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FOTOhits

FOTO HITS Magazin Nr. 3/2013

Test: Duell Olympus E-P5 vs. Panasonic GF6, Canon PowerShot N, Sony HX300 – Objektive: Zeiss Touit – Schulterstative von walimex pro und Manfrotto – Schwerpunkt: Blitzen lernen wie Strobisten – Video-Workshop Teil 5 – Sind Filmkameras die besseren Fotoapparate? FOTO HITS Magazin Nr. 9/2013

FOTOHITS

www.fotohits.de

Tests: Canon EOS 6D, Nikon D5200, Sony RX1, Samsung Galaxy Camera – Objektive: walimex pro 85/1,5 VDSLR, Tamron SP 70-200mm F/2.8 Di VC USD – Reisefotografie – Digitale Bildmontage – Schwerpunkt: Spiegellose Systemkameras

Euro 4,20 Euro, Schweiz: 5,90 Sfr, Italien: 4,60 Euro, Spanien: 4,60 Euro

3,50 Benelux:

3,90 Euro,

Deutschland:

Österreich:

3,90 Euro, D e u t s c h l a n d : Österreich: nur
nur  3,50
nur 
3,50

FOTOGRAFIEREN UND FILMEN

n d : Österreich: nur  3,50 FOTOGRAFIEREN UND FILMEN Nr. 9/2013 FOTO hits IM TEST

Nr. 9/2013

FOTOhits

nur  3,50 FOTOGRAFIEREN UND FILMEN Nr. 9/2013 FOTO hits IM TEST DAS DUEll OLYMPUS E-P5

IM TEST

DAS DUEll3,50 FOTOGRAFIEREN UND FILMEN Nr. 9/2013 FOTO hits IM TEST OLYMPUS E-P5 PANASONIC GF6 EXTREM-ZOOM SONY

UND FILMEN Nr. 9/2013 FOTO hits IM TEST DAS DUEll OLYMPUS E-P5 PANASONIC GF6 EXTREM-ZOOM SONY

OLYMPUS E-P5 PANASONIC GF6

FOTO hits IM TEST DAS DUEll OLYMPUS E-P5 PANASONIC GF6 EXTREM-ZOOM SONY HX300 EXOTISCH CANON pOWErSHOT
FOTO hits IM TEST DAS DUEll OLYMPUS E-P5 PANASONIC GF6 EXTREM-ZOOM SONY HX300 EXOTISCH CANON pOWErSHOT
FOTO hits IM TEST DAS DUEll OLYMPUS E-P5 PANASONIC GF6 EXTREM-ZOOM SONY HX300 EXOTISCH CANON pOWErSHOT

EXTREM-ZOOM SONY HX300

EXOTISCH CANON pOWErSHOT N
EXOTISCH CANON pOWErSHOT N
EXOTISCH CANON pOWErSHOT N

EXOTISCH CANON pOWErSHOT N

EXOTISCH CANON pOWErSHOT N

FÜR SONY & FUJIFIlM

ZEISS

KOMprO-

MISS-

LOS

GUT

TOUIT:

FUJIFIlM ZEISS KOMprO- MISS- LOS GUT TOUIT: wAlIMEX PRO & MANFROTTO rUHIGEr FILMEN ZAUBERN MIT
FUJIFIlM ZEISS KOMprO- MISS- LOS GUT TOUIT: wAlIMEX PRO & MANFROTTO rUHIGEr FILMEN ZAUBERN MIT
FUJIFIlM ZEISS KOMprO- MISS- LOS GUT TOUIT: wAlIMEX PRO & MANFROTTO rUHIGEr FILMEN ZAUBERN MIT
FUJIFIlM ZEISS KOMprO- MISS- LOS GUT TOUIT: wAlIMEX PRO & MANFROTTO rUHIGEr FILMEN ZAUBERN MIT

wAlIMEX PRO & MANFROTTO rUHIGEr FILMEN

ZAUBERN MIT lICHT:GUT TOUIT: wAlIMEX PRO & MANFROTTO rUHIGEr FILMEN „STrOBISMUS“ TECHNIK – DIDAKTIK – EQUIPMENT

„STrOBISMUS“PRO & MANFROTTO rUHIGEr FILMEN ZAUBERN MIT lICHT: TECHNIK – DIDAKTIK – EQUIPMENT pOrTFOLIO NATAlIA wIERNIK

rUHIGEr FILMEN ZAUBERN MIT lICHT: „STrOBISMUS“ TECHNIK – DIDAKTIK – EQUIPMENT pOrTFOLIO NATAlIA wIERNIK

TECHNIK – DIDAKTIK – EQUIPMENT

lICHT: „STrOBISMUS“ TECHNIK – DIDAKTIK – EQUIPMENT pOrTFOLIO NATAlIA wIERNIK DANK HIGH-RES-VIDEO: VOM FILM ZUM

pOrTFOLIO

NATAlIA wIERNIK

„STrOBISMUS“ TECHNIK – DIDAKTIK – EQUIPMENT pOrTFOLIO NATAlIA wIERNIK DANK HIGH-RES-VIDEO: VOM FILM ZUM FOTO

DANK HIGH-RES-VIDEO:

„STrOBISMUS“ TECHNIK – DIDAKTIK – EQUIPMENT pOrTFOLIO NATAlIA wIERNIK DANK HIGH-RES-VIDEO: VOM FILM ZUM FOTO
„STrOBISMUS“ TECHNIK – DIDAKTIK – EQUIPMENT pOrTFOLIO NATAlIA wIERNIK DANK HIGH-RES-VIDEO: VOM FILM ZUM FOTO

VOM FILM ZUM FOTO

„STrOBISMUS“ TECHNIK – DIDAKTIK – EQUIPMENT pOrTFOLIO NATAlIA wIERNIK DANK HIGH-RES-VIDEO: VOM FILM ZUM FOTO
6-facher Goldmedaillengewinner bei den Olympischen Spielen und Weltrekordhalter Shoot fast. Share faster. Teile den
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DIE GEDrUCKTE KAMErA:

OFFENE REFlEXE – wElTwEIT

3D ist in der Fotografie ein alter Hut. Bereits im 19. Jahrhundert übten sich Fotografen in Spezialtech- niken, um ihren Bildern Dreidimensionalität zu ver- leihen. Heute bekommt der Begriff für Fotografen aber eine ebenso neue wie aufregende Bedeutung.

3 D-Drucker, die auf der Basis von CAD-Daten aus schmelzbaren Plastikfäden oder Pulver- mischungen Gegenstände in hoher Genau- igkeit „ausdrucken“, sind eine faszinieren- de Erfindung. Manche sagen schon, dass diese Technik eine industrielle Revoluti-

on einläutet, die unsere Welt verändern wird: Wir dru- cken uns unsere Gebrauchsgegenstände und Ersatzteile selbst aus, das Kopieren vorhandener Dinge wird kinder- leicht, und Sicherheitsexperten warnen, da bereits CAD- Pläne zum Ausdrucken von Feuerwaffen aus Plastik (die von Metalldetektoren nicht erkannt werden) im In- ternet kursieren. Diejenigen, die sich aktiv mit dem 3D-Drucken beschäf- tigen, nennen sich „Maker“. Der französische Student Léo Marius ist ein solcher Maker, und er hat ein Faible für die Fotografie. Daher wählte er als Thema für seine Master-Arbeit die Entwicklung einer druckbaren Spiegelreflexkamera. Das Projekt mit dem Namen OpenReflex (Quicklink: openreflex) endete erfolgreich, die Daten zum Ausdrucken stellte Léo Marius kostenlos auf www.instructables.com zur Verfügung, und jeder, der Zugriff auf einen der immer preiswerter erhältlichen Drucker (siehe auch die Anzeige auf Seite 111 die- ser Ausgabe) hat, kann in rund 16 Stunden seine eigene Kamera herstellen. Dabei entfallen 15 Stunden auf die Druckzeit und nur rund eine Stunde auf den Zusammenbau. Das ist ja per se schon spektakulär genug. Noch aufregender finde ich aber einen kleinen Nebensatz des Tüftlers: „Zögert nicht, die Daten zu modifizieren, wenn Ihr ein neues Fea- ture braucht, und vergesst nicht, Eure Verbesserungen im Web mit den anderen zu teilen.“ Das ist doch eine faszinierende Vorstellung: Die weltweite Fotografengemeinde baut gemeinsam an der idealen Kamera, die sich dann jeder zu Hause mit selektiv wähl- baren Wunscheigenschaften ausdrucken kann!

Traditionell produziert

Darauf, dass 3D-Drucker auch komplexe Digitalkameras herstellen können, müssen wir si- cher noch ein Weilchen warten. Um uns die Zeit zu verkürzen, hat sich die herkömmliche Kameraindustrie allerdings jede Menge Neuheiten ausgedacht, die wir in dieser Ausgabe vorstellen und testen: so etwa die Olympus E-P5 im Duell gegen Panasonics GF6, die außergewöhnliche PowerShot N von Canon, Sonys HX300, aber auch die neuen Touit- Objektive von Zeiss und Rig-Lösungen von Manfrotto und Walimex. Bei einem Thema finden Technik und Kreativität in besonderer Weise zusammen: beim so genannten Strobismus (von engl. strobe = Blitz). Deshalb haben wir die Strobisten zum Schwerpunktthema dieser Ausgabe gemacht, zeigen, was hinter diesem Trend steckt und wie man ganz einfach selbst zum Strobisten wird.

steckt und wie man ganz einfach selbst zum Strobisten wird. Viel Spaß beim Lesen, Schauen und

Viel Spaß beim Lesen, Schauen und Ausprobieren, Ihr

Dr. Martin Knapp Chefredakteur

Schauen und Ausprobieren, Ihr Dr. Martin Knapp Chefredakteur Wanderstock Einbeinstativ Dreibeinstativ www.benro.de
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Wanderstock Einbeinstativ Dreibeinstativ

Schauen und Ausprobieren, Ihr Dr. Martin Knapp Chefredakteur Wanderstock Einbeinstativ Dreibeinstativ www.benro.de

www.benro.de

32

Ausstattung für Strobisten

Strobisten bringen ihre Beleuchtung dorthin, wo sie sie brauchen. FOTO HITS verschafft die beste Übersicht, was hilfreich und bezahlbar ist.

82

Filmen statt Fotografieren

Bislang lieferte ein Video nur Einzelbilder mit geringer Auf- lösung. Professionelle 4K-Kameras schaffen beides: Sie filmen und fotografieren druckfähige Bilder.

88

Hirnmuster

Natalia Wiernik, Siegerin bei den „Sony World Photography Awards“, plaudert aus dem Nähkästchen.

INHALT

9/2013

AKTUELLES

8

Kameras und Zubehör

Die aktuelle Sommerkollektion für Fotografen

16

Fotoliteratur

Lesenswertes rund um Lichtbilder

EVENTS

24 Ausstellungen

Wo die beeindruckendsten Bilder hängen

25 Wettbewerbe und Veranstaltungen

Fotografen messen und treffen sich

WISSEN

32

Ausstattung für Strobisten

Aus handlichem Zubehör viel Licht zaubern

40

Blitzschnell ausgeleuchtet

Fotografen erklären, wie man effektiv mit Blitzen arbeitet

44

Das Entfesseln des Blitzes

Externe Blitzgeräte im Studio optimal einsetzen

50

Video-Workshop, Teil 5

Mit „Motion Design“ und „After Effects“ beeindrucken

82

Filmen statt Fotografieren

4K-Filmkameras konkurrieren mit Fotoapparaten

BILDBEArBEITUNG

18

Mobile Imaging

Gemeinsam blitzen mit dem „External Flash“

48

Software

Kostenlose Programme für Bild- und Videobearbeitung

54

Making-of

Gregory Barbot zeigt, wie Geld und Macht entstehen

KOLUMNE

3

Editorial

Die gedruckte Kamera

19

Guidos Gadgets

Starfotograf Guido Karp stellt Fotozubehör vor

87

Recht

Wer darf sich eigentlich „Fotograf“ nennen?

KLASSIK

20

Kodak DCS-100

Serie: Klassiker der Kamerageschichte

26

Bilder erzählen ihre Geschichte

Lady Di und das Grabmal flüchtiger Liebe

30

Meine erste Kamera

Sylvie Blum erinnert sich an ihre Anfänge

Titelbild: Lise Gagne @ istockphoto.com

44

Entfesseln des Blitzes

Der Profi Andreas Jorns zeigt, wie man Blitzgeräte in einem Amateurstudio richtig einsetzt.

98

Blumen für die Sieger

Die Gewinner des Wettbewerbs „Pflan- zen“ brachten die schönsten Exemplare ans Licht.

prAXIS

62 Basteltipp: Lichtlenker

Blitzlicht geschmeidig im Raum verteilen

pOrTFOLIO

88

Hirnmuster

Natalia Wiernik strickt Andenken und Blutsbande

98

Gewinner

Die Sieger des Wettbewerbs „Pflanzen“

AKTIONEN

7

Das schönste Leserfoto

FOTO HITS-Leser gewinnen mit ihrem besten Bild

14

Preisnachlass von Pearl

Fast 50 Prozent Rabatt auf einen Dia- und Fotoscanner

22

Ergebnis des Lesertests von Rollei

Drei Stative beweisen sich in der freien Natur

28

Ergebnis des Lesertests von Cinebook

Fünf Connaisseure probieren ein luxuriöses Fotobuch

104

FOTO HITS-Wettbewerb

Thema: „Eindrucksvoll beleuchtet“

SErVICE

IM TEST KAMErAS 64 Das Duell Panasonic GF6 vs. Olympus E-P5 70 Canon Powershot N
IM
TEST
KAMErAS
64
Das Duell
Panasonic GF6 vs. Olympus E-P5
70
Canon Powershot N
Exquisit und exotisch
74
Sony HX300
Massives Fotosystem
OBJEKTIVE
78 Zeiss Touit 1.8/32 und Touit 2.8/12
Schnörkellose Perfektion
ZUBEHör
80 Superstabilisierer
Zwei Schulterstative beim Wettstemmen
WEB
Unsere Kameratest-
bilder können Sie von www.fotohits.de
herunterladen.

6

Leserbriefe

Post von FOTO HITS-Lesern

58

Farbkontrolle mit Datacolor

Perfekte Ergebnisse für ein Fotobuch

60

Fujifilm Fotoservice Pro

Fotodruck bis zur Druckmaschine kontrollieren

61

FOTOBUCH XXL

Wie Urlaubserinnerungen groß herauskommen

96

Abocard

FOTO HITS-Jahres-Abo und Prämien sichern

106

Fotoguide

Aktuelle Produktempfehlungen

96 Abocard FOTO HITS-Jahres-Abo und Prämien sichern 106 Fotoguide Aktuelle Produktempfehlungen
96 Abocard FOTO HITS-Jahres-Abo und Prämien sichern 106 Fotoguide Aktuelle Produktempfehlungen
96 Abocard FOTO HITS-Jahres-Abo und Prämien sichern 106 Fotoguide Aktuelle Produktempfehlungen

SERVICE LESErBrIEFE

MAILBOX

BESCHNITTEN

Ich besitze eine Nikon D5200 mit Sig- ma 17-70 2.8-4 DC und ein Tamron 90/ F2.8. Nun möchte ich die ganze Sa- che um ein Telezoom erweitern. Ich stolpere aber über widersprüchliche Aussagen bezüglich des Crop-Fak- tors. Ist es nicht egal, ob ich ein Voll- format- oder APS-C-Objektiv verwen- de? Der Wert muss doch in jedem Fall mit Faktor 1,5 multipliziert werden? Vollformatobjektive sind aber meist schwerer und teurer als APS-Objek- tive. Mit welchem Objektiv würde ich nun den besseren Schnitt machen? Als Vollformat ist unter anderem das Tamron 70-300 mit zirka 320 Euro recht günstig. Auf der anderen Sei- te gibt es da noch das Sigma 18-250 oder das Tamron 18-270. Vielleicht können Sie mir weiterhelfen. Gerd Trömmel

Vollformat-DSLRs besitzen einen Sensor zirka in Kleinbildfilmgröße. APS-DSLRs ha- ben einen kleineren Sensor, nur bei ihnen kommt der Crop-Faktor zum Tragen. Sie können an Ihre Kamera (vorausgesetzt der Bajonettanschluss oder der Adapter passt) ein APS-C- oder Vollformatobjektiv an- schließen. Bezüglich der Umrechnung gilt:

1) Gewöhnlich sind bei sämtlichen Objek- tiven die Brennweiten bezogen aufs Klein- bildformat angegeben. 2) Ihre Kamera besitzt einen DX-Sensor mit 23,5 mal 15,6 Millimetern, hat also ei- nen Crop-Faktor von 1,5. 3) Ein 200-Millimeter-Objektiv entspricht al- so an ihrer Nikon einer Brennweite von 300 Millimetern bezogen aufs Kleinbildformat. Tamron gibt für das 18-270 ihre Nikon D5200 nicht in der Liste unterstützter Ka- meras an. Es kann sein, dass es trotzdem passt, aber der Autofokus nicht funktio- niert. Das sagt Ihnen Tamron genauer. Es kann durchaus von Vorteil sein, an einer APS-C-Kamera ein fürs Voll- oder Mittel- format gebautes Objektiv zu verwenden. Denn da es für ein größeres Bildfeld aus- gelegt ist, wird beim kleineren APS-C-For- mat nur der innere Bereich des Bildkreises genutzt, was für gewöhnlich eine deutlich verbesserte Qualität sorgt. Allerdings sind diese Objektive merklich teurer.

qUADrIErT

Ich frage mich, warum bisher kein Hersteller auf die Idee gekommen ist, eine Kamera mit quadratischem Sen- sor auf den Markt zu bringen. Dabei hätte das durchaus Vorteile. So ist die Fläche eines Rechtecks (etwa 24 mal 36 Millimeter) kleiner als die Fläche des größten Quadrats, das von einem entsprechenden Objektiv ausgeleuch- tet wird (in diesem Fall 30 mal 30 Mil- limeter). Oder ist das quadratische Format nicht verkaufstauglich? Name der Redaktion bekannt

Quadratische Bildsensoren gab es im Be- reich der digitalen Mittelformatkameras. Das war eine gute Idee, um Probleme etwa beim Wechsel vom Hoch- auf das Quer- format zu umgehen. Dagegen erlauben ei- nige Mittelformatkameras mit Digitalrück- teil, das Rückteil um 90 Grad zu kippen. So kann man vom Hoch- zum Querformat wechseln, ohne die Kamera selbst zu ver- drehen. Es ist davon auszugehen, dass Ka- meras mit quadratischem Sensor im Con- sumer-Bereich wenige Chancen hätten, da die Bilderwelt auf Formate wie 3:2 und 4:3 eingestellt ist, etwa Fotobücher und Seh- gewohnheiten. Durch die Präsentation auf Computer- und TV-Bildschirmen ver- schiebt sich dies sogar noch weiter Rich- tung 16:9. Sprich: Man müsste die Fotos auf diese Formate beschneiden und würde so einen Großteil der erfassten Bildpunkte nachträglich wieder löschen. Das werden die meisten Kunden nicht in Kauf nehmen.

ErWEITErT

Ich möchte mein langjähriges FOTO- HITS-Abo mit dem E-Paper (3,50 Eu- ro pro Jahr) erweitern. Leider gelingt es mir nicht, dieses mit den angebo- tenen Formularen auf der FOTO-HITS- Website zu bestellen.

Manfred Röben

Danke für den Hinweis. Wir haben Än- derungen bisher über unseren Abo-Ser- vice gehandhabt. Jetzt können Sie online bequem aus den gewünschten Optionen wählen, etwa: nur die Druckausgabe, nur das E-Paper, Heft plus E-Paper oder das bestehende Abo erweitern.

i Abo-Service, Heftbestel- lungen, Reklamationen gfw@vds-herzberg.de Tel. 0 55 21 – 85 54 66 Fragen
i Abo-Service,
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Fragen zu fotohits.de
und Wettbewerbsgalerien
webmaster@fotohits.de
Leserbriefe, Lob & Kritik:
leserbriefe@fotohits.de
Die Redaktion behält sich vor,
Leserbriefe zu kürzen.
SprACHLOS

Auch wenn verspätet, will ich hier ein Lob über die kostenfreie Version von DxO Optics Pro 6.6 hinterlassen, wel- ches in einer der letzten CD-Beilagen enthalten war. Ich habe seit zwei Jah- ren eine Nikon D7000 und mich noch nicht richtig mit Raw-Bearbeitung auseinandergesetzt, da ich mich im- mer vor komplizierten Einstellungen scheute. Aber es klappt so gut mit DxO und die Ergebnisse verschlagen mir echt die Sprache, sodass ich es bereue, nicht schon früher mehr im unkomprimierten Format fotografiert zu haben. Vielen Dank! Robert Waldmann

AN DIE WAND

Ich lese schon länger die FOTO HITS und finde den Themenmix ganz ge- lungen. Was ich aber vermisse, ist das Thema Projektion. Gibt es für Ama- teure erschwingliche Projektoren, die die Bilder einigermaßen farbtreu und in guter Auflösung wiedergeben? Wo liegt hier das Optimum in der Auflö- sung? Brauche ich „Full HD“? Viel- leicht ist das ja ein Thema für die nächsten Hefte.

Helmut Knüppel

In den letzten drei Jahren bereiteten wir das Thema in zwei Schwerpunkten auf. In Ausgabe 6/2010 verglichen wir Minipro- jektoren miteinander. Und in Ausgabe 4/2012 zeigten wir, wie man Diashows ge- konnt präsentiert und geeignete Leinwän- de für Projektoren auswählt. Dessen unge- achtet haben Sie recht: Mittlerwerweile ist einiges passiert und wir planen, die aktu- ellen Entwicklungen aufzuzeigen.

AKTIONEN FOTO DES MONATS

FOTO DES MONATS

Lars Diegel sorgte mit Blitz und Hintergrundbeleuchtung für durchscheinende Blütenblätter. Die Redaktion freut sich auf alle Einsendungen, die auf unserer Website www. fotohits.de/leserfoto eintreffen.

Sieger erhalten von ifolor einen Gutschein über 50 Euro für ein Fotobuch Deluxe A4. Zu-
Sieger erhalten von ifolor einen Gutschein
über 50 Euro für ein Fotobuch Deluxe A4. Zu-
dem darf der Gewinner aus dem gesamten
Sortiment von ifolor für bis zu 200 Euro be-
stellen. Dank der großzügigen Gewinne fin-
den alle Urlaubserinnerungen dieses Som-
mers einen Platz, etwa als Fotobuch Deluxe
quer oder hochformatig, glänzend veredelt
und auf bis zu 132 Seiten. Die Lesertester
in Ausgabe 7-8/2013 bescheinigten ihm ei-
ne tadellose Verarbeitung und einen ausge-
zeichneten Fotodruck (www.ifolor.de).

AKTUEllES KAMErAS UND ZUBEHör

AKTUELLE TOPMODEllE

CANON EOS 70D

Canons Spiegelreflexkamera EOS 70D ist mit einem neuen 20,2-Megapixel-CMOS- Sensor im APS-C-Format ausgestattet. Videofilmer profitieren von der neuen Du- al-Pixel-CMOS-AF-Technik. Sie soll eine schnelle Autofokusleistung im Live-View- Modus und eine kontinuierliche Fokussie- rung bei Video-Aufnahmen erreichen, weil jedes Pixel auf dem Sensor aus zwei Foto- dioden besteht, die entweder zur Scharf- einstellung separat oder gemeinsam für die Erfassung der Bildpunkte genutzt werden. Während der Videoaufnahme ist die voll- ständige Steuerung von Blende und ISO- Empfindlichkeit auch im Manuell-Modus möglich. Bis zu sieben Bilder pro Sekunde

im Manuell-Modus möglich. Bis zu sieben Bilder pro Sekunde IN FOTO TEST HITS 10/2013 dem Tablet-PC
IN FOTO TEST HITS 10/2013
IN
FOTO
TEST HITS
10/2013

dem Tablet-PC fernsteuern. Neben ver- schiedener Kreativ-Modi ist in der Kame- ra ein HDR-Modus integriert. Im Modus „Mehrfachbelichtung“ können bis zu neun Belichtungen für ein einziges Bild erstellt und kombiniert werden. Canons EOS 70D wird voraussichtlich ab Ende August 2013 für rund 1.100 Euro verfügbar sein.

in Serie sind bei voller Auflösung zu rea- lisieren. Die hohe Lichtempfindlichkeit bis ISO 12.800 erlaubt das Fotografieren auch unter schlechten Lichtbedingungen. Der 7,7 Zentimeter große LC-Monitor ist dreh- und schwenkbar sowie berührungs- empfindlich. Dank WiFi-Technik lässt sich die EOS 70D mit dem Smartphone oder

HASSELBLAD lUNAR UND STEllAR Hasselblad stellt mit dem Modell Lunar (links) eine technisch mit der
HASSELBLAD lUNAR UND STEllAR
Hasselblad stellt mit dem Modell Lunar (links) eine technisch mit der Sony NEX-7 ver-
wandte Kamera vor. Die spiegellose Systemkamera mit 24,3-Megapixel-Sensor kann
mit edlen Holzgriffen versehen werden und kostet rund 6.000 Euro. Die technisch
auf der Sony RX100 basierende Hasselblad Stellar (rechts) mit 20-Megapixel-Sen-
sor und 3,6-fachem optischem Zoom wird voraussichtlich rund 1.600 Euro kosten.
optischem Zoom wird voraussichtlich rund 1.600 Euro kosten. pANASONIC GX7 Bei der 16 Megapixel starken GX7
optischem Zoom wird voraussichtlich rund 1.600 Euro kosten. pANASONIC GX7 Bei der 16 Megapixel starken GX7

pANASONIC GX7

Bei der 16 Megapixel starken GX7 verzichtet Panasonic trotz kom- pakter Maße nicht auf einen elektronischen Sucher, der mit 2,76 Millionen RGB-Bildpunkten außergewöhnlich hoch auflöst und um 90 Grad neigbar ist. Der ebenfalls flexibel einstellbare LC-Monitor ist berührungsempfindlich und erleichtert die Bedienung. Für ka- bellose Verbindungen

und erleichtert die Bedienung. Für ka- bellose Verbindungen bietet die GX7 ein in- tegriertes WiFi-Mo- dul

bietet die GX7 ein in- tegriertes WiFi-Mo- dul sowie einen NFC-Chip. Die Pa- nasonic GX7 soll ab September 2013 für rund 1.000 Euro erhältlich sein.

