostfrankreich) wird im kritischen Apparat nur genannt, wenn ihre Les
arten für die Beziehung zu Q und xp (abgesehen von der allgemeinen Zusammengehörigkeit dieser Texte) oder deren
typischen Begleitern von Interesse sind. Gegen Q haben Wien 1190 und xp das Kapitel 52.

Q wird nach Photographien verglichen.

1 Zu fol. 73 (Einzelblatt) siehe Vetus Latina 11/1, 41 mit den zugehörigen Anmerkungen 2; 3; 4.
2 Die Zahlen stehen bei: l, 1 1 (II); 1,20(111); 1,26(1111); 2,1 (V); 2,4 (VI); 2,11 (VII); 2,18 (VIII). - Zu Sapientia
siehe Vetus Latina 11/1, 41 unten (mit der zugehörigen Anmerkung 5).
3 Ich hebe die den Zeugen Q Wien 1 190 xp gemeinsamen und sonst nicht (oder nur vereinzelt) belegten Varianten
hervor; dabei ist jeweils nur die ursprüngliche Hand berücksichtigt. Auch in Sirach gibt es in dieser Reihe der Sonder
lesarten ausgesprochene Fehler. Prolog (putavi) ut (ipse); 4,5 derelinquas; 14,10 saturabitur; 18,20 medicum; 22,23
sie rt>] sicut; 23,1 et ne; 23,33 altissimus: Fehler; 24,35 — sicul; 24,47 exquirentibus] + in; 26,10 — qui tenet illam:
Fehler durch Homoioteleuton; 26,20 puderatio: Fehler < 26,19; 27,33 execrabilia] + sunt (so auch П); 28,15 maledictus]
+ erit; 29,13 pecuniam] + tuam; 30,8 praeceps] perpraeceps: Fehler; 34,30 lavatio(ne)] laboratio: Fehler; 38,25 ~ re-
plebitur sapientia; 41,28 amicis] inimicis; 41,28 dederis] deseris: Fehler; 45,22 ~ homines in deserto; 45,30 ad illum]
Шит; 45,31 ~ sapientiam daret; 47,16 retexuil: Fehler?; 48,3 domini] dei; 48,13 — qui; 50,29 — et.
4 In Sapientia konzentriert sich neben AB die Begleitung auf SM und ГА; diese Differenzierung SM/S° und ГА/ГМ
stelle ich im Blick auf die Teilhabe an den Qxp-Lesarten in Sirach nicht fest.
5 Vergleiche 24,37 tempere; 25,2 cum mullere; 26,12 suis; 21 ornamentis; 31,6 illius; 32,8 conparatione; 33,2
~ navis in procella; 3 dei; 18 quia; 20 illo; 30 illum; 34,1 ~ viro insensato; 2 sequilar; 17 timentibus; 35,15 respicere;
22 quousque; 38,3 ipsius; 39,17 + aquarum; 40,13 iniquorum; 41,9 peribit; 43,25 illius; 44,21 ~ fecit stare.

S = St. Gallen, Stiftsbibliothek 28


Vetus Latina 11/1, 43f; 230 (Nr. 107)
W. THIELE, Sirachtexte in St. Gallen, in: (Hg. O. P. Clavadetscher, H. Maurer, St. Sonderegger) Florilegium Sangallen-
se. Festschrift für Johannes Duft zum 65. Geburtstag, St. Gallen und Sigmaringen 1980, 267-287

Karolingische Minuskel, zwei Spalten; im ersten Viertel des 9. Jahrhunderts von Wolfcoz ¡n St.
Gallen geschrieben.
Die Handschriften : S - T 31

Prv Eel Ct Sap Sir. Gliederung des Sirachbuches (p. 140 1. Spalte - p. 262 1. Spalte): incipit
prologas l Prolog multorum nobis . . . / explicit prologas hiesu ftli sirac; incipit liber hiesu fllii syrac /
Sir l - 50 / m (= amen ?); incipit oratio hiesu filii (fili S2) syrach / Sir 51 - 52 / explicitum salomonem
secundum hebreum*. Auch der Seitentitel ist liber hiesu fili (filii p. 143. 145.231) syrac (sirac p. 143);
aber im Inhaltsverzeichnis (p. 4 1. Spalte unten zwischen Hl Sal H und Prv tit; »in hoc códice conti-
nentur . . .«) heißt das Buch ecclesiasticus. Sirach hat keine Kapitelsreihe und ist auch nicht nach einer
Reihe eingeteilt2; der Text hat aber die Zwischentitel. In der Laus patrum stehen - von späterer
Hand -die Zahlen l bei 44,16; 2 bei 44,17; 3 bei 44,20; siehe unten den eigenen Abschnitt: Einteilung
der Laus patrum.
Die Verbindung mit der früheren Bibeltradition in St. Gallen zur Zeit Winithars wird durch Ge
meinsamkeiten gesichert, die S mit der Überlieferung teilt, die s in der Laus patrum vertritt. Charak
teristisch für die Herkunft des Textes ist die Begleitung vieler S-Lesarten durch ausgesprochen italie
nische Zeugen, vor allem durch Y und besonders Y2. Hinzu oder an diese Stelle treten oft Vertreter
der späteren Gruppen Г und П. Diese Zeugen stehen häufig auch an der Seite von s in der Laus
patrum, doch dort oft für Lesarten, die S nicht bezeugt. Innerhalb einer mit s gemeinsamen Grund-
schicht vertritt S somit eine durchaus eigene Überlieferung, in der gegenüber s der Einfluß typischer
Z-Lesarten wesentlich geringer ist.
In der Mitte des 9. Jahrhunderts ist S unter Hartmut an zahlreichen Stellen korrigiert worden3:
es werden - vermittelt durch Фт (schon in der ersten Hälfte des 9. Jahrhunderts in St. Gallen) - Les
arten der Alkuinbibel eingeführt und ebenso der Theodulfbibel aus einer zum älteren Zweig dieser
Überlieferung gehörenden (nicht mehr erhaltenen) Handschrift. Es gibt nur relativ wenige Lesarten,
in denen S2 nicht durch Ф oder© gedeckt ist; typisch ist, daß dann die mitgehende Bezeugung an die
Handschriftengruppierung erinnert, die s (in der Laus patrum) und an anderen Stellen S begleitet: S2
nimmt offenbar aus der gegebenen, in mancher Hinsicht durchaus differenzierten St. Galler Tradi
tion4 einige Lesarten wieder auf, die in S abgelehnt waren. Ein ähnlicher Befund gilt für die Hand
schriften St. Gallen 7; 10; 81 aus der Hartmut-Zeit; auch die Korrekturen in Фт gehören hierhin5.
S wird nach Photographien verglichen.
1 Diese Unterschrift ist wühl kaum als Schluß des Sirachbuches, kaum auch als Angabe zur »oratio salomonisi
(= Sir 52) zu verstehen, sondern eher als Abschluß zu den fünf »salomonischen« Büchern, die den Inhalt von S bilden.
Dann würde die Angabe »secundum hebreum*, die sachlich nur auf Prv Ecl Ct zutrifft, eine unverstandene literarische
Quelle verraten; vgl. HI Sal H am Anfang des Codex, wo zu Sirach gesagt wird: »quorum priorem (nämlich Sir) ei
hebraicum repperi*. Bezeichnend für die mit dieser Unterschrift verbundenen Schwierigkeiten ist auf alle Fälle der
Befund, daß sie in St. Gallen 81 übernommen ist, aber in St. Gallen 7 und St. Gallen 10 nicht belegt wird.
2 Von späterer Hand sind einige Zahlen der Reihe KA Aa an den Rand des Textes geschrieben.
3 Die Korrekturen werden teilweise auch als Alternativlesarten am Rand eingetragen.
4 Siehe die Verschiedenheit von s in den Auszügen aus Sir 1-43 und in der Laus patrum. Vergleiche ebenso die
Gemeinsamkeiten und Differenzen zwischen s und S.
5 Vergleiche zum Beispiel die Lesarten der Liste 4 bei THIELE 286f.

T = Salzburg, Stiftsarchiv St. Peter a. IX. 16

Vetus Latina 11/1, 44-46; 230 (Nr. 107)

Karolingische Minuskel, in der Regel zwei Spalten; am Ende des 8. Jahrhunderts unter Arn ¡n
Salzburg geschrieben.
Prv Ecl Ct (altlateinisch; Sigel der Vetus Latina: 169) Sap Sir; Gliederung des Sirachbuches (fol.
91V 2. Spalte - fol. 172V 2. Spalte): incipit prologum ecclesiasticurn hiesu filii (fili T2) syrach / Prolog
multorum nobis . . . / explicit prológ féliciter; incipit liber ecclesiasticurn (ecclesiasticus T2) / Sir 1-52 /
explicit ecclesiasticum. Ein Seitentitel ist nicht überliefert; Sirach hat keine Kapitelsreihe und ist auch
nicht nach einer Reihe eingeteilt1. Im Text stehen die Zwischentitel.
32 Die Handschriften: T-X

Wie in Sapientia, so gehört T auch in Sirach mit zu der Tradition, die (später) von S bezeugt
wird; auch an Stellen, wo S anders als T liest, hat T oft Begleiter neben sich, die sonst mit S gehen;
stärker allerdings als in S ist bei T der Einschlag von Z-Lesarten. Daneben ist T aber stark geprägt
durch die in G vertretene Überlieferung2 und belegt damit - auch hier ist der Befund ähnlich wie in
Sapientia - häufig Vulgatalesarten, die sonst nur schmal bezeugt sind. - Ein Einfluß der Lesungen
der Liturgie zeigt sich mehrfach, siehe vor allem 14,22, aber auch 31,8 (beatus) v/r; 45,8 (statuit) illi;
51,12 liberasti.
Von zweiter Hand erfolgen zahlreiche Korrekturen. Wenn dadurch nicht nur orthographische
Eigenheiten oder Fehler (die in T* nicht selten sind) verbessert, sondern wirkliche Lesarten eingetra
gen werden, ergibt sich aus der mit T2 gehenden Bezeugung, daß die für T* wichtige 0-Überlieferung
zurückgedrängt wird durch eine Tradition, die sich wiederum um S und die Begleiter von S gruppiert.
T2 nimmt also eine verwandte Textschicht auf. Daneben gibt es zuweilen eigenständige Korrekturen.
So bietet auch T2 ein ähnliches Bild in Sirach wie T2 in Sapientia.
Die im altlateinischen Text von Ct bestehende enge Verwandtschaft mit der späten, aus dem 12. Jahrhundert
stammenden Handschrift Oraz, Universitätsbibliothek 167 (Sigel der Vetus Latina: 170)3, gilt wenigstens für eine Reihe
von Stellen auch in Sirach : dort unterstützt Oraz 167 Varianten, für die es sonst neben T oder T2 keine oder nur wenige
Zeugen gibt4.

T wird nach Photographien verglichen.

1 Einige Zahlen der Reihe KA Aa sind von späterer Hand am Rand eingetragen.
2 Die Kontamination beider Überlieferungsstränge erkennt man zum Beispiel an dem in T in 35,2 an falscher
Stelle stehenden Zusatz.
3 Vergleiche D. DE BRUYNE, Les anciennes versions latines du Cantique des Cantiques: Revue Bénédictine 38
(1926) 97-122.
4 Auf diese Verbindungen T (T2) Qraz 167 wird im kritischen Apparat hingewiesen.

X = Madrid, Biblioteca de la Universidad Central 31

Vetus Latina 11/1, 47^49; (210-215); 228 (Nr. 90)

Codex Complutensis 1, erste Bibel von Alcalá; wisigothische Minuskel, drei Spalten; Anfang des
10. Jahrhunderts aus Toledo oder Südspanien. Das Original der Handschrift ist durch die Beschädi
gungen im spanischen Bürgerkrieg (1936-1939) jetzt unbenutzbar.
Bibel ; Gliederung des Sirachbuches (fol. 244V 3. Spalte - fol. 254R l . Spalte) : incipit prologas in
libro edesiasticum / Prolog multorum nobis ... ¡ explicit prologas; incipit liber iÏÏu fili syrac / Sir 1 -52 /
explicit liber ¡Пи fili syrac iherosolimite. Erst von späterer Hand stammt der Seitentitel ecliastes.
Am Rand des Sirachtextes stehen (von zweiter Hand?) in roter Schrift die Zahlen der Kapitelsreihe KA Aa,
allerdings mit einigen Unregelmäßigkeiten. Ebenso sind am Rand mit roter Schrift die Zwischentitel eingetragen, doch
hören diese Titel einerseits nach Sir 34 auf und haben andererseits eine Anzahl eigener Überschriften (siehe unten zu
5,16; 6,33; 8,9; 10,25; 11,10; 17,18; 26,28; 34,23) sowie auch mehrere Auslassungen. Die Titel sind ohne Frage sekun
där; sie werden im kritischen Apparat nicht berücksichtigt, sondern nur an dieser Stelle aufgeführt1:
(4,1) de elemosina et de pauperibus; (4,10) de pupillo et vidua; (4,12) de studio sapientiae; (5,8) VII de conversio-
ne; (5,16) VIII de susurrone et bilingue; (6,5) IX de amid gratia; (6,18) X de doctrina sapientiae; (6,33) de sapientia
et doctrina; (7,1) de non faciendis malis; (7,13) de mendatio vitando ad amicum; (7,22) de servo bono; (7,25) defiliis;
(7,29) de parentibus; (7,31) de timoré dei et honore sacerdotum; (8,4) de non litigando; (8,9, zuerst bei 8,6) de narratione
senum amplectandam contumeliosum vitandam; (8,14) de vitandis malis; (9,1) de mulieribus; (9,14) non relinquendum
amicum antiquum; (9,22) de conviviis iustis; (10,1) de iudicibus; (10,9) de avaritia; (10,14) de superbia; (10,25) de
iustum non despiciendum; (11,10) non esse[m] immunem a peccatis; (12,1) de elemosina; (12,8) de amicis; (13,1) deso-
cietate superborum; (14,11) de benefaciendo quia mors non tardât; (15,22) defiliis impiis; (17,18) de elemosina et peni-
tentia; (17,20) de penitentia; (17,21) de conversione; (18,30) de concupiscentia animae (SCHULZ zu Unrecht: irae);
(22,25) de amicitiafideli; (23,7) de doctrina oris; (25,17) de nequitia mulieris; (26,1) de muliere bona; (26,28) de caupone
non carente peccato; (28,1) de remissione peccatorum; (28,15) de susurrone et bilinguis maledictus; (29,1) de fenore;
Die Handschriften: X - Y 33

(29,15) de misericordia; (29,28) de fragilitate (sic) honesta et hospitalitate; (30,1) de disciplina filiorum; (31,12) de con-
tinentia; (31,35) de ebrietate; (32,1) de rectoribus; (32,24) cum consilio omnia facienda; (33,25) de disciplina servorum;
(34,1) de sompniis; (34,14) de timentibus deum; (34,21) de oblatione iniqua; (34,23) de oblationibus impiorum.
Zu 11, 17 steht (ebenfalls in rot) am Rand: canticum; vergleiche das mit 11,17 beginnende Can t ici un 11,17; 26,1-3.
(16.23.24) in der mozarabischen Cantica-Reihe (siehe oben bei 410; 411 ; 412 . . .).

»In Sapientia ist X so stark von D beeinflußt, daß X geradezu als Maßstab dienen kann, auch in
anderen V-Handschriften die Einwirkung von D zu erkennen und Lesarten ¡n bestimmten Zeugen-
kombinationen für D zu beanspruchen« (Vetus Latina 11/1,48). Bei der in Sirach vorliegenden stärke
ren Differenzierung der Texte kann X diese maßgebliche Leitfunktion hier nicht ausüben. Wenn man
davon absieht, bestehen aber für Sirach durchaus vergleichbare Verhältnisse: Die X- Lesarten werden
unter den Handschriften in wechselnder Weise von L und H, vornehmlich aber von Z unterstützt.
Berührungen mit 1 67 und 171 treten zurück. Beiden Vätern gibt es die ebenfalls aus Sapientia bekann
ten Gemeinsamkeiten mit AM, AU, PS-AU spe. Bei schmaler Bezeugung besteht häufig die Verbin
dung mit S und (oder) italienischen Vulgatahandschriften ; wenn diese mehrfach auch nur zur späten
italienischen Vulgatatradition gehören, so sind sie doch ein Hinweis darauf, daß die betreffenden
X-Lesarten aus Italien kommen.
Aber nicht nur in den greifbaren Zusammenhängen mit anderen Zeugen, sondern auch an den
zahlreichen Stellen ohne Unterstützung wird ebenso wie in Sapientia die charakteristische Eigenart
des X-Textes deutlich : Auch unter diesen Sonderlesarten gibt es solche, die durch ihre Wortwahl oder
durch eine bessere Übersetzung des Griechischen (mehrfach nur als Dublette) hervortreten und sich
damit dem Bild, das die Varianten mit begleitender Bezeugung bieten, gut einfügen. Es gibt aber auch
eine Fülle von rein innerlateinischen Varianten. An einigen - allerdings sehr wenigen - Stellen ist der
Textlesart (Xm) eine Alternativlesart (Xmg) an die Seite gestellt; in der Regel bietet dann Xmg die
allgemeine oder wenigstens stark bezeugte Lesart, während Xw eine Sondervariante hat.

Die Sonderlesarten von X werden - natürlich unter Ausschluß von reinen Fehlern, die in X nicht selten sind -
im Schema der Ausgabe wie in Sapientia durch das Sigel S hervorgehoben ; dabei sei noch einmal ausdrücklich betont,
daß das Sigel (S für Spanien) lediglich auf die tatsächliche Bezeugung hinweist, aber kein Urteil über die Herkunft der
Variante vorwegnimmt.

X wird nach Abzügen der Photographien verglichen, die in der Abtei S. Girolamo in Rom liegen.
Dem Vetus Latina Institut steht außerdem die zweifache Kollation zur Verfügung, die W. SCHULZ
1895 und 1896 für Ph. Thielmann am Original angefertigt hatte.

1 In der römischen Vulgataausgabe sind die Zwischentitel von X2 für diejenigen Überschriften herangezogen, die
zum eigentlichen Vulgatatext gehören. - Die Angaben über die Zwischentitel beruhen auf der Kollation von W.
SCHULZ (1895 und 1896) am Original; gerade hier reichen die Photographien für eine sichere Lesung oft nicht aus.

Y = München, Bayerische Staatsbibliothek Clm 18036

Vetus Latina 11/1, 49f; 227 (Nr. 62); 580

Minuskel, zwei Spalten; erstes Drittel des 9. Jahrhunderts; Oberitalien. Die Bibliotheksheimat
ist Tegernsee.
4 Rg 25,7-fin 1-2 Par Prv Eel Ct Sap Sir (abbrechend bei Sir 52,6 conspectu meo); Gliederung des
Sirachbuches (fol. 161V 2. Spalte - fol. 217V 2. Spalte): incipit prologas Üb hesu filio syrach / Prolog
muliorum nobis . . . / explicit prologas; incipit liber ecclesiasticum /Sir 1-51 / explicit confessio hiesu;
incipit oratio salomonis / Sir 52,1-6 conspectu meo. Sirach hat keine Kapitelsreihe und ist auch nicht
nach einer Reihe eingeteilt. Von zweiter Hand sind zum Anfang (bis Sir 2,7) und zu Sir 24 (sapientie
laus) jeweils die Zahlen I - VI 1 1 eingetragen', ohne daß ein Zusammenhang mit anderen Einteilungen
5 2.3.1987 Vetus Latina 11/2
34 Die Handschriften: Y- Z

erkennbar ist. Im Text stehen die Zwischentitel in einer von A mehrfach abweichenden, aber auch in
I1L belegten Form.

Anders als in Sapientia stehen in Sirach zwischen den Zeilen des Textes zahlreiche lateinische Glossen von späterer
Hand; sie sind im Prolog besonders häufig und nehmen im eigentlichen Sirachtext dann erheblich ab. In der Regel sind
diese Glossen vor allem durch ihren Inhalt von den relativ wenigen Alternativlesarten zu unterscheiden, die den bibli
schen Text betreffen. Nur diese Alternativlesarten sind auch im kritischen Apparat notiert; im Zweifelsfall wird aller
dings zugunsten einer Aufnahme in den Apparat entschieden.
Ebenfalls im Unterschied zu Sapientia, wo Y nur eine deutsche Glosse (zu Sap 13,14 rubrica: »sprasta«) hat, sind
zu Sirach zahlreiche deutsche Glossen eingetragen; sie brechen bei Sir 34,25 ab2.

Y folgt wie in Sapientia weithin der vom Codex Amiatinus (A) angeführten Vulgatatradition ;
daneben wird eine Textschicht greifbar, deren Bezeugung sich um (L)SXPA (sowie spätere italienische
Handschriften) gruppiert und in der auch Z eine Rolle spielt. Es gibt gegenüber A aber auch offen
sichtlich stilistische Korrekturen. Der in Y belegte Text ist die maßgebliche Grundlage für die Alkuin-
ausgabe Ф3; er hat, wie aus M (siehe dort) geschlossen werden kann, bereits vor Alkuin in Frankreich
Einfluß gewonnen, vergleiche den entsprechenden Befund in Sapientia (siehe Vetus Latina 11/1, 81f
bei Ф). Ebenfalls wie ¡n Sapientia besteht innerhalb der italienischen Texte eine enge, freilich im
zweiten Teil abnehmende Verbindung zwischen Y und der späteren Handschrift aus Monte Cassino ГР.
Die Korrekturen Y2 betreffen nicht nur reine Fehler von Y*, sondern drängen die für Y* im
Vordergrund stehende A-Überlieferung zurück und konzentrieren sich um die in S (ЬХРЛПН) belegte
Tradition, die auch in Y* schon eine Rolle spielt. Y und Y2 sichern damit zugleich für diese Tradition
die italienische Provenienz. An einigen Stellen scheint Y2 auch von der älteren Theodulfüberlieferung
0SH beeinflußt zu sein.
Y wird nach Photographien verglichen.

' l 1,1; II 1,4; III 1,11;IIII 1,16; V 1,22; VI 1,26; VII 2,1 ; VIII 2,7. - I 24,1 ; II 24,3 et in pleniiudine; III 24,8;
UM 24,13; V 24,17; VI 24,23; VII 24,27; VIII 24,33.
2 Siehe E. STEINMEYER, E. SIEVERS, Die althochdeutschen Glossen \, Berlin 1879, 563-583 (Sigel o).
3 Die Einzelhandschrift Y ist von Ф beeinflußt; siehe 10,1 stabilisV; terribilisQ; terre stabilis Y*: Kontamination.
Einfluß von p erkennt man in 44,20 conservare!.

Z = Metz, Bibliothèque Municipale 7

Vêtus Latina I l/l, 50f; (187-191); 228 (Nr. 91); 580

Frühkarolingische Minuskel, zwei Spalten; noch zur Zeit des Bischof Angilram von Metz (f791)
geschrieben. Die Handschrift gehörte der Bibliothek der Metzer Kathedrale; sie ist 1944 im Krieg
vernichtet worden.
Zweiter Teil der Bibel (Prv Eel Ct Sap Sir Jdt Tb Dn 1-2 Par Esr Est 1-2 Mcc; Ev Paul Act Ape
abbrechend mit 12,12 laetamini caeli et qui; außer dem Rest der Apokalypse fehlen auch die auf Apc
folgenden Katholischen Briefe; Jdt Tb sind altlateinisch, Sigel der Vetus Latina: 145). Gliederung des
Sirachbuches (fol. 30R 2. Spalte - fol. 55R 2. Spalte): incipit prologus (+ libri hiesu filii sirach Z2) /
Prolog multarum nobis . . . / explicit prologus; incipit liber hiesu filii sirach (Z*; explicit prologus x x
hiesu filii sirach Z2) / Sir l -51 / (+ explicit liber hiesu filii sirach Z2 am Rand ; von Z3 ¡st liber gestrichen
und oratio darüber geschrieben) / Sir 52 (Z*; Z2 versieht jede einzelne Zeile des Kapitels 52 mit einem
Obelus und fügt nach 52, 1 3 hinzu : verba haec superflua sunt hie; 72 tilgt die Worte verba . . . hic) / ex
plicit liber ecclesiasticum v ïï ¡IDCCC (Z2 in ras.?; non liqaet de Z*). Der Seitentitel (von späterer Hand)
ist über hiesu filii sirach. Sirach hat keine Kapitelsreihe. Mit einigen Auslassungen sind von zweiter
Hand die Zahlen der Kapitelsreihe KA Aa und die Zwischentitel1 eingetragen. Auch die Zahlen zur
Laus patrum (siehe unten den eigenen Abschnitt: Einteilung der Laus patrum) sind sicher nicht ur
sprünglich.
Die Handschriften: Z 35

Durch eine Fülle von Lesarten hebt sich Z vom Text der Vulgata ab. Dabei treten in ganz unter
schiedlichem Wechsel immer wieder Verbindungen mit den Zitaten bei AM, AU, PS-AU spe oder mit
den Handschriften 167, 171, H auf. Wenn diese Berührungen ein deutlicher Beleg sind, daß die von
Z vertretene V-Überlieferung beeinflußt ist von einer (oder mehreren ?) der jüngeren Textformen, die
durch einen engeren Anschluß an das Griechische und durch Änderungen in der Wortwahl geprägt
sind, so wird dieser Tatbestand auch durch viele Z-Varianten gestützt, die ohne diese Begleitung
bleiben. Aber der Befund ist keineswegs einheitlich. Es kommt ebenso vor, daß die größere Genauig
keit in der Wiedergabe des Griechischen und die Abkehr vom alten Wortschatz in der Vulgata, und
nicht bei Z, liegen. Mag auch für eine Anzahl dieser Stellen gezeigt oder zumindest erschlossen werden
können, daß hier die Vulgata Einzelkorrekturen bietet, so kann dies doch nicht für alle Fälle gelten.
Dabei ist auch zu beachten, daß Z mehrfach Lesarten der griechischen »Orígenes«- und der »Lukian«-
Rezension (0, L) unterstützt, die im allgemeinen für die Vorlage der alten lateinischen Sirachüber
setzung, und nicht ihrer jüngeren Textformen, von Bedeutung sind.
Innerhalb der eigentlichen Vulgatahandschriften gibt es das schon aus den letzten Sapientia-
kapiteln bekannte Zusammentreffen mit der älteren Theodulfüberlieferung 0SH; es gilt für das ganze
Buch, wenn es auch in bestimmten Abschnitten häufiger als in anderen Teilen vorkommt, und be
trifft wie in Sapientia zum Teil auch ausgesprochene Dubletten2. Trotzdem liegt hier kaum ein unmit
telbarer Zusammenhang zugrunde, sondern der Einfluß der oben genannten Sirachüberlieferung(en),
der schon zuvor in Frankreich zu Kontaminationen geführt hat. So hat zuweilen Theodulf auch gegen
Z entsprechende Lesarten3.
In der spanischen V-Tradition hat С Berührungen mit Z, wobei es bezeichnend ist (und wiederum
gegen einen unmittelbaren Zusammenhang spricht), daß die ZC-Stellen wesentlich abnehmen, wenn
С im letzten Drittel des Buches mit S geht (siehe oben bei C). Bei der Verbindung ZX zeigt schon die
mehrfach sonst mitgehende Bezeugung, daß hiergemeinsam zugrundeliegendeTraditionen nachwirken.
Hervorgehoben, und ebenso als Nachwirkung einer gemeinsamen Tradition gewertet, sei in die
sem Zusammenhang auch die Verbindung mit der frühen St. Galler Überlieferung, wie sie die Hand
schrift s in der Laus patrum belegt.
Im Unterschied zu Sapientia tritt dagegen eine typische Verbindung ZS, die dort für die T-Les-
arten grundlegend ist (siehe Vetus Latina 11/1, 187-191), ¡n Sirach nicht in den Vordergrund.

Eine Handschrift, die man im Unterschied zu den erwähnten Begleitern als Schwesterhandschrift von Z oder wie
in den Paulusbriefen (siehe H. J. FREDE ¡n Vetus Latina 24/1, 20; 24/2, 19f ; 25, 55-60) mit Z zusammen als Teilhaber
einer größeren Familie ansehen könnte, ist (wie auch für Sapientia) in Sirach bisher nicht nachgewiesen worden. - Daß
die späten Handschriften Metz, Bibliothèque Municipale l, und Paris, Bibliothèque Nationale lat. 78 (ursprünglich eine
Handschrift) aus dem 13. Jahrhundert den Pandekten Metz 7 zur Vorlage hatten, hat P.-M. BOGAERT gezeigt und ist
bereits in Vetus Latina l l/l, 50 erwähnt worden. - Ein enger Zusammenhang mit Z besteht auch in Sirach bei Korrek
turen in der Handschrift B. - Für Sapientia hat mich W. BAARS, Leiden, auf die Beziehungen aufmerksam gemacht, die
die von Lucas von Brügge aus einer jetzt verschollenen Handschrift von Malmedy (Codex Malmudariensis) mitgeteil
ten Lesarten zu Z haben. Für Sirach sind es auf die Länge des Buches verhältnismäßig wenig Stellen, die Lucas nennt;
auch hier geht der Codex Malmudariensis mit wenigen Ausnahmen mit Z und hat dabei auch einige Varianten, die sonst
nur Z belegt4.

Z ist schon im 9. Jahrhundert außerordentlich stark nach der Ф-Überlieferung (speziell nach
einer mit <bv verwandten Handschrift ?) verbessert worden, doch haben erneute Korrekturen an Z2
durch Z3 mehrfach die ursprüngliche Lesart Z* wieder eingeführt. Infolge der scharfen und häufigen
Korrekturen ist Z* an den zur Verfügung stehenden Photographien nicht immer sicher zu lesen.
Durch seine qualifizierten Abweichungen von V hat der ursprüngliche Text von Z in Sirach eine
ähnliche Stellung inné, wie sie in Sapientia die Handschrift X besitzt. Diese Z-Varianten werden im
Schema der Ausgabe durch das Sigel Z hervorgehoben, wenn sie nicht zu einer der anderen Textfor
men gehören5.
Z wird nach Abzügen von Photographien verglichen, die sich in der Abtei S. Girolamo befinden.
Außerdem stehen dem Vetus Latina Institut die Kollationen zur Verfügung, die PH. THIELMANN
1895 und 1896 am Original der Handschrift angefertigt hatte. Die Angaben zu Z* beruhen in der Re
gel auf Thielmanns Angaben6.
5*
36 Die Handschriften: Z- m

1 Im kritischen Apparat wird Z2 für die Zwischentitel, die auch von PH. THIELMANN am Original nicht immer
eindeutig zu lesen waren, nicht berücksichtigt. Typische Varianten weisen sie wie erwartet der Ф-Tradition zu.
2 Siehe Vetus Latina 11/1, 51.
3 Zum Beispiel 38,39 adcommodantes] praeter Шит qui tradet ®SH (vgl. griech. Text) gegen Z; 39,31 vitae . . .
botrus] in vita hominum aqua ignis et ferrum et sal et similago frumentum et mel et lac et sanguis 0SH (vgl. griech. Text)
gegen Z.
4 Die Notationes in Sacra Biblia . . . auctore FRANCISCO LUCA BRUOENSI, Antwerpen 1580, waren mir zugänglich
in dem Nachdruck der Critici Sacri 9, London 1660, 3129-3442 (Sir: 3281-3307). - Im kritischen Apparat werden Va
rianten des Codex Malmudariensis höchstens dann genannt, wenn es im Zusammenhang mit Z zweckdienlich erscheint;
die wesentliche Hilfe leisten sie für eine Kontrolle von Z.
5 Z steht in begründeten Fällen auch bei einigen Lesarten von 0SH; siehe oben bei Anmerkung 3.
6 Im Rahmen seiner Studie zu 171 hat C. DOUAIS aus Z den Abschnitt Sir 21,20 et verba illius - 22,27 est enim
concordatio nach einer von DORVAUX gefertigten Abschrift unter Benutzung von THIELMANNS Kollation veröffentlicht:
C. DOUAIS, Une ancienne version latine de l'Ecclésiastique, Paris 1895, 20-22 (der gleiche Abschnitt aus 0м 16-18).

b = Città del Vaticano, Biblioteca Apostólica Vaticana Vatic. Barberini lat. 671 (XIV. 44)

Vetus Latina 11/1, 122f; 230 (Nr. 107)

Unziale; zweite Hälfte des 8. Jahrhunderts; aus der Toskana.


Die Handschrift, die fast ausschließlich patristische Texte bietet, hat auf fol. 74R-77V Teile
aus Ct Sap Sir. Die Exzerpte aus Sirach stehen auf fol. 76V-77V. Sie werden eingeleitet mit liber
eiusdem aecclesiastes^ und betreffen folgende Verse: Sir 1,1.2.16.25.27.28; 2,1.4.5.6.8.10.13; 4,1.2;
5,8.9.12; 7,5.13.31-33; 8,8; 10,1-3; 11,27; 13,18-20; 17,1.21.27; 18,22.23.25.26; 25,1-4; 27,6.8.12;
29,12.14.15; 33,1; 38,16; 41,1.3.5-7.1 1-13. Im kleinen Apparat unter dem Schema wird der vollstän
dige Text ausgedruckt.
Wenn auch in Sirach der von b ausgewählte Text umfangreicher ist als die Exzerpte aus Sa-
pientia, so bleibt doch die Grundlage für eine wirkliche Charakterisierung zu schmal, b hat außerdem
eine erhebliche Anzahl von Fehlern, so daß nicht viele Lesarten mit wirklichem Profil verbleiben, b
wird dann in der Regel von Zeugen der italienischen Vulgataüberlieferung begleitet, wobei auch die
für Ct festgestellte Verbindung mit den (späteren) Handschriften ГМА mehrfach zutrifft2, ohne aller
dings bei dem geringen Material aussagekräftig zu sein. Manchmal kann b auch für andere Zeugen die
italienische Herkunft einer Lesart sichern.
b wird nach Photographien verglichen.

1 Worauf bezieht sich eiusdem? Der Anfang von Ct ist verloren (freundliche Auskunft von J. Mallet, Rom); die
Exzerpte aus Sapientia haben den Titel item liber sapientiae scarpsum. Ist eiusdem die gedankenlose Übernahme aus
einer Überschrift vor Sir 1,1, die in den wesentlich späteren italienischen Handschriften ГМА in folgender Form belegt
(und dort nicht unsinnig) ist: incipit liber eiusdem qui dicitur ecclesiasticus hiesu filii sirach (vergleiche auch
und die Überschrift vor KA Abr in IIL)?
2 Vergleiche römische Vulgataausgabe Band II (Prv Ecl Ct), XI.

m = St. Gallen, Stiftsbibliothek 194 (Seite 1-221) Palimpsest

Vêtus Latina 11/1, 51f; 230 (Nr. 107); 580

Halbunziale; 7./8. Jahrhundert; wahrscheinlich ¡n Spanien oder in Südfrankreich geschrieben.


Erhalten sind 55 Blätter; sie wurden zur Herstellung der Handschrift 194 in der Mitte gefaltet und bilden in ihr
die ersten 220 Seiten (die Zählung kommt, da bei der Paginierung die Zahl 30 übersprungen wurde, auf 221 Seiten).
Die folgenden Seiten 222-233 sind 6 ebenfalls palimpsestierte Blätter einer Sakramentarhandschrift aus der ersten
Die Handschriften : m - p 37

Hälfte des 8. Jahrhunderts (CLA VII 919). Der aus den 55 + 6 Blättern hergestellte Codex St. Gallen 194 ist in vor-
karolingischer Minuskel in der Mitte des 8. Jahrhunderts wahrscheinlich in St. Gallen geschrieben (CLA VII 917); er
enthält patristische Texte (vgl. Vetus Latina 11/1, 52 Anmerkung 3).

Erhalten sind Teile der fünf Weisheitsbücher Prv Eel Ct Sap Sir. Aus Sirach werden Stücke aus
den Kapiteln 3-4; 6-7; 10-11; 14-17; 20-25; 28-31; 40-43; 46-52 belegt.
Sie stehen auf 23 Blättern, die jetzt folgende Seiten sind: 194; 209 + 195; 208 | 215; 216 + 214; 217 | 213; 218
+ 212; 219 || 48; 35 + 49; 34 || 5; 12 + 6; 11 || 23; 26 + 24; 25 || 54; 61 +55; 60 || 3; 14 + 4; 13 | 192; 179+ 193; 178 ||
162; 177 + 163; 176 | 160; 147 +161; 146 || 114; 129 + 115; 128 | 131; 144+ 130; 145 | 89; 90 + 88; 91 || 196; 207 + 197;
206 l 186; 185 + 187; 184 | 84; 95 + 85; 94 | 198; 205 + 199; 204 | 138; 137 + 139; 136 | 174; 165 + 175; 164 || 104;
107 + 105; 106 | 170; 169 + 171 ; 168 | 148; 159 + 149; 158.
Auf einigen Blättern sind Spuren des Seitentitels zu Sirach zu erkennen; ich lese auf Seite 88 lb;
auf S. 23 eclesi..lhes; auf S. 48 aecl...asthes; auf S. 138 eclesia.jcum; auf S. 196 edesiast... - Durch
eine Zwischenzeile wird Sir 51,1 von Kapitel 50 getrennt gehalten1.
Bei den von der Vulgata abweichenden m-Lesarten treten unter den Begleitern С und die ältere
Theodulfüberlieferung 0SH deutlich hervor; angesichts der Tatsache, daß С etwa von Kapitel 37/38 an
einem steigenden Einfluß von £ unterliegt, ist es nicht verwunderlich, daß in m von Kapitel 40 an die
Theodulfüberlieferung gegenüber С unter den Begleitern ein viel stärkeres Gewicht hat. Bei dem Alter
von m wird in dieser Kombination m0SH in m ein Text von der Art faßbar, auf den Theodulf zurück
greift. - Nicht zu übersehen ist in m auch eine Verbindung mit italienischen Texten, die den Gemein
samkeiten mit (T) SI1H und ¡n bestimmter Hinsicht auch einigen typischen Lesarten mit L zugrunde
liegt. Schließlich gibt es wie in Sapientia auch ¡n Sirach eine erhebliche Anzahl von Sonderlesarten
in m.
m wird nach Palimpsestphotographien des Vetus Latina Instituts, die M. WÖLFLE 1980 ange
fertigt hat, verglichen. Dabei bilden die Angaben in der römischen Vulgataausgabe, die auf einer Ent
zifferung durch P. VANNE beruhen, eine unerläßliche Hilfe. Die Lesbarkeit ist sehr unterschiedlich;
wenn möglich wird ¡m kleinen Apparat zu dem betreffenden Vers der gelesene, beziehungsweise er
gänzte Text vollständig angegeben, so daß in diesen Fällen aus dem kritischen Apparat Schlüsse
e silentio erlaubt sind. Sonst kann nur unter adest, adsunt vermerkt werden, daß m vorhanden ist,
ohne daß der Wortlaut gelesen werden konnte.
1 Die in der römischen Vulgataausgabe zwischen 50,31 eius est und 51,1 oratio gelesenen Worte amen finit und
incipit kann ich gegenwärtig nicht bestätigen.

p = Milano, Biblioteca Ambrosiana D. 30 inf. Schutzblätter

CLA III 330


A. PEYRON, M. Tullí Ciceronis orationum fragmenta inédita. Idem praefatus est de bibliotheca Bobiensi, Stuttgart/Tü
bingen 1824, 15.169f
P. COLLURA, Sludi Paleografici. La precarolina e la Carolina a Bobbio, Mailand 1943 (Neudruck Florenz 1965) = Fontes
Ambrosiani 22, 70-72
Сн. W. JONES, Bedae opera de temporibus, Cambridge, Massachusetts 1943, 148f

4 Blätter (= l Doppelblatt und 2 einzelne Blätter); das größte Blatt ist jetzt auf 29 x 21,5 cm
beschnitten; Schriftraum 21,8 x 18 cm; 23 Langzeilen, per cola et commata geschrieben; Unziale,
7. Jahrhundert; wahrscheinlich Bobbio.
Die 4 Blätter dienten als Vorsatzblätter in einer um 836 geschriebenen, ebenfalls aus Bobbio
stammenden Bedahandschrift, die vor BED rat (fol. 23-121) noch ein Kalendarium (fol. 3-10) und
zwei Osterzyklen (fol. 1 1-22) enthält (JONES 148f). Sie werden jetzt aber getrennt von ihr aufbewahrt.
Die Bedahandschrift ist in dem Bibliothekskatalog von Bobbio aus dem Jahre 1461 unter der Nummer 55 aufge
führt (PEYRON 15). Auf dem jetzigen Folio IV des Sirachfragmentes ist zwischen den Zeilen des Bibeltextes und teil
38 Die Handschriften : p - s

weise auf ihnen ein Inhaltsverzeichnis (»in hoc volumine continetur . . .«) der gesamten Handschrift U. 30 inf. eingetragen,
das weithin mit dem Katalogsvermerk übereinstimmt. Die Handschrift kam wohl 1606 mit vielen anderen Hand
schriften aus Bobbio in die Ambrosiana.

Der Inhalt ist Sir 45,8 et beavit (Fehler für beatificavit) Шит gloriam - 47,13 Christus purgavit
peccata eius. Dieses Sirachfragment und ein Fragment aus 2 Par (Milano, Bibl. Ambros. D. 84 inf.,
CLA III 333; 2 Blätter; i in der römischen Vulgataausgabe Band 7) »scheinen zu verschiedenen Bän
den einer einheitlichen Serie von Bibelhandschriften gehört zu haben«1. Auf fol. 2V/3R steht als
Seitentitel in kleinerer Unziale laus laus / patrum. Bei dem Textfragment, das p belegt, muß offen
bleiben, ob die vollständige Handschrift wie andere italienische Zeugen (vergleiche AY) die Zwischen
titel hatte.
p belegt einen Text, der an mehreren Stellen nach dem Griechischen korrigiert wurde; dieser Be
fund gilt sowohl für Lesarten, die nur p hat, als auch für Varianten mit stärkerer, vornehmlich italieni
scher Bezeugung neben p und zeigt auf diese Weise, wie vielfältig und im einzelnen differenziert in
Italien die Bemühungen um eine stärkere Ausrichtung des lateinischen Textes an die griechische
Überlieferung waren. Unter den begleitenden Zeugen tritt aber besonders 2 hervor2 und gibt damit
die Abhängigkeit von einer italienischen Tradition zu erkennen.
p wird nach Photographien verglichen.

1 B. FISCHER, Bibeltext und Bibelreform unter Karl dem Großen, in: B. FISCHER, Lateinische Bibelhandschriften
im frühen Mittelalter = Vetus Latina. Aus der Geschichte der lateinischen Bibel 11, Freiburg 1985, 197.
2 In der römischen Vulgataausgabe (S. XIX) wird in diesem Zusammenhang nicht auf S, sondern auf С hinge
wiesen; in den von p belegten Sirachkapiteln am Ende des Buches sehe ich in der CS-Kombination den maßgeblichen
Zeugen in S. - In dem erwähnten Fragment aus 2 Par (i) besteht eine Gemeinsamkeit mit Гв; für p trifft sie in Sirach
nicht zu.

s = St. Gallen, Stiftsbibliothek 1 1

Vetus Latina 11/1, 53-55; 226 (Nr. 53); 580


W. THIELE, Sirachtexte in St. Gallen, in: (Hg. O. P. Clavadetscher, H. Maurer, St. Sonderegger) Florilegium Sangal-
lense. Festschrift für Johannes Duft zum 65. Geburtstag, St. Gallen und Sigmaringen 1980, 267-287

s ist in vorkarolingischer Minuskel von mehreren Schreibern, darunter auch von Winithar, ¡n der
zweiten Hälfte des 8. Jahrhunderts (vor 781) in St. Gallen geschrieben.
Sammelhandschrift, die neben nicht-biblischen Texten Exzerpte sowohl aus dem Alten als auch
aus dem Neuen Testament enthält. In ihrem äußeren Bild gleicht die Handschrift in vieler Hinsicht
dem Befund, den man aus anderen St. Galler Bibelhandschriften zur Zeit Winithars kennt : man findet
eine Fülle von orthographischen Eigenheiten und ausgesprochenen Fehlern sowie eine hohe Anzahl
von Sonderlesarten, die man ebenfalls in diesem Zusammenhang sehen muß. Für Sirach sind 2 Teile
zu unterscheiden; beide Teile gehören nicht zu den Abschnitten, die von Winithar geschrieben sind.
1) p. 232-271 : 1 18 Exzerpte aus Sir 1-43. Die auf p. 271 stehenden Sirachverse 40,30c; 41,18;
43,22 (= Ende des Exzerptes 116; Exzerpt 1 17; Exzerpt 1 18) haben auf p. 13 eine sekundäre Dublette1.
2) p. 25-50: Sir 44-50 (= Laus patrum).
1) Die Exzerpte aus Sir 1-43 schließen sich an die 8 auf den Seiten 230-232 stehenden Auszüge
aus Sapientia an; nach dem Schluß der Sapientia-Exzerpte explicit de sapientia filii sirac folgt et
incipit de libro ecclesiastico; abgeschlossen aber werden die Sirach-Exzerpte mit explicit de libro ec-
clesiaste (p. 271 = p. 13). Den einzelnen Auszügen sind Überschriften mit fortlaufender Zahl beigege
ben, die in roter Schrift am Rand oder im freien Raum der auslaufenden Zeile des vorangehenden
Exzerptes stehen. Schon diese Anordnung zeigt, daß die Überschriften erst nach der Niederschrift
des Textes hinzugefügt wurden; das ergibt sich auch aus der Textdifferenz ¡n 14,22 morte morietur
Exzerpt 31 im Text, aber in der Überschrift morabitur. Die folgende Liste nennt die Überschriften2
und die ausgeschriebenen Versteile3:
Die Handschriften: s 39
i quod omnis sapiencia a do e 1,1-4
II de inicium sapienciae l,16a.ll-13
III de timo . . . I,27-28a
sequitur 2,9a
sequitur 2,19-21a
пи de benedlccione patris et malediccione matris 3, (lia 52 in marg.) llb.I2
de alcio . . . 3,22ab
de suspicione 3,26a
VII de igné et el ... 3,33
VIII de sapiencia 4,12-l3a
VIIII ut non confundat quis vera dicere 4,24-25a
X de accipienda manu 4,36
XI ut ne in securitate quis deceptus veniat 5,5 noli - 9a
XII de responso proximi 5,14
XIII ut consiliarius (+ unus sup. lin.) sit et de amico fideli 6,6-12
XIIII quod ab ininiiäs separandum sit 6,13
XV de amico fidèle 6,14-18
XVI de honore patris et matris 7,29 - 8,22; 9,14-15; 10,l-3a
XVII de inicio pë"c 10,15b-16
XVIII de sapiencia humil . . . 11,1-2
XVIIII ut ne quis respondeat prius/quam adiat (sic) 11,8
XX de memoria bonorum et malorum 11,27-28
XX 11 (sic) non omnes inducas in domum 11,31
XXII ne credas inimico tuo in eternum 12,9-lOa
XXIII de inquinamento picis 13,1
XXIIII ne in sapiencia humilis sis 13,11
XXV de dilectione dei et similium
XXVI de cor hominis 13,31
XXVII de beato viro 14,1 -За
XXVIII de eo qui sibi nequç est 14,5
XXVIII1 de eo qui bene habet 14,ll-12a
XXX ut amico benefacias ante mortem 14,13-14a
XXXI de eo qui in sapiencia morabitur 14,22ab
XXXII quod ante hominem est vita et mors 15,18.20.21
XXXI 11 de uno tímente deum et de mille impiis 16,3
XXX1III de uno sensato 16,5-7
XXXV quod deus ab inicio constituit hominem 15,14-21
XXXVI quod non exorarent antiqui pro peccatis suis 16,8-19
XXXVII quod deus creavit de terra hominem 17,1-lla
XXXVIII de elimosina viri 17,18a
XXXVIIII de penitentibus 17,20-21
sequitur 17,22
sequitur 17,27 wvus-29b
XL quod deus simul creavit omnia 18,1
XLI de numéro dierum hominis I8,8a
XLII de miseracione hominis 18,12-14.22
XLI II de ante oracionem 18,23
XLIIII de paupertate in habundancia 18,25-26
XLV de vino et muliere 19,2
XLVI de fornicariis 19,3
XLV1I de correpcione amici 19,13-14
XLVI 1 1 de correpcione amici 19,15-17a
XLVIIII de correpcione (corone cod.) proximi 19,I7b-18a
L de sapiencia 19,18b
LI de sensu hornï 19,21
LI I de nequa humilitate 19,23bc
LIII de concupiscencia spadonis 20,2
sequitur
I. Illl de tacentibus 20,6a
sequitur 20,6b-7a
LV de dona 20,31
LVI de sapiencia 20,32
LVII de qui abscondit insipienciam suam 20,33
LVI 1 1 non peccare iterum 21,1-3
LVIII1 de oracione pauperis 21,6a
LX de sinagoga peccancium 21,10
LXI de risu fatui 21,23-26
LXII de pigro 22,2
40 Die Handschriften: s
LXIII (LXXIII s*) de música et luctu • de sapiente et de fatuo 22,6-8
LXIIII (LXXIIII s») de ploratu fatui et mortuo 22,10 super /atuum -12
LXV (LXXV s«) de luctu mortuorum de fatuo et impio 22,13-18
LXVI de amico et gladio 22,26-27b
LXVI1 de salutacione amici 22,31 -23,1.4-5a
LXVIII de iuracione 23,9-12
LXVI III de duobus generis peccati 23,21
LXX de anima calida 23,22-24a
LXXI de sapiencia et anima sua 24,1 -lib +et cetera
LXXII de tribus placitis 25,1-2
LXXIII de tribus species odibiles 25,3-4
LXXIIII de neglegencia in iuventute 25,5
LXXV de iudices et presbiteris 25,6
LXXVI de sapiencia veternosi 25,7-8
LXXVII de amico vero 25,12
LXXVI II de eo qui invenit sapienciam 25,13-I6a
LXXVII II de colobrí et million 25,22-23a
LXXX de primatu mulieris 25,30
LXXXI de inicium mulieris 25,33
LXXXII quod a tribus timeat cor 26,5-7
LXXXIII de duabus tristiciis 26,25-27
LXXXIIII de duobus species 26,28 - 27,2.6
LXXXV de homine sancto 27,12
LXXXVI de narracione peccancium 27,14
LXXXVII de eo qui denutat (sic)- archana- amici sui perdit fidem 27,17-21
LXXXVI II de eo qui in altum mittit lapidem 27,28 - 28,5b
LXXXVIII1 de timoré dei 28,8
XC abstinere a lite 28,10-11
XCI de igné et silvae (sic) 28,12-13
XCII 29,15.18-20
XCI II de victu pauperis 29,29
XCIIII de minimo et magno 29,30-32
xcv de eo qui dilegit et docet filium suum 30,l^t
XCVI quod bona sit mors languentibus 30,1 7-1 8a
XCVII de tristicia 30,22-23a
sequitur 30,24 tristitiam -26
XCVI H de eo qui am* dilegit 31,5-6
XCVIIII (XCVI II s*) de eo qui sine macula inventus est 31,8 + et cetera
с de vino 31,35.41 -32,1
CI de gemma 32,7
Cil de aduliscente 32,10-11
cm de eo qui timet deum 32,18-20
CHU ut sine consilio nihil sit factum 32,24
cv ut sine scandalum sit anima tua 32,25d-26; 33,1 t¡menti - conservât
CVI de praecordia fatui 33,5
CVII de observacione amicorum 33,20ab
CVII1 ut filii non indigeas 33,22-24a
CVIIII ut amicum non oblivïS 37,6-7
ex 37, (21bs2¿nmorg.)*21cd
CXI quod non omnia expediunt 37,31-33
CXII de honore medici 38,1-í
CXIII de lamento mortuorum 38,16-17
CXIIII ut non sit tristicia in corde tuo 38,21
cxv de spiritu vindicte 39,33
CXVI de facúltate et virtute 40,26-30
CXVIl de eo qui abscondit stulticiam suam 41,18
CXVI II de cristalo quomodo fit 43,22

(p. 13 - jüngere Dublette zu p. 271


40,30c alet - alienis
CXVI I de eo qui abscondit stulticiam suam 41,18
CXVIII cristal (de cristalo corr.) quomodo fit 43,22)

• In der römischen Vulgataausgabe wird 37,21b als Überschrift gewertet, vergleiche aber die entsprechende Kor
rektur beim Auszug 1 1 1 1 . Bei CX scheint der Ausfall der Überschrift durch den Platzmangel infolge der Textkorrektur
verursacht zu sein.
Die Handschriften: s- Г 41

s folgt in den Auszügen einer sehr guten V-Überlieferung des Sirachtextes : eine nicht geringe An
zahl ausgezeichneter V-Lesarten, die nur auf wenigen Handschriften ruhen, wird auch von s geboten.
In den von V abweichenden Lesarten4 erkennt man sowohl an der Art der Variante als auch an der
mitgehenden Bezeugung den Einfluß von Textformen, die durch Korrekturen nach dem Griechischen
geprägt sind; die Verbindung mit Z ist hier bezeichnend. Manchmal hat s auch als einziger Zeuge eine
mit dem griechischen Text übereinstimmende Lesart5. Die Verbindung mit den (allerdings späteren)
italienischen Vulgatahandschriften YFI1 ist immer wieder festzustellen; sie ist aber in den Auszügen
nicht so ausgeprägt wie in der Laus patrum und in der späteren von Wolfcoz im ersten Viertel des
9. Jahrhunderts geschriebenen Handschrift S.
2) Die Laus patrum (Sir 44-50) wird eingeleitet mit incipit laus patrum iuxta eclesiasten^ (in dem
alten, jedoch nicht vollständigen Inhaltsverzeichnis der Handschrift auf den Seiten 3-9 heißt der
Titel incipit laus patrum; p. 3) und abgeschlossen mit explicit laus patrum. - Gegenüber den Auszügen
aus den Kapiteln 1-43 ist im Text eine fühlbare Verschiebung eingetreten: der V-Charakter ist nicht
mehr so gut, und dieser Minderung entspricht ein stärkeres Gewicht der Tradition, die ihren hervor
ragenden Vertreter in Z hat. Auch darin besteht ein Unterschied, daß in der Laus patrum diejenigen
Varianten zurücktreten, in denen s als einziger Zeuge eine mit dem Griechischen übereinstimmende
Lesart belegt. Ebenso bezeugt s hier eine Reihe innerlateinischer Fehllesarten, die s in den Auszügen
wenigstens in dieser Dichte nicht kennt. In der Begleitung von s stehen hier viel häufiger die italieni
schen Zeugen, die oft an die Seite von S treten, und gegenüber einer nur lockeren Verbindung sS in
den Auszügen ist in der Laus patrum diese Gemeinsamkeit stärker und drückt sich auch in ausge
sprochenen Sonderlesarten aus7. Man darf freilich die Unterschiede nicht zu stark betonen: die Vor
lage für die Kapitel 44-50 kann zwar nicht die gleiche, muß aber doch eine verwandte Überlieferung
zu dem Text in den Exzerpten sein8.
Sowohl in den Auszügen als auch in der Laus patrum gibt es Korrekturen der zweiten Hand. In
den Exzerpten geht es dabei aber fast nur um Fehlerverbesserungen, während in der Laus patrum
auch Textkorrekturen nach einer anderen Vorlage erfolgen. In beiden Teilen gibt es daneben auch
selbständige Änderungen, siehe THIELE 273; 276f.
s wird nach Photographien verglichen; in der römischen Vulgataausgabe ist das Sigel x.

1 Zu dieser Beurteilung der Seite 13 siehe Vetus Latina 11/1, 53; THIELE 268 Anmerkung 2; 271 unten.
2 Die Schrift ist zum Teil abgerieben und verwischt; ich konnte neben den Photographien eine Abschrift benut
zen, die PH. THIELMANN kurz vor 1900 vom Original angefertigt hat.
3 Zu den Unregelmäßigkeiten in der Abgrenzung der Auszüge sowie zu den Ungenauigkeiten und teilweise gro
ben Nachlässigkeiten in den Überschriften siehe THIELE 270f ; 272f.
4 Eine Liste der Abweichungen mit schmaler Bezeugung bei THIELE 274f.
5 Ob das Exzerpt 2 mit der auffallenden Folge l,16a.ll-13 hier miteinzubeziehen ist, scheint mir nicht mehr so
sicher, wie ich es 1980 angenommen habe, siehe THIELE 276 mit Anmerkung 8. Ohne Frage sind allerdings die Verse
1 1-13 eine jüngere, am Griechischen ausgerichtete Dublette zu den Versen 17-19, die man im Exzerpt nach dem zitier
ten Versteil 16a eher erwarten würde; aber nach timor domini in 16a (= V gegen den griechischen Text) ist auch eine
»Stichwort-Verbindung« zu 11-13 denkbar.
6 Das vor incipit stehende Verbindungswort et weist auf ein vorhergehendes explicit eines anderen Abschnittes
hin, der aber in St. Gallen 1 1 nicht enthalten ist.
7 Eine Liste der Abweichungen mit schmaler Bezeugung bei THIELE 278-280.
8 Man muß sich freilich die Frage stellen, ob die Verschiebung im Textcharakter nicht auch auf eine Vorlage zu
rückgehen könne, die gegen Ende des Sirachbuches anders als im Hauptteil geprägt war. Ich möchte im Blick einerseits
auf S, andererseits auf die (zwar wenigen) Differenzen zwischen Text und Überschriften in den Exzerpten aber doch
verschiedene Vorlagen annehmen.

Vetus Latina 11/1, 56f


Wie in Sapientia werden auch in Sirach unter Г die Handschriften Гв (Bibel von Bobbio), ГА
(Bibel von Biasca), Гм (aus der Lombardei) geführt; doch gilt auch hier die Trennung zwischen Гв
aus dem 9. Jahrhundert auf der einen Seite, ГМА aus dem 10. Jahrhundert auf der anderen Seite, die

2.3. 1987 Vetus Latina 11/2


42 Die Handschriften: Г- ГА

bereits in der Gliederung und im Titel deutlich hervortritt. An Einzelstellen wird, um die Weiterwir
kung von typischen FMA-Lesarten zu zeigen, zusätzlich die späte Handschrift Milano, Biblioteca
Ambrosiana B. 48 ¡nf. aus dem 1 1 ./12. Jahrhundert im kritischen Apparat mit ihrer Bibliothekssigna
tur genannt; sie steht dann am Ende der handschriftlichen Zeugenreihe.
Für Гв ist aus Sapientia die Abhängigkeit von A und der von A angeführten Traditionen be
kannt. Wenn sie dort bei einer ähnlich starken (und erst gegen Ende von Sapientia zurückfallenden)
Gemeinsamkeit ГВХ auch nicht so deutlich hervortritt, so überwiegt sie in Sirach eindeutig, und die
singuläre Verbindung АГВ (zum Teil sogar in Fehlern) begegnet immer wieder. Aber auch in Sirach
verbindet sich Гв oft gegen A mit Vertretern anderer Überlieferungszweige. Unter diesen sind dann
X und Z besonders hervorzuheben, ebenso können die Berührungen mit L oder den Fragmenten 167,
H nicht übersehen werden. Ein geschlossenes Bild läßt sich nicht gewinnen. Beachtet man die Breite
und ständig wechselnde Streuung der mit Гв gehenden Zeugen und ebenso die Tatsache, daß von
ihnen Texte und Lesarten geboten werden, die nach dem Griechischen ausgerichtet sind, und daß
auch Гв selbst Korrekturen nach dem Griechischen belegt, dann ergibt sich als Folgerung: in Гв
trifft der Einfluß verschiedener, sich kreuzender Textfamilien zusammen, und damit ist Гв ein wich
tiger Beleg für die Mannigfaltigkeit und Ausstrahlung oberitalienischer Texte mit ihrer verschieden
weit gehenden Angleichung an die griechische Überlieferung.
Die Korrekturen, die Гв2 anbringt und die in den ersten drei Vierteln des Buches viel zahlreicher
sind als im letzten Viertel, sind teilweise nur Fehlerverbesserungen, teilweise werden dabei auch Les
arten unabhängig von der biblischen Überlieferung eingeführt; im übrigen aber hat der ältere Zweig
0SH der Theodulfbibeln einen maßgeblichen Anteil an den Korrekturen. An einigen Stellen kann man
fragen, ob dieser ©-Einfluß nicht schon für Гв selbst zutrifft.
Die ohnehin nicht starken Gemeinsamkeiten mit Гмл stehen in aller Regel in einer breiten Über
lieferung.
Für Гм und ГА ergibt sich die Zusammengehörigkeit nicht nur aus der Häufigkeit, mit der beide
Handschriften zusammengehen, sondern auch aus einer Anzahl von Varianten, die sie allein belegen,
ohne daß diese freilich eine eigene Prägung aufweisen; zum Teil sind es nur gemeinsame Fehler. In
der Mehrzahl der Stellen haben die PMA-Lesarten eine breite Bezeugung für sich, in der die italieni
sche Überlieferung (meist mit Y oder A an der Spitze) gut vertreten ist. Eine italienische Grundlage
erkennt man auch in der Kombination (L)SXPAI~1H, mit der ГМА eine Anzahl bemerkenswerter Berüh
rungen hat ¡allerdings setzen diese Stellen erst nach Kapitel 20 ein1. Schließlich gibt es wie in Sapientia
die Verbindung mit Qxp (und damit zu SMOAB), aber für Varianten mit schmaler Bezeugung gilt sie
nur in der ersten Hälfte des Buches2. Zürn Text in den Lesungen der ambrosianischen Liturgie (¡л)
sehe ich nur in 44,22 fecit (vergleiche [¿p) eine besondere Beziehung.
Wenn Гм und ГА sich trennen, handelt es sich oft nur um Fehlers oder Sonderlesarten des einen
oder des anderen Zeugen. Bei wirklichen Varianten findet man in der mitgehenden Bezeugung die aus
der Begleitung der FMA-Lesarten schon bekannten Handschriften : Гм und ГА geben also nur Nuancen
der gleichen Überlieferungsschicht wieder.
1 Vergleiche zum Beispiel 21,7 nam; 25,18 vitabit; 31,34 defraudas; 33,1 conservabit; 36,25 + est; 38,7 faciens;
39,4 + et; 39,17 + aquarum; 44,9 eorum; 45,3 iunxit illi coronam populi sui; 45,6 coron(am) ; 47,3 (ГА fehlt) + ovium;
47,27 (ГА fehlt) ~ stultitiam genti; 48,28 + et; 49,8 (ГА fehlt) + gentes.
2 Zu dieser Verschiebung, die wiederum den Einfluß der Gruppe (L)SXPA1IH zeigt, siehe oben auch beiQ.
3 Ein »lokaler« Fehler scheint 5,17 patientia (statt paenitentia) in Гм zu sein; den gleichen Fehler hat die Alkuin-
handschrift Фм, die spätestens seit dem 10. Jahrhundert in Monza war.

ГА = Milano, Biblioteca Ambrosiana E. 53 inf.


Vêtus Latina 11/1, 57f; 227 (Nr. 64)
Bibel von Biasca (Tessin); Minuskel, zwei Spalten; 10. Jahrhundert; Oberitalien.
Ursprünglich zwei Bände, die ¡n der alten Foliierung auch getrennt sind; die biblischen Bücher
Die Handschriften : ГА - Г* 43

sind nach der Schriftlesung des römischen Offiziums angeordnet. Gliederung des Sirachbuches (fol.
176V [der jetzigen Foliierung] 2. Spalte - fol. 192V 2. Spalte): incipit prologus hyesu filii sirach f
Prolog multorum nobis . . . / explicit prologus; incipiunt tituli hyesu filii sirach ¡ Kapitelsreihe KA Ab /
expliciunt capitula; incipit liber eiusdem qui dicitur eclesiásticas hiesu filii sirach /Sir 1-51 / explicit
liber iïïu filii sirach ecclesiasticum salomonis • oratio salomonis / Sir 52 / explicit liber ecclesiasticum deo
gratias • hab ver • пи • IIDCCC. Der Seitentitel ist liber hiesu filii sirach.
Im Text stehen mit mehreren Auslassungen die Zwischentitel. Als Zwischentitel werden auch
Formulierungen aus den Kapiteln 118; 120; 124; 127; (128) der Kapitelsreihe KA Ab verwendet;
aus dieser Reihe stammen auch die Titel im Text der Laus patrum, die in ГА infolge Blattbeschädigung
nur unvollständig erhalten sind, aber aus Milano, Bibl. Ambr. B. 48 inf. erschlossen werden können
(siehe dort). Am Rand des Textes und teilweise auch im freien Raum der vorangehenden Zeile stehen
die Zahlen der Kapitelsreihe KA Ab. Für die Laus patrum sind zusätzlich 27 Abschnittszahlen am
Rand angegeben, siehe unten den eigenen Abschnitt: Einteilung der Laus patrum.
ГА wird nach Photographien verglichen ; die durch Beschädigung der Blätter entstandenen Text
lücken werden im kleinen Apparat vermerkt.

Гв - Milano, Biblioteca Ambrosiana E. 26 inf.

Vêtus Latina 11/1, 58f; 145-147; 227 (Nr. 63)

Bibel von Bobbio; Minuskel, zwei Spalten; wohl im zweiten Viertel des 9. Jahrhunderts von ver
schiedenen Händen geschrieben. Гв stammt aus Bobbio und ist vielleicht auch dort, jedenfalls aber in
Oberitalien, geschrieben.
Гв ist der zweite Band einer Bibel, deren erster Band nicht erhalten ist; die biblischen Bücher
sind nach der Schriftlesung des römischen Offiziums angeordnet. Gliederung des Sirachbuches (fol.
68R 1. Spalte - fol. 93V 2. Spalte): incipit prologus libri ecclesiastici / Prolog multorum nobis . . . / Sir
1-43 / explicit liber ecclesiasticum^ ; incipit laus patrum / Sir 44-50 / incipit oratio salomonis2 / Sir 51 /
incipit oratio salomonis / Sir 523. - Die Einteilung des Textes ist ¡n Vetus Latina 11/1, 145-147 und in
VB 134-137 angegeben4; sie wird auch von Wien 1 190 (zweite Hand) und xp bezeugt; die gleiche Glie
derung auch in 171 von zweiter Hand zu Sir 25,3 -26,1. - FBhat eine eigene, erst mit 12,8 beginnende
Reihe von Zwischentiteln, die manchmal, ohne als Überschrift hervorgehoben zu sein, im Text stehen.
Die Formulierung dieser Titel stammt teils aus den üblichen Zwischentiteln, teils aus den Kapitels
reihen KA Aa und KA B; Text und Nachweis der Quellen S. 134-137 der römischen Vulgataausgabe.
FB wird nach Photographien verglichen. In der römischen Vulgataausgabe steht Гв unter dem
Sigel Q.
1 Im freien Raum zwischen Sir 43,37 (sa)pientiam und dem explicit ist von zweiter Hand eingetragen: incipit
liber primus (?)... autem (?) . . .; von dritter Hand ist diese Bemerkung wieder getilgt.
2 salomonis an dieser Stelle kann nur ein Fehler sein; vergleiche aber die Unterschrift in ГМА nach Sir 51 explicit
. . . salomonis.
3 Der Text von Sir 52 (»Oratio Salomonist) ist gedruckt bei A. M. CERIANI, Monumento Sacra et Profana 1,3(1914)
224f.
4 Soweit die Laus patrum betroffen ist, siehe unten den eigenen Abschnitt: Einteilung der Leus patrum.

Гм = Monza, Biblioteca Capitulare a-2/4 fol. 136-261

Vêtus Latina 11/1, 60; 230 (Nr. 107)

Karolingische Minuskel; Anfang des 10. Jahrhunderts; vermutlich in der Lombardei geschrieben.
Prv Eel Ct Sap Sir (und Legenden); Gliederung des Sirachbuches (fol. 198R - fol. 259R): incipit
i,*
44 Die Handschriften: Гм - 0

prologas iesu fllii sirach / Prolog multorum nobis . . . / explicit prologas; incipiunt tituli hiesu filii sirach
I Kapitelsreihe KA Ab / expliciunt capitula; incipit liber eiusdem qui dicitur ecclesiasticus hiesu fllii
sirach /Sir 1-51 / explicit liber hiesu ftlii sirach ecclesiasticum salomonis • oratio salomonis / Sir 52 /
habet versus пит IIDCCC • explicit liber ecclesiasticum • deo gratias. - Auf fol. 135 (Leinen; zwischen
fol. 1-134 [CLA III 383, GR-M dia] und fol. 136-261 [Prv Eel Ct Sap Sir]) steht auf der Verso-Seite
eine Überschrift zu den fünf Weisheitsbüchern : incipiunt quinqué libri psalomonis parabolaf aeccle-
siastes cántica canticorum lib sap hiesu ftlii sirach.
Гм hat im Gegensatz zu ГА nicht die Zwischentitel, aber vor 7,25 steht der Titel de ftliis in Гм
als Textlesart, und in der Laus patrum sind die der Kapitelsreihe KA Ab entnommenen Titel laus
ezechiae régis1 (= ГА, Milano В. 48 inf.) vor 48,19 und laus hieremiae (= Milano B. 48 inf., ГА fehlt) vor
49,8 als Überschriften auch in Гм belegt. Die Zahlen der Kapitelsreihe KA Ab sind dem Text nur bis
44,1 beigegeben.
Гм wird nach Photographien verglichen.

1 Dieser Titel ist eine Variante zu KA Ab 135.

Дв = Burgos, Seminario de San Jerónimo

Vêtus Latina 1 l/l, 60f; 224 (Nr. 18); 580

Wisigothische Minuskel, zwei Spalten; 10. Jahrhundert; Дв kommt aus San Pedro de Cárdena.
Bibel; Gliederung des Sirachbuches (fol. 186R 1. Spalte - fol. 199R 2. Spalte): incipit prologus
¿Пи filii sirach / Prolog multorum nobis . . . / finit prologus; incipit liber eiusdem qui dicitur eclesiasticus
l Sir 1-51 / explicit liber ifíu fill sirach eclesiasticum salomonis; oratio salomonis / Sir 52 / finit oratio.
Der Seitentitel ist Ibf eglesiasticum oder Ibf çglesiasticum. Дв hat keine Kapitelsreihe und ist auch nicht
nach einer Reihe eingeteilt. Der Text hat die Zwischentitel. Die Folien 193 und 194 sind stark be
schädigt; dadurch ist der Sirachtext zwischen 27,20 und 35,15 nur lückenhaft erhalten.
Der Textcharakter ¡st im wesentlichen gegenüber Sapientia unverändert: Die häufigsten Beglei
ter von Дв sind SMO (wenn diese nicht bei STC bleiben); zu diesen spanischen Zeugen treten oft die
italienischen Handschriften ГМА. Für die Gruppe ДВ2МО und manchmal auch für Дв allein gilt eben
falls die Verbindung mitQxp, doch sind bei dieser Kombination Lesarten mit ausgesprochen schmaler
Bezeugung in der zweiten Hälfte des Buches seltener als in der ersten Hälfte (siehe dazu die Hinweise
bei Q). - Zahlreich sind die Sonderlesarten in Дв.
In den Korrekturen einer späten Hand werden Lesarten des Pariser Textes D eingetragen.
Дв wird nach Photographien verglichen. Auf die Lücken wird im kleinen Apparat hingewiesen.

0 = Bibelausgabe des Bischofs Theodulf von Orléans

Vêtus Latina 11/1,61-66

Die Theodulfbibeln sind etwa 795-815 entstanden; wie in Sapientia werden die Handschriften
0s (fehlt für Sir 31,34 - 37,16), 0H, 0A, 0м verglichen. Die jüngste Entwicklungsstufe des 0-Textes,
die durch die nur fragmentarisch erhaltenen Handschriften 0G = Paris, Bibliothèque Nationale lat.
11937 (aus Saint-Germain-des-Prés) und 0K = Kopenhagen, Kongelige Bibliotek Ny Kgl. Sämling l
(aus Carcassonne) vertreten wird, kann nicht erfaßt werden, da beide Zeugen wie für Sapientia so auch
für Sirach fehlen. Auf eine verlorene Theodulfbibel führt 6V = Vercelli, Archivio Capitolare XI (57)';
Die Handschriften: 0 45

in der Tradition von St. Gallen (siehe bei S; St. Gallen 7; 10; 81) ist ebenfalls der Einfluß eines nicht
mehr erhaltenen Exemplars greifbar. — Zum Einfluß in Bern, Burgerbibliothek A. 9 siehe unten in
der Besprechung der Handschrift.
Innerhalb der verglichenen ©-Handschriften sind 0AM durch eine deutliche Textzäsur und durch
die Beigabe der Kapitelsreihe KA B (mit der entsprechenden Texteinteilung) von den älteren Hand
schriften 0SH getrennt. Diese Scheidung hat sich bereits in Sapientia angebahnt, wo ihr gegenüber in
bestimmten Abschnitten der Kapitel 1-14 auch die Gruppierung 0SAM gegen 0H zu beobachten war
(siehe Vetus Latina 11/1, 63f).
Bei der engen Zusammengehörigkeit von 0SH in Sirach fällt hier der Textverlust von 0s nicht zu stark ins Ge
wicht.
An die bekannte Scheidung 0SH/0AM in der äußeren Anlage der Ausgabe -0зн ¡„ ,jre¡ Spalten mit 60-61 Zeilen,
0AM in zwei Spalten mit 62 Zeilen - sei erinnert. Der ebenfalls gegebene Unterschied in der Orthographie wird hier
nicht untersucht.

Die ältere Theodulfüberlieferung, zu der auch die Vorlage von 6V zu zählen ist, wird geprägt
durch die Verbindung einerseits mit Z-Lesarten, andererseits mit C- und (soweit erhalten) m-Lesarten.
Für die jüngere Überlieferung gilt dagegen die Abhängigkeit von der italienischen A-Tradition.
Die Verbindungen von 0SH mit Z haben sich gleichfalls schon in den Schlußkapiteln von Sapientia gezeigt (siehe
Vetus Latina 11/1, 51). Sie gelten, wenn auch nicht gleichmäßig, für das ganze Sirachbuch, und zuweilen hat 0 Les
arten der Überlieferungsschicht Z0, die Z nicht bewahrt hat2.
Der in erster Linie in С greifbare »spanische« Einfluß zeigt sich auch in Gemeinsamkeiten mit anderen spanischen
Texten wie etwa X oder dem Breviarium Gothicum. Wenn die Berührungen mit С von Sir 37/38 an stark zurücktreten,
so liegt es an der unter dem Einfluß von S stehenden Textveränderung in C, und m tritt ¡n den Vordergrund.
Daß die Abhängigkeit von einer spanischen Überlieferung auf die Entscheidung Theodulfs zurückgeht, die Les
arten aus einer italienischen Tradition zugunsten von С zurückdrängt (sie dann freilich später in einer ausgesprochenen
Kehrtwendung in 0AM um so stärker bevorzugt), ist für Sapientia gezeigt worden, siehe Vetus Latina 11/1, 63f. Es
gibt aber auch in Sirach genügend Stellen, an denen schon die alten Theodulfbibeln mit Lesarten aus dem von A an
geführten Zweig gehen (die deshalb dann auch in 0AM unbeanstandet bleiben). Sie belegen einerseits die Geltung »ita
lienischer« Varianten in Frankreich, die Theodulf vorfand - durch Ф wird diese Folgerung von einer anderen Seite be
stätigt -, und zeigen, auch abgesehen von Z, andererseits, daß die Entscheidung für С diesen Zusammenhang nicht
völlig aufgegeben hat.
Für die Zäsur zwischen 0SH und 0AM ist in Sapientia die unmittelbare Vorlage in der fragmentarischen Hand
schrift J (Orléans, Bibliothèque Municipale 19 (16) fol. 11-18; im 6. Jahrhundert in Italien geschrieben, war sie im
8. Jahrhundert in Fleury; siehe Vetus Latina l l/l, 35f) greifbar, für Sirach fehlt sie.

Zu 0s: Wenn 0s sich von den übrigen 0-Zeugen trennt, handelt es sich sehr oft nur um Nachläs
sigkeiten oder Fehler in 0s, zu denen wohl auch Sonderlesarten zu rechnen sind, die aus dem jeweiligen
Kontext kommen. Varianten gleicher Art begegnen allerdings nicht nur ¡m Einzelzeugen 0s, sondern
zum Teil auch noch in der Gruppe 0SH, und man erkennt darin eine freilich durchaus unvollständige
Abwendung von den »Außenseitern«, durch die der älteste Zeuge der ©-Überlieferung geprägt ist. Ge
legentlich geht 0s mit X; auch diese Verbindung ist bemerkenswert, weil solche Lesarten ebenfalls
für0sH njcht fremd sind (siehe oben). Die Konstellation ©SAM gegen @H ist im Gegensatz zu Sapientia
in Sirach selten und entsteht teilweise nur durch 0H-Fehler.
Zu 0H: Nach Abzug von reinen Fehlern verbleiben relativ wenige typische 0H-Lesarten. Daß
gleichwohl eine eigenständige Stufe in der ©-Entwicklung vorliegt, wird durch die Weiterwirkung in
Ov gesichert. Auffällig ist am Schluß des Buches die unerwartete Berührung von 0H- Lesarten mit der
typischen A-Tradition3. - Durch 0H2 werden zahlreiche offenkundige Fehler von 0H* korrigiert; in
diesen Fällen ¡st die mit 0H2 gehende ©-Bezeugung (meist 0AM, manchmal aber auch 0s) nicht sicher
zu werten. Bei den anderen Korrekturen überwiegt trotz ihrer geringen Anzahl eindeutig die Verbin
dung mit 0AM, aber im letzten Viertel fallen Änderungen 0н2 ohne Begleitung der übrigen ©-Hand
schriften auf4. Mehrfach wird durch 0н2 eine typische ©"-Lesart betroffen. 0H hat nur zu 37,30 eine
Alternativlesart: iuventute 0sH<txt)A<mg>0v; vita 0H(mg)A<txt)M
Zu 6V: Bei einer Scheidung zwischen 0SH und 0AM ist die Zugehörigkeit von 6V zu 08H eindeutig
und damit die Abhängigkeit von einer Theodulfbibel der älteren Überlieferung erwiesen. Wenn 0s
und ©H sich trennen, geht 6V in der Regel mit 0H, ohne ausgesprochene Fehler von 0H beizubehalten.
46 Die Handschriften: 0-0A

Im Gegensatz zu 9SH (aber in Übereinstimmung mit den Verhältnissen in Sapientia) hat 6V mit 0AM
die Kapitelsreihe und Texteinteilung KA B. Auch im Text gibt es einige Stellen, an denen 6V mit
0AM geht.
Im Prolog multorum nobis . . . fällt auf, daß 6V mehrfach von den erwarteten Begleitern aus der 0-Überlieferung
abweicht; innerhalb einer breiteren Überlieferung geht dann 0м2 mit 6V6.

Zu 0AM: Die Zusammengehörigkeit zeigt sich nicht nur an der allgemeinen, durch die A-Tradi-
tion veranlaßten Trennung von 0SH, sondern auch an einer Reihe von Sonderlesarten; unter ihnen
gibt es reine Fehler. Die Verbindung mit den alten 0-Zeugen und gleichzeitig die Hinwendung zu A
erkennt man hier deutlich in 18,8: a märe V = G AC . . .] maris 0SH6V ZX; a maris 0AM: Kontamination,
Fehler. Andererseits geht der Zusatz 41,1 + iniusto et 0AM ; (+ iusto et A; ohne Zusatz 0^0^ wohl auf
eine bewußte Überlegung zurück. -0AM bleiben auch bei 0SH, wenn sie gegen A keine Zwischentitel
haben; sie gehen aber über0SH und A hinaus, wenn sie mit Ausnahme von 44,1 und 51,1 die zu V ge
hörenden, dem griechischen Text folgenden Überschriften ebenfalls auslassen.
Zu 0A: Gegen A bleibt 0A bei den älteren Theodulfbibeln, wenn das Sirachbuch auch in 0A mit
Kapitel 51 endet. Die relativ seltenen Alternativlesarten 0A'm«> werden (wie in Sapientia; siehe Vetus
Latina 1 1 /l , 67) teils mit al, teils mit dem Zeichen • -, oft aber ohne Einführung eingeleitet ; sie bringen
Lesarten aus Ф, S und der älteren 0-Überlieferung zur Geltung6.
Zu 0м: Erst 0м führt das Sirachkapitel 52 (»Oratio Salomonis«) in die Theodulfbibel ein und folgt
wie erwartet auch im Text von Sir 52 der A-Tradition. Viel zahlreicher als in 0A sind die Randlesarten
0M(mg)v. sowohl diese als auch die vielen Korrekturen 0м2 greifen auf Ф, S und die vorangehenden
0-Zeugen zurück; in Sir 52 folgen sie Ф. 0м2 ändert zuweilen auch die Sticheneinteilung. Durch die
Korrekturen und die Randlesarten wird in 0м2 eine erneute fühlbare Zäsur innerhalb von 0 erreicht.
Dieser Befund ist in Sirach nicht anders als in Sapientia.
Trotz der Änderungen, die im Laufe der 0-Geschichte erfolgt sind, verbleibt eine beträchtliche
Reihe von Stellen - darunter auch Sonderlesarten und Fehler-, die ¡n allen verglichenen Handschrif
ten beibehalten werden. Es fällt auf, daß ihre Zahl (einschließlich der Sonderlesarten) in der Laus
patrum (Sir 44-50) sprunghaft ansteigt. Die gerade hier gegebene Verbindung mit den liturgischen
Texten wird der Grund für diese bemerkenswerte Schonung der alten 0-Lesarten gewesen sein.

1 Der Zusammenhang ist nachgewiesen durch H. J. FREDE, Episiulae ad Thessalonicenses, Timotheum, Titum,
Philemonem, Hebraeos, Freiburg 1975ff = Vetus Latina 25,61-63; 76f.
2 Siehe oben zu Z mit den Anmerkungen 3 und 5.
s Vergleiche 45,27 gentes] + non 0HAMY; 45,31 ipsorum*] eorum 0HAMY; 47,7 decem milibus 0«AY; 47,19
— dei 0HAM; 50,4 Шит 0НА.
4 Siehe 43,23 ignem ©SH-AM; (-g„,-s 0н«. 45>28 tantum ©SH-AM-?. ipsum 0нг. 4^8 secutus 08н-Ам; insecutus Q*1;
50,13 libano 0SH*AM; m,ani 0нг; $\ ¿ misericordiae] + tuae et 0зн*Ам. + tuae @нг.
5 Siehe sapientia demónstrala est; necesse est esse peritos; discerent; deficient, inducant allein mit 0м2 (Kontamination
aus adducant 0SH / inducunt &**'?).
6 Eine ganz singuläre (fehlerhafte ?) Ausnahme bildet 2,18 erga dominum 0A(me>.
7 Die Einleitung ¡st in der Regel al.

0A = Le Puy, Trésor de la Cathédrale

Vetus Latina 11/1, 66f ; 228 (Nr. 79)

Codex Aniciensis; karolingische Minuskel, zwei Spalten; etwa 800 geschrieben.


Bibel. Gliederung des Sirachbuches (fol. 216V 1. Spalte - fol. 231R 1. Spalte): incipit praefatio
hieronimi1 in libro ecdesiastc / Prolog multorum nobis . . . / explicit prologas; incipiunt capitula eiusdem
libri I Kapitelsreihe KA В / expliciunt capitula; incipit textus /Sir 1 - 51. Der Seitentitel ist liber ecle-
siasticum (eclesiasticum m. 27). Im Inhaltsverzeichnis auf fol. 3V heißt das Buch ecclesiasticum, so
Die Handschriften: 0A - 0s 47

auch auf fol. 3R in dem als Einleitungsstück zur Gesamtbibel verwendeten Abschnitt IS ety 6,1,1-1 1
(gegen ecdesiasticus in der kritischen Ausgabe von IS ety 6,1,9), im Bibelgedicht des Theodulf (siehe
Vetus Latina 11/1, 62) aber liber ecdesiasticus. Der Text hat die Zahlen der Reihe KA B. Zur Eintei
lung in der Laus patrum siehe unten den eigenen Abschnitt: Einteilung der Laus patrum.
0A wird nach Photographien verglichen.

1 Natürlich handelt es sich bei dieser Angabe um einen Fehler, der allerdings nicht singular ist, siehe zum Bei
spiel 4"L (bei 4" Anmerkung 1). — 0м hat mit0A die gleiche Reihenfolge multorum nobis . . . / KA B / Sir 1,1 . . .,
aber nicht den Fehler hieronvmi.

0H = London, British Library Additional 24142

Vetus Latina 11/1, 67; 228 (Nr. 79)

Codex Hubertianus; karolingische Minuskel, drei Spalten; etwa 795/800 geschrieben.


Bibel (nicht mehr vollständig). Gliederung des Sirachbuches (fol. 169R I.Spalte - fol. 178V
2. Spalte): incipit liber eclesiasticus ¡Пи fllii sirac; incipit praefatio de libro ¡ñu filii sirac / Prolog
multorum nobis . . . / explicit praefatio / Sir l - 51 / explicit. 0H hat keine Kapitelsreihe und ist auch
nicht nach einer Reihe eingeteilt. Zur Einteilung in der Laus patrum siehe unten den eigenen Ab
schnitt: Einteilung der Laus patrum.
0H wird nach Photographien verglichen.

0м = Paris, Bibliothèque Nationale lat. 9380

Vetus Latina 11/1, 67f; 228 (Nr. 79)

Codex Mesmianus; karolingische Minuskel, zwei Spalten; etwa 800/5 geschrieben.


Bibel. Gliederung des Sirachbuches (fol. 215R 1. Spalte - fol. 229R 2. Spalte): incipit praefatio
in libro hiesu fllii sirach / Prolog multorum nobis . . . / explicit praefatio; incipiunt capitula eiusdem libri
l Kapitelsreihe KA B / expliciunt capitula; incipit liber ecdesiasticus hiesu filii sirach / Sir l -52. Der
Seitentitel ist liber hiesu fili(i) sirach. Im Inhaltsverzeichnis auf fol. 3V heißt das Buch ecclesiasticum,
so auch auf fol. 3R ¡n dem als Einleitungsstück zur Gesamtbibel verwendeten Abschnitt IS ety 6,1,
1-11 (gegen ecdesiasticus in der kritischen Ausgabe von IS ety 6,1,9), im Bibelgedicht des Theodulf
(siehe Vetus Latina 11/1, 62) aber liber ecdesiasticus. Der Text hat die Zahlen der Reihe KA B. Zur
Einteilung in der Laus patrum siehe unten den eigenen Abschnitt: Einteilung der Laus patrum.
0м wird nach Photographien verglichen1.

1 Den Abschnitt Sir 21,20 et verba illius - 22,27 est enim concordatio hat C. DOUAIS nach einer von L. DELISLE
gefertigten Abschrift vom Original in seiner Studie zu 171 veröffentlicht: C. DOUAIS, Une ancienne version latine de
l'Ecclésiastique, Paris 1895, 16-18 (der gleiche Abschnitt aus Z 20-22). 0м galt damals als der »Originaltext« Theodulfs.

08 = Stuttgart, Württembergische Landesbibliothek HB. 11,16

Vetus Latina 11/1, 68; 228 (Nr. 78)

Karolingische Minuskel, drei Spalten; etwa 795/9 geschrieben.


Bibel (nicht mehr vollständig). Gliederung des Sirachbuches (fol. 144R I.Spalte - fol. 152V
48 Die Handschriften: 0s -Л

2. Spalte): incip lib ecclesiastic. . .> incip praef(. . .> / Prolog multorum nobis . . . / incipit ecclesiasticum
l Sir 1,1 - 31,33; (31,34 - 37,16 fehlt durch Blattausfall); 37,17 - 51,38. Der Seitentitel ist lîb ecclesi
asticum. 0s hat keine Kapitelsreihe und ist auch nicht nach einer Reihe eingeteilt.
0s wird nach Photographien verglichen.

Л = Bibelausgabe in Nordkastilien

Vetus Latina 11/1,68-70


Für die Gruppe Л werden die Handschriften AL und Лн verglichen. Die späte Handschrift Лн
bewahrt in den meisten Fällen die Lesart von AL, aber es entspricht dem Befund in den anderen Bü
chern, daß der eigentliche Л-Text in Лн durch verschiedene Einflüsse an mehreren Stellen aufgegeben
ist; in Лн2 wirkt Q ein.
Richtungweisend für die Beurteilung des Л-Textes sind, wie bereits zu Sapientia in Vetus Latina
11/1 hervorgehoben wurde (siehe dort die Literaturangaben S. 68f ; 96), die Untersuchungen von
H. J. FREDE, der im Corpus Paulinum in der Gruppe X einen im 8. Jahrhundert in Burgund heimi
schen Text nachweist. Ein Teilhaber dieser Gruppe ist die Handschrift Xp, die in Sapientia fast völlig
fehlt (siehe Vetus Latina 11/1, 96), für Sirach aber von Sir 9,14 an vorhanden ist. Auf die enge Text
verwandtschaft XPAL in Sirach hatte J. GRIBOMONT in einer persönlichen Mitteilung schon 1968 auf
merksam gemacht. In der Tat gehen Xp und AL hier nicht nur in allgemeinen, sondern auch in vielen
sonst unbelegten oder nur selten bezeugten Varianten zusammen. Da die Kontrollmöglichkeit fehlt,
ob der Xp-Text, der in den Paulusbriefen durch eine Lyoner Vulgataüberlieferung beeinflußt ist
(siehe FREDE), auch in Sirach eine eigene Stellung einnimmt, können die Textdifferenzen zwischen Xp
und A nicht eindeutig gewertet werden1 ; sie sind allerdings in wirklichen Lesarten so in der Minder
zahl, daß die Textwertung von der Gemeinsamkeit XPAL(H) ausgehen kann.
Durch den engen Zusammenhang zwischen Xp und A ist ebenfalls die häufige Konstellation ЛФ
eindeutig als Abhängigkeit Alkuins von diesem durch Xp in Frankreich nachgewiesenen Text zu erken
nen. Für XPA gilt die Verbindung mit der im Einzelfall zwar wechselnden, im Ganzen aber doch im
mer wieder zusammentreffenden Gruppierung Y L S Пн, in der besonders L die weit über Frankreich
(Xp) hinausgehende Ausstrahlung einer aus Italien (siehe YII) kommenden Tradition zeigt. Gerade mit
den räumlich so getrennten Zeugen L (England) und S (St. Gallen) berührt sich XPA immer wieder.
Besonders charakteristisch und gleichwohl nicht auf (XP)A beschränkt sind zwei Dinge: 1) Aus
lassung des Prologs multorum nobis . . . ALH (nach Raum auch Xp), vergleiche dazu den Befund in K.
2) Bemerkung am Schluß von Sir 51 hucusque in grecis habetur2 ALHBK; in ALHK folgt Kapitel 52,
B endet mit Kapitel 51, Xp hat weder die Bemerkung noch das Kapitel 52. - Auf die Gruppe A"1
beschränkt3 und damit möglicherweise nur der eigentlichen nordkastilischen A-Ausgabe zuzuweisen
ist die Angabe explicit über iesu filii sirach zwischen Sir 50 und 5 H. In Kapitel 52 folgt ALH mit
wenigen Ausnahmen einer breiteren Überlieferung, aus der zumindest hervorgeht, daß A nicht von
Ф abhängig ist und auch zur A-Überlieferung nur eine gebrochene Beziehung hat. - Die relativ we
nigen Alternativlesarten AL(mg) bringen 2-Varianten zur Geltung5; in AH sind diese Alternativen in
der Regel als Лн2 in den Text gekommen6.

1 Der Vergleich von Xp und Eucherius von Lyon trägt in Sirach nichts aus. - Bei einer Trennung zwischen Xp und
Л gehören die Begleiter von Л oft zu den Zeugen, die auch die gemeinsamen Lesarten ХРЛ unterstützen. Nur selten ist
die Begleitung ausgesprochen spanisch, so daß man hier einen für Л gleichsam »natürlichen« Einfluß von spanischer
Seite annehmen kann, vergleiche dazu auch die durch S bestimmten Alternativlesarten AL<m«'. Mehrfach bleiben aber
in den Fällen der Trennung zwischen Xp und Л die beiden Zeugen ALH auch allein. - Xp hat mit V und gegen ALH
die Zwischentitel nicht.
2 D. DE BRUYNE, Le prologue, le titre et la finale de l'Ecclésiastique: Zeitschrift für die alttestamentliche Wissen
schaft 27 (1929) 262, nennt für diese Bemerkung die Handschriften Paris lat. 11508 und Autun 19. Vergleiche auch
München Clm 29260/3.
Die Handschriften: Л-ЛЬ

3 Allerdings fehlt B zur Stelle.


4 Xp hat zu Sir 51 den normalen Titel oratio hiesu fllü sirach als einzige Überschrift im ganzen Sirachtext.
5 Besonders typisch ist 20,21 acris AL<m«>i;TCMO.
6 In 6,5 hat Лн mit AL die gleiche Alternative gratiosa mit x<m*>£TCM zu eucharis.

Лы = Madrid, Academia de la Historia Aemil. 2

Vêtus Latina 11/1, (21); 70f; 224 (Nr. 21)

Spätkarolingische Minuskel, die in Spanien als »französisch« bezeichnet wird; zwei Spalten; im
12. Jahrhundert in San Mi lian de la Cogolla geschrieben.
Die Handschrift Aemil. 2 bildet zusammen mit Aemil. 3 eine zweibändige Bibel. Gliederung des
Sirachbuches (Лн hat keine Folienzählung): incipit liber ecclesiasticus / Sir l - 50 / amen, explicit
liber ihesu fllii sirach. deo gracias. incipiV / Sir 51,1 confltebor - 51,38 / hucusque in grecis habetur2 /
Sir 52 / explicit deo (+ gras Лн2) semper. Der Seitentitel ist am Anfang einmal iRu filii sirach, sonst re
gelmäßig ecclesiasticus. Der Text hat keine Kapitelsreihe und ist auch nicht nach einer Reihe einge
teilt; im Text stehen die Zwischentitel. Zur Einteilung in der Laus patrum siehe unten den eigenen
Abschnitt: Einteilung der Laus patrum.
Für bestimmte biblische Bücher, darunter auch Sapientia, hat AH durch seine am Rand stehenden Glossen (= 95)
eine eigene Bedeutung, siehe Vetus Latina 11/1, 20-22. In Sirach sind in AH einige Stellen am Rand (zu 29,15; 40,23;
42,8; 45,9.29; 47,3; 51,26) in ähnlicher Weise wie die Glossen 95 zu Sapientia eingefaßt; es handelt sich aber nicht um
Glossen, sondern um Korrekturen, die wegen der Länge an den Rand gesetzt sind.
Auf die Korrekturen Лн2 wirkt ü ein. Auf den zur Verfügung stehenden Photographien ist bei
der sorgfältigen Art, mit der die Korrekturen eingetragen wurden, Лн2 nicht immer sicher von Лн*
zu unterscheiden. Bei einer Korrektur Лн2 kann Лн* oft nur noch erschlossen werden.
Лн wird nach Photographien verglichen.

1 Zwischen incipit und confltebor wechselt in Л " die Spalte. Dieser Spaltenwechsel erklärt die Abweichung von
AL incipit eiusdem oratio / Sir 51,1 confltebor.
2 Die Bemerkung wird geschrieben, als wenn sie zum Text gehörte; et inclinavit (Sir 52,1) steht ohne jede Ab
trennung nach habetur auf der gleichen Zeile.

Ль = León, Real Colegiata de San Isidoro 2. Codex Qothicus

Vêtus Latina 11/1, (21); 71f ; 224 (Nr. 19). 225 (Nr. 24); (579)

Codex Legionensis2; wisigothische Minuskel, zwei Spalten ; 960 im Kloster Valeránica von Sancho,
einem Schüler des Florentius, geschrieben.
Bibel. Gliederung des Sirachbuches (fol. 231V 2. Spalte - fol. 247V 2. Spalte'): incipit liber ec-
clesiasticum / Sir l - 50 / amen, explicit liber hiesu filii syrach ; incipit eiusdem oratio / Sir 5 1 , l confitebor
- 51,38 / hucusque in grecis habetur / Sir 52 (52,1 ist in großen Buchstaben geschrieben) / explicit deo
grafías semper. Der Seitentitel ist liber ccdesiasticum; in der Liste auf fol. 4V, die 72 biblische Bücher
zählt, heißt das Buch liber çcdesiasticus. Der Text hat keine Kapitelsreihe und ist auch nicht nach
einer Kapitelsreihe eingeteilt; im Text stehen die Zwischentitel, die allerdings erst mit 5,1 einsetzen.
Zur Einteilung in der Laus patrum siehe unten den eigenen Abschnitt: Einteilung der Laus patrum.
AL wird nach Photographien verglichen.

1 Die Angaben über die Folien beruhen auf P. GALINDO, La t Biblia de Leon*, del 960: Spanische Forschungen der
Görresgesellschaft, 1. Reihe Band 16, Münster 1960, 56.

7 2.3.1987 Vetus Latina 11/2


50 Die Handschriften: П

П = spätere Handschriften aus Monte Cassino

Vetus Latina ll/l,72f;580

Verglichen werden die Handschriften IIF (bricht schon Sir 6,3 ab), Пы, FIL; ¡n ihnen ist die Rei
henfolge der biblischen Bücher durch die römische Leseordnung bestimmt.
Innerhalb von П stehen - wie in Sapientia - n(F1H und I1L einander gegenüber. Diese Scheidung
ist nicht nur durch die vielen Einzellesarten gegeben, die vor allem Пь aufweist, sondern auch durch
ein unterschiedliches Verhältnis zu einzelnen Zweigen innerhalb der italienischen V-Tradition, zu der
П gehört.
Für Птн gilt die Verbindung mit Y in der Regel nur für die allerdings sehr zahlreichen Va
rianten, die auch sonst stark belegt werden. Deutlicher tritt der Einfluß eines Überlieferungsstranges
hervor, dessen Ausstrahlung sich bei sonst schmaler Bezeugung in gemeinsamen Lesarten mit so weit
auseinanderliegenden Handschriften wie L und S, aber auch in Berührungen mit spanischen Zeugen
zeigt; in Italien selbst wird dieser Strang durch die Korrekturen in Y (= Y2) greifbar.
Im Gegensatz dazu tradiert Пь in viel stärkerem Umfang Y (nicht Y2)-Lesarten, und zwar auch
solche, die sonst nicht oder kaum bezeugt werden.
Dieser Befund, der wiederum mit den Verhältnissen in Sapientia zu vergleichen ist, verschiebt
sich aber in Sirach etwa von Kapitel 20 an. Bei einer durchaus noch weiterbestehenden Differenz
zwischen Пн und Пь findet man in diesem zweiten Teil des Buches in steigendem Maße die ¡m ersten
Teil sehr seltene Verbindung Пнь ohne weitere Unterstützung. Ebenso mehren sich stetig diejenigen
Varianten, in denen die Gruppe ITHL von solchen Zeugen begleitet wird, die zuvor auf der Seite von
Пн gegen I1L standen: Y2, L, S, spanische Zeugen; auch für II1- allein gilt diese Verbindung jetzt
mehrfach. Entsprechend tritt die Kombination YI1L in typischen Lesarten zurück.
Die П-Zeugen - und darin liegt der Wert dieser so späten Handschriften für die Textgeschichte
in Sirach - bieten eine Stütze für die Beurteilung gemeinsamer Varianten in den genannten, räumlich
weit getrennten Handschriften: Zugrunde liegt eine noch in П bewahrte frühere italienische Überlie
ferung, für die Y2 allein naturgemäß nur ein unvollkommener Zeuge sein kann. Der Einfluß dieser
Tradition zeigt sich auch in der Zurückdrängung des speziellen YIT'-Stranges, der im zweiten Teil
von Sirach nur noch ein bescheidenes Gewicht behält. Auch in Sapientia erwies sich (siehe Vetus
Latina 11/1, 72), daß Пн (dort mit П1) die breitere Tradition vertritt. ••:•.••
Zu I1FH (für den in nF erhaltenen Teil): I1F weicht von Пн im Grunde nur durch seine eigenen
Fehler ab. Für die bestehende enge Verbindung Прн sind vor allem die Sonderlesarten charakteri
stisch, die zum Teil reine Fehler sind1.
Zu Пь: Unter den zahlreichen Sonderlesarten gibt es nicht selten ausgesprochen grobe Fehler. -
Zu Sapientia wurde für einige Stellen eine bemerkenswerte Angleichung an den griechischen Text
festgestellt (Vetus Latina l l/l, 73; 580). In Sirach ist eine solche alleinstehende Angleichung in 24,21
úngula V] ónix I1L = ovu? gegeben. Andere Stellen sind nicht so sicher zu werten; einige auffallende
Beispiele seien aber genannt: 22,21 contra V] ante ITL = (xaTev)av-n; 23,10 admiscearis V] commiscearis
П'- = CTuv(e6uj67)c); 39,8 replebit V] inplebit OL = s^X^si). In 9,18 gibt RL mit qui habet potestatem
den griechischen Text oc syzi si;ou<nav genauer wieder als die Vulgata mit dem Partizipium potesta-
tem habente. Auch mit einigen Auslassungen wird die Übereinstimmung mit dem Griechischen erreicht2,
doch ist hier eine sichere Wertung fast unmöglich. Eine eigentliche Prägung der Handschrift wird
durch diese Lesarten, die mit dem griechischen Text gehen, aber nicht erzielt; wie in Sapientia han
delt es sich um sehr vereinzelte Stellen.

1 1,33 praebebit\ replebit; 3,1 1 eradicate: Fehler; 3,12 — enim; 4,8 responde] redde: < 4,8a; 5,17 bilinguem] linguem:
Fehler.
2 Zum Beispiel 1 1,4 — iui; 16,1 — et; 29,19 — suo; 31,12 — prior.
Die Handschriften: П* - UL 51

I1F = Monte Cassino, Archivio della Badia 521 AA


v '

Vetus Latina 1 1 /I, 73f; 227 (Nr.tö)

Beneventanische Schrift, zwei Spalten; Anfang des 1 1. Jahrhunderts, aus Santa Maria di Alba-
neta.
Act Cath Ape 1-4 Rg Prv Ecl Ct Sap Sir (abbrechend bei 6,3 in heremo) Jb Tb Jdt Est l Mcc,
KA A 1-40 zu 2 Mcc. Gliederung des erhaltenen Sirachtextes (p. 340 1. Spalte - p. 346 2. Spalte):
incipit prologas libri iesu filii sirach / Prolog muUorum nobis . . . / explicit prologas; incipit liber iesu
filii sirac; hune librum iudei non recipiunt / Sir 1,1 - 6,3'. Der Text hat die Zwischentitel, aber keine
Kapitelsreihe oder Einteilung nach einer Kapitelsreihe.
Пр wird nach Photographien verglichen.

' Vom Seitentitel lese ich auf jx 343 (Recto-Seite): ihu • f • yrach; auf p. 345 (Recto-Seite): i • /i/i • y -. Siehe auch
zu Пн.

