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Konstruieren mit Kunststoffen

1.

Vorlesung

Struktur und Aggregatzustand der Polymere Thermoplaste, Polymerblends, Elastomere, TPE´s, Duromere Mechanische Eigenschaften der Polymere

Jadehochschule Wilhelmshaven Fachbereich Ingenieurwissenschaften

Prof. Dr.-Ing. H. Schirrmacher

Verknüpfung der Grundmoleküle

Kunststoffe bestehen aus Makromolekülen.

Makromoleküle bestehen aus vielen gleichen Grundmolekülen.

Makromoleküle bestehen aus vielen gleichen Grundmolekülen.  Die Zahl der Grundmoleküle, die ein Makromolekül

Die Zahl der Grundmoleküle, die ein Makromolekül enthält, bezeichnet man als Polymerisationsgrad.

Die Art, nach der sich ein Grundmolekül mit anderen verkoppeln kann, hängt von der Zahl der möglichen Bindungen

(Funktionalität) ab:

bifunktionales Grundmolekül bikunktionale und ab und zu trifunktionale Grundmoleküle trifunktionales Grundmolekül

kettenartiges Makromolekül (a) verzeigte (b) oder netzartige Makromoleküle (c) Sphärokolloide (d)

Hochpolymere Substanzen werden durch Polymerisation, Polykondensation oder Polyaddition gebildet.

Beispiele

Ethen ist wegen der Doppelbindung bifunktional. Die bei der

Polymerisation entstehenden Makromoleküle sind fadenförmig. PE-HD

Spaltet man bei einigen CH2 Gruppen des Ethens ein H-Atom ab, so bilden sich dort trifunktionale Grundmoleküle. Die bei der Polymerisation entstehenden

Makromoleküle sind verzweigt. PE-LD (weniger fest und weniger zäh als PE-HD)

Naturkautschuk besteht aus bikunktionalen Grundmolekülen. Es polymerisiert deswegen zu fadenförmigen Makromolekülen (ist also thermoplastisch).

Einmischen von Schwefel (5% S: Weichgummi, 30% S: Hartgummi) und temperieren auf ca. 140°C ermöglicht S-Brückenbildung, d.h., es entsteht wegen der zusätzlichen Bindungsmöglichkeit einige trifunktionale Grundmoleküle und deswegen ein vernetztes Makromolekül.

trifunktionale Grundmoleküle und deswegen ein vernetztes Makromolekül. 1. Vorlesung, Prof. Dr.-Ing. H. Schirrmacher 3
trifunktionale Grundmoleküle und deswegen ein vernetztes Makromolekül. 1. Vorlesung, Prof. Dr.-Ing. H. Schirrmacher 3
trifunktionale Grundmoleküle und deswegen ein vernetztes Makromolekül. 1. Vorlesung, Prof. Dr.-Ing. H. Schirrmacher 3
trifunktionale Grundmoleküle und deswegen ein vernetztes Makromolekül. 1. Vorlesung, Prof. Dr.-Ing. H. Schirrmacher 3

Molekulargewichtsverteilung und Mittelwerte des Polymerisationsgrades

Polymere Stoffe bestehen aus unterschiedlich großen Makromolekülen. Der Polymerisationsgrad kann durch eine Molmassenverteilung charakterisiert werden. Dabei kennzeichnet

G* … diskrete Massenverteilungsfunktion Pj … Polymerisationsgrad mit j als Zahl der Grundmoleküle

mj … Massenanteil der Makromoleküle mit Polymerisationsgrad Pj

M0 … Gesamtmasse

m

M

0

G ( P )

*

j

G ( P )  * j j

j

Praktisch kann man G z.B. mit Hilfe der Gel-Permeations-Chromatografie (GPC) bestimmen.

Ist der maximale auftretende Polymerisationsgrad hinreichend groß, so

kann auf eine diskrete Verteilungsfunktion übergegangen werden:

G(Pj) dPj entspricht der relativen Masse der Moleküle mit einem Polymerisationsgrad zwischen Pj und Pj + dPj . Es gilt demnach:

G P dP

(

j

)

j

0

1

gilt demnach:   G P dP  ( j ) j 0 1  Die

Die Bestimmung der Massenverteilungsfunktion ist aufwändig, deswegen begnügt man sich in vielen Fällen mit einem Massen Mittelwert des Polymerisationsgrades (Durchschnittspolymerisationsgrad):

P w   P G P dP

j

(

j

)

j

0

Der Mittelwert der Molare Masse bestimmt sich aus dem Massenmittelwert des Polymerisationsgrades zu:

Mg … Masse des Grundmols [g/mol]

M P M

w

w

g

Viele Eigenschaften eines Polymers hängen von seiner Struktur ab. Ein wichtiger Strukturparameter ist der Durch- schnittspolymerisationsgrades:

- Viskosität und Fließverhalten der Schmelze (Durchschnittspolymerisationsgrad möglichst klein gute Fließfähigkeit)

- Festigkeit bei schlag- und stoßartiger Belastung (Durchschnittspolymerisationsgrad möglichst groß hohe Festigkeit)

- für bestimmte Verarbeitungsprozesse muss die die Massenverteilungsfunktion möglichst eng sein (controlled rheology)

Zwei chemisch identische Kunststoffe sind nicht zwangsläufig eigenschaftsgleich, da sie sich in ihrer Massenverteilungsfunktion unterscheiden können.

Beispiel:

An einer PVC-Probe wurde die rechts stehende Massenverteilungsfunktion bestimmt.

Der (Massen-) Mittelwert des Polymerisationsgrades wird laut Glg. auf Folie 4 , unten durch die Schwerelinie in der Massenverteilungsfunktion bestimmt:

P j 1125

Die Molare Masse des PVC-Grundmoleküls bestimmt sich zu:

Die Molare Masse des PVC-Grundmoleküls bestimmt sich zu: M g  2  12  3

M g 212 31135 62

g

mol

g  2  12  3  1  1  35  62 g

Die Glg. auf Folie 5 liefert dann für die PVC-Probe ein mittlere Molare Masse von:

M w 112562

g

mol

69750

g

mol

Das PVC eines zweiten Herstellers sei durch einen deutlich größeren Durchschnittspolymerisationsgrad bzw. deutlich

größere mittlere Molare Masse charakterisiert. Dieses Material wäre dann deutlich fester, hätte eine deutlich höherer

Bruchdehnung und eine deutlich schlechter fließende Schmelze, wäre also deutlich schlechter zu verarbeiten.

Spannungs-Dehnungs-Diagramm von PE-Folien:

a P

j

1500

b P

j

2050

c P

j

2600

In Abhängigkeit vom Durchschnittspolymerisationsgrad finden sich unterschiedliche Streckspannungen sowie unterschiedliche Bruchspannungen und Bruchdehnungen.

sowie unterschiedliche Bruchspannungen und Bruchdehnungen.  Da sich bei der Formierung der Makromoleküle zu einem

Da sich bei der Formierung der Makromoleküle zu einem Festkörper Verschlaufungen bilden müssen, ist eine gewisse Mindestlänge der Makromoleküle erforderlich. In Schmelzen und Lösungen muss deshalb die mittlere Molare Masse wenigsten 10000 g/mol betragen. Technisch genutzte Kunststoffe weisen mittlere Molekularmassen zwischen 50000 g/mol und 500000 g/mol auf.

Aufgaben

1.1 Wie groß ist die Massenzahl der Elemente C, H und Cl. Woraus erklären sich Massenzahlen, die nicht ganzzahlig sind?

1.2 Definieren Sie den Begriff Mol.

1.3 Bestimmen Sie die mittlere Molare Masse von PMMA, wenn der mittlere Polymerisationsgrad gleich 4800 ist.

1.4 Warum kennzeichnet man auf einer Formteilzeichnung den Werkstoff nicht mit dem Kurzzeichen sondern mit dem Handelsnamen? Geben Sie fünf Handelsnamen für PA6.6 an. Worin unterschieden sich diese 5 Typen?

1.5 Welche Art von Makromolekülen (linear, verzweigt, vernetzt) können aus den nachfolgenden Monomeren entstehen? (kurze

Begründung)

können aus den nachfolgenden Monomeren entstehen? (kurze Begründung) 1. Vorlesung, Prof. Dr.-Ing. H. Schirrmacher 8
können aus den nachfolgenden Monomeren entstehen? (kurze Begründung) 1. Vorlesung, Prof. Dr.-Ing. H. Schirrmacher 8

Struktur der Kunststoffe

Die Formierung der Makromoleküle zu einem (polymeren) Festkörper hat mehrere Ursachen:

Hauptvalenzkräfte halten Atome bzw. Molekülteile in Bezug auf ihren Nachbarn in einem bestimmten Abstand.

