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Familienrecht (Kindschaftsrecht)

Vaterschaft

Familienname des Kindes und Staatsbürgerschaft

Unterhalt

Unterhaltspflichten der Kinder

Obsorge

Gesetzliche Vertretung

Obsorgeentzug bei Kindeswohlgefährdung

Rechte des nicht mit der Obsorge betrauten Elterteils

Geschäftsfähigkeit des Kindes

Medizinische Behandlungen

Lebensgemeinschaften und Patchwork Familien

Adoption (Annahme an Kindes Statt)

Pflegekindschaft

 Das Familienrecht reicht von den Bestimmungen zur Eheschließung und Scheidung bis hin zum
Kindschaftsrecht, welches insbesondere Unterhalt und Obsorge, Vaterschaft und Adoption
regelt – und mit dem sich die folgenden Ausführungen befassen.

Familienrecht ist ein besonders sensibler Bereich, insbesondere wenn es um Fragen des
Kindeswohles geht, das bei Streitigkeiten zwischen Eltern immer im Vordergrund stehen
sollte. Sämtliche Informationen auf dieser Webseite dienen lediglich einer
überblicksmäßigen Erstinformation und können eine ausführliche Rechtsberatung durch
einen Experten nicht ersetzen. Bei konkreten rechtlichen Fragen wenden Sie sich an
einen Rechtsanwalt, oder besuchen Sie kostenlos die Amtstage an einem
Bezirksgericht (in der Regel dienstagvormittags) oder eine Beratungsstelle der
Rechtsanwaltskammer. Darüber hinaus gibt es in mehreren Bundesländern Ehe- und
Familienberatungsstellen, die neben einer juristischen Beratung auch Beratung und
Betreuung durch speziell geschulte Familien- und – Psychotherapeuten anbieten.

 Die allgemeine Bestimmung über das Verhältnis von Eltern und Kindern findet sich in § 137
Abs 1 ABGB: "Eltern und Kinder haben einander beizustehen und mit Achtung zu
begegnen. Die Rechte und Pflichten des Vaters und der Mutter sind, soweit nicht anderes
bestimmt ist, gleich. Eltern haben das Wohl ihrer minderjährigen Kinder zu fördern, ihnen
Fürsorge, Geborgenheit und eine sorgfältige Erziehung zu gewähren. Die Anwendung
jeglicher Gewalt und die Zufügung körperlichen oder seelischen Leides sind unzulässig.
Soweit tunlich und möglich sollen die Eltern die Obsorge einvernehmlich wahrnehmen."

Die zentrale Verpflichtung, wonach das Kindeswohl immer in den Vordergrund zu stellen ist,
konkretisiert: § 138 ABGB:

"In allen das minderjährige Kind betreffenden Angelegenheiten, insbesondere der Obsorge und
der persönlichen Kontakte, ist das Wohl des Kindes (Kindeswohl) als leitender Gesichtspunkt zu
berücksichtigen und bestmöglich zu gewährleisten. Wichtige Kriterien bei der Beurteilung des
Kindeswohls sind insbesondere

1. eine angemessene Versorgung, insbesondere mit Nahrung, medizinischer und sanitärer


Betreuung und Wohnraum, sowie eine sorgfältige Erziehung des Kindes;

2. die Fürsorge, Geborgenheit und der Schutz der körperlichen und seelischen Integrität des
Kindes;

3. die Wertschätzung und Akzeptanz des Kindes durch die Eltern;

4. die Förderung der Anlagen, Fähigkeiten, Neigungen und Entwicklungsmöglichkeiten des


Kindes;

5. die Berücksichtigung der Meinung des Kindes in Abhängigkeit von dessen Verständnis und
der Fähigkeit zur Meinungsbildung;
6. die Vermeidung der Beeinträchtigung, die das Kind durch die Um- und Durchsetzung einer
Maßnahme gegen seinen Willen erleiden könnte;

7. die Vermeidung der Gefahr für das Kind, Übergriffe oder Gewalt selbst zu erleiden oder an
wichtigen Bezugspersonen mitzuerleben;

8. die Vermeidung der Gefahr für das Kind, rechtswidrig verbracht oder zurückgehalten zu
werden oder sonst zu Schaden zu kommen;

9. verlässliche Kontakte des Kindes zu beiden Elternteilen und wichtigen Bezugspersonen sowie
sichere Bindungen des Kindes zu diesen Personen;

10. die Vermeidung von Loyalitätskonflikten und Schuldgefühlen des Kindes;

11. die Wahrung der Rechte, Ansprüche und Interessen des Kindes sowie

12. die Lebensverhältnisse des Kindes, seiner Eltern und seiner sonstigen Umgebung."

Dritte dürfen in die elterlichen Rechte nur insoweit eingreifen, als ihnen dies durch die Eltern
selbst, unmittelbar auf Grund des Gesetzes oder durch eine behördliche Verfügung gestattet ist (§
139 Abs 1 ABGB).

