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www.die-freiheitlichen.com
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An den
Präsidenten des Südtiroler Landtages
Herrn Dr. Ing. Roberto Bizzo
Bozen

Bozen, den 20. Februar 2018

ANFRAGE 3-343/A

Transport- und Begleitdienst für Menschen mit Beeinträchtigung

Die süditalienische Firma „Tundo GmbH" führt Teile des Transport- und Begleitdienstes für Kinder und Jugendliche mit
Beeinträchtigung in Südtirol durch. Neben der Einhaltung von Gesetzesbestimmungen der Straßenverkehrsordnung
erfordert dieser Dienst besondere Qualitätsstandards. Laut Nutzern, welche die Dienste in Anspruch nehmen, treten immer
wieder Abweichungen von gesetzlichen Bestimmungen und Missstände bei den geforderten Qualitätsstandards auf. So
sollen beispielsweise in einem Bezirk Fahrzeuge des Konzessionärs ohne Winterreifen unterwegs sein.

Daraus ergeben sich folgende Fragen an die Landesregierung verbunden mit der Bitte um schriftliche Antwort:

1. Welche besonderen Eigenschaften muss ein Fahrzeug, das für einen solchen Dienst eingesetzt wird, aufweisen
und wer überprüft die Eigenschaften und Tauglichkeit der Fahrzeuge?
2. Welcher Anteil der eingesetzten Fahrzeuge wurde überprüft und wie viele Beanstandungen gab es? Wurden
diese beseitigt?
3. Wird auch die Wintertauglichkeit der Fahrzeuge und die Anbringung der Winterreifen periodisch überprüft?
4. Welche Ausbildung muss das eingesetzte Personal aufweisen und erfüllt das Personal auch vollständig die
Kriterien? Falls nicht, welche Abweichungen gibt es und welche Fristen für die Beseitigung eventueller
Abweichungen wurden gewährt?
5. Wann enden die an die Firma „Tundo GmbH" vergebenen Konzessionen?

L. Abg. Roland Tinkhauser

Landtagsfraktion
Silvius-Magnago-Platz 6
1-39100 Bozen
Tel. 0471 946 212
Fax 0471 946 301
freiheitliche@landtag-bz.org Freiheitliche Partei Südtirol
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Landesrat für Deutsche Bildung und Kultur und für Integration Assessore all'Istruzione e Cultura tedesca e all'Integrazione

Herrn Abgeordneten
Roland Tinkhauser

Bozen, 07.05.2018 roland.tinkhauser@landtag-bz.org

Zur Kenntnis: Herrn Präsidenten


Roberto Bizzo
dokumente@landtag-bz.org

Antwort auf die Landtagsanfrage Nr. 3343/18 betreffend den Transport- und Begleitdienst für
Menschen mit Beeinträchtigung

Sehr geehrter Herr Abgeordneter,

ich schreibe Ihnen betreffend Ihre Landtagsanfrage vom 12.03.2018 (Nr. 3343/18) und darf Ihnen als
zuständiger Landesrat wie folgt antworten.

Zu Frage 1: Welche besonderen Eigenschaften muss ein Fahrzeug, das für einen solchen Dienst eingesetzt
wird, aufweisen und wer überprüft die Eigenschaften und Tauglichkeit der Fahrzeuge?

Die eingesetzten Fahrzeuge müssen laut technischem Leistungsverzeichnis AOV 010/2014 der
Ausschreibung folgende Eigenschaften aufweisen:

• die von der geltenden Bestimmung vorgeschriebenen Sicherheitsausrüstungen besitzen;


• regulär zugelassen und haftpflichtversichert sein;
• die technischen Überprüfungen vorschriftsmäßig durchlaufen haben; der Zuschlagsempfänger
verpflichtet sich der Landesverwaltung auf Anfrage eine Aufstellung aller für den Dienst benutzten
Fahrzeuge zu übermitteln und eine Kopie der Fahrzeugpapiere oder eines geeigneten
Ersatzdokumentes vorzulegen. Die technischen Eigenschaften der Fahrzeuge müssen zum Zwecke
der Sicherheit und der ordnungsgemäßen Durchführung des Beförderungsdienstes mit der
jeweiligen Route vereinbar sein;
• die technischen Überprüfungen, wie im gesetzesvertretenden Dekret Nr. 285 vom 30. April 1992, in
geltender Fassung (in der Folge Straßenverkehrsordnung genannt) vorgesehen,durchlaufen haben;
• alle Fahrtauglichkeits- und Zulassungsvoraussetzungen erfüllen und unter strenger Beachtung der
im Bereich Gebrauch und Bestimmung der Fahrzeuge laut Straßenverkehrsordnung und der
diesbezüglichen Durchführungsbestimmungen festgelegten Bestimmungen eingesetzt werden,
einschließlich jener über die Verwendung der Sicherheitsgurte und Sitze für Kinder laut Artikel 172
der Straßenverkehrsordnung;
• in Italien laut Artikel 93 der Straßenverkehrsordnung regulär zugelassen und mit der
Zulassungsbescheinigung, dem Versicherungsschein und allen anderen Unterlagen, die laut
geltender Gesetzgebung für die Beförderung von Personen vorgeschrieben sind (Gesetz Nr. 21 vom
15.01.1992 für die Personenbeförderung mit Kraftfahrzeugen; Gesetz Nr. 218 vom 11.08.2003 für
die Personenbeförderung durch Mietauto-busse mit Fahrer) ausgestattet sein;
• unter Beachtung aller in der Zulassungsbescheinigung enthaltenen Vorschriften und
Einschränkungen eingesetzt werden;
• die Vorschriften über den verpflichtenden Gebrauch von Winterausrüstung (Winterreifen oder Ketten

