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Frühere Ausgabe: 01.05 Entwurf Former edition: 01/05 Draft

ICS 35.240.60

 

VDI-RICHTLINIEN

 

April 2006

VEREIN

   

Anforderungen an Transpondersysteme zum Einsatz in der Supply Chain Allgemeiner Teil

     

VDI 4472

 

DEUTSCHER

   

INGENIEURE

 

Blatt 1 / Part 1

 
 

Requirements to be met by transponder systems for use in the supply chain General

 

Ausg. deutsch/englisch Issue German/English

Die deutsche Version dieser Richtlinie ist verbindlich.

 

The German version of this guideline shall be taken as authorita- tive. No guarantee can be given with respect to the English trans- lation.

Inhalt

Seite

Contents

Page

1 Einführung und Problemstellung

 

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1 Introduction and problem

 

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1.1 Wie und warum kann der Einsatz der Transpondertechnologie helfen, Prozesse

 

1.1 How and why can the use of transponder technology help to improve processes?

 

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zu verbessern? .

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1.2 Aufbau der Richtlinie

 

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1.2 Structure of this guideline

 

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2 Stand der Technik

 

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2 State of technology

 

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2.1

Transpondertechnologie

 

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2.1

Transponder technology

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2.1.1 Prinzip der induktiven Kopplung

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2.1.1 The principle of inductive coupling .

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2.1.2 Electromagnetic backscatter

 
 

2.1.2 Elektromagnetische Backscatter-

 

coupling

 

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Kopplung

 

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2.1.3 Components of an RFID system

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2.1.3 Komponenten eines RFID-Systems

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2.1.4 Transponder.

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2.1.4 Transponder .

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2.1.5 Schreib-/Leseeinheit (Reader)

 

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2.1.5 Read/write unit (reader) .

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2.1.6 Auswerteeinheit.

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2.1.6 Analysing unit

 

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3 Begriffe und Definitionen .

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3 Terms and definitions

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Schrifttum

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VDI-Gesellschaft Fördertechnik Materialfluss Logistik

 
 

Fachbereich B5

 
 

VDI-Handbuch Materialfluss und Fördertechnik, Band 5

 

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VDI 4472 Blatt 1 / Part 1

1 Einführung und Problemstellung

1.1 Wie und warum kann der Einsatz der Transpon- dertechnologie helfen, Prozesse zu verbessern?

Ein gut strukturierter sowie technisch abgesicherter Informationsfluss mit validen Daten stellt heutzutage ein wesentliches Element im Rahmen des Auf- und Ausbaus von Materialflusssystemen dar. Dieser In- formationsfluss ist von der physischen Ebene der Ma- terialflusstechnik über verschiedene Schnittstellen, wie Identifikationssysteme oder auch Analysesysteme, gegeben. In Bereichen automatisierter Arbeitsabläufe stellt dabei die Datenerfassung die wesentliche Ver- bindung zwischen Leit- oder Führungsebene und dem eigentlichen Produktionsprozess her. Die zuneh- mende Bedeutung des Informationsbedarfs betrifft neben den Materialflusssystemen immer häufiger auch Dienstleistungsbereiche, die Beschaffungs- und Distributionslogistik, den Handel sowie die Produk- tionsbetriebe.

Für die Zukunft wird es von besonderer Bedeutung sein, ein Kommunikationssystem zu errichten, das alle Teilnehmer der Supply Chain, vom Rohstoffher- steller über den Produzenten und Logistikdienstleis- ter bis hin zum Einzelhändler mit einschließt. Auch im Hinblick auf eine Intensivierung der Service- leistung für den Kunden am Point of Sale (POS) sind neue und ergänzende Informationsmedien im Ver- kauf notwendig. Unter der Zielsetzung „Optimierung der logistischen Prozesskette“ ist es daher erforder- lich, dass sich alle beteiligten Unternehmen mit dem Einsatz neuer, bereits zur Verfügung stehender Infor- mations- und Identifikationstechnologien auf Basis elektronischer Datenträger auseinandersetzen. Geeig- netes Medium hierzu ist die so genannte RFID (Radio Frequency Identification)-Technologie – oftmals auch als Transpondertechnologie bezeichnet. Diese findet dabei heute bereits, neben der etablierten Barcode- Technologie, langsam aber mit zunehmender Tendenz ihren Einsatz als warenbegleitende Informations- und Identifikationstechnologie in Logistikketten.