Sie bewirken den Zusammenhalt der Grundmoleküle innerhalb des Makromoleküls.

Nebenvalenzkräfte besitzen einen deutlich geringeren Energieinhalt als die Hauptvalenzkräfte und halten Atome unterschiedlicher Makromoleküle in einem bestimmten Abstand.

Sie bewirken den Zusammenhalt von Grundmolekülen unterschiedlicher Makromoleküle.

Sterische Behinderungen der Makromoleküle untereinander (Behinderung auf Grund der Gestalt der Makramoleküle) bewirken eine Verzahnung Makromoleküle (Verschlaufungen, Verhakungen)

Sie bewirken die Bildung eines dreidimensionalen Gerüstes.

Die konkrete Art der wirkenden Haupt- und Nebenvalenzkräfte, die konkrete Form (linear, verzeigt, vernetzt) und der Polymerisationsgrad der Makromoleküle bedingen stark die Eigenschaften des Kunststoffes.

- Mechanische Eigenschaften

- Löslichkeit

- Verstreckbarkeit

- Quellung

- Schmelzbarkeit

Amorphe Strukturen:

- Dreidimensionale, unregelmäßige Verknüpfung durch Hauptvalenzkräfte

- Seitenketten,

- einzelne große Atome (z.B. Cl) in einem Gerüst kleinerer Atome (z.B. H , C)

- Seitenketten (Bezolringe) durch Mischpolymerisation mit Styrol

- unregelmäßige Anordnung der Grundmoleküle bei Mischpolymerisation

EP, PF PS, PMMA PVC Buna S Mischpolymerisate

führen zur statistisch ungeordneten Anordnung der Makromoleküle, d.h. zur amorphen Struktur.

Da keine in der Größenordnung der Lichtwellenlänge vorhandenen unterschiedlichen Strukturen auftreten, gibt es keine Änderung des Brechungsindex innerhalb des Festkörpers und keine diffuse Streuung des Lichtes. Deswegen sind amorphe Kunststoffe durchsichtig.

Teilkristalline Strukturen:

- Das Molekül AB sei von Lösungsmittelmolekülen oder monomeren Grundbausteinen (z.B. bei der Polymerisation) umgeben oder es sei auf Grund erhöhter Temperatur nahezu frei beweglich.

- Durch die zwischen den Segmenten a und b bestehenden Nebenvalenz- kräfte wird eine Parallellagerung in diesem Gebiet begünstigt, während bei c eine übermäßige Verbiegung eintritt.

- Es entsteht ein kristalliner Bereich e-d und (notwendigerweise) ein amorpher Bereich d-c.

Bereich e-d und (notwendigerweise) ein amorpher Bereich d-c. 1. Vorlesung, Prof. Dr.-Ing. H. Schirrmacher 10

- Auf diese Weise entstehen teilkristalline Körper, in denen sich amorphe und kristalline Bereiche statistisch verteilen

Teilkristalline Kunststoffe sind durchscheinend und reflektieren das Licht diffus.

Die Amorphen Bereiche sind für das physikalische Verhalten entscheidend, hier greifen Lösungsmittel zuerst an, beginnen Quellvorgänge und hier wird das plastisch-elastische Verhalten bestimmt. Die Kristallinität eines Polymers lässt sich durch den Kristallinitätsgrad x quantitativ erfassen.

PVC, PS, PMMA, PC, …

amorph:

PE, PP, PA, POM, …

teilkristallin:

PVC, PS, PMMA, PC, … amorph:  PE, PP, PA, POM, … teilkristallin: 1. Vorlesung, Prof.

Thermoplaste

bestehen aus unvernetzten Makromolekülen

machen ca. 90% der Weltkunststoffproduktion aus

Diagramm: 2016 wurden weltweit ca. 270 Mio. Tonnen thermoplastischer Kunststoffe hergestellt. Auf die vier Massenkunststoffe entfielen davon 80% :

- PE (ca. 35%)

- PP (ca. 25%)

- PVC (ca. 17%)

- PS und E-PS (ca. 5%)

- PA (ca. 3%)

- ABS/ASA/SAN (ca. 3%)

- PC (ca. 1.5%)

- POM

E-PS (ca. 5%) - PA (ca. 3%) - ABS/ASA/SAN (ca. 3%) - PC (ca. 1.5%) -

Polymerpreise sind starken zeitlichen Schwankungen unterworfen:

sind starken zeitlichen Schwankungen unterworfen:  Die Stahlpreise sind ähnlich volatil. Ende 2013
sind starken zeitlichen Schwankungen unterworfen:  Die Stahlpreise sind ähnlich volatil. Ende 2013

Die Stahlpreise sind ähnlich volatil. Ende 2013 kostete eine t Stahl im

Durchschnitt 280 US$ (250).

Polymerwerkstoffe sind teure Werkstoffe (Im Vergleich zu Stahl:

Faktor 2 bis 10)

im Durchschnitt 280 US$ (250 € ).  Polymerwerkstoffe sind teure Werkstoffe (Im Vergleich zu Stahl:
im Durchschnitt 280 US$ (250 € ).  Polymerwerkstoffe sind teure Werkstoffe (Im Vergleich zu Stahl:
im Durchschnitt 280 US$ (250 € ).  Polymerwerkstoffe sind teure Werkstoffe (Im Vergleich zu Stahl:
im Durchschnitt 280 US$ (250 € ).  Polymerwerkstoffe sind teure Werkstoffe (Im Vergleich zu Stahl:
im Durchschnitt 280 US$ (250 € ).  Polymerwerkstoffe sind teure Werkstoffe (Im Vergleich zu Stahl:

Polyethylen (PE):

- je nach Polymerisationsverfahren unterscheidet man PE-HD (unverzweigt, fester,

zäher, auch gegen Benzin beständig) und PE-LD (verzweigt)

- PE ist chemisch sehr beständig gegen Säuren, Basen, Öl

- sehr gute elektrische Isolierfähigkeit

Basen, Öl - sehr gute elektrische Isolierfähigkeit - PE-LD: Kabelisolation, Transportbehälter, Flaschen,

- PE-LD:

Kabelisolation, Transportbehälter, Flaschen, Tuben, Folien, Säcke

PE-HD:

Kraftstoffbehälter, Rohre, Eimer, Heizöltanks, Flaschenkästen, Mülltonnen,

Kanister

- Spritzgießen, Extrudieren, Folienblasen, gut schweißbar, sehr schlecht klebbar und bedruckbar

Polypropylen (PP):

- PP ist chemisch beständig gegen verdünnte anorganische Säuren, Laugen und Alkohol

- temperaturbeständig bis 110°C, quillt in Benzin und Alkohol

- UV-Stabilisierung für Außenteile notwendig

und Alkohol - UV-Stabilisierung für Außenteile notwendig - Lüfterräder, Gehäuseteile (Filmscharniere),

- Lüfterräder, Gehäuseteile (Filmscharniere), Rohrleitungen, Abflussrohre, PKW-Innenausstattung, PKW-Lüftungsteile

- Spritzgießen, Blasformen, Extrusion, gut schweißbar, schlecht klebbar und bedruckbar

Kunststoffe, die nur aus Kohlenstoff und Wasserstoff bestehen, nennt man Polyolefine.

Polyvinylchlorid (PVC)

PVC wird durch verschiedene Polymerisationsverfahren hergestellt, daraus ergeben sich unterschiedliche PVC-Typen, die sich in ihren Eigenschaften z.T. stark unterscheiden:

die sich in ihren Eigenschaften z.T. stark unterscheiden: - PVC-S (Suspensions-PVC, Herstellung durch

- PVC-S (Suspensions-PVC, Herstellung durch Suspensionspolymerisation): für glasklare, hochwertige, mechanisch und elektrisch hoch belasbare korrosions- und witterungsbeständige Produkte (Folienkalandration, Spritzguss, Blasformen)

- PVC-M (Masse-PVC): ähnlich PVC-S

- PVC-E (Emulsions-PVC): weniger klar, optisch trüb aber leichter verarbeitbar, insgesamt schlechteres Eigenschaftsbild als PVC-S und PVC-M

PVC kann hervorragend mit Weichmachern (20%

ebenfalls polaren Makromoleküle und halten diese auf Abstand. Das verringert die Nebenvalenzkräfte deutlich und das PVC verhält sich wie sonst nur bei höheren Temperaturen:

50%)

versetzt werden. Die polaren Weichmacher setzen sich zwischen die

- PVC-P, Weich-PVC (P … plastified): Schläuche, Dichtungen, Folien, Zierprofile, Kabelummantelungen, Fußbodenbeläge, Schlauchboote, beschichtete Gewebe (Stiefel, Schuhsohlen), Spielzeug (Puppen), Fördergurte, Kappen, Griffe, Kontakt mit Lebensmittel bei Gefahr der Migration der Weichmacher unerwünscht

- PVC-U, Hart-PVC (U…unplastified): Rohre, Fensterrahmen, Profile, Rollläden, Straßenpfosten, Spielzeug, Becher, Kabelkanäle, beständig gegen die meisten verdünnten und konzentrierten Säuren, beständig gegen Benzin, schwer entflammbar

- Spritzguss (z.B. UP-Verteilerdosen), Extrusion, Blasformen, sehr gut schweiß- und umformbar, leicht verklebbar

Polystyrol (PS)

- Die Phenylgruppe (Benzolring) ist normalerweise zufällig entlang des Makromoleküls verteilt. Deswegen können sich kein kristallinen Bereiche bilden PS ist also normalerweise amorph.