SONY RX1R

Sonys RX1R-Sucherkamera mit Vollformatsensor verzichtet auf einen optischen Tiefpassfilter. Der 24,3 Megapixel starke Sensor nimmt so das Licht ungefiltert an und kann die optimale Schärfe liefern. Die 35-Millimeter-Festbrennweite ist mit einer Blende von f2.0 sehr lichtstark. Ein ISO-Bereich von 100 bis 25.600 erlaubt Aufnahmen auch unter schlech- ten Bedingungen. Die Sony RX1R gibt es für 3.099 Euro.

25.600 erlaubt Aufnahmen auch unter schlech- ten Bedingungen. Die Sony RX1R gibt es für 3.099 Euro.
Ändern Sie Ihren Entschluss? Ändern Sie Ihren Anschluss. Einführung des Objektivanschluss-Wechsel-Service, nur von

Ändern Sie Ihren Entschluss? Ändern Sie Ihren Anschluss.

Einführung des Objektivanschluss-Wechsel-Service, nur von Sigma.

Die Konstruktion von Wechselobjektiv-Kameras bietet Fotografen viele Optionen, da Objektive nach Bedarf - scher Ausdruck erlangt werden kann. Allerdings ist jedes Kamerasystem festgelegt.

- schen Ausdruck zu kreieren, und dennoch gibt es bislang kein einziges System, dessen Standard die Kompatibi- lität mit allen Systemen beinhaltet, wodurch Fotografen auch weiterhin die Funktionen und Eigenschaften ihrer ausgewählten Wechselobjektive nutzen könnten.

zu schaffen, die es Fotografen über viele Jahre gewähr- leisten, ihre gewünschten Aufnahmen zu erstellen. Wir haben schon immer verstanden, dass das Objektiv das Werkzeug ist, das einen zum wahren und persönlichen

Als Objektivhersteller mit jahrelanger Erfahrung und tech- - objektiven anbietet, ist es uns gelungen, diesen einzigar- realisieren.

Durch diesen Service kann der Anschluss Ihrer SIGMA - schluss-System umgebaut werden.

Dahinter steht unser Ziel, den Fotografen mehr Freiheit zu bieten, indem sie sich bedenkenlos neue Kamerage- häuse auswählen können ohne ihre aktuellen Objektive ausrangieren zu müssen. SIGMA möchte den Fotografen dazu verhelfen, Ihre Objektive über einen langen Zeit- raum zu behalten, unabhängig von dem Kamerasystem, das Sie nutzen. Aus diesem Grund bietet SIGMA nun an, das Objektiv auf das vom Fotograf gewünschte Kame- rasystem umzubauen.

Nehmen Sie sich die Freiheit, Ihr ganz persönliches Sys- tem zu schaffen Nehmen Sie sich das Recht, Ihr geschätztes Objektive zu behalten. Anspruch.

Mehr über unseren neuen Service unter:

http://www.sigma-foto.de/service/servicehinweis/aktuel-

le-serviceinfos/sigma-anschluss-wechsel-service.html

www.sigma-foto.de

www.sigma-global.com

www.facebook.com/SIGMAFoto

AKTUEllES KAMErAS UND ZUBEHör

CSC- & BRIDGE-KAMERAS

FUJIFILM X-M1

Fujifilms spiegellose Systemkamera X-M1 verfügt über einen farblich genauen und Moiré-armen X-Trans-CMOS-Sensor, der auch in den Schwestermodellen X-Pro1 und X-E1 verbaut ist. Die Auflösung be- trägt 16,3 Megapixel, deren Ausbeute an Bilddetails durch Verzicht auf einen Tief- passfilter maximiert wird. Im Schnellstart- Modus ist die Kamera nach 0,5 Sekunden einsatzbereit und glänzt mit einer Auslöse- verzögerung von nur 0,05 Sekunden. Serienbilder sind mit bis zu 5,6 Aufnah- men pro Sekunde möglich. Inklusive Akku und Speicherkarte bringt sie nur rund 330

pANASONIC FZ72

Der Brennweitenbereich der FZ72 von Pa- nasonic erstreckt sich umgerechnet in das Kleinbildformat vom 20-Millimeter-Super- weitwinkel bis zum Extremtele von 1.200 Millimetern. Die von der Optik erfassten Fotos landen auf einem 16,1 Megapixel starken und 1/2,3 Zoll großen MOS-Sen- sor, dessen Lichtempfindlichkeit zwischen ISO 100 und 3.200 eingestellt werden kann. Neben Fotos zeichnet die FZ72 auch Videos in Full-HD-Auflösung auf. Sogar 3D-Bilder sind möglich. Neben dem 7,6

auf. Sogar 3D-Bilder sind möglich. Neben dem 7,6 Gramm auf die Waage. Neben einem schwenkbaren Display

Gramm auf die Waage. Neben einem schwenkbaren Display mit einer Bildschirmdiagonalen von 7,6 Zentimetern ist auch ein WiFi-Modul integriert. Das Gehäuse der X-M1 kostet rund 680 Euro, in Verbindung mit einem 18-55-Millimeter-Objek- tiv ist ein Set für etwa 1.050 Eu- ro zu haben. Ein weiteres Set be- stehend aus der Kamera und dem angekündigten Objektiv Fujinon XC16-50mm (siehe auch Seite 12) wird für rund 800 Euro angeboten.

(siehe auch Seite 12) wird für rund 800 Euro angeboten. Zentimeter großen LC-Monitor stellt ein

Zentimeter großen LC-Monitor stellt ein

Mini-LCD-Okularsucher

Bildpunkte dar. Über die Belichtungspro-

gramme der Spiegel- reflexkamras hinaus verfügt die FZ72 über Motivprogramme für die inhaltsabhängige Belichtungssteuerung sowie Kreativfilter. Die Panasonic FZ72 ist für 399 Euro erhältlich.

SAMSUNG wB110

Samsungs WB110 verfügt über einen CCD-Sensor, der mit 20,2 Megapixel auflöst. Die eingebaute Optik deckt einen Brennweiten-

bereich von rund 22 Millimetern bis etwa 580 Millimetern entspre- chend dem Kleinbildformat ab und wartet mit maximalen Offen- blenden von f3,1 im Weitwinkel- beziehungsweise f5,9 im Telebe- reich auf. Für ruhige Bilder auch bei Videoaufnahmen sollen so- wohl ein optischer als auch ein

sor-

Lichtempfindlich-

so- wohl ein optischer als auch ein sor- Lichtempfindlich- Bildstabilisator keiten sind zwischen ISO 80 und

Bildstabilisator

keiten sind zwischen ISO 80

und ISO 3.200 wählbar.

Bridge-Kamera

gibt es für rund 230 Euro in den Farben Schwarz und Rot.

10 FOTOhits 9/2013

SAMSUNG GAlAXY NX

Samsungs Galaxy NX besitzt ein 3G-/LTE-Modul und kann sich wie ein Mobiltelefon praktisch überall mit dem Internet verbinden. Durch das Android 4.2-Betriebssystem lässt sie sich wie ein Smartphone oder Tablet-PC über den 12,2 Zentimeter großen LC-Bildschirm bedienen. Sie ist mit einem 20-Megapixel-CMOS-Sensor ausge- rüstet und durch das Wechselbajonett kompatibel zu allen NX-Ob- jektiven. Zudem arbeitet sie mit bis zu 8,6 Bildern pro Sekunde in Serie sehr schnell und ist mit einer Verschlusszeit von 1/6.000 Se- kunde für die Sportfotografie geeignet. Auch bei wenig Licht sind dank einer maximalen ISO-Einstellung von 25.600 gelungene Auf- nahmen möglich. Die Samsung „Galaxy NX“ ist für rund 1.500 Euro zu haben.

ISO-Einstellung von 25.600 gelungene Auf- nahmen möglich. Die Samsung „Galaxy NX“ ist für rund 1.500 Euro

AKTUEllES KAMErAS UND ZUBEHör

OBJEKTIVE UND KOMPAKTE

AKTUEllES KAMErAS UND ZUBEHör OBJEKTIVE UND KOMPAKTE LENSBABY EDGE80 Das Edge80 ist eine Tilt-Optik mit 80

LENSBABY EDGE80

UND ZUBEHör OBJEKTIVE UND KOMPAKTE LENSBABY EDGE80 Das Edge80 ist eine Tilt-Optik mit 80 Mil- limetern

Das Edge80 ist eine Tilt-Optik mit 80 Mil- limetern Brennweite. Sie ist kombinierbar mit verschiedenen Lensbaby-Objektivbodys, die als Trägersystem fungieren. Die Blen- de kann manuell auf Werte zwischen f2,8 mit geringer Schärfentiefe und Blende f22 mit einem weit ausgedehnten Schärfebereich eingestellt werden. Das Lensbaby Edge80 ist für rund 300 Euro im Handel erhältlich.

SIGMA ANSCHlUSS- wECHSEl-SERVICE

Sigma startet ab 1. September 2013 den Anschluss-Wechsel-Ser- vice. Danach sind die Sigma-Objektive der Produktlinien Art, Sport und Contemporary ohne Funktionseinschränkungen am neuen Ka- merasystem nutzbar. Die Wechselobjektive für SLR-/ DSLR-Kame- ras können in die Anschlusssysteme für Sigma, Sony, Nikon, Pen- tax und Canon umgebaut werden. Wechselobjektive für spiegellose Systemkameras macht Sigma für Micro-Four-Thirds und Sony-E- Mount einsatzbereit. Die entstehenden Kosten richten sich nach der Bauart der Linsen- konstruktion und beginnen je nach Modell bei 150 Euro. Die Op- tik wird nicht gegen eine neue ausgetauscht, es werden lediglich die notwendigen Komponenten und Anschlussteile gewechselt. Die Dauer des Umbaus kann etwa vier Wochen betragen.

WALIMEX prO 16/2,0 APS-C UND 300/6,3

vier Wochen betragen. WALIMEX prO 16/2,0 APS-C UND 300/6,3 Mit einer Brennweite von 300 Millimetern ist

Mit einer Brennweite von 300 Millimetern ist das robuste 300/6,3-Spiegelobjektiv (links) für Systemkameras ideal für Fernaufnahmen. Da- bei ist die Optik mit einer Län- ge von 74 Millimetern äußerst kompakt. Sie ist in Schwarz oder Silber für rund 280 Eu- ro verfügbar. Das Objektiv 16/2,0 APS-C ist für rund 430 Euro erhältlich. Es zeichnet sich durch seinen großen Bildwinkel und hohe Schärfentiefe aus.

durch seinen großen Bildwinkel und hohe Schärfentiefe aus. FUJINON XF27 UND XC16-50 Das Standard-Zoom Fujinon
durch seinen großen Bildwinkel und hohe Schärfentiefe aus. FUJINON XF27 UND XC16-50 Das Standard-Zoom Fujinon
durch seinen großen Bildwinkel und hohe Schärfentiefe aus. FUJINON XF27 UND XC16-50 Das Standard-Zoom Fujinon
FUJINON XF27 UND XC16-50 Das Standard-Zoom Fujinon XC16-50mm F3.5-5.6 OIS (links) deckt einen Brennweitenbe- reich
FUJINON XF27 UND XC16-50
Das Standard-Zoom Fujinon XC16-50mm F3.5-5.6 OIS (links) deckt einen Brennweitenbe-
reich von 24 bis 76 Millimetern ab und ist für etwa 400 Euro erhältlich. Das Fujinon XF27mm
F2.8 (rechts) bietet eine Brennweite von 41 Millimetern. Es wiegt lediglich 78 Gramm und ist
nur rund 2,3 Zentimeter lang. Der Preis liegt bei rund 450 Euro.
rund 2,3 Zentimeter lang. Der Preis liegt bei rund 450 Euro. SONY CYBER-SHOT RX100 II Da

SONY CYBER-SHOT RX100 II

Da sie mit WiFi und NFC ausgestattet ist, macht es die Sony RX100 II einfach, eigene Aufnahmen zu teilen. Der 3,6-fache op- tische Zoom stellt einen Brenn- weitenbereich von 28 bis 100 Millimetern zur Verfügung. Die Lichtempfindlichkeit kann von ISO 160 bis ISO 12.800 ge- wählt werden. Die Cyber-shot RX100 II ist für rund 750 Euro erhältlich.

Die Cyber-shot RX100 II ist für rund 750 Euro erhältlich. NIKON COOlPIX S6600 Der CMOS-Sensor der

NIKON COOlPIX S6600

Der CMOS-Sensor der Nikon Coolpix S6600 löst mit 16 Megapixel auf. Der optische zwölffache Zoom wird unter- stützt durch einen Bildstabilisator. Dank WLAN-Funktionen können die Aufnah- men sofort im Internet geteilt werden. Es gibt die S6600 in den Farben Rot, Schwarz, Lila und Weiß für rund 230 Euro.

geteilt werden. Es gibt die S6600 in den Farben Rot, Schwarz, Lila und Weiß für rund

AKTUELLES ZUBEHÖR

rEFLECTA STUDIOKIT 180

Das VisiLux Studiokit 180 von Reflecta be- inhaltet drei kompakte Blitzleuchten mit je 180 Wattsekunden, drei Leuchtenstative mit einer Höhe von je 220 Zentimetern, ei- ne Softbox mit den Maßen 50 mal 70 Zen-

Zentimetern, ei- ne Softbox mit den Maßen 50 mal 70 Zen- timeter und Zwischen- diffusor, einen

timeter und Zwischen- diffusor, einen Transpa- rentschirm sowie einen Silber-Reflexionsschirm

jeweils 84 Zentime-

tern Durchmesser, eine kabellose Fernbedienung und eine stabile Trageta- sche. Das Reflecta Vi- siLux Studiokit 180 kostet rund 500 Euro.

NISSIN DI600

Die Blitzstärke des Nissin Di600 kann feinstufig dosiert werden. Ein Schwenkreflektor sorgt für eine weiche, indi- rekte Ausleuchtung. Bei Änderung der Objektivbrennweite passt der Di600 automatisch den Leuchtwinkel des Reflek- tors dem jeweiligen Bildwinkel des Objektivs an. Er lässt sich von einem Masterblitzgerät kabellos mit oder ohne Vorblitz als Servoblitz auslösen. Der Blitz ist für rund 160 Euro in Versionen für Canon-, Nikon- und Sony-Kameras erhältlich.

Versionen für Canon-, Nikon- und Sony-Kameras erhältlich. ANTHrOpICS PORTRAIT PROFESSIONAl Portrait Professional von
Versionen für Canon-, Nikon- und Sony-Kameras erhältlich. ANTHrOpICS PORTRAIT PROFESSIONAl Portrait Professional von

ANTHrOpICS PORTRAIT PROFESSIONAl

Portrait Professional von Anthropics Technology ist auf die Retusche von Por- träts spezialisiert. Nur über den Einsatz von Schiebereglern können Haut- probleme, Fältchen oder Pickel reduziert werden. Die Software richtet sich nach vorgegebenen Schönheitsidealen und gleicht die Aufnahme im ganzen an oder verändert nur subtil einzelne Gesichtspartien. So lassen sich in Se- kundenschnelle auch ohne umfangreiche Kenntnisse in Bildbearbeitungspro- grammen Haare und Haut verschönern. Das Programm kostet 29,95 Euro.

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SMArTEr AlS SMART

Smartphones erfüllen mehr Wünsche als manche Märchen- fee. Ein preiswertes Zubehör verwandelt sie sogar in einen Foto- Scanner. FOTOhits hat sich den Zauberkasten angeschaut und einen Rabatt für die Leser ermöglicht.

D as Prinzip der Scan-Station „Somikon SD-345.easy“ ist im Gegensatz zu normalen Scannern verblüffend ein- fach. Sie leuchtet Dias, Ne- gative und Papierfotos aus,

die eigentliche Digitalisierung übernimmt das eigene Smartphone. Dazu wird es in eine passende Schale auf die Scan-Stati- on gelegt. Grundsätzlich benötigt man also weder ei- ne spezielle Software noch einen Compu- teranschluss. Wer will, kann aber auf eine App zurückgreifen, die digitalisierte Bilder umgehend korrigiert, speichert, als E-Mail sendet oder auf Facebook veröffentlicht.

AUFBAUEND

Das Aussehen der Scan-Station erinnert entfernt an einen Toaster. Ebenso mühelos ist sie bedienbar. Zuerst verbindet man das

mitgelieferte USB-Kabel mit einem Com- puter. Es dient nicht zur Datenübertragung, sondern der Stromzufuhr. Die Scan-Stati- on wird sogar völlig unabhängig vom Rech- ner, indem man vier handelsübliche Batte- rien des Typs AA einlegt. Die App „SD-345.easy“ führt auf Wunsch durch die Digitalisierung und verfeinert das Ergebnis. Das Smartphone ist mit ihr kos- tenlos erweiterbar, je nach Betriebssys- tem ist sie in den Online-Shops von „Apple iTunes“ oder „Google Play“ erhältlich. Nach ihrer Installation legt man das Gerät in eine passende Schale, die oben auf der Scan- Station ihren Platz findet. Pearl liefert vier Stück für das iPhone 4, 4S und 5 sowie das Samsung Galaxy S2 und S3 mit. Eben- so gehören zum Lieferumfang Halterungen für Diapositive, Negative und Fotos in den beiden Formaten 9 mal 13 sowie 10 mal 15 Zentimeter.

In der Redaktion war die Scan-Station so- gar schneller betriebsbereit als ausgepackt. Auch technisch Unbegabte schaffen den erfolgreichen Aufbau, ohne die Anleitung zu lesen.

VOM PAPIER ZUM PIXEL

Nachdem beispielsweise ein Dia eingelegt wurde, ist es im Handumdrehen digitali- siert. Es sind nur drei Schritte nötig:

1. Man schaltet das Smartphone ein und wählt aus der App eine von vier Schalt- flächen. Sie stehen für Diapositiv, Nega- tiv und Papierfoto in drei mal fünf Zoll oder vier mal sechs Zoll. 2. Ein verschiebbarer Rahmen hilft, das Bild einzugrenzen. 3. Nach einem Fingertipp auf das Kamera- symbol fotografiert das Smartphone das Medium ab.

Die App bietet nachfolgend an, das Resul- tat zu verbessern („adjustieren“). Mithilfe von Schiebereglern kann man seine Far- ben, die Helligkeit oder den Kontrast verän- dern. Falls dabei versehentlich ein Pixelun- fall entstanden ist, stellt das Pinselsymbol alles auf die ursprünglichen Werte zurück. Solche Regler arbeiten zwar nicht so fein- fühlig wie etwa die Werkzeuge in „Adobe Photoshop“. Doch die Idee ist ja schließlich, ohne Computer und umständliche Soft- ware auszukommen. Abschließend kann man die Datei per Knopfdruck sichern oder an Freunde wei- terreichen. Bei Letzterem empfiehlt sich zuvor eine Verkleinerung, da die acht Me- gapixel eines iPhone 5 nur schleppend die elektronische Post durchlaufen.

QUALITäT

Über die Qualität des Ergebnisses ent- scheidet vorrangig das eingesetzte Smart- phone. Die Scan-Station trägt nur mit ihrer Beleuchtung dazu bei. Wer etwa ein iPhone 5 einsetzt erhält Bil- der mit 3.264 mal 2.448 Pixel. Dies sagt nichts über die Detailauflösung aus, son- dern bestimmt vor allem, in welcher Grö- ße ein Ausdruck möglich ist. In diesem Fall sind etwa DIN A4 problemlos machbar. Das Auflösungsvermögen aktueller Foto- Handys hat sich erstaunlich gesteigert. Vor vielen Jahren lieferten sie eher Pixelmatsch, heute ziehen sie bereits mit

Kompaktkameras gleich. Ähnliches gilt für Tonwert- umfang und Farbwieder- gabe. FOTO HITS unter- zog das im Hause befind- liche Samsung Galaxy S3 einem Test. Es lieferte Bil- der mit den Maßen 3.264 mal 2.448 Pixel. Von den theoretisch erreich- baren 2.448 Pixel setzte es 2.343 Pixel um. Die- ser ausgezeichnete Wert ist allerdings kritisch zu betrachten, da die Test- software eine „clipping warning“ ausgab. Das heißt, dass die Leistung auf eine digitale Nach- schärfung zurückzufüh- ren ist. Nichtsdestotrotz darf man von einer soli-

den Basis bezüglich Detail- auflösung ausgehen.

soli- den Basis bezüglich Detail- auflösung ausgehen. Links: Ein Papierfoto, eingelesen mithilfe des „Somikon

Links: Ein Papierfoto, eingelesen mithilfe des „Somikon SD-345.easy“. Rechts: Das Ergebnis einer typischen Drucker/Scanner-Kombination für 150 Euro, wie sie in vielen Haushalten steht.

Die Beleuchtung der eingelegten Medien erfolgt mit acht Leuchtdioden. Jeweils vier befinden sich an der Schmalseite der Scan-Station. Diese Positionierung führt zu einem leichten Helligkeitsabfall an der Längsachse. Er wird sichtbar, wenn man etwa weißes Papier in den Fotohalter ein- legt. Für Dias spielt das keine Rolle, da sie aufgrund ihrer geringen Größe einen gleichmäßig ausgeleuchteten Raum ein-

schon keine Dias – zumindest Papierfotos ohne Scan-Station abfotografieren könnte. Das Resultat ist oft schief, von Reflexionen gezeichnet oder perspektivisch verzerrt. Dank Scan-Station ist es unverwackelt, gerade ausgerichtet und gut belichtet. Wir konnten für unsere Leser einen Preisnach- lass aushandeln. Angesichts des herabge- setzten Preises von 12,90 Euro kann man nichts falsch machen.

• Für iPhone 4/4S/5 und Galaxy S3. Das Samsung Galaxy S2 erfasst Papierbilder, Dias sind
• Für iPhone 4/4S/5 und Galaxy S3.
Das Samsung Galaxy S2 erfasst
Papierbilder, Dias sind außerhalb
des Fokusbereichs
• Stromversorgung: Mini-USB oder
Batterien
• Maße: 250 x 120 x 158 mm
• Lieferumfang: USB-Kabel, 4 Hal-
teschalen, 2 Schuber, deutsche
Anleitung
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2013 so lange der Vorrat reicht, ma-
ximal bis 18. September 2013. Jeder
Kunde erhält nur eine Scan-Station.
September 2013. Jeder Kunde erhält nur eine Scan-Station. Eine App hilft dabei, die Medien einzulesen. nehmen.

Eine App hilft dabei, die Medien einzulesen.

nehmen. Doch auch bei Papierfo- tos fällt es bei normalen Motiven nicht auf (siehe Beispielbild).

FAZIT

Smartphones steuern Kameras fern, berechnen die Schärfen- tiefe, springen als Belichtungs- messer ein oder verwalten Fo- toalben. Warum sie nicht zudem als Scanner-Einheit nutzen? Ein Einwand dagegen wäre, dass fotografische Meisterwerke ei- nen Profi-Scanner verdienen. Leider muss man aufgrund des geringen Marktsegments meist zwischen teuer und sehr teuer wählen. Das Pearl-Produkt kos- tet ungefähr fünfzig mal weniger und ergibt trotzdem ordentliche Ergebnisse. Unter dem Gesichtspunkt des

Sparens könnte ein Fotograf schlussfolgern, dass er – wenn

AKTUEllES FOTOLITErATUr

MONIKA FABER: RUDOLF KOPPITZ – PHOTOGENIE

FOTOLITErATUr MONIKA FABER: RUDOLF KOPPITZ – PHOTOGENIE Monika Faber (Hrsg.): Rudolf Koppitz – Photogenie.

Monika Faber (Hrsg.): Rudolf Koppitz – Photogenie. Christian Brandstätter Verlag 2013, 211 Seiten, Hardcover, ISBN 978 3 85033 744 1, Preis: 39,90 Euro

Die Bilder von Rudolf Koppitz (1884 bis 1936) sind ästhetisch durchkomponiert und erfreuen sich zeitloser Beliebtheit. Im Wider- spruch dazu liefert der Textteil des Buchs einige kritische Einwür- fe: Seine Frauengruppen könnten sich vor lauter Pathos kaum auf den Beinen halten. Die Männer dagegen reckten sich heroisch der Sonne entgegen. Wenn er sie nackt zeigte, dann nur mit garantiert keimfreier Erotik. Besonderen Erfolg feierte er mit Bauernporträts, die allzu gut in die NS-Zeitschrift „Volk und Welt“ passten. Biografie und Bildkomposition sind bei Koppitz stark verschränkt. Er begann seine Karriere mit Porträts, die von Piktorialismus und Jugendstil geprägt waren. Im Ersten Weltkrieg diente er in einer Fliegerkompanie, die fotografische Luftaufklärung betrieb. Ab den 1920er Jahren folgten Personengruppen in expressionistischer Darstellungsweise. In dieser Zeit entstanden seine besten Arbeiten, die jedem Fotografen zeigen, wie man nur mit Blicken und Gesten eine große Dramatik entwickelt. Später fehlte ihm aber die geistige Beweglichkeit, seinen Stil über den herrschenden Geschmack hin- aus aufzubrechen. Stattdessen erstarrte er in den Gussformen der 1930er Jahren: gebärfreudige Mütter oder biedere Bauern. Das Buch „Photogenie“ ist trotzdem für historisch und ästhetisch Interessierte sehr lesenswert. Erstens ist Koppitz’ Werdegang bei- spielhaft für viele Künstler seiner Zeit. Zweitens setzte er muster- gültig die jeweils geläufige Ästhetik um. Gerade eine Stromlinien- förmigkeit, die man auf hohem Niveau bewundert, verleiht oft das dauerhafteste Renommee.

