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Version 2000

Neue revidierte Fassung

Die Bibel
Übersetzt von Franz Eugen Schlachter
nach dem hebräischen und griechischen Grundtext

Genfer Bibelgesellschaft
Christliche Literatur-Verbreitung Bielefeld
Die Bibel
Schlachter Übersetzung - Version 2000
Taschenausgabe
© Genfer Bibelgesellschaft
CH-1211 Genf 3
1. Auflage 2002
Satz: swtype, Bielefeld
Umschlag: typtop, Meinerzhagen
Druck und Bindung: Druckerei C.H. Beck, Nördlingen
Gedruckt in der Europäischen Union

ISBN
2-608-22211-0 (GBG) – illustrierter fester Einband
3-89397-021-5 (CLV) – illustrierter fester Einband
2-608-22214-5 (GBG) – klassischer fester Einband
3-89397-022-3 (CLV) – klassischer fester Einband
2-608-22256-0 (GBG) – Fibroleder, weinrot, Goldschnitt
3-89397-023-1 (CLV) – Fibroleder, weinrot, Goldschnitt
2-608-22259-5 (GBG) – Fibroleder, schwarz, Goldschnitt
3-89397-024-X (CLV) – Fibroleder, schwarz, Goldschnitt

Vertrieb
Schweiz: Das Haus der Bibel
Ch. de Praz-Roussy 4b
CH-1032 Romanel-sur-Lausanne
http://www.bible.ch
Deutschland: Christliche Literatur-Verbreitung
Postfach 110135
D-33649 Bielefeld
http://www.clv.de
III

Zu dieser Ausgabe der Bibel


Die Übersetzung von Franz Eugen Schlachter

Die Genfer Bibelgesellschaft freut sich, diese Erstausgabe der revidierten


Schlachter-Bibel vorzustellen. Das Neue Testament war im Jahr 1999 er-
schienen, und nun, drei Jahre später, konnte auch die Bearbeitung des
Alten Testaments abgeschlossen werden.

Franz Eugen Schlachters Übersetzung der ganzen Bibel erschien 1905 als
erste deutsche Bibel des 20. Jahrhunderts. Schlachter, der damals Prediger
der Evangelischen Gesellschaft in Biel und Bern war, gelang es, der Über-
setzung eine besondere sprachliche Ausdruckskraft und seelsorgerliche
Ausrichtung zu verleihen. Im Jahr 1951 erschien eine revidierte Ausgabe
der Genfer Bibelgesellschaft. Diese Fassung wurde nunmehr weiter bear-
beitet.

Überzeugt vom Wert dieser Übersetzung, wollte die Genfer Bibelgesell-


schaft den besonderen Charakter und die treffenden Formulierungen des
Originals beibehalten. Gleichzeitig sollte die Schlachter-Bibel den Grund-
text an wichtigen Stellen genauer wiedergeben. Dieser Übersetzung liegt
im Alten Testament der überlieferte Masoretische Text und im Neuen Te-
stament der überlieferte griechische Text der Reformation zugrunde, der
auch die Grundlage der alten Zürcher-Bibel, der alten Luther-Bibel und
der King-James-Bibel war.

Die revidierte Schlachter-Bibel hat also das Anliegen, das Wort Gottes
wortgetreu und für den Leser klar verständlich wiederzugeben, damit das
ewige Bibelwort seine erleuchtende und belebende Kraft auch im 21. Jahr-
hundert entfalten kann.

Wir wünschen dieser Ausgabe der Bibel eine weite Verbreitung und allen
Lesern Gottes Segen.

Genf, im Sommer 2002

Die Herausgeber
IV

Die Bibel - das ewig gültige Wort Gottes für alle Menschen
Vom Altertum bis in unsere Zeit hat die Bibel einen großen und weitrei-
chenden Einfluß auf viele Millionen Menschen gehabt. Das Leben unge-
zählter Männer und Frauen wurde dadurch verändert, daß sie dieses
»Buch der Bücher« lasen. Sein Reichtum an geistlicher Wahrheit und gött-
licher Offenbarung ist unerschöpflich. Wie kein anderes Buch hat die Bibel
die Kraft, Menschen zur Erkenntnis des allein wahren Gottes zu bringen,
der Himmel und Erde und auch jeden einzelnen Menschen geschaffen
hat. Zugleich führt sie ihre Leser zu Besinnung und Selbsterkenntnis, da-
mit sie ihr Leben im Licht Gottes sehen. Und sie zeigt uns, daß Jesus
Christus, der Sohn Gottes, der einzige Weg zu Gott ist, der alleinige Retter,
der durch sein Sühnopfer am Kreuz sündige Menschen mit einem heiligen
Gott versöhnen kann.

Das Alte Testament (d.h. das Buch des Alten Bundes) ist der von Gott gege-
bene Bericht über die Schöpfung der Welt und des Menschen, über den
Ursprung des Sündenfalls der Menschen und über Gottes weiteren Weg
mit der Menschheit. Von Gott berufene und zubereitete Boten wie Mose,
Jesaja und Daniel haben zwischen 1500 und 400 v. Chr. die 39 Bücher des
Alten Testaments geschrieben, damit wir Gott in seiner Heiligkeit und Ge-
rechtigkeit, in seinem Gericht über die Sünde und in seinem gnädigen
Handeln an den Menschen erkennen können. Dies wird uns vor allem
durch Gottes Wirken an seinem auserwählten Bundesvolk Israel deutlich
gemacht.

Das Alte Testament beginnt mit den fünf Büchern Mose (auch »Gesetz«
genannt). Das erste Buch Mose ist das Buch der Anfänge, in dem Gott uns
bezeugt, wie er die Welt geschaffen hat, wie der Mensch in Sünde fiel und
was Gott tat, um trotz des Sündenfalls und der Abkehr der Menschen von
ihrem Schöpfer einzelne zur Umkehr und zur Gemeinschaft mit ihm zu
rufen. Die anderen vier Bücher Mose berichten von der Berufung und Er-
wählung des Volkes Israel als dem heiligen Bundesvolk des HERRN. In den
Geschichtsbüchern (Josua bis Esther) wird die Geschichte Gottes mit die-
sem Bundesvolk Israel und seinen Königen und Propheten berichtet: das
Versagen und die Untreue des Volkes, Gottes Gerichte und gnädige Rufe
zur Umkehr, die Entstehung des Königtums Davids und sein Niedergang
bis hin zur Zerstreuung des Volkes unter die Heidenvölker und der Rück-
kehr eines kleinen Überrests in das besetzte und geplünderte Land Israel.

Die dichterischen Bücher (Hiob bis Hoheslied) beleuchten das Leben des
Glaubens an den lebendigen Gott mitten in Bedrängnis und Leid; sie of-
V
fenbaren Gottes Liebe und Erlösung, seine Gnade und Treue, und enthal-
ten viel Trost und Zuspruch. Den Abschluß des Alten Testaments bilden
die prophetischen Bücher. Sie enthalten das Reden Gottes zu seinem un-
treuen Bundesvolk Israel, aber auch Botschaften an die anderen Völker.
Gott macht in ihnen deutlich, daß er der Herr der Geschichte ist, und kün-
digt immer wieder das Kommen des Messias (des Gesalbten oder Chri-
stus) für das Ende der Zeit an. Durch ihn, so bezeugen es die Propheten,
wird Gott Erlösung und Vergebung von Schuld bringen (vgl. besonders
Jesaja 53), aber auch Gericht über alle gottlosen Menschen und ein Frie-
densreich voller Segnungen für Israel und für alle Menschen, die an ihn
glauben.

Das Neue Testament (d.h. das Buch des Neuen Bundes), der zweite Teil der
Bibel, wurde im Laufe des ersten Jahrhunderts nach Christus geschrieben.
Seine 27 Bücher wurden von den berufenen Gesandten (Aposteln) und
Boten des Herrn Jesus Christus verfaßt, von Männern wie Johannes, Pe-
trus und Paulus, die Jesus Christus persönlich gekannt hatten und seine
Worte und Lehren nun schriftlich weitergaben, damit spätere Generatio-
nen und weit entfernte Völker die freimachende Botschaft von Christus,
dem Sohn Gottes, dem gekreuzigten und auferstandenen Herrn und Erlö-
ser, hören konnten.

Die vier Evangelien geben uns einen Überblick über das Leben Jesu Christi
und zeigen, daß er der von den alttestamentlichen Propheten angekün-
digte Messias ist. Jedes Evangelium unterstreicht ein besonderes Merkmal
seiner Person und seines Wirkens. Sie alle schließen mit dem Bericht vom
Kreuzestod und der Auferstehung Jesu Christi - der Grundlage des christ-
lichen Glaubens. Die Apostelgeschichte berichtet, wie sich das Evangeli-
um, die Heilsbotschaft von Jesus Christus, ausbreitete, zuerst in Jerusa-
lem, dann in Samaria, und schließlich in weiten Teilen des römischen
Reiches. Die einundzwanzig Briefe des NT bilden den Grundstein für die
christliche Lehre und sind von größter Wichtigkeit für die Gemeinde Jesu
Christi. Das Buch der Offenbarung kündigt die Gerichte an, die Gott am
Ende der Zeit über die Welt bringen wird, und zeigt, wie Gott seine Pläne
und seinen Willen in allem ausführt und vollendet; es bildet damit das
großartige und ernste Abschlußkapitel des Neuen Testaments und der
ganzen Bibel.

Die ganze Bibel ist ein göttliches Offenbarungsbuch. Sie wurde zwar von
Menschen schriftlich überliefert, aber ihr eigentlicher Verfasser ist Gott
selbst. Er leitete die Schreiber der heiligen Schriften so durch seinen Heili-
gen Geist, daß sie die Worte Gottes niederschrieben und nicht ihre eige-
nen Gedanken. Der Apostel Paulus schrieb: »Alle Schrift ist von Gott einge-
VI
geben...« (2. Timotheus 3,16). Und der Apostel Petrus bestätigte: »Denn
niemals wurde eine Weissagung durch menschlichen Willen hervorge-
bracht, sondern vom Heiligen Geist getrieben haben die heiligen Menschen
Gottes geredet« (2. Petrus 1,21).

Bis heute wurde die Bibel ganz oder teilweise in über 2. 200 Sprachen der
Welt übersetzt. Sie ist immer noch, Jahr um Jahr, das weltweit am meisten
verbreitete Buch. Ihre Botschaft gibt Antwort auf die grundlegenden Le-
bensfragen des Menschen – auch im dritten Jahrtausend nach der Geburt
des Retters Jesus Christus. Die Zusage Jesu Christi gilt auch für jeden von
uns heute:

Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort hört und dem glaubt, der
mich gesandt hat, der hat ewiges Leben und kommt nicht ins Gericht, son-
dern er ist vom Tod zum Leben hindurchgedrungen.
Johannes 5,24
VII

Wichtige Worte der Bibel


Anregungen zum Bibellesen

Diese Anregungen sind hauptsächlich für Leser bestimmt, die die Bibel zum
ersten Mal lesen möchten. Wir möchten Sie dazu sehr ermutigen, auch
wenn der Anfang vielleicht manchmal etwas mühsam ist. Beten Sie vor al-
lem zu Gott, der uns Menschen dieses heilige Buch gegeben hat, um Licht
und Klarheit, damit Sie verstehen können, was er Ihnen persönlich sagen
und zeigen möchte. Suchen Sie sich eine ruhige und von Ablenkungen freie
Zeit, um sich ganz auf das Gelesene konzentrieren zu können.

