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Wir stoppten die Nazis!

Wir stoppten die Nazis!

Mehrere tausend AntifaschistInnen haben am 14.10.2006 den Naziaufmarsch durch Gostenhof verhindert. Die Nazis wollten vom Nürnberger Gerichtsgebäude über die Fürther Strasse zum Opernhaus laufen. Das Motto der Demonstration, die von dem bekannten Neonazi Christian Malcoci angemeldet wurde, lautete „Recht statt Rache – Für die Revision der Nürnberger Prozesse“. Die Stadt Nürnberg sah von einem Verbot des Aufmarsches ab, da sie weder das skandalöse Motto der Demonstration noch die Machenschaften Malcocis als Anti-Antifa oder die Mit- gliedschaft in der Nsdapao als ausreichenden Verbots- grund ansah. So sollten die FaschistInnen also am 14.10.2006 durch Nürnberg marschieren. Nicht mit uns! Bereits in den frühen Morgenstunden kamen die Gegen- aktivitäten ins rollen. An der öffentlichen Pressekonferenz und der anschließenden Kundgebung des „Bündnis Nazis stoppen“ vor dem Nürnberger Justizgebäude, beteiligten sich circa 150 TeilnehmerInnen. Neben dem Friedensno- belpreisträger Dr. Adolfo Perez Esquivel, der sich spontan mit dem Bündnis solidarisierte, machten auch die KZ- Überlebenden Josef Jakubowicz und Bertold Kamm darauf aufmerksam, dass es weiterhin notwendig ist, aktiven Wi- derstand gegen die Nazis auf die Strasse zu tragen. Nach Auflösung der Kundgebung gegen 12:00 Uhr zog die Kundgebung spontan zu der bereits formierten Blockade in der Fürther Strasse, Höhe Eberhardshofstraße. Die Blockade kam zustande, indem sich die über 2000 Teil- nehmerInnen der antifaschistischen Stadtteildemo wei- gerten, bis zum Endpunkt der Demonstration zu laufen. Organisiert wurde die De- monstration mit dem Motto „Keine Nazipro- paganda! Keine Verdrehung der Geschichte! Stoppen wir die Nazis! Gostenhof - ein Stadtteil und seine FreundInnen stellen sich quer!“ vom Antifaschistischen Aktionsbündnis Nürnberg und der Organisierten Autonomie (OA). Insge- samt unterstützten den Demoaufruf über 200 Initiativen, Läden, Kneipen, Vereine aus Gostenhof und Antifaschisti- sche Gruppen. Da mit der Zeit immer mehr Antifaschi- stInnen auf die Strasse kamen, war es möglich die Blok- kade über 6 Stunden zu halten und somit ein durchkom- men der Nazis unmöglich zu machen. Im Verlauf des Ta- ges kam es immer wieder zu kreativen Aktionen gegen Nazis und Bullen, so dass es für die Polizei ein zu hohes Risiko war das braune Pack durch eine der Nebenstrassen Gostenhofs zu leiten. Gegen 17:00 Uhr marschierten die Nazis etwa 400 Meter zu nächsten U-Bahnhaltestelle und lösten dort ihren Auf- marsch auf. Nachdem die letzten FaschistInnen auf dem Heimweg waren, entwickelte sich aus der Blockade ein spontaner Demonstrationszug, der über den Plärrer bis zum Hauptbahnhof lief. Dort wollten über tausend Antifa- schistInnen den Nazis, die mit dem Zug angereist

Antifa- schistInnen den Nazis, die mit dem Zug angereist waren noch eine schöne Heimreise wünschen. Dies

waren noch eine schöne Heimreise wünschen. Dies wur- de jedoch gewaltsam von der Polizei verhindert, im Zuge dieses Polizeieinsatzes wurden ungefähr 8 Demonstran- tInnen festgenommen. Insgesamt wurden den komplet- ten Tag über 22 AntifaschistInnen von der Polizei in Ge- wahrsam genommen. Im Nachhinein konnte man zum wiederholten Male in den Zeitungen lesen, dass nicht die Blockade der Fürt- her Strasse und die kreativen Aktionen antifaschistischer Kräfte ausschlaggebend für die Verhinderung des Nazi- aufmarsches war, sondern der spontane Protest unter Führung des Oberbürgermeisters Ullrich Maly hinter dem Auftaktort der Nazidemo. Fakt ist jedoch, dass ohne der Planung und Organisierung der antifaschistischen Aktivi- täten es wohl kaum gelungen wäre den Naziaufmarsch zu stoppen! Insgesamt kann der Tag als Erfolg für den antifaschisti- schen Widerstand gewertet werden und es wird auch in Zukunft nicht hingenommen, dass FaschistInnen in Fürth, Nürnberg oder sonst wo aufmarschieren werden!

Über uns

Nürnberg oder sonst wo aufmarschieren werden! Über uns Wir, die Antifaschistische Linke Fürth [ALF] haben uns

Wir, die Antifaschistische Linke Fürth [ALF] haben uns im Juni 2005 gegründet.

Unserem Zusammenschluss vorausgegangen war das immer häufigere Auftreten von Alt- und Neonazis in Fürth. Seit der NPD-Kreisverband Fürth gegründet wurde, versucht die NPD zunehmend mit Infotischen und Verteilaktionen den gerechtfertigten Protest gegen den Sozialkahl- schlag für sich zu instrumentalisieren und mit verlogenen Parolen die Leute auf ihre Seite zu ziehen. Wir akzeptieren diese rassistische und menschenverachtende Propaganda nicht, sondern treten Nazis aktiv entgegen. Wir engagieren uns mit Flugblattverteilungen gegen die rechte Szene in Fürth, informieren an Ständen in der Fussgängerzone veranstalten kreative Aktionen, wie z.B ein Strassentheater zum Auf- ruf zur Courage gegen Rassismus. Wir leisten nicht nur gegen Faschis- mus Widerstand, sondern auch gegen die aktuell ungerechte Sozialpoli- tik. Wir verteilen Flugblätter gegen Sozialraub, wir setzen uns gegen das Ausreisezentrum in Fürth ein, wir solidarisieren uns mit sozial Be- nachteiligten, wie beispielsweise mit den ehemaligen AEG-Beschäftig- ten, und wirken in regionalen Bündnissen mit.

