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1 ➤ Grundlagen des Blogging

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Grundlagen des Blogging
In diesem Kapitel
 Besonderheiten von Blogs erkennen
 Das eigene Blog einrichten
 Entscheiden, worüber Sie bloggen wollen
 Erfolgreich bloggen

W enn Sie die letzten Jahre nicht gerade in einer Höhle verbracht haben, dann werden Sie
sicherlich schon mal das Wort Blog gehört haben. Vor allem Journalisten sind unglaub­
lich fasziniert von dieser neuen Form einer Internetseite. Und Blogger andererseits tauchen
plötzlich als Experten und Kommentatoren in Fernsehsendungen und in Zeitungsartikeln auf.
Und dann haben Sie vielleicht einen Sohn oder eine Tochter, die bereits bloggen, oder Ihre
Firma fängt jetzt damit an. Was genau bedeutet es, wenn all diese Leute jetzt sagen, sie haben
ein Blog? Und wie können so verschiedene Benutzer wie die eigenen Kinder, Journalisten,
Medien und Firmen die gleiche Möglichkeit zur Kommunikation nutzen?
Das Wort Blog ist eigentlich eine Zusammensetzung aus zwei anderen Worten – Web ( also
Internet) und Logbuch. Ein Blog (oder auch Weblog) ist eine chronologisch sortierte Abfolge
von Einträgen auf einer Internetseite, geschrieben und strukturiert wie ein persönliches Tage­
buch, nicht unbedingt die gewohnte Schreibe von Kommunikationsprofis.
In diesem Kapitel lernen Sie, was ein Blog so bloggig macht und warum so viele Leute unbedingt
auch eines haben wollen. Sie bekommen eine Handreichung, wie Sie Ihr Blog sofort starten
können und Teil der Blogosphäre werden (also der Welt-Gemeinschaft der Blogs und Blogger).
Egal was Ihre Kinder Ihnen sagen, Sie müssen keineswegs abends gemütlich auf dem Sofa
lümmeln, um zu bloggen. Und ja, Sie dürfen durchaus eine Rechtschreibprüfung benutzen.

Gewöhnen Sie sich an Blogs


Ich habe schon mit vielen Menschen über Blogs gesprochen. Viele wissen, dass man ein Blog im
World Wide Web finden kann, glauben aber auch, dass Blogs von selbstverliebten Sonderlingen
geschrieben werden – oder von zwölfjährigen Mädchen. Es ist tatsächlich so, dass einige Blogs
schlicht Tagebücher sind, die minutiös das Leben des Schreibenden darstellen, aber Blogs
können viel mehr sein und sie können von jedermann benutzt werden.
Eines meiner Lieblingsblogs fällt tatsächlich in die Kategorie Tagebuch:
»Mimi Smartypants« (http://smartypants.diaryland.com). Dieses unterhaltsame Blog ist
von einer Frau in Chicago geschrieben, die ihre Gedanken und ihr Tagwerk dermaßen pro­
saisch festhält, das ich mich jedes Mal fast kaputtlache.

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Schauen Sie sich im Gegensatz dazu einmal »Mäni’s Bakery Blog Café« (www.manisbakery.
com/blogcafe) an, ein Blog, das von Mitarbeitern von Mäni’s Bakery in Los Angeles geschrieben
wird (siehe Abbildung 1.1). Mäni’s nutzt das Blog, um Neuigkeiten zu verbreiten, die Speise­
karte zu präsentieren, Coupons zu verlosen, Neuerungen kundzutun (wie zum Beispiel, dass
es dort jetzt auch einen Geldautomaten gibt).

Abbildung 1.1: Mäni’s Bakery-Blog ist ein gutes Beispiel, wie man Kunden auf den neuesten Stand
bringen kann.

Stellen Sie sich ein Blog so vor: Es ist einfach ein Teil einer Internetseite. Alle Blogs sind
Webseiten (aber nicht alle Webseiten sind Blogs), und was sie zu Blogs macht, ist weniger der
Inhalt oder wer da schreibt, sondern wie. Ein Blog kann vieles sein, Text, Fotos, Töne, sogar
Video, und Blogger schreiben über so ziemlich alles, was man sich denken kann.
Einer der Gründe, warum Blogs so populär geworden sind, um die eigene Meinung
oder Gedanken zu veröffentlichen, ist, weil sie in den Suchmaschinen meist ganz
vorne aufgelistet werden. Mit einem Blog kommen Sie mit einem Suchbegriff viel
schneller auf die ersten Trefferseiten – weil Ihr Inhalt aktuell ist. Suchmaschinen
mögen Seiten, die aktuell sind und Inhalt haben, der zu den Suchwörtern passt.
Und wer ein besseres Listing bei den Trefferseiten hat, kann mehr Besucher zu sei­
nem Blog locken. Mehr Leser, mehr Kommentare und am Ende vielleicht so etwas
wie eine eigene Community. Sowohl Einzelpersonen als auch Unternehmen haben
schnell begriffen, wie sie Blogs nutzen können, um Webnutzer zu erreichen.