Die Bibelstellen sind teilweise zur Platzersparnis nach einem allgemein


üblichen Verfahren abgekürzt angegeben worden. Zuerst wird das Bibel-
buch genannt (Sie können es im Inhaltsverzeichnis auffinden, wo auch die
Abkürzungen erklärt sind, und die Seitenzahl aufschlagen, mit der es be-
ginnt). Die erste Ziffer danach ist das Kapitel, in dem die Bibelstelle steht;
darauf folgt die Versziffer. 5Mo 6,4-7 bedeutet also: Die Bibelstelle steht im 5.
Buch Mose, im 6. Kapitel, und umfaßt Vers 4 bis Vers 7.

Ausgewählte Abschnitte zum Einstieg in das Lesen der Bibel

Diese Auswahl ist ein Vorschlag für Menschen, die die Bibel zum ersten Mal
lesen möchten. Jedes Buch der Bibel ist wichtig und wertvoll, und diese vor-
geschlagenen Abschnitte sollen nur eine erste Hinführung bilden. Wir
möchten jeden Leser ermutigen, die ganze Bibel von Anfang bis Ende zu le-
sen, und das nicht nur einmal.

Die Schöpfung und der Sündenfall des Menschen


1. Mose Kap. 1 bis 4

Gottes Weg der Gnade mit denen, die an ihn glauben


1. Mose Kap. 5 bis 33

Gottes Bund mit Israel und seine Gebote


2. Mose Kap. 1 bis 24

Die Heiligkeit Gottes und die Notwendigkeit eines Opfers


3. Mose Kap. 1 bis 19

Der Weg des Glaubens und die Größe Gottes


Psalm 1 bis 91
VIII
Die Weisheit Gottes und die Torheit des Menschen
Sprüche und Prediger

Das Gericht Gottes und der Messias


Jesaja 40 - 66

Jesus Christus – der Erretter der Menschen


Markus-Evangelium

Jesus Christus – der Sohn Gottes


Johannes-Evangelium

Gottes Gerechtigkeit und unser Weg zu Gott


Römerbrief Kap. 1 bis 8

Jesus Christus, der einzige Mittler und Hohepriester


Hebräerbrief

Gottes zukünftige Gerichte und die Vollendung der Zeiten


Das Buch der Offenbarung

Einige grundlegende Aussagen der Bibel


Die Bibel ist das Wort Gottes, das uns Leben gibt
2Tim 3,14-17; 1Th 2,13; 5Mo 32,46-47; Joh 5,34; Joh 12,47-50

Gott ist der Schöpfer aller Dinge


1Mo Kap. 1 – 2; Jes Kap. 40 – 45; Hiob Kap. 38 - 41

Gott ist der Ewige und Allmächtige


1Mo 17,1; Ps 97; 1Tim 6,15-16; Offb 4,8

Gott ist der heilige und gerechte Richter


1Mo 18,25; Ps 57,12; Ps 96; Röm 2,1-16; Hebr 12,22-29; Offb 20,11-15

Die Schuldverstrickung des Menschen vor Gott


1Mo 6,5-13; 1Mo 8,21; Ps 53,1-3; Ps 51,4-9; Röm 1,18-32

Die Verlorenheit des von Gott entfremdeten Menschen


Jer 17,9-10; Hebr 9,27; Eph 2,1-3.12; Eph 4,17-19; Tit 1,15-16; 3,3
IX
Der Sohn Gottes wurde Mensch, um uns zu erretten
Joh 3,16; Lk 19,10; Phil 2,5-11; Hebr 2,14-18; 1Tim 3,16

Jesus Christus – das Sühnopfer für unsere Schuld


Röm 3,23-26; 1Pt 1,18-21; 1Pt 2,21-25; Hebr 9,11 – 10,18; Jes 53

Jesus Christus, der einzige Mittler und Hohepriester


zwischen Menschen und Gott
Joh 14,6; Apg 4,12; 1Tim 2,5-6; Hebr 7,15 – 8,6

Christus bewirkt unsere Versöhnung und Gerechtigkeit Gott gegenüber


2Kor 5,18-21; Röm 5,1-11

Aus Gnade allein gerettet


Eph 2,1-10; Röm 3,23-24; Röm 5,20-21; Röm 6,23

Gerechtfertigt durch den Glauben an Jesus Christus


Joh 6,29.40.47; Eph 2,1-10; Gal 2,16; Röm 1,16-17

Die neue Geburt


Joh 3; Joh 1,12-13; 1Pt 1,3-5; Tit 3,4-7; Gal 4,6-7

Christus, der gute Hirte


Joh 10,1-18; Ps 23; Hes 35,11-16

Die Gemeinde als Gemeinschaft der an Christus Gläubigen


Apg 2,37-47; Eph 1,22-23; Eph 2,19-22; Eph 3,8-12; Eph 4,1-16; Eph 5,22-32

Die Auferstehung und Entrückung der Gläubigen


Joh 11,25-26; Joh 14,1-3; 1Th 4,13-18; Phil 3,20-21

Das zweite Kommen Jesu Christi zum Gericht für diese Welt
Mt Kap. 24; 2Th 1,7-10

Das letzte Gericht


Offb 20,10-15

Der neue Himmel und die neue Erde


Offb Kap. 21 - 22
X

Hilfe in Zeiten der Not – Bibelworte, die Trost und Kraft geben
Der Weg zum Frieden mit Gott
Apostelgeschichte 16,30-34 1155-1156
Johannes 3,16-18 1104
Jesaja 53,4-6 769

Befreiung von Schuld


1. Johannes 1,7-10 1111
Epheser 1,7 1226
Psalm 32 604

Frieden in Angst und Bedrängnis


Johannes 16,33 1125
Philipper 4,6-7 1235
Psalm 27 601

Mut in schweren Tagen


2. Korinther 4,8-18 1211-1212
2. Thessalonicher 3,3 1245
Josua 1,5-9 241

Trost im Leiden
2. Korinther 12,8-10 1218
Hebräer 12,3-13 1268-1269
Klagelieder 3,22-41 850

Führung bei Entscheidungen


Jakobus 1,5-6 1271
Römer 12,1-3 1186-1187
Psalm 119,1-3+101-105 658+661

Ruhe in Zeiten der Erschöpfung


Matthäus 11,28-30 1004
Philipper 4,6-13+19 1235
Psalm 23 599

Trost in Tagen der Not


Römer 8,26-39 1182-1183
2. Korinther 1,3-5 1209
Psalm 91 542
XI
Kraft in der Stunde der Versuchung
1. Korinther 10,6-13 1200
Hebräer 12,1-14 1268-1269
Psalm 119,9-11 660

Lob aus Dankbarkeit


1. Thessalonicher 5,18 1243
Hebräer 13,15 1270
Psalm 103 647

Die Botschaft der Bibel von Jesus Christus


Jesus Christus ist der Herr
Im Anfang war das Wort [Jesus Christus], und das Wort war bei Gott, und
das Wort war Gott. Dieses war im Anfang bei Gott. Alles ist durch dasselbe
entstanden, und ohne dasselbe ist auch nicht eines entstanden, was ent-
standen ist. In ihm war Leben, und das Leben war das Licht der Menschen.
Johannes 1,1-4 (Seite 1101)

Dieser [Jesus Christus] ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes, der Erstge-
borene, der über aller Schöpfung ist. Denn in ihm ist alles erschaffen wor-
den, was im Himmel und was auf Erden ist, das Sichtbare und das Unsicht-
bare, seien es Throne oder Herrschaften oder Fürstentümer oder Gewalten:
alles ist durch ihn und für ihn geschaffen; und er ist vor allem, und alles
besteht in ihm. Kolosser 1,15-17 (Seite 1236)

Der Mensch ist von Gott getrennt und braucht Erlösung


Es ist keiner gerecht, auch nicht einer; es ist keiner, der verständig ist, der
nach Gott fragt. Sie sind alle abgewichen, sie taugen alle zusammen nichts;
da ist keiner, der Gutes tut, da ist auch nicht einer! ... Denn es ist kein Unter-
schied; den alle haben gesündigt und verfehlen die Herrlichkeit, die sie bei
Gott haben sollten. Römer 3,10-12.22-23 (Seite 1177)

... Auch euch, die ihr tot wart durch Übertretungen und Sünden, in denen
ihr einst gelebt habt nach dem Lauf dieser Welt, gemäß dem Fürsten, der in
der Luft herrscht, dem Geist, der jetzt in den Söhnen des Ungehorsams
wirkt, unter denen auch wir einst alle unser Leben führten in den Begierden
unseres Fleisches, indem wir den Willen des Fleisches und der Gedanken
taten; und wir waren von Natur Kinder des Zorns, wie die anderen.
Epheser 2,1-3 (Seite 1227)
XII
Gott erlöst aus Liebe verlorene Menschen durch seinen Sohn
Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn gab,
damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verlorengeht, sondern ewiges Leben
hat. Johannes 3,16 (Seite 1104)

Darin ist die Liebe Gottes zu uns geoffenbart worden, daß Gott seinen einge-
borenen Sohn in die Welt gesandt hat, damit wir durch ihn leben sollen.
Darin besteht die Liebe – nicht, daß wir Gott geliebt haben, sondern daß er
uns geliebt hat und seinen Sohn gesandt hat als Sühnopfer für unsere Sün-
den. 1. Johannes 4,9-10 (Seite 1287)

Jesus Christus ist der einzige Weg zu Gott


Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben; niemand
kommt zum Vater als nur durch mich! Johannes 14,6 (Seite 1122)

Und es ist in keinem anderen das Heil; denn es ist kein anderer Name unter
dem Himmel den Menschen gegeben, in dem wir gerettet werden sollen.
Apostelgeschichte 4,12 (Seite 1136)

Was sollen wir tun?