Wir rufen jeden dazu auf sich gegen Nazis zu organisieren und werden der rechten Szene auch weiterhin aktiv entgegentreten!

dazu auf sich gegen Nazis zu organisieren und werden der rechten Szene auch weiterhin aktiv entgegentreten!

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Ob AstrologInnen, SchamanInnen oder WunderheilerInnen, die Esoterik hat Hochkonjunktur. Schamlos werden Unsi- cherheiten

Ob AstrologInnen, SchamanInnen oder WunderheilerInnen, die Esoterik hat Hochkonjunktur. Schamlos werden Unsi- cherheiten der Menschen bezüglich ihres Arbeitsplatzes,

ihrer Finanzlage oder Probleme im Privatleben ausgenutzt. Auch die Psychologie bleibt von diesem Wandel hin zum Okkulten nicht verschont. Vermehrt treten selbsternannte „Psychotherapeuten“ in Erscheinung, die unter dem Deck- mantel der wissenschaftlichen Psychologie ihr Unwesen treiben. Das wohl bekannteste und zugleich umstrittenste Beispiel auf die- sem Ge- biet stellt Bert Hell- inger dar. Der einsti- ge Pries- ter und Missionar prägte den Begriff des

„Familien-

stellens“, in denen die KlientInnen in einer schauspielartigen Szene- rie ihre Probleme erkennen sollen. Diese Probleme und ihre Ursachen liegen laut Hellinger zu meist im Schicksal begründet. Sämtliche gesellschaftlichen, materiellen und zwischenmenschlichen Missstände werden somit negiert und damit auch jede Art von persönlicher wie gesellschaftli- cher Veränderung. Die hierarchische Zusammensetzung einer Familie spielt innerhalb seines strikt konservativen Weltbilds ebenfalls eine große Rolle. Der Mann steht über der Frau, das Kind unter den Eltern etc. Alles, was diese Hierarchie in Dishar- monie bringt, muss übergangen werden. Seine Praktiken sehen z.B. vor, dass ein Kind, das Opfer eines inzestuösen Missbrauchs geworden ist, vor seinem Peiniger auf die Knie fällt und beteuert, dass es das gern getan hätte. Die Gefühle der Betroffenen spielen hierbei keine Rolle, wichtig ist lediglich, dass die Autorität des „Ranghöchsten“ nicht in Frage gestellt wird. Es ist daher wenig verwunderlich, dass sich Unzählige nach einer Sitzung mit Hellinger auf Grund seelischer Zu- sammenbrüche professionell behandeln lassen mussten. Bei einer seiner Vorstellungen in Leipzig gipfelte dieses Verfahren im Selbstmord einer Klientin. Die Verantwortung weißt Hellinger in diesem Fall von sich. Das Beugen vor vermeintlichen Autoritäten kommt nicht nur in seinen Ansichten zur Familie zu tragen. Auch das nationalsozialistische Regime erkennt Hellinger als Schick- sal an und wendet somit die Verantwortung von jedem ein- zelnen ab, der Partisanen erschossen, politisch unliebsa- me Menschen getötet oder Juden vergast hat. Diejenigen Deutschen, die sich gegen das Regime gestellt haben sind seiner Ansicht nach schuldbeladen, weil sie sich dem Schicksal ihres Volkes entzogen haben.

Kundgebung der [ALF] gegen Hellinger in Fürth
Kundgebung der [ALF] gegen Hellinger in Fürth

Für Hitler empfindet Hellinger, der auf dem Gelände der ehemaligen Reichskanzlei in Berchtesgaden seinen Wohn- sitz hat, eine besondere Faszination. In Interviews leugnet er dies zwar, in einem fiktiven Dialog mit Hitler, den er in seinem Buch „Gottesgedanken“ darstellt wird allerdings das Gegenteil augenscheinlich. Hier schreibt er wörtlich:

"Darf ich dich dann lieben? Muss ich dich dann lieben, weil ich sonst auch mich nicht lieben darf?" Trotz dieser Fakten zieht Hellinger nach wie vor tausende von Menschen in seinen Bann und auf seinen Veranstal- tungen gibt er seine Lehren weiter, so dass vermehrt Schü- lerInnen auftauchen, die in seinem Sinne handeln. Das Wissen über seine Machenschaften ist in weiten Teilen der Gesellschaft wenn überhaupt, dann in geringem Maße vor- handen. Diesem Zustand begegnet man leider auch in Fürth, wo Hellinger am 13.10. zum wiederholten Male eine seiner Veranstaltungen in der Stadthalle abhielt. Um dieser Tatsache entgegen zu wirken veranstaltete die Antifaschis- tische Linke Fürth bereits im Vorfeld einen Informations- abend im Gewerkschaftshaus, an dem Pr.Dr. Klaus Weber, Dozent an der Fachhochschule München und Gastdozent an der Universität Insbruck, referierte. Anschließend fand in dem gut gefüllten Raum noch eine anregende Diskussion statt, die vor allem das Entsetzen über die Legitimität sol- cher Praktiken zum Tenor hatte. Am Tag der Hellinger Ver- anstaltung selbst fand dann eine Kundgebung vor der Stadthalle mit etwa 50 TeilnehmerInnen statt. An Passan- tInnen wurden Informationsblätter verteilt, wobei sich ange- regte Diskussionen - selbst mit Hellinger AnhängerInnen - ergaben.