Пн = Monte Cassino, Archivio della Badia 553 A

Vetus Latina .11/1, 74; 227 (Nr. 67)

Beneventanische Schrift, zwei Spalten; in Monte Cassino im Anfang des 11. Jahrhunderts ge
schrieben.
1-4 Rg Prv Eel Ct Sap Sir (abbrechend bei 51,20 ambulavit). Gliederung des Sirachbuches (p. 313
2. Spalte - p. 384 2. Spalte): incipit prologas libri iesu filii sirach / Prolog muliorum nobis . . . / explicit
prologas; incipit liber iesu filii sirac (siric Пн*); hunc librum iudçi non recipiunt / Sir l - 51,20 ambula
vit1. Der Text hat keine Kapitelsreihe und ist auch nicht nach einer Reihe eingeteilt; er hat (aller
dings nur teilweise) die Zwischentitel.
Пн wird nach Photographien verglichen.

1 Vom Seitentitel erkenne ich (jeweils nur auf den Recto-Seiten) die Spuren von ecl (?) • ihu • f • y. Siehe auch zu

Пь = Monte Cassino, Archivio della Badia 552 AA

Vetus Latina 11/1, 75; 227 (Nr. 68); 580

Beneventanische Schrift, zwei Spalten; p. 1-205 am Anfang des 11. Jahrhunderts, p. 207-282
(Teil eines Lektionars) am Ende des 11. Jahrhunderts geschrieben; Monte Cassino.
(p. 1-205) Act Cath Ape Paul Prv Ecl Ct Sap Sir. Gliederung des Sirachbuches (p. 169 1. Spalte -
p. 205 2. Spalte) : incipit prologas liber hiesus filius syrac / Prolog muliorum nobis . . . / explicit prologas
hiesus filii syrac; incip cap libri eiusdem qui dicitur çcclesiasticus / Kapitelsreihe KA Abr / explic cap;
incipit textus / Sir l - 50 / incipit oratio hiesus filii syrach / Sir 51-52 / explicit liber hiesu filii syrach-
Id est çcclesiasticum salomonis^ liber quintas- deo grafías- amen2. Der Text hat die Zwischentitel in der
auch bei Y überlieferten Form3. Den Zwischentiteln sind bis 20,29 die Zahlen der Kapitelsreihe KA
Abr beigegeben4.
IP wird nach Photographien verglichen.

1 In der Handschrift ist ecclesiasticum nicht von salomonis durch ein Satzzeichen getrennt. Trotz der gleichen Zu
sammenfassung in A£MO scheint mir in Пь salomonis mit liber quintas verbunden werden zu müssen.
52 Die Handschriften: ПЬ-Е

2 Anders als in IIF und Пн erkenne ich auf den zur Verfügung stehenden Photographien keinen Seitentitel.
3 Aufgrund von IIL kann man vor 16,16 in Y eine fehlerhafte Auslassung erschließen: Zwischentitel in ПЧ de
praesentia dei; kein Zwischentitel in Y; KA Abr in nL: de praescientia dei cui nichü celari polest.
4 Die Zahlen setzen, entsprechend dem Beginn der Zwischentitel bei 3,6, erst mit der Zahl 4 ein. Nach 41 (KA
Abr = Zwischentitel vor 20,29) folgen noch (gegen die Numerierung der Reihe) die Zahlen 42 und 43 zu den Zwischen
titeln vor 23,7 und 24,1 und hören dann wegen der Differenz zwischen Kapitelsreihe und Titel ganz auf.

S = Nachkommen einer spanischen Bibelausgabe des 7. Jahrhunderts

Vetus Latina l l/l, 75-77; (187-191); 580f

Verglichen werden die beiden eng verwandten Handschriften des 10. Jahrhunderts ST und Sc,
außerdem die späteren Handschriften 2м (erste Hälfte des 11. Jahrhunderts) und 2° (Anfang des
12. Jahrhunderts).
Durch die Gliederung des Sirachbuches, durch die Beigaben zum Text und vor allem durch den
Text selbst ¡st auch in Sirach die Gruppe STC von SM und S° getrennt; wie in Sapientia bewahren
2м und S° nur einen Teil der STC- Lesarten. Es schien aber praktisch, daß für Sirach die beiden späten
Handschriften SM und 2° vollständig in den kritischen Apparat aufgenommen werden.
Da mit XT und ilc nur Handschriften erst des 10. Jahrhunderts für die eigentliche il-Ausgabe zur Verfügung ste
hen, ist es wichtig, daß ihr Text bereits ein Jahrhundert früher in den Theodulfbibeln durch 0A(mg)> @м(пиг>( 0м*
belegt ist.
Zum eigentlichen, in ETC belegten S-Text: In Sapientia bildet das Zeugnis von S oder der Ver
bindung SZ eine wesentliche Grundlage für die Lesarten T. Dabei sind diese T-Lesarten durch eine
Abgrenzung vom übergreifenden D-Typ gewonnen; für diesen ist die zu 2 oder ZZ hinzutretende Be
zeugung durch X, H'2* oder ausgesprochene D-Vertreter (wie zum Beispiel PS-AU spe) maßgebend,
siehe Vetus Latina l l/l, 187-191. Die Verbindung HZ fehlt in Sirach nicht; gleichwohl ist das Bild
gegenüber Sapientia anders. Auf der einen Seite spielt X in Sirach nicht die Schlüsselrolle, durch die
X dort für die Abgrenzung zwischen D und T entscheidend ist, auf der anderen Seite beanspruchen
innerhalb der Sirachtexte die Z-Lesarten teilweise eine selbständige Stellung; vor allem wird auch die
spezielle oder nur von wenigen Zeugen begleitete Kombination SZ mehrfach von PS-AU spe unter
stützt1, und schließlich zeigen die auf S beschränkten Varianten nur sehr selten den Charakter, der
sie in Sapientia auszeichnet. Es fehlt in Sirach auch die Handschrift 168 (Verona, Biblioteca Capito-
lare IV (4) fol. 3-5) aus der zweiten Hälfte des 5. Jahrhunderts, die in Sapientia der früheste und le
diglich durch die Kürze des erhaltenen Fragmentes etwas zurücktretende Zeuge für T ist. Bei diesem
Tatbestand läßt sich in Sirach eine den T-Lesarten des Weisheitsbuches entsprechende Textschicht
nicht gewinnen; die wenigen ^-Lesarten, die einen vergleichbaren Charakter haben (siehe Anmer
kung 2), machen zwar auf Zusammenhänge aufmerksam, reichen aber für eine Hervorhebung durch
ein eigenes Sigel nicht aus.
Die Sonderlesarten von X sind auch in Sirach zahlreich. Unter ihnen gibt es Übereinstimmungen
mit dem griechischen Text, doch kann eine bewußte Korrektur in der Regel nicht nachgewiesen wer
den, da es sich meist um kleinere Auslassungen oder nur geringfügige Abweichungen handelt. Ein
Profil, das den in Vetus Latina 11/1, 189f genannten, am Griechischen ausgerichteten S-Lesarten in
Sapientia entspräche, haben diese Sirachvarianten jedenfalls nicht. Die überwiegende Mehrzahl der
X-Sonderlesarten ¡n Sirach ist ohnehin nicht durch das Griechische bestimmt, und nur relativ selten
kommt in ihnen eine bemerkenswerte Eigenwilligkeit oder wenigstens bewußte Änderung zum Aus
druck, die an T-Lesarten ¡n Sapientia erinnert2. Nicht selten sind die alleinstehenden S-Varianten nur
reine Fehler3.
In scharfem Gegensatz dazu häufen sich im Prolog multorum nobis ... die Sonderlesarten von £ so sehr, daß il
in diesem kurzen Stück eine völlig eigene Stellung hat, die aber keineswegs durch einen Rückgriff auf den griechischen
Text erreicht wird: multorum nobis] + est; aliosque] aliorumque; laudari; extráñeos] alias; periti facti] perilla informati ЕС;
Die Handschriften : S - Ec 53

adteníiore studio íectionem faceré] atientas esse lectioni; ac veniam daré; et deficere] x deficere; guando] cum; guando inter
se dicuntur] cum in alteram elocuíionem de propria lingua veríuntur (in С Kontamination zwischen V und 2); nam in
flctüvn] x octavo igitur; et cum multum] x cum multum; libros x non parvos; ad interpretandum hunc librum; adfuli doctri-
nam . . . intendere et] elaboravi ut non fraudaren eis qui volant. — Auch im Prolog erhält 2 kein eigenes Sigel.

In Sapientia weist die Kombination 168 L auf eine italienische Quelle für 2 hin (siehe Vetus La
tina 11/1, 76f; 187). In Sirach ist die Verbindung mit Italien deutlich durch das mehrfache Zusam
mentreffen mit dem Fragment p (7. Jahrhundert)*. Auf einige Sonderberührungen mit A und Гв sei
in diesem Zusammenhang ebenfalls hingewiesen5.
Zu 2MO: Die Verbindung mit STC ist noch vorhanden, gilt aber nur mehr für einen Teil der STC-
Lesarten. Neben der Gemeinsamkeit SMO ist auch die Trennung beider Zeugen von Interesse: sie ent
steht zum Teil aus Sondervarianten sowohl bei SM als auch bei S°, zum Teil dadurch, daß bald SM,
bald S° die 2TC-Lesart beibehalten. Das Übergewicht, das E° in dieser Beziehung zu STC hat, ver
stärkt sich im letzten Drittel des Buches ganz erheblich. Etwa vom Schluß des Kapitels 31 an tritt
S° nämlich in die zuvor nur selten gegebene spezielle Verbindung mit C, und trotz der zwischen Ka
pitel 37 und 38 einsetzenden starken Beeinflussung, die STC auf С ausübt und die das eigene Profil von
С weithin verdeckt, bleiben auch hier die besonderen Lesarten CS° bemerkenswert6; gleichzeitig wer
den aber bei der jetzt geltenden häufigen Gemeinsamkeit von STC und С viele eigentliche STC-Les-
arten durch S° überliefert. Dadurch treten hier die gemeinsamen Varianten SMO stark zurück; daß
sie dann in Kapitel 52 wieder in den Vordergrund rücken, erklärt sich ohne weiteres, da die Gruppe
dieses Schlußkapitel nicht hat.
Die besondere Verbindung C2° ist aus Sapientia bekannt (Vetus Latina 1 1 /l, 30. 76. 79); in Sirach fällt der späte
Beginn dieser Kombination auf. — 2° hat eine Reihe von Alternativlesarten, in denen der £M-Text (meist identisch
mit einer breit bezeugten Lesart) zur Wahl gestellt wird.
Der Text, den SM(0) bezeugt, bestimmt auch die Korrekturen £т2. Ebenso gehört Дв zu ihm. Wie
in Sapientia besteht für SM (und in Sirach auch für S°) die Verbindung mit dem in Qxp. . . belegten
Text7, doch nimmt diese Gemeinsamkeit Qxp . . . SMO nach Kapitel 20 erheblich ab8.

1 Siehe 3,30 — et non intellegetur; 6,21 — hominibus; 9,8 composita; 9,24 in manibus; 21,21 sensati; 27,30 venia/;
33,31 parasfi. — An vielen Stellen fehlt PS-AU spe oder ein vergleichbarer Zeuge.
2 Beispiele: 4,30 confundere] erubesce (Abwechslung vor 4,31 non confundaris); 8,22 manifestes] pandas; 14,13
vires tuas] virtutem tuam (siehe die gleiche Änderung in Sap 6,1); 18,18; 20,10a.b datnx] datio; 23,30 vindicabitur] salvabi-
tur; 25,6 speciosum caniliae iudicium] speciosi iudicibus cani; 27,14 risus] tractatus; 28,27 pardus] parda (oder < roxp-
8оАц ?); 38,16 confine] conde DC; 39,1 sapientiam] scientiam; 44,6 homines divites] viri praediti 2C (siehe 44,1. 3).
3 Beispiele: 7,37 gratia datus] gratia datur; 10,17 ducum] iudicum; 13,14 retíneos] reticeas; 19,9 sie aderit] si soa
sen'/; 20,13 fatuorum] futurorum; 32,12 quaerens] verens; 36,27 egens] agens; 37,27 videntes] vigentes; 42,22 non egeí]
negat EC; 44,7 от. 2C; 45,26 in satietate(m)] in sanctitate 2C; 49,12 rogaverunt] rigaverunt 2C; 51,26 luxi] lux 2C.
4 Gemeinsamkeit mit p und zugleich eine Abwendung, die unter dem Einfluß des allgemeinen Textes erfolgt ist,
zeigt sich in 47,8: — usque in aeternum 2Cp, aber Einfügung von in aeternum nach undique 2.
* Siehe zum Beispiel 4,6 Шит] eum; 14,12 memor esto] memento; 19,21 enuntiat; 22,23 íepidum; 26,28 — labiae;
40,16 evellentur; 46,1 1 semini; 47,17 conplesii; 47,30 de térra; 50,24 et nunc orate.
6 Siehe 38,15 delinque!; 39,22 et (in verbo); 40,22 actiones; 43,32 praevalueritis; 46,21 omnes (principes); 47,19
— deus; 50,19 deum; 51,3 operantibus.
7 Siehe Vetus Latina 11/1, 42; 76. Die in Sapientia für die Beziehung zu Qxp geltende Trennung zwischen 2м
und 2° entfällt in Sirach weithin (siehe oben Anmerkung 4 zu Q), da 2° sein eigenes Profil erst in einem Teil des
Sirachbuches bekommt, in dem die Kombination Qxp . . . 2MO ohnehin sehr locker geworden ist, siehe oben im Text.
8 Siehe auch den Wechsel in den Q-Beziehungen in der zweiten Hälfte des Sirachbuches.

Sc = Madrid, Biblioteca de la Universidad Central 32

Vetus Latina 11/1, 77f; 227 (Nr. 77)

Codex Complutensis 2, zweite Bibel von Alcalá; wisigothische Minuskel, drei Spalten; im Anfang
des 10. Jahrhunderts in Andalusien geschrieben. Die Handschrift ¡st im spanischen Bürgerkrieg
1936-1939 zerstört worden, doch liegen Photographien in S. Girolamo in Rom.
54 Die Handschriften: Sc - S°

Zweiter Band einer Bibel (unvollständig). Gliederung des Sirachbuches (fol. 37V 2. Spalte -
fol. 47V 2. Spalte): incipit capitulatio in libro ¡Пи filii sirac / Kapitelsreihe КА С / finit capitulatio;
indpit prologas I Prolog multorum nobis . . . / finit prologas; incipit über Ли fili sirac qui et ipse propter
similitudinem eloquii superiori libro (aydiungitur1 /Sir 1 -50 / incipit oratio ¡Пи fili (+ / m. 2) sirac /
Sir 51 / explicit liber ¡Пи. Ein Seitentitel ist nur noch in Spuren erhalten: liber ¡Ш <. . .>. Der Text hat
die Zahlen der Kapitelsreihe KA C. - Die Initiale 0 (von omnis Sir 1,1) ist herausgeschnitten; da
durch sind im Titel und in Sir 1,1-2; 30-35 Lücken entstanden; sie werden im kleinen Apparat ver
merkt.
Sc wird nach Photographien verglichen.

1 Zur Überschrift siehe ST mit Anmerkung 1.

£M = Madrid, Biblioteca Nacional lat. 2 (A. 2)

Vetus Latina 1 1/1, 75; 78; 225 (Nr. 27)

Wisigothische Minuskel, drei Spalten; erste Hälfte des 11. Jahrhunderts. Die Handschrift kommt
aus San Juan de la Peña (bei Saragossa).
Erste Hälfte der Bibel (Gn - Sir, Überschrift zu den Propheten und zu dem einleitenden Prolog).
Gliederung des Sirachbuches (fol. 182R 3. Spalte - fol. 194R 3. Spalte): incipit prologus in libro ¡Пи
filiis (statt filias ?) sirac / Prolog multorum nobis . . . / explicit prologus ¡Пи filias sirach; incipit liber
¡Пи fiüus sirach qui aet ipse propter similitudinem eloquii superiori libro adiungitur1 / Sir l - 51 / ex
plicit liber filii sirach aecliasticum salomonis; orado salonis / Sir 52. Der Seitentitel ist von späterer
Hand und lautet ins filias sirach. Der Text hat keine Kapitelsreihe und ist auch nicht nach einer
Reihe eingeteilt2. Er hat die Zwischentitel.
£M wird nach Photographien verglichen.
1 In dieser Überschrift geht £M mit STC; gegen ZTC (vergleiche auch die Anmerkung l zu E1) hat aber 2м in
der Unterschrift nach Sir 51 ecclesiasticum salomonis nach liber filii sirach.
2 Aber bei 39,1 steht die Zahl XXVI I entsprechend der in %тсо belegten Kapitelsreihe KA C.

S° = Madrid, Museo Arqueológico 485

Vêtus Latina П/l, 76; 78f ; 225 (Nr. 28); 581

Codex Oscensis, Bibel von Huesca; romanische Schrift, zwei Spalten; Anfang des 12. Jahrhun
derts; Nordspanien. S° stammt aus Huesca (Aragón).
Bibel. Gliederung des Sirachbuches (fol. 157R 1. Spalte - fol. 168V 1. Spalte): incipit in libro
(libero Z0*) prephatio (~ prephatio in libro E°2 durch Zeichen vor in und vor prephatio) ¡Пи filii
(S°2 durch Rasur aus filiis oder filius) sirac in libro sao (in libro sao durchgestrichen; Punkt nach
sirac gesetzt S°2 oder spätere Hand) / Prolog multorum nobis . . . / incipit liber eiiisdem qui vocatur ec-
clesiasticus] / Sir l - 51 / explicit liber Ли filii sirach aecclesiasticus salomonis; incipit capitulado in
libro iïïa filii sirac / Kapitelsreihe KA С / orado salomonis / Sir 52. Der Seitentitel ist Ли filii sirac.
Der Text hat die Zahlen der Kapitelsreihe KA С und die Zwischentitel. Auffällig sind die mit ST
gehenden Zahlen I - VI III zu Sir 25,10-15; in 2CM fehlen sie.
2° wird nach Photographien verglichen.
1 In der Überschrift trennt sich S° entschieden von 2TCM. jn der Unterschrift besteht Differenz zu ETC, aber
Entsprechung zu £M.
Die Handschriften: ЕТ-Ф 55

ST = Madrid, Biblioteca Nacional Vitr. 13-1 (Toi. 2-1)

Vêtus Latina 1 1 /1, 79; 227 (Nr. 76)

Codex Toletanus; wisigothische Minuskel, drei Spalten; um die Mitte des 10. Jahrhunderts ¡n
Andalusien geschrieben.
Bibel. Gliederung des Sirachbuches (fol. 241 R 3. Spalte - fol. 253R 3. Spalte): incipit capitulatio
in libro Ши filii sirac / Kapitelsreihe KA С / finit; incipit prologas / Prolog multorum nobis . . . / finit
prologas in libro Ши filii sirac; incipit liber iïïu filii sirac qui et ipse propter similitudinem eloquii su-
perioris libro adiungitur1 / Sir l - 50 / incipit oratio Щи filii sirach / Sir 51 / finit liber Ши. Der Seiten
titel von späterer Hand ist über Ли filii sirac. Der Text hat die Zahlen der Kapitelsreihe KA C. Auf
fällig sind die Zahlen I - VI III zu Sir 25,10-15; sie sind an dieser Stelle auch in S° (aber nicht in
2™) belegt.
ST wird nach Photographien kollationiert.

1 In der Formulierung greift die Überschrift auf den Titel zu Sapientia zurück: . . . liber sapientie qui propter
similitudinem eloquii salomonis titulo prenotatur; siehe Vetus Latina 11/1, 76. Die Quelle ist Isidor, siehe IS off
1,12,10; pro 8; 41 ; ety 6,2,31. Hervorzuheben ist aber die Abweichung von Isidor, die für Sirach noch stärker als für
Sapientia ist: der in den genannten Isidorstellen verwendete Titel ecclesiasticus und die ausdrückliche Nennung von
salomón wird in £TC (zu SM siehe dort) vermieden.

Ф = Bibelausgabe des Alkuin von Tours


» . !.

Vetus Latina 11/1,79-85


B. FISCHER, Die Alkuin-Bibeln, in: B. FISCHER, Lateinische Bibelhandschriften im frühen Mittelalter, Freiburg 1985
= Vetus Latina. Aus der Geschichte der lateinischen Bibel 11, 203-403

In der Textausgabe von Sirach werden für die Bibelausgabe Alkuins wie in Sapientia folgende
Ф-Handschriften herangezogen: Ф™ (Bibeln, die noch aus der Alkuinzeit selbst stammen können;
bei FISCHER Periode I), Ф2 (aus der Zeit des Fridugisus 807-834; Periode II), Ф« (Übergangszeit von
Fridugisus zu Adalhard), Фкв (zur Zeit des Adalhard 834-843; Periode III).

Aus der Periode IV (Vivian 843-851) ist die Handschrift Paris, Bibliothèque Nationale lat. l, aus der letzten
Periode V (nach 853) die Handschrift Köln, Dombibliothek l, je für ausgewählte Abschnitte (Prolog; Sir l -6; 26-29;
36 - 39; 42 - 45; 50 - 52) kontrolliert worden.
Unter dem Sigel Ф stehen auch Фу (Mitte des 9. Jahrhunderts) und Фр (letztes Drittel des 9. Jahr
hunderts); beide Zeugen sind von der Bibelproduktion in Tours (bzw. Marmoutier) abzuheben und
nehmen eine besondere Stellung ein.
In den Ф-Bibeln heißt es für den Prolog (prologus) libri hiesu filii sirach, aber für den eigentlichen
Sirachtext liber ecclesiasticumi . Diese Diskrepanz ¡st aus der italienischen Tradition übernommen,
wie Y zeigt. In den beiden Bibelgedichten Alkuins wird »iesus« genannt2. Die Kapitelsreihe KA Aa,
die die Alkuinausgabe zwischen den Prolog und den eigentlichen Text stellt (so die Stellung in den
meisten Handschriften, die eine Kapitelsreihe bieten), ist auch in der Maurdramnusbibel (M) be
zeugt3. In der Unterschrift wird die Länge des Buches mit (versus) IIDCCC angegeben4.
Wie in Sapientia bietet die Alkuinausgabe — abgesehen von Фу" und Фр — auch in Sirach im
wesentlichen einen gleichbleibenden Text und unterscheidet sich damit wiederum grundsätzlich von
der Edition Theodulfs. Einzelhandschriften verlassen zwar immer wieder einmal die Gemeinsamkeit
der übrigen Ф-Zeugen, ohne doch damit zu einer eigentlichen Zäsur oder Entwicklung innerhalb der
Ausgabe zu führen. Daß Ф7- und in geringerem Umfang auch Фв durch solche Abweichungen etwas
hervortreten, ist nach dem Befund in anderen biblischen Büchern nicht überraschend. Eine Teilung
56 Die Handschriften: Ф

aber zwischen Ф° und Фн entsteht in der Regel nur durch Sonderlesarten (praktisch Fehler) des einen
oder des anderen Zeugen. Lediglich in Фт gibt es auch nach Abzug der bloßen Fehler eine Anzahl von
Varianten, die an einen in den späteren Ф-Zeugen durchgeführten Wechsel denken lassen, der aller
dings in engem Rahmen bleibt und innerhalb des grundsätzlich von Ф übernommenen Textes nur eine
Spielart bildet. Schon die Gemeinsamkeiten von Ф™ (also der beiden Handschriften aus der Periode
I) gegen die übrigen sind auf ganz wenige Stellen beschränkt. Auch hierzu ist das Bild in Sapientia zu
vergleichen.
Der Ф-Text ist bestimmt durch die von A geführte italienische Tradition, und innerhalb dieser
besonders durch den in Y vertretenen, sich mehrfach von A abhebenden Überlieferungszweig. Italie
nische Texte haben schon vor Alkuin in Frankreich Einfluß ausgeübt; daß Alkuin auf einen hier vor
gefundenen Text derartiger Prägung zurückgriff, zeigen die Verbindungen von Ф mit M oder mit Xp
(Л), aber Ф gibt den Y-Zweig »reiner« wieder als diese Zeugen.
Nur selten ist Ф unter den verglichenen Handschriften der erste oder einzige Zeuge; von einem
prägenden Eigenanteil Alkuins kann wie in Sapientia keine Rede sein5. Bemerkenswert sind immerhin
die »grammatischen« Korrekturen 5,6 — ne; 8,19 cum audaci; 1 1,36 íurb(o)ne; 23,9 multas . . . casus;
23,17 indisciplinosae loquellae; 48,26 redivit oder der Anschluß an die Liturgie 15,5 implebit. Die
Änderungen 29,7 solidi (für solide) und 45,15 usque ad orientem (für usque ad originem) verlagern den
jeweiligen Sinn in eine ganz andere Richtung.
Die für die oben genannten Stichkapitel durchgeführte Kontrolle der beiden Handschriften Paris lat. l und Köln
l ergab keine Hinweise für einen Eingriff in den Ф-Text der späteren Perioden IV und V. Beide Handschriften werden
nicht in den kritischen Apparat aufgenommen.

Mit den beiden späteren Handschriften Фу und Фр erfolgt auch in Sirach gegenüber den Zeugen
aus Tours/Marmoutier in der Alkuinausgabe ein Einschnitt. Er ist in Фу erheblich geringer als in
Фр, aber auch dort bleibt die Zugehörigkeit zu Ф gewahrt.

Auch in Sirach führt das häufige Zusammentreffen von Фу und der Hincmar-Bibel Reims, Bibliothèque Muni
cipale 2, das auch für ausgesprochene Sonderlesarten gilt, auf eine mittelbare oder unmittelbare Abhängigkeit des
Hincmartextes von Фу. Ebenso besteht eine enge Verbindung von <bv und Z2, doch hat Z2 gelegentlich auch typische
Berührungen mit Фр und gibt damit Hinweise auf eine gemeinsame Schicht.
Im Text von Фр begegnet man außer der Verbindung mit Ф und Фу" dem EinfluB des in M belegten Textes (siehe
oben bei M) und der älteren 0-Überlieferung6. Daneben kommen Berührungen mit X und L vor; diese erweisen wie
derum X und L als Ausläufer einer in Frankreich bestehenden Überlieferung. Schließlich hat Фр auch in Sirach eine
Anzahl von Sonderlesarten und Fehlern.

Der Einfluß von Ф ist immer wieder greifbar; unter den hier besprochenen Handschriften sei auf
E, P (nicht in den kritischen Apparat aufgenommen), Texte in St. Gallen, die Korrekturen in Z, Al
ternativlesarten (und Korrekturen) in 0A und 0м, die Vorlage von Paris lat. 11505 hingewiesen.
Gleichwohl kann man nicht davon sprechen, daß der Alkuintext die folgende Textgeschichte einseitig
beherrscht.

1 Фу hat zur Kapitelsreihe und zum Sirachtext ecclesiastes; in der Unterschrift aber ecclesiasticum; Фр hat zur
Kapitelsreihe ecclesiastes, zum Sirachtext in der Überschrift und der Unterschrift ecclesiasticus; siehe die Angaben bei
den Einzelhandschriften.
2 Siehe Vetus Latina 1 1 /l, 80; carmen 68: iungitur his (gemeint sind Prv Ecl Ct) Sophiae lesa simal atque libellas;
carmen 69: twtatur Usus nomine posterior (seil, liber).
3 In M sind zwischen Prolog und Text fast zwei Seiten frei gelassen; die Kapitel KA Aa hat M jeweils als Über
schrift im Sirachtext.
4 Ф ist der erste bekannte Zeuge für diese Angabe, die auch ГМА bezeugen. Sie ist ohne Frage einer Vorlage ent
nommen, siehe Vetus Latina l l/l, 81. In etwa entspricht die Zahl den tatsächlichen Zeilen in den Ф-Handschriften.
Im Griechischen belegt die dem Nicephorus (805-815 Patriarch von Konstantinopel) zugeschriebene Stichometrie
(erst um 850) die gleiche Zahl 2800.
5 Eine vorläufige Durchsicht ergibt wenig mehr als 20 sehr verstreut liegende Lesarten: 5,6 — ne; 8,19 cum
audace] cum audaci (nicht Фт); 10,1 terribilis (vgl. 9,25); 11,36 turbare] turb(o)ne (nicht Фт); 12,1 — in; 14,26 — sues;
15,5 implebit (liturgischer Einfluß; с/ p); 22,28 cum proximo] cum am/со (Y hat hier einen Fehler durch Auslassung; vgl.
22,27 amicus); 23,9 multus . . . casus] multas . . . casus; 23,17 indisciplinase (-säe)] indisciplinosae loquellae; 27,16 sangui-
nis] sanguis; 28,26 — et; 29,7 solidi ; 33,33 et extollens] et tollens; 39,39 — domini; 43,33 mim omni laude] enim in laude;
Die Handschriften: Ф - Фм 57

45,13 opere] opera; 45,15 usque ad originem] usque ad orientent; 45,16 — illa; 48,26 rediit] redivit; 48,28 (ostendit futura
et) abscondita (antequam)] abscondit (mit XT); 50,24 (orate dominum omnium) qui (magna fecit)] quia (mit XT). — Für
52,10 respicies; + deus; ~ ut exaudios domine; 13 exaudies; in te fehlt Y.
6 Siehe den gleichen Befund in Sapientia (Vetus Latina 11/1, 84). Die in der römischen Vulgataausgabe S. XIX
genannte Verbindung von Фр mit der jüngeren Theodulfüberlieferung (0AM) kann nur ein Irrtum sein.

Фв = Bamberg, Staatsbibliothek Bibl. l (A. 1.5)

Vetus Latina 11/1, 85; 226 (Nr. 44)


Karolingische Minuskel, zwei Spalten; zur Zeit des Abtes Adalhard (834-843) in Marmoutier
(nicht in St. Martin in Tours selbst) geschrieben. Фв kam nach Bamberg vermutlich als Geschenk
Kaiser Heinrichs II.
Bibel (Apc fehlt). Gliederung des Sirachbuches (fol. 259V 1. Spalte - fol. 274R 1. Spalte): incipit
praefatio libri hiesu filii syrach / Prolog multorum nobis . . . / explicit praefatio hiesu fili syrach; in-
cipiunt capitula libri ecclesiasticum / Kapitelsreihe KA Aa / expliciunt capitula; incipit liber ecclesiasti-
cum l Sir l - 51 / explicit oratio hiesu filii sirach / Sir 52 / explicit liber ecclesiasticum versus habet
numero I IDCCC. Der Seitentitel ist liber ecclesiasticum. Der Text hat die Zahlen der Kapitelsreihe
KA Aa1 und die Zwischentitel. Zur Einteilung in der Laus patrum siehe unten den eigenen Abschnitt:
Einteilung der Laus patrum. — Durch die Korrekturen Фв2 werden nicht nur Fehler verbessert, son
dern kommt auch ein von Ф abweichender Text zur Geltung.
Фв wird nach Photographien verglichen.

1 Am Anfang des Buches ist wie in Sapientia (siehe Anmerkung l zu Фв in Vetus Latina l l/l, 85) eine Zahlenreihe
I-VI II, abschließend mit dem Buchstaben F, eingetragen: I 1,1; II 1,5; 111 1,11; МП 1,19; V 1,27; VI 1,37; VII 2,3;
VIII 2,10; F (für finit?) gehört zu 2,23 cum ipso est.

Ф° = London, British Library Additional 10546

Vetus Latina 11/1, 85f; 226 (Nr. 44)


Codex Karolinus, Bibel von Grandval; karolingische Minuskel, zwei Spalten. 830/5 in Tours ge
schrieben, aber der Schmuck wurde erst um 840 unter Adalhard zugefügt. Фс war wohl schon in der
zweiten Hälfte des 9. Jahrhunderts in Moutier-Grandval.
Bibel. Gliederung des Sirachbuches (fol. 268R 2. Spalte - fol. 284V 2. Spalte): incipit proig libri
hiesu filii sirach / Prolog multorum nobis . . . / explicit prologus hiesu filii sirach; incipiunt capitula libri
ecclesiastici / Kapitelsreihe KA Aa / expliciunt capitula; incipit liber ecclesiasticum / Sir l - 51 / ex
plicit oratio hiesu filii sirach / Sir 52 / explicit liber ecclesiasticum habet versus l IDCCC. Der Seitentitel
ist über ecclesiasticum. Der Text hat die Zahlen der Kapitelsreihe KA Aa und die Zwischentitel. Zur
Einteilung in der Laus patrum siehe unten den eigenen Abschnitt: Einteilung der Laus patrum.
Ф° wird nach Photographien verglichen.

Фм = Monza, Biblioteca Capitolare g-1/1

Vetus Latina 11/1, 86; 226 (Nr. 44)


Karolingische Minuskel, zwei Spalten; um 810 oder vorher in Tours geschrieben; spätestens im
10. Jahrhundert in Monza.
8 2.3.1987 Vetus Latina 11/2
58 Die Handschriften : Фм - Фт

Bibel. Gliederung des Sirachbuches (fol. 241 R 2. Spalte - fol. 255R 1. Spalte): incipit prologas
libri hiesu filii sirach / Prolog multorum nobis . . . / explicit prologas hiesu filii sirach; incipiunt capitula
libri ecclesiasticum / Kapitelsreihe KA Aa / expliciunt capitula; incipit liber ecclesiasticum / Sir l - 51
/ explicit oratio hiesu filii sirach / Sir 52 / explicit liber ecclesiasticum v ñ IIDCCC. Der Seitentitel ist
liber ecclesiasticum. Der Text hat die Zahlen der Kapitelsreihe KA Aa und die Zwischentitel. Zur
Einteilung in der Laus patrum siehe unten den eigenen Abschnitt: Einteilung der Laus patrum.
Фм wird nach Photographien verglichen.

Фр = Roma, S. Paolo fuori le mura

Vêtus Latina 11/1, 86f; 226 (Nr. 48)


Karolingische Minuskel, zwei Spalten; um 870 geschrieben, Reims (?). Фр ist wohl schon durch
Karl den Kahlen nach Rom gekommen; dort ¡st Фр jedenfalls seit dem 11. Jahrhundert nachweisbar.
Bibel. Gliederung des Sirachbuches (fol. 199V 2. Spalte - fol. 208V 1. Spalte): incipit prologas
libri iesu filii syrach / Prolog multorum nobis . . . j explicuit prologas; incipiunt capitula libri ecclesiastes
l Kapitelsreihe KA Aa / expliciunt capitula; incipit liber ecclesiasticus / Sir l - 52 / eine Zeile ausra
diert; explicuit liber ecclesiasticus vers IIDCCC. Der Seitentitel ist über ecclesiast oder ecclesiastc.
Der Text hat die Zahlen der Kapitelsreihe KA Aa, doch fehlen die Zahlen 42 - 95 (fol. 202V - 205V),
Von den Zwischentiteln hatte Фр nur die ersten drei Titel (zu 3,6; 4,1; 4,10); sie sind von zweiter
Hand getilgt worden. Zur Einteilung in der Laus patrum siehe unten den eigenen Abschnitt: Ein
teilung der Laus patrum.
<í>fvi\rd nach Photographien verglichen.

Фа = Paris, Bibliothèque Nationale lat. 3

Vetus Latina l l/l, 87; 226 (Nr. 44)


..;-•• • • ' j •'
Rorigo-Bibel; karolingische Minuskel, zwei Spalten; um 835 in Tours geschrieben.
.. Bibel. Gliederung des Sirachbuches (fol. 236V 1. Spalte - fol. 250V 2. Spalte): incipit proig libri
hiesu filii sirach / Prolog multorum nobis . . . / explicuit prologas; incipiunt capitula libri ecclesiasticum
l Kapitelsreihe K A Aa / explicuerunt capitula in libro ecclesiasticum; incipit liber ecclesiasticum / Sir
l -52 / explicuit liber ecclesiasticum habet v n I IDCCC. Der Seitentitel ist Über ecclesiast1. Der Text
hat die Zahlen der Kapitelsreihe KA Aa und die Zwischentitel. Zur Einteilung in der Laus patrum
siehe unten den eigenen Abschnitt: Einteilung der Laus patrum.
Фй wird nach Photographien verglichen. !
1 Vergleiche Anmerkung I zu Ф7.

Фт = St. Gallen, Stiftsbibliothek 75


Vetus Latina l l/l, 87; 226 (Nr. 44)
W. THIELE, Sirachtexte in St. Gallen, in: (Hg. O. P. Clavadetscher, H. Maurer, St. Sonderegger) Florilegium Sangallen-
se. Festschrift für Johannes Duft zum 65. Geburtstag, St. Gallen und Sigmaringen 1980, 267-287

Karolingische Minuskel, zwei Spalten; in den ersten Jahren des 9. Jahrhunderts wohl noch zu
Lebzeiten Alkuins in Tours geschrieben. Ф'г kam schon in der ersten Hälfte des 9. Jahrhunderts nach
St. Gallen.
Die Handschriften : Фт - Ф2 59

Bibel. Gliederung des Sirachbuches (p. 536 2. Spalte - p. 566-1. Spalte): incipit prologas libri
hiesu fili (filii m. 2) sirach / Prolog multorum nobis . . . / explicit prologas hiesu fili sirach ; incipiunt
capitula Hbf ecclesiasticum / Kapitelsreihe KA Aa / expliciunt capitula; incipit liber ecclesiasticum /
Sir l - 51 / explicit oratio hiesu filii sirach / Sir 52 / explicit liber ecclesiasticum versus numeri DCCC.
Der Seitentitel ist Über ecclesiasticum. Der Text hat die Zahlen der Kapitelsreihe KA Aa und die
Zwischentitel. Zur Einteilung in der Laus patrum siehe unten den eigenen Abschnitt: Einteilung der
Laus patrum.
Фт vermittelt den Alkuintext nach St. Gallen und beeinflußt die dortige Entwicklung im 9. Jahr
hundert. Umgekehrt wird nach dem lokalen Text St. Gallens auch Фт an vielen Stellen geändert, so
daß die Korrekturen und Randlesarten in Фт selbst ein Zeugnis für die St. Galler Überlieferung des
9. Jahrhunderts sind. Vergleiche oben zu S, unten zu St. Gallen 7; 10; 81 und THIELE 285-287.
:ФТ wird nach Photographien verglichen. ;. • '••
!-.A i ' ••? (.V, •• ' :•» i " v ; :,.'" • •- ' г.. '' • , • •• .•' •- ;.:• .. ' • . '•',

Ov - Roma, Biblioteca Vallicelliana В. 6

Vêtus Latina 1 1 /l, 88; 226 (Nr. 47) ; •'.

Codex Vallicellianus; karolingische Minuskel; drei Spalten. Um die Mitte des 9. Jahrhunderts
geschrieben, vielleicht in Reims. Ov ist am Ende des 16. Jahrhunderts von Achilles Statius der Valli
celliana geschenkt worden.
Bibel. Gliederung des Sirachbuches (fol. 204R 1. Spalte - fol. 216R 2. Spalte): incipit prologas
libri hesu filii sirach / Prolog multorum nobis . . . / explicit prologas hiesu filii sirach ; incipiunt capitula
libri ecclesiastes / Kapitelsreihe KA Aa / expliciunt capitula; incipit liber ecclesiastes / Sir l - 51 /
explicit oratio hesu filii sirach j Sir 52 / explicit liber ecclesiasticum v~h IIDCCC. Der Seitentitel ist
liber eccles1 (oder eccle, aber auf fol. 21 1 R sapient). Der Text hat die Zahlen der Kapitelsreihe KA Aa
und die Zwischentitel. Zur Einteilung in der Laus patrum siehe unten den eigenen Abschnitt: Ein
teilung der Laus patrum.
Фу wird nach Photographien verglichen.

1 eccles ist neben ecclesiastes auch zu Ecl der Seitentitel in Фу. Als Unterschrift zu Ecl hat <t>v (gegen die Über
schrift) ecclesiasticum.

Ф2 - Zürich, Zentralbibliothek Саг. С. l

Vêtus Latina 11/1, 88; 226 (Nr. 44)


Karolingische Minuskel, zwei Spalten; um 820/5 in Tours geschrieben; im 13. Jahrhundert im
Besitz der Zürcher Dominikaner, im 15. Jahrhundert im Großmünster.
Bibel. Gliederung des Sirachbuches (fol. 249V 1. Spalte - fol. 264R 1. Spalte): incipit prolog libri
iesu fili sirach / Prolog multorum nobis . . . / explicit prolog; incipiunt capitula libri ecclesiast1 / Kapi
telsreihe K A Aa2 / expliciunt capitula; incipit liber ecclesiasticum / Sir l - 51 / explicit oratio hiesu filii
sirach l Sir 52 / explicit Über ecclesiasticum habet versus I ¡DCCC. Der Seitentitel ¡st ecclesiastic (ec-
clesiasticus? m. 2). Der Text hat die Zahlen der Kapitelsreihe KA Aa3 und die Zwischentitel. Zur
Einteilung in der Laus patrum siehe unten den eigenen Abschnitt: Einteilung der Laus patrum.
Für Ф22 hat Q Einfluß.
Ф2 wird nach Photographien verglichen.
1 Da in Ф2 der Seitentitel zu Ecl ebenfalls (liber) ecctesiast (von 2. Hand zu ecclesiastes verbessert) lautet, ist die
in der römischen Vulgataausgabe (S. 108) vorgenommene Auflösung als ecdesiasfes möglich, erscheint mir aber, da sie


60 Die Handschriften : Ф* - ЧГ°
durch das Zeilenende bedingt ist, zu gewagt; vergleiche auch den Seitentitel zu Sir in Фк (zu Ecl hat Фк keinen Seiten
titel), in Фр, in Paris lat. I; lat. 11505.
2 Die in der Reihe an der zutreffenden Stelle ausgelassenen Kapitel (l 17) ¡aus patrum; (120) laus heliae; (122)
laus iosiae régis; (125) laus Simonis stehen nach dem Schlußkapitel oratio salomonis, ohne daß die durchlaufende Zäh
lung in Ф2 darauf Rücksicht nimmt.
3 Die irreführende Umstellung der letzten Zahlen in der Kapitelsreihe (siehe Anmerkung 2) hat auf die Kapitels
zahlen zum Text keinen Einfluß.

T = Gruppe der italienischen Riesenbibeln


Vetus Latina 11/1,88-90
Aus der späten Gruppe der sogenannten italienischen Riesenbibeln — der Typ der Bibeln stammt
aus Rom — wird wie in Sapientia im Anschluß an die römische Vulgataausgabe und nach deren An
gaben nur die Handschrift TD = Città del Vaticano, Biblioteca Apostólica Vaticana Vatic, lat. 1051 1
(um 1100 geschrieben) im kritischen Apparat genannt. Für die Abschnitte Prolog; Sir 1-6; 26-29;
36-39; 42-45; 50-52 ist die Handschrift TL = Città del Vaticano, Biblioteca Apostólica Vaticana
Vatic. Pal. lat. 4 (der zweite Band der nur unvollständig erhaltenen, um 1080 geschriebenen dreibän
digen Bibel Pal. lat. 3-5, des ältesten Zeugen des Bibeltyps T) nach Photographien verglichen wor
den1. Durch die Kollation ergibt sich ein Bild, das dem Befund ¡n Sapientia entspricht: Die engen Be
ziehungen zwischen T1- und TD zeigen sich an zahlreichen Übereinstimmungen, die auch Sonderles
arten betreffen2. Dennoch besteht keine Identität, und die Differenzen sind stärker als etwa die
Unterschiede innerhalb der Ф-Zeugen oder der zwei 0-Gruppen. Sie bleiben allerdings im Rahmen des
breiten Überlieferungsstromes, durch den Y allgemein bestimmt ist. Hier steht im Vordergrund die
Übereinstimmung mit Ф, die wie in Sapientia auch für typische Ф- Varianten gilt. Dazu treten gelegent
liche Verbindungen mit 0. Ebenso gibt es Berührungen mit italienischen Zeugen auch außerhalb von
Ф und 0, und auf der anderen Seite werden durch VF Lesarten belegt, für die sonst erst O eintritt. In
51,13 deprécala sum TD (gegen T1') verrät sich liturgischer Einfluß (siehe p ¡л). Sowohl TL als auch
VFD haben Fehler und Sonderlesarten; ¡n TL sind sie häufiger als in TD.
Für Sir l ; 44; 52 hat W. SCHULZ für PH. THIELMANN die Bibel von Avila - Madrid, Biblioteca Nacional Vitr. 15
{E. R. 8; zwischen 1150 und 1160) eingesehen; seine Notizen stehen dem Vetus Latina Institut zur Verfügung. Die
Verbindung mit dem Text in TD ist offenkundig; zu VL ist der Abstand etwas größer; auch die Bibel von Avila hat
einige Sonderlesarten. Auf diese Weise belegt sie wie TL und TD die bekannte Variationsbreite innerhalb des Types Ч'.

1 Die Bibel Vatic. Pal. lat. 3-5 ist um 1080 in Mittelitalien geschrieben worden und wurde noch im 1 1. Jahrhun
dert durch einen gewissen Udalrich dem Kloster St. Mang in Füssen geschenkt; später kam sie vielleicht nach Lorsch;
vgl. Vetus Latina l l/l, 88f; 90 Anmerkung l zu TD; 227 (Nr. 61); Vetus Latina 24/2, 23; 270; Vetus Latina 26/1, 49*f.
Gliederung des Sirachbuches in Pal. lat. 4: incipit prologus sancti ieronimi in libro iesu filii syracli / Prolog multarum
nobis . . . I explicit prologus; incipiunt capitula / Kapitelsreihe KA Aa / expticiunt capitula; incipit liber iesu filii syrach /
Sir l - 52 / explicit liber iesu filii syrach. Für Sir 4,1 - 8,1; 25,17-28,15; 37,12 -fin hat der Text die Zwischentitel; vor
1 1,1 und 1 1,27 stehen die Kapitel 36 und 37 der Reihe KA Aa. Nach der Kapitelsreihe KA Aa ist auch der Text geglie
dert, aber die Zahlen von KA Aa fehlen bis auf ganz seltene Ausnahmen. Dagegen stehen die Zahlen I-VIII bei 1,1.5.
9. 14.20.24.28b.33. Zur Einteilung in der Laus patrum siehe den Abschnitt: Einteilung der Laus patrum. — TL wird
nicht in den kritischen Apparat aufgenommen.
2 Vergleiche aus den für 4'L verglichenen Stichkapiteln: 4,6 eum] Шит; 4,31 homini pro peccaio] omni peccato.
— 27,9 si sequaris] si quesieris; 27,14 (in) delictis peccati] in delictis peccatis; 29,9 et3 . . . ilti2] om. (mit S*): Homoio-
teleuton. — 36,17 om. tuae; 37,10 ne . . . mittat] ne ... mittet; 38,19 cooperiai; 38,27 sogma] sagitta; 38,34 Haitianern]
litionem; 39,18 et quasi. — 52,1 1 exaudías] exaudies.

*FD = Città del Vaticano, Biblioteca Apostólica Vaticana Vatic, lat. 1051 1

Vetus Latina 11/1, (88); 90; 226 (Nr. 49); 581


Zwei Spalten; um 1 100 geschrieben. VF'> war seit dem 12. Jahrhundert Eigentum der Kathedrale
von Bovino (Unteritalien); 1900 ¡st T0 an den Papst Leo XIII. gegeben worden.
Die Handschriften : TD - Ü б!

Bibel. Gliederung des Sirachbuches (fol. 213V 1. Spalte - fol. 226V 1. Spalte): incipit prologas
lib iïïu fllii sirach / Prolog multorum nobis . . . / explicit prologus; incipiunt capitula / Kapitelsreihe
KA Aa / expliciunt capitula; incipit liber ¡Пи filii syrach / Sir l - 52 / explicit liber liiesu filii sirach.
Der Seitentitel ist liber iesu filii sirach (oder syrach). Der Text ist nach der Kapitelsreihe KA Aa
eingeteilt, ohne aber die Zahlen der Reihe beizufügen. Er hat die Zwischentitel, die an mehreren Stel
len durch Kapitel der Reihe KA Aa erweitert sind. Zur Einteilung ¡n der Laus patrum siehe den eige
nen Abschnitt: Einteilung der Laus patrum.
YD wird nach den Angaben in der römischen Vulgataausgabe verglichen; außerdem stand das
Kollationsheft der römischen Edition zur Verfügung.

ü = Handschriften des Bibeltyps der Pariser Universität

Vetus Latina ll/l,9lf;58l

Unter dem Sigel ü werden wie in Sapientia als Beispiele für den hochmittelalterlichen Text der
Pariser Universität die drei Handschriften des 13. Jahrhunderts QM, Qs, ÜJ verglichen, und zwar wie
derum nach den Angaben in der römischen Vulgataausgabe und ihren Kollationsheften. Innerhalb
der drei Zeugen gibt es Differenzen1, doch ¡st die Zusammenfassung durch das Gruppensigel ü ohne
Frage berechtigt. Wie in Sapientia ist ü wesentlich durch Ф geprägt. Ebenso spielt die ©-Überliefe
rung eine Rolle, und zwar sowohl deren älterer als auch jüngerer Zweig. Zuweilen steht die übernom
mene Lesart in Q an einer anderen Stelle als in der Quelle.
Neben dem Rückgriff auf gegebene Überlieferungszweige bezeugt Q viele Lesarten, die innerhalb
des verglichenen Materials sonst nicht belegt werden. Dabei muß — da eine breite Kollation von Vul-
gatahandschriften aus dem 11. und 12. Jahrhundert nicht im Rahmen der Vetus Latina Edition He
gen kann — offen bleiben, in welchem Maße hier wirkliche Neuerungen von Q vorliegen. Ihre Hervor
hebung charakterisiert also zunächst nur den Unterschied zur älteren Überlieferung, doch vieles
spricht für eine gemeinsame Herkunft2. Der Befund ¡st dem Tatbestand ¡n Sapientia sehr ähnlich.
Wiederum sind es vor allem grammatische und stilistische Änderungen; Umstellungen treten beson
ders hervor. Mehrfach lassen sich die Korrekturen auf den gleichen Grund zurückführen. Verbesse
rungen nach dem Griechischen spielen kaum eine Rolle, aber der Zusatz von 11,15.16 fußt auf der
griechischen Überlieferung 0-V L'.
Bei den folgenden Beispielen für typische Q-Lesarten werden auch Stellen genannt, an denen von den drei П-
Zeugen nur zwei zusammengehen.
An vielen Stellen werden die Formen von Ute (zuweilen auch von ipse) durch die entsprechenden Formen von is
ersetzt, doch geht es dabei nicht um eine Ausmerzung von lile, sondern mehr um eine Abwechslung. Siehe zum Bei
spiel 2,19; 4,19 ШитЗ; 6,7.19 illam. 36 Шит; 8,9.20; 10,20; 15,8 illa. 12 /Hi; 16,22.26 ipsorum*; 17,9 illas. 27; 27,29 illam;
28.23 /H/us!; zuweilen wird auch /He für is eingesetzt, zum Beispiel 13,18; 14,24 (Ф); 18,9.
non wird durch ne ersetzt, wenn der Konjunktiv folgt, ohne daß wiederum konsequent verfahren wird. Vergleiche
zum Beispiel 5,2 (siehe ne 5,1.3); 6,7; 7,32; 9,6.8; 17,26; 22,27; 38,21. Aber auch umgekehrt wird ne durch non ersetzt,
zum Beispiel 3,14; 8,20 (siehe 8,19 non); 22,33; 42,1 ne1 (siehe 42,la non).
Manchmal wird et zu sed verbessert, wenn es sich um einen Gegensatz handelt: 3,17 (Ф); 18,17; 27,23.
Sehr häufig erkennt man die Angleichung an den Kontext oder wenigstens seinen Einfluß. Siehe folgende Bei
spiele: 1,2 mensas] dimensus; 4,17 + permanebit et (vgl. 4,16); 6,3 Konjunktiv comedat . . . perdat . . . relinquaris; 8,3
atque] ei; 8,10 + sapientiam ei; 9,6 + animam tuatn; 11,20 + rf mors adpropinqu(a)t (vgl. aliis] + et mori(e)lur 6C2); 14,14
boni doni] diel boni (vgl. a die bono); 15,16 faceré] servare (vgl. + conservare <bfí; conservabunt V); 19,21 deficit] minuitur
{vgl. 19,20); 20,23 prae inopia (vgl. prae confusione); 21,31 odiosas erit] adietar (vgl. 21,31a); 22,9 narrât (vgl. 22,8);
23,1 + in cogítala et (vgl. 23,2); 24,45 penetraba] + omnes; 30,10 condoleos; 33,7 a solé] sol solem (vgl. lux lucem . . . annus
annum); 33,15 duo contra duo; 34,30 mortuum (vgl. a mortuo); 39,17 Plural rosae plantatae; 40,2 Plural adinventiones;
42.24 Präsens vivant; 45,27 gentes] gens (vgl. поп hereditabit); 50,2 Genitiv excelsi; 50,16 in sanguine.
Eine sprachliche Verbesserung liegt an folgenden Stellen vor: 3,28 pravicordius] pravicors; 5, 10 nihil . . . proderuni]
non . . . proderunt; 9,15 veterescat (veterescet &)] veterascet; entsprechend 2,6; 1 1 ,21 ; 14,18 mit verschiedenen Vorgängern;
9,21 cave te] cave. — Da bei benedicere in der Regel deus nicht Subjekt, sondern Objekt ist, hat i!MS in 4,14 das Pas-
sivum benedicetur deus.
62 Die Handschriften : íi - ÜM

Mehrfach wirken liturgische Texte ein: 14,22 — sua2; 15,1 illud] bona; 29,15 corde] sinu; 36,18 + domine; 44,25
+ dominus (vgl. benedictio domini super capul iusti . . . p); 45,4 de omni carne] ex omni carne; 45,9 zona iusíitiae. —
Auch einzelne Q-Handschriften zeigen liturgischen Einfluß.
Eigenartig, aber aus Sapientia bekannt sind mehrere Varianten, die sich in Aussprache oder Schreibung nur wenig
von der Hauptlesart unterscheiden, aber doch ein völlig neues Wort bilden. Trotz dieser Verschiedenheit wird der latei
nische Satz nicht sinnlos. Siehe 1,19 consummationis] consolationis; 4,13 placèrent] placatorem (die gleiche Variante
39,23 placar] placator fis); 7,25 curva] fura; 8,10 serviré] /mere; 10,16 exhonoravit] exornavit; 12,13 miserebitur] medebi-
turZ; 14,18 folium] oleum; 22,1 aspernationem] aspirationem; 23,3 et adincrescant] ne acquiesçant (П8-1; accrescaní ÍIK) et
adincrescaní: Dublette; 28,8 íabitudo] beatitude; 29,24 dirigentes] diligentes; 32,15 te trices] te tristes; 46,9 perfringere]
persiringere; vielleicht gehören auch 45,25 fructuum] /riigu(u)m und 50,5 in conversation] in conversione hierhin.
Schließlich sei auf einige auffallende Íi-Lesarten hingewiesen, für die ich bisher keine rechte Erklärung sehe:
Stellung von 1,14 nach 1,15; 24,6 отпет terram] отпет carnem; 36,23 filiae] filio; 42,26b et quis sciens confirmabit forti-
tudinem eius (zu confirmabit vgl. 26a confirmabit 0ФП); 50,24 et nunc orate] et post rursum (— iij) plus orate. — In
36,27 hat fiM zu mulier den Zusatz ecclesia vel spiritus sancti medela. Die Quelle für diese Auslegung habe ich nicht ge
funden.
Der ii-Text ist die Grundlage für die frühen Vulgatadrucke. Innerhalb der Drucke spielt die
Clementina durch zahlreiche Änderungen nach dem(griechischen Text eine eigene Rolle.

1 In der ersten Hälfte des Buches gehen fi8-1 wie in Sapientia enger zusammen, aber in der zweiten Hälfte ist die
Kombination QMS stärker als fi8-1. — ÜM hat auch in Sirach eine stärkere Eigenstellung als die beiden anderen Q-Hand
schriften.
2 Für Sapientia (siehe Vetus Latina 11/1, 91) habe ich dies nicht genügend betont.
3 medebitur ist schon durch BED Le (> Me), Sam belegt und wird dort durch den Kontext gesichert.

ÛJ = Paris, Bibliothèque Nationale lat. 16721

V.etus Latina 11/1, 92; 226 (Nr. 38); 381

Zwei Spalten; etwa um 1250 in Paris geschrieben.


Die Handschrift 16721 ist der dritte Band (mit den fünf Weisheitsbüchern und den Propheten)
der großen vierbändigen Bibel 16719; 16720; 16721; 16722 der Dominikaner zu Saint-Jacques in
Paris. Gliederung des Sirachbuches (fol. 39R l . Spalte - fol. 71 R l . Spalte) : incipit prologas in librum
ecdesiasticum (Oj2)' / Prolog multorum nobis . . . / explic prologus; incipit liber ecclesiasticus (Qj2)' /
Sir l - 51 / explicit liber ecclesiasticus. Der Seitentitel ist ecclesiasticus. ÜJ hat keine Kapitelsreihe.
£ÏJ wird nach den Angaben in der römischen Vulgataausgabe verglichen. Außerdem stand das
Kollationsheft der römischen Edition zur Verfügung.
i Über OJ* ist infolge der Rasur durch IV2 keine Angabe möglich.

ÜM = Paris, Bibliothèque Mazarine 5

Vêtus Latina 11/1, 92; 227 (Nr. 71); 581

Zwei Spalten; vor 1231 (wohl zwischen 1226 und 1231) ¡n Paris geschrieben.
Bibel. Gliederung des Sirachbuches (fol. 253V 1. Spalte - fol. 263V 2. Spalte): Prolog multorum
nobis . . . / Sir l - 51. Der Seitentitel ist eccli (auf den Versoseiten) asticus (auf den Rectoseiten).
OM hat keine Kapitelsreihe; der Text hat die Kapiteleinteilung der Universität von Paris. Von dem
vorangehenden Buch Sapientia und von dem folgenden Buch Job wird Sirach lediglich durch eine
freie Zeile getrennt. Eine freie Zeile liegt auch zwischen Prolog und Sir 1. Sowohl der Prolog als auch
Sir 1,1 sind durch die größere Initiale M beziehungsweise 0 hervorgehoben.
QM wird nach den Angaben in der römischen Vulgataausgabe verglichen.
Die Handschriften : ûs - xp 63

üs = Paris, Bibliothèque Nationale lat. 15467

Vetus Latina 1 1 /l, 93; 226 (Nr. 39); 581


Zwei Spalten; 1270 in Paris geschrieben.
Bibel. Gliederung des Sirachbuches (fol. 305R 2. Spalte - fol. 322R 2. Spalte): prologus in ec-
desiastico / Prolog multorum nobis . . . / ecclesiastic! liber incipit / Sir 1 - 51. Der Seitentitel ist ec.de-
siasticus. Qs hat keine Kapitelsreihe.
Qs wird nach den Angaben in der römischen Vulgataausgabe verglichen. Außerdem stand das
Kollationsheft der römischen Edition zur Verfügung.

öv = Vercelli, Archivio Capitolare XI (57)

Vetus Latina 1 1/1, 93f ; 228 (Nr. 82)


Zwei Spalten; zweites Viertel des 9. Jahrhunderts; Oberitalien.
Teilband einer Bibel. Gliederung des Sirachbuches (fol. 143R 1. Spalte - fol. 163R 2. Spalte):
Incipit prefatio in libro hiesu fili siracli / Prolog multorum nobis . . . / explicit praefatio; incipiunt capi
tula eiusdem libri / Kapitelsreihe KA B / expliciunt cap; incipit liber ecclesiasticus hiesu fili (filii m. 2)
sirach l Sir l -.51. Der Seitentitel wechselt: liber fili sirach (bis fol. 146R); liber hiesu (~ hiesu Üb
fol. 154V) fill sirach (sirac fol. 154R) (bis fol. 157R); liber iesu ftli sirach (bis fol. 160R); liber eccle-
siasticum (bis fol. 163R; zu Sir 44,3 - Ende). Der Text hat die Zahlen der Reihe KA B.
Zum Text in 6V siehe oben bei 0 S. 45f.
6V wird nach Photographien verglichen.

x = katalanische Vulgatahandschriften
Vetus Latina 11/1, 94 : ü X ,-. ' r^-:
Dem Gruppensigel x sind die beiden katalanischen Bibeln des 11. Jahrhunderts xv und xp zu
geordnet. Die Schrift in xv ist mit einer der Schrifttypen in xp auf das engste verwandt1. Für die
Paulusbriefe hat H. J. FREDE auch die Zusammengehörigkeit ¡m Text hervorgehoben, die trotz der
Verschiedenheiten in der äußeren Anlage und in den Beigaben zum Text besteht2. In Sapientia und
Sirach gehen die beiden Handschriften aber Verbindungen mit durchaus verschiedenen Überliefe
rungszweigen ein und belegen damit die Existenz unterschiedlicher Texte an einem Ort. Gemein
same Lesarten xvp stehen in der Regel nur in einem breiten Traditionsstrom.

1 H.J. FREDE in Vetus Latina 24/2, 23; 25, 78; F. AVRIL, J.-P. ANIEL, M. MENTRÉ, A. SAULNIER, Y. ZALUSKA,
Manuscrits enluminés de la péninsule ibérique, Paris 1983, 32.
2 Siehe Anmerkung l .

xp = Paris, Bibliothèque Nationale lat. 6

Vetus Latina ll/l,94f; 145-147; 225 (Nr. 30). 228 (Nr. 86); 581
F. AVRIL, J.-P. ANIEL, M. MENTRÉ, A. SAULNIER, Y. ZALUSKA, Manuscrits enluminés de la péninsule ibérique, Paris
1983,31-43; 177-180
»Bibel von Rosas«; drei Spalten, in der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts von mehreren
Schreibern geschrieben. In einem Schrifttyp der Handschrift besteht sehr enge Verwandtschaft mit
64 Die Handschriften : xp - xv

der Schrift in dem früheren Codex xv. xp ist wohl wie xv in Santa Maria de Ripoll geschrieben. Sicher
kommt xp aus Sant Père de Roda (Provinz Gerona).
Ursprünglich einbändige Bibel, jetzt vier Bände (lat. 6,1-4). Sapientia und Sirach stehen — im
Gegensatz zu dem Kolophon auf fol. 126V des dritten Bandes — im zweiten Band nach Prv Ecl Ct.
Gliederung des Sirachbuches (fol. IHR 2. Spalte - fol. 129V 1. Spalte): incipit prologas hiesu filii
sirach / Prolog multorum nobis . . . / explicit prologus hiesu filii sirach ; incipit liber eiusdem qui dicitur
ecclesiasticus / Sir l - 51 / explicit liber hiesu filius sirach- ecclesiasticum salomonis- oratio salomonis /
Sir 52 / explicit oratio salomonis. Im Kolophon heißt das Sirachbuch liber ihesu filii syrach (vergleiche
G im Kolophon). Der Text hat die Zwischentitel. Er hat außerdem die Zahlen der Einteilung, die in
Гв und in Wien 1190 (zweite Hand) belegt ist1, siehe Vetus Latina 11/1, 145-147. Soweit die Laus
patrum davon betroffen ist, siehe den eigenen Abschnitt: Einteilung der Laus patrum.
Nicht nur in der Bezeichnung und in der äußeren Gliederung des Sirachbuches, sondern auch im
Text geht xp andere Wege als die ältere Handschrift xv. Wie in Sapientia besteht eine enge Verbin
dung mit den Handschriften des 9. Jahrhunderts Q und Wien 1 190, innerhalb derer Wien 1 190 und
xp enger zusammengehören. Zu den Beziehungen der Gruppe Q (Wien 1 190) xp zu anderen Überlie
ferungszweigen der Vulgata siehe oben bei Q. Im Kapitel 52, das in Q nicht belegt wird, hat xp den
gleichen Text wie die ältere Handschrift Wien 1190, siehe dort2.
xp wird nach Photographien verglichen.

1 Nach der Zahl 100 (bei 36,20) beginnt in xp die Zahlenreihe neu mit l (bei 37,1). Die gleiche Art und Weise ist
gegen Гв bereits in Wien 1 190 belegt.
2 Angesichts der geringen Sorgfalt, mit der Wien 1 190 geschrieben wurde und die viele Fehler verursacht hat, wird
Wien 1190 im kritischen Apparat nicht durchgängig, sondern nur für Lesarten genannt, die innerhalb der Gruppe Q
Wien 1 190 xp für die Beziehung dieser Zeugen von Interesse sind oder in denen Wien 1 190 mit Zeugen geht, die sonst
für die Begleitung von Qxp typisch sind.

xv = Città del Vaticano, Biblioteca Apostólica Vaticana Vatic, lat. 5729

Vêtus Latina 1 1/1, 95; 227 (Nr. 60)

Drei Spalten; im 1 1. Jahrhundert (vor xp) in Santa Maria de Ripoll geschrieben; früher zu Un
recht »Farfa-Bibel« genannt.
Bibel. Gliederung des Sirachbuches (fol. 298V 2. Spalte - fol. 31 IR 3. Spalte): incipit prologus
libri ihesu filii sirach / Prolog multorum nobis . . . / explicit prologus; incipiunt capitula / Kapitelsreihe,
die aus KA B und KA Aa zusammengesetzt ist1 / expliciunt capitula; incipit liber sapientiae / Sir
l - 50 / incipit oratio ffiu filii syrach / Sir 51 / explicit oratio ¡Пи filii syrach / Sir 52 / explicit liber aec-
clesiasticum (+ versus fIDCCC m. 2). Der Text hat die Zwischentitel und am Rand die Zahlen der
Kapitelsreihe KA Aa2.
Ebenso wie in Sapientia besitzt xv unter den in dieser Ausgabe verglichenen Vulgatahandschrif-
ten kein eigentliches Profil. Aus einem breiten Überlieferungsstrom, der weithin durch die Tradition
(А)УФ . . . geprägt ist, tritt xv in der Regel lediglich durch die zahlreichen Sonderlesarten heraus, die
oft nur reine Fehler sind. Außer Ф wirkt auch 0 ein; auch Dubletten in xv fallen bei dem gleichen Be
fund in Sapientia nicht weiter auf3.
xv wird nach Photographien verglichen.

1 Je nach einem Kapitel der Reihe KA B ist ein Kapitel der Reihe KA Aa eingeschoben und wird in der fort
laufenden Zählung als eigenes Kapitel gezählt. Nach den Kapiteln der Reihe KA B folgen von Kapitel 26 an (de de-
funcfis) die Kapitel der Reihe KA Aa. Mit der oratio salomonis kommt die Kapitelsreihe in xv allerdings nur auf 146
Kapitel; neben verschiedenen Abweichungen in der Zählung überspringt xv die Kapitel 81-88 (Homoiarkton, Homoio-
teleuton). In der römischen Vulgataausgabe ist xv unter dem Sigel F für die Kapitelsreihe KA B verglichen.
2 Sowohl die Anzahl der Zwischentitel als auch die Zahlen der Kapitelsreihe sind in xv etwas vermehrt worden.
Die Handschriften: xv- ¡л 65

3 Vergleiche 7,3 iniuriae et iniustitiae; 32,6 auditus non est non (non est = ALMO . . .; est non = V). Nach 15,18
folgen in xv", ohne daß ein sachlicher Zusammenhang erkennbar wäre, noch einmal die Verse 6,2 und 1 0, 1 7, haben aber
an dieser Stelle einige andere Lesarten. — Vor 21,1 (siehe dort peccasti . . . deprecare ut tibí remittatur) steht in xv,
wiederum ohne vom Bibeltext irgendwie abgehoben zu sein, eine Ausführung zu Sünde, Buße und Gnade (aus welcher
Quelle?).

Xp = Paris, Bibliothèque de l'Assemblée Nationale (Chambre des Députés) 1. (A. 20)

Vetus Latina 11/1, 96f ; 227 (Nr. 59)

Zwei Spalten; in der Mitte des 9. Jahrhunderts von mehreren Händen in Lyon, wohl für Florus,
geschrieben.
Bibel (lückenhaft erhalten). Gliederung des erhaltenen Sirachtextes (fol. 243R 1. Spalte - fol.
252V 2. Spalte): Sir 9,14 novus enim - 51,38 / explicit liber ecclesiasticus. Vor Sir 51 hat Xp den nor
malen Titel oratio hiesu fllii sirach als einzige Überschrift innerhalb des Sirachtextes. Der sehr viel
spätere Seitentitel, der aber vor der Foliierung geschrieben wurde, lautet ecclesiasticus. Zwischen dem
erhaltenen Sapientiatext Sap 1,1-6 be[nignus (fol. 242V 2. Spalte) und Sir 9,14 sind, wenn man nach
dem Raum urteilt, 6 Blätter ausgefallen; nach dieser Berechnung hat Xp wie ALH weder den Prolog
muttorum nobis . . . noch eine Kapitelsreihe. Der Text ist auch nicht nach einer Reihe eingeteilt.
Sonderlesarten und Fehler kommen vor, sind aber nicht zahlreich. Zum eigentlichen Text in
Xp siehe oben zu Л S. 48.
Xp wird nach Photographien verglichen.

(i = Lesungen in der ambrosianischen Liturgie

Vetus Latina 11/1,97


Berücksichtigt werden die Sakramentare von Bergamo (u.B) und Biasca (u,A). Sie belegen fol
gende Lesungen aus Sirach:
14,22.27 - 15,5 (цв); 14,22; 15,3-4.6 (цА) ^в (296R); p* (258V)
24, 1 1 -20 ((лв); 24, II -l 3.1 5-20 (¡лА) цВ (263V); цА (242R)
24,14-16 u» (302V); (x* (275R)
31,8-11 I^A (255V)
36,1-10 u.» (90R); цА (161V)
(i» (187R)'; ЦА (286R)
Cento aus 44,16.17.20.22.25.26.27; 45,3.8.19.20 (zur Zuweisung
an die genannten Verse siehe die Angabe bei p) (iA (264R)
51,13-17 кв (291 R); цА (266V)

Die Lesungen werden eingeleitet mit lec(tio) lib(ri) sapientiae. Mit Ausnahme von 24,14-16 sind
sie auch in p belegt, und ¡A hat praktisch den gleichen Text wie p. Wenn an einigen Stellen ¡A (oder
einer der ¡¿-Zeugen) gegen p die V-Lesart bezeugt, so entspricht dies nur einem Befund, der auch in
nerhalb der p-Handschriften anzutreffen ist. Ebenso ist die allgemeine Zugehörigkeit von цр zu einer
breiten italienischen Überlieferungsschicht der Vulgata deutlich. — Während ЦВА in der mit p ge
meinsamen Lesung 24,1 Iff in 24,15 flrmata (= p V) lesen, haben sie in der bei p nicht belegten Lesung
24,14-16 die Variante fructiftcata, die auch in St. Gallen belegt ist2.

1 Nur Verweis auf den Text von fol. 90R.


2 fructifirmata S*, St. Gallen 7; 10: Kontamination; fructificóla S2; firmata St. Gallen 8l2 in ras.

У 2.3.1987 Vetus Latina 11/2


66 Die Handschriften: ¡л* -p

Milano, Biblioteca Ambrosiana A. 24 bis ¡nf.

Vetus Latina ll/l,97f

Sakramentar von Biasca. Karolingische Minuskel; der Hauptteil wohl aus der ersten Hälfte des
10. Jahrhunderts, der Nachtrag (fol. 305R - 312V) um die Wende vom 10. zum 1 1. Jahrhundert.
Die Sirachlesungen (siehe oben ¡A) stehen im Hauptteil der Handschrift.
¡AA wird nach Photographien verglichen. Der Cento aus Sir 44 und 45 in seiner eigenwilligen Zu
sammenstellung und mit seinen vielen selbständigen Formulierungen wird im kleinen Apparat zu den
betreffenden Versen vollständig angegeben.

[iB = Bergamo, Biblioteca di San Alessandro ¡n Colonna 242

Vetus Latina 1 1 /l, 98


A. PAREDI (G. FASSI), Sacramentarium Bergomense. Manoscritto del secólo IX delta Biblioteca di S. Alessandro in
Colonna in Bergamo, Bergamo 1962 = Monumenta Bergomensia 6

Sakramentar von Bergamo. Karolingische Minuskel; »um die Mitte oder sehr bald nach der Mitte
(III. Viertel) des IX. Jahrhunderts« (B. BISCHOFF bei PAREDI VIII) geschrieben.
(iB wird nach der Ausgabe von A. PAREDI verglichen. Die Sirachlesungen (siehe oben y.) stehen
bei Paredi auf den Seiten 306; 274; 314; 106; (200); 302.

p = Lesungen in der römischen Liturgie

Vetus Latina 11/1, 98-100; 581

In der folgenden Liste sind die Sirachlesungen der in dieser Edition verwendeten p-Handschriften
aufgeführt. In der Beschreibung der einzelnen Zeugen wird dann angegeben, wie die Lesung jeweils
genau abgegrenzt ist, an welcher Stelle der Handschrift sie steht und ob sie mehrfach gebracht wird.
Dort ist auch vermerkt, ob die Handschrift im kritischen Apparat oder nur ¡n der Einleitung berück^
sichtigt wird.
2,7-13
2,18-21 Bes. Mainz
14,22; 15,3-^.6 Pp Len. Bes. pA Ver. Mainz
15,1-6 Len. Bes. pA Ver. Mainz
P8
24,l^t siehe 47,9-13; 24,1-4
24,1-5.21.22 Len. Bes. Mainz
24,11-13.15-20 Pp Len. Bes. pA Ver. Mainz
24,23-31 Pp Bes. pA Ver.
31,8-11 Cas. pw Würz. Pp Len. Bes. pA
P8 Ver. Mainz
36,1-10 Pp Len. Bes. pA
P8 Ver. Mainz
39,1-5 Bes. Mainz
39,6-13 Pp Len. Bes. P* P« Ver. Mainz
44,10-15 Pp Len. Bes. pA
.P8 Ver. Mainz
Cento aus 44, 1 6. 1 7.20.22.25.
26.27; 45,3.8. 1 9.20" Cas. Pp Len. Bes. pA
P8 Ver. Mainz
44,25-27; 45,2-4.6-92 Pp Len. Bes. pA PS Ver. Mainz
45,1-6 Bes.
47,9-1 3; 24, l -4 Bes. Mainz
50,1-8 P*
51,1-8.12 Pp Len. Bes. Ver. Mainz
51,1-12 Pp Len. Bes. Ver. Mainz
51,13-17 P1' Len. Bes. Ver. Mainz
Die Handschriften: p - pA 67

Cas. = Monte Cassino, Archivio della Badia 271 K Palimpsest; pw = Würzburg, Universitätsbibliothek M. p. th.
f. 62; Würz. = Würzburg, Universitätsbibliothek M. p. th. q. 32; pp = Paris, Bibliothèque Nationale lat. 9451; Len. =
Leningrad, öffentliche M. E. Saitykow-Schtschedrin-Staatsbibliothek Q. v. 1,16; Bes. = Besançon, Bibliothèque
Municipale 184 fol. 58-74; pv - Verona, Biblioteca Capitulare LXXXII (77); pA - Milano, Biblioteca Ambrosiana C.
228 inf.; Ps = St. Gallen, Stiftsbibliothek 365; Ver. = Verona, Biblioteca Capitulare LXXXVIII (83); Mainz - Mainz,
Domschatz 972. — Cas. und Würz, sind nur Fragmente.

Die verglichenen p-Handschriften haben für die Sirachlesungen weithin den gleichen Text. In
wechselnder Weise verläßt zwar der eine oder andere Zeuge gelegentlich die allgemeine p-Überliefe-
rung — in der Regel ist dann V oder eine breite V-Tradition für die Abweichung verantwortlich —,
aber zu einer echten Gruppenteilung kommt es nur selten. Die Geschlossenheit wird besonders deut
lich in der Auswahl, Zusammenstellung und Umformung von Versen und Versteilen in Lesungen wie
etwa dem Cento aus 44 und 45 oder der Lesung 44,25ff. Aber auch der Abschnitt 44,10-15 hat eine
eigene Gestalt.
Es gibt zahlreiche spezielle p-Fonmilierungen. Zuweilen haben diese auch auf vereinzelte V-
Handschriften eingewirkt; den stärksten Einfluß sehe ich in O3. Umgekehrt ist ein bestimmender
Einfluß von lokalen Bibeltexten auf einzelne p-Zeugen der entsprechenden Herkunft nicht zu erken
nen.
Wird ein Sirachvers in mehreren Lesungen zitiert, so ist der Bibeltext nicht immer gleich, doch
zeigt sich gerade in der Beibehaltung dieser Differenzen die Geschlossenheit der p-Zeugen4.
Bei aller Eigenprägung von p bleibt deutlich, daß p innerhalb einer breiten italienischen Überlie
ferungsschicht der Vulgata steht, die unter den verglichenen Handschriften nicht so sehr durch A,
als vor allem durch Y (und spätere italienische Zeugen) repräsentiert wird.
Im kritischen Apparat werden die p-Handschriften in der Reihenfolge pWPVAS angeführt; Würz.,
Ver. und Mainz stehen am Ende der Zeugenreihe.

1 Bei der Auswahl und Umgestaltung der Verse ist die hier getroffene Zuweisung an die genannten Verse nicht
unbedingt gesichert. So ist am Anfang ecce sacerdos magnus qui in diebus suis plaçait deo wegen placuit deo zu 44,16
gestellt worden, aber sacerdos magnus und in diebus suis kommt aus 50, l . — et dedit illi coronam gloriae (zu 45,3) könnte
auch zu 45,6 genommen werden.
2 Zu 44,25-27; 45,2-4.6-9: Der Text ist teilweise sehr frei behandelt; der Anfang benedictio domini super capul
iusti hat zu Sir 44,25 nur eine lose Beziehung und ist von Prv 10,6 bestimmt. Aber der wohl von p abhängige Zusatz
dominas in 11 zeigt, daß auch im Pariser Text an 44,25 gedacht ist.
3 Auch in den Vulgatadrucken gibt es diesen Einfluß; er ist wohl durch Handschriften vermittelt, die hier nicht
verglichen wurden. Siehe die Angaben in der römischen Vulgataausgabe zu 44,11 permanent; 44,12 hereditas sancta
nepotes eorum.
4 Vergleiche zum Beispiel 51,12 gentium (= V) in der Lesung 51,1-12, aber angustiae in der Lesung 51,1-8.12.

PA = Milano, Biblioteca Ambrosiana С. 228 inf.

Vêtus Latina 1 l/l, 100

Karolingische Minuskel, zwei Spalten; zweite Hälfte des 9. Jahrhunderts; Bobbio.


Lektionar. Die p-Lesungen aus Sirach stehen in pA an folgenden Stellen (die Angabe betrifft je
weils den Anfang der Lesung): 2,7-13: fol. 127V; 14,22; 15,3-4.6: fol. 128V (fol. 161V und fol. 174V
je Verweis auf den Text fol. 128V); 15,1-6: fol. 6V; 24,11-13.15-20: fol. 19R (fol. 176V Verweis auf
den Text fol. 19R); 24,23-31: fol. 130V; 31,8-1 1 : fol. 19R; fol. 93R; fol. 129V; fol. 172R (fol. 98V
Verweis auf den Text fol. 93R) (fol. 138R und fol. 156V je Verweis auf den Text fol. 129V); 36,1-10:
fol. 32V; 39,6-13: fol. 13V; fol. 91V; fol. 174R (fol. 15V Verweis auf den Text fol. 13V); 44,10-15:
fol. 91 R; fol. 1 17R; Cento aus 44 und 45: fol. 19V; fol. 159V (fol. 173V Verweis auf den Text fol. 159V);
44,25-27; 45,2-4.6-9: fol. 125V; 47,9-13; 24,1-4: fol. 147V; 51,1-8.12: fol. 128R (fol. 176V Verweis
auf den Text fol. 128R); 51,13-17: fol. 161V (fol. 167V und fol. 176V je Verweis auf den Text fol.
68 Die Handschriften: pA-ps

161V). — Die Lesungen werden eingeleitet mit lec(tio) lib(ri) sap(ientiae), nur die Lesung 2,7-13,
mit der pA allein innerhalb von p steht, hat lee lib ecclesiastici.
pA wird nach Photographien verglichen. Der Cento aus Sir 44 und 45 wird im kleinen Apparat
zu den betreffenden Versen vollständig angegeben.

pp = Paris, Bibliothèque Nationale lat. 9451

CLA V 580
R. AMIET, Un »Comes« carolingien inédit de la Haute-Italie: Ephemerides Liturgicae 73 (1959) 335-367
B. BISCHOFF, Panorama der Handschriftenüberliejerung aus der Zeit Karls des Großen, in: Karl der Große, Lebens
werk und Nachleben, 2. (Hg. B. Bischoff) Das geistige Leben, Düsseldorf 1965, 250 mit Anmerkung 132
K. GAMBER, Codices liturgia latini antiquiores 2, Freiburg/Schweiz, 21968, Nr. 1210 S. 472f
VL 11/1,581

Purpurpergament; 198 Blätter, zusätzlich vorn und hinten Schutzblätter; 33,5 x 22,2 cm;
Schriftraum 26 x 17 cm; 2 Spalten mit je 30-31 Zeilen; Unziale und Minuskel, 8./9. Jahrhundert;
Norditalien (Monza).
Doppelcomes. Die p-Lesungen aus Sirach stehen in pp an folgenden Stellen (die Angabe betrifft
jeweils den Anfang der Lesung): 14,22; 15,3-4.6: fol. 171 R; 24,11-13.15-20: fol. 17V; fol. 176R; 24,
23-31: fol. 129V; 31,8-11: fol. 7R; fol. 167V; 36,1-10: fol. 32R; 39,6-13: fol. 170V; 44,10-15: fol.
119V; fol. 195R; Cento aus 44 und 45: fol. 169V; 44,25-27; 45,2-4.6-9: fol. 151 R; 50,1-8: fol. 193R;
51,1-8.12: fol. 127V; 51,1-12: fol. 176R; 51,13-17: fol. 176V. — Die Lesungen werden eingeleitet mit
lec(tio) lib(ri) sap(ientiae). — Die Stücke 44,10-15 und 50,1-8' stammen nach AMIET (366) aus
einer anderen Quelle. — Zuweilen ist in pp die V-Lesart gegen die eigentliche p-Lesart eingedrungen,
besonders deutlich in der Dublette 45,2 in timoré (= V) in conspectu (= p).
pp wird nach Photographien verglichen. Der Cento aus Sir 44 und 45 wird im kleinen Apparat
zu den betreffenden Versen vollständig angegeben. Ebenso stehen im kleinen Apparat die Lesarten,
die anhand der Photographien nicht mehr eindeutig zu sichern waren.

1 Die Lesung 50,1-8 (in natale sancti gregorii) hat unter den verglichenen p-Handschriften nur pp. Im »Lectio-
narius Missae« (J. M. Thomasii opera omnia ed. A. F. Vezzosi, Band 5, Rom 1750, 384a) ist die Lesung Sir 50,1-13.16
(in natale unius confessoris atque pontificis) genannt.

ps = St. Gallen, Stiftsbibliothek 365

Vetus Latina 11/1, 100

In der Mitte bis zweiten Hälfte des 9. Jahrhunderts von verschiedenen Händen in St. Gallen ge
schrieben.
Lektionar. Die p-Lesungen aus Sirach stehen in ps an folgenden Stellen (die Angabe betrifft je
weils den Anfang der Lesung): 15,1-6: p. 10; 31,8-1 1 : p. 363; 36,1-10: p. 60; 39,6-13: p. 370; 44,
10-15: p. 299; Cento aus 44 und 45: p. 369; 44,25-27; 45,2-4.6-9: p. 337; 51,1-8.12: p. 307. — Die
Lesungen, die wie in Sapientia nicht so zahlreich sind wie in den übrigen p-Handschriften, werden ein
geleitet mit lec(tio) lib(ri) sap(ientiae).
ps wird nach Photographien verglichen. Der Cento aus Sir 44 und 45 wird im kleinen Apparat zu
den betreffenden Versen vollständig angegeben.
Die Handschriften: pv-<TR 69

p v = Verona, Biblioteca Capitulare LXXXII (77)


Vêtus Latina 11/1, 101

Karolingische Minuskel; erste Hälfte des 9. Jahrhunderts; Verona.


Fragmentarisch erhaltener Doppelcomes1. Die p-Lesungen aus Sirach stehen in pv an folgenden
Stellen (die Angabe betrifft jeweils den Anfang der Lesung): 14,22; 15,3-4.6: fol. 254R; 24,11-13.
15-20: fol. 9R; 31,8-11 : fol. 249R; 36,1-10: fol. 31V; 39,6-13: fol. 253R; 44,10-15: fol. 183R; Cento
aus 44 und 45: fol. 251V; 44,25-27; 45,2-4.6-9: fol. 228R; 51,1-8.12: fol. 194V; 51,1-12; fol. 260R;
51,13-17: fol. 260V. — Die Lesungen werden eingeleitet mit lec(tio) lib(ri) sap(ientiae).
pv wird nach Photographien verglichen. Der Cento aus Sir 44 und 45 wird im kleinen Apparat
zu den betreffenden Versen vollständig angegeben.

1 S. REHLE, Lectionarium Plenarium Veronense (Bibl. Cap., Cod. LXXXII): Sacris Erudiri 22,1 (1974-1975)
321-376, bezeichnet pv als »eine wichtige, leider nicht ganz vollständig erhaltene Schwester-Handschrift« zu pp (326).

pw = Würzburg, Universitätsbibliothek M. p. th. f. 62

Vetus Latina 11/1, 101


H. THURN, Comes Romanus Wirziburgensis, Facsimileausgabe des Codex M. p. th. /. 62 der Universitäts- Bibliothek
Würzburg, Graz 1968 = Codices selecti phototypice impress! 17

Angelsächsische Minuskel; kurz vor der Mitte des 8. Jahrhunderts geschrieben. pw gehörte zum
alten Bestand der Würzburger Dombibliothek.
Capitulare lectionum et evangeliorum Romanum. Die p-Lesungen aus Sirach stehen in pw unter
folgenden Nummern; pw gibt jedoch nur Anfang und Ende der jeweiligen Lesung an: 14,22; 15,3-4.6:
Nr. 189; 15,1-6: Nr. 9; 24,11-13.15-20: Nr. 31 ; 31,8-11 : Nr. 17; Nr. 158; 36,1-10: Nr. 48; 39,6-13:
Nr. 137; 44,10-15: Nr. 127; Cento aus 44 und 45: Nr. 16; Nr. 182; 44,25-27; 45,2-4.6-9: Nr. 160;
51,1-8.12: Nr. 139; 51,1-12: Nr. 32; 51,13-17: Nr. 33. — Die Lesungen werden eingeleitet mit
lec(tio) lib(ri) sapi(entiae) salo(monis). Die (gegen die übrigen p-Handschriften stehende) Angabe
salomonis1 hat auch die wenig spätere Würzburger Handschrift M. p. th. q. 32 (dort nur die Lesung
31,8-11 erhalten).
pw wird nach der Faksimile-Ausgabe verglichen. Im kleinen Apparat werden die in pw gegebenen
Anfangs- und Endworte der Lesungen zu den betreffenden Versen voll ausgedruckt.

1 Auch die Lesungen aus Prv und Sap haben in der Einleitung von pw den gleichen Zusatz salomonis; aus Ecl
und Ct hat pw keine Texte.

ян = Fulda, Hessische Landesbibliothek Aa. 1 1

Vetus Latina l l/l, 102f ; 226 (Nr. 57)

Zwei Spalten; erste Hälfte des 9. Jahrhunderts; Reichenau. Die Handschrift stammt aus der al
ten Dombibliothek von Konstanz.
Zusammen mit der Handschrift Aa. 10 bildet Aa. 11 eine zweibändige Bibel, die zur Chorlesung
benutzt wurde. Gliederung des Sirachbuches (fol. 109R 2. Spalte - fol. 126V 2. Spalte): incipit pro-
logus (+ iïïu fllii syrach in librum ccclesiaslicum m. 2) / Prolog multorum nobis . . . / explicit prologas;
incipiunt capitula super ecclesiasticum / Kapitelsreihe von 87 Kapiteln, die aus KA Aa, den Zwischen
70 Die Handschriften : <TR - т

titeln und Versanfängen der Laus patrum zusammengesetzt ist1 / expliciunt capitula; incipit liber ec-
clesiasticus (cus in rasura?) (+ ¡Пи fllii syrach m. 2) / Sir l - 50 / (+ cum minio m. 2) Sir 51 / (+ cum
minio in margine m. 2; + oratio salomonis sup. lin. m. 2) Sir 52 / explicit hiesu filii syrac liber (~ ex
plicit liber hiesu ftlii syrach m. 2) deo grattas (gestrichen m. 2) amen (m. 27). — aR hat ¡m Text die
Zwischentitel und die 87 Zahlen der eigenen Kapitelsreihe ; von zweiter Hand sind Zwischentitel (nicht
vor Sir 51) und Zahlen getilgt und die Zahlen der Kapitelsreihe KA Aa eingetragen.
Im Text entspricht der Befund dem aus Sapientia bekannten Bild. Die Beziehung zur Überliefe
rung in St. Gallen ist wie erwartet auch für Sirach gegeben und kommt auch in Lesarten zum Aus
druck, die sonst kaum belegt werden. Interessant sind bei der Verbindung mit St. Gallen einige Ge
meinsamkeiten mit der älteren Handschrift s aus der Zeit Winithars gegen die Wolfcoz- Handschrift
S des 9. Jahrhunderts. Aber auf das Ganze gesehen ist CTR im Blick auf die großen Ausgaben der Ka
rolingerzeit »fortschrittlicher«, wie der starke (in St. Gallen erst etwas später wirksame) Einfluß von
Ф und 0 auf ÖR zeigt. Im Unterschied zu St. Gallen, aber wiederum wie in Sapientia ist für CTR auch in
Sirach der jüngere Zweig der Theodulfbibel 0AM von Bedeutung, und der Ф-Einfluß geht nicht auf
das für St. Gallen maßgebliche Exemplar Фт zurück. Gelegentliche Berührungen mit Z überraschen
nicht, wenn man an die Verbindungen denkt, die zwischen der St. Galler Überlieferung und Z beste
hen. Bemerkenswert sind gegen Ende des Buches einige mit A gehende Varianten. Einige Stellen
zeigen liturgischen Einfluß. Die Fehler der ursprünglichen Hand sind auch in Sirach zahlreich.
Die Korrekturen <тк2, die nicht auf die Fehler von OR* beschränkt sind, sondern durch die sehr
viele Textänderungen vorgenommen werden, stehen im allgemeinen in einer breiten Überlieferung.
Nur schwach bezeugte Lesarten von CTR* werden durch sie fast völlig ausgeschieden. Ф gewinnt — auch
mit typischen Varianten — in aR2 einen noch wesentlich stärkeren Einfluß2, aber in einigen Lesarten
wirkt auch der ältere Zweig der Theodulfüberlieferung ein.
<TR wird nach Photographien verglichen.

1 Kap. l KA Aa l ; Kap. 2 Sir l ,7 disciplina sapientiae cui reveíala est (initium sapientiae итог domini [= KA Aa 2]
m. 2); Kap. 3-70 die Zwischentitel; Kap. 71 Versanfang von 44,1 ; Kap. 72 Versanfang von 44,20; Kap. 73 Versan
fang von 44,24; Kap. 74 Versanfang von 44,25; Kap. 75 Versanfang von 45,1 ; Kap. 76 Versanfang von 45,7; Kap. 77
Versanfang von 45,28; Kap. 78 Versanfang von 46,1 ; Kap. 79 Versanfang von 46,16; Kap. 80 Versanfang von 47,1 ;
Kap. 81 Versanfang von 47,2; Kap. 82 Versanfang von 47,15; Kap. 83 Versanfang von 47,28; Kap. 84 Versanfang von
47,29; Kap. 85 Versanfang von 48,1 ; Kap. 86 Versanfang von 48,13; Kap. 87 oralio hiesu ftli sirach (= Zwischentitel;
KA Aa 126). — In der Formulierung gibt es zwischen den Zwischentiteln in der Kapitelsreihe und den Zwischentiteln
¡m Text mehrere Differenzen.
2 Da Ф auch in der späteren St. Oaller Tradition einflußreich wird, ergeben sich für <jRl zu ihr viele Gemeinsam
keiten, aber eine so typische Hinwendung, wie sie für Sapientia beobachtet wurde (siehe Vetus Latina 11/1, 102 unten),
läßt sich für Sirach nicht erkennen.

т = Lesungen in spanischen Lektionaren

Vetus Latina 11/1, 103f


J. PÉREZ DE URBEL Y A. GONZÁLEZ Y RUIZ-ZORRILLA, Liber Commicus. Edición critica I-II, Madrid 1950 und 1955
= Monumenta Hispaniae Sacra, Serie Litúrgica 2-3

Herangezogen werden die Lesungen der Handschriften des spanischen Über comicus т56; т68; т69;
т70, in der Ausgabe von J. PÉREZ DE URBEL Y A. GONZÁLEZ Y RUIZ-ZORRILLA haben diese Zeugen
die Sigel S, T, L, E. In der älteren Handschrift т?' = Paris, Bibliothèque Nationale lat. 2269 fol. 17-
48 Palimpsest (8./9. Jahrhundert), sind weder aus Sapientia noch aus Sirach Abschnitte erhalten1.
Folgende Lesungen aus Sirach werden belegt:
Cento aus 2,7-13.
18.19; 17,24;
7,23.22.24-26.28-31.
33.32; 18,23.22 т«8 (fol. 7V)
Die Handschriften: т 71

31,8-1 1 т» (р. 380) т«» (fol. 7V) т7° (fol. 128V)


32,27 - 33,1 т*> (p. 374) •&* (fol. 4V) т7° (fol. 136R)
35,2-9 t69 (fol. 33R)
35,10-13 T*î(p. 391) T7<> (fol. 155V)
36,1-19 тв«(р. 415) T69(fol. 13R) т7» (fol. 143V)
39,17-21 твб(р. 355) т7" (fol. 128R)
44,1-14 T<»(fol. 37V) T'O (fol. 158V)
44,20.2 1 ; 50, 1 -25 T*Î (p. 360)
47,1.2.9-13 т5б(р. 383) т«9 (fol. 7V) т7" (fol. 138R)
51,1-4 т»в(р. 384) T«9(fol. 8V) т*> (fol. 138V)

In т56 wird auf p. 385 (legendum de virginibus) auf die p. 355 (Justa et Rufina) stehende Lesung 39,17-21 ver
wiesen (supra quere in diem sanctorum iusta et rufina) und nur ihr Anfang geboten: audit? me divini fructus et quasi
rosa plantata super ribos aquarum. In т69 (fol. lOR) steht lediglich der Hinweis de virginibus quere in sanctorum iusfe;
in т70 (fol. 139R) de virginibus retro quere in sanctorum iusta et rufina.

Die folgenden Handschriften werden unter ihrer Bibliothekssignatur nur in der Einleitung be
sprochen, aber nicht im kritischen Apparat genannt: London, British Library Additional 30845;
London, British Library Additional 30846 (in Vetus Latina 24/1 ; 24/2; 25: т"); Toledo, Catedral,
Biblioteca del Cabildo 35-4 (in Vetus Latina 24/1 ; 24/2; 25: т"); Toledo, Catedral, Biblioteca del
Cabildo 35-6 (in Vetus Latina 24/2; 25; 26/1 : 271).

In diesen Zeugen wird nur ein Teil der mit т56-69-70 erfaßten Lesungen belegt; auch in der Textgestalt wird gegen
über т, abgesehen von Fehlern, vereinzelten Sonderlesarten und gelegentlichem Einfluß von V oder einer breiten
V-Tradition nichts geboten, was die Aufnahme in den kritischen Apparat erforderlich macht.
• . *

Ein unmittelbarer Textvergleich zwischen т68 auf der einen Seite und т56-69-70 auf der anderen
Seite ist für Sirach nicht möglich, aber es wird trotzdem deutlich, daß der in т68 belegte Cento einen
anderen Textcharakter hat als die Lesungen in т56-69-70. Für den Cento, in dem besonders die eigen
willige Formulierung in 18,22 sed preces tuas semper funde et obsecra deum qiioniam merces eins in
eternum manet auffällt, besteht eine enge Verbindung mit X. Diese Verbindung ¡st in den anderen
Lesungen für einige Varianten zwar auch gegeben, ohne aber für den ganzen Text beherrschend zu
sein. Vielmehr tritt hier S ¡n den Vordergrund (besonders deutlich ist diese Beziehung in der nur von
т69 belegten Perikope 35,2-9)2. In der mitgehenden Zeugenreihe haben auch die italienischen Zeugen
eine wichtige Stimme, und am Ende gehen einige Lesarten mit 93. Innerhalb von т56-69-70 gibt
es keine nennenswerten Varianten, wenn natürlich auch einige vereinzelte Abweichungen vorliegen.
Die Geschlossenheit von T56-69-70 zeigt sich ebenso an gemeinsamen Formulierungen zu Beginn der
Lesungen; siehe zu 36,1-19 und 51,1-4 in diebus illis ora(v)it iesus dicens; zu 47,1.2.9-13 in diebus
illis; zu 32,27 - 33,1 und 35,10-13 Zusatz flli. Ebenso gibt es mehrere Sonderlesarten, siehe 36,10
magnolia*; 39,17 atidite^; 44,14 maneft.
Mit p und ¡AA hat т56-69-70 die Lesung 31,8-1 1 gemeinsam; т56 und т70 leiten sie im Gegensatz zu
der für т sonst üblichen Einführung lectio libri ¡Пи ein mit lectio libri sapienti(a)e salomonis; gewöhn
lich ist dies die Einleitung für die Sapientialesungen. Im Text unterscheidet sich т von p und (AA.
Die T-Handschriften werden im kritischen Apparat in der Reihenfolge т68; т56-69-70 genannt.

1 т71 ist ediert von A. M. MUNDO, El Commicus Palimsest Paris Lat. 2269 amb notes sobre liturgia i manuscrits visi-
gôtics a Septimània i Catalunya, in: Litúrgica 1, Cardinali I. A. Schuster in memoriam, Montserrat 1956 = Scripta et
Documenta 7, 151-275.
2 Gegenüber dem Buch Sapientia, für das die Verbindung mit С hervorgehoben wurde (Vetus Latina 11/1, 103
unten) ist zu beachten, daß die Sirachlesungen erst mit Sir 31 einsetzen und daß С ¡m letzten Drittel des Sirachbuches
stark von 2 bestimmt ist (siehe oben zu C).
3 Vergleiche 47,9 gratiae; 47,10 deum; 50,17 fundamentum; 50,20 jactus; 51,3 contra.
4 So auch London, British Library Additional 30846.
5 So auch London, British Library Additional 30845; Toledo, Catedral, Biblioteca del Cabildo 35-6.
6 So auch Toledo, Catedral, Biblioteca del Cabildo 35-4.
72 Die Handschriften : т56 - т™

Т56 = Paris, Bibliothèque Nationale nouv. acquis, lat. 2171

Vêtus Latina 11/I, 104


F. AVRIL, J.-P. ANIEL, M. MENTRÉ, A. SAULNIER, Y. ZALUSKA, Manuscrits enluminés de la péninsule ibérique, Paris
1983, 20-22

Wisigothische Minuskel, zwei Spalten; Mitte des 11. Jahrhunderts, Silos.


Lektionar. Die Lesungen aus Sirach (siehe oben bei т) werden eingeleitet mit lectio libri ih(es)u*,
nur die Lesung 31,8-1 1 hat wie т70 die Einleitung lectio libri sapientie. salomonis.
т56 wird nach Photographien verglichen.

i т56 fügt in der Überschrift zu 47,lff deo, zu 51, Iff deo grattas hinzu; siehe den ähnlichen Befund für Sapientia,
Vetus Latina 11/1, 104 Anmerkung 5 zu т.

т«* = Toledo, Catedral, Biblioteca del Cabildo 35-8

J. PÉREZ DE URBEL Y A. GONZÁLEZ Y RUIZ-ZORRILLA, Liber Commicus. Edición critica I-I1, Madrid 1950 und 1955 =
Monumenta Hispaniae Sacra, Serie Litúrgica 2-3, XXXIII-XLIII (т«8 hat in dieser Ausgabe das Sigel T)

Die nur fragmentarisch erhaltene Handschrift hat jetzt 112 Blätter, deren Foliierung von 35
auf 38 springt und daher mit 1 14 endet; 32 x 25 cm; zwei Spalten mit je 30-31 Zeilen; wisigothische
Minuskel; Mitte des 12. Jahrhunderts; Toledo.
Lektionar. Aus Sirach wird der oben bei т genannte Cento belegt (fol. 7V 1. Spalte - fol. 8R
1. Spalte); die Überschrift ¡st lectio libri ihesu.
т*8 wird nach Photographien verglichen. Der Cento wird im kleinen Apparat zu den betreffenden
Versen vollständig angegeben.

-c«9 = León, Archivo Catedralicio 2

Vêtus Latina 11/1, 105

Wisigothische Minuskel, zwei Spalten; zwischen 1065 und 1071 in León geschrieben.
Fragmente eines Liber comicus. Die Lesungen aus Sirach (siehe oben bei т) werden eingeleitet mit
lectio libri inu, aber die Lesung 32,27 - 33,1 hat keine Einleitung.
т69 wird nach Photographien verglichen.

т70 = Madrid, Academia de la Historia Aemil. 22

Vetus Latina 11/1, 105

Wisigothische Minuskel, zwei Spalten; 1073 in San Millán de la Cogolla geschrieben.


