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Was schadet der Stimme? - Was hilft der Stimme?

Die 10 Gebote der Stimmpflege

1. Mindestens drei Tage Stimmschonung/Stimmruhe bei Kehlkopfentzündungen.


2. Kein Aspirin-haltiges Medikament bei Stimmlippenentzündung.
3. Jeder Berufsstimmbenützer (Professional Voice User) soll 2 bis 2,5 l Wasser täglich trinken.
4. Deutliche präzise Artikulation mit den richtigen Pausen ist besser als eine laute Stimme.
5. Bei Stimmerkrankungen nicht flüstern (keinesfalls das gespannte Flüstern), sparsame und vorsichtige
Notkommunikation = nonverbales Zeichen- und Gebärdensprache.
6. Längeres Reden in lärmiger Umgebung vermeiden, gewohnheitsmäßiges Schreien abbauen.
7. Sprechen und Singen im Alltag nur innerhalb der einen gegebenen und vertrauten Stimmlage.
8. Vermeidung von übermäßigen Gebrauch von Magensäure-reizenden und die Schleimhäute
austrocknenden Genussmitteln wie Kaffee, Nikotin, Alkohol, Süssigkeiten und „Spicy Foods“ wie
Tomaten, Paprika, Pfefferoni
9. Tägliche Aufwärmübungen von Singen und Sprechen (Stimm-Jogging).
10. Die Warnzeichen des Körpers beachten, regelmäßigen täglichen Streßabbau pflegen durch:
Ruhepausen, kurzen Mittagsschlaf, Meditation, Gebet, Musikhören (entspannende Melodien)

Soforthilfe bei Heiserkeit – das empfiehlt der HNO-Arzt

• Gurgeln mit Salzwasser: Salz wirkt reinigend und Bakterien tötend. Zum Gurgeln löst man
einen schwach gehäuften Teelöffel Kochsalz in einem Glas
lauwarmem Wasser auf und gurgelt damit mehrmals täglich.
• Lutschpastillen: Halszuckerln, die betäubend wirken, sollte man mit Vorsicht
genießen. Denn sie helfen nur lückenhaft oder gar nicht gegen Viren.
Besser sind Pastillen, die den Speichelfluss anregen. Besonders
wirkungsvolle Inhaltsstoffe in diesem Zusammenhang sind: Emser
Salz, Thymian, Salbei, Primelwurzel oder Isländisch Moos.
Speichelsekretion anregen
• Inhalieren: Wasserdampf oder milde Salzlösungen beruhigen und befeuchten die
angegriffenen Stimmbänder. Finger weg von ätherischen Ölen. Die
reizen die Schleimhaut!
• Halswickel: Leinentuch längs falten, in kühles (handwarmes) Salzwasser (1
Esslöffel Meersalz auf ½ Liter Wasser) tauchen, leicht auswringen (so
dass es nass ist ohne zu tropfen), um den Hals legen, darüber ein
Wolltuch zum Abdichten. Nach 20 - 40 Minuten wieder abnehmen
und mit Wärme (Schal oder Rollkragen) noch 1 Stunde
nachbehandeln. 3 x täglich wiederholen.
• Nicht rauchen: Rauch ist - mehr als sonst - Gift für die Stimme. Daher: weg mit dem
Glimmstängel!
• Ganz besonders wichtig: viel Flüssigkeit, mindestens zwei bis drei Liter pro Tag. Vor allem
Salbei- oder Thymiantee lindern die Beschwerden. Kamillentee ist nicht optimal, der trocknet
die Schleimhaut aus. Alkohol sollte dagegen tabu sein.
• Auch ein Luftbefeuchter leistet bei Heiserkeit gute Dienste.
Checkliste: Wann zum Arzt?

• Wenn eine Heiserkeit länger als zwei Wochen andauert.


• Wenn Menschen, die beruflich viel sprechen müssen, Probleme mit der Stimme bekommen.
• Wenn Atemnot auftritt oder beim Atmen Schmerzen entstehen.
• Wenn gleichzeitig hohes Fieber auftritt.
• Wenn zur Heiserkeit Ohrenschmerzen und/oder Schluckbeschwerden kommen.
• Wenn Herzbeschwerden (Schmerzen in der Brustgegend, Herzrhythmusstörungen) auftreten.

Was empfiehlt der Stimmtherapeut und der Stimmcoach bei Heiserkeit

Für Moderatoren, Rundfunksprecher und andere Professionals aus den Medien ist die Stimme das wichtigste
Werkzeug und Heiserkeit eine kleine Katastrophe. Die Wiener Sprechtechnik-Trainerin Ingrid Amon weiß, dass
man mit dem richtigen Know-How einer Reibeisen-Stimme vorbeugen kann: „Tägliche Rituale halten unser
Sprechorgan klar, kräftig und gesund. Machen Sie die Aufwärmübungen gleich am Morgen. Bitte nur, wenn Sie
alleine sind. Denn man sieht nicht immer intelligent aus, wenn man seine Stimme trainiert!“

Lockeres Artikulieren: Machen Sie ein Pferde-Schnauben nach. Brrrrrrr... Ober- und Unterlippe
flattern. 30 Sekunden. Wenn Sie damit aufhören, sollte sich Ihr Mundbereich
leicht kribbelig anfühlen.

Klangvolumen vergrößern: Summen Sie irgendeine kleine Melodie (z. B. Hänschen klein) einmal auf
„mmm“ und einmal auf „nnn“. 60 Sekunden Summen. Genießen Sie das leichte
Kitzeln auf den Lippen.

Stimmkraft und voller Klang: Stehen Sie mit beiden Beinen fest am Boden. Streifen Sie nun abwechselnd links
und rechts die Fußsohlen fest am Boden ab. Rudern Sie dabei mit den Armen
kräftig dagegen. Sprechen Sie dabei laut im Rhythmus der Bewegung: „Wuuh!“
(Stimmresonanz).

Zwerchfellaktivierung: Zwerchfellatmung erleichtert Lautgebung und Pausensetzung. Ingrid Amon


schwört auf die Kerzenübung: Blasen Sie, während Sie in einem Strom
ausatmen, drei Kerzen aus, indem Sie jeweils den Buchstaben 'f' aushauchen.
Atmen Sie nicht ein, bis Sie die letzte Kerze ausgeblasen haben. Legen Sie bei
der Lautbildung von P, T, K, S und F die Hand auf die Magengrube! Wenn Sie
dabei eine deutlich federnde Bewegung spüren, entwickeln Sie rasch ein Gefühl
für den Zwerchfell-Mechanismus.

Lax Vox Therapie ( Übungstherapeutische Anleitung in der Praxis Schlömicher-Thier)

Das Prinzip der atemangepassten Stimmgebung kann jeder erlernen, berichtet die Stimm- und Atemtrainer
und unterstreichen damit die besondere Kooperation eines elastisch trainierten Zwerchfelles mit einer flexiblen
Artikulation bei der stimmberuflichen Tätigkeit

Dr.Josef Schlömicher-Thier, Dr.Matthias Weikert,


Mag. Reinhard Schmid, Mag. Hannes Tropper

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