Landhaus 7, Andreas-Hofer-Straße 18 - 39100 Bozen Palazzo 7, via Andreas Hofer 18 • 39100 Bolzano
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an Bord des Fahrzeuges) in den Fällen, in denen dies von den Verordnungen der
Straßeneigentümer im Sinne der Artikel 5 und 6 der Straßenverkehrsordnung vorgesehen und vor
Ort von entsprechenden Schildern ausgewiesen ist, einhalten;
• auf der Vorder- und der Heckscheibe die Beschilderung laut Artikel 135 Absatz 4 der
Durchführungsverordnung zur Neuen Straßenverkehrsordnung (Schulbus) im Format von
mindestens 20 x 20 cm aufweisen;
• die Vorschriften laut Artikel 23 der Straßenverkehrsordnung und Artikel 57 der diesbezüglichen
Durchführungsbestimmungen in Bezug auf eventuelle Werbeaufschriften, die auf den Fahrzeugen
vorhanden sind, welche für den im Betreff genannten Dienst verwendet werden, einhalten;
• dürfen keine Darstellungen von physischer oder psychischer Gewalt und keine vulgären,
unanständigen oder abscheulichen Bilder enthalten, die von der „Normalität", so wie sie im
Allgemeinen von der Gesellschaft wahrgenommen wird, abweichen, und somit die Sensibilität der
Bürger verletzen."

Das Amt für Schulfürsorge fordert jährlich von der Fa. Tundo S.p.a. Kopien der gesamten Fahrzeugpapiere
(Zulassungsbescheinigungen und Versicherungspolizzen) an und überprüft deren Gültigkeit. Des weiteren
werden Lokalaugenscheine durchgeführt, bei denen die in der Firmengarage stehenden Fahrzeuge auf ihre
Eigenschaften, Sauberkeit bzw.Tauglichkeit überprüft werden.

Zu Frage 2: Welcher Anteil der eingesetzten Fahrzeuge wurde überprüft und wie viele Beanstandungen gab
es? Wurden diese beseitigt?

Das Amt für Schulfürsorge überprüft die im Fuhrpark der Fa. Tundo Spa (Enrico-Fermi-Straße 29 — Bozen)
stehenden Fahrzeuge (ca. 20 behindertengerechte Fahrzeuge) und macht auch stichprobenartige Kontrollen
im Tagesverkehr auf den verschiedenen Strecken. Über die eingesetzten Fahrzeuge wurden von Seiten der
Schulen, Gemeinden oder Eltern keinerlei Beanstandungen gemacht.

Zu Frage 3: Wird auch die Wintertauglichkeit der Fahrzeuge und die Anbringung der Winterreifen periodisch
überprüft?

Das Amt für Schulfürsorge versichert sich bei den Lokalaugenscheinen auch über den Stand und
Ordnungsmäßigkeit der Winterausrüstung (Winterreifen und Schneeketten) im Fuhrpark der Fa. Tundo
S.p.a. Was die Anbringung der Winterreifen auf den Fahrzeugen angeht, so werden diese auch im Zuge der
von uns durchgeführten Kontrollen überprüft. Die Firma ist sich außerdem bewusst, dass die Polizeibehörde
bei in Kraftttreten der VVinterausrüstungsplicht im Zeitraum vom 15. November bis 15. April eines jeden
Jahres rigorose Kontrollen durchführt.

Zu Frage 4: Welche Ausbildung muss das eingesetzte Personal aufweisen und erfüllt das Personal auch
vollständig die Kriterien? Falls nicht, welche Abweichungen gibt es und welche Fristen für die Beseitigung
eventueller Abweichungen wurden gewährt?