Lektionar. Die Lesungen aus Sirach (siehe oben bei т) werden eingeleitet mit lectio libri Щи, nur
die Lesung 31,8-1 1 hat wie т^б die Einleitung lectio libri sapientie salomonis.
т70 wird nach Photographien verglichen.
Die Handschriften: Bern A. 9 - Besançon 184 73

Bern, Burgerbibliothek A. 9

Vêtus Latina 11/1, 105f; 228 (Nr. 93); 581

Zwei Spalten; der Hauptteil (fol. 3-321 R) ist gegen Ende des 10. Jahrhunderts in Vienne ge
schrieben. Fol. 321V- 329V ist ein Nachtrag des 11. Jahrhunderts.
Bibel mit mehreren Lücken; auch von Sirach fehlt mit dem Ausfall von 2,1 ad temptationem -
21,31 coinquinaba ein großer Teil des Textes. Gliederung des Sirachbuches (fol. 193V I.Spalte -
fol. 200V 2. Spalte): incipit prologas in libro panaretos / Prolog multorum nobis . . . / explicit prologas;
incipit liber iïïu fitii sirac /Sir 1,1 - 2,1 animam tuam; 21,31 animam suam - 50,31 / oratio hiesu filii
sirach / Sir 51 / finit / Sir 52 / explicit liber ecclesiastes. Der Text hat keine Kapitelsreihe und ist auch
nicht nach einer Reihe eingeteilt. Ebenso hat er keine Zwischentitel. Am Anfang des Textes steht zu
1,1; 1,6; 1,14; 1,19; 1,25; 1,30 und 1,37 die Angabe l (= lectio) I»; II»; III»; ПИ«; V«; VI«; VIK Der
Seitentitel ist von späterer Hand und lautet eclesiásticas.
Daß für den Text in Bern A. 9 die Überlieferung der Theodulfbibel in ihrem Stadium zwischen
0H und 0AM eine wichtige Rolle spielt, ist für mehrere Bibelteile nachgewiesen worden; siehe Vetus
Latina 11/1, 105 mit den in den zugehörigen Anmerkungen l und 2 gegebenen Hinweisen auf die
Arbeiten von H.QUENTIN zum Oktateuch und von H. J. FREDE zu den Paulusbriefen.
In Sirach ist in den erhaltenen Teilen nach Sir 21 der Einfluß der Gruppe 0SH6V unverkennbar,
wobei im ganzen Sirachtext die Differenzen zwischen 0s und 0H wesentlich geringer sind als in Sa-
pientia. Jedenfalls ist der 0-Einfluß in diesem Sirachabschnitt viel deutlicher als in Sapientia; dort
ist er erheblich zurückgedrängt, und auch in Sirach wird er im Prolog und in Kapitel l nicht erkenn
bar. So scheint es, ohne daß man infolge des Textausfalls von Sir 2 -21 etwas Genaueres sagen kann,
daß im Textcharakter von Bern A. 9 innerhalb der Lücke eine Textverschiebung erfolgt ist.
Auch die in Sapientia manchmal auffallenden Berührungen mit Л und L (siehe Vetus Latina
11/1, 105; 581) spielen in den erhaltenen Sirachteilen keine bemerkenswerte Rolle.
Allerdings folgt Bern A. 9 nicht nur der genannten Theodulfüberlieferung, sondern steht, wenn
0 abgelehnt wird, in der Regel in der breiten, durch AYM . . . geführten Tradition. Die (Rück)wen-
dung zu A hat freilich auch Theodulf in 0AM vollzogen, aber Sonderlesarten, in denen Bern A. 9 mit
0AM zusammengeht, sind ganz selten.
Gegen die Theodulfüberlieferung, in der nur 0м das Kapitel 52 bietet, hat Bern A. 9 auch dieses
Schlußkapitel. Durch finit nach Sir 51 wird der Übergang zu einer anderen Vorlage schon äußerlich
deutlich. Im Text von Sir 52 geht Bern A. 9 oft mit A..., hat jedoch nicht die typischen Ф- oder
0м- Lesarten.
Die Angabe in libro panaretos im Titel des Prologs geht zurück auf HI Sal H. Sonderlesarten und
Fehler überraschen in Bern A. 9 nicht; besonders auffallend sind sie aber im Prolog.
Bern A. 9 wird wie in Sapientia im kritischen Apparat nur für ausgewählte Stellen angegeben,
besonders für solche, in denen das Verhältnis zu 0(S)H6V und in Sir 52 zu A deutlich wird. Da einer
seits 20 Kapitel des Textes fehlen und damit ein genauer Nachweis der angenommenen Textverschie-
bung nicht möglich ist, und andererseits nach Sir 21 in Bern A. 9 kein wesentlich neuer Befund gegen
über den von QUENTIN und FREDE erarbeiteten Ergebnissen vorliegt, ist auf die vollständige Angabe
der Varianten verzichtet worden. Alle Angaben zu Bern A. 9 beruhen auf Photographien.

Besançon, Bibliothèque Municipale 184 fol. 58-74

Vêtus Latina 11/1, 106f


A. WILMART, Le Cornes de Murbach: Revue Bénédictine 30 (1913) 25-69 (35-54 Edition des Textes)
—, Nouvelles remarques sur le feuillet de Besançon. Description du manuscrit 184: Revue Bénédictine 30 (1913) 124-132
Vgl. S. 66f : p = Lesungen in der römischen Liturgie

10 2.3.1987 Vetus Latina 11/2


74 Die Handschriften: Besançon 184-Graz 167

Comes Miirbacensis. Frühe Minuskel; 8./9. Jahrhundert; Murbach.


Das Perikopenverzeichnis weist auf folgende p-Lesungen aus Sirach hin, für die WILMART in
der Regel jeweils nur die Anfangsworte nennt: 2,18-21: Nr. 137; Nr. 162 (WILMART S. 50; 53);
14,22; 15,3-4.6: Nr. 21 Verweis auf Nr. 161; Nr. 128; Nr. 161 (WILMART S. 38; 49; 53); 15,1-
6: Nr. 6 (WILMART S. 35); 24,1-5.21.22: Nr. 114; Nr. 164 (WILMART S. 46; 53); 24,11-13.15-20:
Nr. 123; Nr. 127 (WILMART S. 48); 24,23-31 : Nr. 17 (WILMART S. 37); 31,8-1 1 : Nr. 157 (WILMART
S. 53); 36,1-10: Nr. 33 (WILMART S. 39); 39,1-5: Nr. 140; Nr. 162 (WILMART S. 50; 53); 39,6-13:
Nr. 98; Nr. 124; Nr. 160 (WILMART S. 44; 48; 53); 44,10-15: Nr. 107 Verweis auf Nr. 113; Nr. 113;
Nr. 139 (WILMART S. 45; 46; 50); Cento aus 44 und 45: Nr. 7; Nr. 77 Verweis auf Nr. 159(9); Nr.
119; Nr. 145; Nr. 159 (WILMART S. 36; 42; 47; 51; 53); 44,25-27; 45,2-4.6-9: Nr. 148 (WILMART
S. 52); 45,1-6: Nr. 1 17; Nr. 161 (WILMART S. 47; 53); 47,9-13; 24,1-4: Nr. 21 Verweis auf Nr. 159;
Nr. 1 12; Nr. 159 (WILMART S. 38; 46; 53); 51,1-8.12: Nr. 121 (WILMART S. 47); 51,1-12: Nr. 17 Ver
weis auf Nr. 164; Nr. 128; Nr. 164 (WILMART S. 37; 49; 53); 51,13-17: Nr. 18 Verweis auf Nr. 164;
Nr. 164 (WILMART S. 37; 53). — Nach Wilniarts allgemeiner Angabe (S. 33 Anmerkung 1) ist die
Einleitung, die freilich zuweilen auch fehlt, lectio libri sapientiae.
Die Handschrift ¡st im Zusammenhang mit p (siehe Seite 66f) berücksichtigt worden, wird aber
im kritischen Apparat nicht verwendet. Alle Angaben beruhen auf der Ausgabe von A. WILMART.

Cambrai, Bibliothèque Municipale 324 Deckelspiegel

B. BISCHOFF, Die südostdeutschen Schreibschulen und Bibliotheken in der Karolingerzeit. Teil II. Die vorwiegend öster
reichischen Diözesen, Wiesbaden 1980, 41

Anfang des 9. Jahrhunderts; Umkreis von Reims. Die Deckelspiegel können aus einem Band
mit den fünf Weisheitsbüchern kommen, der zu einer mehrbändigen Bibel aus Nordostfrankreich ge
hörte. Erhalten ist Sir 23,16-28 (hinterer Deckel) und 23,28 - 24,6 (vorderer Deckel). Der Text ist
Vulgata; die Varianten stehen in einer breiten Überlieferung. Alle Angaben verdanke ich Herrn
Professor B. Bischoff, dem für die Textbeurteilung eine Photographie des vorderen Deckels zur Ver
fügung stand. — Das Fragment wird nur hier genannt.

Graz, Universitätsbibliothek 167

Vetus Latina l l/l, 107; 227 (Nr. 58)

12. Jahrhundert; die Handschrift stammt aus dem Chorherrenstift Seckau.


Prv Eel Ct Sap Sir Jb Tb Jdt Est; Ct ist altlateinisch (Sigel der Vetus Latina: 170). Gliederung
des Sirachbuches (fol. 66V - 1 19V): incipit prologas iÏÏu filii sirach / Prolog multorum nobis ... ¡ ex
plicit prologas féliciter; incipit liber ecdesiasticus /Sir 1,1 - 49,6 potentes (altissimi in marg.) reges
hide (?; iuda m. 2 ?) / explicit liber ihesu filii syralic / Prolog HI Jb H zu Jb. Neben der Unterschrift
zu Sir ist von späterer Hand auf den fehlenden Schlußteil von Sir hingewiesen: hie deest. in fine libri
queratur 0 hoc signo prenótalo. Dieser Schlußteil (Sir 49,6 altissimi potentes reges iuda - 50 / oratio
iesu filii syrach / Sir 51 / explicit oratio iesu filii sy(rach); oratio salemonis / Sir 52) steht, ebenfalls
von späterer Hand ¡n kleinerer Schrift geschrieben, auf fol. 205R - 207R nach Est am Ende der
Handschrift. — Der Text hat (mit einigen Auslassungen) die Zwischentitel. Er hat keine Kapitels
reihe, aber am Rand stehen — jedoch nicht im ergänzten Schlußteil — die Zahlen der Kapitelsreihe
KA Aa; bei einigen von ihnen ¡st der Wortlaut des Kapitels außerdem angegeben.
Die Handschriften: Graz 167 - Leningrad Q. v. 1,16 75

Wie in Sapientia wird die späte Handschrift Graz 167 mit ihrer Bibliothekssignatur im kritischen
Apparat nur zu ausgewählten Stellen angegeben, um vor allem die allerdings schwache Nachwirkung
der in T bezeugten Überlieferung zu zeigen, mit der Graz für den altlateinischen Text von Ct eng
verwandt ist. Alle Angaben beruhen auf Photographien.

Köln, Dombibliothek l

Vetus Latina 11/1, 107f; 226 (Nr. 44)


Vgl. S. 55-57: Ф = Bibelausgabe des Alkuin von Tours

Karolingische Minuskel, zwei Spalten; etwa zwischen 857 und 862 in Tours geschrieben. Ge
schenk des Bischofs Hermann (890-925) an den Kölner Dom.
Bibel. Gliederung des Sirachbuches (fol. 1 90V 2. Spalte - fol. 205V 2. Spalte) : incipit prologas hiesu
ftlii sirach l Prolog multorum nobis . . . / explicit prologas; incipiunt capitula libri ecclesiastici / Ka
pitelsreihe KA Aa / expliciunt capitula libri ecclesiastici; incipit líber ecclesiasticum / Sir l - 51 / ex
plicit oratio filii sirach / Sir 52 / explicit liber ecclesiastic habet versus л / IDCCC. Der Seitentitel ist
liber ecclesiasticum, auf fol. 196R abgekürzt ecclesiast. Der Text hat die Zahlen der Kapitelsreihe KA
Aa und die Zwischentitel. Zur Einteilung in der Laus patrum siehe unten den eigenen Abschnitt:
Einteilung der Laus patrum.
Die Handschrift ist ein Zeuge des Ф-Textes in der letzten Periode (Periode V) der Alkuinbibeln;
sie ist zu Sirach für Stichkapitel nach Photographien verglichen worden, wird aber im kritischen
Apparat nicht genannt; siehe oben zu Ф.

Leningrad, Öffentliche M. E. Saltykow-Schtschedrin-StaatsbibliothekQ. v. 1,16

Vetus Latina 11/1, 108


A. STAERK, Les manuscrits latins du Ve au XIIIe siècle conservés à la Bibliothèque Impériale de Saint-Pétersbourg J,
Petersburg 1910, 135-151
W. H. FRERE, Studies in Early Roman Liturgy. HI. The Roman Epistle-Lectionary, London 1935 = Alcuin Club Col
lections 32
Vgl. S. 66f : p = Lesungen in der römischen Liturgie

»Maurdramnus-Minuskel«; 8./9. Jahrhundert (fol. 1-3 sind erst im 10. Jahrhundert hinzuge
fügt); Corbie.
Liber Comitis. Die p- Lesungen aus Sirach stehen in der Handschrift unter folgenden Nummern' :
14,22; 15,3-4.6: Nr. 151; 15,1-6: Nr. 6; 24,1-5.21.22: Nr. 154; 24,11-13.15-20: Nr. 118; Nr. 122
Verweis auf Nr. 118; 31,8-1 1 : Nr. 147; 36,1-10: Nr. 32; 39,6-13: Nr. 151 ; 44,10-15: Nr. 109; Cento
aus 44 und 45: Nr. 150; 44,25-27; 45,2-4.6-9: Nr. 137; 51,1-8.12: Nr. 116; 51,1-12: Nr. 154; 51,
13-17: Nr. 154. — Nach STAERK ist eine Einleitung nur zu 15,1-6 und zu 36,1-10 belegt; sie lautet
jeweils lectio libri sapientiae.
Die Leningrader Handschrift, für die ein Film nicht zur Verfügung stand, ist nach den Angaben
bei STAERK nur für die Besprechung von p (siehe oben Seite 66f) herangezogen worden, wird aber
nicht im kritischen Apparat benutzt. Den vollständigen Text gibt Staerk nur für die Lesungen 1 5, l -6
(S. 138); 44,10-15 (S. 146); 51,1-8.12 (S. 146); für die übrigen Lesungen bietet Staerk Auszüge, die
auf einer Kollation mit der Clementina beruhen.
1 Die Nummern werden nach FRERE 1-24 angegeben. In der Handschrift selbst steht nach den Angaben STAERKS
fehlerhaft 160, 161, 164 statt 150, 151, 154; die Zahl 1 18 ist ausgelassen. Die richtigen Angaben stehen in den Capitula
der Handschrift auf fol. 6-9. — Die nur im Leningrader Comes, aber nicht in den übrigen p-Handschriften belegte Lesung
Sir 24,20-28 (STAERK S. 150) gehört nach FRERE (S. 26) zu den späteren Zusätzen und ist deshalb nicht berücksichtigt.

10«
76 Die Handschriften : London B. L. Add. 30845 - Mainz 972

London, British Library Additional 30845

Vêtus Latina 11/1, 108f

Wisigothische Minuskel, zwei Spalten; 1 1. Jahrhundert. Die Handschrift stammt aus Silos.
»Officia et Missae« für Heiligenfeste vom 20. Mai (Quiricus) bis zum 24. August (Bartholomaeus).
Aus Sirach werden vier Perikopen belegt: 31,8-11 (fol. 101 V; Augustinus); 35,10-13 (fol. 50R; de
primitiis); 39,17-21 (fol. 44R; Justa et Rufina); 51,1-4 (fol. 141 R; Martinus). Die Lesung 31,8-11
wird wie in т56-70 eingeleitet mit lectio libri sapientia1 salomonis, die übrigen Lesungen mit lectio libri
¡Пи.
Die Handschrift wird nur an dieser Stelle genannt, aber nicht in den kritischen Apparat aufge
nommen (siehe oben bei т). Die Angaben beruhen auf Photographier

1 sapientia 30845; richtig sapienti(a)e т56-70.

London, British Library Additional 30846

Vêtus Latina 11/1, 109

Wisigothische Minuskel, teils zwei Spalten, teils Langzeilen; II. Jahrhundert. Die Handschrift,
die mehrere Lücken hat, stammt aus Silos.
»Officia et Missae« von Ostern bis Pfingsten. Aus Sirach werden die Lesungen 36,1-19 (fol. 154R;
Langzeilen; Freitag vor Pfingsten) und 44,1-14 (fol. 83V; zwei Spalten; Torquatus vel socii eius) je
weils mit der Einleitung lectio libri ifíu belegt.
Die Handschrift wird nur an dieser Stelle genannt, aber nicht in den kritischen Apparat aufge
nommen (siehe oben bei -). Die Angaben beruhen auf Photographien.

Mainz, Domschatz 972

Vetus Latina l l/l, 109f


Vgl. S. 66f : p = Lesungen in der römischen Liturgie

10. Jahrhundert; in Mainz für St. Stephan geschrieben.


Über comitum. Folgende p-Lesungen aus Sirach werden belegt1: 2,18-21 14,22; 15,3-4.6
15,1-6 24,1-5.21.22 24,11-13.15-20 31,8-11 36,1-10 39,1-5 39,6-13 44,10-15
Cento aus 44 und 45 44,25-27 ; 45,2-4.6-9 47,9-13; 24,1^1 51,1-8.12 51,1-12 51,13-17.
Die Lesungen werden eingeleitet mit lectio libri sapientiae.
Die Handschrift wird nach Photographien verglichen. Im kritischen Apparat ist Mainz 972 aber
vollständig nur für die Lesungen berücksichtigt, deren Text nicht in ppVAS belegt ist (2,18-21 24,
1-5.21.22 39,1-5); für die übrigen Lesungen wird Mainz 972 höchstens für vereinzelte Varianten
genannt.

1 Für die Angabe der Folien ist die zur Verfügung stehende Photographie nicht deutlich genug.
Die Handschriften: Milano В. 48 inf. - Monte Cassino 271 К 77

Milano, Biblioteca Ambrosiana В. 48 inf.

Vêtus Latina 11/1, ПО; 227 (Nr. 65)

Zwei Spalten; 11./l 2. Jahrhundert; Norditalien.


Teilband einer Bibel mit 1-4 Rg 1-2 Par Prv Eel Ct Sap Sir 1-2 Mcc. Gliederung des Sirachbuches
(fol. 143V 1. Spalte - fol. 170R 2. Spalte): incipiunî capitula libri ecclesiastici iHu filii sirac / KA Ab' /
expliciunt capitula; incipit pfë in libro ecclesiastico / Prolog multorum nobis . . . / explicit prefacio; in-
cipit liber ecclesiasticus Пи filii sirach / Sir l - 51 / explicit liber ecclesiasticus filii syrach- oratio salo-
monis l Sir 52 / explicit liber ecclesiasticus.
Von zweiter Hand sind, wenn auch mit einigen Unregelmäßigkeiten, die Zwischentitel eingetra
gen, wie sie in ГА belegt sind2, und ebenso die Zahlen der Kapitelsreihe KA Ab, auch diese mit ver
schiedenen Abweichungen. Die Laus patrum hat von 44,16 bis 46,1 am Rand 9 Zahlen, siehe unten
den eigenen Abschnitt: Einteilung der Laus patrum; vergleiche auch ГА.
Die Handschrift, die in der römischen Vulgataausgabe für die Kapitelsreihe KA Ab (hier unter
dem Sigel Гв) verglichen ist, wird in unserer Ausgabe im kritischen Apparat nur an ausgewählten
Stellen genannt, wenn bemerkenswerte Lesarten ГМА belegt werden. Sie wird mit der Bibliotheks
signatur geführt; die Angaben beruhen auf Photographien.

1 Fehler in der Zählung: das Kapitel 75 laus sapientiae . . . wird mit der doppelten Zahl 80 und 81 versehen; die
folgenden Zahlen erhöhen sich entsprechend, so daß die Reihe mit 147 (statt 141) endet.
2 Damit kann Milano B. 48 inf. einen Rückschluß auf die in der Laus patrum stark beschädigte Handschrift ГА
erlauben; in Milano B. 48 inf. hat die Laus patrum folgende Überschriften: vor 45,7 de martire vel confessore et sacerdote
(= ГА, KA Ab 130); vor 47,1 laudat deum (deo corr.) ¡ortissimum (ГА fehlt; cf KA Ab 131); vor 47,15 laudal Salomonen
(ГА fehlt; = KA Ab 132); vor 48,1 laus heliae (ГА fehlt; = KA Ab 133); vor 48,13 laus helisei (ГА fehlt; = KA Ab 134);
vor 48,19 laus ezechiae (cf Г>*\ Variante zu KA Ab 135); vor 49,8 laus hyeremiae (= Гм; ГА fehlt; = KA Ab 137).

Monte Cassino, Archivio della Badia 271 K Palimpsest

Vêtus Latina 11/1, IlOf


A. DOLD, Vom Sakramentar, Comes und Capitulare zum Missale. Eine Studie über die Entstehungszeit der erstmals voll
ständig erschlossenen liturgischen Palimpsest-Texte in Unziale aus Codex 271 von Monte Cassino, Beuron 1943 =
Texte und Arbeiten 34 (die Ausgabe der Texte ist wichtig; Datierung und Untersuchungen sind nicht mehr gültig)
Vgl. S. 66f : p = Lesungen in der römischen Liturgie

13 Doppelblätter sind erhalten. Unziale, zwei Spalten; 7./8. Jahrhundert; Italien. Die Blätter
wurden im 1 1. Jahrhundert palimpsestiert und zusammen mit anderen palimpsestierten Blättern zur
Herstellung der jetzigen Handschrift 271 verwendet.

Die heutige Handschrift 271 K: 276 Seiten; beneventanische Schrift; Mitte des l I.Jahrhunderts; OR-M dia I; 3; 4.

Lektionar-Sakramentar. Unter den p-Lesungen aus Sirach sind erhalten: 31,8-11: fol. 41 R
(DOLD 41 *); Cento aus 44 und 45 (unvollständig; beginnt bei 44,25 super caput): fol. 60R (DOLD 45*).
Mit unbedeutenden Ausnahmen1 sind alle Lesarten auch in der übrigen p-Überlieferung bezeugt. Die
zu 31,8-11 erhaltene Einleitung lautet ebenfalls wie sonst in p tec libri sapientiç.
Die Handschrift Monte Cassino 271 K wird nur an dieser Stelle behandelt und nicht im kritischen
Apparat berücksichtigt. Die Angaben beruhen auf der Edition von A. DOLD.

1 Bemerkenswert ist lediglich in 31, 10 die Auslassung von illi mit der späteren Handschrift FIHaus Monte Cassino,
aber Homoiarkton ist möglich.
78 Die Handschriften: München Clm 29260/3 - Paris lat. 1 1505

München, Bayerische Staatsbibliothek Clm 29260/3

B. BISCHOFF, Die südostdeutschen Schreibschulen und Bibliotheken in der Karolingerzeit. Teil I. Die bayrischen Diözesen,
^Wiesbaden 1960, 265f
—, Lorsch im Spiegel seiner Handschriften, München 1974 = Münchener Beiträge zur Mediävistik und Renaissance-For
schung. Beiheft, 98

Sieben Blätter mit alttestamentlichen Fragmenten aus den Büchern Esr Sir Ez Dn Jon. Sie
stammen vermutlich aus einer Vollbibel1 und sind aus Oberaltaicher Handschriften ausgelöst. 34,7 x
ca. 30 cm; zwei Spalten mit je 43 Zeilen; »kaum nach der Mitte des 9. Jahrhunderts entstanden«;
Lorsch? (Arras?).
Aus Sirach ist ein Blatt mit dem Text von Sir 48,27 - 52,13 erhalten, doch ist die äußere Spalte
beschnitten. In dem erhaltenen Text gibt es keine Kapitelszahlen. Nach Sir 51 steht exptoratio hiesu
fili sirach- hucusque in greds habetur. Es folgt Sir 52 mit der Unterschrift expl liber ecctesiasticus.
Nach einer freien Zeile folgt dann incipit praefatio in libro hester.
Der Text geht mit der Überlieferung Y<J> . . ., aus der die Bemerkung nach Sir 51 allerdings nicht
stammt. Die Handschrift wird nur hier in der Einleitung genannt. Alle Angaben beruhen auf Photo-
graphien.
1 Auf weitere Reste in der Sammlung JOHN F. REED in King of Prussia (Pennsylvania) weist B. BISCHOFF, Lorsch
im Spiegel seiner Handschriften 33 hin.

Paris, Bibliothèque Nationale lat. l

Vetus Latina 11/1, 1 1 2f; 226 (Nr. 44)


Vgl. S. 55-57: Ф = Bibelausgabe des Alkuin von Tours

Vivianbibel; karolingische Minuskel; zwei Spalten. Unter Abt Vivian in Tours geschrieben und
zu Anfang des Jahres 846 Kaiser Karl dem Kahlen überreicht.
Bibel. Gliederung des Sirachbuches (fol. 250R 2. Spalte - fol. 264V 2. Spalte): incipit prologas
libri iesu filii sirach / Prolog multorum nobis . . . / explicit prologus; incipiunt capitula libri ecclesiastc /
Kapitelsreihe KA Aa / expliciunt capitula libri ecclesiasticum; incipit liber ecclesiasticum* / Sir l -51 /
explicit l Sir 52 / explicit liber ecclesiasticum vers I IDCCC. Der Seitentitel ist liber ecclesiastes (fol.
252R; 254R ursprünglich; 256R) oder ecclesiastis (fol. 253R), abgekürzt ecdesiast (fol. 255R; 257R;
258R; 260-264R), ecclesiastc ? (fol. 254R verbessert) oder ecclesiastic (fol. 259R). Der Text hat die
Zahlen der Kapitelsreihe KA Aa und die Zwischentitel. Zur Einteilung in der Laus patrum siehe
unten den eigenen Abschnitt: Einteilung der Laus patrum.
Die Vivianbibel Paris lat. l ist zu Sirach für Stichkapitel nach Photographien verglichen worden,
wird aber im kritischen Apparat nicht genannt; siehe oben zu Ф.

1 Da die Titel des Prologs und des Textes teilweise auf einer Purpurleiste geschrieben sind, sind anhand der
Photographien für den Prologtitel die Buchstaben gus libri ie, für den Texttitel die Buchstaben incipit liber ecclesias
nicht mehr mit Sicherheit zu entziffern.

Paris, Bibliothèque Nationale lat. 11505

Vetus Latina 11/1, 113; 226 (Nr. 45)


Karolingische Minuskel, zwei Spalten; 821/822 in der Gegend von Paris geschrieben; in die In
itiale 0 von Sir 1,1 omnis sapientia (fol. l IV) ¡st eingetragen: anno régnante domno Hludowicus VIII.
Schon wenige Jahre später war die Handschrift in Saint-Germain-des-Pres.
Die Handschriften : Paris lat. 1 1505 - Reims 2 79

Zusammen mit Paris lat. 1 1504 ursprünglich ein Band. Unvollständig erhaltene Bibel. Gliederung
des Sirachbuches (fol. 10V 1. Spalte - fol. 26V 2. Spalte): incipit prologas libri hiesu filii syrach /
Prolog multorum nobis . . . / explicit prologus hiesu filii syrach; incipiitnt capitula libri ecclesiasticum /
Kapitelsreihe KA Aa / expliciunt capitula; incipit liber ecclesiasticum^ / Sir l - 51 / explicit oratio
hiesu fili sirach (i verbessert aus y ?) / Sir 522. Der Seitentitel ¡st liber ecclesiasticum oder abgekürzt
ecdesiast, eccles, eccl3. Der Text hat die Kapitelsreihe KA Aa und die Zwischentitel. Zur Einteilung
in der Laus patrum siehe unten den eigenen Abschnitt: Einteilung der Laus patrum.
Der Sirachtext ist bestimmt durch Ф: Vorlage war eine um 815-820 anzusetzende Alkuinbibel4.
An zahlreichen Stellen sind von einem frühen Korrektor 0-Lesarten eingetragen5, die sowohl der äl
teren als auch der jüngeren 0-Überlieferung angehören6. Einige 0- Varianten gibt es auch schon ¡n der
ursprünglichen Handschrift. Trotz der Korrekturen behält aber die Ф-Tradition in Sirach bei weitem
das Übergewicht. Nur eine sehr untergeordnete Rolle spielen hier auch die Lesarten, die abweichend
von Ф und 0 mitQ gehen, und dabei wirkt, vor allem im zweiten Teil des Buches, wohl eher die ein
flußreiche Textschicht ЦТ)5ХРЛПН ein, der sich auch Q anschließt (siehe oben bei Q). Paris lat.
11505 belegt so die lebendige Bewegung der Textgeschichte, hat natürlich aber auch einige Fehler
und Sonderlesarten.
Da die Quellen für Paris lat. 11505 durch die im kritischen Apparat vollständig verzeichneten
Handschriften gut vertreten sind, werden Lesarten von 1 1505 nur an ausgewählten Stellen genannt,
die auf Einzelzweige innerhalb von Ф und 0 oder auf Verbindungen außerhalb dieser Hauptquellen
hinweisen können. Die Angaben beruhen auf Photographien.
1 Der Titel incipit liber ecclesiasticum steht wie ein Seitentitel über beiden Spalten von fol. 1 1 V.
2 Die gegenüber dem engen Anschluß an die Ф-Tradition auffällige Auslassung eines explicit . . . scheint damit zu
sammenzuhängen, daß 22 Zeilen der 2. Spalte von fol. 26V (55 Zeilen) durch den Text von Sir 52,5-13 benötigt waren,
aber noch der ganze Text von HI Par G auf der Spalte eingetragen wurde, der trotz engerem Zeilenabstand und we
sentlich kleinerer Schrift ohnehin über den unteren Rand der Spalte hinausgeht. Mit fol. 27R beginnt Hl Par H.
3 Auf fol. 26V steht über beiden Spalten (Sir 51, 1 4 - Sir 52; Hl Par G): in calce consummations libri huius hila-
ris . . . (?).
4 B. FISCHER, Die Alkuln-Bibeln, in: B. FISCHER, Lateinische Bibelhandschriften im frühen Mittelalter, Freiburg
1985 = Vetus Latina. Aus der Geschichte der lateinischen Bibel 11, 260.
5 Die ursprüngliche Lesart ist nach der Korrektur oft nicht mehr eindeutig festzustellen. Teilweise heben sich aber
auch die Korrekturen so wenig von der ursprünglichen Hand ab, daß in Zweifelsfällen die mitgehende Bezeugung den
Ausschlag für die Wertung geben muß.
e Die Angabe zu Sapientia (Vetus Latina 11/1, 113) muß in diesem Zusammenhang gesehen und korrigiert werden.

Reims, Bibliothèque Municipale 2

Vetus Latina 11/1, 114; 226 (Nr. 47); 581


Zweiter Band der Hincmar-Bibel; karolingische Minuskel, zwei Spalten. Im dritten Viertel des
9. Jahrhunderts für die Kathedrale von Reims geschrieben.
PS - Apc. Gliederung des Sirachbuches (fol. 35V 1. Spalte - fol. 51V 2. Spalte): incipit prologus
libri hiesu filii sirach / Prolog multorum nobis . . . / explicit prologus hiesu filii sirach; incipiunt capitula
libri ecclesiastici (i3 in **) / Kapitelsreihe KA Aa / expliciunt capitulai; incipit liber ecclesiasticum
(-cus m. 2) / Sir l - 51 / explicit oratio hiesu filii sirach / Sir 52 / explicit liber ecclesiasticum (-cus m. 2)
v n / IDCCC. Der Seitentitel ist in der Regel liber ecclesiast(i)c; mehrfach ist ecclesiasticum in eccle-
siasticus oder in ecclesiast(i)c geändert. Der Text hat die Zahlen der Kapitelsreihe KA Aa und die
Zwischentitel. Zur Einteilung in der Laus patrum siehe unten den eigenen Abschnitt: Einteilung
der Laus patrum.
Für die Handschrift Reims 2 besteht eine mittelbare oder unmittelbare Abhängigkeit von Фу
(siehe oben zu Ф). Sie wird unter dem Sigel Reims 2 im kritischen Apparat nur für ausgewählte Stellen
angegeben, die die besondere Beziehung zu Фу hervorheben. Die Angaben beruhen auf Photographien.

1 Die Kapitelsreihe endet unten auf fol. 36R. Fol. 36V ¡st frei.
80 Die Handschriften: St. Gallen 7; 10; 81

St. Gallen, Stiftsbibliothek 7; 10; 81

Vetus Latina 11/1, 114-120; 226 (Nr. 54.55). 230 (Nr. 114); 581
W. THIELE, Sirachtexte in St. Gallen, in : (Hg. O. P. Clavadetscher, H. Maurer, St. Sonderegger) Florilegium Sangallense.
Festschrift für Johannes Duft zum 65. Geburtstag, St. Gallen und Sigmaringen 1980, 267-287

St. Gallen 7: karolingische Minuskel; ¡n der zweiten Hälfte des 9. Jahrhunderts unter Hartmut
in St. Gallen geschrieben; ursprünglich zwei Handschriften, die aber schon zur Zeit Hartmuts zusam
mengebunden wurden: 1) (p. 1-256) Prv Eel Ct Sap Sir; 2) (p. 257-460) 1-2 Par. — Gliederung des
Sirachbuches (p. 141-256): incipit prologas / Prolog multorum nobis . . . / explicit prologas hiesu filii
sirac; incipit liber hiesu filii sirac / Sir l - 50 / incipit oratio hiesu filii syrac / Sir 51 - 52. Ein Seiten
titel ist nicht überliefert, aber im Inhaltsverzeichnis (p. 4; zwischen Hl Sal H und Prv tit; »in hoc
códice continentur . . .«) heißt das Buch ecclesiasticus (der gleiche Befund in S). Sirach hat keine Ka
pitelsreihe und ist auch nicht nach einer Reihe eingeteilt. Im Text stehen die Zwischentitel.
St. Gallen 10: von verschiedenen Händen in der zweiten Hälfte des 9. Jahrhunderts ¡n St. Gallen
geschrieben; Jb Prv Eel Ct Sap Sir. Gliederung des Sirachbuches (p. 292-476): incipit prologus iesu
filii sirac l Prolog multorum nobis . . . / explicit prologus hiesu filii sirac + l freie Zeile (kein Titel zum
Text) / Sir l - 52. Ein Seitentitel ist nicht überliefert1. Sirach hat keine Kapitelsreihe und ist auch
nicht nach einer Reihe eingeteilt. Im Text ist der Raum für die Zwischentitel frei gelassen, aber die
Titel selbst sind nur auf den Seiten 390 (vor Sir 28,1) - 427 (vor Sir 38,28)2 eingetragen. Frei ¡st auch
der Raum für Sir 50,29 doctrinam . . . isto geblieben; diese Worte sind ¡n S, St. Gallen 7 mit großen
Buchstaben geschrieben und auch in St. Gallen 81 hervorgehoben.
St. Gallen 81 : von Hartmut unter Abt Grimait (841-872) in St. Gallen geschrieben ; zwei Spalten;
Prv Eel Ct Sap Sir Jb Tb. St. Gallen 81 ist Teilband der mehrbändigen großen Hartmut-Bibel. Glie
derung des Sirachbuches (p. 134 1. Spalte - p. 259 1. Spalte: incipit prologus / Prolog multorum no
bis . . . I explicit prologus; incipit liber hiesu filii syrac (syrach 8l2) / Sir l - 52 / explicitum salomonem
secundum hebreum (81*; explicit liber sapientiae secundum hebreos 812) (zu dieser Unterschrift siehe
S und die zu S gegebenen Bemerkungen). Ein Seitentitel ist nicht überliefert. Der Text hat die Zwi
schentitel und von zweiter Hand am Rand die Zahlen der Kapitelsreihe KA Aa. Die Laus patrum
hat zusätzlich (wohl ebenfalls von zweiter Hand) eine Einteilung, siehe unten den eigenen Abschnitt:
Einteilung der Laus patrum.
Die Handschriften St. Gallen 7; 10; 81 sind für ausgewählte Sirach-Kapitel (1-6; 26-29; 36-39;
42-45; 50-52) nach Photographien kollationiert worden: unter dem Einfluß der Alkuin- und der
Theodulfbibel hat in ihnen der bei Wolfcoz in der Handschrift S gegebene St. Galler Bibeltext eine
typische Änderung erfahren; sie wird in gleicher Weise auch in den Korrekturen S2 deutlich. 81 und
7 stehen in ihrem ursprünglichen Text dem Wolfcoz-Text in S noch sehr nahe; das gilt für 7 in etwas
stärkerem Maße als für 81. Erst durch die zweite Hand in diesen beiden Zeugen erfolgt eine wirkliche
Annäherung an die Überlieferung, die die Korrekturen S2 bestimmt. Dagegen geht die Handschrift
10 — wenn man von den allerdings zahlreichen groben Fehlern absieht — mit dem korrigierten Text
von 7. Daraus folgt, daß von Hartmut anfangs noch der S-Text mit relativ wenigen Abweichungen
überliefert wird (siehe die Gemeinsamkeiten S* 81 * 7*), dann aber eine stärkere Zäsur erfolgt (siehe
S2 8l2 72 10). 8l2, an manchen Stellen auch schon 81, hat zusammen mit Фт2 eine Anzahl von Varian
ten, die in S2 7 10 nicht belegt werden. An einigen Stellen werden gegen S auch wieder Lesarten aus
der älteren Tradition von St. Gallen zur Geltung gebracht.
Die Handschriften St. Gallen 7; 10; 81 werden wie in Sapientia im kritischen Apparat nicht be
rücksichtigt, da mit (s) S und Ф 0 ihre maßgeblichen Quellen erfaßt sind.

1 Im Gegensatz zu S, St. Gallen 7, die im Inhaltsverzeichnis nach HI Sal H angeben: in hoc códice continentur
libri V ... (Prv Eel Ct Sap Sir), im Gegensatz auch zum tatsächlichen Inhalt der Handschrift, aber doch nicht ohne
Grund hat St. Gallen 10 nach HI Sal H die Angabe (p. 105): in hoc códice continentur libri 111 ... (Prv Ecl Ct).
2 Mit der St. Galler Tradition (S*; in 7 Titel am Rand, kein Raum im Text; 81) fehlt der Titel vor 29,15. Außer
dem fehlt die Überschrift de continentia vor 31,12.
3 Zu diesen Ergebnissen der Kollation siehe THIELE 285-287.
NEUES TESTAMENT:
Band 24/1 : Epistula ad Ephesios, hrsg. von Hermann Josef Frede
i. Lieferung Einleitung und Eph 1,1 - 21 - Bestell-Nr. 00408 1962
2. Lieferung Eph 1,21 - 3,13 - Bestell-Nr. 00409 1963
3 . Lieferung Eph 3,13- 4, 30- Bestell-Nr. 004 1 1 1963
4. Lieferung Eph 4,30 - 6,12 - Bestell-Nr. 00412 1964
5. Lieferung Eph 6,12 bis Schluß; Nachträge, Register (72 Seiten) 1964
Bestell-Nr. 0041 3

Band 24/2: Epistulae ad Philippenses et ad Colossenses, hrsg. von Hermann Josef Frede
i. Lieferung Phil Einleitung und 1,1 - 25 - Bestell-Nr. 00431 1966
2. Lieferung Phil 1,25 - 2,15 - Bestell-Nr. 00432 1967
3. Lieferung Phil 2,15 - 4,7 - Bestell-Nr. 00433 1968
4. Lieferung Phil 4,8 bis Schluß; Col Einleitung und 1,1-9 - Bestell-Nr. 00434 1969
5. Lieferung Col 1,9 - 2,7 - Bestell-Nr. 00435 1970
6. Lieferung Col 2,7 - 3,10 - Bestell-Nr. 00436 1970
7. Lieferung Col 3,10 bis Schluß; Nachträge, Register (81 Seiten) 1971
Bestell-Nr. 00437

Band 25 : Epistulae ad Thessalonicenses, Timotheum, Titum, Philemonem, Hebraeos,


hrsg. von Hermann Josef Frede
PatsI: Einleitung; Epistulae ad Thessalonicenses, Timotheum
i. Lieferung Einleitung - Bestell-Nr. 0045 1 1975
2. Lieferung Einleitung (Fortsetzung) - Bestell-Nr. 00452 1976
3. Lieferung Einleitung (Schluß) und i Th 1,1 - 4,15 - Bestell-Nr. 00453 1976
4. Lieferung i Th 4,15 bis Schluß; 2 Th 1,1 - 2,2 - Bestell-Nr. 00454 1977
5. Lieferung 2 Th 2,2 bis Schluß; i Tm Vorbemerkung und 1,1-5 1978
Bestell-Nr. 004 5 5
6. Lieferung i Tm 1,5 - 3,1 - Bestell-Nr. 00456 1978
7. Lieferung i Tm 3,1 - 5,10 - Bestell-Nr. 00457 !979
8. Lieferung i Tm 5,10 - 6,17 - Bestell-Nr. 00458 1980
9. Lieferung i Tm 6,17 bis Schluß; 2 Tm 1,1 - 2,17 - Bestell-Nr. 00459 1981
IQ. Lieferung 2 Tm 2,17-4,5 - Bestell-Nr. 00460 1982
ii. Lieferung 2 Tm 4,5 bis Schluß (33 Seiten) - Bestell-Nr. 00461 1982
Pars II: Epistulae ad Titum, Philemonem, Hebraeos ; Additamenta, Registrum
i. Lieferung Tt 1,1 - 3,5 - Bestell-Nr. 00462 1983
2. Lieferung Tt 3,5 bis Schluß; Phlm mit Vorbemerkung (76 Seiten) 1983
Bestell-Nr. 00463
3. Lieferung Hbr Vorbemerkung und i In Vorbereitung

Band 26/1 : Epistulae Catholicae, hrsg. von Walter Thiele


i. Lieferung Epistula lacobi (64 Seiten) - Bestell-Nr. 00405 1956
2. Lieferung Epistula I Petri (i 20 Seiten) - Bestell-Nr. 00406 1958
3. Lieferung Epistula II Petri (56 Seiten) - Bestell-Nr. 00407 1960
4. Lieferung i Jo 1,1 - 3,17 (80 Seiten) - Bestell-Nr. 00418 1965
5. Lieferung i Jo 3,17 - 3 Jo 3 (80 Seiten) - Bestell-Nr. 00419 1966
6. Lieferung 3 Jo 3 - 1 5 ; Jud; Nachträge, Register (96 Seiten) - Bestell-Nr. 00420 1967
7. Lieferung Einleitung (104 Seiten) - Bestell-Nr. 00440 1969
Ergänzende Schriftenreihe

VETUS LATINA
AUS DER GESCHICHTE DER LATEINISCHEN BIBEL
ISSN 0571-9070

Die in freier Folge erscheinenden Veröffentlichungen behandeln Eintel/ragen


der Vetus Latina-Überlieferung und edieren neue biblische undpatristische Texte

1: Bonifatius Fischer, Die Alkuin-Bibel (Quartformat, 20 Seiten und 4 Tafeln) 1957


Bestell-Nr. 00490
2: Walter Thiele, Wortschatzuntersuchungen zu den lateinischen Texten der Johannes- 1958
briefe (Quartformat, 48 Seiten) - Bestell-Nr. 00491
3: Hermann Josef Frede, Pelagius, der irische Paulustext, Sedulius Scottus (165 Seiten) 1961
Bestell-Nr. 00492
4: Hermann Josef Frede, Altlateinische Paulus-Handschriften (296 Seiten) 1964
Bestell-Nr. 00416
5: Walter Thiele, Die lateinischen Texte des i. Petrusbriefes (245 Seiten) 1965
Bestell-Nr. 00417
6: Jürgen Regul, Die antimarcionitischen Evangelienprologe (276 Seiten) 1969
Bestell-Nr. 00446
7-8 : Hermann Josef Frede, Ein neuer Paulustext und Kommentar
I. Untersuchungen (288 Seiten und 4 Tafeln) - Bestell-Nr. 00447 1973
II. Die Texte (413 Seiten) - Bestell-Nr. 00448 1974
9: Helmut Boese, Die alte »Glosa psalmorum ex traditione seniorum«. Untersuchungen, 1982
Materialien, Texte (286 Seiten und 2 Tafeln) - Bestell-Nr. 00449
IQ : Caroline P. Hammond Bammel, Der Römerbrieftext des Rufin und seine Orígenes- 1985
Übersetzung (551 Seiten) - Bestell-Nr. 00494
11: Bonifatius Fischer, Lateinische Bibelhandschriften im frühen Mittelalter (mit einem 1985
Vorwort von H. J. Frede) (455 Seiten und ю Tafeln) - Bestell-Nr. 00495
12: Bonifatius Fischer, Beiträge zur Geschichte der lateinischen Bibeltexte (mit einem 1986
Vorwort von H.J.Frede) (456 Seiten) - Bestell-Nr. 00496

VERLAG HERDER FREIBURG


Т) с- "~7 О STANFORD
DO ГО LIBRARIES

v.ll/Д
VETUS LATINA
DIE RESTE DER ALTLATEINISCHEN BIBEL

NACH PETRUS SABATIER


NEU GESAMMELT UND IN VERBINDUNG
MIT DER HEIDELBERGER AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN
HERAUSGEGEBEN VON DER ERZABTEI BEURON

11/2

SIRACH (ECCLESIASTICUS)

HERAUSGEGEBEN VON
WALTER THIELE

2. Lieferung
Einleitung (Schluß)

1988

VERLAG HERDER FREIBURG


Bestellnummer 00425
ISBN 3 451 00425 9
VETUS LATINA
Die Lieferungen im Quartformat erscheinen in der Regel im Umfang von So Seiten

GRUNDLAGEN UND QUELLEN:

Band i : Bonifatius Fischer, Verzeichnis der Sigel für Handschriften und Kirchenschrift- 1949
steller (104 Seiten) vergriffen

Band i/i : Hermann Josef Frede, Kirchenschriftsteller. Verzeichnis und Sigel 1981
(3., neubearbeitete und erweiterte Auflage des »Verzeichnis der Sigel für Kirchen
schriftsteller« von Bonifatius Fischer) (Oktavformat, 784 Seiten, gebunden)
Bestell-Nr. 00450
Band i/iA: Hermann Josef Frede, Kirchenschriftsteller. Aktualisierungsheft 1984 1984
(n 8 Seiten, Paperback) - Bestell-Nr. 00474
Band i/i B: Hermann Josef Frede, Kirchenschriftsteller. Aktualisierungsheft 1988 1988
(100 Seiten, Paperback) - Bestell-Nr. 00479
Band 1/2 : Hermann Josef Frede, Biblische Handschriften. Verzeichnis und Sigel In Vorbereitung

ALTES TESTAMENT:

Band 2 : Genesis, hrsg. von Bonifatius Fischer


1. Lieferung Einleitung und Gn 1,1 -9,14 (170 Seiten) - Bestell-Nr. 00401 195 1
z. Lieferung Gn 9,14 - 27,23 (160 Seiten) - Bestell-Nr. 00402 1952
3. Lieferung Gn 27,23 - 43,22 (160 Seiten) - Bestell-Nr. 00403 1953
4. Lieferung Gn 43,22 bis Schluß; Nachträge, Register (132 Seiten) 1954
Bestell-Nr. 00404
Band i i/i : Sapientia Salomonis, hrsg. von Walter Thiele
I.Lieferung Einleitung - Bestell-Nr. 00480 1977
2. Lieferung Einleitung (Fortsetzung) - Bestell-Nr. 00481 1977
3. Lieferung Einleitung (Schluß) - Bestell-Nr. 00482 1979
4. Lieferung Sap 1,1 - 5,3 - Bestell-Nr. 00483 1980
j. Lieferung Sap 5,3 - 8,8 - Bestell-Nr. 00484 1981
6. Lieferung Sap 8,8 - 1 3,1 - Bestell-Nr. 00485 1983
7. Lieferung Sap 13,1 - 18,18 - Bestell-Nr. 00486 1984
8. Lieferung Sap 18,18 bis Schluß; Nachträge, Register (38 Seiten) 1985
Bestell-Nr. 00487
Band 11/2: Sirach (Ecclesiasticus), hrsg. von Walter Thiele
1. Lieferung Einleitung - Bestell-Nr. 00424 1987
2. Lieferung Einleitung (Schluß) - Bestell-Nr. 00425 1988
3. Lieferung Sir Prolog; Sk i - 4 In Vorbereitung

Band iz : Esaias, éd. par Roger Gryson


Fascicule i Introduction et Is 1,1-22 - Bestell-Nr. 00439 J987
Fascicule 2 Is 1,22 - 5,7- Bestell-Nr. 00441 1987
Fascicule 3 Is 5,8 - 7,14 En preparation
Die Handschriften: Stuttgart HB. VI, 107 - Toledo 35-4 81

Stuttgart, Württembergische Landesbibliothek HB. VI, 107 Schutzblatt


CLA IX 1359
J. AUTENRIETH, Die Handschriften der ehemaligen Hofbibliothek Stuttgart 3. Codices iuridici et politic! (HB VI 1-139),
Patres (HB VII 1-71), Wiesbaden 1963 = Die Handschriften der Württembergischen Landesbibliothek Stuttgart,
2. Reihe 3. Band, 100-105
W. BAARS, On a Latin Fragment of Sirach: Vetus Testamentum 15 (1965) 280f
B. FISCHER, Bibeltext und Bibelreform unter Karl dem Großen, in : B. Fischer, Lateinische Bibelhandschriften im frühen
Mittelalter, Freiburg 1985 = Vetus Latina. Aus der Geschichte der lateinischen Bibel 11, 198

Das Blatt war als hinterer Deckelspiegel in die Handschrift Stuttgart HB. VI, 107 (Kanonisti
sche Sammelhandschrift; 202 Blätter, Ende des 11. Jahrhunderts; Südwestdeutschland) eingeklebt;
die jetzigen Maße des Blattes sind auf die Maße der Haupthandschrift zugeschnitten und betragen
19,3 x 13,5 cm; zwei Spalten per cola et commata mit ursprünglich wohl je 26 Zeilen, jetzt je 19 Zeilen;
Ende des 8. Jahrhunderts in Verona geschrieben. — Die Bibelhandschrift, aus der das Blatt stammt,
»kann mit Egino auf die Reichenau gekommen sein«1 ; in Konstanz wurde sie zum Einbinden ver
wendet. Mit der Haupthandschrift kam das Blatt von Konstanz nach Weingarten (Besitzvermerk auf
fol. l R : Monasterii Weingartensis A. 1603) und von dort nach der Säkularisation nach Stuttgart.
Inhalt : Vorderseite l . Spalte : Sir 19,24 ¿7s/ iustus - 1 9,28 ipse est; 2. Spalte : 20,3 sie - 20,7 serva-
bunt te[mpus. Rückseite2 (nur teilweise lesbar) 1. Spalte: 20,10 <. . . daytum cuius - 20,14 septiplices;
2. Spalte : 20, 1 7 fatuo - 20,22 reprobafbitur. Der Text gehört zur A-Tradition, ohne allerdings dem spe
ziellen Zweig АГВ zu folgen. Darüber hinaus leistet die Handschrift den Dienst, für die sonst vor al
lem in spanischen Zeugen belegte Lesart 19,28 in iudicium die italienische Herkunft zu zeigen. Der
Korrektor hat einige Fehler verbessert, dabei aber auch in 20,18 mit falsi die A-Tradition falsae ver
lassen.
Das Fragment wird nach Photographien verglichen, die das Vetus Latina Institut der Württem
bergischen Landesbibliothek verdankt. Im kleinen Apparat werden die Lücken und unlesbaren Teile
vermerkt. Wegen der Kürze des erhaltenen Textes hat die Handschrift kein eigenes Sigel erhalten,
sondern wird mit der Bibliothekssignatur angegeben.

1 FISCHER 198. — Egino war Bischof von Verona 772-779, gestorben 802; er gründete Niederzell auf der Rei
chenau.
2 AUTENRIETH und BAARS konnten die Rückseite noch nicht berücksichtigen, da nach einer freundlichen Mit
teilung von W. IRTENKAUF (April 1973) das Blatt erst später von der Haupthandschrift abgelöst wurde.

Toledo, Catedral, Biblioteca del Cabildo 35-4

M. FÉROTIN, Le Liber mozarabicus sacramentorum et les manuscrits mozarabes, Paris 1912 = Monumenta ecclesiae li-
turgica 6, 691-722
J. PÉREZ DE URBEL Y A. GONZÁLEZ Y RUIZ-ZORRILLA, Liber Commicus. Edición critica I-II, Madrid 1950 und 1955 =
Monumenta Hispaniae Sacra, Serie Litúrgica 2-3, XLII-XLIII (die Schutzblätter fol. 177. 176; Sigel T2)

175 Blätter; 34 x 27 cm; zwei Spalten mit je 24-26 Zeilen; wisigothische Minuskel; etwa 1 192-
1208; Toledo. — Die beiden Schutzblätter am Ende der Handschrift, die auf das Format der Haupt
handschrift beschnitten und als fol. 177 und fol. 176 gezählt sind, stammen aus einem sonst verlorenen
Liber comicus aus der zweiten Hälfte des 1 1. Jahrhunderts: Schriftraum ca. 31,5 x 22 cm; zwei Spal
ten mit je 38 Zeilen; wisigothische Minuskel.
Die Haupthandschrift enthält »Officia et Missae« und bietet im officium in diem sancti torquati
episcopi vel sociorum eius die Lesung Sir 44,1-15 (fol. 47V), an der gegenüber т lediglich der Zusatz
von Vers \5sapientia (so) ipsorum enarrant populi et laudem eorum enuntiat eglesia auffällt. Die Einlei
tung ist lectio libri ihesu.
1l 20. 4. 1988 Vetus Latina 11/2
82 Die Handschriften : Toledo 35-4 - Verona LXXXVI 1 1

Auf dem Schutzblatt fol. 177V steht bei der Angabe legendum de piares defunctos (+ sacerdotes
sup. lin.) der Hinweis quere lectionem (пет sup. lin.) in sancti torquati. In т69 und т70 steht die Lesung
Sir 44,1-14 unter der Rubrik lectiones de sacerdotibus defunctis (т69), bzw. legendum in anniversario
episcoporum multorum dejunäorum (т70).
Die Handschrift wird nur an dieser Stelle genannt, aber nicht in den kritischen Apparat aufge
nommen (siehe oben bei т). Die Angaben beruhen auf Photographien.

Toledo, Catedral, Biblioteca del Cabildo 35-6


Vêtus Latina 11/1, 120f

Wisigothische Minuskel; 10./11. Jahrhundert; Toledo.


»Officia et Missae« vom Ostermontag bis zum Fest der hl. Justus et Pastor. Aus Sirach werden
zwei Abschnitte belegt: 35,10-13 (fol. 168V; de primitiis); 39,17-21 (fol. 156R; Justa et Rufina); sie
werden eingeleitet mit lectio libri ¡Пи.

Die Lesung 35,10-13 fällt durch zahlreiche Fehler auf. Der Text dieser Lesung ist gedruckt bei M. FÉROTIN, Le
Liber mozarabicus sacrameniorum et les manuscrits mozarabes, Paris 1912 = Monumenta ecclesiae litúrgica 6, (Hilf; doch
kommt die fehlerhafte Sonderstellung in dieser teilweise normalisierten Wiedergabe nicht zum Ausdruck. Deshalb
wird der Text hier vollständig geboten: 35-10fili bono animo redde et ne minués (i ex a vel u) primitias manum tuarum
"in homni dato tuo ilarem fac vultum tuum et in exultatione sanctifica decimas tuas I2da altissimo secundum datum
«ius et in bono oculo inventionem fac manum tuarum I3quoniam dominus retribuens est et septies (+ tantum sup. lin.)
reddet tibí amen.

Die Handschrift wird nur an dieser Stelle genannt, aber nicht in den kritischen Apparat aufge
nommen (siehe oben bei т). Die Angaben beruhen auf Photographien.

Verona, Biblioteca Capitolare LXXXVI1I (83)

Vetus Latina 11/1, 123


G. G. MEERSSEMAN, Les capitules du diurnal de Saint-Denis (Cod. Verona Cap. LXXX V .'/.', saec. IX), Fribourg
(Suisse) 1986 = Spicilegium Friburgense 30 (In der Edition des Textes viele Fehler)
Vgl. S. 66f : p = Lesungen in der römischen Liturgie

Etwa Mitte des 9. Jahrhunderts; Paris (B. BISCHOFF bei MEERSSEVAN П Anmerkung 7; „offen
bar veronesisch sind nur ff. 1-8, die nicht viel später geschrieben sind ").
Lektionar (enthält auch Gebete, Hymnen, Antiphonen und Litaneien). Die p-Lesungen aus
Sirach stehen an folgenden Stellen; die Textabschnitte sind meist kürzer als sonst in p üblich: 14,22;
15,3-4.6: fol.40R; 15,5-6: fol. 13Vi; 24,11-13.17-20: fol. 49R; 24,23-31: foi. 50R; 31,8-11: fol.
34V ; 36, l -3 : fol. 20R ; 39,6-9 : fol. 39V ; 44, 1 0-1 5 : fol. 35V ; Cento aus 44 u;:d 452 : f0l. 37V ; 44,25-27 ;
45,2-4: fol. 34R; 51,1-5: fol. 42R; fol. 47V3; 51,13-17: fol. 48 R. Die Lesungen haben keine Ein
leitung. — Im Unterschied zu Sapientia (siehe Vetus Latina 11/1, 123) hat der Text gegenüber den
anderen p-Zeugen keine ins Gewicht fallende Eigenstellung.
Die Handschrift wird nach Photographien verglichen, aber im kritischen Apparat werden nur
einzelne Lesarten aufgenommen und mit der Bibliothekssignatur bezeichnet.

1 Am unteren Rand von fol. 13V steht von zweiter Hand: cibavit Шит pane vite et intellectus et aqua sapientie
(Sir 15,3).
2 Der ebenfalls verkürzte Cento hat nur Sir 44,16.17.20.22.
3 Nach der liturgischen Bestimmung ist der I.Abschnitt (42R; tin unius mar/.«) eine Verkürzung der Lesung
51,1-8.12, der 2. Abschnitt (47V; »de virginibus*) eine Verkürzung von 51,1-12.
Die Handschriften : Wien lat. 1190 - Würzburg M. p. th. q. 32 83

Wien, Österreichische Nationalbibliothek lat. 1 190 fol. 16-292

Vêtus Latina 1 1/1, 123f ; 228 (Nr. 83)


B. BISCHOFF, Die südostdeutschen Schreibschulen und Bibliotheken in der KarolingerzeU. Teil 11. Die vorwiegend öster
reichischen Diözesen, Wiesbaden 1980, 262

Karolingische Minuskel, drei Spalten; im zweiten Drittel des 9. Jahrhunderts in Nordostfrank


reich geschrieben.
Bibel (ohne Psalter). Gliederung des Sirachbuches (fol. 204R I.Spalte - fol.213R I.Spalte):
incipit prologas hiesu filii sirach / Prolog multorum nobis . . . / explicit prologas hiesu filii sirac; incipit
liber eiusdem qui dicitur ecclesiasticus / Sir l - 51 / explicit liber hiesu filii sirach ecclesiasticum salomo-
nis; oratio salomonis / Sir 52 / explicit oratio salomonis. Im Text stehen die Zwischentitel. Er hat keine
Kapitelsreihe, aber von zweiter Hand sind am Rand die Zahlen der Einteilung in Гв und xp eingetra
gen1. Soweit davon die Laus patrum betroffen ist, siehe den eigenen Abschnitt: Einteilung der Laus
patrum.
Für Sirach gilt ebenso wie für Sapientia die Gemeinsamkeit im Text mit der älteren Handschrift
Q und der jüngeren Handschrift xp; auf diese Zusammengehörigkeit und die Beziehung zu anderen
Überlieferungszweigen der Vulgata ist oben bei Q hingewiesen worden. Innerhalb der Gruppe Q
Wien 1 190 xp gehören Wien 1 190 und xp enger zusammen, doch ist die Trennung von Q dann oft be
reits durch den Korrektor von Q belegt. An mehreren Stellen hat für die Abweichung von Q der ältere
Zweig des ©-Textes Einfluß ausgeübt2. Gegen Q haben Wien 1 190 und xp das Sirachkapitel 52 und
bieten dort den gleichen Text3. Erfolgt in diesem Kapitel mit wenigen Ausnahmen der Überlieferung

Wien 1 190 ist wenig sorgfältig geschrieben und weist zahlreiche Fehler auf, die auch nur teilweise
korrigiert worden sind. Die Handschrift wird nach Photographien verglichen, aber im kritischen Ap
parat nur genannt, wenn ihre Lesarten für die Beziehung zu Q und xp (abgesehen von der allgemeinen
Zusammengehörigkeit dieser Texte) oder zu deren typischen Begleitern von Interesse sind.

1 Zu dieser Einteilung siehe Vetus Latina 11/1, 145-147. Wien 1190 ist dort allerdings nicht verglichen worden;
in Sapientia gliedert Wien 1190 nach KA Aa, siehe Vetus Latina 11/1, 124.
2 Zum Beispiel 1,36 contumax (non sis) et; 1,38 + ponas scandalum; 3,24 noli esse; 7,6 pones; 7,34 + tua; 8,12 da
responsum; 11,12 marcidus] + et; 13,5 largitus] + ei; 13,25 amicis suis; 27,13b in medio autem] et in medio autem; 28,22
quomodo; 40,18 ~ inventes in ea (nicht x*).
3 Abgesehen von Fehlern in Wien 1190 gibt es nur die Differenz in 52,4 dies iste Wien; dies isti xp. — Beachte
besonders die seltenen Lesarten 52,11 invocare; et2] ut; 52,12 et1] ut.
4 Da Y von 52,7 an fehlt, gehen einige Lesarten mit ausgesprochenen Ф-Varianten, doch gilt dies nicht für alle
typischen Ф-Lesarten. — In dieser Richtung ist die in Vetus Latina 11/1, 42 Anmerkung 3 gemachte Angabe „in Sir
52 geht 1 190 praktisch mit Ф" zu präzisieren.

Würzburg, Universitätsbibliothek M. p. th. q. 32


CLA IX 1441
B. BISCHOFF, JOSEF HOFMANN, Libri sancii Kyliani. Die Würzburger Schreibschule und die Dombiblioihek im VIII,
und IX. Jahrhundert, Würzburg 1952 = Quellen und Forschungen zur Geschichte des Bistums und Hochstifts
Würzburg 6, 106f Nr. 37
B. FISCHER, Bibeltext und Bibelreform unter Karl dem Großen, in: B. FISCHER, Lateinische Bibelhandschriften im frühen
Mittelalter, Freiburg 1985 = Vetus Latina. Aus der Geschichte der lateinischen Bibel 11, 169
Vgl. S. 66f : p = Lesungen in der römischen Liturgie

23 Blätter, die als fol. 2-24 gezählt sind; teilweise (fol. 2-12) Palimpsest; 18,5 x 13 cm; Schrift
raum 15,5 x 9,5 cm; 18 Langzeilen; angelsächsische Minuskel; in der zweiten Hälfte des 8. Jahrhun
derts geschrieben. Die Bibliotheksheimat ist Würzburg.
Die Blätter 2-12 sind am Anfang des 9. Jahrhunderts in der Gegend Würzburg/Fulda palimpsestiert und ebenfalls,
in angelsächsischer Minuskel mit dem Beginn des Bußbuches »Discipulus Umbrensium< neu beschrieben worden.

1l*
84 Die Handschriften: Würzburg M. p. th. q. 32 / Die Kapitelsreihen

Doppelcomes, aber lesbar ist nur der nicht palimpsestierte Teil. In diesem Teil ist auf fol. 14R -
15V die p-Lesung 31,8-1 1 mit der aus der wenig älteren Handschrift pw bekannten Einleitung lec üb
sap salomonis (gegen die übrigen p-Handschriften) erhalten. Unter dem Sigel Würzburg 32 wird die
p-Lesung 31,8-11 im kritischen Apparat berücksichtigt, vor allem weil in pw nur jeweils Anfang und
Ende der Lesungen belegt ist.
Die Handschrift wird nach Photographien verglichen.

EXKURSE

DIE KAPITELSREIHEN (KA)

Vetus Latina 11/1, 125-147


Biblia Sacra iuxta Latinum Vulgatam versionem ad codicum fidem . . . cura et studio monachorum Abbatiae Pontificiae
Sancti Hieronymi in Urbe Ordinis Sancti Benedict! edita. 12. Sapientia Salomonis. Liber Hiesu filii Sirach cum
praefationibus et variis capitulorum seriebus, Rom 1964, 108-127 (KA Aa, Ab; [als Forma t werden auf diesen
Seiten auch die Zwischentitel gedruckt]); 128-129 (KA B); 130-134 (KA C). Auf S. 134-137 ist die Einteilung
von Гв (Sigel der römischen Ausgabe: Q) und die dieser Handschrift eigene, erst bei Sir 12,8 beginnende Reihe
der Zwischentitel mit dem Nachweis ihrer Quellen (teils die üblichen Zwischentitel, teils KA Aa und KA B) an
gegeben
Im dritten Apparat zum Sirachtext ist die Texteinteilung für KA Aa, Ab, В, С anhand derjenigen Handschriften
angegeben, die im kritischen Apparat der Ausgabe verwendet werden; auch die Texteinteilung in Гв ist dort
vermerkt
<D. DE BRUYNE), Sommaires, Divisions et Rubriques de la Bible Latine, Namur 1914, 176-182 (KA Aa in Spalte »A«,
Ab in Spalte »Antipel«, АЬг, В, С in Spalte »Is«); 408f (Handschriften der Kapitelsreihen); 481-483 (Texteintei
lungfür Aa, Ab, Abr, В, С anhand der Handschriften МФУР; Milano, Biblioteca Ambrosiana В. 48 inf. [Die Hand
schrift ist allerdings nicht fehlerfrei, und De Bruynes Angaben beruhen offenbar auf seiner eigenen Korrektur.
Unberechtigt sind allerdings De Bruynes Zahlen von Sir 44,16 an, weil sie zum Teil nicht zu KA Ab gehören,
sondern aus der Einteilung der Laus pafrum genommen sind. Statt der 141 Ab-Kapitel entsteht so bei De Bruyne
483 eine Einteilung in 163 Abschnitte]; Roma, Bibl. Naz. Centrale Sess. 3/XXVII (117); A0M; ST)
Vergleiche ferner:
P. SABATIER, Bibliorum Sacrorum Latinae Versiones anüquae seu Vetus Itálica, Reims 1743, Tomus secundus, 421f
(KA Aa nach der Handschrift E)
(Hg. A. F. VEZZOSI) Josephi Mariae Thomasii Opera omnia. Tomus primus continens Sacrorum Bibliorum veteres
títulos sectiones etc., Rom 1747, 176-186 (KA Aa zusammen mit KA Abr nach den Handschriften Фр, <DV und
Roma, Biblioteca Vallicelliana B. 7; Texteinteilung Aa und Zwischentitel nach Ф<р>у); 186f (Sir 52 nach Vallicell.
B. 7; der Text ist, abgesehen von Fehlern, praktisch identisch mit YD)
<MONACHI ORDINIS S. BENEDICTI ABBATIAE MONTIS CASINI), Bibliotheca Casinensis seu codicum manuscriptorum . . .
series l, Monte Cassino 1873, 330 (KA Abr nach der Handschrift Monte Cassino, Archivio della Badia 35 [15. Jahr
hundert], siehe Vetus Latina 11/1, 72 mit Anmerkung 3)
P. DE LAGARDE, Die Weisheiten der Handschrift von Amiata, in: Mittheilungen I, Göttingen 1884, 283f (KA B nach der
Handschrift A)
S. BERGER, Histoire de la vulgate pendant les premiers siècles du moyen âge, Paris 1893, 350f (Kapitelsanfänge und Hand
schriften der Kapitelsreihen)
PH. THIELMANN, Bericht über das gesammelte handschriftliche Material zu einer kritischen Ausgabe der lateinischen
Übersetzungen biblischer Bücher des alten Testamentes: Sitzungsberichte der Bayerischen Akademie der Wissen
schaften zu München, philosophisch-philologische und historische Klasse 1899, Band 2, München 1900, 230
(Kapitelsanfänge und Handschriften der Kapitelsreihen)
Die Kapitelsreihen 85

Zu Sirach sind in der Ausgabe folgende Kapitelsreihen aufgenommen; die Sigel schließen sich
an die römische Vulgataausgabe an, für Abr ist das Sigel D. DE BRUYNES übernommen:

KA Aa Biblia Sacra ... 12, Rom 1964, 108-126 (rechte Spalte); verglichen ist <D. DE BRUYNE),
Sommaires, Divisions et Rubriques de la Bible Latine, Namur 1914, 176. 178. 180 (Spalte "A")
Die römische Ausgabe benutzt die Handschriften M ®ZGRVP \fв (c¡tta del Vaticano, Biblioteca Apostólica Va
ticana Vatic, lat. 10510; um 1 125) TD; der Text bei De Bruyne beruht auf Фр.
Zusätzlich werden im Zeugenapparat die Handschriften Ф™ herangezogen.

KA Ab Biblia Sacra ... 12, Rom 1964, 109-127; verglichen ist <D. DE BRUYNE), Sommaires . . .,
Namur 1914, 176.178.180.182 (Spalte "Antipel")
Die römische Ausgabe benutzt folgende Handschriften :
ГА Milano, Biblioteca Ambrosiana E. 53 inf. (10. Jh)
Milano, Biblioteca Ambrosiana В. 48 inf. (11./12. Jh)
Гс Milano, Biblioteca Ambrosiana A. 258 inf. (12. Jh)
Гв Milano, Biblioteca Ambrosiana B. 27 inf. (12. Jh)
Г33 Milano, Biblioteca Ambrosiana B. 57 inf. (12. Jh)
Гм Monza, Biblioteca Capitolare a-2/4 (10. Jh)
(D München, Bayerische Staatsbibliothek Clm 19105 Palimpsest (7./8. Jh); D ist nur für einige Abschnittszahlen
zum Sirachtext selbst greifbar, siehe oben zu D (S. 25 Anmerkung 2) und römische Vulgataausgabe im Ap
parat zu KA Ab [D] und im 3. Apparat zum Text [d].)
(B. 48 inf. wird in der römischen Ausgabe mit Гв bezeichnet, in unserer Ausgabe mit der Bibliothekssignatur, da
Гв für Milano E. 26 inf. - in der römischen Ausgabe Q - steht.)
De Bruyne hat die Handschriften rACDM, Milano B. 48 inf.; er vergleicht zusätzlich unter dem Sigel V eine in
Chiari liegende Handschrift des 11. Jahrhunderts. V wird wie in Sapientia im Zeugenapparat nicht herangezogen.

KA Abr <D. DE BRUYNE), Sommaires . . ., Namur 1914, 177.179.181 (Spalte "A"1"')

Die von De Bruyne benutzten Handschriften, deren Sigel im Zeugenapparat übernommen werden, sind:
V Roma, Biblioteca Vallicelliana D. 8 (l l . Jh)
S Roma, Biblioteca Nazionale Centrale Sess. 3/XXVII (117) (12. Jh)
С Monte Cassino, Archivio della Badia 557 (12. Jh)
T Roma, Biblioteca Vallicelliana B. 7 (12./13. Jh).
Zusätzlich wird im Zeugenapparat die Handschrift nL verglichen.

KA B Biblia Sacra ... 12, Rom 1964, 128-129; verglichen ist <D. DE BRUYNE), Sommaires. . ., Na
mur 1914, 177.179.181 (Spalte "B")
Die römische Ausgabe benutzt folgende Handschriften: A0AMxv; Paris, Bibl. Nat. lat. 14396 (12. Jh). (In der
römischen Ausgabe sind xv, Paris 14396 = F, P)
De Bruyne benutzt Axv.
Im Zeugenapparat wird zusätzlich 9V verglichen.
Aus der späten Handschrift Orléans, Bibliothèque Municipale 13 (10) (Mitte des 12. Jahrhunderts) druckt <D.
DE BRUYNE), Sommaires . . ., Namur 1914, 169f für Ecl, 173.175 für Sap unter dem Sigel "Bdlv" eine von der
Reihe KA B abhängige Kapitelsreihe, die von der Handschrift auch für Sirach geboten wird. Die Kapitel zu
Sirach sind in Vetus Latina 11/1, 140f zusammen mit denen zu Ecclesiastes und Sapientia (Vetus Latina 11/1,
139f) nach Photographien der Handschrift vollständig angegeben. Die kurze Charakterisierung (Vetus Latina
11/1, 142) begründet auch für Sirach die Ausscheidung dieser Reihe aus dem Zeugenapparat der Edition.

KA С Biblia Sacra ... 12, Rom 1964, 130-134; verglichen ist <D. DE BRUYNE), Sommaires . . .,
Namur 1914, 177.179.181 (Spalte "Is")
Die römische Ausgabe vergleicht die Handschriften STCO ; De Bruyne benutzt STC.
Wie ¡n Sapientia wird auch für Sirach die bei BERGER (351) und THIELMANN (230) erwähnte Reihe in der aus dem
13. Jahrhundert stammenden Handschrift Paris, Bibliothèque Nationale lat. 16267 nicht berücksichtigt; siehe Vetus
Latina 11/1, 126.
Ebenso wird im Zeugenapparat nicht berücksichtigt die Kapitelsreihe von 87 Kapiteln, die in CTR steht. Sie ist
zusammengestellt aus KA Aa, den Zwischentiteln und Versanfängen der Laus patrum, siehe S. 69f mit Anmerkung l .
86 Die Kapitelsreihen

Nur STC (Reihe KA C; zu 2° siehe unten S. 91 bei KA C) und Milano, Biblioteca Ambrosiana
B. 48 inf. (Reihe KA Ab) haben die Kapitel an der sachlich richtigen Stelle vor dem Prolog multorum
nobis .... In den übrigen Zeugen stehen die Kapitel zwischen Prolog und Sir 1,1. Aus dieser Anord
nung kann über eine ursprüngliche Trennung des Prologs vom eigentlichen Sirachtext in der lateini
schen Textgeschichte natürlich nichts erschlossen werden; sie ist vielmehr eine naheliegende, aber
für Sirach unberechtigte Angleichung an andere biblische Bücher und weist im Grunde in die gleiche
Richtung wie die gelegentliche fehlerhafte Zuweisung des Prologs an Hieronymus (siehe unten S. 123).
Umgekehrt kann auch die „richtige" Stellung in den genannten Zeugen vor dem Prolog nur als eine
überlegte Korrektur gewertet werden.

Zu den »Zwischentiteln« (in VH: Capitula Series A Forma t)

Vor der Besprechung der einzelnen Kapitelsreihen ist an dieser Stelle eine Erörterung der »Zwi
schentitel« erforderlich, die in der römischen Vulgataausgabe als eine eigene Kapitelsreihe (Series A
Forma t) gewertet werden und deren Text dort auf den Seiten 108-126 jeweils in der linken Spalte
der Seiten mit gerader Zahl geboten wird.
Diese Zwischentitel werden in einer breiten, von A angeführten Tradition überliefert; sie begin
nen mit dem Titel de honore parentum vor 3,6 (in einigen Zeugen steht er schon vor 3,1) und enthalten
auch die relativ wenigen, zum eigentlichen V-Text gehörenden Überschriften1, die in der Regel auf
der griechischen Überlieferung beruhen.
Eine Ausnahme ist 29,1 de fenore ohne einen entsprechenden griechischen Beleg, und nur in einer sehr schmalen
griechischen Überlieferung (249-754: Teil der Gruppe b) ist die Entsprechung für 31 ,12 de continentia belegt. Umgekehrt
fehlt in der Vulgata (und auch in der Reihe der Zwischentitel2) die Wiedergabe des griechischen Titels nepi ßpwnomov
vor 30,16; allerdings hat ein Teil der griechischen Zeugen diesen Titel vor 30,14 oder 30,18 oder 31,12, und diese starke
Schwankung könnte der Grund für die Auslassung in der Vulgata sein.
Zu 30,1 lautet die Vulgataüberschrift de filiis (терс TEXVOJV der griechische Text); in der Reihe der Zwischentitel
steht zu dieser Stelle de disciplina filiorum. Diese Formulierung entspricht der in AYLS . . . bezeugten Textvariante zu
30,1 de disciplina filiorum, aber auch in der griechischen Überlieferung gibt es in der /-Gruppe die Variante nepi TroiSeu-
ПЕ1ПС TEXVÍOV.
Bemerkenswert ist, daß in der griechischen Überlieferung die O-Rezension die Überschriften nicht hat; die Zeu
gen der,,Lukian"-Überlieferung (L und /) sind in dieser Frage untereinander nicht einheitlich; sie haben darüber hinaus
die Titel teilweise an anderen Stellen (zum Beispiel Xoyoi roxpoßoXcdv zu 19,29 LXX; rcepi ßpcdpuxtuw zu 30,14) und bieten
auch zusätzliche oder anderslautende Titel (zum Beispiel zu 2,1 Ttept итгоцомт)с; zu 30,1 rapt roxiSeuoetoc TOOKOV (siehe
oben); zu 31,12 Ttepi еопссосшс xat откос Sei Еотюсобои; zu 33,25 (30,33 LXX) rcepi SouXeov; zu 44,1 ouvoç TOW airo a8a|¿
avSpuv.

Die Reihe der Zwischentitel ist offenbar eine Erweiterung der wenigen, außerdem erst mit 18,30
einsetzenden (und damit zu einer Ergänzung geradezu einladenden) Hauptüberschriften im Vulgata-
text; diese Erweiterung beruht im Gegensatz zu diesen ganz auf der lateinischen Sirachüberlieferung.
Daß der lateinische Bibeltext zugrunde liegt, ergibt sich zwingend aus dem Wortlaut der
Zwischentitel. Drei Gesichtspunkte sollen besonders hervorgehoben werden: 1) Für die Titel zu 10,9;
25,17; 37,12 fehlt der griechische Text für den lateinischen Versteil oder das lateinische Stichwort,
aus dem der Titel genommen ist. Für den Titel zu 31,35 ¡st eine entsprechende griechische Variante so
schmal bezeugt, daß sie als Vorlage ausfällt. 2) Die Titel zu 7,31 und 34,14 haben mit dem Lateinischen
deus, während der griechische Text in den entsprechenden Versen xupioç liest. 3) Ein enger Anschluß
an die Diktion des lateinischen Textes liegt bei folgenden Titeln vor: zu 4, l ; zu 12,1 de elemosyna (...);
zu 33,25; 35,1 de disciplina (...); zu 25,17 de nequitia (mulieris) ; zu 32,1 de rectoribus. — Gegen diese
Belege kann die einzige Gegenstelle nichts besagen: während der Titel zu 39,31 (vitae) hominis (sub-

1 Diese Hauptüberschriften sind in der römischen Vulgataausgabe innerhalb der »Forma t« durch große Buch
staben hervorgehoben.
2 Diesen Befund werte ich als einen Beleg für die Abhängigkeit der Zwischentitel von den Hauptüberschriften.
Die Zwischentitel; Die Reihe Aa 87

stantia) liest, hat die Vulgata in 39,31 hominam (avöptuTtwv L-248-315' 155), der griechische Haupttext
(39,26 LXX) avoptûTTOu. Eine selbständige Formulierung ist aber bei dieser Art der Überschrift
durchaus denkbar.
Über die Form des zugrunde liegenden lateinischen Textes läßt sich allerdings bei der knappen Fassung und teil
weise eigenständigen Gestaltung der Titel nur wenig sagen. Aus (de disciplina custodienda) legis zu 35,1 muß man
schließen, daß als Vorlage die spezielle A-Tradition ausscheidet1, die an dieser Stelle im Vulgatatext nicht legem,
sondern verbum liest. In die gleiche Richtung weist de amid gratia zu 6,5; hier scheint die Variante (lingua) gratiosa
(oder linguae gratia Z)2 vorausgesetzt, die in A nicht belegt ist. Positiv ergeben sich einige Berührungen mit L (siehe
zu 6,5 de amid gratia, vgl. gratiosa; zu 9,14 non relinquendum . . ., vgl. ne relinquas; fraglich bleibt dagegen 38,9 de
orando deo . . ., vgl. ora ad deum). Zu diesen Verbindungen mit L paßt auch die (einzige) Überschrift zu Sapientia (Sap
13,1 ; siehe Vetus Latina 11/1, 1313).

An mehreren Stellen werden die Titel ohne Bezug auf die lateinischen Textworte formuliert;
siehe zu 4,23 . . . pro fide ас iustitia standum . . . ; zu 5,1 de non confidendo in divitiis; zu 7,37 de de-
functis; zu 8,14 de vitandis malis; zu 38,16 de ex(s)equiis; zu 38,28 de singulis artificibus; zu 41,21 ab
omnibus vitiis dedinandum.
In der römischen Vulgataausgabe werden für die Zwischentitel die Handschriften A Y L H T S
AL OZGRV ГА Пн ч<т>, Vatic, lat. 10510 (als T») benutzt, wobei <£ZGHV \^D> Vatic. lat. 10510 als Ф4™
T"* bezeichnet werden, um die Lesarten der Titel von denen der in diesen Zeugen ebenfalls überliefer
ten Kapitelsreihe KA Aa zu unterscheiden. In unserer Ausgabe werden die Titel nicht als Kapitels
reihe, sondern als Varianten der Textüberlieferung behandelt und nach den in der Ausgabe herange
zogenen Handschriften angegeben4.

Zu den einzelnen Kapitelsreihen

Für die eigentlichen Kapitelsreihen zu Sirach gilt sowohl im Blick auf die Bezeugung als auch
auf ihre Form und ihren Inhalt in vieler Hinsicht, was bereits zu Sapientia festgestellt worden ist,
siehe Vetus Latina l I/l, 127-145; dort ist auch Sirach schon mehrfach unmittelbar behandelt wor
den: Die lateinischen Kapitelsreihen zu Sirach sind ebenfalls auf relativ wenige Gruppen der hand
schriftlichen Überlieferung beschränkt; die führenden V-Handschriften haben keine Reihe; die Rei
hen beruhen ausschließlich auf der lateinischen Überlieferung und gehen nicht auf eine griechische
Vorlage zurück.

Die Formen der Reihe A: Aa, Ab, Abr

KA Aa: Die Reihe Aa baut auf den Zwischentiteln auf. Diese werden einschließlich der Haupt
überschriften übernommen; ihr Text wird dabei gelegentlich teils durch geringe Kürzungen (Aa 12;
21 ; 40; 98), teils durch kleinere Zusätze (Aa 23; 24; 48) leicht geändert, während eine wirkliche Um
formung nur selten erfolgt (Aa 30; 63). Erheblich erweitert wird aber die Reihe der Zwischentitel
durch eigene, neu hinzutretende Kapitel am Anfang (Aa 1-6) und dort, wo die Zwischentitel weit aus-

1 Damit entfällt auch der Grund, Sonderlesarten von A in den Titeln ein besonderes Gewicht einzuräumen; siehe
»forsitan rectet in VR zu den Titeln vor 4,12 und 39,31 (aber nicht zum Titel vor 44,1).
2 Zu Z-Lesarten besteht aber für die Titel sonst keine sichere Beziehung.
3 Aus der genaueren Kenntnis der Sirachüberlieferung halte ich allerdings die dort ausgesprochene Vermutung
eines Bruchstückes aus einer größeren Einheit nicht mehr aufrecht und sehe auch in KA Aa 29 zu Sap 13,1 nicht mehr
mit der römischen Ausgabe die Quelle, sondern die Übernahme dieser Überschrift.
4 Da VR die Zwischentitel als Kapitelsreihe nicht in den kritischen Apparat aufnimmt, fehlen sie auch in Vs
im Apparat.
88 Die Kapitelsreihen

einanderliegen ; in Aa 7 (zu 3,6) und Aa 9 (zu 4,1) wird zu den übernommenen Titeln ein weiterfüh
render Hinweis (auf 3,11 und auf 4,5) hinzugefügt. Insgesamt wächst die Reihe der 69 Titel in Aa
auf 127 Kapitel1 an. In der Formulierung schließen sich die neuen Kapitel teilweise an die Art der
Titel und Überschriften an, aber in der überwiegenden Mehrzahl werden andere Wendungen und
Konstruktionen gewählt2.
Auch für die neuen, über die Titel hinausgehenden Kapitel gilt, wenn auf den Bibeltext Bezug
genommen wird, die Bindung an die lateinische Überlieferung. Sie wird schon im 1. Kapitel durch
(omnis sapientia a) domino deo est deutlich. Für Aa 49 fehlt zu dem übernommenen Vers 17,26a der
griechische Text, ebenso fehlt er für Aa 62 qui narranti non intendit in 22,8 und für Aa 100 (anima
viri) sancti in 37,18. Viel eher durch das Lateinische als durch das Griechische sind Aa 72 propter
inopiam zu 27,1 ; Aa 99 (virorum) sanctorum zu 37,15; Aa 115 mit der Satzkonstruktion zu 42,17 be
stimmt. Aa 20; 43; 45; 47; 48 (im Zusatz zum übernommenen Titel) haben deus, während der grie
chische Text in den entsprechenden Versen xuptoc oder 15,14 аитос liest. Gegen die griechische
Hauptüberlieferung stehen die aus dem lateinischen Text genommenen Formulierungen in Aa 59
peccantium zu 21,10, Aa 61 lapidari zu 22,1, Aa 69 insuspicabilia zu 25,9. In Aa 6 wird mit sustinen-
tiam zu 2,16, ¡n Aa 46 mit disciplina zu 16,24, in Aa 52 mit apostatare faciunt zu 19,2, in Aa 100 mit
circumspectores zu 37,18 ein für die lateinische Übersetzung typisches Wort aufgenommen; auch Aa
73 mit der V- Lesart 27,17 arcana für ¡xucrnripia (27,16 LXX) gehört dazu. — Bei diesem Befund wird
man auch für Aa 3 de concupiscenda sapientia et servando mandata keinen Rückgriff auf das Grie
chische (1,26 LXX . . . 8iaT/)p7)(jov evroXaç; 1,33 V ... conserva iustitiam) annehmen, sondern den
durch HIL; AM; (Hl); AU . . . belegten und also verbreiteten lateinischen Text . . . serva mandata
voraussetzen.
Fragt man auch hier nach einer bestimmten Textform innerhalb des Lateinischen, so ist ein negativer Befund
eindeutig: Aus Aa l domino deo, Aa 4 ad servitutem, Aa 8 quaerenda, Aa 50 de . . . orando, Aa 52 ebriosas folgt, daß der
vor allem durch G(T . . .) vertretene eigentliche V-Text nicht zugrunde liegt, der 1,1 deo domino, 2,1 servituti, 3,22
scrutaveris, 18,22 operan, 19,1 ebriacus liest. — Es werden auch nicht alle von A bezeugten Lesarten aufgenommen; be
achte die abgelehnten Lesarten 2,16 substantiam АГВ; 19,1 ebriacus A . . . = V; 19,17 mineris A; 37,18 circuminspectores
A
Auf das Ganze gesehen ergibt sich, wenn man die Analyse des Bibeltextes der Sapientiakapitel Aa (siehe Vetus
Latina 11/1, 129-131) vergleicht, ein allerdings nur in großen Umrissen ähnliches Bild. Auch dort sind es innerhalb der
breiten Tradition, zu der auch A gehört, doch nicht die Lesarten der speziellen A-Familie, die in der Kapitelsreihe wie
derkehren. Zu L ist auch in Sirach das Verhältnis zwar an mehreren Stellen, aber keineswegs durchgehend positiv3.
Die in Sapientia festgestellte Nähe zu WS gilt in Sirach, wo W fehlt, für S trotz einiger Gegenstellen4, besagt in diesem
Zusammenhang aber natürlich nur etwas über die Quellen, aus denen der St. Galler Text kommt. Eine genaue Parallele
zu dem Sapientiakapitel KA Aa 41 zu Sap 17,1, wo gegen die sonst mitgehenden Begleiter eine ausgesprochene, am
Griechischen ausgerichtete altlateinische Lesart bezeugt wird (siehe Vetus Latina 11/1, 130f), bildet KA Aa 3 zu Sir
1,33 (siehe oben), und hier wie dort ist die Seltenheit eines solchen Beleges5 bemerkenswert.

Es gibt auch Kapitel, deren Formulierung nur den Inhalt, aber nicht bestimmte Lesarten des
Bibeltextes wiedergibt, siehe Aa 64 zu 23,1-6 oratio ad deum; Aa 67 zu 23,25ff dispositio iniusti pec-
care volentis; Aa 96 zu 36,14ff oratio sapientiae.
Die Hauptzeugen für Aa sind die Maurdramnusbibel M und die Alkuinüberlieferung Ф. Aus der
Bezeugung der von Aa abhängigen Reihe Ab (siehe dort) ergibt sich aber, daß die Entstehung von
Aa nicht mit diesen Handschriften gleichzusetzen, sondern erheblich früher anzunehmen ist. Auf der
anderen Seite gibt für den terminus post quern der Befund in Sapientia den Ausschlag, wo die Reihe

' In VR wird KA Aa 127 zu Sir 52 nur im Apparat genannt.


2 Die Gegenüberstellung der Titel und der Reihe KA Aa in der römischen Vulgataausgabe 108-126 macht den ge
schilderten Tatbestand sehr deutlich.
3 Mit L: Aa 28 zu 8,8 de mortuo (ohne Zusatz inimico iuo) = V; Aa 41 zu 14,1 in verbo; Aa 47 zu 17,1 Umstellung
de terra creaverit hominem. - Gegen L: Aa 52 zu 19,1 ebriosas; Aa 60 zu 21,23 in alta voce; Aa 100 zu 37,18 circum
spectores.
4 Siehe 8,8 de mortuo inimico iuo; 14,1 verbo (nicht in verbo) = V; 17,1 creavit de ierra = V; 18,22 operari = V; 19,1
modicum.
s Nur KA Aa 94 zu 35,21 (oratio) humilis mit CHRO, c/ FU gegen humiliantis se V könnte noch dazu gezählt
werden.
Die Reihen Aa, Ab, A* 89

Aa die sekundäre italienische Vulgatatradition voraussetzt, für die als frühester Zeuge J (Orléans,
Bibliothèque Municipale 19 (16) fol. 11-18; fehlt für Sirach) aus dem 6. Jahrhundert bekannt ist;
siehe Vetus Latina 11/1, 126.130.
KA Ab: Die 141 Kapitel umfassende Reihe Ab erweist sich als eine Erweiterung der Reihe Aa.
Typisch sind dafür allerdings nicht die 14 neuen Kapitel, die Ab mehr als Aa hat1, sondern die Ver
längerung und weitergehende Ausführung der einzelnen von Aa übernommenen Kapitel. Das ge
schieht teils in der Form, daß Ab den in Aa zitierten Bibeltext aus dem für das Kapitel geltenden
Abschnitt fortsetzt2, teils dadurch, daß der Sirachtext durch Anführung anderer Bibelstellen oder
Verweis darauf erläutert wird3, teils in der Weise, daß eine Erklärung angefügt wird; häufig ist diese
ausgesprochen „dogmatisch"4. Die Abhängigkeit von der Reihe Aa zeigt sich besonders daran, daß
die von Aa getroffene Texteinteilung und ebenso die dort gebrauchten Formulierungen weithin —
auch wo ihr Wortlaut nicht durch den eigentlichen Bibeltext gedeckt ist — übernommen werden.
Zu dieser Charakterisierung von Ab siehe auch Vetus Latina 11/1, 128f.
Bei dem in der Reihe Ab über Aa hinaus herangezogenen Sirachtext erkennt man innerhalb der relativ wenigen
Stellen, die überhaupt eine Aussage erlauben, bemerkenswerte Verbindungen mit der Gruppe TS (Ab 70 zu 23,1 et
ne (sinos) ; Ab 80 zu 25,2 cum mullere) und zwei besonders auffallende Sonderberührungen mit Y (Ab 94 zu 31,12 de
contineniia ciborum5; Ab 140 zu 51,1 confessio), doch wird man angesichts von Gegenstellen daraus nur den allgemei
nen Schluß auf eine zugrunde liegende italienische Tradition ziehen, von der auch die genannten Handschriften beein
flußt sind6. Man wird erinnert an die bei den Textvarianten mehrfach auftretende Gruppierung Y L (T2) S Xp Л Пн.
Daß ganz allgemein nur ein lateinischer (nicht ein griechischer) Text zugrunde liegt, ergibt sich aus Ab 78 zu 24,24f
und aus Ab 109 zu 37,12: die hier verwendeten Anspielungen fehlen in der griechischen Überlieferung.

Für den Text der Reihe Ab stehen nur die späten Г-Zeugen zur Verfügung, doch hat bereits,
wie schon zu Sapientia betont wurde (Vetus Latina 11/1, 127), der Sirachkommentar des Rabanus
Maurus (f 856; PL 109, 763-1 126) die Reihe7, und noch früher liegt die fragmentarische Handschrift
D (7./8. Jahrhundert), in der Kapitel zu Prv und Ecl, und zu Sirach (siehe oben S. 25 mit Anmerkung
2) wenigstens einige Abschnittszahlen im Text erhalten sind.
Die erhebliche Differenzen, die in Sapientia zwischen den Kapiteln und den zugehörigen Textabschnitten in den
Reihen Aa und Ab vorkommen (siehe Vetus Latina 11/1, 132-134), gibt es im Sirachteil nicht.

KA Abr: die stark verkürzte Reihe Abr, die 83 Kapitel umfaßt, greift auf die Reihe Ab zurück.
Abr übernimmt viele für Ab typische Aussagen oder setzt sie doch wenigstens voraus; vergleiche
Abr l ; 16; 21 ; 23; 37; 42; 46; 58; 60; 70; 71 ; 73; 75; 76; 80; 81 ; 82; 83. Nicht selten übernimmt Abr
aber auch die Zwischentitel, doch ist bei einer Übereinstimmung zwischen Abr und den Zwischen-

« Neue Kapitel sind Ab 2; 3;4; 11 ; 48; 74; 76; 77; 78; 79; 120; 127; 130; 139. Aus den Kapiteln Aa 8 und Aa 9,
die jeweils auf mehr als einen Vers Bezug nehmen, werden in Ab die Kapitel 12-13 und 14-15. Umgekehrt fehlen Aa
23 und Aa 109 in der Reihe Ab.
2 Nur einige, wahllos herausgegriffene Beispiele seien genannt: Ab 9 im Verhältnis zu Aa 6; Ab 20 im Verhältnis
zu Aa 14; Ab 22 im Verhältnis zu Aa 16; Ab 40 im Verhältnis zu Aa 25; Ab 118 ¡m Verhältnis zu Aa 107.
3 Vor allem werden die Evangelien und die Paulusbriefe herangezogen; vergleiche Ab 2; 4; 6; 7; 17; 19; 56; 60;
65; 75; 76; 78; 79; 82; 83; 118. In Ab 105 wird Tb 12,8 zitiert, in Ab 111 wird auf Is 11,2 Bezug genommen; die Psal
men werden in Ab 73 (Ps 35,2) und Ab 123 (Ps 1 18,133) benützt.
« Erklärungen mit id est, hoc est zum Beispiel Ab 8; 13; 37; 46; 84; 88; 93; 103; 105; 109; 112; 119; 120; 128;
129; 140. — Christologische Erklärungen werden in Ab 2; 76; 117; 128 gebracht; Ab 23 und Ab 82 deuten den Text
auf die Kirche, vergleiche dazu auch Ab 67. Eindringlich wird die Notwendigkeit der göttlichen Hilfe betont: Ab 25;
34; 57; 64; 97; 123. — Zuweilen handelt es sich auch um eine ganz allgemeine Wort- oder Sacherklärung: Ab 84 ...
arcana amid id est secreta ... ; Ab 86 ... susurrio dicitur commissar (aber wie ist dies zu verstehen ?) ; Ab 87 de fenore;
Jeneratio est simplum dare duplum recipere (ohne Beziehung auf den für das Kapitel geltenden Sirachabschnitt 29,1-1 1).
5 In VR ist zum Zwischentitel de continentia (S. 120) im Apparat angegeben: + ciborum Y cum Ab. Eine Abhän
gigkeit des Zeugen Y von der Reihe Ab wird man aus dieser Angabe nicht folgern dürfen.
6 In 24,26 ist ГА mit inplebimini offenbar von KA Ab beeinflußt; Milano B. 48 inf. liest implemini (= V).
7 So wenig der ungesicherte Text des Rabanus als eigenständiger Zeuge neben die Г-Uberlieferung treten kann, so
deckt er doch vielleicht gemeinsame Fehler der Г-Familie auf. Vergleiche Ab 6 (horlatur sapientia) concupiscentibus
se . . .; Rabanus 770B (hortatur sapientia) concupiscentes se ... Kann in Ab 139 habitaverit richtig sein (laudat symo-
нет sacerdotem ftlium oniae quod . . . iemplum domini miriftce habitaverit)? Rabanus 1 1 13C hat adornaverit. Ist habueril
zu lesen?

12 20.4. 1988 Vetus Latina 11/2


90 Die Kapitelsreihen

titeln nicht immer zu entscheiden, ob ein unmittelbarer Rückgriff auf die Zwischentitel oder eine
Verkürzung oder auch Umformung von Ab vorliegt. Nur selten geht Abr in der Formulierung eigene
Wege; ich nenne Abr 8 (quod pro fide et iustitia) laborandum sit gegen standum in den Zwischentiteln
und in Aa, Ab; Abr 52 de usuris gegen de fenore in den Zwischentiteln und in Aa, Ab; Abr 68 (de dif
ferentia) mulierum et (amicorum) gegen Aa, Ab, wo der Hinweis auf mulleres fehlt, der auch nicht
durch den Sirachtext gedeckt ist. In Abr 74 steht de singulis artibus (vgl. 38,35.39) gegen de singulis
artificibus in den Zwischentiteln und in Aa, Ab.
Die Bezeugung von Abr liegt erst bei späten Handschriften nicht vor dem 11. Jahrhundert.
Im Verhältnis von Kapitel und zugehöriger Texteinteilung sehe ich nur bei Abr 3 de tolerantia temtationum (quae
fit pro iustitia) in der Zuweisung zu 2,1 Iff (DE BRUYNE 481) eine Schwierigkeit. Zutreffender wäre 2,lff.

Die Reihe B

In VR sind die Handschriften A0AMxv, Paris lat. 14396 herangezogen. Von ihnen gliedern A0AM
auch den Sirachtext selbst nach der Reihe B; xv hat die Einteilung nach Aa; für die späte Hand
schrift Paris lat. 14396 stehen mir keine Photographien zur Verfügung. Ein Einfluß der Reihe B ¡st
deutlich in der Texteinteilung und in den Titeln von Гв (siehe oben S. 43).

Im Unterschied zu Sapientia entfallen für Sirach die aus dem 6. Jahrhundert stammenden Fragmente J (Or
leans, Bibliothèque Municipale 19 (16) fol. 11-18), die für die zeitliche Festlegung der Reihe wichtig sind; siehe Vetus
Latina l l/l, 36 (Anmerkung 6); 139. - Die Handschriften Гм; Rouen, Bibliothèque Municipale A 1 10 (25) (9./10. Jahr
hundert); Paris, Bibliothèque Nationale lat. 16742 (12. Jahrhundert) haben in Sirach nicht die Reihe B. Dagegen ver
bindet xv hier die Reihe B (in Sapientia C) mit Aa, siehe oben S. 64 und Vetus Latina l l/l , 95 je mit Anmerkung l .
Für die Rezension der Reihe in VB ist A der maßgebliche Zeuge; siehe B l timor dei; B 2 ecclesiae (berechtigt?,
siehe unten); B 3 papilla et viduae; B 4 incertis; multiplica! . . . mitigat; B 7 relinquendum; B 10 de2; B 1 1 in?; B 25 et3;
B 26 parentum. Mit Recht werden offenkundige Fehler abgelehnt: B 4 änlcuii (Dittographie; gegen A in Sir 6,5); B 8
de2] et; — et inimici (Homoioteleuton); B 12 + sui; B 24 de vita] de divitia. In B 8 scheint A mit nee (für ne = V) eine
sekundäre Korrektur vollzogen zu haben, die die wörtliche Übernahme von Sir 11,10 verkennt. Zu fragen ist allerdings,
ob nicht in B 5 suscipienda mit A gegen excipienda (so die übrigen; vergleiche V) zu rezensieren ist; auch B 9 (de in
congrua societate) diviti (divitis A) et pauperi bleibt offen.
Zum Aufbau und zur Art der Reihe B siehe Vetus Latina 11/1, 136-138.

Für das Verhältnis zum Bibeltext können nur relativ wenige Stellen Auskunft geben; die ent
scheidenden Gesichtspunkte sind bereits in Vetus Latina 11/1, 138 genannt. Daß nicht ein griechi
scher, sondern ein lateinischer Text die Grundlage ¡st, zeigen zum Beispiel B 2 (servando) iustitia zu
1,33; quod filii sapientiae sint ecclesia(e) sanctorum zu 3,1; B 7 scelestitts avaro nihil zu 10,9; B 20
(spiritus timentium deum) quaeritur zu 34,14.
Mit den Lesarten der Handschrift A im Sirachtext gibt es sowohl Verbindungen als auch Abweichungen: B l a
domino deo zu 1,1 mit A . . .; B 16 de . . . disciplina ftliorum zu 30,1 mit A . . .; B 20 (de observatione) mandatorum zu
35,1 gegen verbum АФ; B 21 de ... non consiliando cum amico zu 37,7 gegen noli consiliari cum eo qui tibí insidiatur
AZ(FB). - B 2 quod filii sapientiae sinf ecclesiae sanctorum zu 3, l muß ¡n diesem Zusammenhang für eine sichere Wertung
ausscheiden, da die Zeugen der Reihe sich teilen: ecclesiae AOA" = 3,1 АХУФв4*1 . . .; ecclesia die übrigen = 3,1 V. A
kann eine Angleichung an den Sirachtext von A sein, was für ecclesia 0А*м nicht zutrifft. - In B 23 bona bonis et mala
mails creata sunt zu 39,30 könnte die Auslassung von bona et mit Z (und dem griechischen Text) vorausgesetzt sein, aber
näher liegt eine selbständige Änderung bei der Übernahme des schwierigen V-Textes . . . sie nequissimis bona et mala.
Im Zusammenhang mit dem Befund in Sapientia (und in Prv Ecl) werte ich Übereinstimmung und Abweichung
von A als Beleg dafür, daß die Reihe B jedenfalls nicht für den A-Text im engeren Sinne geschaffen wurde.

Auch in Sirach zeigt die Reihe B auffällige Unregelmäßigkeiten und Unstimmigkeiten, wie sie in
den anderen Teilen der Reihe vorkommen. Vergleiche B 3 de iudicando pupillo et viduae; B 7 quod
non sit scelestius avaro nihil; B 13 de duabus speciebus abominandis zu 25,3 (dort tres species); В 23
quod sapientia omnia exquiret zu 39,1 ; nur die Worte, aber nicht der Inhalt von 39,1 sind damit auf
genommen; B 23 omnia transeunt praeter fides; ist der Nominativ fides eine gedankenlose Übernahme
Die Reihen В, С 91

aus dem zugrunde liegenden Vers 40,12? (Beachte zu den meisten dieser Stellen auch die Korrekturen
innerhalb der Kapitelsüberlieferung und ebenso die Änderungen, die in der von der Reihe B abgelei
teten Kapitelsreihe der Handschrift Orléans, Bibliothèque Municipale 13 (10) (Mitte des 12. Jahr
hunderts) vorgenommen sind, siehe Vetus Latina l l/l, 140f unter Bdlv.)
Die Reihe B schließt mit ... laus parentum (KA B 26; vgl. Sir 44,1). Ein ausdrücklicher Hinweis
auf die wratio hiesu filii sirach« (Sir 51) und auf die »oratio salomonis« (Sir 52) fehlt, doch darf daraus
nicht geschlossen werden, daß der zugrunde liegende Sirachtext schon mit dem Ende der Laus patrum
in Sir 50 aufhörte. Der unerwartet frühe Abschluß der Reihe paßt eher zu der schon in Vetus Latina
11/1, 137f erwähnten flüchtigen Ausführung und geringen Genauigkeit der Kapitelsreihe.
Für die Abschnittsanfänge von KA B im Sirachtext selbst stellt DE BRUYNE 482 versehentlich B 17 zu 30,14 uncí
B 18 zu 32,1 statt zu 31,3 und zu 31 ,41, wie es sachlich geboten und durch ©AM bezeugt ist (A hat in der Texteinteilung;
die beiden Zahlen 17 und 18 übersprungen, siehe oben S. 23).

Die Reihe С

Auch für die Reihe С sind die wichtigsten Hinweise schon in Vetus Latina 11/1, 1 42- 1 45 gegeben.
Als Zeugen stehen die Handschriften 2TCO zur Verfügung; diese haben auch im Sirachtext selbst die
Einteilung nach der Reihe C.
Die auffallende Stellung der Kapitelsreihe in 2° zwischen Sir 51 und Sir 52 (siehe oben S. 54) ist nur ein weiterer
Beleg einerseits für die Trennung zwischen den mit Sir 51 endenden Handschriften 2TC und den auch Sir 52 umfassen
den Handschriften 2MO, andererseits für die in 2м und in 2° noch unterschiedlich bewahrte Verbindung mit 2TC
(siehe oben S. 53).
Wie in Sapientia ist die zugängliche Überlieferung durch 2 nicht fehlerfrei; siehe С 9 recedendum] credendum 2r
(c sup. ím.)co; С 10 avaro] aura 2TCO*; с 15 abscondi] candi 2T*C*°; С 21 inrevereníi] inreferenti 2T; inferenti 2C; infe-
rendi 2°*. — Auffällig sind auch С 16 a mane in véspero (Haplographie) gegen 2TC in Sir 18,26 a mane usque in vespe-
ram (vesperum 2°) und С 28 clode 2°] elude (u in ras.; ex ?) 2TC gegen 2TCO elude in Sir 42,7.
Die Texteinteilung nach der Reihe C hat auch die Handschrift С von Sir 23,7 an (siehe oben S. 24), und 2м hat
aus der Reihe die Zahl 27 bei Sir 39,1 (siehe oben S. 54).

