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„die Wand“ - Marlen Haushofer

Biografie und Kontext


● Feministischer Literaturbewegung; Kommentar Patriarchat
● Magischer Realismus
● Motive der Romantik
http://lernplattform.bbs1-aurich.de/pluginfile.php/8730/mod_resource/co
ntent/1/Motive%20der%20Romantik%20%20-%20%C3%9Cbersicht.pdf
● Das Kinderspiel (Entdeckung und Erinnerung)
● Die wand als Metapher ein eingeschränktes Leben/Depression >
autobiografisch?
● Kriegsgeneration (1920-1970) > Überlebenstrieb/ Probleme der
Selbstversorgung?
● Österreichischer Landschaft:
https://www.youtube.com/watch?v=6n93wiXSgqo
(lebte zurückgezogen)
biblische Symbolik
● Hortus conclusus
Paradiesgartlein ummauert zum Schutz. Symbol der Jungfrau Maria
Interpretation des Hohenliedes des Alten Testamentes. (wichtig für die Beginen und Begarden;
selbstversorgend und im harmonie mit der natur, wohnten meistens in abgeschlossene Höfe in der
Stadt.

● Apokalypse
z.b 7 Plagen der Endzeit; Naturkatastrophen
Macht gottes= Macht der Natur
● 1. schlimme Geschwüre an denjenigen Menschen, die das Zeichen des Tieres tragen
● 2. Meerwasser wird zu Blut und Tod aller Meereslebewesen
● 3. Flüsse und Quellen werden zu Blut
● 4. Sonne versengt Menschen mit großer Hitze
● 5. Reich des Tieres wird verfinstert
● 6. Austrocknung des Stromes Euphrat
● 7. größtes Erdbeben seit Menschengedenken vernichtet alle Inseln und Berge; großer Hagel fällt auf
die Erde hernied
Verfilmung Julian Pölsner
● Flashbacks
● Voice over
● Übergang Ton (menschlich>entfremdet)
● Trilogie: “wir töten Stella” (2018), "Die Mansarde“
(Zukunft)
● oberösterreichischen Dachsteingebirge
● Hauptdarstellerin: Martina Gedeck
● Antagonist: Hund Luchs (den der Regisseur gehört und
auch durch ihm trainiert würde)
Themen a.h.v Ausschnitte u Zitate
● Änderung in Wahrnehmung der Zeit
34:12 Menschlicher Ordnung (Zeit), Der Mensch stürzt sich am Tier vorüber.
1:19:15 -1:20:22 (-1:21:10) Die Zeit vergeht so schnell…

Im ersten Jahr war mir das noch nicht gelungen. Ich hatte einfach den richtigen Rhythmus noch nicht
gefunden. Aber dann hatte ich ganz langsam dazugelernt und mich dem Wald angepaßt. Man kann
jahrelang in nervöser Hast in der Stadt leben, es ruiniert zwar die Nerven, aber man kann es lange Zeit
durchhalten. Doch kein Mensch kann länger als ein paar Monate in nervöser Hast bergsteigen, Erdäpfel
einlegen, holzhacken oder mähen. Das erste Jahr, in dem ich mich noch nicht angepaßt hatte, war weit
über meine Kräfte gegangen, und ich werde mich von diesen Arbeitsexzessen nie ganz erholen.
(…)Einer der rennt kannn icht schauen. (…) Seit ich langsamer geworden bin, ist der Wald um mich
herum lebendiger geworden. Ich möchte nicht sagen daß dies die einzige Art zu Leben ist, für mich ist es
aber gewiß die angemessene. Und was musst alles geschehen ehe ich sie finden könnte."
>Rhythmus unterstrichen durch faktische Aufzählung und der tägliche schwere Arbeit (buch)
(Eine unvorbereitete Rolle des selbstversorgender Bauer/Jager/Sammler wo sie immer selbstsicherer
hinein wächst. Anfangs ist sie noch sehr ungeschickt und zweifelend; der Fortschritt in ihre Arbeit und
erlernte Fähigkeiten ändert ihren Character. Sie wird immer pragmatischer und realistischer
ihre “Buchhaltung” des Einnahmen und Ausgaben w im Text verflochten. Vermittlung des zwanghafte
überlebensdenken und schwierigkeit des komplettorganiserens. Lebenmittelration und körperliche
Zustand aufgelistet sie und ihre Tiere gleichgestellt, weil sie hält die Tiere im leben aber die Tiere halten
auch sie im Leben)
● Änderung Wahrnehmung Identität:
1:16:20 -1:18:35 Ich war zum erstmals besänftigt…
(Altes ich und neues ich. > großeres wir) Natur als übergeordnet, Mensch als untergeordnet.