Vaterschaft
 Während die Mutter des Kindes in aller Regel feststeht – die Mutter ist gemäß § 143 ABGB die
Frau, die das Kind geboren hat – kann es bei der Vaterschaft Zweifel geben.

 Die Feststellung der Vaterschaft unterscheidet sich danach, ob das Kind ehelich oder
unehelich ist.

 Vater des Kindes ist gemäß § 144 Abs 1 ABGB der Mann, der mit der Mutter im Zeitpunkt
der Geburt des Kindes verheiratet ist (oder als Ehemann der Mutter nicht früher als 300 Tage
vor der Geburt des Kindes verstorben ist) oder der die Vaterschaft anerkannt hat oder dessen
Vaterschaft gerichtlich festgestellt ist.

 Die Vaterschaftsvermutung aufgrund der Ehe mit der Mutter kann allerdings auf Antrag
widerlegt werden: Ein solcher Antrag ist binnen zwei Jahren ab Kenntnis der dafür sprechenden
Umstände zu stellen, wobei die Frist frühestens mit der Geburt beginnt (siehe § 153 ABGB.
Sämtliche Regelungen zur Vaterschaft, Anerkenntnis und Widerlegung finden Sie in den §§ 144
ff ABGB.)

 Als Vater eines unehelichen Kindes wird nach dem Gesetz angesehen, wer der Mutter in der
Zeit zwischen dem 300. und 180. Tag vor der Geburt beigewohnt hat (dh Geschlechtsverkehr
gehabt hat). Diese Vaterschaftsvermutung kann durch den Beweis der Unwahrscheinlichkeit der
Vaterschaft (insbesondere durch einen Vaterschaftstest) bzw. durch den Beweis entkräften, dass
die Vaterschaft eines anderen Mannes wahrscheinlicher ist.

 Der außereheliche Vater wird durch Urteil oder Anerkenntnis festgestellt. Das Recht auf
Klage zu Feststellung kommt insbesondere dem Kind zu (bzw. dessen gesetzlichen Vertreter, in
der Regel also der Mutter) und unter gewissen Voraussetzungen dem Staatsanwalt. Die
Anerkenntnis der Vaterschaft bedarf der persönlichen Erklärung des Mannes in einer
inländischen öffentlich oder öffentlich-beglaubigten Urkunde. Die Mutter und das Kind können
dagegen binnen einem Jahr ab Kenntnis der Anerkenntnis bei Gericht Widerspruch erheben.
Das Gericht kann aus bestimmten Gründe die Unwirksamkeit des Anerkenntnisses auch von
Amts wegen aussprechen.

 Darüber hinaus gibt es das sogenannte vaterschaftsdurchbrechende Anerkenntnis, mit dem


die feststehende Vaterschaft eines anderen Mannes beseitigt werden kann. Das Anerkenntnis
wird wirksam, wenn Mutter und Kind den Anerkennenden als Vater bezeichnen und die Urkunde
über diese Erklärung dem Standesbeamten zukommen lassen. Der bisherige Vater kann dagegen
Widerspruch einlegen.

 Im Falle einer medizinisch unterstützten Fortpflanzung mit dem Samen eines Dritten ist als
Vater der Mann festzustellen, der dieser medizinisch unterstützten Fortpflanzung in Form eines
Notariatsakts zugestimmt hat, es sei denn, er weist nach, dass das Kind nicht durch diese
medizinisch unterstützte Fortpflanzung gezeugt worden ist (§ 148 Abs 3 ABGB). Der Dritte,
dessen Samen mit Zustimmung des Ehegatten oder Lebensgefährten verwendet worden ist, kann
hingegen nicht als Vater festgestellt werden.

 Judikatur des OGH zur Vaterschaftsfeststellung siehe hier.


Familienname des Kindes und Staatsbürgerschaft
 Wenn die Eltern einen gemeinsamen Familiennamen haben, erhält gemäß § 155 ABGB das
Kind diesen. Besteht kein gemeinsamer Familiennamen, so kann zum Familiennamen des
Kindes der Familienname eines Elternteils bestimmt werden. Wird dafür ein aus mehreren
voneinander getrennten oder durch einen Bindestrich verbundenen Teilen bestehender Name
herangezogen, so können der gesamte Name oder dessen Teile verwendet werden. Es kann auch
ein aus den Familiennamen beider Elternteile gebildeter Doppelname bestimmt werden; dabei
dürfen aber höchstens zwei Teile dieser Namen verwendet werden. Ein Doppelname ist durch
einen Bindestrich zwischen dessen einzelnen Teilen zu trennen. Mangels einer solchen
Bestimmung erhält das Kind den Familiennamen der Mutter, auch wenn dieser ein Doppelname
ist (§ 155 Abs 3 ABGB).