Eine Fülle von Stellen zeigt, daß die Reihe С nicht die griechische Überlieferung, sondern einen
lateinischen Text zur Grundlage hat. In den folgenden Beispielen ist die gewählte Formulierung deut
lich vom Lateinischen abhängig, während sie im Griechischen keinen Rückhalt hat oder als Überset
zung jedenfalls nicht naheliegend ist:
С l (timorem ac) dilectionem dei . . . religionem . . . esse zu l,13f. 17f ; С 7 (de . . . munerum) spretione zu 7,20;
С 9 potestatem (. . . non dandam) zu 9,2; С 10 opes; praecepta; de avaro zu 9,16; 9,23; 10,9; С 1 1 iustum non despicien-
dum; servandam (animam) zu 10,26; 10,31; С 12 (non laudandum) hominem; a pestífero; (benefaciendum nonpeccatori
sed) iusto zu 1 1,30; 1 1,35; 12,2; С 13 de cupido zu 14,3; С 14 qui in sapientia demoratur; qui constituit hominem; aquam
et ignem zu 14,22; 15,14; 15,17; С 15 a deo; (de operibus) dei; de praepositis (gentium) zu 16,16; 17,1 ; 17,14; С 17 qui
odit correptionem; (de . . . correptione) mendacii zu 19,5; 19,28; С 18 (de sapiente) in malo zu 21,14f ; С 23 (de . . . pro-
missione) nequam zu 29,24; С 25 (de . . . negofiis) tractandis zu 37,12.

Weniger deutlich ist, welche Form des lateinischen Textes zugrunde liegt. Es gibt aber bemer
kenswerte Berührungen mit Lesarten, die von Z und von S(TC) bezeugt werden und die wenigstens teil
weise durch begleitende Väterbelege oder durch ihren als Korrektur nach dem Griechischen erkenn
baren Charakter ein besonderes Gewicht erhalten. Für einige Stellen gilt dies auch ohne die genannten
Handschriften.
1,33 С 2 ut...servet mandata: serva HCX .... HIL, AM, AU; mandata HIL, AM, (AU) = »
3,31 С 3 de sapiente: cor sapientis ZYX . . ., PS-AU spe = 0
6, 5 С 6 de. . .linguae gratia: linguae gratia Z, PAU-N ер 11,1 (LM); (lingua) gratiosa 2. . .
6,35 С 7 de sapientia et doctrina a senioribus expetenda: — prudentium ZH = в; seniorum HX
9, 3 С 9 ax (multivola): — mulierem Z (oder nur Homoiarkton ?)
9,16 С 10 peccatorum (opes): peccatorum Z

12*
92 Die Kapitelsreihen

10, 9 С 10 de avaro et cupidine: ist cupidine nur die eigenständige Inhaltsangabe von 10,9.10 oder spielt in der
Wortwahl die ¿-Lesart avaro] cupido mit eine Rolle ?
14.22 С 14 qui in sapientia demoratur: morabitur SY. . .
16, 8 С 15 de gigantibus: gigantes ZSY und die meisten
18,26 С 16 (a mane) in: (a mane usque) in ZS
19, l С 17 de ebriosis: ebriosus Z und viele, PS-AU spe
19,28 С 17 de amictu in iudicio: indicium S . . .; in indicium CX
20,31 С 18 muñera: xenia] muñera ZI,, PS-HI ep 12 ?
21, 2 С 18 peccatum (. . . fugiendum): (fuge) peccatum Z = $
21, 5 С 18 de substantia superbi: superbiae] superbi SY. . . = &
22, 2 С 18 de. . .pigro stercore x lapidato: — boum A: cf ®; (cf ? de stercore] x stercore Z: cf ®)
23, 6 С 18 (ventris) concupiscentiam (auferri): (aufer. . .ventris) concupiscentiam C0SH, AM, CHRO: cf K
26,28 С 22 de caupone non carente peccato x : peccato A, PS-AU spe = ®; — labiae ЕАГВ, PS-AU spe = Ф
27,15 С 22 de multum iurante: loquella multum iurantis ZC, PS-AU spe = W
29,35 С 23 de hospitalitate inproperio (Sco; in proprio ST, VR): correptio hospitalitatis et improperium Z (cf A)
34.23 С 25 de oblatione impiorum: (in oblationibus) impiorum 167 Z = ®
35,18 С 25 de lacrimis viduae: lacrimae viduae ZS und die meisten = в
37,23 С 26 de viro sapiente et eo qui sofistice loquitur: vielleicht Dublette aus et est vir sibi sapiens in verbis Z (cf @)
und qui sofistice loquitur V
40,26 С 27 de... timoré dei: timordomini] timordei Z0SH
Die Reihe endet mit С 30 de laude patrum (44,1) et de oratione hiesu (51,1) et reliquis patribus: so unklar der Bezug
von et reliquis patribus bleibt (kann 51,31ff gemeint sein ?), so ist doch offensichtlich ein Sirachtext
vorausgesetzt, der wie 2 ... und der griechische Text das Kapitel 52 nicht hat.

Die genannten Stellen haben eine sehr unterschiedliche Aussagekraft, und zwar im Blick sowohl
auf die angenommene Verbindung zwischen der Kapitelsreihe und den Textvarianten als auch auf die
Stellung von Z und S innerhalb der übrigen Zeugen. Aber selbst bei der Beschränkung auf die „siche
ren" Belege, die etwa die Hälfte ausmachen1, weist der Befund in eine bestimmte Richtung, und ohne
Frage ist die Vorlage für die Reihe С wesentlich anders geprägt als die für die Reihen Aa, Ab, B.
Die durch Z ohnehin gegebene Beziehung (siehe oben S. 35) zu der in 167 und in H vertretenen
Überlieferung I wird in 34,23 durch 167 bestätigt und findet ¡n 1,33; 6,35 durch H Unterstützung.
Den Gemeinsamkeiten stehen aber zahlreiche Stellen entgegen, an denen Z und I, anders lesen2,
so daß nicht der eigentliche Text dieser Zeugen, sondern nur eine Überlieferung in Frage kommt, ¡n
der Z und S mit einer Anzahl von Lesarten eine Bedeutung haben. Die Kapitel 10 zu 10,9 und 26 zu
37,23 können, wenn die Annahme einer Kombination aus Z und V berechtigt ist, darauf hinweisen,
daß diese Überlieferung selbst nicht frei von Kontaminationen war.
Zu dem Befund in Sapientia (siehe Vetus Latina l l/l, 144) besteht kein Widerspruch, wenn die stärkere Differen
zierung der Sirachtexte und der Ausfall des Textes T in Sirach berücksichtigt wird. - Entgegen der Aussage in Vetus
Latina 11/1, 145 spielt die dort neben Z und S genannte Handschrift X in Sirach für die Reihe KA C nur eine unterge
ordnete Rolle; das entspricht der gegenüber Sapientia veränderten Stellung von X innerhalb der Sirachtexte.
Zwischen Kapitelsreihe und zugehöriger Texteinteilung besteht bei С 25-26 eine bemerkenswerte
Differenz. Die Zeugen 2TCO (und zusätzlich die Handschrift C) haben die Zahl 26 schon bei Sir 36,1,
also für die Mitte von С 25 (et oratio pro gentibus . . .) ; sie bringen für С 26 (beginnend de corde oriri
bonum et malum zu 37,21) keine Zahl; die Zahl 27 steht wieder richtig bei 39,1 (so auch 2м). — Die
Abschnittszahl 28 steht in 2TCO bei 40,29 (¡n С schon bei 40,26). Zur Not ist der Einsatz von KA С 28
auch bei 40,29 denkbar, doch sind die Anfangsworte von С 28 deutlich erst auf 41,1.2.3 bezogen.
ST überspringt in der Texteinteilung das Kapitel 21 und hat die Zahl 21 für С 22 bei 26,28, teilt aber das Kapitel
23 in die Abschnitte 22 bei 29,1 (Anfang von С 23) und 23 bei 30,1 (Mitte von С 23). In CSCO stimmen die Abschnitts
zahlen mit den Kapiteln überein: 21 bei 25,17; 22 bei 26,28; 23 bei 29,1. Zu einem ähnlichen Fehler von ST in Sapientia
siehe Vetus Latina 11/1, 145 Anmerkung 1.

1 Siehe 1,33; 6,5.35; 9,16; 14,22; 18,26; 20,31; 21,2; 26,28; 29,35; 34,23; С 30.
2 Ich hebe wichtige Abweichungen von Z hervor (zu ihnen gehören auch die Stellen der Liste, an denen Z nicht
genannt ist): С 2 dei gegen 2,1 domini Z0SH, PS-AU spe, ®; С 7 (de . . .) rusticatione gegen 7,16 agriculturam HZ; С 8
(de . . .) mortuo gegen 8,8 + inimico Z. . . ; С 9 a multivola gegen 9,3 malivolam ZY. . . ; С 10 qualis rector gegen 10,2
quales rectores ZY2. . .; С 18 a fenestra gegen 21,26 per fenestram Z; С 23 (de auri) casibus gegen 31,6 casum ZC0SH,
PS-AU spe, ®; С 25 (iuxta opera) adae gegen 35,24 adam Z; С 27 bono bonis gegen 39,30 ~ bonis bona Z03HAL, PS-
AM vg. — Auch zu dem in der Liste mehrfach genannten pseudo-augustinischen Speculum PS-AU spe gibt es zahlrei
che Gegenstellen.
93

EINTEILUNG DER LAUS PATRUM

In einer Anzahl von Handschriften hat die Laus patrum (Sir 44-50) eine eigene Einteilung, deren
Abschnitte durch die Hervorhebung der Anfangsworte, teilweise auch durch Zahlen bezeichnet wer
den. Die Liste auf S. 94f versucht, den Befund zusammenfassend darzustellen.

Auf den größeren Teil der Handschriften ist bereits bei ihrer Besprechung (S. 14-84) durch den Verweis auf den
Abschnitt „Einteilung der Laus patrum" hingewiesen worden; siehe zu А ©НАМ g st. Gallen 81 Q Wien 1190 xp ALH
(DTMZGRBVP pang iat. i Köln l Reims 2 72 E Paris lat. 11505 ГВА Milano В. 48 inf. TLD. In diesen Zeugen hebt sich
die Einteilung von anderen Gliederungen innerhalb der Handschrift deutlicher ab, als es bei den übrigen in der Liste
genannten Handschriften der Fall ist. Die Schwierigkeiten, im Einzelfall zu einer sicheren Aussage über eine Einteilung
zu kommen, werden zum Beispiel bei С deutlich; dort sind die Eigennamen der betreffenden Abschnitte hervorgeho
ben, aber die sonst für С typische Textgliederung ist beibehalten, so daß hier eher von einer Ausstattung als von einer
eigentlichen Einteilung zu sprechen wäre. С ist in die Liste mit aufgenommen worden.

Wenn Zahlen und Hervorhebung bei einem Zeugen übereinstimmen, werden in der Liste nur die
Zahlen angegeben. Für eine Hervorhebung, sei es durch die Schrift, sei es durch bestimmte Zeichen,
steht in der Liste O; gelegentlich auch o, wenn in der betreffenden Handschrift ein deutlicher Unter
schied zwischen stärkerer (o) und geringerer (o) Hervorhebung besteht. In den Bemerkungen (S.96ff)
zur Liste wird für die einzelnen Handschriften die Art und Weise ihrer Einteilung beschrieben. Dort
ist auch angegeben, wenn sich aus den von PH. THIELMANN und seinen Mitarbeitern am Original
durchgeführten Kollationen (siehe oben S. 5) Hinweise ergaben, die aus den Photographien nicht zu
gewinnen waren, vor allem über die Auszeichnung durch rote Schrift.
An mehreren Stellen trifft die besondere Einteilung der Laus patrum mit anderen Gliederungen
zusammen. Bei manchen Angaben der Liste bleibt es daher fraglich, ob sie zur eigentlichen Einteilung
der Laus patrum gehören, und umgekehrt ist zuweilen auch die Entscheidung, eine bestimmte Stelle
für diese Einteilung auszuscheiden, zweifelhaft. Besonders dort, wo gleichzeitig ein Abschnitt der
Kapitelsreihe KA Aa beginnt, gibt es manchmal Bedenken, und trotz mehrfacher Kontrolle bleibt
für einige Stellen das Urteil schwankend. Der Vergleich mit den Angaben im 3. Apparat der römischen
Vulgataausgabe zeigt überdies die Möglichkeit verschiedener Beurteilung.

Die Laus patrum wird an folgenden Stellen gegliedert. Die zuweilen übereinstimmende Einteilung durch die Ka
pitelsreihe KA Aa wird angegeben. Einige Handschriften führen die Teilung nicht an den bezeichneten, sondern be
nachbarten Stellen durch. Darauf wird in der Liste durch das Zeichen * hingewiesen; in den Bemerkungen zu den ein
zelnen Handschriften steht dann die genaue Angabe. Dort sind auch Stellen vermerkt, an denen der eine oder der
andere Zeuge zusätzlich eine Teilung vornimmt, ohne daß diese zur eigentlichen Gliederung gerechnet werden kann.

44,16 enoch 48,1 et surrexit helias = KA Aa 120


17 noe 13b et in heliseo= KA Aa 121
20 abraham 19 ezechias
24 et in isaac 23c sed purgavit itlos in manu esaiae
25b et testamentum confirmavit super caput iacob 49, l memoria iosiae = KA Aa 122
45, l dilectus a deo et hominibus mo(y)ses 5 praeter david = KA Aa 123
7 excelsum fecit aaron 8b et desertas fecerunt vias ipsius in manu(s) hiere-
28 et finees miae = KA Aa 124
46, l fortis in bello (h)iesus nave 10 ezechi(h)el
9b ipse et c(h)aleb 12 et duodecim prophetarum
16 dilectus a domino suo samu(h)el 13 quomodo amplificemus zorobabel
47, l post hoc surrexit natha(n) propheta in diebus da- 14 et (h)iesum iosedec
vid; c/ KA Aa 118 15 et ne(h)emia
2b sie david 16 nemo natus est. . . qualis enoch
15 salomón = KA Aa 119 17 et ioseph
28 et mutum prudentia roboam 19 seth et sem
29 et (h)ieroboam « 50, l Simon = KA Aa 125
94 Einteilung der Laus patrum

44, 45, 4в, 47,


16 17 20 24 25Ь 1 7 28 1 9Ь 16 1 2Ь 15 28 29

с e в 000 в в в в О О 0 000
X • о о о 0 0 0 0 о о о о о о
SS • • 000 • • •
*
• 0 0 0 000

2м J 0 J J 0
£0»
• • •
P 0 0 0 0
А 1 2 345 б 7 8 9 13
08 о
е= • о 000 • • • • • в

Bern A. 9
J

о

000
0 0
0 0 0
о
0 0 0
В 0 0 0 0 0 0 0 0
s О о 0 О о о о
8* 9 о 0 0 0 0 0 •
S2 1 3 0 0 0 0 • о о о о
St. Gallen 7 • о 0
St. Gallen 81* о о 0 0 0 0 0 О 0 О О 0
St. Gallen 812 1 2 234 5 в 8 9 10 11 12 13 14 15

Q 1 2 345 в 7* 8 9 10 11 12 13 14* 15
Wien 1190* о о О О О 0 •* 0 0 0 0 0 0 0* 0
Wien 11 902 1 2 345 6 7* 8 9 10 11 12 13 14* 15
xP 1 2 345* 6 7* 8 9 10 11 12 13 14* 15

ЛЬ 1 2 345 в 7 8 9 10 11 12*
Л» 1 2 345 в 7 8 9 10 11 12*
M • • 0 0 0 0 0 0 0
фТ 1 2 345 в 7 0 15
фН 1 2 345 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15
(!>'/. о О О 0 0 О О О О О
фО* 0 о о 0 0 0 0 о о о о
фС« 1 3
фВ • о о о 0 0 0 О о о о в о о
фВ
• 000 • • • • 0000

Ф^(2) 1 2 345 в 7 8 9 10 11 1214 13


15
Фр(1) • • О О 0 0 0 О О О
ФР(2) 1 2 345 б 7 8 9 10 11 12 13
Paris l о 0 О О О 0 0 0 0 0 О О О О О
Köln 1 • • 0 0 • • • О Q 00000

Reims 2(1) • « 0 0 0 0 0 0 0000


Reims 2 (2) 1 2 345 в 7 8 9 10 11 12 14 15
Z2 1 2 3 5 в 7 8 9 12 13 14 15
Ecmp 1 2 345 6 7 8 9 10 11 12 13 14
£txt 1 2 345* в 7 8 9 10 11 12 14 15
Paris 11 505 • 3 4 в 7 • О 10 11 12 о 14 15

Г" 1 2 3 4 О 0 0 0 0* 0 000*
r* о о О О О 0 О 0 О 0* 0 0
ГА 1 2 345 в 7 8 9 10* (И) • — áeest
В. 48 inf. 1 2 345 в 0 8 9 ф О О
туъ о О О 0 0 0 0 0 о о о о о
<j '! ) о ф о • 0 • • о о о
Einteilung der Laus patrum 95

49, 50,
1 13h 19 23с 1 5 8b 10 12 13 14 15 16 17 19 1
• tfl Л • A
V V V V
X 0 O O O O o
VT«
лл • A
v
ve«
ЕМ

p deest
A
9« 000 o o o o o o o o •
вн • o o 0 O 00000000 0
e* o o o o o o oooooooo •
вм o o o 00« oooooooo
Bern А. 9

В • • o o • •
s o o o o o o o o
8* o o o o O 00 0 в •
S2 o o o o o o o •
St. Gallen 7
St. Gallen 81* O 0 O 0 0 O O • 0 O • •
St. Gallen 812 16 17 18 19 20

Q 16 17 18 19
Wien 1190* O O O Ф
Wien 11902 16 17 18 19
x* 16 17* 18 19
Ab
AH
O 14 15 16 17 18* 19 20 21 22 0 0 0 0 0
13 14* 15 16 17 18* 19 20 21 22 23 24 25 26 27
M 0 O* O O O O* O O O O O •
фТ 18 20
0 0
фМ 16 17 18 19 20
фХ O O O
фС- 0 0 •
фВ o o o O O o
фн o o •
ФV(1) o o •
•Фу (2) 16 17 18 19 20 21* 22 23
Фр(1) 0 0 O •

Paris l 00« O O O • »
Köln 1 000 o o o • •
Reims 2 (1) 0 0 0 •
Reims 2 (2) 16 17 18 19 21* 22 23
22 16 17 18 19 20 21 22 23
Ec»p 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 25 26 27 28
E« 16 17* 18 19 20
Paris 11 505 0 17 18 19 20
ГВ O O* O O O O* O
Г* o o o o 000 O O O O O O
ГА — deest — 17 (18) 19 deest 24 25 26 28
В. 48 inf. O O O O 0 O O O O O O O O
4-х o o o o o o
•FD
o o o o o
96 Einteilung der Laus patrum

, Bemerkungen zu den einzelnen Handschriften

С die zum betreffenden Abschnitt gehörenden Eigennamen sind hervorgehoben. Diese Hervorhebung gilt al
lerdings auch für 45,31 (et testamentan) david (vergleiche zu S12) und für 46,13 indices (vergleiche zu p M)
X der erste Buchstabe des Abschnitts (bei 47,28.29 des Eigennamens) ist hervorgehoben. Nach der von W.
SCHULZ für Ph. Thielmann durchgeführten Kollation am Original ist dieser Anfangsbuchstabe (außer bei
44,17) bis 48,19 rot geschrieben
E1* der Anfang des Abschnitts wird am Rand durch das Zeichen r angegeben. Dieses Zeichen steht auch bei 45,31
et testamentum david (vergleiche zu C)
2е* der Anfang des Abschnitts wird am Rand durch das Zeichen r angegeben. Statt des Zeichens steht zu 44,16
enoc am Rand henoh
SM der erste Buchstabe des Abschnitts ist hervorgehoben; nach der für Sir 44 vorliegenden Kollation von W.
SCHULZ für Ph. Thielmann am Original sind diese Buchstaben in Sir 44 rot geschrieben
2o2 der Anfang des Abschnitts wird im Text durch das Zeichen r angegeben

p es ist sehr fraglich, ob das Fragment (nur 45,8 - 47,13 erhalten) für die Einteilung der Laus patrum gewertet
werden kann. An den 4 angegebenen Stellen ist der erste Buchstabe herausgerückt; das trifft aber auch für
46,13 et indices zu (vergleiche zu С M)
A die Abschnitte sind durch Zahlen bezeichnet. — Ich kann nicht erkennen, worauf sich die Angaben gründen,
die bei <D. DE BRUYNE), Sommaires, Divisions et Rubriques de la Bible Latine, Namur 1914, 483 Spalte B
auf 30 Abschnitte bis 50,1 Id et vestiri kommen. A ist ein Zeuge für die mangelnde Sorgfalt und die Inkonse
quenz in der Durchführung der Einteilung

0s erst von 47, l (= KA Aa 118) an sind das erste Wort oder die ersten Worte des Abschnitts hervorgehoben, ohne
aber so deutlich hervorzutreten, wie es in ©<H>AM ¿ег рац ¡st
0H das erste Wort oder die ersten Worte des Abschnitts sind hervorgehoben
0х das erste Wort oder die ersten Worte des Abschnitts sind hervorgehoben. Bei 45,7; 49,17.19; 50,1 war die
Hervorhebung vorgesehen, wie der dafür frei gelassene Raum zeigt
0м das erste Wort oder die ersten Worte des Abschnitts sind hervorgehoben
Bern A. 9 enoch (44,16), not (44,17) und ei finees filius eleazari (45,28) sind deutlich hervorgehoben. Ob für abraham
(44,20) und für et in isaac (44,24) der jeweils herausgerückte Anfangsbuchstabe a und e als Zeichen der Ein
teilung gewertet werden kann, ist sehr unsicher

B der erste Buchstabe des Abschnitts ist hervorgehoben. Diese Hervorhebung steht allerdings auch bei 45,18
complevif mo(y)ses
l der erste Buchstabe des Abschnitts (bei 45,1 des Namens moyses [vergleiche Etxt]; bei 47,1 die Worte post
surrexit nathan) ist durch rote Schrift hervorgehoben. Bei den mit o (im Unterschied zu O) bezeichneten
Stellen steht der rote Anfangsbuchstabe in der Zeile und ist nicht herausgerückt; bei 45,7 und 46,1 steht er
auf Rasur. Die Angaben über die rote Schrift entnehme ich der Kollation THIELMANNS am Original
S S* das erste Wort oder die ersten Worte des Abschnitts, in 49,8b der Eigenname sind hervorgehoben
S2 die ersten drei Abschnitte haben die Zahlen I; 2; 3; danach wird der Anfang des Abschnitts durch ein
kleines Kreuz + angegeben (dieses + steht allerdings auch außerhalb der Laus patrum bei Einteilungen
des Sirachtextes). Der Ausfall von 45,28 ist ein reiner Fehler von S2. Die Teilung bei 47,2b.28.29 zeigt
Ф-Einfluß (gegen 0), so wohl auch bei 49,8b (gegen 0SH); 44,25b geht mit 0Ф
St. Gallen 7 der erste Buchstabe der Abschnitte bei 44,16.17.20.24 ist hervorgehoben; bei 45,1 sind die Worte dilectus
a deo et (h)om(i)nibus moyses groß geschrieben. Ob eine gewisse Hervorhebung bei anderen Stellen für
die besondere Einteilung der Laus patrum gewertet werden kann, erschien mir zu unsicher
St. Gallen 81 81* der erste Buchstabe des Abschnitts ist hervorgehoben; unsicher bleiben 47,2b.29; 48,13b. — Außer
bei 47,15 salomón ist auch bei 47,14 post (ilium) surrexit filius sensatus der Anfangsbuchstabe p
hervorgehoben; an dieser Stelle haben ALH die Teilung
8l2 die Abschnitte sind durch Zahlen bezeichnet. Dabei gibt es mehrere Unregelmäßigkeiten: die Zahl
2 steht sowohl bei 44,17 als auch bei 44,20; die Zahl 7 fehlt ganz; die Zahl 4 stand zuerst bei 44,
25a benedictionem (so xp) und wurde dann zu 44,25b gestellt. Vergleiche im übrigen die enge Ver
bindung mit S2 und Фт

Q die Abschnitte sind durch Zahlen und durch den hervorgehobenen Anfangsbuchstaben bezeichnet (bei 47,27
et reliquit ist e nicht hervorgehoben; bei 48,13b et in heliseo ist die ursprüngliche Hervorhebung getilgt). Die
Zahl 7 steht bei 45,6c docere iacob, die Zahl 14 bei 47,27 et reliquit
Wien 1190 1190* der erste Buchstabe des Abschnitts ist hervorgehoben
11902 die Abschnitte sind durch Zahlen bezeichnet
in 1 190* und in 1 1902 liegt die Teilung bei 45,6c docere iacob und 47,27 et reliquit
xp die Abschnitte sind durch Zahlen und den hervorgehobenen Anfangsbuchstaben bezeichnet. Die Zahl 5
steht bei 44,25a benedictionem (vergleiche zu St. Gallen 8l2); die Zahl 7 bei 45,6c docere iacob; die Zahl 14 bei
47,27 et reliquit; die Zahl 17 bei 48,13a Mías. — Beachte die auch hier bestehende Gemeinsamkeit Q Wien
1 190 xp (siehe oben S. 30. 64. 83)
Einteilung der Laus patrum 97

AL die Abschnitte sind durch Zahlen und durch Hervorhebung der ersten Worte bezeichnet; teilweise fehlen
die Zahlen; bei 49,14 ist et hiesum iosedech nicht hervorgehoben. Die Zahl 12 steht bei 47,14 post ipsum sur-
rexit filius sensatas (vergleiche Г und zu St. Gallen 81*), die Zahl 18 bei 49,9 nam male traclaverunt
Лн die Abschnitte sind durch Zahlen und durch den hervorgehobenen Anfangsbuchstaben bezeichnet. Die Zah
len 12; 18 stehen wie in AL bei 47,14; 49,9. Die Zahl 14 steht gegen AL bei 48,13c in diebus (aber in Ab
stehen 13b et in heliseo und 13c in diebus in der gleichen Zeile)
M das erste Wort oder die ersten Worte des Abschnitts sind hervorgehoben. 49,14.15 sind sehr fraglich. Die
Teilung bei 48, l За elias (statt bei 13b) und bei 49,8a incenderunt (statt bei 8b) ist durch die in M im Text
stehenden Kapitel der Reihe Aa begründet. Andererseits ist auch 46,13 e(t indices) hervorgehoben (verglei
che zu С p)

Фт die Abschnitte sind durch Zahlen und durch Hervorhebung der ersten Worte bezeichnet; teilweise fehlen die
Zahlen; bei 45,1 ist von dilectus a deo nur ai hervorgehoben (vergleiche zu Фм); die bei 49,1 stehende Zahl
18 ist offenbar Fehler für 19 (siehe ФМ), 25 bei 50,1 Fehler für die Kapitelszahl KA Aa 125. — Trotz zahl
reicher Unregelmäßigkeiten von Фт ist die Gemeinsamkeit mit der allgemeinen Ф-Überlieferung und inner
halb dieser die engere Verbindung mit Фм (Ф™ Periode I der Alkuinbibeln; siehe oben S. 55) deutlich
Фм die Abschnitte sind durch Zahlen und durch Hervorhebung der ersten Worte bezeichnet; bei 45,1 ist von
dilectus a deo nur d hervorgehoben (vergleiche zu Фт)
Ф2 das erste Wort oder die ersten Worte des Abschnitts sind hervorgehoben; bei 47,28.29; 48,1 ist diese Hervor
hebung bedeutend geringer als sonst
фс фс* <jas erste Wort oder die ersten Worte des Abschnitts sind hervorgehoben
фса ¿¡g ersten drei Abschnitte sind mit Zahlen bezeichnet
Фк der erste Buchstabe des Abschnitts ist hervorgehoben
Ф" das erste Wort oder die ersten Worte des Abschnitts sind hervorgehoben. Daß bei 45,1 die Hervorhebung
fehlt, kann kaum mehr als ein versehentlicher Fehler der Handschrift sein
Фу das erste Wort oder die ersten Worte des Abschnitts sind hervorgehoben. Mit dieser Hervorhebung stimmt
die Einteilung durch Zahlen nur anfangs überein. In der Liste sind beide Einteilungen angegeben, ohne daß-
ich aufgrund der Photographien die Zahleneinteilung als Фу2 werten kann. 21 steht bei 49,9 nam male tracta-
verunt
Фр das erste Wort oder die ersten Worte des Abschnitts sind hervorgehoben. Mit dieser Hervorhebung stimmt
die Einteilung durch Zahlen nur anfangs überein. In der Liste sind beide Einteilungen angegeben, ohne daß.
ich aufgrund der Photographien die Zahleneinteilung als Ф1* werten kann
Paris l der erste Buchstabe des Abschnitts ist hervorgehoben
Köln l der erste Buchstabe des Abschnitts ist hervorgehoben

Reims 2 das erste Wort oder die ersten Worte des Abschnitts sind hervorgehoben. Mit dieser Hervorhebung stimmt
die Einteilung durch Zahlen nur anfangs überein. In der Liste sind beide Einteilungen angegeben, ohne <lalJ
ich aufgrund der Photographien die Zahleneinteilung als Reims 22 werten kann. Die Zahlen 13 und 20 fehlen
wegen der Kapitelszahlen der Reihe KA Aa. Die Zahl 21 steht bei 49,9 nam male iractaverunt. Beachte die
auch für die Einteilung bestehende Gemeinsamkeit mit <S>V (für den Text siehe oben S. 56.79)
/- die Abschnitte werden durch Zahlen bezeichnet; die Zahlen l ; 2; 3; 17 sind an der Photographie nicht zu er
kennen und aus THIELMANNS Kollation am Original entnommen. Die Zahlen 4; 10; 1 1 fehlen (II wohl wegen
der Kapitelszahl KA Aa 118). Beachte die Verbindung mit Фу (siehe oben S. 35.56)
E E hat vor 44,1 eine eigene Reihe (EC"P) und im Text eine Einteilung (Etxl); EC"P und E'x» stimmen nicht
überein
E«p <D. DE BRUYNE), Sommaires, Divisions et Rubriques de la Bible Latine, Namur 1914, 181. E™P hat 32 Ka
pitel; durch die doppelt verwendete Zahl 25 kommt die Zählung nur auf die Zahl 31
die Angaben beruhen auf Photographien der Handschrift, ohne Differenzen zu De Bruyne anzugeben.
Incipiunt capitula I De enoch II De noe III De abraham IIII De isaac V De iacob VI De moysen (E*;
moyse E2) VII De aaron VIII De finees VII II De iesu nave X De calep f ilium (E*; filio E2) iepphone
XIDesamu*eI XIIDenathan XIIIDedavid XIIII De salomone XV De helia XVI De eliseo XVII
De ezechia XVIIIDeesaia XVII1I De iosia XX De hieremia XXI De hiezechiele XXII De duodecim
prophetis XXIII De zorobabel XXIIII De iesu filo (E*; filio E2) sedech (sie; vgl. Varianten zu 49,14 V)
XXV De neemia XXV (sie) De enoch XXVI De ioseph XXVII De seth et sem XXVIII De simion (E*;
Simone E2) oni (E*; oniae E2) filius (E*; filio E2) (vgl. Varianten zu 50,1 V) XXVIIII De filiis aaron (zu
50,14b oder 50,18) XXX De canticum (E*; cántico E2) (zu 51,1; vgl. KA Ab 140) XXXI De inquisitione
sapiencia (E*; sapientiae E2) (zu 51,18) expliciunt capitula
die Kapitel 29; 30; 31 sind Sondergut, das nicht mehr zur Einteilung der Laus patrum gehört
vergleiche die Verbindung mit Л (sie ist aus dem Sapientiatext bekannt, siehe Vetus Latina 11/1, 31.69; im
Sirachtext fehlt sie sonst, siehe oben S. 26) und Г
Etxt die Abschnitte sind durch Zahlen und durch den hervorgehobenen Anfangsbuchstaben bezeichnet; bei 45,1
ist nicht d von dilectus, sondern m von moyses hervorgehoben (vergleiche zu s). Die Zahl 5 steht bei 44,26
agnovit (a ist nicht hervorgehoben, aber vor dem Wort ist in der Zeile ein freier Raum); die Zahl 17 steht bei
48,13a helios (h ist hervorgehoben; 13b et in heliseo steht auf der gleichen Zeile). Zu beachten ist die Unstim
migkeit. . .(11) 12 14 (15). . .; davon abgesehen folgt E1** wie erwartet der Ф-Überlieferung (gegen 0)
Paris 1 1505 die Abschnitte sind durch Zahlen und durch Hervorhebung der Schrift bezeichnet; teilweise ist das erste
Wort hervorgehoben: 44,16 enoch; 44,20 abraham; 45,7 excelsum; 45,28 finees; 49,1 memoria iosiae; teilweise

13 20.4.1988 Vetus Latina 1I/2


98 Einteilung der Laus patrum

nur der erste Buchstabe: 44,24 e(t in isaac); 45,1 d(ilectus); 46,1 f(ortis); 46,16 d(üectus); 47,1 p(ost hoc);
47,2b s(ic david); 47,15 s(alomon); 47,28 e(t minutum); 47,29 e(t hieroboam) ; 48,1 e(f surrexit); 48,13b e(f
ш heliseo); 48,19 e(zechias); 49,10 e(zechihel). Bei 47,15 und 48,1 fehlen die erwarteten Zahlen 13 und 16
wegen der Kapitelszahlen КЛ Aa 1 19 und 120; die Zahlen 8 und 9 zu 45,28 und 46,1 sind offenbar nur an der
Photographie nicht mehr erkennbar. Die fehlenden Zahlen 2 und 5 erwartet man bei 44,17.25h, aber not
und et testamentum sind auch im Text nicht hervorgehoben. Im allgemeinen folgt Paris 11505 der Ф-Über-
lieferung
Гв der erste Buchstabe des Abschnitts ist hervorgehoben; die ersten 4 Abschnitte sind außerdem mit Zahlen
bezeichnet
die Teilung liegt bei 46,1 1 et dédit dominas ipsi cateph (statt bei 46,9b; vgl. ГМА); bei 47,14 post ipsum sur
rexit filias sensatas (statt bei 47,15; vgl. Л); bei 48,13a helios (statt bei 48,13b, aber 13b et in heliseo beginnt
auf der gleichen Zeile; zu helios vgl. M und andere); bei 49,8a incenderuni (statt bei 49,8b; vgl. M)
Гм der erste Buchstabe des Abschnitts ist hervorgehoben, aber nur bei den in der Liste mit ф bezeichneten
Stellen unterscheidet sich diese Hervorhebung deutlich von anderen. Bei den übrigen Stellen (o) bleiben
Unsicherheiten; für ihre Aufnahme in die Liste hat teilweise der Befund von ГА den Ausschlag gegeben. Die
Teilung liegt bei 46,11 et dedil dominas ipsi calep (statt bei 46,9b; vgl. ГВА)
ГА die Abschnitte sind durch Zahlen und durch den hervorgehobenen Anfangsbuchstaben bezeichnet; für die
Teile von 47,1 - 48,13b und 49,5-13 fehlt ГА durch Beschädigung des Blattes. Die Zuweisung der Zahl 1 1
an 46,16 ist erschlossen. Ebenso ist zu 48,23c die Zahl 18 erschlossen. Die Zahl 10 steht bei 46,1 1 et dédit do
minas ipsi cal<. . .) (statt bei 46,9b; vgl. Гвм); die Zahl 28 ist Fehler der Handschrift statt 27
Milano B. 48 inf. die Abschnitte sind durch Zahlen, die mit 9 aufhören, und durch den hervorgehobenen Anfangs
buchstaben bezeichnet. Die Zahl 7 fehlt offenbar durch den nachträglichen Eintrag von KA Ab 130 zu 45,7
(siehe oben S. 77). Bemerkenswert ist, daß die Teilung bei 49,1 fehlt; dies gilt sonst nur für s Q Wien 1190
xp. — Ich kann nicht erkennen, worauf sich die Angaben bei <D. DE BRUYNE), Sommaires, Divisions et
Rubriques de la Bible Latine, Namur 1914, 483 Spalte Ant gründen, die nach De Bruyne 478.480 aus Milano
B. 48 inf. stammen sollen
YL (Vatic. Pal. lat. 4; siehe S. 60 bei T) der erste Buchstabe des Abschnitts ist hervorgehoben; bei 49,1 ist memoria
iosiae als Überschrift hervorgehoben; 44,17 noae ist nicht hervorgehoben
YD die Angaben sind dem 3. Apparat der römischen Vulgataausgabe entnommen: Divisio sine numero; diese
besteht auch für 46,4 quis, doch kann es sich hierbei nur um eine Unregelmäßigkeit in der Handschrift han
deln, da sie mit dieser Teilung, die auch sachlich unbegründet ist, ganz allein bleibt

Schon durch die zahlreichen Unsicherheiten, die bei der Erstellung der Liste immer wieder auf
treten, und durch die besonders von Kapitel 49 an sich verstärkenden Schwankungen wird deutlich,
daß die „Einteilung der Laus patrum'1 im Grunde nicht viel mehr ¡st als eine Gliederung nach den im
Text genannten Personen. Offensichtlich hat dabei der Eigenname als solcher die bestimmende Rolle
gespielt, und nicht die Aussage des Textes über die betreffende Person. Vergleiche dazu 48,23c (Esaias
im Bericht über Ezechias 48,19-28 ohne eigentliche Charakterisierung des Propheten; aber mit ¡hm
beginnt der Autor die Prophetenreihe, die mit Hieremias49,8b, Ezechihel49,10undden 12 Propheten
49, 1 2 fortgesetzt wird); 49,5 (Wiederholung der schon zuvor „behandelten" Personen David, Ezechias,
losias); die „anonymen" Richter (46,13) erscheinen überhaupt nur bei С p M als Beginn eines Ab
schnitts, obwohl der Verfasser sie als eigene Gruppe deutlich abgegrenzt hat. Umgekehrt hat die
Gruppe Q Wien 1 190 xp die Teilung an der unpassenden Stelle 45,6c docere iacob (statt erst zur Aaron
45,7); vergleiche auch die Sonderabschnitte in B bei 45,18 oder in С Z12 bei 45,31. In E wird die Reihe
der Kapitel fortgesetzt mit de ftliis aaron (zu 50, 1 4b oder 50, 1 8). Auffällig ist dabei allerdings die trotz
ausführlicher Charakterisierung sehr seltene Hervorhebung des Chaleb (46,9b oder 46,1 1).
Geradezu typisch für den Gesamtbefund ist es, daß die Einteilung in zahlreichen Zeugen nach
einer Anzahl von Stellen einfach aufhört. Eine konsequente Durchführung bleibt die auf wenige Grup
pen (siehe С 0 Л Г) beschränkte Ausnahme.
Mit diesen Beobachtungen verliert die „Einteilung der Laus patrum" alle Beweiskraft als Beleg
für die in der Forschung zum lateinischen Sirachtext mehrfach vertretene Annahme, daß die Kapitel
44-50 auf eine ursprünglich selbständige Übersetzung zurückgehen1.

1 Vergleiche THIELMANN 283 zu A und s, vor allem aber zu der Kapitelsreihe vor Sir 44 in E (Рн. THIELMANN,
Bericht über das gesammelte handschriftliche Material zu einer kritischen Ausgabe der lateinischen Übersetzungen biblischer
Bücher des alten Testamentes: Sitzungsberichte der Bayerischen Akademie der Wissenschaften zu München, philoso
phisch-philologische und historische Klasse 1899, München 1900, 230): „Es ist dies ein neuer Beweis dafür, daß die
Laus patrum (Kap. 44 - 50) im lateinischen Sirach ursprünglich ein selbständiges Ganzes bildete . . ." Auch in der römi
schen Vulgataausgabe (S. XII) wird s für die These einer selbständigen Überlieferung der Laus patrum genannt.
Einteilung der Laus patrum 99

Vor allem um dieser Frage willen ist der Befund so eingehend dargestellt worden. Unter ihrem Gesichtspunkt sind
folgende Feststellungen wichtig:
l .) Da für p die Wertung viel zu unsicher ist, bleibt der Codex Amiatinus (A) der erste sichere Zeuge. A gehört wie
in Sapientia (vergleiche Vetus Latina 11/1, 176f) auch in Sirach zu der einflußreichen, aber unstreitig sekundären Fa
milie АУФ . . ., und um A und Ф konzentriert sich im Grunde auch die in der Liste verzeichnete Einteilung der Laus
patrian.
2.) Noch weniger kann die eigene Kapitelsreihe von E vor Sir 44 ein eigenes Gewicht beanspruchen. Abgesehen
davon, daß die Reihe über das eigentliche „Lob der Väter" hinausgeht, ist die Differenz zwischen der Reihe und der
Texteinteilung in E zugleich der Ausdruck des bekannten Mischcharakters der Handschrift.
3.) Auch der Befund von s, wo die Laus patrum auf p. 25-50 als eigenes Textstück mit Anfangs- und Schlußbemer
kung steht, kann bei dem Charakter von s als einer ausgesprochenen Sammelhandschrift mit Exzerpten verschiedenster
Art nicht für eine wirkliche Sonderüberlieferung der Laus patrum sprechen. Die leichte Verschiedenheit im Text gegen
über den anderen Auszügen aus Sirach bezeugt nur den Einfluß verwandter Texte in Sankt Gallen (siehe oben S. 41).
4.) Wenigstens erwähnt sei an dieser Stelle die späte, aus dem 11. Jahrhundert stammende Handschrift Vercelli,
Archivio Capitolare XXII (76), die mit Sir 43 endet. Angesichts der zahlreichen anderen Lücken in dieser Handschrift
(Sapientia fehlt zum Beispiel ganz) und besonders der Unordnung im Sirachtext (1,1- 10,20 / 20,33-33,8 / 10,20 - 20,33
/ 33,9 - 43,37) kann der Ausfall der Kapitel nach Sir 43 nichts beweisen1.
5.) Ohne Aussagekraft für eine selbständige Überlieferung ist die Unterschrift explicit liber ecclesiasticum nach
Sir 43 mit der folgenden Überschrift incipit laus patrum in der Handschrift Гв (gegen THIELMANN 283), die ohnehin
eine eigenständige, aber eindeutig sekundäre Textgliederung des Sirachbuches bietet (siehe S. 43). Erst recht besagt der
Zusatz incipit vor der üblichen Überschrift laus patrum in T (und in der damit verwandten späten Handschrift Graz,
Universitätsbibliothek 167) nichts.
6.) Zu den nicht aus der äußeren Bezeugung, sondern aus dem Textcharakter sich ergebenden Argumenten und
ihrer Besprechung siehe unten bei der Behandlung der Vulgata (S. 121f).

Weit entfernt, Aufschluß über eine besondere Rolle der Kapitel Sir 44-50 innerhalb der Überlie
ferung des ganzen Buches zu geben, bietet der in der Liste aufgeführte Befund allerdings Hinweise
für die Beziehungen innerhalb der einzelnen Zeugen, die das bereits aus der Textkollation gewonnene
und in der Beschreibung der Handschriften skizzierte Bild bestätigen und bereichern. Darauf ist in
den Bemerkungen zu den einzelnen Handschriften (S. 96-98) hingewiesen worden.

1 Die Handschrift, die für ihre altlateinischen Teile ihre Bedeutung hat (Vetus Latina 123), ist unter die für die
Sirachedition berücksichtigten Handschriften bewußt nicht aufgenommen worden : ihr Text steht deutlich in der durch
0H0v geprägten (und durch diese Zeugen in der Ausgabe erfaßten) Tradition, die vor allem durch zahlreiche singuläre
Fehler von Vercelli XXII beeinträchtigt wird. Bemerkenswert ist lediglich die Fortdauer der hier greifbaren „Lokal
tradition": Vercelli XI (6^:9. Jahrhundert, Vercelii XXII: 1 1 . Jahrhundert.

B. DIE TEXTFORMEN

Der Teil B. DIE TEXTFORMEN umfaßt die Abschnitte: Allgemeine Fragen S. lOOf ; Zur grie
chischen Vorlage S. 101-103; Stellungnahme zu den Thesen De Bruynes und Folgerungen S. 103-112;
Besprechung der einzelnen Textformen und Lesarten, die im Schema mit einem Sigel bezeichnet
werden S. 1 13-145; Einige Texte und Zeugen, die nicht durch ein Sigel hervorgehoben werden S. 145f.
Bei der Länge des Sirachbuches ist es nicht möglich, in der Einleitung eine bis ins Einzelne ge
hende Beschreibung der Textformen zu geben. Die Ausführungen des Abschnittes B nehmen zu all
gemeinen Fragen des lateinischen Sirachtextes Stellung und erörtern, vor allem in der Auseinander
setzung mit den Thesen De Bruynes, die Entscheidungen, die in der Textdarbietung der Edition ihren
Ausdruck finden; sie beschreiben die vorgenommene Gliederung des Überlieferungsbestandes in Text
formen und geben deren charakteristischen und für die Textgeschichte wichtigen Merkmale an.

13*
100 Allgemeine Fragen zur Edition

Zwei Gesichtspunkte bestimmen in besonderer Weise die Darstellung und werden auch mehrfach
wiederholt: der Hinweis darauf, daß in der lateinischen Tradition Sapientia und Sirach zusammenge
hören, und die Betonung, daß die in der Ausgabe erfolgte Textgliederung und alle daraus gezogenen
Folgerungen bedingt (und damit auch begrenzt) werden durch die tatsächlich erhaltene Überlieferung.

Allgemeine Fragen

Wenn man von Zitaten absieht, die auf einer eigenen, von der lateinischen Bibeltradition unab
hängigen Übersetzung des Griechischen beruhen, gehen die erhaltenen lateinischen Textformen des
Sirachbuches auf eine gemeinsame Grundlage zurück. Für diese ist vor allem der bei Cyprian von
Karthago belegte Text das früheste greifbare Zeugnis, doch ist auch hier schon mit vereinzelten Kor
rekturen an ihr, wenn auch nicht mit einer ausgesprochenen Entwicklung zu rechnen.
Die Herkunft der Sirachtexte aus einer Übersetzung verbindet die lateinische Textgeschichte
des Buches mit dem Befund in Sapientia; siehe Vetus Latina 11/1. Dabei unterscheidet sich aber die
ursprüngliche Übersetzung von Sapientia so stark vom alten Sirachtext, daß keineswegs für beide
Bücher der gleiche Übersetzer angenommen werden kann. Dieser Unterschied zu Sapientia, der seit
langem bekannt ist (vergleiche zum Beispiel THIELMANN 502; D. DE BRUYNE, Étude sur le texte latin
de la Sagesse: Revue Bénédictine 41 [1929] 125f; römische Vulgataausgabe S. XI), betrifft freilich
nicht die eigentliche Textgeschichte des lateinischen Sirachbuches und wird deshalb in dieser Ein
leitung auch nicht eigens behandelt.
Im Vergleich zu Sapientia differenzieren sich die erhaltenen Texte im Sirachbuch stärker als
dort; dieser Tatbestand findet in der Ausgabe seinen Ausdruck in einer entsprechend ausgeführten
(und deshalb von Sapientia etwas unterschiedenen) Gliederung der Textformen. Auf die gleichwohl
bestehenden Zusammenhänge mit den Verhältnissen in Sapientia ist bereits bei der Besprechung der
Handschriften oft hingewiesen worden; sie werden auch in der folgenden Darstellung der Textformen
berücksichtigt. Besonders die in Sapientia in der Textform D zusammengefaßten Zeugen1 gehen in
Sirach trotz verbleibender Gemeinsamkeiten mehrfach eigene Wege. Bei dem meist fragmentarischen
Bestand der Überlieferung erscheinen allerdings im Schema nur selten mehr als zwei oder drei Text
formen gleichzeitig in eigenen durchlaufenden Zeilen, und wie in Sapientia wird auch in Sirach der
wesentliche Rahmen durch K, V, D gegeben.
Die vorgenommene Gliederung der Texte soll sowohl den unterschiedlich gestaffelten Befund der
Überlieferung zur Geltung bringen wie die bei allen Abweichungen zugrunde liegende Einheit. Die zur
Verfügung stehenden Möglichkeiten, die erhaltenen Haupttexte im Schema darzustellen, lassen zu
weilen die Grenzen zwischen den Textformen zu scharf erscheinen; fließende Übergänge können nicht
immer deutlich genug zum Ausdruck kommen. Der kritische Apparat gibt mit seinen genauen An
gaben zur Bezeugung nicht nur die Begründung für die jeweiligen Texttypen2, sondern auch die un
verzichtbaren Hinweise für die Beurteilung der Zusammenhänge. Auch das textgeschichtliche Alter
bestimmter Abschnitte oder einzelner Lesarten kann nicht einfach aus dem Schema „abgelesen"
werden, da sich in den Texttypen ältere und jüngere Bestandteile mischen und die im Schema gleich
bleibende Stellung einer Textzeile — für Einzellesarten mit einem Sigel ist der Spielraum etwas

1 Auf die auch dort notwendigen Einschränkungen dieser Zusammenfassung ist in Vetus Latina 11/1, 13 (und
sonst) hingewiesen worden.
2 Die Berechtigung, ja unabdingbare Notwendigkeit der Erstellung von Texttypen hat H. J. Frede mehrfach
betont; siehe vor allem H. J. FREDE, Epistulae ad Thessalonicenses, Timotheum, Titum, Philemonem, Hebraeos, Frei
burg 1975ff = Vetus Latina 25, 960-967 (in der Einleitung zu Phlm, 1983); vergleiche 999; 1033 mit Anmerkung 54 (in
der Einleitung zu Hbr, 1987). Daß diese Texttypen je nach der erhaltenen Überlieferung auf verschiedenartigen Grund
lagen beruhen und damit auch einer unterschiedlichen Wertung unterliegen, ist selbstverständlich. Von einer Rezen
sion im strengen Sinne kann man in Sirach wie in Sapientia nur bei der Vulgata sprechen. Auf der anderen Seite sei hier
darauf hingewiesen, daß zum Beispiel Z-Lesarten in Sirach auch gegen den Hauptzeugen Z mit 0SH gewonnen werden;
siehe oben S. 35 mit den Anmerkungen 3 und 5.
Allgemeine Fragen zur Edition 101

größer — nur die wichtigsten und im Ganzen überwiegenden Eigenschaften der Textform andeuten
kann.
Bereits in Sir l ist darauf zu achten. Gerade hier ist besonders augenfällig, daß die — wenn K fehlt — in der ersten
lateinischen Schemazeile stehende Vulgata außer der Bewahrung des alten Textes auch jüngere Korrekturen aufge
nommen hat. Dann können Lesarten, die in den unter der V-Zeile geführten Textformen bezeugt werden, durchaus
„älter" als V sein.
Entsprechendes gilt allgemein für die unter V stehende D-Zeile. Durch viele Lesarten wird D als jüngerer Text
erwiesen; deutlich ist dabei die fast durchgehend bezeugte, auf der griechischen Hauptüberlieferung beruhende Wie
dergabe von xupioç durch dominas gegen deus KV. Der Befund schließt aber nicht aus, daß an bestimmten Stellen D
gegen V ältere Lesarten belegt ; siehe unten in der Besprechung von D.

Ob die getroffene Gliederung der Texte und ihre Anordnung im Schema der Aufgabe gerecht ge
worden sind, kann freilich nur die Edition selbst zeigen und bleibt dem wissenschaftlichen Urteil des
Benutzers anheimgestellt.
Zur Stellung von (Sapientia und) Sirach in der Bücherfolge des Alten Testamentes siehe Vetus
Latina 11/1,222-232.

Zur griechischen Vorlage

Im Blick auf die griechische Überlieferung, die als Vorlage der lateinischen Übersetzung und ihrer
Geschichte nicht unberücksichtigt bleiben kann, ist es in der Forschung seit langem üblich geworden,
von einem „zweiten griechischen Text" oder einer „zweiten griechischen Übersetzung" (Gr II)1 des
Sirachbuches zu sprechen und diese(n) von der Übersetzung des Enkels (Gr I) zu unterscheiden, die
mit dem Prolog TtoXXwv xai (leyaXcov 7¡¡juv . . . eingeleitet wird.
Die erhaltene handschriftliche griechische Überlieferung gehört nach J. ZIEGLER, Sapientia lesu
Filii Sirach, Göttingen 1965 = Septuaginta. Vetus Testamentum Graecum auctoritate societatis lit-
terarum Gottingensis editum 12/2, 74, ausschließlich zu Gr I ; Reste von Gr II werden durch die grie
chischen Handschriften in Lesarten der „Origenes"- und der „Lukian"-Rezension (0 und L) greifbar;
sie begegnen schon früh in den Zitaten des Clemens von Alexandrien und ebenso in den späten Flori-
legien. Ein besonderes Gewicht hat Gr 1 1 durch die engen Beziehungen zum Text der hebräischen
Fragmente.
Daß die alte lateinische Übersetzung nicht den Text Gr I in seiner durch die kritischen Septua-
gintaausgaben gebotenen Form, wie sie auch in der griechischen Textzeile des Schemas steht, zur
Vorlage gehabt hat, ist offenkundig, und mit Recht wird sie als ein wichtiger Zeuge für Lesarten der
— ja nicht unmittelbar überlieferten, sondern aus verschiedenen Befunden erschlossenen — Text
form Gr II gewertet, während die von den jüngeren Lateinern vorgenommenen Korrekturen sich
meist an Gr l ausrichten.
Die Unterscheidung zwischen Gr I und Gr II hat ihre Entsprechung in der Beurteilung der zugrunde liegenden
hebräischen Sirachüberlieferung. C. KEARNS, The Expanded Text of Ecclesiasticus. Its Teaching on the Future Life
as a Clue to its Origin, (ungedruckte) Dissertation Rom 1951, spricht von Heb I und Heb II, wobei Heb II eine erwei
ternde Bearbeitung von Heb I darstellt, deren Eigenart und geschichtlichen Ort Kearns untersucht. Vergleiche auch
C. KEARNS, Ecclesiasticus, or the Wisdom of Jesus the Son of Sirach, in : A New Catholic Commentary on Holy Scripture,
London 1969, 547-549: „The Expanded Text". H. P. RÜGER, Text und Textform im hebräischen Sirach, Berlin 1970 =
Beihefte zur Zeitschrift für die alttestamentliche Wissenschaft 1 12, kann durch die sprachliche Analyse der hebräischen

1 De Bruynes Vorschlag, für die von der Handschrift 248 geführte Gruppe die Bezeichnung Gr 1 1 1 zu gebrauchen
(DE BRUYNE, Etüde 45f und Zeitschrift für die alttestamentliche Wissenschaft 47 [1929] 258; in seiner großen Studie
Suint Augustin reviseur de la bible, in: Miscellanea Agostiniana 2, Rom 1932, 578 urteilt er: 248 „reproduit le grec I inter
polé par le grec II"), ist meines Wissens nicht aufgenommen worden. Immerhin macht er auf die Fächerung und die
bestehenden Unterschiede innerhalb der unter Gr 1 1 zusammengefaßten Texte aufmerksam und findet in dieser Hin
sicht eine Unterstützung durch J. ZIEGLER, für den Gr 1 1 ebenfalls keine einheitliche Größe ist (siehe Die hexaplarische
Bearbeitung des griechischen Sirach: Biblische Zeitschrift Neue Folge 4 [1960] 184f, und Sapientia lesu Filii Sirach,
Göttingen 1965, 73f).
102 Zur griechischen Vorlage

Fragmente eindeutig eine ältere Textform von einer jüngeren abheben. Vergleiche auch G. SAUER, Jesus Sirach (Ben
Sira), Gütersloh 1981 = Jüdische Schriften aus hellenistisch-römischer Zeit 3: Unterweisung in lehrhafter Form, 484:
„mindestens zwei hebräische Traditionen".

Ein Herausgeber der lateinischen Texte kann es sich nicht zur Aufgabe machen, unmittelbar in
die Debatte über das im Einzelnen und wohl auch im Grundsätzlichen umstrittene Verhältnis zwi
schen Gr I und Gr II1 (oder gar der verschiedenen hebräischen Texte) einzutreten. Die vielfältigen
Belege und Informationen im Apparat von Zieglers Septuagintaausgabe und die auch nach Ziegler
bekannt gewordenen Lesarten bei 0. WAHL, Der Sirach-Text der Sacra Parallela, Würzburg 1974,
haben die Grundlage, von der die früheren Forscher bei ihrer Behandlung von Gr 1 1 ausgehen mußten,
erheblich erweitert und geben auch Anlaß zu neuen Fragen. Auch die Vetus Latina-Edition wird für
dieses Gebiet der Septuagintaforschung, in der mir keinerlei Kompetenz zusteht, neues Material be
reitstellen.
Die Bezeugung griechischer Lesarten in der Ausgabe wird selbstverständlich nicht durch „Gr I"
oder ,,Gr II", sondern nur durch die tatsächlichen Zeugen (in der von J. Ziegler vorgenommenen
Gruppierung) angegeben. Wenn in der Einleitung gelegentlich die Bezeichnungen Gr I oder Gr II ver
wendet werden, geschieht es in Anlehnung an die verbreitete Literatur aus praktischen Gründen an
Stellen, wo dieser Gebrauch keine Fehldeutung zuläßt.
Eine auffallende Eigenart der griechischen Vorlage bilden die zahlreichen Varianten ohne direkte
griechische Bezeugung, die den überlieferten Lesarten im Schriftbild oder in der Aussprache sehr
ähneln, im Inhalt aber verschieden sind.
Der Befund ist aus Zieglers Angaben im Apparat der Septuagintaausgabe zu den einzelnen Stellen leicht zu ent
nehmen; die folgende Auswahl, die auch einige bei Ziegler nicht genannte Stellen anführt, bringt nur Beispiele zur
Illustration. Wenn nichts anderes vermerkt wird, ist der angegebene lateinische Text die V-Lesart; davor steht die
überlieferte griechische Lesart, es folgt die für die Vorlage erschlossene griechische Variante. Als Versangabe wird nur
die Vulgatazählung genannt.
6,18 emfcgou; excipe: erriSeCoci (so Ziegler im Text)
1 1,22 ( s EV O) neveu aou; in loco tuo: ev топы aou
1 1,34 Ttupoc] (iixpac 248; una (um. G): i
12, 9 8iaj(copia6T¡arTat; agnitus est:
14,10 eXXiTnjç; in tristitia: ev Xumrj
15,10 pTjörjoerai; adstabit: orrafhjereTai oder
16,10 otTTOiXetac; perdens: атгоХеоас
18, 7 y) xP1<nç; gratia: vj x«piç
18,13 eXrrxbjv; qui misericordiam habet: eXer)¡A6>v
20,27 (xiperov; potius] laudat XZ: ouvrrov (cf iverov 578)
21, 5 ер1)цсо6т)<ита1; eradicabitur: expiCtuOTjoerai (so Ziegler im Text)
23.23 Ttopvoç; nequa(m): Ttov/jpoc
ev atu|¿om; in ore: ev отощать
27, 8 Ttpo Хоуюцои; ante sermonem: про Хоуои
32.13 Хсуомтос] Xeyovrec V 248; senes: yepovreç (so Ziegler im Text)
34.14 ÇTJOETCU; quaeretur: Ст)Т7)&г)стета1 oder Охаете«
36,21 érjpaç; ferae: (hjpoç
48,23 еХитрыстато; purgavit: еХоитршстато

1 ZIEGLER erinnert an die jüngeren griechischen Übersetzungen des Aquila, Symmachus und Theodotion, mit
denen in den (proto)kanonischen Büchern die Zahl der Übersetzer und Rezensenten noch keineswegs erfaßt sei. Nach
Ziegler würden solche „hebraisierenden" Texte in ihrer Mehrzahl die Quelle für die Vetus Latina von Sirach bilden;
siehe S. 101 Anmerkung 1. Bei dem Hinweis auf die jüngeren griechischen Übersetzer der kanonischen Bücher sehe ich
allerdings einen Unterschied darin, daß diese gegenüber der Septuaginta dem „richtigen" hebräischen Text folgen,
während dieses Prädikat für den von Gr 1 1 und den hebräischen Fragmenten bezeugten Text in dieser Ausschließlich
keit kaum zutrifft. — Bei C. KEARNS zeichnet sich dagegen der „Expanded Text" gerade durch die Einheitlichkeit
seiner Tendenz aus. — Ich selbst finde immer mehr Parallelen zu der Textüberlieferung, die man im Neuen Testament
als den „westlichen" Text bezeichnet: auch dort ist die lateinische Überlieferung der wichtigste Zeuge; auch dort wird
er einerseits schon bei Clemens von Alexandrien bezeugt und ist andererseits in vielen Lesarten noch im späten „Mehr
heitstext" vertreten ; auch dort besteht zwischen dem Text in den erhaltenen griechischen Hauptzeugen (Codex Bezae
Cantabrigiensis; Codex Claromontanus) und den Texten der Vetus Latina vielfache Übereinstimmung, und doch bleiben
bemerkenswerte Differenzen. Handelt es sich bei diesem Vergleich nur um formale Parallelen? Jedenfalls kann auch die
Stellung, die die Vetus Latina ganz allgemein unter den Textzeugen des Alten Testamentes einnimmt, für die Fragen
zu Sirach nicht unberücksichtigt bleiben. Sie weist die gleichen Parallelen auf.
Die Thesen De Bruynes 103

Auch in der erhaltenen griechischen Bezeugung gibt es ähnliche Varianten1; sie warnen davor,
die erwähnten (und andere gleichartige) Lesarten des lateinischen Textes generell auf eine nachlässige
und verständnislose Arbeitsweise des Übersetzers zurückzuführen. Vielmehr trägt auch hier der la
teinische Text zur Kenntnis der griechischen Überlieferung bei, deren Breite in den direkten Zeugen
nicht mehr bewahrt ist.
Zur verschiedenen Textfolge der griechischen Handschriften und des lateinischen Textes im Abschnitt 30,27 bis
36,13 Vulgata (30,25 - 36,16a LXX) siehe unten im Abschnitt C. Der griechische Text. — In der kritischen Rezension
des Septuagintatextes gibt Ziegler dem Zeugnis der lateinischen Überlieferung an mehr Stellen, als es in seiner griechi
schen Sapientiaausgabe (Sapientia Salomonis, Göttingen 1962 = Septuaginta. Vetus Testamentum Graecum auctoritate
societatis litterarum Gottingensis editum 12/1) der Fall war, den Vorzug vor der griechischen Bezeugung. Die Frage
nach dem Wert der lateinischen Übersetzung für die griechische Textherstellung wird in dieser Einleitung nicht er
örtert.

Stellungnahme zu den Thesen De Bruynes und Folgerungen

Kein Herausgeber der lateinischen Sirachtexte kann an den Untersuchungen D. DE BRUYNES


vorübergehen. Besonders der ausführliche und inhaltsreiche Artikel Étude sur le texte latin de l'Ec
clésiastique: Revue Bénédictine 40 (1928) 5-48, fordert zu einer Stellungnahme auf. Das gilt um so
mehr, wenn die eigene hier vorgelegte Edition sich nicht an die Sicht De Bruynes anschließt; eine
solche Abweichung kann bei der beherrschenden Stellung, die De Bruynes Thesen gewonnen haben,
nicht stillschweigend vorgenommen werden. Gefordert ist eine ausführliche Erörterung vor allem
auch deshalb, weil die Zustimmung zu De Bruyne oder seine Ablehnung weitreichende Folgerungen
für die Edition selbst haben. Wenn seine Regeln anerkannt werden, kann der alte lateinische Sirach
text (bei De Bruyne „le texte primitif") in weit größerem Umfang wiedergewonnen und als selbstän
diger Text dargestellt werden, als es in der Ausgabe durch den mit den Zitaten Cyprians (und einigen
Belegen aus Pseudo-Cyprian) gebildeten Text K geschieht. Auch die Entstehung der Vulgata (V) und
ihre Stellung innerhalb der übrigen Sirachtexte erscheinen dann in einem ganz anderen Licht. So kom
men im Zusammenhang mit den Ergebnissen De Bruynes wiederum allgemeine Fragen der Sirach
überlieferung, soweit sie für die lateinischen Texte von Bedeutung sind, und grundsätzliche Erwä
gungen zur Edition zur Sprache. Im Mittelpunkt von De Bruynes genannter Studie steht die Vulgata.
De Bruyne hat hier die ersten Grundlagen einer auf der Textgeschichte beruhenden kritischen Rezension der Vul
gata gegeben („Cette étude est destinée à préparer l'édition de l'Ecclésiastique pour la revision de la Vulgate", Étude
47), die eine gesicherte Basis für die Untersuchungen gewähren und nichts mehr zu tun haben mit den gelegentlichen
Korrekturen an der Clementina, wie sie etwa PH. THIELMANN in seinen beiden Artikeln (siehe oben S. 10) vor allem mit
A und ST (Thielmanns Sigel: B)2 ohne Klärung ihrer textgeschichtlichen Stellung vornimmt. Demgegenüber ist bei
H. HERKENNE, De Veteris Latinae Ecclesiastici capitibus I-XLIII, Leipzig 1899, die Bedeutung von G hervorgehoben
(Herkenne 12; Sigel: y), doch wird diese richtige Erkenntnis in der Praxis nicht nur durch die unzureichenden Angaben
über G aus PETRUS SABATIER, Bibliorum Sacrorum Latinae Versiones antiquae seit Vetus Itálica, Reims 1743, und gele
gentliche Notizen aus S. BERGER, Histoire de la vulgate pendant les premiers siècles du moyen âge, Paris 1893, geschmä
lert, sondern es fehlt auch noch jede Einsicht in die Textgeschichte, wenn neben G auch für ¿T eine entsprechende
Qualität angenommen wird (Herkenne 12; Sigel: т; auch für 2T stand nur die bei J. BLANCHINUS gedruckte Kollation

1 Einige Beispiele: Zu 23,23 in ore vergleiche 20,29 LXX cv стоить] ev осоцос-п а; 51,2 LXX <jco|¿a] aro(ia 603.
Für 18,23 aeauTov] animam tuam V ist -njv фи/7)4 cou zu fordern; S2 liest щч CUXTJV aou und wird durch die Peschitta
gestützt. Zu 25,25 modicum V vergleiche mxpa ®, mxptuc L—248, aber цосра (ser. (leixpa) S*. Für 16,26 wird durch den
hebräischen Text erwiesen, daß die griechische Überlieferung mit cv xpiast (entsprechend in iudicio V) fehlerhaft für
ev xTiaei (so Ziegler im Text) ist; der gleiche Fall 37,22 LXX em атоцатос die griechische Überlieferung, aber em
ашцатос Ziegler mit dem hebräischen Text; ähnlich 30,23 LXX ауатах B-S A 248 a ... ; атгата die übrigen (ашхтш 253)
und Ziegler im Text mit dem Hebräischen. Auch in 32,13 (siehe oben) wird senes durch das Hebräische gestützt. —
Vergleiche auch 20,13 EV Xofoiç die Mehrzahl (entsprechend in verbis die Lateiner); ev оХьуок; 253 (und so Ziegler im
Text); im hebräischen Text (Handschrift C) stehen bm't („in wenigem") und dbr („Wort") nebeneinander, H. P. RÜ
GER, Text und Textform im hebräischen Sirach, wertet bm't als erklärende Glosse. Die Stelle 20,13 zeigt besonders gut,
daß der Spaltung in der griechischen Überlieferung mehr zugrunde liegt als eine Fehlentwicklung.
2 In seinem zweiten Artikel hatte Thielmann darüber hinaus offensichtlich schon einige seiner eigenen oder seiner
Mitarbeiter Kollationen zur Verfügung.
104 Die Thesen De Bruynes

zur Verfügung, zu dieser siehe Vetus Latina 11/1, 79). R. SMEND, Die Weisheit des Jesus Sirach erklärt, Berlin 1906,
sah, wie ungenügend die Angabe von Lesarten aus zufällig bekannten Handschriften war, und zog die Folgerung: „Zu
meist aber wird der Text durch Emendation geheilt werden müssen" (SMEND CXX)1.

Den Kernpunkt der Untersuchung bilden die Dubletten im Vulgatatext: „Ces innombrables
doublets ne peuvent pas provenir du traducteur primitif. Mais parmi ces traductions juxtaposées com
ment reconnaître la plus ancienne?" (DE BRUYNE, Étude 5). Das Kriterium ergibt sich aus der
Grundrichtung der lateinischen Textgeschichte, die durch die von De Bruyne behandelten Stellen
trotz aller Verschiedenheit im Einzelnen klar hervortritt: „une chose ne varie pas, la direction dans
laquelle évolue le texte; il va de la divergence à la conformité avec le grec" (15). Aber das Ziel der
Analyse ist für De Bruyne nicht die Beschreibung der Vulgata, sondern die aus der Vulgata zu gewin
nende ursprüngliche lateinische Sirachübersetzung: „la reconstitution du texte latin primitif" (5).
Durch Aussonderung des jeweils jüngeren Teiles („le texte postérieur, interpolé" ; 15) in einer Dublette
erhält er den von einer Interpolation freien Text und damit „le texte primitif". Ein wesentliches
Glied seiner Argumentation sind die mehrfach genannten lateinischen Zeugen, die innerhalb der an
genommenen V-Dublette nur deren „alten" Teil belegen und damit als direkte Zeugen der ursprüng
lichen Übersetzung zu werten seien. Gegenüber seinen Vorgängern (vor allem H. HERKENNE, De Ve-
teris Latinae Ecclesiastici capitibus 1-XLI1I, Leipzig 1899; R. SMEND, Die Weisheit des Jesus Sirach
erklärt, Berlin 1906; N. PETERS, Das Buch Jesus Sirach oder Ecclesiasticus, Münster 1913) liegt hier der
entscheidende Fortschritt, daß Dubletten nicht nur festgestellt, sondern Belege für ihre Verankerung
in der tatsächlichen lateinischen Textgeschichte gesucht und namhaft gemacht werden. Unter ihnen
hat der Text des pseudo-augustinischen Speculum (PS-AU spe) einen besonderen Rang. Allerdings
besitzt gerade dieser Zeuge meines Erachtens nicht die Beweiskraft, die De Bruyne ihm zuweist;
siehe dazu unten S. 132f.
Es liegt zumindest in der Konsequenz seiner Studie, den durch die Analyse gewonnenen „ur
sprünglichen" Text auch zu edieren; in gewisser Weise gibt De Bruyne eine solche Edition, wenn er
an den besprochenen Stellen den von ihm als jüngeren Bestandteil einer Dublette beurteilten Text in
[] setzt.
Methodische Erwägungen und sachliche Gründe hindern mich, den Richtlinien De Bruynes zu
folgen.
Bei einem Text, der lediglich aus Analyse und Quellenscheidung erstellt wird, für die nicht nur
die Vulgata, sondern auch andere Textformen in Betracht kämen, wird die notwendige Verbindung
mit der tatsächlichen Bezeugung in unzulässiger Weise aufgelöst2. Bei dem Ziel, den alten Sirachtext
auch dort zu gewinnen, wo unmittelbare Zeugen fehlen, wird dann der textgeschichtlich wichtige
Tatbestand verdeckt, wenn nicht gar unterschlagen, daß der alte Text an den betreffenden Stellen
eben nur in der Verbindung und Mischung mit der jüngeren Überlieferung belegt ¡st. Die Kriterien, die
für eine analysierende Textbeschreibung ihr unbestrittenes Recht haben, reichen in aller Regel
nicht aus, wenn es um die für eine Textherstellung unabdingbare Abgrenzung im Einzelnen geht.
Die Frage, ob bei der Verbindung mit der jüngeren Überlieferung der alte Text unangetastet geblieben
ist oder Änderungen erfahren hat, findet keine ausreichende Antwort, und oft bleibt auch De Bruyne
auf Vermutungen angewiesen.
De Bruyne geht meines Erachtens auch zu weit, wenn er im 3. Abschnitt seiner Studie („L'Ec
clésiastique et les citations de Cyprien" ; 9-15) auch an den Stellen, für die es Cyprianzitate gibt, einen
„ursprünglichen" Text („le texte qui nous paraît primitif"; 10) herstellt und diesen teilweise („assez

1 Wie sehr eine Konjektur allerdings in die Irre führen kann, zeigt 44,4, wo in praescientia oder in prudentia für
in praesenti vorgeschlagen werden (SMEND 417); aus der Bezeugung ergibt sich nur die Alternative in praesenti O . . .,
Vs (so auch die Clementina), oder in sententiis С . . ., VR mit ® (ev SiaßouXioic). Ich bleibe bei Q.
2 Ich sehe die geforderte Notwendigkeit dieser Verbindung auch in der Bemerkung enthalten und ausgesprochen,
die B. FISCHER schon 1963 (in der 2. Auflage der Sigelliste) zu den Grundsätzen für die Edition gemacht hat, daß näm
lich die Sigel für die Texttypen „eine abgekürzte Bezeichnung der Zeugen" sind; siehe B. Fischer im Abschnitt „Ein
führung in die Vetus Latina-Ausgabe" bei H. J. FREDE, Kirchenschriftsteller. Verzeichnis und Sigel, Freiburg 1981 =
Vetus Latina l /l, 15.
Stellungnahme zu De Bruyne 105

souvent"; 13) gegen Cyprian mit den V-Handschriften gewinnt. Der auf den Seiten 10-12 angebotene
Text ist aber mit zu vielen Unsicherheiten behaftet. Gewiß wird auch in der Vetus Latina-Ausgabe an
der Gegenüberstellung von K und V an einigen Stellen erkennbar, daß V die alte Übersetzung besser
bewahrt hat als K, ohne daß daraus die Folgerung, die De Bruyne fordert, gezogen wird, einen „ur
sprünglichen" Text herzustellen.
De Bruyne rechnet mit persönlichen Eingriffen Cyprians in den ihm vorliegenden Text. Eine solche Möglichkeit
ist natürlich nicht auszuschließen, aber ich sehe keine eindeutigen Kriterien für die Entscheidung im Einzelfall, und bei
gleichlautender Lesart in Doppelzitaten oder bei Unterstützung einer Variante durch andere Zeugen wird eine solche
Annahme sehr gewagt.
Auch der in anderen Büchern, besonders im Neuen Testament, stärker als in Sirach differenzierte Befund der
Cyprianzitate, der nicht mit einer Trennung zwischen übernommenem Text und eigenen Änderungen Cyprians erklärt
werden kann, warnt vor zu scharfen Abgrenzungen, wie sie De Bruyne vorgenommen hat.
In seiner Ausgabe von 1-2 Mcc hat De Bruyne selbst darauf verzichtet, einen „ursprünglichen Text" herzustellen,
sondern hat die erhaltenen Texte in Parallelspalten nebeneinander gestellt, siehe D. DE BRUYNE, Les anciennes tra
ductions latines des Machabées, Maredsous 1932 = Anécdota Maredsolana 4.
Wie immer diese Erwägungen beurteilt werden, der Unterschied in der methodischen Textbehandlung ist offen
kundig und sollte gerade bei der Bedeutung und den Verdiensten, die De Bruyne für die lateinische Sirachforschung
hat, an dieser Stelle auch deutlich ausgesprochen werden.

In der Sache richtet sich der Einspruch gegen die Annahme De Bruynes, die Vulgata sei durch
gängig mit Dubletten durchsetzt, die ¡n der lateinischen Textgeschichte des Sirachbuches eingetreten
seien. Er sieht im Text der Vulgata den Zusammenfluß einer ungenauen oder auf Gr II (dazu siehe
oben S. lOlf) zurückgehenden lateinischen Wiedergabe mit einer genaueren und an Gr I orientierten
Übersetzung oder Korrektur, die zu einer übergroßen Fülle von Dubletten („ces innombrables
doublets" ; 5) geführt habe. Ohne Frage ist seine Analyse im Recht für Einzelstellen, doch berechtigen
diese, die zum Teil nicht die eigentliche Vulgata, sondern das Verhältnis zwischen V-Text und V-
Varianten betreffen, nicht die von ihm ausgesprochene grundsätzliche Bewertung der Vulgata und
seine daraus gezogenen Folgerungen.

1.) Es gibt schon unter den Stellen De Bruynes Belege — und sie lassen sich bei der Berücksichti
gung des gesamten Materials vermehren —, an denen die von ihm angenommene Dublette nicht nur
von V, sondern auch von anderen Zeugen geboten wird. De Bruyne weist selbst darauf hin, zieht je
doch nicht die dann meines Erachtens geforderten Schlüsse.
Unter den folgenden Beispielen werden auch Stellen genannt, bei denen es strittig ist, ob eine Dublette oder ein
Zusatz vorliegt; zu dem damit gegebenen Problem siehe unten S. Ulf.
Nr. l 1,3 LXX aßuaoov xai coçiav TIC cÇixviaoEt (die Peschitta gibt xat oo<piav nicht wieder und hat das Verbum.
„messen")
I,2f profundum abyssi x x quis mensus est; sapientiam dei. . .quis investigavit V; QU; FU
Nr. 13 4,7 LXX (¿£Y«jravi (ттрссфитерсо S2)
4.7 presbytère. . .magnato V; PS-AU spe
Nr. 14 4,8 LXX a7roxpi(h]Ti аитсо eipTjvixa
4.8 redde debitum tuum et responde pacifica V; AM; PS-AU spe
Für redde debitum tuum nimmt ZIEGLER zur Stelle einen Zusatz an; dagegen rechnet SMEND (38>
mit einer Dublette. Der hebräische Text rechtfertigt sowohl reddere (debitum) als auch respon
deré (pacifica). Das hebräische Verbum wird im Griechischen beispielsweise in 5, 1 1 LXX und
1 1,8 LXX mit dem Begriff „Antwort" übersetzt, aber in 12,6 LXX mit otTroStSovai, in 32,13.23.
24 mit avraTroStSovat. Entsprechend hat die Vulgata an diesen Stellen fers responsum (5,13), re
sponderé (l 1,8), reddere (12,7; 35,13.23.24). (Hinweis von H. P. Rüger und I. Peri)
Nr. 15 4,28 LXX scoc Oava-rou ayoviaai Ttepi -njç aXy¡9eta; (für aXY¡6eia hat der hebräische Text „Gerechtigkeit")
4.33 (pro) iustitia agoni(z)are pro anima tua et usque ad mortem certa pro iustitia V; PEL
Nr. 16 5,8 LXX ev тдцера (xcupoj Í) еттаушу^с (exSuorçoetoç О)
5,1с in tempore vindictae et obductionis V; PS-AU spe
5,10 in die obductionis et vindictae V (bei PS-AU spe endet das Zitat mit 5,9)
6.34 LXX siehe zu 8,8 LXX

14 20. 4. 1988 Velus Latina 11/2


106 Stellungnahme zu De Bruyne

8,8 LXX aocfxov (vgl. 8,9 LXX 81т)утг)1*атос Yepovrojv)


8,9 (narrationem) presbyterorum sapientium V; PS-AU spe (vgl. 8,1 1 narrât iu seniorum V; AM; PS-
AU spe); vgl. 6,34 LXX TtpeoßuTeptov = 6,35 presbyterorum prudentium V; PS-AU spe
9,1 LXX roxiSeiav TTOVTjpav (roxiSiav Trovrjpov V)
9,1 malitiae doctrinae nequam V; AM
11,4 LXX .хритгта
11,4 mirabilia. . .et gloriosa. . .absconsa et (. . .) invisa V; PS-VIG Var
(Nr.34)12,6bLXX xat TOIC aercßEOiv anoStKiEt exSixTjatv
12,4b et impiis et peccatoribus reddet vindictam V; AU (redde)
7c et impiis reddet vindictam V; AU
14,1 LXX ev (TOJ) <TTO(juxTi (EV Xofco 613; С/ EV ттг] уХоххл] а)
14,1 verbo ex ore V; verbo oris XA; CHRO; PS-AU spe
Nr. 46 18,29 LXX (Peschitta: „sie wissen")
18,29 intellexerunt . . .et (in)ploraverunt V; PS-AU spe
inpluerunt für inploraverunt ist eine in die Clementina übernommene Korrektur Caraffas nach
dem Griechischen
Nr. 47 19,2 LXX ouvETOuç (ocxpouç 421)
19,2 sapientes. . .sensatos V; PS-AU spe
19,20 LXX qraßoc xupiou
19,18 timor dei et in illa timere deum V; PS-AU spe (. . . domini. . .dominum)
DE BRUYNE Nr. 50 sieht die Dublette anders: et in illa timere deum der „alte" Text für 19,20b
LXX xai EV тгаат) wxpia Tronjaic vo(iou (dafür Peschitta: „et timor dei ipsa est sapientia"); et in
omni sapientia dispositio legis (19,18c V) der „interpolierte, genaue" Text; PS-AU spe hat
19,18c nicht
SMEND 177 wertet et in illa timere deum als Zusatz
23,18 LXX roxpaßaivcov . . .Xeycüv ev -n) фи)р] аитои
23,25 qui transgreditur. . .contemnens in animam suam et dicens V; c/ AM (transgrediens. . .contem-
nens et dicens in anima sua)
Ist contemnens Dublette (zu dicens ?) oder Zusatz ?
34,19 LXX то oXiyov (oivoç Clemens Alexandrinus)
31,22 vinum exiguum V; PS-AU spe
Nr. 92 36,13 LXX тгХаааь (= L—248; roxaai at oSoi аитои cet.)
33,13f plasmare. . .omnes viae eius V; AU q Si; JAN
Nr. 94 30,40 LXX EV TOUX oSto
33,33f quern quaeres et in qua via quaeras V; cf PS-AU spe
Nr. 96 31,13 LXX TOUTIOV
34,13 horum causa. . .gratia dei V; 167
Nr. 97 31,19 LXX 01 оф9аХ[хо1 xupiou ETU тоис ауатгымтас (<poßou|ievouc 46 307) аи-rov
34,15b et oculi dei in diligentes se V; et oculi dei super eos qui diligunt ilium 167
34,19a oculi domini super timentes eum V; 167

In diesem Zusammenhang soll auch die Stelle 34,21.23 genannt werden, obwohl die über V hinausgehende Bezeu
gung nur für 34,23 (hier aber Cyprian und damit K) zutrifft:
31,22f LXX xai oux EIÇ euSoxiav 8сору](хата (Í.-672; ¡лыхтгцлата B-S* O-V b) avofitov. oux EuSoxEi о ифютос EV
Ttpoaipopaic aaEßuv
34,21.23 et non sunt beneplacitae subsannationes iniustorum. . .dona iniquorum non probat altissimus in
oblationibus iniquorum V (dona iniquorum non probat altissimus CY; ZE; AU)
et non sunt beneplacitae subsan<nafr'ones> iniquorum x x <non p>lacebunt altissimo oblationes
inpiorum 167: Korrektur an dem in der Vulgata bezeugten Text: от. dona iniquorum (mit B-S*
. . .); от. 34,22 (mit 8)
Die frühe Korrektur, die in 167 (= Texttyp I) vollzogen ist, setzt V voraus und läßt damit keinen
Raum für die Annahme, daß in V selbst subsannationes neben dona schon eine sekundäre Dublette
sei. Obwohl die unmittelbare Bezeugung fehlt, kann durch das Zeugnis von 167 gefolgert werden,
daß V mit der „Doppelung" subsannationes. . .dona den alten Text bewahrt hat
DE BRUYNE Nr. 98 zu 34,23 behandelt nicht den Zusammenhang mit 34,21 und wertet in oblatio
nibus iniquorum aus stilistischen Gründen und wegen der mit altissimus abbrechenden alten Zi
tate zu Unrecht als sekundär.
Stellungnahme zu De Bruyne 107

Es erscheint textgeschichtlich nicht möglich, den Befund solcher Stellen, deren Bezeugung über
V hinausgeht und teilweise alle erhaltenen Texte umfaßt, in der von De Bruyne vorgeschlagenen
Weise zu erklären. Bei seiner Voraussetzung wäre für sie in der lateinischen Textgeschichte mit einem
gemeinsamen Ursprung der Korrektur zu rechnen und darüber hinaus mit einem einzigen Exemplar,
das diese Korrektur nur in der Form einer Dublette an teilweise unerwartetem Platz geboten hätte
und von dem alle übrigen Zeugen abstammen müßten. Eine solche Annahme steht im Widerspruch
zu der sonst feststellbaren sehr differenzierten Gliederung der jüngeren Texte.

2.) Trotz oft nur schmaler Bezeugung ist es offenkundig, daß die jüngeren Texte gerade an den
Stellen, an denen sie sich von der Vulgata unterscheiden, doch deren Text voraussetzen und eben ihn
korrigieren.
Schon die unter 1.) genannte Stelle 34,21.23 ist ein Beleg dafür. Weitere Beispiele im Zusammenhang der dort ge
nannten Stellen sind 6,35 — prudentium HZ < ®; 19,18 domini PS-AU spe < 0 (beachte die entsprechend weitergeführ
te, jetzt aber von в unabhängige Korrektur dominum); 23,25 ~ dicens in anima sua AM < ®; 31,22 Inmiini disciplínalo
PS-AU spe (homini erudito V) < в амброжш тгЕтачаеи^ы; 33,14 secundum bonum pladlum ipsius JAN (secundum dispo-
sitionem eius V; AU q Si) < в хата TTJV cuSoxiav аитои.
Vergleiche ferner die folgenden Stellen, an denen die Lesarten der außer V gegebenen Überlieferung sich als Kor
rektur an V erweisen, die den V-Text voraussetzt und damit wie in 34,21.23 die Möglichkeit ausschließt, in diesem be
reits eine sekundäre Dublette zu sehen:
6,20 LXX oipoSpa die griechischen Handschriften; <jo<pia Sacra Parallela (und so ZIEGLER im Text)
21 nimium sapientia V
nimium x PS-AU spe
Die in der griechischen Überlieferung kaum mehr belegte Lesart sapientia ist in PS-AU spe entspre
chend der griechischen Hauptüberlieferung getilgt; ebenso tilgt PS-AU spe mit Ф das gegen в stehende
Wort hominibus der Vulgata
PS-AU spe gibt den Text Gr l wieder und erfüllt damit gerade nicht die Forderung, die DE BRUYNE
an den alten lateinischen Text als einen Zeugen für Gr 1 1 stellt
10,25b LXX xai av/jp етп.ат7)|доу ou уоур0" (+ taiSeuojjtevoç OL...)
28b et vir prudens disciplinatus non murmurabit correptus V
et vir scius x non murmurabit (x) PS-AU spe
e7iitmf)(icov ist die Wiedergabe des älteren hebräischen Textes, тоаЗеиоцсюс die der jüngeren hebräischen
Tradition; siehe H. P. RÜOER, Text und Textform im hebräischen Sirach, Berlin 1970, 59f. In der Pe-
schitta stehen beide Äquivalente nebeneinander nach „vir". Die Wertung des V-Textes ist schwierig,
da, wenn man die Wortwahl zugrunde legt, einerseits disciplinatus sowohl auf Ет<гггщы\> als auch auf
roxtSeuofjievoc beruhen kann (im 2. Fall entspricht prudens disciplinatus der Peschitta) und andererseits
prudens für emoTTiiituv in Sirach ebenso ungewöhnlich ist wie correptus für гоивеиоцемос. Gerade dieser
Befund schließt aber die Möglichkeit aus, die Mehrzahl der Appositionen zu vir erst der lateinischen
Textgeschichte und einer dort erfolgten Doppelung zuzuschreiben. PS-AU spe setzt den in der Vulgata
bezeugten Text, für den es hier keinen begründeten Zweifel gibt, daß er die ursprüngliche lateinische
Übersetzung bewahrt, voraus und korrigiert ihn nach dem Griechischen. Da das Zitat bei PS-AU spe
mit murmurabit endet (610,1 1), bleibt das Urteil über die Tilgung von correptus offen
17,28 LXX атоХХитаь (-OEIÇ А) • Çwv xai
26C.27 périt confiteberis vivens vivus et sanus V
périt confessio x vivus et sanus L; PS-CY pae; (AU)
dimittitur confession! x vivus et sanus (Z); PS-AU spe
19,23f LXX cocía. . . .7¡TTto|¿Evo<; cv (— /) auveaei
20f qui minu(i)tur sapientia. . .qui def(i)cit sapientia et deficiens sensu V
21 qui def(i)cit x x x sensu XSZs; ZE
23, 9 LXX b) xat ovojiaoux TOU aytou (lï) ouvdhaorjç
10 a) notninatio vero dei non sit adsidua in ore tuo
b) et nominibus sanctorum non admiscearis V
a) x xxxxx xxx
b) et nominibus non admiscearis PS-AU spe
Ich sehe nicht, wie De Bruyne, Etüde 28 Nr. 66, den Versteil 23,10a als eine „traduction . . . exacte"
(wenn auch „un peu libre") bezeichnen kann, der gegenüber sich 23,10b stärker vom Griechischen
entferne. Im Gegensatz zu De Bruyne kann ich an dieser Stelle PS-AU spe nicht als Zeugen des alten
Textes werten; PS-AU spe belegt mit der Ausscheidung von 23,10a vielmehr einen nach в korrigierten

14*
108 Stellungnahme zu De Bruyne

Text (das gilt auch dann, wenn man eine eigene Kürzung des Autors von PS-AU spe annimmt); dafür
spricht der in 171 belegte Text J: dieser Text, der streng nach & korrigiert, tilgt ebenfalls 23,10a.
Außerdem ist adsiduus esse im alten Text üblich, und wenn auch in der Regel als Wiedergabe von For
men von evSeXexiCto, so steht doch 23,19 adsiduitas für 23,14 LXX ебюцос. Es gibt auch keinerlei An
halt dafür, daß admisceri die alte Übersetzung für (auv)eOiCeiv wäre, siehe die Formen von adsuesci
in 23,9.17.20 für 23,9 LXX. 13 LXX. 15 LXX
27,26b LXX xat o «JTCOV raxyiSa ev au-nr) aXaxrerat (airoXeroxi V)
29b.c et qui statuit lapidem proximo offendet in eo et qui laqueum alio peribit in illo V
et qui statuit x x x x x x x laqueum proximo (suo) periet in illo X; PS-AU
spe; (QU)
43,29b-30b LXX (29b) xai 6au¡ju«m¡ TJ Suvacrrcia оситои. (ЗОа) SoÇaÇovrcç xupiov ифсостате (ЗОЬ) хаб' OCTOV av 8uvT](j6e
(Suvaaôe 248 ... ; 8i->v7)aeo6s Z.—248 . . .), итереСеь yap xai ETI
32a-33b quantumcumque potueritis supervalebit x x adhuc (= 30b LXX) et admirabilis magnificentia eius
(= 29b LXX) benedicentes dominum exáltate ilium quantum potestis (= ЗОа.Ы LXX) maior est enim
omni laude (cf ЗОЬ* LXX) V
benedicentes dominum exáltate ilium (= 30a LXX) quantumcumque potueritis superabit x et adhuc
(= 30b LXX) AU On im
Trotz der offensichtlichen Korrektur im AU-Text (Reihenfolge; Tilgung der doppelten Wiedergabe
von xa8' OCTOV av Suv^aos; superabit; et) ist der V-Text als Vorlage noch deutlich erkennbar (benedi
centes; Шит; quantumcumque).
Siehe auch 1 1,28 LXX (цг) . . .) ^Seva; 1 1,30 (ne . . .) hominem quemquam V; CY; AM inst; AU: „Dublette" (siehe
unten im Text); x quemquam AM mort, x aliquem AM PS 1: Tilgung von hominem <®. — AM PS 37 liest hominem x (die
Belege bei AM sind ein typisches Beispiel sowohl für die Bewahrung des alten Textes als auch für die Korrekturen an
ihm).
Damit wird die Vulgata durch die verfügbaren Zeugen oft auch dort, wo K fehlt, als der jeweils
ältere Text erwiesen. Wenn dieser korrekturbedürftige und nachweisbar auch zahlreichen Korrek
turen unterworfene Vulgatatext selbst an den entsprechenden Stellen schon als eine Mischung von
alter und verbesserter Übersetzung gelten soll, wird dafür ein Stadium der Textgeschichte postuliert,
das durch die tatsächliche Bezeugung ungedeckt bleibt, ja geradezu widerlegt wird.
Im unmittelbaren Vergleich zwischen K und V können zwar V- Lesarten nachgewiesen werden,
die eine Korrektur am alten Text sind, aber es gibt keinen sicheren Beleg dafür, daß V gegen K eine
jüngere „Dublette" bietet. Trotz des relativ kleinen Textausschnittes, den K belegt, ist der Umfang
doch groß genug, um zu zeigen, daß die Vulgata keinesfalls grundsätzlich durch sekundäre Dubletten
geprägt ist. Darüber hinaus belegen K und V gemeinsam in 11,30 eine „Dublette" von genau der
gleichen Art, wie sie De Bruyne sonst oft in V feststellt: hominem quemquam V; CY; AM inst; AU:
11,28 LXX |A7)Seva; der hebräische Text an dieser Stelle „gor" („Mann")1. In die gleiche Richtung
weist die schon unter 1.) besprochene Stelle 34,21.23 (S. 106).

3.) Der als sekundär zu wertende Teil einer Dublette wird nach De Bruyne an der besseren Überein
stimmung mit dem griechischen Text, beziehungsweise mit der Gr I-Überlieferung erkannt. In der von
ihm durchgeführten Trennung zwischen „altem Text" und „späterer Korrektur" müssen dann aber
doch für bestimmte Stellen Einschränkungen gemacht werden; mehrfach weist De Bruyne selbst dar
auf hin. Solche Stellen sprechen nach meiner Überzeugung allerdings gegen seine Grundthese und zei
gen, daß die doppelte Aussage des lateinischen Textes hier nicht auf den Zusammenfluß von einer
„ungenauen" Übersetzung und einer „genauen" Korrektur zurückgeführt werden kann.

Die folgenden Beispiele beschränken sich auf eine Auswahl aus den von De Bruyne behandelten Stellen; sie nennen
aus den von ihm in [] gesetzten und damit als sekundär beurteilten Teilen auffallende Abweichungen vom Griechischen;
diese erinnern zum Teil an die Art des alten Textes.
Nr. 4 1,22 salutis fructum (18 LXX u-yteiav
7 2,14 et manibus malefacientibus (2,12 LXX xai x£Patv
15 4,33b pro iustitia (4,28 LXX rcepi -n)ç aX^Seia;): iustitia mit dem hebräischen Text; vergleiche 4,33a
16 5,10 noli anxius esse in divitiis iniustis nihil enim proderunt tibi in die obductionis et vindictae (5,8 LXX
[iiQ eire/e SKI ^ргцкиспм aSixoiç' ouSev yap toçeXyjaei ev тщсра елаушу^с) : zu obductionis et vindictae ver
gleiche 5,1с

' Zu „gbr" = avTjp LXX = homo V vergleiche 7,27; 10,5; 49,17; homo für avrjp LXX auch an anderen Stellen.
Stellungnahme zu De Bruyne 109

Nr. 25 9, 9 multi perierunt. . .concupiscentia (9,8 LXX noXXoi EitXavr¡(h]crav. . .фЛкх): perierunt mit dem hebrä
ischen Text
27 9,24 in sapientia sermonis sui (9,17 LXX 0090? ev Xoytu оштои)
38 14,20 in fine deficiet (14,19 LXX xx ExXEtTTCi)
40 15, 7c homines stulti (avSpec [avöpcuTroi A / . . .] ацартсоХоь [aouverot 46]): vergleiche 15,7a
46 18,29 proverbia et iudicia (roxpotniac axptßetc): für den Korrektor wird eine griechische Vorlage xat xpiaetç
vorausgesetzt
51 19,28 non probatur esse bonum (20,1 LXX oux e<mv ojpatoc)
56 21, 5 sie substantia superbiae eradicabitur (21,4 LXX оцты; oixoç штерт^ауои ергща&ъае-сы [so die grie
chischen Handschriften])
70 24,21 et quasi libanus non incisus vaporavi habitationem meam (24,15 LXX xoci uç Xißovou ат(дс EV OXTÍJVT]):
,,une correction sur un texte grec I corrompu"
108 38,19 flectet cervicem (38,18 LXX ха(*фе1 toxuv): cervicem „sera une liberté du traducteur", gehört demnach
zum alten Text
Vergleiche auch Nr. 66: 23,10a nominatio vero del non sit adsidua in ore tuo lOb et nominibus sanctorum non ad-
miscearis. Weder 10a noch lOb geben eine genaue Wiedergabe von 23,9b LXX xat ovo^ama тои ayiou ¡IT) auve6ia6ï)ç.
Zur Ablehnung von De Bruynes Urteil, nach dem 10a als der jüngere Text zu gelten habe, siehe oben S. 107f.
In bemerkenswertem Gegensatz dazu stehen Stellen, an denen die Dubletten durch V-Varianten oder durch aus
gesprochen junge Texte belegt werden. Für sie trifft in der Regel die Übereinstimmung mit dem Griechischen zu;
vergleiche zum Beispiel Nr. 5 1,31.32 (1,25 LXX); Nr. 9 3,3 + firmavit (3,2 LXX etrrepewaev); Nr. 10 3,6 + et in die
orationis suae exaudietur (3,5 LXX); Nr. 37 14,10 + indigens (сХХип)?); Nr. 91 32,14 praeibit x x gratia (35,10 LXX тгро-
eXeuocrai y.aptc)«; Nr. 107 38,18 (38,17 LXX).
In 43,31-33 (DE BRUYNE Nr. 110) sind die „genauen" Versteile einerseits als V-Variante, andererseits in V selbst
belegt: 31 + et mirabilis potentia ipsius A. . . (29b LXX xat ваи^аотт] T¡ Suvacrrcia аитои; 32b et admirabilis magnificentia
eius V); 32 + glorificantes dominum A. . . (30a LXX SoÇaÇovrcç xuptov; 33a benedicentes dominum V). — 32a quantum-
cumque potueritis supervalebit adhuc neben 33a2.b quantum potestis maior est enim omni laude V (30b LXX xaö' oaov
av 8uvr)o6E, uTrepeÇet yap xat ETI). Für die textgeschichtliche Beurteilung muß die verschiedenartig gelagerte Bezeugung
den Maßstab bilden; gegen die von De Bruyne durchgeführte Gleichstellung und Ausscheidung aller „genauen" Les
arten in diesem Abschnitt spricht die auf der V-„Dublette" beruhende Korrektur im Text Augustins für 32.33 (30a.b
LXX); siehe S. 108.

4.) Es gibt allerdings neben den unter 1.) - 3.) genannten Fällen auch solche Stellen, an denen
es die Bezeugung fordert oder wenigstens nahelegt, in der V-Lesart eine Dublette aus alter lateinischer
Übersetzung und jüngerer Korrektur zu sehen. Im Zusammenhang mit dem übrigen Befund besagen
aber solche Stellen nur, daß es bei der Ablösung vom alten Text auch ¡n V gelegentlich zu Dubletten
gekommen ist. Damit steht die Vulgata innerhalb der allgemeinen von K fortführenden Überlieferung
nicht allein2. Sie bietet in Sirach keinen anderen Befund, als er aus Sapientia bekannt ist, wo die
Vulgata ebenfalls gelegentlich Dubletten aufweist, in denen alter Text und jüngere Korrektur zu
sammentreffen (siehe Vetus Latina 11/1, 169).
Um den Einspruch gegen De Bruyne klar herauszustellen, mag eine etwas überspitzte Formulierung erlaubt sein:
De Bruyne geht von einer zum Textcharakter getroffenen Feststellung aus: „Ces innombrables doublets ne peuvent
pas provenir du traducteur primitif" (5). Von dieser Prämisse her rollt er die lateinische Textgeschichte auf. Meines
Erachtens stützt die Bezeugung nur eine Reihe von Einzelstellen, spricht aber als ganze gegen das von ihm entwor
fene Bild. Sie zeigt vielmehr, daß die jüngere Überlieferung bei bleibendem Zusammenhang mit dem alten Text sich
von ihm in einer im Einzelnen sehr unterschiedlichen Weise entfernt; im Prozeß dieser Ablösung ist es in den Überlie
ferungszweigen zuweilen auch zu Dubletten gekommen. Diese Sicht, die sich weniger vom Textcharakter als von der
Bezeugung und dem Verhältnis der Zeugen leiten läßt, wird in der Edition zur Geltung gebracht und der wissenschaft
lichen Forschung zur Beurteilung vorgelegt.
Auch für die „Dublette" 1,1 тгара xuptou a deo domino V muß die Bezeugung das entscheidende Gewicht behalten;
sie könnte bei den vielen Belegen für deus KV an Stellen, wo die Septuaginta xuptoc liest, am ehesten De Bruynes These
stützen. K fehlt für 1,1; die sonst breite Bezeugung bei den Vätern hat fast ausschließlich3 die auch in den V-Hand-
schriften sehr stark belegte Umstellung a domino deo, die die „Dublette" voraussetzt und sie nach der üblichen Wort
verbindung ändert. De Bruyne selbst erwähnt diese Stelle nicht.

1 Gegensätzliche Beurteilung bei DE BRUYNE aufgrund von PS-AU spe.


2 Vergleiche die nur als Dublette überlieferte Korrektur in dem (sonst für De Bruyne als Repräsentanten des alten
Textes wichtigen) Zeugen PS-AU spe zu 25,22 LXX eav e7tixopT)Y>i; 25,30 si primatum habeat V; si primatum habeat et
administret PS-AU spe. Siehe dagegen die Lesart von 171, in der die Korrektur nicht als Dublette neben dem alten
Text steht, sondern ihn ersetzt: si administret. Umgekehrt gibt es wie in der Vulgata auch in PS-AU spe Doppelungen,
die nach dem Zeugnis der übrigen Überlieferung nur als „alter Text" angesehen werden können und die in der Vulgata
korrigiert worden sind; vgl. 32,17 (siehe S. 134).
s Die vereinzelten Belege für deo bei MÄR und RUF (teilweise) können natürlich nicht als Zeugnis für einen
,,alten" Text gewertet werden.
110 Stellungnahme zu VB

5.) Eine gleichsam folgerichtige Durchführung der Regeln De Bruynes sehe ich im 1. Apparat
der römischen Vulgataausgabe. Mit dem Zeichen | wird hier darauf aufmerksam gemacht, daß die la
teinische Überlieferung oft sowohl eine genauere als auch eine weniger genaue Wiedergabe des Grie
chischen bietet: „Si, verbi gratia, aliqua dictio graeca bis vertí videtur, ambae versiones ut duplicatae (\\)
disponuntur, additurque siglum ® ut notetur utra illarum melius graeco respondeat. ¡lia quippe, quae
pressius cum ® consentit, recensori et non interpreti probabilius attribuenda est" (XXI). Allein die Fülle
der so hervorgehobenen Stellen macht es augenfällig, daß die genannten Doppelungen unmöglich
Dubletten im Sinne der lateinischen Textgeschichte sein können; der Text müßte in der Art eines
reinen Mosaiks zustande gekommen sein. So wird von VB auch bei der Gegenüberstellung nur ¡n rela
tiv wenigen Fällen der „ungenauere Teil" ausdrücklich als „lectio primigenia (Sí)" bezeichnet: „In
specie tarnen noluimus praepropere definiré istam primigeniam (St), alterara vero interpolatam esse, cum
saepius incerta ac dubia interveniant de quibus iudicabit prudens lector" (XXI). Aber hebt diese Ein
schränkung den Vordersatz nicht geradezu auf? In jedem Fall erweist VR die Unmöglichkeit, allein
aus dem analytisch beschriebenen Verhältnis zur griechischen Überlieferung auf eine durch Dubletten
geprägte lateinische Textgeschichte in dem Umfang zu schließen, wie ihn De Bruyne annimmt und
für die Erhebung des „ursprünglichen" Textes zum Ausgangspunkt macht.

