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Albion Dragusha, TGI 13/2

Ethik, Milena Rösler


17.06.2018

Die Theodizee-Problematik – Wie kann Gott das


Leiden in der Welt zulassen?

Theodizee heißt „Gerechtigkeit Gottes“ und beschreibt Antwortversuche auf


die Frage, ob ein allmächtiger und zugleich gütiger Gott trotz des in unserer
Welt vom Menschen erfahrenen Leids existieren kann.

Dabei wird diese Problemstellung oft folgendermaßen formuliert:

Entweder will Gott die Übel beseitigen und kann es nicht:


Dann ist Gott schwach, was auf ihn nicht zutrifft,
Oder er kann es und will es nicht:
Dann ist Gott missgünstig, was ihm fremd ist,
Oder er will es nicht und kann es nicht:
Dann ist er schwach und missgünstig zugleich, also nicht Gott,
Oder er will es und kann es, was allein für Gott ziemt:
Woher kommen dann die Übel und warum nimmt er sie nicht hinweg?

Bezüglich dieser Frage gibt es etliche Lösungsansätze. Der frühere


Kirchenlehrer und Philosoph Augustinus definierte Übel als „Mangel an
Gutem“, d.h. dass das Leid kein Sein aufweist, wie etwa bei der Blindheit, bei
der diese lediglich durch das Fehlen des Augenlichtes definiert ist. Viele
Erklärungen werden auch in einem größeren Zusammenhang gesucht, so
behauptet Gottfried Wilhelm Leibniz beispielsweise Gott habe aus unendlich
vielen Welten die bestmögliche erschaffen, weshalb Übel letztendlich
notwendig sei. Andere Antwortversuche erklären sich das Leid in Beziehung
mit einer Entwicklung, etwa dass das Böse nur der Rest von
Probeschöpfungen Gottes oder die Schöpfung noch gar nicht fertig sei. Kant,
ein bedeutender Philosoph, ist der Auffassung, Metaphysisches ist durch die
menschliche Vernunft nicht erklärbar, da diese dort an ihre Grenzen stößt.
Andere Theologen unbedingtes Vertrauen zu Gott, da der Mensch seine
Gründe nicht kennen könne oder meinen, dass das Leid ein Hinweis auf den
Beistand Gottes ist. All diese Argumente weisen allerdings Defizite auf,
welche darauf schließen, dass Gott entweder nicht allmächtig oder nicht
Gütig sein kann. Des Weiteren besteht die Möglichkeit, der Frage
auszuweichen und stattdessen die Eigenschaften Gottes neu zu definieren,
z.B. seine Allmächtigkeit als metaphorisch zu deklarieren, was in der Bibel
gang und gäbe ist.
Dennoch ist, nach der atheistischen Welt, die Theodizee misslungen.
Während anfänglich nur Gottes Güte verneint wurde, wurde nach dem
Erdbeben von Lissabon 1755, welches fast eine ganze Stadt vernichtete,
gleich Gottes Existenz in Zweifel gezogen. Viele Atheisten und Agnostiker
sehen aufgrund der Theodizee-Frage die Existenz eines allmächtigen sowie
allgütigen Gottes als äußerst unwahrscheinlich an. Aufgrund keinerlei
plausibler Erklärung sieht der deutsche Humanist und Philosoph Joachim
Kahl eine empirische Widerlegung im Theodizee-Problem.

Quellen:
(1) http://www.bibelwissenschaft.de/bibelkunde/themenkapitel-at/theodizee/
(2) https://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/radiowissen/religion/theodizee-
frage-gott-104.html
(3) http://www.gkpn.de/theodizee.html
(4) https://www.sapereaudepls.de/was-darf-ich-hoffen/glaubenskritik/theodizee/
(5) http://www.fkg-
wuerzburg.de/inhalte/schule/faecher/religion/fachreferent/dokumente/Materia
l%20Theologie/Theodizee%20%20%28Jesus%2C%20Luther%2C
%20Philosophie%29.pdf