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Wie Blogs genutzt werden


Millionen von Blogs weltweit – die Blogsuchmaschine Technorati durchsuchte im April 2008
derzeit 112,8 Millionen Blogs. Blogs sind also durchaus eine nette Möglichkeit, wenn man
etwas im Internet veröffentlichen will.
Aber warum haben Menschen ein Blog? Sie können doch nicht alle über Katzen schreiben?
Machen sie auch nicht. Blogger nutzen Blogs, um zu kommunizieren und Informationen
äußerst effektiv zu verbreiten, von persönlichen Angelegenheiten bis hin zu offiziellen Verlaut­
barungen von Unternehmen. Oft genug mischen Blogs auch Inhalte, mal offiziell, mal weniger,
manchmal eine Pressemitteilung vom Vorstandsvorsitzenden und dann die Nachricht, dass die
Kaffeemaschine defekt ist. Ein Blog kann viele Bereiche Ihres Lebens widerspiegeln.

Ihr Leben niederschreiben


Viele Blogger nutzen Blogs aus dem gleichen Grund, warum man auch ein Tagebuch schreibt –
um ihr Leben und was sie den ganzen Tag so machen, irgendwo festzuhalten. Dieser Drang,
sich auszudrücken, kann sich auf vielerlei Art und Weise darstellen, als Tagebuch oder Foto­
sammlung, und wenn Sie gerne Ihr Leben auch anderen mitteilen möchten, ist ein Blog perfekt
für Sie.
Gleich, ob Sie nur alljährlich ein Weihnachtsmailing machen oder per E-Mail den Rest der
Familie über Ihr Leben auf dem Laufenden halten, Sie werden eine Menge Spaß mit einem
Blog haben.
Sie können nämlich so oft bloggen, wie Sie wollen, und Ihre Leser können entscheiden, wann
sie Ihre Texte lesen wollen. Und das Beste: Jeder Blogeintrag kann von Ihren Lesern kommen­
tiert werden, ohne dass diese erst eine Briefmarke suchen und zur Post gehen müssen. Alles,
was sie tun müssen, ist, auf Ihrer Webseite einen Kommentar zu hinterlassen. Sie werden bald
glauben, selten so viel mit Ihrer Familie kommuniziert zu haben.

Weil Sie keine Briefmarken brauchen, ist es auch nicht wirklich teuer, in Kontakt
zu bleiben, und spart auch Zeit. (Wie lange es allein dauert, die Klebefläche eines
Briefumschlags anzulecken ...)

Sicherlich, es gibt nicht nur Himmelhochjauchzen und Blogs über Knabenmorgenblüten­


träume. Richtig spannend wird es in Blogs, wenn auch mal raue Zeiten kommen. Derek Miller
(www.penmachine.com), ein Schriftsteller aus Vancouver, hat sein Blog benutzt, um seine
Krebserkrankung zu dokumentieren. Am 26. Juni 2007 schrieb er Folgendes:
»Um es auf den Punkt zu bringen: Der Krebs ist gewachsen und hat gestreut. Mein Ziel ist
es nun, die olympischen Winterspiele 2010 in Vancouver noch zu sehen, und außerdem
meinen Führerschein zu verlängern – der läuft in 5 Jahren ab. Während meine Ärzte und
ich alles tun, um das möglich zu machen, könnte es durchaus sein, dass ich nicht lange
genug lebe, nicht mal fünf Jahre. Es ist ein harter Tag. Ich habe geweint und gelacht und
mit meinem Freund Simon Nachos gegessen und etwas getrunken, und meine Frau um-

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armt und meine Kinder und meine Eltern. Und ich will weiterkämpfen. Es ist ein schmaler
Grat zwischen Wissen und Akzeptieren, was geschehen könnte, und es zu verneinen. Ich
bin eigentlich ein Optimist, aber ich kann nicht wirklich so tun, als ob alles gut sei, weil
es das eben nicht ist. Die Zukunft, sogar die nahe, bleibt ein Geheimnis, und ich muss es
auf mich zukommen lassen.«
Abbildung 1.2 zeigt Dereks Blog.

Abbildung 1.2: Derek Miller bloggt über alles in seinem Leben, von seiner Chemotherapie bis  
zum neuen Betriebssystem von Apple.

Vergessen Sie in Ihrem Eifer nicht, dass jeder Ihr Blog lesen kann. Im Gegensatz
zum Tagebuch in der Nachttischschublade ist ein Blog für jeden lesbar, der einen
Internetanschluss hat, und zwar sowohl jetzt und als auch in der Zukunft. Veröffent­
lichen Sie daher besser nichts, was Sie später vielleicht einmal bereuen könnten,
und seien Sie besonders vorsichtig, wenn Sie sich über andere äußern und wenn
Sie Fotos benutzen.

Über Hobbys bloggen


Wenn Sie ein Hobby haben oder eine Leidenschaft, dann sollten Sie bloggen. Jeder andere,
der der gleichen Beschäftigung frönt, ist ein potenzieller Leser und immer hungrig nach Infor­
mationen über sein Lieblingsthema.

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Sie können Ihr Wissen niederschreiben, anderen helfen, für irgend etwas die Werbetrommel
zu rühren oder einfach darüber schreiben, was Sie gerne machen. So können Sie schnell mit
anderen, die Ihren Spleen teilen, in Kontakt treten, Sie können darüber Freunde finden und
sich noch tiefer in das Metier einarbeiten.
Astrid Walter führt ein Blog über etwas, wovon sie nicht lassen kann: Schokolade. Sie schreibt
auf »Naschkatze« (http://naschen.blogspot.com) über Neuigkeiten rund um die Kakao­
produkte, Wissenschaftliches und Unterhaltsames. Ihre Leser schätzen das – und melden sich
zu Wort. In einem Beitrag über die neue Verpackung einer Traditionsschokolade meldeten sich
Befürworter und Gegner der Änderung. Sehen Sie ihr Blog in Abbildung 1.3.