6.) Angesichts dieser Unmöglichkeit werden nun allerdings viele Fragen auf die griechische Vor
lage der lateinischen Übersetzung übertragen und damit mittelbar auch auf die hebräische(n) Grund-
lage(n) der griechischen Tradition. Ist eine solche Übertragung berechtigt? Oder ist diese nach mei
nem Urteil nicht zu umgehende Folgerung ihrerseits ein entscheidendes Gegenargument gegen sie?
Ich muß es offenlassen, ob und in welcher Weise die vorgenommene Verlagerung auf die Vorlage der
Lateiner einen gangbaren Weg eröffnet, die Probleme der Sirachüberlieferung weiter zu klären. Un
bestritten ist es, daß die Vetus Latina ein erhöhtes Gewicht gewinnt, wenn sich, wie ich meine, aus
der Bezeugung zwingend ergibt, daß ihr eine erhebliche Anzahl der Dubletten nicht erst im Lauf der
lateinischen Textgeschichte zugewachsen ist, sondern von Anfang an zu ihr gehört. An welcher
Stelle im Beziehungsgeflecht zwischen Gr I und Gr II steht die Vorlage des lateinischen Übersetzers?

7.) Auf einige Beobachtungen mag in diesem Zusammenhang hingewiesen werden, ohne daß ich
beurteilen kann, ob sie sich zu einem geschlossenen Bild zusammenfügen.
a) Es gibt auch in der griechischen Tradition Dubletten, die dem Lateinischen entsprechen.

Beispiele:
6,29 LXX et? oxemjv; et? axemjv xat ßamv Sacra Parallele (WAHL 61); 6,30 V in protectionem. . .et bases; für das hebrä
ische Wort ist die Übersetzung ßaotc eher zutreffend als die Wiedergabe mit охетгт]. — DE BRUYNE, Etüde 19 Nr. 19,
konnte den Beleg aus den Sacra Parallela noch nicht kennen; die Dublette geht auf die griechische, nicht auf die latei
nische Überlieferung zurück
8,15 LXX xaxa oou V; хата aou ceteri (exe. O-694); xaxa aou SC аитои О (694); 8,18 V mala sua in te
10,13a.b (+ xai хатаатра<рт)аета1 etc теХос L'; cf 13d). с. d LXX; 10,15b.C.d (= Zusatz L'); 16a.b V
10,14 LXX apxovrwv; der hebräische Text g'jm („der Stolzen"); apxovrtov] + u7rcpT)<pavtuv O-V L—2*8-694; 10,17 V;
PS-AU spe ducum superborum
14,7 LXX ev Хт)(Ь] 8; oux EXÛJV 248; ev Хт)6т] oux extov 694 (743); 14,7 V ignoranter et non volens
22,18 LXX х°фахес B-S O-V 46 336; xa^xeç cet.; харахес 248«, xoXtxeç 248тв; 22,21 V pâli. . . cementa
23,4 LXX ¡¿ou] + |XT] (+ ¡ЛЕ) хатаХипг)? (ev TOIÇ атгеХтпСоиоту TTJV aSiaXeiTrrov eraaxoTnjv) /: Dublette zu 23,lb LXX цт]
еухатаХип]? (ie (ev ßouXT) auTov) в; 23,lb V non relinquas me. . . 23,4b V ne derelinquas me. . .
28,24a LXX ахамбац] + xat ты оточат! aou Trofrçaov 9иро>|лата xat ¡zoxXouç L; 28,25a LXX ara6[iov] + xat TOI arofiaTt aou
7ronr)aov oupav xat ¡jtoxXov L = céleri codices; 28,28 V spinis ... et ori tuo facito ostia et seras; 28,29 V stateram et frenos
ori tuo rectos
29,16 LXX ауаба сууиои ауатрефе! ацартыХос (+ eyyutov cpeuÇeTai а^артсоХос 248); 29,21 V repromissorem fugit peccator
et inmundus (cf 248); 29,22 V bona repromissoris sibi adscribit peccator (= LXX). — Die Stelle ist zugleich ein Bei
spiel für die fließende Grenze zwischen Zusatz und Dublette
34,21 LXX efieaov V L-248; (jteao7t(to)p(to)v B-S А С 253 / ft alii; цеаотторь« ejieaov 248; 31,25 V e medio et vorne
Hinweise zur griechischen Überlieferung 111

33,7 LXX SeÇiov] + oitoc 8nr)f(ti>)vTat та 6аи|хоила aou L: Dublette zu 33,10b LXX ex8ir)-pr)a<xoOai та (леуаХеих (9au(iama
248) oou; 36,2 V ut enarrent magnalia tua; 36,10 V ut enarrent mirabilia tua; 36,13 V ut enarrent magnalia tua
43,23 LXX ITJOOUC B-S А С 253 . . .; vrjoouc V 248. . .(Ziegler im Text); xuptoç / а . . .; (o) xupioç VTJOOUC L—M8; 43,25 V
dominus (h)iesus
Vergleiche auch 22,16 LXX = 22,20 V: ev хацхо] ev roxvri xatpca L'—*«; ev TTOVU xaipto <poß« 248 (<poßoc wird Statt
xaipoç in der Peschitta belegt); in omni tempore vel metu. Nach DE BRUYNE (Etüde 27 Nr. 63) wäre vel das untrügliche
Zeichen dafür, daß metu erst im Verlauf der lateinischen Textgeschichte als Dublette eingedrungen sei. Aber 248 (bei
De Bruyne an dieser Stelle nicht erwähnt) zeigt, daß die Dublette bereits in der griechischen Überlieferung belegt war.
Die Wortwahl metus führt zudem (gegen De Bruyne „la variante tertiaire") auf den alten lateinischen Text.

In diesen Zusammenhang stelle ich auch 9,9a LXX = 9,12a.b.c V; in der Vorlage von V ist der „Lukian"-Text mit V
und dem Text des Clemens verbunden:

9,9a LXX (+xai ¡AT) хатахХ10т)с ея' аухыма ¡лет' auTï]ç L) ¡лета uroxvSpou yuvaixoç ¡лт) xaöou то auvoXov (+ xai |лт] auji-
neraxXi6hf¡c en' a-ptojva ¡лет' aurrçç Clemens Alexandrinus paed. 2,54,1)
9,12V a cum aliena mullere non accumbas super cubitum
b cum aliena mullere ne sedeas omnino
с пес accumbas cum ea super cubitum
DE BRUYNE (Etude 19f Nr. 25) will 9,12b.c als sekundär streichen, da X; PS-AU spe (in unserer Ausgabe D) nur 9,12a
belegen. Abgesehen davon, daß nach seiner Sicht der Textgeschichte nur der Stichus 12b als „der genaue Text" unter
dieses Urteil fallen dürfte, spricht die Bezeugung von 12c durch Clemens gegen die Wertung De Bruynes. De Bruyne
nennt die L-Lesart und die des Clemens nicht. Bei diesem Befund werte ich D als eine durch den fast identischen Inhalt
oder durch Homoioteleuton entstandene Kürzung.

b) In den Zusätzen gerade derjenigen griechischen Überlieferungszweige, deren Lesarten oft


durch die Lateiner gestützt werden, wird der Haupttext mehrfach nur variiert: der bereits ausge
sprochene Gedanke erhält keinen eigentlichen Zusatz, sondern wird mit einer anderen Wendung wie
derholt1 ; eine positive Aussage wird noch einmal negativ formuliert (oder umgekehrt), ihr wird eine
Nuancierung oder Interpretation gegeben, die in eine bestimmte Richtung zielt. Dann handelt es sich
mehr um parallele Aussagen, die ohnehin bei einem Spruchbuch naheliegen, das selbst schon voller
solcher Parallelen ist, und es bleibt offen, ob sie als „Zusatz" oder als „Dublette" zu bezeichnen sind.
Die Literatur zeigt diese schwankende Beurteilung nur zu deutlich; vergleiche auch oben S. 105f. Dann
ist auch die für De Bruyne so grundlegende Unterscheidung zwischen „Genauigkeit" und „Unge-
nauigkeit" in einer Dublette2 kaum mehr anwendbar, zumal der Begriff der Ungenauigkeit bei ihm
außerordentlich weit gefaßt ist und die Möglichkeit von inhaltlichen Dubletten, die als Zusatz er
scheinen, nicht oder zu wenig in Betracht gezogen wird. H. P. RÜGER (siehe oben S. 101) hat an den
Dubletten in den hebräischen Fragmenten zahlreiche entsprechende Fälle nachgewiesen.
Da in Sirach der griechische Text im Unterschied zu Sapientia selbst schon eine Übersetzung
¡st, spricht nichts dagegen, daß die auf dem Griechischen beruhende lateinische Sirachübersetzung
bereits aus ihrer griechischen Vorlage Dubletten sowohl ursprünglich inhaltlicher Art als auch text
geschichtlicher Herkunft übernommen hat.
Ein Beispiel, das für viele Stellen steht, ist in den Versen 10,17.18 gegeben. Es zeigt einerseits, wie fließend hier
für die hebräische und griechische Textgeschichte die Übergänge sind, und andererseits, daß für die lateinische Über
setzung eine eindeutige Grenze vorliegt. Wie der griechische Text (10,14.15 LXX) haben V und PS-AU spe (und damit
die gesamte lateinische Überlieferung) die beiden Verse. Dabei ist 10,15b LXX eine „Dublette" zu 10,14b LXX: Der
hebräische Text hat die in der Septuaginta doppelte, inhaltlich aber kaum voneinander unterschiedene Aussage über
die „Demütigen" (14b тграец; 15b Tarcetvouc) nur einmal: 'njjm („Arme"). Dem hebräischen Text gegenüber erweist
sich auch 15a LXX piCaccOvow. . .als eine Dublette, und zwar zu 16a LXX/topac eOvcov . . Л Zu 10,15a eOvtov (= „gwjm"

1 Vergleiche den Zusatz von 1,7 (0-V / . . .; V; PS-VIQ Var) zu 1,6. DE BRUYNE, Etüde 15 Nr. 2, wertet 1,7 als
„alten", 1,6 als „interpolierten" Text. — Vergleiche auch 4,35 evertens domésticos tuos et obprimens subieclos tibi zu 4,30
LXX <pavraotoxo7tojv ev тоц oixeraiç aou] +xai Tajreivcov TOUÇ uiroxeipiouç aou Sacra Parallela. — Vergleiche auch die oben
im Text unter a) genannten Zusätze (nach De Bruyne „Dubletten") bei Clemens und im „Lukian"-Text zu 9,9a LXX
= 9,12a.b.cV.
2 Auch abgesehen von Dubletten kann „Ungenauigkeit" kein sicheres Kriterium für die Textbeurteilung sein;
das zeigen die abweichenden Lesarten des Clemens von Alexandrien recht deutlich. Ohne sie würden etwa in 32,10.21
die Vulgatalesarten adulescens loquere; peccator homo als „ungenaue" Wiedergaben von XoXTjoov veavicxc 35,7 LXX
und avOptonoc а|ларть>Хос 35,17 LXX gelten; sie werden aber durch Clemens gedeckt. — Vergleiche auch oben S. 108f
unter 3.)
3 Siehe G. SAUER (oben S. 102) zur Stelle.
112 Ein ähnlicher Befund in den Proverbien

im hebräischen Text) haben 0-V L'-694 den Zusatz u7repT¡<pav<ov (entsprechend lesen V und PS-AU spe gentium super-
barum), der in der gleichen griechischen Zeugengruppe (und ebenso wiederum bei V und PS-AU spe) auch in 10,14a
LXX Zusatz zu apxovrow und hier eindeutig Dublette (< „g'jm", „der Stolzen") ist. Liegt auch in 15a im Zusatz
uTtepTjcavtov eine Dublette vor, die „g'jm" statt „gwjm" zur Geltung bringt ? Offenkundig ist aber, daß alle diese Fra
gen die lateinische Textgeschichte nicht mehr berühren: Der Übersetzer hatte sowohl in 10,17 als auch in 10,18 die
griechische Lesart uTreprjcavow nach apxovrcov, bzw. nach EÖVUV vor sich.
Für 4,8 redde debitum tuum et responde pacifica (siehe oben S. 105) ist es eindeutig, daß dieser lateinische Text aus
der griechischen Vorlage übernommen worden ist: nur in einer Übersetzung aus dem Hebräischen konnten areoStSovai
(reddere V) und aTroxpiveaoat (responderé V) als Dublette nebeneinander treten.

Die Feststellung von Dubletten kann auf alle Fälle für die Klärung der lateinischen Textge
schichte nur dann ein berechtigter Ansatz sein, wenn mit Sicherheit vorausgesetzt werden kann, daß
diese wirklich nur zu ihr gehören1.

8.) Ich kann noch nicht überschauen, ob und in welcher Weise die Septuagintaüberlieferung des
Proverbienbuches, die zum hebräischen Text in einem ähnlichen Verhältnis steht2 wie der lateinische
Sirachtext zur erhaltenen griechischen Tradition, auch für die Textgeschichte von Sirach eine hilf
reiche Parallele ist.
Die Ähnlichkeiten sind allerdings auffallend, wie schon eine Auswahl aus den Anfangskapiteln zeigt. Folgende
Versteile der Septuaginta sind erweiternde Aussagen („Dubletten") zum jeweils umgebenden Text: l,7bc; l,14bc; 2,2c;
2,3c; 2,21ab; 3,15bc; 4,10c; 9,6b; sie fehlen im masoretischen Text (in l,14bc hat der doppelte Stichus der Septuaginta
Teile aus dem einfachen Stichus des Hebräischen). Am Anfang von Prv 16 fügt die O-Rezension unter Asteriscus den
1. Vers des masoretischen Textes und unter Obelus den Vers Sir 3,18 LXX hinzu. Sir 3,18 LXX nimmt mit TOCTTCIVOU
oeauTov und evavu xuptou die Aussage von Prv 16,2 LXX TOOTEIVOU. . .тахра TÍO Oseo auf. — G. GERLEMAN, Studies in The
Septuagint. 3. Proverbs, Lund 1956, führt die Eigenart der Prv-Septuaginta allerdings weithin auf die Kreativität des
griechischen Übersetzers zurück. Eröffnet der Befund in Sirach nicht auch für diese Frage neue Gesichtspunkte ?
Die in Sirach für KV typische Lesart deus, wenn im Griechischen xupioc steht, kommt mehrfach auch im alten la
teinischen Text von Prv vor, siehe J. SCHILDENBERGER, Die altlateinischen Texte des Proverbien-Buches. 1. Die alte afri
kanische Textgestalt, Beuron 1941 = Texte und Arbeiten 32-33, 12. Da deus in Sirach sicher nicht „Freiheit" ist (siehe
die zahlreichen Übereinstimmungen mit dem Hebräischen), wird man auch in Prv nicht ohne weiteres mit einer „klei
neren Freiheit" des lateinischen Übersetzers (so Schildenberger) rechnen dürfen.
Für das Proverbienbuch, das in der Göttinger Septuaginta-Ausgabe noch keine große kritische Edition erhalten
hat, macht Schildenberger mehrfach auf die Verbindungen aufmerksam, die zwischen dem alten lateinischen Text und
dem Hebräischen (oder Syrischen) bestehen, ohne daß die für die Lateiner maßgebliche griechische Vorlage in der LXX-
Überlieferung noch erhalten ist, siehe SCHILDENBERGER 48ff; 131ff.

9.) Bei allen Erwägungen kann man sich allerdings nicht verhehlen, daß die Ablehnung De
Bruynes oft nur mit Gegenargumenten begründet ¡st, ohne daß eine „bessere" Lösung angeboten
wurde. An die Stelle des von ihm vorgelegten Entwurfes, der durch seine Geschlossenheit so beste
chend wirkt, ¡st zunächst nur eine Fülle noch offener Fragen getreten. Die Vetus Latina-Ausgabe
möchte durch ihre Darbietung und Gliederung der Texte zur Lösung auch dieser Fragen beitragen.

1 Die Verse 30,2 und 30,3 sind schon in der Septuaginta inhaltlich auf das engste verwandt. Wenn sie in der latei
nischen Formulierung der Vulgata teilweise und besonders für 2b und 3b fast gleich lauten, so ¡st das ein Befund, den
man auch sonst in Sirach oft antrifft, wenn der lateinische Übersetzer nicht über die Mittel verfügt, den Reichtum des
griechischen Ausdrucks wiederzugeben. PS-AU spe hat in 30,2b das unterscheidende Wort amicorum (ciXcav) von 3b.
Natürlich nimmt auch De Bruyne hier nicht einen „alten, ungenauen" Text bei PS-AU spe an, der in V zu einer Dublet
te erweitert wäre, aber die Stelle kennzeichnet gut die Gefahr von Fehlschlüssen, wenn ein griechischer Text fehlt und
die lateinische Formulierung zum Ausgangspunkt gemacht wird. — Man kann in diesem Zusammenhang auch auf die
in der Vulgata sehr ähnlichen (und damit an eine „Dublette" erinnernden) Stichen 45,9a.b hinweisen: et circumcinxit
Шит zonam gloriae induit Шит stolam gloriae. Sie geben aber den Text (oder eine Variante) von 45,7d. 8a LXX wie
der, der in der griechischen Formulierung diese Ähnlichkeit nicht hat: xai TtepieÇcoasv aufov
ouvTcXctav хаих^атос. — Entsprechende Beispiele gibt es häufig.
2 H. P. RÜGER hat mich darauf aufmerksam gemacht.
Der Text K: Lesarten gegen die griechische Hauptüberlieferung 1 13

Die einzelnen Textformen

Der Text K

Ausgangspunkt für die Darbietung der lateinischen Sirachtexte sind wie im Buch Sapientia
(siehe Vetus Latina 11/1, 11) die bei Cyprian von Karthago (CY; f 258) belegten Stellen. Mit ihnen
und mit einigen Anführungen aus den etwa gleichzeitigen pseudo-cyprianischen Schriften PS-CY
märt (De laude martyrii ; wohl 253) und PS-CY Nov (Ad Novatianum ; 253/7 oder später) aus Nord
afrika wird in der Ausgabe der Texttyp K gebildet (K: alter Text, der in der Mitte des 3. Jahr
hunderts in Karthago bezeugt ist).
Die von Cyprian mehrfach zitierten Sirachstellen (2,4.5 CY mort, pat; 3,33 CY te, op; 27,6 CY te, Fo, mort;
28,28 CY te, un, ер 59, ер 66; 29,15 CY te, op; 34,30 CY ер 71, sent 27 [Quietus a Buruc]) sind gleichlautend, wenn
man von 3,33 extinguet1-2 te / extinguid 2 op absieht. Wie in anderen biblischen Büchern (zu Sapientia siehe Vetus La
tina 11/1, 150) hat man aber auch für Sirach mit einer gewissen Variationsbreite innerhalb von K zu rechnen. Das
zeigt sich nicht nur an den Abweichungen, die PS-CY märt gegenüber CY hat, sondern auch an einer Reihe von Va
rianten der Handschrift V in С Y te. Wenn solche Abweichungen gelegentlich mit der Vulgata gehen (vergleiche 4,10
illorum; 24,25 ~ in me omnis spes), darf man darin nicht von vornherein einen Einfluß der Vulgata sehen, sondern wird
umgekehrt auf die Verbindung von V mit einer Form des alten afrikanischen Textes hingewiesen, die V belegt. In die
gleiche Richtung weisen die Übereinstimmungen, die PS-CY märt mit V gegen CY hat: 2,1 servituti (gegen ad servitu-
tem CY mort); 2,4 habe patientiam (gegen ~ patientiam habe CY mort, pat). — In anderer Weise deutet auch der Be
fund bei PS-CY Nov auf eine Variationsbreite hin, wenn dort für 2,10 LXX rf und für 2,11 LXX o хирюс die „ge
nauen" Übersetzungen auf und dominas belegt sind, die gegenüber et und deus in der Vulgata (2,12.13) als frühe Kor
rekturen nach dem Griechischen gewertet werden können.
Zu dem Versuch De Bruynes (Étude 9-I5), über die Zitate Cyprians hinausgehend einen „ursprünglichen" Text
(„le texte qui nous paraît primitif"; 10) zu gewinnen, siehe oben S. 104f.

Zum Titel »Ecdesiasticus« in K siehe Abschnitt F. Zum Titel des Sirachbuches in der latei
nischen Überlieferung (S. 154f).
Tertullian (TE; f bald nach 212) kann für den lateinischen Sirachtext keinen Dienst leisten. Unter den im Zeu
genapparat genannten Stellen sind nur TE seo 7,1; 9,1 zu Sir 4,12 (4,1 1 LXX) eindeutig: sophia iugulavit filias suos;
cuius sophia filios suos iugulare non norit. Damit bezeugt Tertullian die bei Clemens von Alexandrien (ström. 7,105,1)
belegte Form des Verses TJ crotpia гчЕфиаиостем та caur/jç Texva, doch zeigt schon die Wortwahl von sophia Tertullians
eigenständige, von der Vetus Latina unabhängige Formulierung. V hat sapientia filiis suis vitam inspiravit und folgt
damit ebenfalls dem Clemens-Text gegen die Septuaginta.

Der Text K (und mit ihm die lateinische Sirachtradition überhaupt) wird in besonderer Weise
durch kleinere und größere Zusätze gekennzeichnet, die in den erhaltenen Hauptzweigen der griechi
schen Überlieferung nicht belegt werden. Gelegentlich gibt es dafür aber eine Unterstützung in ver
einzelten Zeugen außerhalb der lateinischen Tradition. Der Nachweis solcher — auf das ganze Sirach
buch gesehen beachtlich zahlreicher — Stellen dieser Art ist erst durch den reichen Apparat der
Septuagintaausgabe Zieglers möglich geworden. Daß die Forschung zum griechischen Text auch dar
über hinaus neue Belege beibringen kann, zeigt die Sammlung der Sirachzitate aus den Sacra Paral-
lela bei 0. WAHL, Der Sirach-Text der Sacra Parallela, Würzburg 1974 = Forschung zur Bibel 16,
schon in dem kleinen Ausschnitt der K-Zusätze (siehe 25,12).

2, l sta in iustitia et timoré et: сf + ev Siaxoouw) 694


4 in dolore sustine
11 fili(i): TEXVOV, Texva oft in (» bei einem Imperativ
(YEVEOCC) nationes hominum
13 omnibus inquirentibus se in veritate: c/ 33,2 LXX s6vr)] -t- та \ir¡ ехСт)тоимта ее 248 = 36,2 gentes quae non ex-
quisierunt te V; 39,23 LXX eOvrj = 39,28 gentes quae non exquisierunt eum V
4,10 (ywou opipavoi; ос гохтт)р) esto pupillis misericors ut pater: in 4,1 1 (ауатп)стЕ1 4,10 LXX) hat V mit dem hebräi
schen Text miserebitur
1 1 si obaudieris
5, 4 (цахроОицос) patiens redditor
7,33 ex tota anima tua: с/ 7,29 LXX cv оХт) фих7) аои = 7,31 ex tota anima tua К
24, 5 ante omnem creaturam: лрытотохос тгаат)? хтюеыс 755

15 20.4. 1988 Vetus Latina 11/2


114 Der Text K

24, 6 ego in caelis fed ut oreretur lumen indeficiens: cf On 1,3


8fambulavi . . . steti
11 et omnium excellentium et humilium corda virtute calcavi
25bspes omnis in me vitae et virtutis
25,12 (<ppov»]aiv) verum amicum (zu (ppovijmv/amicum vergleiche die Peschitta)
(o 8miYou(iEvoç) qui enarrat iustitiam: + SixaiomjvTjv Sacra Parallela (WAHL 113): vergleiche die ähnliche Stelle
19,8 (¡л] SITJYOU) noli enarrare sensum tuum V
27, 6 (оибрылои) homines iustos
(тгецзаацос) temptatio tribulationis
28,28 et noli audire linguam nequam: cf 28,19 LXX атт' аи-п)? (seil. уХахкл)?) = 28,23 a lingua nequa(m) V
Mehrfach begegnet der Zusatz omnis: 24,6 Y*¡V] omnem terram; 24,10 e6vet] in omni gente (mit den koptischen
Übersetzungen; vergleiche im unmittelbaren Kontext zuvor cv roxvn Хаю); 24,26 oí emouiAouvre; IJLOU] omnes qui con-
cupiscitis me (+ Ttavrcç S); siehe auch omnis in den genannten längeren Zusätzen 2,13; 24,11; 24,25. (Auf einen ähn
lichen Befund in Sapientia sei hingewiesen; siehe Vetus Latina 11/1, 165.)
In 2,5 und 6,16 bietet K ein Begriffspaar 2,5 xp<**°?] aurum et argentum; 6,16 Сыт)?] vitae et inmortalitatis.

Wenn auch Fragen offen bleiben, so ist es unbestritten, daß im allgemeinen die Zusätze nicht
Eigengut des lateinischen Übersetzers sind, sondern auf eine griechische Vorlage zurückgehen ; sie sind
ein (nur noch im Lateinischen erhaltener) Bestandteil der „zweiten griechischen Überlieferung" (Gr
1 1) und können für deren Beurteilung nicht übergangen werden1. Die griechischen oder orientalischen
Zeugen, die die K-Zusätze gelegentlich begleiten, haben daher ihre Bedeutung weniger als (natürlich
willkommener) Beleg für die Existenz der griechischen Vorlage, als umgekehrt dafür, wie groß die
Einbußen sind, die die griechische Tradition erfahren hat, so daß oft die lateinische Überlieferung
allein bleibt. Auch die genannten Verbindungen zu Stellen im Kontext und zu Parallelen sowie die
folgenden Bemerkungen zum Inhalt der Zusätze dienen somit mehr der Charakterisierung der grie
chischen Vorlage als ihrer lateinischen Übersetzung. Für deren Bewertung sind allerdings die For
mulierungen in 24,6 oder in 24,11 bezeichnend.
Für die Begriffspaare wage ich allerdings keine sichere Entscheidung. Einerseits kennt auch die griechische Über
lieferung gerade in den Zeugen, für deren Varianten sich immer wieder der Zusammenhang mit lateinischen Lesarten
ergibt, die Bildung ähnlicher Paare; vergleiche zum Beispiel 26,14 LXX yuvr) <этут)ра] + xou mcm) L; 26,15 LXX -yw»)
<xioxuvT7)pa] + xai тгкттт] 248 und entsprechend die Vulgata 26,18 mulier sensata et tacita; 26,19 mulier sancta et pudorata.
Andererseits ist die übergroße Fülle solcher ohne Frage aus dem alten Text stammenden Stellen in der Vulgata ein
Gegenargument; nur müßte dann wiederum mit einer Sonderstellung des lateinischen Sirachübersetzers gerechnet
werden, denn aus anderen biblischen Büchern sind mir aus der Vetus Latina bisher noch keine Parallelen bekannt, die
«ine vergleichbare Praxis der Übersetzung zeigen.

Im Blick auf den Inhalt der Zusätze erkennt man, daß die kürzeren Erweiterungen die Aussage
des griechischen Haupttextes in bestimmter Richtung erläutern oder präzisieren (siehe 2,1 1 hominum;
4,10.11; 5,4; 25,12; 27,6; ¡n dieser Richtung kann auch 6,16 inmortalitatis gewertet werden). Die
längeren Zusätze haben teilweise die gleiche Funktion (siehe 2,1.13; 7,33; 24,5; 24,1 1 ?2); unter ihnen
gibt es auch Beispiele dafür, daß die Aussage des Textes nicht eigentlich weitergeführt, sondern in
einer sachlich parallelen Wendung noch einmal anders formuliert ist (siehe 2,4; 24,25b3; 28,284), so
daß die Grenzen zwischen einem Zusatz und einer Sachdublette fließend werden. Gerade dieser Be
fund ist zugleich typisch für die allgemeine Sirachüberlieferung an vielen Stellen, für die K fehlt;
siehe dazu auch oben S. 1 1 1.
Nicht als Zusatz, sondern als Ersatz begegnen einige Lesarten, die in den gleichen Zusammen
hang gehören: auch sie tragen teilweise den Charakter einer bestimmten Ausdeutung des Textes;

1 Eine eingehende Behandlung der lateinischen Zusätze als Zeugnis für Or II bietet C. KEARNS in seiner (unge
druckten) Dissertation The Expanded Text of Ecclesiasticus. Its Teaching on the Future Life as a Clue to its Origin, Rom
1951, 24-57.
2 Erläuterung zu 24,10 (so N. PETERS, Das Buch Jesus Sirach oder Ecclesiasticus, Münster 1913, 198)?
3 Vergleiche 24,25a in me omnis gratia vitae et verilatis V (das Zitat des K-Zeugen С Y te 2,1 springt von 24,1 la auf
24,25b über).
4 K (CY te 3,95; un 17; ер 59,20; 66,6) lautet für die erste Vershälfte von 28,28: saepi aures tuas (то х-пцме сои
®) spinis.
Zusätze; K mit 0 und L; Übereinstimmungen mit dem Hebräischen 1 15

auch hier gibt es die gelegentliche Unterstützung außerhalb der lateinischen Überlieferung. Wichtig
ist auch die über K hinausgehende breite Bezeugung im Lateinischen.
2,1 1.12 (2,10 LXX) EVETtioTEUOTv . . . (evepieivev) TOJ <poßw аитои] speravit . . . (permansit) in mandatis illius: тг)Хтшгсу . . .
(evejxeivev) тац evroXatç аитои Chrysostomus; in mandatis auch im sahidischen Text
28,28 (28,24 LXX) то кттцш. аои] aures tuas: cf 28,25 LXX „атоца"; 28,28b.29 „os" (Gegenbegriff zu „aures")
29,15 (29,12 LXX) cv TOIC тоциекис аои] in corde pauperis: cf 29,12 (29,9 LXX) „Trewjc", „pauper"
xi oe] pro te exorabit.

Auslassungen treten weniger hervor als Zusätze. Bei Einzelworten kann auch eine gewisse Frei
heit des Übersetzers im Spiel sein; umfangreicher ist aber die Kürzung in 34,30.
34,30 (3l ,30 LXX) xai rcaXiv аттто^шос аитои omitlitur (Homoioteleuton ?). K wird durch eine breite Bezeugung, die
auch D einschließt, gestützt. Augustin weist ausdrücklich auf den dem Griechischen widersprechenden Textbefund der
alten afrikanischen Bibel hin; die Stelle spielt in der donatistischen Auseinandersetzung eine wichtige Rolle.
Für die Auslassung von 23,13 (23,1 Ic.d LXX), die ebenfalls durch D gestützt wird, ist ein sicheres Urteil kaum
möglich. Es kann eine gewollte Kürzung der Autoren (CY te 3,11; PS-AU spe 41) vorliegen, um den Gegensatz von
23,12 (vir) multum iurans ... zu 23,14 et si vane iuraverit . . . deutlich herauszuheben; es kann auch Fehler durch Ho-
moiarkton in der lateinischen Bibel vorliegen.

Wie ¡n Sapientia (siehe Vetus Latina 11/1, 154) bezeugt K auch immer wieder Lesarten, die in
griechischen Handschriften der Gruppen 0 (,,Origenes"-Rezension) und L (,,Lukian"-Text) und deren
Verwandten erhalten sind. K sichert für diese griechischen Varianten ihr hohes Alter. Im Zusammen
hang mit den K-Zusätzen ist die Feststellung wichtig, daß die gleiche Präzisierung, die den Inhalt
vieler Zusätze ausmacht, auch in 5,4 den Zusatz XuTojpov (= triste K) kennzeichnet.

2.12 x x permansit : C/XTicevejxEivEv 253 9,22 tibi: ooi 672


2.13 remittens: aipttov i.-248 24,10 primatum habui: г^аацт^ S2 (= Text bei Ziegler)
3,22 altiora: рабитера O-S2 28,15 turbavit pacem habentes: ~ arctoXeaev eipTjveuov-
ne scrutatus sis: ¡XT) epeuva О та? L—248
4,34 citatus: тахис S*A O 34,23 dona: Зсортцлата L-672 547 Sm« (= Text bei
5, 4 triste: + Xumjpov ¿'-694-743 Ziegler): zu 34,23 vergleiche auch oben S. 106
altissimus: ифютос О 34,30 proficit: „freie" Wiedergabe von oxpeXniosv в oder
5, 9 illius: аитои S* O o<peXoc 248
9,18 potestatem habente: cf ~ eÇouaiav eysi 248 alii

Mit den Zitaten bei Clemens von Alexandrien besteht nur für 9,22 (9,16 LXX) und 25,12 (25,9 LXX) eine Ver
gleichsmöglichkeit. An beiden Stellen unterstützt Clemens die Lesart von ф gegen K (9,22a аои / tibi; 25,12 ей; «ото.
/ auri audienti), doch kann der Befund bei der Art der Varianten nicht viel aussagen.

An einigen Stellen wird K durch eine entsprechende Lesart in den hebräischen Fragmenten un
terstützt: 3,33 xai] sie; (5,9 ору») xupiou] T¡ орут) аитои S* 0] ira illius); 7,31 TGV xuptov] deum;
6au[AaÇs] sanctifica; 7,33 <poßou] honora; TGV xopiov] deum. — Zu 1 1,30 [XYjSeva] hominem quemquam
(„Dublette") siehe oben S. 108.
Besondere Beachtung verdienen die beiden Belege für deus (7,31.33), doch können die wenigen
K-Stellen die Bedeutung nicht genügend zum Ausdruck bringen, die deus im alten lateinischen Si
rachtext gegen xupioç der Septuaginta hat. Sie ergibt sich auf der breiteren Grundlage von V:
In den Teilen, die durch hebräische Fragmente gedeckt sind, belegt die Vulgata an folgenden Stellen deus mit dem
Hebräischen oder einem Zeugen der hebräischen Überlieferung1 gegen xuptoç: 3,18 (0eoc 0 l). 20.21; 4,15 (беос Sacra
Parallela); 7,31 (mit K). 33 (mit K); 9,22; 10,4.5.17.18.24.25.27; 11,24; 15,10a.ll.l3; 16,16; 32,18; 33,17; 46,6 (xuptoç
о беос 443). 19; 47,24 (беос 358). Hinzu kommen solche Stellen, an denen deus ebenfalls durch das Hebräische unter
stützt wird und wiederum gegen die Septuaginta steht, ohne daß diese xupioc hat: 15,14 (o беос Anastasius).20; 16,3.25;
38,2.
Wenn man einerseits die Gegenstellen hinzunimmt, an denen der hebräische Text die V-Lesart deus nicht bestä
tigt (sei es, daß mit der Septuaginta „Herr" belegt wird, sei es, daß eine andere Variante vorliegt), und andererseits be
rücksichtigt, daß für die Lesart tiens mehrfach gegen das Hebräische eine griechische Variante eintritt (siehe 5,6; 6,35;

i Vergleiche 3,1 8 „Gott" C; „Schöpfer" A; 10,25 „Gott" A; „Herr" B; 15,13 „Gott" B; „Herr" A; 15,14 („Gott"
ABm«; „er" Btjrt); 16,3 („Gott" B; om. A). — Auf den Wechsel in den verschiedenen Zeugen weist H. P. RÜGER, Теза
und Textjorm im hebräischen Sirach, Berlin 1970, mehrfach hin.

15*
116 Der Text K

10,14; 11,17; 15,19), so ist die Folgerung klar: Für deus ist nicht eine bewußte Entscheidung oder eine Nachlässigkeit
des lateinischen Übersetzer verantwortlich, sondern in der Regel seine griechische Vorlage. Diese ist vom Text, der in
den hebräischen Fragmenten belegt ist, stark beeinflußt, aber keineswegs mit ihm identisch. Die Peschitta kann den
Befund bestätigen.

Aus dem Befund zu 1,16 (1,14 LXX) ist bereits für K (initium sapientiae) metuere deum eine
Korrektur nach dem griechischen Text (арх^ aocpiaç) cpoßeicröai TOV xupiov (ösov B) zu erschließen.
Die Lesart VD (initium sapientiae) итог domini folgt den biblischen Parallelen PS 110,10; Prv 1,7; 9,10
aoçiocç <poßoc xuptou (Öeou Prv 1,7) und wird in Sir 1,16 durch die Peschitta (im Griechischen auch durch C? 339) gedeckt.
Wenn man sie als eine sekundäre Korrektur wertet, muß man die gesamte lateinische Überlieferung außer СУ auf diese
Korrektur zurückführen. Wenn schon diese Annahme schwierig ist, so spricht entscheidend dagegen, daß einerseits für
die jüngere Überlieferung eine Änderung nach Parallelen nicht kennzeichnend ist und andererseits aus mehreren Stellen
deutlich sichtbar wird, daß es in der alten Übersetzung biblische Parallelen gegen den griechischen Haupttext gibt; wie
in 1,16 tritt teilweise auch eine schmale griechische Überlieferung für sie ein. Vergleiche Sir 7,23 (ñeque) inopem (de)-
relinquas Шит VD: < Dt 15,13; 14,18 (omnis caro sicut) faenum (veterescit) V (die jüngeren Texte korrigieren nach
i(jL<xTiov ®: vestís X; AU; vestimentum A, cf PS 101,27): < Is 40,6; 15,18 bonum et malum VD (mit vielen Zitaten): < Dt
30,15; 24,5 (primogénita) ante отпет creaturam KVD: тгрытотохос тгастг)? х-пстеыс: < Col 1,15'. — In den gleichen Zu
sammenhang gehört es auch, wenn Sir 17,3b xat хат' etxova аитои enoir¡aev аитоис in V an 1 7, l a angeschlossen wird: deus
creavit de terra hominem et secundum imaginent suam fecit ilium; die Quelle ist Gn 1,27.

Manche Abweichungen von ® werden auf kleinere Freiheiten des Übersetzers zurückgehen, wo
bei der bewußte Verzicht auf eine sklavisch genaue Wiedergabe der Vorlage miteingeschlossen sein
kann. In dieser Hinsicht bietet K in Sirach ein ähnliches Bild wie der alte lateinische Text in anderen
biblischen Büchern. Im Ganzen wird man aber keinesfalls von einer „guten Übersetzung" sprechen
können ; vergleiche zum Beispiel 7,39 ex his enim in dilectione firmaberis für EX y«p TOIOUTWV
Es ist natürlich unmöglich, zu jeder Einzellesart, die für eine Freiheit des Übersetzers sprechen kann, ein sicheres
Urteil zu geben. Einige Stellen können gleichwohl zur Charakterisierung genannt werden: in humilitate 2,4 vereinfacht
den griechischen Ausdruck cv аЗЛау[лаа^ тате^шаешс. 1 1,30 ante mortem für тгро теХеит^с; 23,14 vane für Sia XEVTJÇ sind
sachlich nicht falsch (in 11,30 hat auch der hebräische Text das Hauptwort „Tod"). In 2,12 kann die Auslassung von
ТЦ2-3 (2,10 LXX) ebenso verteidigt werden wie in 24,6 die von ыс (24,3 LXX); in 14,1 1 wäre die „genaue" Wiedergabe
von xaâtoç EOCV geradezu irreführend. In 24,8 abyssi ist der Genitiv des Sigulars natürlich; der Plural abyssorum ist nir
gends belegt. — 2,11 scitote bringt tScrc (2, 10 LXX) in Verbindung mit Formen von siSevat. — Der verneinte Imperativ
(¡IT) . . .) wird in 4,34 mit noli und Infinitiv übersetzt, an den übrigen Stellen (3,22; 5,8; 7,39) steht in K ne und Kon
junktiv. (Für 5,8a und 7,39 nimmt DE BRUYNE, Etüde 1 1 .30, eine selbständige, aus stilistischen Gründen vorgenommene
Änderung Cyprians an und ediert für den Text, „qui nous paraît primitif", non. Daß die K-Zeile im Schema trotzdem
bei ne bleibt, ergibt sich aus den Ausführungen S. 104f.)

In der Wortwahl ist — in ausgesprochenem Gegensatz zu Sapientia — die Bevorzugung von


Fremdworten bezeichnend: abyssus (24,8); gyrus (24,8); elemosyna (3,33; 29,15); thronus (24,7). Mit
anderen Vokabeln steht K ¡m Einklang mit dem Befund, der für die Wortwahl der alten afrikanischen
Texte auch aus anderen Büchern bekannt ist. Der kleine Textausschnitt von K gestattet freilich nur
den Nachweis der Einzelstellen und kann über mögliche Alternativen nichts aussagen: constituere
15, 14 für (TCOIEIV im Sinn von) „erschaffen"; dilectio 7,39 (in dilectione firmaberis für ауагпг]0>)<77)) ; felix
25,12 für (taxapioc; iniquitas 23,12, iniquus 34,23 für avopux, avo^oç; metuere 1,16 für cpoßeicröai;
natío 2,11 für yevea; nequam 28,28 (ohne griechischen Text; in V ist nequa(m) die häufige Wieder
gabe von TCovvjpoc). Auch baptizare (34,30 ßaTmCeiv) ist in den alten Texten nicht ungewöhnlich2.
Trotz der wenigen Verse, die K belegt, treten viele Merkmale der lateinischen Sirachübersetzung
deutlich hervor. Der Befund in den jüngeren Texten zeigt, daß K für sie die Grundlage ist, die auch
dort, wo Korrekturen an ihr erfolgt sind, deutlich erkennbar bleibt und nur selten (etwa in J) ein
schneidend verändert wird.

1 Vgl. auch unten S. 1 18. — Der Einfluß einer neutestamentlichen Parallele zeigt mir, daß Gr II nicht ausschließ
lich auf hebräischen Quellen ruht. C. KEARNS (siehe S. 101) wertet in seiner Dissertation (ungedruckt; S. 138) die Les
art anders : „The Lat addition ... is possibly one of the few Christian interpolations of Lat" ; aber Kearns kannte den
erst durch Zieglers Septuagintaausgabe bekannt gemachten griechischen Zeugen 755 noch nicht. — Im ersten Apparat
der römischen Vulgataausgabe werden die Stellen 1,16 und 14,18 gerade umgekehrt gewertet.
2 W. THIELE, Die lateinischen Texte des 1. Petrusbriefes, Freiburg 1965 = Vetus Latina. Aus der Geschichte der la
teinischen Bibel 5, 166-169.
DieVulgataV 117
Für den Text der Donatisten stehen nur wenige Stellen und noch seltener die Möglichkeit des unmittelbaren
Vergleichs mit K zur Verfügung. Einerseits wird dabei der enge Anschluß an K deutlich; siehe die Auslassung in 34,30,
die Wortwahl arbitrium in 15,14, die Wortfolge quaesieris. . .scrutatus fueris (fueris in der Handschrift V von CY te) in
3,22. Sie kann auch aus einem Vergleich mit V erschlossen werden; vergleiche zum Beispiel in 13,21 die Übereinstim
mung mit V einschließlich des Zusatzes aliquando und der für den alten Text typischen Wiedergabe iustus für Euoeßi)?.
Andererseits gibt es auch Korrekturen nach dem Griechischen, mit denen der donatistische Text teilweise „fortschritt
licher" ist als V: 2,17 xupioç dominas; 1 5, 1 4 sTroujcrev fecit; aip/jxev dimisit. Als eine Halbkorrektur werte ich es, wenn von
dem Zusatz 2,16b.c qui dereliquerunt vías rectas et deverterunt in vías pravas nur der zweite Teil (2,16c) belegt wird. So
gering das Material ist, so vermittelt es doch wichtige Einsichten in die allgemeine Textgeschichte des lateinischen
Sirach. — Der Befund in Sapientia ist nur in gewisser Weise vergleichbar: In Sap 5,1-9 gehen KVD meist zusammen;
bei Abweichungen folgt der Donatist Oaudentius (GAU-D) mehr KD als V. Dem gegenüber findet man bei Tyconius
(TY) eine etwas stärkere Abwendung vom alten Text (siehe Vetus Latina 11/1, 208), aber Tyconius hat kein sicheres
Zitat zu Sirach.

Die Vulgata V

In diesem Kapitel werden folgende Abschnitte behandelt: Charakterisierung von V; Verschiedene Übersetzer ¡n der
Laus patrum und im Prolog?; Zu Sir 52 (Orafio Salomonis); Zur Rezension der Vulgata

Unter K steht ¡m Schema die Vulgata in der Zeile V. Wenn K fehlt, bildet V die erste lateinische
Zeile.
Nur die Vulgata hat den vollständigen Text, und sie ist für lange Abschnitte der einzig erhaltene Zeuge. Umge
kehrt ergibt sich mehrfach aus den begleitenden Zeugen, daß die Vulgata für bestimmte Teile die gemeinsame lateini
sche Sirachüberlieferung repräsentiert, die den verschiedenen Textformen zugrunde liegt. Die Fülle des gebotenen
Materials verleiht ihr im Blick sowohl auf die Bewahrung der alten K-Form als auch für deren Ablehnung in der Ge
schichte des lateinischen Textes und für alle daraus zu ziehenden Schlüsse einen besonderen Rang gegenüber anderen
Zeugen. Die Vulgata ist auch der einzige Text, für den in strengem Sinne eine Rezension möglich ist. Bei dieser Sach
lage ergibt sich wiederum ein Befund, der den Verhältnissen in Sapientia entspricht (siehe Vetus Latina 11/1, 12.14f).
Auch in Sirach erscheint es angemessen, den Text der Vulgata in einer eigenen Zeile zu bieten, ohne dabei typi
sche Eigenlesarten oder verschiedene Schichten durch einen Wechsel des Sigels innerhalb der V-Zeile anzudeuten. Es
ist zu beachten, daß weder das gleichbleibende Sigel V noch die Stellung, die die V-Zeile im Schema hat, bereits zum
Ausdruck bringen können, daß die Vulgata des Sirachbuches in ihren Text Einflüsse verschiedener Art aufgenommen
hat und somit im Textcharakter auch nicht einheitlich ist. Die nahe Zuordnung zu K ist begründet in der engen Ver
bindung mit K oder den Eigenschaften des K-Textes, die für weite Strecken (etwa für die ersten 30 Kapitel) vorherrscht
und auch später nicht völlig verlorengeht.

Charakterisierung von V

Bereits ¡m unmittelbaren Vergleich mit K ergeben sich wesentliche Gesichtspunkte: kleinere


Ungenauigkeiten des Textes K sind in V beseitigt, und auch in der Wortwahl gibt es Änderungen.
Aber alle diese Korrekturen bleiben vereinzelt, und in weitem Umfang ist der alte K-Text übernom
men worden. Angesichts von geradezu peniblen Eingriffen bei geringfügigen Abweichungen1 ist es
bemerkenswert, daß davon in der Regel die Varianten nicht betroffen werden, die durch ihren Inhalt
oder durch ihre Länge besonders auffallen; nur die längeren Auslassungen von 23,13 und in 34,30
sind behoben2.
So ist der Vulgatatext in solchen Teilen eng mit der alten Überlieferung verknüpft, für die es
auch unter den eigentlichen K-Zeugen schon gelegentlich Korrekturen nach dem Griechischen (siehe

1 Vergleiche zum Beispiel:


15,14 in x (arbitrio) K; in manu (consilii) V; ev yeipi SiaßouXiou. Die Einfügung von manu hat bereits der Donatist
Gaudentius (GAU-D)
23,14 vane K; in vacuum V; Sia xevj]?
24, 6 nebula K; sicut nebula V; toc одоХт]
9 — £/2 K; tí* V; xai.
2 Schon die Frühschrift Augustins De Genesi contra Manichaeos hat in 34,30 et Herum tangit Шит (AU On Ma 2,31 ).
118 DieVulgataV

1,16 CY; 2,13 PS-CY Nov) oder Änderungen in der Formulierung (siehe 2,1.4 PS-CY mart) gibt.
Praktisch belegt V hier nur eine weitere Form des alten Textes.
Die Halbkorrektur 24,5 primogénita ante отпет creaturam V anstelle der ungenauen K-Übersetzung ante отпет
creaturam (тгрсототохос гох<тт]с х-поешс 755) zeigt die enge Verflechtung zwischen Änderung und Bewahrung des vorlie
genden Textes in einer Einzellesart. — In der Parallele Col 1,15 hat die überwiegende Mehrzahl der lateinischen Haupt
texte die genaue Übersetzung primogenitus mit dem Genitiv; siehe H. J. FREDE, Epistulae ad Philippenses et ad Colos-
senses, Freiburg 1966-1971 = Vetus Latina 24/2. Mit einem unmittelbaren Einfluß der neutestamentlichen Stelle auf die
Korrektur in V ist deshalb nicht zu rechnen; auch ist die nur schmale Bezeugung der griechischen Sirachvariante ihrer
seits ein Hinweis, daß die V-Lesart im Rahmen der schon innerhalb der alten Überlieferung vorgenommenen kleinen
Verbesserungen Hegt, denn so typisch vereinzelte griechische Lesarten für K sind, so wenig trifft dies für die ausge
sprochen jungen Texte zu.

Das aus der Gegenüberstellung mit K gewonnene Bild bestätigt sich vielfach für die Teile, in
denen K fehlt. Es gilt ebenso für die zahlreichen Zusätze1 und Lesarten, die in der griechischen Über
lieferung nicht mehr oder nur in vereinzelten Zeugen belegt werden, wie für die häufige Übereinstim
mung mit Varianten der griechischen 0- und L-Tradition. Mit dem Text, den Clemens von Alexan-
drien belegt, bestehen zahlreiche Verbindungen.
O. STÄHLIN, Clemens Alexandrinus und die Septuaginta, Nürnberg 1901 = Beilage zum Jahresbericht des K-
Neuen Gymnasiums in Nürnberg für das Schuljahr 1900/1901, hat die Sirachverse besprochen, an denen die Septua
ginta (oder die ihm bekannten Überlieferungszweige der Septuaginta) und Clemens voneinander abweichen und dabei
auch die damals bekannten hebräischen Texte berücksichtigt. Die sorgfältige Arbeit hat bis heute ihre Bedeutung. Ich
hebe die Stellen hervor, an denen die Gemeinsamkeiten zwischen V und Clemens deutlich sind: 1,27.28; 4,12 vitam in-
spiravit; 7,25; 9,12 (siehe oben S. 111); 9,13 cor; sanguine; 11,8 verbum; cf 15,10 (in ore) fideli; 16,12 cum illo; 18,13
(xai emorpetptuv fehlt); 18,32 in modicis; 20,8 laedit animam suam; 21,24 (со?1 fehlt); 30,23 sine defectione; 31,22 (siehe
oben S. 106); 31,36 animae et coráis; 31,38 (mxpia фи^; fehlt; aber siehe 31,39 amaritudo animae); 32,10 adulescens lo-
quere; 32,15 hora surgendi; 32,21 peccator homo; 38,1 altissimus; 38,7 (ev TOUTOIC fehlt); 39,20 H/i; 39,23.31. — Daß
Clemens-Lesarten ¡n L weiterleben, ist bekannt.
Den Übereinstimmungen stehen in fast gleichem Umfang und mehrfach in unmittelbarer Nachbarschaft aber
auch Abweichungen gegenüber; als Beispiel kann 39,17-19 dienen: V; LXX gegen Clemens: 17 divini fructus; super
rivum (Singular); 19a.b.c; 19d in operibus (erri . . . TOIÇ epyoic). — V; Clemens gegen LXX: 17 Wortstellung von fructifi
cóte; et (quasi rosa); plántula; aquarum; 18 quasi (libanus) (xai озс Xißavoc die griechische Überlieferung); 19d et bene-
dicite (die griechische Überlieferung ohne xai); roxaiv wird nicht übersetzt.
Im Gegensatz zu V (und dann meist in Übereinstimmung mit der Septuaginta) steht Clemens auch bei einem typi
schen Merkmal der alten lateinischen Übersetzung: deus V, aberxupioç Clemens in 1,1 (a deo domino V). 27; 9,22; 18,12;
21,7; 34,14; 38,2 (ифютос LXX). (dominus V; xupioç Clemens, LXX nur in 1,34; 23,28; 39,19.)
Gemeinsamkeit und Abweichung im Verhältnis zwischen V und Clemens sind ein typischer Beleg für die breite
Differenzierung der unter Gr 1 1 zusammengefaßten Texte.

Für die Wortwahl trifft der Zusammenhang mit dem alten Text gleichfalls zu; ein deutlicher
Beleg dafür ist zum Beispiel die hohe Anzahl der Fremdworte und Gräcismen.
Vergleiche: abyssus 1,2; 16,18; 23,28; 24,8.39; 42,18; acediari, acedia 6,26; 22,16; 29,6; acharis, achariter 18,18;
20,21 ; agoni(z)ari 4,33; aplestia 37,33.34; aporia 27,5 (für oxußoXtx); apostatare 10,14; 19,2; caminus 2,5; 22,30; (aber
an den folgenden Stellen fornax und 31,31 ignis); cataclysmus 39,28; 40,10; cataplectatio 21,5; cathedra 7,4; 12,12;
cholera 31,23; 37,33; cypressus 24,17; diadema 11,5; elemosyna 3,15.33; 4,1; 7,10; 12,3; 17,18; 29,11.15; 31,11;
enigma 47,17; eucharis 6,5; fantasia 34,6; gigas 16,8; 47,4; gyrare, gyrus 24,8; 29,25; 43,13; 45,10; 50,11 ; (h)eremus
6,3; 13,23; hypocrita 1,37; mysterium 22,27; 27,24; parabola 20,22.29; 38,38; 39,2.3; platea 9,7; 23,30; 24,19; poderes
27,9; presbyter 4,7; 6,35; 7,15; 8,9; 25,6; psalterium 40,21; psaltrix 9,4; romphea 21,4; 26,27; 39,36; 40,9; 46,3;
sofistice 37,23; stola (oft); synagoga 1,39; 3,30; 16,7; 21,10; 41,22; 50,15; thesaurizare 3,5; 4,21; 15,6; (thesaurus
häufig); thronus 1,8; 11,5; 24,7.34; 52,5; tyrannus 11,5; xenium 20,31; zelar(e) 9,1.16; 37,7; 51,24; zelotypus 26,8;
zelus 30,3.26; 40,4; zona 45,9. — Zu K siehe oben S. 116.

Mehrfach gibt es eine Umstellung von Versteilen, durch die zugleich eine „bessere" Reihenfolge
entsteht. Vergleiche zum Beispiel 4,19c.d V = 4,17e.d LXX; 14,12a.b.c . . . 18a.b V (14,12 mit D) = 14,

1 Einen allerdings nur vorläufigen Überblick über die V-Zusätze kann man aus der Zusammenstellung bei
SMEND IC-CXIII gewinnen; Smend betont aber ausdrücklich (XCVIII), daß er nur „einige Zusätze des Lateiners"
nennt. DE BRUYNE, Étude 44, stellt mit Recht fest, daß dadurch das Gewicht der lateinischen Überlieferung für Gr II
geschmälert ist. Eine ausführliche Behandlung der lateinischen Zusätze gibt C. KEARNS in seiner (ungedruckten)
Dissertation, Rom 1951 (siehe den Hinweis oben S. 114 Anmerkung 1).
Verhältnis zu Clemens; Fremdwörter; alte und junge Tradition; „Fehler" 119

12a.b.l7b. . . 17a.l8a LXX; 16,26b.c. 27aV=16,26b. 27b.a LXX; 17,la.b.2a.b.3a.b V = 17,la.3b.lb.


3a.2a.b LXX; 20,3.4.5 V = 20,4b.5 . . . (8c.d L) LXX. In ihrer Gesamtheit können solche Änderungen
nicht auf den lateinischen Übersetzer zurückgeführt werden; auch sie spiegeln meines Erachtens eine
entsprechende Vorlage wider. Angemerkt sei, daß auch in den hebräischen Fragmenten gelegentlich
die Abfolge der Verse von der der Septuaginta abweicht.
Neben der Verbindung mit dem alten Text gibt es in V den Einfluß der jüngeren lateinischen
Sirachüberlieferung. Für die Charakterisierung der Vulgata ist er ebenso zu beachten; für ihre zeitli
che Ansetzung gibt er ohnehin den Ausschlag.
Der Einfluß der jüngeren Tradition zeigt sich unter anderem auch an einigen Dubletten im V-Text. Die Dubletten,
die mit Sicherheit der lateinischen Textgeschichte des Sirachbuches zugeschrieben werden müssen, sind aber bei wei
tem nicht so zahlreich, wie De Bruyne annahm, in dessen Sicht die Vulgata durchgängig von Dubletten durchsetzt ist.

Wenn alte und junge Tradition gemeinsam den Text der Vulgata bestimmen, so ist das gegensei
tige Verhältnis in diesem Miteinander durchaus wechselnd. Beispielsweise stellt man im 1. Kapitel
einen sehr deutlichen Einfluß der jüngeren Überlieferung fest (vergleiche dazu auch die Hinweise bei
I, siehe S. 135f), der in den folgenden Kapiteln zurückgeht. Es gibt aber im Fortgang des Textes immer
wieder Stellen, die diesen Einfluß verraten. Auf das vollständige Sirachbuch gesehen kommt es aller
dings doch zu einer deutlichen Verschiebung: Ohne daß ein abrupter Wechsel eintritt oder eine
scharfe Grenze gezogen werden könnte, ist die Vulgata etwa von Kapitel 30 an viel stärker von der
jüngeren Überlieferung beeinflußt als in den Teilen davor. Während dort der Charakter eines alten
Textes vorherrscht, hat die Vulgata im Schlußteil ihre Prägung durch die jüngere Überlieferung er
halten, aber sowohl hier wie dort tritt der jeweils andere Einfluß an Einzelstellen zutage. — Eine
ähnliche Verschiebung des Textcharakters gilt auch für die Vulgata von Sapientia (siehe Vetus La
tina 11/1, 14.156).
Deutlich wird der „neue" Charakter gegen Ende des Buches beispielsweise an der nun vorherrschenden genauen
Übersetzung dominas für xupioç; sie setzt den für die jüngeren lateinischen Sirachtraditionen typischen Rückgriff auf
die griechische Hauptüberlieferung voraus, während die Häufigkeit von deus im Hauptteil von Sirach in der Regel auf
einer anderen griechischen Vorlage mit 6eoc beruht (siehe oben S. 1 15f).
Die Veränderung im Textcharakter der Sirachvulgata hat als erster PH. THIELMANN an der Wortwahl erkannt
und eingehend beschrieben : Die lateinische Übersetzung des Buches Sirach: Archiv für lateinische Lexikographie und
Grammatik 8 (1893) 501-561 ; Die europäischen Bestandteile des lateinischen Sirach: Archiv für lateinische Lexikographie
und Grammatik 9 (1896) 247-284. Sein Verdienst wird nicht geschmälert, wenn die von ihm gezogene Folgerung, die
Kapitel Sir 44-50 (¿aus patrum) seien einem anderen Übersetzer zuzuweisen, abgelehnt wird (siehe unten S. 121-123).

Nicht übersehen werden kann eine Anzahl von „Fehlern" im Vulgatatext, die gegenüber einer
„richtigen" Wiedergabe des Griechischen als das Ergebnis einer innerlateinischen Fehlentwicklung
erscheinen (vgl. DE BRUYNE, Étude 38f); ihre Zahl erhöht sich, wenn man gegen die Rezension der
römischen und der Stuttgarter Ausgabe auch in den Schlußkapiteln die G-Tradition bevorzugt (siehe
unten S. 125f; 130).
Die folgenden Beispiele beschränken sich auf V-Lesarten, für die die Rezension nicht zweifelhaft
sein kann; in Klammern und in kursiver Schrift stehen, unabhängig davon, ob die Variante in der
Überlieferung belegt ist oder nicht, die „richtige" Übersetzung, aus der der Fehler entstanden sein
kann, und die griechische Lesart.
4,13 conplectebuntur (conplebuniur;
5,13 cum sapientia (cum paíientia; ev ¡
7,13 noli amare (noli arare; ¡лг) аротркх)
10, 3 prudentium (poíentium; Suvacrc&iv)
11,24 in honore (in hora; ev юра): anders DE BRUYNE, Étude 41
16, 5 (ab uno sensato. . .et) a tribus (x tribus; orno. . .evoç CTUVETOU. . .фиХтг)
18, 6 operabitur (aporiabitur;
22 operar! (orare; тои omoSouvai
29 inploraverunt (inpluerunt;
20, l in oratione (in minoratione; атго
22, 9 qui enumerat (qui enarrat; о
25,31 mortis (coráis;
120 DieVulgataV

27, 5 in pertusura (in percussura; EV


22 caprea . . . vulnerata est (vu/nus, vulnera;
27 audivi (odivi; е(дш)сга): phonetisch?; с/ 27b odiet
34, 9 cogita(v)it (cognovit; грко)
35, l orationem (oblationem; тгроафорас в, rcpoacopav V)
37, 6 ¡n operibus (in opibus; EV хрт)1*а<™)
40,32 in ore inprudentis (in ore inpudentis; ev aro^a-rt avoaSouc): inpudens für avaiS^ ist sonst in Sir nicht belegt; um
gekehrt ist imprudens häufig für acpoiv und in 40,32 nach 40,31 eruditas wohl kein „Fehler"
41, 4 sapientiam (patientiam; UTTO^OVTJV)
42, 8 (in conspectu omnium) virorum (vivorum; evovrt тгауто; Çtovroç)
9 (ne forte . . .) adultera efficiatur (adulta efficiatur; тгаросх^аот))
43,20 caloris GTX, VR; coloris С .... Vs (candoris; XEUXOTTJTOC)
45,10 placeré (placare; еСЛаахеобоа)
48, 3 (ignem) terrae (ter; три; ттор).

Die textgeschichtliche Einordnung solcher Stellen bleibt mir eine offene Frage. Für einige ist
trotz der äußeren Ähnlichkeit zwischen „falscher" und „richtiger" Lesart die Ableitung aus einer
innerlateinischen Verderbnis zumindest nicht zwingend; vergleiche 4,13; 11,24; 18,29; 20,1; 34,9;
37,6; 40,32; für 42,9 halte ich die in die Clementina übernommene Korrektur CARAFFAS adulta für
ausgesprochen unglücklich. Die Erklärung einer innerlateinischen Fehlentwicklung versagt jedenfalls,
wenn die gesamte erhaltene Bezeugung den Fehler belegt oder voraussetzt, denn man wird kaum einen
in den Zeugen greifbaren Abschnitt der Textgeschichte von einem davor liegenden, nur aus der Art
der Varianten erschlossenen Stadium trennen dürfen. Auch ist es sehr gewagt, für Lesarten derjeni
gen Zeugen, die häufig nach dem griechischen Text korrigieren, anzunehmen, es handle sich nicht um
eine Korrektur, sondern um die Bewahrung oder den Einfluß eines „unverdorbenen" Textes1, wenn
es um Varianten der hier besprochenen Art geht. Aber welcher Anteil an diesen „Fehlern" ist schon
dem ursprünglichen lateinischen Text zuzuschreiben, welcher Anteil der fortgeschrittenen Textge
schichte, unter deren Einfluß die Vulgata steht? Weder die grundsätzliche Zuweisung an eine Fehl
entwicklung (und die daraus folgende Beurteilung der ursprünglichen Übersetzung als eines „richti
gen" Textes), wie sie von DE BRUYNE2 und im 1. Apparat der römischen Vulgataausgabe vorgenom
men wird, noch die umgekehrte Annahme, die ursprüngliche Übersetzung mit allen diesen Fehlern
zu behaften, wie ich sie für Sapientia vertreten habe (siehe Vetus Latina 11/1, 17If), wird kaum dem
Tatbestand in Sirach gerecht.
Einen scharfen Bruch mit der vorhergehenden Tradition vollzieht die Vulgata mit der Neufor
mulierung des Titels: incipit Über (h)iesu ftlii sirach in Anlehnung, aber nicht voller Übernahme der
griechischen Tradition: wo«pia IYJCTOU mou <r(e)ipax. Die „Neuerung" der Vulgata kann sich aber nur
langsam durchsetzen; siehe unten den Abschnitt F. Zum Titel des Sirachbuches in der lateinischen
Überlieferung.

Verschiedene Übersetzer in der Laus patrum und im Prolog?

PH. THIELMANN hat aus dem von ihm erkannten Befund, daß der Textcharakter der Vulgata
sich am Ende verschiebt, eine weitreichende Folgerung gezogen, indem er ihn in Zusammenhang mit
den Kapiteln Sir 44-50 brachte, die als Laus patrum einen eigenen Teil innerhalb des Sirachbuches
bilden, und die These aufstellte: „Der Abschnitt Kap. 44 bis einschließlich 50 des latein. Sirach . . .

1 Sir 44,5 bietet ein anschauliches Beispiel, daß eine Korrektur nach dem Griechischen, die sich eng an den vor
gefundenen Wortlaut anschließt, durchaus nicht den alten Text wieder zur Geltung bringt und somit auch keine Hand
habe bietet, die Quelle eines vermeintlichen Fehlers zu erkennen: für EV TtaiSeia (44,4 LXX) hat V die den griechischen
Text mißverstehende Wiedergabe in pueritia; der Text Z (Z0) verbessert zu in peritia und trifft damit die Meinung der
Septuaginta besser, bezeugt aber keinen alten Text. — Die „richtigen" Lesarten von X werden im l . Apparat der römi
schen Vulgataausgabe häufig — meines Erachtens zu Unrecht — für den alten Text gewertet. Im unmittelbaren Ver
gleich zwischen K und V wird aber K nur selten durch typische X-Varianten gestützt.
* DE BRUYNE, Etüde 38: „II suffit de les (nämlich die Fehler) corriger."
Ein anderer Übersetzer in der Laus patrum? 121

ist erst geraume Zeit nach dem ersten Teil (Kap. 1-43 nebst 51 . . .) von einem ändern Bearbeiter ins
Lateinische übertragen worden" (THIELMANN 247)1.
Wenn verschiedene, den lateinischen Text der Laus patrum kennzeichnende Eigentümlichkeiten auch in den Ka
piteln vor Sir 44 vorkommen, so erklären sie sich nach Thielmann daraus, daß der Übersetzer der Laus patrum an dem
ihm vorliegenden alten Text von Sir 1-43 und „namentlich an dessen letzten Kapiteln Änderungen vorgenommen"
hat (280). Eine Bestätigung seiner aus der Analyse der Wortwahl gewonnenen Sicht findet Thielmann in mehreren
V-Handschriften, die für die Laus patrum eine eigene Einteilung bieten oder sie von Sir 1-43 abgrenzen; dazu siehe oben
den Exkurs: Einteilung der Laus patrum S. 98f, und die dort begründete Abweichung von Thielmanns Beurteilung.
Einen zusätzlichen Beleg für die angenommene Sonderstellung von Sir 44-50 sehen die Herausgeber der römischen
Vulgataedition, wenn sie für diese Kapitel eine unterschiedliche Gruppierung der V-Zeugen und einen Wechsel in der
textgeschichtlichen Stellung der sonst führenden Handschrift G annehmen (XI; XVII Anmerkung 31; dazu siehe
unten S. 125-130).
Thielmanns These hat sich in solchem Maß durchgesetzt2, daß die mit ihr verbundenen Schwie
rigkeiten — die erste Übersetzung müßte einen ganzen Teil ihrer griechischen Vorlage übersprungen
oder einen entsprechenden griechischen Text ohne die Laus patrum vor sich gehabt haben3 — über
haupt nicht weiter diskutiert worden sind und die Kapitel Sir 44-50 von vornherein aus den Unter
suchungen zum alten lateinischen Text ausgeschlossen blieben.
Ich sehe in Sir 44-50 zu viele Anklänge an die Eigenarten des lateinischen Textes in Sir 1-43, als
daß ich der herrschenden Auffassung folgen kann. Thielmanns Beobachtungen zum Wechsel in der
Wortwahl werden damit nicht bestritten, aber seine Folgerung, diesen Wechsel auf einen neuen Über
setzer der Laus patrum zurückzuführen, wird durch die Überlieferung nicht gedeckt. Vielmehr legt die
Tatsache, daß auch in den späten Kapiteln, die stark durch die jüngere Tradition geprägt sind, nicht
unerhebliche Reste des alten Textes nachweisbar sind, für Sirach eine ähnliche Erklärung nahe wie
für die Schlußkapitel von Sapientia: Auch in Sirach spiegelt sich ¡n V die allgemeine, sich von K
trennende Textgeschichte; sie hat den V-Text gegen Ende des Buches in wesentlich höherem Maße
beeinflußt als in den Kapiteln zuvor. Im Grunde ist es nur die andersgeartete Mischung von altem
und jungem Überlieferungsgut, die in V das Ende des Buches von seinem Hauptteil unterscheidet.
Dabei wird der wachsende Einfluß der jüngeren Überlieferung allmählich spürbar. Gerade diese flie
ßende, in mancher Hinsicht auch unterschiedlich verlaufende, in der Regel aber weit vor Sir 44 lie
gende Grenze spricht gegen Thielmann.
An erster Stelle bezeugen die größeren Zusätze, die es in der Laus patrum ebenso wie in den übrigen Teilen gibt,
den Zusammenhang mit der alten Überlieferung. Folgende Stichen werden im Griechischen nicht belegt: 47,10c.31c;
48,2c.6b.l2b.23a.b; 49,6b.l8 (zweiter Teil). Hinzu kommen zahlreiche kleinere Zusätze erklärender Art, wie man sie

1 Forschungsgeschichtlich ist es bemerkenswert, in wie starkem Maß Thielmann die Lösung des Problems mit
einer Person verbindet. In Sapientia wird der am Schluß ebenfalls veränderte Textcharakter auf den Übersetzer und
dessen „stufenmäßige Vervollkommnung in der Wiedergabe des einzelnen Wortes" zurückgeführt (Рн. THIELMANN,
Die lateinische Übersetzung des Buches der Weisheit: Archiv für lateinische Lexikographie und Grammatik 8 (1893) 269;
vergleiche Vetus Latina 11/1, 14 Anmerkung 1); in Sirach wird ein zweiter Übersetzer angenommen. Ich selbst sehe den
Grund, der in Sapientia und in Sirach das Bild der Vulgata jeweils im Schlußteil verändert hat, in der textgeschicht
lichen Entwicklung. In beiden Büchern sprechen zu viele Reste des alten Textes, die die Überlieferung auch in ihren
Kapiteln am Ende bewahrt hat, gegen Thielmann.
2 Nur bei C. KEARNS habe ich in seiner Dissertation von 1951 (siehe S. 101) eine vorsichtige Kritik gefunden
(Kearns 24f). Entsprechend seiner Aufgabe behandelt Kearns zwar nicht ausdrücklich das Problem des lateinischen
Textes, wertet aber in seinen Listen auf S. 26-53 Stellen aus dem lateinischen Text der Laus patrum zusammen mit Be
legen aus Sir 1-43 für den „Expanded Text", stellt sie dabei allerdings unter den Vorbehalt, daß eine kritische V-Re-
zension noch nicht vorlag. Im Kommentar von 1969 (siehe S. 101) hat er unter dem Eindruck der 1964 erschienenen
römischen Vulgataausgabe seine — durchaus berechtigten — Einwände fallengelassen.
3 Bei J. ZIEGLER, Sapientia lesu Filii Sirach, Göttingen 1965, ist dafür nur die Handschrift 548 (14./15. Jahr
hundert) genannt; mit Sir 43 hören die beiden auch sonst lückenhaften Handschriften 307 (13. Jahrhundert) und 753
(13./14. Jahrhundert) auf, die dadurch, daß auch Sir 51 fehlt, ohnehin keine genaue Entsprechung bilden. Die Doxo-
logie am Ende von Sir 50 zusammen mit der Wiederholung von Sir 43,33b LXX in der „Lukian"-Überlieferung kann
für diese Frage ebensowenig etwas besagen (anders SMEND CXXIII Anmerkung 1) wie vereinzelte griechische Unter
schriften nach Sir 50; vergleiche die ausgesprochenen Schlußsätze von Sir 50,27-29 LXX, durch die das Kapitel 51
ohnehin als „Anhang" erscheint. So hat auch im lateinischen Bereich die Gruppe Л bereits nach Sir 50 der Schlußfor
mel explicit . . . Entscheidend wäre der textgeschichtliche Nachweis einer alten griechischen Tradition ohne Sir 44-50;
der von DE BRUYNE, Etüde 42, gezogene Schluß, daß Gr II die Laus patrum nicht hatte, beruht allein auf der Über
nahme der These Thielmanns und fällt mit dieser.
16 20.4.1988 Vetus Latina II/2
122 Die Vulgata V

aus Sir 1-43 kennt. In 47,8 usque in hodiernum diem. . .usque in aeternum stehen die griechische (47,7 LXX) Textlesart
ECOÇ O7]f¿cpov und die Variante ЕЮ: auovoç 253 b nebeneinander. Obwohl dominus für xupioç schon seit Kapitel 38 über
wiegt, gibt es auch in der Laus patrum noch einige Belege für deus, die in 46,6.19; 47,24 durch das Hebräische gedeckt
werden; hinzu kommen 47,10 und 48,18, wo (gegen das Hebräische) in der „Lukian"-Überlieferung xupioc belegt ist.
Eine „Dublette", in der die griechische und die hebräische Lesart verbunden sind, finden wir in 45,31 (in gentem)
ipsorum (auTtov в) aeternam. Die Zusätze 44,25 dedit illi; 45,19 sicut; 49,2 eius memoria und die Lesart 50,28 seir werden
durch den hebräischen Text gestützt, auch 45,9 coronavit ist ihm näher als der Lesart eorepewoev der griechischen Hand
schriften1. Die im altenText so oft bestehende Verbindung mit der „Lukian"-Tradition gilt für 46,19 viri und die Aus
lassung von eXeaÇap in 50,29.
Alte Reste gibt es auch in der Wortwahl; vergleiche in 45,10 das Fremdwort in gyro (xuxXoöev; trotz undique 46,6.
19; 47,8; circa 50,13); siehe dazu auch 50,1 1 gyrus (gegen Va cypressus). Mit gigas (47,4) und romphea (46,3) kommen in
der Laus patrum die gleichen Fremdworte wie außerhalb von ihr vor. Umgekehrt ist der Ersatz des Fremdwortes
thronus durch sedes nicht auf die Laus patrum (47,13) beschränkt (siehe 10,17; 40,3).
In der Wiedergabe der griechischen Vorlage wechseln zutreffende Übersetzungen und ausgesprochene Mißver
ständnisse sowie geradezu unverständliche Sätze miteinander ab. Darin besteht kein Unterschied zu den übrigen Teilen:
46,23 finem vitae (T/¡V TeXeuTr]v); 47,12 ad consummalionem vitae (цех?1 ouvreXeioç); 48,15 in morte (ev теХеитт)) sind von
der gleichen Art wie schon 11,30 K ante mortem (ттро теХеитт)?). — 47,2 a carne (атго ашт^рюи) und 49,7 regnum (то
xepaç) entfernen sich zwar von der Vorlage, verfehlen aber kaum das Gemeinte. — In 48,23 purgavit ist Хитро« mit
einer Form oder Ableitung von XouTpov verwechselt (SMEND 466); richtig dagegen 49,12 redimere; 50,26 sanare GZS . . .
(liberare AC . . .). — In 45,19b sicut dies caeli verrät sicut deutlich, daß eine mit dem hebräischen Text gehende (und
deshalb an die Art von Gr II erinnernde) griechische Vorlage (xa6)toc zugrunde liegt; vergleiche dazu die entsprechende
biblische Wendung Dt 1 1,21 ; PS 88,30. Aber der lateinische Satz ist kaum verständlich.
Entscheidendes Gewicht messe ich der Dublette 49,17 princeps fratrum firmamentum gentis rector fratrum sta-
bilimentum populi für 49, 1 5 LXX ij-poui/evoc oSeXccdv откупа Xaou zu. gens ist die Übersetzung von Хаос, die in der Laus
patrum überwiegend (45,8.11.27.29.30.31; 46,9.16.23; 47,4.6.27.28; 48,17; 49,3; 50,4.5) gebraucht wird, außerhalb von
ihr aber überhaupt nicht vorkommt; dort herrschen populus und (von Kapitel 35 an) plebs vor. In 49,17 hat sich neben
gens die alte Übersetzung populus behauptet; sie fehlt auch sonst in der Laus patrum nicht: 44,4.15; 45,3.19.20; 48,16;
50,19.21.28. Dabei zeigen die Stellen bis 45,3 und von 50,19 an, daß die Grenzen für das Übergewicht von gens durchaus
nicht mit denen der Laus patrum zusammenfallen.

Einen ähnlichen Befund wie für Хаос hat man auch bei anderen Worten; ich nenne folgende Beispiele: Für auov
werden von 47,15 bis 50,25 Verbindungen mit sempiternus verwendet; für die Kapitel 24 bis 44 herrscht saeculum vor;
sempiternus und saeculum sind sonst neben aevum und aeternus selten. — Für Хоуос steht in 41-43 sermo im Vorder
grund (besteht eine Verbindung mit dem Text J, in dem ausschließlich sermo verwendet wird ?); in der Laus patrum
heißt Xoyoc wieder wie sonst verbum. — In 39-40 fällt furor für (Ъ(ло<; auf; in der Laus patrum überwiegt das Wort
iracundia, das aber schon seit Kapitel 26 die Übersetzung ira zurückgedrängt hat. — Für TraiSeia beherrscht schon von
Kapitel 31 an disciplina das Feld, während zuvor doctrina diese Stelle einnahm. — In der Laus patrum herrscht con
gregar/o vor: 45,22; 46,17 für auva-ytofr); 50,22 für exxXTjoia. Aber einerseits wird congregatio schon vorher belegt: 4,7 für
окмаушут] (31,3 in congregatione substantiae und 43,22 confractionem aquarum GTS. . ., congregationem aquarum AC ...
entfallen für diesen Zusammenhang); andererseits tritt in 50,15 das alte Fremdwort synagoga, das in den früheren Ka
piteln überwiegt (siehe S. 1 18), auch in der Laus patrum wieder auf und verrät an dieser Stelle, an der die Septuaginta
cxxXY]<na liest, zugleich eine abweichende griechische Vorlage (аиуауыуг) ?). — Ein auffallender Wechsel besteht auch dort,
wo das betreffende Wort in der Laus palrum gar nicht vorkommt. So ist für ЕХет^остиуг] von Kapitel 40 an misericordia
(vorher nur 16,15; 17,28) an die Stelle des Fremdwortes elemosyna getreten. Die bis Kapitel 33 typische Übersetzung
iuslus für euacßT]c (daneben gelegentlich misericors) begegnet danach nicht mehr: in 37,15; 39,32 wird sanctus verwen
det (so schon 27,12), und in 43,37 heißt TOI? Eucreßsaiv pie agentibus (sucrcßcia in 49,4 ist pietas). — Vergleiche hierzu auch
die Hinweise bei I (S. 135f).

Diese Erscheinungen können nicht zurückgeführt werden auf Korrekturen, die der „neue" Übersetzer der Laus
patrum vorgenommen hätte, und niemand denkt daran, hinter dem Wechsel der Wortwahl für bestimmte Abschnitte
außerhalb der Laus patrum ursprüngliche (und erst später aufgefüllte) Lücken der alten Übersetzung zu vermuten.

Gegen die scharfe Grenze, die Thielmann zwischen Sir 50 und Sir 51 zieht (siehe vor allem THIELMANN 278),
spricht der in Sir 44-50 vorwiegende und in Sir 51 durchgängige Gebrauch von dominus für xupioc. — undique ist ein
häufiges Wort in der Laus patrum (aber erst seit 46,6), aber auch in 51,10 belegt.

Eine offene Frage bleibt allerdings: Zitate lateinischer Väter aus der Laus patrum treten erst sehr spät auf und
bleiben auch dann noch vereinzelt. Gleichwohl erscheint die — allerdings noch nicht von Thielmann (siehe 282) — in
der Regel gezogene Folgerung nicht erlaubt, diesen Befund als Beleg für den Ausfall der Laus patrum in der alten Über
setzung zu werten. Ohne eine überzeugende Erklärung für den Mangel an Zitaten geben zu können, muß auf Folgendes
hingewiesen werden:
Augustin kennt einen lateinischen Text der Laus patrum als Teil des Sirachbuches (AU cur 18 [652,1-5]), aber er
zitiert aus ihr nicht. Er übergeht sie auch in der großen Sammlung des Speculum (AU spe), hebt dort allerdings seinen
Übergang von Sir 43,34 zu 51,31 ausdrücklich als einen großen Sprung hervor, mit dem er sich von seiner sonstigen

1 Die zahlreichen Hinweise auf Übereinstimmungen mit dem hebräischen Text ¡m 1. Apparat der römischen Aus
gabe sprechen gegen die in der Einleitung (S. Xlf) übernommene These Thielmanns.
Ein anderer Übersetzer in der Laus patrum und im Prolog? 123

Auswahl der Sirachverse in AU spe deutlich unterscheidet: et post multa AU spe 23 (152,8). Seine Bemerkung zum Titel
des Sirachbuches in AU spe 21 (113,6-10) greift auf Sir 50,29 zurück'. — Hieronymus schließt sich in seinen Sirach
zitaten viel stärker an die griechische Überlieferung an als an die lateinische; er hat ebenfalls keine ausgesprochenen
Zitate aus der Laus patrum, obwohl bei ihm eine Stelle wie HI Jr 4,34,5 (254,16) den Vers Sir 49,5 voraussetzt. — Die
in den Bänden der Biblia Patrística bisher gesammelten Stellen bieten auch für die griechischen Väter kaum einen Be
leg für ein sicheres Zitat. — Die fehlenden Zitate in den Schriften der Väter weisen offensichtlich eher auf ein Problem
der Sirachbenutzung als auf eine Frage der Sirachüberlieferung hin; vergleiche dazu die auffällige Hervorhebung bei
AU spe 21 (l 13,9): qui eundem librum totum legerunt. Zitate fehlen auch nicht für die Laus patrum allein, sondern schon
etwa von Kapitel 39 an.

So geben nach meiner Überzeugung weder die Daten der äußeren Bezeugung (siehe dazu den
Exkurs: Einteilung der Laus patrum) noch die Art des Textes ein Recht, für die Laus patrum eine ur
sprünglich selbständige lateinische Übersetzung anzunehmen.

Auch für den Prolog »multorum nobis et magnorum . . .« hat THIELMANN einen eigenen Übersetzer
angenommen (280-282) und damit ebenfalls allgemeine Zustimmung gefunden. Die von ihm festge
stellten Differenzen gegenüber Diktion und Stil in den anderen Teilen behalten ihr Recht; nicht er
örtert wird allerdings, ob dieser Abschnitt möglicherweise bei der Übersetzung von vornherein anders
behandelt wurde, wenn er als Vorrede nicht zum eigentlichen Bibeltext gerechnet wurde.

Auf eine solche Überlegung führt jedenfalls die Behandlung des Prologs als ausgesprochenes Einleitungsstück in
der Überlieferung: Unter den Handschriften, die eine Kapitelsreihe haben, trennen die Kapitel in der Regel den Pro
log von Sir l, und nur ETC, Milano B. 48 inf. haben die Kapitelsreihe vor dem Prolog (siehe dazu auch oben S. 86).
Manchmal wird für ihn eine andere Schrift oder ein anderer Schriftgrad als für den Text gewählt (GCA0SAMITPH); auf
schlußreich ist die gelegentliche fehlerhafte Zuweisung an Hieronymus (0A, Vatic. Pal. lat. 4 [siehe S. 60 Anmerkung l
zu Y], Monte Cassino, Archivio della Badia 35 [Bibliotheca Casinensis. . . l, 1873, 330]); in (XP)ALH wird er ganz fortge
lassen (vergleiche dazu auch K). Die Tatsache, daß S sich gerade ¡m Prolog durch zahlreiche Eigenlesarten auszeichnet
(siehe oben S. 52f), weist in die gleiche Richtung. Ähnliches gilt für Bern A. 9 (siehe oben S. 73). Die „freie" Haltung
zeigt sich an der Existenz einer zweiten Übersetzung des Prologs (multis et magnis nobis. . .in 172; dazu siehe oben S.
16-20)2; auch im Griechischen ist in 248 der Prolog durch ein typisches Einleitungsstück ersetzt worden3. Kann dieser
Befund aus der Überlieferungsgeschichte des lateinischen Prologs ganz ausgeschlossen werden, wenn es um die Frage
nach seiner Entstehung und um die Erklärung seiner Sonderstellung geht? Darüber hinaus macht der starke Stilunter
schied zwischen Prolog und Text im Griechischen, der auch einen Übersetzer vor neue Aufgaben stellt, unmittelbare
Folgerungen aus einem bloßen Vergleich beider Teile schwierig.
Auch kann die in der lateinischen Bibel seit alters übliche Zuweisung des Sirachbuches zu den „salomonischen"
Büchern nicht dafür geltend gemacht werden, daß die alte lateinische Sirachüberlieferung den Prolog des Enkels mit
seiner genauen Angabe des Verfassers nicht gehabt haben könne (so das Argument der Herausgeber der römischen
Vulgataausgabe, siehe S. XII); siehe zu solcher „Diskrepanz" auch den Abschnitt F. Zum Titel des Sirachbuches in
der lateinischen Überlieferung. Jedenfalls ¡st der Prolog auch kein Hindernis gewesen, in die Vulgataüberlieferung
des Titels die alte Überschrift und teilweise auch den Namen »Salomons wieder einzubringen; vergleiche liber eccle-
siasticum salomonis A, cf 262, Brev. Goth., M-M.
Die Sonderstellung des Abschnittes multorum nobis et magnorum ... ist allerdings offenkundig. Sie findet schon
darin einen äußeren Ausdruck, daß die im Schema vorgenommene Zuordnung von griechischem und lateinischem Text
im eigentlichen Sirachbuch im allgemeinen gelingt und dort Übereinstimmung und Abweichung gut zur Geltung brin
gen kann, im Prolog aber oft unbefriedigend bleibt.

Die Zugehörigkeit des Prologs zum Archetyp der V-Handschriften möchte ich im Unterschied zu
den Herausgebern der römischen Vulgataausgabe (Xlf) nicht in Frage stellen; jedenfalls sehe ich dazu
in der Konstellation der V-Handschriften untereinander keinen Anlaß. Ich wage aber nicht, über diese
Wertung hinausgehend für seine Entstehung einen genaueren Ort in der Textgeschichte anzugeben.

' Die Stellen aus AU spe sprechen auf alle Fälle gegen den Vorschlag De Bruynes, die Übersetzung der Laus
patrum erst dem 5. Jahrhundert zuzuweisen; siehe D. DE BRUYNE, Le prologue, le titre et la finale de l'Ecclésiastique:
Zeitschrift für die alttestamentliche Wissenschaft 47 (1929) 258.
2 D. DE BRUYNE, Le prologue, le titre et la finale de l'Ecclésiastique: Zeitschrift für die alttestamentliche Wissen
schaft 47 (1929) 259, sieht in dieser „Doppelexistenz" „un indice nouveau de l'absence de prologue dans la tradition
primitive". Sein Hauptargument ist wie für die Laus patrum wiederum die These Thielmanns; siehe Étude 41.
3 Aus der (zu Unrecht unter den Werken des Athanasius stehenden) Synopsis scripturae sacrae, die nach THEODOR
ZAHN, Geschichte des neutestamentlichen Kanons 2,1, Erlangen und Leipzig 1890, 315, nicht vor dem 6. Jahrhundert ent
standen ist.

16*
124 Die Vulgata V
Die folgende Liste nennt die G-Lesarten, wenn GAC auseinandergehen, und nennt dazu ZTS, XZ<TC>. Neben Son
derlesarten von G zeigen sich dabei vor allem die Abweichungen der C-Tradition. Sie mögen im Prolog ausgeprägter
sein als sonst, bezeugen aber kein grundsätzlich verschiedenes Verhältnis, zumal die gemeinsamen GAC-Stellen die
Differenzen überwiegen.
sapientiam demonstratam G A ZTS fuerunt (i
dicentes GA ZTS XS — aliorum GA ZTS
— se G С ZT X quando inter se dicuntur GA(C) ZTS X
diligentiam G ZTS xs tholomei G
periti facti GA ZTS X (aegypt)um GA ZTS
venire vos GA addere GA ZTS X2
benevolentia (G) A ZTS (X)2 adtuli GA s
adtentiore studio GA s ad ilia GA ZTS
videmur GA addu(cunt) G? C
deficere GA (Z)TS (adduc)unt GA TS
hebraica G С z s xs volent G

Im Text des Prologs fällt besonders die Konstruktion des Anfangs mit sapientiam demonstratam auf, die bereits in
der Überlieferung Korrekturen erfahren hat. In der Sache irreführend, aber durch eine entsprechende griechische Vor
lage (ZIEGLER 12 mit Apparat) gedeckt, ist die erste (statt der dritten) Person volui. ad ilia quae ad finem (ad)ducunt
wertet ayayovra (ZIEGLER 33) als Neutrum pluralis. Bemerkenswert ist loquentes für avayivcdaxovTac (ZIEGLER 4). In
sequentes imaginem sapientiae ist offenbar statt TtEciXoTrovrnjtEvcüv (ZIEGLER 20) die L-Variante 7re<piXo(io<pï][jtev(ov vorausge
setzt. Für Ptolomei (Euergetis régis) gibt es in der griechischen Familie 404-795 eine entsprechende Variante (TOU euep-
уетои ßaoiXetoc) той тгтоХецаюи (ZlEGLER 27). Auffällig sind die Auslassungen des Stichus xai ev TOUTOIÇ ixawjv eCtv Trepi-
TOtTjoaiievoi; (ZlEGLER 1 1) und von ev щ roxpoixia (ZlEGLER 34).
Nicht nur diese Beispiele zeigen gegenüber dem griechischen Text eine eigenartige Mischung zwischen enger, sogar
mißverständlicher Bindung und weitgehender Freiheit, wenn nicht gar Nachlässigkeit. Wenn in sapientiam demonstra
tam die Konstruktion des absoluten Akkusativs und damit eine Entsprechung zur griechischen Konstruktion mit dem
absoluten Genitiv vorliegt, so bleibt für eine Würdigung der Arbeitsweise des Übersetzers das Dilemma, daß im lateini
schen Text die Genitive mullorum. . .magnorum eine ganz andere Funktion als im Griechischen bekommen haben. Eine
bei dem lateinischen Wortlaut immerhin denkbare, in L bezeugte Auslassung von Se8o¡ievcov (ZIEGLER 2) anzunehmen,
ist nicht erforderlich.

Zu Sir 52 (Огайо Salomonis)

D. DE BRUYNE, Le prologue, le titre et la finale de l'Ecclésiastique: Zeitschrift für die alttestamentliche Wissenschaft 47
(1929) 257-263
R. WEBER, Les anciennes versions latines du deuxième livre des Paralipomènes, Rom 1945 = Collectanea Bíblica Latina
8, XI-XIII; XLIV-XLVI; 11-13
Römische Vulgataausgabe XII

Es kann keinen begründeten Zweifel daran geben, daß die Огайо Salomonis (= Sir 52) von Anfang
an zum lateinischen Sirachtext gehörte. De Bruyne, Weber und die Herausgeber der römischen Vul
gataausgabe haben die entscheidende Wende zu dieser Wertung gegenüber der früheren, besonders
durch die Drucke der Vulgata verbreiteten Vernachlässigung des Kapitels 52 herbeigeführt. Wenn
Sir 52 ¡n der Überlieferung fehlt oder von Sir 1-51 abgegrenzt wird, so ist dies ein Zeichen sekundärer
Kritik.
Wie im Griechischen fehlt Sir 52 in CSTC0SHA9vBQXpnMSJ; vgl. Z2. Auch der Text, der der Kapitelsreihe KA С
zugrunde liegt, hat Sir 52 nicht. Andere Handschriften (KALH, München 29260/3, dazu weitere bei DE BRUYNE 262)
haben zwischen Sir 51 und Sir 52 die kritische Bemerkung hucusque in grecis habetur; B hat die Bemerkung und läßt
Sir 52 aus. — Wien 1 190 xp, 2модв> рил Milano В. 48 inf. grenzen Sir 52 als Oraiio Salomonis von Sir 1-51 durch die
schon nach Sir 51 stehende Schlußformel explicit liber. . . ab; dabei steht in der genannten Г-Überlieferung explicit nach
Sir 52 noch einmal. Einen ähnlichen Befund bietet Bern A. 9. — In G ist der erste Vers von Sir 52 mit großen Buch
staben geschrieben.

Die literarische Quelle für Sir 52 ist der Anfang des ¡n 3 Rg und 2 Par überlieferten Gebets Salo-
mos zur Weihe des Tempels (3 Rg 8,22-31 ; 2 Par 6,13-22). Der lateinische Text von Sir 52 beruht auf
einer griechischen Vorlage, die dem Septuagintatext von 2 Par nähersteht als dem von 3 Rg.
Zum Prolog; zu Sir 52; zur Rezension 125

DE BRUYNE bringt Sir 52 ¡n Zusammenhang „avec la mention de Salomon dans le titre" (262) und scheint damit
das lateinische Kapitel 52 auf den lateinischen Übersetzer des Sirachbuches (und eine von diesem geschaffene Über
setzung des Salomo-Gebetes in 3 Rg?) zurückführen zu wollen. Für eine solche Eigenständigkeit des Übersetzers gibt
es meines Wissens allerdings keine vergleichbaren Beispiele ; auch kann De Bruynes Meinung zum lateinischen Titel
nicht aufrecht erhalten werden (siehe F. Zum Titel des Sirachbuches in der lateinischen Überlieferung, S. 155 Anm. 1).
Man muß, wie es in der römischen Vulgataausgabe ausgesprochen ist, von einem entsprechenden griechischen Text in
der Sirachvorlage des Lateiners ausgehen.
Gleichwohl bleiben offene Fragen: Im Gegensatz zu immer wieder nachweisbaren Resten der lateinischen Über
setzungsvorlage in der erhaltenen griechischen Sirachtradition fehlen solche Spuren für Sir 52 völlig. Ist dafür der ähn
liche Befund für den Titel »Ecclesiasficus« vergleichbar?

Für die Textherstellung von Sir 52 ist in VRS die Handschrift G der führende Zeuge, und bereits
De Bruyne (262f) ist mit wenigen Ausnahmen G gefolgt. Im Gegensatz dazu steht bei Weber (11-13)
die Bevorzugung der A-Tradition1 ; sie ist aber von ihm ¡n Vs zurückgenommen worden. Eine Anzahl
von Lesarten, mit denen das lateinische Sirach-Kapitel 52 vom Septuagintatext von 2 Par abweicht,
stimmt überein mit Varianten zu 2 Par in den griechischen Handschriften 19-108, 93, ohne daß zu
dieser Gruppe eine durchgehende Verbindung bestünde.
Nur aus praktischen Gründen wird zu Sir 52 der griechische Text von 2 Par 6,13-22 nach der Septuagintaausgabe
von A. RAHLFS im Schema geboten; durch [], kleinere Schrift, Versangabe von 2 Par wird angezeigt, daß er nicht zur
erhaltenen griechischen Sirachtradition gehört.

Zur Rezension der Vulgata

Für die Rezension der Vulgata hat G die führende Stellung inné; nach den kritischen Editionen
der römischen und der Stuttgarter Vulgataausgabe (VR, 1964; Vs, 1969; 31983) steht dies außer Frage.
Im letzten Viertel des Buches gibt es aber, wenn man von Einzelstellen in den anderen Teilen absieht,
in der Wertung von G eine bemerkenswerte Differenz zwischen VR und Vs. Hier wird von VR nicht
selten das Zeugnis von A und (oder) С den G-Lesarten vorgezogen: in Va wird für G in der Laus
patrum ein Bruch in der textgeschichtlichen Stellung angenommen2. In Vs wird ein Teil der von VR
abgelehnten G-Lesarten wieder ¡n den Text gesetzt.3.
Es wird aus der Bezeugung nicht ersichtlich, aus welchen Gründen Vs die in VR vollzogene Abwertung von G teils
übernimmt, teils ablehnt. Ein Unterschied besteht allerdings in der Art der Lesarten.

In der Regel wird G in Vs (gegen VR) auch für Fehler gegenüber dem Griechischen rezipiert, wenn diese Fehler sich
auf ein bis zwei Worte beschränken und die Aussage des Textes nicht zu stark berühren. Vergleiche:
44, 4 in sententiis С ... VR; in praesenti G(A) . . . Vs; EV
12 illorum x AC. . . V»; illorum et G. .. Vs; 11 LXX аитьл. х
45,20 ipsum elegit AC. . . VR; ipsum elegit eum G. . . Vs; 16 LXX eÇeXeÇorro oarrov
28 in gloria AC. . . V»; in gloria est G. . . Vs; 23 LXX ец SoÇav
ipsum AC. . . VR; tantum G. . . Vs; 23 LXX au-rov
30 (sit) i Hi et semini eius sacerdotii AC. . . VR; sit illi x x x in sacerdotium sui G. . . Vs; 24 LXX OUTG> (YJ) xat ты

46, 3 contra civitates AC. . . VR; contra civitatem G. . . Vs; 2 LXX cm TtoXeiç
47, 6 nam AC. . . VR; ubi G. . . V»; 5 LXX yap
17 divulgatum est AC. . . VR; distulisti G. . . Vs; 16 LXX »puerro
22 profanasti AC. . . VR; profugasti G. . . Vs; 20 LXX eßeßT)Xo>aac

1 Die Bevorzugung von A ist wohl daraus zu erklären, daß Weber die Огайо Salomonis im Zusammenhang mit
2 Par und damit in der Vorbereitung seiner Vulgataausgabe zu 1-2 Par (römische Vulgataausgabe Band 7, 1948) unter
suchte. Für den Vulgatatext von 1-2 Par sind bei Weber A und С die führenden Zeugen (siehe Band 7, XI), während
die Bedeutung der Handschrift G, die mit 1-2 Par zum ersten Mal in die Zeugenreihe der römischen Vulgataausgabe
eintrat, noch nicht erkannt war. Da С für Sir 52 fehlt, ist dann die Entscheidung für A erklärlich.
2 „In Sir. 44-50, G textui hispano coniungitur, nee famae suae fastigium sustinet" (XVII Anmerkung 31).
3 In der verschiedenen Wertung von G am Ende des Buches liegt der eigentliche Unterschied zwischen VB und Vs.
126 Die Vulgata V
47,28 minutum AC. . . Vя; mutum G. . . Vs; 23 LXX
31 omnem nequitiam AC. . . VR; omnes nequitias G. . . Vs; 25 LXX
48,10 in iudiciis C... VR; x indiciis G... Vs; (ev) £Хеу(1(о1с)
lenire AC. . . VK; et lenis G. . . Vs; xoroxaai
50, 8 inter nebulas AC. . . VR; in nebulam G. . . Vs; 7 LXX cv мефеХац
11 cypressus AC... VR; gyrus G... Vs; 10 LXXxuroxpiaaoc
14 palmae AC. . . VR; in palma G. . . Vs; 12 LXX çoivixov
26 liberet AC. . . V»; sanet G. . . Vs; 24 LXX Хитрсоааобш.

Dagegen wird G in Vs (mit VR) verworfen, wenn durch die G-Lesart eine völlig veränderte (teils sogar gegenteilige)
Aussage entsteht, die Satzteile in ganz andere Beziehungen gesetzt werden oder die Konstruktion betroffen, wenn nicht
gar zerstört wird. Vergleiche folgende Beispiele:
40, 5 noctis AC ... VHS; mortis G ... ; VUXTOÇ
42,16 (gloria domini plenum est) opus eius AC. . . Vs3; (g. d. p. e.) operis eius G. . . ; -ro epyov
43,22 super. . . congregationem aquarum AC. . . Vй5; super. . . confractionem aquarum G . . .; 20 LXX em. . .
47,14 post ipsum surrexit AC. . . VRS; post ipsius resurrectionem G. . . ; 12 LXX ¡¿era-rouTov aveorrj
deiecit (omnem potential n inimicorum) AC. . . V*5; perfecit (o. p. i.) G. . . ; 12 LXX xa-reXixrcv vel ха-гстгаистп;
22 incitari (A)C. . . VRS; in ceteris G . . .; 20 LXX хатами^ааь L'
24 ñeque (perdet). . .et. . .non (corrumpet) AC. . . VHS; qui perdit. . .et. . .x corrumpet G. . . ; 22 LXX ouSe JITJ
cÇoXei4"l • • • xai . . . ou [ir¡ cÇapr)
49,6 namAC... VRS; non G . . .; 4 LXX yop
14 paratum AC. . . V1"5; parati G . . .; 12 LXX 7]Toi(ia<ï(jLEvov (seil, vaov A L')
19 apud homines AC. . . VRS; hi(i) homines G . . .; 16 LXX EV
50,24 nunc orate AC. . . VRS; plus oravit G . . .; 22 LXX vuv
Eine saubere Scheidung läßt sich allerdings auch hier nicht erkennen: 47,22 profugasti; 47,28 mutum; 50,1 1 gyrus
Vs sind nicht weniger „falsch" als 40,5 mortis gegen V118.

Im Unterschied zu VR kann ich den dort angenommenen Bruch in der textgeschichtlichen Stel
lung von G nicht erkennen; er wird meines Erachtens durch die Bezeugung nicht gedeckt. Ebenso
spricht die Bezeugung gegen die in Vs vollzogene (sich nach dem Charakter der Lesarten richtende?)
Auswahl. Zur Begründung siehe die folgende Liste. Sie beginnt weit vor dem bei Sir 44 vermuteten
Wechsel und nennt für Sir 37-51 die G-Lesarten, an denen G, А, С sich teilen, soweit es sich nicht um
Sonderlesarten dieser Zeugen handelt. Neben A und С wird die Unterstützung durch Z T S X S(TC)
(bei Differenzen zwischen £T und 2C wird in der Liste 2T als S geführt) angegeben und die Entschei
dung von VRS vermerkt.
Die Grundlage der Liste ist der kritische Apparat von Vs; für X und für die in Vs nicht vollständig erfaßten C-
Lesarten (weil С als „Nebenhandschrift" gilt) ist der Apparat von VR herangezogen. Nicht aufgenommen sind Varian
ten der Art -vit/-bit, Setzung oder Auslassung von -m am Wortende, der Wechsel von Ablativ und Akkusativ von der
Art wie etwa 44,16 in paradiso / in paradisum, Austausch von i und e (auch wenn dadurch verschiedene grammatische
Formen entstehen), Haplographien und Dittographien, schließlich auch solche Stellen, an denen die begleitende Be
zeugung nicht aussagekräftig ist.