UwE RÜTH: NILS-UDO – WANDERER IN NATUR UND KUNST

UwE RÜTH: NILS-UDO – WANDERER IN NATUR UND KUNST Uwe Rüth: Nils-Udo – Wanderer in Natur

Uwe Rüth: Nils-Udo – Wanderer in Natur und Kunst. Wienand 2013, 192 Seiten, Hardcover, inkl. DVD, ISBN 978 3 86832 116 6, Preis: 39,80 Euro

Nils-Udo Laas wechselte 1972 von der Malerei zur so genannten „Land Art“. Dabei wird eine Landschaft mit einfachen Gegenstän- den wie Blüten, Früchten, Steinen, Zweigen, Baumstämmen oder Schnee verändert. Der Künstler, der sich kurz Nils-Udo nennt, fo- tografierte die Ergebnisse und hielt auf diese Weise die meist kurz- lebigen Werke fest. Nur wenige Eingriffe in die Umgebung erzeugen ebenso poetische wie großartige Bilder: Wer wäre nicht verblüfft, beim Spaziergang auf ein gigantisches Nest aus Zweigen, ein Laubportal am Wald- rand oder treibende Inseln aus Beeren zu stoßen. Das Coverbild links etwa zeigt die Blätter von Fächerpalmen, die Nils-Udo auf Zweige spießte und dann gezielt vor und in einem Mammutbaum platzierte. So scheinen sie wie bei einer Pusteblume abzuheben, wobei die schiere Größe den Betrachter mitreißt. Manche der Fotos, die im Buch zu sehen sind, hat Nils-Udo zusätz- lich übermalt. Damit ist klar: Es geht ihm nicht um die unverfälschte Natur. Oder wie er selbst sagt: „Ein Zweig ist eine Naturform und zugleich ein abstraktes Zeichen“. Die Idee einer „wahren Natur“ ist ohnehin zweifelhaft. Denn die Bedeutung, die man aus ihren Zei- chen herausliest, unterliegt mehr oder weniger der eigenen Inter- pretation. Im Extremfall verfestigt sie sich sogar zur Ideologie: Eso- teriker opfern der „Mutter Natur“ ihre Vernunft, hartgesottene Ve- ganer betrachten Imkerei als Verbrechen gegen das Bienenvolk und Rechtsradikale delirieren von „Blut und Boden“. Weitaus sensibler verzaubert Nils-Udo den Betrachter. Bezeichnend für ihn ist etwa eine Bepflanzung, die an die „Blaue Blume“ der Romantik erinnert.

M. BOTZEK, K. RICHTER:

NATUR UND TIERE FOTOGRAFIEREN

Endlich ein Lehrbuch, das insbesondere Anfängern entge- genkommt: Statt sie mit technischen Details und Dschungel- abenteuern zu überfordern, dürfen sie die Autoren auf Orchi- deenwiesen oder in Laichgewässer begleiten. Die Expediti- onen werden durch Bilder veranschaulicht, die den Stellen- wert von Iso-Matten, Watthosen und Bohnensäckchen her- vorheben. Dazu präsentieren die Autoren ihre Bildausbeute. An ihr kann jeder ablesen, wie er selbst schönere Ergeb- nisse erzielt. Neben den Fotos lockern Infokästen das Layout auf. Sie erklären die Aufnahmesituation, geben Spezialtipps oder legen die Kameraeinstellungen offen. Die Naturfotos im Buch sind überdurchschnittlich, aber nicht so spektakulär wie die eines Profis, der monatelang in- dischen Tigern auflauert. Doch dürfte es für die meisten Fo- tografen wertvoller sein, Rehe und Hummelor- chideen so abzulichten, dass ihre Darstellung auch auf den zweiten Blick begeistert.

dass ihre Darstellung auch auf den zweiten Blick begeistert. Markus Botzek/ Karo- la Richter: Natur und

Markus Botzek/ Karo- la Richter: Natur und Tiere fotografieren. Ga- lileo Design 2012, 331 Seiten, Hardcover, IS- BN 978 3 8362 1803 0, Preis: 39,90 Euro

JÜRGEN wETTKE:

DIE KUNST DES WATTENMEERES

Berühmte Luftfotografen wie Yann Arthus-Bertrand oder Alex MacLean bringen aus exotischen Ländern manche spektakuläre Aufnahme mit. Im Vergleich kann das Wat- tenmeer nicht immer mithalten: Naturgemäß besitzt es ei- ne zurückhaltendere Farbpalette und weiche Formen. Statt Wolkenkratzern oder Koralleninseln bestimmen in ihm Priele, Dünen und Nordseewellen die Szenerie. In malerischen Luftaufnahmen hat Autor Jürgen Wettke die besonderen Reize des Wattenmeers festgehalten. Auf et- wa hundert Seiten brei- tet er sie in meist dop- pelseitigen Panoramen aus. Wer diese Land- schaft liebt, wird sich auch an den Aufnah- men erfreuen.

schaft liebt, wird sich auch an den Aufnah- men erfreuen. Jürgen Wettke: Die Kunst des Watten-

Jürgen Wettke: Die Kunst des Watten- meers. teNeues 2013, 112 Seiten, Hardcover, ISBN 978 3 8327 9719 5, Preis: 79,90 Euro

Seiten, Hardcover, ISBN 978 3 8327 9719 5, Preis: 79,90 Euro Alexander Dacos € 17,95 www.mitp.de/3163
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Makrofotografie

Reisefotografie

Kerstin Bloch

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Roland Störmer

Himmelsphänomene

fotografieren

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BIlDBEARBEITUNG MOBILE IMAGING

GEMEINSAM

BlITZEN

Smartphones sind wenig flexibel beim Fotografie- ren mit Blitz. Flache Bilder ohne Tiefe sind die Folge. Stehen jedoch mehrere Geräte bereit, bieten sich plötzlich ungeahnte Möglichkeiten.

D ank eingebauten LED-Blit- zen ist auch das Fotografie- ren im Dunkeln mit Smart- phones kein Problem. Das Bildergebnis aber kann gruselig wirken: flache Por-

träts etwa, bei denen Menschen mit wei- ßen Gesichtern aus der Dunkelheit aus- gestanzt wurden. Wie viel lebendiger wä- re das Foto, wenn ein Blitz von der Seite kommen und ein weiterer den Hintergrund aufhellen würde? Um das zu erreichen, muss niemand die LED aus dem Telefongehäuse brechen, es reichen mehrere Mobilgeräte und die App „External Flash“. Die kostenlose Anwendung für iOS-Ge- räte ermöglicht mit Smartphones dasselbe, was Strobisten mit entfesselten Systemblitzgeräten erreichen. Eine kreative und lebendige Beleuchtung, die sich pro- blemlos variieren lässt. In der Fotografie können Aufsteck- blitze gekoppelt werden, um

sie aufeinander abzustimmen und gemein- sam zu zünden. „External Flash“ verbindet das eigene iPhone oder iPad mit bis zu 16 weiteren Geräten, um deren Blitze zum Fo- tografieren zu nutzen. Die Bedienung ist übersichtlich und einfach gehalten. Um ein Foto aufzunehmen, muss eine WLAN-Verbindung bestehen und auf dem eigenen Gerät der Kamera-Modus gestartet werden. Anschließend wird „Ex- ternal Flash“ auch auf den umgebenden Mobilgeräten aufgerufen. Wichtig ist da- bei, dass sie eine Verbindung zum selben Funknetzwerk haben. Statt die Fotoauf- nahme zu starten, bieten sie jedoch über den Knopf „Share my Flash“ ihren ein- gebauten Blitz zum Benutzen an. Die ge- wünschten Beleuchtungshelfer werden nun auf dem ersten Gerät aus einer Liste ausgewählt und eine Verbindung zu ihnen hergestellt. Wird auf ihm nun ein Foto geschossen, zün- den zeitgleich auch die

Nach dem Start der App (links) kann man sich mit bereitstehen- den weiteren Geräten verbinden
Nach dem Start der
App (links) kann man
sich mit bereitstehen-
den weiteren Geräten
verbinden (oben) und
zusammen ein Motiv
ausleuchten (rechts).
(oben) und zusammen ein Motiv ausleuchten (rechts). Mit „External Flash“ können mehrere Blitze rund um die
(oben) und zusammen ein Motiv ausleuchten (rechts). Mit „External Flash“ können mehrere Blitze rund um die
(oben) und zusammen ein Motiv ausleuchten (rechts). Mit „External Flash“ können mehrere Blitze rund um die

Mit „External Flash“ können mehrere Blitze rund um die Blüte herum gezün- det werden. So wird aus einer trüben und unterbelichteten Aufnahme ein anspre- chendes Foto mit kräftigeren Farben.

Blitze aller verbundenen Geräte. Eine ähn- liche App gibt es auch für Mobilgeräte mit Android-Betriebssystem. Sie ist im Google Play Store unter dem Titel „Externer Blitz“ zu finden und bietet denselben Funktions- umfang. Als Kommunikationsverbindung wird jedoch Bluetooth genutzt und nicht immer funktioniert der Einsatz zuverläs- sig. Wer nur ein iPhone zur Hand hat, dafür jedoch mehrere Blitzgeräte, nutzt die App „iSyncFlash“. Beim Auslösen eines mobilen Blitzgeräts nimmt das Smartphone auto- matisch ein Foto auf.

EXTErNAL FLASH • Preis: kostenlos • Geräte: iPhone, iPod touch und iPad • Betriebssystem: iOS
EXTErNAL FLASH
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Megabyte
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www.nicolasvignolo.com/
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KOlUMNE GUIDOS GADGETS

KOlUMNE GUIDOS GADGETS All AROUND THE WOrLD DATEN DAUERHAFT lAGERN Digitale Bilder sind am besten auf

All AROUND

THE WOrLD

DATEN DAUERHAFT lAGERN

Digitale Bilder sind am besten auf Festplatten untergebracht. Starfotograf Gui- do Karp erzählt, wie er und andere Profis diese geschickt stapeln. Seine Lösung ist ebenso praktisch wie bezahlbar.

V or wenigen Wochen war ich Gastsprecher auf der Tour von „Adobe Creative Days“ und ha- be mich mit unzähligen Foto- grafen darüber ausgetauscht, wie man am besten sein wich-

tigstes Kapital, die Bilddaten, sichert. Un- abhängig von der Art des „wie und wo“ speichern wir alle unsere Fotos auf Fest- platten. Dabei spielt es keine Rolle, ob man fotografischer Anfänger oder ein Profi wie Michael Grecco ist, der bei Werbeaufnah- men mit seiner Hasselblad 50 bis 100 Gi- gabyte am Tag produziert. In beiden Fällen landen die Bilder auf einer oder mehreren Platten. Ich rate unbedingt davon ab, Bil- der auf CDs oder DVDs zu sichern, da ge- rade die selbst gebrannten sehr begrenzt haltbar und dazu noch extrem langsam im Vergleich zu Festplatten sind.

Selbst Hobbyfoto- grafen füllen in wenigen Jah- ren mehrere Festplatten. Die digi- talen Schätze sind bestens in FOAM-Kis- ten untergebracht.

talen Schätze sind bestens in FOAM-Kis- ten untergebracht. man preiswerte Laufwerke in ei- ne Schnittstelle. Die

man preiswerte Laufwerke in ei- ne Schnittstelle. Die ICY-Box etwa gibt es für diverse Größen und Anschlüsse.

Bilddaten auf kleinstem Raum überschau- bar. Beispielsweise ist es perfekt, um in je- dem handelsüblichen Büroschrank einge- setzt zu werden. Es gibt FOAM-Boxen, in die 18 oder 24 Festplatten in 3,5-Zoll-Größe passen. Die Box für 18 Festplatten kostet in den USA 79 US-Dollar plus Steuer. Mehr Informati- onen über die Boxen sind auf der Website www.getprostorage.com nachzulesen. Wie immer habe ich eine kleine Zahl Bo- xen aus den USA mitgebracht und biete die- se zum exklusiven Preis von 79 Euro (79 US-Dollar plus Zoll, Mehrwertsteuer und Transport) zuzüglich 7,95 Euro für Porto und Verpackung. Aufgrund der Größe ha- be ich nur wenige dieser Boxen mitbringen können. Hier der Link zu meinem Shop bei Amazon: www.guidokarp.com/fotohits

Ich selbst habe in meinem „digitalen Le- ben“ hunderte von Platten gefüllt und die Entwicklung von SCSI, USB, Firewire oder heute Thunderbolt mitgemacht. Ich weiß gar nicht, wie viele verschiedene Gehäu- searten ich besaß, die natürlich alle ei- nen anderen Netzstecker benötigten. Das machte es notwendig, ebenso viele Netz- teile zu lagern.

WIE EIN PROFI SICHERN

Seit zwei Jahren habe ich die so ge- nannte „ICY Box“ als Laufwerk, in die ich unverpackte Festplatten reinstecke. Der Leser muss sich das wie die Lade- schale des heimischen schnurlosen Te- lefons vorstellen: Man steckt die Plat- te ein, verbindet die Docking-Station mit dem Rechner, fertig. Damit spare ich nicht nur im Jahr ein kleines Vermögen an nutzlosen Gehäusen und Netzteilen und den Platz dafür, son- dern auch meine Platten zumindest der letzten zehn Jahre genießen nun allesamt die aktuell schnellstmög- liche Verbindung, die auf dem Markt ist. Selbst vermeintlich lang- same Platten in Gehäusen der USB-1-Generation werden mit diesem System zu einer USB-3- Station im wahrsten Sinne des Wortes beflügelt. Man wird mir entgegenhalten, dass Gehäuse einen Schutz der Platten darstellen. Michael Grec- co hat mit der Firma Image Mecha- nics das Produkt FOAM (File Offline Archive Management) entwickelt. Dieses eignet sich ideal zum Schützen von Fest- platten. Das System ist extrem leicht, anti- statisch und sicher. Zudem macht es die

KlASSIK KAMErAGESCHICHTE, TEIL 5

CCD-Sensor, ein Moni- tor zur Bildkontrolle und digitaler Speicher. Das Kodak DCS-100-System verfügte über alles, was heute zum Standard ei- ner digitalen Kamera gehört. Nur Maße und Preis waren noch nicht massentauglich.

K ompaktkameras und digitale Spiegelreflexkameras sind technische Meisterleistungen. Was für eine Entwicklung sie in wenigen Jahren hinter sich gebracht haben, verdeutlicht

ein Blick auf Kodaks DCS-100. Als der Ka- merahersteller im Jahr 1991 damit auf den Markt kam, machte die digitale Fotografie einen großen Schritt nach vorne. Die DCS- 100 war die erste professionelle digitale Spiegelreflexkamera. Als Gehäuse diente eine modifizierte Ni- kon F3 mit digitalem CCD-Sensor im Ka- merarückteil, den es als Schwarzweiß- und Farbvariante gab. Das F3-Gehäuse er- laubte den Anschluss verschiedener Nikkor- Objektive. Man konnte eine Verschlusszeit zwischen acht und 1/2.000 Sekunden wählen. Der CCD-Sensor löste mit 1.280 mal 1.024 Pixel, also 1,3 Megapixel, auf. Am Stativgewinde der Kamera wurde ein klobiger Fuß angebracht, der in seinem breiten Handgriff einen eigenen Auslöser für die digitale Aufnahme mit sich brachte.

JpEG KOSTETE EXTrA

Die aufgenommenen Daten wurden durch ein dickes Kabel an die externe Speicher- einheit geschickt. Diese enthielt fast die gesamte Elektronik, eine 200-Megabyte- Festplatte sowie einen Blei-Gel-Akku. Da sie rund fünf Kilogramm wog, wurde sie mit einem Schulterriemen getragen. Ihr Speicherplatz reichte für rund 160 unkom- primierte Aufnahmen und etwa 600 Fotos im JPEG-Format, wofür aber ein zusätz- liches Modul nötig war. Die Sicherung er- folgte nicht wie heutzutage in einzelnen Dateien, sondern die Bilder wurden alle in eine große Datei geschrieben. Für Ado- be Photoshop (Mac) und Aldus Photosty- ler (PC) waren spezielle Plug-ins zum Im-

Aldus Photosty- ler (PC) waren spezielle Plug-ins zum Im- DIGITAL UND SCHwER portieren der Bilder verfügbar.

DIGITAL UND SCHwER

portieren der Bilder verfügbar. Übertra- gen wurden sie mit der damals noch gän- gigen SCSI-Schnittstelle – ein Trumm im Vergleich zu heutigem USB, Firewire oder HDMI. Zudem musste zum Anschließen und Entfernen der Rechner jedes Mal he- runtergefahren werden. An der DSU (Digital-Storage-Unit) genann- ten Speichereinheit war zur Bildkontrolle ein vier Zoll großer schwarzweißer LC-Mo- nitor angebracht. Das machte die DCS-100 bei Reisefotografen und Journalisten be- liebt. Die unterwegs aufgenommenen Bil- der konnten per Akustikkoppler und später mit einem integrierten 28,8k-Modem an Zeitungsredaktionen übermittelt werden. Für den Massenmarkt taugte das Konzept jedoch nicht. Weder das Gewicht noch den Preis wollte oder konnte ein gewöhnlicher Fotograf schultern. Rund 50.000 D-Mark musste man für das System bezahlen. So blieb die Kamera mit nur 987 verkauften Einheiten eher eine Spezialanfertigung. Heute ist sie zu einem begehrten Sammler-

objekt geworden. Bei Ebay sind komplette Systeme sehr selten zu finden. Die Aukti- onen starten meist bei rund 15.000 Euro. Der Werbeslogan „Wechseln Sie zu einem neuen digitalen System ohne die Kamera auszutauschen“ suggerierte, dass Nikons F3 problemlos von analog auf digital um- gestellt werden konnte. Doch das Gewicht der analogen Kamera wurde dadurch mehr als versechsfacht. Einfach ist eben nicht immer leicht.

  i Mit Hilfe einer Tastatur, die an die Speicherein- heit angeschlossen wur- de, konnte
  i Mit Hilfe einer Tastatur, die an die Speicherein- heit angeschlossen wur- de, konnte
 

i Mit Hilfe einer Tastatur, die an die Speicherein- heit angeschlossen wur- de, konnte ein Fotograf Informationen zu seinen Bildern eingeben. Diese

landeten in einer Textdatei. Internetseiten, die sich der Ko- dak DCS-100 widmen, findet man unter Quicklink: dcs100

landeten in einer Textdatei. Internetseiten, die sich der Ko- dak DCS-100 widmen, findet man unter Quicklink:
landeten in einer Textdatei. Internetseiten, die sich der Ko- dak DCS-100 widmen, findet man unter Quicklink:
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PROFIFOTO

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Bild: Jürgen Settele

RUBRIK TITEL DEr STOrY

LESErTEST: rOLLEI

Ein Fotograf lernt sein Stativ erst richtig kennen, wenn es ihn wie ein Freund durch Wind und Wetter begleitet. Sechs Le- ser haben drei verschiedene Typen an ihre Grenzen gebracht:

den Profi, den Vielseitigen und den Kleinen. Die Tester erzählen nachfolgend ihre Erfahrungen.

A ls bestes Stativ zeigt sich das, was für einen ange- messenen Preis den eigenen Wünschen entspricht. Die Lesertester erzählen, was sie mit den Dreibeinen von

Rollei in freier Natur erlebt haben. Ihre voll- ständigen Berichte sind unter dem Quick-

link rolleitest nachlesbar.

DEr prOFI: X-6M

ALEXANDEr SCHWArZ Das Stativ ist ein Dreibein aus Karbon- faser und Magnesiumteilen mit um 180 Grad klappbaren Einzelbeinen in jeweils drei Segmenten. Mir gefällt, dass die So- ckelplatte für den Kugelkopf ebenfalls aus Metall und nicht aus Kunststoff ist. Sie bietet nicht zuletzt deswegen und durch

ihre zwei Konter-Madenschrauben einen ausgezeichneten Halt für alle möglichen Schwenk-, Neige- oder Kugelkopfsysteme. Der Kugelkopf ist eine robuste Standardkon- struktion mit 25 Kilogramm (!) Tragkraft. Die Panoramaebene ist klar ablesbar, die Kugel selbst weist eine Friktionsverstellung auf. Alles läuft butterweich und lässt sich ausreichend fest arretieren, qualitativ sehr gut und wertig ausgeführt! Tatsächlich wird diese Stativ-Kugelkopf- Kombination in einigen Bereichen profes- sionellen Ansprüchen gerecht. Wenn Rollei noch bei den fehlenden Spikes nachbes- sert, erhält man ein Werkzeug, das ordent- lich das tut, was es soll. Ob dabei der Preis von zirka 700 Euro im Vergleich zu den Mitbewerbern gerechtfertigt ist, muss sich zeigen. Ein Video zeigt das X-6M in Aktion:

Video zeigt das X-6M in Aktion: http://youtu.be/RrRqu_JYVMM Alexander Schwarz: Die Konstruktion wird bedingt durch die

Alexander Schwarz: Die Konstruktion wird bedingt durch die Materialien auch in Feuchtbiotopen „ihren Mann stehen“.

AKTIONEN LESErTEST rOLLEI-STATIVE

AKTIONEN LESErTEST rOLLEI-STATIVE Dr. Gerald Haas: Tasche, Stativ und Ku- gelkopf sind absolut hochwertig gefertigt. Dr.

Dr. Gerald Haas: Tasche, Stativ und Ku-

gelkopf sind absolut hochwertig

gefertigt.

Dr. GErALD HAAS Ob ich beim Bergsteigen bin oder im Tarn- zelt bei der Tierfotografie: Für mich als Na- turfotograf ist ein stabiles Stativ mit gerin- gem Gewicht besonders wichtig. Das X- 6M „packt“ locker eine Vollformatkamera mit Teleobjektiv und überzeugt durch sei- ne Schwingungsarmut und hochwertige Verarbeitung. Dieses Karbonfaserstativ ist die ideale Kombination aus Stabilität und Leichtgewicht und wird mich weiter beglei- ten. Verbesserungswürdig sind lediglich ei- nige kleinere Details, etwa fehlende Metall- dornen am Stativfuß oder mehr Grip des Schulterpolsters (Metalldornen sind für das Folgemodell geplant. Die Redaktion).

VIELSEITIG: CT-5A

JONATHAN TrAppE Die Kunststoffarretierungen der ausfahr- baren Stativbeine sind besonders her- vorzuheben, da man alle drei Klemmen mit einem Handgriff lösen kann. Mit den mit- gelieferten Beinen wird aus dem Normal- ein Ministativ, was die Vielseitigkeit des CT-

dem Normal- ein Ministativ, was die Vielseitigkeit des CT- Jürgen Settele: Das C5i ist ein sehr

Jürgen Settele: Das C5i ist ein sehr gutes Stativ für ambitionierte Amateure.

C5i ist ein sehr gutes Stativ für ambitionierte Amateure. Jonathan Trappe: Das CT-5A ist ein zu-

Jonathan Trappe: Das CT-5A ist ein zu- verlässiger Begleiter.

5A widerspiegelt. Genauso kann man aus ihm ein Einbeinstativ zaubern und es sogar in einen Wanderstock verwandeln. Das Stativ Fotopro CT-5A besticht durch seine gute Verarbeitung, das präzise Hand- ling und das umfangreiche Zubehör. Die et- was instabile Mittelsäule und das Gewicht sind kleine Kritikpunkte, die aber die durch- weg gute Leistung nicht mindern. Rollei ist bezüglich Stativen nun im Profibereich an- gekommen. Eine Kaufempfehlung kann ich klar aussprechen!

UDO DITTMANN Alle Teile lassen sich leicht verstellen und bieten dann eine sehr gute Stabilität. Der 3D-Stativ-Kopf etwa ist butterweich ein- stellbar. Insgesamt drei Libellen helfen bei der Ausrichtung. Mit einer Canon EOS 5D Mark II und einem Standard-Zoom-Objek- tiv (Beispiel: EF L 24-105 ) ändert sich nach dem Festdrehen nichts. Mit einem Super- Zoom-Objektiv senkt sich der Kopf, wenn die Kamera nicht in der Waagerechten ist, nachträglich um ein bis zwei Millimeter. Rollei ist ein absolut gelungener Kompro- miss zwischen Packmaß und Arbeitshö- he sowie zwischen Gewicht und Stabilität gelungen. Nach dem Test war das Stativ kurzfristig verschwunden. Ich habe es im Kamerarucksack meiner Frau gefunden – wenn das keine Empfehlung ist.

IMMEr DABEI: C5I

JürGEN SETTELE Der große Vorteil dieses Stativs ist die Wandelbarkeit. Ein befreundeter Fotograf, der fast nur mit Profiware arbeitet, meinte, dass dieses Stativ für ihn eine Alternative im Outdoor-Einsatz darstellen könnte. Ins- besondere, da sein Modell das Dreifache

könnte. Ins- besondere, da sein Modell das Dreifache Udo Dittmann: Ein hochwertiges 4-in-1- Stativset mit

Udo Dittmann: Ein hochwertiges 4-in-1- Stativset mit üppiger Ausstattung.

kostete. Das Preisleistungsverhältnis des aktuellen Marktpreises ist bezüglich der Qualität des Rollei-Stativs spitze. Die Fle- xibilität macht dieses Zubehör zu meinem dauerhaften Begleiter. Und ich denke, die Verarbeitung verspricht eine langjährige Zusammenarbeit.

