Sie sind auf Seite 1von 8

Über den richtigen Umgang mit

der Staatsmafia
Warum Steuerhinterziehung, Bestechung und Fahnenflucht keine
Verbrechen und Staatsschulden nichtig sind
Murray Rothbard, The Ethics of Liberty, 1982
(Auszug – Kapitel 24 „The Moral Status Of Relations To The State“)
Wenn der Staat also eine riesige Maschinerie institutionalisierten
Verbrechens und der Aggression ist – also die „Organisation
politischer Mittel“ zur Vermögensaneignung –, dann bedeutet das,
dass der Staat eine kriminelle Organisation ist und sein moralischer
Status daher bedeutend von all jenen abweichen muss, bei denen es
sich um legitime Eigentümer handelt … Und das bedeutet, dass es
sich bei dem moralischen Status von Verträgen mit dem Staat,
Zusagen von ihm und ihm gegenüber, ebenfalls völlig anders verhält.
Es bedeutet beispielsweise, dass niemand moralisch dazu verpflichtet
ist, dem Staat zu gehorchen – außer wenn der Staat lediglich legitime
Eigentumstitel vor Aggression schützt –, da der Staat als eine
kriminelle Organisation, deren ganzes Einkommen und gesamtes
Vermögen von dem Verbrechen der Besteuerung herrühren,
überhaupt kein legitimes Eigentum besitzen kann.
Das bedeutet, dass es nicht ungerecht oder unmoralisch sein kann,
dem Staat keine Steuern zu zahlen, sich das Eigentum des Staats
anzueignen – das sich in der Hand von Aggressoren befindet –, sich
zu weigern, staatlichen Anweisungen Folge zu leisten, oder Verträge
mit dem Staat zu brechen (da es nicht ungerecht sein kann, Verträge
mit Verbrechern zu brechen).
Aus moralischer Sicht, aus Perspektive einer angemessenen
politischen Philosophie, ist das „Stehlen“ vom Staat – d. h. das
Entfernen von Eigentum aus den Händen Krimineller – also eine Art
Anwendung des„Heimstattprinzips“, bei dem man den legitimen
Eigentumstitel an diesem Gut erwirbt, nur dass man sich hier mittels
des Heimstattprinzips kein ungenutztes Land aneignet, sondern es
sich von einem kriminellen Sektor der Gesellschaft nimmt, was eine
positive Sache ist.
Es kann jedoch eine Einschränkung gemacht werden, und zwar dort,
wo der Staat ganz unzweideutig Eigentum von einer ganz bestimmten
Person gestohlen hat. Nehmen Sie beispielsweise einmal an, dass der
Staat Juwelen gestohlen hat, die Herrn Braun gehören. Wenn Herr
Grün die Juwelen vom Staat stiehlt, begeht er damit aus Perspektive
der libertären Theorie kein Verbrechen. Nichtsdestotrotz sind die
Juwelen nicht sein Eigentum und es wäre gerechtfertigt, dass Braun
Zwangsmaßnahmen einsetzt, um sich die Juwelen von Grün
zurückzuholen.
Der überwiegende Teil staatlicher Konfiskation findet jedoch in Form
der Besteuerung statt – die Gelder landen dann in einem
gemeinsamen Topf und es ist unmöglich, spezifische Eigentümer
spezifischer Güter zu identifizieren. Wer ist beispielsweise der legitime
Eigentümer eines Staudamms oder eines Postgebäudes? In diesen
Fällen, die weit häufiger vorkommen, wäre Grüns Diebstahl oder die
Aneignung mittels des Heimstattprinzips also legitim und nicht
kriminell, und der legitime Eigentumstitel würde mittels des
Heimstattprinzips auf Grün übergehen.
Und den Staat zu belügen, ist dann erst recht legitim. Genauso, wie
niemand moralisch dazu verpflichtet ist, einem Räuber
wahrheitsgemäß zu antworten, wenn er gefragt wird, ob sich
irgendwelche Wertgegenstände im Haus befinden, kann auch von
niemand moralisch verlangt werden, ähnliche Fragen des Staats
wahrheitsgemäß zu beantworten, beispielsweise wenn jemand seine
Einkommenssteuererklärung ausfüllt.