37, l inest G A Z T S X S VRs 37,17 — tecum G С Z T X S Va«


7 cum socero tuo G С T S X S VR« aliud G С Z T S X S V^
9 — malo G A T S X VRS pluris G Z (T) SV118
11 via G A ZT X Z Vм 18 circumspectores G С Z T S X S V113
12 religioso... iusto G С T S X — in excels(o) G С T S X S V1«
— noli... G A Z T S X D VRS 20 omnem operam G С (Z) X Z \™
etz G A Z T S X VRs 21 — ex quo G A Z T S X V»s
de ea G С Z T S X Z, VRs 22 — qui G С T S X S V«8
13 honesto G С S erudi(v)it G A T X V^
agri G T SV«sX suavis G CZTSXSVHS
14 operario G A T SV«sX S 23 — hie G С Z T S X S VRS
consumptione G SV» 24 data illi G A T S X
15— sed G А Т S
X S V1*8 domino G А Т X
— maxime G С Z Т S
X 2 VRS 26 versum habent G A Т S X Z
16 quicumque G A T X 2 V»5 31 omnia omnibus G Z S X
titubaverit GA ZTSXSVR« 33 aplestia G (A) T X
condolebit G A T S X V^ 34 aplestiam G Z (T)(S) (X)
17 statue G CZT X Б V^ 38, 2 — enim G CZTSXSV^
Zur Rezension der Vulgata 127
38, 2 omnis G A Z T S X VRS 40,13 manebunt G С T S xs VRS
3 magnorum G С S s VR 16 vir. s. o. aquam G С Z T S xs VRS
6 virtutis G С (T) (X)S VRS ante G С Z T S xs VRS
7 — in...dolorem G (T) X evelletur G A Z (T S) X VRS
facit G Z T x VRS 18 — fili G С Z T S xs VRS
pigmentum G T S X VRS 19 fili G С Z T S (X)S VRS
suavitatis2 G С Z T xs VRS super hanc G Z T X
9 — teipsum G С T X S VRS conputatur G A z s xs VRS
ad G С Z T X S VRS 22 tuus G С Z T S xs VRS
dominum G A T S X VRS super hoc G T S X VRS
12 etenim. . .creavit G A Z T S X VHS 25 x constitu(et)
quoniam G Z T S X VRS pedem G С Z T S s VRS
14 sanctitatem G С T 2 27 inquirere G T S xs VRS
illorum G С Z T S s VHS 29 — enim G VR
15 eum G A Z T S X VRS
VRS
31 autem G A Z T S x VRS
incidat G A (Z T) S X et G A Z T S X VBS
16 et2 G С Z T S xs VRS 41, 1 — iusto et G С Z T S xs VRS
contine G T S X VRS 2 directae G A z s X VRS
18 versum от. G X VRS valent G X
19 conperiet G T 6 in beneplacita G Z T S VRS
22 te ipsum G A Z T S X VRS 8 fiunt filii pec. G A Z T S X VRS
25 qua G VRS 11 dereliquistis G (A) Z T S (X) VRS
26 — et2 G T 13 a maledicto G A Z T S X VRS
30 innovabit G С Z T xs VHS 15 magni x pretiosi G A T S X VRS
vasi G A T X VRS 17 + est G X
oculi G С Z T S s VRS occultus G С Z T S xs VRS
31 in consumma 18 suam2 G A T S X VRS
tion^ G (C) (Z) T (XS) VRS 21 matrem et patrem G A Z T S X VRS
32 x convertens G С T S xs VRS et x potente G С Z T xs VRS
sollicitudine G (A) Z T S X VRS 22 a2 G A Z T S X VRS
36 aedificatur G С Z T S s VRS 23 iniustitia G A Z T xs VRS
37 et2 G A Z T S X VHS x (de loco) G С Z T S xs VRS
39 et' G С Z T S xs VRS 25 et G С Z T S xs VHS
39, 1 — sapiens G С Z T xs VRS 26 tuo x G С Z T S xs VRS
prophetiis G Z T VRS 42, 1 et3 G С Z T S xs VRS
2 simul introi(v)it G Z T S X VRS 2 et2 G С Z T S s VRS
4 magnorum G С T S •L VRS
3 et2 G A T S
5 pertransiet G С T xs VRS 5 correptione G С (T) s V s
hominibus G A Z T S VRS x (servo) G С z s xs VRS
9 et2 G С Z T S xs VRS 8 et2 G A Z T S VRS
11 suae G A Z T S X VRS 9 patri G (Z T S) VRS
14 et G A Z T S x VHS somnum G Z T S xs VRS
nuntiabit G A z s x VRS 10 suis G A Z T S X VRS
15 inmanserit G С Z T S (X) VRS 11 confirma G A T VRS
17 in voce dicit G (Z)T S xs VRS 13 vestimentis G A Z T X VRS
obaudite G С Z T S xs VRS viri G С Z T S xs VRS
20 c(i)n(y)ris G С Z T S s VHS 14 est G С Z T S xs VRS
22 eius2 G С Z T S VRS 16 operis G T S X
23 ipsius G A T S X VRS 17 quae G A Z T S X VRS
26 quaerentur G A T S VRS stabiliri G С Z (T) S xs VRS
28 catacl(y)smu(m) G С Z T S xs VHS 20 x non (praeterit) G С Z T xs VRS
32 bona G Z T S X VHS 21 adiectum G A Z T X VRS
et' G A T S X VRS 22 non eget G A (Z T) S (X) VRS
convertentur G С Z T S (X)S VHS 23 scintillam quam G A (Z T) S (X) VRS
34 confundent G Z (T S) X VRS considerare G A Z T S X VRS
38 confirmatus x G С Z T S xs VRS 24 omnia2 G A Z T S X VRS
in scripta G С z s VRS 43, 3 terram x G С T S XS VRS
39 subministrat G X? operibus ardoris G A Z T S (X) VRS
40, 2 x cogitationes G A Z T S X VHS 5 festina(b)it iter G A Z T S X VRS
3 residentes G С T S xs VRS 6 et' G С Z T S xs VRS
5 et G A z s X VRS 9 — glorios(a) G С Z T xs VRS
mortis G T x 10 gloriosa G С T S xs VRS
6 ab x G T 11 exardescent G С Z T S (X)S VRS
7 conturbatus G С Z T S xs VRS 12 est G A Z T S x VRS
et G A Z T S X VRS 13 aperuerunt G A Z T S VRS
9 sanguis G С Z T x VRS 14 adceleravit G С Z T S s VRS
et2 G A Z T S VRS 18 exprobra(b)it G С Z T S xs VRS
13 substantiae G С Z T xs VHS 20 caloris G T X VR
128 Die Vulgata V

43,21 fiet G A Т VHS 45,13 sculptis Q Z Т S X


22 confractionem G Т S x 14 supra G A Z S X VRS
23 et' G A т s X VRS expressam G A Z S X VRS
24 nebulae x О С z т s xs \RS 17 consumpta G С Z T S VRS
ardore et G т s X 18 manus О С Z T S xs VRS
efficit G (C) т X(S) 19 factum G С z т s xs VHS
25 silebit G (Т) X(S) VRS — et3 G z т s X
— cogitatione. . . G С z т xs VRS 20 ipsum. . .ci un G т s X V S
(h)iesus G A т s (X) VRS adferre G A z s X VRS
26 enarrat G A z т X VRS placeré G С Z T S xs VRS
periculum G С т s xs VRS x populo G С Z T xs VRS
28 confirmatus G С z т s xs VRS 21 testimoniis G z т X
29 deficiemus G A Z T X VRS 25 gloriam G A s s VRS
31 — et mirabilis. . . G С z т xs VRS 26 ipsis G A z т s X VRS
32 — glorificantes G С z т xs VRS in satietate(m) G A z т s X VRS
34 replemini G С z s xs VRS 27 x heredita(v)it О С z т s xs VRS
habebitis G Z T S X VRS est? G A z т s X VRS
35 enarra(v)it G A z т s VRS 28 et G z т s X VRS
36 his (G) A z т s X est Ü z т s x V s
opera О tantum G z т s X V s
44, 1 laus patrum G z т s VRS 29 de G т s X VRS
2 multam gloriam G A z s xs VRS 30 sit G A z т s X VRS
3 in dignitate G С T S (X)S VRS — et semini eius О Z T X V s
4 in praesenti G (A) z т s xs V s in sacerdotium sui G (Z) T S X V s
populo G z т s xs V 8 31 régis G A z т s X
populi G A Z T X VRS ets G A z т s X VRS
5 in scriptura G С z xs VRS eorum G С z т s xs VRS
6 homines G A Z T S X VRS ipsorum2 G С z т s xs VRS
divites G A z т X VRS 46, 1 (h)iesus G С Z T xs VRS
pulchritudinis G A Z (T) S X VRS 3 contra civitatem G z т s X V s
7 versum habent G A Z T S X VRS 5 in G т s 2 yus
9 x (perierunt) G A Z T S X VRS illius G
x (non2) G С z т s xs VRS 6 altissimum G A z т s X VRS
fuerint G С z т s xs VRS 8 dominum G A z т s X VRS
nati1 G A Z T X VRS 9 x prohibere G С т xs VHS
10 un G A z т s X VRS 10 a' G A z т s xs VRS
sunt G A т s X VRS 11 semen G z т s X VRS
11 et G A z т s X VRS obtinuit G A z т s X VRS
12 et G z т s X V s 12 quod G С т s xs VRS
in test. stet. sem. О z т s X VHS 13 qui G A z т s X VRS
testamentis О z т s VRS — nostro G С т s xs VRS
eorum о т X VRS 14 illorum G A z s X VRS
13 filii G z s X V S eorum] illorum G
eorum1 G A Z T S X VRS 15 eorum G A Z T S X VRS
eorum2 G A z т s 2 VRS permanens G A Z T X VRS
15 populi x Q z X VRS 16 domino G С T S xs VRS
17 inventus est 17 iudic. congreg. G A z т s X VRS
perfectus G A Z T S X VRS in2 G С z т s 2 VRS
reconciliatio G A z т s X VRS 21 conteruit G С Z (T) S xs VRS
18 dimissum (G) С Z T xs VRS 22 finis G С т s xs VRS
19 testimonia О Z T S X 23 eius G С т xs VHS
22 semen G т s X VRS vocem (eius) de
cumulum G С z т s xs VRS terra G A z т s x VRS
25 supra G т 47, 3 cum1 G A z т s X VRS
26 ei G A z т s X VHS agnis G A z т s X VRS
45, 1 dilectus...mo(y)- et G A z т s X VRS
ses G A z т s X VRS 4 extulit G т X VRS
2 placa(v)it G A Z T xs VHS 5 x (deiecit) G С z т s xs VRS
5 — enim G С z т s xs VRS 6 ubi G z т s X V s
induxit G A z т s X VRS dominum G С Z T xs VRS
6 praecepta et G z т s X in dext. G A z т s X VRS
8 ei G A z s X VRS 7 — decem G С Z T xs VRS
10 circumpedes G Z T S X VRS illum G С Z T S xs VRS
tintinnaculis G 8 conteruit1-2 G С z т s xs VRS
11 in successu G z т s (X) VRS usqueinaeternumG A z т s X VRS
filus G С Z T xs VRS 11 altarium G С Z T V VRS
13 opus G A Z T S X VRS 12 sanctum nomen G С т 2 VHS
in linitura G (Т) (X) dei G A z т s X VRS
Zur Rezension der Vulgata 129

47,13 et' G A z т s X VRS 49,14 domino G С Z T (S) s VRS


ipsius2 G С z т s xs VRS parati G z s
14 ipsius resurrect. G z X 16 x qualis G A z s X V s
perfecit G z s X
VRS
19 hi(i) G T S X
VRS
17 replesti G A Z T S X homines G A Z T (S X)
in (e)nigmata G z X 50, 1 s(i)mon G С Z T S xs VRS
distulisti G Z T S X V s oniae G С s VR
es G С T xs VRS suis G A z s X VRS
18 te G VRS — templum G С Z T S xs VRS
19 domini dei G С Z T S XL VRS 3 remanaverunt G A Z T S s VHS
deus G A z s xs VRS supra G С Z T S xs VHS
21 reclinasti G Z T S X VRS 4 lllam G С T xs VRS
x potestatem G A Z T S X VRS 7 effulsit G A Z T xs VRS
22 profugasti G z s X V s 8 in nebulam G (Z) T X V s
ad liberos G A Z T S X VRS 9 in ign(i) G С Z T S s VRS
in ceteris G Z T S X 11 gyrus G Z T S X V s
x stultitiam G A Z T S X V s 12 altarii G С T s VRS
23 efrem G (T) X 13 libano G A Z T S X VRS
imperare G A Z T S VRS 14 in palma G Z T X V s
24 relinqu(it) G A (T S) V s 15 in ara G (A) Z T (S X) VRS
née G Z T S X V 8 17 et fudit G A T S X V s
ñeque] qui G z s X in fundamenta G A Z T S VRS.
— non3 G X altarii G (A) T VRS
26 finem habuit G A Z T S x VRS 18 productilibus G A Z T S X VRS
27 genti G T S x V s
sonaverunt G С Z T S s VRS
VRS
28 mutum G (Z T S) X 19 properaverunt G A Z T (S) X
29 efrem G С (T) xs dominum G A Z T S xs VHS
30 a terra G Z T S X V s 20 auctus G Z T S VRS
31 omnes nequitias G Z T S X V s suavitate G A Z T S xs VRS
48, 2 pauci facti G A Z T S xs VRS 22 a (labiis) G Z T S X VRS
3 exalta(v)it (0) С T xs VRS 24 plus oravit G Z T S (X)
7 s(i)na(i) G С Z T S xs VRS deum G Z T S
10 x indiciis G Z T S V s
V s
26 credere G A z s X VHS
et lenis G (T S) X nobiscum G A Z T S X VRS
x (conciliare) G A z s X VRS sanet G Z (S) X V s
cor G A Z T S X VRS vos G С Z T S X V s
tribuí G z s X 29 códice G A Z T S X VRS
13 in turbine G С Z T S xs VRS
VRS
— eleazari G A Z T S X v*
in2 G A Z T S 30 versabitur G
15 ipsius G С Z T S X VRS 51, 2 confíteor G A VRS
16 populum G С s 2 VRS 4 parat is G С Z (T) xs VRS
deiecti G с Z T S X VRS 5 portis tribula-
20 — et abiit G A Z T S X VRS tionis G X VRS
21 tibi G (Z T S) X 7 inferí G A Z T S VRS
22 et patentes G С Z T S xs V s et x verbo G A T S VRS
cito G A Z T VRS 9 infero G T VRS
23 manu G A Z T S VRS 10 meum G С T S X VRS
24 contrivit G A 11 tuae2 G A Z T S X VRS
27 obsecratus G С T X VRS sunt G A T X V s
— lugentes О T X 12 — domine G С Z T S xs VRS
28 venirent G z s X de manibus G A Z T X VRS
49, 1 facti G Z T S X V s 14 derelinquat G С Z T S xs VRS
2 —ut G С Z T xs 15 illum G T S VRS
3 directum G Z T S x exaudita G Z T X VRS
ab (om)nibus im- 16 — enim G С Z T S xs VHS
pietates G Z T S X 17 et2 G A Z T S X VRS
4 ad dominum G A z s VRS 18 errem G (X)
x in diebus G С Z T S xs VRS quaesivi G A T S X VRS
5 — et' G Z T X in G A Z T S X VRS
6 nam] non G z X 19 x (defloriet) G С Z T xs VRS
potent(i)s G С s v VRS defloriet G С T xs VRS
7 ali(en)ae genti G A Z T S X VRS 20 eam G A Z T S X VRS
alienae G A Z T x VRS 22 — et G Z T S X VRS
VRS
8 in manus G T X 23 dans G С Z T S X
11 et G Z T X V s 24 x (zelatus) G A Z T S X VRS
12 rogaverunt G (С) Z T S X(S) VRS confundor G T S v VRS
14 — filiu(s) 0 С T S xs VRS 26 et...lux(i) G С Z (T S X)S VRS

17 20.4. 1988 Vetus Latin« 11/2:


130 Zur Rezension der Vulgata

51,28 relinquar G SX 51,34 sub G Z T S


32 his x G С Z T S X£ VRS — eius G CZTSXS
sitiunt G CZTSXS V*8 35 quoniam G Z T S X VRS
33 — sapientiam G С T S VRs modice G T S VRS

Ich kann aus den Daten der Liste nur die Folgerung ziehen, auch im Schlußteil von Sirach gegen
VR der G-Tradition das entscheidende Gewicht beizulegen und damit auch nicht bei der schon von
Vs begonnenen Abwendung von VR stehenzubleiben, sondern mit dieser Abkehr konsequent fortzu
fahren.
Mit der Entscheidung für die G-Überlieferung werden dem Vulgatatext — wiederum gegen VR
und in geringerem Umfang auch gegen Vs — eine erhebliche Anzahl von „Fehlern" gegenüber dem
Griechischen zugewiesen. Solche Fehler, die allerdings den lateinischen Text nicht „unmöglich"
machen, gibt es, wenngleich nicht in dieser Dichte, schon in den früheren Kapiteln; siehe die oben
S. 1 19f genannten Stellen, die auch hier bei einer entschiedenen Bevorzugung von G noch etwas ver
mehrt werden. Kann die dennoch verbleibende höhere Anzahl im Schlußteil als zusätzlicher Beleg
dafür gewertet werden, daß V gegen Ende des Buches stärker unter dem Einfluß einer „entwickelten"
Textgeschichte steht?

Es soll offen ausgesprochen werden, daß ich zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht übersehen kann, ob und
wie weit die grundsätzliche Bewertung der G-Tradition, gegen die ich auch für den Schlußteil keine Gegenargumente
sehe, für Einzelstellen eingeschränkt werden muß und sich in der Praxis der Rezension bewährt. Selbstverständlich
gilt das positive Urteil nicht für die vielen Fehler der Einzelhandschrift G, und es kann auch nicht ausgeschlossen
werden, daß die von G geführte Gruppe Sonderlesarten aufweist, die für die Rezension nicht in Frage kommen.
Die G-Tradition muß auch dann abgelehnt werden, wenn an Einzelstellen der Einfluß eines anderen (sekundären)
Überlieferungszweiges erkennbar wird; vergleiche zum Beispiel die Beeinflussung durch die A-Tradition in 48,24
contrivit (siehe 46,21 ; 47,8a.c). Weist eine singuläre (oder nur schwach belegte) Verbindung von G (oder G T) mit X
ebenfalls auf einen Fremdeinfluß hin?
Auf der anderen Seite zeigt sich die Güte von G gerade an auffallenden Lesarten, wenn es bei der in V erfolgten
Angleichung an den griechischen Text bei einer Halbkorrektur geblieben ist, die die lateinische Satzkonstruktion
sprengt. Vergleiche 36,21 fauces contingit cibum ferae VRS. Der mit dem griechischen Singular уеиетои übereinstimmende,
aber nur in G bezeugte lateinische Singular contingit paßt nicht zum Plural fauces (gegen <papuy5); daß die handschrift
liche V-Überlieferung gleichwohl auf contingit zurückgeht, zeigt neben der Variante contingunt die innerlateinische Kor
rektur ferre statt ferae (cf fh)pa; ®). Aus dem gleichen Grund ziehe ich in 2,15 protegetur G gegen protegentur oder pro-
teguntur vor.
Noch keine klaren Kriterien sehe ich für die zahlreichen (in der Liste nicht erfaßten) Lesarten, an denen bei einem
Wechsel zwischen b und v, / und e, Setzung und Ausfall des Schluß-m und vergleichbaren Varianten die Zeugenkonstel
lation nur wenig Hilfe bietet.
Sowohl die grundsätzliche Bewertung der G-Überlieferung als auch die praktische Durchführung der Rezension
können nicht mehr sein als meine Interpretation des Tatbestandes, die dem Benutzer der Ausgabe vorgelegt wird. Die
ausführliche Liste stellt die Grundlage dar, auf der die im einzelnen getroffenen Entscheidungen beruhen und beur
teilt werden können.
Zusatz: Über AU spe urteilen die Herausgeber der römischen Vulgataausgabe: „optimam Vulgatam . . . tradit"
(XVII). Wie in Sapientia kann ich dieser hohen Bewertung nicht folgen. Der mit S eng verwandte V-Text, der AU spe
zugrunde liegt, ist wie S durch (ober)italienische Handschriften geprägt und belegt als Teilhaber dieser Überlieferung
zwar mehrfach gute V-Lesarten, ohne deshalb als maßgeblicher V-Zeuge gelten zu können. Über V hinausgehend, aber
im Einklang mit der italienischen V-Tradition belegt AU spe mehrfach Varianten, die mit dem Griechischen gehen.
Zu AU spe vergleiche W. THIELE, Sirachtexte in St. Gallen, in: (Hg. O. P. Clavadetscher, H. Maurer, St. Sonderegger)
Florilegium Sangallense. Festschrift für Johannes Duft zum 65. Geburtstag, St. Gallen und Sigmaringen 1980, 283-285;
Vetus Latina 11/1,206.
Eine präzise Zeitbestimmung für die Vulgata ist bei der Tatsache, daß sie mitten im Strom der textgeschicht
lichen Entwicklung steht, bei dem ausgesprochenen Mischcharakter ihres Textes sowie bei dem Mangel an Zitaten
schwierig und mir jedenfalls nicht möglich gewesen. Ein terminus ante quern ist auf alle Fälle der um 500 anzusetzende
„subarchétype italien", auf den J. GRIBOMONT in Sapientia die sekundäre A-Tradition zurückgeführt hat, siehe
L'édition vaticane de la vulgate et la Sagesse de Salomon dans sa recension italienne : Rivista di storia e letteratura re
ligiosa 4 (1968) 490. 495; Vetus Latina 11/1, 176. Es gibt keine Argumente, für Sirach in dieser Hinsicht etwas anderes
anzunehmen.
Der Text D; Rezension und Zitierweise von PS-AU spe 131

Der Text D

Bei weitem nicht so vollständig wie die Vulgata, aber nach ihr am umfangreichsten sind die Aus
züge, die das pseudo-augustinische Speculum (PS-AU spe) bietet; der letzte aus Sirach zitierte Vers
ist 38,17. Der Verfasser von PS-AU spe hat aus Sirach mehr Abschnitte in sein Sammelwerk aufge
nommen als aus anderen Bibelteilen; wie in mehreren biblischen Büchern, so belegt er auch in Sirach
einen eigengeprägten Text. In Sapientia ist PS-AU spe der Hauptzeuge für den Text D, und auch in
Sirach wird PS-AU spe in der Zeile D als deren Hauptzeuge geführt. Wie in Sapientia steht die D-
Zeile unter der V-Zeile.
Die führende Handschrift für die Rezension von PS-AU spe ist S; sie wird zuweilen auch der guten Edition von
F. WEIHRICH (CV 12; 1887) vorgezogen, besonders dann, wenn ihre Lesarten durch Vertreter der Gruppe ß (Rezension
der Handschriften M VLC) oder durch begleitende Handschriften aus der sonst mit PS-AU spe gehenden biblischen Tra
dition bestätigt werden; vergleiche zum Beispiel Sir 13,22 sancta; 19,27 enuntiat; 21,21 sensati; 28,1 non (vindicaf);
28,14 — sí expueris super illam extinguetur; 28,20 expectat1. Für 9,10 quae est varia SL; quaestuaria MV, Weihrich liegt
der Unterschied nur in einer Haplographie, aber mit der biblischen Tradition T2 möchte ich auch hier für S eintreten.
Ebenso ziehe ich im Blick auf den weder mit V noch mit der sonstigen Eigenart von D übereinstimmenden Text von
PS-AU spe (ß) in 7,4 die S-Lesart (— ab homine . . . rege) vor.
Aber S ist auch nicht fehlerfrei; manchmal wird dies durch ein Doppelzitat aufgedeckt, siehe etwa Sir 25,1
spiritu PS-AU spe 7 (S); spiritui PS-AU spe 81.
Die Lesarten von PS-AU spe (ß) gehen oft mit V oder einer V-Überlieferung und sind dann im Schema an dieser
Stelle erfaßt. In den anderen Fällen werden sie unter die D-Zeile gestellt.

Die Doppelzitate, die es für eine ganze Anzahl von Sirachstellen gibt, bestätigen in der Regel einander. Aber es
gibt auch Ausnahmen, doch braucht bei solchen Differenzen die von V abweichende Lesart nicht D zu sein, es kann sich
auch um einen Fehler oder um Freiheit im Zitat handeln.

Ein aus Sapientia bekannter Befund (siehe Vetus Latina l l/l, 179) gewinnt für Sirach besondere
Bedeutung: Kürzungen im Text von PS-AU spe. DE BRUYNE beansprucht einen Teil dieser Stellen
für den „alten" Text, der in V durch sekundäre Dubletten erweitert sei; siehe dazu oben S. 104.
Bei den Entscheidungen, die in diesen Fällen für die D-Zeile zu treffen sind, müssen verbleibende Un
sicherheiten in Kauf genommen werden. Für die Wertung ist in jedem Fall der kritische Apparat und
der Zeugenapparat heranzuziehen.
Oft fehlen die Kriterien für eine sichere Beurteilung, ob man es mit einer Kürzung des Zitats oder mit einem ent
sprechenden Text zu tun hat. Dabei erschwert die Art, in der die Sirachstellen von PS-AU spe exzerpiert sind, die Ent
scheidung. Einerseits werden in einem längeren Zitat ohne jede Andeutung immer wieder Verse oder Versteile ausge
lassen, wobei es teilweise zu sehr weiten Sprüngen kommt (vergleiche zum Beispiel den unmittelbaren Anschluß von
Sir 10,25.26 an 2,21 in PS-AU spe 6; den Sprung von Sir 7,30 zu 23,18 in PS-AU spe 20). Andererseits wird ein fort
laufender Bibeltext bei PS-AU spe mehrfach durch die Zwischenbemerkung »item /Hie« unterbrochen; siehe zu Sir
1,16.17.18.19 (PS-AU spe 6); 7,13.14 (43); 7,22.23 (92); 9,21.22 (61); 21,1.2 (23) und öfter. Beide Arten findet man in
PS-AU spe 25, wo ohne Bemerkung von Sir 21,6 auf 35,16b übergegangen wird, aber dann zwischen 35,16b und 35,
17-19 »item /М/с« steht und auch die folgende Anführung 35,20-21 von neuem mit »item illic* eingeleitet wird.
Für die selbständige Gruppierung des Textes durch den Autor von PS-AU spe spricht die Stellung von Sir 3,12b
zwischen 3,15b und 3,15c (PS-AU spe 20) ebenso wie die Rückwendung von Sir 14,3 zu 11,18 (PS-AU spe 22), von Sir
27,13b zu 4,7 (PS-AU spe 61; dagegen eine „normale" Folge der Zitate in 51) oder von Sir 33,33 zu 10,28 (PS-AU spe
92); in PS-AU spe 34 wird Sir 3,30 zwischen Sir 10,7a; 10,9b und Sir 10,14.15b.l7.18.2l.22 angeführt.

Eine vom Autor selbst vorgenommene Kürzung läßt sich gelegentlich durch die Diskrepanz bei Doppelzitaten
nachweisen, vergleiche die Auslassung von Sir 4,2b.3a.7 bei PS-AU spe 24, aber 4,7 wird in PS-AU spe 19 und in PS-AU
spe 61 zitiert; Sir 8,10b.lla wird in PS-AU spe 61 übergangen, aber nicht in PS-AU spe 19; Sir 15,19.20 fehlt in der
Anführung von 15,14-22 in PS-AU spe 5, aber 15,19 wird in PS-AU spe 8 zitiert. PS-AU spe 53 (532) springt von Sir
25,30 auf 25,33 über, aber die Verse 31 und 32 werden noch im gleichen Kapitel nachgeholt (533). Zu Sir 9,6 wird in
PS-AU spe 45 in nullo belegt, in 53 ausgelassen; ebenso steht es mit Sir ll,19ef nunc: in 98 zitiert, in 22 augelassen.
Bei inhaltlich fast gleicher Aussage, die sich in sehr ähnlichen Formulierungen wiederholt, liegen Kürzungen des
Zitats nahe und können dann auch durch Homoiarkton oder Homoioteleuton veranlaßt sein ; aber was besagt es, wenn
die gleiche Auslassung in anderen Zeugen ebenfalls belegt wird? So wird Sir 3,23-25 in PS-AU spe 84 und bei Zeno
übersprungen; Sir 17,22.23a wird von PS-AU spe zweimal (PS-AU spe 5; 23) ausgelassen und ebenso von PS-CY рае
und PEL Mor. Für Sir l,22b.23a wird durch die mitgehenden Zeugen H, PROS jedenfalls erwiesen, daß ein entspre-

1 Für 21,21 ; 28,1.14 deutet Weihrich durch Klammern im Text bereits seine von der Überlieferung abweichende
Entscheidung an.

17»
132 Der Text D: Hauptzeugen und Charakterisierung

chend kurzer Bibeltext in PS-AU spe 6 zitiert wird. Bereits durch CY sind die Auslassungen von 23,13 und von et
Herum tangit Шит in 34,30 belegt. In 9,12 wird der „kurze" PS-AU spe-Text durch X gestützt; siehe dazu auch oben
S. 111.
Wenn PS-AU spe in der Auswahl und Anordnung der zitierten Verse selbständig vorgeht, so betrifft diese Freiheit
aber nicht den Wortlaut des übernommenen Textes. In dieser Hinsicht bestehen, abgesehen von seltenen Ausnahmen,
keine begründeten Zweifel an der zuverlässigen Wiedergabe.

Lucifer von Cagliari (LUC) — in Sapientia der zweite Hauptzeuge für D — bietet einen sicheren
Beleg aus Sirach nur zu 5,4 (reg 12). Für diesen Vers ist LUC der D-Zeuge. Eine mögliche, aber nur
sehr unsichere Anspielung auf 18,11 könnte in der Formulierung aequitatis viam bei LUC Ath 2,24
liegen.
Die Übereinstimmung des Speculum mit Priscillian (PRIS) vor allem in 1,18 berechtigt, den
D-Text über PS-AU spe (und LUC) hinaus mit PRIS zu bilden, da dieser Zuordnung sonst nichts ent
gegensteht. Ein gemeinsamer Text von PRIS und PS-AU spe ist auch ¡n anderen Büchern, zum Bei
spiel Jb, Jac, belegt.
Im kritischen Apparat wird ausdrücklich angegeben, wenn D nicht auf PS-AU spe, sondern auf
LUC oder PRIS beruht.
Die D-Lesarten der Hauptzeugen werden immer wieder auch in anderen Handschriften und Zi
taten belegt. An ihrer Spitze steht die Handschrift X, die immerhin fast die Hälfte der typischen
D-Varianten unterstützt; in erheblichem Abstand folgen Z und C, während H zu fragmentarisch ist,
um stärker hervorzutreten. Unter den Vätern sind die häufigsten Begleiter Augustinus und Ambro-
sius; auch Zeno, Chromatius, Pelagius (und ihm zugeschriebene Stücke) sowie Fulgentius erscheinen
mehrfach. Damit treten etwa die gleichen Zeugen an die Seite von D wie in Sapientia, aber in Sirach
differenzieren sich die Texte stärker, so daß — wenn man von besonders gelagerten Ausnahmen ab
sieht — keiner der genannten Zeugen als Einzelner oder in Verbindung mit anderen als „Ersatz" für
die Hauptzeugen gelten und ohne diese den D-Text von Sirach repräsentieren kann. Sie vertreten
trotz ihrer Berührungen mit D auch andere Texte und werden dann diesen zugeordnet, siehe vor al
lem bei I und Z.
Für die Abschnitte, in denen K erhalten ist, findet man teils bei V, teils bei D die Bewahrung des
alten K-Textes (und entsprechend bei dem einen oder dem anderen Zeugen eine jüngere Korrektur),
aber vorherrschend ist die Gemeinsamkeit der Texte, durch die die zugrunde liegende Einheit der
Überlieferung bezeugt wird.
Auch bei der Gegenüberstellung von V und D überwiegen bei weitem die Übereinstimmungen,
aber D ist stärker an den griechischen Text angeglichen. Das zeigt sich besonders an dem fast durch
gängigen Gebrauch von dominas für xuptoc im Gegensatz zu deus KV. dominus ¡st in D oft auch dort
für deus eingetreten, wo der griechische Text fehlt1.
Die deutlich nachweisbaren Korrekturen, die den Text D im wesentlichen charakterisieren und auch Auslassungen
mit einschließen, verbieten es, PS-AU spe mit DE BRUYNE (Étude, passim) dafür in Anspruch zu nehmen, daß die Vul-
gata zahlreiche sekundäre Dubletten aufgenommen habe, von denen der Text bei PS-AU spe noch frei sei. Ausgehend
vom Gesamtcharakter des in PS-AU spe übernommenen Textes D, von der Zitierweise in PS-AU spe sowie von den
Auslassungen, die sich als Angleichung an die griechische Überlieferung erweisen oder zumindest so erklärt werden
können, muß umgekehrt gefragt werden, für welche der von De Bruyne genannten Stellen seine Interpretation wirklich
zwingend ist. Da ihre Anzahl gegenüber den anderen Lesarten in jedem Fall erheblich geringer ist, kann der Text in
PS-AU spe nicht die tragende Rolle ausfüllen, die ihm De Bruyne für seinen Aufriß der Textgeschichte zuweist. Damit
entfällt der entscheidende Zeuge, den er in der belegbaren lateinischen Textgeschichte für seine Sicht geltend machen
kann; sie bleibt auf die Interpretation von Lesarten angewiesen.

Ich nenne einige Beispiele, die die unterschiedliche Beurteilung verdeutlichen:


PS-AU spe 34 (458,12) geht ¡n seinem Zitat von Sir 10,18 auf Sir 10,21 über. Muß der Beleg des Verses 21, den
die griechische Überlieferung nicht hat, und die gleichzeitige Auslassung der Verse 19.20, die in V den Septuagintaver-
sen 16.17 ziemlich genau entsprechen, mit DE BRUYNE, Etüde 21 Nr. 30, in der Weise interpretiert werden, daß der

1 Den entgegengesetzten Fall sehe ich nur ¡n 23,1 und 35,19: 23,1 xupte (6ee 679) тахтер domine pater V; deus pater
D = PS-AU spe 51 ; 35,19 (ohne griechischen Text) dominus exauditor V; deus exauditor D = PS-AU spe 25 (vergleiche
aber in 35,20 die Wahl von deus in V; von dominus in D = PS-AU spe; auch hier ohne griechischen Text).
Charakterisierung von D 133

Vers 2l die „alte" Übersetzung ist, die in V durch die Zugabe von 19.20 zu einer Dublette geführt hat, wenn das mit
10,14 beginnende und mit 10,22 endende Zitat PS-AU spe 34 (458,8 - 459,2) nicht nur die Verse 19.20 überspringt,
sondern auch 15a.c.d.l6, und mit dieser Auswahl genau diejenigen Stichen beibehält, die die zur Überschrift von PS-AU
spe 34 de superbia passenden Stichworte enthalten (14 initium superbiae; 15b initium omnis peccati superbia; 17 sedes
ducutn superborum; 18 gentium superbarum; 21 memoriam superborum; 22 non est creata . . . superbia) und die Verse
wegläßt, die diese Stichworte nicht haben?

In Sir 20,24 gibt die Vulgata in 24b mit ab inprudenti persona perdet earn die LXX-Lesart occppovoc, in 24c mit
personae autem acceptione perdet se die Variante Хт]фЕь><; (248 Sacra Parallela) wieder. DE BRUYNE, Étude 25 Nr. 53,
wertet 24b als sekundäre Dublette in V und sieht in dem Zitat von PS-AU spe 10 (361, 1 2f), in dem aus 20,24 nur die
Versteile 24a und 24c angeführt werden, den alten, noch nicht durch eine Dublette erweiterten Text erhalten. Für das
Thema von PS-AU spe 10 iuste iudicandum bringt aber der Versteil 24c den entscheidenden Beleg, während 24b dafür
nichts austrägt. Der Sprung von 24a zu 24c muß nicht im Sinne von De Bruyne gewertet werden.

Von PS-AU spe 52 (527,12 - 528,6) wird im Zitat 31,30-40 animositas der Vers 37 (sanitas est et corpori et animât
V) übersprungen. Er fehlt auch in der griechischen Überlieferung. Muß er deswegen mit DE BRUYNE, Étude 32 Nr. 89,
als eine jüngere, dem alten Text noch fremde „glose latine" gewertet werden? Liegt es bei dem Charakter von D und
der Zitierweise von PS-AU spe nicht umgekehrt näher, den Ausfall als eine Korrektur nach dem Griechischen oder
selbständige Kürzung von PS-AU spe anzusehen? Zum Thema von PS-AU spe 52 fugiendam ebrietatem paßt dieser
Vers ebensowenig wie der Vers 33 (quae est vita quae minuitur vino), der ebenfalls ausgelassen wird, obwohl er im Grie
chischen (34,27c) belegt ist. — Im gleichen Zitat übergeht PS-AU spe auch den Vers 39. Da dieser die Aussage des voran
gehenden Verses 38 praktisch wiederholt, ist De Bruynes Rückschluß auf einen bei PS-AU spe belegten alten Text
nicht gesichert.

Auch das Zitat 19,5a.b bei PS-AU spe 32 sei genannt. DE BRUYNE, Étude 24 Nr. 49, hebt hervor, daß 19,5c (nach
De Bruyne eine jüngere Dublette zu 5b) bei PS-AU spe nicht belegt wird und äußert „une forte présomption", daß
PS-AU spe diesen Stichus ebenso wie den Vers 19,6 nicht kennt. Nicht beachtet wird dabei, daß mit 19,5b (qui odit)
correptionem der Beleg zum Thema von PS-AU spe 32 de correptione et disciplina gegeben ist und eine Fortsetzung des
Zitats zu diesem Thema nichts mehr beitragen würde.

Die in D vollzogene Angleichung an die griechische Überlieferung, die den Text als ganzen cha
rakterisiert, schließt nicht aus, daß zuweilen die Korrektur nach dem Griechischen auch bei V liegen
kann; der Befund entspricht nur dem Ergebnis aus der Gegenüberstellung von K, V, D. Es fallen in
dieser Frage allerdings einige D-Stellen aus dem zweiten Teil des Buches auf. Im Unterschied zur
ersten Hälfte geht D hier mehrfach mit einer im Griechischen nicht belegten Variante oder mit einer
für die alte lateinische Übersetzung bezeichnenden Überlieferung, während V den normalen griechi
schen Text bezeugt. Für einen schlüssigen Beweis reicht das Material vielleicht nicht aus, aber V
bringt an solchen Stellen sicher eine Korrektur, und die oben S. 1 19 zur Vulgata ausgeführte Ansicht,
daß V im Fortgang des Buches und in jedem Fall schon weit vor Beginn der Laus patrum stärker
unter dem Einfluß der von K sich entfernenden Entwicklung steht, wird durch diese Lesarten gestützt.
Wenn der Sirachbefund zu V seine Parallele in Sapientia hat, so findet er nun auch für D eine ent
sprechende (freilich nicht so deutlich wie dort nachweisbare) Ergänzung und Bestätigung; vergleiche
Vetus Latina 11/1, 14.
Siehe folgende Stellen:
25,32 (23 LXX)
consentit in angusto D: roxpaxoXEcrct. . . . EV arevoxrei 248
beatificat V: [laxapici W
26,11 (8 LXX)
et errónea D: + xou pe^ßac 248
x x V: ohne Zusatz W
28,14b(12b LXX)
от. D: от. 248 alii: im Griechischen Homoioteleuton
habet V: = в
30,1
et non palpet ostia proximorum D: + xou ou ¡ÍY¡ фт)Ха<рт)<пг] Oupaç Ttov TrXirçaicov 755
ohne Zusatz V: = $
31,5(34,5 LXX)
multa D: (Stacopa ZIEGLER)
consumptionem V: 8ia<p6opav die griechischen Handschriften
134 Der Text D

inplanabitur D: (7tXocvr)(h)<rcTai ZIEGLER)


replebitur V: тгХт^оЕтои die griechischen Handschriften
32,11 (35,7 LXX)
— bis D: — Sic Sacra Parallela
bis V: Sic »
interrogatus D: егоры-и^бек; Clemens Alexandrinus paed. 2,58,2
sl. . .interrogatus fueris V: eav
32,17b (35,13b LXX)
In D liegt offenbar eine Dublette vor, die die beiden Lesarten цебиаамта 253 und ¡xeöucxovra в zur Geltung bringt: qui
te replevit (= ¡ieOuaavra) bonis suis et satiat (= цевиохслтх) te bonis suis
et inebriantem te ab omnibus bonis suis V

Auf die Länge des Textes gesehen sind Abweichungen in der Wortwahl nicht häufig. Es gibt da
bei sowohl Belege für das Vokabular des alten Textes als auch Beispiele für jüngere Änderungen. Für
die erste Gruppe nenne ich: arbitrium (15,14 mit K; SiaßouXtov) ; confusio (1,38; алциа); delatara
(28,11 ; SiaßoX-/]); denudare (1,39; атохоХилтем) ; felix (14,22; 28,23; [xaxaptoç); memoran (14,12 mit
К; jjiv7]cr6Y]vai) ; non obaudire (30,12; aTtsiöstv); pigritari (7,39 mit K; oxvew); vane (23,14 mit K; eiç
xevov); sanditas (1,17), castitas (1,18) je ohne griechischen Text, siehe aber 1,25 LXX osocreßeia. —
Für die zweite Gruppe kommen in Betracht: caritas (3,1; ohne griechischen Text); (domus) clausa
(21,21; oixoç v)cpavi<j(Aevo<;; domus exterminataV); conservatio (22,33; сриХахт]); pius (27,12; euasßYji;);
seducere (3,26; 34,7; TtXavav). In 1,20.21 ; 28,16 wird a V (атго) durch de ersetzt; gegenüber den Formen
von ille werden oft diejenigen von is vorgezogen ; in 9,23 und 27,13 haben wir tractatus (für оЧаХоуитцос;
cogitatus V) und tractare (für Siavoeicröai; cogitare V). — In der Mehrzahl der Fälle kommt man aber
über die bloße Feststellung der Verschiedenheit nicht hinaus. Auffällig und meines Wissens sonst
nicht belegt ist 29,11 animaequitarda für ¡Aaxpooupjaov (animo fortior esto V). Für aveatç steht in D
das seltene Wort laxamentum (spatium V); zu vergleichen ¡st 33,26 laxa V für den Imperativ avec.
Zu 18,27 metuebit D vergleiche die entsprechenden Bildungen 1,30 abscondebit V (aber in der Re
gel die „richtige" Form); 4,13 conplectebuntur V. Eine grammatische, aber am griechischen Text vor
beigehende Korrektur ist 1,16 (cum electis) seminibus für ¡летос тои спгерцатос cum electis seminis V.
Innerlateinische Fehler sind 31,7 ostensionis für ттроахоц^атос offensionis (oder nur Fehler der
Einzelhandschrift S?) und 35,26 necessitatis für aßpoxiac siccitatis.
Zum Titel: Die Sirachstellen werden in PS-AU spe regelmäßig eingeführt mit »in Ecclesiastico«.
PRIS hat zu 1,18 »dicente profeta«; ebenso zu 5,8 »profeta dicente« ; zu 7,3 »Solomon ait«. LUC gibt zu
5,4 nur die allgemeine Angabe »scriptum«, die auch bei PRIS mehrfach vorkommt.

Der Text I

Nur sehr fragmentarisch ist das Sirachbuch in den Handschriften 167 und H erhalten. Die in
Sapientia mögliche — im Fall von H vielleicht nur durch die Eigenart der dort erhaltenen Fragmente
noch erlaubte1 — Zusammenfassung mit D kann für Sirach nicht gelten. 167 und H sind die Haupt
zeugen eines eigenen Textes; das gewählte Sigel I greift auf die Herkunft der alten Handschrift 167
aus Italien zurück.
Zu 167 und H treten die Zitate Augustins — mit Ausnahme von Stellen aus AU gr (siehe unten
zu J) —, wenn seine Lesarten mit anderen Zeugen zusammengehen, ohne damit schon zu K, V oder
D zu gehören. — Im Schema steht I unter D.
Daß H nicht durchgängig für I beansprucht werden kann, ist bei der Beschreibung der Handschrift (S. 27) gesagt
worden. Charakter und Erhaltung des Textes in H führen dazu, daß I in den durch H belegten Sirachteilen ( l ,22 - 3,2. 5

1 Gegen Ende der mit Sap 15,8 abbrechenden H-Fragmente zu Sapientia erinnern einige H-Lesarten schon an
den Befund von H in Sirach; vergleiche zum Beispiel Sap 12,20 attentione ei miseratione H; siehe Vetus Latina l l/l, 185.
Der Text I 135

suam- 15; 6,25 (toryquem «us- 7,32 qui te fecit) in der Regel nur als Einzellesart und nicht als fortlaufender Text her
vorgehoben werden kann. — Da 167 (34,12-31) einen anderen Sirachabschnitt belegt als H, ist für die Wertung von l
auf den je gegebenen Hauptzeugen von I zu achten.

Die zu AU gemachte Einschränkung ist notwendig: Im unmittelbaren Vergleich zwischen AU, PS-AU spe (= D),
167, H ergibt sich bei allerdings geringem Material aus AU ein leichtes Übergewicht für die Verbindung 167, AU oder
H, AU; aber die Verbindung AU, PS-AU spe ist hier nicht viel geringer. Der Gemeinsamkeit AU, PS-AU spe steht aber
auch eine häufige Trennung dieser beiden Zeugen gegenüber.

Schon die frühe Schrift Augustins De Genesi contra Manichaeos (AU On Ma; 388/90 ¡n Thagaste) bezeugt in Sir 34,3 1
die typischen Verbesserungen des in 167 belegten I-Textes und hat auch im I-Teil aus H in Sir 2,5 die I-Lesart accepta-
biles (H, А0ГВ). Hier ist AU On Ma mit et homines dem Griechischen noch näher als I. Damit gibt AU On Ma auch
einen Hinweis darauf, daß I nicht mehr als ein bestimmtes Stadium im fließenden Prozeß der Abwendung von K re
präsentieren kann; zu AU On Ma siehe auch S. 117 Anmerkung 2.

An die Seite der Hauptvertreter von I treten für wechselnde Lesarten und in ebenso wechselnder
Kombination mehrfach die gleichen oder verwandte Zeugen (Handschriften und Väter), die in ande
ren Fällen mit D gehen; X steht wieder im Vordergrund. Qualifizierte Lesarten bei ausgesprochen ita
lienischen Vätern wie ZE, AM (wenn nicht alleinstehend, dann M), CHRO, AMst, PEL können, wenn
sie nicht mit D gehen, ebenfalls das Sigel I erhalten, besonders wenn sie durch mehrere dieser Zeugen
gestützt werden. Freilich kann die Bezeichnung I ¡n solchen Fällen nicht viel mehr sein als eine Her
vorhebung, die die betreffenden Lesarten aufgrund ihrer Bezeugung und Art in eine gewisse Bezie
hung zu dem ¡n den Fragmenten H und 167 belegten Text setzt. Die abgesehen von den Hauptver
tretern durchaus wechselnde Zeugenreihe an den Einzelstellen weist auf bestehende Querverbin
dungen und fließende Grenzen zwischen den Textformen hin, die selbst nur mit den jeweiligen Haupt
zeugen dargestellt werden können.
Der kritische Apparat bildet die unverzichtbare Grundlage für die Bewertung. Als typisches Beispiel kann in die
sem Zusammenhang die Wiedergabe von Ttpsaßu-repov in 6,35 (34 LXX) gelten: presbyterorum prudentium VD; seniorum
H; presbyterorum Z; seniorum prudentium X. Wie immer an dieser Stelle die Beziehungen von H, Z, X untereinander
und zu VD zu interpretieren sind, die im Schema gewählte Möglichkeit, mit H die I-Zeile zu bilden und die wechselnde
„Begleitung" durch Z (mit H gemeinsame Auslassung von prudentium = в) und X (mit H gemeinsame Ablehnung des
Fremdwortes und Wahl von seniorum) im kritischen Apparat anzugeben, wird dem überlieferten Textbestand am ehe
sten gerecht und steht einer textgeschichtlichen Beurteilung nicht im Wege.

Korrekturen nach dem Griechischen und Änderungen in der Wortwahl geben dem Text I sein
eigenes Profil und zeigen, daß er ein Zeuge der jüngeren lateinischen Sirachüberlieferung ist. Die ge
nannte Lesart 6,35 (seniorum ohne Zusatz) ¡st ein durchaus typischer Beleg. Es gehört aber auch zum
Bild von I, daß trotz der Abwendung vom alten Sirachtext der Zusammenhang mit ihm gewahrt
bleibt und deutlich erkennbar ist. Beispiele dafür sind schon bei der Beschreibung von H (S. 27) und
167 (S. 14) durch den Hinweis auf übernommene Zusätze und alte Umstellungen, auf Dubletten und
die Halbkorrektur in 1,38 gegeben worden; vergleiche dazu auch die Halbkorrektur in 34,31, wo in
I (167, AU) mit ® (TTopeuojAevo;) ambulans eingefügt wird, aber für die in @ folgende Konstruktion
die D-Lesart x . . . facit bleibt.
Für den doppelten Befund der Änderung und Bewahrung der alten Überlieferung werden an dieser Stelle einige
Lesarten genannt, die nicht nur den Text I charakterisieren, sondern zugleich Feststellungen bestätigen, die zu V ge
troffen wurden (siehe S. 119):

Mit der Wahl von laetari (3,6) und laetitia (2,9; 6,29) für axppaiveaöai und eucpoauvT] trennt sich I von der alten
Überlieferung iucundari V; oblectatio V. Wenn man gleichzeitig feststellt, daß laetari in V vor Sir 30 ganz selten ist, dann
aber fast ausschließlich gebraucht wird, hat man in I den Beleg dafür, daß die Vulgata in den letzten zwei Fünfteln
durch eine jüngere Überlieferung beeinflußt ist. Ebenso verrät der auffallende Beleg von laetitia in 1,11.12 V, daß die
Vulgata gerade auch am Anfang des Buches unter diesem Einfluß steht1.

In 2,23 hat I für цсуоХ<оаи\п) magniflcentia. Auch hier gibt es in V wiederum eine typische Verteilung bei aller
dings wenigen Belegen: magnitude 2,23 (mit D); 18,4; magniflcentia 39,20 (mit AU); 44,2.

1 laetitia 1,11.12V bestätigt die von DE BRUYNE, Etüde 16 Nr. 3, genannten Argumente, daß die Vulgata für diese
beiden Verse einen jüngeren Text aufgenommen hat.
136 Die Lesarten Z

Deutlich wird durch diese Stellen auch, daß der jüngere Einfluß nichts mit einer Neuübersetzung der ¿aus patrum
zu tun hat.
Umgekehrt belegt I gerade am Anfang mehrere ausgesprochen alte Lesarten und geht dabei mit D zusammen.
Der gemeinsame Gegensatz zu V in diesen qualifizierten Varianten zeigt, daß DI den alten Text bewahren und V eine
Korrektur bezeugt; vergleiche 1,38 confusionem DI (inhonorationem V); 1,39 denudet DI (revelet V); auch 1,26 sanctitas
I (religiositas V; siehe l ,17 sanctitas D, religiositas V). Auch die Auslassung von l ,22b.23a DI gehört hierher (DE BRUYNE,
Etüde 1 6 Nr. 4).

Ein Titel ist in den nur fragmentarisch erhaltenen Handschriften 167 und H nicht überliefert;
aus den Einführungsformeln der Sirachzitate Augustins kann keine Folgerung speziell für I gezogen
werden.

Die Lesarten Z

Mehrere Lesarten der Textformen K, D, I (und J, siehe unten S. 137-141) werden auch durch die
Handschrift Z unterstützt. Aber außerdem bewahrt Z (teils mit anderen Handschriften zusammen, in
der Mehrzahl aber innerhalb der handschriftlichen Überlieferung alleinstehend) in den von V abwei
chenden Varianten1 Spuren eines Überlieferungsgutes, das in den genannten Texten nicht erfaßt ist
und sich offensichtlich aus verschiedenen Quellen speist. Vereinzelte und in ihrer Summe doch beacht
lich zahlreiche Belege in wechselnden Väterzitaten begleiten solche Z-Lesarten und weisen auf ihre
Bedeutung hin, ohne daß es mir gelungen ist, ihre (oder ihrer Quellen) eigentliche Stellung in der latei
nischen Textgeschichte zu bestimmen.
In der Regel werden die genannten Spuren nur ¡n Einzellesarten, gelegentlich aber auch in einem
größeren Komplex greifbar. Sie erscheinen in Z teilweise als Dubletten; an dieser Form der Überliefe
rung hält auch die Edition fest. In Anlehnung an den Hauptzeugen Z werden im Schema die ent
sprechenden Lesarten (die also nicht bereits in K, V, D, I erscheinen) mit dem Sigel Z hervorgehoben;
auch Stellen, die mit J übereinstimmen, werden im Schema als eigene Z-Lesarten geführt: Ange
sichts der ausgeprägten Eigenstellung des Textes J, in dem die Angleichung an das Griechische am
stärksten durchgeführt ist, scheint Z die übergreifende Texttradition zu repräsentieren, wenn Z
und J zusammengehen2, besonders dann, wenn Z von anderen Handschriften begleitet wird. Aus dem
kritischen Apparat sind die gegebenenfalls die Z-Lesart unterstützenden Begleiter unter den Hand
schriften und Väterzitaten zu entnehmen. In der Handschriftenbeschreibung ist auf die engere Ver
bindung zwischen Z und 0SH hingewiesen worden, siehe S. 35f zu Z und S. 45 zu 0; manchmal ist die
ältere Theodulfüberlieferung der Träger der mit Z bezeichneten Lesart. Je nach Bezeugung, Art und
Kontext der Variante kann die Stellung der Z-Lesarten im Schema wechseln.

Am Beispiel von Z zeigt sich erneut die in Sirach anders als in Sapientia ausgeformte Textdifferenzierung. In
Sapientia kann Z zu D gestellt werden, gehört aber, wenn die besondere Verbindung mit 2 gegeben ist, zu dem von D
unterschiedenen Typ T; siehe Vetus Latina 11/1, 50f; 178; 187f. Eine solche Verbindung ZS fehlt in Sirach nicht, tritt
aber nicht so in den Vordergrund, daß mit ihr eine eigene Textform herausgehoben werden könnte. Wenn allerdings T ¡n
Sapientia sich durch besondere Angleichung an den griechischen Text auszeichnet (Vetus Latina l l/l, 189f), so bestehen
dazu in Sirach vielfache Parallelen mit Z.

Das herausragende Kennzeichen der Z-Lesarten bilden die Korrekturen nach dem griechischen
Text. Damit geht Z bedeutend weiter als D und gelangt teilweise zu dem Stand, der in J erreicht
wird. Aber das Bild ist durchaus nicht einheitlich: Mehrfach scheint bei einer Gegenüberstellung von
V und Z der ältere Text bei Z zu liegen ; auch haben — im Unterschied zu J — die für die alte lateini
sche Überlieferung wichtigen Lesarten aus den griechischen Gruppen 0 und L (und ihren Verwand-

1 In diesem Zusammenhang kommen natürlich nur die ursprünglichen Lesarten von Z in Betracht.
2 Auf die Verbindungen zwischen Z und 171 (dem Hauptzeugen von J) ist bereits oben S. 16 bei der Beschrei
bung von 171 hingewiesen worden.
Der Text J 137

ten) in Z ein größeres Gewicht. In 1 1,22 gibt Z mit in lumine den hebräischen Text wieder; 34,6 quae
si timuerit (coç tuSivouav)?; oaco SeiXtac L~248) und 36,11 qui adversatur werden durch die Peschitta
unterstützt (vgl. DE BRUYNE, Étude 33f Nr. 95; 101).
Es gibt außerdem viele Varianten, die mit dem Griechischen nichts zu tun haben; bei Zusätzen
kann man zuweilen die Frage stellen, ob auch hier Z den alten Text überliefert, aber als Regel kann
dies nicht gelten. Mehrere Lesarten sind nur innerlateinische Fehler, die allerdings oft nicht auf
den Einzelzeugen Z beschränkt sind. Mehrfach begegnet eine Auslassung durch Homoioteleuton.
In der Wortwahl fällt in 7,16 und 27,7 die Ablehnung von rusticatio auf: 7,16 (угоручх) agri
cultura mit I; 27,7 (yewpyiov) cultura. — cogitatus wird mit Ausnahme von 6,37; 19,19; 23,2.4 (das
heißt: von 27,5 an konsequent) durch cogitatio ersetzt. — Für аяарх?) (7,31 с. d LXX) wechselt V zwi
schen primitiae (7,34) und initia (7,35), Z hat. auch in 7,35 primitiae. In 1 1,3 ist primatum (für ap^vj;
initium V) eine gewollte Änderung. — Das Fremdwort xenia (20,31) wird durch muñera ersetzt.
Vor 36,1 hat Z — nicht ohne Recht — die Angabe oralio hiesu filii sirach. Im Titel des Buches
liest Z wie V, so daß eine Angabe über Z entfällt.

Der Text J

Vergleiche die zur Handschrift 171 genannten Arbeiten von C. DOUAIS, A. WILMART, D. DE BRUYNE (S. 15)

Eine besondere Textform J wird durch die Handschrift 171 und durch Augustin in seiner späten
Schrift De gratia et libero arbitrio (AU gr; 426) überliefert. Das Sigel J weist auf Beziehungen zu I
hin, aber J ist durch eine wesentlich weiter gehende Korrektur nach dem Griechischen und ebenso
durch eine eigene Wortwahl unterschieden. Dabei ist jedoch der Zusammenhang mit der allgemeinen
lateinischen Sirachüberlieferung nicht aufgegeben; J ist eine Revision, aber nicht eine neue unab
hängige Übersetzung.
AU gr zitiert aus den in 171 erhaltenen Abschnitten (21,20 - 23,28; 24,38 - 26,1) die Verse 22,33;
23,4-6 und bezeugt den gleichen Text wie 171. Außerdem belegt AU gr in einem fortlaufenden Zitat
Sir 15,11-18: sowohl positiv in der Wortwahl, im Verhältnis zum Griechischen und in der Beziehung
zu Z (und anderen gelegentlichen Begleitern von 171; siehe unten) als auch negativ in der Abwei
chung von anderen Augustinzitaten erkennt man die gleichen Merkmale, die für 171 typisch sind.
Einen Rest des Textes J finden wir in Lesarten, die das späte Glossarium AN glo B überliefert
und die wohl aus einer glossierten Bibel stammen. Durch AN glo B kann J für einige Stellen außer
halb der von 171 und AU gr belegten Abschnitte gewonnen werden.

Den Ausgangspunkt für diese Wertung bieten die Varianten, in denen AN glo B die Hauptzeugen AU gr und 171
begleitet: 15,12 induxit mit AU gr; 23,1 1 caeditur mit 171 ; 23,13 deliquerit mit 171 ; vergleiche 22,20 sicuf ornatus areno-
sus in pariete límpido mit 171 Z01.
Andere Lesarten passen mit ihrer genaueren (oder mindestens begründeten) Wiedergabe des griechischen Textes
oder eines bestimmten Überlieferungszweiges sowie mit ihrer Stellung innerhalb der anderen lateinischen Zeugen so
sehr zu dem Bild von J, das sich aus 171 und AU gr ergibt, daß sie für J gewertet werden können:
1,16 concreata (die Handschriften von AN glo B überliefern concreta): das Bezugswort ist jetzt sapientiae; vergleiche-
créala L (siehe dazu die Verbindung 171 L in 23,24 fornicario V] fornicalori \7\,fornicatorio [-0 Dittographie?) L)
2, 4 supervenerit mit AU pat; andere Augustinzitate lesen wie VD adplicitum fuerit; eraxxfb)
3,30 planta: ÇUTOV; /rutex VD
4, 9 noli esse pusillanimis: ^ oX^o^x7)07!? в; ge8en aMe (V; aegre D) feras in anima tua VD, cf \ir¡ oXiYtopir]<i»)ç TYJ

' Für die entscheidenden Stellen 23,1 1.13 hatte D. DE BRUYNE, der AN glo B im Bulletin Du Gange. Archivum
Latinitatis Medii Aevi 3 (1927) 1 13-120 bekannt gemacht hat, die Seite 222V (Sir 23,1 1-28) der Toulouser Handschrift,
die die Reste von 171 überliefert, nicht zur Verfügung, da sie von A. Wilmart noch nicht veröffentlicht werden konnte.
Nur so läßt es sich wohl erklären, daß nicht schon De Bruyne die Beziehung zu J erkannt hat und bei dem Urteil bleiben
mußte: „Les variantes (in AN glo B) de l'Ecclésiastique sont intéressantes, mais non anciennes" (S. 115).

18 20.4.1968 Vêtus Latina 11/2


138 Der Text J
9, 4 in factis eius: ev TOI? eTtixeip7¡(jia<jiv aunjç; in efficacia illius V, in efficaciis illius D
10,14 discedentis a domino: acio-rapievou атго xuptou die griechische Hauptüberlieferung (BSAC . . .); gegen apostatare
(aTroanjvai O L—248) a deo VD, AU in vielen Zitaten
20, 7 tumidus: o Xamcrnjc „der Aufschneider"; lascivas VD
24,21 ónix mit ANT-M: ovu£; ungu/a V
34, 9 oder 10 temptatus: 34,9 о тгоХ\жирос /n multis expertas V; 34,10 oc oux ereipafh] (enetpaoOir) S V-253 L' . . .) qui
non est expertas V
36,27 errons: 7rXavo>¡¿evoc; egens V
38,27 su/eos verteré: exSouvai auXaxaç; ad Versandes sáleos V
in pabulis iuvencorum: eic х°Ртаст1хата SaiAoXscov; in sagina vaccarum V.

Es gibt allerdings auch Gegenstellen: 21,30 (aoeßr)) iniustus AN glo B mit X gegen impías 171 = V. Zu 22,3
<9иуа-п)р) hat AN glo B filia indómita vel fatua gegen filia inprudens 171 ; in filia (+ fatua ZC0) V; der Zusatz fatua ist
auch in der späten V-Uberlieferung bezeugt, so daß er in AN glo B möglicherweise daher stammt; indómita ist nicht be
legt; gegen inprudens 171 wage ich eine Zuweisung an J nicht, da für inprudens trotz des Gegensatzes zu 0 Gründe gel
tend gemacht werden können, die ich für indómita nicht sehe (siehe unten).
Ohne sichere Erklärung bleiben 1,13 (теХеит/]с; defunctionis V) defensionis und 21,8 (ev T<Ü oXiaOaveiv аи-rov; labi se
V) labitur. Ist 1,13 defensionis Fehler für defections ?

An die Seite von 171, AU gr (und AN glo B) treten zuweilen auch andere Zeugen der lateinischen
Sirachtradition, ohne allerdings die herausragende eigene Stellung von J wesentlich zu schmälern.
Diese über die Hauptvertreter hinausgehende Unterstützung ¡st auch sehr viel geringer als eine ent
sprechende, nicht auf die Hauptzeugen beschränkte Bezeugung bei anderen Textformen. Immerhin
belegen die Begleiter auf ihre Weise, daß J nicht außerhalb der allgemeinen Textgeschichte steht. Sie
reichen zwar nicht aus, um genauere Aussagen über die Quellen des Textes J oder über seinen Ein
fluß in der lateinischen Sirachüberlieferung machen zu können (auf welchem Wege kommt AN glo B
zu den J-Lesarten?), verdienen aber vor allem deshalb Beachtung, weil es sich in erster Linie um
Zeugen handelt, denen man sonst bei D (dort allerdings viel häufiger) oder auch bei I begegnet. Auf
die in diesen Zusammenhang gehörenden besonderen Verbindungen mit Z ist schon in der Bespre
chung der Handschrift 171 hingewiesen worden, siehe oben S. 16.
Über die gelegentlichen Begleiter gibt an den betreffenden Stellen der kritische Apparat Auskunft. Typische
{von K, V, D oder auch I abweichende) Z-Lesarten werden aber bei Übereinstimmung mit J auch im Schema als eigene
Z-Lesarten geführt, um neben den Unterschieden zwischen J und Z auch ihre Gemeinsamkeiten deutlich hervorzu
heben und so die noch ausstehende Klärung der Beziehung zwischen Z und J zu erleichtern, bei der angesichts des am
weitesten entwickelten und durch seine besondere Eigenstellung (siehe unten maritus, sermo) hervortretenden Tex
tes J die übergreifende Tradition wohl bei Z liegt.

Schon die Herausgeber von 171, Douais und Wilmart, sowie De Bruyne haben die Angleichung an
das Griechische als das besonders typische Merkmal des Textes J hervorgehoben. Durch Zieglers kri
tische Septuagintaausgabe kann die Richtung dieser Korrekturen noch genauer bestimmt werden:
Wenn sich J von den anderen lateinischen Texten trennt und der Unterschied auch in der handschrift
lichen griechischen Überlieferung belegt ist, werden die Varianten derjenigen griechischen Zeugen ab
gelehnt, die für die alte lateinische Übersetzung typisch sind (0, L, S2, V, 248), und für sie die Lesarten
der griechischen Unzialen zur Geltung gebracht. So ¡st der lateinische Text J am Anfang des 5. Jahr
hunderts zugleich ein wichtiger Zeuge für die maßgebliche Bedeutung dieser griechischen Text
familie1. Vergleiche die folgenden J-Lesarten:
4, 9 noli esse pusillanimis = \ir¡ оХьуофих^аг); (gegen JAY) оХ1уо>ртг)от)с TT¡
10,14 discedentis = окркттсцлгчои (gegen ocTrocmjvai O L—248)
15,12 quia = cm (gegen — on S O-V L' . . .)
16 conservabis = auvnjpïjoeii; (gegen auirn)p7¡aai O-S2-V Z.—2*8 . . .)
21,28 in istis = ev TOUTOIÇ (gegen та oux auTuv 248; cf aXXoTpiuv] аХХотрих S2)
gravabuntur = ßapuvfhjoerai vel ßapovOrjcrovrai (gegen 8iï)fr]aovTai S O-V L—248 . . .; 8пг)у)оета1 248)
29 cor autem = xapSia Se (gegen ev Se xapSia L . . .)

1 Gerade umgekehrt findet man bei PS-AM man die Bevorzugung der L-Tradition; siehe unten S. 146.
Angleichung an den griechischen Text 139

21,31 qui susurrât = o <l*i9upiÇci>v (gegen о (¡двирос L 755)


in incolatu = BV 7tapouo]oei (gegen ou eav тгарооог)<л) С O-V L' . . .)
22, l conparatus est = <juveßXn]6Tj (gegen eXi6oßoX7j(b) S2; eßXTjfh) V-253)
2 conparatus est = ouveßXir](h) (gegen eßX7](h] S2-V-253)
9 narrans = Siniyoujxevoc1 (gegen SniyeiTai 248-Í)
10 (deficit . . .) intellectu cf (eCeXmev . . .) auveaw (gegen auveaiç L' .
12 autem = Se (gegen yap S* A O-V L . . .; x С . . .)
20 — omni = — ламп (gegen тгамп L')
— vel metu = — <poß<o (gegen <poßb> 248)
25 abigit = anoaoßei (gegen a7roaoß7)<ici 248)
26 si = eav (gegen cav xai O-V 613)
28 implearis = 7Лт)авт)с В (gegen eucpavfo;? reliqui)
33 ab eo = атг' au-njç (gegen атг* auTujv V)
23, 6 adpetitio = opeÇiç (gegen opeÇeiç O-V L'-2« . . .)
17 turpi = ааирт) (gegen — ааирт) 248 alii)
22 absorbebitur = хататгоог) (gegen хататтг) TI S2)
23 — et = — xai (gegen xat O-V
24,44 adhuc = ETI (gegen orí í.-^»93 . . .)
46 saeculorum = auovuv (gegen aiuvoç O-V L'—248 . . .)
25, 2 mulier et maritus = YUVYJ xai avqp (gegen ~ awrjp xat -JTJVY) O-V L . . .)
3 autem = Se (gegen — Se V . . .)
4 — et2 = — xai ante fepovra (gegen xai L' . . .)
adulterum = (zoixov (gegen (¿wpov S2 in Dublette, V)
— et3 = — xai unie eXa-rroujxevov (gegen xai S2 . . .)
6 canis = TToXiau; (gegen TroXiac L.—248 744)
9 opiniones = u7rovoir¡¡¿aTa (gegen avuirovoTjTa S2)
16 от. versum (gegen 25,12 LXX coßoc. . .аитои nur L)
24 Visum = Ti)v opaaiv (gegen то тгроаытпж 248 157' . . .)
26 illi = auTfl (gegen ел' auTr¡(v) / Sacra Parallela)
30f — (et) contraria (est) = в (gegen + avriTaaao|xevr) TOI avSpi auTT]ç Sacra Parallela)
32 — mulier = — y"1") ante l^s (gegen yuvr) L—248)
34 — prodeundi = — eCoSou (gegen e£o8ou 248).

Korrekturen in der umgekehrten Richtung kommen nur selten vor. Dabei hat unter den zu nennenden Stellen die
abgelehnte Lesart in 24,39 und 25,23 nur eine sehr spezielle Bezeugung (vergleiche allerdings die Entscheidung für B in
22,28); die Stellen 22,15; 24,43; 25,9 haben nur wenig Beweiskraft:

22,15 in excusationem (pro excussionem ?) = ev ты exTivay^to O L—248 . . . (gegen ev ты EVTiva-pKo


24,39 cogitationes = (та) вюсоотдцата A O-V L' ... (gegen 8iavoT)¡¿a B-S pauci вн)
43 propinquavit V; factus est (= еуе\гето в) J] + mihi = + ¡xoi /-157' . . .: cf 43a factus (facta V) est mihi VJ = в
25, 9 (in lingua) mea = + цои 248 534': cf supra (in corde) meo ZJ
15 + et = + xai L'-2«
23 placet mihi = еъвохы 248-315' . . . вн (gegen eu8ox7¡<jb> B-S* 253 157').

Im Gegensatz zur strengen Angleichung an das Griechische stehen einige Lesarten, mit denen J
die griechische Überlieferung verläßt. Wenn es darunter auch Stellen gibt, die als reine Fehler (zum
Teil nur der Einzelhandschrift 171) oder als Nachlässigkeit anzusehen sind, so liegt anderen doch of
fensichtlich eine bewußte Absicht zugrunde, die auch in dieser Hinsicht den Text J charakterisiert.
In 2l ,24 wird mit в sicut eingefügt, entsprechend folgt, aber jetzt gegen в, der Zusatz sie vor prudenti. — In 22,3
liegt nach filia ein die allgemeine Aussage einschränkender Zusatz nahe, vergleiche auch in der griechischen Überlie
ferung den Zusatz цыра; J hat den Zusatz inprudens, der nicht auf (uopa (= fatua; siehe Z) zurückgeht, sondern den Ge
gensatz zu 22,4 9иуаш)р ippovtny) filia prudens herstellt. Ein entsprechender Zusatz in 21,21 inprudentia vor inprudentis
(aouverou; insensati V) ist erklärlich, wenn in der Satzkonstruktion et scientia (xai yvwaic) mit dem vorangehenden
sapientia (o-ocia) verbunden wird. — In 23,8 zeigt derelinquetur gegen adprehendetur (< хатаХтчфв^аетаО V den Anschluß
an die verbreitete, im Grunde nur „orthographische" Variante хатаХе1ф(Ь]сгета1; dann ist der Zusatz non vor derelinque-
fur fast zwingend. — Das (Hilfs)verbum est wird gegen в zu häufig eingefügt, als daß dies absichtslos geschehen sein
könnte: 22,12 (cf X, ZC). 17; 23,27 (+ e<mv 130-705); 25,6 (mit Z). 7.13.26; (in 22,3 wird est allerdings von J getilgt).

In der Wortwahl fällt am stärksten die ausschließliche Verwendung von sermo für Xoyoc1 ins
' Hängt die ungewöhnliche, nur auf die Kapitel 41-43 beschränkte Bevorzugung von sermo in V (siehe S. 122)
mit dem Text J zusammen ?

18»
140 Der Text J : Eigene Wortwahl

Auge: 21,20.21.28; 22,14; 23,17.20. Auch für andere Worte stellt man die Gleichförmigkeit der ge
wählten Übersetzung fest; man findet sie sowohl gegenüber einer in V gebrauchten Abwechslung als
auch in einer ausgesprochenen Ablehnung der von V verwendeten Vokabeln. Dabei zeigen einige Aus
nahmen von der genannten Regelmäßigkeit, daß es sich bei J um eine Revision handelt, der trotz aller
Konsequenz die eine oder andere Stelle entgeht.

Siehe die folgenden Worte, bei denen für V nur die in J belegten Abschnitte berücksichtigt sind:

^артг^а, ацар-па V delinquere, delictum, peccatum, aber J peccare, peccatum


avaiSeï, avaiSeia V 23,6 (animae) inreverenti, 25,29 inreverentia, aber J (animae) inverecundae, inverecundia
а7гоот7)<тета1 V 23,12 discedet (. . . plaga), 23,16 (haec) auferentur, aber J discedent (. . . verbera), (ista) discedent
a, om|o.aÇea6at V 21,27 contumelia, 22,1 aspernatio (mit D), 22,5 inhonorari, aber J contumelia, contumeliam pati
v, Г"1Р<*<; V 25,4.8 senex, 25,7 veteranas, 25,5 senectus, aber J hat auch in 25,7 senex. — Für TtpeoßuTepoc 25,6 pres
byter V hat J maiornatu (offensichtlich, um den Komparativ auszudrücken), aber in 25,27 bleibt J mit veteranas bei V
a, Suxvoioc V neben cogitatio, cogitatus auch (25,7) intellectus, aber J lehnt intellecfus ab und hat in 25,7 cogitatio
V 24,41.43 tramis (24,41 als Dublette auch doryx); J rivus (24,43 mit Z)
) V 23,14 retributio, 25,20 obductum . . . obductum, aber J Ableitungen von premere: 23,14 inpressionibus, 25,20
oppressionem . . . oppressionem
cuXaßeio6at V 22,27 timere, 23,26 vereri, aber J nur vereri
6u¡jtoí; V 25,23 ira super iram, aber J animositas super animositatem
[локтусс V 22,6; 23,2 flagella, ¡j.acmi; 23,12 plaga, aber J immer verbera
¡xoXuvtù V 21,31; 22,15 coinquinare; J hat in 21,31 polluere, bleibt allerdings ¡n 22,15 bei coinquinare
(/.topo? V neben fatuas gelegentlich (22,9.22) auch stultus, aber J hat fatuus auch in 22,9, während ¡n 22,22 stultus geblie
ben ist1
oveiSiCeiv, ovet8i<r¡j.oc V wechselt zwischen conviciari, convicium und inproperium, J verwendet nur inproperare, inpro-
perium
OTI V quoniam, aber J quia (in 15,12 mit Z)
V 21,23 sapiens, 22,33 certus, aber J an beiden Stellen astutus
(„Gesicht") V 22,31 ; 25,31 facies, 25,24 vultus, aber J auch 25,24 faciès. — тгроаожоу („Person") 21 ,25 persona
VJ
ouvoixetv V 25,1 1 inhabitare cum, 25,23 commorari. . .habitare cum, aber J habitare cum
<piXia V 22,25 amicitia, 25,2 amor, aber J an beiden Stellen amicitia
9povt(jLoc, aippcov V prudens, stultus, aber J prudens, inprudens
<oc den Wechsel der Wiedergabe in V behält J zwar im allgemeinen bei, ersetzt aber in 24,41c sicut (nach 24,41 Ь quasi)
V durch qtuisi.

Deutlich, wenn auch nicht ganz konsequent durchgeführt, ist für ouveatç, аиметос, acruve-roc die Ablehnung von
Verbindungen mit sensus: J hat 22,10 (sensus V); 22,20 (sensatus V); 25,4 (insensatas V) intellectus; 25,11 (sensatas V)
prudens; 21,21 (insensatus V); 22,18 (inprudens V) inprudens. Nur in 22,14 ist insensatus geblieben.

Bei der Wiedergabe von avijp wird homo (so V in 15,12; 25,27) völlig abgelehnt, im übrigen in der Regel genau un
terschieden: für die Bedeutung „Ehemann" steht maritus (22,4.5; 25,2.24.32; 26,1), sonst vir (15,12; 21,23.26; 23,12;
25,27). Die Ausnahme 25,30 viro suo J = V zeigt nur, daß diese Stelle übersehen wurde.

Auffällig ist 22,22 metus für <poßoc, da J sonst timor oder timere für (poßeto6ai hat. Die Lesart könnte mit der Kor
rektur an V zusammenhängen: xarevavri roxvroç ipoßou contra x (i)m(p)etum timoris V; adversas отпет melum J: < <й

Keine zufriedenstellende Erklärung sehe ich für 22,5 ab omnibus; шго <x(jt<poTepcov ab utrisque V; 23,18 in medio prio-
rum; ava ¡xeaov [¿rfiaravojv in medio magnatorum V; 25,35 secundara animam; хата хефа (so die griechische Hauptüber
lieferung) ad manum V. — DOUAIS 26 nimmt für 22,5 eine Fehlentwicklung aus ab ambobus an. Vielleicht ist 25,35 ähn
lich zu erklären.

Ein Titel ist ¡n 171 nicht überliefert. AU gr leitet das Zitat aus Sir 15 mit über Ecdesiasticus, die
Zitate aus Sir 22 (und Sir 23) mit in eodem libro Ecclesiastico (. . . paulo post dicif) ein. Diese Einfüh
rung für J zu werten, erscheint bei dem Gegensatz zum griechischen Titel zu gewagt.

1 22,23 (23a ist Dublette zu 22) ist in J durch Korrektur nach в getilgt; dadurch entfällt der J-Beleg für fatuus
22,23a V.
Ambrosius und die Lesarten M 141

D. DE BRUYNE hat den Text J als eine eigene Revision Augustins angesehen. Dagegen spricht, daß Augustin
außer in AU gr nur wenig Berührungen mit J aufweist; die Lesarten seiner Zitate bleiben viel mehr in dem durch V,
D, I gegebenen Rahmen, als es J tut. Wo Augustin abweicht, fehlen seinen Lesarten die Begleiter, die zwar sporadisch,
aber doch unübersehbar an die Seite von J treten. Der für J typische ständige Gebrauch von ser/по ist Augustin fremd,
ebenso die strenge Unterscheidung zwischen vir und maritus^ ; die Wahl von astutas in 22,33 (ocpayiSa Ttavoupyov signa-
culum astutum gegen signaculum cerium VD, AM) ist wenig passend. Kann Augustin für 22,28 in bonis élus implearis
verantwortlich gemacht werden? Vergleiche dazu seinen Sermo 41, der diesen Vers 22,28 zum Thema hat; Augustin
zitiert dort in mehrfacher Wiederholung x bonis eius perfruaris. Vergleiche auch AU PS 143 zu 16,30 implevit enim deus
terram bonis suis mit der gleichen Konstruktion wie die Vulgata. — Der entscheidende Einwand gegen De Bruyne liegt
aber natürlich darin, daß für die Psalmen und Paulusbriefe, die die Hauptpfeiler für De Bruynes These Saint Augustin
reviseur de la bible bilden, die Unhaltbarkeit seiner Annahme durch die Arbeiten von A. VACCARI (Psalmen) und H. J.
FREDE (Paulusbriefe)2 seit langem erwiesen ist und damit De Bruynes Sicht auch für die anderen Bücher ihre eigent
liche Stütze verloren hat.

Ambrosius von Mailand (AM) und die Lesarten M

Durch das Sigel M werden Lesarten hervorgehoben, mit denen Ambrosius von Mailand sich von
den übrigen Textformen trennt. Meist wird an solchen Stellen der griechische Text genauer wiederge
geben, und auch bei Varianten ¡n der Wortwahl spielt die Rücksicht auf das griechische Wort eine
Rolle.
Für aioxuvr], atay.uv£<j6ai. wird confusio, confundí abgelehnt: siehe 4,25a verecundia (AM PS 37; confusio AM PS 43
= V); 21,25 verecundatur; 22,31 erubescam. In 31,23 wird das seltene Wort infrunitus (атгХ^отос) durch edax (AM Ca;
vgl. 31,25 in edendo V und so auch AM Ca für cv ESeaiiaaiv) oder insatiabilis (AM Hei) ersetzt. An die Stelle der Fremd
worte in 2,5 in camino; 6,32 (oder Parallelen) stola gloriae treten in fornace und amictus gloriae.

Die M-Lesarten heben nur ein Merkmal der Ambrosiuszitate hervor; sie können für die eigent
liche Charakterisierung seines Textes nur eine untergeordnete Rolle spielen. Im allgemeinen nimmt
Ambrosius in Sirach keine Sonderstellung ein; er belegt vielmehr die allgemeine lateinische Überlie
ferung in ihren verschiedenen Ausformungen und übernimmt dabei in der Regel deren Eigenarten in
der Wortwahl und auch in — teilweise erheblichen — Abweichungen vom Griechischen. In wechseln
dem Umfang werden die Lesarten der Hauptzeugen für D, I, Z, J von Ambrosius unterstützt. Die
Verbindung mit Chromatius weist auf eine gemeinsame Textschicht hin; das Zusammentreffen mit X
läßt die Ausstrahlung eines italienischen Textes auf Spanien erkennen. Eine Reihe von Sirachstellen
wird von Ambrosius mehrfach zitiert; dabei bindet er sich nicht in allen Einzelheiten an den gleichen
Wortlaut, aber die Differenzen sind geringer als die Übereinstimmungen. Mit der grundsätzlichen
Bindung an die Texrformen der lateinischen Bibel und mit mehreren, in der Regel wohl selbständigen
oder durch benutzte Quellen veranlaßte Änderungen bietet Ambrosius in Sirach ein ähnliches Bild
wie in Sapientia (siehe Vetus Latina l l/l, 193-195).
Auch in den eigenen Formulierungen des Ambrosius trifft man auf Wendungen, die aus Sapientia bekannt sind;
vergleiche die Anspielung auf Sir 25,6 (4 LXX) speciosum autem incanae iudicium senectutis (AM 118 PS 13,14; o>c
ттоХюас xpiaic; 41111:11 speciosum canitiae iudicium V) mit den Ambrosiusstellen zu Sap 4,9 iroXta.

Zu 2,5 heißt es bei AM 118 PS 20,10: lectum est: homines acceptabiles in fornace humilitatis; татгЕ^шассос enim
Graecus dixit, quod est humilitatis. hoc ideo posui, quia plurimi habent Latini 'in fornace adfliclionis'. Latinus discernit,
Graecus non separat: Taneivojaic et humililas virtutis dicitur et humilitas adflictionis. — Die Bezeugung für 2,5 ist außer
ordentlich breit und umfaßt auch K und D; eine Lesart (in fornace) adflictionis ist nicht belegt; die Regel ist humiliatio-
nis. humilitatis hat außer Ambrosius (M-Lesart) nur PS-AM man. Bei diesem Befund kann die Bemerkung über die

1 Vergleiche W.THIELE, Die lateinischen Texte des J. Petrusbriefes, Freiburg 1965 = Vetus Latina. Aus der Ge
schichte der lateinischen Bibel 5, 44 mit Anmerkung 3: In älteren Texten der lateinischen Bibel begegnet für avujp =
„Ehemann" neben vir auch maritus, und wo Augustin ältere Texte belegt, findet man auch bei ihm gelegentlich maritus,
aber Augustin steht „in der Regel auf der Seite der jüngeren Texte, die vir bieten". Im Unterschied zu einer gewissen
Gleichwertigkeit zwischen vir und maritus in den älteren Texten ist es für J typisch, daß vir für „Ehemann" abgelehnt
wird. — Auch das „alte" Wort sermo ist im Fall von J kein Zeichen für einen alten Text.
2 Hinweis auf diese Arbeiten bei W. THIELE (siehe Anmerkung 1), 39.
142 Augustinus und die Lesarten A

plurimi Latini nicht auf eine weit verbreitete Lesart adflictionis hinweisen; sie ist offenbar im Zusammenhang der bei
den angesprochenen Ubersetzungsmöglichkeiten für TccTrcivtixjic gebildet und hebt die von Ambrosius getroffene Wahl
humilitas von der allgemeinen Lesart humiliatio der lateinischen Bibel ab. — In der altlateinischen Bibelüberlieferung
ist adflictio für татгегойхяс nicht üblich; Hieronymus hat in der Vulgata des Alten Testaments mehrfach adflicito, wo die
Altlateiner humilitas haben.

Auf eine Dublette führt AM mort 35: an das wörtliche Zitat von l l,30a (l l,28a LXX) ante mortem non laudaveris
quemquam wird eine freie Formulierung von l l,30b (l l,28b LXX xou ev TEXVOIÇ OCUTOU -^шсе^ое-пи av/jp) angeschlossen:
unusquisque enim in novissimis suis cognoscitur et in filiis aestimatur. Die Wendung in novissimis ist neben in filiis eine
ebenso mögliche, ja die normale (durch eine entsprechende griechische Lesart vermittelte) Wiedergabe des hebräischen
Textes1; zu der Dublette von 11,30 schon in der hebräischen Überlieferung siehe H. P. RÜGER, Text und Textform im
hebräischen Sirach, Berlin 1970, 17. — Die Stellung des Ambrosius in der lateinischen Textgeschichte von Sirach
spricht allerdings nicht dafür, daß er mit dieser Dublette einen lateinischen Bibeltext bezeugt; man wird eher an eine
von Ambrosius benutzte griechische Quelle denken; ich verweise auf RUF Rm 3,2: ne beatificaveris hominem ante mor
tem quia nescis quae erunt eius novissima. Dann ist die Ambrosiusstelle ein Beleg für eine (aus dem Hebräischen zu er
klärende) Lesart der griechischen Überlieferung.

Augustinus (AU) und die Lesarten A

D. DE BRUYNE, Saint Augustin reviseur de la bible, in: Miscellanea Agostiniana 2, Rom 1931, 578-582

Augustin greift in seinen Werken häufig auf das Sirachbuch zurück, und nicht wenige Verse
werden von ihm mehrfach zitiert. Vorwiegend — aber durchaus nicht ausschließlich — belegt er
Texte, die zur jüngeren lateinischen Überlieferung gehören; für I und J ist er ein Hauptzeuge. In
seinen Zitaten erkennt man nicht nur, daß Lesarten aus verschiedenen Textformen benutzt werden2,
sondern auch, wie fließend die Übergänge sind und in wie starkem Maß die in der Edition hervorge
hobenen Texttypen durch die erhaltene Überlieferung bedingt sind. Einerseits die Fülle der zitierten
Stellen, andererseits der nur bruchstückhafte Bestand vor allem von I und J bringen es mit sich, daß
Augustins Lesarten mehrfach ohne weitere Bezeugung bleiben. Im Schema werden solche Varianten
durch das Sigel A hervorgehoben. Ihre Anzahl darf nicht absolut genommen werden; es ist durchaus
bezeichnend, daß sie gegenüber den von De Bruyne genannten Sonderlesarten kleiner geworden ist,
da inzwischen weitere Zeugen aus der lateinischen Bibeltradition bekannt geworden sind. Auch die
verbleibenden A-Lesarten lassen zuweilen die Verbindung mit der bekannten Bibelüberlieferung er
kennen.
Bei mehrfacher Anführung einer Stelle stehen nicht selten die A-Varianten neben solchen Les
arten, die Augustin den Textformen entnimmt, die durch andere Zeugen gesichert sind. Auch inner
halb von A gibt es manchmal mehrere Alternativen. Vergleiche:

2,16 щч uTTOfiovigv sustinentiam VI, AU (mehrfach); patientiam A = AU s 359A, pat; tolerantiam A = AU s 47


6,18 ETttXeCat (so die griechischen Handschriften) excipe VD, AU PS 1 18; elige A: cf AU ep 218
6,25 EitrcvcYxov inice V, AU PS 78; cf PS 89, ci; infer A = AU PS 101
14, 5 о TTovrjpoç qui nequa(m) est V, AU ep 204; qui malignus est A = AU ci
17,26 coç quasi VD, AU teilweise; tamquam A = AU teilweise; velut A = AU in der Mehrzahl der Zitate
28, 2 <x<pe; еаипцм ты rtXTjmov (стои) relinque proximo (tuo) nocenti te VD, AU Fau; dimitte iniustitiam proximo tuo A
= AU adu (dimifte mit £; vergleiche auch remitte proximo tuo peccatum CHRO, dazu remiite Z; te] + peccatum X)
28, 3 auvTTjpet servat VD; reserva/ ХУФ . . .; (CHRO); PEL; AU Fau: I; conservât A = AU adu
28, 4 rrr' av6pco7TOv in hominem VD, AU Fau; super hominem A = AU adu

• Vergleiche vom gleichen hebräischen Wortstamm 3,27; 6,29; 12,12; 31,26 ЕЯ' coxarav = in novissimis oder in
novissimo; 7,40; 38,21 та естхата = novissima (48,27 = ultima); 33,16 сстхатос = novissimus.
2 Vergleiche zum Beispiel die Belege in 1,33 für iustitiam = V und für mandata = I; in 2,4 für adplicitum fuerit =
VD und für supervenerit = J; in 5,8 für ad deum = KV und für ad dominum = D; in 12,4 für misericordi = V und für
misericordiam = CXYFB . . .; in 34,30 für die Auslassung von et Herum tangit ilium KD und für diese Worte VI.
Augustmus und die Lesarten A 143

28, 5 Sia-nrjpei pjviv réservât iram V, AU Fau; conservai iracundiam A = AU adu


33.15 oorevovu той xaxou . . . r¡ ÇU>T) contra malum . . . vita V, AU ci; contrarium malo . . . vita est A = AU q Si
anevavri evxreßooc . . . 8uo Suo contra virum iustum . . . duo duo V, AU q Si; contra plum . . . bina bina A = AU ci
34,30 (ev) TO> XouTpcj lavatio(ne) KVD, AU On q, re; in lavacro A = AU On Ma, Oau; lavacrum A = AU ep 108; 173
39,20 OUTCÙÇ sic V, AU PS 1 17; haec A = AU PS 7; 78; 1 18; 141 ; q Ev app; s 68.

Im Vordergrund der A- Lesarten steht die genauere Wiedergabe des griechischen Textes. Dabei
betreffen die Korrekturen sowohl kleinere als auch größere Abweichungen; sie gehen aber in aller
Regel nicht über die Einzelstelle hinaus, und Lesarten des umgebenden Kontextes, die ebenso „un
genau" sind, bleiben unberührt.

Für die Korrekturen nach dem Griechischen siehe außer den schon genannten Stellen 6,18; 28,2.3.4; 33,15 fol
gende Beispiele:

3,27 oOToXeiToci] ejnrEcrciTai B; incidet AU cf, ci


6,24-32 wird in AU PS 101 mit zahlreichen Lesarten zitiert, die nach der griechischen Überlieferung korrigiert sind:
24 exSeCat accipe; Yvto¡i7¡v цои sententiam meam; 25 xai (so die griechischen Handschriften außer S O 307 547) eia-
eveyxov et infer; 27 ev . . . фихт) сои in . . . anima tua; 28 — illam; •риообтцгетоа innotescet (vergleiche dazu 23,29
ерклатоц nota sunt AU tri mit HI, PEL); 29 аитг)? eins; — et bases (virtutis); 30 хоацос . . . ypuaeoç déçus . . .
aureum; 32 ауаХХихцато? exulíaíionis
12,4-7 wird von AU s 164A in folgender Form geboten: da misericordiam et ne suscipias peccatorem (4 LXX; 4a V) et
impiis et peccatoribus redde vindictam (6b LXX; 4b V) bene fac humili et ne dederis impío (5a LXX; 6a V) quoniam
et altissimus odio habet peccatores (6a LXX; 7b V) et impiis reddet vindictam (6b LXX; 7c V)

Die Korrektur des von AU verwendeten Textes (adhibent etiam testimonia scripturarum sanctarum ubi legimus)
nach dem Griechischen ist offenkundig: unter Auslassung von 12,5b-e LXX = 12,6b.7a V werden 12,4.5a.6a.b
LXX in ihrer griechischen Folge angeführt; der nur in O L' überlieferte Versteil 6c LXX = 4c V ¡st ebenso ge
tilgt wie 5 V (Doppelung zu 4 LXX = 4a V). Die Korrektur ist aber von V ausgegangen: der Stichus 12,4b V ist
nach 4a V gegen die griechische Folge beibehalten, so daß 6b LXX bei AU wie in V doppelt belegt ist
14,18a t(juxTiov vestís AU ci, Jul. — In V(D) springt der Text von 14,17a LXX (= 14,18a V) auf 14,18a LXX (= 14,18b
V) über; der Satz 14,17b LXX TJ yap Sia&rjxrj атг' attovoç öava-rtu атгооосут) (omoOaveiTai S* V) Steht in VD nach
14,12a.b als 14,12c testamentum (enim) huius mundi morte mori(e)tur; bei AU ci, Jul folgt, wie es dem Grie
chischen entspricht, 14,17b LXX auf 14,17a LXX: testamentum enim a saeculo morte morieris
17,26 (ojc) ¡ATjSe OVTOC (velut) qui non sit AU häufig
23,29 аити) illi AU tri
пета то auvTEXeaÖ7)vai postquam consummata sunt AU tri
— respicit omnia AU tri (in /ine)
28, 5 — et propitiationem petit a deo AU adu
36,1-5 wird in AU ci 17 mit zahlreichen Lesarten zitiert, die auf eine Korrektur nach dem Griechischen zurückge
hen; siehe l Зеотгота dominator; — et ostende nobis lucem miserationum tuarum; 2 тгамта (та eövn)) omnes (gentes) ;
— quae non. . .magnalia tua; 3 eroxpov extolle; xai et; 4 — enim; 5 xai et; хаоатсер secundum quod. — Bei diesem
Befund ist es ganz auffällig, daß in 36,1 et réspice (nos) gegen die griechische Überlieferung xat errißXE^ov aus
gelassen wird. Entweder hängt die Auslassung mit der folgenden Korrektur — et ostende. . .tuarum zusammen,
oder ein Rest desjenigen Textes ist bewahrt worden, an dem die Korrekturen erfolgt sind; PS-VIG Var belegt
die gleiche Auslassung von xai emßXeJiov, die dem Hebräischen entspricht und bei ZIEGLER den Text bildet

36.20 eoriv Se est autem AU q VT


36.21 foipocc venationis AU q VT
36,23 e<mv 8e est autem AU q VT
37,20 арх?) roxvroç epyou Xoyoç initium omnis operis verbum AU cont, tri (vergleiche VIG-T Ar 2,19 initium x operis
verbum)
38.16 (evapÇai) 6pï)vou (¡паре) lamentâtionem AU ер 263
38. 1 9 exßaivei ... xai Хитп] xapSiaç ха[хфе1 iaxuv praecedit ...et tristitia coráis flectet fortitudinem (— et cooperlet viríutem)
AU ер 263
39.20 ev aiveaei аитои in laudem ipsius AU PS 1 17
39.21 OTI quoniam AU in allen Zitaten
40, 1 mtvn ovOpcdTicd omnl homini AU Jul
43,29 ou (лг) аф1хш(1е6а non pervenimus AU tri
43,32f AU On im; siehe oben S. 108.
144 Augustinus. - Die Lesarten S

Für 11,14 roxpa xupiou a deo V zitiert AU in mehreren Zitaten die aus der Korrektur nach 0 erwachsene Dublette
a domino deo, die er offenbar schon seinem lateinischen Text entnahm.

Die Bindung an den griechischen Text ist allerdings nicht sklavisch: ich nenne 5,14 em отоцот super os V, aber
contra os AU; 31,12 етп. тратгеСт)? supra mensam V, aber ad mensam AU; umgekehrt allerdings 28,4 ЕТГ' аСброжоу super
hominem AU adu gegen in hominem VD, AU Fau. — 28,22 ev отощать [кхха1РаС |л ore gladii V; in Casus gladii D; aber
per casum gladii AU. — 19,4 о та^и Efjmcrrcucdv qui credit cito V, aber qui facile credit AU; vergleiche 6,7 [AY¡ тахи £(¿m-
пол /ûci'/e credos V; 21,25 тгоис. . .тахис pes. . .facilis V, AM; pes. . .citus J. — Vergleiche auch 39,20 оитыс
sie dicetis V, aber ftaec dicetis AU in der Mehrzahl der Zitate (siehe oben S. 143).

Auch in der Wortwahl gibt es A-Lesarten:


28,5 peccatum gegen delictum VD
Sta-nqpov Sia-njpTjaEi 28, l confirmons confirmabit gegen servons servabit VD
36,4a.b cora/n gegen in conspectu V; PS-VIG Var
33,16 qui racematur gegen ?u/ colligil ас/nos (racemos ХМФ, с/ T2J V
7,27 magnum opus gegen grande opus V
36,4 i/a gegen sic V
11,14 divitiae gegen honestas V
1 1,7 antequam gegen priusquam V; (23,29 antequam V; AU)
oTpcßXoc 36,22 perversas gegen pravus V
TOOTEIVOUV 3,20 humilare gegen humiliare in fast allen Zeugen; siehe dazu D. DE BRUYNE, Sai'nf Augustin reviseur de la
bible, in: Miscellanea Agostiniana 2, Rom 1931, 558-561.

Aus den genannten Beispielen ergibt sich die Folgerung: Eine eindeutige Scheidung innerhalb
von A zwischen Lesarten, die von Augustin übernommen sind (und für die lediglich eine weitere Be
zeugung fehlt), und solchen Varianten, die er selbst gebildet hat, ist nicht möglich. Im Gesamtbild der
Augustintexte zu Sirach spielen selbständig geschaffene Lesarten aber sicher nur eine untergeordnete
und oft nur für das jeweilige Zitat zutreffende Rolle. Gegen eine ausgesprochene Revision des Bibel
textes, wie sie De Bruyne für Augustin annahm, spricht die innerhalb der Schriften Augustins
durchaus wechselnde und keinesfalls konsequente Bevorzugung guter Lesarten, die in der Regel auf
einzelne Worte beschränkt bleiben. Die A-Lesarten verteilen sich zudem ganz unterschiedlich sowohl
auf frühe als auch spätere Werke Augustins.
Zu AU spe: In AU spe ist der ursprüngliche Text Augustins durch einen Vulgatatext ersetzt worden, der durch
den Zusammenhang mit der (ober)italienischen V-Tradition geprägt ist; vergleiche W.THIELE, Sirachtexle in St. Gallen,
in: (Hg. O. P. Clavadetscher, H. Maurer, St. Sonderegger) Florilegium Sangallense. Festschrift für Johannes Duft zum
65. Geburtstag, St. Gallen und Sigmaringen 1980, 283-285; Vetus Latina 11/1, 206. Zum Zeugenwert von AU spe für
V siehe oben S. 130.

Die Lesarten S

Wie in Sapientia werden Lesarten von X und aus spanischen liturgischen Texten, vor allem aus
dem Breviarium Gothicum (Brev. Goth.) und dem Antiphonale Mozarabicum (ANT-M), teils auch
aus dem Missale Mozarabicum (M-M), mit dem Sigel S hervorgehoben, wenn sie sonst nicht belegt
sind oder nur von vereinzelten spanischen Zeugen begleitet werden. Ausgeschlossen sind dabei natür
lich die reinen Fehler der Einzelhandschrift X. Daß die Bezeichnung S nur die tatsächlich gegebene
Bezeugung andeuten, aber nicht schon ein Hinweis auf die Herkunft der Variante sein kann, ist be
reits bei der Besprechung von X hervorgehoben (S. 33): Die S-Lesarten müssen stets auf dem Hinter
grund der viel zahlreicheren Stellen gesehen werden, wo die Vertreter von S durch andere Zeugen
unterstützt werden. Diese Begleitung macht immer wieder den Zusammenhang mit italienischen
Quellen deutlich1.
i Für den Hebräerbrief hat H. J. Frede die Handschrift X als Zeugen des gleichen altlateinischen Texttyps J
erkannt, der durch 89 (Budapest, Ungarisches Nationalmuseum Clmae l ; um oder kurz vor 800) bezeugt wird, und
entsprechend mit seiner altlateinischen Signatur 109 bezeichnet; siehe H. J. FREDE, Epistulae ad Thessalonicenses,
Timotheum, Titum, Philemonem, Hebraeos, Freiburg 1975ff = Vetus Latina 25, 1004f; 1032 (in der Vorbemerkung zu
Hbr, 1987).
Einige Sonderfälle 145

Wenn man die S-Lesarten zusammenstellt, erhält man ein ähnliches Bild wie in Sapientia (Vetus
Latina 11/1, 210-215). Es gibt viele offenkundige Korrekturen nach dem griechischen Text; es gibt
Lesarten, die speziell mit den griechischen Gruppen 0 und L zusammengehen; daneben steht die
große Zahl innerlateinischer Varianten, die in der Regel nur festgestellt, aber nicht weiter erklärt
werden können. Typisch ¡st die bunte Mischung dieser Elemente; sie stellt S mit in die Reihe der
jüngeren lateinischen Sirachtexte.

Einige Texte und Zeugen, die nicht durch ein Sigel hervorgehoben werden

Nicht alle Texte werden mit der vorgenommenen Gliederung und Zuweisung an bestimmte Text
formen erfaßt.

Innerhalb der Vulgata-Handschriften tritt immer wieder eine sich vor allem um L gruppie
rende Verbindung (Y, Y2) L (T2) S ХРЛ Пн hervor, doch wird weder durch die Zeugen, noch durch die
Lesarten ein deutliches Profil erkennbar. L selbst zeichnet sich durch eine Fülle von Sonderlesarten
aus; bemerkenswert ist, daß L mehrfach Varianten aus den griechischen Gruppen 0 und L bezeugt,
die sonst im Lateinischen nicht belegt werden (siehe oben S. 28 zu L).

Der breite, vom Codex Amiatinus (A) angeführte Zweig der Vulgataüberlieferung wird wie in
Sapientia (siehe Vetus Latina 11/1, 176f) nicht mit einem eigenen Sigel hervorgehoben. Nichts
spricht dagegen, daß die von J. GRIBOMONT für Sapientia vorgenommene Rückführung der Gruppe
auf einen „subarchétype italien" um etwa 500 (siehe Vetus Latina 11/1, 176) auch für Sirach gilt. Ein
so typisches Gruppenmerkmal, wie es die A-Lesarten zu Sap 4,1 (o quam pulchra . . .) und 12,1 (o quam
bonus . . .) sind, habe ich in Sirach allerdings nicht gefunden. Wie in Sapientia Einfluß von D vorliegt,
so ist die Familie A auch in Sirach durch jüngere, nach dem Griechischen korrigierte Texte beein
flußt, wie es etwa die Verbindung mit Z zeigt.