- selbst mit Hellinger AnhängerInnen - ergaben. Im Anschluss an die Kundgebung gegen den Auftritt Bert

Im Anschluss an die Kundgebung gegen den Auftritt Bert Hellingers in der Fürther Stadthalle am 13.10.2006 zogen die etwa 50 TeilnehmerInnen durch die Fürther In- nenstadt, um gegen die örtlichen Nazistrukturen zu pro- testieren. Am Rande der Demonstration wurden Passan- tInnen mit Flugblättern über die Nazikneipe „Deutschen Adler“ informiert. Die Kneipe wird seit einigen Monaten von der regionalen Naziszene als Treffpunkt genutzt. Dort planen sie Aktionen und besaufen sich in dummdeutscher Manier. Auch wurde auf den am nächsten Tag stattfinden- den Naziaufmarsch in Nürnberg aufmerksam gemacht und aufgerufen, sich an den Gegenaktivitäten zu beteili- gen. Insgesamt war die Demo stimmungsvoll und konnte sich auch nicht von dem überzogenen Bullenaufgebot einschüchtern lassen. Mehr Infos über die Aktivitäten gegen den „Deutschen Adler“ findet ihr auf unserer Homepage www.antifa- fuerth.de.vu!

Spontandemo gegen Nazistrukturen in Fürth
Spontandemo gegen Nazistrukturen in Fürth

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FAZ- Gespräch mit César Méndez González, Venezuelas Generalkonsul in der BRD

FAZ- Gespräch mit César Méndez González, Venezuelas Generalkonsul in der BRD

Im Jahr 1998 wurde Hugo Chavez zum Präsidenten von Venezu- ela gewählt. Mit seinem engagierten Reformprojekt bietet Vene- zuela als eines der wenigen Länder dem herrschenden, neolibera- len Zeitgeist seitdem die Stirn. So wurde unter anderem die Erd- ölgesellschaft des Landes verstaatlicht und die vorher hohe Anal- phabetenrate innerhalb von wenigen Jahren fast auf null gesenkt. Mit César Méndez González, dem Generalkonsul der Bolvari- schen Republik Venezuelas in der BRD, sprachen wir über die Politik der Regeierung um Chavez, sowie über die Drohungen die es aus dem In- und Ausland gegenüber dem gewählten Präsi- denten Chavez und dessen Politik gibt. Gonzáles war vor seiner Tätigkeit als General- konsul Generaldirektor im Innen- und im Au- ßenministerium.

ALF: Herr González, können Sie uns kurz die aktuelle innenpolitische Situation in Venezuela verdeutlichen?

innenpolitische Situation in Venezuela verdeutlichen? González: Ganz offensichtlich bestehen Gefahren und es

González: Ganz offensichtlich bestehen Gefahren und es gibt Drohungen und Bedrohungen gegen die rechtmäßige und demo- kratische Regierung, die von Hugo Chávez angeführt wird. Ich würde sagen, dass diese Gefahren sowohl im Innern des Landes, als auch von außen drohen. Meiner Auffassung nach und bei Be- rücksichtigung der Tatsachen, stellen wir fest, dass diese Dro- hungen durch reaktionäre Elemente aus dem ultrarechten politi- schen und wirtschaftlichen Bereich koordiniert werden, welche sich großer internationaler Unternehmen bedienen. Eine teufli- schen Mischung aus Drogenhandel, Paramilitarismus und Gue- rillas, die im bolivarischen politischen Prozess eine Behinderung ihrer Wünsche sehen, die auf die weitere Ausbeutung des vene- zolanischen Volkes und anderer südamerikanischer Völker ge- richtet sind. Völker die ihren solidarischen Blick auf den boliva- rischen Prozess gerichtet haben, der von Venezuela ausgeht. Zur Neutralisierung der feigen und bösartigen, gegen Venezuela und sein Volk gerichteten Aktionen, arbeitet die Bolivarische Re- gierung unermüdlich und in verschiedenen Richtungen. An erster Stelle steht eine Kampagne für die Volksbildung, damit die Bevölkerung aus Unwissenheit und Rückständigkeit heraus- findet, denen sie viele Jahre lang unterworfen war. Damit die Be- völkerung ein klares soziales und politisches Bewusstsein entwi- ckeln kann, damit sie auf demokratische Weise unser System der partizipativen Demokratie unterstützt. An zweiter Stelle werden die große Ungleichheit und soziale Un- gerechtigkeit bekämpft. Durch Veränderungen in den Strukturen, durch kostenlose Bildung und Gesundheitsbetreuung und Ver- besserungen im Wohnungswesen. Ebenso werden Arbeitsplätze dadurch geschaffen, dass Infra- strukturmaßnahmen und Maßnahmen zur Stärkung unserer Landwirtschaft umgesetzt werden. Parallel hierzu organisieren sich unsere Bevölkerung und unsere Streitkräfte, um unsere Nation, unsere Institutionen und unser Demokratisches Regierungssystem gegenüber jedweder inneren oder äußeren Bedrohung zu verteidigen.

ALF: Was verbirgt sich hinter dem Namen „ALBA“? Welche Chancen bietet dieses Bündnis?