- Wichtiger Kunststoff für die Konsumgüterproduktion

- Leicht verarbeitbar (meist im Spritzguss), hohe Maßhaltigkeit und geringe Schwindung, nicht

hohe Maßhaltigkeit und geringe Schwindung, nicht witterungsbeständig, sehr gute elektrische Eigenschaften,

witterungsbeständig, sehr gute elektrische Eigenschaften, wasserklar und hoher Oberflächenglanz, lebensmittelecht, beständig gegen Basen, Salzlösungen, Waschmittel und unbeständig gegen Kohlenwasserstoffe und Benzin, ausgeprägte Neigung zu Spannungsrissen,

- Kurzlebige, nichttechnische Einsatzgebiete (Verpackung von Lebensmitteln, Pharmazeutika und Kosmetika

Expandierbares Polystyrol (E-PS)

- Treibmittelhaltiges PS-Granulat wird mit Dampf vorgeschäumt, in einer zweiten Stufe wird das vorgeschäumte Granulat in geschlossener Form weiter aufgeschäumt Herstellung von Blöcken und Schaum-Formteilen

- Bei Brechen des E-PS-Formteils treten die Kugeln deutlich zutage.

- Wasserdampfdurchlässig, ausgezeichnetes thermisches Isoliervermögen , geringe Wasseraufnahme

Extrudierbares Polystyrol (X-PS)

- Physikalisches Treibmittel (z.B. CO2) wird in den Extruder eingeleitetHerstellung eines feinporigen, geschlossenzelligen, harten Schaumproduktes, meist in Folien oder Tafelform (Weiterverarbeitung durch Thermoformen z.B. zu Kantinentabletts)

Polyamid (PA)

Je nach Stellung der Carbonsäureamidgruppe (CONH), nach Länge des Grundmoleküls, nach dem Gehalt weiterer Gruppen als der links dargestellten, unterscheidet man verschiedene Polyamidtypen, die sich besonders in ihren mechanischen Eigenschaften, in ihren Dauergebrauchstemperaturen und ihrer Quellfähigkeit unterscheiden.

- PA6, PA66, PA11, PA12, PA610, PA611, PA612, PA46,…

- PA6, PA66 , PA11, PA12, PA610, PA611, PA612, PA46,… (PA 6) - PA quellen unmittelbar

(PA 6)

- PA quellen unmittelbar nach dem Spritzgießen Maßliche Änderung muss vom Konstrukteur berücksichtigt werden

- wegen der vergleichsweise niedrigen Tg sind Dauerbeanspruchungen nur mit niedriger Intensität ertragbar (ausgeprägte Kriechneigung), glasfaserverstärkte Typen zeigen deutlich bessere Dauerbelastbarkeit

- Sehr gute Gleiteigenschaften (Zahnräder, Lagerschalen)

- Vergleichsweise schlechte elektrische Eigenschaften (polarer Werkstoff mit Fähigkeit zur Wassereinlagerung)

- Wasserdampfdurchlässigkeit und Durchlässigkeit für Gase und Aromastoffe ist niedrig Herstellung von Verpackungsfolien

- Beständig gegen Lösemittel, Öle, Fette, Kraftstoff | unbeständig gegen starke alkalische Lösungen (z.B. Natronlauge, Kalilauge) und Säuren

- Technische Teile wie Lager, Zahnräder, Rollen, Schrauben, Verkleidungen, Gehäuse, Pumpenteile, Kfz-Pedale, Ansaugkrümmer, Zylinderkopfhauben, Ölwannen, Ventilatoren, Skischuhe, Membranen, Dichtungen, Borsten, Fasern, Angelleinen, GMT, Blasformteile

- Gusspolyamide: dickwandige Halbzeuge für spanenden Weiterverarbeitung

Polyoxymethylen (POM)

- Sehr fester und sehr steifer Kunststoff, weites Temperatureinsatzgebiet, gutes Gleit- und Verschleißverhalten, gute elektrische Isolationswerte, geringe Durchlässigkeit für Gase und Dämpfe, unbeständig gegen starke Säuren, unlöslich und kaum quellbar in allen gebräuchlichen organischen Lösungsmitteln auch nicht in Treibstoffen und Mineralölen, bei Außenanwendung UV-Stabilisierung erforderlich, physiologisch einwandfrei, POM-Folien sind transluzent (lichtdurchlässig aber undurchsichtig)

sind transluzent (lichtdurchlässig aber undurchsichtig) - Zahnräder, Hebel, Lager, Schrauben, Maschinenteile,

- Zahnräder, Hebel, Lager, Schrauben, Maschinenteile, Tankeinbauten, Outsert-Spritzgussteile, Gehäuseteile, Reißverschlüsse, Skibindungen

Polyethylenterephtalat (PET), Polybutylenterephtalat (PBT)

Polyethylenterephtalat (PET), Polybutylenterephtalat (PBT) PET PBT  beide besitzen weitgehend gleiche

PET

(PET), Polybutylenterephtalat (PBT) PET PBT  beide besitzen weitgehend gleiche Eigenschaften:

PBT

beide besitzen weitgehend gleiche Eigenschaften: gutes Gleit- und Verschleißverhalten, hohe Härte, Festigkeit und

Steifigkeit, lebensmittelecht, spannungsriss und witterungsbeständig, kraftstoffbeständig

PET hat eine deutlich geringere Gasdurchlässigkeit als PE häufigster Barrierewerkstoff für Flaschen für CO2 haltige Getränke

Spritzguss, Spritzblasen, Blasformen, Extrusion (von Folien, Fäden, Drähten)

Polymerblends

Durch Mischen auf Schneckenextrudern lassen sich zwei oder mehrere Polymere zu einem Polymerblend verarbeiten. Die verschiedenen Makromoleküle sind lediglich durch Nebenvalenzkräfte verbunden.

Copolymerisate

Es werden verschiedene Monomere in einem Makromolekül

durch Hauptvalenzkräfte gebunden.

Bild: Styrolmonomere werden mit Acrylnitrilmonomeren in ein Makromolekül eingebaut. Dadurch entsteht ein glasklares Produkt, dass temperaturbeständiger und steifer ist, als das Homopolymer PS.

und steifer ist, als das Homopolymer PS. SAN EPDM: Ethylen-Propylen-Dien-Copolymer ist eigentlich ein

SAN

EPDM: Ethylen-Propylen-Dien-Copolymer ist eigentlich ein Ausgangsstoff für die Gummiindustrie. Ein PP-EPDM-Compound ist preiswert und sehr schlagfest (Verwendung für stoßbeanspruchte Verkeidungsteile).

(Compound = Polymerblend)

Elastomere

Weitmaschig vernetze, amorphe Polymere mit niedriger Glasübergangstemperatur.

Elastizität resultiert aus den stark verknäuelten Makromolekülen, die sich bei Zugbeanspruchung strecken.

Monomere (thermoplastische) Makromoleküle durch Polymerisation Vernetzung mit S oder Peroxid Elastomer

Anteil S oder Peroxid (R-O-O-R) bestimmt die Härte des Elastomers (weitmaschig oder engmaschige Vernetzung)

Vernetztes Endprodukt ist nicht mehr thermoplastisch verarbeitbar.