1.2 Aufbau der Richtlinie

Um den unterschiedlichen Anwendungsfeldern des Einsatzes der RFID-Technologie in der Supply Chain einschließlich differenzierter Branchenanforderun- gen, Perspektiven der einzelnen Zielgruppen sowie technologischen Varianten des RFID-Einsatzes gerecht zu werden, wird die Richtlinie in mehreren Blättern mit unterschiedlichen Detaillierungs- und Speziali- sierungsgraden erarbeitet. Das hier vorliegende Blatt 1 beinhaltet weitgehend allgemeine Technolo- giebeschreibungen sowie Definitionen.

1 Introduction and problem definition

1.1 How and why can the use of transponder technology help to improve processes?

A well-structured and technically safe information

flow of valid data has come to form an essential ele-

ment for designing and extending materials-flow sys- tems. This information flow from the physical level

of materials-flow technology is linked via various in-

terfaces such as identification systems or analytical systems. In areas where work processes are auto- mated, data acquisition is, then, the crucial link be- tween the control or management level and the actual production process. In addition to the materials-flow systems, it is the fields of service, procurement and

distribution logistics that are concerned more and more often by the ever-growing importance of the need for information.

It will be particularly important in future to establish

a communication system that includes all links in the

textile chain, from the raw-materials supplier via the

clothing manufacturer and logistics service provider

up to the retailer. New and supplementary informa-

tion media in sales are also needed in view of an in- tensified customer service at the point of sale (POS). Defining the “optimisation of the logistic process chain” as objective, all companies involved are there-

fore required to consider the use of new, available in- formation and identification techniques on the basis

of electronic media. The so-called RFID (Radio Fre-

quency Identification) – often also called transponder technology – is a suitable means to this end. There is,

already today, a slow but increasing tendency to use this technology, in addition to the established bar code technology, as an information and identification technology accompanying the goods in logistics chains.

1.2 Structure of this guideline

The guideline consists of several parts having differ- ent degrees of detailing and specialisation so as to take into account the various fields of application of RFID technology in the supply chain, including differentiated requirements of various branches, per- spectives of the individual target groups and techno- logical variants of RFID applications. This Part 1

– General – contains largely general descriptions of technology and definitions.

VDI 4472 Blatt 1 / Part 1

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In der Richtlinie VDI 4472 Blatt 2 erfolgt ein Fokus auf passive hochfrequente (13,56 MHz) RFID-Sys- teme und deren Einsatz in der textilen Kette. In die- sem Teil der Richtlinie werden wichtige Kriterien und relevante Größen, die in Zusammenhang mit der 13,56-MHz-Technologie stehen, erläutert. Darüber hinaus werden in der VDI 4472 Blatt 2 die techni- schen Anforderungen an Transpondersysteme spezi- fiziert.

Weitere Blätter sollen neben den niederfrequenten und ultrahochfrequenten Spezifikationen und Tech- nologiebetrachtungen in der textilen Kette auch tech- nologiespezifische Ausprägung für unterschiedliche RFID-Systeme in anderen Branchen, wie Mehrweg- und Kühllogistik, die keinen Bezug zum textilen Segment haben, enthalten und dokumentieren.

2 Stand der Technik

2.1 Transpondertechnologie

2.1.1 Prinzip der induktiven Kopplung

Induktiv gekoppelte RFID-Systeme sind eng mit den weit verbreiteten Chipkarten verwandt. Das Prinzip beruht auf der Speicherung von Daten auf einem elektronischen Datenträger, dem so genannten Trans- ponder. Die Energieversorgung des Datenträgers so- wie die Kommunikation erfolgt unter Verwendung von elektromagnetischen Feldern (vgl. Bild 1). Zur Erkennung der Transponder werden entsprechende Schreib-/Leseeinheiten eingesetzt, die aus Antenne, einem Hochfrequenz-Modul zum Empfangen und Senden sowie einer Auswerteeinheit bestehen. Die Antenne sendet auf spezifischen Frequenzen ein elek- tromagnetisches Feld aus, das auf den Transponder abgestimmt ist. Gerät der Transponder in das Lese- feld einer Antenne, wird er aktiviert und sendet die auf seinem Speicherchip enthaltenen Daten an die Leseeinrichtung. Es kommen bei der induktiven Kopplung die Frequenzbereiche Low Frequency (LF) 100 kHz bis 135 kHz und High Frequency (HF) 13,56 MHz zum Einsatz.

2.1.2 Elektromagnetische Backscatter-Kopplung

Bei Systemen, die mit der Backscatter-Kopplung arbeiten, sendet das Lesegerät elektromagnetische Wellen aus. Ein Teil der Wellenleistung wird vom Transponder empfangen, die Wellen mit den Daten aus dem Transponderchip versehen und an das Schreib-/Lesegerät zurückgestrahlt. Bei Backscatter- Systemen werden die Frequenzbereiche UHF (Ultra High Frequency) 868 MHz in Europa bzw. 915 MHz in Nordamerika und SHF (Short High Frequency) 2,45 GHz verwendet.