González: Die ALBA – Bolivarische Alternative für die Ameri- kas – ist ein Integrationsprojekt, vor Allem mit hohem sozialen Gehalt, das als eine Idee des Präsidenten Hugo Chávez entstand. ALBA ist gerichtet auf die Unterstützung der wirklichen Integra- tion des südamerikanischen Kontinents. Ziel dieses Projekts ist eine Allianz, die die Probleme von Armut und sozialer Ungerechtigkeit zwischen unseren Völkern allmäh- lich löst, so dass unsere Völker untereinander bei Gleichheit der Bedingungen agieren können. Dies ist die unabdingbare Voraussetzung, um in Zukunft ein Sys- tem der gegenseitigen wirtschaftlichen Ergänzung zu erreichen. Hierin liegt ein großer Unterschied zum neoliberalen Vorschlag der USA, dem ALCA – Amerikanischer Freihandelsvertrag –, der versucht, unsere jeweiligen Nationalökonomie in eine ökonomi- schen Wettstreit zu bringen der unter ungleichen und ungerechten Bedingungen ablaufen würde. Währenddessen versucht der ALBA einen Austausch zwischen unseren Nationalökonomien und eine gegenseitige Ergänzung ihrer Wirtschaftssysteme und ihrer Möglichkeiten. Dies geschieht mit einer neuen, einer soli- darischen Vision, die darauf gerichtet ist, die Bevölkerung unse- rer Länder aus der Armut herauszuholen.

ALF: Was sind die außen- und innenpolitische Ziele der nächs- ten Zeit, aber auch längerfristig gedacht?

González: Auf dem Gebiet der Außenpolitik, bemüht sich die Venezolanische Regierung, entsprechend den Festlegungen unse- rer nationalen Verfassung, um die Integration und Solidarität mit allen Völkern der Welt unter den Bedingungen von Gleichbe- rechtigung und vollständiger Achtung ihrer inneren Angelegen- heiten. Wir arbeiten für eine mehrpolige Welt. Wir glauben nicht an die eine einzige Weltmacht, so stark sie militärisch, wirtschaftlich oder technologisch auch sein mag, die andere Völker unter Druck setzen oder ihre Würde beleidigen darf. Deshalb sind wir um die Schaffung von verschiedenen Polen der sozialen, politi- schen und wirtschaftlichen Entwicklung in der Welt bestrebt, da- mit so Gleichgewicht und würdiger Umgang zwischen den Nati- onen unseres Planeten herrschen. Lateinamerika verfügt über alle Bedingungen, um zu einem starken geopolitischen Block zu wer- den und würdevoll auf der Weltbühne aufzutreten.

ALF: Wie wollen sie diese Ziele Verwirklichen? Welche konkre- ten Pläne gibt es?

González:Die venezolanische Regierung ist sich ihrer Situation bewusst und fördert daher unterschiedlichste Initiativen, um den großen Südamerikanischen Nationenblock allmählich zu bilden. Hierunter zählen:

- Die Möglichkeit der Schaffung einer “Bank des Südens”, mit- tels derer unsere Völker ihre Geldreserven auf direkte Art und Weise verwalten können. Ohne die Notwendigkeit, sie bei Ban- ken anderer Breitengrade zu halten, wo wir dann, um nur eines

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zu nennen, im Nachhinein um Kredite zu ungünstigen Konditio- nen vorstellig werden müssen.

- Die Schaffung des Fernsehsenders des Südens oder TELESUR,

der bereits in Betrieb ist. TELESUR ist ein wahrhaft integrieren- des Kommunikationselement, denn er erlaubt es uns, uns selbst zu sehen, mit unseren wirklichen Sitten und Gebräuchen, und ohne die Beimengung, die andere Fernsehsender aus anderen Teilen der Welt hinzugeben. Diese stellen nicht die Realität unse- rer Menschen dar, sondern das, was diese anderen dafür halten oder was sie interessiert.

- Die Bildung von PETROCARIBE, einem Vertragswerk mit den

karibischen Inseln, durch den diesen Ländern Energiequellen (Erdgas und Erdöl) zu ziemlich günstigen Preisen und Zahlungs- bedingungen zur Verfügung gestellt werden. Dies als ein Beitrag zur Entwicklung und Integration der Länder der Karibik und Mittelamerikas.

- Im Bereich Erziehung und Bildung wurde in Venezuela in Koo-

peration mit der kubanischen Regierung die Südamerikanischen Sportuniversität eingeweiht. Ebenso hat bereits der Kern dessen, was das Lateinamerikanische Zentrum für Medizinische Studien- sein wird, seine Arbeit begonnen.

- Als Beitrag zur Stärkung und zur erweiterten Integration der südamerikanischen Region arbeitet man beschleunigt an der gro- ßen Ölpipeline des Südens, die die Länder von Venezuela bis nach Argentinien mit über 8.000 km Rohrleitung zur Verteilung von Erdgas und Erdöl in ganz Südamerika verbinden wird. Die Pipeline wird in bedeutendem Maße zur wirtschaftlichen Ent- wicklung und ebenso zur sicheren Versorgung mit Energie beitra- gen. Ungefähr einer Million Arbeitsplätzen werden durchden Bau der Erdölleitung geschaffen und ebenso werden nach dem Bau Arbeitsplätze im Service- bzw. Dienstleistungsbereich her- vorgebracht werden.

- Gegenwärtig werden in Bolivien, Ekuador und Brasilien Sozial- programme entwickelt, speziell Alphabetisierungs- und Gesund- heitsprogrammen. Diese Programme finden im Rahmen des In- tegrationsprojektes ALBA, mit der Unterstützung durch Venezu- ela und Kuba, statt.

Unter dem Gesichtspunkt Außenpolitik ist zu sagen, dass Vene- zuela gegenwärtig um einen Platz als nicht-ständiges Mitglied des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen ringt, von dem aus wir ganz sicher unsere Stimme für die Achtung der Würde und Selbstbestimmung der Völker der Welt erheben werden.

ALF: Herr González, wir danken ihnen für dieses Gespräch.

