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Merkblatt 322

Geschraubte Verbindungen
im Stahlbau

Stahl-Informations-Zentrum
Merkblatt 322

Stahl-Informations-Zentrum Veranstaltungen und bietet einen Überblick


über die Veröffentlichungen des Stahl-Informa-
Das Stahl-Informations-Zentrum ist eine tions-Zentrums. Publikationen können hier
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und verarbeitender Unternehmen. Markt- und werden. Anmeldungen zu Veranstaltungen sind
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Verschiedene Schriftenreihen bieten ein und Wissenswertes.
breites Spektrum praxisnaher Hinweise für
Konstrukteure, Entwickler, Planer und Ver-
arbeiter von Stahl. Sie finden auch Anwendung Impressum
in Ausbildung und Lehre.
Vortragsveranstaltungen schaffen ein Merkblatt 322
Forum für Erfahrungsberichte aus der Praxis. „Geschraubte Verbindungen im Stahlbau“
Messen und Ausstellungen dienen der Ausgabe 2012, ISSN 0175-2006
Präsentation neuer Werkstoffentwicklungen
und innovativer, zukunftsweisender Stahlan- Herausgeber: Stahl-Informations-Zentrum,
wendungen. Postfach 10 48 42, 40039 Düsseldorf
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listen aus Forschung und Industrie vermittelt. Prof. Dr.-Ing. Rolf Kindmann,
Die Pressearbeit richtet sich an Fach-, Ruhr Universität Bochum,
Tages- und Wirtschaftsmedien und informiert Lehrstuhl für Stahl-, Holz- und Leichtbau
kontinuierlich über neue Werkstoffentwicklun- Prof. Dr.-Ing. Jan Vette,
gen und -anwendungen. Fachhochschule Münster,
Das Stahl-Informations-Zentrum zeichnet Fachbereich Bauingenieurwesen
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Wettbewerbe seiner Art und wird alle drei Jahre Ein Nachdruck dieser Veröffentlichung ist –
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• Böllinghaus Steel GmbH Inhalt
• Gebr. Meiser GmbH Seite
• Georgsmarienhütte GmbH 1 Einleitung und Übersicht .......................... 2
• Outokumpu VDM GmbH 2 Schrauben, Muttern und Scheiben ............ 7
• Saarstahl AG 3 Herstellen von
• Salzgitter AG geschraubten Verbindungen ..................... 16
• ThyssenKrupp Bautechnik GmbH 4 Kraftübertragung und Tragverhalten ........ 20
• ThyssenKrupp Electrical Steel GmbH 5 Bemessung nach DIN EN 1993-1-8 ........... 25
• ThyssenKrupp Rasselstein GmbH 6 Bemessungsbeispiele
• ThyssenKrupp Steel Europe AG nach DIN EN 1993-1-8 .............................. 33
• Wickeder Westfalenstahl GmbH 7 Normen ..................................................... 38
8 Literatur .................................................... 39

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Geschraubte Verbindungen im Stahlbau

1 Einleitung und Übersicht schriften der Bahn. Auf solche Regeln wird in
diesem Merkblatt nicht eingegangen. Das Merk-
1.1 Einführung blatt behandelt die im Stahlbau üblichen Schrau-
ben mit metrischem Gewinde und Sechskant-
Stahltragwerke bestehen in der Regel aus köpfen der Festigkeitsklassen 4.6, 5.6, 8.8 und
Trägern, Stützen und Rahmen, die aus Blechen 10.9 sowie die zugehörigen Sechskantmuttern
und gewalzten Profilen hergestellt werden. Für und Scheiben, siehe Tabelle 2.5.
die erforderlichen Verbindungen, Stöße, An-
schlüsse und Befestigungen werden geeignete
Techniken benötigt, die die Ausführung wirt- 1.2 Inhalt der Kapitel
schaftlicher und dauerhafter Konstruktionen
1.2.1 Einleitung und Übersicht
ermöglicht.
Alte Stahlkonstruktionen belegen, dass man Nach einer allgemeinen Einführung in die
Verbindungen früher ausschließlich mit Nie- Thematik wird die prinzipielle Vorgehensweise
ten hergestellt hat. Da sie keine Zugkräfte auf- bei der Bemessung geschraubter Verbindungen
nehmen konnten, musste man so konstruieren, anhand eines Einführungsbeispiels beschrieben,
dass sie nur durch Scherkräfte beansprucht wur- und es wird auf Grundsätze für die konstruktive
den, also nur durch Kräfte senkrecht zur Niet- Ausbildung und die Berechnungen hingewie-
achse. Von wenigen Ausnahmen abgesehen sen. Darüber hinaus werden die Kategorien
kommen Nietverbindungen heutzutage nicht für geschraubte Verbindungen nach DIN EN
mehr zum Einsatz. Aus wirtschaftlichen Gründen 1993-1-8 und die verwendeten Bezeichnungen
sind sie schon seit langem durch geschweißte zusammengestellt.
und geschraubte Verbindungen ersetzt worden.
Aufgrund der runden, stiftartigen Form
sind Nieten und Schrauben unmittelbar mitein- 1.2.2 Schrauben, Muttern und Scheiben
ander vergleichbar. Dies galt zeitweise auch
für das Tragverhalten, weil man Schrauben zu- Dieses Kapitel enthält Informationen zu
nächst so angeordnet hat, dass sie wie Nieten den Produkten, die in Schraubengarnituren zu
nur durch Scherkräfte beansprucht wurden. Die verwenden sind. Im Wesentlichen geht es dabei
Weiterentwicklung der Konstruktionstechniken um die entsprechenden Normen, Abmessungen
und Schraubenfestigkeiten hat zwischenzeit- und Festigkeiten.
lich zu einem weiteren Wandel geführt: Heut-
zutage können Schrauben sowohl Scherkräfte
als auch Zugkräfte aufnehmen. Diese Entwick- 1.2.3 Herstellung
lung ist auch an den einschlägigen Normen für
Stahlbauten erkennbar. In den Regelungen von Die Herstellung geschraubter Verbindungen
DIN 18800 stehen Scher-/Lochleibungsverbin- wird erläutert, aber auch die Darstellung auf
dungen im Vordergrund, was dort insbesondere Zeichnungen vermittelt, und es werden Hin-
durch die Einteilung in sechs Ausführungsformen weise zum Korrosionsschutz und zur Vorspan-
von geschraubten Verbindungen deutlich wird. nung gegeben.
In DIN EN 1993-1-8, die die DIN 18800 abgelöst
hat, werden scher- und zugbeanspruchte Verbin-
dungen mit Schrauben gleichrangig behandelt. 1.2.4 Kraftübertragung und Tragverhalten
Grundlage der folgenden Ausführungen ist die
DIN EN 1993-1-8 in Verbindung mit dem natio- Das Kapitel enthält Erläuterungen zur Be-
nalen Anhang für Deutschland. Darüber hinaus rechnung von Kräften in den Schrauben einer
werden die aktuellen Produktnormen für Schrau- Verbindung, zur Übertragung der Schnittgrößen
ben und die DIN EN 1090-2 herangezogen. und zum Tragverhalten einzelner Schrauben.
Dieses Merkblatt richtet sich an Studenten,
Ingenieure und Architekten. Es betrifft Stahl-
bauten im Sinne der DIN EN 1993 (Eurocode 3) 1.2.5 Bemessung nach DIN EN 1993-1-8
und gilt für die Bemessung und Konstruktion
tragender Bauteile aus Stahl. Für Bauteile mit Hier sind die wichtigsten Grundlagen für nor-
nicht vorwiegend ruhender Belastung sind zu- mengerechte Nachweise zusammengestellt. Das
sätzliche Regelungen zu beachten, ebenso wie Kapitel enthält Berechnungsformeln und Tabel-
zusätzliche Bestimmungen in den entsprechen- len mit den Bemessungswerten der Tragfähigkeit
den Teilen der DIN EN 1993 oder in den Vor- einzelner Schrauben nach DIN EN 1993-1-8.

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1.2.6 Bemessungsbeispiele Die Vorgehensweise bei der Bemessung


geschraubter Verbindungen wird mit dem in
Mithilfe von sechs Bemessungsbeispielen Abb. 1.1 dargestellten Trägerstoß erläutert. Der
wird die Durchführung der erforderlichen Nach- Träger besteht aus einem Walzprofil HEA500,
weise erläutert. d. h., er hat einen doppeltsymmetrischen Quer-
schnitt. Die rechts in der Abbildung angegebe-
nen Schnittgrößen wirken unmittelbar an der
1.3 Einführungsbeispiel Stoßstelle.
Zunächst sollte man – entsprechend den
Bei der konstruktiven Ausbildung und der o. g. Grundsätzen – die Teilschnittgrößen in den
Bemessung geschraubter Verbindungen sind Einzelteilen des Querschnitts infolge N, M und
die folgenden Grundsätze zu beachten: V ermitteln und dann festlegen, wie diese Teil-
– Stöße und Anschlüsse sollen gedrungen aus- schnittgrößen durch die Schrauben übertragen
gebildet werden. werden sollen.
– Es ist eine unmittelbare und symmetrische Beim klassischen Laschenstoß, siehe Abb.
Stoßdeckung anzustreben. 1.1 b, werden die Schrauben nur durch Scher-
– Versatzmomente sollten möglichst vermieden kräfte beansprucht, was unmittelbar anhand
werden. der Teilschnittgrößen erkennbar ist. Dies sind
– Die einzelnen Querschnittsteile sollen für sich in den Gurten die Normalkräfte infolge N und
angeschlossen oder gestoßen werden. M, die von den Gurten durch die Schrauben in
– Die Beanspruchung der Verbindung eines die Laschen und auf der anderen Seite des Sto-
Querschnittsteils soll aus den Schnittgrößen- ßes wieder in die Gurte übertragen werden.
anteilen dieses Querschnittsteils bestimmt Im Steg ergeben sich die Teilschnittgrößen Nw,
werden. Mw und Vw = V, die die Schrauben ebenfalls
durch Scherkräfte beanspruchen. Bei der Er-
mittlung der Kräfte in den Schrauben ist zu be-
achten, dass infolge V ein Versatzmoment auf-
tritt. Als prinzipielle Vorgehensweise können
die folgenden Grundsätze für die Nachweisfüh-
rung herangezogen werden:
1. Teilschnittgrößen in den Einzelteilen des Quer-
schnitts ermitteln.
2. Scherkräfte in den einzelnen Schrauben er-
mitteln (in der Regel die Maximalwerte).
3. Nachweise führen: Abscheren der Schrauben,
Lochleibung der Bleche, Beanspruchung des
Nettoquerschnitts (Lochabzug).

Bei dem in Abb. 1.1 c dargestellten Stirn-


plattenstoß wird der Obergurt infolge N und M
durch eine Drucknormalkraft beansprucht. Sie
kann unmittelbar durch die Stirnplatten und
Druckkontaktkräfte übertragen werden. Im
Untergurt ergibt sich infolge N und M eine Zug-
normalkraft, so dass die Schrauben im Bereich
des Untergurtes durch Zugkräfte beansprucht
werden. Die Tragfähigkeit des Stirnplattensto-
ßes wird in der Regel unter Verwendung des
„T-Stummel-Modells“ ermittelt (siehe Abschnitt
5.12). Aufgrund der Zugbeanspruchung in den
Schrauben wird der Stirnplattenstoß gemäß
DIN EN 1993-1-8 den Kategorien D oder E zu-
geordnet (siehe Abschnitt 1.4). Die Querkraft V
wird in der Regel den Schrauben im Bereich
des Obergurtes zugewiesen. Sie hat häufig eine
Abb. 1.1: Einführungsbeispiel Trägerstoß untergeordnete Bedeutung.

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Geschraubte Verbindungen im Stahlbau

Tabelle 1.1:
Kategorie Nachweiskriterium Anmerkungen Kategorien von
Scherverbindungen (scherbeanspruchte Schrauben) geschraubten Ver-
bindungen nach
Keine Vorspannung erforderlich. DIN EN 1993-1-8
A Fv,Ed ≤ Fv,Rd
Schrauben der Festigkeitsklassen 4.6 bis 10.9
Scher-/Lochleibungsverbindungen Fv,Ed ≤ Fb,Rd
dürfen verwendet werden.

B Fv,Ed,ser ≤ Fs,Rd,ser In der Regel sind hochfeste Schrauben


Gleitfeste Verbindungen im Grenz- Fv,Ed ≤ Fv,Rd der Festigkeitsklasse 8.8 oder 10.9 zu verwenden.
zustand der Gebrauchstauglichkeit Fv,Ed ≤ Fb,Rd Gleitwiderstand für die Gebrauchstauglichkeit.

C Fv,Ed ≤ Fs,Rd In der Regel sind hochfeste Schrauben der


Gleitfeste Verbindungen im Fv,Ed ≤ Fb,Rd Festigkeitsklasse 8.8 oder 10.9 zu verwenden.
Grenzzustand der Tragfähigkeit ΣFv,Ed ≤ Nnet,Rd Gleitwiderstand für die Tragfähigkeit.

Zugverbindungen (zugbeanspruchte Schrauben)

Keine Vorspannung erforderlich.


D Ft,Ed ≤ Ft,Rd
Schrauben der Festigkeitsklassen 4.6 bis 10.9 dürfen
Nicht vorgespannt Ft,Ed ≤ Bp,Rd
verwendet werden. Bp,Rd siehe Abschnitt 5.5.

In der Regel sind hochfeste Schrauben der


E Ft,Ed ≤ Ft,Rd
Festigkeitsklasse 8.8 oder 10.9 zu verwenden.
Vorgespannt Ft,Ed ≤ Bp,Rd
Bp,Rd siehe Abschnitt 5.5.

Fv,Rd Grenzabscherkraft pro Schraube


Fb,Rd Grenzlochleibungskraft pro Schraube
Fs,Rd,ser Grenzgleitwiderstand pro Schraube im Grenzzustand der Gebrauchstauglichkeit
Fs,Rd Grenzgleitwiderstand pro Schraube im Grenzzustand der Tragfähigkeit
Ft,Rd Grenzzugkraft pro Schraube

1.4 Kategorien nach DIN EN 1993-1-8 b) Kategorie B:


Gleitfeste Verbindungen im Grenz-
Geschraubte Verbindungen werden gemäß zustand der Gebrauchstauglichkeit
DIN EN 1993-1-8 in die Kategorien A bis E ein- Zu dieser Kategorie gehören hochfeste
geteilt. Die Kategorien beziehen sich auf die Bean- Schrauben, die kontrolliert vorgespannt werden.
spruchung der Schrauben (Abscheren oder Zug) Im Grenzzustand der Gebrauchstauglichkeit darf
und Varianten in der Ausführung (gleitfest, vor- in der Regel kein Gleiten auftreten. Der Be-
gespannt, handfest angezogen). Weitere Einzel- messungswert der einwirkenden Scherkraft im
heiten können Tabelle 1.1 entnommen werden. Grenzzustand der Gebrauchstauglichkeit darf in
der Regel den Bemessungswert des Gleitwider-
Geschraubte Verbindungen mit scherbe- standes nicht überschreiten. Der Bemessungs-
anspruchten Schrauben werden in der Regel wert der einwirkenden Abscherkraft im Grenz-
für die Bemessung in folgende Kategorien zustand der Tragfähigkeit darf in der Regel den
unterteilt: Bemessungswert der Schertragfähigkeit und des
Lochleibungswiderstandes nicht überschreiten.
a) Kategorie A:
Scher-/Lochleibungsverbindungen c) Kategorie C:
Zu dieser Kategorie gehören Schrauben der Gleitfeste Verbindungen im Grenz-
Festigkeitsklassen 4.6 bis 10.9. Vorspannung zustand der Tragfähigkeit
und besondere Oberflächenbehandlungen sind Zu dieser Kategorie gehören hochfeste
in der Regel nicht erforderlich. Der Bemessungs- Schrauben, die kontrolliert vorgespannt werden.
wert der einwirkenden Scherkraft darf weder Im Grenzzustand der Tragfähigkeit darf kein
den Bemessungswert der Schertragfähigkeit Gleiten auftreten. Der Bemessungswert der ein-
noch den Bemessungswert des Lochleibungs- wirkenden Scherkraft im Grenzzustand der Trag-
widerstandes überschreiten, siehe Abschnitt 5.4. fähigkeit darf den Bemessungswert des Gleit-

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widerstandes und des Lochleibungswiderstandes A Schaftquerschnitt


nicht überschreiten. Zusätzlich darf bei Zugver- As Spannungsquerschnitt
bindungen der Bemessungswert des plastischen b Gewindelänge
Widerstands des Nettoquerschnitts im kriti- s Schlüsselweite
schen Schnitt durch die Schraubenlöcher Nnet,Rd e Eckenmaß
(siehe DIN EN 1993-1-1, 6.2) nicht überschritten k Kopfhöhe
werden. m Mutternhöhe
Für die Baupraxis hat die Kategorie A die h Scheibendicke
mit Abstand größte Bedeutung. Gleitfeste Ver- P Steigung
bindungen nach den Kategorien B und C kom- ℓ Schraubenlänge (ohne Kopf)
men nur selten zum Einsatz, weil sie eine Be-
handlung der Reibflächen zur Sicherstellung Allgemeine Bezeichnungen
der Reibung erfordern. Bezüglich des Tragver- M Biegemoment
haltens bieten sie bei ermüdungsbeanspruchten N Normalkraft
Verbindungen, d. h. bei häufig veränderlichen V Querkraft
Beanspruchungen, Vorteile. A Querschnittsfläche (brutto)
Bei geschraubten Verbindungen mit zug- Anet Querschnittsfläche (netto)
beanspruchten Schrauben werden in der Regel Fv Abscherkraft pro Schraube
für die Bemessung folgende Kategorien unter- Fb Lochleibungskraft pro Schraube
schieden: Ft Zugkraft pro Schraube
t Blechdicke
a) Kategorie D: ∑ t Klemmlänge
Nicht vorgespannt ts Paketdicke der verbundenen Bleche ohne
Zu dieser Kategorie gehören Schrauben der Scheiben
Festigkeitsklassen 4.6 bis 10.9. Vorspannung ist n Bedeutung 1: Anzahl der Schrauben in einer
nicht erforderlich. Diese Kategorie darf bei Ver- Verbindung
bindungen, die häufig veränderlichen Zugbean- Bedeutung 2: Abstand der Schraubenreihe
spruchungen ausgesetzt sind, nicht verwendet zum Angriffspunkt der Abstützkräfte
werden. Der Einsatz in Verbindungen, die durch (T-Stummel-Modell)
normale Windlasten beansprucht werden, ist m Bedeutung 1: Anzahl der Scherfugen
dagegen erlaubt. (Schnittigkeit)
Bedeutung 2: Abstand der Schraubenreihe
b) Kategorie E: zum gezogenen Blech (T-Stummel-Modell)
Vorgespannt e Abstand von der Schraubenreihe bis zum
Zu dieser Kategorie gehören hochfeste vor- Rand (T-Stummel-Modell)
gespannte Schrauben der Festigkeitsklasse 8.8 p Abstand der Schrauben untereinander
oder 10.9, die kontrolliert vorgespannt werden. gM0 Teilsicherheitsbeiwert für die Beanspruch-
In Tabelle 1.1 sind die Nachweiskriterien für barkeit von Querschnitten
diese Verbindungskategorien zusammengefasst. gM1 Teilsicherheitsbeiwert für die Beanspruch-
Vereinzelt werden Schrauben in Verbindun- barkeit von Bauteilen bei Stabilitätsversagen
gen durch hohe Scher- und hohe Zugkräfte be- gM2 Teilsicherheitsbeiwert für die Beanspruch-
ansprucht, so dass dann auch die Kombination barkeit von Querschnitten bei Bruchver-
nachzuweisen ist. Einzelheiten zur Kraftüber- sagen infolge Zugbeanspruchung
tragung und zum Tragverhalten werden in gF Teilsicherheitsbeiwert für Einwirkungen
Kapitel 4 vermittelt, Einzelheiten zur Bemessung m Reibungszahl
nach DIN EN 1993-1-8 in Kapitel 5. σ Normalspannung
t Schubspannung
fu Zugfestigkeit
1.5 Bezeichnungen fy Streckgrenze