Und er führte sie heraus und sprach: Ihr Herren, was muß ich tun, damit ich
gerettet werde? Sie aber sprachen: Glaube an den Herrn Jesus Christus, so
wirst du gerettet werden, du und dein Haus! Apostelgeschichte 16,30-31
(Seite 1155)

So tut nun Buße [= kehrt von Herzen um zu Gott] und bekehrt euch, daß
eure Sünden ausgetilgt werden. Apostelgeschichte 3,19 (Seite 1135)

Die Errettung durch den Glauben an Jesus Christus


Denn aus Gnade seid ihr errettet durch den Glauben, und das nicht aus
euch – Gottes Gabe ist es; nicht aus Werken, damit niemand sich rühme.
Epheser 2,8-9 (Seite 1227)

Da wir nun aus Glauben gerechtfertigt [= vor Gott gerecht gemacht] sind, so
haben wir Frieden mit Gott durch unseren Herrn Jesus Christus.
Römer 5,1 (Seite 1178)

Gewißheit der Errettung


Allen aber, die ihn [Jesus Christus] aufnahmen, denen gab er das Anrecht,
Kinder Gottes zu werden, denen, die an seinen Namen glauben; die nicht
aus Blut, noch aus dem Willen des Fleisches, noch aus dem Willen des Man-
nes, sondern aus Gott geboren sind. Johannes 1,12-13 (Seite 1101)
XIII
Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort hört und dem glaubt, der
mich gesandt hat, der hat ewiges Leben und kommt nicht ins Gericht, son-
dern er ist vom Tod zum Leben hindurchgedrungen.
Johannes 5,24 (Seite 1107)

Ein neues Leben


Darum: ist jemand in Christus, so ist er eine neue Schöpfung; das Alte ist
vergangen, siehe, es ist alles neu geworden! 2. Korinther 5,17 (Seite 1212)

Ich bin mit Christus gekreuzigt; und nun lebe ich, aber nicht mehr ich selbst,
sondern Christus lebt in mir. Was ich aber jetzt im Fleisch lebe, das lebe ich
im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt und sich selbst für mich
hingegeben hat. Galater 2,20 (Seite 1221)

Eine lebendige Hoffnung für die Zukunft


Gelobt sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns aufgrund
seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoff-
nung durch die Auferstehung Jesu Christi aus den Toten, zu einem unver-
gänglichen und unbefleckten und unverwelklichen Erbe, das im Himmel
aufbewahrt wird für uns, die wir in der Kraft Gottes bewahrt werden durch
den Glauben zu dem Heil, das bereit ist, geoffenbart zu werden in der letzten
Zeit. 1. Petrus 1,3-5 (Seite 1276)

Wir werden nicht alle entschlafen, wir werden aber alle verwandelt werden,
plötzlich, in einem Augenblick, zur Zeit der letzten Posaune; denn die Po-
saune wird erschallen, und die Toten werden auferstehen unverweslich,
und wir werden verwandelt werden ... dann wird das Wort erfüllt werden,
das geschrieben steht: »Der Tod ist verschlungen in Sieg! Tod, wo ist dein
Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg?« ... Gott aber sei Dank, der uns den
Sieg gibt durch unseren Herrn Jesus Christus!
1. Korinther 15,51-57 (Seite 1207)
XIV

Inhaltsverzeichnis und Abkürzungen


der Bücher des Alten Testaments
Name Abkürzung Seite
Das erste Buch Mose (Genesis) 1Mo 1
Das zweite Buch Mose (Exodus) 2Mo 61
Das dritte Buch Mose (Leviticus) 3Mo 112
Das vierte Buch Mose (Numeri) 4Mo 149
Das fünfte Buch Mose (Deuteronomium) 5Mo 197

Das Buch Josua Jos 241


Das Buch der Richter Ri 270
Das Buch Ruth Rt 299
Das erste Buch Samuel 1Sam 303
Das zweite Buch Samuel 2Sam 341
Das erste Buch der Könige 1Kö 373
Das zweite Buch der Könige 2Kö 410
Das erste Buch der Chronik 1Chr 446
Das zweite Buch der Chronik 2Chr 478
Das Buch Esra Esr 518
Das Buch Nehemia Neh 530
Das Buch Esther Est 547

Das Buch Hiob Hi 556


Die Psalmen Ps 588
Die Sprüche Spr 674
Der Prediger Pred 707
Das Hohelied Hl 716

Das Buch des Propheten Jesaja Jes 723


Das Buch des Propheten Jeremia Jer 781
Die Klagelieder Jeremias Kla 846
Das Buch des Propheten Hesekiel (Ezechiel) Hes 854
Das Buch des Propheten Daniel Dan 913
Das Buch des Propheten Hosea Hos 932
Das Buch des Propheten Joel Joel 941
Das Buch des Propheten Amos Am 945
Das Buch des Propheten Obadja Ob 952
Das Buch des Propheten Jona Jon 954
Das Buch des Propheten Micha Mi 957
Das Buch des Propheten Nahum Nah 962
Das Buch des Propheten Habakuk Hab 965
XV
Das Buch des Propheten Zephanja Zeph 968
Das Buch des Propheten Haggai Hag 971
Das Buch des Propheten Sacharja Sach 973
Das Buch des Propheten Maleachi Mal 984

Inhaltsverzeichnis und Abkürzungen


der Bücher des Neuen Testaments
Name Abkürzung Seite
Das Evangelium nach Matthäus Mt 991
Das Evangelium nach Markus Mk 1032
Das Evangelium nach Lukas Lk 1058
Das Evangelium nach Johannes Joh 1101

Die Apostelgeschichte Apg 1132

Der Brief des Apostels Paulus an die Römer Röm 1174


Der erste Brief des Apostels Paulus an die Korinther 1Kor 1192
Der zweite Brief des Apostels Paulus an die Korinther 2Kor 1209
Der Brief des Apostels Paulus an die Galater Gal 1220
Der Brief des Apostels Paulus an die Epheser Eph 1226
Der Brief des Apostels Paulus an die Philipper Phil 1232
Der Brief des Apostels Paulus an die Kolosser Kol 1236
Der erste Brief des Apostels Paulus an die Thessalonicher 1Th 1240
Der zweite Brief des Apostels Paulus an die Thessalonicher 2Th 1244
Der erste Brief des Apostels Paulus an Timotheus 1Tim 1246
Der zweite Brief des Apostels Paulus an Timotheus 2Tim 1251
Der Brief des Apostels Paulus an Titus Tit 1255
Der Brief des Apostels Paulus an Philemon Phlm 1257
Der Brief an die Hebräer Hebr 1258
Der Brief des Jakobus Jak 1271
Der erste Brief des Apostels Petrus 1Pt 1276
Der zweite Brief des Apostels Petrus 2Pt 1281
Der erste Brief des Apostels Johannes 1Joh 1284
Der zweite Brief des Apostels Johannes 2Joh 1289
Der dritte Brief des Apostels Johannes 3Joh 1290
Der Brief des Judas Jud 1291

Die Offenbarung Jesu Christi durch Johannes Offb 1293

Anhang 1313
XVI
Im Bibeltext kursiv gedruckte Wörter sind hervorgehoben bzw. betont.
In eckige Klammern [ ] gesetzte Wörter stehen nicht im Grundtext und
wurden zur besseren Verständlichkeit hinzugefügt.

Abkürzungen

aram. aramäisch
AT / at. Altes Testament / alttestamentlich
bed. bedeutet
d.h. das heißt
eig. eigentlich
Fn. Fußnote
Gr. / gr. das Griechische / griechisch
Hebr. / hebr. das Hebräische / hebräisch
Jh. Jahrhundert
n. Chr. nach Christi Geburt
NT / nt. Neues Testament / neutestamentlich
o. ä. oder ähnlich
od. oder
s. a. siehe auch
u.a. unter anderem
V. Vers
v. Chr. vor Christi Geburt
verm. vermutlich
vgl. vergleiche
w. wörtlich
z.B. zum Beispiel
z.T. zum Teil
Das Alte Testament
Das erste Buch Mose (Genesis)
DIE URZEIT: VON DER SCHÖPFUNG BIS ABRAHAM Samen trägt nach seiner Art, und Bäume,
Kapitel 1 - 11 die Früchte bringen, in denen ihr Same
Der Anfang der Welt: ist nach ihrer Art. Und Gott sah, daß es
Gott erschafft Himmel und Erde gut war. 13 Und es wurde Abend, und es
Neh 9,6; Ps 124,8; Jer 32,17; Joh 1,1-3 wurde Morgen: der dritte Tag.
Im Anfang schuf Gott die Himmel und
die Erde. Der vierte Tag
Ps 104,19; 136,7-9
Der erste Tag 14 Und Gott sprach: Es sollen Lichter an
Ps 104,2; Jos 45,7; 2Kor 4,6
der Himmelsausdehnung sein, zur Unter-
2 Die Erde aber war wüst und leer, und es scheidung von Tag und Nacht, die sollen
lag Finsternis auf der Tiefe, und der Geist als Zeichen dienen und zur Bestimmung
Gottes schwebte über den Wassern. der Zeiten und der Tage und Jahre, 15 und
3 Und Gott sprach: Es werde Licht! Und als Leuchten an der Himmelsausdeh-
es wurde Licht. 4 Und Gott sah, daß das nung, daß sie die Erde beleuchten! Und
Licht gut war; da schied Gott das Licht es geschah so. 16 Und Gott machte die
von der Finsternis. 5 Und Gott nannte das zwei großen Lichter, das große Licht zur
Licht Tag, und die Finsternis nannte er Beherrschung des Tages und das klei-
Nacht. Und es wurde Abend, und es wur- nere Licht zur Beherrschung der Nacht;
de Morgen: der erste Tag. dazu die Sterne. 17 Und Gott setzte sie an
die Himmelsausdehnung, damit sie die
Der zweite Tag Erde beleuchten 18 und den Tag und die
Ps 104,2; 19,2
Nacht beherrschen und Licht und Fin-
6 Und Gott sprach: Es werde eine Ausdeh- sternis scheiden. Und Gott sah, daß es
nung inmitten der Wasser, die bilde eine gut war. 19 Und es wurde Abend, und es
Scheidung zwischen den Wassern! 7 Und wurde Morgen: der vierte Tag.
Gott machte die Ausdehnung und schied
das Wasser unter der Ausdehnung von Der fünfte Tag
Ps 104,24-26; 148,7
dem Wasser über der Ausdehnung. Und
es geschah so. 8 Und Gott nannte die Aus- 20 Und Gott sprach: Das Wasser soll wim-
dehnung Himmel. Und es wurde Abend, meln von einer Fülle lebender Wesen, und
und es wurde Morgen: der zweite Tag. es sollen Vögel dahinfliegen über die Erde
an der Himmelsausdehnung! 21 Und Gott
Der dritte Tag schuf die großen Meerestiere und alle le-
Hi 38,8-11; Ps 104,5.14-17
benden Wesen, die sich regen, von denen
9 Und Gott sprach: Es sammle sich das das Wasser wimmelt, nach ihrer Art, dazu
Wasser unter dem Himmel an einen Ort, allerlei Vögel mit Flügeln nach ihrer Art.
damit man das Trockene sehe! Und es ge- Und Gott sah, daß es gut war. 22 Und Gott
schah so. 10 Und Gott nannte das Trocke- segnete sie und sprach: Seid fruchtbar und
ne Erde; aber die Sammlung der Wasser mehrt euch und füllt das Wasser in den
nannte er Meer. Und Gott sah, daß es gut Meeren, und die Vögel sollen sich mehren
war. 11 Und Gott sprach: Die Erde lasse auf der Erde! 23 Und es wurde Abend, und
Gras sprießen und Gewächs, das Samen es wurde Morgen: der fünfte Tag.
hervorbringt, fruchttragende Bäume auf
der Erde, von denen jeder seine Früchte Der sechste Tag
1Mo 2,19-20; Ps 148,10
bringt nach seiner Art, in denen ihr Same
ist! Und es geschah so. 12 Und die Erde 24 Und Gott sprach: Die Erde bringe le-
brachte Gras und Gewächs hervor, das bende Wesen hervor nach ihrer Art, Vieh,
2 1. MOSE 1.2
Gewürm und Tiere der Erde nach ihrer 2 Und Gott hatte am siebten Tag sein Werk
Art! Und es geschah so. 25 Und Gott vollendet, das er gemacht hatte; und er
machte die Tiere der Erde nach ihrer Art ruhte am siebten Tag von seinem ganzen
und das Vieh nach seiner Art und alles Werk, das er gemacht hatte. 3 Und Gott
Gewürm des Erdbodens nach seiner Art. segnete den siebten Tag und heiligte ihn,
Und Gott sah, daß es gut war. denn an ihm ruhte er von seinem ganzen
Werk, das Gott schuf, als er es machte.
Die Erschaffung des Menschen
Ps 8,5-9; Pred 7,29 Gott bildet den Menschen
26 Und Gott sprach: Laßt uns Menschena
und setzt ihn in den Garten Eden
machen nach unserem Bild, uns ähnlich; 4 Dies ist die Geschichte des Himmels
die sollen herrschen über die Fische im und der Erde, als sie geschaffen wurden,
Meer und über die Vögel des Himmels zu der Zeit, als Gott der HERR Erde und
und über das Vieh und über die ganze Himmel machte.
Erde, auch über alles Gewürm, das auf 5 Es war aber noch kein Strauch des Fel-
der Erde kriecht! des gewachsen auf der Erde, noch irgend
27 Und Gott schuf den Menschen in sei- ein Kraut auf dem Feld; denn Gott der
nem Bild, im Bild Gottes schuf er ihn; als HERR hatte es noch nicht regnen lassen
Mann und Frau schuf er sie. auf der Erde, und es war kein Mensch
28 Und Gott segnete sie; und Gott sprach da, um das Land zu bebauen. 6 Aber ein
zu ihnen: Seid fruchtbar und mehrt euch Dunst stieg beständig von der Erde auf
und füllt die Erde und macht sie euch un- und bewässerte die ganze Erdoberfläche.
tertan und herrscht über die Fische im 7 Da bildete Gott der HERR den Menschen,
Meer und über die Vögel des Himmels Staub von der Erde, und blies den Odem
und über alles Lebendige, das sich regt des Lebensb in seine Nase, und so wurde
auf der Erde! der Mensch eine lebendige Seele.
29 Und Gott sprach: Siehe, ich habe euch 8 Und Gott der HERR pflanzte einen Gar-
alles samentragende Gewächs gegeben, ten in Edenc, im Osten, und setzte den
das auf der ganzen Erdoberfläche wächst, Menschen dorthin, den er gemacht hatte.
auch alle Bäume, an denen samentragen- 9 Und Gott der HERR ließ allerlei Bäume
de Früchte sind. Sie sollen euch zur Nah- aus der Erde hervorsprießen, lieblich an-
rung dienen; 30 aber allen Tieren der Erde zusehen und gut zur Nahrung, und auch
und allen Vögeln des Himmels und allem, den Baum des Lebens mitten im Garten
was sich regt auf der Erde, allem, in dem und den Baum der Erkenntnis des Guten
eine lebendige Seele ist, habe ich jedes und Bösen.
grüne Kraut zur Nahrung gegeben! Und 10 Es ging aber ein Strom aus von Eden,
es geschah so. um den Garten zu bewässern; von dort
31 Und Gott sah alles, was er gemacht aber teilte er sich und wurde zu vier
hatte; und siehe, es war sehr gut. Und es Hauptströmen. 11 Der erste heißt Pison;
wurde Abend, und es wurde Morgen: der das ist der, welcher das ganze Land Ha-
sechste Tag. wila umfließt, wo das Gold ist; 12 und das
Gold dieses Landes ist gut; dort kommt
Der siebte Tag auch das Bedolach-Harz vor und der
2Mo 20,8-11; Mk 2,27
Edelstein Onyx. 13 Der zweite Strom heißt
So wurden der Himmel und die Erde Gihon; das ist der, welcher das ganze
vollendet samt ihrem ganzen Heer. Land Kusch umfließt. 14 Der dritte Strom