All das soll nun natürlich nicht bedeuten, dass man sich für zivilen
Ungehorsam, die Nichtzahlung von Steuern, das Lügen gegenüber
dem Staat oder den Diebstahl vom Staat aussprechen oder diese
Dinge einfordern sollte, da dies angesichts der höheren Gewalt, die
dem staatlichen Apparat innewohnt, durchaus unklug sein könnte.
Was wir jedoch damit sagen, ist, dass diese Aktionen gerecht und
moralisch völlig in Ordnung sind. Die Beziehungen zum Staat werden
für die involvierten Privatpersonen – die den Staat wie einen aktuell
dominierenden Feind behandeln müssen – so zu rein rationalen und
pragmatischen Erwägungen.
Viele Libertäre kommen bei speziellen Beziehungen zum Staat
durcheinander, selbst wenn sie die allgemeine Unmoralität oder
Kriminalität staatlicher Aktionen oder Interventionen einräumen. Daher
gibt es auch die Frage der Zahlungsunfähigkeit auf Staatsschulden
oder, etwas weiter gefasst, des Erlasses von Staatsschulden. Viele
Libertäre behaupten, die Regierung sei moralisch dazu verpflichtet,
ihre Schulden zurückzuzahlen, weshalb eine Zahlungsunfähigkeit oder
ein Schuldenerlass vermieden werden muss.
Das Problem ist, dass diese Libertären ihre völlig legitime These, dass
Personen oder private Institutionen ihre Verträge einhalten und ihre
Schulden zurückzahlen sollten, direkt auf den Staat übertragen. Aber
die Regierung besitzt selbst kein Geld, und die Zahlung ihrer Schulden
bedeutet, dass der Steuerzahler nur noch stärker dazu gezwungen
wird, die Anleihehalter zu bezahlen. Ein solcher Zwang kann aus
libertärer Sicht aber nie legitim sein.
Und da eine erhöhte Besteuerung nur noch mehr Zwang und noch
stärkere Aggression gegen Privateigentum bedeutet, erscheinen die
vermeintlich unschuldigen Anleihehalter überdies auch in einem völlig
anderen Licht, wenn man bedenkt, dass mit dem Kauf
einer Staatsanleihe lediglich in das zukünftige vom Raubzug der
Besteuerung herrührende Beutegut investiert wird. Als williger und
erwartungsvoller Investor in das künftige Beutegut des Staats
erscheint der Anleihehalter – im Gegensatz zu dem, was gemeinhin
angenommen wird – aber auf einmal in einem völlig anderen
moralischen Licht.
Eine weitere Frage, die in eine neue Perspektive gesetzt werden
muss, ist das Problem des Vertragsbruchs gegenüber dem Staat. Wir
haben ja bereits unsere Auffassung dargelegt, dass durchsetzbare
Verträge eines ordentlichen Transfers von Eigentumstiteln bedürfen,
nicht von Versprechen, und es in einer freien Gesellschaft daher auch
legitim ist, aus einer Armee auszutreten, selbst wenn man freiwillig
einen Vertrag unterzeichnet hat, mit dem man über einen längeren
Zeitraum angeworben wurde.
Doch ungeachtet der Fragestellung, welche Vertragstheorie wir auch
immer anwenden mögen, betreffen derartige Erwägungen ja nur
Privatarmeen im freien Markt. Da staatliche Armeen kriminelle
Aggressoren sind – in ihren Handlungen wie auch in ihren Mitteln der
Einkommensgenerierung –, wäre es moralisch völlig gerechtfertigt,
eine staatliche Armee jederzeit zu verlassen, ganz egal, wie die
Vertragsbedingungen auch immer aussehen mögen. Es ist moralisch
das Recht einer jeden Person, dies zu tun, obwohl auch hier die
Frage, ob eine derartige Maßnahme ratsam ist oder nicht, auf einem
völlig anderen Blatt steht …
Schauen wir uns vor diesem Hintergrund auch noch einmal die Frage
der Bestechung von Staatsbediensteten an. Wir haben ja bereits
gesehen, dass der Bestecher in einer freien Gesellschaft oder im
freien Markt legitim handelt, wohingegen der Bestochene jemanden
betrügt (beispielsweise seinen Arbeitgeber) und es verdient,
strafrechtlich belangt zu werden. Aber was ist mit der Bestechung von
Staatsbediensteten?