Schrauben, Muttern und Scheiben Indizes


d Schraubendurchmesser f Flansch (engl.: flange)
d1 Kerndurchmesser w Steg (engl.: web)
d2 Flankendurchmesser Ed Bemessungswert der Einwirkung
d0 Lochdurchmesser Rd Bemessungswert der Beanspruchbarkeit
Dd Lochspiel

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Geschraubte Verbindungen im Stahlbau

2 Schrauben, Muttern und Scheiben In Klammern ist jeweils das Ausgabedatum


der zurzeit aktuellen Norm angegeben (z. B.
2.1 Normen 2011-10).
Darüber hinaus ist für die Ausführung von
Die DIN EN 1993-1-8 umfasst die folgenden Stahlbauten und somit auch für geschraubte Ver-
Bezugsnormen hinsichtlich der Schrauben, Mut- bindungen von Bedeutung:
tern und Unterlegscheiben: • DIN EN 1090-2: Ausführung von Stahltrag-
• DIN EN 14399: Hochfeste planmäßig vor- werken und Aluminiumtragwerken – Teil 2:
spannbare Schraubenverbindungen für den Technische Regeln für die Ausführung von
Metallbau Stahltragwerken (2011-10)
– Teil 1: Allgemeine Anforderungen
(2006-06) In der Ausführungsnorm DIN EN 1090-2
– Teil 2: Prüfung der Eignung zum wird ergänzend auf die folgenden Normen ver-
Vorspannen (2006-06) wiesen, die geschraubte Verbindungen betreffen:
– Teil 3: System HR – Garnituren aus Sechs- • DIN EN 14399: Hochfeste planmäßig vor-
kantschrauben und -muttern (2006-06) spannbare Schraubenverbindungen für den
– Teil 4: System HV – Garnituren aus Sechs- Metallbau
kantschrauben und -muttern (2006-06) – Teil 7: System HR – Garnituren aus Senk-
– Teil 5: Flache Scheiben (2006-06) schrauben und Muttern (2008-03)
– Teil 6: Flache Scheiben mit Fase (2006-06) – Teil 8: System HV – Garnituren aus Sechs-
• DIN EN 20898-2: Mechanische Eigenschaften kant-Passschrauben und Muttern (2008-03)
von Verbindungselementen – Teil 2: Muttern – Teil 9: System HR oder HV – Direkte Kraft-
mit festgelegten Prüfkräften; Regelgewinde anzeiger für Garnituren aus Schrauben und
(1994-02) Muttern (2009-07)
• DIN EN ISO 898-1: Mechanische Eigenschaf- – Teil 10: System HRC – Garnituren aus
ten von Verbindungselementen aus Kohlen- Schrauben und Muttern mit kalibrierter
stoffstahl und legiertem Stahl – Teil 1: Schrau- Vorspannung (2009-07)
ben mit festgelegten Festigkeitsklassen – Regel- • DIN EN 15048: Garnituren für nicht planmäßig
gewinde und Feingewinde (2009-08) vorgespannte Schraubenverbindungen für den
• DIN EN ISO 4014: Sechskantschrauben mit Metallbau
Schaft – Produktklassen A und B (2011-06) – Teil 1: Allgemeine Anforderungen (2007-07)
• DIN EN ISO 4016: Sechskantschrauben mit – Teil 2: Eignungsprüfung (2007-07)
Schaft – Produktklasse C (2011-06)
• DIN EN ISO 4017: Sechskantschrauben mit Die aufgeführten, übergeordneten Regel-
Gewinde bis Kopf – Produktklassen A und B werke DIN EN 14399-1 und DIN EN 15048-1
(2011-07) sind in der Bauregelliste B enthalten, so dass
• DIN EN ISO 4018: Sechskantschrauben mit auch nationale Produkte nach DIN-Normen,
Gewinde bis Kopf – Produktklasse C (2011-07) die den Konformitätsnachweis dieser Normen
• DIN EN ISO 4032: Sechskantmuttern, Typ 1 – erfüllen, in Deutschland gehandelt werden dür-
Produktklassen A und B (2012-05) fen und die CE-Kennzeichnung tragen.
• DIN EN ISO 4033: Sechskantmuttern, Typ 2 –
Produktklassen A und B (2012-05)
• DIN EN ISO 4034: Sechskantmuttern – Pro- 2.2 Schraubenformen und -arten
duktklasse C (2012-06)
• DIN EN ISO 7089: Flache Scheiben – Normale 2.2.1 Beschreibung einer
Reihe, Produktklasse A (2000-11) geschraubten Verbindung
• DIN EN ISO 7090: Flache Scheiben mit Fase –
Normale Reihe, Produktklasse A (2000-11) Eine Schraube besteht aus dem Kopf und
• DIN EN ISO 7091: Flache Scheiben – Normale dem Schaft, siehe Abb. 2.1. Der Schaft hat be-
Reihe, Produktklasse C (2000-11) reichsweise oder über die gesamte Länge ein
Gewinde. Bei den im Stahlbau üblichen Schrau-
ben werden in der Regel Schrauben mit glattem
Schaft und Gewinde verwendet (siehe Abb. 2.1,
oben).

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Merkblatt 322

spannte, auf Zug beanspruchte Schrauben ge-


mäß Abschnitt 3.3.2 haben gegenüber nicht vor-
gespannten Verbindungen, siehe Abschnitt 3.3.1,
Vorteile im Hinblick auf den Korrosionsschutz
und die Ermüdung. Auf den Begriff planmäßig
wird im Folgenden bei vorgespannten Verbin-
dungen verzichtet.
Gemäß den übergeordneten Schrauben-
normen DIN EN 14399-1 und DIN EN 15048-1
soll die gesamte Schraubengarnitur von einem
Hersteller geliefert werden. Er ist für die Funk-
tionsfähigkeit der Garnitur verantwortlich. Das
Gleiche gilt für den Oberflächenüberzug der
Garnituren, siehe Abschnitt 3.2. Der Grund hier-
für liegt darin, dass die Schrauben sehr empfind-
lich auf Unterschiede in der Herstellung und
Schmierung reagieren.
Abb. 2.1: Schrauben

Die Mutter wird auf das Gewinde der Schrau-


be aufgeschraubt. Es gibt aber auch die Möglich-
keit, ein Gewinde in ein Bauteil einzuschneiden,
wobei das Bauteil dann die Funktion der Mutter
übernimmt.
Zwischen den zu verbindenden Blechteilen
und dem Schraubenkopf bzw. der Mutter wer-
den Unterlegscheiben (nachfolgend als Scheiben
bezeichnet) angeordnet. In der Regel befinden
sich diese unter dem Teil, das beim Anziehen
gedreht wird. Bei hochfesten planmäßig vorge-
spannten Schrauben der Festigkeitsklasse 10.9
sind sowohl unter dem Schraubenkopf als auch
unter der Mutter Scheiben anzuordnen. Sie die-
nen zu einer gleichmäßigeren Krafteinleitung
und schützen durch Fasen den Übergang des
Schraubenkopfes in den Schaft vor einer Kerb- Abb. 2.2: Schraubengarnitur mit Klemmpaket-
wirkung. Bezeichnungen
Insgesamt werden die Schrauben zusam-
men mit den Muttern und den zugehörigen Schei-
ben als Schraubengarnitur bezeichnet, siehe 2.2.2 Gewinde
Abb. 2.2.
Während nach den alten, deutschen Rege- Die im Stahlbau verwendeten Schrauben
lungen die Klemmlänge als Summe der als und Muttern haben ein metrisches Gewinde
Klemmpaket verbundenen Bleche definiert war nach DIN ISO 724. Die Gewindetoleranzen sind
(jetzt Klemmpaketdicke ts), wird nach den euro- in DIN ISO 965-1 geregelt. Die Schrauben und
päischen Regelungen die Klemmlänge als Muttern werden mit dem Buchstaben M bezeich-
Länge zwischen Schraubenkopf und Mutter net. M16 bedeutet: Schraube oder Mutter mit
definiert, siehe Abb. 2.2. Die Klemmlänge ist metrischem Gewinde und Nenndurchmesser
daher gleich der Dicke des Klemmpakets ein- d = 16 mm. In Abb. 2.3 ist ein typisches Regel-
schließlich der Dicke der Scheiben. gewinde mit den wichtigsten Abmessungen
Gemäß DIN EN 1993-1-1 wird zwischen dargestellt. Folgende Bezeichnungen sind nach
planmäßig vorgespannten und planmäßig DIN ISO 724 am Außengewinde zu unterschei-
nicht vorgespannten Schraubenverbindun- den:
gen unterschieden. Vorgespannte Verbindun- d: Außendurchmesser (Nenndurchmesser)
gen bestehen in der Regel aus planmäßig vor- d2: Flankendurchmesser
spannbaren Schraubengarnituren. Vorge- d1: Kerndurchmesser

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Geschraubte Verbindungen im Stahlbau

Nähere Informationen hierzu sind in DIN EN


15048-1 und bezüglich des Eignungsnachweises
in DIN EN 15048-2 enthalten. Aus diesem Grund
können Schraubengarnituren nach den europä-
ischen Normen, siehe Abschnitt 2.1, und auch
nach den deutschen Produktnormen verwendet
werden. Schrauben nach den deutschen Pro-
duktnormen haben kürzere Gewinde. Damit
kann leichter erreicht werden, dass der glatte
Teil des Schaftes in der Scherfuge liegt, so dass
eine höhere Schertragfähigkeit ausgenutzt wer-
den kann (siehe Abschnitt 5.4). Nachteilig ist,
dass eine genaue Planung der Schraubenlängen
erforderlich ist. Die Produktklasse hängt im
Wesentlichen von der Festigkeitsklasse und dem
Schraubendurchmesser ab. Diese Angaben für
Stahlbauschrauben können Tabelle 2.1 entnom-
Abb. 2.3: Metrisches Regelgewinde nach DIN ISO 724 men werden. Bemerkenswert ist, dass neben den
Schrauben mit glattem Schaft auch die Schrau-
ben mit Gewinde bis zum Kopf verwendet wer-
Der Flankenwinkel ist für alle Durchmesser den können. Die Angaben hierzu finden sich
konstant. Die Maße P und H sind von d abhän- ebenfalls in Tabelle 2.1.
gig. Das ISO-Regelgewinde hat beispielsweise Hochfeste Schraubengarnituren, die den
für d = 12 mm (Schraube M12) die Steigung Anforderungen in DIN EN 14399-1 genügen,
P = 1,75 mm und bei M30 ist P = 3,5 mm. Außer dürfen als vorgespannte Schraubenverbin-
dem Regelgewinde gibt es noch Feingewinde, dungen (Kategorien B, C und E), aber auch als
die hier nicht behandelt werden, da sie im Stahl- nicht vorgespannte Schraubenverbindungen
bau keine Rolle spielen. (Kategorien A und D) verwendet werden. Für
den Nachweis der CE-Konformität ist neben der
Erstprüfung und der werkseigenen Kontrolle
2.2.3 Schraubenköpfe und -schäfte auch der Nachweis der Funktionseigenschaften
gemäß DIN EN 14399-2 vorgeschrieben. Nach
Im Allgemeinen werden Schrauben mit DIN EN 14399 werden vorspannbare Schrauben
Sechskantköpfen und Sechskantmuttern in HV-Schrauben (mit kurzem Gewinde) und HR-
verwendet. Das wichtigste Maß ist der Durch- Schrauben (mit mittellangem Gewinde) unter-
messer der Schraube, da die Tragfähigkeiten schieden. Vorspannbare Schraubengarnituren
von der Querschnittsfläche und somit vom
Durchmesser abhängen. Die übrigen Maße wie
Produktnorm Gewindelänge Produkt- Festig-
z.B. die Schlüsselweite s und die Gewindelänge b
b klasse keits-
sind vom Durchmesser des Schraubenschaftes d
klasse
abhängig.
Schraubengarnituren, die für nicht vorge- DIN 7990 4.6, 5.6
Kurz
spannte Schraubenverbindungen (Kategorien C
DIN 7968 1) ≈ (1,4 bis 1,6) · d 5.6
A und D gemäß Tabelle 1.1) geeignet sind, wer-
den in der übergeordneten DIN EN 15048-1
≤ M24: A 5.6, 8.8,
geregelt. Darüber hinaus werden die Schrauben DIN EN ISO 4014 Mittellang > M24: B 10.9
in Produktklassen eingeordnet. ≈ (2,2 bis 2,5) · d
Für nicht vorgespannte Schraubengarnituren DIN EN ISO 4016 C 4.6
können sämtliche Produktnormen herangezogen
≤ M24: A 5.6, 8.8,
werden, wenn sie den Konformitätsnachweis DIN EN ISO 4017 Lang > M24: B 10.9
nach DIN EN 15048-1 erfüllen. Dafür muss die ≈ℓ
Übereinstimmung der Komponenten und Gar- DIN EN ISO 4018 C 4.6
nituren mit den dort angegebenen Anforderun- 1) Passschraube mit ds = d + 1 mm.
gen nachgewiesen werden. Diese umfassen eine
Erstprüfung und die werkseigene Produktions-
kontrolle durch den Hersteller, einschließlich Tabelle 2.1: Schrauben für
der Beurteilung des Produktes. nicht vorspannbare Schraubenverbindungen

9
322 Geschraubte Verb 110712_D 322 12.07.12 09:30 Seite 10

Merkblatt 322

2.2.4 Muttern und Scheiben


Produktnorm Bez. Gewindelänge Produkt- Festig-
b klasse keits-
Genauso wie die Schrauben sind auch die
klasse
Muttern sowie die Scheiben in Produktnormen
Mittellang geregelt. Auch hierbei ist die Unterscheidung
DIN EN 14399-3 HR B 8.8, 10.9
≈ (2,2 – 3,3) · d zwischen Muttern und Scheiben für vorspann-
bare und nicht vorgespannte Schraubengarni-
Kurz
DIN EN 14399-4 HV B 10.9 turen zu beachten. In Tabelle 2.3 sind Produkt-
≈ (1,4 – 1,9) · d
normen für Muttern und in Tabelle 2.4 für Schei-
Kurz ben zusammengestellt. Wie bei den Schrauben
DIN EN 14399-81) HV B 10.9
≈ (1,4 – 1,9) · d sind die Schlüsselweiten der Muttern bei nicht
1)
vorgespannten Verbindungen ca. 1,5 bis 1,6 · d.
Passschraube mit ds = d + 1 mm.
Bei vorspannbaren Schraubengarnituren sind die
Muttern wie die Schraubenköpfe eine Schlüssel-
Tabelle 2.2: Schrauben für weite größer als bei nicht vorspannbaren Garni-
vorspannbare Schraubenverbindungen turen (siehe Tabelle 2.6).
Bei den Scheiben wird zwischen Scheiben
Abb. 2.4: mit und ohne Fasen unterschieden. Während
Verbindung mit es für die Scheiben unter den Muttern und bei
einer Senk- nicht vorspannbaren Schraubengarnituren auch
schraube unter dem Kopf keine Rolle spielt, ob Scheiben
mit oder ohne Fase verwendet werden, dürfen
unter den Schraubenköpfen bei vorspannbaren
Schrauben nur die mit Fase verwendet werden.
Die Fasen sind innen und außen vorhanden und
sind beim Einbau dem Schraubenkopf bzw. der
Mutter zugewandt. Dadurch wird der Übergang
vom Schraubenkopf zum Schaft vor einer Kerbe
haben eine größere Schlüsselweite als nicht vor- geschützt. Die außenliegende Fase ermöglicht
spannbare Schraubengarnituren. Schrauben mit die Kontrolle des richtigen Einbaus von außen.
geringerer Festigkeitsklasse (4.6 und 5.6) dürfen Auf der anderen Seite liegt die Scheibe vollflächig
grundsätzlich nur handfest angezogen, aber auf und gewährleistet eine konstante Kraftüber-
planmäßig nicht vorgespannt werden. Nähere tragung.
Angaben enthalten die Tabellen 2.2 und 2.6.
Die HR-Schraube unterscheidet sich von
der HV-Schraube durch ihr längeres Gewinde. 2.3 Schraubenbezeichnung und
Außerdem weisen die Muttern vom Typ HR eine -kennzeichnung
größere Höhe auf. Ansonsten sind die Abmes-
sungen nahezu identisch. Begründet werden Alle Schrauben und Muttern für geschraubte
die Unterschiede damit, dass sich bei einer Verbindungen müssen ein Herstellerkennzeichen
HV-Garnitur das Verformungsvermögen durch und die Kennzeichnung der Festigkeitsklasse
Abstreifen der Mutter einstellen soll. Demgegen- bzw. des Schraubentyps enthalten, so dass die
über soll bei einer HR-Garnitur die Schraube ihr Gefahr einer Verwechselung minimiert wird und
Dehnungsvermögen durch plastische Verlänge- eine spätere Kontrolle der Verbindungsmittel
rung der Schraube erreichen. möglich ist. In Abb. 2.5 sind beispielhaft die
Passschrauben nach DIN 7968 (nicht vor- Herstellerangaben auf Scheiben für vorspann-
gespannt) und DIN EN 14399-8 (vorspannbar) bare Schraubengarnituren, auf Schraubenköpfen
werden nach DIN EN 1993-1-8 im Wesentlichen und Muttern dargestellt.
wie normale Schrauben bemessen und daher Die Kennzeichnung der Festigkeitsklasse
hier nicht gesondert behandelt. für Schrauben erfolgt durch zwei Zahlen, z. B.
Neben den Sechskantschrauben gibt es im 4.6. Die beiden Zahlen werden durch einen
Stahlbau unter anderem die Senkschrauben nach Punkt getrennt; der Punkt wird mitgelesen: „vier
DIN 7969 bzw. DIN EN 14399-7 (siehe Abb. 2.4) Punkt sechs“.
und HRC-Schrauben nach DIN EN 14399-10. Für den Stahlhochbau kommen in Deutsch-
Aufgrund ihrer eher untergeordneten Bedeutung land gemäß nationalem Anhang zur DIN EN
werden sie hier nur der Vollständigkeit halber 1993-1-8 nur Schrauben der Festigkeitsklassen
erwähnt. 4.6, 5.6, 8.8 und 10.9 in Frage. Für die Muttern