Herr González, wir danken ihnen für dieses Gespräch. Am 16. und 17. November werden sich in

Am 16. und 17. November werden sich in Nürnberg die Innen- ministerInnen und -senatoren der Länder zu ihrer zweiten Jah- reskonferenz, der Innenministerkonferenz (IMK), treffen. Bei dem Hauptthema, über das entschieden werden soll, handelt es sich um eine Bleiberechtsregelung für langjährig geduldete AusländerInnen. Die Tatsache, das eine Duldung für höchstens drei Monate ausgestellt wird, bedeutet für die Betroffenen, die ständige Angst vor der Abschiebung und ein andauernder Gang durch die Institutionen, wo sie sich über Antworten auf diskrimi- nierende und entwürdigende Fragen eine Verlängerung erkämp- fen müssen. Die Duldung sollte nur ein vorübergehender Zustand sein, für Menschen, die zwar keine Aufenthaltsgenehmigung haben, aber aus rechtlichen oder tatsächlichen Gründen nicht abgeschoben werden können. Trotzdem leben heute von über 190 000 gedul- deten Menschen mehr als 150 000 seit über 5 Jahren in Deutsch- land. Bei der IMK werden sich nun also die InnenministerInnen und - senatoren vor dem Hintergrund finanzieller Interessen und der angeblich durch Migration verursachten hohen Arbeitslosigkeit, über Details einer Bleiberechtsregelung streiten. Vor allem Günther Beckstein (CSU), Innenminister von Bayern und momentan Vorsitzender der IMK, hat anscheinend vor, eine menschenwürdige Lösung weit möglichst zu blockieren. Er ver- langte bisher, dass nur Familien ein Bleiberecht bekommen, die, neben der Erfüllung der Schulpflicht und Kindern die auf die Schule gehen, auch eine „positive Integrationsprognose“, gute Deutschkenntnisse und einen gesicherten Lebensunterhalt vor- weisen können. Diese Kriterien sind jedoch kaum erreichbar, an- gesichts der Verhinderung der Integration durch den deutschen Staat. Denn nur die wenigsten geduldeten Menschen erhalten eine Arbeitserlaubnis und Kurse zum Erlernen der deutschen Sprache werden vom Staat nicht subventioniert oder sogar

verboten. Als „Ausgleich“ für die Bleiberechtsregelung verlan- gen manche InnenministerInnen die Erleichterung der Abschie- bung, der von der Regelung nicht Betroffenen. Dies soll bei- spielsweise über eine Abschaffung ärztlichen Bescheinigungs- pflicht zur Reisefähigkeit geschehen. Künftig soll bei Reiseunfä- higkeit vom Abschiebungs-Betroffenen selbst eine ärztliche Rei- seunfähigkeitsbescheinigung eingeholt werden. Man wird sehen, was bei der IMK im November letztendlich be- schlossen wird. Sicher scheint nur, dass nur die wenigsten gedul- deten Menschen von der Regelung profitieren werden. Für den Rest wird die ständige Angst vor der Abschiebung nur noch schlimmer werden. Do.16.11., ab 16:30 Uhr, Lorenzkirche, Nürnberg Kundgebung und Demonstration gegen die IMK

World Economic Forum in Davos vom 24.-28. Januar 2007 Die geladenen Konzerne sind wesentlich verantwortlich
World Economic Forum in Davos vom 24.-28. Januar 2007 Die geladenen Konzerne sind wesentlich verantwortlich
World Economic Forum in Davos vom 24.-28. Januar 2007 Die geladenen Konzerne sind wesentlich verantwortlich
World Economic Forum in Davos vom 24.-28. Januar 2007 Die geladenen Konzerne sind wesentlich verantwortlich

World Economic Forum in Davos vom 24.-28. Januar 2007 Die geladenen Konzerne sind wesentlich verantwortlich für das Elend im Trikont und Menschenrechtsverletzungen welt- weit: Unterdrückung, Ausbeutung und Privatisierung sind ihr Geschäft. Reise- beschränkungen und Versammlungsver- bote werden unseren Widerstand nicht verhindern. Nato-Kriegskonferenz in München vom 2.-4. Februar 2007 Erschüttern wir die „Sicherheit“ der Herrschenden, erkämpfen wir sozia- le Sicherheit und soziale Rechte für uns alle! G8-Gipfel in Heiligendamm vom 6.-8. Juni 2007 Auf zum Widerstand und zur Blockade gegen den G8-Gipfel in Heili- gendamm bei Rostock! Wir werden viele sein und die Show der Herr- schenden in Tage des Widerstands und der globalen Solidarität von un- ten verwandeln! Alles für Alle! Make capitalism history! Mehr Infos unter: www.g8-2007.de oder www.antifa-fuerth.de.vu

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In Fürth leben etwa 10% der Bevölkerung von Sozialhilfe und Arbeitslosengeld 2. Diese Gruppe ist

In Fürth leben etwa 10% der Bevölkerung von Sozialhilfe und Arbeitslosengeld 2. Diese Gruppe ist im Laufe der letzten zehn Jahre stetig gewachsen und wird auch in naher Zukunft nicht kleiner werden, äußert sich Fürths Sozialreferent Karl Scharinger (SPD), frei von unangebrachten Optimismus, in einem FN-Inter- view vom 18.10 dieses Jahres. Auch soziale Einrichtungen wie die Wärmestube in Fürth verzeichnen einen rapiden Anstieg des Bedarfs ihrer Institution. Trotz dieser Tatsachen wird die Lage der Erwerbslosen seitens der Politik noch verschlechtert. So wird die rot-schwarze Bundesregierung zunehmend als „Große Koali- tion des Sozialabbaus“ bezeichnet. Das wohl beste Beispiel für soziale Ungerechtigkeit stellt die Hartz-gesetzgebung dar. Zwar wurde diese Zusammenlegung von Arbeitslosengeld und Sozial- hilfe schon zur Zeit der rot-grünen Koalition eingeführt, unter Beteiligung der neoliberalen CDU wurde diese nun allerdings weiter verschärft. So haben nach einer neuen Regelung Jugend- lich bis 25 keinen Anspruch auf eine eigene Wohnung. Die Kos- ten dafür, sowie die Heizkosten werden bei unter 25-jährigen nicht mehr übernommen. Es ist wohl für kaum jemanden vor- stellbar so lange bei den Eltern zu wohnen, ganz zu schweigen von den Erziehungsberechtigen selbst, denen man zumutet ihr längst volljähriges „Kind“ noch in diesem Alter zu versorgen. Abzuwarten bleibt, ob die Forderung von den 5 „Wirtschaftswai- sen“, das ohnehin nicht ausreichende ALG 2 um 30% herabzuset-