Hier muss zwischen „aggressiver“ und „defensiver“ Bestechung
unterschieden werden. Die „aggressive“Bestechung sollte als illegitim
und aggressiv erachtet werden, wohingegen
die „defensive“ Bestechung als angemessen und legitim erachtet
werden sollte.
Nehmen wir eine typische „aggressive Bestechung“: Ein Mafiaboss
besticht Polizisten, andere mit ihm im Wettbewerb stehende
Spielcasinobetreiber aus einem bestimmten territorialen Gebiet
auszuschließen. Der Mafioso kollaboriert hier mit der Regierung, um
mit Gewalt gegen die mit ihm im Wettbewerb stehenden
Spielcasinobesitzer vorzugehen. Der Mafioso ist in diesem Fall ein
Initiator und Gehilfe staatlicher Aggression gegen seine Mitbewerber.
Eine „defensive Bestechung“ hingegen hat einen völlig anderen
moralischen Status. In solch einem Fall – beispielsweise Herr
Robinson, der feststellt, dass Spielcasinos in einem bestimmten
Gebiet verboten sind, und Polizisten besticht, um den Betrieb
seines Casinos zu erlauben – handelt es sich um eine völlig legitime
Reaktion auf eine bedauernswerte Situation.
Fakt ist, dass der defensiven Bestechung weltweit eine bedeutende
gesellschaftliche Funktion zuteilwird, da die Unternehmen in vielen
Ländern ohne das Schmiermittel der Bestechung überhaupt nicht
operieren könnten; auf diese Weise können sie lähmende oder
destruktive Verordnungen und Abgaben vermeiden.
Eine „korrupte Regierung“ muss daher nicht zwingend eine schlimme
Sache sein; verglichen mit einer„unbestechlichen Regierung“, deren
Beamte die Gesetze mit großer Strenge durchsetzen, kann
die„Korruption“ zumindest ein teilweises Aufblühen freiwilliger
Transaktionen und Handlungen einer Gesellschaft ermöglichen.
Natürlich sind in beiden Fällen weder die Verordnungen noch die
Verbote oder die Vollzugsbeamten selbst gerechtfertigt, da es weder
die Verordnungen noch die Verbote oder die Vollzugsbeamten geben
dürfte.
In einigen Bereichen wird bei bestehenden Gesetzen oder
Auffassungen eine radikale Unterscheidung zwischen Privatpersonen
und Staatsbediensteten vorgenommen. So wird gesagt, dass
das „Recht auf Privatsphäre“ oder das Recht zu Schweigen bei
Staatsbediensteten, deren Aufzeichnungen und Handlungen der
öffentlichen Bewertung zugänglich sein sollten, keine Anwendung
finden sollte.
Es gibt zwei demokratische Argumente, Vertretern des Staats
das Recht auf Privatsphäre abzusprechen, die, obschon sie nicht strikt
libertär sind, soweit sie reichen, ihren Wert haben: 1. In einer
Demokratie kann die Öffentlichkeit nur dann über öffentliche Fragen
entscheiden und Vertreter des Staats wählen, wenn die Öffentlichkeit
vollumfänglich über die Operationen der Regierung Bescheid weiß. 2.
Da der Steuerzahler für die Regierung aufkommen muss, sollte er
über das Recht verfügen zu erfahren, was die Regierung treibt.