Guideline VDI 4472 Part 2 focuses on passive high- frequency (13,56 MHz) RFID systems and their use in the textile chain. This part of the guideline explains important criteria and relevant quantities in connec- tion with 13,56-MHz technology. In addition, VDI 4472 Part 2 specifies the technical requirements to be met by transponder systems.

Further parts are intended to contain and document not only low-frequency and ultra-high-frequency specifications and technological considerations in the textile chain, but also the technology specifics of var- ious RFID systems in such branches as multipath lo- gistics and reefer logistics are not related to the textile segment.

2 State of technology

2.1 Transponder technology

2.1.1 The principle of inductive coupling

Inductively coupled RFID systems are close relatives of the widely used chip cards. The principle is based on the storage of information on an electronic data carrier, the so-called transponder. Energy supply to, and communication with, the data carrier is by means of electromagnetic fields (see Figure 1). Transponder recognition relies on appropriate read/write units consisting of an antenna, a high-frequency module for transmitting and receiving, and an analysing unit. The antenna emits an electromagnetic field at specific frequencies matched to the transponder. When the transponder enters the reading field of an antenna, it is activated and transmits the data stored on its mem- ory chip to the reader. The frequency ranges used for inductive coupling are low frequency (LF) 100 kHz to 135 kHz, and high frequency (HF), 13,56 MHz.

2.1.2 Electromagnetic backscatter coupling

In systems relying on backscatter coupling, the reader emits electromagnetic waves. Part of the waves’ power is received by the transponder, and data from the transponder chip are impressed upon the waves and sent back to the read/write unit. Back- scatter systems use the UHF (Ultra High Frequency), 868 MHz in Europe and 915 MHz in North America, and SHF (Short High Frequency), 2,45 GHz fre- quency ranges.

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VDI 4472 Blatt 1 / Part 1

– 4 – VDI 4472 Blatt 1 / Part 1 Bild 1. Prinzipielle Funktionsweise eines RFID-Systems
– 4 – VDI 4472 Blatt 1 / Part 1 Bild 1. Prinzipielle Funktionsweise eines RFID-Systems
– 4 – VDI 4472 Blatt 1 / Part 1 Bild 1. Prinzipielle Funktionsweise eines RFID-Systems
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– 4 – VDI 4472 Blatt 1 / Part 1 Bild 1. Prinzipielle Funktionsweise eines RFID-Systems
– 4 – VDI 4472 Blatt 1 / Part 1 Bild 1. Prinzipielle Funktionsweise eines RFID-Systems
– 4 – VDI 4472 Blatt 1 / Part 1 Bild 1. Prinzipielle Funktionsweise eines RFID-Systems

Bild 1. Prinzipielle Funktionsweise eines RFID-Systems

Figure 1. Functioning principle of an RFID system

2.1.3 Komponenten eines RFID-Systems

Prinzipiell besteht ein RFID-System aus:

• (mindestens) einem Transponder (Tag, RFID- Label, mobiler Datenträger)

• einer Lese(Erfassungs-)- bzw. einer Schreib-/ Leseeinheit 1) (Reader) mit Antenne(n)

• physikalischen Schnittstellen

• einer Auswerteeinheit (z.B. Datenbank)

2.1.4 Transponder

Transponder stellen quasi die unterste Ebene der Komponenten eines RFID-Systems dar. Das Wort Transponder setzt sich dabei aus Transmitter (Sender) und Responder (Empfänger) zusammen. Ein Trans- ponder ist bei der induktiven Kopplung ein elektri- scher Schwingkreis und bei der Backscatterkopplung ein Dipol – der als Sende- und Empfangsantenne dient – mit einem angeschlossenen mikroelektroni- schen Schaltkreis (Chip), bestehend aus einer Steuer- logik und einem Datenspeicher.

Transponder können in verschiedenen Bauformen, wie z.B. als Klebeetiketten (Smart Label), Knöpfe oder Hard Disk, Textiletiketten, Chipkarten, als rei- nes Folienetikett usw. und in verschiedenen Größen realisiert werden. Hierbei können die Gehäuse je

1) Im weiteren Verlauf der vorliegenden Richtlinie wird aus Praktikabi- litätsgründen, sofern nicht ausdrücklich erforderlich, der Ausdruck Schreib-/Leseeinheit oder Schreib-/Lesegerät oder Reader verwendet.