zen, umgesetzt wird. Stattdessen sollen Zusatzeinkommen von bis zu 200€ voll auf das ALG 2 angerechnet werden. Von jedem

darüber hinausgehenden Euro dürften die Betroffenen 50 statt bisher 20 Cent behalten. Führende Regierungspolitiker sympathi- sieren erwartungsgemäß mit dem Vorschlag der Professoren. So entsprächen die „Reform Überlegungen“ laut Thüringens Minis- terpräsident Dieter Althaus (CDU) „ökonomischer Sachlogik“. Es wird also offen zugegeben, dass das Wohl der Wirtschaft über dem Wohl des Menschen gestellt wird. Der fünfte „Wirtschafts- waise“ Peter Bofinger, zeigt sich jedoch aus einem anderen grund empört. Denn es bleibt die Frage offen, woher aus dem Nichts Zuverdienstmöglichkeiten für Millionen von Menschen kommen sollen. Gegen die unsozialen Reformen der Bundesregierung fanden am 21.10.2006 Demonstrationen in fünf Großstädten statt. Der Deut- sche Gewerkschaftsbund (DGB) hatte diese unter dem Motto „Das geht besser! Aber nicht von alleine!“ angemeldet. Insge- samt beteiligten sich landesweit 220000 Menschen an den Pro- testen. In Stuttgart und München wurde von verschiedenen Gruppen und Bündnissen zu einem antika- pitalistischen Block aufgeru- fen. Diesem Aufruf folgten circa 500 Per- sonen. Politi- ker der großen Koalition rea- gierten auf die Proteste mit

Spott.

Antikapitalistischer Block in Stuttgart
Antikapitalistischer Block in Stuttgart

ED & NARCHIST KIN EADS

Block in Stuttgart ED & NARCHIST KIN EADS RASH? Was bedeutet das eigentlich? Rash steht für

RASH? Was bedeutet das eigentlich? Rash steht für Red & Anar- chist SkinHeads und ist ein an der Straße orientiertes Netzwerk von linken und antifaschistischen Skinheadgruppen. RASH ist eine antiautoritäre Organisation, die für alle Skinheads mit radi- kal linken Ansichten offen ist, unabhängig von ihrer politischen Ausrichtung. Sie organisieren den Kampf gegen den gemeinsa- men Feind: den Staat und den Kapitalismus. Außerdem sind sie

Feind: den Staat und den Kapitalismus. Außerdem sind sie gegen alle Formen von Unterdrückung und Rassismus

gegen alle Formen von Unterdrückung und Rassismus und ver- suchen diesen Staat durch Klassenkampf und durch den Kampf an den Arbeitsplätzen, auf den Strassen und in Freundeskreisen abzuschaffen. Der einzige Krieg, der es für Rash wert ist, geführt zu werden, ist der Klassenkampf. Wie jeder antirassistische Skin hat auch ein Rash das Ziel, den Mythos des rassistisch und brutalen Skinhead in den Medien und in der öffentliche Wahrnehmung zerstören. Außerdem haben sie sich zur Aufgabe gemacht, den Stammtischrassismus in der Skinheadsubkultur zu bekämpfen und alle Nazis aus der Szene zu werfen. RASH will als eine aktive und organisierte Kraft der antirassistischen Skinheadszene an Aktionen der radikalen Lin- ken und der antifaschistischen Bewegung teilnehmen. Deswegen besuchen sie Demos, unterstützen Kampagnen, machen eigene Aktionen, besuchen Veranstaltungen und bilden sich politisch. Das andere Lager in der antirassistischen Skinheadszene sind die Sharp. SHARP steht für „SkinHeads Against Racial Prejudice – Skinheads gegen rassistische Vorurteile“ . Sharps haben vorwie- gend kein Interesse an politischer Arbeit, infolgedessen lehnen sie vorwiegend auch Rash ab. Sharp ist also eine rein antirassisti- sche Bewegung.

Mehr Infos findet ihr auf www.red-skins.de

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Vor einiger Zeit wären das tatsächlich noch die drei ausschlagge- benden Kennzeichen zur Identifikation eines

Vor einiger Zeit wären das tatsächlich noch die drei ausschlagge- benden Kennzeichen zur Identifikation eines Neonazis gewesen. Doch schon lange nicht mehr erfüllen alle Rechtsradikalen das Bild des „ Bilderbuchnazis“. Im Gegenteil- sie wenden sich sogar bewusst davon ab. Indem sie ihr äußeres Erscheinungsbild an bestimmte Lifestyles von Jugendlichen anpassen, versuchen sie dort Nährboden für ihre Ideologie zu schaffen. Mit ihrem seriösen Outfit können sie auch in der Öffentlichkeit nicht sofort als Neona- zis entlarvt werden, und somit ihr nazistisches Gedankengut leichter propagieren. Diese äußerliche Veränderung der Rechtsradikalen erschwert es, diese sofort als solche zu erkennen. Trotzdem ist es möglich Neo- nazis an kleine versteckten Details zu enttarnen.