Von der lateinischen Bibeltradition des Sirachbuches heben sich die Zitate in denjenigen Schrif
ten der Väterliteratur ab, die die Übersetzung eines griechischen Autors sind und in denen bei der
Wiedergabe biblischer Stellen selbständig verfahren wird. Einerseits läßt gerade diese Zäsur die trotz
aller Unterschiede bestehende Zusammengehörigkeit der eigentlichen Bibeltexte klar heraustreten,
andererseits zeigt sie auch den in Wortwahl und Übersetzungsweise typischen Charakter der bibli
schen Überlieferung, mit dem diese sich deutlich von den Formulierungen unterscheidet, die nicht an
den Bibeltext gebunden sind. Ob solche Varianten im Schema oder nur im kritischen Apparat (mit
Fragezeichen) zu nennen sind, bleibt in vielen Fällen offen. Eine strenge Konsequenz bei der Ent
scheidung hat sich nicht durchführen lassen. Es ist dabei zu bedenken, daß es auch außerhalb der ge
nannten Übersetzungen Zeugen gibt, die sich von der allgemeinen lateinischen Überlieferung trennen
und eigenständig auf den griechischen Bibeltext zurückgreifen. Außer dem bereits erwähnten Ter-
tullian (TE; siehe S. 1 13) ¡st hier vor allem Hieronymus (HI) zu nennen.
In den Zitaten des Hieronymus gibt es natürlich auch Berührungen mit den lateinischen Texten
(vergleiche besonders Sir 27,6 bei HI Jov), aber kennzeichnend ist einerseits der enge Anschluß an das
Griechische und andererseits bei mehreren Zitaten des gleichen Verses die Beliebigkeit der Formulie
rung. Die aus anderen Bibelteilen gut bekannte Bevorzugung von absque statt sine begegnet auch in
den Sirachzitaten, siehe Sir 32,24 HI Is. Auch wo Hieronymus teilweise mit den Lateinern geht,
trennt er sich in der Regel von ihnen, wenn diese einen Zusatz haben, der nicht im Griechischen belegt
ist. Für Verse oder Halbverse, die die lateinische Tradition über die griechischen Texte hinaus als Zu
satz hat, gibt es keinen sicheren Beleg bei Hieronymus. Es fällt auf, daß ausgesprochene 0-Lesarten
19 20.4. 1988 Vetus Latina 11/2
146 Einige Sonderfälle. - Der griechische Text

in der Regel nicht unterstützt werden1. Von einem Rückgriff auf einen hebräischen Text, von dem er
in der Vorrede zur Vulgata von Prv Ecl Ct sagt, daß er ihn gekannt habe2, zeigen seine Zitate zu
Sirach keine Spur.
Auch Rufin von Aquileja (RUF) trennt sich oft mit Lesarten, die den griechischen Text wieder
geben, von der üblichen lateinischen Tradition. Sowohl für HI als auch für RUF ist der Befund damit
ähnlich wie in Sapientia (Vetus Latina 11/1, 196-201).

Trotz der wenigen zitierten Sirachverse zeigt sich für die (als Appendix zu den Werken des Am-
brosius edierte) Schrift De XL! l mansionibus flliorum Israel (PS-AM man) eine offenkundige Eigen
stellung. Sowohl in der Wortwahl als auch durch einen strengen Anschluß an das Griechische trennt
sich PS-AM man von den übrigen Lateinern. Dabei ist besonders bemerkenswert die durchgehende
Abhängigkeit von griechischen Lesarten der L-Rezension. Vergleiche:
10,1 docet: roxiSeusi 248-672...
21,16 fons] + purus: mrjYY)] + ayvir) 248
22,33 dabit] + mihi: 8o>aet] + ¡xoi B O-V L...
28,28f ori tuo fac ianuas et seras. . .ori tuo fac portam et seram: ты отощать сои TTOITJCTOV Эирь>[кхта xai (¿ох^оис. . .то>
отощать аои 7ronr¡aov Öupav xai jio^Xov L (bis habet v. 28,25b LXX)
29 sermonis tui: той Xofou aou 248

Eine Zugehörigkeit zur alten lateinischen Sirachtradition liegt damit für PS-AM man natür
lich nicht vor. Gegen die Annahme, es könnte sich bei PS-AM man um eine Übersetzung aus dem
Griechischen handeln, spricht die in anderen Büchern gegebene Bindung an die lateinischen Bibel
texte: In den bisher in der Vetus Latina erfaßten Teilen tritt im Unterschied zu Sirach PS-AM man
nur sehr selten mit ausgesprochenen Sonderlesarten hervor. Für ein eigenes Sigel ¡st das Material zu
gering.
' Hl steht gegen die folgenden O-Lesarten: 3,21 LXX Zusatz avaioÖTiTox;; 8,10 LXX Singular амбраха; 11,27
LXX Zusatz TOXXTJC; 20,29 LXX Plural (еХс^Н?. Nur in 7,6 hat HI Ez, Is die 0-Umstellung xprnjc Yeveaöou, aber HI
Ez h liest mit V fieri iudex.
2 HI Sal H: Fertur et TravapEToc lesufilii Sirach liber, et аПивфеиаЕтпурафос, qui Sapientia Salomonis inscribitur.
Quorum priorem et hebraicum repperi, non Ecclesiasticum ut apud Latinos, sed Parabolas paenotatum.

С. DER GRIECHISCHE TEXT

In der griechischen Textzeile des Schemas steht der von J. ZIEGLER edierte Text: Sapientia
lesu Filii Sirach edidit JOSEPH ZIEGLER, Göttingen 1965 = Septuaginta. Vetus Testamentum Grae
cum auctoritate societatis litterarum Gottingensis editum 12/2. (Der Nachdruck von 1980 bietet
einige Corrigenda zur Einleitung.)
Aus praktischen Gründen wird zum lateinischen Text von Sir 52 in kleiner Schrift und in [ ] der Septuagintatext
von 2 Par 6,13-22 mit entsprechender Versbezeichnung nach der Edition von A. RAHLFS, Septuaginta id est Vetus
Testamentum Graece iuxta LXX interpretes, Stuttgart 1935, gegeben; siehe oben S. 125.

Zieglers Rezension wird einschließlich der Interpunktion und kritischer Zeichen wie [ ] für l,19a
LXX wiederholt, doch kann in der fortlaufenden Textzeile des Schemas die griechische Stichenein
Der griechische Text 147

teilung nicht zum Ausdruck kommen. Es werden auch die in Zieglers Text im Kleindruck stehenden,
vornehmlich aus 0 und L stammenden Zusätze (siehe ZIEGLER 69) in die griechische Schemazeile —
ebenfalls im Kleindruck — aufgenommen. Aus der Edition Zieglers ¡st die griechische Verszählung
übernommen, jedoch wird die dort in () zusätzlich angegebene Zählung nicht wiederholt.
Im Abschnitt 30,25 - 36,16a LXX (30,27 - 36,13 Vulgata) wird, vor allem aus inneren Gründen,
für die Textfolge der griechischen Handschriften 30,25 - 33, l За /33, 1 3b- 36, 1 6a allgemein ein Feh
ler angenommen; Ziegler (vgl. 27) verläßt wie die anderen gebräuchlichen Septuagintaausgaben
und die wichtigen Kommentare und Übersetzungen1 die Reihenfolge der griechischen Überlieferung
und richtet sich unter Beibehaltung der LXX-Verszählung (in Klammern ist die Zählung der Vulgata
hinzugefügt) nach der Textfolge des Lateinischen (und Hebräischen): Хартра xapSia . . . xayw е<тх«тос
TjYpuTtvTicra (33,13b - 36,16a LXX) / toc xaXa^u^evoç . . . cpuXaç taxwß (30,25 - 33, l За LXX).
Zur Vertauschung der Abschnitte siehe die folgende schematische Übersicht; eine Konkordanz der Verszählung,
in der neben Ziegler (= Swete) die Zählung bei Rahlfs und in der Vulgata gestellt ist, wird unten am Ende der Einleitung
geboten. Besonders die von Rahlfs vorgenommenen Änderungen haben viel Verwirrung gestiftet und machen für die
Auffindung von zitierten Versen immer wieder Schwierigkeiten, wie Ziegler (27.29) zu Recht beklagt.

LXX-
Hand-
schriften
30.24 . . . 30,26 . . . adducit cogitatus

30.25 <

33, l За . . . <puXaç laxcoß

33,13b Xa(i7tpa xapSia . . 30,27 splendidum cor ...

36,16a xayto 33,16a et ego novissimus vigilavi

33,16b et quasi qui colligit . . .

36, l За ... tribus lacob

36,13b et cognoscant . . .

36,13c . . . magnalia tua

36,16b xai 36, 1 3d et hereditabis . . .

i Siehe auf S. 148

ig*
148 Der griechische Text

So einleuchtend die inneren Gründe gegen die Reihenfolge der griechischen Handschriften auch sind, so bleibt
mir doch die textgeschichtliche Bedeutung des Befundes unklar. Mit einer zufälligen Vertauschung der Lagen in einer
Einzelhandschrift, von der dann alle anderen abhängig wären, kann man nur rechnen, wenn man (mit Rahlfs und
Ziegler) in 36,16b LXX xaTax>.ripovo¡j.Tierov mit L—248 rezensiert und die Lesart der übrigen Zeugen иат£хХт]р<лю[АТ]аа als
sekundäre Angleichung an 36,16a LXX т)уритпг?)сга ansieht. Ich frage mich, ob diese Bevorzugung von L (ohne 248!) be
rechtigt ist; wenn nicht, ist mit der „mechanischen" Vertauschung auch eine — wenn auch wenig sinnvolle — Lesart
änderung verbunden, die die erwähnte Annahme mit so weitreichenden Folgen noch schwieriger macht, als sie ohnehin
ist. — Ist es undenkbar, daß ein ursprünglicher Fehler des griechischen Originals vorliegt, der in der Vorlage der latei
nischen Überlieferung nach dem Hebräischen verbessert wurde?

Von den ¡n der Septuagintaausgabe erfaßten Varianten werden unter der griechischen Textzeile
des Schemas nur diejenigen angeführt, denen Lesarten der lateinischen Überlieferung entsprechen.
Dies gilt allerdings nicht für solche Varianten, deren Unterschied zur Textlesart im Lateinischen nicht
zum Ausdruck kommt; zur Behandlung von Grenzfällen siehe die Beispiele aus Sapientia in Vetus
Latina 11/1, 233. Auch solche Varianten werden nicht im Schema notiert, die nur bei einem griechi
schen Schriftsteller belegt sind und im Lateinischen keine andere Bezeugung als die lateinische
Übersetzung dieses Autors haben.
Im kritischen Apparat werden die im Schema genannten Varianten wiederholt und mit ihren
Zeugen angeführt; gelegentlich werden auch andere verwandte Lesarten mit ihrer Bezeugung hinzu
gefügt. Bei der Übereinstimmung mit der griechischen Textlesart heißt die Angabe = ®; zusätzlich
zu dieser Angabe werden in ( ) auch die Zeugen genannt, wenn für die Bewertung der lateinischen
Überlieferung ausdrücklich darauf hingewiesen werden soll, auf welcher Grundlage Zieglers Rezen
sion an der betreffenden Stelle beruht. Im Unterschied zu Sapientia geschieht dies häufiger als dort;
Zieglers Textherstellung bindet sich nicht an eine bestimmte Handschriftengruppe und findet deshalb
¡n der erhaltenen Überlieferung eine wechselnde Unterstützung1. Bei Versen und Versteilen, die
Ziegler ¡m Kleindruck in den Text aufgenommen hat, wird die Angabe ® nicht verwendet, sondern
die jeweilige Bezeugung genannt.
Lesarten, die nur in orientalischen Übersetzungen belegt sind, werden weder im Schema noch im
kritischen Apparat ¡n das Griechische übersetzt. Ihre Übereinstimmung mit lateinischen Texten wird
im kritischen Apparat durch das Gleichheitszeichen = ausgedrückt; nur bei Auslassungen gibt das
Auslassungszeichen x den entsprechenden Hinweis bereits im Schema, die Auslassung wird im kriti
schen Apparat wiederholt.
Die handschriftliche Bezeugung der griechischen Lesarten stammt aus Zieglers Apparat; auch
die Zusammenfassung und Gliederung der Zeugen in Rezensionen und Gruppen wird übernommen.
Nicht berücksichtigt werden die Korrekturen in der Handschrift 545, da sie wie in Sapientia (siehe Vetus Latina
11/1, 233) aus dem Lateinischen übersetzt sind und deshalb auch bei Ziegler im Apparat zu Sirach nicht vollständig
vermerkt werden (ZIEGLER 23). — Die Handschrift 46 (Paris, Bibliothèque Nationale Coisl. 4; 13. /14. Jahrhundert)
hat durch eine besonders große Fülle von singulären Verbindungen mit dem Lateinischen eine Sonderstellung unter
den von ZIEGLER 21f genannten »códices latinizantes«; mit lateinischem Einfluß ist auf alle Fälle zu rechnen; 46 wird
im Apparat aber beibehalten.
Dem Leiter des Oöttinger Septuaginta-Unternehmens, Herrn Professor R. HANHART, verdanke ich den Hinweis
auf die folgenden Fragmente. In unserer Ausgabe werden sie nur dann herangezogen, wenn eine Lesart, die als Beglei
tungfür lateinische Texte zu nennen ist, von den Handschriften in Zieglers Edition nicht oder nur sehr schmal bezeugt
wird. Entsprechend wird mit Texten verfahren, die später bekannt werden.

Anmerkung l zu S. 147: H. B.SWETE, The Old Testament in Greek . . ., 2. I Chronicles - Tobit, Cambridge 31907
(vgl. Vif); A. RAHLFS, Septuaginta id est Vetus Testamentum Graece iuxta LXX interpretes, Stuttgart 1935 (und alle
folgenden Auflagen) (vgl. den Apparat zu 30,25 LXX Rahlfs = 33,13b LXX Ziegler). Aus der Reihe der Kommentare
und Übersetzungen seien hier nur genannt: SMEND (vgl. LXXVII); N. PETERS, Das Buch Jesus Sirach oder Ecclesiasti-
cus übersetzt und erklärt, Münster 1913 (vgl. 250f); C. KEARNS, Ecclesiasticus, or The Wisdom of Jesus the Son of Sirach,
in: A New Catholic Commentary on Holy Scripture, London 1969 (vgl. 547); Q. SAUER, Jesus Sirach (Ben Sira),
Gütersloh 1981 = Jüdische Schriften aus hellenistisch-römischer Zeit 3: Unterweisung in lehrhafter Form (vgl. 486). —
Bemerkenswert ist, daß Z. BEN-HAYYIM in seiner Ausgabe des hebräischen Textes (siehe unten E. Die hebräischen
Fragmente) gegen die Textanordnung des Hebräischen der Reihenfolge der Septuaginta-Handschriften folgt.
1 Zur Rezension Zieglers vergleiche auch seine Ausführungen Ursprüngliche Lesarten im griechischen Sirach, in:
J. ZIEGLER, Sylloge. Gesammelte Aufsätze zur Septuaginta, Göttingen 1971 = Mitteilungen des Septuaginta-Unterneh
mens der Akademie der Wissenschaften in Göttingen 10, [634]-[660].
Der griechische Text 149

336a: Die Handschrift 336 (14. Jahrhundert; Jb, Prv, Eel, Ct, Sap, Sir, Psalmen Salomos) hat im Text der Psal
men Salomos nach 18,5 anstelle der verbleibenden Verse den Abschnitt Sir 33, 1-13 LXX; siehe R. B. WRIGHT and
R. R. HANN, A New Fragment of the Greek Text of Sirach: Journal of Biblical Literature 94 (1975) 1 1 1-1 12; die Heraus
geber geben nur eine Kollation mit Zieglers Ausgabe.
828: Sir 29,15-18.25-27 LXX; 3./4. Jahrhundert; siehe A. DIANICH, Papiri inediti della raccolta Florentina: An-
nali della Scuola Normale Superiore di Pisa. Lettere, Storia e Filosofía II, 26 (1957) 178-179.
863: Sir 29,13-26a LXX; 4./5. Jahrhundert; siehe K. NIEDERWIMMER in: (Hg.) H. Löbenstein, Papyrus Erz
herzog Rainer (P. Rainer Cent.). Festschrift zum 100-jährigen Bestehen der Papyrussammlung der österreichischen
Nationalbibliothek, Wien 1983, 271-273 und Tafel 48.
864: Sir 26,1.2.5-7; 27,29 - 28,2.5-8 LXX; 4./5. Jahrhundert; siehe R. PINTAUDI, Dai Papiri della Biblioteca
Medicea Laurenziana, Florenz 1979 = Papyrologica Florentina 5, 29-32 und Tafel 52.
991 :Sir 1,1-9; 6. Jahrhundert; siehe B. P. GRENFELL/A. S. HUNT, The Oxyrhynchus Papyri 13, London 1919,6-8.

Die bei ZIEGLER 114 gegebene Zusammenstellung der Rezensionen und Gruppen wird an dieser Stelle wiederholt:
0 = 253-Syh (Syrohexapla): Origenesrezension 157' = 157-797
L = 248-493-637: Lukianrezension ( Hauptgruppe) 157" = 157-797-631
1 = 106-130-545-705: Lukianrezension (Untergruppe) 315' = 315-672
L' = L+l 404' = 404-795
a = 149-260-606 534' = 534-613
b = 249-254-603-754 63 Г = 631-797
с = 296-311-548-706 744' = 744-768
155' = 155-743

Zu den griechischen Handschriften kommt der Sirachkommentar des (sonst unbekannten) Ma-
lachias Monachus (aus einer Handschrift des 14. Jahrhunderts) = Mal. (siehe ZIEGLER 12f) hinzu, der
nach Zieglers Angaben notiert wird.
Für die aufgenommenen Zitate der griechischen Schriftsteller bilden Zieglers Angaben den Ausgangspunkt. Dar
über hinaus werden alle Stellen kontrolliert, die in den vom CENTRE D'ANALYSE ET DE DOCUMENTATION PATRISTIQUES
herausgegebenen Bänden der Biblia Patrística gesammelt sind (bis 1987 sind erschienen Band l : Des origines à Clé
ment d'Alexandrie et Teriullien, Paris 1975; Band 2: Le troisième siècle (Origène excepté), Paris 1977; Band 3: Origène,
Paris 1980; Band 4: Ensebe de Césarée, Cyrille de Jérusalem, Êpiphane de Salamine, Paris 1987; Supplément: Philon
d'Alexandrie, Paris 1982).
Die griechischen Väterzeugnisse aus Zitaten werden in unserer Ausgabe in der Regel nur dann genannt, wenn die
Bezeugung der betreffenden Lesart in den griechischen Handschriften schmal ist oder ganz fehlt. Die Schriftsteller und
ihre Werke werden ohne Abkürzungen angegeben oder nur mit solchen, die keiner eigenen Auflösung bedürfen. Für
den Fundort sind die von M. GEERARD in der Clavis Patrum Graecorum genannten Ausgaben maßgebend: 1. Patres
Antenicaeni, Turnhout 1983; 2. Ab Athanasio ad Chrysostomum, Turnhout 1974; 3. A Cyrillo Alexandrine ad lohannem
Damascenum, Turnhout 1979; 4. Concilia. Catenae, Turnhout 1980; 5. (M. GEERARD ET F. GLORIE), Indices. Initia.
Concordantiae, Turnhout 1987.
Eine wesentliche Bereicherung, die gerade für den Nachweis bisher nicht bekannter griechischer Lesarten wichtig
ist, bietet O. WAHL, Der Sirach-Text der Sacra Parallela, Würzburg 1974 = Forschung zur Bibel 16. Wahls Sammlung
erfaßt die Sirachzitate der beiden bei ZIEGLER 40 genannten Florilegien des Johannes Damascenus und des Antonius
Melissa. Die in die Edition aufzunehmenden Lesarten werden als »Sacra Parallela« oder »Sacra Parallela (Var)« nach
Wahl mit dessen Seiten zitiert, ohne jedoch seine Einzelangaben über die handschriftliche Bezeugung zu wiederholen.
Antonius wird dabei nur dann genannt, wenn er bei Wahl als einziger Zeuge für eine Lesart innerhalb der Tradition
der Sacra Parallela angegeben ist.
Pseudo-Maximus (Confessor), PG 91,721-1017 (=Max. bei ZIEGLER 40) wird nur zitiert, wenn Pseudo-Maximus
der einzige Zeuge für die angeführte Lesart ist. Zur unzureichenden Edition siehe M. RICHARD, Florilèges spirituels.
III. Florilèges grecs, in: Dictionnaire de spiritualité ascétique et mystique 5, Paris 1964, 488-492; wiederholt in M.
RICHARD, Opéra minora 1, Turnhout-Leuven 1976; schon bei DE BRUYNE, Étude 45, wird auf die Unzulänglichkeit
des gedruckten Textes verwiesen.

Zieglers Apparat ist zusammen mit den entsprechenden Teilen seiner Einleitung auch der Aus
gangspunkt für die Angabe von Varianten in den orientalischen Übersetzungen, wenn solche Lesarten
mit einer lateinischen Überlieferung übereinstimmen; zum einzelnen siehe unten im Abschnitt D.
Orientalische Übersetzungen.
Wie in Sapientia (siehe Vetus Latina 11/I, 234) soll auch hier ausdrücklich betont werden, daß die griechische
Textzeile des Schemas natürlich nicht die „Vorlage" der lateinischen Übersetzung des Sirachbuches darstellen kann.
Wohl aber werden durch Textzeile und Varianten die Lesarten der griechischen Überlieferung geboten, auf die in der
Geschichte der lateinischen Überlieferung zurückgegriffen wurde.
150

D. ORIENTALISCHE ÜBERSETZUNGEN

У Armenische Übersetzung

Die Angaben über Я beruhen nicht auf einer eigenen Kollation, sondern sind Zieglers kritischem
Apparat seiner Septuagintaausgabe entnommen. Seinen Notierungen (siehe ZIEGLER 33-37) liegen
folgende Ausgaben des Armenischen zugrunde; in ihnen sind verschiedene Formen der armenischen
Sirachüberlieferung ediert.
1. Sirach in der Gesamtausgabe der armenischen Bibel von J. ZOHRAB, Venedig 1805. Der Text
steht in der einbändigen Quartausgabe im Anhang S. 1-13, in der vierbändigen Oktavausgabe im
Anhang des 4. Bandes S. 4--40; er endet mit Sir 43; der Prolog fehlt.
2. Sirach in der Gesamtausgabe von A. BAGRATUNI, Venedig 1860, 681-704. Der Text (ohne Pro
log) endet mit Sir 42,24 (LXX).
3. Der von E. DURIAN in der armenischen Zeitschrift Sion NS l (1927) 246-250 edierte Abschnitt
Sir 42,25 - 46,6 (LXX)1 („Neue Entdeckung einiger Kapitel des Buches Sirach nach einer alten Über
setzung").
Ziegler unterscheidet: Arm I der Text bei Zohrab, Arm II der Text bei Bagratuni, Arm III der
Text bei Durian. „Arm I ist stark verkürzt; sehr viele Verse fehlen, so daß Arm I nur einen Bruchteil
des Sir. darstellt . . . Ebenso ¡st Arm 1 1 unvollständig". Auch in Arm 1 1 1 fehlen „einzelne kleine Teile"
(ZIEGLER 34.35 mit Angabe der Lücken). Die von Ziegler im Apparat seiner Ausgabe vorgenommene
Zusammenfassung oder Differenzierung der armenischen Texte wird übernommen.

SB Bohairische Übersetzung

Aus der bohairischen Übersetzung sind Sirachtexte nur durch die Leseabschnitte der Liturgie
der Karwoche bekannt. Die Lektionen sind ediert von 0. H. E. BURMESTER, The Bohairic Pericopae
of Wisdom and Sirach: Bíblica 15 (1934) 451-465 (Introduction); 16 (1935) 25-57 (Text; darin 49-57
englische Übersetzung; die Abschnitte aus Sirach: 33-47; Übersetzung 52-56); 141-174 (Notes).
Folgende, nach der Zählung der Septuaginta angegebene Stücke aus Sirach werden belegt:
1,1-19; l,20-30; 2, l -9; 4,20 -5,2; 12,13 - 13,1 ; 22,9-18; 23,7-14; 24,1-11. In den Note der Seiten
162-164.166 zieht Burmester zusätzlich die Verse 2,10-11 und 20,29 heran, die in koptischen Ho-
milien zitiert werden. Zur Verteilung der 8 Perikopen aus Sirach auf die Tage der Karwoche siehe
BURMESTER 454.
Der bohairische Text der Leseabschnitte ist die Übersetzung einer sahidischen Vorlage; mehrere
seiner Lesarten erklären sich nur aus Mißverständnissen dieser Vorlage (BURMESTER 454f ; ZIEGLER
30). Die bohairischen Leseabschnitte werden nach der Ausgabe Burmesters verglichen.

6 Sahidische Übersetzung

In zwei Handschriften ist das Buch Sirach in der sahidischen Übersetzung überliefert und in den
Ausgaben von P. DE LAGARDE und H. THOMPSON zugänglich:

1 Die Angabe bei S. P. BROCK, Сн. T. FRITSCH, S. JELLICOE, A Classified Bibliography of The Septuagint, Leiden
1973 = Arbeiten zur Literatur und Geschichte des hellenistischen Judentums 6, 149.
Orientalische Übersetzungen 151

P. DE LAOARDE, Aegyptiaca, Göttingen 1883, 107-206: Text nach der Pergamenthandschrift Torino, Museo Egizio
Cat. 7117 (6. Jahrhundert; siehe Vetus Latina 11/1, 235)
H. THOMPSON, The Coptic (Sahidic) Version of Certain Books o/ the Old Testament from a Papyrus in the British Museum,
Oxford 1908, 126-191 : Text nach der Papyrushandschrift British Library Or. 5984 (6./7. Jahrhundert)

Beide Handschriften weisen Lücken auf; der Text bei Thompson bricht mit Sir 40,18a (LXX) ab,
Lagardes Text endet wie die Septuaginta mit Sir 51.
Dem Vorbild Zieglers in seiner Septuagintaausgabe folgend werden kleinere Fragmente der sa-
hidischen Überlieferung höchstens gelegentlich im Apparat (und dann mit Angabe der betreffenden
Edition) herangezogen, wenn dies erforderlich ist. Ebenso wird auf das Bruchstück aus der achmimi
schen Übersetzung verzichtet; sie „tritt vollständig zurück, da nur innerkoptische Varianten vorlie
gen" (ZIEGLER 30).
6 wird nach den genannten Ausgaben verglichen; der betreffende Herausgeber wird zusätzlich
nur dann angegeben, wenn Differenzen zwischen den Texten bestehen.

@ Syrische Texte

2>H Syro-hexaplarische Übersetzung: A. M. CERIANI, Codex. Syro-Hexaplaris Ambrosianus photo-


lithographice editus, Milano 1874 = Monumenta sacra et profana ex codicibus praesertim Bibliothecae
Ambrosianae 7 (Milano, Biblioteca Ambrosiana С. 313inf.;8./9. Jahrhundert, siehe Vetus Latina 11/1,
236). Der Sirachtext steht in der Handschrift auf fol. 80R-96V (Kapitelsreihe zu Sirach fol. 80R-V;
Prolog fol. 80V; Sir 1,1 - 50,29 LXX [31 Vulgata] fol. 80V-96V. Der Ausfall von Kapitel 51 wird von
SMEND (LXXII ; 495; so auch W. BAARS, siehe unten, 5 Anmerkung 3 mit Hinweis auf CERIANI) auf
eine Verstümmelung der Handschrift zurückgeführt, von ZIEGLER (58) auf eine entsprechende grie
chische Vorlage.
W. BAARS, New Syro-Hexaptaric Texts, Leiden 1968, 129-131 : Sir 51,6-1 1 LXX (8-15 Vulgata);
aus der Handschrift Mardin, Syr. Orth. Bishopric 2/47 (16. Jahrhundert), fol. 69R-V.

Als einer der Hauptzeugen für die Rezension O des griechischen Sirachtextes wird die syro-hexaplarische Über
setzung von ZIEGLER ¡m Apparat seiner Septuagintaausgabe in das Gruppensigel 0 eingeschlossen, wenn sie mit dem
anderen Hauptzeugen 253 zusammengeht (oder diese Gemeinsamkeit bei „neutralen" Lesarten angenommen werden
•darf): 0 = 253-Syh; siehe ZIEGLER 58.114. Diese Zusammenfassung wird übernommen (und entsprechend auch für die
Verse Sir 51,6-11 LXX durchgeführt), so daß im kritischen Apparat 8>H nur bei Abweichungen von 253 erscheint.

@p Peschitta: A. M. CEREANI, Translatio Syra Pescitto Veteris Testamenti ex Códice Ambrosiano


sec. fere VI photolithographice edita 2, Milano 1876, 458-^486 (Milano, Biblioteca Ambrosiana B. 21
Inf.; 6./7. Jahrhundert). — P. A. DE LAGARDE, Libri Veteris Testamenti apocryphi syriace, Leipzig/
London 1861, 2-51 (gelegentlich verbesserte Wiederholung des Sirachtextes in der Londoner Poly
glotte 4, 1657). — Biblia Sacra iuxta versionem simplicem quae dicitur Pschitta, Mosul 1891 (die bei
H. P. Rüger, Text und Textform im hebräischen Sirach, Berlin 1970, VII genannte „2. Auflage" 1951
ist nach seiner freundlichen Auskunft ein Beiruter Nachdruck dieser Mosuler Ausgabe). — Wenn die
im Peschitta-Institut Leiden vorbereitete kritische Edition vorliegt, wird sie an die Stelle der ge
nannten Ausgaben treten.
In Zieglers Septuagintaausgabe wird @p nur gelegentlich zitiert (ZIEGLER 31; Sigel: Syr), da
@p auf einen hebräischen Text zurückgeht. Daneben ist 2>p aber auch von einer griechischen Überlie
ferung aus der Gruppe Gr II beeinflußt. In unserer Ausgabe wird die Übereinstimmung eines lateini
schen Textes mit @p nur angegeben, wenn die entsprechende Lesart nicht schon in den hebräischen
Fragmenten belegt ist oder dort eine Differenz besteht. Wenn eine den Lateiner begleitende griechi
sche Variante bezeugt ist, folgt die Angabe 2>p den griechischen Zeugen und wird von diesen durch
152 Orientalische Übersetzungen. - Die hebräischen Fragmente

das Zeichen : getrennt. — Für die Angaben zu ©p hat H. P. RÜGER seine freundliche Unterstützung
und Kontrolle zugesagt1.
Zur Beurteilung von 6P als einer durch theologisch motivierte Eingriffe geprägten Übersetzung siehe M. M.
WINTER, The Origins of Ben Sira in Syriac: Vetus Testamentum 27 (1977) 237-253; 494-507 (= Peshitta Institute
Communication 12.13). Die Untersuchung endet mit dem Ergebnis: „l suggest therefore that Ben Sira was first trans
lated from Hebrew into Syriac by Ebionites no later than the early fourth century, and that it was revised in the latter
part of that century by orthodox Christians who gave it the definitive form in which it entered the Peshitta version"
(507).
(@J) Aus der syro-palästinensischen Übersetzung gibt es nur Fragmente: F. SCHULTHESS, Christlich-Palästinische
Fragmente aus der OmajJaden-Moschee zu Damaskus, Berlin 1905 = Abhandlungen der Königlichen Gesellschaft der
Wissenschaften zu Göttingen, Philologisch-Historische Klasse, Neue Folge 8,3, 39f: Sir 45,25 - 46,8 LXX. — H.
DUENSING, Chrisilich-patästinisch-aramäische Texteund Fragmente, Göttingen 1906, 126: Sir 12,18; 13,3-4a; 13,7 LXX.
In Zieglers Septuagintaausgabe werden diese Fragmente unter dem Sigel Syp geführt; in unserer Ausgabe werden
sie, wenn erforderlich, mit dem Sigel ®J angegeben.

1 In Text und Textform im hebräischen Sirach, Berlin 1970, 107-109 weist er auf die Bedeutung des arabischen
Textes (einer Tochterübersetzung der Peschitta) für die Textgeschichte und Textkritik des Syrischen hin.

E. DIE HEBRÄISCHEN FRAGMENTE

H. P. RÜGER, Sefär Bän Sira' / Liber Jesu Filii Sirach Hebraice


Die als Supplement zur Biblia Hebraica Stuttgartensia erscheinende Edition ist vorbereitet. Wenn sie vorliegt,
ist sie die Grundlage für die Angaben über die hebräischen Texte in der Vetus Latina Edition; bis dahin beruhen
die Angaben auf Z. BEN-HAYYIM
<Z.BEN-HAYYIM>, The Book of Ben Sira. Text, Concordance and an Analysis of the Vocabulary, Jerusalem 1973 = The
Historical Dictionary of the Hebrew Language (Auf S. 69 ist angegeben, wo die Edition in der Zuweisung der
Verse von der Versfolge der Handschriften abweicht)
A. SCHEIBER, A Leaf of the Fourth Manuscript of the Ben Sira. From the Geniza: Magyar Konyvszemle 98 (1982)
179-185. — Fragmente der Handschriften C und D, die bei Z. BEN-HAYYIM noch nicht berücksichtigt werden
konnten
Siehe auch:
H. P. RÜGER, Text und Textform im hebräischen Sirach. Untersuchungen zur Textgeschichte und Textkritik der hebräi
schen Sirachfragmente aus der Kairoer Geniza, Berlin 1970 = Beihefte zur Zeitschrift für die alttestamentliche Wis
senschaft 112
—, Apokryphen. I. Apokryphen des Alten Testaments. 11. Sirach, in: Theologische Realenzyklopädie 3 (1978) 305f
(305: Liste der Handschriften und ihres Inhalts nach der Septuagintazählung)

Die folgenden Angaben über den Umfang der hebräischen Texte hat I. PERI nach den Ausgaben
von Ben-Hayyim und Scheiber zusammengestellt; in der Verszählung der Vulgata sind jeweils die
Grenzen der erhaltenen Textabschnitte angegeben.
Sir 2,23; 3,7 - 16,26; 18,31 - 19,3; 20,2.3.5-7.13.24.25; 23,23; 25,11.18.19.24-33; 26,1-3.16.
19-22; 27,6.7; 30,1 1 - 34,1 ; 35,1 1 - 38,28; 39,20 - 51,38.
Die Handschriften aus der Geniza von Kairo:
A 2,23; 3,7 -l 6,26; 23,23; 27,6.7
15 10,23- 11,10; 15,1 - 16,8; 20,2.3; 30,11 -33,3; 35,1 1 - 38,28; 39,20 - 51,38
Anmerkung: H. P. RÜGER, Text und Textform ... 45, ordnet den in der Handschrift B im Zusammenhang
mit 10,28 (25 LXX) gebotenen Text „Ein kluger Knecht ist geliebt wie die Seele" zu 7,23a (21a LXX) und
nennt ihn auch ¡n seiner Liste (305) an dieser Stelle. Zu 10,28 (25 LXX) in B siehe außer BEN-HAYYIM die
Aufgliederung bei E. VOGT, Novi Textus hebraici Libri Sira: Bíblica 41 (1960) 185. — Die Verse 20,2.3
stehen in B nach 30,21 und werden in Rügers Liste an dieser Stelle geführt.
Die hebräischen Fragmente. - Zum lateinischen Titel des Sirachbuches 153

С 3,15-20.22.23; 4,25-28.35.36; 5,4-9.11-15; 6,18-20.29.35; 7,1.2.4.6.19.22.23.25-27; 18,31 -


19,3; 20,5-7.13.24.25; 25,11.18.19.24-33; 26,1-3.16.19-22; 36,21.24-28; 37,22.25.27.29;
41,20
D 31,29 - 32,1 1 ; 32,15 - 33,8; 36,26 - 38,1
E 32,20-34,1
Die Handschriften vonQumran:
2Q 18 Einzelbuchstaben und Bruchstücke zu 6,23.26.29.30-32 (BEN-HAYYIM berücksichtigt nur
diese Reste; die Buchstabenreste auf einem zweiten kleinen Fetzen von 2Q 18, die von den
Editoren des Fragments auf 6,14f LXX oder auf l,19f LXX bezogen werden, berücksichtigt
er nicht)
HQPsa 51,18-28.38

Die Handschrift von Masada:


M 39,32-44,17

Die hebräischen Texte werden mit dem Sigel ф bezeichnet; wenn erforderlich, wird als Index
die zutreffende Handschrift hinzugefügt. Für die Beratung und Unterstützung bei den Angaben zu
ф danke ich H. P. RÜGER und I. PERI.
Wenn eine lateinische Lesart mit einer griechischen Variante und mit Se zusammengeht, folgt im Apparat die
Angabe über $ der griechischen Variante und ihrer Bezeugung und wird davon durch : getrennt. Wenn für die latei
nische Lesart der Hinweis = ® gegeben ist, wird eine Übereinstimmung mit ф nur dann genannt, wenn zu в die Be
zeugung eigens in ( ) hinzugefügt ist (siehe oben S. 148) oder bei einer Teilung der hebräischen Fragmente eine ent
sprechende Angabe notwendig wird. Über das Verhältnis zwischen W und ф kann dieser Apparat einer der lateinischen
Überlieferung gewidmeten Ausgabe natürlich keine zureichende Auskunft geben.

F. ZUM TITEL DES SIRACHBUCHES


IN DER LATEINISCHEN ÜBERLIEFERUNG

D. DE BRUYNE, Le prologue, le titre et la finale de l'Ecclésiastique: Zeitschrift für die alttestamentliche Wissenschaft 47
(1929) 257-263 (zum Titel siehe 260-262)
W. THIELE, Zum Titel des Sirachbuches in der lateinischen Überlieferung, in: R. GRYSON, P.-M. BOGAERT (éd.), Re
cherches sur l'histoire de la Bible latine. Colloque organisé à Louvain-la-Neuve pour la promotion de H. J. Frede
au doctorat honoris causa en théologie le 18 avril 1986, sous la direction de R. Gryson et P.-M. Bogaert (Cahiers de
la Revue Théologique de Louvain 19), Louvain-la-Neuve 1987, 43-49

Lateinische Zitate aus dem Buch Sirach werden häufig ohne jede Angabe der biblischen Herkunft
angeführt, aber zahlreiche allgemeine Wendungen wie scripturn est, scriptura (dicit), legimus und
ähnliche Formulierungen1 zeigen, daß die Zugehörigkeit zum Kanon außer Frage steht. Daß »apud
Hebraeos«. Sirach nicht zu den kanonischen Büchern zählt, wird zwar mehrfach ausgesprochen, hat
aber bei den Lateinern kaum eine praktische Wirkung auf die Benutzung des Buches als eines
biblischen Textes und kommt eigentlich nur bei ausgesprochen kanongeschichtlichen Erörterungen
und in besonders gelagerten Fällen zur Geltung.

1 Auf diese Stellen wird in den folgenden Ausführungen nur noch in Ausnahmefällen hingewiesen. Sie werden auch
nicht im Zeugenapparat zu Sir tit eigens aufgeführt.

20 20.4.1988 Vetus Latina 11/2


154 Zum lateinischen Titel des Sirachbuches

Augustin teilt mit, daß innerhalb des biblischen Kanons das Buch Sirach (wie Sapientia und l'rv Ecl Ct) zu den
Propheten im weiteren Sinne gerechnet wurde; vergleiche AU do 2,13' ; siehe auch ci 17,20: prophetasse etiam ipse (ge
meint ist Salomo) reperifur in suis libris2.
Bei vielen Schriftstellern kommt die Einführungsformel »propheta (dicit)* vor. Solche Stellen müssen zwar nicht
auf die genannte Gliederung des Kanons zurückgehen, sind aber ein weiterer Beleg für die Fülle von Zeugnissen, die
Sirachverse mit »Salomon* einleiten (siehe unten). Augustin selbst führt eine Sirachstelle nur in ausgesprochen frühen
Werken als „Prophetenwort" an (mor 1,45; Gn Ma 2,6; s dni 2,48; dazu s 39,1 [Datum unbekannt]) und nimmt in den
Retractationen diese Bezeichnung ausdrücklich als zu ungenau zurück (re 1,10,3 zu Gn Ma).
Keinerlei Aufschluß über den Titel können Einführungen wie quidam (oder v/r) sapiens geben ; sie sind häufig,
bezeichnen aber nur die Zugehörigkeit des Sirachbuches zur Weisheitsliteratur.

Wenn Einleitungsformeln gebraucht werden, die einen Schluß auf den Titel des Buches erlauben,
dann zeigt sich bei aller auf den ersten Blick verwirrenden Vielfalt und auch mancher verbleibenden
Unsicherheit ein klarer Befund: Zwischen der lateinischen und der griechischen Bezeichnung be
steht eine deutliche und trotz mehrfacher Versuche nie völlig überwundene Trennung.
Der griechische Titel lautet So<pta IYJCTOU uiou 2(e)tp<xx (crocpia aeipax B 768; — uiou 46 613).
Die Lateiner haben dagegen »Ecclesiasticus«; als Teilband der fünf „salomonischen" Bücher Prv Ecl
Ct Sap Sir3 wird das Buch auch als „salomonisch" bezeichnet. Neben der Einführung mit »Ecclesiasti
cus« beherrschen die Formeln »apud Salomonen«, »in Salomonen., »Salomon« sowohl in Verbindung mit
»Ecclesiasticus« als auch ohne diese Verbindung die lateinische Praxis bei der Anführung von Sirach
stellen. Der Name lesus filius Sirach begegnet bei lateinischen Zeugen erst im 4. Jahrhundert und
dann auch nur dort, wo eine unmittelbare Abhängigkeit von griechischen Quellen vorliegt oder die
allgemeine Bekanntschaft mit der griechischen Überlieferung vorausgesetzt werden kann.
Allerdings wird in der Vulgata mit dem Titel »incipit Über (H)iesu filii Sirach« eine bewußte, sich
am Griechischen orientierende Abkehr von der bisherigen Gewohnheit vollzogen und dabei auch der
Name »Ecclesiasticus« preisgegeben, ohne daß eine völlige Übereinstimmung erreicht wird : 2o<pux
hat auch hier keine genaue Entsprechung gefunden4. Für die lateinische Textgeschichte tritt aber mit
dem Vulgatatitel keineswegs schon eine Wende in der Bezeichnung des Buches ein; er gewinnt viel
mehr erst im 7. und 8. Jahrhundert stärkere Bedeutung, und andererseits dringt in einflußreichen
Zweigen der handschriftlichen Vulgataüberlieferung schon bald der alte Name »Ecclesiasticus« wieder
ein.
Diese ¡n großen Zügen gegebene Skizze soll durch den Nachweis der Zeugen und ihrer Zitierweise
begründet und näher ausgeführt werden ; auch auf Sonderentwicklungen und auf noch offene Fragen
wird hingewiesen.
Das Bild, das ¡n der Mitte des 3. Jahrhunderts Cyprian von Karthago (CY) als erster sicher zu
wertende Zeuge gibt, ist nicht nur für ihn selbst völlig eindeutig, sondern spiegelt auch die Ausgangs
lage der lateinischen Überlieferung wider: »lesus filius Sirach« wird bei der Anführung von Sirach
zitaten nicht genannt, vielmehr werden in den Testimonien die Sirachstellen in der Regel mit der prä
zisen Formulierung apud Solomonem in Ecclesiastico (te 3,35.51 .96.97. 109) eingeleitet ; vergleiche dazu
te 2,1 ; 3,1.95 apud eundem (gemeint ist Salomo) in Ecclesiastico nach Zitaten aus Prv. Manchmal heißt
es auch nur apud Solomonem (te 3,6.12; vergleiche te 3,53 apud eundem nach Prv 10,9 und Ecl 7,16)
oder in Ecclesiastico (te 3,95.1 10). Die Belege aus den anderen Schriften Cyprians fügen sich gut ein:
apud Solomonem СY Fo 9, op 5, sent 27 (Quietus a Buruc); Solomon ep 3,2; vergleiche item . . . dicens
nach einem mit per Solomonem eingeleiteten Prv-Zitat ep 59,20.

' Durch die Vermittlung Cassiodors kommt diese Gliederung des Kanons auch in die Anfangsblätter des Codex
Amiatinus (fol. 8 Recto); siehe Vêtus Latina И/1, 225 Nr. ЗЗ(САг). 37(А).
2 ires recepti sunt in auctoritaiem canonicam (Prv Ecl Ct); alii vero duo . . . propter eloquii nonnullam similitudinem,
ut Salomonis dicantur, obtinuit consuetudo (Sap Sir mit ausdrücklich als prophetisch bezeichneten Zitaten: Sap 2,12-21 ;
Sir 36,1-5).
3 Mit der Zuordnung von Sap und Sir zu Prv Ecl Ct folgt die lateinische Bibelüberlieferung der griechischen Tra
dition; siehe Vetus Latina 11/1, 231f; zur Stellung von Sap und Sir innerhalb dieser fünf Weisheitsbücher siehe dort
S. 232.
4 Diese liegt nur in der „literarischen" Überschrift von С vor: incipit haeclesiasticum qui et sapientia ihu filii
sirach aeditum post transmigrationem cum prefatiene sua; vergleiche dazu S. 24 mit Anmerkung 1. Zu vereinzelten
Fehlern siehe S. 157.
Zum lateinischen Titel des Sirachbuches 155

Zieht man die Einleitungsformeln Cyprians für die übrigen Weisheitsbücher hinzu, so findet man
für Prv und Ecl die entsprechenden Wendungen apud Solomonem in Parhoemiis, apud Solomonem in
Ecclesiaste, für Ct in Cántico Canticorum, für Sap in Sapientia Solomonis. Für Sirach ergibt sich daraus :
Der eigentliche Buchtitel ist »Ecdesiasticus«; mit »apud Solomonem« wird die Zugehörigkeit zum
„salomonischen Corpus" bezeichnet1. Wenn diese Angabe freilich zu Sirach in uneingeschränkt glei
cher Weise wie zu den Proverbien und zu Ecclesiastes gemacht wird, darf man folgern, daß mit ihr
auch die Verfasserschaft des Salomo für Sirach angenommen wurde.
Eine solche Abfassung durch Salomo wurde bei den Lateinern, wie Augustin bemerkt und zugleich zurückweist,
mit dem Hinweis auf stilistische Gemeinsamkeiten mit dem Buch Sapientia „begründet"; vergleiche AU do 2,13; cur
18; ci 17,20; spe 21. — An einer durch den Stil gegebenen Zusammengehörigkeit von Sapientia und Sirach wird auch
dann noch festgehalten, wenn Salomo nicht mehr als Verfasser angesehen wird (siehe die genannten Stellen aus Augu
stin); durch literarische Quellen vermittelt, begegnet diese Angabe auch in Bibelhandschriften; vergleiche 2TCM (siehe
oben S. 53-55 mit Anmerkung l zu ЦТ). — Auf die (aber im Unterschied zu den Lateinern nur gelegentlich begegnende)
Einführung mit SoXo^tov bei Clemens von Alexandrien sei hingewiesen: ström. 2,24,1 zu Sir 31,8 LXX; 2,24,5 zu Sir
6,33 LXX; 7,105,1 zu Sir 4,1 1 LXX.

Auf dem Hintergrund der genannten Stellen kann die Formulierung »ш Sapientia Solomonis«.
in CY te 3,20 zu Sir 1,16 (initium sapientiae metuere deum) kaum mehr als ein naheliegender Fehler
Cyprians sein, ebenso wie item illic in te 3,1 zu Sir 3,33 nach mehreren Prv-Zitaten, die mit apud
Solomonem in Sapientia eingeleitet wurden, eine Ungenauigkeit ist.
Was für den Beginn des 3. Jahrhunderts aus Tertullian (TE), bei dem nur wenige Stellen für
Sirach namhaft gemacht werden können, zu entnehmen ist, widerspricht nicht dem aus Cyprians Zi
taten erhobenen Befund: Die zu Sir 4,12 (11 LXX) gehörende Stelle sophia iugulavit ftlios suos (sco
7,1) wird eingeleitet mit voce Solomonis. Erwähnt sei aber auch die Einleitung »Ecdesiasticus« zu Ecl
3,17 in TE Marc 5,4 (statt »Ecclesiastes«; so richtig zu diesem Vers TE vg 1,8 und mon 3,10); auch
Cyprian unterläuft einmal dieser Fehler (CY te 3,61 zu Ecl 5,9). — Commodianus (COM), dessen zeit
liche Ansetzung in das 3. Jahrhundert freilich nicht unbestritten ist, belegt »Salomon«, (in 1,31 ; 2,27;
vergleiche 2,28 »in Salomoniaco libro«).
Bei den donatistischen Sirachstellen, die uns meist nur aus den Gegenschriften Augustins bekannt
sind, läßt sich in der Regel nicht entscheiden, ob auch die Einleitungsformel, die oft nur allgemein
scriptum est oder scriptura lautet, ebenfalls zum donatistischen Zitat gehört. Um so wichtiger ist der
sichere Beleg »Salomon« zu Sir 13,21 bei DO 3,258 (Habetdeum episcopus). — Tyconius (TY) belegt
kein sicheres Sirachzitat. — Der Antidonatist Optatus von Mileve ist ein Zeuge für »Salomon« (ОРТ
Par 3,3).
Aus der europäischen Bibeltradition fehlen frühe Zeugnisse, da Novatian (NO) Sirach nicht zi
tiert. Da aber im 4. Jahrhundert sowohl in Afrika als auch in Europa die Einleitungsformeln »Eccle-
siasticus« und »Salomon« beherrschend sind, gibt es keinen Anlaß, für das 3. Jahrhundert in Europa
einen völlig anderen Befund anzunehmen.
An dieser beherrschenden Stellung gibt es in der Tat keinen Zweifel. Im einzelnen können für die
Zeit zwischen Cyprian und dem Ende des 4. Jahrhunderts außer den erwähnten Donatisten und Opta
tus folgende Autoren und Werke genannt werden: Eher in das 4. als noch in das 3. Jahrhundert ge
hören die beiden pseudo-cyprianischen Schriften De singularitate clericorum und De centesima, sexa
gésima, tricésima (PS-CY sng, cent); beide haben die Einleitungsformel »Salomon«; vergleiche PS-CY
sng 4; 6; 10; 18; 19; 20; 22; 37; 42; 44; 45; PS-CY cent 34. — Die pseudo-augustinische Schrift De
sobrietate et castitate (4. Jahrhundert?) belegt »in Ecclesiastico Salomonis« (PS-AU sobr [l 111]).
In Spanien hat Priscillian »Solomon« (PRIS tr 1 [15,20]). — Das einzige Zitat (zu 5,4) bei Lucifer
von Cagliari (LUC) wird eingeführt: »conspice scriptum« (reg 12), aber zu Ecl 3,15.16 macht Lucifer
den verräterischen Fehler »in Ecclesiastico« (Ath 1,35), der einen Schluß auf den Sirachtitel erlaubt. —
Für Zeno von Verona (ZE) ist in erster Linie auf 1,25,9 »in Ecclesiastico Salomone clamante« hinzuwei
sen; »Sa/omon« wird bei ihm auch in 2,3,12; 2,3,16; 2,7,5; 2,8,2 belegt.
1 DE BRUYNE (261) zieht eine meines Erachtens unberechtigte Folgerung, wenn er für den „titre primitif" »Ec-
clesiasticus Salomonis« annimmt.

20*
156 Zum lateinischen Titel des Sirachbuches

In Rom bezeugen Marius Victorinus und nach ihm der Ambrosiaster »S(a)lomon« (MÄR Ar 1,59;
4,18; AMst Rm 16,27; l Cor 7,22; Phlm 17; q 22; 102,8; q ap 83); die dem Papst Damasus (DAM)
bzw. einer römischen Synode (eher 377/8 als 382) zugeschriebenen Anfangskapitel des „Decretum Ge-
lasianum" belegen »Ecclesiasticum (-eus Var; -ci Var) liber units« (PS-GEL deer 2,1). — Der anonyme
Pauluskommentar AN Paul (397-405), den H. J. FREDE entdeckt, ediert und analysiert hat1, be
zeugt »Salomon« (AN Paul 2 Cor [189; 195]).
Chromatius von Aquileja (CHRO) führt seine Sirachzitate mit »Salomon« oder »per Salomonem«
ein; häufig ist dabei die Formulierung »per Salomonem spiritus sanctus« oder »dominus per Salomonem«.
In Mt 15,2; 17,5; 52,2 haben wir jeweils vor Zitaten aus Sir 24 (»Sapientiae Laus«) den Zusatz ex
persona Sapientiae.
Belege für den griechischen Titel begegnen bei den lateinischen Schriftstellern nicht vor der Mitte
des 4. Jahrhunderts. Kenntnis und Erwähnung der griechischen Überschrift setzen aber die lateini
sche Benennung des Buches nicht außer Kraft.
Hilarius von Poitiers (HI L) kennt den griechischen Titel »Sapientia Sirach«, hält sich aber an
den lateinischen: PS 140,5 »in eo . . . libro, qui nobiscum Salomonis inscribitur, apud Graecos autem
atque Hebraeos Sapientia Sirach habetur; Mt 7,3 »Salomonis librum Ecclesiasticum . . . legat«; PS 14,14
»apud Salomonem«.
Einen vergleichbaren und doch ¡n der Gewichtung etwas veränderten Befund haben wir am
Ende des Jahrhunderts bei Ambrosius von Mailand (AM). Neben »Salomon« (ер 7,5; PS 36,64) und »in
Ecclesiastico« (oft 1,54; 1 18 PS 1 8, 1 7) finden wir auch den griechischen Titel »in libro Sapientiae Sirach«
(118 PS 6,22) oder die Einführung »Sirach dixit Sapientia« (l 18 PS 13,14), und ¡n Jb 1,6 begegnet die
ausgesprochene Mischform »in Ecclesiastico Sirach«.
Rufin von Aquileja (RUF) stellt den lateinischen Titel »Ecclesiasticus« der griechischen Bezeich
nung an mehreren Stellen gegenüber (Eus 6,13,6; sy 36; Nm 18,3); er betont, daß Sirach »apud nos«
zu den salomonischen Büchern gehört (Nm 18) und belegt in Jos 1 1,2 und l Rg 13 »Salomon«. Wenn
bei ihm die Einleitung »(in) Sapientia« nicht selten ist (vergleiche pri 2,8,3; PS 38,2,7?; Jos 15,6; Rm
7,17), so hängt dies mit der jeweiligen griechischen Vorlage, vor allem aus den Werken des Orígenes,
zusammen, die Rufin übersetzt.

Hieronymus (HI) belegt zwar die Geltung des lateinischen Titels »Ecclesiasticust, richtet sich aber selbst vor allem
nach der griechischen Überlieferung (HI Sal G; Ecl 3,16; Rg; Hab 2; Sal H; Dn 3; Is l ; Pel 1,33). Diese Haltung ist
•freilich nur eine weitere Bestätigung dafür, daß er sich in seinen Sirachzitaten nicht an die lateinischen Texte bindet
(siehe oben S. 145f). In Dn 3 lehnt Hieronymus die Zuweisung an Salomo ausdrücklich ab. Das schließt freilich auch
bei ihm die gelegentliche Einführung mit »Salomon* nicht aus (Ecl 10,8; Ez 10; Jl), doch sind die angeführten Sirach
stellen dann meist mit Versen aus Prv verwandt. Auch an anderen Stellen begegnet man einer ziemlichen Nach
lässigkeit bei der Zuweisung von Sirachversen ; siehe »in Proverbiis« (Gal l ); »Esaias« (ep 57, l ); »illud evangelii* (Ez 5).

Eine Fülle von Belegstellen bietet Augustinus: von wenigen Ausnahmen abgesehen lautet der
Titel sowohl in den frühen als auch in den späten Werken »(liber) Ecclesiasticus«2. Dabei wird von
Augustin mehrfach betont, daß der Verfasser des Buches »/m/s (fllius) Sirach« ist (do 2,13, cur 18,
spe 21 ; vergleiche auch q Si 1,2,20: in eo libro qui ab aliis lesu Sirach, ab aliis Ecclesiasticus dicitur).
Die Zuweisung an Salomo wird ausdrücklich zurückgewiesen (do 2,13; cur 18; ci 17,20; spe 21);
trotzdem heißt es auch bei Augustin »in Ecclesiastico Salomonis« (q VT 4) oder »per Salomonem« (q
Ev 2,36). Am alten Titel hält Augustin also fest, obwohl er in seinen Zitaten vorwiegend solche Texte
bezeugt, die aus der jüngeren lateinischen Sirachtradition stammen, die durch Korrekturen nach dem
Griechischen bestimmt ist.

1 H. J. FREDE, Ein neuer Paulustext und Kommentar I. Untersuchungen, Freiburg 1973; //. Die Texte, Freiburg
1974 = Vetus Latina. Aus der Geschichte der lateinischen Bibel 7-8. Siehe in diesem Zusammenhang auch H. J. FREDE
in Vetus Latina 25, 1003t (in der Vorbemerkung zu Hbr, 1987).
2 ci, cur, do, ер 263, gr, Jul, Jul im, nu, pec, PS 7; 37; 117; 118 s 4, q Du (< cur), q Ev app, q Si, (q VT), re 2,4,
s 41 ; 359, spe, tri 15. Der früheste Beleg ist PS 7, der späteste Jul im. — Für einen nicht erhaltenen »tractatust zu Sir
13,19-21 belegt Possidius (POS ind 10,6,41) ebenfalls »in Ecclesiastico*.
Zum lateinischen Titel des Sirachbuches 157

In De doctrina Christiana (do 2,13) übernimmt Augustin eine Überlieferung, nach der Jesus Sirach die beiden
Bücher Sapientia und Sirach geschrieben habe; für Sapientia begegnen wir der gleichen Tradition auch bei Julian von
Eclanum (JUL-E), ¡n der Handschrift 168 (Vetus Latina 11/1, 23f) sowie ¡n der Exzerptensammlung ¡n St. Gallen 11
(s) (vergleiche Vetus Latina 11/1, 190-191 und den Titel von Sapientia). Ob allerdings diese Zuweisung auch den tat
sächlichen Sirachtitel bestimmt hat, scheint mir gleichwohl offen und eher fraglich bleiben zu müssen: in den Exzerp
ten der Handschrift s folgen jedenfalls auf die mit »explicit de Sapientia filii Sirac* abgeschlossenen Sapientiastellen die
Sirachzitate keineswegs mit einer entsprechenden Einführung, sondern mit dem bekannten Titel »et incipit de libro
Ecclesiastics. — In den Retractationen (re 2,4,2) hat Augustin seine frühere Zustimmung zu dieser Überlieferung zu
rückgenommen, die in der Geschichte der lateinischen Bibel auf alle Fälle nur eine Episode geblieben ist und ihre Be
deutung mehr als Zeugnis für die bei den Lateinern ungebrochen geltende Zusammengehörigkeit beider Bücher hat.
Schwierigkeiten bereitet Augustins Einführung »in (oder de) libro Sapientiae« in PS 118 s 15 (zu Sir 2,4) und in re
1,21,3 (zu Sir 34,30). Ich möchte an beiden Stellen mit einem Fehler Augustins rechnen. Für AU re nimmt A. MÜTZEN-
BECHER, die die letzte kritische Ausgabe besorgt hat (CC 57, 1984), allerdings einen Fehler der Überlieferung an und
greift die Konjektur der Löwener Ausgabe, die schon von den Maurinern übernommen wurde, »de libro Ecclesiastici*
wieder auf. Wenn ich ihren sorgfältigen Erwägungen zu dieser Frage (siehe ihre Einleitung LI-LII) schließlich doch
nicht folge, so einerseits im Blick auf den gleichen Fehler in PS 118 s 15 (obwohl ¡n PS 118 s 4 zu Sir 39,20 der „rich
tige" Titel »in libro Ecclesiastico* belegt ist) und den ähnlichen Irrtum »in Proverbiis* in ep 55, andererseits weil ich
für die angenommene Änderung einer richtigen Angabe zu der fehlerhaften und für die lateinische Tradition jedenfalls
nicht typischen Lesart Sapientiae sonst keine Parallelen gefunden habe. Für den vorgeschlagenen Genitiv Ecclesiastici
sehe ich ebenfalls keinen Anhaltspunkt; Augustin belegt ihn an keiner Stelle.

Auf der Grundlage der bisherigen Feststellungen müssen zwei Folgerungen gezogen werden:
1. Die seit der zweiten Hälfte des 4. Jahrhunderts wachsende und bald nicht mehr ernsthaft be-
strittene Kenntnis über den wirklichen Verfasser des Sirachbuches geht nicht mit einer entsprechen
den Änderung in der lateinischen Benennung des Buches zusammen. Sie hat so gut wie keine prakti
schen Folgen.
2. Bei lateinischen Vätern, die sonst vom Griechischen unabhängig sind, ist eine gelegentliche
Einführung einer Sirachstelle mit »(in) Sapientia« kein Beleg für die Einwirkung von £o<pwc des grie
chischen Titels auf die lateinische Bibel, sondern muß als Fehler des Autors angesehen werden; ein
solcher Fehler unterläuft fast jedem einmal und ist auch leicht erklärlich. Bei Zitaten aus Sir 24
»Sapientiae Laus« ist eine Einleitung mit »Sapientia« auch gar nicht falsch.
Auch in den Handschriften ist es zuweilen zu diesem Fehler gekommen; siehe etwa einige Seitenüberschriften in
G und Фу oder den Titel in xv liber sapientiae (gegen explicit liber aecclesiasticum); siehe oben S. 26 Anmerkung 2;
S. 59; S. 64.
Aus der regelmäßigen Einleitung »Sapientia* bei Epiphanius Latinus (EP-L) ist für den Sirachtitel nichts zu ent
nehmen, da EP-L auch seine Zitate aus Prv Eel Ct Sap fast immer mit »Sapientia* einführt.
Als ausgesprochener Sonderfall muß die gleichbleibende Einführung lectio libri sapientiae für die Leseabschnitte
sowohl aus Sapientia als auch aus Sirach in den liturgischen Texten ^ und p (pw lectio libri sapientiae salomonis) gelten.
Sie bezeugt die Zusammengehörigkeit beider Bücher, aber nicht den Einfluß des griechischen Titels. Auch die т-Über-
lieferung kennt für eine ihrer Lesungen (Sir 31,8-11) die Einleitung lectio libri sapientiae salomonis (siehe oben S. 71).

In den Rahmen des Gesamtbefundes stelle ich auch die eigenartige Angabe, die Filastrius von
Brescia (FIL) in seinem Buch über die Häresien (zwischen 383 und 391) ¡m 56. Kapitel zu den „Pro-
clianiten" macht; ihren Schülern wird unter anderem vorgeworfen: hi Sapientia (sapientiae Si) libri
utuntur Sirach illius qui scripsit post Solomonem, id est post multa témpora, librum unum Sapientiae,
Christum autem in (— A) carne venisse (+ et A) negantes. Es liegt zwar auf der Hand, daß hier eine
griechische Quelle zugrunde liegt — die Gründe für die Ablehnung des Sirachbuches erinnern sogar an
die jüdische Abgrenzung des Kanons —, aber es ist meines Wissens innerhalb der lateinischen Tradi
tion völlig singular, daß die Benutzung des Sirachbuches ohne jede Kommentierung als Kennzeichen
von Häretikern gelten kann, und es kann auch kein Zufall sein, daß Augustin, der Filastrius aus
schreibt, gerade diese Angabe nicht übernimmt (AU hae 60: »Prodianitae . . . addiderunt Christum
non in carne venisse«). Meine Folgerung möchte ich wenigstens in die Form einer Frage kleiden: Hat
Filastrius gar nicht gemerkt, von welchem Buch die Rede ist? Er würde damit einen indirekten, aber
starken Beleg dafür liefern, wie wenig »Sapientia Sirach« bei den Lateinern bekannt ist.
Tatsächlich wird auch bis in die erste Hälfte des 7. Jahrhunderts Sirach weiterhin in der alten
Weise zitiert. Eine Ausnahme macht nur die Vulgata, mit der seit dem 5. Jahrhundert zu rechnen
ist. Ihr Titel »incipit liber (H)iesu fltii Sirach« hat aber zunächst keine Wirkung auf die Praxis der la
teinischen Zitierweise; vielmehr gewinnt die alte Gewohnheit fast sofort wieder einen bestimmenden
158 Zum lateinischen Titel des Sirachbuches

Einfluß auf die handschriftliche Überlieferung des Vulgatatitels. Der vom Codex Amiatinus angeführ
te (aber auf einen wesentlich früheren „subarchétype italien" zurückgehende), dann vor allem durch
die Alkuinbibeln weit verbreitete und einflußreiche Zweig derVulgatatradition nimmt gegen »(H) iesu
fllii Sirach« den altlateinischen Titel in der Form »Ecclesiasticus« oder »Ecdesiasticum« wieder auf.
Dabei kommt es auch zu Kombinationen zwischen „altem" und „neuem" Titel.
Vergleiche folgende Beispiele; die vollständigen Angaben siehe in der Beschreibung der Handschriften und im
kritischen Apparat :
ecclesiasticum hiesu filii syrach T (vor dem Prolog)
haeclesiasticum qui et sapientia ¡lui filii sirach С (vor dem Prolog)
liber ecclesiasticus (h)iesu filii sirach 6HM6vaR2, Milano B. 48 inf.; cf 0s
liber eiusdem qui dicitur ecclesiasticus hiesu filii sirach ГМА (und nach Sir 51 : explicit liber hiesu filii sirach ecclesiasti
cum salomonis)
explicit prologus hiesu filii sirach; incipit liber eiusdem qui dicitur ecclesiasticus Q Wien 1190 xp; vgl. AB (S°)
»hiesus filius sirach« vor dem Prolog; »ecclesiasticu(m)« vor Sir 1 YO™ZGRB(v)p E, Paris 11505 Reims 2 Oraz 167; vgl.
auch ПЛ
»ecclesiasticum« vor dem Prolog; »iesus filius syrach« vor Sir 1 X
»liber ecclesiasticu(m)« vor Sir 1 ; »explicit liber (hi)esu filii s(i)rach« nach Sir 50 ALH
liber hiesu filii s(i)rac S, St. Gallen 7, aber im Inhaltsverzeichnis ecclesiasticus (siehe S. 31 ; 80).
Die zahlreichen Lesungen im Breviarium Gothicum (Brev. Goth.; PL 86) haben in der überwiegenden Mehrzahl die
Einleitung lectio libri ecclesiastici salomonis, aber manchmal auch iesu filii sirach (519D; 524A) oder iesu (1157C).
Ähnlich ist das Bild im Missale Mozarabicum (M-M; PL 85): meist lectio libri ecclesiastici salomonis; aber daneben
auch iesu fili(i) sirach id est ecclesiasticus (370C; 383C; 392B).

Die praktisch ungebrochene Geltung von »Ecclesiasticus« und »Salomon« in der Einführung von
Sirachzitaten kann an der folgenden Aufzählung verdeutlicht werden. Wiederum ist der Befund in
Afrika und in Europa der gleiche.
»Ecclesiasticus«: PS-AU Fu; PS-CY рае; JAN; PS-AU hyp; CE; FU. — PEL Gal; Mor; PS-PEL
Casp 4; PAU-N ер 40,9; PS-AU spe (der Hauptzeuge für die Textform D; ebenso LUC, siehe oben);
EUCH int 3 (13); [PROS] voc; JUL-E; JUL-P; GR-M Jb 21 ; 24. — IS (teilweise).
»Salomon«: PS-AU s Cai 1,68. — PS-FIR con;QU; VIG-T; PS-VIG Var; PS-AU sol; PS-AU or;
FU-M; PS-FU s 55; PS-AU s 86; 117?; PRIM; VER; FAC. — LAU. — PEL Rm 12; 13; 2 Cor 9;
PS-PEL ind; Casp 2; Caelestius; PS-AM vg; MAX; PAU-N ep 40,1 1 ; carm; AN Mt h (in der überwie
genden Mehrzahl der Stellen)! ; AN h Esc 25. — ORO; A-SS Helia; AN Tit; MART. — EUCH int 2;
3 (17); 7; 8; VAL; RUR; REG Ser ; PS-HI ep 5; CAE; GR-T. — LEO s 39,3 (Überlieferung ß); APO;
HÖR; FEL IV.; HES; CAr (sehr häufig)2; GR-Mep; past; Jb8; 10; 33; 34; Rg. — PAT; CU-L. —
01. — PS-HI ep 12; SIS; IS (teilweise); PS-AU s Cai 11,64; ILD. — DES; PS-AU Pal 4.
»in Ecclesiastico per Salomonem«: PAU-N ep 25. — »Salomon in Ecdesiastico«: CAr PS 6,1.
Ebenso charakteristisch wie die positiven Belege für »Ecclesiasticus« und »Salomon» sind auch die wenigen Aus
nahmen von dieser Regel. Es handelt sich wieder um Schriften, die aus dem Griechischen übersetzt sind oder auf grie
chische Quellen zurückgehen: ORI Mt 13,4 quod dicit Sapientia (oXeycuvevT/ioocia); ser 1 2 recordari Sapientiae verbum;
ser 42 quod ait Sapientia. — CON-АР 77 Salomonis libri quinqué . . . extra haec historia^ gratia discant vestri adulescen-
tes Sapieniias (Edit.; sapiential. . .> cod.) nimium edocti Sirech (стоХоцыутос ßißXioc TTEVTE. . . тгроаютореюбсо (¿avôavetv
uficùv TOUÇ veou; та? скнркхс тои ттоХицабоис трах). — JUN 1,5 Iesu filii Sirach liber L — EP-SC Ct 8 Sapientiam audi
dicentem (TÏ]V aoçiav axoue Xeyouaav). — Catalogue Claromontanus Sapientia ÍHU ver- 77D. — CO-Lat (185,5) ad lesum
filium Sirach dictum est (то ... eip-rçuEvov ITJCTOU ты тои опрах); vergleiche aber auch die Mischung (37,11) per Sapien
tiam bene conplacuit Salomoni (gegen то cv скхркхк; ohne Namen). — [CHRY] II, 1184 Sapientia (

Erst in der zweiten Hälfte des 7. Jahrhunderts verändert sich das Bild ; zwar werden »Ecclesiasti
cus« und »Salomon« keineswegs aufgegeben, aber der Vulgatatitel »über (H)iesu filii Sirach« begegnet
jetzt häufiger. Unter den Carmina des Eugenius II. (EUGE-T) ist Carmen 8 von Johannes, dem äl
teren Bruder und Vorgänger des Braulio; Sirach wird in der Aufzählung der biblischen Bücher als
Buch des »lesus« angeführt ([EUGE-T] carm 8,8). Umgekehrt belegt Taio von Saragossa (TA) an
' Nur einmal (Mt h 30) heißt es: in Sirach libro adventum Christi sie deprecatur.
2 »Sa/omon« wird manchmal auch dort eingesetzt, wo die literarische Quelle Cassiodors anders (und zwar un
genau) liest: Gal 3,1 (gegen HI Gal »in Proverbiis«); PS 51 (gegen HIL PS 51,7 »а/i'us prophetat); PS 101 (gegen AU PS
101 s 2,2 »scriptura«); PS 113 (gegen AU PS 113 s 2,12 »scriptum «s/«).
Zum lateinischen Titel des Sirachbuches 159

den wenigen Stellen, an denen er von seiner Quelle GR-M abweicht, »Ecclesiasticus« (sent 4,4.37),
und auch die Überschrift zu TA Sir lautet: »incipit expositio de libro Ecclesiastici«. Julian von Toledo
(JUL-T) hat sowohl »in Ecdesiastico« (ant 1,120) und »Salomon« (ant 1,117.118.122.123) als auch
»lesus fllius Sirach« (ant 1,1 19) und »in libro lesu ftlii Sirach« (ant 1,121). PS-IS corr 25 (von Sisber-
tus?) belegt »in Salomonen; ebenso heißt es im 17. Konzil von Toledo (694) »dicente Salomonen, zu
Sir 7,13 (CO-Tol 17,5). Im Anfang des S.Jahrhunderts werden in der pseudo-isidorischen Schrift
De variis quaestionibus adversas ludaeos die Sirachstellen nur mit »in libro lesu« (PS-IS Jud 24,3;
30,7; 50,5) oder mit »in libro lesu filii Syrach« (Jud 18,2) eingeführt. Am Ende des Jahrhunderts
belegt Beatus von Liébana (BEA) zu Sir 24,5 »per Salomon dicit« (El 1,115). — Auch in Gal
lien leitet Defensor (DEF) seine überaus zahlreichen Sirachzitate in großer Regelmäßigkeit mit
»lesus fllius Sirach dixit« ein und zeigt damit den Einfluß des Vulgatatitels, aber auch bei ihm ist
»Salomon« nicht völlig ausgeschaltet, siehe »Salomon dixit« DEF 9,4; 11,5; 33,12, und zuweilen er
scheinen Sirachstellen auch ohne eigene Einleitung nach Zitaten aus Prv und Ecl und damit noch un
ter der für diese Bücher geltenden Einführung »Salomon dixit« (DEF 7,7; 10,5; 22,3; 25,4; 32,11 ;
35,6; 37,5; 38,8; 45,6; 51,2; 55,5). POE Mer 82 (eine Paraphrase der Lauspatrum) bezeugt »lesus« (82,
2), aber A-SS Elig 2 (289) hat »in libro Ecclesiastico«. — Beda Venerabilis (BED) benutzt Einführun
gen sowohl mit »(lesus) filius Sirach« als auch mit »Salomon« und »Ecclesiasticus«1. Das Paenitentiale
des Pseudo-Egbert von York zitiert Sir 4,10 mit der Einleitung »in lesu filii Sirach« (PS-EGB рае pr
[418]). — Die Aufzählung sei mit Pirmin und Bonifatius abgeschlossen. Ihre wenigen Belege haben
wiederum »Salomon« (PI R 2,14.18; BON ep 78) und bezeugen auf diese Weise, daß die alte Bezeich
nung selbst in der Mitte des 8. Jahrhunderts noch gebraucht wird.

Mit diesem Gang durch die Geschichte ist freilich die Frage nicht beantwortet: Woher hat die
lateinische Überlieferung den alten Titel »(über) Ecclesiasticus«? Hierzu wird trotz längst erfolgter
Einwendungen oft noch auf die Erklärung Rufins in seiner Expositio symboli zurückgegriffen. Nicht
der Verfasser, sondern die Beschaffenheit des Buches werde damit bezeichnet; es zähle nicht zu den
libri canonici, sondern zu den libri ecclesiastici2 und habe von dieser Gattungsbezeichnung bei den
Lateinern den Namen »liber Ecclesiasticus« erhalten (RUF sy 36). Freilich steht diese Auskunft viel
zu sehr im Kontext kanongeschichtlicher Fragen, als daß sie für die wirkliche Herkunft etwas aus
sagen könnte3. Sie ist auch bei den Vätern nicht ohne Widerspruch geblieben; Cassiodor zum Beispiel
greift auf den Kommentar des Hieronymus zum Buch Ecclesiastes zurück und hält eine lateinische
Wiedergabe mit »Congregator« auch für das Sirachbuch durchaus für vertretbar (CAr in 1,5,6).
Die Frage bleibt offen. Ich selbst kann nur auf die anfangs erwähnten Einleitungsformeln
Cyprians zu den fünf Weisheitsbüchern hinweisen. Sie folgen sehr präzise dem jeweiligen griechischen
Titel; besonders gilt dies für die Proverbien und den Prediger, wo mit »in Parhoemiis«, »in Ecclesiaste«
die griechischen Titelworte einfach übernommen sind. Angesichts dieses engen Anschlusses halte ich
es für geradezu ausgeschlossen, daß der lateinische Übersetzer für Sirach selbständig eine eigene Über
schrift geschaffen hätte4, und führe damit den alten Titel »(liber) Ecclesiasticus« auf eine entsprechende
griechische Vorlage zurück. Einen Beleg für diese Annahme kann ich freilich nicht bringen, doch ist
der lateinische Sirachtext geradezu gefüllt mit Lesarten, die die zugängliche griechische Überlieferung
nicht mehr bewahrt hat.

1 »filius Siracht tab 2; Prv 2; »lesus fllius Sirach* c/ rat 1 1 ; 66 (< HI); »Salomon* Ape l ; h 2; »Ecclesiasticus*
Lc 2 (> MC 1); 4; Sam 2; 3; Prv l ; Ct 1. — Häufig leitet BED mit vir sapiens, quidam sapiens ein.
2 B. FISCHER erinnert daran, daß diese Unterscheidung innerhalb der lateinischen Bibel Eigengut des Rufin ist
und also keine alte Tradition wiedergibt; siehe Bibelausgaben des frühen Mittelalters, in: B. FISCHER, Lateinische Bibel
handschriften im frühen Mittelalter, Freiburg 1985 = Vetus Latina. Aus der Geschichte der lateinischen Bibel 11, 86.
3 Es ist gerade umgekehrt: „Vermutlich handelt es sich um eine Rückbildung aus dem Namen Ecclesiasticus
für Sir" (B. FISCHER, siehe Anmerkung 2).
4 DE BRUYNE, der Rufins Erklärungsversuch scharf kritisiert, rechnet gleichwohl mit einer lateinischen Ent
stehung des Titels: „II faut donc supposer qu'il (nämlich der altlateinische Titel) a été donné par le traducteur africain
lui-même" (261).
160

Zeichen und Abkürzungen


+ addit, addunt /3 es folgt anschließend Vers 3
— omittit, omittunt 2/4 2 von 4 Stellen
x omittit, omittunt (steht statt eines aus ? fraglich ob Bibeltext
gelassenen Wortes) {. . .} Lesarten und Belege, deren Beziehung
~ transponit, transponunt auf diese bestimmte Stelle nicht gesichert
и = Wort der unmittelbar darüberstehen ist
den Textzeile (nicht der Variante) cod(d) codex, codices
. . . (= V) . . . wie oben im Schema der Texttyp V com im Kommentar, in der Erklärung, im
kursiv nicht überliefert, nur erschlossen Kontext
<. . .> hinzugefügt ™e in margine (Alternativ-Lesart)
<kursiv> heute nicht mehr lesbare Buchstaben in *»« im Text
Handschriften (Var) Variante; jedoch sind gelegentlich cha
[. . .] zu streichen rakteristische Handschriften oder Grup
t ... t textus corruptus pen genannt, z. B. CY (A), PS-AU spe (ß),
*** Rasur von 3 Buchstaben PEL (B)
< abhängig von, Korrektur nach ap apud
> Quelle für cf confer
/ (mitten im Wort, z. B. fece/cerunt) Zei etc et cetera (verwandte Stellen)
lentrennung in der Handschrift exe mit Ausnahme von
/ (am Anfang oder Ende der Belege) An sec secundum, laut
schluß an den vorhergehenden bzw. fol sttii ж sub asterisco
genden Vers sub + sub obelo
2/ schließt sich an Vers 2 an

Konkordanz der Verszählung für 30,27 - 36,13 (Vulgata)


Ziegler! V2 Ziegler Rahifs Ziegler Rahifs
(30,23 30,23 30,24-25) 34,24 31,24 31,29 35,17 32,17 32,21
( 24 24 26 ) 25 25 30 18 18 22-23
33,13b 30,25 30,27 26 26 31 19 19 24
34, 1 31, 1 31, 1 27 27 32-35 20 20 25ab
2 2 2 28 28 36 21 21 25c
3 3 3 37 25d
4 4 4 29 29 38-39 22 22 26
5 5 5 30 30 40 23 23 27
6 6 6 31 31 41-42 24 24 28
7 7 7 35, 1 32, 1 32, l-2a 36, 1 33, 1 33, 1
8 8 8 2 2 2b-3 2 2 2
9 9 g 3 3 4-5 3 3 3.4a'
10 10 10 4 4 6 4 4 4a2bc
11 11 11 5 5 7 5 5 5
12 12 12-13 6 6 8 6 6 6
13 13 14-lSab1 9 7 7 7
14 14 15b2.16-17 7 7 10-11" 8 8 8-9
15 15 18 8 8 1 12-12 9 9 lOab
16 16 19 9 9 13 10 10 10e
17 17 20 10 10 14 11 11 11
18 18 21 11 11 15ab 12 12 12
19 19 22 12 12 15c. 16 13 13 13-14
20 20 24.23 13 13 17 14 14 15ab
21 21 25 14 14 18 15 15 15cd
22 22 26-27 15 15 19 Iti.i 16a 16a
23 23 28 16 16 20 30,25 16b-17 16b-17
1 Ziegler = Swete
2 Die Angaben a, b beziehen sich auf die Stichenteilung in Vs; darüber hinausgehende Teile eines Verses oder Stichus
werden durch '-2 angedeutet.
NEUES TESTAMENT:
Band 24/1 : Epistula ad Ephesios, hrsg. von Hermann Josef Frede
1. Lieferung Einleitung und Eph 1,1-21 - Bestell-Nr. 00408 1962
2. Lieferung Eph 1,21 - 3,13 - Bestell-Nr. 00409 1965
3. Lieferung Eph 3,1 3 - 4,30 - Bestell-Nr. 0041 1 1963
4. Lieferung Eph 4,30-6,12 -Bestell-Nr. 00412 1964
5. Lieferung Eph 6,12 bis Schluß; Nachträge, Register (72 Seiten) 1964
Bestell-Nr. 00413
Band 24/2: Epistulae ad Philippenses et ad Colossenses, hrsg. von Hermann Josef Frede
1. Lieferung Phil Einleitung und 1,1-25 - Bestell-Nr. 00431 1966
2. Lieferung Phil 1,25 - 2,15 - Bestell-Nr. 00432 1967
3. Lieferung Phil 2,1 5 - 4,7 - Bestell-Nr. 0043 3 1968
4. Lieferung Phil 4,8 bis Schluß; Col Einleitung und 1,1-9 ~ Bestell-Nr. 00434 1969
5. Lieferung Col 1,9 - 2,7 - Bestell-Nr. 00435 1970
6. Lieferung Col 2,7 - 3,10 - Bestell-Nr. 00436 1970
7. Lieferung Col 3,10 bis Schluß; Nachträge, Register (81 Seiten) 1971
Bestell-Nr. 00437
Band 25 : Epistulae ad Thessalonicenses, Timotheum, Titum, Philemonem, Hebraeos,
hrsg. von Hermann Josef Frede
Pars I: Einleitung; Epistulae ad Thessalonicenses, Timotheum
1. Lieferung Einleitung - Bestell-Nr. 0045 1 1975
2. Lieferung Einleitung (Fortsetzung) - Bestell-Nr. 00452 1976
3. Lieferung Einleitung (Schluß) und i Th 1,1 - 4,1 5 - Bestell-Nr. 00453 X9?6
4. Lieferung i Th 4,15 bis Schluß; 2 Th 1,1 - 2,2 - Bestell-Nr. 00454 1977
5. Lieferung 2 Th 2,2 bis Schluß; i Tm Vorbemerkung und 1,1-5 1978
Bestell-Nr. 0045 5
6. Lieferung i Tm i,j - 3,1 - Bestell-Nr. 00456 1978
7. Lieferung i Tm 3,1 - 5,10 - Bestell-Nr. 00457 J979
8. Lieferung i Tm 5,10 - 6,17 - Bestell-Nr. 00458 1980
9. Lieferung i Tm 6,17 bis Schluß; 2 Tm 1,1 -2,17 -Bestell-Nr. 00459 J981
то. Lieferung 2 Tm 2,17 - 4,5 - Bestell-Nr. 00460 1982
ii. Lieferung 2 Tm 4,5 bis Schluß (33 Seiten) - Bestell-Nr. 00461 1982
Pars П: Epistulae ad Titum, Philemonem, Hebraeos; Additamenta, Index
1. Lieferung Tt 1,1 - 3,5 - Bestell-Nr. 00462 1983
2. Lieferung Tt 3,5 bis Schluß; Phlm mit Vorbemerkung (76 Seiten) 1983
Bestell-Nr. 00463
3. Lieferung Hbr Vorbemerkung und 1,1 - Bestell-Nr. 00464 1987
4. Lieferung Hbr 1,2 - 2,16 - Bestell-Nr. 00465 1987
5. Lieferung Hbr 2,16 -5,10 In Vorbereitung

Band 26/1 : Epistulae Catholicae, hrsg. von Walter Thiele


i. Lieferung Epistula lacobi (64 Seiten) - Bestell-Nr. 00405 1956
2. Lieferung Epistula I Petri (120 Seiten) - Bestell-Nr. 00406 1958
3. Lieferung Epistula П Petri (56 Seiten) - Bestell-Nr. 00407 1960
4. Lieferung i Jo 1,1 - 3,17 (80 Seiten) - Bestell-Nr. 00418 1965
5. Lieferung i Jo 3,17 - 3 Jo 3 (80 Seiten) - Bestell-Nr. 00419 1966
6. Lieferung 3 Jo 3 - 1 5 ; Jud ; Nachträge, Register (96 Seiten) - Bestell-Nr. 00420 1967
7. Lieferung Einleitung (104 Seiten) - Bestell-Nr. 00440 1969
Ergänzende Schriftenreibe

VETUS LATINA
AUS DER GESCHICHTE DER LATEINISCHEN BIBEL
ISSN 0571-9070

Die infreier Folge erscheinenden Veröffentlichungen behandeln Eingetragen


der Vetus Latina-Überlieferung und edieren neue biblische undpatristische Texte

i: Bonifatius Fischer, Die Alkuin-Bibel (Quartformat, 20 Seiten und 4 Tafeln) 1957


Bestell-Nr. 00490
2: Walter Thiele, Wortschatzuntersuchungen zu den lateinischen Texten der Johannes- 1958
briefe (Quartformat, 48 Seiten) - Bestell-Nr. 00491
3: Hermann Josef Frede, Pelagius, der irische Paulustext, Sedulius Scottus (165 Seiten) 1961
Bestell-Nr. 00492
4: Hermann Josef Frede, Altlateinische Paulus-Handschriften (296 Seiten) 1964
Bestell-Nr. 00416
5: Walter Thiele, Die lateinischen Texte des i. Petrusbriefes (245 Seiten) 1965
Bestell-Nr. 00417
6: Jürgen Regul, Die antimarcionitischen Evangelienprologe (276 Seiten) 1969
Bestell-Nr. 00446
7-8 : Hermann Josef Frede, Ein neuer Paulustext und Kommentar
I. Untersuchungen (288 Seiten und 4 Tafeln) - Bestell-Nr. 00447 T973
П. Die Texte (413 Seiten) - Bestell-Nr. 00448 1974
9: Helmut Boese, Die alte »Glosa psalmorum ex traditione seniorum«. Untersuchungen, 1982
Materialien, Texte (286 Seiten und 2 Tafeln) - Bestell-Nr. 00449
10: Caroline P. Hammond Bammel, Der Römerbrieftext des Rufin und seine Orígenes- 1985
Übersetzung (551 Seiten) - Bestell-Nr. 00494
11 : Bonifatius Fischer, Lateinische Bibelhandschriften im frühen Mittelalter (mit einem 1985
Vorwort hrsg. von H. J. Frede) (455 Seiten und ю Tafeln) - Bestell-Nr. 00495
12: Bonifatius Fischer, Beiträge zur Geschichte der lateinischen Bibeltexte (mit einem 1986
Vorwort hrsg. von H.J.Frede) (456 Seiten) - Bestell-Nr. 00496

VERLAG HERDER FREIBURG


ß5 ^3 STANFORD
LIBRARIES

VETUS LATINA
DIE RESTE DER ALTLATEINISCHEN BIBEL

NACH PETRUS SABATIER


NEU GESAMMELT UND IN VERBINDUNG
MIT DER HEIDELBERGER AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN
HERAUSGEGEBEN VON DER ERZABTEI BEURON

11/2

SIRACH (ECCLESIASTICUS)

HERAUSGEGEBEN VON
WALTER THIELE

3. Lieferung
Sir Prolog und 1,1-3,31

1989

VERLAG HERDER FREIBURG


Bestellnummer 00426
ISBN 3 451 00426 7
VETUS LATINA
Die Lieferungen imQuartformat erscheinen in der Regel im Umfang von 80 Seiten

GRUNDLAGEN UND QUELLEN:


Band i : Boni foti us Fischer, Verzeichnis der Sigel für Handschriften und Kirchenschrift- 1949
steller (104 Seiten) vergriffen
Band i/i: Hermann Josef Frede, Kirchenschriftsteller. Verzeichnis und Sigel 1981
(3., neubearbeitete und erweiterte Auflage des »Verzeichnis der Sigel für Kirchen
schriftsteller« von Bonifatius Fischer) (Oktavformat, 784 Seiten, gebunden)
Bestell-Nr. 00450
Band i/i A: Hermann Josef Frede, Kirchenschriftsteller. Aktualisierungsheft 1984 1984
(i 1 8 Seiten, Paperback) - Bestell-Nr. 00474
Band i/i B: Hermann Josef Frede, Kirchenschriftsteller. Aktualisierungsheft 1988 1988
(100 Seiten, Paperback) - Bestell-Nr. 00479
Band 1/2: Hermann Josef Frede, Biblische Handschriften. Verzeichnis und Sigel In Vorbereitung

ALTES TESTAMENT:
Band 2 : Genesis, hrsg. von Bonifatius Fischer
1. Lieferung Einleitung und Gn 1,1 - 9,14 (170 Seiten) - Bestell-Nr. 00401 195 1
2. Lieferung Gn 9,14 - 27,23 (160 Seiten) - Bestell-Nr. 00402 1952
3. Lieferung Gn 27,23 - 43,22 (160 Seiten) - Bestell-Nr. 00403 1953
4. Lieferung Gn 43,22 bis Schluß; Nachträge, Register (132 Seiten) 1954
Bestell-Nr. 00404
Band i i/i : Sapientia Salomonis, hrsg. von Walter Thiele
1. Lieferung Einleitung - Bestell-Nr. 00480 1977
2. Lieferung Einleitung (Fortsetzung) - Bestell-Nr. 0048 1 1977
3. Lieferung Einleitung (Schluß) - Bestell-Nr. 00482 1979
4. Lieferung Sap 1,1 - 5,3 - Bestell-Nr. 00483 1980
5. Lieferung Sap 5,3 - 8,8 - Bestell-Nr. 00484 1981
6. Lieferung Sap 8,8 - 1 3,1 - Bestell-Nr. 00485 1983
7. Lieferung Sap 13,1 - 18,18 - Bestell-Nr. 00486 1984
S.Lieferung Sap 1 8, 1 8 bis Schluß; Nachträge, Register (38 Seiten) 1985
Bestell-Nr. 00487
Band 1 1/2 : Sirach (Ecclesiasticus), hrsg. von Walter Thiele
I.Lieferung Einleitung - Bestell-Nr. 00424 1987
2. Lieferung Einleitung (Schluß) - Bestell-Nr. 00425 1988
3. Lieferung Sir Prolog und 1,1 - 3,31 - Bestell-Nr. 00426 1989
4. Lieferung Sir 3,31 - 8,3 In Vorbereitung
Band iz: Esaias, éd. par Roger Gryson
Fascicule i Introduction et Is 1,1-22 - Bestell-Nr. 00439 T9^7
Fascicule 2 Is 1,22 - 5,7 - Bestell-Nr. 00441 1987
Fascicule 3 Is 5,8 - 7,14 - Bestell-Nr. 00442 1988
Fascicule 4 Is 7,14- 10,19 -Bestell-Nr. 00443 19^9
Fascicule 5 Is 10,20 - 13,22 En préparation
Konkordanz der Verszählung; Lateinische Textformen 161
Ziegler Rahlfs V Ziegler Rahlfs V Ziegler Rahlfs V
30,26 33,18 33,18 31,17 34,15 34,17 32,16 35,13 35,16
27 19 19 18 18 17 14 17
28 20 20 19 16 15b + 19a 18 15 18a
29 21 21 19bc-20a 19 18b
30 22 22 20 17 20bc 19
31 23 23-24a 21 18 21a 20 16 20
32 24 24bc 22 21b + 23a' 21 17 2l
33 25 25 22 18
34 26 26 23 19 23a2b 22 22
35 27 27-28a 24 20 24ba 19
36 28 28b 25 21 25 20
37 29 26 22 26 23 23
38 29 30 27 27 21
30 28 23 28 24 22 24
39 31 31 29 24 29 25 23 25
32 30 25 30 26 24 26
40 33 32-33 31 26 31 33, 1 36, 1 36, 1
31, 1 34, 1 34, 1 32, 1 35, 1 35, 1 2 2a
2 2 2 2 2a 3 2 3
3 3 3 3 2 4a 4 3 4
4 4 4 4 4b 5 4 5 + 2b + 13b
9 5 5-6a 5 3 5 + 2b + 3 6 5 6
6 6 6bc 6 4 6 7 7
7 7 7 7 7 8 6 8
8 8 8 8 5 8 9 9
g 9 9bc 9 6 9 10 7 10
10 10 9a.IOa.lla 10 7 10 11 8 11
n lOb.llb 11 8 11 12 9 12
12 11 12 12 9 12 I3a I0a 13a
13 12 13 13 10 13 13c
14 13 14 14 11 14 36,16b lOb 13d
15 15a 15 15 (17 11 14)
16 14 16 12 (18 12 15)

Lateinische Textformen

Die erhaltenen lateinischen Textformen des Sirachbuches gehen auf eine gemeinsame Grundlage zurück.

K Alter Text, der in der Mitte des 3. Jahrhunderts in Karthago bezeugt ist. Er wird belegt durch CY, PS-CY märt,
PS-CY Nov
Vulgata. Nur in der Vulgata ist der vollständige lateinische Sirachtext erhalten. In der V-Zeile des Schemas wird
der Archetyp der Vulgatahandschriften rezensiert; der führende Zeuge ist Q
Die Vulgata bewahrt weithin eine Form des alten Textes, ist aber durch eine von K fortführende Textgeschichte
auch von der jüngeren Überlieferung beeinflußt. Dieser Einfluß ist wie in Sapientia in den Schlußteilen des Si
rachbuches stärker als in den ersten beiden Dritteln
(VR Vulgatarezension der römischen Vulgataausgabe; Vs Vulgatarezension der Stuttgarter Handausgabe; siehe
S. 10; Va und Vs werden im kritischen Apparat in der Regel nur bei Abweichungen von V ausdrücklich genannt)

2l 4. 12. 1989 Vetus Latina 11/2


162 Lateinische Textformen und Textzeugen

D Der Hauptzeuge ist PS-AU spe; durch ihn wird D für große Teile des Sirachbuches gewonnen. Die wenigen Zitate
bei LUC und PRIS ergänzen das Zeugnis von PS-AU spe. D-Lesarten werden oft auch von denjenigen Handschrif
ten und Schriftstellern unterstützt, die in Sapientia zu D gehören, aber bei der stärkeren Differenzierung der
Sirachtexte kann keiner dieser Begleiter für sich allein oder mit anderen ohne die Hauptzeugen (LUC, PRIS),
PS-AU spe den D-Text von Sirach darstellen
Im Vergleich mit K bewahrt teils V, teils D den alten Text; vorherrschend ist aber die Gemeinsamkeit der Texte,
die auch für das Verhältnis zwischen V und D gilt. Im Unterschied zu V ist D an mehr Stellen an Ф angeglichen
und wird deshalb im Ganzen als eine jüngere Textform gewertet. Fast regelmäßig wird für xuptoç anstelle von
deus in KV die genaue Übersetzung dominas eingesetzt; sonst betreffen die Korrekturen meist nur Einzelstellen.
Im Schlußteil des Sirachbuches bewahrt D aber gegen V auch alte Lesarten; dieser Befund entspricht den Ver
hältnissen in Sapientia
I Die Handschriften 167 (Sir 34,12-31) und H (Teile aus Sir 1-3; 6-7) sind die Hauptzeugen, doch kann H nicht
durchgängig, sondern häufig nur in Einzellesarten für I beansprucht werden. Zu 167 und H tritt Augustin, dessen
Belege auch dort, wo 167 und H nicht erhalten sind, für I gewertet werden können, wenn sie von weiteren Zeugen
unterstützt werden und diese Stellen nicht bei den anderen Textformen erfaßt sind. Gelegentlich werden quali
fizierte Lesarten italienischer Autoren im Übergang vom 4. zum 5. Jahrhundert (ZE, AM, CHRO, AMst, PEL)
ebenfalls mit I bezeichnet; die Verbindung mit X, die für diese spanische Handschrift die italienischen Quellen
ihres Textes belegt, kann dafür den Ausschlag geben
Da I nur fragmentarisch und in wechselnden Zeugen greifbar ist, kann nur allgemein gesagt werden, daß Ände
rungen in der Wortwahl und Korrekturen nach dem Griechischen zeigen, daß I zur jüngeren lateinischen Sirach
überlieferung gehört. Der Zusammenhang mit dem alten Text bleibt aber trotz aller Abweichungen erhalten
Z Lesarten der Handschrift Z, soweit sie nicht durch K, V, D, I erfaßt sind. Zu Z tritt oft 0SH (siehe S. 35Í.45);
manchmal ist die Gruppe 0SH gegen Z der Zeuge für Z. Auch Väterzitate unterstützen Z
Z zeichnet sich vor altem durch Korrekturen nach dem griechischen Text aus und geht damit weiter als D (und I).
Z bewahrt aber auch Lesarten des alten Textes, die sonst nicht bezeugt werden
J Text in 171 (Sir 21,20 - 23,28; 24,38 - 26,1) und AU gr (Sir 15,1 1-18; 22,33; 23,4-6); Lesarten bei AN glo B
J belegt eine außerordentlich konsequente Revision der lateinischen Sirachübersetzung nach dem Text der grie
chischen Unzialen B-S* А С ... und gewinnt auch durch die Wortwahl ein eigenes Profil
M Lesarten bei AM, die nicht in den anderen Textzeugen belegt sind
A Lesarten, die nur bei AU bezeugt werden
S Lesarten von X und aus Brev. Goth.; ANT-M; (M-M), die sonst nicht oder nur von vereinzelten anderen Zeugen
aus Spanien belegt werden

Zu einigen Texten und Zeugen, die nicht durch ein Sigel hervorgehoben werden, siehe S. 145f

Lateinische Textzeugen

Die Handschriften haben im kritischen Apparat in der Regel die Reihenfolge: 167 H 171 32 G С X STCMO
Дв 410 411 412 414 (415) 417 т<» т^вэло 262 p D A Y L m Z ©SHAM ev B K (¡m Prolog: K) T s S OR Q
XVP xp ALH M C&TMZGRBVP E b ГВМА ^BA pwpvAS Würzburg M. p. th. q. 32 П™ь TD fiMSJ, Stuttgart
HB. VI, 107; Handschriften mit Bibliothekssignatur, die nur für ausgewählte Abschnitte und Stellen genannt werden.
Um besondere textgeschichtliche Verbindungen hervorzuheben, kann die Regelfolge an einzelnen Stellen geändert
werden; bei Korrekturen werden die Handschriften, wenn irgend möglich, so angegeben, daß die Quelle für die Kor
rekturen erkennbar wird. Die Indices Ье!2т0хЛФГ(хрГШ werden fortgelassen, wenn die zur Lesart vorhandenen
Handschriften der Gruppe übereinstimmen.
Folgende Handschriften werden immer genannt: 167 H 171 32; die übrigen Handschriften und auch AU spe sind
im Sigel V eingeschlossen, wenn sie nicht für eine Gegenlesart genannt werden oder für die V-Lesart ausdrücklich die
positive Bezeugung angegeben wird. Die Vulgatarezension der römischen und die der Stuttgarter Vulgataausgabe
(siehe S. 10) werden als VR und Vs in der Regel nur bei Abweichungen von V angegeben.
Nach den Handschriften oder nach V werden die Zitate in etwa (topographisch-)chronologischer Folge genannt.

Im kleinen Apparat zwischen Schema und kritischem Apparat wird durch deest (desuní) auf Lücken in den Hand
schriften hingewiesen, doch wird für die folgenden Handschriften, die ohnehin nur Auszüge des Sirachbuches belegen
oder von denen nur Fragmente erhalten oder lesbar sind, umgekehrt durch adest (adsunt), beziehungsweise incipit oder
desinit angegeben, wenn sie für den betreffenden Vers vorhanden sind: 167 H 171 32 410 411 412 414 (415) 417 т68
.j56.69.70 262 p D m s b цВА pWPVAS Würzburg M. p. th. q. 32 Stuttgart HB. VI, 107. — Handschriften, die nur für
ausgewählte Lesarten angegeben werden, werden unter deest oder adest nicht genannt.
SIRACH (ECCLESIASTICUS)
164

Lateinische Handschriften

In der römischen Vulgataausgabe werden 167 als q; D als d; H als h; s als x; Гв als Q geführt. In der Stuttgarter
Handausgabe der Vulgata werden AL als Л; ST als S geführt; OCR(p) werden dort als Ф zusammengefaßt.