10
322 Geschraubte Verb 110712_D 322 12.07.12 09:30 Seite 11

Geschraubte Verbindungen im Stahlbau

Produkt- Muttern- Produkt- Festig- Produkt- Geo- Pro- Min. Fasen


norm höhe klasse keits- norm metrie dukt- Härte
klasse klasse
DIN EN ISO ≤ M16: A (6), 8, DIN 7989-1 C
Nicht vorspannbar

4032 > M16: B 10 Typ 1 100 HV Ohne


Mittel DIN 7989-2 A
m ≈ 0,9 · d

Nicht vorspannbar
DIN EN ISO
C 4, 5 DIN EN ISO 200
4034 Ohne
7089 oder
A
DIN EN ISO Groß ≤ M16: A 300
(9), 12 DIN EN ISO
4033 m≈d > M16: B Typ 2 HV Außen
7090
DIN EN
Mittel DIN EN ISO
14399-3 B 8, 10 C 100 HV Ohne
Vorspannbar

m ≈ 0,9 · d 7091
(„HR“)
DIN EN
Vorspannbar

DIN EN Ohne
Kurz 14399-5
14399-4 B 10 Typ 3 A 300 HV
m ≈ 0,8 · d
(„HV“) DIN EN Innen und
14399-6 außen
( ) – keine Vorzugsvariante
Typ 1: Dicke: h = 8 mm (dick)
Außen-∅: da ≈ e + (3 bis 5 mm)
Tabelle 2.3: Muttern für nicht vorspannbare und
Typ 2: Dicke: h ≈ 2,5 bis 5 mm (dünn)
vorspannbare geschraubte Verbindungen
Außen-∅: da ≈ e + (3 bis 5 mm)
Typ 3: Dicke: h ≈ 3 bis 6 mm (mittel)
Außen-∅: da ≈ e

Tabelle 2.4: Scheiben für nicht vorspannbare und


vorspannbare Verbindungen

und Scheiben gelten die entsprechenden Festig- Zusätzlich zur Festigkeitsklasse ist die Ver-
keits- und Härteklassen (siehe Tabelle 2.5). Die wendungsart der Schraubengarnitur durch ein
Bedeutung der Festigkeitsklassen für die Trag- Kurzzeichen anzugeben. Schrauben für nicht
fähigkeit und die zugehörigen Werte werden in vorspannbare Verbindungen werden mit „SB“
den Kapiteln 4 und 5 behandelt. Darüber hin- (Structural Bolting) gekennzeichnet. Bei vor-
aus muss bei Schrauben, Muttern und Scheiben spannbaren Verbindungen tragen Schrau-
durch eine CE-Kennzeichnung auf dem Etikett ben, Muttern und Scheiben die Bezeichnung
der Verpackung bestätigt werden, dass sie den „H“. Dazu kommt die Angabe des Systems, so
Anforderungen der Produktnorm entsprechen. dass die vollständige Bezeichnung „HV“ oder
Durch eine werkseigene Produktionskontrolle „HR“ zu finden ist. Die Kennzeichnung bei
des Herstellers sind die geforderten Grenzbedin- Scheiben befindet sich auf der der Fase gegen-
gungen im Zugversuch an einer kompletten überliegenden Seite, damit keine Beeinträchti-
Garnitur nach DIN EN 15048-2 oder im Anzieh- gung des Vorspannvorgangs entsteht. Scheiben
versuch nach DIN EN 14399-2 nachzuweisen. in nicht vorspannbaren Verbindungen brauchen
nicht gekennzeichnet zu werden.
Die folgende Angabe zeigt beispielhaft die
vollständige Bezeichnung einer Schraubengar-
nitur, bestehend aus Schraube und Mutter:
Garnitur Schraube/Mutter
DIN EN 14399-4 – M16 x 80 – 10.9/10 – HV – tZn
Es handelt sich um eine vorspannbare
Schraubengarnitur mit d = 16 mm in der Festig-
keitsklasse 10.9 vom Typ HV. Die zusätzliche
Bezeichnung tZn weist auf eine Feuerverzinkung
Abb. 2.5: Kennzeichnung von Schrauben der Garnitur hin, siehe Abschnitt 3.2.

11
322 Geschraubte Verb 110712_D 322 12.07.12 09:30 Seite 12

Merkblatt 322

2.5 Abmessungen und Maße


Kategorie Schrauben – Muttern – Flache Scheiben –
gemäß FK gemäß FK gemäß HK gemäß
In diesem Abschnitt sind Abmessungen von
DIN EN 1993-1-81) DIN EN ISO 898-1 DIN EN ISO 898-2 Produktnorm [HV]
Schrauben, Muttern und Scheiben sowie die
A, D 4.6 > M16: 43) Klemmlängen für die in der Regel verwendeten
≤ M16 : 53) 100 Stahlbauschrauben zusammengestellt.
Schrauben, die größer als M36 sind, werden
A, D 5.6 53)
in der DASt-Richtlinie 021 „Schraubenverbin-
100 dungen aus feuerverzinkten Garnituren M39 bis
A, D 200 M64 entsprechend DIN 6914, DIN 6915, DIN
8.8 8 300 6916“ geregelt. Die Richtlinie ist in der Bau-
regelliste A enthalten und ist bauaufsichtlich
A–E 2) 3004)
eingeführt. Der Übereinstimmungsnachweis
A–E 2) 10.9 10 3004) wird anhand des Ü-Zeichens bestätigt. Da sie
sich auf die deutschen Produktnormen bezieht,
1) Grundsätzlich ist vorwiegend ruhende Zugbeanspruchung zulässig. ist zu überprüfen, ob sie auch in Verbindung
2) Zusätzlich auch für nicht vorwiegend ruhende Zugbeanspruchung zulässig. mit den europäischen Bemessungsnormen an-
3) Auch Muttern der Festigkeitsklasse 8 sind zulässig.
gewendet werden darf.
4) Zusätzlich gekennzeichnet mit dem Herstellerkennzeichen an der Fase
Bei Passschrauben ist zu beachten, dass der
gegenüberliegenden Seite. Nenndurchmesser gleich dem Gewindedurch-
messer ist. Der Schaftdurchmesser ist einen Milli-
meter größer als der Nenndurchmesser (siehe
Tabelle 2.5: Schraubengarnituren nach DIN EN 15048 und Tabelle 2.6).
DIN EN 14399 in Abhängigkeit von der Kategorie Da in Deutschland zu einem sehr großen
Anteil die hochfesten vorspannbaren Schrau-
ben vom Typ HV verwendet werden, sind in
Tabelle 2.7 die Klemmlängen für vorspannbare
2.4 Zusammenstellung Schraubengarnituren nach DIN EN 14399-4 bzw.
der Schraubengarnituren 14399-8 zusammengestellt.
Für ein einwandfreies Funktionieren der
Entsprechend den Regelungen in den Pro- vorspannbaren geschraubten Verbindungen müs-
duktnormen wurden in Abschnitt 2.2 Schrauben, sen die Klemmlängen ∑ t folgende Bedingung
Muttern und Scheiben vorgestellt. Dabei fällt erfüllen:
auf, dass es unterschiedliche Bezeichnungen
(lg max + 2 · P) < ∑ t < (lmin – P – mmax )
bei den Festigkeitsklassen gibt. Für Scheiben
wird statt einer Festigkeitsklasse (FK) eine Härte- Darin ist P die Steigungshöhe und mmax
klasse (HK) angegeben. Die Festigkeiten und die maximale Mutternhöhe nach Tabelle 2.6.
Härten beziehen sich auf DIN ISO 898-1 für Die in Tabelle 2.7 aufgeführten Klemmlängen
Schrauben, auf DIN ISO 898-2 für Muttern so- ∑ tmin und ∑ tmax liegen in diesem Bereich.
wie auf die Produktnormen der Scheiben. In Die Werte für ∑ tmax werden unter der Be-
Tabelle 2.5 sind die Festigkeitsklassen so dingung festgelegt, dass im nicht vorgespannten
zusammengestellt, dass die Schraubengarnitu- Zustand das Schraubengewinde mindestens eine
ren den Forderungen nach DIN EN 1993-1-8 Steigungshöhe hinausragt.
entsprechen, siehe auch DIN EN 15048-1 und In Tabelle 2.8 sind darüber hinaus die mög-
DIN EN 14399. lichen Paketdicken ts unter Berücksichtigung
Bei der Konstruktion von vorwiegend nicht von Scheiben unter Schraubenkopf und Mutter
ruhenden Konstruktionen sind in der Regel zusammengestellt.
vorgespannte Schraubenverbindungen oder
bei reiner Scherbeanspruchung auch Passschrau-
ben zu verwenden. Die wesentlichen Vorteile
der Vorspannung liegen in der Sicherung gegen
Lockern und in der Reduzierung des Spannungs-
spiels in der geschraubten Verbindung, so dass
sie bezüglich der Ermüdung Vorteile aufweisen.

12
322 Geschraubte Verb 110712_D 322 12.07.12 09:30 Seite 13

Geschraubte Verbindungen im Stahlbau

Bezeichnungen M12 M16 M20 M24 M27 M30 M36


Gewinde(nenn)durchmesser in mm d 12 16 20 24 27 30 36
Schaftdurchmesser der Schrauben in mm d 12 16 20 24 27 30 36
Lochdurchmesser bei normalen runden Löchern d0 13 18 22 26 30 33 39
Schaftdurchmesser von Passschrauben in mm d 13 17 21 25 28 31 37
Schaftquerschnitt der Schrauben in mm2 A 113 201 314 452 573 707 1018
Schaftquerschnitt von Passschrauben in mm2 A 133 227 346 491 616 755 1075
Spannungsquerschnitt für normale Schrauben
As 84,3 157 245 353 459 561 817
und Passschrauben in mm2
Steigungshöhe in mm P 1,75 2 2,5 3 3 3,5 4
Schrauben für nicht vorspannbare Garnituren nach DIN EN ISO 4014, DIN EN ISO 4016, DIN EN ISO 4017, DIN EN ISO 4018 sowie DIN 7990
Schlüsselweite in mm s 18 24 30 36 41 46 55
Maß über Eck in mm e 19,85 26,17 32,95 39,55 45,2 50,85 60,79
Kopfhöhe in mm k 7,5 10 12,5 15 17 18,7 22,5
Gewindelänge in mm nach DIN 7990 b 17,75 21 23,5 26 29 30,5 –
Gewindelänge in mm nach Länge ≤ 125 mm b 30 38 46 54 60 66 –
DIN EN ISO 4014 und 125 mm < Länge ≤ 200 b 36 44 52 60 66 72 84
DIN EN ISO 4016 Länge > 200 mm b 49 57 65 73 79 85 97
Gewindelänge in mm nach DIN EN ISO 4017
b Gewinde geht bis zum Kopf
und DIN EN ISO 4018
Muttern für nicht vorspannbare Garnituren nach DIN EN ISO 4032, DIN EN ISO 4033, DIN EN ISO 4034
Schlüsselweite in mm s 18 24 30 36 41 46 55
Mutterhöhe m in mm
min./max. 10,37/10,8 14,1/14,8 16,9/18 20,2/21,5 22,5/23,8 24,3/25,6 29,4/31,0
außer nach DIN EN ISO 4033
Mutterhöhe m in mm nach DIN EN ISO 4033 min./max. 11,57/12,0 15,7/16,4 19,0/20,3 22,6/23,9 – 27,3/28,6 33,1/34,7
Scheiben für nicht vorspannbare Garnituren nach DIN EN ISO 7089, DIN EN ISO 7090 und DIN EN ISO 7091 sowie nach DIN 7989
Lochdurchmesser der Scheibe in mm,
d1 13 17 21 25 28 31 37
außer nach DIN EN ISO 7091
Lochdurchmesser der Scheibe in mm
d1 13,5 17,5 22 26 30 33 39
nach DIN EN ISO 7091
Scheibendurchmesser in mm d2 24 30 37 44 50 56 66
Scheibendicke nach DIN EN ISO 7089,
h 2,5 3 3 4 4 4 5
DIN EN ISO 7090 und DIN EN ISO 7091 in mm
Scheibendicke nach DIN 7989-1 und DIN 7989-2 in mm h 8
Schrauben für vorspannbare Garnituren nach DIN EN 14399-4 bzw. -8 (Typ HV) und DIN EN 14399-3 (Typ HR)
Schlüsselweite in mm s 22 27 32 41 46 50 60
Maß über Eck in mm e 23,91 29,56 35,03 45,2 50,85 55,37 66,44
Kopfhöhe in mm nach DIN EN 14399-4 (Typ HV) k 8 10 13 15 17 19 23
Gewindelänge in mm nach DIN EN 14399-4 (Typ HV) b 23 28 33 39 41 44 52
Kopfhöhe in mm nach DIN EN 14399-3 (Typ HR) k 7,5 10 12,5 15 17 18,7 22,5
Länge ≤ 125 mm b 30 38 46 54 60 66 78
Gewindelänge in mm nach
125 mm < Länge ≤ 200 b – 44 52 60 66 72 84
DIN EN 14399-3 (Typ HR)
Länge > 200 mm b – – 65 73 79 85 97
Muttern für vorspannbare Garnituren nach DIN EN 14399-4 (Typ HV) und DIN EN 14399-3 (Typ HR)
Schlüsselweite in mm s 22 27 32 41 46 50 60
Mutterhöhe m in mm nach min./max.
9,64/10 12,3/13 14,9/16 18,7/20 20,7/22 22,7/24 27,7/29
DIN EN 14399-4 (Typ HV) = nom.
Mutterhöhe m in mm nach
min./max. 10,37/10,8 14,1/14,8 16,9/18 20,2/21,5 22,5/23,8 24,3/25,6 29,4/31
DIN EN 14399-3 (Typ HR)
Scheiben für vorspannbare Garnituren nach DIN EN 14399-5 (ohne Fasen) und DIN EN 14399-6 (mit Fasen)
Lochdurchmesser der Scheibe in mm d1 13 17 21 25 28 31 37
Scheibendurchmesser in mm d2 24 30 37 44 50 56 66
Dicke der Scheibe in mm h 3 4 4 4 5 5 6

Tabelle 2.6: Abmessungen von Schrauben, Muttern und Scheiben gemäß den Produktnormen

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322 Geschraubte Verb 110712_D 322 12.07.12 09:30 Seite 14

Merkblatt 322

Schraube M12 M16 M20 M24 M27 M30 M36


Länge Klemmlängen Σ tmin und Σ tmax

30 – – – – – – –
35 16–211) – – – – – –
40 21–261) 17–221) – – – – –
45 26–311) 22–271) 18–231) – – – –
50 31–36 27–321) 23–281) – – – –
55 36–41 32–371) 28–331) – – – –
60 41–46 37–421) 33–381) 29–341) – – –
65 46–51 42–47 38–431) 34–391) – – –
70 51–56 47–52 43–481) 39–441) 36–411) – –
75 56–61 52–57 48–53 44–491) 41–461) 39–441) –
80 61–66 57–62 53–58 49–541) 46–511) 44–491) –
85 66–71 62–67 58–63 54–591) 51–561) 49–541) 43–481)
90 71–76 67–72 63–68 59–64 56–611) 54–591) 48–531)
95 76–81 72–77 68–73 64–69 61–66 59–641) 53–581)
100 – 77–82 73–78 69–74 66–71 64–691) 58–631)
105 – 82–87 78–83 74–79 71–76 69–74 63–681)
110 – 87–92 83–88 79–84 76–81 74–79 68–731)
115 – 92–97 88–93 84–89 81–86 79–84 73–781)
120 – 97–102 93–98 89–94 86–91 84–89 78–831)
125 – 102–107 98–103 94–99 91–96 89–94 83–88
130 – 107–1121) 103–108 99–104 96–101 94–99 88–93
135 – – 108–113 104–109 101–106 99–104 93–98
140 – – 113–118 109–114 106–111 104–109 98–103
145 – – 118–123 114–119 111–116 109–114 103–108
150 – – 123–128 119–124 116–121 114–119 108–113
155 – – 128–133 124–129 121–126 119–124 113–118
160 – – – 129–134 126–131 124–129 118–123
165 – – – 134–139 131–136 129–134 123–128
170 – – – 139–144 136–141 134–139 128–133
175 – – – 144–149 141–146 139–144 133–138
180 – – – 149–154 146–151 144–149 138–143
185 – – – 154–159 151–156 149–154 143–148
190 – – – 159–1641) 156–161 154–159 148–153
195 – – – 164–1691) 161–166 159–164 153–158
200 – – – – 166–171 164–169 158–163
1) Nur nach DIN EN 14399-4.

Tabelle 2.7: Klemmlängen ∑ t nach DIN EN 14399-4 und DIN EN 14399-8 für vorspannbare Schrauben

14
322 Geschraubte Verb 110712_D 322 12.07.12 09:30 Seite 15

Geschraubte Verbindungen im Stahlbau

Schraube M12 M16 M20 M24 M27 M30 M36


Länge Minimale und maximale Paketdicken ts
30 – – – – – – –
35 10–151) – – – – – –
40 15–201) 9–141) – – – – –
45 20–251) 14–191) 10–151) – – – –
50 25–30 19–241) 15–201) – – – –
55 30–35 24–291) 20–251) – – – –
60 35–40 29–341) 25–301) 21–261) – – –
65 40–45 34–39 30–351) 26–311) – – –
70 45–50 39–44 35–401) 31–361) 26–311) – –
75 50–55 44–49 40–45 36–411) 31–361) 29–341) –
80 55–60 49–54 45–50 41–461) 36–411) 34–391) –
85 60–65 54–59 50–55 46–511) 41–461) 39–441) 31–361)
90 65–70 59–64 55–60 51–56 46–511) 44–491) 36–411)
95 70–75 64–69 60–65 56–61 51–56 49–541) 41–461)
100 – 69–74 65–70 61–66 56–61 54–591) 46–511)
105 – 74–79 70–75 66–71 61–66 59–64 51–561)
110 – 79–84 75–80 71–76 66–71 64–69 56–611)
115 – 84–89 80–85 76–81 71–76 69–74 61–661)
120 – 89–94 85–90 81–86 76–81 74–79 66–711)
125 – 94–99 90–95 86–91 81–86 79–84 71–76
130 – 99–1041) 95–100 91–96 86–91 84–89 76–81
135 – – 100–105 96–101 91–96 89–94 81–86
140 – – 105–110 101–106 96–101 94–99 86–91
145 – – 110–115 106–111 101–106 99–104 91–96
150 – – 115–120 111–116 106–111 104–109 96–101
155 – – 120–125 116–121 111–116 109–114 101–106
160 – – – 121–126 116–121 114–119 106–111
165 – – – 126–131 121–126 119–124 111–116
170 – – – 131–136 126–131 124–129 116–121
175 – – – 136–141 131–136 129–134 121–126
180 – – – 141–146 136–141 134–139 126–131
185 – – – 146–151 141–146 139–144 131–136
190 – – – 151–1561) 146–151 144–149 136–141
195 – – – 156–1611) 151–156 149–154 141–146
200 – – – – 156–161 154–159 146–151
1) Nur nach DIN EN 14399-4.