Zahlen, Symbole, Begriffe - versteckte Nazicodes!

Um verbotene bzw. verfassungswidrige Parolen oder Namen zu umgehen, ersetzen Rechtsradikale diese durch verschiedene Codes. So sind des Öfteren Zahlen, Symbole und Begriffe auf Kleidungsstücken oder als Tätowierungen bei Rechtsradikalen sichtbar. Sehr beliebt ist die Zahlenkombination „88“, welche für die Buchs- taben HH steht. Diese zwei Buchstaben sind ein Code für „ Heil Hitler“. Außerdem gibt es einen Code für den Namen „ Adolf Hit- ler“. Hierfür werden die Zahlen „18“ verwendet. Neben den Zahlencodes gibt es jedoch auch verschiedene gängi- ge Symbole in dem rechten Szenesumpf. Ein Beispiel dafür ist das Zahnrad, wel- ches im Dritten Reich, in Verbindung mit dem Hakenkreuz, Organisationssymbo- lik der Deutschen Arbeiterfront (FAP)war. Später war es Teil des Organi- sationsabzeichens der Freiheitlichen Deutschen Arbeiterpartei, eine autoritär nationalistische, als rechtsextremistisch eingestufte Organisation in der Bundes- republik Deutschland. Trotz des Parteiverbots 1995, verwenden Freie Kameradschaften sowie die Nationaldemokratische Partei Deutschlands(NPD) das Zahnrad für ihre Zwecke. Strafbar wird der Gebrauch des Symbols erst durch einen Schriftzug, der Be- zug zur FAP aufweist. Eines der wohl bekanntesten Symbole in der rechten Szene ist das Keltenkreuz. Es bedeutet die „Vormachtstellung der

weißen Rasse" und hat somit die gleiche Bedeu- tung wie die „White-Power-Faust". Diese bildet das Gegenstück zur Faust der US- amerikanischen Black- Power-Bewegung In rechten Kreisen ist die Verbin- dung beider Symbole sehr beliebt, so wird z.B. oft der Buchstabe O des Wortes POWER durch ein Keltenkreuz ersetzt.

Buchstabe O des Wortes POWER durch ein Keltenkreuz ersetzt. Infos zu Kampagnen gegen den rechten Lifestyle
Buchstabe O des Wortes POWER durch ein Keltenkreuz ersetzt. Infos zu Kampagnen gegen den rechten Lifestyle

Infos zu Kampagnen gegen den rechten Lifestyle findet ihr unter:

www.we-will-rock-you.tk

www.stoppnazilaeden.de.vu

www.stop-thorsteinar.de.vu

www.good-night.de.lv

findet ihr unter: www.we-will-rock-you.tk www.stoppnazilaeden.de.vu www.stop-thorsteinar.de.vu www.good-night.de.lv

Consdaple, Thor Steinar, H8wear - Nazimarken!

Oft wird die Marke „ Lonsdale“ als typische Nazimarke assoziert. Diese Marke ist in rechten Kreisen

Kreisen sehr beliebt, aufgrund des „nsda“ inmitten des Schrift- zugs Lonsdales Die Firma „Lonsdale“ selbst möchte sich jedoch durch Engagement gegen rechts von diesem Image losreisen, z.B kündigte sie sämtliche Lieferverträge für rechte Läden und Versänden.

"Consdaple" vervollständigte zur Freude für Neonazis die Buchstabenfolge durch ein „P“. So ergab sich die Buchs- tabenkombination „nsdap“, die vor allem beim Tragen ei- ner halboffenen Jacke gut hervorsticht. Ebenso ist der Adler im NS-Stil ein häufig zu sehendes Symbol auf Kleidungs- stücken von „Consdaple“. Als weitere Nazi-Marke ist H8wear zu nennen. Dabei steht die Kombination H8 auf einer Seite für „Hate“ (Hass) mit Zielrichtung auf Fans der rechtsextremen Hate- core-Musik, auf der anderen Seite natürlich als simple Abwandlung der Formel „88“, welche für „Heil Hitler“ steht. Die wohl beliebteste Nazi-Marke stellt „ Thor Steinar“ dar. Diese Marke ermöglicht es den Rechtsextremen, sich stilvoll in hoch- wertiger Qualität zu kleiden, ohne dabei auf völkische Symbolik verzichten zu müssen. Die Kleidungsstücke von “Thor Steinar” werden nicht nur in rechten Läden sondern auch in „normalen“ Läden kommerziell vertrieben. Die dabei entstehenden Einnah- men werden für neonazistische Zwecke genutzt. Thor Steinar“ besitzt zwei Logos, die bewusst ausgewählt wur- den. Das ältere davon setzt sich aus zwei verschiedenen Runen zusammen:

der Tyr-Rune (Todesrune) und der Gi- bor-Rune (Wolfsangel). Die doppelte Tyr-Rune fand zu NS-Zeiten Verwen- dung im Abzeichen der Reichsführer- schulen und der 32. SS-Division. Die Gibor-Rune wurde unter anderem von Nazi-Werwolfeinheiten und Sabotage- einheiten gegen Ende des Zweiten Weltkrieges verwendet. Die nach dem gleichnamigen nordischen Kriegsgott benannte Tyr-Rune steht in der nordischen Mythologie für Kampf und Aktion. Gerade die Mi- schung aus NS-Vokabular und germanischen Runen ist es, die die Marke auf die Angebotsliste vieler rechtsradikaler Versände, wie z.B. der Wikingerversand aus Geißelhöring, beförderte. Dieses Symbol wurde kurzzeitig vom Oberlandesgericht Brandenburg als strafbar erachtet, woraufhin ein anderes Logo von „Thor Steinar“ erstellt wurde. Hierbei handelt es sich ebenfalls um eine germanische Rune („Andreas- Kreuz mit zwei Punkten“), die aber nicht im Nationalsozialismus verwendet wur- de.