a (1,26) hebr. Adam = der vom Erdboden Genommene, b (2,7) od. Atem / Hauch des Lebens.
von hebr. adamah = Erdboden, Ackererde. »Adam« c (2,8) bed. »Land der Glückseligkeit«. In der gr.
ist zugleich der Name für den ersten Menschen und Übersetzung des AT wird der Garten Eden als Para-
ein häufiges hebr. Wort für »Mensch«. dies (Lustgarten) bezeichnet.
1. MOSE 2.3 3
heißt Tigris; das ist der, welcher östlich mend! 24 Darum wird ein Mann seinen
von Assur fließt. Der vierte Strom ist der Vater und seine Mutter verlassen und sei-
Euphrat.a ner Frau anhängen, und sie werden ein
15 Und Gott der HERR nahm den Men- Fleisch sein.
schen und setzte ihn in den Garten Eden, 25 Und sie waren beide nackt, der Mensch
damit er ihn bebaue und bewahre. 16 Und und seine Frau, und sie schämten sich
Gott der HERR gebot dem Menschen und nicht.
sprach: Von jedem Baum des Gartens
darfst du nach Belieben essen; 17 aber Der Sündenfall des Menschen
Mt 4,1-11; 2Kor 11,3; 1Tim 2,14
von dem Baum der Erkenntnis des Gu-
ten und des Bösen sollst du nicht essen; Aber die Schlangee war listiger als alle
denn an dem Tag, da du davon ißt, mußt Tiere des Feldes, die Gott der HERR ge-
du gewißlich sterben!b macht hatte; und sie sprach zu der Frau:
Sollte Gott wirklich gesagt haben, daß
Die Erschaffung der Frau ihr von keinem Baum im Garten essen
und die Einsetzung der Ehe dürft? 2 Da sprach die Frau zur Schlange:
Mt 19,3-9; 1Kor 11,7-10
Von der Frucht der Bäume im Garten
18 Und Gott der HERR sprach: Es ist nicht dürfen wir essen; 3 aber von der Frucht
gut, daß der Mensch allein sei; ich will des Baumes, der in der Mitte des Gartens
ihm eine Gehilfin machen, die ihm ent- ist, hat Gott gesagt: Eßt nicht davon und
sprichtc! rührt sie auch nicht an, damit ihr nicht
19 Und Gott der HERR bildete aus dem sterbt! 4 Da sprach die Schlange zu der
Erdboden alle Tiere des Feldes und alle Frau: Keineswegs werdet ihr sterben! 5 Son-
Vögel des Himmels und brachte sie zu dern Gott weiß: An dem Tag, da ihr davon
dem Menschen, um zu sehen, wie er sie eßt, werden euch die Augen geöffnet, und
nennen würde, und damit jedes leben- ihr werdet sein wie Gott und werdet er-
dige Wesen den Namen trage, den der kennen, was gut und böse ist!
Mensch ihm gebe. 20 Da gab der Mensch 6 Und die Frau sah, daß von dem Baum
jedem Vieh und Vogel des Himmels und gut zu essen wäre, und daß er eine Lust
allen Tieren des Feldes Namen; aber für für die Augen und ein begehrenswerter
den Menschen fand sich keine Gehilfin, Baum wäre, weil er weise macht; und sie
die ihm entsprochen hätte. 21 Da ließ nahm von seiner Frucht und aß, und sie
Gott der HERR einen tiefen Schlaf auf gab davon auch ihrem Mann, der bei ihr
den Menschen fallen; und während er war, und er aß.
schlief, nahm er eine seiner Rippen und
verschloß ihre Stelle mit Fleisch. 22 Und Die Folgen des Sündenfalls
Jak 1,13-15; Röm 5,12-21
Gott der HERR bildete die Rippe, die er
von dem Menschen genommen hatte, zu 7 Da wurden ihnen beiden die Augen
einer Frau und brachte sie zu ihm. geöffnet, und sie erkannten, daß sie nackt
23 Da sprach der Mensch: Das ist endlich waren; und sie banden sich Feigenblätter
Gebein von meinem Gebein und Fleisch um und machten sich Schurze. 8 Und
von meinem Fleisch! Die soll »Männin« sie hörten die Stimme Gottes des HERRN,
heißen; denn vom Mann ist sie genom- der im Garten wandelte, als der Tag kühl

a (2,14) Die Flußnamen wurden nach der Sintflut c (2,18) Andere Übersetzung: einen Beistand / eine Hil-
wieder verwendet, aber angesichts der starken fe als sein Gegenüber.
Veränderungen der Erdoberfläche durch die Flutka- d (2,23) ein Wortspiel im Hebr. zwischen Isch (= Mann)
tastrophe ist ihr ursprünglicher Verlauf nicht genau und Ischa (= Frau).
feststellbar. e (3,1) Die Schlange steht in der Schrift öfters für den
b (2,17) Die ersten Menschen kannten den Tod noch Teufel oder Satan (Widersacher), ein gefallenes En-
nicht; er kam erst als Folge der Sünde über den Men- gelwesen.
schen (vgl. Röm 5,12; 6,23; Eph 2,1-3).
4 1. MOSE 3.4
war; und der Mensch und seine Frau ver- Disteln soll er dir tragen, und du sollst das
steckten sich vor dem Angesicht Gottes Gewächs des Feldes essen. 19 Im Schweiße
des HERRN hinter den Bäumen des Gar- deines Angesichts sollst du [dein] Brot es-
tens. sen, bis du wieder zurückkehrst zum Erd-
9 Da rief Gott der HERR den Menschen und boden; denn von ihm bist du genommen.
sprach: Wo bist du? 10 Und er antwor- Denn du bist Staub, und zum Staub wirst
tete: Ich hörte deine Stimme im Garten du wieder zurückkehren!
und fürchtete mich, denn ich bin nackt; 20 Und Adam gab seiner Frau den Namen
darum habe ich mich verborgen! 11 Da Eva; denn sie wurde die Mutter aller Le-
sprach er: Wer hat dir gesagt, daß du bendigen. 21 Und Gott der HERR machte
nackt bist? Hast du etwa von dem Baum Adam und seiner Frau Kleider aus Fell
gegessen, von dem ich dir geboten habe, und bekleidete sie. 22 Und Gott der HERR
du solltest nicht davon essen? 12 Da ant- sprach: Siehe, der Mensch ist geworden
wortete der Mensch: Die Frau, die du mir wie unsereiner, indem er erkennt, was gut
zur Seite gegeben hast, die gab mir von und böse ist; nun aber — daß er nur nicht
dem Baum, und ich aß! 13 Da sprach Gott seine Hand ausstrecke und vom Baum
der HERR zu der Frau: Warum hast du das des Lebens nehme und esse und ewig
getan? Die Frau antwortete: Die Schlange lebe! 23 So schickte ihn Gott der HERR aus
hat mich verführt; da habe ich gegessen! dem Garten Eden, damit er den Erdbo-
14 Da sprach Gott der HERR zur Schlange: den bearbeite, von dem er genommen
Weil du dies getan hast, so sollst du ver- war. 24 Und er vertrieb den Menschen
flucht sein mehr als alles Vieh und mehr und ließ östlich vom Garten Eden die
als alle Tiere des Feldes!a Auf deinem Cherubimd lagern und die Flamme des
Bauch sollst du kriechen und Staub sollst blitzenden Schwertes, um den Weg zum
du fressen dein Leben lang! 15 Und ich Baum des Lebens zu bewachen.
will Feindschaft setzen zwischen dir und
der Frau, zwischen deinem Samenb und Kain und Abel
Hebr 11,4; 1Joh 3,12.15
ihrem Samen: Er wird dir den Kopf zer-
treten, und du wirst ihn in die Ferse Und Adam erkannte seine Frau Eva;
stechen.c 16 Und zur Frau sprach er: Ich und sie wurde schwanger und gebar
will die Mühen deiner Schwangerschaft den Kaine. Und sie sprach: Ich habe ei-
sehr groß machen; mit Schmerzen sollst nen Mann erworben mit der Hilfe des
du Kinder gebären; und dein Verlangen HERRN! 2 Und weiter gebar sie seinen Bru-
wird auf deinen Mann gerichtet sein, er der Abelf. Und Abel wurde ein Schafhirte,
aber soll herrschen über dich! 17 Und zu Kain aber ein Ackerbauer.
Adam sprach er: Weil du der Stimme dei- 3 Und es geschah nach geraumer Zeit,
ner Frau gehorcht und von dem Baum ge- daß Kain dem HERRN ein Opfer darbrachte
gessen hast, von dem ich dir gebot und von den Früchten des Erdbodens. 4 Und
sprach: »Du sollst nicht davon essen!«, auch Abel brachte [ein Opfer] dar von den
so sei der Erdboden verflucht um dei- Erstlingen seiner Schafe und von ihrem
netwillen! Mit Mühe sollst du dich davon Fett. Und der HERR sah Abel und sein Op-
nähren dein Leben lang; 18 Dornen und fer an; 5 aber Kain und sein Opfer sah