Ein eheliches Kind erwirbt mit der Geburt – unabhängig vom Geburtsort – die österreichische
Staatsbürgerschaft, wenn in diesem Zeitpunkt ein Elternteil österreichischer Staatsbürger ist
oder es - wenn er vorher verstorben ist - am Tag seines Ablebens war. Beim unehelichen Kind ist
für den Erwerb der österreichischen Staatsbürgerschaft durch Geburt Voraussetzung, dass seine
Mutter in diesem Zeitpunkt österreichische Staatsbürgerin ist (§ 7 Staatsbürgerschaftsgesetz).

Unterhalt

 Die Bestimmungen zum Unterhalt zwischen Eltern und Kindern finden sich in den §§ 231
ABGB ff. Demnach haben die Eltern zur Deckung der ihren Lebensverhältnissen
angemessenen Bedürfnisse des Kindes unter Berücksichtigung seiner Anlagen,
Fähigkeiten, Neigungen und Entwicklungsmöglichkeiten nach ihren Kräften anteilig
beizutragen.

 Die Höhe des Unterhaltsanspruches des Kindes ist demnach abhängig von
der Leistungsfähigkeit der Eltern (Vermögen, Einkommen, Ausbildung etc.) und
dem Bedarf des Kindes (Alter, Anlagen, Fähigkeiten, etc.).
 Grundsätzlich gilt: Je höher das Einkommen des Elternteils, desto mehr Unterhalt ist zu
leisten, wobei die Eltern sich bemühen müssen, nach ihren Kräften zum Unterhalt des Kindes
beizutragen (Anspannungsgrundsatz). Für Unterhaltspflichtige mit überdurchschnittlichem
Einkommen hat die Judikatur die Höhe des Unterhalts mit dem Zwei- bis
Zweieinhalbfachen des Regelbedarfs begrenzt (die sogenannte
„Luxusgrenze“ bzw. „Playboygrenze“).

 Dieser Regelbedarf ist – als ein Mindestbedarf – jener Unterhaltsbedarf, den ein Kind eines
bestimmten Alters in Österreich ohne Rücksicht auf die konkreten Lebensverhältnisse seiner
Eltern benötigt. Dabei handelt es sich um eine Orientierungshilfe für die konkrete
Unterhaltsbemessung. Das Bundesministerium für Finanzen setzt Regelbedarfssätze jährlich mit
Erlass fest, siehe hier. Die Regerlbedarfssätze kommen nur zur Anwendung, wenn
eine behördliche Festsetzung der Unterhaltsleistung nicht vorliegt.

Wohnen Vater und Mutter mit dem Kind im gemeinsamen Haushalt, so wird der Unterhalt
grundsätzlich durch konkrete Betreuung des Kindes und durch unmittelbare Deckung seiner
täglichen Bedürfnisse geleistet (Naturalunterhalt). Wenn allerdings ein Elternteil dieser
Verpflichtung nicht nach kommt oder vom Kind getrennt lebt, muss der Elternteil monatlich
im voraus Geldunterhalt (Alimente) entsprechend seiner wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit
zahlen.

 Der haushaltsführende Elternteil leistet seinen Beitrag dadurch, dass er das Kind betreut.
Darüber hinaus hat er zum Unterhalt des Kindes beizutragen, soweit der andere Elternteil zur
vollen Deckung der Bedürfnisse des Kindes nicht imstande ist oder mehr leisten müsste, als
es seinen eigenen Lebensverhältnissen angemessen wäre.

Die Judikatur hat Richtlinien für den Unterhalt erarbeitet:

Kindesalter Prozentsatz
0 bis 6 Jahre 16 Prozent des monatlichen Nettoeinkommens
6 bis 10 Jahre 18 Prozent des monatlichen Nettoeinkommens
10 bis 15 Jahre 20 Prozent des monatlichen Nettoeinkommens
Ab 15 Jahren 22 Prozent des monatlichen Nettoeinkommens
Bei mehreren Unterhaltsberechtigten, sind folgende Abzüge vorzunehmen:

Für jedes weitere Kind unter 10 Jahren 1 Prozent


Für jedes weitere Kind über 10 Jahren 2 Prozent
Für die Ehegattin/den Ehegatten je nach eigenem Einkommen Zwischen 0 und 3 Prozent



 Sofern das Kind eigene Einkünfte hat oder unter Berücksichtigung seiner
Lebensverhältnisse selbsterhaltungsfähig ist, mindert sich entsprechend der
Unterhaltsanspruch des Kindes.
 Die österreichische Arbeitsgemeinschaft für Jugendwohlfahrt bietet auf ihrer Seite einen
Unterhaltsrechner an: http://www.jugendwohlfahrt.at/unterhaltsrechner.asp

 Die Unterhaltspflicht besteht bis zur Selbsterhaltungsfähigkeit des Kindes. Die


Selbsterhaltungsfähigkeit ist von dem Erreichen der Volljährigkeit unabhängig, sie kann
früher oder auch später eintreten. Selbsterhaltungsfähig ist ein Kind grundsätzlich dann,
wenn es sämtliche angemessene Unterhaltsbedürfnisse aus eigenen Mitteln auf Grund
zumutbarer Beschäftigung oder aus Vermögenserträgnisse finanzieren kann.