Tabelle 2.8: Paketdicken ts = ∑ t – 2 h gemäß DIN EN 14399-4 und DIN EN 14399-8 für vorspannbare Schrauben
für Garnituren mit zwei Scheiben

15
322 Geschraubte Verb 110712_D 322 12.07.12 09:30 Seite 16

Merkblatt 322

3 Herstellen von Bei geschraubten Verbindungen mit über-


großen runden Löchern ist die Lochleibungstrag-
geschraubten Verbindungen fähigkeit um den Faktor 0,8 abzumindern, bei
3.1 Vorbemerkungen Langlöchern quer zur Längsachse um den Fak-
tor 0,6. Nach DIN EN 1993-1-1 ist der Schlupf
Das Herstellen von geschraubten Verbindun- in Schraubenlöchern bei der Tragwerksberech-
gen kann in die Herstellung im Werk und das nung zu berücksichtigen, falls er maßgebend ist.
Herstellen auf der Baustelle unterteilt werden. Für Passschraubenverbindungen haben die
Die Arbeitsvorgänge, die im Werk oder in Schraubenlöcher den gleichen Nenndurchmes-
einer Fertigungshalle ausgeführt werden, z.B. das ser wie der Schaft (Dd = 0 mm). Während sich
Herstellen der Löcher und das Aufbringen des für die normalen Löcher kaum Änderungen
Korrosionsschutzes, können als Herstellung ergeben, sind die Regelungen bei Passschrau-
im Werk bezeichnet werden. benverbindungen gegenüber der DIN 18800-7
Die Herstellung auf der Baustelle umfasst (Dd = 0,3 mm) in der Form so verändert worden,
u. a. das Ausrichten der Bauteile und das Verbin- dass sie nun der Toleranzklasse H11 entspre-
den mit den Schrauben. Dazu gehören z. B. das chen müssen. Die Abweichungen dürfen dem-
Aufbringen der planmäßigen Vorspannung und entsprechend bis zu Dd = 0,16 mm je nach
die Kontrolle der geschraubten Verbindungen. Durchmesser betragen. Aufgrund der hohen
Die normative Grundlage zur Herstellung Passgenauigkeit und des damit verbundenen
von geschraubten Verbindungen ist DIN EN hohen Montageaufwands werden in der Regel
1090-2. In dieser Norm sind die Regelungen normale Schrauben den Passschrauben vorge-
enthalten, die für die Herstellung geschraubter zogen.
Verbindung von Bedeutung sind. Darüber hin-
aus enthält der nationale Anhang der DIN EN
Lochdefinition Schraubengröße
1993-1-8 ergänzende Regelungen, die bei der
Herstellung von geschraubten Verbindungen zu M12 M16 und M24 M27 und
beachten sind. M20 größer

Normale runde
1 2 2 3
Löcher
3.1 Schraubenlöcher
Übergroße runde
3 4 6 8
Um eine Schraube durch das vorbereitete Löcher
Loch stecken zu können, ist es erforderlich,
Fertigungstoleranzen zu berücksichtigen. Aus Kurze Langlöcher
4 6 8 10
diesem Grund werden die Schraubenlöcher (in der Länge)
etwas größer gebohrt als der Durchmesser des Lange Langlöcher
Schraubenschaftes beträgt. Die Differenz wird 1,5 · d
(in der Länge)
als Lochspiel Dd bezeichnet und ist vom Durch-
messer der Schraube abhängig. Darüber hinaus
besteht die Möglichkeit, Langlöcher auszubilden, Tabelle 3.1: Nennlochspiel Dd in mm bei Schrauben und
um Verschiebungen der geschraubten Verbin- Bolzen nach DIN EN 1090-2
dung in einer festgelegten Richtung zuzulassen.
In Tabelle 3.1 sind die Nennlochspiele von nor-
malen runden und übergroßen runden Löchern Bezüglich Tabelle 3.1 sind folgende Anmer-
sowie von kurzen und langen Langlöchern an- kungen zu beachten:
gegeben. Für normale runde Schraubenlöcher • Bei Anwendungsfällen, wie z. B. bei Türmen
bei kleinen Schraubendurchmessern (M12) sind oder Masten, muss das Nennlochspiel für nor-
nach DIN EN 1090-2 etwas kleinere Löcher zu male runde Löcher um 0,5 mm abgemindert
bohren als nach DIN 18800-7. werden, sofern nichts anderes festgelegt wird.
Werden jedoch die Schraubenlöcher für • Bei beschichteten Verbindungsmitteln M12
Schrauben M12 wie in DIN 18800-7 mit einem mit normalen runden Löchern kann das Nenn-
Lochspiel von 2 mm ausgeführt, so muss der lochspiel von 1 mm um die Überzugdicke des
Bemessungswert der Abschertragfähigkeit klei- Verbindungsmittels erhöht werden.
ner sein als der Bemessungswert der Lochlei- • Bei Schrauben in Langlöchern muss das Nenn-
bungstragfähigkeit. Zusätzlich ist bei hochfes- lochspiel in Querrichtung gleich dem für nor-
ten Schrauben die Abschertragfähigkeit um 15 % male runde Löcher beim entsprechenden
zu reduzieren. Durchmesser sein.

16
322 Geschraubte Verb 110712_D 322 12.07.12 09:30 Seite 17

Geschraubte Verbindungen im Stahlbau

3.2 Korrosionsschutz Inwieweit durch das handfeste Anziehen fest


definierte Vorspannkräfte bzw. Anziehmomente
Grundsätzlich gilt nach DIN EN 1090-2 der aufzubringen sind, ist in DIN EN 1090-2 nicht
Grundsatz, dass eine vergleichbare Korrosions- geregelt. Als Anhaltswert wird in [3] empfoh-
beständigkeit der Verbindungsmittel und der an- len, 10 % der Mindestvorspannkraft für hoch-
zuschließenden Bauteile bestehen soll. feste Schraubengarnituren zu wählen. Die da-
Nach der Herstellung der Konstruktionsteile durch aufgebrachte Vorspannkraft ist selbst
oder nach der Montage der Bauteile erhalten die bei Schrauben der Festigkeitsklasse 4.6 mit
Schrauben den gleichen Korrosionsschutz durch ca. 25–30 % der Streckgrenze als akzeptabel zu
Überzüge (z. B. Anstrich oder Verzinkung) wie bewerten.
die Stahlkonstruktion. Bei verzinkten Konstruk-
tionen sind verzinkte Schrauben zu verwenden.
Immer häufiger werden auch bei nicht verzink- 3.3.2 Vorspannung von
ten Konstruktionen verzinkte Schrauben ein- hochfesten Schraubengarnituren
gesetzt.
Bei wetterfesten Stählen werden entspre- Für vorgespannte geschraubte Verbindungen
chende wetterfeste Schrauben verwendet. Für (Kategorien B, C und E nach Tabelle 1.1) sind
mechanische Verbindungselemente aus nicht- Schrauben der Festigkeitsklassen 8.8 und 10.9
rostenden Stählen gelten gemäß der bauaufsicht- nach DIN EN 14399 zu verwenden (siehe Tabelle
lich eingeführten Zulassung Z 30.3-6 die tech- 2.2). Vorspannverfahren und Anforderungen an
nischen Lieferbedingungen nach DIN ISO 3506 die Vorspannung geschraubter Verbindungen
Teil 1 und 2. sind in DIN EN 1090-2 und im nationalen Anhang
Stahlbauteile werden zum Schutz gegen zur DIN EN 1993-1-8 geregelt. Als Vorspannkraft
Korrosion häufig feuerverzinkt. Die Montage für gleitfeste Verbindungen (Kategorien B und
dieser Teile erfolgt mit feuerverzinkten Schrau- C) und für Verbindungen der Kategorie E ist in
ben, deren technische Lieferbedingungen in der Regel die Mindestvorspannkraft wie folgt
DIN EN ISO 10684 geregelt sind. Werden feuer- anzusetzen:
verzinkte oder galvanisch verzinkte Schrauben
Fp,C = 0,7 · fub · As
verwendet, so ist die komplette Schraubengarni-
tur entsprechend beschichtet. Für die Vorspannung als Qualitätssicherungs-
Auch hochfeste Schrauben werden vorwie- maßnahme und für nicht voll vorgespannte Ver-
gend in feuerverzinkter Ausführung verwendet. bindungen der Kategorie E darf eine Vorspann-
Die namhaften Schraubenhersteller sind heute in kraft von bis zu
der Lage, auch hochfeste Schrauben so zu verzin-
Fp,C* = 0,7 · fyb · As
ken, dass Wasserstoffversprödung, Sprödbruch-
anfälligkeit und Spannungsrisskorrosion in der ausgeführt werden. Sie kann mit den in Tabelle
Flüssigzinkphase ausgeschlossen werden können. 3.4 aufgeführten Verfahren aufgebracht werden.
Die geringere Vorspannkraft Fp,C* wird nach-
folgend als Regelvorspannkraft und Fp,C als
3.3 Anziehen und Vorspannen volle Vorspannkraft bezeichnet. Für die Siche-
von geschraubten Verbindungen rung der Garnitur gegen Lockern reicht in der
Regel eine reduzierte Vorspannung von 50 %
3.3.1 Handfestes Anziehen von Fp,C* aus. Die volle Vorspannkraft Fp,C (70 %
der Zugfestigkeit) wird z. B. zur Sicherstellung
Nach DIN EN 1090-2 sind geschraubte Ver- der Reibungskraft für gleitfeste Verbindungen
bindungen mindestens „handfest“ anzuziehen. der Kategorien B und C benötigt, während die
Damit ist gemeint, dass der Schraubenkopf bzw. Regelvorspannkraft Fp,C* (70 % der Streckgrenze)
die Mutter flächig aufliegt und das Klemmpaket als gebrauchstauglichkeitsorientiert angesehen
keine klaffenden Fugen aufweist. Die Ausnahme werden kann. Für vorgespannte Schrauben mit
sind Fälle, bei denen im mittleren Bereich der voller Vorspannung Fp,C dürfen in der Regel
Verbindung ein Anliegen der Kontaktflächen nur Schrauben nach DIN EN 14399-3 (HR) und
erreicht wird und kein planmäßiger Kontaktstoß 14399-4 (HV) mit den zugehörigen Muttern und
festgelegt ist. Bei diesen Verbindungen dürfen Scheiben verwendet werden.
bei Konstruktionsmaterialien mit t ≥ 4 mm bei Zum Aufbringen der vollen Vorspannkraft
Blechen und t ≥ 8 mm bei Profilquerschnitten sind nach DIN EN 1090-2 verschiedene Vorspann-
bis zu 4 mm große Spalte zwischen den Kanten verfahren zugelassen. Hierbei sind besonders
verbleiben. das Drehmomentverfahren und das kombinierte

17
322 Geschraubte Verb 110712_D 322 12.07.12 09:30 Seite 18

Merkblatt 322

Vorspannverfahren zu nennen. Um vom auf- ringere Abhängigkeit vom Schmierungsgrad der


gebrachten Drehmoment Mr Rückschlüsse auf Schrauben und der Muttern. Es wird daher in
die Vorspannkraft Fp,C machen zu können, ist [3] empfohlen, das kombinierte Vorspannver-
der Einfluss der Schmierung von Schraube und fahren anzuwenden. Gemäß NA zur DIN EN
Mutter von Bedeutung. Daher sind die Verfah- 1993-1-8 sind Verbindungen der Kategorien
ren in verschiedene k-Klassen eingeteilt. In Ab- B, C und E mit dem kombinierten Vorspann-
hängigkeit von der k-Klasse ist der Faktor km zu verfahren nach DIN EN 1090-2 und der vol-
bestimmen. len Vorspannkraft Fp,C vorzuspannen.
Bei der K1-Klasse, geeignet für das kombi-
nierte Vorspannverfahren, liegt der km-Faktor
in der Mitte des vom Schraubenhersteller ge- Klemmlänge ∑ t Während des zweiten
währleisteten Streubands, d. h. zwischen 0,1 < Anziehschrittes aufzubringender
ki < 0,16. Sofern nichts anderes festgelegt ist, Weiterdrehwinkel
kann daher km = 0,13 vereinfachend angesetzt
Winkel in [°] Drehung
werden.
Bei der K2-Klasse, geeignet für das Dreh- ∑t < 2 · d 60 (45) 1/6 (1/8)
momentverfahren oder das kombinierte Vor-
2 · d ≤ ∑t < 6 · d 90 (60) 1/4 (1/6)
spannverfahren, ist der mittlere km-Faktor indi-
viduell und für jede Schraubenlieferung separat 6 · d ≤ ∑ t < 10 · d 120 (90) 1/3 (1/4)
zu bestimmen. Er berechnet sich als tatsäch-
10 · d < ∑ t Keine Empfehlung
licher, statistisch ermittelter Wert, der bei der
Auslieferung angegeben wird. Er liegt in den
Grenzen 0,10 < km < 0,23. Das Referenzdreh- Tabelle 3.2: Weiterdrehwinkel für das kombinierte
moment Mr kann dementsprechend wie folgt be- Vorspannverfahren nach DIN EN 1090-2 (8.8- und
stimmt werden: 10.9-Schrauben)

Mr = km · d · Fp,C
Das planmäßig aufzubringende Drehmoment Das Aufbringen der Regelvorspannkraft
MA,Soll ist für das Drehmomentverfahren bei Fp,C* kann gemäß Anhang A des NA zur DIN EN
der K2-Klasse zusätzlich um 10 % gegenüber dem 1993-1-8 mit den folgenden Vorspannmaßnah-
Referenzdrehmoment Mr2 zu erhöhen. men erfolgen:
Eine planmäßige Vorspannung wird meis- – Drehimpulsverfahren
tens mithilfe von Drehmomentschlüsseln auf- – modifiziertes Drehmomentverfahren
gebracht, die bei Erreichen eines einstellbaren – modifiziertes kombiniertes Verfahren
Drehmoments deutlich knacken, oder mit elek-
tronisch geregelten Elektroschraubern. Impuls- Einzelheiten zu diesen Verfahren sind in
schrauber sind zum planmäßigen Vorspannen Tabelle 3.3 für Garnituren der Festigkeitsklas-
eher nicht geeignet. Die planmäßige Vorspan- sen 8.8 und 10.9 zusammengestellt. Sie gelten
nung wird in der Regel in zwei Schritten auf- für die k-Klasse K1 nach DIN EN 14399-1. Das
gebracht. Der Ablauf des Vorspannens und modifizierte kombinierte Verfahren darf nur für
weitere Hinweise zu den Vorspannverfahren Schrauben der Festigkeitsklasse 10.9 verwendet
können DIN EN 1090-2 entnommen werden. werden.
Darüber hinaus werden in [3] die Vorspannver-
fahren kritisch beurteilt. Dort wird herausge-
stellt, dass mit dem kombinierten Vorspannver- 3.4 Kontrolle von vorgespannten Verbindungen
fahren – Voranziehen mit festen Anziehmomen-
ten (0,75 · Mr1) und drehwinkelgesteuertem Zunächst müssen alle Verbindungen mit
Nachziehen – ein kontrollierteres und gleich- planmäßig vorgespannten mechanischen Ver-
mäßigeres Vorspannen der hochfesten Schrau- bindungsmitteln vor Beginn des Vorspannens
ben möglich ist. In Tabelle 3.2 sind die Weiter- einer Sichtprüfung unterzogen werden, nach-
drehwinkel für den zweiten Anziehvorgang des dem sie am örtlich ausgerichteten Tragwerk
kombinierten Verfahrens zusammengestellt. verschraubt wurden.
Die Werte in den Klammern beziehen sich Ist die Ursache für die Nichtkonformität ein
auf das Aufbringen der Regelvorspannkraft nach Dickenunterschied in der gleichen Lage, der
DIN EN 1993-1-8/NA mit dem modifizierten kom- die in DIN EN 1090-2 Abschnitt 8.1 festgelegten
binierten Verfahren (nur für 10.9-Schrauben). Werte überschreitet, muss die Verbindung durch
Bei diesem Verfahren besteht eine deutlich ge- Futterbleche ergänzt werden. Andere Nichtkon-

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322 Geschraubte Verb 110712_D 322 12.07.12 09:30 Seite 19

Geschraubte Verbindungen im Stahlbau

Volle Vorspannkraft Regelvorspannkraft Drehimpuls- Modifiziertes Modifiziertes


Fp,C [kN] Fp,C* [kN] verfahren Drehmoment- kombiniertes
verfahren Verfahren

Einzustellende Aufzubringendes Voranzieh-


Vorspannkraft Fv,DI [kN] Anziehmoment MA [Nm] moment
zum Erreichen der zum Erreichen der MA,MKV
Regelvorspannkraft Regelvorspannkraft
Fp,C* Fp,C* [Nm]

Oberflächenzustand: feuerverzinkt und geschmiert *)


oder wie hergestellt und geschmiert *)

Schraube 8.8 10.9 8.8 10.9 8.8 10.9 8.8 10.9 10.9

M12 47 59 35 50 40 60 70 100 75
M16 88 110 70 100 80 110 170 250 190
M20 137 172 110 160 120 175 300 450 340
M24 198 247 150 220 165 240 600 800 600
M27 257 321 200 290 220 320 900 1250 940
M30 314 393 245 350 270 390 1200 1650 1240
M36 458 572 355 510 390 560 2100 2800 2100

*) Muttern mit Molybdänsulfid oder gleichwertigem Schmierstoff behandelt.