Endprodukt ist nicht mehr thermoplastisch verarbeitbar.  S bricht bei Vulkanisation durchschnittlich jede zehnte

S bricht bei Vulkanisation durchschnittlich jede zehnte Doppelbindung auf und verbindet dadurch zwei Makromoleküle. Problem: An den verbleibenden Doppelbindungen kann Luftsauerstoff angreifen und dadurch zusätzliche Vernetzungsstellen bilden Vernetzungsgrad E, d.h. Gummi wird spröde

Maßgebliches Auswahlkriterien für Elastomere: Hitze- und Ölbeständigkeit

NR

-

SBR

-

CR

-

NBR

-

FKM

(schlecht

sehr gut)

Rohmaterial (z.B. Synthesekautschuk) wird in Ballen angeliefert, mit Zusatzstoffen (u.a. Schwefel) gemischt und beispielsweise in beheizbaren Pressen zu Formteilen verarbeitet.

Naturkautschuk (NR, natural rubber)

- ganz oder teilweise aus Diolefinen aufgebaut (rechts: Buten)

- hohe Festigkeit und Elastizität im Bereich -50°C < TBetrieb < 70°C, geringe mechanische Dämpfung bis 50°C geringe Kriechneigung, nicht ölbeständig

bis 50°C geringe Kriechneigung, nicht ölbeständig - unvernetzter NR (sog. Latex) für Schutzhandschuhe und

- unvernetzter NR (sog. Latex) für Schutzhandschuhe und Kondome, NR-Vulkanisate machen 30% des weltweiten Elastomerverbrauchs aus (wichtiger Mischungsbestandteil für Reifen, Puffer, Federelemente)

Styrol-Butadien-Kautschuk (SBR)

Puffer, Federelemente)  Styrol-Butadien-Kautschuk (SBR) - Copo aus ca. 30 Mol-% Styrol und 70 Mol-% Butadien

- Copo aus ca. 30 Mol-% Styrol und 70 Mol-% Butadien

- Preiswerter „Allzweckkautschuk“ mit mittlerem Eigenschaftbild, gut gegen Säuren und Laugen beständig, nicht ölbeständig, ähnliche Eigenschaften wie NR aber bessere Abriebfestigkeit, geringe Alterungsbeständigkeit, -40°C < TBetrieb < 100°C

- unvernetzt kommt SBR als schlagfestes Polystyrol-Copo (SB) oder als TPE zum Einsatz, nach Vulkanisation mit S: Schuhsohlen, Fördergurte, Kabelummantelungen, Schläuche, Profile, technische Gummiartikel (schwarze Gummiwaren), Moosgummi (unter Zusatz von Treibmittel aus NR hergestellte geschlossenporige Gummiformteile, Rundschnüre etc.), Mischungsbestanteil von Reifen, Buna-S

Chloroprenkautschuk (CR)

von Reifen, Buna-S   Chloroprenkautschuk (CR) - Besser alterungsbeständig als NR und SBR (Cl schirmt

- Besser alterungsbeständig als NR und SBR (Cl schirmt Doppelbindung gut gegen Luftsauerstoff ab), in gewissem Maße beständig gegen Öl und Fett, -40°C < TBetrieb < 110°C

- Festigkeit und Weiterreißfestigkeit fast so gut wie bei NR, schlechtere Isolationswirkung als NR und SBR, gutes Brandschutzverhalten

- Faltenbälge, Achsmanchetten, Kühlwasserschläuche, Bau-Dichtungsprofile, Dachbeläge, Förderbänder, Kabelummantelungen, Schutzkleidung (Neoprene)

Acrylnitril-Butadien-Kautschuk (NBR)

 Acrylnitril-Butadien-Kautschuk (NBR) - Copo aus 20…50 Mol -% Acrylnitril und Butadien, Beständigkeit gegen Öl,

- Copo aus 20…50 Mol-% Acrylnitril und Butadien, Beständigkeit gegen Öl, Treibstoff und Fett steigt mit dem ACN-Anteil (i.A. sehr gute Beständigkeit gegen mineralische und systehtische Öle), wenig kälteflexibel, -30°C < TBetrieb < 100°C, brennt mit toxischen Rauchgasen, schlechte Beständigkeit gegen Aceton und Methanol

- Wichtigster Dichtungswerkstoff im Maschinenbau, Dichtungen , O-Ringe, Reibbeläge, Kupplungen , Buna-N, Perbunan

Fluor-Kautschuk (FKM)

, Buna-N  , Perbunan   Fluor-Kautschuk (FKM) - Dem Monomer fehlen die zur Vulkanisation

- Dem Monomer fehlen die zur Vulkanisation mit S erforderlichen Doppelbindungen es wird deswegen auf alternative Weise mit Diaminen vernetzt.

- Beständig gegen die meisten Flüssigkeiten, -20°C < TBetrieb < 200°C, für Spezialdichtungen, z.B. in der Luft- und Raumfahrt, Viton

Thermoplastische Elastomere (TPE)

- Sollen den Vorteil der Elastomere mit dem Vorteil der thermoplastischen Verarbeitbarkeit verbinden.

Blockcopolymer

Hartphase-Weichphase-Blockcopo

TPE-S (Styrol-Butadien-Blockcopo)

TPE-E (PolyesterPolyether-Blockcopo) TPE-U (Thermoplastisches PU)

TPE-A (Polyamid-Polyether-Blockcopo)

TPE

Polymerblend

Harte thermoplastische Polymermatrix mit eingearbeiteten Elastomerpartikeln als Weichphase

EPDM/PP-Blend (TPO = Thermoplastisches Polyolefin) NR/PP-Blend (TPO = Thermoplastisches Polyolefin) NBR/PP-Blend (TPO = Thermoplastisches Polyolefin) NBR/PVC-Blend

TPE als Blockcopolmer

Polyolefin) NBR/PVC-Blend TPE als Blockcopolmer - TPE konkurrieren besonders mit weichen Thermoplasten wie

- TPE konkurrieren besonders mit weichen Thermoplasten wie PE-LD und PVC-P

- Da sie nicht nach der Formgebung vernetzt werden müssen, ist die Zykluszeit deutlich geringer.

- Mit Mehrkomponentenspritzgießen können preiswerte Hart-Weich-Formteile produziert werden

- Einfache Möglichkeit zur Farbgebung, gute Recyclierbarkeit und niedrige Dichte, Geringe T-Beständigkeit, ausgeprägte Kriechverhalten (DVR), teuer

- TPE´s können Elastomere im Dichtungsbereich nicht ersetzten!

- Schläuche, Förderbänder, Automobilteile, Kabelummantelungen, Kappen (TPO), angespritzte Schuhsohlen (TPS), Sportartikel (TPA), Gelenkabdichtungen, Schuhsohlen (TPU)

Duroplaste

bestehen aus engmaschig vernetzten Makromolekülen, sind in der Regel hart und spröde, verhalten sich bis zur Zersetzungstemperatur elastisch, besitzen eine hohe

Wärmeformbeständigkeit, oft auch sehr gutes Brandverhalten, sehr gute elektrisches

Isolationsvermögen, können nicht thermoplastisch verarbeitet werden

machen ca. 5 % der weltweiten Kunststoffproduktion aus

Reaktionsharze reagieren durch Zugabe von Härtern schon bei Raumtemperatur aus (Kalthärtung, UP,EP), klassische härtbare Formmassen härten ohne Zugabe von Härtern bei höheren Temperaturen (Warmhärtung, PF) aus

härtbare Formmassen können durch Pressen, Spritzpressen (mittels Kolben wird tablettierte Formmasse unter Druck und Temperatur in geschlossene, beheizte Form gepresst), Strangpressen und Duroplast-Spritzguss (Elektro-Kleinteile) verarbeitet werden

Prepregs (preimpregnated sheet materials) sind flächige oder strangförmige Gebilde mit integrierter Faserverstärkung

Mehr als die Hälfte der Duroplastproduktion findet Verwendung als wesentliche Stoffkomponente bei Holzwerkstoffen, Lacken, Klebstoffen, Bindemittel für Schleifscheiben oder bei der Herstellung von Bremsen und Kupplungsscheiben.

oder bei der Herstellung von Bremsen und Kupplungsscheiben. Spritzpressen 1. Vorlesung, Prof. Dr.-Ing. H. Schirrmacher
oder bei der Herstellung von Bremsen und Kupplungsscheiben. Spritzpressen 1. Vorlesung, Prof. Dr.-Ing. H. Schirrmacher

Spritzpressen

Formaldehyharze (Phenol-Formaldehyd, PF)

- Gehört zu den Formaldehydharzen (statt mit Phenol kann die Polykondensation zur Formaldehydformmasse auch mit Kresol CF, Melamin MF u.a. erfolgen)

- Die Eigenschaften des Harzes werden u.a. durch das Verhältnis der beiden Ausgangskomponenten beeinflusst:

Bei einem Mol-Verhältnis von Formaldehyd : Phenol = 5 : 4 kann ein lineares Makromolekül entstehen, das aus ca. 12 Phenolmolekülen besteht, die durch die Methylbrücken (CH2 Brücken) verbunden sind. Diese Makromoleküle bezeichnet man als Novalak (schmelzbar, nicht selbsthärtend, d.h. lagerstabil, dickflüssig). Unter Zugabe eines Formaldehydspenders (Hexamethylentetramin) als Härter und unter Temperaturen von 120°C vernetzt das Novalak zu PF.

unter Temperaturen von 120°C vernetzt das Novalak zu PF . Bei einem Mol-Verhältnis von Formaldehyd :

Bei einem Mol-Verhältnis von Formaldehyd : Phenol = 5 : 2, also bei starkem

Formaldehydüberschuss bildet sich eine selbsthärtende Struktur, die man als Resol (bei längerer Lagerung selbsthärtend, in fester Form ca. 1 Jahr lagerstabil, löslich) bezeichnet. Resol vernetzt bei 140°C … 180°C ohne Zugabe von Härtern

- PF-Formmassen (Bakelit): Steckdosen, Pumpenteile, hitze- und spülmaschinenbeständige Griffe, Brems- und Kupplungsverstärkerkolben (treibstoffbeständig),

- PF-Gießharze: Herstellung von Platten, Stangen, Rohren, Blöcken, Profilen in offenen Formen

- Hartfaserplatten: Holzfaserbrei mit 2%

3% Holzlösung getränkt, getrocknete Masse anschließend verpressen

- Schichtpressstoffe: Papier oder Gewebe mit PF getränkt, anschließend bei 150°C pressen wickeln

- Sperrholzplatten: heißpressen mit PF-Leim

- PF als Lackharz

Ungesättigtes Polyesterharz (UP)

 Ungesättigtes Polyesterharz (UP) - Aus ungesättigten Dicarbonsäuen und Dialkoholen entsteht durch Polykondensation

- Aus ungesättigten Dicarbonsäuen und Dialkoholen entsteht durch Polykondensation Polyester

- Polyester wird in Styrol gelöst und mit Zusatzstoffen versehen UP-Harz, welches über entsprechende funktionelle Gruppen

verfügt

- Zusatz von MEKP-Härter (Methylethylketonperoxid) ermöglicht die radikalisch eingeleitete Polymerisation des Harzes (Vernetzung), wenn man dafür sorgt, dass sich das Peroxid zersetzen kann Polyester und Styrol bilden gemeinsames Polymernetz

- Es gibt 4 Möglichkeiten zur Zersetzung des Peroxids:

a) Erhitzen (Peroxid zersetzt sich ab 50°C, praktisch 120°C … 160°C Warmhärtung (also Harz + Härter)

b) Elektrochemisch (Redoxreaktion von Peroxid und Kobaltsalz) , Harz wird vom Hersteller mit Peroxid geliefert Verarbeiter

fügt Kobaltsalz zu

Kalthärtung (also: Harz+ Härter und Beschleuniger)

c) UV-Strahlung

d) Röntgen- oder ionisierende Strahlung

- Spachtel- und Reparaturmassen, Reaktionslacke, Klebeharze, Gießharz, Laminierharz, Karosserieteile, Behälter, Armarturen, UP-SMC (!)

Epoxidharz (EP)

 Epoxidharz (EP) - Kennzeichnend für alle Epoxidharz ist die sehr reaktionsfreudige Epoxidgruppe, die sich meist

- Kennzeichnend für alle Epoxidharz ist die sehr reaktionsfreudige Epoxidgruppe, die sich meist an beiden Enden befindet. Je nach funktioneller Gruppe R, an dem sich die Epoxidgruppe befindet unterscheidet man eine Vielzahl von EP-Harzen.

- Härtemechanismus : Zugabe von Aminhärter zum EP-Harz löst Additionsreaktion (Epoxidgruppe liefert

„Sauerstoffbrücke“) aus, d.h. Härter wird in das Polymergerüst eingebaut (deswegen ist genaue

Härterdosierung und gute Vermischung erforderlich um Harz- bzw. Härternester im Formteil zu vermeiden) Kalthärtung: Harz + Amin-Härter+Härtungsbeschleuniger Warmhärtung: Harz + Amin-Härter bei T > 80°C

Warmhärtung: Harz + Amin-Härter bei T > 80°C - Spezial-Formmassen für die Herstellung hochwertiger

- Spezial-Formmassen für die Herstellung hochwertiger Präzisionsteile, Klebeharz, Laminierharz, Prepregs, kupferkaschierte EP-Gewebe für gedruckte Schaltungen, Flugzeugbau, Raumfahrt, Hochleistungssportgeräte

Kurzzeichen für Kunststoffe

Kurzzeichen für Kunststoffe Aufgaben: 1.6 Welche grundlegenden Anordnungen können Makromoleküle in einem Thermoplast

Aufgaben:

1.6 Welche grundlegenden Anordnungen können Makromoleküle in einem Thermoplast einnehmen, welche beiden Thermoplasttypen werden davon abgeleitet ? Ordnen Sie diesen Typen die Ausprägung (hoch, niedrig) folgender Eigenschaften zu: Dichte, Zugfestigkeit, Zugmodul, Duktilität, Kriechfestigkeit, Dauergebrauchstemperatur, Schwindung, Fließfähigkeit der Schmelze

1.7 Weshalb sind amorphe Kunststoffe durchsichtig. Nennen Sie fünf amorphe technische Thermoplaste.

1.8 Welcher Kunststoff verbirgt sich hinter dem Handelsnamen Plexiglas7M? Mit diesem Material werden häufig Einhausungen von Maschinen und Anlagen ausgeführt Charakterisieren Sie die chemische Beständigkeit bezüglich Treibstoffen, Kohlenwasserstoffen und Säuren. Von welcher maximalen Dauer-Gebrauchstemperatur ist auzugehen?

1.9 Mit dem Handelsnamen Grivory HT1V 65H bezeichnet die Fa. Ems-Chemie AG ein PA 6I/6T GF65. Vergleichen Sie E- Modul, Zugfestigkeit , Bruchdehnung und Dichte dieser Spritzgusstype mit den entsprechenden Größen der Druckguss- legierung EN AC-AlSi10Mg(Fe) (E = 75000MPa, Rm=240 MPa, A50 =1%, =2.76 g/cm^3). Beurteilen Sie das Potenzial dieses Materials als Druckgusssubstitut.

1.10 Ordnen Sie den nachfolgenden Formteilen einen geeigneten (thermoplastischen) Werkstoff zu:

- Laufrollen (z.B. für Transporttische mit Allseitsrollen),

- Universelle Gleitlager im Maschinenbau mit 0.5mm < s < 8mm,

- Zahnräder mit m < 1mm und für Temperaturen T < 110°C,

- Luftführung für Automobil-Klima/Heizgeräte,

- Haushaltdose mit Filmscharnier

- PKW-Ansaugkrümmer, - Kfz-Pedal, - Trinkwasser-/Brauchwasserrohre - Fensterprofil - Haushaltgeräte-Verkleidungen (weiße Ware)

1.11

Zylinderkopfhauben für PKW-Verbrennungsmotoren werden aus PA66 GF30 als Spritzgießteil hergestellt und anschließend und mit einer separat gefertigten ACM-Rahmendichtung (Acrylkautschuk mit -40°C < TBetrieb < 180°C, mechanisch hoch belastbar , öl- und treibstoffbeständig, bezahlbar) versehen. Bewerten Sie den Vorschlag, die ZKH als 2-Komponenten- Spritzgießteil aus PA66/TPE-A zu fertigen.

1.12 Die Dauergebrauchstemperatur eines Thermoplasten lässt sich abschätzen über Tdauer VST - 20°C oder über Tdauer HDT. Bestimmen Sie für die nachfolgenden Materialien die Dauergebrauchstemperaturen. Was bewirkt die Glasfaserverstärkung?