 So kann auch ein volljähriges Kind, welches ein Hochschulstudium oder eine
weiterführende Berufsausbildung zielstrebig verfolgt, gegenüber seinen Eltern einen
Unterhaltsanspruch haben, sofern dies den Eltern zumutbar ist. Andererseits kann auch
bereits ein minderjähriges Kind selbsterhaltungsfähig sein, wenn es seinen Unterhalt aus
eigenen Mitteln aufgrund zumutbarer Beschäftigung oder Vermögenerträgnissen finanzieren
kann.

 Unter Umständen können auch Großeltern für das Enkelkind unterhaltspflichtig werden,
nämlich dann, wenn die Eltern nach ihren Kräften zur Leistung des Unterhalts nicht imstande
sind (§ 232 ABGB). Der Großelternteil hat jedoch nur insoweit Unterhalt zu leisten, als
dadurch bei Berücksichtigung seiner sonstigen Sorgepflichten der eigene angemessene
Unterhalt nicht gefährdet wird. Zudem mindert sich der Unterhaltsanspruch eines Enkels
insoweit, als ihm die Heranziehung des Stammes seines eigenen Vermögens zumutbar ist.
 Im Todesfall geht die Schuld eines Elternteils, dem Kind den Unterhalt zu leisten, gemäß §
233 ABGB bis zum Wert der Verlassenschaft auf seine Erben über.

Judikatur des OGH zum Unterhalt siehe hier.

Unterhaltspflichten der Kinder

 Unterhaltspflichten treffen jedoch nicht nur Eltern (und Großeltern) gegenüber ihren
Kindern, sondern können unter Umständen auch umgekehrt entstehen. Gemäß § 234 ABGB
schuldet das Kind seinen Eltern und Großeltern unter Berücksichtigung seiner
Lebensverhältnisse den Unterhalt, soweit der Unterhaltsberechtigte nicht imstande ist, sich
selbst zu erhalten, und sofern er seine Unterhaltspflicht gegenüber dem Kind nicht gröblich
vernachlässigt hat. Allerdings steht die Unterhaltspflicht der Kinder jener eines Ehegatten,
eines früheren Ehegatten, von Vorfahren und von Nachkommen näheren Grades des
Unterhaltsberechtigten im Rang nach – dh Kinder müssen nur den Unterhalt zahlen, wenn
keine andere der genannten Personen für den Unterhalt aufkommen kann. Zudem haben
Kinder nur insoweit Unterhalt zu leisten, als dadurch bei Berücksichtigung ihrer sonstigen
Sorgepflichten der eigene angemessene Unterhalt nicht gefährdet wird.

 Bei mehreren Kinder haben diese den Unterhalt anteilig nach ihren Kräften zu leisten.

 Soweit Eltern- oder Großelternteile die Heranziehung des Stammes eigenen Vermögens
zumutbar ist, mindert dies ihren Unterhaltsanspruch gegen ihre Kinder.

Unterhaltsvorschuss

 Zur Sicherung des Unterhaltes minderjähriger Kinder trifft das Unterhaltsvorschussgesetz


(UVG) besondere Vorkehrungen. Bei Säumigkeit des Unterhaltspflichtigen hat der Staat
(der Bund) Vorschüsse auf den gesetzlichen Unterhalt minderjähriger Kinder zu zahlen
(§ 1 UVG). Voraussetzung dafür ist, dass das Kind seinen gewöhnliche Aufenthalt im Inland
hat und österreichischer Staatsbürger ist oder staatenlos.

 Zudem muss für den Unterhaltsanspruch ein vollstreckbarer Exekutionstitel bestehen oder
eine Exekution gegen den Unterhaltspflichtigen erfolglos gewesen sein oder aussichtlos sein
(§§ 3 und 4 UVG).

 Kein Anspruch auf Unterhaltsvorschuss besteht, wenn das Kind mit dem
Unterhaltsschuldner in einem gemeinsamen Haushalt lebt oder das Kind auf Grund einer
Maßnahme des Jugendamtes in einer Pflegefamilie, in einem Heim oder in einer sonstigen
Einrichtung untergebracht ist (§ 2 Abs 2 UVG). Der Unterhaltsvorschuss ist vom
Pflegschaftsgericht für die Dauer des voraussichtlichen Vorliegens der Voraussetzungen
durch Beschluss zu gewähren, längstens jedoch jeweils für drei Jahre – danach kann er
abermals gewährt werden.
 Die Vorschüsse hat das Kind zurückzahlen, soweit sie vom Unterhaltsschuldner
hereingebracht werden (§ 26 Abs 1 UVG).