Abbildung 1.3: Die junge Journalistin Astrid Walter bloggt gerne über Schokolade.

Informationen teilen
Manchmal ist ein Blog wirklich nur dazu gemacht, um Informationen zu verbreiten. Journa­
listen nutzen Blogs, um über lokale, regionale und internationale Ereignisse zu schreiben,
Kritiker und Kommentatoren verbreiten ihre Ansichten und Voraussagen. Lehrer informieren
über Schulfeste und Elternabende. Mitarbeiter in der Außenstelle informieren die Kollegen
im Firmensitz und umgekehrt. Der Nutzen von Blogs als Informationsvermittler ist wirklich
unbegrenzt. Das populäre Blog »BoingBoing« (www.boingboing.com) ist so ein Beispiel. Es
nennt sich selbst »Ein Verzeichnis von wunderbaren Dingen« und die verschiedenen Autoren
machen den ganzen Tag nichts anderes, als Sie auf dem Laufenden zu halten über verrückte

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und wunderbare Webseiten. Eine Auswahl von Beiträgen vom Juli 2007 berichtete über eine
Firma, die Tassen, die wie Totenköpfe aussehen, herstellt, behandelte polnische Filmposter und
erklärte, warum Meerkatzen Neuankömmlinge angreifen und wie man das verhindern kann.
Diese Seite ist wirklich ein Sammelsurium von Links und Nachrichten, gemacht für Leute, die
gerne Triviales aus dem Netz lesen.
Eine andere bekannte Webseite ist »Gizmodo« (www.gizmodo.de). Dieser Reiseführer für den
Elektronikfan behandelt die neuesten Apple-Laptops, analysiert den Preisverfall der Xbox 360
und erklärt, wie man das iPhone vor Diebstahl schützt (siehe Abbildung 1.4). Es mag sein, dass
nicht jeder Beitrag für Sie interessant ist, aber wenn Sie mit der halsbrecherischen Geschwin­
digkeit von technischen Neuerungen Schritt halten wollen, dann sind Blogs wie Gizmodo
richtig für Sie.

Abbildung 1.4: »Gizmodo« ist ein Blog über elektronische Spielzeuge und mehr.

Geld verdienen
Sie haben eine Menge Zeit geopfert, um Ihr Blog zu erstellen, und eine Menge Leute lesen
es. Warum sich nicht die Mühe auch bezahlen lassen? Eine Frage, die viele bekannte Blogger
immer wieder beschäftigt, und es gibt mehrere Wege, Einnahmen zu erzielen.
Die am weitesten verbreitete Möglichkeit ist Werbung . GoogleAdSense ist ein Anbieter von
Werbung in Webseiten und bindet solche Werbung ein, die zum Inhalt passt – und damit auch
für die Leser von Interesse sein kann.

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Jedes Mal, wenn ein Besucher Ihres Blogs einen solchen Werbelink anklickt, bekommen
Sie Geld von Google. Ich werde mehr über das Geldverdienen mit Blogs, Werbung, Partner­
programme, Sponsoren und anderes in Kapitel 16 vorstellen.
Natürlich haben Unternehmen längst herausgefunden, dass man mit Blogs wunderbar die
Werbetrommel rühren kann. Viele Firmen haben Blogs in ihre Webseiten eingebunden und so
einen neuen Weg gefunden, mit ihren bestehenden und vielleicht künftigen Kunden direkt zu
kommunizieren. Bisweilen hat die etwas lockere Art in Blogs dazu geführt, ein Unternehmen
sogar etwas menschlicher darzustellen – weil eben Menschen wie Sie und ich dort bloggen. Am
Ende stehen dann mehr Glaubwürdigkeit und auch mehr Bekanntheit der Firma.
Daimler, der Energieversorger E.on und General Motors – sie alle haben bereits Unterneh­
mensblogs. Aber wie sieht es mit den kleineren Firmen aus oder gar Ein-Mann-Unternehmen?
Auch sie nutzen die Macht der Blogs, geben Lesern Einblick in ihre Unternehmenskultur und
enthüllen, was bisweilen hinter der verspiegelten Fassade der Firmenzentrale verborgen ist.
Der Autoriese Daimler (http://blog.daimler.de) stellt sich zum Beispiel dieser Heraus­
forderung. Denn zum einen sollen Firmen nur mit einer Stimme sprechen (One-voice-policy),
zum anderen widerspricht es aber Blogs, wenn ein Beitrag durch mehrere Prüfinstanzen geht.
Daimler beschreibt sein Engagement so: »Dieses Blog wird von Daimler-Mitarbeitern geschrie­
ben. Diese Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kommen aus den unterschiedlichsten Bereichen
des Konzerns und sind keine geübten Blogger. Aber wir wollen dazulernen. Und dabei helfen
uns Ihre Kommentare, die ausdrücklich erwünscht sind!«