32 Wolfenbüttel, Weissenburg 76 Palimpsest (6. Jh) Пь Monte Cassino, Badia 552 AA (11. Jh)
167 Verona, Bibl. Cap. 1(1) Appendix; fragm. l (fol. 1-3) £C Madrid, Bibl. Univ. Centr. 32 (10. Jh)
(6. Jh) Z« Madrid, B. N. lat. 2 (A. 2) (1 1. Jh)
171 Paris, Archives nat. AB XIX 1730 + Toulouse, Bibl. £° Madrid, Museo Arqueológico 485 (12. Jh)
Mun. 33 fol. 222-223 (8.-9. Jh) ST Madrid, B. N. Vitr. 13-1 (Toi. 2-1) (10. Jh)
262 Toledo, Cabildo 35-5 (13. Jh) Фв Bamberg, Bibl. 1 (A. I. 5) (9. Jh)
410 Madrid, B. N. Vitr. 5-1 (10001; Hh. 69) (11.-12. Jh) фв London, B. L. Add. 10546 (9. Jh)
411 London, B. L. Add. 30851 (10.-11. Jh) Фм Monza, Bibl. Cap. g-1/1 (9. Jh)
412 Madrid, Acad. de la Hist. Aemil. 64bis (10. Jh) Фр Roma, S. Paolo fuori le mura (9. Jh)
414 Santiago de Compostela, Bibl. Univ. 5 (11. Jh) Ф» Paris, B. N. lat. 3 (9. Jh)
415 Salamanca, Bibl. Univ. 2268 (ll.Jh) (nur für das фт Sankt Gallen, Stiftsbibl. 75 (9. Jh)
Canticum PORTER 88 [siehe S. 20.22] genannt) Roma, Bibl. Valí. B. 6 (9. Jh)
417 Paris, B. N. fonds Smith-Lesouëf 2 (Teil 2) (11. Jh) ф/. Zürich, Zentralbibl. Саг. С. l (9. Jh)
A Firenze, Bibl. Med.-Laur. Amiatino l (8. Jh) Città del Vaticano, Vatic, lat. 10511 (11.-12. Jh)
B Bamberg, Class. 3 Teil II fol. 1-93 (8-9. Jh) nj Paris, B. N. lat. 16721 (13. Jh)
С La Cava, Badia l (14) (9. Jh) Paris, Bibl. Mazarine 5(13. Jh)
D München, Staatsbibl. Clm 19105 Palimpsest (7.- Paris, B. N. lat. 15467 (13. Jh)
8.Jh) Vercelli, Arch. Cap. XI (57) (9. Jh)
E Paris, B. N. lat. I Г332 (9. Jh) Paris, B. N. lat. 6(11. Jh)
G Paris, B. N. lat. 1 1553 (9. Jh) Città del Vaticano, Vatic, lat. 5729 (11. Jh)
H München, Staatsbibl. Clm 29265/6 (8.-9. Jh) X* Paris, Bibl. de l'Assemblée Nat. 1 (A. 20) (9. Jh)
K Kassel, 2<> Ms. theol. 54 (9. Jh) »A Milano, Bibl. Ambr. A. 24bis inf. (10. Jh)
K der Prolog multorum nobis . . . auf fol. 2V-3R Bergamo, S. Alessandro 242 (9. Jh)
L London, B. L. Egerton 1046 (8. Jh) Milano, Bibl. Ambr. C. 228 inf. (9. Jh)
M Amiens, Bibl. Mun. 12 (8. Jh) Paris, B. N. lat. 9451 (8.-9. Jh)
Q Paris, B. N. lat. 93 (9. Jh) Sankt Gallen, Stiftsbibl. 365 (9. Jh)
S Sankt Gallen, Stiftsbibl. 28 (9. Jh) Verona, Bibl. Cap. LXXXII (77) (9. Jh)
T Salzburg, St. Peter a. IX. 16 (8. Jh) pw Würzburg, Univ.-Bibl. M. p. th. f. 62 (8. Jh)
X Madrid, Bibl. Univ. Centr. 31 (10. Jh) e» Fulda, Landesbibl. Aa. 11 (9. Jh)
Y München, Staatsbibl. Clm 18036 (9. Jh) т» Paris, B. N. nouv. acq. lat. 2171 (11. Jh)
Z Metz, Bibl. Mun. 7 (8. Jh) т« Toledo, Cabildo 35-8 (12. Jh)
b Città del Vaticano, Vatic. Barb. lat. 671 (8. Jh) т« León, Arch. Catedral. 2 (11. Jh)
m Sankt Gallen, Stiftsbibl. 194 p. 1-221 Palimpsest ,.70 Madrid, Acad. de la Hist. Aemil. 22 (11. Jh)
(7.-8. Jh) Bern, Burgerbibl. A. 9 (selten genannt; 10. Jh)
p Milano, Bibl. Ambr. D. 30 inf. Schutzblätter (7. Jh) Graz, Univ.-Bibl. 167 (selten genannt; 12. Jh)
s Sankt Gallen, Stiftsbibl. 1 1 (8. Jh) Mainz, Domschatz 972 (vollständig nur für einige Lesun
ГА Milano, Bibl. Ambr. E. 53 inf. (10. Jh) gen genannt [siehe S. 76]; 10. Jh)
Гв Milano, Bibl. Ambr. E. 26 inf. (9. Jh) Milano, Bibl. Ambr. B. 48 inf. (selten genannt; ll.-12.Jh)
Гм Monza, Bibl. Cap. a-2/4 fol. 136-261 (10. Jh) Paris, B. N. lat. 11505 (selten genannt; 9. Jh)
Дв Burgos, Seminario (10. Jh) Reims, Bibl. Mun. 2 (selten genannt; 9. Jh)
©A Le Puy, Trésor de la Cathédrale (8.-Э. Jh) Stuttgart, Landesbibl. HB. VI, 107 Schutzblatt (8. Jh)
0H London, B. L. Add. 24142 (8. Jh) Verona, Bibl. Cap. LXXXVIII (83) (selten genannt;
0м Paris, B. N. lat. 9380 (8.-Э. Jh) 9.JH)
©s Stuttgart, Landesbibl. HB. 11,16 (8. Jh) Wien, Nationaibibl. lat. 1 190 fol. 16-292 (selten genannt;
Лн Madrid, Acad. de la Hist. Aemil. 2 (12. Jh) 9.Jh)
AL León, San Isidoro 2. Codex Gothicus (10. Jh) Würzburg, Univ.-Bibl. M. p. th. q. 32 (8. Jh)
IF Monte Cassino, Badia 521 AA (1 1. Jh) Codex Malmudariensis, verschollen (siehe S. 35) (gelegent
Пн Monte Cassino, Badia 553 A (11. Jh) lich im Zusammenhang mit Z genannt)

в Griechischer Text: J. ZIEGLER, Sapientia lesa Filii Sirach, Göttingen 1965. Die Bezeichnung der Handschriften
und Handschriftengruppen nach Ziegler
tí Armenische Übersetzung 99 Bohairische Übersetzung б Sahidische Übersetzung
ф Text der hebräischen Fragmente (wenn erforderlich, wird die zutreffende Handschrift als Index hinzugefügt)
®H Syro-hexaplarische Übersetzung (bei Übereinstimmung mit der griechischen Handschrift 253 in Zieglers Grup-
pensigel O enthalten) ®p Peschitta (®J Syro-palästinensische Übersetzung)
Incipit liber Hiesu filii Sirach
• Ecclesiasttcum Sirac
+ E<c>clesiasticus

ПРОЛОГ02
x + ITJOOU uiou
Incipit prologus in libro Hiesu filii Sirach
prologum + Hieronymi de librum . Ecclesiasticum lesu Syrach in librum Ecclesiasticum
praefatio x Sirac
x lihri Syrac
x liber Hiesus filins
Ecclesiasticum
Ecclesiastic.
Ecclesiastico

' RoXXuv xai 8là 2 xal TCOV TtOV


Multorum nobis et magnorum per legem et prophetas aliosque qui
+ est est alios
aliorumque
S allos quoque

incip lib ecclesi/asticu hiesu fill! s<. . .> 6*


Prolog deest XF
tit legt nequit W \\ prolgm T Prolog Фг prolg 0>°* prephatlo £° praef в* prefat ov рте Mi-
laño В. 48 inf. ¡ in libro] lib YE»4"> | ecclesiastc e»
1 <M)ultorum E° Mul*«*torum L

incipit liber hiesu filii sirach G В (В от. titulum prologi agatur de inscriptione, plus valeat): = в (ВА a-534' 155
et titulum ante Sir 1,1): cf ßißXiov oeipax 404 incipit 254-754 31 1-706-679 542)
liber ecclesiasticum hiesu filii s<. . .> 0s incipit liber + ecclesiasticum Т
eclesiasticus ffiu filii sirac 0H (от. titulum ante Sir 1,1) (hiesu) (filii) (sirach) V: cf + (тт)<;) ooçiaç «¡той июи
cf incipit haeclesiasticum qui et sapientia ¡Пи filii sirach (той) oipax 0-V 249 307 543 744 753 795 443s; cf 336"«;
aeditum post transmigrationem cum prefatione sua C cf 296 (548) 493; cf + 14000 utou mp«x 637 603 eclesi-
(от. titulum ante Sir 1,1): с/ Einleitung S. 24 asticum X(supra in libro); ecclesiasticum ííjl(supra in
prologum multorum nobis et magnorum . . . omittunt librum); cf supra С ecclesiastc Q*(supra in libro)
К (sed vide K; cf Einleitung S. 27) Л; cf W (cf Einleitung ecclesiastic! TB(supra x libri) ecclesiastico Cls(supra
S. 48; 65): prologum пол/, r«v xai (zeyaXcuv r.uiv. . .от. 248 in x), Milano B. 48 inf. (supra in libro) panaretos Bern
(/iahet prologum nrjaouc оитос oipax--., cf ZIEGLER 127) A. 9(supra in libro): < Hl Sal H
157' 315' 421 429 755 768 « de prologo multis et mag- hiesu V(= L0M9vTQxi'OTMGRBZ2E, Paris lat. 11505
nis nobis. . . 172 cf Einleitung S. 16-19 Wien 1 190); cf supra G0s»B hyesu ГА hesu Y<DV
tit — incipit Ш8 x x x x x x x BKQM: — тгроХоуос iesu фгРМ2ГмП™, V» ihesu xv ¡Пи £модв@н
S 339 de С vide supra oKTD; cf supra С hiesus (et infra filius) DL
prologum T(scr. prolgm): sequitur ecclesiasticum filii] fili еуТ2фт*тг finis SMC-; Dittographie
praefatio 06V<PB£°(~ Z0*), Milano B. 48 inf.; cf supra C filio Y filius (supra hiesus) ÜL
(~) in libro (libero 2°*) prephatio (~prephatio in libro Sirach V(= ABL0MevQxOTMZGRvZ2rMAnFH»pD> Wien
£0») ¡fiu filii (filiis S»-) sjrac ( + . £0») ¡n пьго suo (x x x 1 190); cf supra GCB syrach YTaR2OBPM2E, Paris lat.
£0«) £0 11505 sirac £M00H syrac nL
+ hieronimi 0A, Vatic. Pal. lat. 4 Monte Cassino, + in librum çcclesiasticum oR>: supra — in libro
Archivio della Badia 35 (cf Einleitung S. 123) 1 multorum] + a S*
in libro V in libero 2OM/2 in librum QJI; cf + est 2TCM; Cf ¡„fro et] est
infra + in librum çcclesiasticum oRl in x Й8 (infra et] est Y2nL: cf ? — xai 155: cf supra + est
ecclesiastico) de libro 0H x libri magnorum] multorum 6V*?: < supra
x liber ПЬ xlïbYE*TD x x ДВЬТо»"(с/ infra + in 2 aliosque V: cf в alique 0H*? alios Гв
librum çcclesiasticum) QxprMA, Wien 1190 Graz 167; cf aliorumque £T*?co: Cf & a\\os quoque X: cf в
supra С x x x x x G£TCAZ*0sSoR*M*, VR (fartasse alios »**que Graz 167
rede; sed quaero пит testimonium codicis G etiam, cum
Prolog 2 -l l Sirach (Ecclesiasticus) 166

:хат' OCÛTOÙÇ 7jxoXou6y¡xÓTíuv 8e8o[a.évcùv, 3 оттер uv Séov ècmv ÈTtaiveïv


V secuti sunt illos sapientiam demonstratam in quibus oportet laudare
¡Mis + scimus sapientia demónstrala + est laudar! + In

Tov IffpaYjX TOuSsiaç xai aocpiaç, 4 xai toc où (lovov aùroùç TOÙÇ avayivtuaxovTac
V Israhel doctrinae et sapientiae causa x quia non solum ipsos loquentes
doctrina causam qui x illos
et

Séov ècmv è7ticrr/)|iova<; yivecroai, 5 àXXà xal той; ехт.ос 8uvaa6ai TOÙÇ
x eivat TOUÇ
x
. V necesse est x peritos sed etiam extráñeos posse x
nécessitas x i esse al i os
+ fuisse

eîvai 6 xal XéyovTaç xai урасо^тас, 7 о тсатгтсос (лои '


V x x et dicentes et scribentes doctissimos fieri avus meus Hiesus
dlscentes lesus + qui

Ièrel TtXeïov éauTOv


8 eïç те rf]v Soùç той vójjiou 9 xal TUv 7Epo<py¡TUv I0 xal
x
V postquam x amplius dédit ad x diligentiam lectionis legis et prophetarum et
+ se x diligendam lectlonem x prophetiarum
Intellegentiam lectionum
scientiam lectioni

:TUV áXXov TOXTpííov ßtßXiwv avayvuXTiv " xal èv -roUTOtç ixaví)v


V aliorum librorum qui nobis a parentibus nostris traditi sunt x x x x x

5 posse Фт in ros.?
10 lihro.ru (ri sup. tin.) Wien 1190?; non tíquet de Wien 1190*

illos V illis B2: cf ? хат' ou-rouç] x au-roiç 613: per- x x x V: c/ infra doctissimos fieri: cf ? — xP1)«"^««? 307
iinetne ad sapientia demonstrata ? x ÎÎM (infra + sci 6 et'] et (t in ras. ?) Z2; non liquet de Z*
mus): cf ? — хат' аитоис 155 discentes CflM, Bern A. Э2
+ scimus ÎÏM doctissimos] doctissimus SMY*
sapientiam demonstratam V sapientia demonstra fieri] feri 0s*
ta (a2 in ras. 7) Фр sapientiam demonstratum 0з*гн-т 7 hiesus V(s/c scribunt OAYZ0AMKTSaRQxpJVW>E
sapientia demonstratum TD sapientia demonstrata С ihesus C, Bern A. 9 hyesus ГА, Milano
Y2B2xv* sapientia demonstrata est В. 48 inf. iesus
¡нс дне
3 3 laudariSTC°* + qui TD
laudare] + in Фу x V (= OCXZ'KTxH + se ceteri, Vs: = в
israhel V] scribunt israH В ¡srTrt LM isri GS°6V amplius] a preliis TD: âplius > a plus x ST
КТ8(111ОхФ™2(ЗКУЕГЧ'1)ОМ8 irl Z, Wien 1190 8 ad] et L x 0«**
ifil П srahel С srrH ХЦтсдв jsraei QJ x V: — те О (253*) L-694-404' 6
doctrinae] doctrina A»xvE*: Haplographie (diligentiam) lection(is) V: cf infra ava-pnooiv в (8ia-
sapientiae] sapientia aR* L)
causa V: cf вн causam XQxp, Wien 1 190 diligentiam V diligentia (1 ex ?; 3 ex ?) E2 dili-
4 4 quia V: cf в qui ХФТ* et Z2: Halbkor gentia IIL diligendam xvrB intellegentiam С
rektur, cf в; cf — oc 404 679 ®H 0sHAM(txt)0v scientiam A
— solum X0S* lectionis V Гв*? lectionis (c ex g in scribendo) A:
ipsos] ipsus 0s* illos Фр cf infra legis lectionem Гв2: cf supra diligendam
necesse est V: = в necesse x 6v*(in/ra + esse 0V): lectionum ? B2 lectioni (vel lectione) Z*? x ST*:
— eoriv 253 443« L nécessitas x Пь: — etrnv 253 443e L Homoiarkton
necesse est x peritos] necesse experitos TD — legis S0*, Bern A. 9: Homoioteleuton
x V: — yiveoeai 728 + esse £тсо0мгеу82фт*22 9 — et Y2FB
flMSjZ; Etvat v / a + (*)• G; non liquet de G* prophetarum V: = 0 prophetiarum Т
+ fuisse Bern A. 92 10 librorum] liberorum T* (corr. in scribendo) 10
peritos] perrtus 0*T2 qui] quod TD qui nobis in ras.? 0s
5 5 etiam] et etiam Фт* a parentibus] apparentibus 0s*S*aR" (a parentibus
TOIÇ] TOUÇ V L 31 1 CTRV») фт*рЕ*, Wien 1190
extaneos E* al ios : parentibus (a ex ?) Дв*
167 Sirach (Ecclesiasticus) Prolog 11-20

l^tv 7rspi7toiY¡ffá(j.evo<; 12 TtpoTj/ÖY) xaí aÙToç сгиуурафаь TI TUv eiç TtaiSetav

V x volui et ipse scribere aliquid horum quae ad doctrinam


voluit ~ aliquid scribere + dumtaxat

xaí <ro<piav , 13 бтаос oí <piXo[Aa6eï(; xai TOÚTOJV &vo}(ot yevófjievoi 14 тгоХХф ¡AÖXXov
et sapientiam pertinent ut desiderantes discere et illorum periti facti magis magisque
pertlnerent desideranter discerent meriti fieri
pertinct x
peritia informât!

Sià TÎJÇ èvvou,ou ßitixrewi;. 15 ПарахехХт)<з6е o5v


adtendant animo et confirmentur ad legitimam vitam hortor itaque venire vos
anima conformentur Z ~ vos venire
anim(a)e ~ ad legitimam vitam et confirmentur

16 ¡лет' eúvoíac xaí тгростох^с 17 TYJV avayvtutriv 7ioieta0ai I8 xaí


cum benevolentia et adtentiore studio lectionem faceré et veniam habere
benedictione adtentiori lection! dare
Z adtentione Zx
adtentione et
adtentione(m)
adtentos esse lectioni

19 è<p' oïç âv Soxtofjiev 20 TUV хата ~à]\ TlfJÎV


X
V in illis in quibus videmur sequentes imaginem sapientiae et deficere in
his x videbimur Z imagines x Z defecere
videbimus déferre
Z videntur

14 magisque] magis quae 6s* magis que. Y*? legittimam n»'J ligitimam M*
16 benivolentia uTcoY20"iev Ht benivoientia*(») 6" benivolentle X
benivolencia EM benibolentia AB vene volentla L venivolentia 1 1 '•
20 hymaginem С ymaginem X[1MSJ immaginem AB

nostris] vestris O* ? nostri Пр et confirmentur ad le


x V: cf supra diligentiam lectionis gitimam vitam et confirmentur B2: Halbkorrektur
11 11 xxxxxxV conformentur E* consumantur il8: lapsus
12 12 volui V0*'-";c/? is off 1,12,10 > ety 6,2,31, cf legitimam] legimam 1,Ф2* legitimum дв*гв*?
BEA Ape 1 (vide Sir tit: librum. . . ecclesiasticum (com- vitam] ut iam Z*
posuit) iesus filius sirach . . . nepos iesu sacerdotis): cf 15 hortor V: cf tt; cf ouv] + -гцизи; ocÇico 613 (< V?, cf 15
1 55 3 1 1 2 443 ; cf т S* voluit 2TCM ZIEGLER 21f) horto L
venire vos V verare vos VD ~ vos venire CXS
ipse] ipsi xp ABZ*L0sHevBKTSoR2QxpMrBn, Paris lat. 11505
scribere] scribescereS" ~ aliquid scribere 2C08H6V 16 benevolentia* G benivolentia*(*) 0м be- 16
+ dumtaxat nivolentie X benedictione С violentiam IIF: cf
quae] qui 2e benevolentia] scribit venivolentia Пь
ad doctrinam] a doctrina Гв* — et Фт*: с/ — жал L
sapientiam] sapientia 0srB*?n adtentiore studio VM* 3 adtentiori studio 0s'*n
pertinent V périmèrent ZM pertinet Ф B*xvrB2(i2 ex?) QSJJ Qraz 167, cf Paris lat. 115052 (at-
B*vpZ2E*np*<ifD, Paris lat. 11505* quae pro sing.? tentiori et studio: Halbkorrektur) adtentioris studio
pertinent ut] pertinentium Т Bern A. 9: Dittographie adtentione x CXZ*KT: cf 9
13 13 desideranter B2 adtentione et studio 2;мдвохрфт*мгсквур22М2Еаи2ГМА
discere V: cf ® dicere IIF discerent TDßM, Paris lat. 1 1505* Wien 1 190 Milano B. 48 inf.
discent 6V* adtentione studio B2: Halbkorrektur > Kontamination
illorum] illo quorum Z* Z/V adtentionem studio I1L adtentos esse x (et
periti facti: cf S?, cf ev^/oi AS2V / a-534' b c-404'-679 infra lectioni x) STCO
330 443» 543 547 743 753 К®н Ma). meriti facti ГВ 17 lectionem faceré V: = в lectione faceré S*IIF 17
penti facti YD periti fati Ф2* periti fieri О«2 lectioni faceré TD (adtentos esse) lectioni x 2TC°
(fieri. . .animo ílj2 in ras.) periti x nL peritia in- 18 et] ac STC 18
formati CSTc0M(mg)Y2<mg) peritia facti xv habere V: = в haberem IIL habe TD dare
14 14 magis magisque] magisque Ф2*Е*, Wien 1 190* STCO; cf i veniam nobis dare Y2(me>
attendant (att ex ?) E2 tendant Фт* adtendat 19 his 2ТСДВ ig
(et infra animus) Гв — in2 ДВ
animo V anima L animae 0s; anime 0H videmur V: cf 9 videbimur G2CXSTCOB*/CTSM
animus (ei supra adtendat) Гв ФРГВ, Graz 167* videbimus LIIFH videntur Z*?
— et S* ~ ad legitimam vitam et confirmentur 20 sequentis X 20
Prolog 20-28 Sirach (Ecclesiasticus) 168
:TUV XéÇetov áSuvajjietv • 21 où yap JaoSuvajAsü 22 aÙTà èv èauTotç 'Eßpa'Corl Xeyójzeva
V verborum conpositione x nam deficiunt x x x verba hebraica
conpositlonem deficient + et
conpositiones

xaí ÖTav eiç érépav yXtuaaav • 23 où fióvov Sé таита, 24 àXXà xal aùrèç
V x quando translata fuerint ad alteram linguam non solum autem haec sed et ipsa
cum fuerunt aliam — autem solum
~ fuerint translata

ó vo(ioç xai ai тгрофт^теТои 25 xal та Хоота TUV ßißXttuv 26 où ¡Aixpàv l^ei T?¡V 8ia<popàv
oí тгрофи]т<х1
V lex et prophetae ceteraque librorum non parvam habent differentiam
cetera + aliorum

Xeyou,eva. 27 'Ev yàp тф ôySow xaí трьахосттф ётеь èul


V quando inter se dicuntur nam in octavo et tricésimo anno temporibus
cum In alteram elocutionem de propria lingua vertuntur + et x x
a (~) x octavo igitur
— anno octavo x tricésimo

¡той Еиеруетои ßaaiXewc 28 7rapayev7¡6elc eíc AïywrTov xal oaiyxpo-


+ TOU TíTo/.Euaioi)
V Ptolomei Euergetis regís postquam perveni in Aegyptum et cum multum temporis
+ et Aegypto x Z multo tempus

22 «verba o» I haebraica Ф" hçhraycu СПЬ hebrayca Д» ebraica EMOB tbrayca X ebrayca £c
hebreica ALBT hebraica Г*
25 ceteraqu« Y; cçtera quç o1* cçtera quçque M* et cçtera quç M»
27 octavo et XXX L octavo et XXXmo Г", Bern A. 9 VI II et XXX К VIII» et XXX» П» | tricensimo O»C
ABS»M». Vй trecensimo Т trecesimo Y»rM, Reim« 2» trigésimo MJ trizesimo xv tricessimo E* | Evergetis V"
28 posquam U11

imaginem V: с/ в imagines Z* 26 parvam] parum Гв* 26


sapientiae V: c/ 7T-ectAom/^r,[iEvojv L habent] habet Ф^Е* x Y*
— et 2TCE2, Bern A. 9^: с/ « differentiam] dif/fentiam L
deficere V: с/ in/га aSuva(ieiv defecere Z* dé quando inter se dicuntur V: cf 9 cum in (— L°*)
ferre С alteram elocutionem (locutionem £M) de propria lingua
x V: — Tio-iv а-929 542 578 vertuntur STcno0M(mg) Dubletten: quando inter
conpositione V conposione 0s conpositionem se dicuntur quum in alteram haelocutionem de propria
£TcnFH( \vien 11902 conpositiones ®MGcR»rM*nL lingua vertuntur С (25) librorum] + cum in alteram
conpositionis Y* elocutionem a propria lingua vertuntur фт*(шв) et (26)
x V: cf supra deficere quando inter se dicuntur Фт «= V
21 21 nam (3 m. 2 sup. *) oRf — inter Гв
deficiunt V: cf в deficient (i2 et u in ras.) Ф1*; de propria lingua С2тсмо0м(т«>] a propria lingua
non liquet de Фт* deficient Y®MZGRnvz2E*0M»evaR« фТ«(тв)
Y» deficerent nL deficient Bern A. 9* 27 (~) x octavo igitur STC 27
22 22 + et ЕнодвохРгмАПРнпм + et \*K
xxxV in V: = « x 2TCM
hebraica V: cf eßpuoitrra 155 ~ anno octavo x tricésimo Дв*
quando V quum ST; qum Sc — etAB
~ fuerint translata il8* ptolomei V: cf ßaaiXeox;] + той тстоХецоиои 404(яоХе-
fuerunt Q*íiM fuerant YD цеои)-795; cf (< V ?) тггоХо^еюи 106 in margine
fuerint] + ** Фг? ptolomçi S ptholomçi B ptholomei CX2™Y
alteram V aliam £тсмуфтпз 0H0v(ix tholomei in scribendo) K, Paris lat. 11505 Graz
23 23 — autem solum Пы*? (solum autem hec in ras. ÍÍJÍ) 167 potholomei L tholomei OÎÎM tholomei, in
24 24 — sed Пг* scribendo corr. in ptholomei 6V tolomei Фт*, Milano
— et" Фт*, Wien 1190* В. 48 inf. ptolomï S°
ipsa] ipse 0s + et В
— et* Г« haeuergetis С çuergetis SC2Y2 çuergitis Y*
prophetae V: ot <рро<рт]тсч С а-929 46 336 339 404' 753 euergitis L0M*?(corr. in scribendo ?) Ov etuergetis©8
62>H: с/ 1.9 et vergitis nL euergentis Дв*, Milano В. 48 inf.
25 25 ceteraque V: = в cçtera quçque M* et euerge*tis aR(i eras. ?) eligetis ÍÍM x 2C*
cçtera quç M2 cetera Z* 28 pervenit Y*rBnL veni 8^ 28
+ aliorum С2м°ДВ06^2стК2ОхрФт2!ТМАПМ — in 6v
librorum (b et о in ras.) iijz aegyptum V 0s2 agyptum 0s* çgyptum YBM
librorum] + cum in alteram elocutionem a propria aegiptum Txv çgiptum 2C, Bern A. 9 egyptum
lingua vertuntur фт2{шК). cf ¡nfra ^TcmoQUime^ с egiptum SIMOOM aegypto С
169 Sirach (Ecclesiasticus) Prolog 28-33

>"»
vícrac eùpùv où ;j.r/-paç á<pó[Aotov
eupov
V ibi fecissem inveni libros relictos non parvae ñeque contemnendae doctrinae x
stetissem + ibi + ibi electos parvos condemnandae
fuissem x

30
kávayxaiÓTaTov ¿Oé[£r)v xaí aÙTOç Tiva Tcpoaevéyxaaoai crrcouSTjv xal
+ ouv ~ TTpoCTEveyxaaflai Tiva
V itaque bonum et necessarium putavi et ipse aliquam addere diligentiam et
ut adiré
adderem
~ addere aliquam

<piXo7tovíav той TY¡V ßißXov 3I í)v áypuTtvíav xaí

V laborem interpretandi istum librum et multa vigilia x adtuli doctrinam


ad interpretandum hunc vigilantia elaboravi
laboravi

32 èv ты SiarjTY)(j.aTi той ^póvou 33 тгрос то im. ттерас áyayóvra то ßißXiov


x (x)
V in spatio temporis ad illa quae ad finem adducunt librum dare
S x adducant istum
inspiratio inducunt
inspiratione inducant
ducunt
Z ducant
x x x xxxxxx x

29 ñeque] ñeque. Y nequae в" l contempnend(a)e e*MevBKTSxv4>T''!E*n>n'-(-ne/de)'-4">n»isjj Paris lat. 11505


Wien 1190 Graz 167 contempnente в8 contemnente x*
30 ¡taque. Y

egypto nL aegypti L adiré С 0SH


— et Етсфвг laborum ST*C
multum V multo Z* multis ГВПЬ interpretandi V: = в interpetrandi (e2 ex 1; &
tempus Milano B. 48 inf. ex ?) 0s2 ad interpretandum STC
fecissem V fecissent Гв stetissem TD fuis istum V istum (i in * vel **) 0s2 iustum L
sem И8-1* hunc STcnM
29 29 inveni V: eupov (ijupov 253) codices graeci exe — librum Фр lapsu
728 (euptuv), / 753 (supcv); ß 31 et] ut 4rD et. . .doctrinam] nam X 31
+ ibi ii5-1: cf supra ibi V et infra + ibi LTD + in aR*: multa vigilia x adtuli] multi x x adiuti Z*
< supra in(veni) vigilantia Т
libros V: cf ? афонски = „Kopie", „Exemplar"; cf x V: — xaí С
Petrus Sabatier, Bibliorum Sacrorum latinae versiones adtuli doctrinam V attuli doctrina ГВ tuli
antiquae. . .(zur Stelle); J. F. Schleusner, Novus Thesau doctrinam C: < Haplographie adtulit doctrinamTnFH,
rus philologico-criticus sive lexicon in LXX..., Leipzig Bern A. 9: Dittographie elaboravi STCO laboravi
1820, 522; Smend 4 („vermutlich verstand er [seil. Lat.] 0M(mg) ¿e x et Z* vide supra
atpojioiov nach афО[ло1ь>|д.а als Abschrift, Buch") libro 32 in spatio V: = ® ins*patio Фт x spatio X: 32
фМ' — EV V, — ev TOJ 694 inspiratio ZTB: Z? inspira
+ ibi LTD; cf supra ibi V et + ibi ÍÍ« tione Bern A. 9 — in spatio temporis. . .librum dare
relictos V relectos OR* electos Bern A. 9 £TC00M<mg)
x 2T*C: cf в; cf infra non parvos 33 »la V Y(a ex ?) illam СП За
parvae V: = в pavç Пн* parvos £TC (supra — ad finem К
— relictos) íis adducunt V(= G*?, Paris lat. 1 1505*) adducant С
contemnendae V condemnandae L continendo ©зык inducunt 0AM<ut)*xv inducant ©Mitxt^v
Y» ducunt XZMABAYTS<jR2QxI4V№Z2ErnHai'xFDil) Paris
x V: cf ? supra libros lat. 1 15052, ys ducant G2Z*B dicunt Ьа^П™*
30 30 itaque V: + ouv S O 493-694-743-/ а b c-404'-679 de 2ico0M(mg) Vjde supra
46 155 307 753 librum] librorum L: ex errare spectat ad finem, cf etiam
bonum] + est aR* (29) libros relictos libri Пга£1м: ex errare special ad
— eti Ф2* finem de rrco0M<mg) v/¿e supra
necessarium V: cf ? avayxaiov b + istum ÎÎSJ*: cf 30 + * sup. lin. Фт(+ et ? фт2)
et. . .ad(de)re V: = в ut. . .addere QxpTB*, Wien dare] dari Дв dare et] daret Гв
1 1 90 ut . . . adderem х^Г3" et ... adderem Прн* 34 eti V: = в ut Z* x П^н( Bern A. 9 34
— ipse 6V — et. . .intendere nL: Homoiarkton, Homoioteleuton
aliquam] aliqua aR*? aIiquemrB* xB*: — -riva — et. . .discere CTR*: Homoioteleuton ut non frauda
404', cf -riva] eytu S*V: Homoiarkton ~ addere ali ran (et supra (e)laboravi xxxxxxxxxxx) £Tco0M(m«)
quam ¿°: ~ тгростсмсухаоваь -riva B Mal. ¡(lis V illos L eis

4. 12. 1989 Vêtus Latina 11/2


Prolog 34-Sir tit Sirach (Ecclesiasticus) 170
{3< xai TOÏÇ èv TÍ) roxpoixia ßouXo[ievou; 35

V et lilis qui x x volunt animum intendere et discere quemadmodum


x illas volent animo x x
ut non ii.ind.irem eis an imam
Я x

36 èwOflCuÇ ßlOTEUElV.

V oporteat instituere mores qui secundum legem domini proposuerunt vitam agere
x instruere x Z proposuerint — agere vitam
~ mores instituere

<v explicit prologus


explicuit praefatio » féliciter
finit x - Hiesu filii Sirach
Syrach
Sirac
Syrac
+ in libro 1Пи filii Sirac
x x

20Ф1А IHSOY TIOT ZIPAX


X
X XXX

K Ecclesiasticus
v Incipit liber Hiesu filii Sirach
l CSU Syrach filius
Sirac X
Syrac
Ecclesiasticum (Salomonis)
Ecclesiasticus (Salomonis)
Ecclesiasticus » (H)iesu fili(i) S(i)rach
eiusdem - qui dicitur E(c)clesiasticus (Hiesu filii Sirach)
eiusdem H- qui vocatur Ecclesiasticus
liber Sapientiae
liber Ecclesiastes
Ecclesiastic! liber incipit
с x x
Ecclesiasticus

34 intendere (r ex n; corr. In scribendo) G


fin legt nequit il1'
tit deest /.' tegi ntquit CV adsunl s b (410 411 412 414 417 т« тМ-еяло 262 цВлр«г>-л« Würzburg 32 Verona
LX XX VI 1 1 (83) Mainz 972) || i (p. 232) Sap fin/et incipit de libro ecclesiastico/ с/ s (p. 25) et incipit laus patrum iuxta ecle-
siasten/44,1 (cf Einleitung S. 41) g b Sap 0,17/liber eiusdem aecclesiastes/ (cf Einleitung S. 36)

xxV explicit V explicuit ORP finit С2ТСДВ


volent G prologus V prolog (= prologum ?; cf prol tit) Т
anim(um) intendere et V: cf ? 13 01 praefatio 0нм0уфв1 Milano В. 48 inf. xС
rantes discere x intendere et X x x x 2Tc@M(mg): + féliciter Т, Graz 167 + (hiesu) (filii) (sirach) Z*
c/ « x x et 2°: Kontamination V/STC 50хрМфтмсву22ЕПЬ, Paris lat. 11505 Wien 1190: cf
animum V animo LOMl animam <X>V*, Wien TtpoXoyoc iTjoou uiou oeipay 296; cf 7rpooi(xiov сгофиа- tT)crou
11 90* Milano В. 48 inf. xX wou mpax 694 + in libro iRu filii sirac 21
— et discere B(vel B*?, B2 signum addit, sed quid hiesu SQxp<&™GBvz2E, Paris lat. 11505 Wien 1190
inserí velit nusquam cognoscilur) 8*ПРН, Wien 1190 Bern ¡Пи L™M hiesus (infra filii) IIL
A. 9; cf supra — et1 . . .discere <JB": Homoioteleuton filii] fili 8ФТВ filius (supra ifiu) 2м
dicere Шм sirach SMQxpM<DTMGvZ2 syrach ФВЕ, Paris lat.
35 35 quemadmodum] quern L 11505 sirac STS, Wien 1 190 syrac Пь
oporteret IIF? x ii*1
instruere fl8, Wien 1190 ~ mores instituere L
— mores Bern A. 9 /i/ codices capitula post prologum 'multorum nobis et
36 36 proposuerunt V oB*-'r proposuer<. . .> nF magnorum . . .' exhibent: A0AM0v: KA В ФЕГО: KA
proposuerint QZXSABY'ZeevBKSQxMOaRTMA, Wien Аа ГАМ: KA A b ПЬ; KA A«>r Ок: LXXXVII
1 1 902 proposuerit Wien 1 1 90* profuerint Bern A. 9 capitula (cf Einleitung S. 69f) xv: series ex KA B et
vita Í18 ~ agere vitam К KA A a composita (cf Einleitung S. 64)
fin (explicit) (prologus) V: cf тгроХоуос В 753, cf 'pro- de S™« (KA С), Milano В. 48 inf. (KA A b) cf Einlei
oemium' б x x ODOLGS/CrBii1*3: sine subscription tung S. 53-55; 77; 86; de KM (KA A a) cf Einleitung
plerique codices graeci вн S. 27; 29
171 Sirach (Ecclesiasticus) tit

Ш cf Einleitung S. 153-159 PS-GEL decr (Var); AU do (Var); POS (Var); TA sent


К cf СY: с/ Einleitung S. 154f V: с/ Einleitung 4,37, cf Sir (Var)? (hiesu) fili(i) s(i)rac(h) V (=
S. 154 D cf PS-AU spe, (LUC): cf Einleitung S. 134; OXSTCMZ*SM2nPH<ifD, Bern A. 9); cf 410 з/4 41 1 з/4 412
(155); 158 з/в 414 semper fere 417 2/5; in titulis paginarum 2°0M
incipit (liber . . .) V ( —) ecclesiastici liber incipit iis Wpartim (cf Einleitung S. 63) AHseme/ ГА; in subscrip
x x x x x C0HBKLM*Z2rBnM, cf ? Verona LXXXVHI tion ad Est G(fol. 69R) xp(Pads lat. 6,3 fol. 126V);
(83): in C0HB invenitur titulas ante prologum; KLM* RUF Nm 18('apud graecos'); HI Sal G; Sal H (>CAr in
spalium habent ante Sir 1,1; QM ecclesiasticus in titulis 1 ,5, BED rat 1 1 ) ; cf chr (> PROS ehr, PS-PROS ehr, JOR,
paginaran: — ootpux ITJOOU uiou mpax 248(ao<pia ITJOOU uiou IS chr, BED rat 66); Hab; So; Dn; Is; c/ ? AU do (Var)
ante prologum i-rçaouç оитос oipax • • •) 694(ßißXoc (> CAr in 1,13, pr '/2, IS pro, ILD, PS-GEL decr [Var]),
постои uiou aipax anfe prologum TroXXow xai (¿eyaXtuV cur (Var), re 2 (Var); JUN; cf CO-Lat (185; cf textum grae
. . .) 543 £ (Thompson; deest codex Lagardii) cum); JUL-T ant 1,119. 121; cf DEF (semper fere) >
liber (hiesu filii sirach)] liber sapientiae xv, cf ц ppv [CAE] 16, PS-MAX s 26; cf ? IS off 1,12, ety 6,2 > BEA
A(exc fol. 127V)s Mainz 972, Brev. Goth. (1115A); raro in Ape; PS-IS Jud 18; PS-EGB > РАЕ; cf AN Fris 454;
titulis paginarum; nonnumquam apud patres liber sa ANT-M semper fere; Brev. Goth. (519D; 524A): = M: cf
pientiae salomonis? c/ 41 P/4 т5670 seme/ 262'/7 pw Einleitung S. 120 (h)iesu x sirach AU q Si ('ab alus . . .
Würzburg 32, M-Bo 322 (98; sol.), Brev. Qoth. (1025B; dicitur'); cf ? AU do, cur, re 2, spe 21 : — uiou 46 613 Eu-
1118C), M-M (609A); nonnumquam apud patres cf ? sebius hist. eccl. 6,13,6, cf demonstratio evangélica 8,2,71
canticum salomonis 412'/6 417'/a liber sapientiae ec (h)iesu x x ? cf 410 '/4 417 '/5 т; Catalogue Claromontanus;
clesiastici salomonis ? cf Brev. Qoth. (238D; 246A; 389B): [EUGE-T] carm 8; cf IS ety 5 > BED tem ?; PS-IS Jud
Kontamination, cf ecclesiasticu(s) V (Var) liber ec- 24; 30; 50; cf POE Mer 82?; Brev. Goth. (1 157C); Alcuinus
clesiastes Фу; cf liber eiusdem (cf Einleitung S. 36) aec- carmen 68, cf 69 x fili(i) sirac(h) ? cf 414 seme/; in
clesiastes b; cf et incipit laus patrum iuxta eclesiasten s titulis paginarum ^partim (cf Einleitung S. 63); RUF
(p. 25); cf canticum ¡Пи fili syrac de libro eclastes 412 '/6 sy; HI Ecl 3 (Var); AU q Si (Var) ('ab alus. . . .dicitur');
(cf 417 '/5); in titulis paginarum \(manus posterior) m cf BED tab, Prv 2, PS-BED, (CAN Hib?), AN Wil
bis nonnumquam in traditione patrum x x sirach ? HIL Ps 140 ('apud graecos atque hebraeos');
liber V: cf exXoY?) ex TYJÇ ßißXou i7]o~ou uiou очрах 429 (429 FIL; AM 118 Ps 6. 13; RUF Eus, sy (Var); HI Ecl 3;
excerpta tanturn praebet); cf ante prologum ßißXiov acipax CON-AP (< Vorlage); AN Mt h 30: — IT)<TOU uiou В 768 547
404 sapientia? HIL PS 140 ('apud graecos atque he- ('ecclesiasticum' vel 'ecclesiasticus')] + salomonis A
braeos'); cf FIL, AM 1 18 PS 6. 13; RUF pri, PS ?, Eus (cf 262 2/7 (cf ? 262 -«/7); HIL Mt?; PS-AU sobr; AU q VT;
Vorlage), jos 15, sy, Rm 7, Nm 18 ('apud graecos'). 27; HI Brev. Goth, saepe; M-M plerumque; cf (titulo) salomonis.
Ecl 3; cf ehr < Vorlage (> PROS ehr, PS-PROS ehr, JOR, (inscribitur) HIL Ps 140; IS off 1,12 > ety 6,2; pro; 'in
IS ehr, ety 5, BED tem, rat 66, PS-GEL deer [Var]); cf Pel, salomone', 'apud salomonem', 'salomón' patres persaepe
ANI; ORI Mt (< Vorlage), ser; cf CON-АР (< Vorlage); (ad corpus librorum Salomoni adscriptorum spectant vel
EP-SC Ct (< Vorlage); Catalogue Claromontanus; cf CO- Salomonem auctorem putant): cf 'ooXo(xojv' Clemens Alexan-
Lat (37; cf textum graecum); [CHRY] II, 1184 (1187B; < drinus (partim; cf Einleitung S. 155) et alii patres graeci
Vorlage); cf PHY Y: = ® x 0»; cf ? 4\W/4 411 '/ч Mischungen KD/V: ecclesiasticus (h)iesu filii (fili
9V*) s(i)rach ©MevoR', Milano В. 48 inf. ecclesiasticus-
4121/6 414 ¡юре 417 2/B> 262, Brev. Goth. partim, M-M
partim x x sirach ? cf AM Jb eiusdem qui dicitur ecclesiasticus
liber. . .sirach] textus 0A(in libro ecclesiastc in titulo Дв(ес1.) Qxp, Wien 1190; cf cap libri eiusdem qui dicitur
prologi) nL(liber hiesus fili(us) syrac in titulo et in fine ecclesiasticus/KA A** nL: hiesu(s) fili(i) s(i)rac(h) in ti
tulo vel in fine prologi Дв Qxp, Wien 1190, IIL eius
prologi) dem qui dicitur ecclesiasticus (ecl. ГА) hiesu filii sirach
ecclesiasticus T2AH<PpE2o-R*(-cus in ras.?) П-»2, Reims
22 Graz 167; in titulis paginarum Cl, Xp (manus posterior) ГМА eiusdem qui vocatur ecclesiasticus S°: ¡Пи fili(i)
Bern A. 9 (manus posterior; ed.); in catalogo librorum S sirac in titulo prologi iesu filii sirach id est ecclesias-
(p. 4) St. Gallen 7 (p. 4) AL(iol. 4V); cf et incipit de libro ticus ? M-M (370C; 383C; 392B)
ecclesiastico s(p. 232), cf 412 '/e (ecl-); c/ PA(foI. 127V); hiesu V ( = GZ*0M6vSrMA; in subscription ad Est G
(TE Marc); CY; (LUC Ath 1,35); HIL Mt; PS-AU [fol. 69R]) iesu П™, Vs ihesu т68 -^partim; in
sobr; PS-GEL decr 2,1 (Var); ZE; AM off; 1 18 PS 18; RUF subscriptione ad Est xp (Paris lat. 6,3 fol. 126V) ¡Ни X
2TCMCTRJM2TD, Bern A. 9 Milano В. 48 inf.; cf 410 41 1 з/4
Eus, sy, Nm; HI Sal G, Sal H; PAU-N; AU (cf Einleitung
S. 1 56 Anmerkung 2) > IS ety 2 (> PS-IS or), pro, ILDba; 4123/e 414 417 з/5 тХрагкт.б9ло
POS; PS-AU Fu; PS-CY рае; JAN; PS-AU hyp; CE; FU; filii] fili XLC9V* filius 2м; cf 414 part/m
PEL > CAr Gal; PS-PEL Casp; PS-AU spe > AN scrip; sirach V( = GZ*SM0M6vM2rMA) МПапо B. 43 ¡nf.). cf
EUCH; [PROS] voc; JUL-E; JUL-P; CAr Ps 6, in 1,5 410 3/4; in titulis paginarum AHseme/ 4f°partim
(Var); GR-M; (AN Hbr); IS off 1,3.1 l(Var).12.14, pro, fi, syrach <jR24/'D; cf in titulis paginarum HFH (cf Einleitung
ety 6, Jos; TA sent 4,4, Sir; JUL-T ant 1,120; A-SS EHg; S. 51); in subscriptione ad Est xp (Paris lat. 6,3 fol. 126V)
BED Lc 2 (> Me 1), 4, Sam, Prv 1, Ct; AN Fris semper sirac STCnFH2, Bern A. 9; cf 414 (sirak semé/); in titulis
fere; Brev. Goth. (672A; 701 D; 1014A; 1032B); M-M paginarum 6V semé/ (cf Einleitung S. 63); in subscriptione
(978D); Theodulphus carmen 41 : cf ExxXijowKmxoc 248 in ad Est G (fol. 69R) siric Пн* syrac XS; cf 41 1 з/4
titulis paginarum (ex Latinis penderé mihi videtur; cf R. 4123/64172/5 sirachae ? PROS chr
Smend, Theologische Literaturzeitung 34 [1909] 631) + roxvocpeToç cf HI ehr (< Vorlage) > PROS chr, PS-
ecctesiasticum AY®*TW?№>™™RVE*, Reims 2*; cf PROS chr, BED rat 66; cf HI Dn (< Vorlage), Sal H; cf
262 '/7* + '/7; in titulis paginarum AB(egl.) m seme/ 0A CAr in l,5«"n(<HI)
(ecl.) evpartim(c/ Einleitung S. 63), cf Q; in catalogo + qui et ipse propter similitudinem eloquii superior!
librorum 0A(fol. 3V) 0M(fol. 3V); PS-GEL decr; CAr (SCM; superioris S1) libro adiungitur «a>diungitur Sc>
in 1,5.(12).14, pr 1/2; IS off 1,11, ety 6,1 (Var: 0AM) STCM: Cf Einleitung S. 55 (S1) + hune librum iudei
ecclesiastici iis(~ ecclesiastici liber incipit); cf 262 '/?2; (HF; iudçi Пн) non recipiunt П™: cf AU spe 21

22-
tit Sirach (Ecclesiasticus) 172

tit: cf Einleitung S. 153-159 verba 'scriptum 17): (+ dictum С*) ¡stud exposuit nobis Salomon 118
est', '(in) scriptura', 'propheta', 'sapiens (dicit)', 'divina PS 6,22,1 (119,11): in libro Sapientiae Sirach (syrac C;
sapientia', 'legimus' vel similia raro tantum afferuntur sirahac N; syrach a) 13,14,1 (289,21): 8,11/nam
Gxp (im Kolophon nach Est; G fol. 69R; xp Paris lat. et alibi Sirach dixit (~ dixit Sirach u) Sapientia/32,13
6,3 fol. 126V): ceterç (-re xp) vero scripturae quae (scrip 18,17 (405,16): in Ecclesiastico PS-AM vg 2 (601 B):
ture, que. xp) non sunt canonicae (cannonicç xp) sed (set non legisti Salomonem dicentem AM-A Apc 5 (415,83);
xp) dicuntur ecclesiasticae (aecclesiasticç xp) (< RUF sy) 5 (444,55): Salomon 7 (607,11): a Salomone per con-
istae (iste xp) sunt, id est liber ludith, Tobias, libri Macca- parationem dicitur/27,12 (< GR-M Jb 34,25) 7 (609,
beorum (macmabeorum xp) duo (G; II xp2; xxp*), Sapien 82): Salomon. . .dicit/27,12 (< GR-M Jb 34,25; cf 609,79
tia (sapiecia xp) quae dicitur Salomonis et liber Hiesu 'Gregorius sensit') cup 8 (970,37): per Salomonem
(G; ihesu xp) filii Sirac (G; syrach xp) et liber Pastoris (pa- AMst l Cor 7,22 (80,5): Solomon (salamon W; salemon
toris G*; x x x x*) (cf HI Rg) (cf Einleitung S. 26; 64; PL) Phlm 17 (340,20); q 22 tit (5,7 = 48,17); 22 (48,
Vêtus Latina 11/1, 32f; 95; 228 Nr. 85. 86; B. Fischer, Bi 22.25): Solomon 102,8 (206,1 1): in Solomone q ap
belausgaben des frühen Mittelalters, in: B. Fischer, Latei 83 (477,7): Salomone testante Rm 16,27 (494,8 = 495,
nische Bibelhandschriften im frühen Mittelalter, Frei 15): Solomon (deesl a.) AN Bruyne 5 (328,1): de para-
burg 1985 = Vetus Latina. Aus der Geschichte der lateini bolis Salomonis fili David/Sir 1,11-14.16.27 Casp 4
schen Bibel 11, 86-88) 2TC (im Kolophon nach Est; (196): dicente autem sapientissimo Salomone (< MÄRT
£T fol. 236V; £C fol. 34Ra et [inter Sap KA С et Sap tit] corr) Dold 4 (316,3): audi Salomonem Fris 53 (8);
34Rb): hos libros qui sequuntur (seil. Sap Sir Tb Jdt 1-2 64 (9); 74 (10); 196 (19); 197 (19): in Ecclesiastico
Mcc), quamquam Hebrei (ebrei Sc 34Ra) inter canónicas 258-259 (23): Salamon (< CAE s 46) 303 (26); 304 (26);
scribturas non recipient sed (set Sc 34Ra) inter ayografa 305 (27); 306 (27); 320 (27); 322 (28): in Ecclesiastico
(Sc 34Rb; ayograva ST; ayogava Sc 34Ra; apocrypha 367 (31): Salamon 454 (38): lesus filius Sirach h
coniecit Fischer) lectitent (lectitant Sc 34Ra), tarnen ecle- Esc 25 (983C): Salomon Hbr (446): ut in libro Eccle
sia (aeclesia ZT; eglesia 2C 34Rb; eclesie 2C 34Ra) siastico legitur/Sap 1 1,20 Mt h l (632); 2 (645); 3 (654
catholica eos in canone (cañones Sc 34Rb) sanctarum bis): Salomon 4 (660): sicut ipse (seil. Christus) testatur
<sancta Sc* 34Ra) scribturarum recipiendos esse decrevit in Sapientia dicens/24,45 12 (697 bis); 15 (715): Salo
— Sc* 34Ra), eo quod multa in eis (~ in eis multa ST) mon 18 (731): dicit Sapientia/6,37 18 (731): Salo
misteria de Christo et eclesia (aeclesia ST; eglesia Sc 34 mon 26 (771): Sapientia/12,5.6 28 (779): dicente
Rb) sanctus Spiritus prenotavit (prenotuit 2C 34Ra) (cf domino per Salomonem/24,26 30 (788): in Sirach libro
Vetus Latina 11/1, 76; 227 Nr. 76.77; 580f; B.Fischer, adventum Christi sie deprecatur/36,17 33 (811): Sa
Bibelausgaben des frühen Mittelalters, in: B. Fischer, La lomon 36 (832): illa rosa in campis lericho (Sir 24,18),
teinische Bibelhandschriften im frühen Mittelalter, Frei de qua sapientia (cf Sir 24,1) loquitur per Salomonem/24,
burg 1985 = Vetus Latina. Aus der Geschichte der lateini 18 40 (857); 41 (863); 51 (927; 928); 54 (942): Salomon
schen Bibel 1 1, 74; 80 ['Ein Schüler Isidors kann auch das Paul 2 Cor IOC (189): dicente totidem Salamone/2,1 1
Kolophon vor Sap verfaßt haben'; BRAU?]) A-SS 2 Cor 18B (195): in praesenti vita (> PEL 2 Cor 6,2 [262,
Elig 2 (289): in libro Ecclesiastico Helia (205): sa- 18]), ut Salomon/14,13 q Ev 1,57 (147,471): lesum
pientissimi sententia Salomonis (218); (245): Salomon Christum legimus in veteri testamento; lesum legimus
Silvester С 2 (523,33): in libro Sapientiae loquitur ipsa et Christum legimus: lesum filium Nun (cf Nm 13,16), le
sapientia dicens/24,5 Agnellus 18 (55): ipsa veritas per sum filium Sidrach (cf Sir 50,29; 51,1), lesum sacerdotem
Salamonem (Edit.; solomonem V; salomonem S) dicit/25, magnum (cf Za 3,8) s Et 15,1 (347,19): quare non se-
22 54 (157): Ex 4, II /et David filius/1,1 Alcuinus quimur monitionem (Edit.; monitio BL) Salomonis qui
carmen 68,6-7 (E. Dümmler, MG Poetae latini aevi Caro- dixit (dicit L)/12,10.12? scrip pr 2 (55,6): in Prover-
lini l [1881] 287; H. Quentin, Biblia sacra iuxta Latinam biis Grecorum (Edit.; proverbie gregorum Ai)/ 11,2
Vulgatam versionem. . . l, Rom 1926, 51): et tria pacific! 1,3,1 (57,2): in Salomone (salamone M)/ 5,8 (< PS-AU spe
Salomonis (salamonis H apud Quentin) opuscula régis; 5, ubi 'in Ecclesiastico') 1,8,1 (61,2; < PS-AU spe 15
iungitur his Sophiae (sophyae V apud Dümmler) lesu [374,12 MVLC]); 1,10,10 (64,24 [V; item M]; < PS-AU
(hii'su Ф2; ihesu PW apud Quentin) simul atque libel- spe 97); 1,12,8 (66,16 [V; от. M]; < PS-AU spe 32 [452,1
lus (cf Vetus Latina 11/1, 80; B.Fischer, Die Alkuin- MC]); 1,12,10 (66,21 [V; от. M]; < PS-AU spe 33); 1,12,
Bibeln, in: B. Fischer, Lateinische Bibelhandschriften im 20 (67,43 [V; от. M]; < PS-AU spe 34); 1,13,3 (68,7 [V;
frühen Mittelalter, Freiburg 1985 = Vetus Latina. Aus der от. M]; < PS-AU spe 35): in Ecclesiastico 1,15,1
Geschichte der lateinischen Bibel 11, 227-229) 69, (70,2): in Ecclesiasten (V; ecclesiaste M, £rfi/.)/Sir 6,18
137-140 (E. Dümmler, MG Poetae latini aevi Carolini l (< PS-AU spe 39, ubi 'in Ecclesiastico') 1,17,5 (73,13
[1881] 291; H. Quentin, Biblia sacra iuxta Latinam Vul [V; item M]; < PS-AU spe 45 [496,8]); 1,19,6 (75,13 [V;
gatam versionem. . . l, Rom 1926, 48): tres Salomon libros item M]; < PS-AU spe 52); 1,20,6 (78,12 [V; item Ai];
mirabilis edidit auctor; his duo iunguntur per paradigma < PS-AU spe 60); 1,20,10 (78,26 [V; item Al]; < PS-AU
libri, quorum quippe prior Sapientia dicitur aima, nota- spe 61): in Ecclesiastico 1,22,2 (79,5): in Ecclesiasten
tur lesus (ihesus IV apud Quentin) nomine posterior (V; item Ai; in ecclesiastico Edi/.)/Sir 21,23/item (Ai,
<c/ Vetus Latina 11/1, 80; В. Fischer, Die Alkuin-Bibeln, Edit; in ecclesiastico V?)/Ecl 7,4 (< PS-AU spe 66, ubi
in: B. Fischer, Lateinische Bibelhandschriften im frühen 'in Ecclesiastico'/Sir 21,23/item illic/Sir 27,14/item illic
Mittelalter, Freiburg 1985 - Vetus Latina. Aus der Ge [in ecclesiastico Af VC]/Ecl 7,4) 1,23,1 1 (81,25): in Ec
schichte der lateinischen Bibel 1 1, 229-237) AM ep 7,5 clesiastico (V; item Af)/Prv 25,7 (< PS-AU spe 76, ubi
(45,34): Solomon (salomón PC; david filius F2; david cet. Prv 25,6.7; Sir 7,4-6) 1,24,5 (82,13): in Ecclesiasten
m) Jb 1,6 (214,1): in Ecclesiastico (ecclesiasticos P*) (V; in ecclesiaste Edit.; item Al)/Sir 3,22 (< PS-AU spe
Sirach (¡ra PC; sira B*; syrac D; sirac P') off 1,54 M, ubi 'in Ecclesiastico') 1,25,1 (82,2; < PS-AU spe 85);
<39C): in Ecclesiastico 2,37 (113C): 22,31/siquidem 1,28,9 (87,19 [V; item Ai]; < PS-AU spe 89); 1,29,1 (87,2
vitae et inmortalitatis medicamentum in amico esse (Sir [M; in ecclesiasten V]; < PS-AU spe 91): in Ecclesiastico
6,16) ecclesiasticus sermo testatur PS 36,64,7 (123, 1,29,4 (88,8): in Ecclesiasten (V; item Ai; in ecclesiastico
173 Sirach (Ecclesiasticus) tit

Edit)/Sir 33,31 (< PS-AU spe 92, ubi 'in Ecclesiastico') nis esse dicuntur (cf AU cur); nam lesus (hiesus DFV;
1,29,14 (89,32 [V; item M]; < PS-AU spe 108): in Eccle ihesus C; + filius CKPRV, SM apud Green) Sirach (sirath
siastico 2,9 tit (122,1): incipiunt quaestiones (questio- L) eos conscripsisse constantissime perhibetur. qui tarnen
nis M) Salamonis/Prv 30,15-31; Sir 23,21-24.32-33; 25, quoniam in auctoritatem recipi meruerunt, inter prophe-
1-4; 20,5-6; 33,25-29; 26,5-8.25-28; Prv 30,7-8 Tit (58, ticos numerandi sunt/12 prophetae ep 55,8 (177,17):
418): Salomon locutus est ante/Sap 3,14... et per pru- in Proverbiis (proverbis ß*; proverbia K) (cf Einleitung
denciam praemonet dicens/30,19 Wil 3,1 (44,3): ut S. 157) 263,3 (633,19): in libro Ecclesiastico Gn
dicit filius Serac/30,16 ANI h W (100B): iuxta ser- Ma 2,6 (199): bene insultatur illi verbis propheticis et di-
monem Sapientiae/2,2 (хата TOV oocov [TOU oo<pou A. B.D.} citur/10,9 (cf AU re 1,10) (cf Einleitung S. 154) gr 3
Xofov/2,2) ANT-M semper fere (39r; 39v; 41v; 51r; 59v; (883): liber Ecclesiasticus 32 (900): in eodem libro
60v; 62r; 69v; 76v bis; 86v; cf 101 r [in Ihu fili Syrac et in Ecclesiastico Jul 5,53 (813): ex libro Ecclesiastico
Salomone ad Sir 24,17ff]; lOlv; 105v ter; cf 106v [in Ib. 6,41 (845): in libro Ecclesiastico 6,78 (870): liber Ec
Ihu fili Syrac]; 106v; 107r; 115v; 124v; 135r; 195v; 204v; clesiasticus Jul im 4,34 (1355): in libro Ecclesiastico
208r; 21 Ir bis; 216r; 220r; 221r; 224r; 226r; 231r; 231v; mor 1,45 (1330): illud quod a propheta dictum est/19,1
233r bis; 233v; 234v; 235r; 236r bis; cf 237v [in Ib. Ihu fili (с/ Einleitung S. 154) nu 2,50 (306,20): in libro Eccle
Syrac]; 240r; 24 1 r 1er; 241 v; 244r; 244v; 253r; 260r; 267r; siastico pec 1,21 (21,18): in Ecclesiastico (+ libro M)
270v; cf 290v [in Ib. Ihu fili Sirac]; cf 291 r [in Ib. Ihu fili PS 7,19,21 (48): in Ecclesiastico 37,8,7 (388): cum
Syrac]; 292v; nonnumquam autem hoc modo offert etiam lectio legeretur libri Ecclesiastici 61,18,27 (787): dicit
verba non ex Sir desumpta): in Ihu fili(i) Sirac (vel Syrac) enim sapientia/24,6 (cf Einleitung S. 157) 117,1,15
tarnen (48v [Sir + Ct]); cf 101 r [in Ihu fili Syrac et in Salo (1657): in Ecclesiastico 1 18 s 4,4,5 (1675): in libro Ec
mone ad Sir 24,17ff]; 105v; 224v bis; 250v [Sir + Ps + Prv clesiastico 1 1 8 s 1 5,2, 1 1 (1 7 1 1 ): in libro Sapientiae/2,4
+ Sap]; 29 Iv: in Salomone (292r): in Proverbia Salo- (cf Einleitung S. 157) q Du 6,5 (287,125): inveni in
monis (cf 292v: Prv) APO 2,16 (49,324): de qua idem libro Ecclesiastico, ubi patres laudantur (laudabantur V
Salomon dixit/1,1 12,78 (303,1170): secundum eius- Z) ex ordine, ipsum Samuelem (samuhelem C2LS; — P
dem(idemS)Salomonissententiam/l,l AU ci 11,18,22 Eug) sic fuisse laudatum, ut prophetasse etiam mortuus
(337): in libro Ecclesiastico 16,27,14 (532): in libro diceretur (cf Sir 46,23) (+ sed si et (— Eug P2) huic libro
qui Ecclesiasticus appellatur 17,20,11 (586): prophe- ex hebraeorum quia in eo (eorum P таит) non est canone
tasse etiam ipse (seil. Salomon) reperitur in suis libris, qui ('chanon Eug V) contradicitur, quid de moyse (mose Eug
tres recepti sunt in auctoritatem canonicam (auctoritate in textu) dicturi sumus/Dt 34,5 P Eug maur) (< AU cur)
canónica ft g p; auctoritate canonicam A*): Proverbia, q Ev 2,36 (86,13) = ap BED Le 5 (300,173): per Salomo-
Ecclesiastes et Canticum Canticorum; alii vero duo, quo nem q Ev app 9 (123,15): in Ecclesiastico q Si 1,2,
rum (~ quorum duo e) unus (— g) Sapientia, alter Eccle 20 (51,682): in (— C) eo libro qui ab alus lesu (ifiu PV;
siasticus dicitur, propter eloquii nonnullam similitudinem, ihesu T; ihesus A; iris Z; iesus maur; filii g) Sirach (x x x x
ut Salomonis dicantur, obtinuit consuetude; non autem B), ab alus Ecclesiasticus dicitur q VT 4 (470,46): in
esse ipsius (~ ipsius esse e) non dubitant doctiores; eos Ecclesiastico Salomonis (salamonis D) re 1,10,3 (31,
tarnen in auctoritatem maxime occidentalis antiquitus 50): item non videor (video L; ~ videor non am maur)
recepit (recipit e) ecclesia. quorum in uno, qui appellatur recte appellasse (seil. AU On Ma 2,6) verba prophetica
Sapientia Salomonis, passio Christi apertissime prophe- quibus scriptum est/1 0,9/quia non in eius (eo CD*kri)
tatur/Sap 2,1.12-21/in Ecclesiastico autem fides gentium libro legitur quem certi sumus (simus CD maur kn) ap-
futura praedicitur isto modo/Sir 36,1-5/hanc optandi et pellandum esse prophetam 1,21,3 (63,38): née de li
precandi specie prophetiam per lesum Christum videmus bro Sapientiae (AHUVYZ/MTX/CDI/Lkn; ecclesiastic!
impletam. sed adversus contradictores non tanta firmi- Edit [cf Edit p. LI-LII], lou maur) ipse (seil. Donatas
tate proferuntur quae scripta non sunt in canone lu- Carthaginiensis) abstulit de média (mediam U) sententia
daeorum. in tribus vero illis quos Salomonis esse constat (de média sententia] dimidiam sententiam AV/I; divi-
et ludaei canónicos habent. . .operosa disputatio neces- nam sententiam Y) verba ad rem necessaria, ubi cum
saria est cur 18 (652,1) = ap JUL-T pro 2,30 (68,9): scriptum sit/34,30 (cf Einleitung S. 1 57) 2,4,2 (93, 11):
cum liber Ecclesiasticus, quern lesus (hiesus N; sine add. in secundo sane libro (seil. AU do 2) de auctore libri, quem
BIZKMAY<?i, Juliani AP; + filius ce/., Edit, JUL-T) plures vocant Sapientiam Salomonis, quod etiam ipsum
Sirach (syrae B; syrahc T; syraac V; sirac IZKMAF; sicut Ecclesiasticum Iesus (+ filius Z/D^/L) Sirach (sirac
+ se Y) scripsisse traditur (testatur К Y; legitur Juliani I) AHV) scripserit, non ita constare, ut (sicut am maur) a
et propter eloquii (eloquium ВТ) nonnullam (nonnulla V; me dictum est, postea didici et omnino probabilius con-
nullam ß) similitudinem Salomonis pronuntiatur (titulo peri non esse hune eius libri (— AHUVY/MT/CD* kn)
•salomonis praenotatur Juliani S?) (cf AU do), contineat auctorem s 39 tit (489,1): de eo quod scriptum est
{contineatur T*) in Laude (laudem K) Patrum, quod Sa- (+ in ecclesiastico D)/5,8 39,1 (489,4): audivimus, fra-
muhel (samueel Y; samuel EFVßbd, JUL-T) etiam (et tres, per prophetam dicentem deum (domini Q6; dominum
MAKFVYBE, JUL-T) mortuus prophetaverit (cf Sir maur; ~ dominum dicentem D)/5,8 (cf Einleitung S. 154)
46,23). sed (+ et Juliani I) si et (— BTMKAEFVYßbd, 41 tit (495,1): de eo quod scriptum est in Ecclesiastico/
Juliani P) huic libro ex Hebraeorum (hebreorum F; 22,28 359 tit (1590): de eo quod scriptum est in Ec-
ebraeorum ВТ; ebreorum KM; hebraeis Juliani 1; + veri- clesiastico/25,2 359,1 (1590): de libro qui appellatur
tate Juliani S1 in margine), quia in eo (in eorum bd, Ju Ecclesiasticus/25,1 s dni 2,48 (139,1053): spiritus
liani SI; x x AE) non est (~ non est in eo T; + in E) sanctus, cum per prophetam (x propheta CNV2) dicit
canone (canhone B; cannone <p), contradicitur, quid de (x x x x KR)/5,5 (cf Einleitung S. 154) spe 21 (1 12,22):
Moyse (moysi Z) dicturi sumus (dicimus Juliani d)¡Dt 34,5 ista de libris posuimus, quos et ludaei canónicos habent,
do 2,13 (40,36): Prv Ct Ecl/nam illi duo libri, unus qui in quibus eorum invenimus quae huic operi convenirent
Sapientia (sapientiae R, DKA apud Green) et (— BD) (convenerint Sa; invenirent R). sed non sunt omittendi
alius qui Ecclesiasticus (ecclesiastic! К apud Green; sa- et hi quos quidem ante salvatoris adventum constat esse
pientia K*) inscribitur, de quadam similitudine Salomo conscriptos, sed eos non receptos a ludaeis recepit (re-
tit Sirach (Cede si ast ¡cus) 174

cipit MP) tarnen eiusdem salvatoris ecclesia. in his (x hü (97,3714): Sapientia Salomonis insinuat/38,32 (< PS-AU
MPCK) sunt duo qui Salomonis appellantur a pluribus te) BED Apc l (151A): dicente Salomone Ct l
propter quandam, sicut existimo, eloquii similitudinem. (207,660): in Ecclesiastico h 2,16 (292,78): Salomon
nam Salomonis (solomonis M) non esse nihil dubitant Le 2 (131,1222); 4 (251,818); Me 1 (466,1145 [< Le 2]): in
quique doctiores (cf AU ci 17). nee tarnen eius qui Sa- Ecclesiastico Prv l (41,121): iuxta Ecclesiasticum
pientiae dicitur quisnam sit auctor apparet. ¡Hum vero 2 (75,15): filius Sirach de magno sacerdote 2 (79,9):
alterum quern vocamus Ecclesiasticum, quod (quern R) filius Sirach rat 11 (312,4): apud Hebraeos Hieronimo
lesus quidam scripserit (scripsit MP2CR) qui cognomina- teste luna quam 'iare' nominant (cf HI nom On [67,14),
tur (cognominantur P*) Sirach (syrach S; syrac R), con mensibus nomen dedit (cf HI Am 2 [264,275-277]); unde
stat (constant MPC) inter eos qui eundem librum totum et (— PR) lesus (hiesus CFPR*S) filius Sirach (sirac S;
legerunt (cf Sir 50,29) 22 (1 16,6): Sap 8,7/nunc iam de serach K) qui utique hebraice scripsit (~ scripsit hebraice
(— S) libro, qui Ecclesiasticus dicitur, ponenda sunt quae R) (< HI Sal H) de luna loquens ait/43,8 66,221 (490,
videntur. de quo hic etiam ea dixisse députer (députes S; 830): ludeorum pontifex (+ maximus R) Onias Simonis
deputantur R) quae de Proverbiorum libro sum prae- iusti filius clarus habetur (< HI ehr [132]), cuius item
locutus (sal. AU spe 6 [48,25-50,5]), quamvis in isto filius Simon non minori gloria fulget, sub quo lesus filius
Ecclesiastico plura repperi huic operi necessaria 23 Sirach Sapientiae librum componens, quem (libros com-
(116,12): de Ecclesiastico/1,17 tri 15,2 (461,24); 15,22 ponens quos R; spectatne ad Sap et Sir ?) vocant panare-
(495,34): in libro Ecclesiastico 15,51 (535,44): sapiens ton, etiam Simonis in eo fecit mentionem (cf Sir 50,1)
quidam ... in libro suo qui Ecclesiasticus (ecclesiastes S) (< HI ehr [133]) Sam 2 (73,207): iuxta illud Ecclesi
proprio nomine iam vocatur (dicitur S) PS-AU Fu astic! 2 (109,1727): oblitus illud Ecclesiastic! 3
1,18 (205,26): in Ecclesiastico (eclesiástico 7") hyp 3,2 ( 1 46,399): in Ecclesiastico tab 2 (86, 1 735): filius Sirach
(l 19,25); 5,3 (176,102): in libro Ecclesiastico or (1225): tem 21 (607,16): lesus (iessus F) Sapientiae librum com-
Mt 6,4/et per Salomonem loquitur dominus (< PS-AU s posuit (< IS ehr, ety 5,39,22) PS-BED Lc 4 (37,343):
Ver 2,7, ubi Mt 6,2/et iterum) Pal 4 (219,7): Salomon filius Sirac BON ep 78 (161,31): in libro Salomonis
s 86,2 (1912): 14,157/dicit enim sapientissimus ¡Ile Salo CAE bre (201,1; < PS-VIQ Var 3,66); (204,18; < PS-VIO
mon/14,15? (cf PS-FU s 64 [936B], ubi 'dicit enim scrip- Var 3,22): in Salomone (salamone A) s 32,2 (134,9):
tura') 86,3 (1912): noli inquit Salomon parcere the- Salomon 43,1 (181,19): illud Salomonis 46,5 (199,
sauris tuis (ubi ?; cf PS-FU s 64 [936C]) 1 17,6 (1979): 24): per Salomonem 224,2 (841,25): in Salomone
sicut dixit Salomon/Sir 35,9 vel Sap 2,4 310,2 (2341): vg 26 (108,2): per Salomonem [CAE] 16 (1078D): lesus
sicut Salomon propheta dicit/3,33 s Cai 1,68,1 (88a): filius Sirach dixit (< DEF 29) Caelestlus up AU perf
per Salomonem 68,3 (88b): Salomon 11,64 (5) = 30 (29,16; [solomonem C*]); 34 (34,19); 40 (42,10; [sala-
PS-AU s Cas 1,177 (177): sequi prudentissimi Salomonis monem O]): apud Salomonem CAN Hib 27,12 (89);
illud consilium s Mai 74,1 (144): Solomon sent 18 35,2 (125; < РАЕ Vin 22, ubi sine titulo): Salomon
(731): in Sapientia Salomonis/Sir 1,1/item in Salomone/ sub titulo filius Sirach verba non ex Sir desumpta afferun-
Sap 7,25/iterum/Sir 1 ,5 sobr 3 (1 1 1 1): in Ecclesiastico tur, cf 12,6 (35); 21,2 (62; cf Sir 25,6?); 21,12 [Var] (66);
Salomonis sol 1 (149,27); 29 (173,6; < AM fi 4,87, ubi 21,23 (70; cf Sir 25,6?); 22,4 (74); 26,1 (83); 31,7 (107; cf
x x): in Salomone spe 2 (303,7; [in çcctaste CJ); 5 Sir 3,11?) CAr Qal 3,1 (589D): Salomon (< Hl Gal 1
(334,4; [in ecciaste C]); [334,6.14; 335,6 MVLC]; 6 (344,1 ; [347C], ubi 'in Proverbiis') 6,9 (605D): in Ecclesiastico
[in eccl; S]); [344,3.6.11.12.14; 345,7.8.10 MVLC]; 7 (< PEL Gal) in 1,5,6 (24,28): Ecclesiasticum vero
(347,5); [347,7 MVLC]; 8 (353,7); 10 (361,9); [361,12.13 librum supradictus Hieronymus lesu filii (fili BME; filius
MVLC]; 13 (371,1); [371,3 MVLC]; 15 (374,5; [in eccl; U) Sirac esse commémorât (< HI Sal O, Sal H), qui con-
SV]); [374,12 MVLC]; 16 (377,8); 18 (383,17); 19 (385,5); gregator (congretor B) latino potest sermone vocitari, sed
[385,8.1 1 MVLC]; 20 (387,2); [387,6.13 MVLC]; [21 (390,1 inter Ecclesiasten et Ecclesiasticum istam patres (— Q)
ri; 22 (391,4); [391,7.14; 392,5 MVLC]; 23 (397,14); [397, posuere distantiam, quod Ecclesiastes ad Christum domi-
16; 398,1.12 MVLC]; 24 (406,1); [407,12 MVLC]; 25 num solummodo débet referri, Ecclesiasticum (BMU&
(414,1); [414,5.7 MVLC; 414,10 MVC]; 28 (435,8); [435, GHE [partim aeccl.]; ecclesiasticus CX, Edit.) vero cui-
17 FMLC]; 32 (451,7); [451,11; 452,1 MC]; 33 (454,2); 34 cumque Justo praedicatori (iudici Q) potest absolute con-
(458,5); [458,6 MVLC; 459,2 MLC]; 35 (462,3); [462,7 gruere, qui ecclesiam domini sanctissimis solet monitis
MLC]; 38 (467,8); [468,2 MC; 468,10 MLC; 469,2 MLC; congregare; quod librum utique praesentem fecisse mani-
469,4 MC]; 39 (472,3); [473,1 MLC]; 41 (476,13); 43 (479, festum est, quem propter excellentiam virtutum suarum
14); 45 (496,8.14); 51 [519,6.12; 520,7.8 MLC; 521,13 panaretum (panareton CXQ; paneretum FV) appellat
MC]; (524,5); 52 (526,14); [527,12 MLC]; 53 (531,1); [532,8 (< HI Sal H), id est virtutum omnium capacem (cf HI
MLC]; (532,12); 60 (550,7); [551,3 FMVLC]; 61 (551,12); Ecl 1,1 [250]) (cf Vetus Latina 11/1,8. 224 Nr. 7)
63 (554,3); 66 (557,3); 71 (561,6); 72 (562,14); 76 (568,7); 1,12,1 (36,14): auctoritas divina secundum sanctum Hie-
78 (573,1); 81 (579,10); 84 (590,9); [591 ,3 MLC]; 85 (592,3); ronymum. . .in Agiographis: lob David Salomon Prover
86 (596,1); 88 (599,5); [599,8 MC; 599,9 С; 599,12 MLC; bia Ecclesiasticum (ecclesiastes 03) Canticum (cum can-
600,4 MLC]; (601,9); 89 (602,11); 91 (607,17); 92 (610,6); ticum CX; cántica UG) Canticorum/Par (< HI Rg [365,
97 (617,9); 98 (619,17); [99 (622,7 MVLC, Edit.; m eccle- 36-40, ubi recle 'Ecclesiasten'; cf CAr pr [XXIII, A fol. VI
siaste S)]; 100 (624,8); 101 (625,4); 102 (626,6); 108 (636, Recto; ubi recle 'Ecclesiastes') (cf Vetus Latina 11/1,
10); 111 (641,7); 114 (651,8); 117 (654,14); 118 (655,19); S. 229f Nr. 102. 103) 1,13,1-2 (38,8): scriptura divina
121 (662,4): in Ecclesiastico te 12 (156): Sapientia Sa secundum beatum Augustinum . . . Ps/Salomon libri III,
lomonis insinuat/38,32 BEA Apc 1 (112,8): Za 3,3/ lesu fili Sirac libri II (x x 0)/Is. . .beatus igitur Augusti-
istius Ihesu (ihesus VSVGP) magni (magnus V) sacerdo- nus. . .secundo libro de doctrina Christiana (cf CAr pr
tis fuit filius Sirac et nepos (nepus Y*S) Ihesu (ihesus YS [XXIV]; < AU do) (cf Vetus Latina 11/1, S. 225 Nr. 33)
VMAH) qui in Salomone scribitur (cf Sir 49,14; 50,29) 1 , 1 4, 1 (39, 1 1 ): scriptura sancta secundum antiquam trans-
(< IS off 1,12,10; ety 6,2) El 1,1 15 (88,3407): per Salo lationem. . . Ps/Salomonis (MGH; salomón CXQ; — B&;
mon (Edit.; salomonem PL 96,966B) dicit/24,5 1,125 in Edit.) libri V, id est Proverbia Sapientiae (sapientia
175 Sirach (Ecclesiasticus) tit
6) Ecclesiasticum Ecclesiastes Canticum (cántica M; CO-Carth 3,36 (43, 1 96): sunt autem canonicae
— Q) Canticorum/Is (cf CAr pr [XXIV]) (cf Vetus Latina scripturae. . . Ps/Salomonis (salamonis CMUQ2, 'nonne re-
11/1, S. 224 Nr. 6) 1,26,1 (67,10): Ps/quartam Salo- tinendum sit?' Edit.; — Hg in collectione Hispana [340,
monis SAL/Proph (4. Band der neunbändigen Bibel Cas- 412]) libri V (LQ; III CU; IIII Mt; 'utrum lecturae codd.
siodors; cf CAr in 1,5,1-6; cf Vetus Latina 11/1, S. 224 CMUt ad concilium Hipponense a. 393 referendae sint nec-
Nr. 8) 1,28,4 (71,7): sicut ait liber Sapientiae/Sir 1,1 ne, adhuc dubito' Edit.)/l2 prophetae > 6 (108,239;
pr (XXI V; A fol. 8 Recto): Ps/Sal. lib. Ill lesu filii Sirach 125,236; 142,256): sunt autem canonicae scripturae...
lib. Il/Os. . .sicut pater Augustmus in libris de doctrina Ps/Salomonis libri V/12 prophetae (/Is p. J26,241)
xpiana complexus est (cf CAr in 1,13; < AU do) (cf Vetus CO-Lat (37,10): illud videlicet quod per Sapientiam bene
Latina 11/1, S. 225 Nr. 37) (XXIV; A fol. VII conplacuit (placuit D V) Salomon!, adimplens quod dicit/
Recto): Ps/Salom. lib. V id est Proverbia Sapientia Ec 1 1,7 (тгЪ]роиаа то ev аофкхк; хаХыс eipyjuevov) (185,5):
clesiasticum Ecclesiastes Cántica Canticorum/ls. . .sicut quod bene ad lesum filium Sirach (syrach b) dictum est/
dividit sanctus f Hilar*us (hilarius A*) romanae f (hila- 4,33 (то xoXcúc cip7)¡¿£vov iTjaou ты той dipajc) СО-Toi
rius pictaviensis CAr in 1,14,3) urbis antistes (cf CAr in 17,5 (531): dicente Salamone/7,13 COM in 1,31,1 (26):
1,14; cf B. Fischer, Codex Amiatinus und Cassiodor, in: dicta Salomonis (Salvatore; salominis CC 128) 2,27,5
B. Fischer, Lateinische Bibelhandschriften im frühen (64): excipe doctrinam magis (magni r Oehl teste Salvatore)
Mittelalter, Freiburg 1985 = Vetus Latina. Aus der Ge Salomonis (solomonis C) 2,28,4 (65): in Salomoniaco
schichte der lateinischen Bibel 11, S. 11 Anmerkung 9) libro CON-АР 77 (32gg,13): Ps/Solomonis libri quin
PS 6,1 (73,90): Salomon in Ecclesiastico 8,4 (91,119): qué, prophetae sedecim; extra haec historia<e> gratia dis-
Salomon 1 1,9 (121,185): sicut Salomon de impiis dicit/ cant vestri adulescentes Sapientias (Edit.; sapientia<. . .>
2,16 (cf Prv 2,13) 18,13 (175,254): monente Salomone cod.) nimium edocti Sirech (аоХоцшутос ßißXia Ttevre [трис
20,8 (184,120); 38,2 (354,54); 50,4 (456,138); 51,4 (473,65; TTOCpoiLuou exxXTrjOTatrr/jc; а<7[лата aajxaTuv a]' тгрОф7]та1 Sexa
< HI L PS 51,7, ubi 'alius propheta'); 55,4 (501,89); 93,5 ei;' [+ xat a] eÇci>6ev u(uv ттротатореюбо) ¡iavÔavetv 'j;«.>v той;
(849,103); 101,21 (909,495; < AU PS 101 s 2,2, ubi 'scrip- VEOUÇ тоц стофшс [Edit.; ai ooçiai d] тои тгоХицявоис aipax)
tura'); 102,13 (918,213); 113,25 (1036,311; < AU PS 113 CU-D Me 9 (618B): ut est illud Sapientiae/24,29/Sap 16,21
s 2,12, ubi 'scriptum est'); 118,3 (1061,122); 140,3 (1263, CU-L рае pr 4 (108,9): (+ in solomone S in margine)/
75; < HIL PS 140); Rm 12,3 (494A; < PEL Rm 12); 13, 3,33 CY ep 3,2 (470,17): Solomon (LPQ; salomón cett.,
14 (498D; < PEL Rm 13): Salomon Catalogue Claro- Edit.) 59,20 (690,3): per Solomonem (CPQ; salomo-
montanas (С. Tischendorf, Codex Claromontanus sive nem cett., Edit.) loquitur Spiritus sanctus/Prv 16,27/item
epistulae Pauli omnes graece et latine. . ., Leipzig 1852, denuo monet dicens/28,28 Fo 9 (198,5); op 5 (57,84);
468; Th. Zahn, Geschichte des Neutestamentlichen Ka sent 27 (261,9 = ap AU ba 6,65 [331,14], [Quietus a Bu-
nons 2,1, Erlangen und Leipzig 1890, 158): Prv Ecl Ct ruc]): apud Solomonem (Fo, sent [Vor]; salomonem op,
Sap/Sapientia IHU ver- II D/l 2 prophetae Catalogus sent) te 2,1 (29,14): Prv 8,31/item (— RB) apud (in W)
Mommsenianus (Th. Zahn, Geschichte des Neutestament eundem (x x A) in Ecclesiastico (ecclesiaste R*) 3,1
lichen Kanons 2,1, Erlangen und Leipzig 1890, 143): in- (82,44): apud Solomonem in Sapientia (in sapientiam X*
cipit indiculum veteri testament! qui sunt libri cannonici RO*; in paroemiis Nb'DQMTUB; in proverbiis F; x x
. . . Ps/Salomonis ver VD/profetas maiores CE 20 EV; apud. . . sapient ia] in sapientia solomonis [salomonis
(767A); 20 (768A): in Ecclesiasticum (T; ecclesiastico ft] Ah)/Prv 19,17; 28,27; 15,27a; 25,21.22/item illic/Sir
Edit.) CHRO Mt 15,2 (260,49): sicuti per Salomonem 3,33 (cf Einleitung S. 155) 3,1 (83,56): Prv 20,7/
ipse dominus ex persona Sapientiae loquitur dicendo/24, (+ item XDAh) apud eundem (x x AhE) in Ecclesiastico
45 17,5,3 (273,156): secundum quod (quoniam T) ipse 3,6 (94,3); 3,12 (103,2): apud Solomonem (x solomon 3,12
dominus per Salomonem testatur dicens ex persona Sa- NB; x x 3,6 X) 3,20 (114,3): PS 110,10/de hoc ipso
pientiae/24,29 18,4,4 (283,117): Salomon in libro suo (item ABh; x x x EF) in Sapientia Solomonis/1,16 (cf
20.2.1 (292,32): per Salomonem 20,2,4 (292,50): Salo Einleitung S. 155) 3,35 (129,3): apud Solomonem (x x
mon 21,2,2-4 (296,32): per (—a'O) Salomonem. . .idem /•:/•') in Ecclesiastico 3,51 (138,2): apud Solomonem in
Salomon. . .ut (et fl; in a7) Salomon (salmon а7) 21,3, Ecclesiastico (x x EF) 3,53 (140,8): Prv 10,9/item
4 (298,70); 23,1,2 (304,8); 24,2,2 (310,50): per Salomonem (— XQM) apud eundem (in salomone V'b'QM; x illic
28.5.2 (332,94); 28,6,2 (333,122); 28,7,9 (335,188); 33,3 AEFh)/Ec\ 7,16/item (— XR) apud eundem (apud x X;
<360,80): Salomon 41,1 (390,12): per Salomonem x illic £F)/Sir 3,22 (~ Sir 3,22/ Ecl 7,16 QM) (cf Einleitung
43,8 (410,149): Salomon 45,2 (418,44): per Salomonem S. 154) 3,61 (151,3): apud Solomonem (x x EF) in Ec
52,2 (454,33): per Salomonem ex persona Sapientiae de clesiastico (x x X; ~ in ecclesiastico apud salomonem V)/
hoc ipso similiter loquitur dicens/24,7 56,3 (479,50): Ecl 5,9 (cf Einleitung S. 155) 3,95 (168,3): Prv 24,15/
Ct 5, 14/... scriptum apud eumdem Salomonem legimus (+ item AEFh) apud eundem (x x ABFh) in Ecclesiastico
(scriptum eisdem canticis repperitur e)/26,23 (cf Ct 5,15) (x x XD)/9,22/item in Ecclesiastico (item illic ODABEFh;
58,1 (488,11); 59,1 (492,16); 59,7 (497,185): per Salomonem et iterum XV'QM)/6,16/item illic/9,18/item illic/25,12/
fCHRY] //, 1184 (1184D): testificatur (attestatur PL 95, item ilIic/28,28 (~ Prv 24,15/apud eundem in ecclesiasti-
75093) huic sermoni meo sapientissimus Salomon dicens/ co/6,16/item ¡llic/9,22/item illic/9,18/item illic/25,12/item
25,23 ((ioprupei цои ты Хоуш о <то<р<отатос ooXojicûv Xtyoiv) illic/28,28 W) 3,96 (168,2): apud Solomonem in Ec
//, 77*4 (1185В): attestatur iterum huic verbo meo sa clesiastico (x x XVEF) 3,97 (169,2): apud Solomonem
pientissimus Salomon/25,22 ([xoprupei Se ¡юи TU> Xoyo TJ in Ecclesiastico (x x EF; x x x x X) 3, 1 09 ( 1 74,2): apud
«ocia Хеуоиаа [о аофос Xrf<ov a/il]) ¡1,1184 (1187В): Solomonem (x x AF) in Ecclesiastico (x x XE) 3,110
vides ergo quia apte dixit (quod x praedixit PL 95,1SUD) (174,2): in Ecclesiastico (apud solomonem X; + aput solo-
Sapientia/25,22 . . . audi denuo Sapientiam (x sapientem monem V) 3,111 (175,2): (+ in ecclesiastico AQMft;
PL 95) dicentem: mulieri malae et iniquae (mala mulier + apud salomonem EF; + item illic ODB; + item illic in
et iniqua PL 95) portio dabitur pro operibus malis (nbi 7) ecclesiastico aput eundem V)/34,23 3,112 (175,3):
(opa-; OTI стптетеитцемюс curev t\ ocxput. . .axoue тк); аофкхс (+ apud solomonem VE; + in sapientia salomonis F; + in
avSpt avojico 8o<h)arrai ocvu tpy<ov ecclesiastico Ah; + item illic RWODB)/Sap 6,5 3,1 13
tit Sirach (Ecclesiasticus) 176

(175,2): (+ apud solomonem XVDABE; + apud solomo- ecclesiastes \1 4 H9 ¡''; + et alius qui vocatur iesu filii
nem dicit RW; + apud solomonem in ecclesiastico b'OQ syrach M3) liber unus/ls (sap. . . . unus] liber sapientiae
M)/4,10 3,120 (179,3): in psalmo 1 (+ Ps 1,1 F; + Pi quem hieronymus apud aebreos non haberi adfirmat [cf
1,1 /item in salamone/Sir 18,22 £)/Ps 1,2 (+ item apud sa- HI Sal H] sed tantum apud gregus quem etiam iesu fili
lomonem/Sir 18,22 F) PS-CY cent 34 (84,291): prae- sirac isse hieronymus indecat [non HI, sed AU do] sicut
nuntiatio Salomonis рае (132): in Ecclesiastico alium subsequentem lebrum sapientia/Jb П2; Est/liber
sng 4 (177,11); 6 (179,21); 10 (185,7.15); 18 (193,21); 19 sapientiae quem f breviter apud ebreos f quem etiam
(193,26); 19 (194,6): Salomon 20 (196,15): per Salo- ihesu fili sirach esse hieroni[ni]mus indicat aliusqu[a]e
monem 22 (199,14): contra Salomonem 37 (213, liber qui dicitur sapientia quem dicunt esse filonis et quem
22): Salomon 42 (218,1 1): per Salomonem 44(219, verius dixit sanctus hieronimus [cf HI Sal H] non esse
5); 45 (220,7): Salomon DEF 3,14 (13); 4,12 (19); 8,6 apud ebreos sed tantum apud grecos/Tb Ш) GI exe
(35); 12,12 (61); 14,23 (69); 16,20 (74); 17,10 (77); 18,41 36 (47,15): quod a Salomone (solomone P) notatur
(83); 19,13 (89); 20,4 (92); 21,6 (96); 24,27 (105); 28,6 GR-M ep 5,44 (334,152): per sapientissimum Salomonem
(1 13); 29,6 (1 16); 30,8 (1 19); 31,13 (122); 39,9 (147); 44,13 (salomone Pfr3) 9,219(786,87): per Salomonem Jb
(157); 47,7 (164); 48,4 (164); 49,12 (166); 52,6 (176); 54,4 8,88 (451,8): Salomon ait/Prv 29,44 LXX Swete [31,25
(177); 56,6 (181); 57,8 (183); 58,20 (186); 59,8 (191); 60,12 Vulgata]/de hoc iterum dicit (dicitur edd. ц)/1,13 10,21
(192); 61,4(193); 62,10 (195); 63,6 (196); 64,10 (199); 65,12 (553,46): Salomone attestante 21,29 (1086,21); 24,52
(204); 66,6 (205); 68,14 (208); 69,7 (209); 70,4 (210); 71,8 (1226,9): per Ecclesiasticum librum 33,55 (1721,9):
(212); 72, 1 3 (2 1 5); 74,3 (2 1 8); 77,6 (22 1 ): H iesus (vel hyesus, per Salomonem (sapientem ¡л) 34,25 (1751,37): per
iesus, hiessus) filius Sirach (vel sirac, siraac(h), sirah(c), comparationem quoque a Salomone (salomón M*) dicitur/
syrac(h), sidrach) dixit (vel dicit) 9,4 (39); 11,5 (55); 27,12 past 3,15 (75B): apud Salomonem 3,21
33,12 (135): Salomon (vel salamon) dixit DES 1,15 (88D): per quemdam sapientem (per salomonem dúo pri
(37,9): dicente Salomone DO 3,258 (245,82): Salomon ores Gemet; aput salomonem Tree, in margine) 3,30
(Habetdeum episcopus) DON vg 52 (289B): per Salo (HOC): per quemdam sapientem (apud salomonem Tree,
monem (< CAE vg) PS-EGB рае pr (418): in lesu in margine) Rg 2,21 (133,488): Salomon GR-T mir
(hiesu B; gesu A) filii Sirach (sirac B; syrach S) EP-L 8,75 (793,12): Salamonis (solomonis 2. 3; salomonis 4) pro
19 (22,7); 23 (33,23); 45 (1 10,4): Sapientia 57 (154,23); verbia (verba 3) proferunt/13,1 HES б (1077D): Salo
61 (168,3): dicente Sapientia (— В in 57) EP-SC Ct 8 mon HI ehr (133): ludaeorum (iudeorum N) pontifex
(70,7): Sapientiam audi dicentem (TT,V tuxptov axouc Хеуои- Simon (symon L; sim B), Oniae filius, clarus habetur, sub
ootv) PS-EPH рае (594аЕ): Salomon EUCH int 2 quo Iesus (hiesus ANLM; iesu O*) filius Sirach (sirac O;
(l 1,9): in Salamone (salomone PL 50,740D) 3 (13,14): syrach LB) Sapientiae librum componens, quem vocant
in Ecciesiastico (salomone S, PL 50,742C) 3 (17,14); panareton (paraneton L*), etiam Simonis (symonem L*;
7 (40,21): in Salamone (salomone PL 50,744C; 760C) symonis L2P) in eo fecit mentionem (cf Sir 50,1
1 (44,20): in Salamone (salomone PMN, PL 50J62C) Se lOuSocuov oi|¿cov oviou тпхц EfvcopiCeTO хав' ov ITJCTOUC
8 (48,21): in Salamone (salomone MN, PL 50,764D) T»]v y.-if, ,'itvr¡v Ttavoperov aoçiav auvraCai
[EUCH] int (747C): in libro Sapientiae/15,3 (< GR-M Jb e¡jLV7)novEu<TE Anonymus Matritensis [A. Bauer > R. Helm,
19,9, ubi 'dicitur') (761A): Salomon/20,32 (vel 41,17) С B 47,373]; ap-/tspeuc EV lepoucoAr.u. atiicov . . . хата TOUTOV
(cf GR-M Jb 22,7?, ubi 'quidam sapiens') (766B): in I7)<roui; о той «прах T*lv xaXou[zevr]v TOXvapsrov aocpuxv auvraÇaç
libro Sapientiae/7,26 (cf GR-M Ez 1,12,31?, ubi 'scriptum auTou той aifjuovoc e(ivr¡(ioveu<jEv Chronicon Paschale [L.
est') [EUGE-T] carm 8,7-9 (238): en lob, Psalterium, Dindorf]) (cf HI Dn) Dn 3 (873,303): alter Onias, cui
Salomon et Verba dierum. Esdrae consequitur, Esther, successit Simon (cf Sir 50,1) quo regente populum (populo
Sapientia, lesu (Edit, coniungit sapientia iesu), Tobi et R2A*) Iesus filius Sirach scripsit librum qui graece roxv-
ludith, concluait haec Maccabeorum EVA-G 3 (264, аретос appellatur et a (— PL) plerisque Salomonis falso
46): apud (BRC, Bra; per VHa) Salomonem (< CY te 2,1) dicitur (< Eusebius, Demonstratio evangélica 8,2,71 [380,
FAC def 12,3,33 (388,277): per Salomonem FEL IV. 14 Heikel]: rrepoç ovioc ov SuxSeyc-rcu m(«ov, xaö' ov njaouc
2 ap Agnellum 60 (168): secundum Salomonem FIL o TOO «прах eYvojpiCero o TYJV xaXou(Z£V7)v mxvaperov aoçucv
56,2 (241,6): hi (A Si; in ВТ) Sapientia (sapientiae SO CTuvraÇœç) (cf HI ehr) Ecl 3,16.17 (280,270): in Sapien
libri utuntur Sirach illius qui scripsit post Solomonem, id tia, quae(+ filii Ра/.1 2 Val. Valí. edd. v) Sirach inscribitur
est post multa témpora, librum unum Sapientiae, Chris 10,8 (336,119): Ecl 10,8/ex parte simplex et ex parte
tum autem in (— A) carne venisse (+ et A) negantes (cf mysticus intellectus est, siquidem et alibi ipse Salomon
Einleitung S. 157) PS-FIR con 2,16 (82,36): ex verbis (solomo W*) ait/27,29 (cf Vêtus Latina 11/1, 230 Anmer
Salomonis scripta 3,1 (96,19): illud Salomonis 3,6 kung zu Nr. 112) Ez 10 (469,1 103): Salomon Hab
(107,26): per Salomonem (salamonem B) FOR Marc 2 (636,695): iuxta lesum filium Sirach Jl (188,446):
2,1 (164,26): ait enim scribtura (et in libro sapientiae dicit Salomon scribit/Prv 27,16 (potius Prv 27,16 quam Sir 43,
В 7.2)/29,15 FU ep 14,46 (443,1934): in libro Ecclesi 22) (cf Einleitung S. 156) 1s l (19,3): Iesus quoque fi
astico Fas 2,2 (285,55): in Ecclesiastico libro rem lius Sirach Pel 1,33 (527 B): respondet stultae inter
1,12,2 (660,396); 1,26,3 (675,959): in libro Ecclesiastico rogation! tuae liber Sapientiae/Sir 3,22/et alibi/Eel 7,16/et
1,27,1 (676,982): in Ecclesiastico 1,27,2 (676,992): in in eodem (alio Victorius) loco in Sapientia (loco: in sa
libro Ecclesiastico 1,27,2 (676,999): in Ecclesiastico pientia Edif.)/Sap 1,1 (< CY te 3,53, ubi Sap l, l /Prv 10,9/
1,29 (677,1032): in libro Ecclesiastico PS-FU s 55 Ecl 7,16/Sir 3,22) Rg (365,54; Biblia sacra iuxta Lati-
(925A): Salomone attestante 64 (936C): noli inquit nam Vulgatam versionem ad codicum fidem. . .5, Samu-
Salomon parcere (parère al.) thesauris tuis (ubi?; cf hel, Rom 1944, 8,11): Sapientia, quae vulgo Salomonis
PS-AU s 86,3) FU-M my 2,1 (39,3): Salomon (solomonis A) inscribitur (scribitur RC), et Iesu (hiesu A
PS-GEL deer 2,1 (5,71 = 25,71): Ct/item (— TL) Sapi 4>RGp0rAYDF( P<vü lat- 45¡ 11504; München dm 6220;
entiae (sapientia D1-4 M TI Ш НЮ) liber (~ liber sa ihesu CAL) filii (fili ЯХфк2*в, Paris lot. 11504») Sirach
pientiae H11) unus (x xx El 2 С), Ecclesiasticum (eccle- (syrach JOFBQSM, Milano B. 48 inf.; sirae RJ^Óf) liber
siasticus D Г2 Ш М1 3 НЮ 11 Iе; ecclesiastic! H'8 L ß; (— 0H«) et ludith et Tobias et Pastor non sunt in canone
177 Sirach (Ecclesiasticus) tit

(cañones П*) Sal G (6,9): porro in eo libro qui a pleris- lesus (hiesus ADEW apud T. Mommsen, MG Auci. Anti-
que Sapientia (-tiae C) Salomonis inscribitur, et in Eccle- quiss. 11 [1894] 450) Sapientiae librum conponit (< IS
siastico (ecclesiasticum 7), quern esse (— T; + liber TD) chr) 6, 1 ,9: quart us est apud nos ordo veteris testamen-
lesu (ffiu STTTMVÍ--D; ihesu C; hiesu ©A) filii (fili T) ti connu librorum qui in canone hebraico non sunt; quo
Sirach (syrach CTD; sirac STT) nullus ignorât, cálamo rum primus Sapientiae liber est; secundus Ecclesiasticus
temperavi tantummodo canónicas scripturas vobis emen (ecclesiasticum &**: cf Einleitung S. 46)); tertius Tobi
dare desiderans et Studium meum curtís magis quai n dubi- (coda.; thobias Edit.); quartus ludith; quintus et sextus
is commendare (commodare 7TM; emendare STXFD) Macchabaeorum; quos licet ludaei inter apocrypha sé
Sal H (957,13; Biblia sacra iuxta Latinam Vulgatam ver- parant, ecclesia tarnen Christi inter divinos libros et hono
sionem ad codicum fidem ...11, Proverbia Ecclesiastes rât et praedicat (cf Hl Rg) 6,2,31-32: Sap tit/librum
Canticum Canticorum, Rom 1957, 4,9): fertur et Tuxvapcro; autem Ecclesiasticum certissime lesus filius Sirach Hiero-
lesu (ffiu GCXSTATFi>íi; hiesu AT^rQ^Z YTST*; seu solymita (cf Sir 50,29), nepos lesu sacerdotis magni (cf
ПН) filii (fili GXA Y*TS*; filius Г^) Sirach (syrach CM YS Sir 49,14) conposuit, de quo meminit et Zacharias (cf Za
TDÜS; sirac GSTQM; syrac XW) liber et (— Гв) alius 3, Iff); qui liber apud Latinos propter eloquii similitudinem
феи8еттра<рос (pseudogra(ph)us A*MY<bZ*SvV°Cl; seudo- Salomonis titulo praenotatur (< IS off 1,12; cf AU cur 18,
grafus A2; seugrafus X), qui Sapientia (sapientiae C) Salo ci 17, spe 21). dictus autem Ecclesiasticus, eo quod de
monis inscribitur (scribitur GCXST Y*); quorum priorem totius ecclesiae disciplina religiosae conversations magna
et (— CXSTrBV20AZ2íísj; ~ et priorem ПНТ) hebra- cura et ratione sit editus. hic et apud Hebraeos reperitur
icum repperi, non Ecclesiasticum ut apud Latinos, sed (cf HI Sal H), sed inter apocryphes (agiographus K) ha-
Parábolas praenotatum; cui iuncti erant Ecclesiastes et betur/Jdt fi 1,51 (491 B): in Ecclesiastico Jos 14,2
Canticum Canticorum, ut similitudinem Salomonis (sala- (378A): Ecclesiasticus liber na 45,2 (319,17): Salomon
monis A) non solum librorum numero, sed et materiarum (solomon DM*C*; salamon FS) off l ,3,2 (5,6): Ecclesi
genere coaequaret. secundus apud Hebraeos (+ liber Пн) asticus liber 1,1 1,5 (10,33): Prv Ecl Ct/ sive (liber a)
nusquam est, quin (Editt.; quia coda.) et ipse stilus (titulus Sapientiae et Ecclesiasticum (ecclesiasticus po CJa)/Lam
XS*) graecam eloquentiam redolet et nonnulli scriptorum (cf Vetus Latina 1 1/1, 227 Nr. 70) 1,12,10 (14,73): Sap/
veterum hunc ludaei Filonis adfirmant; sicut ergo ludith librum autem Ecclesiasticum conposuit lesus filius Sirach
et Tobi et Macchabeorum libros legit quidem ecclesia sed Hierusolimita (hierusolimitani фба; hierusolimitanus ß<o>
inter canónicas scripturas non recipit, sic et haec duo vo- (cf Sir 50,29), nepos lesu sacerdotis (cf Sir 49,14), de quo
lumina légat (legit Х-4М2*5*ОЫ('Х'); legunt Гм; legant meminit Zacharias (cf Za 3,Ш); qui liber apud Latinos
G) ad aedificationem plebis (— A), non ad auctoritatem propter eloquii similitudinem Salomonis titulo praenota
ecclesiasticorum (— G) dogmatum confirmandam So tur (cf AU cur 18, ci 17, spe 21)/Jdt (lesus filius Sirach . . .
(709,589): de lesu filio Sirach testimonium PS-HI ep nepos lesu sacerdotis] cf »¡стоис оитос «прах t164 "f m°Ç
5,3 (63B) = PS-МАХ ep 1,3 (923C): Salomon beatissimus ryYovoç Se ITJCTOU O(jitovu(j.(ou) аитш (Pseudo-Athanasius)
propheta 5,4 (65C) = PS-МАХ ep 1 ,4 (925B): Salomon Synopsis Scripturae Sacrae PO 28,376D > prologus codicis
sanctissimus 5,4 (66D) = PS-МАХ ep 1,4 (926 B): di- 248 [J. Ziegler, Sapientia lesu filii Sirach, Göttingen 1965,
cente Salomone 5,9 (73B) = PS-МАХ ep 1,9 (931 C): 127]; cf ? 'avus meus Hiesus. . .volui et ipse scribere' Sir
Salomon 12,6 (157B): Salomon HIL Mt 7,3 (182, prol) 1,14,1 (16,2): Ecclesiasticus liber pro 8 (158
13): Salomonis librum Ecclesiasticum. . .légat PS 14, A): Prv Ecl Ct/duo quoque illi egregii et sanctae institu-
1 4 (94,8): apud Salomonem (solomonem V) 1 40,5 (792, tionis libelli, Sapientiam dico et alium qui vocatur Ec
11): in eo enim libro, qui nobiscum Salomonis inscribitur, clesiasticus, qui ¡linn dicantur a lesu filio Sirach editi
apud Oraecos autem atque Hebraeos Sapientia Sirach tamen propter quamdam (grandem duo chartacei hispa
habetur HOR 13,1 (766,38) = COL-AV 1 12,2 (504,21): lenses) eloquii similitudinem Salomonis titulo sunt prae-
clamante sapientissimo Salomone 40,4 (824,3) = notati. qui tamen in ecclesia parmi cum reliquis canonicis
COL-AV 140,8 (576,13): sapientissimus Salomón JAN libris tenere noscuntur auctoritatem/Is (< AU do; cf cur
(251,142): in libro qui Ecclesiasticus nominatur ILD 18, ci 17, spe 21) 40-41 (165B): liber Sapientiae, qui
ba 79 (140B): Prv Ct Ecl/nam illi duo libri, unus qui vocatur panareton (cf HI Sal H; cf Vetus Latina 11/1, 76),
Sapientia et alius qui Ecclesiasticus inscribitur, de qua- Christi adventu