a (3,14) Aus Gottes Mund bedeutet der Fluch ein Ge- Erretter: Ein Nachkomme der Frau sollte den Teufel
richtswort (vgl. 5Mo 28,15.20). Er kommt als Folge besiegen, wobei der Teufel auch ihn verwunden
der Sünde auf die Schlange, auf die Menschen wie würde (Jesus Christus wurden bei der Kreuzigung die
auch auf die ganze Schöpfung (vgl. Röm 8,19-22; Gal Füße durchbohrt).
3,10-14; Offb 22,3). d (3,24) d.h. Engelwesen, die u.a. die Aufgabe haben,
b (3,15) »Same« steht im AT oft bildlich für Nachkom- das, was Gott heilig ist, vor Mißbrauch und Entwei-
men. hung zu schützen (vgl. u.a. 2Mo 25,18; 26,1; 1Kö 8,6).
c (3,15) od. Er wird dir den Kopf zermalmen, und du e (4,1) bed. »Erwerb«.
wirst ihm die Ferse zermalmen. Hier finden wir die er- f (4,2) bed. »Hauch / Nichtigkeit / Vergänglichkeit«.
ste Prophetie und Verheißung über den zukünftigen
1. MOSE 4.5 5
er nicht an. Da wurde Kain sehr wütend, wurde schwanger und gebar den He-
und sein Angesicht senkte sich. 6 Da noch. Und er baute eine Stadt und nann-
sprach der HERR zu Kain: Warum bist du te sie nach dem Namen seines Sohnes
so wütend, und warum senkt sich dein Henoch.
Angesicht? 7 Ist es nicht so: Wenn du Gu- 18 Dem Henoch aber wurde Irad gebo-
tes tust, so darfst du dein Haupt erheben? ren, und Irad zeugte Mehujael; Mehujael
Wenn du aber nicht Gutes tust, so lauert zeugte Methusael, Methusael zeugte La-
die Sünde vor der Tür, und ihr Verlangen mech.
ist auf dich gerichtet; du aber sollst über 19 Lamech aber nahm sich zwei Frauen:
sie herrschen! die eine hieß Ada, die andere Zilla. 20 Und
8 Und Kain redete mit seinem Bruder Ada gebar den Jabal; der wurde der
Abel; und es geschah, als sie auf dem Feld Vater der Zeltbewohner und Herdenbe-
waren, da erhob sich Kain gegen seinen sitzer. 21 Und sein Bruder hieß Jubal;
Bruder Abel und schlug ihn tot. der wurde der Vater aller Harfen- und
9 Da sprach der HERR zu Kain: Wo ist Flötenspieler. 22 Und auch Zilla gebar,
dein Bruder Abel? Er antwortete: Ich weiß und zwar den Tubal-Kain, den Meister al-
es nicht! Soll ich meines Bruders Hüter ler Handwerker in Erzb und Eisen. Und
sein? 10 Er aber sprach: Was hast du ge- die Schwester Tubal-Kains war Naama.
tan? Horch! Die Stimme des Blutes dei- 23 Und Lamech sprach zu seinen Frauen:
nes Bruders schreit zu mir von dem Erd- »Ada und Zilla, hört meine Stimme! Ihr
boden! 11 Und nun sollst du verflucht Frauen Lamechs, vernehmt meinen
sein von dem Erdboden hinweg, der sei- Spruch! Einen Mann erschlug ich, weil
nen Mund aufgetan hat, um das Blut dei- er mich verwundet, einen jungen Mann,
nes Bruders von deiner Hand zu empfan- weil er mich geschlagen hat! 24 Denn
gen! 12 Wenn du den Erdboden bebaust, Kain wird siebenfach gerächt, Lamech
soll er dir künftig seinen Ertrag nicht mehr aber siebenundsiebzigfach!«
geben; unstet und flüchtig sollst du sein
auf der Erde! 13 Und Kain sprach zum Seth — der Ersatz für Abel
HERRN: Meine Strafe ist zu groß, als daß 25 Und Adam erkannte seine Frau noch-
ich sie tragen könnte! 14 Siehe, du ver- mals; die gebar einen Sohn und nannte
treibst mich heute vom Erdboden, und ich ihn Sethc: Denn Gott hat mir für Abel ei-
muß mich vor deinem Angesicht verber- nen anderen Samen gesetzt, weil Kain ihn
gen und unstet und flüchtig sein auf der umgebracht hat. 26 Und auch dem Seth
Erde. Und es wird geschehen, daß mich wurde ein Sohn geboren, den nannte er
totschlägt, wer mich findet! 15 Da sprach Enoschd. Damals fing man an, den Na-
der HERR: Fürwahr, wer Kain totschlägt, men des HERRN anzurufen.
der zieht sich siebenfache Rache zu! Und
der HERR gab dem Kain ein Zeichen, da- Die Nachkommen Adams von Seth bis Noah
1Mo 4,25-26; 1Chr 1,1-4; Hebr 11,5-6; Jud 14-15
mit ihn niemand erschlage, wenn er ihn
fände. Dies ist das Buch der Geschichte von
16 Und Kain ging hinweg von dem An- Adam: An dem Tag, als Gott den
gesicht des HERRN und wohnte im Land Menschen schuf, machte er ihn Gott
Nod, östlich von Eden. ähnlich; 2 als Mann und Frau schuf er sie;
und er segnete sie und gab ihnen den Na-
Die Nachkommen Kains men »Mensch«e, an dem Tag, als er sie
17 Und Kain erkannte seine Frau;a die schuf.

a (4,17) Kain hatte sich eine seiner nach ihm gebore- Gesetzte).
nen Schwestern oder weiteren Verwandten zur Frau d (4,26) bed. »Mensch« im Sinne von »sterblicher,
genommen (vgl. 1Mo 5,4). hinfälliger Mensch«.
b (4,22) d.h. Bronze. e (5,2) hebr. Adam.
c (4,25) bed. »Ersatz« (= der an die Stelle eines anderen
6 1. MOSE 5.6
3 Und Adam war 130 Jahre alt, als er einen lah lebte, nachdem er den Lamech ge-
Sohn zeugte, ihm selbst gleich, nach sei- zeugt hatte, [noch] 782 Jahre und zeugte
nem Bild, und er nannte ihn Seth. 4 Und Söhne und Töchter; 27 und die ganze Le-
die Lebenszeit Adams, nachdem er den benszeit Methusalahs betrug 969 Jahre,
Seth gezeugt hatte, betrug 800 Jahre, und und er starb.
er zeugte Söhne und Töchter. 5 Und die 28 Und Lamech lebte 182 Jahre, da zeug-
ganze Lebenszeit Adams betrug 930 Jah- te er einen Sohn; 29 und er gab ihm den
re, und er starb. Namen Noaha, indem er sprach: Der wird
6 Und Seth lebte 105 Jahre, da zeugte er uns trösten über unsere Arbeit und die
den Enosch; 7 und Seth lebte, nachdem er Mühe unserer Hände, die von dem Erd-
den Enosch gezeugt hatte, [noch] 807 Jah- boden herrührt, den der HERR verflucht
re und zeugte Söhne und Töchter; 8 und hat! 30 Und Lamech lebte, nachdem er
die ganze Lebenszeit Seths betrug 912 den Noah gezeugt hatte, [noch] 595 Jah-
Jahre, und er starb. re und zeugte Söhne und Töchter; 31 und
9 Und Enosch lebte 90 Jahre, da zeugte er die ganze Lebenszeit Lamechs betrug 777
den Kenan; 10 und Enosch lebte, nach- Jahre, und er starb.
dem er den Kenan gezeugt hatte, [noch] 32 Und Noah war 500 Jahre alt, da zeugte
815 Jahre und zeugte Söhne und Töchter; Noah den Sem, den Ham und den Ja-
11 und die ganze Lebenszeit Enoschs be- phet.
trug 905 Jahre, und er starb.
12 Und Kenan lebte 70 Jahre, da zeugte
Die Bosheit der Menschen
er den Mahalaleel; 13 und Kenan lebte, und Gottes Gericht
nachdem er den Mahalaleel gezeugt hat- Und es geschah, als sich die Menschen
te, [noch] 840 Jahre und zeugte Söhne zu mehren begannen auf der Erde und
und Töchter; 14 und die ganze Lebenszeit ihnen Töchter geboren wurden, 2 da sa-
Kenans betrug 910 Jahre, und er starb. hen die Gottessöhneb, daß die Töchter der
15 Und Mahalaleel lebte 65 Jahre, da zeug- Menschen schön waren, und sie nahmen
te er den Jared; 16 und Mahalaleel lebte, sich von allen jene zu Frauen, die ihnen
nachdem er den Jared gezeugt hatte, [noch] gefielen. 3 Da sprach der HERR: Mein Geist
830 Jahre und zeugte Söhne und Töchter; soll nicht für immer mit dem Menschen
17 und die ganze Lebenszeit Mahalaleels rechten, denn er ist [ja] Fleisch; so sollen
betrug 895 Jahre, und er starb. seine Tage 120 Jahre betragen!
18 Und Jared lebte 162 Jahre, da zeugte 4 In jenen Tagen waren die Riesen auf der
er den Henoch; 19 und Jared lebte, nach- Erde, und auch später noch, solange die
dem er den Henoch gezeugt hatte, [noch] Gottessöhne zu den Töchtern der Men-
800 Jahre und zeugte Söhne und Töchter; schen kamen und diese ihnen [Kinder]
20 und die ganze Lebenszeit Jareds betrug gebaren. Das sind die Helden, die von je-
962 Jahre, und er starb. her berühmt gewesen sind.
21 Und Henoch lebte 65 Jahre, da zeugte 5 Als aber der HERR sah, daß die Bosheit
er den Methusalah; 22 und Henoch wan- des Menschen sehr groß war auf der Erde
delte mit Gott 300 Jahre lang, nachdem und alles Trachten der Gedanken seines
er den Methusalah gezeugt hatte, und Herzens allezeit nur böse, 6 da reute es
zeugte Söhne und Töchter; 23 und die den HERRN, daß er den Menschen ge-
ganze Lebenszeit Henochs betrug 365 macht hatte auf der Erde, und es betrübte
Jahre. 24 Und Henoch wandelte mit Gott, ihn in seinem Herzen. 7 Und der HERR
und er war nicht mehr, denn Gott hatte sprach: Ich will den Menschen, den ich
ihn hinweggenommen. erschaffen habe, vom Erdboden vertil-
25 Und Methusalah lebte 187 Jahre, da gen, vom Menschen an bis zum Vieh und
zeugte er den Lamech; 26 und Methusa- bis zum Gewürm und bis zu den Vögeln