Das libertäre Argument würde hier noch hinzufügen, dass – da die
Regierung eine Aggressor-Organisation gegen die Rechte und ihre
Bürger ist – die vollumfängliche Offenlegung ihrer Operationen
zumindest ein Recht wäre, das die Bürger dem Staats abringen und
vielleicht dazu nutzen könnten, der Staatsmacht Widerstand zu leisten
oder die Staatsmacht zu reduzieren …
Viele anarchistische Libertäre behaupten, es sei unmoralisch, Wählen
zu gehen oder sich an politischen Aktionen zu beteiligen. Das
Argument ist, dass der Libertäre dem Staatsapparat durch eine solche
Teilnahme an staatlichen Aktivitäten seinen moralischen Segen geben
würde. Doch eine moralische Entscheidung muss eine freie
Entscheidung sein – der Staat hingegen platziert die Menschen einer
Gesellschaft in ein unfreies Umfeld, in eine allgemeine Matrix des
Zwangs. Der Staat existiert – bedauerlicherweise –, und die
Menschen müssen also ganz zwangsläufig innerhalb dieser Matrix
damit beginnen, ihre Bedingungen zu erleichtern.
Lysander Spooner hat ja darauf hingewiesen, dass die Wahlteilnahme
in einem Umfeld staatlichen Zwangs keine freiwillige Zustimmung
impliziert. In Wirklichkeit ist es so, dass, wenn uns der Staat schon
erlaubt, regelmäßig unsere Herrscher auszuwählen – so
eingeschränkt diese Auswahl auch sein mag –, es mit Sicherheit nicht
als unmoralisch erachtet werden kann, wenn man diese beschränkte
Chance nutzt, um zu versuchen, sich der staatlichen Macht zu
entledigen.
Der Staat ist also nicht einfach ein Teil der Gesellschaft. Der
überwiegende Teil dieses Buches zielt ja gerade darauf ab zu
veranschaulichen, dass es sich beim Staat nicht – so wie es die
meisten utilitaristischen Freimarktökonomen glauben – um eine
legitime gesellschaftliche Institution handelt, die lediglich dazu neigt,
bei den meisten ihrer Aktivitäten stümperhaft und ineffizient zu sein.
Ganz im Gegenteil: Der Staat ist eine inhärent illegitime Institution
organisierter Aggression, also organisierter und geregelter Verbrechen
gegen die Menschen und ihr Eigentum.
Anstatt für die Gesellschaft also notwendig zu sein, handelt es sich
beim Staat um eine zutiefst antisoziale Institution, die parasitisch von
den produktiven Aktivitäten der Privatbürger lebt. Moralisch muss der
Staat also als eine illegitime und sich außerhalb des gewöhnlichen
libertären Rechtssystems – das die Rechte und legitimen
Eigentumstitel von Privatbürgern eingrenzt und sicherstellt –
befindliche Organisation erachtet werden. Aus Sicht der Gerechtigkeit
und der Moral kann der Staat also kein Eigentum besitzen, keinen
Gehorsam abverlangen, keine mit ihm gemachten Verträge
erzwingen, ja er darf in der Tat noch nicht einmal existieren.
Eine gemeinhin vorgetragene Verteidigung des Staats besagt, dass
der Mensch ein „gesellschaftliches Wesen“ ist, das in einer
Gesellschaft leben muss, und dass Individualisten und Libertäre an
die Existenz„atomistischer Individuen“ glauben würden, die von ihren
Mitmenschen überhaupt nicht beeinflusst würden und mit diesen in
keinerlei Beziehung stünden. Aber kein Libertärer hat jemals
behauptet, dass es sich bei Personen um isolierte Atome handelt;
ganz im Gegenteil. Alle Libertären erkennen die Notwendigkeit und die
enormen Vorteile an, die sich aus dem Leben in der Gesellschaft und
der Teilnahme an der gesellschaftlichen Arbeitsteilung ergeben.
Die bedeutende unlogische Schlussfolgerung, zu der die Verteidiger
des Staats – wozu auch die aristotelischen und thomistischen
Philosophen gehören – hier gelangen, ist, dass sie von der
Notwendigkeit der Gesellschaft auf die Notwendigkeit des Staats
schließen.