Ein Blog erkennen


Die Chance ist groß, dass Sie bereits ein Blog gesehen haben. Weil Blogger nicht »Das ist ein
Blog« auf Ihre Seite schreiben, haben Sie das vielleicht gar nicht bemerkt. Mit ein wenig Praxis
und Kenntnis der Standard-Blogelemente werden Sie ein Blog sofort als solches erkennen.
Ganz gleich, wovon ein Blog handelt oder wer es schreibt, alle haben gemeinsame Charakte­
ristika:
4 Regelmäßige Aktualisierung: Die meisten Blogs werden ein paar Mal pro Woche aktuali­
siert, manche sogar einige Male am Tag. Es gibt keinen festen Zeitplan: Blogger schreiben
einfach, wenn sie dazu Lust haben.
4 Beiträge oder Posts: Wann immer ein Blogger aktualisiert, erstellt er (oder sie) einen Post
oder Beitrag, der dem Blog hinzugefügt wird.
4 Permalinks (Permanente Links): Wann immer ein neuer Post hinzugefügt wird, hat er
auch einen Platz auf der Webseite gefunden. Zur gleichen Zeit wird für den Beitrag selbst
eine Webseite erstellt, in der nur der Beitrag steht und die Kommentare dazu – eine Per­
malink-Seite. Diese Seiten sind auch ein Grund dafür, warum Blogs bei Suchmaschinen
so weit oben stehen. Jeder Eintrag ist eine neue Seite in Ihrem Webangebot und neues
Futter für die Suchmaschine.

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4 Chronologische Abfolge: Wenn ein Blogpost geschrieben wird, ist er auf der Webseite ganz
oben zu sehen. Wenn der nächste Eintrag kommt, ist dieser an erster Stelle zu sehen und
so weiter.
4 Kommentare: Die meisten (nicht alle) Blogs erlauben Lesern, einen Kommentar zu hin­
terlassen – kurze Texte meist –, um auf einen Post zu antworten. Es sind vor allem die
Kommentare, die ein Blog von anderen Webseitentypen unterscheiden, weil sie Interaktion
und Konversation erst möglich machen.
4 Archive: Weil Blogs so häufig aktualisiert werden, haben viele Blogs ein datumsbasiertes
Archiv, mit dem ältere Beiträge schnell gefunden werden können.
4 Kategorien: Posts können auch anders sortiert werden, beispielsweise in Kategorien, die
es dem Blogger ermöglichen, über mehrere Themen zu schreiben, und den Lesern einen
Weg geben, schnell dorthin zu gelangen, was sie am meisten interessiert.

Eine kleine Geschichte des Bloggens


Das Blogkonzept an sich ist nicht neu: Menschen schreiben Tagebücher und Journale,
seit es das geschriebene Wort gibt. Sogar im Internet ist das nicht wirklich neu. Niemand
weiß so wirklich, wann der erste Blogeintrag geschrieben wurde, aber es wird so ungefähr
1994 gewesen sein. Das Wort »Weblog« gibt es seit 1997 und wurde bald zu Blog verkürzt.
Wenn Sie mehr über die Geschichte des Blogs erfahren wollen, dann schauen Sie sich
den entsprechenden Artikel in Wikipedia an (http://de.wikipedia.org/wiki/Blog) oder
lesen Erik Möllers Buch Die heimliche Medienrevolution – Wie Weblogs, Wikis und freie
Software die Welt verändern, dessen 1. Auflage als kostenloser Download im Netz erhältlich
ist (http://medienrevolution.dpunkt.de/files/Medienrevolution-1.pdf).
Im April 2008 durchsuchte die Blogsuchmaschine Technorati (www.technorati.com)
112,8 Millionen Blogs und 250 Millionen Seiten so genannter Social-Media-Angebote.
Selbst, wenn man die Testblogs oder inzwischen inaktive Blogs abzieht, ist die Zahl der
Blogs riesig – und sie wächst.

Anatomie: Wir zerlegen ein Blog


In diesem Abschnitt gebe ich Ihnen eine kleine Übersicht über Blog-Elemente und bediene
mich dabei Christiane Links Blog »Behindertenparkplatz« (www.behindertenparkplatz.de).
Christiane Link schreibt darin über Behinderungen und Behinderte, und ihr Blog ist von der
Deutschen Welle zum besten Blog 2007 gekürt worden.
Es hat all die Elemente, die ich auch in Abbildung 1.5 aufzeige.

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Letzter Beitrag Logo/Kopf

Informationen zum Beitrag Seitenleiste

Abbildung 1.5: Christianes Links »Behindertenparkplatz«-Blog hat schon Preise gewonnen.

Alle Blogs haben diese Grundelemente:


4 Logo: Der Header oder Kopf genannte Bereich enthält meist auch ein Logo, Bild oder
eine Grafik. Dieser Bereich ist auf jeder Blogseite zu sehen, also auch für Leser, die erst
auf einem Beitrag gelandet sind und noch gar nicht auf der ersten Seite waren. In Abbil­
dung 1.5 enthält der Kopf den Namen von Christianes Blog und das Foto eines amerika­
nischen Parkschildes für Behinderte.
4 Letzte Beiträge: Am Anfang der Seite ist immer der zuletzt geschriebene Beitrag zu lesen.
Wenn Sie nach unten scrollen, sehen Sie den vorhergehenden Post und so weiter. Durch
das chronologische Prinzip finden Sie die neuesten, aktuellsten Informationen immer ganz
oben. In der Regel stehen etwa zwölf Posts auf einer Übersichtsseite, alle anderen kann
man über das Archiv finden.
4 Informationen zum Post: Mit jedem Eintrag werden einem Beitrag auch Informationen
zugeordnet. Diese sind zwar ganz interessant, aber man braucht sie nicht unbedingt.
Manche Blogs geben mehr, manche weniger bekannt. Aber meistens sind es folgende:

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• Das Datum und der Zeitpunkt des Blogposts


• Der Name des Autors. Das ist vor allem wichtig für Blogs mit mehreren Autoren.
• Die Zahl der Kommentare zu einem Beitrag. In Abbildung 1.5 sehen Sie, dass der erste
Beitrag neun Kommentare hat.
• Einen Link zu der Permalink-Seite, in der Regel auch als Permalink bezeichnet. Manch­
mal führt auch die Schreiben Sie einen Kommentar-Schaltfläche dorthin, schließlich ist
die Zielseite ja die gleiche.
• Die Kategorie, der ein Post zugeordnet ist. In Abbildung 1.5 ist die oberste Kategorie
»Barrierefreiheit«.
• Weitere Links wie solche zu Trackbacks oder die Möglichkeit, den Blogeintrag einem
Freund per E-Mail zu schicken.
4 Seitenleisten-Elemente: Die meisten Blogs sind aufgeteilt in zwei oder drei Spalten, den
meisten Platz hat in der Regel die Mittelspalte, in der die Posts stehen. Die zweite und/oder
dritte Spalte enthält meist Navigationselemente oder Links und eher allgemeine Informa­
tionen. Manche Blogs verzichten völlig auf Seitenleisten und andere wiederum listen dort
Elemente auf, die ich hier in dieser kurzen Übersicht zeigen will:
• Datumsbasierte Archive: Fast jedes Blog wird auch archiviert, wenn es veröffentlicht
wird, und zwar mit Datum und Kategorie.

Abbildung 1.6: Ein Kategorien-Archiv

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• Kategorienbasiertes Archiv: Abbildung 1.6 zeigt die Kategorien des Behindertenpark­


platz-Blogs. In den jeweiligen Kategorien sind die Artikel jeweils wieder chronologisch
geordnet – das macht es Ihnen leichter, die Information zu finden, die Sie suchen.
Klicken Sie auf eine Kategorie und Sie bekommen nur die Artikel dieser Kategorie
angezeigt.
• Stichwortbasiert: Abbildung 1.7 zeigt eine weitere Möglichkeit der Sortierung. So ge­
nannte Tags oder Stichwörter bieten eine noch feinere Unterscheidung von Themen.
Je größer die Schrift dargestellt wird, desto mehr Artikel passen zu diesem Stichwort.
Themen werden als Stichwörter in der Seitenleiste sortiert.

Abbildung 1.7: Eine Stichwort-Sortierung nach Thema

• Blogroll: Eine Blogrolle ist eine Liste der Blogs, die der Blogger interessant findet.
Indem Christiane diese Links in ihr Blog einfügt, kann sie Lesern weitere interessante
Webseiten empfehlen (siehe Abbildung 1.8). Und manchmal senden diese Seiten dann
auch als Dank mit einem ebensolchen Eintrag in ihrer Blogroll neue Leser zurück.
• Informationen über den Autor: Weil Blogs sehr persönlich sind, wollen Sie manchmal
mehr über den Menschen wissen, der da schreibt. Manche Blogger wissen, dass ihre
Leser neugierig sind, und geben ihnen ein paar Kurzinfos über sich. Diese Information
ist manchmal direkt in der Seitenleiste zu finden, sind dort verlinkt oder in einer
horizontalen Navigationsleiste wie in Abbildung 1.9.

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Abbildung 1.8: Blogrollen enthalten Links zu den Blogs, die der Blogger besonders interessant findet.

Abbildung 1.9: Sagen Sie etwas über sich!

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1 ➤ Grundlagen des Blogging

• RSS-Feeds (steht für Really Simple Syndication – wirklich einfache Syndizierung) ist
eine Möglichkeit, wie Ihre Leser Ihr Blog abonnieren können. Nachdem ein Leser per
RSS Ihr Blog abonniert hat, kann er die neuesten Einträge mittels eines RSS-Readers
lesen und muss gar nicht Ihr Blog direkt besuchen. Das ist hilfreich, weil Leser dadurch
nicht jedes Mal Ihre Webseite besuchen müssen, wenn sie mehrmals am Tag wissen
wollen, ob es etwas Neues gibt. Ein Blog hat meistens ein kleines orange-farbenes
Symbol, das auf den RSS-Feed hinweist, wie in Abbildung 1.10 gezeigt. In Kapitel 10
werde ich Ihnen mehr über RSS erzählen.

Abbildung 1.10: RSS-Feed-Symbol

Ein Blog erstellen


Es gibt unter anderem deshalb so viele Blogs, weil man sie so einfach erstellen und veröffent­
lichen kann. In den frühen Tagen des Internets gab es viele Diskussionen darüber, wie nun
das Publizieren demokratisiert werden würde, es gab Debatten darüber, dass ja nun jeder dank
des Personal Computers die Möglichkeit hatte, zu publizieren. Aber dem war gar nicht so. Es
ist zwar richtig, dass ein Autor nicht länger eine Druckmaschine und einen Vertrieb brauchte,
aber dafür musste er bestimmtes technisches Wissen mitbringen, um selbst veröffentlichen
zu können.
Wenn der Eigen-Publizist nicht eine Menge Zeit aufwenden wollte, um HTML zu lernen, einen
Computer keinen Internetanschluss hatte und nicht wusste, wie er Daten auf einen Webserver
stellt, war er immer noch in der gleichen Lage wie zuvor. Er braucht andere, um zu publizie­