- Ultramid 8202C (PA6)

- Ultramid 8333 GHI (PA6 GF33)

- Ultraform N2310P (POM)

- Ultraform N2200G53 (POM GF25)

- Alcom PP620/10 (PP) - Altech PP C2030/550 GF30 (PP GF30)

1.13 Vergleichen Sie EP und UP bezüglich ihrer Gebrauchs- und Verarbeitungseigenschaften.

1.14 Was passiert mit einem Duroplastformteil, wenn man es allmählich auf eine Temperatur von ca. 300°C erwärmt?

Charakterisierung des mechanischen Verhaltens

Kurzzeitig wirkende Beanspruchung, Raumtemperatur

- Kunststoff verhält sich in guter Näherung linear elastisch, Zugversuch nach DIN EN ISO 527 liefert Festigkeits- und Steifigkeitskennwerte:

sy , ey … Streckspannung, Streckdehnung (Streckspannung ist der erste Wert in Spannungsdehnungsdiagramm, wo eine horizontale Tangente existiert) sM , eM …Zugfestigkeit, Zugfestigkeitsdehnung (Zugfestigkeit entspricht der Maximalspannung während des Zugversuchs) sB , eB Bruchspannung, Bruchdehnung (Bruchspannung ist die Spannung beim Bruch der Probe, Bild: sM = sB ) E… Elastizitätsmodul

- bei kurzzeitiger Beanspruchung wird die ertragbare Spannung in Abhängigkeit vom Materialverhalten formuliert:

Spannung in Abhängigkeit vom Materialverhalten formuliert: 1 spröde: PS, PMMA, PA-GF 2 zäh mit Streckpunkt: PE-HD,

1 spröde: PS, PMMA, PA-GF

2 zäh mit Streckpunkt: PE-HD, PP, PA6, PC, ABS

3 zäh ohne Streckpunkt

1: sertragbar = sM

4 Elastomer: PUR, PE-LD

2: sertragbar = sY

3: sertragbar = s0.5% (Spannung bei 0.5% bleibender Dehnung) 4: Verwendung eines Dehnungskriteriums oft sinnvoller

- oft spröde: Glaszustand amorpher Polymere bei niedrigen Temperaturen, Glaszustand teilkristalliner Polymere

- oft Kaltverstreckung: teilkristalline Polymere in weitem Temperaturbereich, amorphe Polymere im Temperaturbereich Tg - 30°C < T < Tg, (bei ABS hat die Spannungs Dehnungs-Kurve 2 ihr Maximum im Streckpunkt, d.h. hier gilt: sM = sy)

- elastomer: amorphe, vernetzte Kunststoffe oberhalb von Tg, amorphe, unvernetzte Kunststoffe im gummielastischen Zustand

- Für die meisten praktischen Aufgabenstellung reicht eine (FEM-) Berechnung, die von linear-elastischem Material- verhalten ausgeht und ausreichende Sicherfaktoren berücksichtigt. Das entspricht dem bekannten Vorgehen zur Berechnung von Bauteilen im Maschinenbau. Für Elastomerformteile oder Formteile für Materialien mit sehr niedrigem E-Modul (große Verformungen) sind physikalisch und geometrisch linearisierte Berechnungen allerdings bestenfalls als Anfangsnäherung zu betrachten.

Genauere Daten müssen den Herstellerdatenblättern entnommen werden. 1. Vorlesung, Prof. Dr.-Ing. H. Schirrmacher 32

Genauere Daten müssen den Herstellerdatenblättern entnommen werden.

1. Vorlesung, Prof. Dr.-Ing. H. Schirrmacher 33
s fM … Biegespannung beim Bruch s 0.5% …Biegespannung bei 0.5% bleibender Dehnung Genauere Werte

sfM… Biegespannung beim Bruch s0.5%…Biegespannung bei 0.5% bleibender Dehnung

Genauere Werte müssen den aus Materialdatenblättern entnommen werden.

Stoßartige Belastungen, Belastungen bei unterschiedlichen Temperaturen

- Bei stoßartiger Belastung treten im Bauteil kurzzeitig Spannungswerte auf, die

deutlich größer sind als diejenigen unter gleicher quasistatischer Belastung.

- Einfache Betrachtungsweise: Man multipliziert die Beanspruchungswerte, die man aus einer quasistatischen Rechnung erhalten hat, mit einem Stoßfaktor KA. Problematisch ist, dass die Dynamik des Stoßvorgangs, d.h. die Dehnrate, die Größe der elastischen Konstanten beeinflusst, so dass mit sehr großen Sicherheitszuschlägen gerechnet werden muss. Allgemein gilt:

e

E

,s

y

,s

M

, e

B

Also: Je höher die Belastungsgeschwindigkeit (je niedriger die Temperatur) desto spröder der Kunststoff.

- Exakte Betrachtungsweise: Man bestimmt aus Zugversuchen die

elastischen Konstanten und Festigkeitskennwerte für die gegebene

Dehnungsrate (sehr aufwändig).

- Guter Kompromiss: Überschlägige Dimensionierung mit Stoßfaktoren, Werkzeug bauen, Versuchsteile mit unterschiedlichen Materialien abmustern und das beste Material auf der Basis von Kugelfalltest, Fallbolzenversuch o.ä. bestimmen.

- Temperatur-Zeit-Verschiebung der mechanischen Eigenschaften:

Dehnratenerhöhung kann durch Temperaturabsenkung versuchstechnisch simuliert werden.

kann durch Temperaturabsenkung versuchstechnisch simuliert werden. 1. Vorlesung, Prof. Dr.-Ing. H. Schirrmacher 35
kann durch Temperaturabsenkung versuchstechnisch simuliert werden. 1. Vorlesung, Prof. Dr.-Ing. H. Schirrmacher 35

Dauernde Beanspruchung

- Links: Kunststoffprobe reagiert auf Sprungfunktion durch Kriechdeformation, d.h., bei F(t) = F0 wächst die Deformation kontinuierlich an. Ist ein kritischer Wert für u erreicht, so bricht die Probe. Wird allerdings vorher die Last beseitigt, so relaxieren die Verformungen ob auf null oder einen endlichen Wert, hängt vom Kunststoff ab.

- Rechts: Eine Wechsellast führt zum permanenten Ansteigen der Deformationen bis ein kritischer Wert erreicht wird und die Probe bricht. Bei sehr niedrigen Lastfrequenzen eilt die Deformationskurve der Lastkurve nach, ohne sich allmählich aufzuschaukeln.

der Lastkurve nach, ohne sich allmählich aufzuschaukeln. Linear-elastisches Materialverhalten: Verzerrungswerte

Linear-elastisches Materialverhalten: Verzerrungswerte

ergeben sich aus den augenblicklichen Spannungswerten

d

 

1

 

kl

kl

2

G

t

kl

1

s

Verwendet man die Deviatorgrößen, so ergibt sich:

1 e t  ( ) s t ( ) 3 K 1 e (
1
e t 
( )
s t
( )
3 K
1
e
( )
t
s
( )
t
ij
2 G
ij

Linear-viskoelastisches Materialverhalten: Verzerrungswerte

ergeben sich aus den augenblicklichen Spannungswerten und der

Spannungsgeschichte 1 e t  ( ) s t ( ) 3 K
Spannungsgeschichte
1
e t 
( )
s t
( )
3 K
 

e d

ii s t

ii

 

e

( )

t

 

1

s

( t )

1

t

k

G

(

t

)

s

()

d

 
 

ij

2

G

ij

2

 

ij

 



e

d

e

s

ij

ij

t

ij

ij

3

s

3

ij

ij

(Verzerrungsdeviator)

(Spannungsdeviator)

K

 

E

(Kompressionsmodul)

 

3 (12)

 
 

k G

K

G

(Schub-Kriechfunktion)

1. Vorlesung, Prof. Dr.-Ing. H. Schirrmacher

36

- Die analytische Lösung viskoelastischer Probleme ist in der Praxis meist nur für einfache Sachverhalte möglich (einachsiger Spannungszustand, konstante Last, reine Sinuslast). Entweder löst man das Problem mit FEM (üblich bei der Berechnung von Dichtungen, Schraubproblemen, Querpressverbindungen …) oder man bedient sich der „Elastischen Näherung“.

In einem kommerziellen FE-Programm gibt es meist Balken-, Schalen- und Plattenelemente, die mit viskoelastischem Materialgesetz verknüpft werden können. Das Materialgesetz wird entweder über die Parameter eines Feder-Dämpfer- Modells (verallgemeinertes Standardmodell) oder explizit über die Eingabe der (sechs) Parameter des verallgemeinerten Bailey-Norton-Gesetzes vereinbart.