STEpHAN FErNAU Dank des gut gepolsterten Tragegurts der Tasche merkt man vom Gewicht des Sta- tivs fast nichts. Nach mehrmaligem Auf- und Abbauen im Freien geht das immer schneller von der Hand, wobei man merkt, dass die Beine beim Ein- und Ausziehen nicht ganz glatt laufen, sondern etwas klemmen. Das Aufstellen auf unebenem Gelände geht dank stufenloser Einstell- möglichkeiten gut. Wenn man in der Hocke fotografiert, ist das kurze Einbeinstativ nützlich. Komplett eingezogen stört es auch nicht, es für den Transport an der Kamera zu lassen. Fazit:

Beim C5i handelt sich um ein durchweg gutes Stativ, das nur in Kleinigkeiten noch verbessert werden kann.

das nur in Kleinigkeiten noch verbessert werden kann. Stephan Fernau: Das durchweg gute C5i ist nur

Stephan Fernau: Das durchweg gute C5i ist nur in Kleinigkeiten zu verbessern.

EVENTS AUSSTELLUNGEN UND MEHr

AUSSTELLUNGEN

GElOBTES lAND

© International Center of Photography, Magnum Photos
© International Center of Photography, Magnum Photos

Der weltberühmte Kriegsfotograf Robert Capa (1913 bis 1954) begleitete ab 1948 die Gründung Israels. Das „Internationale Zei- tungsmuseum“ in Aachen stellt eine Auswahl dieser Werke vor. Sie erzählen von der Unabhängigkeitserklärung 1948, den Angriffen der Nachbarstaaten und den aus ihnen vertriebenen Juden. Quicklink: israel

BERlIN ENTDECKEN

vertriebenen Juden. Quicklink: israel BERlIN ENTDECKEN Die Berliner Galerie „Wagner+Partner“ huldigt der

Die Berliner Galerie „Wagner+Partner“ huldigt der Hauptstadt. Ihre Reize hat der Fotograf Erwin Olaf an sieben Orten festgehalten. Die- se benutzte er als Bühne, auf der er jugendliche und betagte Mo- dels in Szene setzte. Die Ausstellung „Erwin Olaf – Hommage to Berlin“ ist vom 6. September bis 19. Oktober 2013 zu sehen. www.galerie-wagner-partner.com

ZERBRECHlICHE JUGEND

sehen. www.galerie-wagner-partner.com ZERBRECHlICHE JUGEND Tobias Zielony porträtierte junge Menschen, die am Rande

Tobias Zielony porträtierte junge Menschen, die am Rande der Ge- sellschaft leben: Prostituierte, kanadische Ureinwohner, Camorra- Familien und Drogensüchtige. Die ungezwungenen Bilder bezeu- gen, wie nahe er seinen Motiven kam. Auch die Farben, Schatten und Strukturen sind locker komponiert, bleiben aber in spannungs- voller Schwebe. Die Berlinische Galerie präsentiert bis 30. Septem- ber 2013 zwei Bilderserien und zwei Animationsfilme. Quicklink: zielony

DIE wElT SEHEN

und zwei Animationsfilme. Quicklink: zielony DIE wElT SEHEN Obwohl sich der Pressefotograf Steve McCurry eher am

Obwohl sich der Pressefotograf Steve McCurry eher am Rande von Krisen bewegt, bringt er eindrückliche Bilder mit. Sie stammen aus Kroatien, Mali, Peru sowie dem dem nahen und fernen Osten bis zu den Philippinen. Das Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg stellt 125 seiner Werke bis 29. September 2013 vor. Quicklink: mccurry

FOTOwETTBEwERBE Der Licher-Fotopreis für Naturfotografen läuft bis zum 20. September 2013. Der Erst- platzierte
FOTOwETTBEwERBE
Der Licher-Fotopreis für Naturfotografen läuft bis zum 20. September 2013. Der Erst-
platzierte erhält 5.000 Euro, der Zweite eine Kamera im Wert von 2.000 Euro und der
Dritte 1.000 Euro. Ein Sonderpreis für Fotos aus Hessen bringt 750 Euro.
Quicklink: licher
Bei den Sony World Photography Awards
2014 kann man eigene Fotos in zahlreichen
Kategorien einreichen. Zum Wettbewerb für
Amateure zählen zehn Kategorien, die bis
6. Januar 2014 offenstehen. Der Hauptpreis
umfasst 19.000 Euro, dazu kommen weitere
Geldpreise und Auszeichnungen.
www.worldphoto.org
Gewinnerin der „L’Iris d’Or“ 2013.
Bis 1. Oktober 2013 kann sich jeder ge-
gen eine geringe Gebühr am internationa-
len Wettbewerb „Travel Photographer of the
Year“ beteiligen. Fotografen unter 17 Jahren
sind kostenlos dabei. Als Belohnungen win-
ken Kameras, Reisen und ein Geldpreis über
5.000 englische Pfund.
www.tpoty.com
Bild: Craig Eason, Gewinner 2012
Bis 2. Oktober 2013 sucht eine Untersekti-
on der Weltbank Fotos, die zeigen, wie arme
Haushalte ihre Fördermittel gewinnbringend
einsetzen. Zwei Preise umfassen je eine Fo-
toausrüstung im Wert von 2.000 US-Dollar.
Der Zweite erhält einen 500- und der Dritte
einen 250-Dollar-Gutschein. Außerdem gibt
es Auszeichnungen nach Region und Thema.
http://cgapphotocontest.strutta.com
Weitere Fotowettbewerbe sind auf der Website www.fotohits.de unter
dem Quicklink contest aufgelistet.
VErANSTALTUNGEN In Berlin, Dortmund, Essen, Frankfurt, Hamburg, Köln und Leipzig kann man auf Kamerabörsen stöbern.
VErANSTALTUNGEN
In Berlin, Dortmund, Essen, Frankfurt, Hamburg,
Köln und Leipzig kann man auf Kamerabörsen
stöbern. Die Termine erfahren Händler und Käu-
fer auf der Website. Der Eintritt beträgt fünf Euro.
www.kameraboersen.org
Bild: Cornelius Nelo
Zum 21. Mal lädt die Gesellschaft Deutscher
Tierfotografen (GDT) zum Internationalen Natur-
fotofestival in Lünen. Geboten werden Vorträge,
Seminare, Ausstellungen, Workshops und ein
großer Fotomarkt. Der Eintritt für einige Veran-
staltungen ist frei.
www.gdtfoto.de
TV TIppS Br-ALpHA Unter die „Meilen- steine der Naturwis- senschaft und Technik“ reihen sich die
TV
TIppS
Br-ALpHA
Unter die „Meilen-
steine der Naturwis-
senschaft und Technik“
reihen sich die fotografischen Erfin-
dungen von Louis Daguerre.
27. August, 19 Uhr
3SAT
Der Fotograf Rafi Fuchs führt in
„New York für Fortgeschrittene“
durch sein Wohnviertel, den eigen-
willigen Stadtteil Bushwick.
1. September, 5.35 Uhr
KIKA
Im Medienratgeber für Kinder
„kurz+klick“ erklärt Moderator
Max, wie er aus Fotos Party-Flyer
und Bildschirmschoner bastelt.
1. September, 13.55 Uhr
ArTE
Das Filmporträt „Nan Goldin – Im
Augenblick“ stellt die berühmte
Fotografin vor. Ihre Motive sind oft
schonungslos offen, ebenso gibt
sich Goldin selbst den Zuschauern.
12. September, 00.35 Uhr
Im Magazin „Metropolis“ erzäh-
len Kriegsfotografen, die sich auf
dem Fotofestival „Visa pour l‘Image“
trafen. Und Linda McCartney zeigt
in ihrer Fotoausstellung im Kunst-
haus Wien private Einblicke in den
Rock’n’Roll der 1960er Jahre.
14. September, 16.45 Uhr
haus Wien private Einblicke in den Rock’n’Roll der 1960er Jahre. 14. September, 16.45 Uhr FOTO hits

Bild: Tim Graham, Getty Images

KlASSIK FOTOGESCHICHTE

DAS GrABMAL

FlÜCHTIGER lIEBE

Manche Promis müssen gegenüber der Presse lernen: Entweder sie reiten den Tiger oder er frisst sie. Prinzessin Diana machte beide Erfahrungen. Das Foto links zeigt sie zu einem Zeitpunkt, als sie die Bestie noch lenkte.

P rinzessin Diana bewies mit ihrer Inszenierung vor dem Taj Mahal, wie meisterhaft sie das Intrigenspiel am eng- lischen Hof beherrschte. Es setzte den Schlusspunkt zu

einer wahrhaft königlichen Tragödie. Doch deren eigentliches Ende sollte noch trä- nenreicher sein. Seit der Traumhochzeit von Diana und dem britischen Thronfolger Charles im Jahr 1981 kämpfte sie um die Anerken- nung der Windsors. Doch obwohl sie so- wohl glanzvolle als auch sympathische Me- dienauftritte absolvierte, blieb sie ihr ver- sagt. Ebenso ging ihre Ehe bis zum Ende der 1980er Jahre stückweise in die Brü- che, der Ton der Medien wurde ihr gegenü- ber rauer. Doch 1992 schlug Diana zurück. Die Queen bezeichnete es später als ihr „annus horribilis“, als Schreckensjahr. Den Auftakt setzte die Kronprinzessin mit dem Besuch des Taj Mahals anlässlich ei- ner Indienreise. Ihr Gatte traf sich zur sel- ben Zeit mit Geschäftsmännern in Delhi, sie war also an diesem 11. Februar 1992 allein. Das „Grabmal der ewigen Liebe“ bil- dete die perfekte Kulisse, um die Treulo- sigkeit ihres Manns anzuprangern, und sie nutzte die Strahlkraft dieses Bilds gekonnt aus: Betont verlassen und unsicher plat- zierte sie sich auf einer steinernen Bank. Die Inszenierung gestaltete Diana für einen riesigen Tross von Fotografen, der jede ih- rer Bewegungen festhielt. Unter ihnen war Tim Graham, der Urheber des Bilds auf der linken Seite.

IN ROYALEN FUSSSPUREN

Um vor dem Taj Mahal in die erste Reihe zu gelangen, hatte Graham eine erstaunli- che Karriere hingelegt: Begonnen hatte er

1965 bis 1970 als kleiner Zuträger für die

einflussreiche Agentur „Fox Photos“. Dort lichtete er ab 1968 – angefangen mit dem Besuch der Queen und ihrer Schwester in Österreich – die „Royals“ ab. Er folgte ih- nen in hunderte von Ländern und erwarb sich zunehmend eine Reputation, die auch zu den Windsors drang. Später stellte ihn die Tageszeitung „Daily Mail“ von 1975 bis 1978 fest an. Seit den 1980er Jahren nahm er als Freiberufler die königliche Fa- milie auf und wird von ihr seit mittlerweile über 35 Jahren als Hausfotograf geschätzt. Doch konnte selbst die allmächtige „Queen Mum“ nicht den Bildersturm eindämmen, den Graham und andere 1992 entfessel- ten. Denn das Foto der sitzengelassenen Diana ging um die Welt und jeder verstand ihre Anklage.

TOD UND VERKLäRUNG

Bei einem Aufenthalt in Jaipur führte Diana ihren königlichen Gatten noch maliziöser vor. Als er sie nach einem Polo-Spiel auf den Mund küssen wollte, drehte sie den Kopf weg und der unglückliche Charles traf nur ihr Ohr. Eine Bruchlandung, die von zahllosen Kameras und etwa 30.000 Zuschauern bemerkt wurde. Diana bewer-

tete später gegenüber der Journalistin Ju- dy Wade ihre Indienreise als „heilsame Er- fahrung“. Hier dürfte auch einige Befriedi- gung mitschwingen. Im Juni 1992 kam der nächste Pauken- schlag. Das Enthüllungsbuch „Diana, ihre wahre Geschichte“ des Journalisten An- drew Morton erschien. Er legte die un- glückliche Ehe von Diana offen, berichtete über ihre Bulimie und Selbstmordversuche. Diese dementierte nichts und gab sogar

1995 in einem Interview mit dem Sender

BBC zu, engen Freunden erlaubt zu haben,

alles auszuplaudern. Im selben Interview machte sie klar, wie zynisch sie mittlerwei- le das Verhältnis zur Presse einschätzte:

Sie nehme sich selbst als gutes Produkt wahr, das in einem Regal platziert sei und sich gut verkaufe. Und die Leute würden jede Menge Geld mit ihr machen. Nach der Trennung von Charles und Dia- na am 9. Dezember 1992 kämpften bei- de Parteien um die Gunst der Öffentlich- keit. Doch schaffte es Diana immer wieder, die schmeichelndere Presse zu bekommen. Der Preis war ein geradezu hysterisch ge- steigertes Interesse, das die Paparazzi eif- rig bedienten. Sie verursachten zwar nicht direkt Dianas Unfalltod 1997, trugen aber sicherlich zu ihm bei. Rund um den Globus haben sich seitdem Stationen gebildet, anhand derer man eine Pilgerfahrt auf den Spuren der „Königin der Herzen“ unternehmen kann: die Gedenk- stätte im britischen Althorp, der Schrein im Kaufhaus „Harrods“ oder die „Flamme der Freiheit“ nahe dem Pariser Tunnel „Pont de l’Alma“. Vor dem Taj Mahal ist die Bank, auf der Diana saß, ständig von Touristen umlagert und trägt den halboffiziellen Na- men „Lady Di’s Chair“.

to i Die Serie „Fotogeschichte“ wird von „Getty Images“ unterstützt. Die Bild- agentur ermöglicht Fo-
to
i Die Serie „Fotogeschichte“
wird von „Getty Images“
unterstützt. Die Bild-
agentur ermöglicht Fo-
to-Enthusiasten, eigene
Arbeiten über iStockpho-
(deutsch.istockphoto.com)
und die Flickr Collection (www.
gettyimages.de/flickr) global zu
vertreiben und steht Anbietern
mit Rat und Tat zur Seite.

AKTIONEN LESErTEST CINEBOOK

CINEBOOK IM LESErTEST

DIE ERGEBNISSE

Das „Cinebook Fotobuch“ verspricht, die edle Verarbeitung anderer Hersteller zu übertreffen. Fünf Lesertester vertrauten ihre schönsten Fotos dem Service von Cinebook an und nahmen das Ergebnis unter die Lupe. Ihr Fazit ist eindeutig.

Das „Cinebook Fotobuch“ wird von der „CinePostproduction GmbH“ hergestellt. Sie ist der größte und älteste Dienstleister in Deutsch- land für die digitale und analoge Nachbearbeitung von Kino-, Fern-

seh- und Werbefilmen. Diese Erfahrungen sollen sich auch in der ausgezeichneten Qualität des Fotobuchs niederschlagen. Fünf Le- ser berichten, ob sich der Luxus lohnt.

Fünf Le- ser berichten, ob sich der Luxus lohnt. rOLAND GOSEBErG Die Lieferung war top und
rOLAND GOSEBErG Die Lieferung war top und schneller als erwartet. Eine glatte Eins! Die Geschenkebox
rOLAND GOSEBErG
Die Lieferung war top und schneller als erwartet. Eine
glatte Eins! Die Geschenkebox ist absolut hochwer-
tig. Zum besseren Herausnehmen ist ein „Filmstrei-
fen“ eingelassen, an dem man das Fotobuch heraus-
hebeln kann. Top-Konzept – top umgesetzt. „Die spe-
ziell entwickelte Softskin-Oberfläche kann man nicht
beschreiben – nur fühlen“. Dem kann ich nur zustim-
men. Absolute Spitzenklasse – sowohl haptisch als
auch optisch! Die Innenseiten sind auf „echtem“ sei-
denmatten Fotopapier ausbelichtet. Durch die „Lay
Flat Bindung“ gibt es in der Tat keinerlei Falz oder
Versatz. Auch hier eine glatte Eins! Die Abzüge kom-
men farblich genau so rüber, wie sie sein sollen. Der
Gesamteindruck ist uneingeschränkte Spitzenklas-
se: Ob Lieferzeit, Qualität und Verarbeitung. Für 150
Euro bekam ich ein absolutes Spitzenprodukt, das
seinesgleichen sucht. Auch wenn der Preis auf den
ersten Blick abschreckt – er ist in
meinen Augen völlig gerechtfer-
Das Cinebook ist eben et-
was Besonderes.
FrANK TAppErMANN Erinnert das Durchblättern einiger Fotobücher an die Zeiten langweiliger Diaabende, ist das Cinebook
FrANK TAppErMANN
Erinnert das Durchblättern einiger Fotobücher an
die Zeiten langweiliger Diaabende, ist das Cinebook
großes Kino. Es ist hochwertig verarbeitet und die Sei-
ten fühlen sich sehr gut und stabil an. Selbst im Ver-
gleich mit der rückwärtig beleuchteten Bildschirm-
wiedergabe bleiben die Farben leuchtend und klar.
Hervorragend! Noch ein großes Plus ist die Flachbin-
dung. Das Buch habe ich über die Cinebook-Software
gestaltet. Sie hat alles, was zu seiner Erstellung nö-
tig ist. Allerdings wirkt sie noch nicht ganz ausge-
reift. Fotos lassen sich vertikal nur zur Buch-
mitte zentrieren, nicht auf die Einzelseite.
Das Layout verschiebt sich schnell beim
Herüberfahren mit der Maus. Die klei-
nen Schwächen der Software sind ver-
gessen, wenn das fertige Fotobuch vor
einem liegt. Die Qualität der Fotos und
der Bindung rechtfertigen aus meiner Sicht
den Mehrpreis.
fertige Fotobuch vor einem liegt. Die Qualität der Fotos und der Bindung rechtfertigen aus meiner Sicht
HOLGEr LOrENZ Sehr positiv hat mich die Hilfe von Cinebook über- rascht. Hier ist eine
HOLGEr LOrENZ Sehr positiv hat mich die Hilfe von Cinebook über- rascht. Hier ist eine
HOLGEr LOrENZ
Sehr positiv hat mich die Hilfe von Cinebook über-
rascht. Hier ist eine Person auf der anderen Seite
und nicht ein Computer mit vorgefertigten Antwor-
ten. Meine Frage wurde in Minuten beantwortet und
schon konnte ich weiterarbeiten.
Der Einband besitzt eine Softskin-Oberfläche, die
sich edel und stabil anfühlt und auch so aussieht.
Ich schlug das erste Panorama auf, eine Grand-
Canyon-Sonnenuntergangsstimmung. Der
Eindruck war und ist überwältigend!
Farbbrillianz und Kontrastverhalten auf
allerhöchstem Niveau. „Cibachrome“ als
Fotobuch, die Erfüllung eines Traums!
Träume erfüllen kostet Geld und hier ist
es gut angelegt. Bei Cinebook wird das
Produkt zu einem Erlebnis.
angelegt. Bei Cinebook wird das Produkt zu einem Erlebnis. WErNEr KAMINSKI Die Qualität des von mir
WErNEr KAMINSKI Die Qualität des von mir gefertigten Fotobuchs „Wide- screen“ (42 mal 28 Zentimeter
WErNEr KAMINSKI
Die Qualität des von mir gefertigten Fotobuchs „Wide-
screen“ (42 mal 28 Zentimeter im Querformat) über-
zeugt nicht nur – sie fasziniert! Die Frage ist:
Lohnt der finanzielle Mehraufwand? Ein
eindeutiges „JA“ ist aus meiner Sicht die
einzig mögliche Antwort, wenn Erinne-
rungen an besondere Anlässe in einem
sehr hochwertigen Fotobuch festgehal-
ten werden sollen. Das Buch liegt gut in
der Hand; das verwendete Material fühlt
sich sehr angenehm an. Die Oberfläche des
Einbandes gibt die dort befindlichen Fotos in ei-
ner Plastizität wieder, die ich nur von Farbausdru-
cken auf besonders hochwertigen Fotopapieren
eines namhaften Herstellers kenne. Mein Fazit: Das
Cinebook-Fotobuch ist in der Lage, allerhöchs-
te Qualitätsansprüche zu erfüllen. Zusammen
mit der Qualität des verwendeten Materials
und der soliden Verarbeitung lässt es wohl
kaum einen Wunsch unerfüllt. Beim Bearbei-
tungsprogramm, das viele technische Gestal-
tungsmöglichkeiten bereithält, sehe ich noch
etwas Optimierungsspielraum.
bereithält, sehe ich noch etwas Optimierungsspielraum. GüNTEr WErTENBrUCH Schon beim Auspacken erkennt man die
GüNTEr WErTENBrUCH Schon beim Auspacken erkennt man die Wertigkeit. Das Buch kommt in einem auf-
GüNTEr WErTENBrUCH
Schon beim Auspacken erkennt man die Wertigkeit. Das Buch kommt in einem auf-
klappbaren Schuber, ein innenliegender Filmstreifen erleichtert das Entnehmen. Ich
habe die Hochglanzoberfläche für den Einband gewählt, eine gute Wahl. Die Innen-
seiten sind matt und daher reflexionsfrei. Die Farben sind kontrastreich und klar, so
wie ich mir das vorgestellt habe. In Schulnoten würde man sagen: eine glatte Eins. Für
textlastige Bücher, etwa Reiseberichte, würde ich einen Anbieter wählen, bei dem bes-
sere Gestaltungsmöglichkeiten bestehen. In meinen
Augen ist Cinebook das Buch für den besonderen
Anlass und der erhebliche Preisunterschied ver-
tretbar. Insbesondere Panoramabilder entfal-
ten aufgrund der Flachbindung bei dem von
mir gewählten Format ihre ganze Pracht.
entfal- ten aufgrund der Flachbindung bei dem von mir gewählten Format ihre ganze Pracht. FOTO hits
entfal- ten aufgrund der Flachbindung bei dem von mir gewählten Format ihre ganze Pracht. FOTO hits

FOTOhits 9/2013

29

KlASSIK MEINE ErSTE KAMErA

MEINE ErSTE KAMErA

SYlVIE BlUM

Sylvie Blums Premierenfoto mit ihrer ersten Kamera, einer Hasselblad 501 c/M.

Sylvie Blum stand zuerst für Helmut Newton, Jan Saudek und Günter Blum als Model vor der Kamera. Ab 1997 wechselte sie hinter den Sucher. Heute ist sie eine international bedeutende Aktfotografin und lebt in Los Angeles. Für die FOTOhits-Serie erin- nerte sie sich an ihre Anfänge.

die FOTO hits -Serie erin- nerte sie sich an ihre Anfänge. FOTO hits : Mit welchem

FOTOhits: Mit welchem Kamera- modell starteten Sie ihre Karriere?

Sylvie Blum: Mit der analogen Mittelfor- matkamera Hasselblad 501 c/M. Ich ha- be sie mir damals selbst gekauft, nachdem ich beschlossen hatte, Fotografin zu wer- den. Das ist 15 Jahre her.

FOTOhits: Wie kamen Sie mit dem Profigerät zurecht?

Sylvie Blum: Schon mein Leben lang um- gaben mich Leute, die mit Kameras han- tierten. Der technische Aspekt der Fotogra- fie hat mich auch immer fasziniert. Hierbei habe ich viel von Günter Blum gelernt, der mein Mentor war. Zwar hatte ich vor der Hasselblad keine eigene Kamera besessen, aber ich konnte viele benutzen. Schon be- vor ich meinen Erstling kaufte, war mir da- her bewusst, wie ich ihn handhabe.

FOTOhits: Hat sich das beim ersten Shooting bewahrheitet?

Sylvie Blum: Für mich fühlte sich die Kamera an wie eine Erweiterung meines Selbst. Ich konnte mit ihr all diese spaßigen Dinge anstellen und herumexperimentie- ren, um einen Moment festzuhalten. Das war sehr befriedigend und verhieß endlose Freuden. Eine ganz neue Welt öffnete sich vor mir.

FOTOhits:

praktisch voran?

Wie

kamen

Sie

rein

Sylvie Blum: Ich habe von jedem Shoo- ting etwas Neues mitgenommen und zu- dem die Kontaktabzüge genau studiert. Ich lernte aus vorherigen Fehlern und ver- suchte, sie das nächste Mal zu vermeiden. So kam ich an dem Punkt an, an dem ich das erzielte, was mir vorschwebte.

FOTOhits:

selbst entwickelt?

Haben

Sie

die

Filme

Sylvie Blum: Ja. Mal fühlte ich mich da- nach wie ein Rock-Star und mal wie ein Versager. Aber ich habe nie aufgegeben.

FOTOhits: Half Ihnen dabei eine goldene Regel?

Sylvie Blum: Deine Augen sind das wich- tigste Zubehör. Ein Fotograf muss sorg- fältig hinsehen und ebenso sorgfältig ent- scheiden, was er ablichten will.

FOTOhits: Aber der Sucher sieht etwas anderes als das bloße Auge.

Sylvie Blum: Ich liebte es, Fotos zu ma- chen, die anders als die Realität waren. Und durch den Sucher sah die Welt gleich viel interessanter aus. Insbesondere moch- te ich, dass beim Blick durch den Licht- schachtsucher alles auf dem Kopf stand.

FOTOhits: Kam mit den ersten Fo- tos gleich der Erfolg?

Sylvie Blum: Ich setzte die Hasselblad für viele Kunst- und Buchprojekte ein. Ein Publizist sah meine Aufnahmen und be- schloss, sie in dem Buch „Sylvie Blum:

Nudes“ zu veröffentlichen.

FOTOhits: Wie lange hatten Sie die Hasselblad in Gebrauch?

Sylvie Blum: Das digitale Zeitalter machte mich neugierig, neue Wege zu gehen. Da-

her kaufte ich drei Jahre später eine Digi- talkamera. Aber natürlich besitze ich die Hasselblad immer noch.

FOTOhits: Haben Sie den Wechsel nie bedauert?

Sylvie Blum: Ich habe meine alte Kame- ra zwar geliebt, aber trotzdem nie vermisst. Ich habe auch nicht vor, sie wieder zu be- nutzen. Augenblicklich arbeite ich mit der digitalen H3D-Serie von Hasselblad. Die liebe ich so sehr, dass ich niemals zur 501 zurück will.