Doch wie wir dargelegt haben, ist das Gegenteil der Fall. Der Staat ist
ein antisoziales Instrument, das den freiwilligen Austausch, die
individuelle Kreativität und die Arbeitsteilung lähmt. „Gesellschaft“ ist
eine passende Bezeichnung für die freiwilligen Interaktionen von
Personen in einem friedvollen Austausch im Markt.
Hier ließe sich auf auch Albert Jay Nocks bestechende
Unterscheidung zwischen „gesellschaftlicher Kraft“ – den Früchten
freiwilligen Austauschs in der Wirtschaft und in der Zivilisation –
und „staatlicher Kraft“ – der gewaltsamen Einmischung und
Ausbeutung dieser Früchte – verweisen. In diesem Lichte besehen,
zeigte Nock, dass es sich bei der Menschheitsgeschichte im Grunde
um einen Wettlauf zwischen der staatlichen Kraft und der
gesellschaftlichen Kraft handelt, einen Wettlauf zwischen den
segensreichen Früchten friedlicher und freiwilliger Produktion und
Kreativität auf der einen Seite und der lähmenden und parasitären
Vernichtung des produktiven gesellschaftlichen Prozesses durch die
staatliche Kraft auf der anderen Seite.
All die Dienstleistungen, von denen gemeinhin geglaubt wird, dass sie
des Staats bedürfen – das reicht von der Münzprägung über den
Polizeischutz bis hin zur Ausarbeitung von Gesetzen zum Schutz der
Rechte von Personen und Eigentum –, können von Privatpersonen
bedeutend effizienter und mit Sicherheit auch moralischer
bereitgestellt werden. Die Natur des Menschen macht den Staat in
keinster Weise erforderlich; ganz im Gegenteil.
Aluminium und Gesundheit
Publiziert 4. November 2013 | Von (real)Asmodis
Ich fahre jetzt berufsmäßig Menschen, die krank sind. Die dement sind. Einige jünger – vielleicht so
um die 65-70 Jahre – und einige ziemlich alt, nämlich kurz vor der Jahrhundertgrenze. Man weiß ja
nie, wie es einem selbst im Alter ergeht. Ich meine, ich werde 56 und wenn ich sehe, dass jemand, der
vielleicht gerade mal neun Jahre älter ist als ich es selbst bin, zum Pflegefall geworden ist, weil das
Gehirn nicht mehr mitspielt, dann macht das schon betroffen und nachdenklich. Dann frage ich mich,
wie lange ich selbst wohl noch habe ohne derart abzubauen. Was ist Demenz? Es ist die
Sammelbezeichung für eine ganze Reihe von Ursachen bzw. Erkrankungen, von denen
das Alzheimer-Syndrom mit rund 60% der Fälle die am häufigsten auftretende Form darstellt. Womit
wir eigentlich schon beim Thema wären.
Es tauchen immer mal wieder sensationsgeil aufbebauschte Medienberichte auf, in
denenAluminium als Ursache für Alzheimer genannt wird. Aber ist das wirklich schlüssig bewiesen?
Nein – Zitat Wikipedia: “Nach einer Literaturstudie von Ferreira et al. aus dem Jahr 2008 von 34
relevanten Studien stellten 68% einen Zusammenhang zwischen Aluminium und Alzheimer her,
während 8,5% keinen Zusammenhang ergaben. 23,5% kamen zu keinem deutlichen Ergebnis.” Es
existieren folglich Indizien für einen Zusammenhang von Alzheimer-Syndrom undAluminium, aber
keine Beweise. Der Beweis dürfte sich beim Menschen auch nur schwerlich führen lassen, denn
Alzheimer ist eine neurodegenerative Erkrankung, die in ihrer häufigsten Form bei Personen über dem
65. Lebensjahr (im Einzelfall allerdings auch schon ab 50) auftritt. D. h. die Erkrankung benötigt
mindestens 50-65 Jahre zwischen Erstkontakt (Erstkontamination?) und Ausbruch. Das Problem der
Beweisführung ist damit noch komplexer als bspw. beim Asbest, wo zwischen Noxeneinwirkung und
Krebsentstehung drei Jahrzehnte liegen. Wer will also definitv sagen, dass Alzheimer vom Aluminium
kommt und wer will das definitiv bestreiten? Ein überaus kontroverses Thema!