Obsorge

 Die Obsorge umfasst die Gesamtheit der elterlichen Rechte und Pflichten, welche neben
der Verpflichtung zur Leistung von Unterhalt bestehen: Die Pflege und Erziehung,
Vermögensverwaltung und Vertretung des Kindes (§§ 158 ff ABGB). Demnach haben
Eltern das minderjährige Kind zu pflegen und zu erziehen, sein Vermögen zu verwalten und
es in diesen sowie allen anderen Angelegenheiten zu vertreten.

 Die Eltern haben in Angelegenheiten der Pflege und Erziehung auch auf den Willen des
Kindes Bedacht zu nehmen, soweit dem nicht dessen Wohl oder ihre Lebensverhältnisse
entgegenstehen. Der Wille des Kindes ist umso entscheidender, je mehr es in der Lage ist,
den Grund und die Bedeutung einer Maßnahme einzusehen und seinen Willen danach zu
bestimmen. Die Eltern haben bei ihren Anordnungen und deren Durchsetzung auf Alter,
Entwicklung und Persönlichkeit des Kindes Bedacht zu nehmen. Die Anwendung von
Gewalt und die Zufügung körperlichen oder seelischen Leides sind unzulässig. (Zur
Vermögensverwaltung siehe § 164 ABGB.) Bei der Erfüllung dieser Pflichten und Ausübung
dieser Rechte sollen die Eltern einvernehmlich vorgehen.

 Die Pflege des minderjährigen Kindes beinhaltet gemäß § 160 ABGB besonders die
Wahrnehmung des körperlichen Wohles und der Gesundheit sowie die unmittelbare Aufsicht.
Zur Erziehung zählt besonders die Entfaltung der körperlichen, geistigen, seelischen und
sittlichen Kräfte, die Förderung der Anlagen, Fähigkeiten, Neigungen und
Entwicklungsmöglichkeiten des Kindes sowie die Ausbildung in Schule und Beruf.

. Verheiratete Eltern haben die gemeinsame Obsorge über ihr ehelich geborenes Kind. Beide
Elternteile sind gleichberechtigt und jeder Elternteil kann in der Regel selbstständig das
Kind vertreten. Bei widersprüchlichen Auffassungen der Elternteile in einer Angelegenheit
der gesetzlichen Vertretung kann das Pflegschaftsgericht (Bezirksgericht) eingeschaltet
werden und über Antrag die erforderliche Entscheidung fällen.
 Die Obsorge unehelicher Kinder steht grundsätzlich der Mutter zu. Es sind jedoch beide
Eltern mit der Obsorge betraut, wenn dies ihrem übereinstimmenden Willen entspricht. Die
gemeinsame Obsorge unehelicher Kinder muss entweder gerichtlich vereinbart werden oder
kann (seit 1.2.2013) auch beim Standesamt vorgenommen werden, indem beide Eltern
persönlich vor Standesbeamten erklären, dass sie beide mit der Obsorge betraut sein
sollen. Die Bestimmung über die Obsorgeregelung kann einseitig und ohne Angabe von
Gründen binnen acht Wochen beim Standesamt auch wieder widerrufen werden.

 Leben die beiden Eltern nicht in einer häuslichen Gemeinschaft und sind beide Elternteile
mit der Obsorge betraut, müssen sie festlegen, welcher Elternteil das Kind hauptsächlich
betreuen soll.

 Mit 1.2.2013 traten im Rahmen des Kindschafts- und Namensrechtsänderungsgesetzes


gesetzliche Änderungen vor allem betreffend die Obsorge bei Trennung der Eltern ein.

Obsorgeentzug bei Kindeswohlgefährdung

 Das Gericht ist verpflichtet, die zur Sicherung des Kindeswohls nötigen Verfügungen zu
treffen, wenn die Eltern durch ihr Verhalten das Kindeswohl gefährden (§ 181 ABGB).

 Das Gericht kann die Obsorge ganz oder teilweise entziehen oder im Einzelfall auch eine
gesetzlich erforderliche Einwilligung oder Zustimmung ersetzen (insbesondere bei
medizinischen Behandlungen § 213 Abs 2 ABGB), wenn keine gerechtfertigten Gründe für
die Weigerung vorliegen.

 Nach der Rechtsprechung kann das Gericht den Eltern auch Anordnungen erteilen, zB dafür
zu sorgen, dass das Kind regelmäßig in die Schule geht, es zur regelmäßigen ärztlichen
Untersuchung zu bringen, mit dem Jugendamt zusammenzuarbeiten und diesem die
erforderlichen Auskünfte zu erteilen etc.