Da kein Mensch mehr lebte, der dieses Gesicht hätte lieben können, schien es mir ganz überfl üssig.
Es war nackt und armselig, und ich schämte mich seiner und wollte nichts mit ihm zu tun haben.
Meine Tiere hingen an meinem vertrauten Geruch, an meiner Stimme und an gewissen
Bewegungen. Ich konnte mein Gesicht ruhig ablegen, es wurde nicht mehr gebraucht. Dieser
Gedanke ließ ein Gefühl der Leere in mir aufkommen, das ich unbedingt loswerden mußte. Ich
suchte mir irgendeine Arbeit und sagte mir, daß es in meiner Lage kindisch wäre, um ein Gesicht zu
trauern, aber das quälende Gefühl, etwas Wichtiges verloren zu haben, ließ sich nicht
verscheuchen.
Nutzlosigkeit Oberflächliche eigenschaften; Alter, Gesicht, Namen war vorher genau so wichtig für
den Menschen wie unwichtig es war in die Natur. > sie nennt auch nie ihre Namen
Gleichzeitig kam mir das Bewußtsein abhanden, eine Frau zu sein. Mein Körper, gescheiter als ich,
hatte sich angepaßt und die Beschwerden meiner Weiblichkeit auf ein Mindestmaß eingeschränkt.
Ich konnte ruhig vergessen, daß ich eine Frau war
>Neutralität (Genderbild) trotzdem identifiziert sie sich mehr mit die weibliche figuren im Film, Katze
und Bella (die Mutter) > Mutter Erde, sieht sie mit neid und Ehrfurcht an.
1:03:50- 1:04:30 (Belle als Schwester, die ihr los mit mehr würde trägt)
● Existenzielle Fragen
was heißt es einen Mensch zu sein? Schuld? (Entscheidung
recht oder unrecht) > Verbindung Anthropozän > Aspekt der
Jagd
44:35 (…) und ganz langsam verwandelte ich mich unterwegs
wieder in das einzige Geschöpf, das nicht hierhergehörte, in
einen Menschen, der verworrene Gedanken hegte, die Zweige
mit seinen plumpen Schuhen knickte und das blutige Geschäft
der Jagd betrieb. + Szene geschossenes Reh
1:02:22 -1:03:50 (Begegnung Fuchs)
Der einzige Wesen Wald, das wirklich Recht oder Unrecht zu
kann, bin ich. Und nur ich kann Gnade üben. Manchmal wünsch
ich, diese Last der Entscheidung läge nicht auf mir. Aber ich bin
Mensch…
● Last der Liebe und Tod
48:46-49:50 Verantwortung, Last, Liebe Tod (Tod bedeutet gar nichts weil es
unvermittelbar zum Leben gehört)
1:20:48 Im Grunde sind diese Gedanken ganz ohne Bedeutung.
Ich bedauere Tier und die Menschen weil sie ungefragt in dieses Leben geworfen werden.
Vielleicht sind die Menschen bedauernswerter genau weil sie besitzen genau soviel
verstand um sich gegen den natürlichen Ablauf der Dinge zu wehren. Das hat sie Böse
und verzweifelt werden lassen und wenig liebenswert. Dabei wäre es möglich gewesen
anders zu leben. Es gibt keine vernünftigere Regung als Liebe. Sie macht dem Liebenden
und dem Geliebten das Leben erträglicher. Nur wir hätten rechtzeitig erkennen sollen,
dass dies unsere einzige Hoffnung auf ein besseres Leben. (gibt es nicht im Buch?)
ich war nicht mehr fähig, zu erleben wie ein Kind, aber die Einsamkeit brachte mir dazu,
für Augenblicke ohne Errinerung und Bewußtsein noch einmal den großen Glanz des
Lebens zu sehen. Vielleicht leben die Tiere bis zu ihren Tod in einer Welt des Schreckens
und Entzükkens. Sie können nicht fliehen und müssen die Wirklichkeit bis zu ihrem Ende
ertragen. Selbst ihr Tod ist ohne Trost und Hoffnung, eine wirkliche Tod. Auch ich war wie
alle Menschen immer ufder eiligen Flucht und immer in Tagesträumen verfangen.(…) ich
weiß nicht ob ich es ertragen werde, nur noch mit der Wirklichkeit zu leben.
Hund-Menschbeziehung
18:30 Wir waren in eine schlimme Lage geraten, Luchs und
ich, und wir wüssten damals gar nicht wie schlimm sie war.
Aber wir waren nicht ganz verloren, weil wir zu zweit waren