Tabelle 3.3: Volle Vorspannkräfte für das kombinierte Verfahren nach DIN EN 1090-2 und Regelvorspannkräfte
sowie Drehimpulsverfahren, modifiziertes Drehmomentverfahren und modifiziertes kombiniertes Verfahren nach
DIN EN 1993-1-8/NA – k-Klasse K1 nach DIN EN 14399-1

formitäten dürfen, falls möglich, durch Anpas- 3.5 Sinnbilder für Schrauben
sung der örtlichen Bauteilausrichtung korrigiert
werden. In DIN 407 waren Sinnbilder für Schrauben
Korrigierte Verbindungen sind erneut zu und Nieten genormt, die z. T. auch in CAD-Pro-
prüfen. Bei den Ausführungsklassen EXC2 bis grammen verwendet worden sind. 1983 ist die
EXC4 müssen die Vorspannverfahren nach den internationale Norm ISO 5261-1981 unverändert
Regelungen in DIN EN 1090-2 kalibriert und in die Deutsche Norm DIN ISO 5845-1 übernom-
überprüft werden. men worden. Danach werden die Schrauben
Nach dem Anziehen ist die Kontrolle der oder Nieten in der Beschriftung angegeben, z.B.
vorgespannten Verbindungen stichprobenhaft 4 M16 x 100 – DIN EN ISO 14399-8 – 10.9 (für
durchzuführen. Für Bauwerke der Ausführungs- 4 Passschrauben M16, Länge 100 mm). Zusätz-
klasse EXC2 sind 5 % aller Verbindungen und lich zur Produktnorm ist stets die Festigkeits-
für Bauwerke der Klassen EXC3 und EXC4 sind klasse anzugeben. Dies kann entweder durch
mindestens 10 % aller Verbindungen zu über- eine globale Angabe oder einzeln für jede
prüfen. Die Überprüfung erfolgt je nach Vor- Schraube erfolgen. In den Zeichnungen wird
spannverfahren nach DIN EN 1090-2. Die Ein- nach der Darstellung senkrecht zur Achse (Drauf-
teilung der Stahlkonstruktion in die EXC-Aus- sicht) und der Darstellung parallel zur Achse
führungsklassen erfolgt ebenfalls nach DIN EN (Schnitt oder Seitenansicht) unterschieden (siehe
1090-2. Tabelle 3.4).

19
322 Geschraubte Verb 110712_D 322 12.07.12 09:30 Seite 20

Merkblatt 322

Bedeutung des Zeichenebene


Symbols Senkrecht zur Achse Parallel zur Achse

Nicht Senkung auf der Mutterseite Mutterseite Senkung


gesenkt Vorderseite Rückseite freigestellt rechts rechts

Schraube in der
Werkstatt eingebaut

Schraube auf der


Baustelle eingebaut

Schraube auf
der Baustelle gebohrt
und eingebaut

Bei den Sinnbildern für Löcher entfällt der Punkt in der Mitte bzw. in der Ansicht parallel zur Achse die senkrechten Striche.
Zusätzlich ist der Lochdurchmesser anzugeben.

Tabelle 3.4: Sinnbilder für Löcher und Schrauben nach DIN ISO 5845-1

4 Kraftübertragung und Tragverhalten


4.1 Vorbemerkungen

In den folgenden Abschnitten werden die


Kraftübertragung und mögliche Versagensarten
bei geschraubten Verbindungen erläutert. Dabei
geht es zunächst um die Übertragung von Scher-
oder Zugkräften durch einzelne Schrauben, ihr
Tragverhalten und die gängigen Berechnungs-
modelle für normengerechte Nachweise. Danach
werden die Berechnung von Schraubenkräften
in scherbeanspruchten Verbindungen und die
Ermittlung der Tragfähigkeit in Verbindungen
mit zugbeanspruchten Schrauben behandelt.

4.2 Scherverbindungen Kategorie A

Scherverbindungen der Kategorie A sind


Scher-/Lochleibungsverbindungen, die abgekürzt
auch SL-Verbindungen genannt werden (siehe
auch Tabelle 1.1). Gemäß Abb. 4.1 werden die Abb. 4.1: Scherbeanspruchung einer Schraube
äußeren Kräfte durch Kontaktspannungen von
den Blechen auf den Schraubenschaft übertra- schnittige Verbindungen ausgeführt. Tabelle 5.3
gen. Dadurch entstehen im Schraubenschaft (siehe Abschnitt 5.4) zeigt die maximalen Scher-
Schubspannungen, so dass er durch Scherkräfte kräfte Fv,Rd von Schrauben für eine Scherfuge,
beansprucht wird. Bei der SL-Verbindung in die bei zweischnittigen Verbindungen verdop-
Abb. 4.1 wird die Kraft F durch zwei Scherfugen pelt werden müssen. Wegen der Bedeutung für
in die außenliegenden Bleche übertragen. Es die Bemessung ist die Bestimmung der Scher-
handelt sich daher um eine zweischnittige Ver- fugen in Abb. 4.2 anschaulich dargestellt. Ergän-
bindung (m = 2). zend zu Abb. 4.1 sind in Abb. 4.2 die auf den
In der Praxis werden hauptsächlich ein- und Schraubenschaft und auf die Bleche wirkenden
zweischnittige, jedoch teilweise auch mehr- Lochleibungsspannungen eingezeichnet.

20
322 Geschraubte Verb 110712_D 322 12.07.12 09:30 Seite 21

Geschraubte Verbindungen im Stahlbau

weise dünnen Blechen kann der Lochleibungs-


druck auf die Bleche so groß werden, dass ein
unzulässiges Aufweiten der Löcher bzw. Aus-
reißen der Bleche das maßgebende Versagens-
kriterium ist. Die Rand- und Lochabstände müs-
sen daher ausreichend groß sein. Die dritte Ver-
sagensart ergibt sich, wenn Schrauben mit gro-
ßem Durchmesser im Vergleich zur Breite der
Bleche die Tragfähigkeit der Bleche so stark
reduzieren, dass das Blech im Nettoquerschnitt
versagt.
Aufgrund der drei möglichen Versagensarten
in Abb. 4.3 ergeben sich Schubspannungen im
Schraubenschaft (a), Lochleibungsdruckspan-
nungen zwischen Blech und Schraubenschaft
(b) sowie Zugnormalspannungen im Blech mit
Lochschwächung (c). Die Spannungen haben
nach der Elastizitätstheorie stark nichtlineare
Verläufe in den Schrauben und Blechen. Zur an-
schaulichen Erläuterung sind die qualitativen
Abb. 4.2: Ein- und zweischnittige SL-Verbindungen Spannungsverläufe in Abb. 4.4 skizziert.
Da geschraubte Verbindungen duktiles Ver-
halten aufweisen, plastizieren bei Steigerung
Die Tragfähigkeit von SL-Verbindungen wird der Belastung Teile der Konstruktion, so dass
bei vorwiegend ruhender Belastung durch drei Spannungsspitzen abgebaut und die Spannungs-
mögliche Versagensarten begrenzt. Sie sind an- verteilungen vergleichmäßigt werden. Bei wei-
hand eines Beispiels in Abb. 4.3 dargestellt. terer Laststeigerung bis hin zur Grenztragfähig-
Wenn man dicke, breite Bleche mit Schrauben keit ergeben sich näherungsweise konstante
verbindet, die im Vergleich zu den Blechen Spannungsverteilungen (Abb. 4.4 c). Für die Be-
kleine Durchmesser haben, kommt es zum Ab- messung von geschraubten Verbindungen wer-
scheren der Schraubenschäfte. Bei vergleichs- den daher folgende Verteilungen angenommen:
a) konstante Schubspannungen t a im Schrau-
benschaft
b) konstanter Lochleibungsdruck σ l im Blech
über Blechdicke und Schraubenschaftdurch-
messer
c) konstante Normalspannungen σ x im Netto-
querschnitt des Bleches

Die Annahme konstanter Spannungen ist


eine Näherung, die die Berechnung erleichtern
soll. Sie führt zu einer ausreichend sicheren Be-
messung, da die zulässigen Beanspruchbarkeiten,
Konstruktionsregeln und Bemessungsvorschrif-
ten auf diese Annahme abgestimmt sind. Zu
beachten ist jedoch, dass ausreichend duktiles
Tragverhalten nur bei vorwiegend ruhender Be-
lastung vorausgesetzt werden kann. Wenn die
Ermüdung eine Rolle spielt, haben Spannungs-
spitzen große Bedeutung.
Das in diesem Abschnitt beschriebene Trag-
verhalten gilt für Schrauben mit glattem Schaft
(„Stahlbauschrauben“) und Schrauben mit Ge-
winde bis zum Schraubenkopf. Die Berechnung
der Schraubenkräfte in SL-Verbindungen wird
in Abschnitt 4.5 behandelt, die Bemessung in
Abb. 4.3: Mögliche Versagensarten bei einer SL-Verbindung Abschnitt 5.4.

21
322 Geschraubte Verb 110712_D 322 12.07.12 09:30 Seite 22

Merkblatt 322

Abb. 4.4:
Spannungsver-
teilungen in
SL-Verbindungen

Abb. 4.5: Kraftübertragung in gleitfesten Verbindungen

zusammen, so dass die äußeren Kräfte F durch


Reibung übertragen werden können. Die Größe
der übertragbaren Reibkräfte hängt von der Vor-
spannung und der Beschaffenheit der Blech-
oberflächen ab (gestrahlt, aufgeraut, gleitfester
Anstrich). Gemäß DIN EN 1993-1-8 werden die
Gleitflächenklassen A, B, C und D unterschieden,
denen Reibungszahlen von m = 0,5, 0,4, 0,3 bzw.
0,2 zugeordnet sind. Nach dem Überschreiten
der Reibkräfte wirkt eine gleitfeste Verbindung
wie eine SL-Verbindung, so dass gemäß Tabelle
1.1 entsprechende Nachweise zu führen sind.
Im Vergleich zu SL-Verbindungen treten bei
gleitfesten Verbindungen kleinere Spannungen
in den verbundenen Blechen auf, solange die
Kraftübertragung durch Reibung wirksam ist.
Die Skizzen in Abb. 4.6 zeigen die Spannungs-
verläufe qualitativ. Da die ausgeprägten Span-
nungsspitzen an den Schraubenlöchern entfal-
len, ist die Ermüdungsfestigkeit von gleitfesten
Verbindungen wesentlich höher als die von
SL-Verbindungen. Sie werden aufgrund dieses
Vorteils bevorzugt bei dynamisch beanspruch-
ten Konstruktionen verwendet.

4.3 Scherverbindungen
der Kategorien B und C

Gleitfeste Verbindungen im Grenzzustand


der Gebrauchstauglichkeit bzw. der Tragfähig-
keit sind gemäß Tabelle 1.1 Scherverbindungen
der Kategorien B und C. Ihre Wirkungsweise
wird mithilfe von Abb. 4.5 erläutert.
Wenn die Schrauben einer Verbindung vor- Abb. 4.6: Spannungen in Blechen bei SL-Verbindungen
gespannt werden, können Kräfte senkrecht zur und gleitfesten Scherverbindungen
Schraubenachse durch Reibung übertragen wer-
den. Durch das Vorspannen werden die Schrau-
ben auf Zug beansprucht und es entstehen zwi-
schen Schraubenkopf und -mutter Druckkräfte.
Sie pressen die Kontaktflächen der Bleche örtlich

22
322 Geschraubte Verb 110712_D 322 12.07.12 09:30 Seite 23

Geschraubte Verbindungen im Stahlbau

4.4 Zugverbindungen der Kategorien Abb. 4.8:


D und E Ermittlung der
Schraubenkräfte bei
Geschraubte Verbindungen können auch symmetrischen
so konstruiert werden, dass Kräfte in Richtung Schraubenbildern
der Schraubenachse auftreten. Gemäß Abb. 4.7
werden die Schrauben dann durch Zugkräfte
beansprucht, was die kennzeichnende Bean-
spruchung der Verbindung ist. Bei dieser Ver-
bindungsart können Abstützkräfte auftreten,
die Auswirkungen auf die Schraubenzugkräfte
und auf die Beanspruchungen der Anschluss-
bleche haben. Gemäß Abb. 4.7 kommen folgen-
de Versagensarten in Frage:
a) Überschreiten der maximalen Schraubenzug-
kräfte
b) Überschreiten der maximalen Blechbiege-
momente
c) Durchstanzen der Schraubenköpfe oder der
Mutter durch die Anschlussbleche

beispielsweise Abb. 4.3 b). Von Ausnahmen ab-


gesehen werden die Schrauben symmetrisch an-
geordnet, so dass der Schwerpunkt S des Schrau-
benbildes im Schnittpunkt der Symmetrielinien
liegt. Gemäß Abb. 4.8 werden die Schnittgrö-
ßen NS, VS und MS auf diesen Punkt bezogen.
Sofern die zu übertragenden Schnittgrößen des
anzuschließenden Querschnittsteils (siehe Ab-
schnitt 1.3) nicht in diesem Punkt wirken, sind
entsprechende Schnittgrößentransformationen
durchzuführen.
Die allgemein übliche Vorgehensweise zur
Ermittlung der Schraubenkräfte ist in Abb. 4.8
Abb. 4.7: Verbindung mit zugbeanspruchten Schrauben an einem Beispiel mit vier Schrauben darge-
sowie Versagensarten stellt:
1. Zunächst werden die Schnittgrößen NS und
VS gleichmäßig auf die vier Schrauben ver-
Zugbeanspruchte Schrauben kommen haupt- teilt, so dass man Ni = NS / 4 und Vi = VS / 4
sächlich in Verbindung mit Stirnplatten vor. erhält.
Auf die Ermittlung der Tragfähigkeit dieser Ver- 2. Nun werden die Schraubenkräfte infolge
bindungen wird in Abschnitt 4.6 näher einge- MS ermittelt, die senkrecht auf den Hebel-
gangen. Maximale Schraubenzugkräfte können armen ri zum Schwerpunkt S stehen. Bei
Tabelle 5.7 entnommen werden. dem Beispiel in Abb. 4.8 ergeben sie sich
aus Gleichgewichts- und Symmetriegründen
zu MS / (4 · ri).
4.5 Schraubenkräfte in 3. Nun wird die maximale Schraubenkraft in-
Scherverbindungen folge NS, VS und MS berechnet. Sie tritt stets
in Schrauben auf, die vom Schwerpunkt am
Geschraubte Verbindungen werden fast aus- weitesten entfernt liegen. Bei dem Beispiel
schließlich so konstruiert, dass alle Schrauben in Abb. 4.8 genügt ein Blick, um festzustel-
der Verbindung den gleichen Durchmesser und len, dass die Schraube unten links die größte
gleiche Abstände untereinander haben (siehe Schraubenkraft aufnehmen muss.

23
322 Geschraubte Verb 110712_D 322 12.07.12 09:30 Seite 24

Merkblatt 322

Abb. 4.9: Bei der Berechnung werden zunächst die


Bezeichnung bei horizontale Komponente max Vx,i infolge NS und
symmetrischer MS sowie die vertikale Komponente max Vz,i
und regelmäßiger infolge VS und MS ermittelt und anschließend
Anordnung der wird damit die Resultierende max Ri bestimmt.
Schrauben Diese Resultierende ist die maximale Schrauben-
kraft des untersuchten Schraubenbildes. Sie darf
unter Beachtung der Scherfugen gemäß Abb. 4.2
nicht größer sein als die in Tabelle 5.3 zusam-
mengestellten Tragfähigkeiten Fv,Rd. Darüber
hinaus ist damit auch der Lochleibungsdruck
gemäß Abschnitt 5.4 zu überprüfen.

4.6 Schraubenkräfte in Zugverbindungen

Typische Anwendungsbeispiele für Verbin-


dungen mit zugbeanspruchten Schrauben sind
Trägerstöße mit Stirnplatten, siehe beispielsweise
Bei symmetrischer und regelmäßiger Anord- Abb. 1.1c, Einführungsbeispiel. Abb. 4.10 zeigt
nung der Schrauben kann die maximale Schrau- den Stoß eines Trägers mit überstehenden Stirn-
benkraft mithilfe von Abb. 4.9 und Tabelle 4.1 platten. Der I-förmige Trägerquerschnitt besteht
wie folgt berechnet werden: aus dem Steg und den beiden Gurten. Die Ver-
|Ns| |Ms| a bindung wird in der Regel so bemessen, dass
max Vx,i = ––––––– + –––––––·––––––––––––––––––2– das Biegemoment durch ein Kräftepaar ersetzt
n b
h l + · (b/h) wird, dessen Kräfte in den Gurten wirken. Be-
züglich der Kraftübertragung wird angenommen,
|Vs| |Ms| a b
max Vz,i = ––––––– + –––––––·––––––––––––––––––2–·–– dass die Druckkraft im Obergurt durch Druck-
n b
h l + · (b/h) h kontakt zwischen den Stirnplatten ausgeglichen
wird. Die Zugkraft im Untergurt muss durch
−−−−−−−−−−−−−−−−−−
−−−−−
max Ri = √ max V2x,i + max V2z,i (Resultierende) Schraubenzugkräfte übertragen werden. Dabei
entstehen auf dem Wege zu den Schrauben
Erläuterungen: Biegemomente in den Stirnplatten (Blechbiege-
nx: Anzahl der Schrauben in x-Richtung momente) und, wie in Abb. 4.7 dargestellt,
nz: Anzahl der Schrauben in z-Richtung ggf. Abstützkräfte. Für die Bemessung kann das
n = nx · nz in Abschnitt 5.12 erläuterte Modell des äquiva-
b = (nx – 1) · ex lenten T-Stummels mit Zugbeanspruchung ver-
h = (nz – 1) · ez wendet werden. Bei vielen baupraktischen

für nx = b für nx =

nz 1 2 3 4 nz 1 2 3 4
2 1,0000 0,5000 0,3333 0,2500 2 – 1,000 0,667 0,556
3 1,0000 0,5000 0,3333 0,2500 3 – 1,500 1,000 0,833
4 0,9000 0,4500 0,3000 0,2250 4 – 1,800 1,200 1,000
5 0,8000 0,4000 0,2667 0,2000 5 – 2,000 1,333 1,111
6 0,7143 0,3571 0,2381 0,1786 6 – 2,143 1,429 1,191
7 0,6429 0,3214 0,2143 0,1607 7 – 2,250 1,500 1,250
8 0,5833 0,2917 0,1944 0,1458 8 – 2,333 1,556 1,296
9 0,5333 0,2667 0,1778 0,1333 9 – 2,400 1,600 1,333
10 0,4909 0,2455 0,1636 0,1227 10 – 2,455 1,636 1,364
6 nz – 1 nx + 1 nz – 1
a = ––––––––– · –––––––– b = –––––––– · ––––––––
nx · nz nz + 1 nx – 1 nz + 1

Tabelle 4.1: Beiwerte a und b zur Ermittlung maximaler Schraubenkräfte

24
322 Geschraubte Verb 110712_D 322 12.07.12 09:30 Seite 25

Geschraubte Verbindungen im Stahlbau

Abb. 4.10: Trägerstoß mit überstehenden Stirnplatten und Abb. 4.12: Trägerstoß mit bündigen Stirnplatten
Übertragung des Biegemomentes My

Anwendungsfällen wird der Versagensmodus 2 Sofern nur kleine Biegemomente im Stoß zu


„Schraubenversagen gleichzeitig mit Fließen übertragen sind, reichen bündige Stirnplatten
der Stirnplatte“ gemäß Tabelle 5.9 maßgebend. wie in Abb. 4.12 aus. Bei dieser Lösung wird
Die Nachweisführung mithilfe von Abschnitt die Zugkraft im Untergurt auf zwei Wegen durch
5.12 (T-Stummel) in Verbindung mit Abschnitt die Schrauben geführt. Einerseits erfolgt die
5.13 (wirksame Längen für Stirnplatten) ist re- Kraftübertragung vom Flansch aus und anderer-
lativ aufwändig. Man kann sie abkürzen, wenn seits vom Trägersteg aus in die Stirnplatte.
man das vereinfachte Modell gemäß Abb. 4.11 Die Stirnplatten werden durch Biegemomente
verwendet. Bei diesem Modell wird der Steg beansprucht und es können wie bei den über-
des Trägers beim T-Stummel vernachlässigt, so stehenden Stirnplatten in Abb. 4.10 und 4.11
dass alle vier Schrauben die gleichen Zugkräfte Abstützkräfte entstehen.
aufnehmen. Auf der sicheren Seite kann darüber
hinaus der Nachweis ohne Abstützkräfte geführt
werden. Mithilfe von Tabelle 5.9 unten ergibt
sich folgender Doppelnachweis: 5 Bemessung nach DIN EN 1993-1-8
Nz Mpl,l,Rd bp · t2p · fy,p
Ft,Ed = –––– ≤ ––––––––––= ––––––––––––––––––
4 2m 8 m · gM0 5.1 Allgemeines
Ft,Ed ≤ Ft,Rd
Die Bemessung von Anschlüssen ist in
DIN EN 1993-1-8 (150 Seiten) und dem zuge-
hörigen deutschen nationalen Anhang (20 Sei-
ten) geregelt. Im Folgenden werden aus diesen
Dokumenten wichtige Grundlagen für die Be-
messung geschraubter Verbindungen zusammen-
gestellt und ergänzend dazu Bemessungshilfen
gegeben, die die Nachweisführung erleichtern.