FOTOhits: Ein radikaler Wechsel …

Sylvie Blum: Vom heutigen Standpunkt aus gibt es keinerlei Gründe, nostalgisch zu werden. Etwa wenn ich an all die neuen Techniken denke, die ich lernen konnte und damit an all die neuen Türen, die sich öff- neten, um Bilder zu erschaffen. Allerdings lagere ich noch einige Rollfilme in meinem Kühlschrank – nur für den Fall.

FOTOhits: Sehen Sie noch irgendei- nen Nutzen für ihre Hasselblad?

Sie ist jedem zu empfehlen, der die Grund- lagen der Fotografie lernen will. Dazu ge- hört beispielsweise der Einsatz eines exter- nen Belichtungsmessers oder das Vergnü- gen, einen Sechs-mal-Sechs-Film in einer Kamera aufzuwickeln. Heutzutage gilt das ja schon als altmodisch.

i Sylvie Blum erschafft aus Körpern schim- mernde Skulpturen. Außerdem ist sie für ebenso elegante
i Sylvie Blum erschafft aus Körpern schim-
mernde Skulpturen. Außerdem ist sie für
ebenso elegante wie lebendige Modeaufnah-
men bekannt. Im Jahr 2009 erschien ihr Bild-
band „Naked Beauty“ im Verlag teNeues, der
FOTO HITS und andere Magazine begeister-
te. Zuletzt stellte sie ihre Werke 2012 zusammen mit
denen des legendären Herb Ritts in Los Angeles aus.
www.sylvie-blum.com

wISSEN AUSrüSTUNG Für STrOBISTEN

STROBISTEN-

wISSEN AUSrüSTUNG Für STrOBISTEN STROBISTEN- AUSSTATTUNG Strobisten bringen das Licht dorthin, wo sie es brauchen. In

AUSSTATTUNG

Strobisten bringen das Licht dorthin, wo sie es brauchen. In die Fußgängerzone, um ein Model zu fotografieren, oder in ein Kirchenschiff, in dem eine Weitwinkelaufnahme entstehen soll. Mit externen Blitzge- räten sorgen sie für die passende Beleuchtung.

D er englische Begriff „Strobe“ steht für „Blitz“ oder „Blitz- gerät“. Die Bezeichnung „Strobisten“ haben sich Fo- tografen gegeben, die nicht nur mit den eingebauten

Blitzgeräten ihrer Kameras, sondern auch mit ergänzenden Zusatzblitzen arbeiten wollen. Dabei steht bei ihrer Arbeit die räumliche Trennung von Kamera und Blitz im Vordergrund. Dazu werden die zusätz- lichen Blitzgeräte nach den Wünschen des Fotografen platziert und in der Regel mit Fernauslösern gezündet – was man als „von der Kamera entfesseln“ bezeichnet.

VORTEILE DES ENTFESSELTEN BLITZENS

Die Verlagerung des Lichts aus der Kame- ra-Motiv-Achse heraus sorgt für eine na- türlichere Lichtwirkung. Statt des fronta- len Blitzlichts, das Motive laut Fotografen- Jargon schlicht „tot blitzt“, sorgt bereits eine gering abweichende Positionierung des Blitzes etwas höher und weiter von der Kamera für ein angenehmeres Licht – was speziell für Porträts gewünscht wird. Lenkt man das Licht zudem über Reflek- torflächen, lässt sich mit der indirekten Be- leuchtung eine noch natürlichere, weichere Stimmung erzielen. Beim Einsatz mehre- rer entfesselter Blitze kann der Fotograf

sogar noch viel gezielter in die Gestaltung eingreifen – unabhängig von der real vor- herrschenden Lichtsituation oder etwa der Tageszeit. Er kann zum Beispiel zusätz- lich zum Hauptblitz als Führungslicht ein zweites Blitzgerät hinter einer porträtierten

gebaute „Beauty Dish“-Lichtformer ver- wandelt und simple Pappröhren zur Erzeu- gung eines scharf gebündelten Spotlichts genutzt. Wir stellen im folgenden aber eher kommerziell angebotene Produkte für die Fotografie mit entfesselten Blitzen vor.

Person platzieren und somit ein Gegenlicht erzeugen, das die Konturen dieses Men-

WAS BRAUCHT

schen betont und eine optische Trennung

DER STROBIST?

vom Hintergrund herstellt. Die Beleuchtungstechniken der Strobis-

Die Hardware-Ausstattung für einen ers- ten Strobisten-Versuch ist übersichtlich:

ten ähneln in weiten Teilen der klassischen Studiofotografie (siehe auch Workshop ab Seite 40), sind aber durch die Verwen- dung von kompakten Systemblitzen und drahtlosen Auslösesystemen sehr mobil und praktisch überall einsetzbar. Außer- dem lautet eine weitere (ungeschriebene) Grundregel des Strobismus: „So einfach und kreativ wie möglich, aber nur so auf- wändig wie zwingend nötig!“ Das kreative Arbeiten mit Licht, mit im- provisierten und preisgünstigen Lösungen steht in einem krassen Gegensatz zu ei-

Für einen sehr einfachen Aufbau benö- tigt man nur eine Kamera mit einem ein- gebauten Blitz und ein externes Blitzgerät, das über eine Infrarotzelle verfügt und sich darüber drahtlos vom Kamerablitz auslö- sen lässt. Solche Blitzgeräte sind bereits für etwa 50 bis 60 Euro im neuen Zustand oder für einstellige Beträge im Gebraucht- handel zu beziehen. Löst man die Kame- ra mit ihrem eigenen Blitzgerät aus, zündet das externe Blitzgerät dank dieser Infrarot- zelle zeitgleich mit. Dabei treten jedoch auch Probleme auf:

ner umfangreichen und in der Regel sehr teuren Studio-Blitzausrüstung. Dem ange- henden Strobisten dagegen begegnet bei seiner Suche im Internet häufig das eng- lische Kürzel „DIY“, das für „do it yourself“ und somit für selbst gebastelte Lösungen steht. Hier werden Plastik-Salatschüsseln und CD-Spindel-Verpackungen in selbst-

Erstens ist die ganze Geschichte nicht son- derlich steuerbar. Die Kamera geht bei ih- ren Belichtungseinstellungen zum Beispiel im P-Modus natürlich nur von ihrem ei- genen Blitzgerät aus, kann die Zusatzbe- leuchtung durch einen solchen Blitz nicht steuern und beachtet sie nicht einmal. Der entfesselte Blitz hat keinen Kontakt zur Ka-

wISSEN AUSrüSTUNG Für STrOBISTEN

mera und feuert in diesem sehr einfachen Beispiel munter mit maximaler Leistung drauflos. Hilfreich ist es daher, wenn der externe Blitz zumindest eine eigene Leis- tungsregelung besitzt. Dann kann man mit manuellen Belichtungseinstellungen an der Kamera sowie der Intensitätssteuerung am Blitz experimentieren, um das Gesamtlicht auf die gewünschte Menge zu reduzieren. Zweitens: Die Auslösung durch den einge- bauten Blitz der Kamera widerspricht dem Gedanken des „entfesselten“ Blitzens, da hiermit ein großer Teil des Aufnahmelichts immer noch aus Richtung der Kamera be- ziehungsweise ihres eigenen Blitzgeräts auf das Motiv fällt, was beim entfesselten Blitzen nicht gewünscht ist. Lässt sich die Intensität des eingebauten Systems über das Kameramenü steuern, sprich: reduzie- ren, dann kann man sie meist so weit her- unterregeln, dass sie fast nur noch für das Auslösen des Infratrotauslöser am exter- nen Blitz ausreicht. Und wir erinnern uns:

Der Strobist hat keine Angst vor improvi- sierten Bastellösungen. Er kann zum Bei- spiel ein Blatt Papier zerknüllen und mit einem Streifen Klebeband auf und um den internen Blitz der Kamera befestigen. Des- sen Leuchtintensität wird dadurch ganz er- heblich reduziert, reicht aber noch aus, um die Infrarotzelle des zweiten, entfesselten Blitzgeräts zu zünden. Das führt zum dritten Problem unseres ersten Strobisten-Versuchsaufbaus, das durch die Infrarotzelle im Blitzgerät ent- steht. Je nach Platzierung des externen

im Blitzgerät ent- steht. Je nach Platzierung des externen Die Farbtemperatur praktisch aller Blitz- geräte
Die Farbtemperatur praktisch aller Blitz- geräte entspricht dem Tageslicht. Mit Farbfolien lässt sie sich an
Die Farbtemperatur praktisch aller Blitz-
geräte entspricht dem Tageslicht. Mit
Farbfolien lässt sie sich an das Licht in
Innenräumen anpassen, die von Glüh-
Fernauslöser wie Yongnuos RF-
602-System erlauben es, den Blitz
von der Kamera zu trennen und per
Funk auszulösen. In der Regel können
diese mehrere Geräte oder „Gruppen“
über verschiedene Steuerka-
näle getrennt ansprechen.
lerweise auf dem Zubehörschuh der Fo-
angebracht. Der große Mitten-
dem Zubehörschuh der Fo- angebracht. Der große Mitten- kontakt, der bei allen Blitzgeräten und Ka- meras

kontakt, der bei allen Blitzgeräten und Ka- meras vorhanden ist, überträgt das Zünd- signal, das von der Kamera gesendet wird. Weitere Anschlusskontakte im Zubehör-

und externem Blitz realisieren als per Infra- rot. Außerdem sind sie weniger anfällig bei der Positionierung, können also das Signal auch einmal „um die Ecke“ empfangen.

EXTERNE BLITZGERäTE

Die Systemblitzgeräte, die die Hersteller zu ihren Kameras anbieten, werden norma-

schuh sorgen für die Kommunikation zwi- schen Kamera und Blitzgerät. Leider sind die Kommunikationsformen und Kontakte im Blitzschuh nicht genormt, sondern herstellerabhängig und damit un- tereinander nicht kompatibel. Die von Ka- merafirmen unabhängigen Hersteller von Blitzgeräten wie etwa Sigma, Nissin, Metz

Systems kann sie das Licht der Ka- mera nicht erkennen und löst dann unter Umständen nicht aus – etwa dann, wenn der Zusatz- blitz hinter einer Säule in einem Gemäuer versteckt ist. Der Strobist muss also die Pro- blemfelder „Blitzplatzierung“, „Blitzsteuerung“, „Lichtformung“

und „Auslösen“ beachten. Für das Auslösen stehen zum Beispiel

beachten. Für das Auslösen stehen zum Beispiel viele drahtlose Fernauslöser von meraherstellern und

viele drahtlose Fernauslöser von meraherstellern und Drittanbietern

Wahl, die entweder auf den Blitzschuh

der Kamera gesteckt werden oder

X-Synchronkontakt der Kamera das Zünd-

signal erhalten und dann an die externen Blitze weiterleiten. Sie bedienen sich da- bei immer seltener der Infrarot-, sondern aus dem genannten Grund der Funktech- nik. Mit den Funkmodulen kann man deut- lich weitere Abstände zwischen Kamera

Gary Fongs „PowerSnoot“ bündelt das Blitzlicht, so- dass ein eng begrenzter Lichtstrahl entsteht, der zur Akzentuierung bei einem Porträt eingesetzt werden kann.

oder Dörr müssen ihre Geräte daher in un- terschiedlichen Versionen etwa für Nikon- oder Canon-Kameras anbieten. Das gilt jedenfalls dann, wenn eine TTL-Messung durchgeführt werden soll, die „through the lens“ arbeitet und damit „durch das Ob- jektiv“ die Lichtmessung durchführt, um die notwendige Blitzenergie zu ermitteln. Durch die erwähnten Kontakte können sich dann Blitz und Kamera aufeinander abstimmen. Wird ein so genannter „manu-

AUFBAU DER EXTERNEN

Zu diesem Zweck werden hochwertige Blitzgeräte in der Regel mit einem Stand- fuß aus Kunststoff geliefert, so dass man sie ohne großen Aufwand auf einen Tisch, ein Regal oder eine andere geeignete Flä- che stellen kann. Die Standfüße sind zu- dem mit einem Schraubgewinde ausgerüs- tet, mit denen man sie auf Stativen anbrin- gen kann. Bei der Befestigungs- und Po- sitionierungsfrage gibt es also bereits „se- rienmäßig“ Gestaltungsspielraum.

eller“ Blitz genutzt, dann ist nur der Zünd- kontakt wichtig, um den Fernauslöser und

INFRAROT- UND

darüber den Blitz zu nutzen. Dessen Inten-

FERNAUSLÖSER

sität wird am Gerät selbst eingestellt und die Belichtungszeit und Blendenöffnung an der Kamera müssen ebenfalls manuell vom Fotografen festgelegt werden.

BLITZGERäTE

Die einfachste Lösung, einen Blitz zu zün- den, erfolgt per Mittenkontakt. Besitzt der externe Blitz eine einfache Infrarotzelle, löst das Blitzlicht der Kamera wie erwähnt das externe Gerät mit aus. Aber eine Steu- erung der Lichtintensität und Kommunika- tion mit der Kamera findet nicht statt.

Um das Blitzlicht zu lenken, besitzen die meisten Aufsteckblitze einen schwenk- und im Idealfall auch drehbaren Reflektor, mit dem man das Blitzlicht etwa an die Zim- merdecke und indirekt auf das Motiv len- ken kann. Bereits dieser kleine Trick sorgt in der Regel für eine bessere Beleuchtung. Nutzt man eine Blitzschiene, die wie beim Metz 76 MZ5 auf Seite 33 das Blitzgerät seitlich von der Kamera anbringt, hilft das ebenfalls. Für einen echten Strobisten ist das alles jedoch immer noch zu wenig, er platziert seine Blitzgeräte viel weiter von der Kamera entfernt.

Moderne Digital-SLRs sind daher mit Lö- sungen ausgerüstet, um mit ihrem einge- bauten Klappblitz auch externe Blitzge- räte viel umfangreicher steuern zu können. Vorreiter waren Nikon mit seinem „Ad- vanced Wireless Lighting System (AWL)“ oder Olympus mit dem „R-Blitz“, bei dem das „R“ für „Remote Control“ steht. Canon setzte lange Zeit auf eigene Systemblitze als Steuerzentrale für externe, entfesselte Geräte. Neuere Kameras wie etwa die Ca- non EOS 700D können ebenfalls mit ihrem eingebauten Klappblitz quasi per „Morse- zeichen“ aus extrem kurzen Lichtblitzen

per „Morse- zeichen“ aus extrem kurzen Lichtblitzen externe Canon-Geräte nicht nur auslö- sen, sondern auch

externe Canon-Geräte nicht nur auslö- sen, sondern auch steuern. Daneben bie- tet Canon auch einen externen Transmit- ter an, der auf den Blitzschuh der Kamera gesteckt wird und dann die Steuerung und Auslösung anderer Geräte übernimmt. Preisgünstige Alternativlösungen für stro- bistische Experimente gibt es von vielen Herstellern. Auch hier gilt, dass die ein- fachsten Lösungen nur zum reinen Zün-

gilt, dass die ein- fachsten Lösungen nur zum reinen Zün- Der „Gary Fong Collapsible“ erzeugt durch

Der „Gary Fong Collapsible“ erzeugt durch seine Form und Halbtranspa- renz ein sehr weiches Blitzlicht. Mit Zu- satzaufsätzen ist es lenk- und kolorierbar.

Mit Zu- satzaufsätzen ist es lenk- und kolorierbar. Auf den „Gary Fong Collapsible“ lassen sich

Auf den „Gary Fong Collapsible“ lassen sich verschiedenfarbige Deckel wie der orange gefärbte „Amber Dome“ anbringen. Die zwei Testbilder zeigen, dass mit dem „Amber Dome“ (rechtes Beispiel) ein deutlich wärmeres, der Szenerie angepasstes Blitzlicht entsteht.

wISSEN AUSrüSTUNG Für STrOBISTEN

Lenkt man das Blitzlicht indirekt über einen Reflektor wie hier den „Sun-Bouncer Mini“, entsteht ein
Lenkt man das Blitzlicht indirekt über einen
Reflektor wie hier den „Sun-Bouncer Mini“,
entsteht ein natürlich fallendes, weiches
Licht, das optimal für Porträts ist.
fallendes, weiches Licht, das optimal für Porträts ist. den des Blitzgeräts dienen, während an- dere auch

den des Blitzgeräts dienen, während an- dere auch Steueraufgaben übernehmen. Wie zuvor bereits erwähnt haben sich Lö- sungen mit Funksystemen etabliert, die für die Datenübertragung weniger störanfällig sind als Geräte, die über eine optische Ver- bindung via Lichtstrahlen arbeiten. Die et- was teureren Lösungen werden dabei häu- fig als „TTL-Blitzauslöser“ bezeichnet, da sie die i-TTL oder e-TTL-

Messung der Nikon- und Canon-Kameras unter- stützen. Für weitere Ka- merahersteller wie etwa Pentax, Sony, Panaso- nic oder Olympus ist das entsprechende Angebot deutlich reduzierter.

DIFFUSOREN UND REFLEKTOREN

Es gibt unzählige Möglich- keiten, das Licht des Blitz- geräts nicht nur durch seine

Montage der Diffusoren und vieler weiterer Lichtreflektoren an den externen System- blitzgeräten ist ebenfalls sehr einfach. In der Regel passen sie an fast alle angebo- tenen Lösungen, da man sie mit verstell- baren, dehnbaren Gummihalterungen oder etwa durch ein Klettband am Blitzgerät be- festigt. Zu diesen Lösungen gehören Pro- dukte des Herstellers Gary Fong, die in

Deutschland über die Hapa Team GmbH vertrieben werden. Der Gary Fong-Aufsatz „Collapsible“ beispielsweise besteht aus einem halbtransparenten, weißen Gummi. Dieser Aufsatz wird auf den nach oben ge- drehten Schwenkreflektor des Blitzgeräts gesteckt (siehe Seite 33). Der vergleichs- weise große „Collapsible“ streut das Licht kugelförmig in alle Richtungen, sodass ein weiches, schattenarmes Licht entsteht, auch wenn man den Systemblitz ganz nor- mal auf dem Blitzschuh der Kamera und damit nicht „entfesselt“ montiert. Mittels des so genannten „Amber Domes“, einem orange eingefärbten Deckel für den „Col- lapsible“ lässt sich das Blitzlicht wärmer einfärben und etwa an Glühlampenlicht in Innenräumen anpassen. Der „Rogue XL Pro“ arbeitet dagegen mit einer anderen Technik. Er besteht aus einem flexibel verbiegbaren Flächenreflek- tor, der unterschiedliche Formen anneh- men kann. Dadurch lässt sich das Blitzlicht nicht nur lenken, sondern auch gestalten. Man kann ihn zum Beispiel zu einer dün- nen Röhre zusammendrehen, mit der man ein gezielt gerichtetes Spot- oder Streiflicht auf das Motiv lenkt. Auch zur Akzentuie- rung eines mit einem Lichtverlauf verse- henen Hintergrunds kann man eine solch eng begrenzte Lichtführung verwenden. Das Licht der Blitzgeräte ist nicht nur um- fassend lenkbar, sondern lässt sich ähnlich wie beim erwähnten „Amber Dome“ auch

ei- einfärben. Meistens werden dazu Farbfo- lien, die so genannten „Gels“, direkt vor der Blitzleuchte befestigt. Die wichtigste Farb- folie ist dabei der Kunstlichtfilter. Denn

Der Reflektor „Ro- gue XL Pro“ besteht aus einem mit Stoff cken oder sogar zu

Der Reflektor „Ro- gue XL Pro“ besteht aus einem mit Stoff

cken oder sogar zu

ner Röhre verbiegen lässt. So kann man das Licht des Blitzes weitgehend formen.

bespannten Drahtge- flecht, das sich kni-

Aufstellung an einer bestimm-

ten Position zu verändern,

dern durch Hilfsmittel auch zu formen und zu lenken. Als ein- fachste Lösung und für einstelli-

ge Euro-Beträge erhältlich

genannte „Diffusoren“. Sie beste- hen aus einem halbtransparenten, meis-

tens milchig-weißen Kunststoff und wer-

den ganz simpel auf den

Digitalkamera gesteckt. Dadurch machen sie bereits beim Direktblitzen das Licht

weicher und reduzieren

ten hinter einer porträtierten Person. Die

Blitzgeräte liefern grundsätzlich Tages- lichtfarben mit einer Farbtemperatur von etwa 5.500 bis 6.500 Kelvin, weil sie da- mit traditionell das früher übliche analoge Tageslicht-Filmmaterial unterstützen. Im Vergleich zum Kunstlicht in Innenräumen erzeugen sie damit einen eher bläulichen Farbton. Nutzt man hier das Blitzgerät, dann kollidiert seine bläuliche Lichtfarbe mit der gelblicheren und rötlicheren Farb- charakteristik der Glühlampen (Farbtempe- ratur um etwa 3.200 Kelvin) und es ent- steht ein hässliches Mischlicht. Weil bei- de Lichtfarbcharakteristika gleichzeitig im Bild auftreten, kann die Kamera dies lei- der nicht mit einer Änderung des Weißab- gleichs kompensieren. Der amerikanische Hersteller Lee, von dem viele der Farbfilter stammen, hat eine Farbskala entwickelt, in der der entspre- chende „Tagslicht-auf-Kunstlicht“-Filter die Nummer „204“ trägt und als Standard gilt, wenn man das Blitzlicht der Innenraum- beleuchtung anpassen möchte. Das von Rogue erhältliche „Color Correction Filter Kit“ enthält insgesamt 18 Farbfilter, wobei diese in sechs Farben und jeweils drei Fil- terstärken unterteilt sind. Mit ihnen kann man das Blitzlicht nicht nur der jeweiligen Umgebung anpassen, sondern es ganz be- wusst für kreative Effekte einfärben. Das gilt auch für Reflektoren, die sich in verschiedenen Farben einsetzen lassen. In der Regel sind sie in Weiß, Silber oder Gold erhältlich, wobei letzteres für besonders warme Hauttöne bei Porträts sorgen soll. Produkte wie die Sunbounce „Bounce Wall“ (siehe FOTO HITS 7-8/2013) bieten da- rüber hinaus noch andere Reflektortypen, die etwa mit einem silbrigen oder goldenen „Zebra“-Muster eine natürlichere Lichtwir- kung erzeugen. Reflektoren können entwe- der direkt am Blitzgerät montiert werden oder so positioniert sein, dass sie das Licht des Führungslichts (also vom Blitzgerät) zur Aufhellung der Gegenseite reflektieren. Hier sind dem Gestaltungsspielraum des Strobisten keine Grenzen gesetzt. Für vergleichsweise wenig Geld gibt es auch echte „Softboxen“, die aus einer Art schwarzem Stoffkasten mit einer wei- ßen Front bestehen. Ähnlich wie bei einer Studioblitzanlage stellen sie das Optimum dar, wenn man aus dem grellen Licht des Kompaktblitzes eine weiche Beleuchtung erzeugen will. Dadurch reduzieren sie et- wa bei Produktbildern das so genannte „Ausfressen“, also das Überstrahlen hel-

ler Spitzlichter zu reinweißen Flächen an den Kanten eines metallenen Objekts. Im Gegensatz zu Studioblitzanlagen begrenzt man die Größe der Systemblitz-Softboxen auf Maße, die einen mobilen Einsatz erlau- ben. Üblich sind Abmessungen mit 40 mal 40 bis 60 mal 60 Zentimetern.

ERGäNZENDE SYSTEME

Die Systemblitzgeräte werden in der Re- gel durch vier AA-Zellen mit Strom ver-

sorgt. Wer eine längere Foto-Session plant, muss daher mehrere Batterie- oder ent- sprechende Akku-Sets vorrätig halten. In solchen Fällen können auch externe „Power Packs“ hilfreich sein. Sie enthalten einen größeren Akku, der meist in Nickel- Metallhydrid-Technik ausgeführt ist, ein wenig Steuerelektronik und entsprechende Kontrollleuchten. Besitzt das Blitzgerät einen passenden Stromanschluss für solche externen Sys-

einen passenden Stromanschluss für solche externen Sys- Der Sunbounce „Sun Mover“ ist ein leicht zu

Der Sunbounce „Sun Mover“ ist ein leicht zu transportierendes System, um Tageslicht oder das Licht des Blitzgeräts auf das Hauptmotiv zu lenken. Dank seines flexiblen Auf- baus lässt sich das Licht sogar ein wenig formen: Verbiegt man den „Sun Mover“ nach vorn, entsteht eine schmale Lichtfläche. Zieht man die Seiten nach hinten, wird der Leuchtkreis (unten Mitte) gegenüber der Normalreflektion (unten rechts) erweitert.

wird der Leuchtkreis (unten Mitte) gegenüber der Normalreflektion (unten rechts) erweitert. FOTO hits 9/2013 37

wISSEN AUSrüSTUNG Für STrOBISTEN

wISSEN AUSrüSTUNG Für STrOBISTEN Das Nissin Power Pack PS8 lässt sich für viele Blitzgeräte als exter-

Das Nissin Power Pack PS8 lässt sich für viele Blitzgeräte als exter- ne Stromquelle nutzen. Durch die hohe Akku- Kapazität sind schnel- lere Blitzfolgen und lange Aufnahmeserien mög- lich.

teme, lassen sich deutlich umfangreichere Aufnahmeserien realisieren – statt mehre- rer hundert Bilder sind teilweise tausende von Blitzauslösungen möglich. Ein weiterer Vorteil: Normale Batterien im Blitzgerät benötigen durch das Absin- ken ihrer Leistung immer längere Zeiträu- me, um den Blitzkondensator aufzuladen und das Gerät wieder einsatzbereit zu machen. Durch die starke Leistung der

Power Packs geschieht dies flotter und die Zeit zwischen zwei Aufnahmen wird redu- ziert. Zu der steigenden Anzahl möglicher Bilder kommt also auch eine Verbesserung des Arbeitsablaufs, was speziell bei Por- trätserien angenehmer für Fotograf und Model ist. Mitunter sind die Power Packs mit USB-Anschlüssen versehen und kön- nen daher auch Mobiltelefone oder Kom- paktkameras wieder aufladen.

