Sie sind auf Seite 1von 2

Menschheitsdämmerung

Zur Navigation springenZur Suche springen

Menschheitsdämmerung. Symphonie jüngster Dichtung. Ernst Rowohlt Verlag, Berlin, 1920

Die Menschheitsdämmerung – mit dem ursprünglichen Untertitel „Symphonie jüngster


Dichtung“ – ist eine expressionistische Lyrik-Anthologie, die von dem
deutschen Schriftsteller und Journalisten Kurt Pinthus Ende 1919 erst in einem Kleinverlag und
dann ab 1920 im Rowohlt Verlag herausgegeben wurde.
Die vier Kapitel Sturz und Schrei, Erweckung des Herzens, Aufruhr und Empörung und Liebe
den Menschen versammeln Gedichte von
wichtigen deutschsprachigenexpressionistischen Lyrikern.
Vierzehn Portraitzeichnungen nach Vorlagen von Ludwig Meidner (Jakob van Hoddis, Rene
Schickele, Johannes R. Becher, Paul Zech, Alfred Wolfenstein, Franz Werfel), Oskar
Kokoschka (Albert Ehrenstein, Walter Hasenclever), Wilhelm Lehmbruck (Ludwig
Rubiner), Egon Schiele (Karl Otten) u. a. ergänzen die Sammlung.
Weithin berühmt wurde das erste Gedicht der Anthologie Weltende von Jakob van Hoddis.
Von den 23 aufgenommenen Autoren erlebten sechs die Veröffentlichung nicht mehr; vier
waren im Ersten Weltkrieg gefallen.
Die Anthologie wurde verbrannt während der Bücherverbrennung 1933 in Deutschland.[1]

Inhaltsverzeichnis
[Verbergen]

 1Editionsgeschichte
 2Autoren
 3Literatur
 4Einzelnachweise

Editionsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Die Menschheitsdämmerung gilt als Standardwerk des literarischen Expressionismus. Keine
andere expressionistische Lyrikanthologie und auch keine Sammlung
expressionistischer Prosa erreichte eine vergleichbare Bedeutung. Allein 1920 erschienen drei
Auflagen mit einer Höhe von jeweils 5.000 Exemplaren. Im Frühjahr 1922, als
die Gesamtauflage das 20. Tausend erreichte, resümierte der Herausgeber in seinem
„Nachklang“ betitelten Vorwort:
Ich entschloss mich, das Werk unverändert zu lassen. Nicht nur, weil die Beurteiler
aller Gesinnungen und Richtungen äußerten, dass der Hauptwert dieses Buches in
seiner Einheitlichkeit, in seiner symphonischen Wirkung bestünde; nicht nur, weil man
– was beabsichtigt war – fühlte, dass hier ein geschlossenes Dokument für das
aufgewühlte Gefühl und die dichterische Ausdrucksform einer zeitgenössischen
Generation vorlag. Sondern, unsere Zeit und Dichtung kritisch betrachtend, muss ich
einsehen, dass die Menschheitsdämmerung nicht nur ein geschlossenes, sondern ein
abgeschlossenes, abschließendes Dokument dieser Epoche ist.
1959 jährte sich die Erstveröffentlichung zum 40. Mal. „Keine Gedichtsammlung unseres
Jahrhunderts ist so oft zitiert worden wie die Menschheitsdämmerung, und was über sie
gedruckt ist, macht das Vielfache ihres Umfanges aus“, schrieb Kurt Pinthus rückblickend.
https://de.wikipedia.org/wiki/Menschheitsd%C3%A4mmerung