5.2 Werkstofffestigkeiten

Gemäß NA (nationaler Anhang) dürfen


Schrauben der Festigkeitsklassen 4.6, 5.6, 8.8
und 10.9 verwendet werden. Die Streckgrenzen
und die Zugfestigkeiten können Tabelle 5.1
entnommen werden.

Abb. 4.11: Vereinfachtes Modell für Trägerstöße


mit überstehender Stirnplatte

25
322 Geschraubte Verb 110712_D 322 12.07.12 09:30 Seite 26

Merkblatt 322

zu ermitteln, wenn das Schraubengewinde in


Festigkeitsklasse
4.6 5.6 8.8 10.9 der Scherfuge liegt. Dabei ist As die Spannungs-
der Schraube
querschnittsfläche der Schraube und av wie folgt
Streckgrenze festgelegt:
240 300 640 900
fyb [N/mm2]
av = 0,6 für die Festigkeitsklassen 4.6, 5.6
Zugfestigkeit und 8.8
400 500 800 1000
fub [N/mm2] av = 0,5 für die Festigkeitsklasse 10.9
Wenn der glatte Teil des Schraubenschaftes
Tabelle 5.1: Nennwerte der Streckgrenze fyb und der Zug- in der Scherfuge liegt, ist
festigkeit fub von Schrauben
Fv,Rd = 0,6 · fub · A / gM2
Da bei geschraubten Verbindungen auch Hier ist A die Querschnittsfläche des Schrau-
Nachweise für die Anschlusskonstruktionen benschaftes. Als Bemessungshilfe sind in
(Bleche und Profile) zu führen sind, werden Tabelle 5.3 Grenzabscherkräfte für gängige
Werkstoffkennwerte für Baustahl in Tabelle 5.2 Schraubengrößen und die Festigkeitsklassen
als Auszug aus der DIN EN 1993-1-1 (siehe dort 4.6, 5.6, 8.8 und 10.9 zusammengestellt.
Tabelle 3.1) angegeben.
Festig- Schraubengröße
keit
5.3 Teilsicherheitsbeiwerte M12 M16 M20 M24 M27 M30

Glatter Teil des Schaftes in der Scherfuge


Für die Ermittlung der Beanspruchbarkeit
von Schrauben ist als Teilsicherheitsbeiwert 4.6 21,7 38,6 60,3 86,8 110,0 135,7
gM2 = 1,25 zu verwenden. Dieser Wert gilt auch 5.6 27,1 48,2 75,4 108,5 137,5 169,7
für das Versagen auf Zug im Nettoquerschnitt 8.8 43,4 77,2 120,6 173,6 220,0 271,5
geschraubter Anschlüsse. Für Bauteile und deren 10.9 54,3 96,5 150,7 217,0 275,0 339,4
Querschnitte sind gemäß DIN EN 1993-1-1 und Gewinde in der Scherfuge
NA gM0 = 1,0 und gM1 = 1,1 für den Grenzzu-
4.6 16,2 30,1 47,0 67,8 88,1 107,7
stand der Tragfähigkeit anzusetzen.
5.6 20,2 37,7 58,8 84,7 110,2 134,6
8.8 32,4 60,3 94,1 135,6 176,3 215,4
10.9 33,7 62,8 98,0 141,2 183,6 224,4
5.4 Scherverbindungen Kategorie A

Für Scherverbindungen der Kategorie A


dürfen Schrauben der Festigkeitsklassen 4.6
bis 10.9 verwendet werden. Die Tragfähigkeit
einer Schraube ist bezüglich des Abscherens
einer Scherfuge mit
Tabelle 5.3: Tragfähigkeit Fv,Rd von Schrauben bezüglich
Fv,Rd = av · fub · As / gM2
Abscheren (eine Scherfuge)

Tabelle 5.2:
Werkstoffnorm Stahlsorte Blechdicke t ≤ 40 mm 40 mm < t ≤ 80 mm
Nennwerte der
fy [N/mm2] fu [N/mm2] fy [N/mm2] fu [N/mm2]
Streckgrenze fy
und der Zug- S 235 235 360 215 360
festigkeit fu für EN 10025-2 S 275 275 430 255 410
warmgewalzten Unlegierte Baustähle S 355 355 490 335 470
Baustahl S 450 440 550 410 550
S 235 H 235 360 215 340
EN 10210-1
S 275 H 275 430 255 410
Warmgefertigte Hohlprofile
S 355 H 355 510 335 490
EN 10219-1 S 235 H 235 360
Kaltgefertigte geschweißte S 275 H 275 430
Hohlprofile S 355 H 355 510

26
Geschraubte Verbindungen im Stahlbau

Neben dem Abscheren ist auch die Loch-


leibung der Anschlusskonstruktionen, d. h. der
Druck des Schraubenschaftes auf die Bleche,
nachzuweisen. Die Tragfähigkeit bezüglich Loch-
leibungsdruck auf ein Blech der Dicke t wird
durch
Fb,Rd = ab · kl · fu · d · t / gM2
begrenzt. Dabei ist d der Nennwert des Schrau- • Innere Schrauben: Schrauben 4 und 5
bendurchmessers und fu die Zugfestigkeit des • Randschrauben in Kraftrichtung: Schrauben 3 und 6
Bleches. Die Beiwerte ab und k1 können mit- • Randschrauben senkrecht zur Kraftrichtung:
hilfe von Tabelle 5.4 ermittelt werden. Sie sind Schrauben 1, 2 und 3
in Abhängigkeit von den Lochabständen unter-
Rand- bzw. Kleinste Größte
einander und zu den Rändern hin (in und senk-
Lochabstände Abstände Abstände
recht zur Kraftrichtung) zu bestimmen. Sofern
die Loch- und Randabstände groß sind und dar- Löcher, → : p1 2,2 · d0 200 mm; 14 · t
über hinaus fub ≥ fu ist, kann mit den maximal Ränder, → : e1 1,2 · d0 40 mm + 4 · t
möglichen Werten ab = 1,0 und k1 = 2,5 gerech- Ränder, ↓ : e2 1,2 · d0 40 mm + 4 · t
net werden. Bei schräg angreifenden Schrauben- Löcher, ↓ : p2 2,4 · d0 200 mm; 14 · t
kräften darf die Lochleibungstragfähigkeit ge-
trennt für die Kraftkomponenten parallel und Tabelle 5.5: Grenzwerte für Rand- und Lochabstände von
senkrecht zum Rand nachgewiesen werden. Schrauben

Beiwert ab Beiwert k1
(in Kraftrichtung) (senkrecht zur Kraftrichtung)

Innere Schrauben: Innere Schrauben: Bei der Anordnung der Schrauben müssen
p1 1 p2 Grenzwerte für die Rand- und Lochabstände ein-
ab = –––––– – –– k1 = 1,4 · ––– – 1,7
3 · d0 4 d0 gehalten werden. Sie sind in Tabelle 5.5 für die
Randschrauben: Randschrauben: übliche Lochanordnung ohne gegenseitigen Ver-
e1 e2 satz angegeben. Darüber hinaus gelten sie für
ab = –––––– k1 = 2,8 · ––– – 1,7 Stahl, der dem Wetter oder anderen korrosiven
3 · d0 d0
p2 Einflüssen ausgesetzt ist, jedoch nicht für wetter-
≤ 1,4 · ––– – 1,7 feste Baustähle.
d0
fub Als Bemessungshilfe sind in Tabelle 5.6
Jedoch ab ≤ –––
fu maximale Tragfähigkeiten max Fb,Rd und dazu
Jedoch k1 ≤ 2,5 erforderliche minimale Rand- und Lochabstände
und ab ≤ 1
zusammengestellt.

Tabelle 5.4: Beiwerte ab und k1 zur Ermittlung


der Tragfähigkeit bezüglich Lochleibung

Tabelle 5.6:
Schraubengröße M12 M16 M20 M24 M27 M30
Maximale Trag-
Maximale Tragfähigkeiten bezüglich Lochleibung in kN für 1 cm Blechdicke fähigkeiten
max Fb,Rd sowie
S 235, t = ≤ 40 mm 86 115 144 173 194 216
erforderliche
S 355, t = ≤ 40 mm 118 157 196 235 265 294
Rand- und Loch-
Minimale Rand- und Lochabstände in mm abstände
Lochdurchmesser 13 18 22 26 30 33
min p1 49 68 83 98 113 124
min e1 und min p2 39 54 66 78 90 99
min e2 20 27 33 39 45 50

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322 Geschraubte Verb 110712_D 322 12.07.12 09:31 Seite 28

Merkblatt 322

Durch die Schraubenlöcher in den Anschluss-


Festig- Schraubengröße
konstruktionen wird die Tragfähigkeit dieser Bau-
keit
teile beeinträchtigt. Die erforderlichen Nachweise M12 M16 M20 M24 M27 M30
sind in der DIN EN 1993-1-1 wie folgt geregelt: 4.6 24,3 45,2 70,6 101,7 132,2 161,6
• Abschnitt 6.2.3 Zugbeanspruchung 5.6 30,3 56,5 88,2 127,1 165,2 202,0
Als Bemessungswert der Zugbeanspruchbar- 8.8 48,6 90,4 141,1 203,3 264,4 323,1
keit des Nettoquerschnitts längs der kritischen 10.9 60,7 113,0 176,4 254,2 330,5 403,9
Risslinie durch die Löcher wird
Nu,Rd = 0,9 · Anet · fu / gM2
angesetzt.
• Abschnitt 6.2.4 Druckbeanspruchung
Außer bei übergroßen Löchern oder Lang-
löchern nach DIN EN 1090 müssen Löcher Tabelle 5.7: Tragfähigkeit Ft,Rd von Schrauben auf Zug
bei druckbeanspruchten Bauteilen nicht ab-
gezogen werden, wenn sie mit den Verbin- gleich zu den Abscherkräften in Tabelle 5.3, Fall
dungsmitteln gefüllt sind. „Gewinde in der Scherfuge“, sind die Schrauben-
• Abschnitt 6.2.5 Biegebeanspruchung zugkräfte bei den Festigkeitsklassen 4.6, 5.6
Löcher für Verbindungsmittel dürfen in zug- und 8.8 um 50 % größer, bei der Festigkeits-
beanspruchten Flanschen vernachlässigt wer- klasse 10.9 sogar um 80 %.
den, wenn folgende Bedingung für die Flan- Bei zugbeanspruchten Schrauben besteht
sche eingehalten wird: die Gefahr, dass die Anschlusskonstruktionen
über die Schraubenköpfe hinweg abgerissen
Af,net · 0,9 · fu / gM2 ≥ Af · fy / gM0
werden. Die Schraubenköpfe werden dabei
Dabei ist Af die Fläche des zugbeanspruchten durch die Bleche „gestanzt“. Die Tragfähigkeit
Flansches. Ein Lochabzug im Zugbereich von einer Schraube bezüglich Durchstanzen ist mit
Stegblechen ist nicht notwendig, wenn die
Bp,Rd = 0,6 · p · dm · tp · fu / gM2
o. g. Bedingung für die gesamte Zugzone, die
sich aus Zugflansch und Zugbereich des Steg- zu ermitteln. Dabei ist dm der Mittelwert aus
bleches zusammensetzt, sinngemäß erfüllt Eckmaß und Schlüsselweite des Schrauben-
wird. Außer bei übergroßen Löchern und kopfes oder der Schraubenmutter. Maßgebend
Langlöchern müssen Löcher in der Druck- ist der kleinere Wert. tp ist die Blechdicke des
zone vom Querschnitt nicht abgezogen wer- angeschlossenen Bleches. (Anmerkung: Gemäß
den, wenn sie mit den Verbindungsmitteln DIN EN 1993-1-8 ist tp die Blechdicke der Schei-
gefüllt sind. be. Dies ist offensichtlich nicht zutreffend.) Das
• Abschnitt 6.2.6 Querkraftbeanspruchung Durchstanzen ist in der Regel nicht maßgebend,
Bei Verbindungen ist daher der Nettoquer- weil aufgrund der Blechbiegung entsprechend
schnitt anzusetzen. dicke Bleche benötigt werden. Beispielsweise
erhält man für eine Schraube M30 der Festig-
keitsklasse 10.9 und ein 15 mm dickes Blech
5.5 Zugverbindungen der Kategorien D und E aus S 235 die folgende Durchstanzkraft:
Bp,Rd = 0,6 · p · (5,0 + 5,54) / 2 · 1,5 · 36,0 / 1,25
Für Zugverbindungen der Kategorie D (nicht
= 429 kN
vorgespannt) dürfen Schrauben der Festigkeits-
klassen 4.6 bis 10.9 verwendet werden. Bei der Der Vergleich mit der maximalen Schrau-
Kategorie E (vorgespannt) sind in der Regel benzugkraft von 403,9 kN (siehe Tabelle 5.7)
hochfeste Schrauben der Festigkeitsklassen 8.8 zeigt, dass das Durchstanzen für tp ≥ 15 mm bei
und 10.9 einzusetzen. Die Tragfähigkeit einer Schrauben bis M30 der Festigkeitsklasse 10.9
Schraube bezüglich einer Zugkraft in Richtung nicht maßgebend ist.
der Schraubenachse ist mit Zugkräfte können in Schrauben nur einge-
leitet werden, wenn sie durch Bleche dorthin
Ft,Rd = k2 · fub · As / gM2
übertragen werden. Die Bleche werden dabei
zu ermitteln. Als Beiwert ist k2 = 0,9 bei norma- durch Biegemomente beansprucht (Blechbie-
len Schraubenköpfen anzusetzen, jedoch bei gung). Häufig ist die Blechbiegung das maßge-
Senkschrauben nur k2 = 0,63. Tabelle 5.7 zeigt bende Tragfähigkeitskriterium und muss daher
eine Zusammenstellung von Schraubenzug- unbedingt beachtet werden. In der Regel wird
kräften für gängige Schraubengrößen. Im Ver- die Biegemomententragfähigkeit eines Bleches

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Geschraubte Verbindungen im Stahlbau

der Breite b und der Dicke t nach der Plastizitäts- trägt, so ist in der Regel der Bemessungswert
theorie wie folgt bestimmt: der Abschertragfähigkeit Fv,Rd (siehe Abschnitt
5.4) aller Verbindungsmittel mit einem Abmin-
Mpl,Rd = 0,25 · b · t2 · fy / gM0
derungsbeiwert bLf abzumindern. Er kann wie
Einzelheiten der Nachweisführung werden in Abb. 5.1 angegeben bestimmt werden.
in Abschnitt 5.12 behandelt. Wenn man eine Abminderung so weit wie mög-
lich vermeiden will, sollten für den Lochabstand
p1 die kleinsten Abstände, also p1 = 2,2 · d0,
5.6 Kombination Scher-/Lochleibung und Zug gewählt werden. Die Abminderung wird erst
dann wirksam, wenn mehr als n = 1 + 6,8 d / d0
Sofern Schrauben durch Scherkräfte (Kat. A) Schrauben nebeneinander angeordnet werden.
und gleichzeitig durch Zugkräfte (Kat. D und E)
beansprucht werden, ist diese Kombination mit
der folgenden Bedingung nachzuweisen: 5.9 Einschnittige Scherverbindungen
Fv,Ed Ft,Ed mit einer Schraubenreihe
––––––– + –––––––––––––– ≤ 1,0
Fv,Rd 1,4 · Ft,Rd In einschnittigen Anschlüssen mit nur einer
Schraubenreihe sollten Scheiben sowohl unter
dem Schraubenkopf als auch unter der Mutter
5.7 Scherverbindungen der Kategorien B und C eingesetzt werden. Die Lochleibungstragfähig-
keit Fb,Rd der Schrauben ist zu begrenzen auf:
Gemäß Tabelle 1.1 handelt es sich um gleit-
Fb,Rd ≤ 1,5 fu · d · t / gM2
feste Verbindungen, bei denen die Kräfte durch
Reibung übertragen werden. Sie werden in Im Vergleich zur Ermittlung von Fb,Rd in Ab-
der Baupraxis relativ selten eingesetzt und da- schnitt 5.4 bedeutet dies, dass ab · k1 = 1,5 an-
her hier nicht im Detail behandelt (siehe auch gesetzt wird, also 60 % des maximal möglichen
Abschnitt 4.3). Wertes. Bei Schrauben der Festigkeitsklassen 8.8
und 10.9 in einschnittigen Anschlüssen mit
nur einer Schraube oder einer Schraubenreihe
5.8 Lange Scherverbindungen sind in der Regel gehärtete Scheiben zu ver-
wenden.
Wenn der Abstand Lj zwischen den Achsen
des ersten und des letzten Verbindungsmittels
in einem langen Anschluss, gemessen in Rich-
tung der Kraftübertragung, mehr als 15 · d be-