Dennoch interessiert mich die Thematik, weil es mich selbst ja durchaus auch einmal betreffen könnte.
OK, zäumen wir das Pferd mal von der anderen Seite her auf, denn vielleicht bringt das ja
interessantere Erkenntnisse. Was ist Aluminium? Ein Metall, klar. Wir finden es bei Bestecken,
Kochtöpfen, unzähligen Verpackungen, als Trägermaterial bei etlichen Medikamenten und unzähligen
Impfstoffen usw. Eigentlich ist es heutzutage allgegenwärtig und überhaupt nicht mehr wegzudenken:
Milchtüten, Käseverpackungen, Kaffeepakete, Joghurtbecher usw. nicht zuletzt bis hin zur Haushalts-
Frischhaltefolie. Aluminium ist ein Spurenelement, essentiell für unsere Lebensprozesse notwendig.
Und wenn es im Überfluss auftritt? Immerhin werden Aluminiumsalze zum Gerben verwendet. Dabei
dienen sie zum Denaturieren (“Verklumpen”) der Hauteiweiße in Tierhäuten. Die Alzheimer-Krankheit
ist dadurch gekennzeichnet, dass sich im Gehirn Plaques von denaturierten Eiweißen mit hohem
Aluminiumanteil bilden. Wie beim Gerben – bloß eben nicht in der Haut. Diese Eiweißablagerungen
führen dazu, dass sich Gehirnzellen in ihrer Nähe zurückbilden bis sie schließlich absterben. Die
Parallelen sind unübersehbar.
Nächster Ansatz: Alois Alzheimer hat die nach ihm benannte Erkrankung im Jahr 1901 erstmals bei
einer 50jährigen beschrieben. Gehen wir das halbe Jahrhundert zurück: Dann schreiben wir das Jahr
1851. Schauen wir uns die Geschichte mal im Zeitablauf an. Aluminium wurde 1808 durch Sir
Humphry Davy entdeckt. Friedrich Wöhler machte Aluminium durch einen neuartigen
Darstellungsprozess im Jahr 1827 für die Menschen – vorzugsweise die wohlhabenden Menschen,
also den Adel – verfügbar. Es wurde seinerzeit Gold vorgezogen und galt als Statussymbol. Das
kennzeichnet den Zeitraum, in dem bspw. Bestecke aus Aluminum hochbegehrt waren. OK, weiter
(Zitat Wikipedia): “Henri Étienne Sainte-Claire Deville verfeinerte den Wöhler-Prozess im Jahr 1846
und publizierte ihn 1859 in einem Buch. Durch den verbesserten Prozess stieg die Ausbeute bei der
Aluminiumgewinnung, was dazu führte, dass der Aluminiumpreis innerhalb von zehn Jahren um 90 %
fiel.” Das wäre dann 1869 der Fall gewesen. Damit wurde das zunächst nur den Reichen
vorbehaltene Aluminium Allgemeingut und fand Eingang in den Alltag – in Kochgeschirr,
Standardbestecke und später auch in Verpackungen.
Die Jahreszahlen 1827 (Verfügbarkeit von Aluminium) auf der einen und 1851 (Erstkontamination im
Zuge der Verbreitung, s. o.) auf der anderen Seite, dazu die Latenzzeit der heute akzeptierten 50-65
Jahre: Sollte Aluminium die Ursache von Alzheimer sein, passt das mit der Krankheitsbeschreibung
durch Alois Alzheimer geradezu perfekt zusammen. Seither ist die Häufigkeit von Alzheimer rapide
gestiegen, in dem Maße, in dem sich das Aluminium verbreitet hat. Wieder Wikipedia: “In Deutschland
leiden aktuell mehr als 1,3 Millionen Menschen unter einer Demenzerkrankung, bis 2050 wird ein
Anstieg auf 2,6 Millionen prognostiziert. 700.000 der aktuell Betroffenen leiden unter Morbus
Alzheimer.” Rein mathematisch gesehen korrelieren die Verbreitung von Aluminium in
Nahrungsmitteln und der Anstieg von Alzheimer-Erkrankungen in geradezu perfekter Weise!