die aber nicht im Nationalsozialismus verwendet wur- de. Aufgrund des hohen Anklanges der Marke unter Neonazis
die aber nicht im Nationalsozialismus verwendet wur- de. Aufgrund des hohen Anklanges der Marke unter Neonazis
die aber nicht im Nationalsozialismus verwendet wur- de. Aufgrund des hohen Anklanges der Marke unter Neonazis
die aber nicht im Nationalsozialismus verwendet wur- de. Aufgrund des hohen Anklanges der Marke unter Neonazis

Aufgrund des hohen Anklanges der Marke unter Neonazis und zur Aufklärung hat sich 2004 die „No Thor Steinar Offensive“ gegründet. Weitere Infos unter www.stop- thorsteinar.de.vu

Entlarven, Angreifen, Verbieten – Zusammen gegen Faschos!

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+++P OLITIK +++ Sa. 4.11.06, 19:30 Uhr, Desi, Bronx "Mov(i)e against Deportation" Radikale Linke [RL]

+++POLITIK+++

Sa. 4.11.06, 19:30 Uhr, Desi, Bronx

"Mov(i)e against Deportation" Radikale Linke [RL] Gedenken zur Reichsprogromnacht 1938 in Fürth:

Mi. 8.11.06, 18:30 Uhr, am Mahnmal in der Geleitsgasse

Gedenkveranstaltung

Do. 9.11.06, 18:30 Uhr, Fürther Freiheit

Mahnwache Fr. 10.11.06 - So. 12.11.06, Rostock "Aktionskonferenz Rostock 2" www.g8-2007.de So. 12.11.06, Heldengedenken in Gräfenberg verhindern! Mehr Infos unter www.redside.tk

Do. 16.11.06 & Fr. 16.11.06, Innenministerkonferenz in Nürn- berg

Do. 16.11.06, Lorenzkirche

16:30 Uhr, Auftaktkundgebung 17:30 Uhr, Bleiberechtsdemonstration zur IMK So. 19.11.06, 10:00 Uhr, Bügerbüro an der blauen Kappe, Augsburg Mahnwache "Gegen das Vergessen - Wider der falschen Trauer! Kein ruhiger Volkstrauertag, erst Recht nicht für Nazis!" Fr. 1.12.06, 19:30 Uhr, Gewerkschaftshaus Fürth Lesung "Papst ohne Heiligenschein? Joseph Ratzinger in seiner Zeit und Geschichte", Autoren: Richard Corell/Ronald Koch. Eine Veranstaltung der [ALF] So. 14.1.07, 10:00 Uhr, Frankfurter Tor, Berlin Liebknecht-Luxemburg Demonstration

ViSdP: Miriam Rüttler, Schwanthalerstr. 23, Nürnberg

+++MUSIK UND KULTUR+++

Fr. 3.11.06, 21:30 Uhr, Desi Microphone Mafia Do. 9.11.06, 20:30 Uhr, Kunstkeller O27 Thursday Lounge Live: Attila the Stockbroker & Barmstormer Fr. 10.11.06, 21:00 Uhr, Kunstverein Irie Révoltés und Shaolin Soundstation Fr. 17.11.06 - So. 19.11.06, (Ex)Komm 11. Linke Literaturmesse Fr. 08.12.06, 19:00 Uhr, Kunstverein Nikolaus raus Festival 2006 mit ZSK und Heideroosjes Do. 11.01.07, 20:30 Uhr, Kunstverein The Casualities und Riot Brigade

+++REGELMÄßIGE TERMINE+++

Montag, 19.00 Uhr Schwarze Katze Vokü & Kneipe Dienstag, 19.30 Uhr Saldorfer 5 vegane Punkrock Vokü Mittwoch, ab 14.00 Uhr Schwarze Katze Nachmittagscafe +Selbsthilfe für Erwerbslose Mittwoch, 19.30-20.00 Uhr Anlaufstelle [`SOLID] Nürnberg Donnerstag, 19.00-22.00 Uhr Metroproletan Archiv&Bibliothek Donnerstag, 19.00-20.00 Uhr Schwarze Katze Anlaufstelle Antifaschistisches Aktionsbündnis Donnerstag, 19.30 Uhr Desi Vokü Jeden 1. Mittwoch im Monat, 20.00 Uhr Schwarze Katze Rote Hilfe Jeden 1. Sonntag im Monat, 15.00 Uhr Schwarze Katze Jugendantifa-Cafe der Autonomen Jugend Antifa

+++VERANSTALTUNGSORTE+++

Stadtteilladen Schwarze Katze Mittlere Kanalstr. 19, Nbg-Gos- tenhof Metroproletan Archiv & Bibliothek Eberhardtshoferstr.11, Hinterhaus, Nbg-Gostenhof Stadtteilzentrum Desi Brückenstr. 23, Nbg-Johannis Saldorfer (VAPCA) Saldorferstr. 5, Hinterhaus, Nbg-Gostenhof Rotes Zentrum Reichstr. 8, Nbg-Johannis Zentralcafé im (Ex)KOMM, Königstr.93, Nbg-Altstadt Kunstverein im Z-Bau, Frankenstr. 200, Nbg Nachbarschaftshaus Gostenhof Adam-Klein-Str. 6, Nbg-Gos- tenhof Kunstkeller O27 Ottostr. 27, Fürth Gewerkschaftshaus Fürth Königswarterstr. 16, Fürth

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