Abb. 5.2: Einschnittige Verbindung mit einer Schraubenreihe

5.10 Einschenklig angeschlossene Winkel


unter Zugbelastung

Die Exzentrizität von Anschlüssen sowie


die Einflüsse von Loch- und Randabständen der
Schrauben sind in der Regel bei der Bestimmung
der Tragfähigkeiten von
• unsymmetrischen Bauteilen und
• symmetrischen Bauteilen, deren Anschluss
unsymmetrisch erfolgt, z. B. bei einseitig an-
geschlossenen Winkeln,
zu berücksichtigen.
Einschenklig mit einer Schraubenreihe an-
geschlossene Winkel, siehe Abb. 5.3, dürfen wie
zentrisch belastete Winkel bemessen werden,
wenn die Tragfähigkeit Nu,Rd mit einem effekti-
Abb. 5.1: Abminderungsfaktor für lange Scherverbindungen ven Nettoquerschnitt wie folgt bestimmt wird:

29
322 Geschraubte Verb 110712_D 322 12.07.12 09:31 Seite 30

Merkblatt 322

bei einer Schraube: von Schraubengruppen, was durch die Kombi-


2,0 · (e2 – 0,5 · d0) · t · fu nation von Schub- und Zugversagen der An-
Nu,Rd = ––––––––––––––––––––––––––––––––––––– schlussbleche verursacht wird. Für eine symme-
gM2
trisch angeordnete Schraubengruppe unter zen-
bei zwei Schrauben: trischer Belastung ergibt sich der Widerstand
b2 · Anet · fu gegen Blockversagen zu:
Nu,Rd = ––––––––––––––––––
gM2 fy
Veff,1,Rd = fu · Ant / gM2 + –––−−
––– · Anv / gM0
bei drei und mehr Schrauben: √3
b3 · Anet · fu Dabei ist Ant die zugbeanspruchte und Anv
Nu,Rd = –––––––––––––––––– die schubbeanspruchte Querschnittsfläche. Für
gM2
eine Schraubengruppe unter exzentrischer Be-
b2, b3 Abminderungsbeiwerte abhängig vom lastung wird in DIN EN 1993-1-8 folgender
Lochabstand p1 gemäß Tabelle 5.8. Grenzwert angegeben:
Zwischenwerte dürfen linear interpo- fy
liert werden. Veff,2,Rd = 0,5 · fu · Ant / gM2 + ––––−−
–– · Anv / gM0
Anet Nettoquerschnittsfläche des Winkel- √3
profils. Bei ungleichschenkligen Winkel-
profilen mit Anschluss des kleineren
Schenkels ist für Anet die Nettoquer-
schnittsfläche eines entsprechenden
gleichschenkligen Winkelprofils mit
einer Schenkellänge gleich der kleineren
Schenkellänge anzunehmen.

Abb. 5.4: Blockversagen von Schraubengruppen


bei Knotenblechen

Abb. 5.3: Einschenklig angeschlossene Winkel


Abb. 5.5: Blockversagen von Schraubengruppen
an Trägerenden
Lochabstand p1 ≤ 2,5 d0 ≥ 5,0 d0
2 Schrauben b2 = 0,4 b2 = 0,7
3 Schrauben und mehr b3 = 0,5 b3 = 0,7
5.12 T-Stummel mit Zugbeanspruchung
Tabelle 5.8: Abminderungsbeiwerte b2 und b3
Zur Berechnung der Tragfähigkeit der fol-
genden Grundkomponenten geschraubter An-
5.11 Blockversagen von Schraubengruppen schlüsse kann das Modell des äquivalenten
T-Stummels mit Zugbeanspruchung verwendet
Bei den in Abb. 5.4 und 5.5 dargestellten werden:
Anschlüssen kann es zum Herausreißen der • Stützenflansch mit Biegebeanspruchung
Anschlussbereiche kommen, wenn große An- • Stirnblech mit Biegebeanspruchung
schlusskräfte in relativ kleinen Anschlussberei- • Flanschwinkel mit Biegebeanspruchung
chen übertragen werden sollen. Gemäß DIN EN • Fußplatte mit Biegebeanspruchung infolge
1993-1-8 handelt es sich um das Blockversagen Zugbeanspruchung

30
322 Geschraubte Verb 120712_D 322 13.07.12 10:25 Seite 31

Geschraubte Verbindungen im Stahlbau

Tabelle 5.9:
Abstützkräfte können auftreten, d.h. Lb ≤ Lb*
Tragfähigkeit
Modus 1 Verfahren 1 Verfahren 2 (alternatives Verfahren) F T,Rd eines
T-Stummel-
4 · Mpl,1,Rd (8n – 2ew) Mpl,1,Rd
Ohne Futterplatten F T,1,Rd = ––––––––––– FT,1,Rd = –––––––––––––––––––– Flansches bei
m 2mn – ew (m + n)
Zugbean-
4 · Mpl,1,Rd + 2 · Mbp,Rd (8n – 2ew) Mpl,1,Rd + 4n Mbp,Rd spruchung
Mit Futterplatten F T,1,Rd = –––––––––––––––––––––––– FT,1,Rd = –––––––––––––––––––––––––––––––––
m 2mn – ew (m + n)

2 · Mpl,2,Rd + nS Ft,Rd
Modus 2 F T,2,Rd = ––––––––––––––––––––––––
m+n
Modus 3 F T,3,Rd = S Ft,Rd

Keine Abstützkräfte

2 · Mpl,1,Rd
Modus 1 und Modus 2 F T,1,Rd = F T,2,Rd = ––––––––––––
m

Modus 3 F T,3,Rd = S Ft,Rd

Modus 1: Vollständiges Fließen des Flansches


Modus 2: Schraubenversagen gleichzeitig mit Fließen des Flansches
Modus 3: Schraubenversagen

Die in Tabelle 5.9 enthaltenen Parameter haben Ft,Rd Bemessungswert der Zugtragfähigkeit
folgende Bedeutung: der Schraube, siehe Tabelle 5.7
Lb Dehnlänge der Schraube, angesetzt mit der ∑Ft,Rd Summe aller Ft,Rd der Schrauben im
gesamten Klemmlänge (Gesamtdicke des Blech- T-Stummel
pakets und der Scheiben), plus der halben
∑ℓeff,1 Wert von ∑ℓeff für Modus 1
Schraubenkopfhöhe und halben Mutternhöhe.
Bei Ankerschrauben die Dehnlänge, angesetzt ∑ℓeff,2 Wert von ∑ℓeff für Modus 2
mit der Summe aus dem 8-fachen Schrauben- emin, m und tf sind in Abb. 5.6 dargestellt
durchmesser, den Dicken der Mörtelschicht,
der Fußplatte, der Scheiben und der halben fy,bp Streckgrenze der Futterplatten
Mutternhöhe. (siehe Abb. 5.7)
tbp Dicke der Futterplatten
8,8 · m3 · As · n b
L b *= ––––––––––––––––– ew = dw/4
∑ℓeff,1 · t f 3 dw Durchmesser der Scheibe oder Eckmaß des
FT,Rd Bemessungswert der Zugtragfähigkeit Schraubenkopfes oder der Mutter je nach
eines T-Stummel-Flansches Maßgeblichkeit
Mpl,1,Rd = 0,25 ∑ℓeff,1 t f 2 f y / gM0
Anmerkung: Bei Verfahren 2 wird angenommen, dass
Mpl,2,Rd = 0,25 ∑ℓeff,2 t f 2 f y / gM0 die zwischen T-Stummel-Flansch und Schraubenkopf
bzw. Mutter wirkenden Kräfte gleichmäßig verteilt sind
Mbp,Rd = 0,25 ∑ℓeff,1 t bp 2 fy,bp / gM0
und nicht konzentriert in der Schraubenachse angreifen
Q Abstützkraft (siehe Skizze in Tabelle 5.9). Diese Annahme führt zu
n = emin , jedoch n ≤ 1,25 · m einer höheren Tragfähigkeit für Modus 1.
nb Anzahl der Schraubenreihen
(mit 2 Schrauben je Reihe)

Die Abmessungen eines äquivalenten T-Stum- Werte für die drei möglichen Versagensarten
mel-Flansches sind in Abb. 5.6 angegeben. Modus 1, Modus 2 und Modus 3 anzusetzen.
Seine Tragfähigkeit kann mithilfe von Tabelle Treten keine Abstützkräfte auf, ist die Zugtrag-
5.9 bestimmt werden. Wenn Abstützkräfte auf- fähigkeit FT,Rd eines T-Stummel-Flansches als
treten können, ist die Zugtragfähigkeit FT,Rd der kleinste der Werte für die beiden möglichen
eines T-Stummel-Flansches als der kleinste der Versagensarten nach Tabelle 5.9 festzulegen.

31
322 Geschraubte Verb 110712_D 322 12.07.12 09:31 Seite 32

Merkblatt 322

Abb. 5.6: Abmessungen eines äquivalenten Abb. 5.7: Stützenflansch mit Verstärkungsblechen
T-Stummel-Flansches (Futterplatten)

Abschnitt 6.2.4 der DIN EN 1993-1-8 ent- DIN EN 1993-1-8 für ausgesteifte und nicht aus-
hält ergänzende Regelungen für Verstärkungs- gesteifte Stützenflansche sowie für Stirnbleche
bleche, einzelne Schraubenreihen, Schrauben- bestimmt werden. Als Beispiel ist hier die Er-
gruppen und Gruppen von Schraubenreihen, mittlung wirksamer Längen für Stirnbleche
die bei der Ermittlung der Tragfähigkeit zu be- in Tabelle 5.10 dargestellt. Der Beiwert a in
achten sind (siehe Abb. 5.7). Abb. 5.8 wird benötigt, wenn aufgrund zusätz-
licher Aussteifungen (im Vergleich zu Abb. 5.6
rechts) die Schraubenkräfte in zwei Richtungen
5.13 Stirnbleche mit Biegebeanspruchung übertragen werden können.
Die Durchführung der Berechnungen wird
Zur Ermittlung der Tragfähigkeit von T-Stum- mit den Berechnungsbeispielen in den Abschnit-
mel-Flanschen mithilfe von Tabelle 5.9 werden ten 6.5 und 6.6 erläutert.
wirksame Längen ℓeff benötigt. Sie können nach

Tabelle 5.10:
Lage der Schraubenreihe Schraubenreihe als Teil
Wirksame
Schraubenreihe einzeln betrachtet einer Gruppe von Schraubenreihen
Längen für
Stirnplatten Kreisförmiges Nicht kreisförmiges Kreisförmiges Nicht kreisförmiges
Muster Muster Muster Muster
ℓeff,cp ℓeff,nc ℓeff,cp ℓeff,nc
Der kleinste Der kleinste Wert von:
Wert von: 4mx + 1,25ex
Äußere Schraubenreihe
2pmx e + 2mx + 0,625ex – –
neben Trägerzugflansch
pmx + w 0,5bp
pmx + 2e 0,5w + 2mx + 0,625ex

0,5p + am
Innere Schraubenreihe am
2pm pm + p – (2m + 0,625e)
neben Trägerzugflansch (a siehe Abb. 5.8)
(a siehe Abb. 5.8)

Andere innere
2pm 4m + 1,25e 2p p
Schraubenreihe

Andere äußere
2pm 4m + 1,25e pm + p 2m + 0,625e + 0,5p
Schraubenreihe

Modus 1: ℓeff,1 = ℓeff,nc, jedoch ℓeff,1 ≤ ℓeff,cp Σℓeff,1 = Σℓeff,nc, jedoch Σℓeff,1 ≤ Σℓeff,cp

Modus 2: ℓeff,2 = ℓeff,nc Σℓeff,2 = Σℓeff,nc

32
322 Geschraubte Verb 110712_D 322 12.07.12 09:31 Seite 33

Geschraubte Verbindungen im Stahlbau

Abb. 6.1: Anschluss einer Zuglasche

Die Zugkraft wird auf alle Schrauben gleich-


mäßig verteilt, so dass Fv,Ed = 240 / 4 = 60 kN
beträgt.
Zum Nachweis ausreichender Tragfähig-
keit sind das Abscheren und die Lochleibung zu
untersuchen. Außerdem ist die Tragfähigkeit im
Nettoquerschnitt zu überprüfen.

Nachweiskriterium Abscheren:
N
M16–8.8 (Gewinde): d = 16 mm; fub = 800 ––––––2
mm
Abb. 5.8: Beiwert a zur Ermittlung wirksamer Längen für Fv,Rd = av · fub · As / gM2
ausgesteifte Stützenflansche und Stirnplatten = 0,6 · 80 · 1,57 / 1,25 = 60,3 kN
(siehe Tabelle 5.3, Gewinde in der Scherfuge)
Fv,Ed 60,0
6 Bemessungsbeispiele –––––––– = ––––––––– = 0,995 ≤ 1,0
Fv,Rd 60,3
nach DIN EN 1993-1-8
Nachweiskriterium Lochleibung:
6.1 Vorbemerkungen Die Abstände genügen offensichtlich den
Mindestabständen, da die Randabstände größer
In den folgenden Abschnitten werden Nach- als 1,2 d0 und die Lochabstände größer als 2,2 d0
weise für sechs Berechnungsbeispiele geführt. sind.
Grundsätzlich ist dabei vorab zu klären, in wel- Beiwerte k1 und ab nach Tabelle 5.4 (für alle
che Kategorie der geschraubte Anschluss ein- Schrauben):
zuordnen ist und welche Nachweiskriterien ein- p2 6,0
zuhalten sind. Hierzu ist Tabelle 1.1 als Grund- 1,4 · –––– – 1,7 = 1,4 · ––––––– – 1,7 = 2,97
d0 1,8
lage heranzuziehen.
Für in der Praxis häufig vorkommende stan- e2 3,0 kl = 2,5
2,8 · –––– – 1,7 = 2,8 · ––––––– – 1,7 = 2,97
dardisierte Anschlüsse können die Tragfähigkei- d0 1,8
ten nach [2] bestimmt werden. 2,5
Zahlreiche weitere Beispiele sowie ergän-
zende Erläuterungen zum Tragverhalten ge- p1 1 6,0 1
––––––– – ––– = ––––––––––– – ––– = 0,86
schraubter Verbindungen finden sich in [4]. 3 · d0 4 3 · 1,8 4
e1 3,0
––––––– = ––––––––––– = 0,55
3 · d0 3 · 1,8 ab = 0,55
6.2 Anschluss Flachblech/Knotenblech
fub 80
––– = ––––– = 2,2
Der Anschluss entspricht der Kategorie A fu 36
nach Tabelle 1.1 und ist in Abb. 6.1 dargestellt. 1,0

33
322 Geschraubte Verb NACHDRUCK 221012_D 322 23.10.12 09:07 Seite 34

Merkblatt 322

Bemessungswert der Tragfähigkeit: Nachweiskriterium Abscheren:


Fb,Rd = kl · ab · d · t · fu / gM2 N
M20–5.6 (Schaft): d = 20 mm; fub = 500 ––––––
= 2,5 · 0,55 · 1,6 · 1,2 · 36 / 1,25 mm2
= 76,0 kN
50
Nachweis: Fv,Rd = 0,6 · 3,14 · ––––– = 75,4 kN
1,25
Fb,Ed 60 Nachweis mit Fv,Ed = 110 / 2 = 55 kN:
–––––––– = ––––––––– = 0,789 < 1,0
Fb,Rd 76,0
Fv,Ed 55
–––––––– = ––––––––– = 0,730 < 1,0
Fv,Rd 75,4
Tragfähigkeit im Nettoquerschnitt:
Anet = (12 – 2 · 1,8) · 1,2 = 10,08 cm2 Nachweiskriterium Lochleibung:
0,9 · 10,08 · 36
Nu,Rd = –––––––––––––––––––––– = 261 kN Die Mindestrand- und Lochabstände sind ein-
1,25 gehalten (siehe Tabelle 5.5).
NEd = 240 kN < Nu,Rd Beiwerte k1 und ab:
e2 3,6
2,8 · –––– – 1,7 = 2,8 · ––––––– – 1,7 = 2,88
d0 2,2 kl = 2,5
6.3 Einseitig an ein Knotenblech
angeschlossener Winkel 2,5

p1 1 7,0 1
Für den in Abb. 6.2 abgebildeten Anschluss ––––––– – ––– = ––––––––––– – ––– = 0,81
3 · d0 4 3 · 2,2 4
eines zugbeanspruchten Winkels an ein Knoten-
blech sind die Tragfähigkeitsnachweise zu e1 5,0
führen. Auch in diesem Fall kann der Anschluss ––––––– = ––––––––––– = 0,76
3 · d0 3 · 2,2 ab = 0,76
in die Kategorie A (Tabelle 1.1) eingeordnet
werden. fub 50
Gemäß DIN EN 1993-1-8 ist neben den Nach- ––– = ––––– = 1,02
fu 49
weisen gegen Abscheren und Lochleibung auch
die Tragfähigkeit des Profils zu untersuchen. 1,0
Wenn der Nachweis nach Abschnitt 5.10 für 49
einen effektiven Nettoquerschnitt erfolgt, kann Fb,Rd = 2,5 · 0,76 · 0,8 · 2,0 · ––––––
1,25
der Winkel als zentrisch belastet angesehen
= 119,2 kN
werden.
Nachweis:
Fb,Ed 55
–––––––– = –––––––––– = 0,461 < 1,0
Fb,Rd 119,2

Nachweiskriterium Zugstab:
Die Tragfähigkeit des mit zwei Schrauben an-
geschlossenen Winkels darf wie folgt bestimmt
werden:
3,18 – 2,5
b = 0,4 + 0,3 · ––––––––––––– (mit p1 /d = 70/22 = 3,18)
5,0 – 2,5
= 0,48
Anet = 13,89 – 0,8 · 2,2 = 12,13 cm2
0,48 · 12,13 · 49
Nu,Rd = –––––––––––––––––––––––– = 228,2 kN
1,25
Abb. 6.2: Anschluss eines auf Zug beanspruchten Winkels
an ein Knotenblech NEd = 110 kN < Nu,Rd

34
322 Geschraubte Verb 110712_D 322 12.07.12 09:31 Seite 35

Geschraubte Verbindungen im Stahlbau

6.4 Gelenkiger Trägeranschluss mit Winkel

In Abb. 6.3 ist ein gelenkiger Nebenträger-


anschluss an einen Hauptträger dargestellt. Die
verwendeten Anschlusswinkel sind mit zuge-
hörigen Maßen in Abb. 6.4 abgebildet. Die zu
übertragende Querkraft beträgt Vz,Ed = 80 kN
und wirkt in der Stegachse des Hauptträgers.
Für den dargestellten Anschluss sind zwei
Verbindungen nachzuweisen: die Verbindungen
Träger – Winkel und Winkel – Querträger. Sie
werden getrennt voneinander untersucht. Der
Gelenkpunkt liegt im Steg des Hauptträgers.