Voraussetzung für Beides: erfolgreiche Parameteridentifikation

für Beides: erfolgreiche Parameteridentifikation Verallgemeinertes Standardmodell   C 4  

Verallgemeinertes

Standardmodell

  C 4    s   C    t
C 4
s
C
 
t
C
e creep
2  
3
 
C e
C
1 s 1
e
 
 
C e
C 6
s
t
0
5
 

- Elastische Näherung

Bei Kunststoffen und sehr geringen Belastungsänderungen (Laständerungsgeschwindigkeit Relaxationsgeschwindigkeit) lässt sich aus der Lösung des linear-elastischen Problems eine Näherung für den Spannungs- und Verformungszustand des viskoelas- tischen Bauteils ableiten, wenn man setzt:

E t ( )  c s E  E t ( )  
E t
(
) 
c
s
E 
E t
( )
 
0
s (
t )
e
 
0

e (

t )

E

r

( t

)

Ec… Kriechmodul

Er… Relaxationsmodul

1 1

2 2

( )

E t

E (0)

( )

t

(

0 )

0Kurzzeit-Querkontraktionszahl

(für Kunststoffe: 0=0.35)

Die Kriech- bzw. Relaxationsmoduln erhält man aus einem Kriechversuch (Spannung ist eingeprägt) bzw. einem Relaxationsversuch (Dehnung ist eingeprägt) oder aus Datenblättern.

(Dehnung ist eingeprägt) oder aus Datenblättern. Relaxationsmoduln – also Angaben zum E-Modul bei

Relaxationsmoduln also Angaben zum E-Modul bei konkreter Dehnung - sind selten zu finden.

Zulässige Spannung

Versuche zeigen, dass bei mehrachsiger Beanspruchung oft hinreichend genaue Ergebnisse erhalten werden, wenn die Vergleichsspannung nach der Gestaltänderungsenergiehypothese (GEH) bestimmt wird (nicht bei FKV!).

1 1 1 1   s ertragbar    s zul S A
1
1
1
1
 
s ertragbar
s zul
S
A A
A
A
T
St
dyn
W
   

S

ruhend

intermittierend

schwingend

Bruch

2…3

2…3

1.5…2

Unzulässige Formänderung

1.2

1.2

1.2

Instabilität

>3

>3

>3

Die Abminderungsfaktoren sollen werkstoffspezifische Einflüsse erfassen. Es ergeben sich in der Regel vergleichsweise konservative Werte für die zulässige Spannung dafür ist das Vorgehen einfach und somit besonders für den Formteilentwurf geeignet.

AT… berücksichtigt den Temperatureinfluss auf die ertragbare Spannung. Wird sertragbar schon einem Datenblatt für die konkrete Temperatur T entnommen, ist AT = 1 zu setzen.

1 A T  1  k T (  20  C )
1
A T
1
k T
(
20
C
)
 

PA6

PA6.6

PA-GF

PBT

POM

ABS

PBT-GF

k

0.0125

0.0112

0.0071

0.0095

0.0082

0.0017

Ast…berücksichtigt die Zeitdauer der ruhenden Belastung

Adyn…berücksichtigt den Einfluss der Dynamik der Belastung

AA…berücksichtigt den Einfluss der Alterung (z.B. bei Langzeiteinsatz in aggressiver Umgebung)

AW…berücksichtigt den Einfluss bei Feuchtigkeitsaufnahme

Zulässige Dehnung

Besonders bei Langzeitbeanspruchung ist die Spannung als Dimen- sionierungskennwert ungeeignet. Deswegen wird in der Praxis häufig mit zulässigen Dehnungen gearbeitet.

   

Belastungsdauer

 

Wenige Stunden

wenige Wochen

wenige Monate

wenige Jahre

ASt

1.3

1.6

1.7

2.0

Adyn = 1.3 … 1.6

AA = 1

(Alterungsversuche nach IEC 216, ISO 206 erforderlich)

1 A W  1  0.22 f
1
A W
1
0.22
f

Für Polyamid mit Feuchtegehalt f in Gewichts-%. Für typisch konditio-

niertes PA ist A W = 3.4 einzusetzen, wenn s ertragbar aus Datenblatt für spritztrockenes Material entnommen wurde sonst AW = 1.

Richtwerte für zulässige Dauerrandfaserdehnungen bei RT

 

ohne Füllstoff

GF, GK, Min.

PC

1%

0.5%

PPO

0.8%

0.4%

ABS

1%

0.5%

PEI

1%

0.5%

PMMA

0.8%

-

PS

0.8%

-

SAN

0.8%

-

PBT

2%

0.3% … 1%

PET

2%

0.3% … 1%

PA

2%

0.3% … 1%

POM

2%

1. Vorlesung, Prof. Dr.-Ing. H. Schirrmacher

0.3% … 1%

40

Beispiel

Der dargestellte Hebel ist am 10 gelenkig gelagert und wird wie skizziert durch zwei Kräfte belastet. Die Einsatztemperatur beträgt ca. 60°C. Bestimmen Sie das erforderliche Maß b bei

a) kurzeitiger Belastung

b) Dauerbelastung über 10000h

bei a) kurzeitiger Belastung b) Dauerbelastung über 10000h a) Kurzzeitige Belastung M b  10 

a) Kurzzeitige Belastung

M

b 10

50

N mm

500

W b

15

3

10

3

b

12

7.5

mm

3

18.95 N / mm

s

b

b

Nmm

3   b  12 7.5 mm 3 18.95 N / mm s b 

Soll die vorhandene (maximale) Biegespannung nicht größer sein als die zulässige, folgt damit:

s

s

zul

zul

s

ertragbar

1

1

1

1

S

A

dyn

A

W

A A

T

St

50

MPa

1

1

1

1

1.2

1.8

1.3

1.3

1.0

s

zul

13.7 MPa

b 1.4 mm

Um das Dehnungskriterium verwenden zu können, muss die vorhandene Biegespannung in eine Dehnung umgerechnet werden. Dazu braucht man den E-Modul, der wie die Darstellung zeigt - bei 60°C deutlich niedriger ist als bei 20°C.

Unterstellt man das das Verhältnis der E-Moduln (trocken/nass) bei 20°C das gleiche ist wie bei 60°C, so gilt :

E = 431 MPa.

e

b

18.95 N / mm

b

0.044

E

b

mm

= 431 MPa. e b  18.95 N / mm b 0.044  E b mm

e

zul

2%

Soll die vorhandene Biege- dehnung nicht größer sein als die

zulässige, folgt damit:

b 2.2 mm

b) Dauerbelastung

18.95 N / mm

s

b

b

b) Dauerbelastung 18.95 N / mm s b  b s zul  s ertragbar 1

s

zul

s

ertragbar

1

1

1

1

S

A

dyn

A

W

A A

T

St

Die ertragbare Spannung wird durch die Zeitstandfestigkeit markiert. Bei 2% zulässiger Randfaserdehnung ergibt sich durch Interpolation der Werte für 20°C und 120°C:

s

zul

7 MPa

1

1

1

1

1

1.2

1.8

2.0

1.3

1.0

1.0

s

zul

1.3 MPa

Aus

s

b

s

zul

folgt :b 15mm

Dimensionierung bei Dauerbelastung und bei höheren

Temperaturen ist häufig wegen der schmalen Datenbasis problematisch.

Temperaturen ist häufig wegen der schmalen Datenbasis problematisch. 1. Vorlesung, Prof. Dr.-Ing. H. Schirrmacher 42

Thermomechanisches Verhalten und DMA

Dynamisch-Mechanische Analyse (DMA)

- Regt man eine Kunststoffprobe harmonisch durch eine Kraft

oder ein Moment an, so antwortet diese ebenfalls harmo- nisch mit der gleichen Frequenz aber mit anderer Phase:

M (t ) Mˆ sint

(t ) ˆ sint

Mit Hilfe der Festigkeitslehre lassen sich Moment und Verdrehwinkel in Schubspannung und Schubverzerrung umrechnen:

M

(t ) (t )

(t ) (t )

M ( t )   ( t )  ( t )   (

In komplexer Schreibweise lassen sich die beiden harmonischen Funktionen schreiben als:

Re ˆ

e

j

t

Re

ˆ e

j

t

 

Das Verhältnis der beiden komplexen Zahlen also der Ausdrücke in den geschweiften Klammern kennzeichnet den komplexen Schubmodul, dessen Realteil als Speichermodul und dessen Imaginärteil als Verlustmodul bezeichnet wird:

 

ˆ

G

*

j

G  j G



ˆ

e

G‘ … Speichermodul, G‘‘ … Verlustmodul,

Der Speichermodul kennzeichnet die während einer Schwingungsperiode speicherbare Energie (infolge Materialelastizität), während der Verlustmodul die in der selben Zeit dissipierte Energie (infolge Materialviskosität) markiert. Der Phasenwinkel , bzw. der Tangens dieses Winkels, wird als Maß für die innere Dämpfung des Materials verwendet.

Die DMA wird zur Kennzeichnung des thermomechanischen Verhaltens verwendet.