a (5,29) bed. »Trost / Ruhe«. b (6,2) eine Bezeichnung für Engelwesen (vgl. Hi 1,6).
1. MOSE 6.7 7
des Himmels; denn es reut mich, daß ich sollen es ein Männchen und ein Weib-
sie gemacht habe! chen sein; 20 von jeder Art der Vögel und
von jeder Art des Viehs und von allem
Gottes Gnade für Noah. Der Bau der Arche Gewürm des Erdbodens nach seiner Art,
Hebr 11,7; 1Pt 3,19-20
von allen sollen je zwei von jeder Art zu
8 Noah aber fand Gnade in den Augen des dir kommen, damit sie am Leben blei-
HERRN. ben. 21 Du aber nimm dir von jeglicher
9 Dies ist die Geschichte Noahs: Noah, ein Nahrung, die gegessen werden kann, und
gerechter Mann, war untadelig unter seinen sammle sie bei dir an, daß sie dir und ih-
Zeitgenossen; Noah wandelte mit Gott. nen zur Speise diene!
10 Und Noah hatte drei Söhne gezeugt: 22 Und Noah machte es [so]; er machte
Sem, Ham und Japhet. alles genau so, wie es ihm Gott geboten
11 Aber die Erde war verderbt vor Gott hatte.
und erfüllt mit Gewalttat. 12 Und Gott sah
die Erde an, und siehe, sie war verderbt; Noah geht in die Arche
Mt 24,37-39; 2Pt 3,5-6
denn alles Fleisch hatte seinen Weg ver-
derbt auf der Erde. Und der HERR sprach zu Noah: Geh
13 Da sprach Gott zu Noah: Das Ende alles in die Arche, du und dein ganzes
Fleischesa ist bei mir beschlossen; denn Hausc! Denn dich allein habe ich unter
die Erde ist durch sie mit Gewalttat erfüllt, diesem Geschlecht gerecht erfunden vor
und siehe, ich will sie samt der Erde ver- mir. 2 Nimm von allem reinen Vieh je sie-
tilgen! 14 Mache dir eine Archeb aus Tan- ben und sieben mit dir, das Männchen
nenholz; in Räume sollst du die Arche tei- und sein Weibchen; von dem unreinen
len und sie innen und außen mit Pech Vieh aber je ein Paar, das Männchen und
überziehen. 15 Und so sollst du sie ma- sein Weibchen; 3 auch von den Vögeln des
chen: 300 Ellen lang soll die Arche sein, Himmels je sieben und sieben, Männchen
50 Ellen breit, 30 Ellen hoch. 16 Eine Licht- und Weibchen, um auf dem ganzen Erd-
öffnung sollst du für die Arche machen, boden Nachkommen am Leben zu erhal-
eine Elle hoch ganz oben [an der Arche] ten. 4 Denn es sind nur noch sieben Tage,
sollst du sie ringsherum herstellen; und dann will ich es regnen lassen auf der
den Eingang der Arche sollst du an ihre Erde, 40 Tage und 40 Nächte lang, und
Seite setzen. Du sollst ihr ein unterstes, ich will alles Bestehende, das ich gemacht
zweites und drittes Stockwerk machen. habe, vom Erdboden vertilgen.
17 Denn siehe, ich will die Wasserflut über 5 Und Noah tat alles ganz wie der HERR es
die Erde bringen, um alles Fleisch, das Le- ihm geboten hatte.
bensodem in sich hat, zu vertilgen unter 6 Und Noah war 600 Jahre alt, als die Was-
dem ganzen Himmel; alles, was auf der ser der Sintflut auf die Erde kamen. 7 Da
Erde ist, soll umkommen! ging Noah samt seinen Söhnen, seiner
18 Aber mit dir will ich meinen Bund auf- Frau und den Frauen seiner Söhne in die
richten, und du sollst in die Arche gehen, Arche vor dem Wasser der Sintflut. 8 Von
du und deine Söhne und deine Frau und dem reinen Vieh und von dem Vieh,
die Frauen deiner Söhne mit dir. 19 Und das nicht rein war, und von den Vögeln
von allem, was lebt, von allem Fleisch, und von allem, was auf dem Erdboden
sollst du je zwei in die Arche führen, daß kriecht, 9 gingen Männchen und Weib-
sie mit dir am Leben bleiben, und zwar chen paarweise zu Noah in die Arche, wie

a (6,13) d.h. der gesamten Menschheit. Lage war, die beschriebene Anzahl von Lebewesen
b (6,14) w. einen Kasten. Die Arche war ein großes, jeder Art aufzunehmen. Dasselbe Wort steht für das
kastenförmiges Schiff (Abmessungen nach der »klei- Kästchen, in dem Mose gerettet wurde (vgl. 2Mo
nen Elle« von 45cm: ca. 135m lang, 22,5m breit und 2,3).
13,5m hoch; nach der »großen Elle« von 52,5cm: c (7,1) d.h. deine Familie.
ca. 157,5 auf 26 auf 15,8m), das durchaus in der
8 1. MOSE 7.8
Gott es dem Noah geboten hatte. 10 Und tilgt; nur Noah blieb übrig und was mit
es geschah nach den sieben Tagen, daß ihm in der Arche war. 24 Und das Was-
die Wasser der Sintflut auf die Erde ka- ser blieb hoch über der Erde, 150 Tage
men. lang.
Das Gericht der Sintflut Das Versiegen der Wasserfluten
2Pt 2,5
11 Im sechshundertsten Lebensjahr Noahs,
am siebzehnten Tag des zweiten Monats, Da gedachte Gott an Noah und an alle
an diesem Tag brachen alle Quellen der Tiere und an alles Vieh, das bei ihm in
großen Tiefe auf, und die Fenster des der Arche war; und Gott ließ einen Wind
Himmels öffneten sich. 12 Und es regne- über die Erde wehen, so daß die Wasser
te auf der Erde 40 Tage und 40 Nächte fielen. 2 Und die Brunnen der Tiefe wur-
lang. 13 An eben diesem Tag war Noah in den verschlossen samt den Fenstern des
die Arche gegangen mit Sem, Ham und Himmels, und dem Regen vom Himmel
Japhet, seinen Söhnen, und seiner Frau wurde Einhalt geboten. 3 Und die Wasser
und den drei Frauen seiner Söhne; 14 sie über der Erde nahmen mehr und mehr
und alle Wildtiere nach ihrer Art und alles ab, so daß sie sich vermindert hatten
Vieha nach seiner Art und alles Gewürm, nach 150 Tagen. 4 Und die Arche ließ sich
das auf der Erde kriecht, nach seiner Art, auf dem Gebirge Ararat nieder am sieb-
auch alle Vögel nach ihrer Art, jeder ge- zehnten Tag des siebten Monats. 5 Und
fiederte Vogel. 15 Und sie gingen zu Noah die Wasser nahmen immer weiter ab bis
in die Arche, je zwei und zwei, von allem zum zehnten Monat; am ersten Tag des
Fleisch, das Lebensodem in sich hatte. zehnten Monats konnte man die Spitzen
16 Die aber hineingingen, Männchen und der Berge sehen.
Weibchen von allem Fleisch, kamen her- 6 Und es geschah nach Verlauf von 40 Ta-
bei, wie Gott ihm geboten hatte. Und der gen, daß Noah das Fenster an der Arche
HERR schloß hinter ihm zu. öffnete, das er gemacht hatte. 7 Und er
17 Und die Sintflut war 40 Tage auf der sandte den Raben aus; der flog hin und
Erde, und die Wasser schwollen an und her, bis das Wasser auf der Erde vertrock-
hoben die Arche hoch, so daß sie über der net war. 8 Danach sandte er die Taube
Erde schwebte. 18 Und die Wasser wur- aus, um zu sehen, ob das Wasser sich ver-
den so gewaltig und nahmen so sehr laufen hätte auf der Fläche des Erdbo-
zu, daß die Arche auf den Wassern da- dens. 9 Aber die Taube fand keinen Ort,
hinfuhr. 19 Ja, die Wasser nahmen so wo ihr Fuß ruhen konnte. Da kehrte sie zu
sehr überhand, daß alle hohen Berge un- ihm zur Arche zurück; denn es war noch
ter dem ganzen Himmel bedeckt wur- Wasser auf der ganzen Erdoberfläche. Da
den; 20 das Wasser stieg noch 15 Ellen streckte er seine Hand aus und ergriff sie
höher, nachdem die Berge schon bedeckt und nahm sie wieder zu sich in die Ar-
waren. che. 10 Und er wartete noch weitere sie-
21 Da ging alles Fleisch zugrunde, das ben Tage; dann sandte er die Taube wie-
sich regte auf der Erde: Vögel, Vieh und der von der Arche aus. 11 Und die Taube
wilde Tiere und alles, was wimmelte auf kam zur Abendzeit wieder zu ihm, und
der Erde, samt allen Menschen; 22 und siehe, sie hatte ein frisches Ölbaumblatt
es starb alles, was Lebensodem hatte in ihrem Schnabel! Da erkannte Noah,
auf dem trockenen Land. 23 Er vertilgte daß das Wasser sich verlaufen hatte auf
alles Bestehende auf dem Erdboden, der Erde. 12 Und nachdem er noch wei-
vom Menschen bis zum Vieh, bis zum tere sieben Tage gewartet hatte, sandte er
Gewürm und zu den Vögeln des Him- die Taube wieder aus; da kam sie nicht
mels — alles wurde von der Erde ver- mehr zu ihm zurück.