FAZIT

Das entfesselte Blitzen setzt dem Spiel- und Experimentiertrieb des Fotografen kei- ne Grenzen. Viele kommerziell angebotene Produkte sorgen für eine erhebliche Aus- weitung der Möglichkeiten, um eine starke Aufhellleistung zu erreichen, die entfessel- ten Blitze auch über größere Entfernungen drahtlos auszulösen sowie ihr Licht zu len- ken, zu formen und zu färben. Wer sich in den entsprechenden Blogs im Internet umsieht, wird zudem auf unzähli- ge exotische und manchmal vielleicht ab- surd erscheinende Selbstbau-Ideen treffen. Letztlich aber zählt nur das finale Bild. Wer mit offenen Augen durch den Baumarkt streift, wird jede Menge Dinge finden, die sich zum Beispiel als Reflektoren oder ähn- liche Helfer eignen, um das Licht zu verän- dern, zu lenken oder den entfesselten Blitz auch nur an einem ungewöhnlichen Ort zu befestigen. All dieses Zubehör und die Tricks führen zu einem verbesserten „Ma- len mit Licht“, dem eigentlichen Grundge- danken der Fotografie. Dem fühlen sich die Strobisten besonders verpflichtet.

LINKS

Fernauslöser

Hersteller

Name

Auslösesystem

Besonderheiten

Preis

Internet

Canon ST-E3 RT Funk E-TTL-2-Unterstützung 270 e www.canon.de

Canon

ST-E3 RT

Funk

E-TTL-2-Unterstützung

270 e

Nikon SU-800 Funk iTTL; AF-Hilfslicht 250 e www.nikon.de

Nikon

SU-800

Funk

iTTL; AF-Hilfslicht

250 e

Pixel Pixel King Funk für Canon- und Nikon-TTL erhältlich 134 e www.foto-morgen.de

Pixel

Pixel King

Funk

für Canon- und Nikon-TTL erhältlich

134 e

Yongnuo RF-602 Funk kein TTL, für Canon und Nikon erhältlich 44,90 e www.foto-morgen.de

Yongnuo

RF-602

Funk

kein TTL, für Canon und Nikon erhältlich

44,90 e

Dörr RS-Kit Funk kein TTL, für Canon und Nikon erhältlich 180 e www.doerrfoto.de

Dörr

RS-Kit

Funk

kein TTL, für Canon und Nikon erhältlich

180 e

 

horizon-

 

Blitz

Hersteller

Name

erhältlich für TTL

Leitzahl*

tal/vertikal

Besonderheiten

Preis

Internet

 

schwenken

 
Canon Speedlite Canon 27 (50 mm) nein/ als Slave-Blitz ein- 140 e www.canon.de

Canon

Speedlite

Canon

27 (50 mm)

nein/

als Slave-Blitz ein-

140

e

270EX II

90

Grad

setzbar

Canon Speedlite Canon 32 (50 mm) 2 7 0 G r a d / LED-Leuchte

Canon

Speedlite

Canon

32 (50 mm)

270 Grad/

LED-Leuchte für

190

e

320EX

90

Grad

Video

Canon Speedlite 430EX II Canon 4 3 (105 mm) 270 90 Grad/ Grad Kabelloser S

Canon

Speedlite

430EX II

Canon

43

(105 mm)

270

90

Grad/

Grad

Kabelloser

Slave-Blitz

230 e

S l a v e - B l i t z 230 e www.canon.de M e
M e t z M B 4 4 A F - 1 Canon/Nikon/Sony/ 44 300

Metz

MB 44 AF-1

Canon/Nikon/Sony/

44

300

Grad/

als Slave-Blitz ein-

140

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Pentax/Olympus

(105 mm)

97

Grad

setzbar

  Pentax/Olympus (105 mm) 97 Grad setzbar Metz MB 58 AF-2 digital Canon/Nikon/Sony/ 58 300
Metz MB 58 AF-2 digital Canon/Nikon/Sony/ 58 300 Grad/ integrierter Zweit- 300 e www.metz.de

Metz

MB 58 AF-2 digital

Canon/Nikon/Sony/

58

300

Grad/

integrierter Zweit-

300

e

Pentax/Olympus

(105 mm)

97

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reflektor

Pentax/Olympus (105 mm) 97 Grad reflektor Nikon SB-700 Nikon 39 (35 mm) 3 6 0 G
Nikon SB-700 Nikon 39 (35 mm) 3 6 0 G r a d / kabellose

Nikon

SB-700

Nikon

39 (35 mm)

360 Grad/

kabellose Multi-

250

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97

Grad

blitzsteuerung

250 e www.nikon.de   97 Grad blitzsteuerung D ö r r D A F 3 4
D ö r r D A F 3 4 P Canon/Nikon/Sony/ 34 (85 mm) nein/

Dörr

DAF 34P

Canon/Nikon/Sony/

34

(85 mm)

nein/

als Slave-Blitz ein-

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Pentax/Olympus

90

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setzbar

  Pentax/Olympus 90 Grad setzbar D ö r r D A F 5 0 W I
D ö r r D A F 5 0 W I Canon/Nikon/Sony/ 50 180 Grad/

Dörr

DAF 50WI

Canon/Nikon/Sony/

50

180

Grad/

kabellose Multi-

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e

 

Pentax/Olympus

(105 mm)

90

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blitzsteuerung

Pentax/Olympus (105 mm) 90 Grad blitzsteuerung   4 8 360 Grad/ kabellose Multi- Nissin
  4 8 360 Grad/ kabellose Multi-
 

48

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Grad/

kabellose Multi-

Nissin

Di700

Canon/Nikon/Sony

(105 mm)

97

Grad

blitzsteuerung

200

e

97 Grad blitzsteuerung 200 e www.hapateam.de   MG8000 Ex- 60 270 Grad/ kabellose Multi-
  MG8000 Ex- 60 270 Grad/ kabellose Multi-
 

MG8000 Ex-

60

270

Grad/

kabellose Multi-

Nissin

treme

Canon/Nikon

(105 mm)

90

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blitzsteuerung

380

e

90 Grad blitzsteuerung 380 e www.hapateam.de Sigma EF 610 DG Super Canon/Nikon/Sony/ 61 270
Sigma EF 610 DG Super Canon/Nikon/Sony/ 61 270 Grad/ kabellose Multi- 200 e www.sigma-foto.de

Sigma

EF 610 DG Super

Canon/Nikon/Sony/

61

270

Grad/

kabellose Multi-

200

e

Pentax/Sigma

(105 mm)

97

Grad

blitzsteuerung

Pentax/Sigma (105 mm) 97 Grad blitzsteuerung   58 360 Grad/ als Slave-Blitz ein-  
 

58

360

Grad/

als Slave-Blitz ein-

 

Yongnuo

YN-568 EX

Canon/Nikon

(105 mm)

97

Grad

setzbar

200

e

97 Grad setzbar 200 e www.fotomorgen.de * bei Brennweite Cullmanns Flexx-System erlaubt mit
97 Grad setzbar 200 e www.fotomorgen.de * bei Brennweite Cullmanns Flexx-System erlaubt mit
97 Grad setzbar 200 e www.fotomorgen.de * bei Brennweite Cullmanns Flexx-System erlaubt mit

* bei Brennweite

setzbar 200 e www.fotomorgen.de * bei Brennweite Cullmanns Flexx-System erlaubt mit Schwanenhals- armen,

Cullmanns Flexx-System erlaubt mit Schwanenhals- armen, Klemm- und Schraubzwingen vielseitige An- bringungsmöglichkeiten von Blitzgeräten, Reflektor- flächen oder auch Motivelementen an Tischen oder anderen Unterlagen.

Foto: Fotoakademie Niederrhein, Model: Neila Finn

BlITZSCHNEll

AUSGELEUCHTET

Das entfesselte Blitzen erlaubt Fotografen eine Lichtsetzung wie im Studio – allerdings mit viel größerer Flexibilität. Dass im Ver- gleich zu Studioanlagen schwächere Systemblitzgeräte zum Einsatz kommen, hält Strobisten nicht davon ab, sie punktge- nau einzusetzen. Zwei Fotografen zeigen, wie man drinnen und draußen effektiv arbeitet.

D as Studio eines Profifoto- grafen ähnelt einer festlich beleuchteten Bühne mit ei- ner Menge Gerätschaften. Zwischen Stativen, Blitzge- räten, Dauerleuchten und

Lichtformern bewegt sich der Fotograf virtuos und setzt dabei um einiges mehr Ausrüstung ein als nur seine Kamera. Auffällig dabei ist vor allem, dass viel mehr Lichtquellen als nur ein Kamerablitz zum Einsatz kommen und diese auf den ers-

ten Blick anscheinend beliebig im Raum verteilt sind. Was in Fachkreisen „Lichtre- gie“ genannt wird, machen sich auch Stro- bisten in kleinerem Maße zunutze. Nur mit Einsatz von Systemblitzgeräten und leich- ten Lichtformern eifern sie großen Studio-

aufbauten nach, nutzen deren Flexibili- tät bei der Ausleuchtung und sind zudem noch mobiler. Während eine Studioblitzan- lage bei Orts- und Motivwechseln erst ab- gebaut, transportiert und neu abgestimmt werden muss, können Systemblitzgeräte und leichte Lichtformer schnell in die Hand genommen und umgestellt werden. Ein schneller Wechsel von Porträtaufnahmen vor einem Hauseingang zu unterschied- lichen Posen im düsteren Treppenhaus ist somit kein Problem. Das Beste ist jedoch, dass jeder Hobby- und Amateurfotograf mithilfe der Strobis- ten-Techniken und erschwinglicher Aus- rüstung professionell ausgeleuchtete Auf- nahmen erzielen kann.

DrINNEN

Das Blitzen in Innenräumen muss nicht im- mer in einem Studio stattfinden. Das ent- fesselte Blitzen lässt sich dank mobiler Sys- temblitzgeräte praktisch überall bewerk- stelligen und bildet somit eine Blitzvariante mit enormem kreativen Potenzial. Ein dras- tischer Unterschied zu klassischen Blitz- aufnahmen ergibt sich durch eine simple Änderung: Bewegt man den Blitz von der Kamera weg, befindet er sich nicht mehr frontal in der Aufnahmeachse und die an- sonsten flache Ausleuchtung kann variiert werden. Porträtaufnahmen erhalten etwa ein modulierendes Seitenlicht, indem das Blitzgerät einfach mit ausgestrecktem Arm gehalten wird. Der Lohn sind ein interes- santes Schattenspiel und eine lebendigere Bildwirkung des Motivs. So hat es auch der Fotograf Dirk Böttger für die Beispielauf- nahme gemacht, die auf Seite 38 oben zu sehen ist. Als Hauptlicht kam ein Aufsteckblitz zum Einsatz, der aus Fotografensicht schräg links und vor dem Model platziert wurde. Um eine große Reflexionsfläche zu erhalten, die das Licht weich zurückwirft, wurde er an einem so genannten Sun-Bouncer Mi- ni-Reflektor befestigt, den ein Helfer in der richtigen Position hielt. Zwar könnte man die Konstruktion auch auf ein Stativ setzen, wenn keine hilfreiche Hand zur Stelle ist, doch versichert der Fotograf, dass die ge- samte Kombination leicht genug ist, um in fast jeder Position gehalten zu werden. Im Notfall sogar vom Fotografen selbst. Nicht zuletzt diese Tatsache macht einen groß- en Vorteil des entfesselten Blitzens aus. In der Beispielaufnahme kamen insgesamt zwei Blitzgeräte zum Einsatz. Neben dem

wISSEN ENTFESSELT BLITZEN

zum Einsatz. Neben dem wISSEN ENTFESSELT BLITZEN Der tragbare Sun-Bouncer Mini-Reflektor mit

Der tragbare Sun-Bouncer Mini-Reflektor mit Flash-Bracket-Blitzhalter ist für Strobis- ten ideal. Die Kombination ist nicht nur leicht und kann vom Fotografen selbst gehalten werden, sondern trägt gleichzeitig auch den kompakten Systemblitz.

bereits genannten Hauptlicht wurde noch ein zweites Gerät verwendet. Während ers- teres als Slave-Einheit eingestellt war, fun- gierte eine auf die Kamera gesteckte Ein- heit als Master. Sie diente nicht zum Be- leuchten des Models, sondern gab nur den Auslöseimpuls per Infrarot an den Slave- Blitz weiter. Diese Master-Slave-Konstellation bie- tet einige entscheidende Vorteile, erklärt der Fotograf Böttger: Dank TTL-Messung wird die Leistung beziehungsweise die je- weiligen Einstellungen aller Blitze und das Umgebungslicht berücksichtigt. Die einzel- nen Einheiten können sich also gegensei- tig steuern, aufeinander abstimmen und für eine ausreichende Beleuchtung sor- gen, ohne das Motiv in Blitzlicht ertrinken zu lassen. Mit mehreren Geräten sind auf

diese Weise komplexe und trickreiche Be- lichtungsvarianten denkbar, die an die Fle- xibilität einer kleinen Studioblitzanlage her- anreichen. Modelle von Canon oder Nikon etwa lassen darüber hinaus das Gruppie- ren der Blitzgeräte zu, die dann über un- terschiedliche Kanäle angesprochen wer- den können. So können beispielsweise ein- zelne Gruppen von Blitzen für die Hinter- grundbeleuchtung zusammengestellt wer- den, als Effektlichter mit Farb- oder Loch- masken versehen oder auch als Hauptmo- tivausleuchtung eingesetzt werden. Es las- sen sich beliebig viele Kompaktblitze den einzelnen Gruppen zuordnen. Das funktioniert natürlich nicht nur bei Mo- delaufnahmen wie im Beispielbild. Als Tipp zum Ausprobieren nennt Böttger beispiels- weise die Makrofotografie. Ein Aufsteck-

Der Aufbau von Dirk Böttgers Strobisten- Porträt (Seite 40 und 41 oben) ist extrem einfach,
Der Aufbau von Dirk Böttgers Strobisten-
Porträt (Seite 40 und 41 oben) ist extrem
einfach, aber effektiv: Der entfessel-
te Blitz samt Reflektor sorgt für weiches
Licht und lebendigen Schattenwurf.

wISSEN ENTFESSELT BLITZEN

DIRK BÖTTGER Der Fachredakteur und Buchau- tor Dirk Böttger steht der Foto- akademie Niederrhein vor
DIRK BÖTTGER
Der Fachredakteur und Buchau-
tor Dirk Böttger steht der Foto-
akademie Niederrhein vor und lei-
tet bei einer Vielzahl der Seminare
auch als Dozent die kreativen wie
praktischen Abläufe. Das fundierte
Fachwissen rund um die gestalte-
rischen wie handwerklichen As-
pekte der Fotografie nutzt der Prak-
tiker bei seinen Workshops, die in
Kooperation mit verschiedenen öf-
fentlichen Trägern, Vereinen und
Firmen organisiert werden.
Im Internet:
www.fotoakademie-niederrhein.de

oder Ringblitz agiert dabei als Master und sorgt für die ausreichende Belichtung des Motivs. Das können Schmuckstücke wie etwa Trauringe sein, die vor der Hochzeits- feier auf dem Gartentisch unter dem schat- tigen Baum platziert wurden. Ein zusätz- liches Kompaktblitzgerät sorgt als Slave- Einheit für Gegenlichtstimmung indem es in Richtung der Kamera gehalten wird oder leuchtet den Hintergrund aus, um das Mo- tiv nicht zu stark von der schattigen Umge- bung des Gartens zu isolieren.

DrAUSSEN

Die einen Fotografen verabscheuen es, die anderen würden nicht mal im Traum da- ran denken und wieder andere empfinden es als mächtiges Hilfsmittel: den Einsatz

von Blitzgeräten unter freiem Himmel. Es mag zwar paradox klingen, draußen mit einem Blitz zu arbeiten, wo es ohnehin hell ist. Doch der Fotograf Stefan Lorse macht schnell klar, warum künstliches Licht auch in Verbindung mit natürlichem Licht hilf- reich ist. Gerade bei Sonnenlicht und wenn das zentrale Gestirn tief am Himmel steht, werden Blitzgeräte benutzt, um har- te Schatten aufzuhellen oder den Vorder- grund eines Motivs überhaupt erst sichtbar zu machen. Ohne zusätzliches Blitzlicht würden Mo- del und Motorrad auf Lorses Bild (siehe Seite 43 oben) kaum zu sehen sein und aufgrund des Gegenlichts der Sonne als Schattenriss erscheinen. Entfesselte Blitze entfalten in solchen Situationen erst ihr

STEFAN LORSE Der Fotograf Stefan Lorse ist ambi- tionierter Hobbyfotograf aus Sach- sen. Er betreibt
STEFAN LORSE
Der Fotograf Stefan Lorse ist ambi-
tionierter Hobbyfotograf aus Sach-
sen. Er betreibt unter anderem ein
Fotostudio und konnte sich selbst
nicht zuletzt als Strobist bei vielen
Aufträgen zum Experten machen.
Anwendungsfälle für das entfessel-
te Blitzen gibt es für ihn viele: von
der Fahrzeug- über die Produkt- bis
hin zur Porträtfotografie. Für ihn er-
laubt der Einsatz entfesselter Blitze
eine kreative Lichtführung und die
Möglichkeit, ungewöhnliche Motive
umzusetzen. Im Internet:
www.sl-fotografie.de

Potenzial, denn sie können unabhängig von der Kamera platziert werden und er- lauben damit eine Motivgestaltung fast wie im Studio. Ebenso wie dort dient die Vertei- lung der Lichtquellen auch im Freien dazu, eine gleichmäßige Ausleuchtung von Vor- der- und Hintergrund zu erreichen. Je nach Lichtmenge lässt sich auch der „klassische Strobisten-Look“ erzielen. Wie im Beispiel- bild zu sehen, besteht er aus einem heller herausgearbeiteten Hauptmotiv und einem demgegenüber dunkleren Hintergrund. Um gegen die Sonne anzukämpfen, braucht es gar nicht mal so viel Ausrüstung, sagt Lorse. Eine wichtige Rolle spielt dabei der Zeitpunkt der Aufnahmen. Um der Sonne zur Mittagszeit etwas entgegenzusetzen,

sind eher mobile Studioblitzanlagen not-

wendig, doch bei beliebten Strobisten-Mo- tiven wie dem Beispielbild reichen schon Aufsteckblitze. Die abendliche Tageszeit mit tief stehender Sonne unterstützt den Bildaufbau mit Licht, das den Hintergrund nicht zu hell überstrahlt und von dem sich der Vordergrund gut absetzen lässt. Eine große Herausforderung im Beispielauf- bau waren die extrem harten Schatten, die von Motorrad und Model zur rechten Bild- seite hin geworfen wurden. Um sie aufzu- hellen, waren zwei Systemblitzgeräte not- wendig, die mit jeweils einer Softbox kom- biniert wurden. Die Leistung auf 100 Pro- zent geregelt, standen sie in einem Winkel von etwa 45 bis 60 Grad zum Motiv. Nur mit dieser gebündelten Blitzleistung war es möglich, gegen die einfallende Sonne aus- zuleuchten. Allerdings erhöhte sich damit auch die Gefahr, das Motiv zu stark von der Umgebung zu isolieren. Lorse entschied

sich daher, das harte Blitzlicht mithilfe eines Reflektors weicher zu gestalten. In einem Winkel von etwa 90 Grad zu den Blitzgeräten und damit wiederum rund 45 Grad gegenüber dem Motorrad wurde der Besitzer des Zweirads aufgestellt. Er hielt einen großflächigen Reflektor mit Silberbe- zug, der das eintreffende Licht streute und damit harte Kontrastkanten verhinderte. Ähnlich wie im Studio offenbart sich auch beim Blitzeinsatz unter freiem Himmel ei- ne Schwierigkeit während der Aufnahme, warnt Lorse. Denn sobald man die Licht- setzung in Eigenregie vornimmt, kommt es schnell dazu, dass die automatischen Be- lichtungsmessungen der Kamera überfor- dert sind. Das ist vor allem der Fall bei un-

natürlichen Beleuchtungen wie im Beispiel-

foto. Nötig ist daher, die Einstellungen der

Das Beispielbild von Stefan Lorse zeigt den typischen „Strobisten-Look“: Vorder- und Hintergrund sind klar getrennt.

Das Beispielbild von Stefan Lorse zeigt den typischen „Strobisten-Look“: Vorder- und Hintergrund sind klar getrennt. Das bei dem Fo- to dank Blitzgeräten eine auf klassische Weise unmögliche Belichtungssituation gemeistert wurde, merkt man ihm kaum an.

Kamera manuell vorzunehmen. Wie Stefan Lorse aus eigener Erfahrung zu berichten weiß, hat ihm die selektive Belichtungs- messung die besten Dienste erwiesen. Da- bei stellt er die Belichtung der Kamera an- hand der hellsten Stelle des Hintergrunds ein. Im Bild oben ist dies die Sonne selbst. Die Einstellungen haben dann einen kor- rekt belichteten Hintergrund und einen nahezu schwarzen Vordergrund zur Folge. Ebendieser wird mit der gebündelten Kraft der Blitzgeräte zurück ins Licht geholt. Insgesamt ist weder das Beispielmotiv schwer umzusetzen, noch braucht es eine besonders teure Ausrüstung oder ausge- klügelte Planung, resümiert Stefan Lorse. Zum Erfolg führt unter anderem eine ge- wisse Grundausstattung, die aus einem oder besser noch zwei Systemblitzgeräten besteht sowie Lichtformern wie etwa Soft- boxen, Reflektoren oder Schirmen. Zum Ansteuern der Geräte empfiehlt der Foto- graf Funkauslöser mit TTL-Unterstützung, damit die Kamera die Belichtungsmessung der Blitzgeräte übermittelt bekommt und bei der eigenen Messung berücksichtigen kann. Der Rest des Wegs zum Erfolg be-

steht in Fingerspitzengefühl und dem Aus- probieren. Ziel ist es, eine ausgewogene Lichtsituation zu schaffen und den Bild- vordergrund vom -hintergrund abzuset- zen. Um den Vordergrund kümmert sich meist ein Hauptblitz. Auftauchende Schat- ten werden mit schwächeren Gegenblitzen oder Reflektoren aufgehellt. Wieviel Licht

nötig ist, hängt nicht zuletzt vom Abstand der Geräte zum Motiv, deren Leistungs- fähigkeit und vom Umgebungslicht ab. Lorses Fazit lautet: Es gibt keine Patent- lösung, denn es ist immer situationsabhän- gig. Doch die Bildergebnisse sprechen da- für, auch am hellichten Tag gelegentlich ei- nen Blitz einzusetzen.

Der Beleuchtungsaufbau von Lorses Foto (oben) enthält lediglich zwei Blitz- geräte samt Softboxen, die Kamera mit Funkauslöser und einen Reflektor.

DAS ENTFESSELN DES BlITZES

Licht ist ein Freund des Fotografen. Demzufolge erweitern Blitzgeräte oder Leuchten den Kreis seiner Lieben. Der Profi Andreas Jorns zeigt, wie man neue Partner findet und was mit ihnen alles anzustellen ist. FOTOhits druckt ei- nen Auszug aus „Das Blitzkochbuch“ ab, mit dem jeder Lichtbildner lernt, wie er im Studio entfesselt blitzt.

E in ganz wesentlicher Schritt zur Verbesserung einer Blitz- aufnahme ist das Entfesseln des Blitzgeräts von der Kame- ra. Nur wenn Sie den Blitz von der eigenen Kamera lösen,

haben Sie die komplette Kontrolle über die Qualität und die Richtung des Lichts! Erst wenn Sie also in der Lage sind, das Blitz- gerät frei zu positionieren, können Sie sich das Licht auf die Weise „bauen“, wie Sie es sich vorstellen. Somit ist die Entfesselung des Blitzes ele- mentarer Bestandteil der Lichtformung in der Blitzfotografie. Viele Lichtformer ma- chen sogar erst dann richtig Sinn, wenn sie an einem entfesselten Blitz zum Einsatz kommen: Ein gutes Beispiel dafür ist eine Wabe am Blitzgerät, um das Blitzlicht stark zu bündeln und zu fokussieren. Aufgrund der Wabe wurde das Blitzlicht bei der Abbildung 1 links sehr stark gerichtet und belichtet daher eine relativ eng umris- sene Partie des Modells – das Licht hat ei- nen Spot-artigen Charakter. Der Rest des Körpers versinkt in Schwärze. Die seitlich erhöhte Positionierung des Blitzgerätes in Verbindung mit der Anweisung an das Mo- dell, sich genau in diese Richtung zu dre- hen, verstärkt den fokussierten Effekt. Das Bild wirkt dadurch ungemein plastisch. Steckt das Blitzgerät mit diesem Licht- former hingegen auf der Kamera, verpufft dieser Effekt. Aber auch bei nicht ganz so krassen Licht- Setups macht die Änderung der Lichtrich- tung einen deutlichen Unterschied. Für die beiden nächsten Aufnahmen rechts oben kam eine Softbox zum Einsatz: einmal aus Richtung des Fotografen (Abbildung 2) und einmal zirka 50 Grad seitlich erhöht vom Modell (Abbildung 3). Bei beiden Aufnah- men ist zu erkennen, dass weiches Licht zum Einsatz kam, und an dem Reflex im Auge kann der erfahrene Betrachter auch sehen, dass es eine Softbox (Octabox) war, die verwendet wurde. Damit hören die Ge- meinsamkeiten aber auch schon auf. Während die frontale Blitzaufnahme prak- tisch keine Schatten im Motiv (mit Ausnah- me eines minimalen Schattenverlaufs unter dem Kinn aufgrund der leicht erhöhten Po- sition der Octabox) erzeugt hat, ist der wei- che Licht-Schatten-Verlauf in Abbildung 3 sehr gut zu erkennen. Das Bild wirkt da- durch noch harmonischer und gleichzeitig plastischer als die Aufnahme davor (siehe Abbildung 2).

wISSEN BLITZEN IM STUDIO

davor (siehe Abbildung 2). wISSEN BLITZEN IM STUDIO Abbildung 2: Blitzgerät mit Softbox – frontal geblitzt.