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ren. Es ist nicht so, dass es unmöglich war, das alles selbst zu machen, aber es war eben auch
nicht mit links getan.
Die Antwort liegt also in der Technik, speziell was die Software anbelangt. Wenn Sie in der
Lage sind, eine E-Mail zu schreiben, dann können Sie auch ein kleines Stückchen Bloggings­
oftware bedienen, ohne dieses ganze Durcheinander von HTML, FTP oder anderer Internet-
Akronyme.
Abbildung 1.11 zeigt Ihnen das Formular der von mir bevorzugten Bloggingsoftware Expres­
sionEngine. Wenn ich einen Blogeintrag schreiben will, dann melde ich mich bei meiner
Bloggingsoftware an und fülle ein paar Formularfelder aus. Habe ich das gemacht, klicke ich
auf Speichern und der Beitrag ist veröffentlicht. So einfach ist das.

Abbildung 1.11: ExpressionEngine lässt per Formular bloggen.

Eine andere Software hat natürlich auch andere, für Sie passendere Funktionen. Die Schwie­
rigkeit ist, genau die Software zu finden, die für Sie richtig ist. Aber seien Sie versichert: Die
Auswahl solcher Programme ist vielfältig und es gibt sie in allen Preisklassen. In Kapitel 4
stelle ich Ihnen ausführlich vor, wie man die passende Software aussucht. Und in Kapitel 2 wird
Ihnen gezeigt, wie Sie mit dem Dienst Blogger (eine populäre Blogsoftware) in zehn Minuten
ein Blog erstellen.

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1 ➤ Grundlagen des Blogging

Worüber bloggen?
Themen zum Bloggen gibt es wie Sand am Meer. Wenn Sie noch nie ein Blog gelesen haben,
dann folgen Sie diesen wenigen Schritten, um eines zu finden und es zu lesen – es ist die beste
Möglichkeit, mit dem Medium in Kontakt zu treten.
1. Öffnen Sie Ihren Webbrowser und gehen Sie auf die Seite www.technorati.com.
2. Geben Sie in das Suchfeld am Anfang der Seite irgendeinen Suchbegriff ein, der Sie
interessiert.
Wenn Sie zum Beispiel das Blog von jemandem lesen wollen, der das gleiche Hobby wie
Sie hat, dann suchen Sie etwa nach Stricken oder Fallschirmspringen. Oder suchen Sie
nach einem Begriff, der zu Ihrem Job passt: Wenn Sie in der Buchhaltung arbeiten, dann
suchen Sie nach Steuergesetze oder nach etwas, das Ihnen Hilfestellungen geben kann,
zum Beispiel beim Hauskauf oder für das Möbelstreichen.
3. Klicken Sie auf Search.
Technorati gibt Ihnen eine Liste von aktuellen Blogposts aus, die Ihre Suchkriterien
erfüllen. Wenn ich nach Stricken suche, dann zeigt mir Technorati einen Beitrag von
jemandem, der gerade Garn gekauft hat, um neue Socken zu stricken, ein Rezept für eine
Torte mit einem Stricknadelbild und einen Beitrag von jemandem, der ein Problem mit
einem Strickmuster hat.
4. Wählen Sie den Blogeintrag aus, der Sie interessiert, und klicken Sie auf den Titel, um
das Blog zu besuchen und mehr zu erfahren.
5. Wiederholen Sie das, bis Sie ein Blog gefunden haben, das Sie interessiert und an dem
Sie Spaß haben.
Es gibt zu so vielen Themen Blogs, dass es kaum möglich ist, nicht etwas Interessantes zu
finden, ob nun aus beruflichem oder privatem Interesse. Ich lese Blogs über alle möglichen
Themen, angefangen von (Überraschung!) Stricken über Kunst bis hin zu Immobilien.
Das Format von Blogs ist geradezu dazu gemacht, Ideen zu Themen zu finden, aber das ist
längst nicht alles. Es gibt Blogs zu Marketing, Schuhverkauf, Klatschnachrichten, Spenden­
aufrufen und wie man Bücher schreibt. Das Thema oder die Themen, über die Sie schreiben,
sollten Ihnen Spaß machen und Sie sollten Interesse daran haben, aber Sie können auch über
alles Mögliche schreiben.
So viel Freiheit kann auch etwas einschüchtern, und es kann Ihnen wie mir gehen, dass näm­
lich eine gähnende Leere im Kopf herrscht. Kein Problem. Sie können heute ein Blog über ein
Thema einrichten, und wenn Sie irgendwann besser wissen, was Sie wollen, dann gehen Sie
einfach einen anderen Weg. Blogs sind sehr flexibel!
Denken Sie darüber nach, wenn Sie ein Blog beginnen:
4 Wählen Sie ein Thema, das Sie wirklich interessiert. Nehmen Sie kein Thema, von dem
Sie meinen, es könnte ankommen oder es könnte Sie interessieren. Sie sind der- oder
diejenige, die später die Beiträge schreiben muss, und es wird Ihnen dabei helfen, wenn

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Blogging für Dummies

Sie mit Enthusiasmus an die Sache gehen. Das werden auch Ihre Leser spüren und wie­
derkommen.
4 Bestimmen Sie, welche Themen Sie aussparen wollen. Manche Blogger, die eher für
Freunde und Familie Tagebuch führen, wollen vielleicht bestimmte Teile ihres Lebens
nicht öffentlich machen. Wollen Sie zum Beispiel wirklich, dass Ihr Freund am nächsten
Tag liest, wie leidenschaftlich Sie mit ihm geknutscht haben? Und was würde Ihr Chef dazu
sagen oder Ihre Mutter?
4 Denken Sie an potenzielle Leser. Wer sind die? Wie können Sie sie ansprechen und dazu
bringen, Ihr Blog zu lesen? Interessiert es Sie überhaupt, wie viele Leser Sie haben? Wenn
ja, was haben Sie Ihnen zu sagen?