a (7,14) das Wort bezeichnet oft die Tiere, die der Mensch als Haustiere halten kann.
1. MOSE 8.9 9
13 Und es geschah im sechshunderter- soll über alle Tiere der Erde kommen und
sten Jahr, am ersten Tag des ersten Mo- über alle Vögel des Himmels, über alles,
nats, da waren die Wasser von der Erde was sich regt auf dem Erdboden, und
weggetrocknet. Und Noah entfernte das über alle Fische im Meer; in eure Hand
Dach von der Arche und schaute, und sind sie gegeben! 3 Alles, was sich regt
siehe, die Fläche des Erdbodens war trok- und lebt, soll euch zur Nahrung dienen;
ken! 14 Und im zweiten Monat, am sie- wie das grüne Kraut habe ich es euch al-
benundzwanzigsten Tag des Monats, war les gegeben.
die Erde [ganz] trocken geworden. 4 Nur dürft ihr das Fleisch nicht essen,
während sein Leben, sein Blut, noch in
Noah verläßt die Arche. Noahs Opfer und ihm ist! 5 Jedoch euer eigenes Blut will
Gottes Verheißung ich fordern, von der Hand aller Tiere will
15 Da redete Gott zu Noah und sprach: ich es fordern und von der Hand des
16 Geh aus der Arche, du und deine Frau Menschen, von der Hand seines Bruders
und deine Söhne und die Frauen deiner will ich das Leben des Menschen for-
Söhne mit dir! 17 Alle Tiere, die bei dir dern. 6 Wer Menschenblut vergießt, des-
sind, von allem Fleisch: Vögel, Vieh und sen Blut soll auch durch Menschen ver-
alles Gewürm, das auf der Erde kriecht, gossen werden; denn im Bild Gottes hat
sollen mit dir hinausgehen und sich re- Er den Menschen gemacht. 7 Ihr aber,
gen auf der Erde und sollen fruchtbar seid fruchtbar und mehrt euch und brei-
sein und sich mehren auf der Erde! tet euch aus auf der Erde, daß ihr zahl-
18 So ging Noah hinaus samt seinen reich werdet darauf!
Söhnen und seiner Frau und den Frauen 8 Und Gott sprach zu Noah und zu seinen
seiner Söhne. 19 Alle Tiere, alles Gewürm Söhnen mit ihm: 9 Siehe, ich richte mei-
und alle Vögel, alles, was sich regt auf der nen Bund auf mit euch und mit eurem
Erde nach seinen Gattungen, das verließ Samena, der nach euch kommt, 10 auch
die Arche. mit allen lebendigen Wesen bei euch, mit
20 Noah aber baute dem HERRN einen Altar Vögeln, Vieh und allen Tieren der Erde
und nahm von allem reinen Vieh und von bei euch, mit allen, die aus der Arche ge-
allen reinen Vögeln und opferte Brand- gangen sind, was für Tiere es seien auf der
opfer auf dem Altar. 21 Und der HERR Erde. 11 Und ich will meinen Bund mit
roch den lieblichen Geruch, und der HERR euch aufrichten, daß künftig nie mehr al-
sprach in seinem Herzen: Ich will künftig les Fleisch von dem Wasser der Sintflut
den Erdboden nicht mehr verfluchen um ausgerottet wird, und daß auch keine
des Menschen willen, obwohl das Trach- Sintflut mehr kommen soll, um die Erde
ten des menschlichen Herzens böse ist zu verderben.
von seiner Jugend an; auch will ich künftig 12 Und Gott sprach: Dies ist das Zeichen
nicht mehr alles Lebendige schlagen, wie des Bundes, den ich festsetze auf ewige
ich es getan habe. Geschlechter hin zwischen mir und euch
22 Von nun an soll nicht aufhören Saat und allen lebendigen Wesen, die bei euch
und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und sind: 13 Meinen Bogen setze ich in die Wol-
Winter, Tag und Nacht, solange die Erde ken, der soll ein Zeichen des Bundes sein
besteht! zwischen mir und der Erde. 14 Wenn es
nun geschieht, daß ich Wolken über der
Gottes Bund mit Noah Erde sammle, und der Bogen in den Wol-
Und Gott segnete Noah und seine ken erscheint, 15 dann will ich an meinen
Söhne und sprach zu ihnen: Seid Bund gedenken, der zwischen mir und
fruchtbar und mehrt euch und erfüllt die euch und allen lebendigen Wesen von al-
Erde! 2 Furcht und Schrecken vor euch lem Fleisch besteht, daß künftig die Was-
ser nicht mehr zur Sintflut werden sollen,
a (9,9) d.h. eurer Nachkommenschaft. die alles Fleisch verdirbt. 16 Darum soll
10 1. MOSE 9.10
der Bogen in den Wolken sein, daß ich ihn 2 Die Söhne Japhets waren: Gomer, Ma-
ansehe und an den ewigen Bund gedenke gog, Madai, Jawan, Tubal, Mesech und Ti-
zwischen Gott und allen lebendigen We- ras. 3 Die Söhne Gomers aber: Aschkenas,
sen von allem Fleisch, das auf der Erde ist! Riphat und Togarma. 4 Und die Söhne Ja-
17 Und Gott sprach zu Noah: Das ist das wans: Elischa, Tarsis, die Kittäer und die
Zeichen des Bundes, den ich aufgerich- Dodaniter. 5 Von diesen haben sie sich
tet habe zwischen mir und allem Fleisch, auf die Gebiete der Heiden verteilt, in ihre
das auf der Erde ist. Länder, jeder nach seiner Sprache; in ihre
Völkerschaften, jeder nach seiner Sippe.
Noahs Fluch und Segen über seine Söhne 6 Und dies sind die Söhne Hams: Kusch,
18 Die drei Söhne Noahs aber, welche Mizraim, Put und Kanaan. 7 Und die
die Arche verließen, waren Sem, Ham Söhne Kuschs: Seba, Hawila, Sabta, Rag-
und Japhet; und Ham ist der Vater Ka- ma, Sabtecha. Und die Söhne Ragmas:
naans. 19 Von diesen drei Söhnen Noahs Scheba und Dedan. 8 Auch zeugte Kusch
wurde die ganze Erde bevölkert. den Nimrod; der war der erste Gewalt-
20 Noah aber wurde nun ein Landmann haber auf Erden. 9 Er war ein gewaltiger
und legte einen Weinberg an. 21 Als er Jäger vor dem HERRN; daher sagt man:
aber von dem Wein trank, wurde er be- »Ein gewaltiger Jäger vor dem HERRN
trunken und entblößte sich in seinem wie Nimrod«. 10 Und der Anfang seines
Zelt. 22 Und Ham, der Vater Kanaans, sah Königreiches war Babel, sowie Erek, Ak-
die Blöße seines Vaters und erzählte es kad und Kalne im Land Sinear. 11 Von die-
seinen beiden Brüdern draußen. 23 Da sem Land zog er aus nach Assur und baute
nahmen Sem und Japhet das Gewand Ninive, Rechobot-Ir und Kelach, 12 dazu
und legten es auf ihre Schultern und gin- Resen, zwischen Ninive und Kelach; das
gen rücklings und deckten die Blöße ih- ist die große Stadt. 13 Mizraim aber zeug-
res Vaters zu und wandten ihre Angesich- te die Luditer, die Anamiter, die Lehabiter
ter ab, damit sie die Blöße ihres Vaters und Naphtuchiter; 14 auch die Patrusiter
nicht sahen. und die Kasluchiter (von denen die Phi-
24 Als nun Noah von dem Wein erwachte lister ausgegangen sind) und die Kaph-
und erfuhr, was ihm sein jüngster Sohn toriter. 15 Kanaan aber zeugte Zidon, sei-
getan hatte, 25 da sprach er: »Verflucht nen Erstgeborenen, und Het, 16 auch den
sei Kanaan! Ein Knecht der Knechte sei er Jebusiter, den Amoriter und den Girgasi-
seinen Brüdern!« 26 Und weiter sprach er: ter, 17 und den Hewiter, den Arkiter und
»Gepriesen sei der HERR, der Gott Sems, den Siniter 18 und den Arwaditer, den Ze-
und Kanaan sei sein Knecht! 27 Gott brei- mariter und den Hamatiter; und danach
te Japhet aus und lasse ihn wohnen in breiteten sich die Sippen der Kanaaniter
den Zelten Sems, und Kanaan sei sein aus. 19 Und das Gebiet der Kanaaniter
Knecht!« erstreckte sich von Zidon an bis dahin,
28 Noah aber lebte nach der Sintflut noch wo man von Gerar nach Gaza kommt;
350 Jahre lang; 29 und die ganze Lebens- nach Sodom und Gomorra, Adama und
zeit Noahs betrug 950 Jahre, und er starb. Zeboim hin, bis nach Lascha. 20 Das
sind die Söhne Hams nach ihren Sippen
Die Nachkommenschaft und Sprachen, in ihren Ländern und
der drei Söhne Noahs Völkerschaften.
1Chr 1,4-17
21 Auch Sem wurden Kinder geboren,
Dies ist die Geschichte der Söhne ihm, dem Vatera aller Söhne Hebers, dem
Noahs: Sem, Ham und Japhet; und älteren Bruder Japhets. 22 Die Söhne Sems
nach der Sintflut wurden ihnen Söhne waren Elam, Assur, Arpakschad, Lud und
geboren. Aram. 23 Und Arams Söhne: Uz, Hul, Ge-