Abbildung 2: Blitzgerät mit Softbox – frontal geblitzt.

BLITZEN OHNE BEFESTIGUNG

Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten, den Blitz auszulösen, wenn er nicht mehr auf der Kamera steckt: kabelgebunden oder drahtlos. Da die Kabellösungen heut- zutage kaum noch eine Rolle spielen, gehe ich hierauf gar nicht mehr ein und widme mich vielmehr direkt der drahtlosen Blitz- steuerung – schließlich kann man bei einer kabelgebundenen Lösung auch kaum von „entfesseltem“ Blitzen sprechen.

INFRAROT- VS. FUNKSTEUERUNG

Die meisten Kamerahersteller haben pro- prietäre Lösungen für das entfesselte Blit- zen via Infrarotsteuerung im Programm. Vorteil dieser Lösungen ist die Erhaltung der Blitzautomatik TTL, allerdings erkauft man sich diesen Vorteil mit einer fehlen- den Kompatibilität zu anderen Systemen (oft können nicht einmal Blitzgeräte ande- rer Hersteller eingebunden werden), hohen Anschaffungskosten und einer unzuverläs- sigen Verbindung zwischen Steuer- und Re- mote-Geräten. Letzteres gilt insbesondere bei Tageslicht, da Sonneneinstrahlung die Sensoren an den Remote-Geräten irritie- ren kann. Zudem funktioniert die Infrarot- steuerung nur über relativ kurze Distanzen und eine Sichtverbindung zwischen Steuer- und Remote-Gerät ist obligatorisch. All diese Probleme gibt es bei der Steue- rung über Funkauslöser nicht. Die Verbin- dung klappt über große Distanzen (je nach Gerät über 100 Meter und mehr), Sicht-

Distanzen (je nach Gerät über 100 Meter und mehr), Sicht- Abbildung 3: Blitzgerät mit Softbox –

Abbildung 3: Blitzgerät mit Softbox – seitlich positioniert.

3: Blitzgerät mit Softbox – seitlich positioniert. Abbildung 4: „Gefesselter“ Blitz. Abbildung 5:

Abbildung 4: „Gefesselter“ Blitz.

seitlich positioniert. Abbildung 4: „Gefesselter“ Blitz. Abbildung 5: Blitzgerät mit Slave-Modus Seite 44, Abbildung

Abbildung 5: Blitzgerät mit Slave-Modus

Seite 44, Abbildung 1:

Blitzgerät mit Wabe links neben dem Mo- dell (zirka 80 Grad) und zusätzlich erhöht positioniert: Blende 10, ISO 400, 85 mm, Sys- temblitz mit Wabe.

erhöht positioniert: Blende 10, ISO 400, 85 mm, Sys- temblitz mit Wabe. Abbildung 6: Spigot FOTO

Abbildung 6:

Spigot

eingebaute Funkzelle ausgelöst, empfiehlt sich alternativ die Befestigung des Blitzge- räts über einen der Standfüße

eingebaute Funkzelle ausgelöst, empfiehlt sich alternativ die Befestigung des Blitzge- räts über einen der Standfüße mit Stativge- winde, die viele Hersteller ihren Blitzgerä- ten beipacken. Eine der wichtigsten Eigenschaften, die ein Stativ haben sollte, ist ein geringes Packmaß und somit eine große Portabili- tät. Denn was nutzt das beste Stativ, wenn man es nicht mitnehmen mag, weil es schwer und/oder sperrig ist. Hierbei gilt es natürlich einen vernünftigen Kompromiss zu finden, da am Ende des Tages die Trag- fähigkeit des Stativs auch noch für einen Systemblitz nebst Lichtformer ausreichen muss. Ich empfehle hier etwa das „Nano“- Stativ von Manfrotto.

FUNKAUSLÖSER

Funkauslöser finden sich mittlerweile in ei- ner großen Vielzahl von Ausführungen auf dem Markt. Die Vorstellung aller würde hier den Rahmen sprengen, weshalb ich hier stellvertretend für die anderen Lösungen den Yongnuo RF-602 empfehle, einen Funkauslöser mit exzellentem Preis-Leis- tungs-Verhältnis**.

FUNKSTEUERUNG ZÜNDEN

Um einen Blitz per Funk auszulösen, müs- sen Sie lediglich den Sender an den Blitz- schuh Ihrer Kamera stecken und den Emp-

wISSEN BLITZEN IM STUDIO

  Zusätzliche Option: die Funkzelle Als zusätzliche Möglichkeit der Blitzsteuerung bietet sich beim Einsatz von
 

Zusätzliche Option:

die Funkzelle

Als zusätzliche Möglichkeit der Blitzsteuerung bietet sich beim Einsatz von mehreren Blitzge- räten auch das Auslösen des Blitzgerätes über eine so ge- nannte Funkzelle an. Blitzge- räte, die eine solche Funkzelle eingebaut haben (häufig auch Slave-Modus genannt), blit- zen bei entsprechender Akti- vierung beim Auslösen eines Hauptblitzes automatisch mit. Es kann sich lohnen, bei der Anschaffung der Blitzgeräte auf dieses Feature zu achten, da es die separate Anschaffung eines Funkempfängers erspart.

Anschaffung der Blitzgeräte auf dieses Feature zu achten, da es die separate Anschaffung eines Funkempfängers erspart.

kontakt ist nicht erforderlich und Sonnen- licht stört auch nicht. Die Anschaffungskos- ten sind sehr niedrig (bereits für zirka 30 Euro bekommt man sehr leistungsfähige Systeme, bestehend aus Sender und Emp- fänger) und das Ganze ist zu den meisten Blitzgeräten auf dem Markt kompatibel.

FUNKSTEUERUNG NUR OHNE TTL-BLITZSTEUERUNG

Viele Hobbyisten empfinden die Tatsa- che, dass die meisten Funklösungen kei- ne TTL-Blitzsteuerung übertragen können (wodurch man auf das Blitzen im manu- ellen Modus angewiesen ist), als Nachteil. Dass viele gute Gründe für das manuelle

als Nachteil. Dass viele gute Gründe für das manuelle Abbildung 8 (unten): Die fertige Aufnah- me,

Abbildung 8 (unten): Die fertige Aufnah- me, die durch dieses Setup entstanden ist, sehen Sie in Abbildung 9.als Nachteil. Dass viele gute Gründe für das manuelle Abbildung 9 (rechts): Ergebnis des Licht- Settings

Abbildung 9 (rechts): Ergebnis des Licht- Settings aus Abbildung 8.

9 (rechts): Ergebnis des Licht- Settings aus Abbildung 8. Blitzen sprechen, habe ich auf den vorher-

Blitzen sprechen, habe ich auf den vorher- gehenden Seiten bereits dargelegt – wir werden uns im gesamten Buch mit nichts anderem beschäftigen – und wenn Sie es nur einmal ernsthaft praktiziert haben, bin ich sicher, dass Sie der TTL-Blitzsteue- rung im Anschluss keine Träne nachwei- nen*! Heerscharen von erfahrenen Blitzfo- tografen – Amateure wie Profis – können nicht irren …9 (rechts): Ergebnis des Licht- Settings aus Abbildung 8. AUSSTATTUNG: STATIV UND FUNKAUSLÖSER Um das Blitzgerät

AUSSTATTUNG: STATIV UND FUNKAUSLÖSER

Um das Blitzgerät nach der Entfesselung von der Kamera nicht in der Hand halten zu müssen – was auf die Dauer bei gleich- zeitigem Fotografieren recht unbequem sein kann und zudem die freie Positionie- rung des Lichts erheblich einschränkt (auf Armlänge sozusagen) –, benötigen Sie noch ein Stativ, auf dem Sie das Blitzge- rät befestigen und anschließend frei positi- onieren können. Wichtig ist, dass Sie sich kein Kamerastativ, sondern ein so genann- tes Lampenstativ kaufen, das dort, wo die Kamerastative einen Kugelkopf oder Ähn- liches besitzen, ein so genanntes Spigot haben, an dem Sie den Blitz befestigen können (siehe Abbildung 6). Auf das Spigot wird der Funkempfänger geschraubt, auf den wiederum das Blitzge- rät gesteckt. Wird das Blitzgerät über eine

Abbildung 7: Der RF-602 von Yongnuo ist ein kombinierter Funkauslöser für Blitz und Kamera (links im Bild der Empfänger mit Blitzschuh – hier wird das Blitzge- rät befestigt – und rechts der Sender, der in den Blitzschuh der Kamera gesteckt wird). Der Empfänger wird mit vier Mig- non-Akkus (AA) und der Sender mit zwei Micro-Akkus (AAA) betrieben.

* Natürlich hat die TTL-Blitzsteuerung ihre Daseinsberechtigung – tobende Kinder fängt man mit ihr mitunter besser ein als mit der manuellen Blitzsteuerung. Für die insze- nierte Fotografie und/oder die kompromisslos auf Qualität getrimmte Fotografie mit hö- heren Ansprüchen gibt es in meinen Augen aber keine Alternative zur manuellen Blitz- fotografie.

** Für einen ausführlicheren Überblick über die verfügbaren Geräte verweise ich auf die Strobist-Hardware-FAQ von Dietmar Belloff, die Sie unter dem Link http://faq.d-r-f.de/ wiki/Strobist-Hardware-FAQ finden.

fänger an Ihr Blitzgerät (Achtung: Nicht nur das Blitzgerät anschalten, sondern auch den Funkempfänger). Selbstverständlich müssen Sie das Blitzgerät in den manuel- len Modus schalten – in TTL-Stellung löst es beim entfesselten Blitzen nicht aus. Das war’s! Jetzt können Sie das Blitzge- rät frei um das Motiv herum positionieren und es wird dennoch bei jeder Auslösung der Kamera mitblitzen. Dabei ist es völlig unerheblich, ob ein Sichtkontakt zwischen Funksender und -empfänger besteht, was die Einsatzmöglichkeiten deutlich vergrö- ßert (siehe Abbildung 8). Bei der nächsten Aufnahme (siehe Abbil- dung 10 unten) wurde das Blitzlicht (un- ter Verwendung einer Softbox) über dem Modell positioniert, was sich oft anbietet, da der Licht-Schatten-Verlauf der Aufnah- me dem entspricht, was wir Menschen ge- wohnt sind (denn die Sonne steht schließ- lich auch über uns). Empfehlenswert für solche Aufnahmen ist übrigens ein so genanntes Galgenstativ, das Ihnen weit- aus mehr Möglichkeiten als ein „normales“ Lampenstativ eröffnet. Unten in Abbildung 11 sehen Sie das Gal- genstativ 420B der Firma Manfrotto, auch

sehen Sie das Gal- genstativ 420B der Firma Manfrotto, auch Abbildung 10: Blitz mit Softbox über

Abbildung 10: Blitz mit Softbox über dem Modell.

Abbildung 11: Making-of der Aufnahme von Abbildung 10.

Abbildung 11: Making-of der Aufnahme von Abbildung 10. „Combi Boom“ genannt, da es sowohl als konventionelles

„Combi Boom“ genannt, da es sowohl als konventionelles wie auch als Galgensta- tiv genutzt werden kann. Auf Folgendes ist dabei unbedingt zu achten: Sobald Sie das Stativ in der Auslegerposition nutzen, sollten Sie ein Gewicht verwenden, da das Ganze ansonsten schnell kopflastig wird (insbesondere wenn Sie neben dem Blitz auch noch eine schwere Softbox oder Ähn- liches verwenden)! Am besten nutzen Sie den Sandsack, den Manfrotto mit anbie- tet und der mit einem Karabinerhaken ein- gehängt werden kann. Ich verwende den Sandsack übrigens mit Kieselsteinen und nicht mit Sand – Steine gibt es fast überall und wenn es feucht wird, sind sie die an- genehmere Lösung. Diese unbeschränkten Möglichkeiten der Blitzpositionierung sind wichtig und Sie sollten als Fotograf die Möglichkeiten des entfesselten Blitzens nutzen, sobald Sie ei- ne Chance dazu haben – auch wenn natür- lich mit einem Blitz auf der Kamera eben- falls ansprechende Ergebnisse erzielbar sind. Allerdings stellt sich im Zusammen- hang mit der Entfesselung des Blitzes sehr schnell eine wesentliche Frage:

WOHIN MIT DEM BLITZ BEIM ENTFESSELTEN BLITZEN?

Selbstverständlich kann und will ich in die- sem Abschnitt keine allgemeingültigen Re- geln aufstellen, wo und wie ein (das) Blitz- gerät zu positionieren ist, da dies von der gewünschten Bildaussage, vom Motiv, vom verwendeten Lichtformer und nicht zuletzt vom persönlichen Geschmack ab- hängt. Gleichwohl gibt es ein paar Faustre- geln, die in den meisten Fällen zu besseren Ergebnissen führen. Und „bessere Ergeb- nisse“ meint in diesem Fall die Vermeidung von unschönen Licht-Schatten-Verläufen, harten Schattenkanten (sofern nicht aus- drücklich gewollt), ungünstiger Platzierung von Schatten, fehlenden Reflexen in den Augen et cetera.

„DAMIT KÖNNEN SIE NICHTS FALSCH MACHEN“-AUFBAU

Für den Einstieg in die entfesselte Blitzfo- tografie empfehle ich Ihnen, zunächst auf einen Durchlichtschirm oder eine Softbox als Lichtformer zurückzugreifen. Die Grün- de hierfür noch einmal in aller Kürze zu- sammengefasst:

Grundsätzlich gilt, dass bezüglich der verwendeten Lichtformer die Lichtstreu- er (Softbox, Durchlichtschirm) am „gut-

die Lichtstreu- er (Softbox, Durchlichtschirm) am „gut- Der professionelle People- und Werbefotograf Andreas Jorns
Der professionelle People- und Werbefotograf Andreas Jorns beherrscht auch die mobile Blitzfotografie. In seinem Buch
Der professionelle People- und
Werbefotograf Andreas Jorns
beherrscht auch die mobile
Blitzfotografie. In seinem Buch
legt er einleuchtend offen, wel-
che Möglichkeiten sie im Stu-
dio entfaltet. Dazu beantwor-
tet er die beiden Grundfragen
„Was benötige ich?“ und „Wie
setze ich es ein?“ und führt
dann in die Feinheiten der Pra-
xis ein. Oft genügen hierbei ein
Stativ, ein externer Blitz und
ein Durchlichtschirm. So verlie-
ren selbst Anfänger die Scheu
vor der Technik.
Andreas Jorns: Das Blitz-Koch-
buch. dpunkt.verlag 2012, 320
Seiten, Buch: Hardcover, ISBN
978 3 89864 773 1; E-Book:
ISBN 978 3 86491 161 3. Preis
Buch: 39,90 Euro, Preis E-Book:
31,99 Euro

mütigsten“ sind, was die Platzierung des Blitzgerätes angeht. Oder anders gespro- chen: Je größer der Lichtformer, desto unkritischer ist es und desto weniger Ge- fahr laufen Sie, die oben genannten Feh- ler zu begehen. Ein paar Grad mehr oder weniger spielen bei der Ausrichtung dann nicht so eine entscheidende Rolle wie bei einem Engstrahler (Snoot) oder einer Wa- be (Grid). Bleibt noch die Frage zu klären, mit wel- chem Aufbau man beginnen sollte: Wo stellt man das Stativ am besten hin und wie richtet man das Blitzgerät mit dem Durch- lichtschirm sinnvollerweise aus? Der Klas- siker, mit dem Sie wirklich nicht viel falsch machen können und den ich meinen Teil- nehmern in den Einstiegs-Workshops stets empfehle, lautet: seitlich von der Kamera (etwa 45 bis 60 Grad) und leicht erhöht ge- genüber dem Motiv. Letzteres ist wichtig, um eine natürliche Licht-Schatten-Empfin- dung zu erzeugen, da wir Menschen es ge- wohnt sind, dass die Lichtquelle von oben strahlt (Sonne).

BIlDBEARBEITUNG SOFTWArE

SOFTWArE Für FOTO & FIlM

Mit zwei der vorgestellten Programme baut man ein Fotostudio auf und probiert sein Inventar aus, ohne einen Cent auszugeben. Zwei weitere Freewares verleihen Fotos und Filmen einen einzig- artigen Stil. Das „Flip Album“ schließlich verpackt sie in ein ver- spieltes Design.

schließlich verpackt sie in ein ver- spieltes Design. LIGHTING STUDIO pHOTO Die Gratis-Software hilft, einen
schließlich verpackt sie in ein ver- spieltes Design. LIGHTING STUDIO pHOTO Die Gratis-Software hilft, einen

LIGHTING STUDIO pHOTO

Die Gratis-Software hilft, einen Beleuchtungsaufbau zu entwerfen. Dazu stellt sie vielfältiges virtuelles Studiozubehör bereit und lässt es frei arrangieren.

D as „Lighting Studio Photo“ hilft dem Gedächtnis nach, wenn man ein gelungenes Beleuchtungsre- zept wiederholen möchte. Außerdem kommt es et- wa Mitgliedern eines Fotovereins entgegen, die ei- nen Studioaufbau austauschen wollen. Mit dem „Sylight Lighting Diagram Editor“ haben unsere Le-

ser eine vergleichbare Software kennengelernt. Doch während diese nur online mittels Browser benutzbar ist, kann man das „Lighting Studio Photo“ auf der eigenen Festplatte installieren. Auf der angegebenen Website ist der Eintrag „Download“ zu fin- den, der die Datei „lighting studio photo 1.0.0.2.zip“ herunterladen lässt. Das Paket darf man in einem beliebigen Ordner auf dem PC entpacken. Es enthält die Datei „lighting studio photo.exe“, die nach einem Doppelklick die Benutzeroberfläche startet.

In einer Leiste stehen Leuchten, Reflektoren oder Diffusoren zur Auswahl. Mit einem Klick landet ein Zubehör im Studio, nach einem Rechtsklick ist es über das Kontextmenü änderbar. Die Größenan-

passung ist wenig gelungen, da die Darstellung recht pixelig wird, was aber den Nutzen nicht schmälert. Falls ein großes Objekt wie etwa ein „Backdrop“ („Kulisse“) andere Gegenstände überlagert, sollte man es mit „Bring to back“ auf die unterste Bild-

ebene schieben. Die Op- tion „Informations“ nimmt schriftliche Notizen des Fo- tografen auf. Mit „File – Vi- sible area to JPG“ sichert man den Studioaufbau.

Freeware Windows Sprache: Englisch, Französisch Quicklink: lsp
Freeware
Windows
Sprache: Englisch,
Französisch
Quicklink: lsp
 
 
 

FLIp ALBUM

pHOTO BLACK & COLOr

Das Programm erzeugt kostenlos ein digitales Fotoalbum, in dem man blättern kann.

Das „Flip Album“ lässt sich leider nur innerhalb der Software be- wundern. Bei der „Custom Installation“ sollten alle drei Schalt- kästchen deaktiviert werden. Danach will sich noch eine

Ein Schwarzweißfoto erhält mithilfe der Free- ware einen Farbakzent.

Mit „Photo Black & Color“ bestimmt man kinderleicht in einem Fo- to, welche Kolorierung nach einer Schwarzweißumwandlung übrig- bleiben soll. Dazu genügt es, mit dem Pipettenwerkzeug

Suchleiste installieren, die es ebenfalls mit „Decline“ ab- zulehnen gilt. Außerdem ver- langt das Programm einen Freischaltcode, den man per E-Mail anfordert.

Freeware Windows Sprache: Englisch www.flipalbum.com/ fahome/
Freeware
Windows
Sprache: Englisch
www.flipalbum.com/
fahome/

eine oder mehrere Farbnu- ancen anzuklicken. Eine ähn- liche Aufgabe erfüllt „Tint“ in unserer Software-Datenbank, nur dass alles automatisch und daher ungenauer abläuft.

Freeware Windows Sprache: Englisch, Französisch www.photofiltre.com
Freeware
Windows
Sprache: Englisch,
Französisch
www.photofiltre.com
 
 
 
 
 

BLAINE’S FILM LOOKS

VIrTUAL LIGHTING

Der Filter versieht Filme mit neun Effekten, die Farben und Kontraste verändern.

 

Selbst wer sich keine Studioausrüstung leis- ten kann, darf sich trotzdem online austoben.

Die Filter lassen sich in den „Windows Movie Maker 6.0“ einbau-

en. Letzteren muss man über die Website von Blaine herunterladen, da die aktuelle Version in den „Windows Essentials“ nicht mit

Der Online-Dienst lässt zahllose Beleuchtungen ausprobieren. Un-

ter einem Beispielkopf stellt eine Schaltfläche diverse Lichtspender bereit, die Farbfilter ergänzen. Drei Pfeilgruppen regeln Stär-

ke, Drehung. Höhe und Ab- stand. Eine Schaltfläche über der Gesichtsauswahl präsen- tiert das Setting im virtuellen Raum, in einer Leiste rechts sichert man die Resultate.

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den Filtern funktioniert. Nach- dem beides eingerichtet ist, kann man Filmsequenzen mit „Bleach Bypass“ tönen, be- stimmte Farben verstärken oder Kontraste intensivieren.

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HOCHSTApLEr Im fünften Teil des Video-Workshops geht es ans Eingemachte: Wer aufwändige Effekte in seinen

HOCHSTApLEr

Im fünften Teil des Video-Workshops geht es ans Eingemachte: Wer aufwändige Effekte in seinen Videos sehen möchte, kommt um „Motion-Design“-Programme wie „Adobe After Effects“ nicht umhin. Es stapelt virtuos Filmelemente übereinander, mixt und animiert sie.

D as Internet-Lexikon Wikipe- dia definiert „Motion-De- sign“ als „die audiovisuelle Gestaltung von Bewegtbild durch Typografie und Gra- fik-Design“. „Motion-De-

sign“ kommt also etwa bei der Erstellung von Titelanimationen zum Einsatz. Ver- wandt damit ist das „Compositing“, das das Zusammenfügen von (Video-)Bildern zu einem Gesamtwerk beschreibt. Wie ein solches Compositing in einfachs- ter Form geschieht, haben wir in der letz- ten Ausgabe im Workshop-Teil 4 beschrie- ben. Dabei haben wir in „Adobe Premiere

Elements“ eine Person vor grünem Hinter- grund freigestellt und sie vor einem neu- en Bild eingefügt. In Grenzen sind nämlich auch Videoschnittprogramme dafür nutz- bar. Bei wachsenden Ansprüchen aber müssen Spezialisten wie „Adobe After Ef- fects“ zum Einsatz kommen.

KEIN SCHNITTPROGRAMM

Den Unterschied von „After Effects“ zu Vi- deoschnittprogrammen wie „Premiere Ele- ments“ oder „Premiere CC“ kann man sich folgendermaßen verdeutlichen: Die Schnitt- programme regeln den Ablauf der Filmsze- nen nacheinander, ergänzen sie mit Über-

der Filmsze- nen nacheinander, ergänzen sie mit Über- „Adobe After Effects“ gehört in seiner neuesten Version

„Adobe After Effects“ gehört in seiner neuesten Version zur Creative-Cloud-Lö- sung des Software-Herstellers. Unter www.adobe.com/de/downloads/ kann man eine kostenlose Testversion für Win- dows- und Mac-OS-X-Rechner herunter- laden. Sie ist 30 Tage funktionsfähig.

blendungen zwischen den Szenen, kombi- nieren sie mit einer Textzeile als Titel oder unterlegen sie mit Musik und Kommentar. „Adobe After Effects“ dagegen ist eine Soft- ware, bei der ähnlich wie im Bildbearbei-

wISSEN VIDEO, TEIL 5

tungsprogramm „Adobe Photoshop“ Ebe- nen übereinander gestapelt werden, wobei im Fall von „After Effects“ Filmclips, Einzel- fotos, 3D-Elemente oder ausgeschnittene Motivbereiche aus Videos genutzt werden. Wie in „Photoshop“ sind zwischen den Ebenen verschiedene Berechnungsmodi möglich, sodass sie zu einer optisch ele- ganten Einheit verschmelzen. Während „Premiere Elements“ oder „Pre- miere CC“ also mit einem „horizontalen“ Konzept und einer längeren Zeitleiste ar- beiten, ist diese Zeitleiste in „After Effects“ in der Regel auf eine kurze, beispielswei- se zehnsekündige Titelanimation begrenzt. Hier steht das Konzept der „vertikalen“ Schichtung von Effekten im Vordergrund. Der Funktionsumfang von „Adobe After Ef- fects“ ist außerdem erweiterbar, denn wie beim Bildbearbeitungsprogramm „Photo- shop“ ist eine „Plug-in“-Schnittstelle inte- griert, über die Software-Entwickler wei- tere Module einbinden können. Zu diesen Sonderfunktionen gehören Partikeleffekte,

Zu diesen Sonderfunktionen gehören Partikeleffekte, „After Effects“ lässt eine gezielte Bewe-

„After Effects“ lässt eine gezielte Bewe- gungseinstellung durch Steuerkurven zu. Hier entsteht für die Verschiebung einer Textzeile eine ganz langsame Beschleuni- gung und ein relativ schnelles Abbremsen.

Beschleuni- gung und ein relativ schnelles Abbremsen. In der linken Hälfte des Filmfensters ist die Textzeile

In der linken Hälfte des Filmfensters ist die Textzeile klassisch bewegt worden. After Ef- fects kann – sichtbar in der rechten Filmfenster-Hälfte – eine Bewegungsunschärfe hin- zurechnen, die die Textbewegung flüssiger und harmonischer wirken lässt.

mit denen blitzende Punkte, Rauch und vieles mehr erzeugt werden, oder auch Module zur Erstellung von 3D-Elementen.