Abb. 6.4: Detail Anschlusswinkel (S 235) mit Abmessungen

Nachweiskriterium Lochleibung
Nebenträger:
Der Nachweis bezüglich Lochleibung kann
für jede Richtung separat geführt werden. Der
Spalt zwischen Nebenträger und Hauptträger
beträgt planmäßig 5 mm.

Horizontale Richtung:
e l = 55 – 5 = 50 mm → el / d0 = 2,78 Mit
e 2 = 46 mm → e2 / d0 = 2,56 Tab. 5.4
p 2 = 110 mm → p2 / d0 = 6,11 kl · ab = 2,3
Fb,Rd = 2,3 · 0,71 · 1,6 · 36 / 1,25 = 75,2 kN
Fb,Ed 45,1
–––––––– = ––––––––– = 0,600
Fb,Rd 75,2

Abb. 6.3: Anschluss eines Nebenträgers an einen Haupt- Vertikale Richtung:


träger mit Winkeln e l = 46 mm
Mit Tab. 5,4
p 1 = 110 mm
k l · a b = 2,1
e2 = 55 – 5 = 50 mm
Verbindung Nebenträger – Winkel:
Fb,Rd = 2,1 · 0,71 · 1,6 · 36 / 1,25 = 68,7 kN
Schnittgrößen im Schwerpunkt des Winkel-
Fb,Ed 40
anschlusses: –––––––– = ––––––––– = 0,582
Vz,Ed = 80 kN Fb,Rd 68,7
My,Ed = 80 · (5,5 + 1,4 / 2) = 496 kNcm
Nachweiskriterium Lochleibung Winkel:
Schraubenkräfte in x- und z-Richtung sowie Horizontale Richtung:
Resultierende: el = 35 mm → el / d0 = 1,94 Mit
Vz,Ed,i = 80 / 2 = 40 kN e2 = 45 mm → e2 / d0 = 2,50 Tab. 5.4
p2 = 110 mm → p2 / d0 = 6,11 kl · ab = 1,6
Vx,Ed,i = 496 / 11 = 45,1 kN
−−−−−−−−−−−− Fb,Rd = 1,6 · 0,9 · 1,6 · 36 / 1,25 = 66,4 kN
VR,Ed,i = √ 402 + 45,12 = 60,3 kN
Fb,Ed 45,1 / 2
–––––––– = –––––––––––––– = 0,340 < 1,0
Nachweis Abscheren: Fb,Rd 66,4
Fv,Rd,i = 2 · 96,5 = 193 kN (siehe Tabelle 5.3,
Schaft in den Scherfugen, Vertikale Richtung:
2 Scherfugen) analog zur horizontalen Richtung, o.w. N.
Fv,Ed,i 60,3
–––––––––– = ––––––––– = 0,312 < 1,0
Fv,Rd,i 193

35
322 Geschraubte Verb 110712_D 322 12.07.12 09:31 Seite 36

Merkblatt 322

Verbindung Winkel – Hauptträger: Steg:


Schnittgrößen im Schwerpunkt des Schrau- Vz = 180 kN
benbildes: My,versatz = 180 · (10 + 7) / 2 = 1530 kNcm
Vz,Ed = 80 / 2 = 40 kN
Mx,Ed = 40 · (5,5 + 0,71 / 2) = 234,2 kNcm Verbindung Untergurt – Lasche:
Für die Bemessung der Flanschverbindun-
Da die Schraubenkräfte hinsichtlich des gen ist die Laschenverbindung des unteren Flan-
Abscherens in etwa identisch oder kleiner sind, sches maßgebend.
ist der Nachweis offensichtlich erfüllt. Ähnlich
verhält es sich mit dem Nachweis bezüglich Nachweiskriterium Abscheren:
Lochleibung, der im vorliegenden Fall nicht Fv,Ed 785 / 6
maßgebend wird. Neben den Nachweisen für –––––––– = ––––––––––––– = 0,60 < 1,0
die geschraubte Verbindung ist auch die Quer- Fv,Rd 217
schnittstragfähigkeit des Winkels und des aus-
Nachweiskriterium Lochleibung:
geklinkten Trägers zu untersuchen.
el / d0 = 50 / 26 = 1,92
e2 / d0 = 60 / 26 = 2,30 Nach Tab. 5.4
6.5 Biegesteifer Stoß mit Laschen p1 / d0 = 70 / 26 = 2,69 kl · ab = 1,60
p2 / d0 = 140 / 26 = 5,38
Im Folgenden wird der biegesteife Laschen-
Maßgebend ist der Trägerflansch
stoß gemäß Abb. 6.5 betrachtet. Neben der
mit tf = 17,5 mm.
Zugkraft NEd = 250 kN sind das Biegemoment
My,Ed = 160 kNm und die Querkraft Vz,Ed = 180 kN Fb,Ed 785 / 6
–––––––– = ––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––– = 0,676 < 1,0
zu übertragen. Der Anschluss entspricht der Kate- Fb,Rd 1,6 · 1,75 · 2,4 · 36 / 1,25
gorie A nach Tabelle 1.1.
Tragfähigkeit des unteren Flansches:
Abb. 6.5:
0,9 · (26 – 2 · 2,6) · 1,75 · 36
Biegesteifer Stoß NUG,Rd = –––––––––––––––––––––––––––––––––––––––– = 944 kN
eines HEB 260
1,25
NUG,Ed = 785 kN < Nu,Rd

Verbindung Steg – Lasche:


Die maximalen Schraubenkraftkomponen-
ten in x- und z-Richtung betragen (Tabelle 4.1:
a = 0,5; b = 1):
1530 0,5
Fx,Ed = ––––––– · –––––––––––––––––––––––––– = 54,2 kN
8 1 + 1 · (7,0 / 8,0)2

180 7,0
Fz,Ed = –––––– + 54,2 · ––––– = 92,4 kN
Teilschnittgrößen: 4 8,0
Zunächst werden die Beanspruchungen der Nachweiskriterium Abscheren für die zweischnit-
Gurte und des Steges ermittelt. Die Normalkraft tige Verbindung (m = 2):
und das Biegemoment werden den Gurten zu-
−−−−−−−−−−−−−−
geteilt. Die Querkraft wird dem Steg zugewie- Fv,Ed √ 54,22 + 92,42 107,1
–––––––– = –––––––––––––––––––––– = –––––––– = 0,247 < 1,0
sen. Dabei ist das Versatzmoment von der Stoß- Fv,Rd 217 · 2 434
mitte bis zum Schwerpunkt des Schraubenbildes
zu berücksichtigen. Nachweiskriterium Lochleibung:
Vertikale Komponente:
Flansch oben:
el / d0 = 45 / 26 = 1,73
250 16000 e2 / d0 = 50 / 26 = 1,93 Nach Tab. 5.4
NOG = –––––– – –––––––––––––––– = – 535 kN
2 (26 – 1,75) p1 / d0 = 80 / 26 = 3,08 kl · ab = 1,19
Flansch unten: p2 / d0 = 70 / 26 = 2,69

250 16000
NUG = –––––– + –––––––––––––––– = 785 kN
2 (26 – 1,75)

36
322 Geschraubte Verb 110712_D 322 12.07.12 09:31 Seite 37

Geschraubte Verbindungen im Stahlbau

Laschen:
Fb,Ed 92,4
–––––––– = –––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––– = 0,702 < 1,0
Fb,Rd 1,19 · 0,8 · 2 · 2,4 · 36 / 1,25
Steg:
e1/d0 > 3,0; e2 / d0 = 45 / 26 = 1,73
→ k1 · ab = 1,6
Fb,Ed 92,4
–––––––– = –––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––– = 0,836 < 1,0
Fb,Rd 1,6 · 1,0 · 2,4 · 36 / 1,25

Horizontale Komponente:
Bei analoger Vorgehensweise erhält man:
Fb,Ed / Fb,Rd = 54,2 / (1,44 · 1,0 · 2,4 · 36 / 1,25)
= 0,55
Abb. 6.7: T-Stummel des Anschlusses von einem
Zugstabflansch
6.6 Anschluss eines Zugstabes mit Stirnplatte

Ein vertikaler Zugstab soll an einen hori- Mpl,Rd = 0,25 · leff · tp2 · fy / gM0
zontal liegenden Träger mithilfe einer Stirn- = 0,25 · 17 · 22 · 23,5 / 1,0 = 400 kNcm
plattenverbindung angeschlossen werden, siehe Ft,Rd = 176,4 kN
Abb. 6.6. Die Verbindung soll aus Gründen der
Gebrauchstauglichkeit planmäßig vorgespannt Tragfähigkeit des T-Stummels nach Tabelle 5.9
werden. Sie entspricht der Kategorie E nach (vereinfacht, ohne den Steg des IPE 300):
Tabelle 1.1. Lb = 2,0 + 2,6 + 2 · 0,4 + 1,6 / 2 + 1,3 / 2 = 6,85 cm
8,8 · 3,173 · 2,45 · 2
Lb* = ––––––––––––––––––––––3–––––– = 10,1 cm
17,0 · 2,0
Wegen Lb < Lb* können Abstützkräfte auftreten.
4 · 400
FT,1,Rd = –––––––––––
3,17
= 505,0 kN
2 · 400 + 3,0 · 4 · 176,4
FT,2,Rd = –––––––––––––––––––––––––––––––––––
3,17 + 3,0
= 473,0 kN (maßgebend)
FT,3,Rd = 4 · 176,4 = 705,6 kN

Nachweis des T-Stummels:


NEd 400
–––––––– = ––––––– = 0,846 < 1,0
FT,Rd 473

6.7 Biegesteifer Stoß mit Stirnplatten

Abb. 6.6: Anschluss eines Zugstabes mit Stirnplatte Der in Abb. 6.8 dargestellte Stoß (Katego-
rien A und E nach Tabelle 1.1) eines IPE 400 mit
überstehenden Stirnplatten ist für die folgenden
Für die Nachweisführung wird der Anschluss Einwirkungen nachzuweisen:
in zwei T-Stummel-Anschlüsse mit jeweils vier My,Ed = 185 kNm
Schrauben aufgeteilt, siehe Abb. 6.7. Die Zug- Vz,Ed = 100 kN
kraft wird zu gleichen Teilen auf die Gurte auf- Wie bei dem vorherigen Beispiel wird das
geteilt und der günstige Einfluss des Steges wird T-Stummel-Modell verwendet und es wird der
vernachlässigt. günstige Einfluss des Steges vernachlässigt. Den

37
322 Geschraubte Verb 110712_D 322 12.07.12 09:31 Seite 38

Merkblatt 322

Nachweiskriterium Abscheren:
Fv,Ed = 100 / 2 = 50 kN < 150,7 kN = Fv,Rd
(siehe Tabelle 5.3, Schaft in der Scherfuge)

Nachweiskriterium Lochleibung:
Mit e2 / d0 = 45 / 22 = 2,05 ergibt sich ab · k1 =
2,5, so dass Fb,Rd für 1 cm Blechdicke aus
Tabelle 5.6 abgelesen werden kann.
Fv,Ed = 50 kN < 114 · 2,0 = 228 kN = Fb,Rd

7 Normen
Abb. 6.8: Biegesteifer Stoß eines IPE 400 mit Stirnplatten

DIN EN 1090-2
beiden oberen Schrauben wird die Übertra- Ausführung von Stahltragwerken und Alumini-
gung der Querkraft zugewiesen, die daher der umtragwerken – Teil 2: Technische Regeln für
Kategorie A nach Tabelle 1.1 zuzuordnen sind. die Ausführung von Stahltragwerken (2011-10)
Die Schrauben am Untergurt werden gemäß
Abschnitt 4.6 durch Zugkräfte beansprucht und DIN EN 1993-1-1
zusätzlich vorgespannt (Kategorie E). Eurocode 3: Bemessung und Konstruktion von
Stahlbauten – Teil 1-1: Allgemeine Bemessungs-
Die Zugnormalkraft im unteren Flansch beträgt: regeln und Regeln für den Hochbau (2010-12)
NEd = 18500 / (40 – 1,35) = 478,6 kN mit NA (2010-12)

Für die Berechnung der Tragfähigkeit des DIN EN 1993-1-8


T-Stummels werden folgende Werte benötigt: Eurocode 3: Bemessung und Konstruktion von
n = e = 3,0 cm Stahlbauten – Teil 1-8: Bemessung von Anschlüs-
leff = b = 18 cm sen (2010-12) mit NA (12-2010)

m = (9,5 – 1,35) / 2 – 0,8 · 0,9 · √2 = 3,06 cm
Ft,Rd = 176,4 kN DIN EN 14399
Mpl,Rd = 0,25 · 22 · 18 · 23,5 / 1,0 = 423 kNcm Hochfeste planmäßig vorspannbare Schrauben-
verbindungen für den Metallbau
Bemessungswert der Tragfähigkeit unter – Teil 1: Allgemeine Anforderungen (2006-06)
der Annahme, dass sich Abstützkräfte ausbilden – Teil 2: Prüfung der Eignung zum Vorspannen
können: (2006-06)
– Teil 3: System HR – Garnituren aus Sechskant-
4 · 423
FT,1,Rd = ––––––––––– schrauben und -muttern (2006-06)
3,06 – Teil 4: System HV – Garnituren aus Sechskant-
= 553 kN schrauben und -muttern (2006-06)
2 · 423 + 3,0 · 4 · 176,4 – Teil 5: Flache Scheiben (2006-06)
FT,2,Rd = –––––––––––––––––––––––––––––––––––
3,06 + 3,0 – Teil 6: Flache Scheiben mit Fase (2006-06)
= 489 kN (maßgebend) – Teil 7: System HR – Garnituren aus Senkschrau-
ben und Muttern (2008-03)
FT,3,Rd = 4 · 176,4 = 705,6 kN – Teil 8: System HV – Garnituren aus Sechskant-
Passschrauben und Muttern (2008-03)
Nachweis des T-Stummels: – Teil 9: System HR oder HV – Direkte Kraft-
NEd 478,6 anzeiger für Garnituren aus Schrauben und
–––––––– = –––––––––– = 0,979 < 1,0 Muttern (2009-07)
FT,Rd 489 – Teil 10: System HRC – Garnituren aus Schrau-
ben und Muttern mit kalibrierter Vorspan-
Die Querkraft wird den beiden Schrauben nung (2009-07)
im Bereich des oberen Trägerflansches zuge-
wiesen.

38
322 Geschraubte Verb 110712_D 322 12.07.12 09:31 Seite 39

Geschraubte Verbindungen im Stahlbau

DIN EN 15048-1 DIN EN ISO 7091


Garnituren für nicht planmäßig vorgespannte Flache Scheiben – Normale Reihe, Produktklasse
Schraubenverbindungen für den Metallbau – C (2000-11)
Teil 1: Allgemeine Anforderungen (2007-07)
DIN ISO 724
DIN EN 20898-2 Metrische ISO-Gewinde allgemeiner Anwen-
Mechanische Eigenschaften von Verbindungs- dung – Grundmaße (ISO 724:1993 + Cor. 1:2009)
elementen – Teil 2: Muttern mit festgelegten (2010-01)
Prüfkräften; Regelgewinde (1994-02)
DIN ISO 965-1
DIN EN ISO 286-2 Metrisches ISO-Gewinde allgemeiner Anwen-
Geometrische Produktspezifikation (GPS) – ISO- dung – Toleranzen – Teil 1: Prinzipien und
Toleranzsystem für Längenmaße – Teil 2: Tabel- Grundlagen (1999-11)
len der Grundtoleranzgrade und Grenzabmaße
für Bohrungen und Wellen (2010-11) DIN ISO 1891
Mechanische Verbindungselemente – Benennun-
DIN EN ISO 898-1 gen (2009-09)
Mechanische Eigenschaften von Verbindungs-
elementen aus Kohlenstoffstahl und legiertem
Stahl – Teil 1: Schrauben mit festgelegten Festig-
keitsklassen – Regelgewinde und Feingewinde 8 Literatur
(2009-08)
[1] Oberegge, O., Hockelmann, H.-P.:
DIN EN ISO 4014 Bemessungshilfen für profilorientiertes Konstru-
Sechskantschrauben mit Schaft – Produktklassen ieren. Stahlbau-Verlagsgesellschaft mbH, 3. Auf-
A und B (2011-06) lage, Köln 1997

DIN EN ISO 4016 [2] Typisierte Anschlüsse im Stahlhochbau.


Sechskantschrauben mit Schaft – Produktklasse Stahlbau-Verlagsgesellschaft, 2. Auflage, Düssel-
C (2011-06) dorf 2002

DIN EN ISO 4017 [3] Schmidt, H., Stranghöner, N.:


Sechskantschrauben mit Gewinde bis Kopf – Pro- Ausführung geschraubter Verbindungen nach
duktklassen A und B (2011-07) DIN EN 1090-2. Stahlbau-Kalender 2011, Verlag
Ernst & Sohn, Berlin 2011
DIN EN ISO 4018
Sechskantschrauben mit Gewinde bis Kopf – Pro- [4] Kindmann, R., Stracke, M.:
duktklasse C (2011-07) Verbindungen im Stahl- und Verbundbau. Verlag
Ernst & Sohn, 2. Auflage, Berlin 2009
DIN EN ISO 4032
Sechskantmuttern, Typ 1 – Produktklassen A und [5] Kindmann, R., Kraus, M., Niebuhr, H. J.:
B (2012-05) Stahlbau kompakt. Verlag Stahleisen, 2. Auflage,
Düsseldorf 2008
DIN EN ISO 4033
Sechskantmuttern, Typ 2 – Produktklassen A und [6] Schneider, S., Ungermann, D.:
B (2012-05) Geschraubte Anschlüsse und Verbindungen nach
DIN EN 1993-1-8. Stahlbau 89, Verlag Ernst &
DIN EN ISO 4034 Sohn, Berlin 2010
Sechskantmuttern – Produktklasse C (2012-06)
[7] Weynand, K., Stark, S.:
DIN EN ISO 7089 Anwendungen von Schrauben im Stahlbau. Merk-
Flache Scheiben – Normale Reihe, Produktklasse blatt 322, Stahl-Informations-Zentrum, Düssel-
A (2000-11) dorf 2001

DIN EN ISO 7090


Flache Scheiben mit Fase – Normale Reihe, Pro-
duktklasse A (2000-11)

39
322 Geschraubte Verb 110712_D 322 12.07.12 09:30 Seite 40

Stahl-Informations-Zentrum
im Stahl-Zentrum
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