1:10:57 – 1:11:49 Luchs war mein sechster Sinn. Seit er tot


ist, fühle ich mich wie ein Amputierter. Etwas fehlt mir und
wird mir immer fehlen. Es ist nicht nur, daß ich ihn bei der
Jagd und beim Spurensuchen vermisse und stundenlang
einem getroffenen Wild nachklettern muß.
(flußige Grenzen einer Symbiose; Haraway)
Anschluß textausschnitte Haraway
● Utilitarismus: Werkzeug der Selbstbefriedigung?
57:10 – 59:55 Menschensucht der Hund, Großenwahn der Mensch?
(s.41 Companion species)
Wenn die Vorstellung, Mann erzeuge sich selbst durch die Realisierung seiner Absichten in seinen Werkzeugen - wie Haustieren -, eine
Neurose belegt(…) dann ist die oberflächlich entgegengesetzte Vorstellung, dass Hunde durch ihre bedingungslose Liebe die menschlichen
Seelen sanieren, womöglich die Neurose eine eines „caninophilen“ Narzissmus. (H. Möchte dem Diskurs der bedingungslosen Liebe
widersprechen)

● Gemeinsames Werden durch Kohabitation; Flüssige Grenzen (Symbiose)


1:26:30 In jenem Sommer vergaß ich ganz dass Luchs ein Hund war und ich ein Mensch. Ich wusste es aber es hatte jede trennende
Bedeutung verloren. Auch Luchs hatte sich verändert. Seit ich mich so viel mit ihm befasste, war er ruhiger und schien sich nicht dauernd…
Geschichte der Koevolution (Domestizierung des Hundes, Weg von Wolf zur Hund)
wechselseitige Adaption von sichtbaren Morphologien von Mensch und Hund als “Tischgenossen”.
(s. 39-40) Wie Organismen Umwelt- und genetische Informationen auf allen Ebenen integrieren – vom sehr Kleinen bis zum sehr Großen –
bestimmt, was sie werden. Es gibt keine Zeit und keinen Ort, an de, Genetik aufhört und Umwelt beginnt. (…) Erdenwesen sind erfassend,
opportunistisch und dazu bereit, unwahrscheinliche Partner*innen in etwas Neues, etwas Symbiogenetisches, einzuspannen. Kokonstitutive
Gefährt*innspezies un Koevolution sind die Regel, nicht die Ausnahme..

● Respekt der Andersartigkeit? Was heißt es eine gefährte Spezien zu sein?


Sie kann kein Tier sein weil sie ein Mensch ist.
Tierethik überschneidet biologische
Geschichte

Jagd und Fleischessen, Nutztiere
http://www.tierethik.net/resources/TIERethik_2_2013_online1.pdf
s.19 Es gibt starke dokumentarische, archäologische und mündliche Belege aus der
antiken und zeitgenössichen Welt für die Existenz von Hunden als Haustieren, neben
ihrem Einsatz in einer Vielzahl weiterer Jobs. In den frühen Amerikas unterstützten
Hunde verschiedene menschliche Gesellschaften bei Transport, Jagd und Hütearbeit. Für
andere waren sie Nahrung oder eine Quelle für Fell. Hundemenschen vergessen gern,
dass Hunde auch tödlich geführte Waffen und Instrumente des Terrors in der
europäischen Eroberung der Amerikas sowie während der richtungsweisenden
Imperialreisen von alexander dem dem Größen waren.
> auch heutzutage sind Hunde nicht aus der Armee und Polizei wegzudenken.
(der Prehistorischer mensch könnte sich auch weiter entwickeln weil er weniger Zeit in
der Jagd verbrauchte, weil die Hunde ein besseren Geruchs und Hörsinn hatten
>theoretische Möglichkeit Anfang des Sprechens, s. 39
Nachdem die Wölfe sich durch die Essenabfälle der Menschen in ihre nähe blieben und
sich physisch und sozial -in wilde Hunde- verwandelte, machten sie die Erfahrung dass
es nützlich sei bei der Jagd zusammenzuwirken. >Entstehung erste domestizierung )
● Biomacht, Züchtung, Eugenik Diskurs
H. folgt Foucaults Ansatz (leben machen, sterben lassen, biopolitik: macht)
Eugenik / Erbgesundheitslehre: „die Selbststeuerung der menschlichen Evolution“, den Gen-Pool einer Population mit
dem Ziel, den Anteil positiv bewerteter Erbanlagen zu vergrößern und den negativ bewerteter Erbanlagen zu verringern.
https://de.wikipedia.org/wiki/Eugenik#Anwendung_der_Eugenik> Beispiel segregierende „Rassenhygiene“ Ideologie
Das äußere Erscheinungsbild des Hundes blieb dem eines Wolfes solange ähnlich, bis der Mensch, als er sesshaft
wurde, damit begann, den Hund durch Zucht gezielt auf den von ihm festgelegten Nutzwert zu verändern. (Vorher würde
durch die ständige Wanderschaft die verschiedenen Hundesorten sowieso mehr durchmischt) Durch hin die Geschichte
war die natürliche und künstliche Fortpflanzung in Allgemein noch immer sehr differentiell und gibt es keine scharfe
Abgrenzung (Morley)
aktuell gibt es viel Überzüchtung/ Qualzucht; zu einseitige (zu eng mit einander verwandte) Fortpflanzung ereignen in
Genschwächen und Krankheiten
https://de.wikipedia.org/wiki/Qualzucht