2.1.3 Components of an RFID system

The basic components of an RFID system are:

• (at least) one transponder (tag, RFID label, mobile data carrier)

its

• one

reader

or

read/write

unit

including

antenna(e) 1)

• physical interfaces

• an analysing unit (such as a database)

2.1.4 Transponder

Transponders are at the lowest level of the compo- nents of an RFID system. The term transponder is composed of transmitter (sender) and responder (re- ceiver). In the case of inductive coupling, the transponder is an electrical oscillator. In the case of backscatter coupling, it is a dipole serving as transmitting and re- ceiving antenna, plus a connected microelectronic circuit (chip) consisting of control logic and data memory.

Transponders come in various designs such as adhe- sive labels (smart labels), buttons or hard disks, textile labels, chip cards, pure film labels, etc., and in vari- ous sizes. Depending on the needs of the application, the package may be designed to be hermetically

1) For practical reasons, this guideline will, unless there are express rea- sons not to do so, use the term read/write unit or reader.

VDI 4472 Blatt 1 / Part 1

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VDI 4472 Blatt 1 / Part 1 – 5 – Bild 2. Grundsätzlicher Aufbau eines Transponders
VDI 4472 Blatt 1 / Part 1 – 5 – Bild 2. Grundsätzlicher Aufbau eines Transponders
VDI 4472 Blatt 1 / Part 1 – 5 – Bild 2. Grundsätzlicher Aufbau eines Transponders
VDI 4472 Blatt 1 / Part 1 – 5 – Bild 2. Grundsätzlicher Aufbau eines Transponders

Bild 2. Grundsätzlicher Aufbau eines Transponders

Figure 2. Basic transponder structure

nach Bedarf hermetisch verschlossen, äußerst robust und widerstandsfähig gegen Schmutz, Schock, Vib- ration, Feuchtigkeit, Druck, Chemikalien und Tem- peratureinflüsse ausgeführt sein.

Transponder lassen sich in drei unterschiedliche Systeme unterteilen. Es wird unterschieden zwischen Transpondern, die herstellerseitig mit einer unikaten, nicht veränderbaren Identifikationsnummer beschrie- ben sind und nachfolgend nicht mehr umprogram- miert werden können (festprogrammierte oder fest- codierte Transponder, Read Only Transponder), Transponder die nur einmal beschrieben und dann nicht mehr umprogrammiert werden können (Write Once Read Many (WORM) Transponder) und solchen, die neben einer unikaten Identifikationsnummer ein Austauschen oder Überschreiben von zusätzlich ge- speicherten Informationen erlauben (programmier- bare Transponder, Read/Write Transponder).

Des Weiteren unterscheidet man zwischen Transpon- dern, die die benötigte Energie für den Datenerhalt und den Betrieb des Mikrochips einer Batterie (aktive Transponder) oder aus dem elektromagnetischen Feld, mit dem sie angeregt werden, entnehmen (bat- terielose, passive Transponder).

Sobald ein Transponder in den Bereich einer Schreib-/Leseeinheit gerät, sendet der Transponder den Inhalt seines Datenspeichers an die Schreib-/ Leseeinheit oder erhält neue Daten, die auf dem Mikrochip gespeichert werden. Solange sich der Transponder innerhalb des Übertragungsbereiches befindet, erfolgt der Dialog bzw. die Datenübertra- gung zyklisch. Die Sicherheit der Datenübertragung

sealed, extremely robust and resistant to contamina- tion, shock, vibration, humidity, pressure, chemicals and the effects of temperature.

Three different systems of transponders are distin- guished. A distinction is made between transponders into which the manufacturer programmes a unique, non-editable identification number and which do not allow re-programming (fixed-programmed or fixed- encoded read-only transponders), transponders on which data can be written only once, not allowing any subsequent re-programming (Write Once Read Many (WORM) transponders) and transponders which al- low for the exchanging or overwriting of information stored in addition to a unique identification number (programmable transponders, read/write transponders).

A further distinction is made between active trans- ponders, whose requirement of energy for data stor- age and operation of the microchip is covered by a battery, and passive transponders without battery, which draw the energy required from the electromag- netic field by which they are excited.

As soon as a transponder enters the range of a read/write unit, it will transmit the content of its data memory to that read/write unit or will receive new data to be stored on the microchip. The dialogue or data transmission is recurrent as long as the trans- ponder dwells within the transmission range. Data transmission to the read/write unit is secured by means of a suitable protocol. The range of data trans-

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ist durch ein entsprechendes Datenprotokoll zur Schreib-/Leseeinheit gegeben. Die Reichweite der Datenübertragung ist abhängig von der Frequenz, der Antennengröße des Transponders, der Schreib-/Lese- einheit und davon, ob es sich um einen passiven bzw. aktiven Transponder und um das Übertragungsprin- zip induktive oder Backscatter-Kopplung handelt. Transponder benötigen keine Sichtverbindung zur Schreib-/Leseeinheit und können durch alle nicht- ferromagnetischen Stoffe hindurch gelesen werden (vgl. hierzu auch VDI 4472 Blatt 2).