 Das Jugendamt hat den Verdacht einer Kindeswohlgefährdung unverzüglich nachzugehen


und hat erforderlichenfalls Erziehungshilfe zu leisten.
Rechte des nicht mit der Obsorge betrauten Elterteils

Besuchsrecht

 Lebt ein Elternteil mit dem minderjährigen Kind nicht im gemeinsamen Haushalt, haben
das Kind und dieser Elternteil gemäß § 186 ABGB das Recht, miteinander persönlich zu
verkehren. Die Ausübung dieses Rechtes sollen das Kind und die Eltern einvernehmlich
regeln.
 Wenn ein solches Einvernehmen nicht erzielt werden kann, hat das Gericht auf Antrag des
Kindes oder eines Elternteils das Besuchsrecht unter Bedachtnahme auf die Bedürfnisse
und Wünsche und des Wohl des Kindes zu regeln. Das Gericht hat nötigenfalls, die
Ausübung des Rechtes auf persönlichen Verkehr einzuschränken oder zu untersagen.
 Auch Großeltern haben grundsätzlich ein Besuchsrecht zu ihren Enkelkindern. Die
Ausübung des Rechtes der Großeltern ist jedoch einzuschränken oder zu untersagen, wenn
ansonsten das Familienleben der Eltern zu ihren Kindern gestört werden würde.

 Wenn es das Kindeswohl verlangt, kann das Gericht auf Antrag eine geeignete und dazu
bereite Person zur Unterstützung bei der Ausübung des Besuchsrechts heranziehen
(Besuchsbegleitung; § 111 Außerstreitgesetz).

 Durch das Kindschafts- und Namenrechtsänderungsgesetz 2013 wurde


Möglichkeiten des Familiengerichts, gerichtliche Besuchsregelungen mit
sanften Mitteln, nämlich dem "Besuchsmittler" durchzusetzen,
erweitert. Auch ist nunmehr eine gerichtliche Durchsetzung gegen den
zum Besuch berechtigten Elternteil, der zum Nachteil des Kindes den
persönlichen Verkehr unterlässt, möglich. Der vom Gericht bestellte
"Besuchsmittler" soll durch Anwesenheit und Überwachung die
ordnungsgemäße Über- und Rückgabe des Kinder erleichtern.

 Bei der Ausübung des Besuchsrechtes hat der betreuende Elternteil zur Wahrung des
Kindeswohles alles zu unterlassen, was das Verhältnis zum anderen Elternteil
beeinträchtigt oder die Wahrnehmung von dessen Aufgaben erschwert.

 Wenn bei einem bereits 14-jährige Kind das Kind oder der besuchsberechtigte Elternteil
den Kontakt ablehnen, sind vom Gericht – wenn Belehrungen, Erörterungen oder der
Versuch einer gütlichen Einigung erfolgslos sind – die Anträge auf Regelung des
Besuchsrechts ohne weitere Prüfung abzuweisen bzw ein Verfahren zur Durchsetzung des
Besuchsrechts abzubrechen (§ 108 Außerstreitgesetz).

 Daneben besteht auch die Möglichkeit für das Gericht, auf Antrag des Kindes, eines
Elternteils, des Jugendamts oder von sich aus das Besuchsrecht des Kindes mit einer
sonstigen Person zu regeln. Hier kommen sonstige besonders wichtige Bezugspersonen für
das Kind in Frage, die an sich kein gesetzliches Besuchsrecht haben.

Informations- und Äußerungsrechte

 Soweit ein Elternteil nicht mit der Obsorge betraut ist, bestimmt § 189 ABGB, dass dieser
das Recht hat, vom Obsorgeberechtigten von wichtigen Angelegenheiten rechtzeitig
verständigt zu werden und sich hiezu in angemessener Frist zu äußern. Sofern trotz der
Bereitschaft des nicht mit der Obsorge betrauten Elternteils ein persönlicher Verkehr mit dem
Kind nicht regelmäßig stattfindet, stehen ihm diese Rechte auch in minderwichtigen
Angelegenheiten zu. Äußerungen sind zu berücksichtigen, wenn der darin ausgedrückte
Wunsch dem Wohl des Kindes besser entspricht.

 Wenn der mit der Obsorge betraute Elternteil diesen Pflichten beharrlich nicht nachkommt,
hat das Gericht auf Antrag, sofern das Wohl des Kindes gefährdet scheint, von Amts wegen
angemessene Verfügungen zu treffen.

 Wenn Informations- und Äußerungsrechte das Wohl des Kindes ernstlich gefährden oder
diese von dem Obsorgeberechtigten in rechtsmissbräuchlicher oder für den anderen in
unzumutbarer Weise in Anspruch genommen werden, hat das Gericht diese Rechte auf
Antrag einzuschränken oder ganz zu entziehen. Die Rechte entfallen zudem, wenn der mit
der Obsorge nicht betraute Elternteil grundlos das Recht des Kindes auf persönlichen Verkehr
ablehnt.