Aggregatzustände polymerer Stoffe

 Aggregatzustände polymerer Stoffe Amorphe, unvernetzte Polymere weisen vier Aggregatzustände auf: - Glaszustand -

Amorphe, unvernetzte Polymere weisen vier

Aggregatzustände auf:

- Glaszustand

- Erweichungsgebiet

- gummielastischer Zustand

- Schmelze

Die Elastomere sind unschmelzbar hier steigen die Moduln

im gummielastischen Zustand leicht an. Je mit steigendem Vernetzungsgrad nimmt G‘ im gummielastischen Zustand zu.

Tg … Glasübergangstemperatur Tf … Schmelztemperatur

g … Glasübergangstemperatur T f … Schmelztemperatur Teilkristalline Polymere kann man sich als Zweiphasensystem

Teilkristalline Polymere kann man sich als Zweiphasensystem

vorstellen: Die kristalline Phase ist in der amorphen Phase dispergiert.

- Glaszustand (Polymer hat etwas größeren G‘ als amorpher K.

- Erweichungsgebiet (Gebiet um Tg , Einbruch von G‘ nicht so stark ausgeprägt wie bei amorphem Kunststoff)

- Gummielastischer Zustand (solange die kristalline Phase noch

nicht geschmolzen ist, wirken die Kristallite wie eine

Teilchenfüllung, d.h. G‘ ist um so größer je höher der Kristallisationsgrad)

- Schmelze

Tm … Schmelzpunkt der Kristallite Tf … Schmelzpunkt der amorphen Phase

Schlagbiegeversuch und Kerbschlagbiegeversuch

Charpy: Pendelhammer mit Finne fällt aus Starthöhe auf Probe, durchschlägt diese und

erreicht Endhöhe aus Höhendifferenz wird Schlagarbeit berechnet, die zum Zerstören der Probe erforderlich ist diese Schlagarbeit wird durch den Querschnitt der Probe

geteilt und als Charpy-Kerbschlagzähigkeit bezeichnet.

( 1 J = 1 Nm)

als Charpy-Kerbschlagzähigkeit bezeichnet. ( 1 J = 1 Nm) Probengeometrie ist nach DIN EN ISO 179

Probengeometrie ist nach DIN EN ISO 179 genormt

Charpy-Kerbschlagzähigkeit einer ungekerbten Probe mit Querschnitt b x h :

Charpy-Kerbschlagzähigkeit einer gekerbten Probe mit Kerbquerschnitt bN x h :

W a  c cU b  h
W
a
c
cU
b  h
W a  c cN b  h N
W
a
c
cN
b  h
N

Der Quotient aus den Schlagzähigkeiten kennzeichnet die Kerbempfindlichkeit und gibt beispielsweise Auskunft über die Wirksamkeit von Füllstoffen.

und gibt beispielsweise Auskunft über die Wirksamkeit von Füllstoffen. 1. Vorlesung, Prof. Dr.-Ing. H. Schirrmacher 45
und gibt beispielsweise Auskunft über die Wirksamkeit von Füllstoffen. 1. Vorlesung, Prof. Dr.-Ing. H. Schirrmacher 45
Genauere Daten müssen den Werkstoffdatenblättern entnommen werden. 1. Vorlesung, Prof. Dr.-Ing. H. Schirrmacher 46

Genauere Daten müssen den Werkstoffdatenblättern entnommen

werden.

Wärmeformbeständigkeit

Wärmeformbeständigkeit  Vicat-Softening-Temperature (links): - VST-Wert kennzeichnet die Temperatur, bei der die

Vicat-Softening-Temperature (links):

- VST-Wert kennzeichnet die Temperatur, bei der die Eindring- spitze 1mm tief in den Prüfkörper eingedrungen ist. VST ist (eigentlich) nur bei amorphen Kunststoffen sinnvoll.

- Grobe Faustregel: Max. Gebrauchstemp = VST/B50 - 20°C

- DIN EN ISO 306: A50… 10N/50°C/h, B50… 50N/50°C/h

Heat-Deflection-Temperature (rechts):

- Temperatur, bei der der Prüfkörper eine zusätzliche Durchbiegung erreicht, die einer zusätzlichen Randfaser- dehnung von 0.1% entspricht.

- Grobe Faustregel: Max. Gebrauchstemp = HDT/B - 20°C

- DIN EN ISO 75: F so, dass bestimmte Randfaserspannungen

erreicht werden, HDT/A … 1.8MPa, HDT/B … 0.45MPa, HDT/C … 8 MPa

HDT und VST geben dem Konstrukteur nur Anhaltspunkte für eine maximale Gebrauchstemperatur. Wichtige Aspekte für die Bestimmung dieses Wertes sind auch:

- Dauer der Temperaturwirkung

- event. Einbußen bei szul und ezul für das erhöhte T-Niveau

- event. Gestaltänderungen infolge Molekülumorient.

- event. Festigkeitseinbußen infolge thermischer Alterung

- event. Festigkeitseinbußen infolge thermischer Alterung 1. Vorlesung, Prof. Dr.-Ing. H. Schirrmacher 47

Brandverhalten

Prüfung der Brandfestigkeit ist stark branchen- und länderabhängig: Kraftfahrzeuge (FMVSS 302,…), Schienenfahrzeuge (DIN EN 45545,…), Flugzeuge (Airbus Industrie Spezifications,…), Schiffe (FTP-Code,…), USA (UL 94,…), International Elektrotechnical

Commission (IEC 606095 11 -10 bzw. DIN EN ISO 60695 11 -10) usw. Vergleiche zwischen den einzelnen Prüfverfahren sind

kaum möglich.

Glühdrahtprüfung nach DIN EN ISO 60695: Kunststoffprobe mit definierten Maßen wird mit definierter Kraft gegen einen Glühdraht gedrückt. Gemessen wird

- die Zeit bis zum Entflammen bei definierter Glühdrahttemperatur oder

- die Dauer bis zum Erlöschen der Probe oder

- die Glühdrahttemperatur bei Entzündung der Probe oder

- die Glühdrahtentflammbarkeitszahl (GWFI) oder

- Ob Material brandfördernd abfällt.

(GWFI) oder - Ob Material brandfördernd abfällt. Glühdrahtprüfung nach DIN EN ISO 60695 UL 94, DIN

Glühdrahtprüfung nach DIN EN ISO 60695

abfällt. Glühdrahtprüfung nach DIN EN ISO 60695 UL 94, DIN IEC 60695 -11-10 (Klasse HB bedeutet

UL 94, DIN IEC 60695 -11-10 (Klasse HB bedeutet z.B. Probe mit Dicke < 3mm brennt bei 50W-Flamme langsamer als

75mm/min

Probe mit Dicke < 3mm brennt bei 50W-Flamme langsamer als 75mm/min 1. Vorlesung, Prof. Dr.-Ing. H.

Aufgaben

1.15

Bestimmen Sie aus der nebenstehenden Spannungs- Dehnungs-Kennlinie für „PE-Folie, pur“ alle relevanten Materialparameter. Benennen Sie die Art des Materialverhaltens und vergleichen Sie Ihre Ergebnisse mit den Tabellenwerten auf Folie 32.

1.16

Vergleichen Sie die Charakteristik der s  e  Kenn-

linie eines unverstärkten und eines mit 35% Glasfaser

verstärkten PA6 was bewirkt die Glasfaserverstär- kung?

1.17 Skizzieren Sie die Antwort eines Verallgemeinerten Standardmodells auf eine Sprungfunktion mit Kraft- sprung bei t = t0. Was passiert plötzlicher Entlastung?

1.18 In nebenstehender Skizze sind OT und UT aus Makrolon 2556. Sie sollen wie skizziert verschnappt werden. Bestimmen Sie das zulässige Maß f am Schnapphaken. (links einhaken, rechts schnappen)

Maß f am Schnapphaken. (links einhaken, rechts schnappen) 1.19 Ein Stecker im Kfz-Bereich aus Ultradur B4500
Maß f am Schnapphaken. (links einhaken, rechts schnappen) 1.19 Ein Stecker im Kfz-Bereich aus Ultradur B4500

1.19 Ein Stecker im Kfz-Bereich aus Ultradur B4500 (PBT) soll bei ca. 60°C Dauergebrauchstemperatur eingesetzt werden. Wie groß ist die dauerhaft zulässige Dehnung? Mit welchen elastischen Konstanten ist bei der Auslegung für 100000 Stunden und bei Ausnutzung dieser maximal zulässigen Dehnung zu rechnen?

1.20 Untersuchen Sie mit Hilfe der Funktion „Property Scatter Plot“ in der Datenbank Campus den Zusammenhang zwischen Glasfasergehalt und Wärmeformstabilität am Beispiel von Ultramid Bxxxx.