2.1.5 Schreib-/Leseeinheit (Reader)

Reader lassen sich – auch wenn grundsätzliche Un- terschiede in den Kopplungsarten, den Kommunika- tionsarten und den Frequenzbereichen bestehen – in zwei Funktionsblöcke aufteilen, ein Hochfrequenz- Modul mit Antenne (bestehend aus Sender und Emp- fänger) und eine Steuerung. Die Aufgabe des Hoch- frequenz-Moduls besteht darin, eine hochfrequente Sendeleistung zu generieren, Daten, die auf Trans- ponder geschrieben werden sollen, zu modulieren und Daten von Transpondern zu empfangen und zu demodulieren. Mittels der Antenne wird, zum berüh- rungslosen Senden und Empfangen über die Luft- schnittstelle, ein elektromagnetisches Feld aufgebaut bzw. werden elektromagnetische Wellen ausgesen- det. Die Steuerung überwacht und regelt den gesam- ten Vorgang und organisiert den Austausch mit der Auswerteeinheit. Weiterhin erfolgt durch die Steue- rung die Codierung und die Decodierung von Signa- len sowie gegebenenfalls die Ausführung eines Anti- kollisionsalgorithmus zur Pulkerfassung und/oder eine Ver- und Entschlüsselung der Daten. Eine wei- tere Aufgabe der Steuerung liegt in der Kommunika- tion mit der Auswerteeinheit über eine physikalische Schnittstelle (z.B. RS232, RS485, WLAN, USB oder Ethernet) und einem definierten Datenaustauschpro- tokoll. Erfolgt der Informationsaustausch nur in eine Richtung (bei Verwendung von festcodierten Daten- trägern) spricht man von einer Leseeinheit. Bei der Verwendung programmierbarer Datenträger erfolgt der Informationsaustausch durch eine Schreib-/Lese- einheit in beide Richtungen. Zur Übertragung der In- formationen werden elektromagnetische Felder (in- duktive Kopplung) oder elektromagnetische Wellen (Backscatter-Kopplung) verwendet.

Grundsätzlich kann bei den Schreib-/Lesegeräten auch eine Unterscheidung in Bezug auf die zu ver- richtende Erfassung oder ihre Portabilität vorgenom- men werden. Während stationäre Schreib-/Leseein- heiten in der Regel fest an einem Punkt installiert sind und dort eine Objektidentifizierung vornehmen, können mobile Erfassungsgeräte (Handhelds, Hand-

mission depends on the frequency, the size of the transponder antenna, the read/write unit, the type of power supply of the transponder (active or passive transponder) and on whether transmission is via in- ductive or backscatter coupling. Transponders do not rely on visual contact between the transponder and the read/write unit and may be read through all non- ferromagnetic materials (see also VDI 4472 Part 2).

2.1.5 Read/write unit (reader)

Even where basic differences exist in the types of coupling, the modes of communication and the fre- quency ranges, two functional blocks may be dis- tinguished in readers: the high-frequency module including its antenna (consisting of transmitter and receiver) and a controller. The high-frequency mod- ule serves to generate high-frequency transmitter power, to modulate data to be written to transponders, and to receive and de-modulate data received from transponders. The antenna serves to generate an elec- tromagnetic field or to emit electromagnetic waves for contactless transmitting and receiving via the air interface. The controller monitors and controls the entire process and organises the exchange with the analysing unit. Furthermore, the controller serves for encoding and decoding signals and executes any anti- collision algorithm for bulk identification and/or en- cryption and decryption of data. As a further task, the controller communicates with the analysing unit via a physical interface (such as RS232, RS485, WLAN, USB or Ethernet), using a defined data-exchange pro- tocol. In the case of one-way data transfer (where fixed-encoded data carriers are used), the unit is termed a reader. When using programmable data car- riers, information is exchanged in both directions by a read/write unit. Data transmission relies on electro- magnetic fields (inductive coupling) or electromag- netic waves (backscatter coupling).