Ein erfolgreiches Blog einrichten


Blogs sind so schnell und einfach eingerichtet, dass Sie das auch ohne Idee über den Inhalt,
Ihre Motivation oder Ihr Ziel machen können. Manche mögen das Herumspielen und Auspro­
bieren, anderen wird dabei schnell langweilig (oder das Blog wird es). Damit Sie es gleich von
Anfang an richtig machen, sollten Sie darüber nachdenken, warum Sie bloggen, und dann eine
Entscheidung treffen, wie Sie Ihr Ziel erreichen wollen.
Verstehen Sie mich nicht falsch – das hier ist natürlich nicht Ihr Job. Aber so wie Sie kaum ein
gutes Abendessen zaubern können, wenn Sie sich nicht um die Zutaten Gedanken machen, so
wenig können Sie ein Blog starten ohne ein Erfolgsrezept.
Hier ist mein Erfolgsrezept:
1. Heizen Sie den Ofen vor, indem Sie sich Ziele setzen.
2. Fügen Sie einige Esslöffel guter Schreibe hinzu.
3. Mischen Sie alles mit häufigen Aktualisierungen.
4. Streuen Sie eine gehörige Portion Interaktion mit Ihren Lesern ein.
Ein Weg, Ideen für ein gutes Blog zu bekommen, ist es, zu schauen, was andere
machen. Beobachten Sie, wie Blogs, die Sie gerne lesen, es schaffen, dass Sie wie­
derkommen. Merken Sie sich, wie oft das Blog aktualisiert wird, den Schreibstil und
welche Posts Sie am ehesten zu einem Kommentar anregen. Ein wenig bei anderen
abschauen ist eine hervorragende Möglichkeit, selbst erfolgreich zu werden.

Ziele setzen
Es gibt viele unterschiedliche Wege, ein Blog zu starten und erfolgreich zu führen. Vergessen
Sie nicht, dass Ihr Ziele vielleicht von denen anderer Blogger abweichen können. Setzen Sie
sich Ziele und behalten Sie diese im Hinterkopf, wenn Sie Ihr Blog starten.

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1 ➤ Grundlagen des Blogging

Diese Punkte können ein erfolgreiches Blog ausmachen:


4 Zahlen: Viele Blogger wollen unbedingt viele Leser haben, und sie definieren Erfolg über
die Zahl der Besucher ihres Blogs pro Tag.
4 Kommentare: Für andere ist die Interaktion mit den Lesern in den Kommentaren viel
wichtiger. Für diese Blogger ist ein Kommentar am Tag oder zu jedem Beitrag schon ein
Erfolg.
4 Ergebnisse: Manche Blogger starten ein Blog, um etwas erreichen zu wollen, wie einen
Spendenaufruf, um ein Produkt zu verkaufen oder um einen Vertrag mit einem Verlag
zu bekommen (das alles gibt es wirklich). Wenn das Ziel erreicht ist, wissen sie, dass sie
erfolgreich waren.
Wenn Sie ein Blog starten, überlegen Sie also auch, wie Sie Erfolg definieren. Wollen Sie die
gesamte Familie über das Blog in Kontakt halten? Wollen Sie Ihre Freunde auf dem Laufenden
halten, während Sie in einer anderen Stadt studieren? Haben Sie gerade eine Firma gegründet
und wollen Medienaufmerksamkeit haben? Schreiben Sie Ihre Ziele am besten in einen der
ersten Blogbeiträge und schauen Sie sich diesen alle paar Monate wieder an. Sind die Ziele
erreicht oder wollen Sie sie ändern?

Gut schreiben
Blogbeiträgen wird oft ein schlechter Schreibstil zugeschrieben, mit Tippfehlern, grammati­
kalischen Fehlern und unvollständigen Sätzen. Ein Teil dieser Kritik ist sicherlich berechtigt.
Manche Blogposts sind wirklich schnell dahingeschrieben, mit einer eher groben Überprüfung
von Grammatik und Rechtschreibung. Für viele Blogger macht dieses Nicht-Perfekte den
Charme von Blogs aus. Der umgangssprachliche Stil ist nicht schwer zu verstehen und wer so
schreibt, macht meist auch einen unkomplizierten Eindruck.
Das ist aber keine Entschuldigung, alle Regeln des Schreibens zu ignorieren. Blogs, die gut
geschrieben sind und eine korrekte Rechtschreibung haben, werden durchaus mehr gelesen
als solche, die schludrig sind. Sie können einen freundlichen, persönlichen Schreibstil haben,
ohne dabei den Kontakt zum Duden völlig zu verlieren. Ich empfehle Ihnen nachdrücklich eine
Rechtschreibprüfung, auch wenn Sie »nur« Ihren Freunden und Ihrer Familie schreiben.
Für ein professionelles Blog sind Rechtschreibung und Grammatik sehr wich­
tig. Denken Sie nicht einmal daran, die Regeln großzügig auszulegen. Ansonsten
werden Ihre Leser und Kunden davonlaufen und Ihre Mitbewerber werden sich
freuen.
Noch wichtiger ist es natürlich, auch daran zu denken, wie Sie Ihre Leser ansprechen möchten.
Nehmen Sie sich etwas Zeit, um einen persönlichen, bisweilen plaudernden Stil zu entwickeln,
der aber dennoch eine gewisse Qualität hat. Lassen Sie sich vom Geschwätz in manchen Blogs
nicht täuschen. Die besten Blogger nehmen sich selbst für einfache Beiträge so viel Zeit, wie
sie sich im Beruf für eine Notiz an den Chef nehmen würden.
Sie finden mehr Tipps, wie Sie Ihren eigenen Stil finden, in Kapitel 8.