Selbstverständlich handelt es sich dabei nur um einen rein statistischen Zusammenhang und der kann
irreleiten. Aber ein schlechtes Gefühl bleibt. Kann Aluminium aus Verbrauchsgegenständen eigentlich
die Nahrung kontaminieren? Angeblich nicht. Es hat Versuche gegeben, in denen die Anreicherung
von Wasser mit Aluminium durch entsprechendes Kochgeschirr geprüft worden ist. Die
Aluminiummengen, die sich später im Wasser finden ließen, ließen keinen Zusammenhang mit der
Initiierung von Alzheimer erkennen. Zugegeben, Wasser wird in der Chemie gerne benutzt. Aber in der
Küche? Kocht man da nicht eher Sauerkraut? Das ist sauer und die darin enthaltene Säure löst
ungleich mehr Aluminum aus dem Topf heraus, als Wasser das jemals vermögen könnte.
Untersuchungen unter realistischen (Küchen-) Bedingungen liegen jedoch nicht vor. Insofern lassen
sich die Studien über die Unschädlichkeit von Aluminium durch Küchenwerkzeug auch getrost in die
Tonne kloppen – weil sie vielleicht wissenschaftlich zwar einwandfrei, praktisch gesehen jedoch
sinnlos (da realitätsfremd) sind! Aluminium reagiert amphoter u. d. h. es löst sich prima im sauren oder
im alkalischen Milieu – bloß eben nicht in Wasser!
Aluminium in der Verbrauchsgüter- und in der Verpackungsindustrie ist ein Riesengeschäft. Alzheimer
ist ein (großer) Kostenfaktor im Gesundheitswesen. Einfache Kosten-Nutzen-Rechnung, was bringt
mehr? Natürlich der Gewinn durch das Aluminium. Und solange das der Fall ist, können die Indizien
noch so erdrückend sein – wenn der Beweis fehlt (der aufgrund des langen Zeitraumes wahrscheinlich
gar nicht geführt werden kann), dann kann auch niemand etwas gegen die Aluminiumverwendung
sagen. Ganz einfache Sache. Dabei kann es jeden treffen. Einige prominente Beispiele: Herbert
Wehner, Helmut Schön, Charles Bronson, Peter Falk, Ronald Reagan, Margaret Thatcher, Terry
Pratchett, Ernst Albrecht.
Rückblick: Seitens der historischen Toxikologie geht man davon aus, dass das römische Imperium an
Dekadenz, verursacht durch eine über Jahrhunderte hinweg anhaltende, umfassende und
schleichende Bleivergiftung zugrunde gegangen ist. Die Anfangshypothese, dass daran die
Bleileitungen für das Trinkwasser Schuld gewesen sein sollen, erwies aber schon rein rechnerisch als
nicht haltbar, weil die Leitungen einfach nicht genug Blei abgeben können. Doch die Römer lebten in
einem Land, das über keine nennenswerte Zuckerproduktion verfügte. Als Süßstoff, als Ersatz für
Zucker, wurde daher allenthalben das leicht lösliche und sehr süß schmeckende Blei(II)acetat, auch
Bleizucker genannt, verwendet – insbesondere beim Wein. Von der Giftigkeit dieses leicht verfügbaren
Zuckerersatzstoffes ahnte man seinerzeit nichts – bis es zu spät war. Vielleicht wiederholen wir heute,
zweitausend Jahre später nur das unter anderen Vorzeichen und mit einem anderen Metall, was die
Kultur der Römer zerstört hat? Die zeitliche Koinzidenz zwischen der Verbreitung von Aluminium im
Alltag und der Zunahme von Alzheimer-bedingter Demenz lässt das zumindest vermuten.