A basic distinction of read/write units may also be made on the basis of their identification task or port- ability. Whereas stationary read/write units are, as a rule, installed in one place where they perform an ob- ject identification task, mobile identification units (handhelds, portable readers or handheld terminals) can be used practically anywhere thanks to their di-

VDI 4472 Blatt 1 / Part 1

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lesegeräte oder Handheld-Terminals) auf Grund ihrer Abmaße und ihres Gewichts quasi überall eingesetzt werden. Die Datenübertragung bei den Handhelds zu einem übergeordneten System erfolgt per Funk oder via Dockingstation. Die klassischen Bauformen für stationäre Schreib-/Leseeinheiten (einschließlich Antennen) stellen Tunnel-, Gate- oder Einzelanten- nen dar (vgl. hierzu auch VDI 4472 Blatt 2).

2.1.6

Auswerteeinheit

Die Auswerteeinheit (z.B. Datenbank auf einem Ser- ver-PC) stellt die der Schreib-/Leseeinheit überge- ordnete Ebene dar. Hier laufen alle Daten, die vom Reader erfasst werden, zusammen. Über ein definier- tes Kommunikationsprotokoll und eine physikalische Schnittstelle erfolgt der Datenaustausch zwischen Auswerteeinheit und Schreib-/Leseeinheit. Es wer- den Daten vom Schreib-/Lesegerät empfangen und ausgewertet sowie gegebenenfalls Daten, die auf ei- nem Transponder gespeichert werden sollen, an das Schreib-/Lesegerät übertragen.

3 Begriffe und Definitionen

Aktive Transponder Aktive Transponder besitzen eine integrierte Span- nungsversorgung, welche die Energie zum Betrieb des Mikrochips ganz oder zumindest teilweise (Stütz- batterie) zur Verfügung stellt. Dies bedingt die im Vergleich zu passiven Transpondern oftmals recht voluminöseren Bauformen und eine geringere Be- triebsdauer; es wird jedoch meist ein größerer Spei- cherplatz zur Verfügung gestellt.

Passive Transponder Passive Transponder besitzen keine eigene Energie- versorgung. Daher muss die gesamte Energie zum Betrieb passiver Transponder dem von dem Reader ausgesandten elektromagnetischen Feld bzw. den abgestrahlten elektromagnetischen Wellen entzogen werden.

Multitagfähigkeit „Multitagfähigkeit“ bezeichnet die Fähigkeit des Readers, sich aus mehreren im Lesefeld befindlichen Transpondern einen einzelnen Transponder „heraus- zugreifen“ und mit diesem zu kommunizieren.

mensions and weight. In the case of handhelds, data are transmitted to a higher-level system by wireless or via a docking station. The classical designs of station- ary read/write units (including antennae) are tunnel, gate and single antennae (see also VDI 4472 Part 2).

2.1.6 Analysing unit

The analysing unit (such as a database on a server computer) is the level superior to the read/write unit. All data gathered by the reader converge here. Data are exchanged between the analysing unit and the read/write unit via a physical interface, using a de- fined communication protocol. Data are received and analysed by the read/write unit, and any data for stor- age on a transponder are transmitted to the read/write unit.

3 Terms and definitions

Active transponders Active transponders are equipped with an integrated power supply providing either all or part (back-up battery) of the energy for operating the microchip. This is the reason for their often considerable volume when compared to passive transponders and for their reduced service life; however, they mostly offer more memory.

Passive transponders Passive transponders have no power supply of their own. This means that the entire energy for operating a passive transponder must be drawn from the elec- tromagnetic field or the electromagnetic waves emit- ted by the reader.

Multi-tag capability “Multi-tag capability” denotes the capability of the reader to “pick out” one out of several transponders within its reading field to communicate with it.

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VDI 4472 Blatt 1 / Part 1

Pulkfähigkeit Unter dem Begriff „Pulkfähigkeit“ ist die Eigen- schaft zu verstehen, dass mehrere, sich gleichzeitig im Lesefeld einer entsprechenden Schreib-/Leseein- heit befindliche Transponder nahezu simultan erfasst gelesen und beschrieben werden können.

Einweg-/Mehrwegtransponder In Abhängigkeit der Ausführungsform von Trans- pondern werden so genannte Einweg- und Mehrweg- transponder unterschieden. Als Einwegtransponder werden allgemein solche Transponder bezeichnet, die in der Ausführung z.B. als (Klebe-) Etiketten für die einmalige und dauerhafte Kennzeichnung von Produkten und Verpackungen vorgesehen sind und am Ende des Produkt-, Verpackungs- oder Kenn- zeichnungslebenszyklus als eine Einheit mit dem Produkt, der Verpackung oder dem Kennzeich- nungsetikett einer Entsorgung zugeführt werden. Mehrwegtransponder hingegen werden auf Grund ih- rer in der Regel robusten Ausführungsform am Ende des Lebenszyklus bzw. Kennzeichnungszyklus von einer zu identifizierenden Einheit getrennt und zur Kennzeichnung einer neuen Einheit eingesetzt.