BESSERE ANIMATIONEN

Produziert man in „After Effects“ eine sim- ple Animation wie eine Texteinblendung, die sich auch in einem Videoschnittprogramm erstellen ließe, werden dennoch alle Be- trachter die After-Effects-Version bevorzu- gen. Sie empfinden diese aus drei Gründen als harmonischer oder natürlicher:

1. Subpixel-Rendering: „After Effects“ be- rechnet alle Animationen nicht auf Basis der einzelnen Pixel und der eingestellten Filmauflösung, sondern unterteilt intern jedes Pixel noch einmal. Daraus ergeben sich präzise Bewegungsabläufe. Sie er- scheinen etwa bei einem „Roll-Titel“, der von unten nach oben durch das Bild läuft

und die Beteiligten eines Films auflistet, viel ansprechender.

2. Geschwindigkeitssteuerung: In einem

Videoschnittprogramm kann man eine Ani- mation mittels Schlüsselbildern definieren – etwa die Bewegung einer Textzeile. Man weist die Software an, den Text in Bild 1 an einer Position rechts und eine Sekunde später in Bild 25 an einer Endposition links zu platzieren. Das Programm teilt die Bewe- gung des Texts zwischen beiden Schlüssel- bildern in 25 gleichmäßige Schritte auf und

verschiebt ihn entsprechend. Die daraus resultierende Gleichförmigkeit der Bewe- gung wirkt aber künstlich. In „After Effects“ lassen sich die Bewegungsabläufe aber explizit steuern, also zu Beginn beschleuni- gen und zum Ende wieder abbremsen.

3. Bewegungsunschärfe: Filmt man ein

sich schnell bewegendes Objekt, wird

Filmt man ein sich schnell bewegendes Objekt, wird Selbst aufwändige Textanimationen mit 3D-Effekt lassen sich
Selbst aufwändige Textanimationen mit 3D-Effekt lassen sich in „After Effects“ rea- lisieren. In dieser unter
Selbst aufwändige Textanimationen mit 3D-Effekt lassen sich in „After Effects“ rea-
lisieren. In dieser unter videocopilot.net kostenlos erhältlichen Animation wurden
lediglich zwei Fotos für die Hintergrundstrukturen geladen, die weiteren Elemente
wie Text, Lichter, Partikel und deren Bewegungen erzeugte „After Effects“.
weiteren Elemente wie Text, Lichter, Partikel und deren Bewegungen erzeugte „After Effects“. FOTO hits 9/2013 51
weiteren Elemente wie Text, Lichter, Partikel und deren Bewegungen erzeugte „After Effects“. FOTO hits 9/2013 51

wISSEN VIDEO, TEIL 5

Aus einer Fotomontage mit 16 Kameras macht der Filter „Kartentanz“ ein Mosaik aus vier mal
Aus einer Fotomontage mit 16 Kameras macht der Filter
„Kartentanz“ ein Mosaik aus vier mal vier Bildern, das wild
durcheinander gewirbelt und von einer virtuellen Kamera
umflogen werden kann.

dieses in den Einzelbildern des Videos leicht verschwommen aufgenommen. Bei der Bewegung unserer Titelzeile ist das normalerweise nicht der Fall, da diese vom Rechner künstlich erzeugt wird. „After Ef- fects“ dagegen kann hier eine Bewegungs- unschärfe hinzufügen, um den Ablauf na- türlicher wirken lassen. Diese nur auf den ersten Blick kleinen Un- terschiede zu Standardvideoprogrammen ziehen sich durch alle Funktionen von „Af- ter Effects“.

EBENE FÜR EBENE

„After Effects“ dient zur Modifikation von Filmbildern und als Grafikprogramm, das mittels vielen Effektfiltern und Spezialfunk- tionen beeindruckende Titel- und andere Grafiksequenzen erzeugt. In unserem sehr einfachen Beispiel unten haben wir ein Projekt in Full-HD-Auflösung angelegt, das einen schwarzen Hintergrund zeigt. Über diesen wurde eine „Farbfläche“ gelegt, die

mittels des Filters „Verlauf“ einen Grau- verlauf von Schwarz im oberen Bereich zu einem hellen Grau unten zeigt. Hinzu kam ein Rauschfilter, um die glatt erscheinende Fläche aufzulockern. Wie alle Funktionen und Filter in „After Effects“ lassen sich dabei Parameter wie Farben des Verlaufs, seine Richtung oder die Positionskoordinaten der Ausgangs- und Endfarben manuell einstellen und über ihren zeitlichen Ablauf animieren. Man könnte etwa den hellen Bereich des Grau- verlaufs nach oben wandern lassen. Statt- dessen haben wir über unseren Hinter- grund eine schwarze Fläche gelegt. Mittels des Maskenwerkzeugs, das wie in „Adobe Photoshop“ frei zeichenbare Freistellpfade und Basisstrukturen wie etwa ein Auswahl- rechteck, -kreis oder -ellipse kennt, wur- de der mittlere Bereich dieser Fläche in elliptischer Form ausgeschnitten. Da sich die Maskenränder weichzeichnen lassen, entstand eine Vignette, die die Bildecken

lassen, entstand eine Vignette, die die Bildecken Selbst einfache Animationen werden aus vielen verschiedenen

Selbst einfache Animationen werden aus vielen verschiedenen Ebenen aufgebaut: Hier entsteht ein schwarz-grauer Verlauf mit Korn-Effekt, eine maskierte Schwarzfläche als Vignette und abschließend die Textebene.

abdunkelt und den Blick auf das Zentrum lenkt. Darüber wurde noch ein Text ein- geblendet. Ebene für Ebene entstehen in „After Effects“ so etwa Titelsequenzen, Ani- mationen, die einen technischen Ablauf il- lustrieren, oder ganze Trickfilme. Im Gegensatz zu unserem einfachen Bei- spiel können Textanimationen extrem auf- wändig werden. Die Bilder auf der vor- herigen Seite zeigen einen goldfarbenen Schriftzug, der aus Dutzenden von Einzel- ebenen entstand. Ebenen lassen sich zu- dem in Gruppen („Unterkompositionen“) zusammenfassen und diese wieder un- tereinander verschachteln, sodass immer komplexere Projekte entstehen. Anwender von „Adobe Photoshop“, die dessen Ebenen- und Maskensystem be- herrschen, verstehen auch das Ebenen- konzept in „After Effects“ in seinen Grund- zügen und haben bei der Einarbeitung da- her einen Vorteil. Sie müssen „nur“ beach- ten, dass sich in der Animation alle Ebenen über ihren zeitlichen Verlauf hinweg verän- dern lassen.

FOTOS ANIMIEREN

Auch Bilder lassen sich in vielfältiger Form animieren. Oben links zu sehen ist ein Mo- saikbild aus 16 Produktfotos. Dieses teilt der „After-Effects“-Filter „Kartentanz“ in eine Vier-mal-vier-Matrix auf. Die resultie- renden „Mosaik-Steinchen“ lassen sich in X-, Y- und Z-Richtung verschieben. Das fin- det im 3D-Raum statt und ist aus Sicht ei- ner virtuellen Kamera filmbar, die um die- sen Bilderstapel kreist. Während des Kameraflugs können sich die Einzelelemente des Mosaiks drehen, aus- einanderdriften oder wieder zu einem Ge- samtfoto zusammenfügen. So lassen sich etwa Titelsequenzen für ein Klassentref- fen erzeugen, bei denen sich die Fotos der Beteiligten durch scheinbar aus allen Rich- tungen anfliegende Bilder zu einer Gesamt- aufnahme zusammenfügen.

VERFOLGTE KAMERA

Mit der brandneuen Version CC hat „After Effects“ noch mehr Funktionen für die so genannte „Bewegungsverfolgung“ erhalten. Diese Verfolgung wird häufig auch mit dem englischen Begriff „Tracking“ bezeichnet. Analysiert man mit den entsprechenden Werkzeugen die Bewegungen eines Video- clips, kann man diesen zum Beispiel stabi- lisieren. Er wird vom Programm exakt ge- gen die Verwacklungsrichtung verschoben

Die „Verkrümmungsstabilisierung“ ermittelt in einem ersten Schritt die Bewegungen des Motivs und der Kamera. Die

Die „Verkrümmungsstabilisierung“ ermittelt in einem ersten Schritt die Bewegungen des Motivs und der Kamera. Die der Kamera kann „After Effects“ durch eine virtuelle Gegenbewegung ausgleichen und den Clip damit stabilisieren.

Die Analyse der Bewegung kann man nutzen, um eingefügte Ob- jekte wie den 3D-Text in das Video einzufügen und sie so aussehen zu lassen, als seien sie in der re- alen Szene aufgenommen worden.

als seien sie in der re- alen Szene aufgenommen worden. und diese somit kompensiert. Der Befehl

und diese somit kompensiert. Der Befehl lautet in „After Effects“ etwas holprig „Ver- krümmungsstabilisierung“ und erlaubt es, eine aus der Hand gefilmte Szene fast so wirken zu lassen, als hätte die Kamera auf einem Stativ gestanden. Das funktioniert schon mit den Grundeinstellungen sehr gut, aber „After Effects“ wäre nicht „After Ef- fects“, wenn der Anwender nicht auch hier alle Steuerparameter des Filters noch ma- nuell ändern und die Stabilisierung damit verfeinern könnte. Die Verfolgung der Kamera und Motivbe- wegungen kann man auch für kreative An- wendungen nutzen. So lässt sich etwa ein auf eine Fahrzeugtür geklebtes Logo eines vorbeifahrenden Autos „tracken“. An- schließend kann man das Logo durch ein beliebiges Digitalbild ersetzen. Die Bewe- gungsverfolgung und das Aufkopieren des neuen Elements sind in „After Effects“ so präzise, dass der Austausch den meisten Betrachtern niemals auffällt. Das Verfah- ren wird auch häufig bei Werbe-Videos genutzt: Ist darin etwa der Farbbildschirm eines Smartphones zu sehen, lässt sich der Monitorinhalt trotz etwaiger Kamera- oder Objektbewegungen gegen ein anderes Bild oder einen Film austauschen. Aber auch als Hobbyfilmer profitiert man von dieser „Tracking“-Technik: Man kann beispielsweise in eine Straßenszene ei- ne Plakatwand einfügen, die in der Reali- tät dort nicht existiert. Die Betrachter des Films werden anschließend sehr verblüfft sein, wenn die Großveranstaltungs-Arena der Heimatstadt vermeintlich mit einem Riesenplakat der eigenen Hobbykeller- Band geschmückt ist.

In unserem Beispiel haben wir noch etwas anderes gemacht: Wir haben mit dem Be- fehl „3D Kameratracker“ die Szene analy- sieren lassen und dann anhand der erfass- ten Bewegungskoordinaten einen dreidi- mensionalen, virtuellen Schriftzug auf die Fußgängerpromenade gestellt. Dieser lässt sich in „After Effects“ direkt generieren. Im fertigen Video erscheint er wie ein fest auf dem Boden befestigtes Element. Zusätz- lich liegt eine Kopie des ursprünglichen Filmclips über der Textebene, wobei eine

„After-Effects“-Maske nur die Schweinchen- Plastik freigibt und diese einen Teil des Schriftzugs abdeckt – wie sie dies auch in der Realität tun würde. Würde man noch die Beleuchtung des 3D-Textes optimieren und mittels weiterer Effektebenen einen Schatten unterhalb des Schriftzugs erzeu- gen, wäre die Videomontage nicht mehr als solche erkennbar. Wie bei digitalen Fotos gilt inzwischen auch für Filme und Videos, dass man seinen Augen nicht mehr trauen darf. Denn nichts ist so, wie es erscheint.

EINSTIEG IN AFTEr EFFECTS Das Thema „Compositing“ und „Moti- on Design“ ist extrem komplex. Ähnlich
EINSTIEG IN AFTEr EFFECTS
Das Thema „Compositing“ und „Moti-
on Design“ ist extrem komplex. Ähnlich
wie auch in „Adobe Photoshop“ wird der
„After Effects“-Einsteiger zunächst von
der Masse der Funktionen, Fachbegriffe
und Möglichkeiten geradezu erschlagen.
Es empfiehlt sich, mit einfachen Ani-
mationen und Versuchen zu beginnen
– zum Beispiel mit einer in das Bild hin-
einfliegenden oder langsam immer grö-
ßer werdenden Titelzeile. Nutzt man die
mitgelieferten Animationsvorgaben des
Programms, lernt jeder anhand dieser
Schritte und der im Internet verfügbaren
Tutorials den Erstellungsprozess.
Die nahezu unbegrenzten Gestaltungs-
möglichkeiten mit „After Effects“ und
die Präzision der Animationsberech-
nungen sind Gründe, weshalb dieses
Programm nicht ganz billig ist. Wer
sich aber als Adobe-Anwender für die
Creative-Cloud-Lösung entscheidet,
kann für den Monatsbetrag, den er für
„Adobe Photoshop“ und „Adobe Premi-
ere“ zahlt, den Animationskünstler und
Kreativspezialisten „After Effects“ ein-
fach kostenlos mitnutzen. Beim Einstieg
helfen die unten aufgeführten Adressen.
LINKS
www.videocopilot.net
Tutorials, Plug-ins und mehr (englisch)
http://aescripts.com
Scripts für Effekte und Automatisie-
rungen in „After Effects“ (englisch)
aftereffects-tutorials.de
Deutschsprachige Tutorials
Quicklink: tvadobe
Deutschsprachige Tutorials für „After
Effects“ CS6 von Adobe
http://library.creativecow.net/tutorials/
adobeaftereffects
Tutorials für „After Effects“ (englisch)

BIlDBEARBEITUNG MAKING-OF

GELD UND MACHT

Gregory Barbot ist einer von sieben Champions der Bild- bearbeitung. Der Gewinner des Wettbewerbs „Ten by Fotolia“ zeigt in FOTOhits, wie sein Werk entstand.

BIlDBEARBEITUNG MAKING-OF

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Im 3D-Programm „Cinema 4D“ erzeugte Gregory Barbot den aufwändigen Schriftzug, der zum Blickfang seines Bilds wurde.

M it Hilfe des 3D-Grafik- programms „Maxon Ci- nema 4D“ und „Adobe Photoshop“ hat Grego- ry Barbot ein Werk er- schaffen, das die dun-

kle Seite des Gelds zeigen soll. Der ne- gative Einfluss sowie die Macht, die mit dem Mammon einhergehen, steigen so manchem zu Kopf. Die Aussage des Bilds springt einem durch den dominierenden Schriftzug geradezu entgegen: Power. Geld verleiht Macht und umgekehrt. Doch Macht und Geld sind nicht immer positiv. Manche Menschen verbrennen sich an der Verantwortung die Finger. Durch die Sky- line sowie das Flugzeug im Hintergrund

möchte Barbot ausdrücken, dass es sich dabei um ein globales Problem handelt. Die hier gegebenen Tipps und Anleitungen lassen sich nicht nur in Photoshop umset- zen, für alle Funktionen finden sich auch im kostenlosen Gimp entsprechende Opti- onen. Auch für die Umsetzung von hochauf- lösenden 3D-Grafiken gibt es kostenlose Programme wie beispielsweise „Sketchup“ und „Kerkythea“ oder „Blender“.

In „Maxon Cinema 4D“ hat der Künstler den Tresor als 3D-Modell erstellt. Basis war ein Würfel, aus dem er den Innenraum mit einem kleineren Wür- fel herausschnitt. Das Dollarsymbol wur- de als Schriftzeichen in das 3D-Programm

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Das gerenderte 3D-Bild wurde in Photoshop vor den Hintergrund gesetzt und mit zu- sätzlichen Elementen verfeinert.

  i Gregory Barbot arbeitet und lebt im westfranzö- sischen Nantes. Der 39 Jahre alte
  i Gregory Barbot arbeitet und lebt im westfranzö- sischen Nantes. Der 39 Jahre alte
 

i Gregory Barbot arbeitet und lebt im westfranzö- sischen Nantes. Der 39 Jahre alte künstlerische Leiter einer Kommuni- kationsagentur versieht

 

häufig Fotos und Videos mit 3D- Grafiken. Seine künstlerische Ader entdeckte er als Graffiti-

Künstler, als er Leinwände und Mauern bemalte.

 
künstlerische Ader entdeckte er als Graffiti- Künstler, als er Leinwände und Mauern bemalte.   www.webs1.fr
künstlerische Ader entdeckte er als Graffiti- Künstler, als er Leinwände und Mauern bemalte.   www.webs1.fr

geschrieben und dann per Extrudieren-Be- fehl plastisch hervorgehoben. So ähnlich entstand das auffälligste Ele- ment des Bilds: der Schriftzug „Power“. Er basierte nicht auf einer fertigen Schriftart, sondern Barbot hat den Text mit Hilfe von Bézierkurven erzeugt. Die Stellen, an de- nen sich die Pfade überlagern, ordnete er nach vorne oder hinten an. Dadurch wur- de später der 3D-Effekt noch verstärkt. An diesem Pfad ließ er mit der Option „Sweep Nurbse“ ein Fünfeck entlang rechnen. „Ci- nema 4D“ setzte an die Scheitelpunkte der Bézierkurve das zweidimensionale Polygon und füllte den Zwischenraum entlang der Bézierkurve aus. So wurde aus einer zwei- dimensionalen Form ein dreidimensionales Objekt. Er variierte zusätzlich noch an ver- schiedenen Stellen die Breite des Fünfecks, damit der Schriftzug nicht einheitlich dick wurde. Mit „Sweep Nurbse“ ließ er an verschie- denen Stellen noch weitere Objekte ent- lang des Pfads entstehen. Diese stießen als Stacheln oder Streben aus dem Schriftzug hervor. In ihrer Nähe erzeugte er Würfel in verschiedenen Größen. Barbot wies ihnen eine einfarbige und matte Textur zu, wäh- rend der Schriftzug eine glänzende Ober- fläche erhielt. Die Farbabstufungen und Schattierungen entstanden durch das Ren- dern des Bilds, wobei das 3D-Programm die Lichtquellen einberechnete. Das „Extrudieren“ genannte Verfahren, bei dem ein zweidimensionales Objekt einem Pfad folgt und dadurch einen dreidimensi- onalen Körper bildet, findet sich nicht nur in der Vollversion von „Cinema 4D“. Eine ähnliche Funktion bietet auch das 3D-Pro- gramm „Sketchup“, die dort „Folge mir“ heißt, in seiner Gratis-Version. In Verbin- dung mit einem kostenlosen Render-Pro- gramm wie „Kerkythea“ lassen sich so

hochauflösende Grafiken erstellen. Zu- gegebenermaßen kam die Qualität beim Selbstversuch nie an die von Barbots Ar- beit in „Cinema 4D“ heran.

Das gerenderte Bild wurde in „Ado-

be Photoshop“ geladen und vor ei- ne Ebene gelegt, die eine Stadt zeigt. Eine Ebenenmaske blendete diese an den Rän- dern aus. Diese Vignettierung erfolgte, in- dem die Ebenenmaske einen weich auslau- fenden radialen Verlauf von Schwarz nach Weiß erhielt. Die schwarz gefüllten Teile machten den betreffenden Teil der Ebene transparent und der Hintergrund kam zum Vorschein. Die weißen Teile blieben opak. Anschließend verfeinerte Gregory Barbot das Ergebnis mit einer sehr großen und weichen Pinselspitze. Außerdem wählte er noch „Weiches Licht“ als Füllmethode für diese Ebene aus. Das Ende des Schriftzugs läuft in einem Farbspritzer aus. Der Künstler bediente sich dabei eines roten Elements, das er in der Bilddatenbank von Fotolia fand und glich die Farbe seinen Wünschen an. Da- zu verschob er unter „Bild – Anpassungen – Farbton/Sättigung“ den Regler von „Farb- ton“ so weit nach rechts, bis die rote Far- be einen deutlichen Stich ins Gelbe be- kam und anschließend reduzierte er noch die Sättigung, bis die Farbe exakt der des Schriftzugs entsprach. Die Form verän- derte er mit dem Transformieren-Werk- zeug und löschte mit Hilfe einer Ebenen- maske und einer weichen Pinselspitze überflüssige Teile weg.

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Die Farbe des gesamten Bilds

passte Barbot an, indem er das Fo- to eines alten Papiers mit 30-prozentiger Deckkraft auf die oberste Ebene legte. Mit der Füllmethode „Linear nachbelich- ten“ sorgte er dafür, dass die neue Ebe- ne keine darunter liegenden Bildteile ver- deckte, denn es wurden nur die Farben der sich überlagernden Bildteile neu berechnet. Dadurch bekam das Werk auch gleichzei- tig eine Struktur und ein paar Unregelmä- ßigkeiten. Ganz exakt passte er die Kolorie- rung noch mit der Gradationskurve an. Außerdem fügte er der Skyline im Hinter- grund einen weiteren Wolkenkratzer hinzu, und dem Safe spendierte er eine Handvoll Goldmünzen. Diese schnitt er wieder mit einer Ebenenmaske aus und platzierte sie anschließend im Gesamtbild. Den Münzen ebenso wie dem Tresor hätte er noch ei- nen Schatten hinzufügen können, denn oh-

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Den Farbeffekt des gesamten Bildes erzielte der Künstler durch die geschickte Verwen- dung verschiedener Füllmethoden einzelner Ebenen.

ne diesen wirken sie nicht richtig im Bild verankert. Wie man Schatten richtig setzt, kann man im FOTO HITS-Workshop unter dem Quicklink schatten nachlesen.

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Geld regiert die Welt. Dem Thema

seines Werks entsprechend fügte Gregory Barbot noch freigestellte Geld- scheine hinzu. Diese entnahm er einer Col- lage des Photoshop-Künstlers „Elroy“, die im Rahmen des Wettbewerbs „Ten by Fo- tolia“ frei zur Verfügung stand. Die Haupt- arbeit hatte Elroy schon erledigt, indem er die Scheine freigestellt, auf Ebenen über- einander platziert und diese mit dem Fil- ter „Gaußscher Weichzeichner“ verschie- den stark belegt hatte. Dadurch entstand ein Geldregen voller Dynamik. Wenn man genau hinsieht, ist erkennbar, dass einzel- ne Scheine mehrfach verwendet wurden. Auch den Mann kopierte Barbot aus Elroys Collage. Durch die Anpassung der Farben und das Einfügen der Flammen in seinen Händen verlieh er ihm aber eine ganz neue Wirkung. Mit Hilfe der Werkzeuge „Ab- wedler“ und „Nachbelichter“ kam die Per- son zu ihren Schatten. Die Flammen er- zeugte Barbot mit einer selbst erstellten Pinselspitze. Dazu malte er in einem lee-

ren Dokument mit dem Pinselwerkzeug eine Flamme. Anschließend speicherte er das Bild unter „Bearbeiten – Pinselvorgabe “

in seinem Gesamtdokument diese Pinsel- spitze verwenden und auf einer neuen Ebe- ne über den Händen des Manns zeichnen. Mit den Filtern „Verflüssigen“ und „Gauß- scher Weißzeichner“ wurden die Flammen noch verfeinert und in Form gebracht. Der letzte Schliff: Die Funken, die der Künstler um den Tresor und den Mann er- strahlen ließ, sind eigentlich Sterne. Eine Aufnahme des Weltalls wurde jeweils auf neuen Ebenen eingefügt, welche die Füll- methode „Farbig abwedeln“ erhielten. Abschließend speicherte Gregory Barbot seine Gesamtkomposition als JPEG und fügte es als oberste Ebene in sein Werk wieder ein. Die Kopie versah er mit dem Filter „Hochpass“ (Filter – Sonstige Filter – Hochpass), dem eine hohe Radiuseinstel- lung zugewiesen wurde. Danach bekam die neue Ebene noch die Füllmethode „In- einanderkopieren“. Der alleine etwas unan- sehnliche Effekt des Hochpassfilters dient in dieser Kombination zur Schärfung des Bilds und verleiht ihm eine Art High-Dyna- mic-Range-Effekt (HDR).

festlegen

als Pinselspitze. Nun konnte er

Im Laufe des Entstehens änderte sich die Farbgebung des Gesamtbilds, bis sie exakt der Vorstellung von Gregory Barbot entsprach.

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PERFEKTE FARBEN IM FOTOBUCH Wer übereinstimmende Farben auf Monitor, Ausdruck und auch Fotobüchern wünscht, kommt

PERFEKTE FARBEN IM FOTOBUCH

Wer übereinstimmende Farben auf Monitor, Ausdruck und auch Fotobüchern wünscht, kommt um das Thema Profilierung nicht herum. DATACOLOR bietet hierfür entsprechende Lösungen an.

N och ist die Urlaubssaison 2013 nicht ganz beendet, aber für viele Anwender ist die „schönste Zeit des Jah- res“ bereits Vergangenheit, an die nur die Schnapp-

schüsse erinnern. Diese möchte man Freunden und Bekannten natürlich mög- lichst beeindruckend präsentieren, wo- für sich hochwertige Fotobücher ganz be-

sonders gut eignen. Dabei gibt es nur ein Problem: Oft sehen die Fotos im gedruck- ten Buch ganz anders aus als die digitalen „Originale“ auf dem Monitor. Der Grund da- für ist schnell gefunden: Die Computerbild- schirme werden von den Herstellern auf ei- ne möglichst brillante, geradezu übertrie- ben kontrastreiche und farbgesättigte Dar- stellung mit häufig starker Überbetonung der Blauanteile ausgerichtet, um ein mög-

lichst strahlendes Bild zu erzeugen. Dann sehen zwar zum Beispiel Computerspiele besonders „knackig“ aus, aber bei Fotos hat die Darstellung nicht mehr viel mit der Realität gemeinsam. Fotobücher dagegen werden von den Anbietern mit einer weit- gehend korrekten Farbdarstellung gelie- fert, sodass sich eine Diskrepanz zwischen Bildschirmwiedergabe zu Hause und der Druckdarstellung des Herstellers ergibt.

wISSEN DATACOLOr

Man müsste also dem heimischen Compu- ter und seinem Monitor beibringen, wie sie zusammen Farben korrekt wiedergeben.

DIE LÖSUNG

Das Spyder-4-System