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Blogging für Dummies

Schreiben Sie regelmäßig


Zwingen Sie sich, regelmäßig neue Beiträge zu schreiben. Was heißt regelmäßig? Für den
einen ist es jeden Tag, für den anderen drei Mal täglich. Für einen Blog, dessen Bestimmung
es nicht ist, jede Sekunde Ihres Lebens zu dokumentieren, aber oft genug Beiträge zu haben,
um Ihre Leser bei Laune zu halten, dürfte zwei oder drei Mal die Woche ausreichend sein. Die
meisten Blogs werden mit dieser Häufigkeit aktualisiert. Doch wenn Sie öfter bloggen wollen,
machen Sie das ruhig.
Viele Blogger benutzen einen kleinen Trick, für den Fall, dass sie einmal keine Zeit
haben: Sie schreiben Posts im Voraus. Manche Blogsoftware erlaubt es Ihnen, einen
Beitrag mit einem Erscheinungstag zu versehen. So können Sie Ihre Leser auch
versorgen, wenn Ihnen gerade der Blinddarm herausgenommen wird oder Sie in
Mallorca am Strand liegen.
Wichtig ist auch Ihre Geschwindigkeit. Am Anfang sind Sie begeistert und schreiben wie der
Teufel. Später dann stellen Sie fest, dass Ihnen die Ideen ausgehen. Teilen Sie sich Ihre Ideen
am Besten ein.

Mit Kommentaren umgehen


Kommentare sind der Unterschied zwischen einem Blog und einer normalen Webseite. Die
Möglichkeit zur Interaktion und Kommunikation zwischen Autor und Lesern bieten nur Blogs.
Foren bieten das zwar auch, aber nicht so direkt wie Blogs. Blogleser können zu jedem Beitrag
einen Kommentar hinterlassen. Manchmal ist ein Kommentar eine Reaktion auf den Beitrag,
manchmal ein Vorschlag oder eine Frage an den Autor. Weil jeder einen Kommentar schreiben
kann, gibt es manchmal auch Kommentare zu Kommentaren.
Blogposts haben oft einen Link direkt unter dem Beitrag, der zeigt, wie viele Kommentare
ein Beitrag hat. Wenn Sie diesen Link anklicken, gelangen Sie zu einer Seite, die den Beitrag
zeigt, die Kommentare dazu und ein Formular, mit dem Sie selbst einen Kommentar schreiben
können.
Nachdem ein Kommentar gemacht wurde, wird er im Kommentarbereich angezeigt, in der
Regel mit dem Namen des Kommentierenden versehen sowie mit Datum und Uhrzeit. In
manchen Blogs wetteifern die Leser, wer den ersten Kommentar zu einem neuen Post hin­
terlässt.
In Christianes Blog »Behindertenparkplatz« (www.behindertenparkplatz.de) beantwortet die
Autorin oft Fragen von Lesern. Ihre Kommentare haben dann eine andere Hintergrundfarbe
als die der Leser (siehe Abbildung 1.12).
Nicht jeder Blogger erlaubt Kommentare. Manche berühmten Blogger fühlen sich überfordert
mit der Zahl der Antworten und schalten die Kommentare ab, weil sie es nicht mehr schaffen,
alle zu kontrollieren und zu beantworten. Wir wären wohl alle glücklich, wenn wir dieses
Problem hätten. Für die meisten Blogger sind Kommentare ein wichtiges Werkzeug, die Kon­
versation mit ihren Lesern am Leben zu halten.

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1 ➤ Grundlagen des Blogging

Abbildung 1.12: An der farblichen Absetzung erkennt man Kommentare des Bloggers.

Ich empfehle Ihnen, die Kommentare in Ihrem Blog anzuschalten, denn dies ist
ein einfacher Weg für Ihre Leser, um Sie anzusprechen und von Ihnen auch ein
Feedback zu bekommen.

Leider wissen auch Spammer, dass ein Kommentar so einfach zu schreiben ist
wie eine E-Mail. Wenn Sie Ihre Kommentare anschalten, werden Sie sicherlich
auch ungewollte Kommentare mit Werbung erhalten. Manche sind vielleicht sogar
peinlich, wie das bei E-Mail-Spam auch ist. Wenn Sie also Kommentare zulassen,
lesen Sie diese auch und löschen Sie unangemessene Beiträge gegebenenfalls. Ihre
Leser werden es Ihnen danken. In Kapitel 10 erläutere ich ausführlicher, wie Sie
möglichst wenig Spam-Kommentare bekommen.

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