Festcodierte Transponder Festcodierte bzw. festprogrammierte (Read Only) Transponder verfügen herstellerseitig über einen Speicherchip, der eine festcodierte unikate Serien- nummer trägt. Diese Nummer kann nicht verändert werden. Zusätzliche Informationen können auf dem Speicherchip nicht hinterlegt werden. Der Transpon- der dient in diesem Fall als ein rein referenzierendes Medium, das eine Vorhaltung der zugehörigen Daten der gekennzeichneten Einheit in einer zentralen Da- tenbank erfordert.

Frei programmierbare Transponder Frei programmierbare (Read-/Write) Transponder verfügen herstellerseitig ebenfalls über eine fest- codierte Seriennummer, die nicht geändert werden kann. Daneben bieten diese Transponder die Mög- lichkeit zusätzliche Daten auf dem Speicherchip zu hinterlegen, die beliebig geändert, gelöscht oder er- gänzt werden können. Darüber hinaus können oft- mals, durch Einsatz so genannter Kryptoverfahren, auch einzelne Bereiche auf dem Chip gegen unbefug- ten Zugriff geschützt werden.

Write Once Read Many (WORM) Transponder Auch WORM-Transponder verfügen herstellerseitig über eine festcodierte Seriennummer, die nicht geän- dert werden kann. Darüber hinaus können auf diesen Transponder einmalig Daten auf dem Speicherchip

Bulk capability The term “bulk capability” denotes the capability of the read/write unit to almost simultaneously detect, read, and write to, several transponders which dwell within its reading field at any one time.

Single-use/multi-use transponders Single-use and multi-use transponder are distin- guished depending on the design. The term “single- use transponders” is generally used for those trans- ponders which are designed, e.g. as (adhesive) labels, for just one permanent identification of products and packagings, and which will be disposed of together with the product, packaging or identification label at the end of the product or packaging life cycle or iden- tification cycle, respectively. The usually robust design of multi-use transponders, on the other hand, allows them to be separated from the item to be identified at the end of the life cycle or identification cycle, to be used for identifying a different item.

Fixed-encoded transponders Fixed-encoded or fixed-programmed (read only) transponders are provided by the manufacturer with a memory chip bearing a fixed-encoded unique serial number. This number cannot be modified. No addi- tional information can be stored on the memory chip. The transponder is, then, a mere referencing medium which requires the data pertinent to the identified item to be stored in a central database.

Reprogrammable transponders Reprogrammable (read/write) transponders, too, are provided by the manufacturer with a fixed-encoded serial number that cannot be modified. In addition, these transponders offer the possibility of storing further data on the memory chip; these data can be modified, deleted and supplemented arbitrarily. Often, so-called crypto methods allow to protect individual areas of the chip from unauthorised access.

Write Once Read Many (WORM) transponders WORM transponders are also provided by the manu- facturer with a fixed-encoded serial number that cannot be modified. Furthermore, additional data can once be written to the memory chip of these trans-

VDI 4472 Blatt 1 / Part 1

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hinterlegt werden. Eine Änderung, eine Ergänzung oder ein Löschen dieser Daten ist nach der Program- mierung jedoch nicht mehr möglich. Der Grundge- danke dieses Ansatzes besteht darin, dass z.B. ein Electronic Product Code in dem Datenspeicher eines Tags hinterlegt wird, dieser zwar beliebig oft ausge- lesen, aber nachträglich nicht verändert werden kann.

EPC-Transponder Der EPC (Electronic Product Code) ist ein Kodie- rungsschema, welches vom Auto-ID-Center des MIT (Massachusetts Institute of Technology) entwickelt wurde und mit dessen Hilfe jedes Objekt, gleichgül- tig ob es sich dabei um ein einzelnes Konsumgut, einen Ladungsträger, eine logistische Einheit, ein Packstück etc. handelt, eindeutig identifiziert werden kann. Bei dem EPC handelt es sich quasi um einen „verlängerten Barcode“ auf Basis von EAN-Stan- dards, der sich jedoch nicht optisch, sondern auf elek- tronischer Basis auf dem Identifikationsmedium be- findet und auch noch Unterscheidungen von an sich identischen Objekten zulässt. Der EPC ist ein integra- ler Bestandteil der Datenstruktur von EPC kompatib- len Transpondern und gibt über die genauen Spezifi- kationen eines Objektes in Form einer Seriennummer Auskunft. Der Ursprungsgedanke von EPC lag aus wirtschaftlichen Gründen darin, dass sich als einzige Information auf einem EPC Transponder nur eine entsprechende EPC Nummer (im 96-Bit-Format) befindet. 2)

Close-Coupling-Systeme Hierbei handelt es sich um so genannte eng gekop- pelte Systeme, bei denen der Transponder entweder in ein Lesegerät eingesteckt oder auf einer dafür vor- gesehenen Oberfläche positioniert werden muss und bei denen nur Reichweiten bis zu ca. 1 cm erzielt werden können. Bei diesen Systemen wird in der Re- gel ein hoher Sicherheitsstandard bei der Datenerfas- sung gewährleistet.