Das eingesetzte Personal muss laut technischem Leistungsverzeichnis AOV 010/2014 der Ausschreibung
folgende Eigenschaften aufweisen:

„die Lenker der Fahrzeuge, die mit dem Transportdienst beauftragt sind, müssen im Besitz der erforderlichen
Fahrerlaubnis und des vorgeschriebenen Berufsbefähigungsnachweises (C.A.P.) sein; sie müssen beim
Fahren besondere Vorsicht und Umsicht walten lassen, sich überzeugen, dass während der Fahrt alle
Kinder und Schüler/innen mit Behinderung vorschriftsmäßig sitzen, die vorgesehenen Haltesysteme
benutzen sowie den Schülern beim Ein- und Aussteigen behilflich sein.
Die Aufsicht über die Kinder und Schüler/innen mit Behinderungen muss vorn Zeitpunkt der
Verantwortungsübernahme (an der Haltestelle) bis zur tatsächlichen oder potenziellen Übergabe an das
Hilfspersonal oder die Eltern ausgeübt werden, wenn die Kinder und Schüler/innen mit Behinderung die
Schule verlassen beziehungsweise wenn die Kinder und Schüler/innen mit Behinderung das Fahrzeug
verlassen. Wenn keine Begleitperson eingesetzt ist, trägt der Fahrer die Verantwortung für alle Situationen,
die eine Gefahr für die Unversehrtheit der beförderten Schüler/innen darstellen und die er selbst mit einem
fahrlässigen Verhalten während der verschiedenen Beförderungsphasen, einschließlich der vorbereitenden
und der Zusatztätigkeiten, zum Beispiel beim Ein- und Aussteigen ausgelöst hat. Der Zuschlagsempfänger

1 .4,4., 117 AZ nn4 kl, 1 1 Tr2 ru-vv-r2A


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ist verpflichtet, kostenlos auch andere Personen, die von der Landesverwaltung genannt werden, zu
befördern, sofern freie Plätze im Fahrzeug vorhanden sind, auch wenn diese nicht jenen Kategorien von
Personen angehören, für welche der Dienst eingerichtet worden ist.
Die Begleitperson muss das Kind und die/den Schüler/in mit Behinderung am Eingang des Gebäudes, wo
sich der Wohnsitz des Kindes und Schülers/in mit Behinderung befindet, abholen und bis zum Ort der
Schule, Kindergarten oder Therapieort im Fahrzeug begleiten und dort dem Lehr- bzw. Erziehungspersonal
bzw. bei Rückfahrt einem Angehörigen oder einer anderen verantwortlichen Person übergeben.
Die Begleitperson muss imstande sein, mit dem Kind und Schüler/in mit Behinderung und den
Bezugspersonen in den zwei oder drei Landessprachen zu kommunizieren.
Die Begleitperson muss in der Lage sein, die ihr zugewiesenen Aufgaben (Verabreichung von
Medikamenten, Betreuung, Begleitung usw.) mit der notwendigen Fertigkeit zu erledigen. Der
Zuschlagsempfänger verpflichtet sich die eigenen Angestellten fortzubilden.
Der Zuschlagsempfänger ist verpflichtet gegenüber den eigenen Angestellten alle auf dem Gebiet der
Arbeits- und Sozialversicherung einschlägigen Rechtsvorschriften und Verordnungen einzuhalten; er muss
auch die damit verbundenen Ausgaben tragen, wobei die Kosten für die Sicherheit am Arbeitsplatz
inbegriffen sind. Der Zuschlagsempfänger verpflichtet sich gesetzliche Bedingungen und Gehälter
einzuhalten, die nicht unterhalb von denen im geltenden nationalen Arbeitsvertrag liegen."

Die Fa. Tundo S.p.a verpflichtet sich laut Leistungsverzeichnis die eigenen Mitarbeiter fortzubilden. Laut
Mitteilung des Unternehmens, wird dies auch periodisch durchgeführt.

Bezüglich der Fahrer wurden dem Amt für Schulfürsorge keine Beanstandungen von seiten der Schulen
oder Eltern mitgeteilt. Es wurde lediglich in einem Fall, in dem die Befahrbarkeit der Straße keine
angemessene Sicherheit gewährleistete (Schneefall und eisige Straße zum Teil ohne Leitplanken), der
Transport- und Begleitdienst vom Fahrer verzögert bzw. unterbrochen bis die ordentliche Befahrbarkeit
wiederhergestellt wurde.

Was den Begleitdienst angeht, wurden dem Amt für Schulfürsorge drei Hinweise gegeben, dass die
begleitenden Personen unpünktlich und ihre Aufgabe nicht mit der notwendigen Sorgfalt und
Einfühlungsvermögen durchgeführt haben. Die Fa. Tundo S.p.a wurde daraufhin angewiesen, andere
Personen mit der Aufgabe zu betreuen.

Zu Frage 5: Wann enden die an die Firma „Tundo GmbH" vergebenen Konzessionen?

Der Vertrag mit der Fa. Tundo S.p.a betreffend den Transport- und Begleitdienst für Schüler und
Schülerinnen mit Behinderungen endet mit 31.08.2018.

Mit besten Grüßen

Philipp Achammer
Landesrat
(mit digitaler Unterschrift unterzeichnet)

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