Geschäftsfähigkeit des Kindes

 Unter Geschäftsfähigkeit versteht man die Fähigkeit sich selbst durch Rechtsgeschäfte zu
berechtigen oder zu verpflichten. Minderjährige, dh Personen, die das 18. Lebensjahr noch
nicht vollendet haben, sind nicht voll geschäftsfähig – abhängig vom Alter und von den
Rechtsgeschäften können sie allerdings beschränkt geschäftsfähig sein.

 Kinder unter 7 Jahren sind hingegen vollständig geschäftsunfähig und benötigen daher für
alle rechtsgeschäftlichen Handlungen ihren gesetzlichen Vertreter.

 Mit dem 7. Geburtstag werden Minderjährige beschränkt geschäftsfähig, dh sie können


alterstypische Rechtsgeschäfte des täglichen Lebens abschließen und auch Schenkungen, die
sie nicht belasten entgegennehmen. Darüber hinaus brauchen auch sie die Zustimmung des
gesetzlichen Vertreters. Die Zustimmung kann auch nachträglich erteilt werden, womit ein
bereits abgeschlossenes Rechtsgeschäft im Nachhinein gültig wird. Stimmt der gesetzliche
Vertreter nicht zu, sind diese Rechtsgeschäfte unwirksam (§ 865 ABGB).

 Mündige Minderjährige, dh solche die das 14. Lebensjahr vollendet haben (mit dem 14.
Geburtstag), können sich zudem selbstständig durch Vertrag zu Dienstleistungen (zB zu
einem Ferialjob) verpflichten. Der Abschluss von Lehr- oder sonstigen
Ausbildungsverträgen erfordert hingegen immer die Zustimmung des gesetzlichen
Vertreters (§ 171 ABGB).

 Ein mündiger Minderjähriger kann zudem über Sachen, die ihm zur freien Verfügung
überlassen worden sind und über sein Einkommen aus eigenem Erwerb soweit verfügen
und sich verpflichten, als dadurch nicht die Befriedigung seiner Lebensbedürfnisse gefährdet
wird (§ 170 Abs 2 ABGB).
 Bei Kindern bei denen wegen merkbar verzögerter Entwicklung, einer psychischen
Krankheit oder einer geistigen Behinderung die vom Gesetz nach dem Alter typischerweise
zugemessene Geschäftsfähigkeit fehlt, hat das Gericht von Amts wegen oder auf Antrag
einer mit der Obsorge betrauten Person auszusprechen (§ 175 ABGB). Dieser Ausspruch
bewirkt, dass damit gegenüber jedermann unwiderlegbar festgestellt ist, dass dem Kind die
erforderliche Geschäftsfähigkeit fehlt.

Medizinische Behandlungen

 Einwilligungen in medizinische Behandlungen kann gemäß § 173 ABGB das einsichts- und
urteilsfähige Kind nur selbst erteilen; im Zweifel wird das Vorliegen dieser Einsichts- und
Urteilsfähigkeit bei mündigen Minderjährigen (also ab dem 14. Geburtstag) vermutet.
Mangelt es an der notwendigen Einsichts- und Urteilsfähigkeit, so ist die Zustimmung der
Person erforderlich, die mit der Pflege und Erziehung betraut ist.

 Wenn ein einsichts- und urteilsfähiges minderjähriges Kind in eine medizinische


Behandlung einwilligt, die gewöhnlich mit einer schweren oder nachhaltigen
Beeinträchtigung der körperlichen Unversehrtheit oder der Persönlichkeit verbunden ist,
darf die Behandlung nur mit Zustimmung der mit der Pflege und Erziehung betrauten Person
vorgenommen werden.

 Die Einwilligung und Zustimmung sind dann nicht erforderlich, wenn die Behandlung so
dringend notwendig ist, dass der mit der Einholung der Einwilligung oder der Zustimmung
verbundene Aufschub das Leben des Kindes gefährden würde oder mit der Gefahr einer
schweren Schädigung der Gesundheit verbunden wäre.

Lebensgemeinschaften und Patchwork Familien

 Durch das Familienrechts-Änderungsgesetz 2009, in Kraft seit 1. Jänner 2010, wurden


Regelungen in Bezug auf Beistands- und Schutzpflichten bei Patchwork Familien bzw.
Lebensgemeinschaften eingeführt. Erstmals regelte das ABGB das Verhältnis zwischen
Stiefeltern und Stiefkindern. Grundgedanke der neuen Bestimmungen ist, dass Stiefeltern,
den Ehepartner bei dessen elterlichen Aufgaben unterstützen sollen.

 Demnach hat jeder Ehegatte dem anderen in der Ausübung der Obsorge für dessen Kinder in
angemessener Weise beizustehen (§ 90 Abs 3 ABGB). Die Beistandsverpflichtung
bedeutet, dass der Ehegatte den Partner unterstützen muss, damit dieser seinen
Obsorgeaufgaben gegenüber seinen Kindern bestmöglich nachkommen kann. In der Praxis
bedeutet das vor allem Hilfe bei der alltäglichen Pflege und Erziehung des Kindes. Soweit es
die Umstände erfordern, vertritt jeder Ehegatte den anderen auch in den
Obsorgeangelegenheiten des täglichen Lebens. Diese Bestimmung vermittelt dem
Stiefelternteil allerdings nicht die Obsorge für das Kind, sondern dieser vertritt den
obsorgeberechtigten Elternteil nur soweit es die Umstände erfordern – also wenn dieser
verhindert ist.