Proximity-Coupling-Systeme Wenn für den Einsatz von RFID-Systemen geringe Reichweiten bis ca. 15 cm ausreichen, spricht man von so genannten „Proximity-Coupling-Systemen“, die in der Regel sehr preisgünstig sind und mit einer geringen Feldstärke arbeiten.

2) Der EPC ist für den zukünftigen Einsatz der Transpondertechnologie von hoher Relevanz, kann auf Grund der Komplexität an dieser Stelle aber nur kurz behandelt werden. Für weiterführende Informationen sei deshalb an EPC Global verwiesen.

ponders. However, once programmed, these data cannot be modified, supplemented or deleted any more. The basic idea of this approach is that, e.g., an electronic product code is stored in the data memory of a tag, which can be read out any number of times, but does not allow subsequent modification.

EPC-Transponder The EPC (Electronic Product Code) is an encoding scheme developed by the Auto-ID-Center of the MIT (Massachusetts Institute of Technology), allowing unambiguous identification of any object, regardless of whether it is a single consumer product, a loading aid, a logistic unit, a packing unit, etc. The EPC is, so to speak, an “extended bar code” based on EAN standards, which is stored on the identification me- dium not optically but electronically, and which even allows to distinguish objects that are intrinsically identical. The EPC is an integral part of the data structure of EPC compatible transponders and pro- vides information, in terms of a serial number, on the precise specifications of an object. The EPC ap- proach was motivated by considerations of economy, the only information stored on an EPC transponder being the EPC number (in 96-bit format). 2)

Close-coupling systems These are so-called closely coupled systems where the transponder is either inserted into a reader or must be positioned on a surface designed for that purpose, and where ranges of up to approximately 1 cm only are achieved. These systems usually assure a high de- gree of reliability in the transmission of data.

Proximity-coupling systems The term “proximity-coupling systems” is used where short ranges of up to approximately 15 cm are sufficient for the use of RFID systems. These systems are usually very economical and work at low field strengths.

2) The EPC is highly relevant to the future use of transponder techno- logy. However, due to its complexity, it cannot be dealt with but super- ficially in this guideline. Reference is made to EPC Global for further information.

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VDI 4472 Blatt 1 / Part 1

Remote-Coupling-Systeme Systeme, bei denen die Lese- und/oder Schreibreich- weite bis zu ca. 1,5 m reicht, werden als „Remote- Coupling-Systeme“ (oder auch Vicinity-Coupling- Systeme), das heißt ferngekoppelte Systeme bezeich- net. Bei allen Remote-Coupled-Systemen existiert eine induktive Kopplung zwischen Lesegerät und Transponder. Die durch die induktive Kopplung über- tragbare Betriebsenergie ist je nach Entfernung des Transponders zum Lesegerät sehr gering.

Long-Range-Systeme Bei RFID-Systemen mit Reichweiten bis zu mehre- ren Metern spricht man von so genannten „Long- Range-Systemen“. Bei diesen Systemen wird mit elektromagnetischen Wellen gearbeitet.

Schrifttum/Bibliography

VDI 4472 Blatt/Part 2 : 2006-04 Anforderungen an Transponder- systeme zum Einsatz in der Supply Chain; Einsatz der Transpon- dertechnologie in der textilen Kette; HF-Systeme (Requirements to be met by transponder systems for use in the supply chain; Use of transponder systems in the textile chain; HF systems). Berlin:

Beuth Verlag

Remote-coupling systems Systems where a reading and/or writing range of up to approximately 1,5 m is sufficient are termed “remote-coupling systems” (or “vicinity-coupling systems”), i.e. systems which couple at a remote range. The coupling between the reader and the trans- ponder is inductive in all remote-coupling systems. The energy that can be transmitted by the inductive coupling for the operation of the transponder may be very small, depending on the distance of the trans- ponder from the reader.

Long-range systems RFID systems with ranges up to several meters are termed “long-range systems”. These systems use electromagnetic waves.