 Neben diesen Beistandspflichten und dem Vertretungsrecht, welche nur den Ehegatten
des obsorgeberechtigten Elternteils treffen, gibt es auch Schutzpflichten zugunsten
minderjähriger Mitbewohner, die auch andere Personen verpflichten: Eine mit einem
Elternteil und dessen minderjährigem Kind nicht nur vorübergehend im gemeinsamen
Haushalt lebende volljährige Person, die in einem familiären Verhältnis zum Elternteil
steht, hat alles den Umständen nach Zumutbare zu tun, um das Kindeswohl zu schützen (§
139 Abs 2 ABGB).

Adoption (Annahme an Kindes Statt)


 Durch die Adoption wird durch einen der gerichtlichen Bewilligung unterliegenden
Vertrag ein der ehelichen Verwandschaft entsprechendes Eltern-Kind-Verhältnis
hergestellt.

 Die Adoption kommt durch schriftlichen Vertrag zwischen den Annehmenden und der
anzunehmen Person (dem Wahlkind) zustande (§ 192 ABGB). Die Adoption kann durch eine
Einzelperson oder durch Ehegatten erfolgen, wobei Ehegatten in der Regel nur gemeinsam
adoptieren dürfen.

 Die Wahleltern müssen das fünfundzwanzigste Lebensjahr vollendet haben. Wahlvater und Wahlmutter müssen mindestens
sechzehn Jahre älter als das Wahlkind sein (§ 193 ABGB).

 Adoptiert können nicht nur minderjährige, sondern auch volljährige Personen. Bei
letzteren fordert das Gesetz allerdings ein gerechtfertigtes Anliegen eines der Beteiligten.

 Die gerichtliche Bewilligung ist zu erteilen, wenn zwischen dem Annehmenden und dem
Wahlkind bereits eine Beziehung besteht, die dem Verhältnis zwischen Eltern und
Kindern entspricht, oder diese Beziehung verschafft werden soll (§ 180 a ABGB). Beim
minderjährigen Kind muss die Adoption dem Kindeswohl dienen. Die Bewilligung ist
zudem grundsätzlich nur dann zu erteilen, wenn bestimmte Personen, deren Interesse durch
die Adoption berührt werden einverstanden sind: Zu diesen zählen die Eltern des
minderjährigen Wahlkindes, der Ehegatte des Annehmende und jener des Wahlkindes. Wenn
für die Weigerung keine gerechtfertigten Gründe vorliegen, kann sie vom Gericht auf Antrag
eines Vertragsteiles ersetzt werden. Darüber hinaus hat das minderjährige Wahlkind ab dem
fünften Lebensjahr ein Recht auf Anhörung, ebenso die Eltern des volljährigen Kindes und
der Jugendwohlfahrtsträger.

 Im Interesse des Kindes – um das Kind den Einfluss seiner leiblichen Eltern oder sonstigen
Verwandten zu entziehen – sieht § 88 AußStrG die Möglichkeit einer sogenannten
Inkognitoadoption vor, bei welcher auf Antrag die Adoption davon abhängig gemacht wird,
dass Zustimmungs- und Anhörungsberechtigte auf die Mitteilung des Namens und des
Wohnortes des Annehmende verzichten.

Pflegekindschaft
 Pflegeeltern sind Personen, welche die Pflege und Erziehung eines Kindes ganz oder
teilweise besorgen und zu denen eine dem Verhältnis zwischen leiblichen Eltern und
Kindern nahe kommende Beziehung besteht oder hergestellt werden soll (§ 184 ABGB).

 Ein Pflegeverhältnis kann durch Ermächtigung der unmittelbar


Erziehungsberechtigten erfolgen, es kann aber auch als gerichtliche Maßnahme gegen
den Willen der Eltern begründet werden, wenn sie wegen der Gefährdung des Wohles des
Kindes erforderlich ist. Die Pflegeeltern haben das Recht zur Pflege und Erziehung, sie
können auch in Verfahren des Kind betreffend gerichtliche Anträge stellen. Die Verwaltung
und Vertretung bleibt bei den Obsorgeberechtigten.

 Die Pflegeeltern können auch beantragen, ihnen die Obsorge für das Kind ganz oder
teilweise zu übertragen. Dann hat das Gericht zu prüfen, ob dies dem Kindeswohl
entspricht und ob eine dem Verhältnis zwischen leiblichen Eltern und Kinder
nahekommende Beziehung besteht oder hergestellt werden soll.