a (10,21) »Vater« bedeutet hier wie an anderen Stellen des AT allgemein »Ahnherr«, »Vorfahre« späterer Generationen.
1. MOSE 10.11 11
ter und Masch. 24 Arpakschad aber zeug- 8 So zerstreute der HERR sie von dort über
te Schelach, und Schelach zeugte Heber. die ganze Erde, und sie hörten auf, die
25 Und Heber wurden zwei Söhne gebo- Stadt zu bauen. 9 Daher gab man ihr den
ren; der Name des einen war Peleg, denn Namen Babela, weil der HERR dort die Spra-
in seinen Tagen wurde die Erde geteilt; che der ganzen Erde verwirrte und sie von
und der Name seines Bruders war Jok- dort über die ganze Erde zerstreute.
tan. 26 Und Joktan zeugte Almodad, Sche-
leph, Hazarmawet und Jerach, 27 Ha- Die Vorfahren Abrams
1Chr 1,17-27; Lk 3,34-37
doram, Usal und Dikla, 28 Obal, Abimael
und Scheba, 29 Ophir, Hawila und Jobab; 10 Dies ist die Geschichte Sems: Als Sem
alle diese sind Söhne Joktans. 30 Und ihre 100 Jahre alt war, zeugte er den Arpak-
Wohnsitze erstreckten sich von Mescha schad, zwei Jahre nach der Flut; 11 und
an, bis man nach Sephar kommt, zum nachdem Sem den Arpakschad gezeugt
östlichen Gebirge. hatte, lebte er [noch] 500 Jahre und zeug-
31 Das sind die Söhne Sems nach ihren te Söhne und Töchter.
Sippen und Sprachen, in ihren Ländern 12 Arpakschad war 35 Jahre alt, als er den
und Völkerschaften. Schelach zeugte; 13 und nachdem Arpak-
32 Das sind die Sippen der Söhne Noahs schad den Schelach gezeugt hatte, lebte
nach ihrer Abstammung in ihren Völkern; er [noch] 403 Jahre und zeugte Söhne und
und von ihnen haben sich nach der Sint- Töchter.
flut die Völker auf der Erde verteilt. 14 Schelach war 30 Jahre alt, als er den
Heber zeugte; 15 und nachdem Schelach
Der Turmbau von Babel den Heber gezeugt hatte, lebte er [noch]
Und die ganze Erde hatte eine ein- 403 Jahre und zeugte Söhne und Töchter.
zige Sprache und dieselben Worte. 16 Heber war 34 Jahre alt, als er den Peleg
2 Und es geschah, als sie nach Osten zeugte; 17 und nachdem Heber den Pe-
zogen, da fanden sie eine Ebene im leg gezeugt hatte, lebte er [noch] 430 Jah-
Land Sinear, und sie ließen sich dort re und zeugte Söhne und Töchter.
nieder. 18 Peleg war 30 Jahre alt, als er den Regu
3 Und sie sprachen zueinander: Wohlan, zeugte; 19 und nachdem Peleg den Regu
laßt uns Ziegel streichen und sie feuerfest gezeugt hatte, lebte er [noch] 209 Jahre
brennen! Und sie verwendeten Ziegel statt und zeugte Söhne und Töchter.
Steine und Asphalt statt Mörtel. 4 Und 20 Regu war 32 Jahre alt, als er den Serug
sie sprachen: Wohlan, laßt uns eine Stadt zeugte; 21 und nachdem Regu den Serug
bauen und einen Turm, dessen Spitze bis gezeugt hatte, lebte er [noch] 207 Jahre
an den Himmel reicht, daß wir uns einen und zeugte Söhne und Töchter.
Namen machen, damit wir ja nicht über 22 Serug war 30 Jahre alt, als er den Nahor
die ganze Erde zerstreut werden! zeugte; 23 und nachdem Serug den Nahor
5 Da stieg der HERR herab, um die Stadt gezeugt hatte, lebte er [noch] 200 Jahre
und den Turm anzusehen, den die Men- und zeugte Söhne und Töchter.
schenkinder bauten. 6 Und der HERR 24 Nahor war 29 Jahre alt, als er den Ter-
sprach: Siehe, sie sind ein Volk, und sie ach zeugte; 25 und nachdem Nahor den
sprechen alle eine Sprache, und dies ist Terach gezeugt hatte, lebte er [noch] 119
[erst] der Anfang ihres Tuns! Und jetzt Jahre und zeugte Söhne und Töchter.
wird sie nichts davor zurückhalten, das 26 Terach war 70 Jahre alt, als er den Ab-
zu tun, was sie sich vorgenommen ha- ram, Nahor und Haran zeugte.
ben. 7 Wohlan, laßt uns hinabsteigen und 27 Und dies ist die Geschichte Terachs:
dort ihre Sprache verwirren, damit keiner Terach zeugte den Abram, den Nahor
mehr die Sprache des anderen versteht! und den Haran; Haran aber zeugte den
Lot. 28 Und Haran starb vor seinem Vater
a (11,9) bed. im Hebr. »Verwirrung«. Terach im Land seiner Geburt, in Ur in
12 1. MOSE 11.12
Chaldäa. 29 Abram aber und Nahor nah- dem HERRN, der ihm erschienen war, ei-
men sich Frauen; Abrams Frau hieß Sarai, nen Altar.
und Nahors Frau hieß Milka, eine Tochter 8 Von da zog er weiter auf das Bergland
Harans, des Vaters der Milka und der Jis- östlich von Bethel und schlug sein Zelt
ka. 30 Sarai aber war unfruchtbar; sie hat- so auf, daß er Bethel im Westen und
te kein Kind. Ai im Osten hatte. Und er baute dort
31 Und Terach nahm seinen Sohn Abram, dem HERRN einen Altar und rief den
dazu Lot, den Sohn Harans, seinen Enkel, Namen des HERRN an. 9 Danach brach
auch Sarai, seine Schwiegertochter, die Abram auf und zog immer weiter nach
Frau seines Sohnes Abram, und sie zogen Süden.
miteinander aus von Ur in Chaldäa, um ins
Land Kanaan zu gehen. Als sie aber nach Abram in Ägypten
Haran kamen, blieben sie dort. 32 Und die 10 Da aber eine Hungersnot im Land
Lebenszeit Terachs betrug 205 Jahre, und herrschte, zog Abram nach Ägypten hin-
Terach starb in Haran. ab, um sich dort aufzuhalten; denn die
Hungersnot lastete schwer auf dem Land.
DIE ZEIT DER PATRIARCHEN: 11 Und es geschah, als er sich Ägypten
VON ABRAHAM BIS JOSEF näherte, da sprach er zu seiner Frau Sa-
Kapitel 12 - 50 rai: Sieh doch, ich weiß, daß du eine Frau
von schöner Gestalt bist. 12 Wenn dich
Gott beruft Abram nun die Ägypter sehen, so werden sie sa-
und sendet ihn nach Kanaan gen: Das ist seine Frau! Und sie werden
1Mo 11,31-32; Apg 7,2-5; Hebr 11,8-14
mich töten und dich leben lassen. 13 So
Der HERR aber hatte zu Abram ge- sage doch, du seist meine Schwester, da-
sprochen: Geh hinaus aus deinem mit es mir um deinetwillen gut geht, und
Land und aus deiner Verwandtschaft und meine Seele am Leben bleibt um deinet-
aus dem Haus deines Vaters in das Land, willen!
das ich dir zeigen werde! 2 Und ich will 14 Und es geschah, als Abram nach
dich zu einem großen Volk machen und Ägypten kam, da sahen die Ägypter, daß
dich segnen und deinen Namen groß ma- die Frau sehr schön war. 15 Und als
chen, und du sollst ein Segen sein. 3 Ich die Fürsten des Pharao sie sahen, prie-
will segnen, die dich segnen, und verflu- sen sie sie vor dem Pharao. Da wurde
chen, die dir fluchen; und in dir sollen ge- die Frau in das Haus des Pharao ge-
segnet werden alle Geschlechter auf der bracht. 16 Und es ging Abram gut um
Erde! ihretwillen; und er bekam Schafe, Rin-
4 Da ging Abram, wie der HERR zu ihm ge- der und Esel, Knechte und Mägde, Ese-
sagt hatte, und Lot ging mit ihm. Abram linnen und Kamele.
aber war 75 Jahre alt, als er von Haran 17 Aber der HERR schlug den Pharao und
auszog. 5 Und Abram nahm seine Frau sein Haus mit großen Plagen um Sarais,
Sarai und Lot, den Sohn seines Bruders, der Frau Abrams, willen. 18 Da rief der
samt all ihrer Habe, die sie erworben hat- Pharao den Abram und sprach: Was
ten, und den Seelen, die sie in Haran ge- hast du mir da angetan! Warum hast du
wonnen hatten; und sie zogen aus, um mir nicht mitgeteilt, daß sie deine Frau
ins Land Kanaan zu gehen; und sie ka- ist? 19 Warum hast du gesagt: »Sie ist
men in das Land Kanaan. meine Schwester«, so daß ich sie mir
6 Und Abram durchzog das Land bis zur zur Frau nehmen wollte? Und nun sie-
Ortschaft Sichem, bis zur Terebinthe Mo- he, da ist deine Frau; nimm sie und
res. Damals aber waren die Kanaaniter geh! 20 Und der Pharao bestimmte sei-
im Land. 7 Da erschien der HERR dem Ab- netwegen Männer, die ihm und seiner
ram und sprach: Deinem Samen will ich Frau und allem, was er hatte, das Geleit
dieses Land geben! Und er baute dort gaben.
1. MOSE 13.14 13
Abrams Rückkehr nach Kanaan. Gott erneuert seine Verheißungen
Trennung von Lot an Abram
Und Abram zog mit seiner Frau 14 Der HERR aber sprach zu Abram, nach-
und mit allem, was er hatte, auch dem sich Lot von ihm getrennt hatte:
mit Lot, von Ägypten hinauf in den Ne- Hebe doch deine Augen auf und schaue
geva. 2 Und Abram war sehr reich gewor- von dem Ort, wo du wohnst, nach Norden,
den an Vieh, Silber und Gold. Süden, Osten und Westen! 15 Denn das
3 Und er zog weiter von einem Lager- ganze Land, das du siehst, will ich dir und
platz zum anderen, vom Negev her bis deinem Samenc geben auf ewig. 16 Und
nach Bethel, bis zu dem Ort, wo sein Zelt ich will deinen Samen machen wie den
zuerst gestanden hatte, zwischen Bethel Staub auf der Erde; wenn ein Mensch
und Ai, 4 an die Stätte des Altars, den er den Staub auf der Erde zählen kann,
dort zuerst errichtet hatte; und Abram so soll man auch deinen Samen zählen
rief dort den Namen des HERRN an. können. 17 Mach dich auf, durchziehe
5 Aber auch Lot, der mit Abram ging, hatte das Land seiner Länge und Breite nach!
Schafe, Rinder und Zelte. 6 Und das Land Denn dir will ich es geben.
ertrug es nicht, daß sie beieinander wohn- 18 Da brach Abram auf, kam und wohnte
ten; denn ihre Habe war groß, und sie bei den Terebinthen Mamres in Hebron
konnten nicht beieinander bleiben. 7 Und und baute dort dem HERRN einen Altar.
es entstand Streit zwischen den Hirten
über Abrams Vieh und den Hirten über Abram rettet Lot
Lots Vieh; auch wohnten zu der Zeit die Und es geschah zur Zeit Amraphels,
Kanaaniter und Pheresiter im Land. des Königs von Sinear, Ariochs, des
8 Da sprach Abram zu Lot: Es soll doch Königs von Ellasar, Kedor-Laomers, des
nicht Streit sein zwischen mir und dir, Königs von Elam, und Tideals, des Königs
zwischen meinen Hirten und deinen Hir- der Gojim, 2 daß sie Krieg führten mit
ten! Denn wir sind Brüder. 9 Steht dir Bera, dem König von Sodom, und mit
nicht das ganze Land offen? Trenne dich Birsa, dem König von Gomorra, und mit
von mir! Willst du zur Linken, so gehe ich Sinab, dem König von Adama, und mit
zur Rechten; und willst du zur Rechten, Semeber, dem König von Zeboim, und
so gehe ich zur Linken! mit dem König von Bela, das ist Zoar.
10 Da hob Lot seine Augen auf und sah 3 Diese verbündeten sich im Tal Siddim,
die ganze Jordanaue; denn sie war überall wo [jetzt] das Salzmeer ist. 4 Sie waren
bewässert, wie der Garten des HERRN, zwölf Jahre lang Kedor-Laomer untertan
wie das Land Ägypten, bis nach Zoar hin- gewesen, aber im dreizehnten Jahr fielen
ab, bevor der HERR Sodom und Gomorra sie von ihm ab.
zerstörte. 11 Darum erwählte sich Lot die 5 Darum kamen Kedor-Laomer und die
ganze Jordanaue und zog gegen Osten. Könige, die es mit ihm hielten, im vier-
So trennte sich ein Bruder von dem ande- zehnten Jahr und schlugen die Rephaiter
ren. 12 Abram wohnte im Land Kanaan, in Astarot-Karnaim, und die Susiter in
und Lot wohnte in den Städten der Aue, Ham und die Emiter in der Ebene Kirja-
und er schlug sein Zelt auf bis nach So- taim, 6 auch die Horiter auf ihrem Berg-
dom hin. 13 Aber die Leute von Sodom land Seir, bis nach El-Paran, das an der
waren sehr böse und sündigten schlimm Wüste liegt. 7 Danach kehrten sie um und
gegen den HERRN.b kamen nach En-Mischpat, das ist Ka-

a (13,1) bed. »Südland«; gemeint ist das Gebiet im richt Gottes kommen sollte (vgl. u.a. 5Mo 9,4-5;
Süden des Landes Kanaan, südlich der Linie von Gaza 12,29-31; 18,9-14), betrieben eine besonders schlim-
bis Beerscheba zum Toten Meer hin, vom Toten Meer me Form des Götzendienstes, die u.a. Menschenop-
nach Elath und von Elath zum »Bach Ägyptens«; der fer, alle Formen von Abartigkeiten und kultische Pro-
Negev ist heiß und in weiten Teilen wüstenartig. stitution einschloß.
b (13,13) Die Völker Kanaans, über die später das Ge- c (13,15) d.h. deinem Nachkommen.
14 1. MOSE 14.15
desch, und schlugen das ganze Gebiet 18 Aber Melchisedek, der König von
der Amalekiter, dazu die Amoriter, die in Salemb, brachte Brot und Wein herbei.
Hazezon-Tamar wohnten. Und er war ein Priester Gottes, des Aller-
8 Da zogen der König von Sodom, der höchsten. 19 Und er segnete ihn und
König von Gomorra, der König von Ada- sprach: Gesegnet sei Abram von Gott, dem
ma, der König von Zeboim und der König Allerhöchsten, dem Besitzer des Himmels
von Bela, das Zoar ist, [zum Kampf] aus, und der Erde! 20 Und gelobt sei Gott, der
und sie stellten sich gegen sie zur Schlacht Allerhöchste, der deine Feinde in deine
auf im Tal Siddim, 9 gegen Kedor-Lao- Hand gegeben hat! Und [Abram] gab ihm
mer, den König von Elam, und Tideal, den Zehnten von allem.
den König von Gojim, und Amraphel, den 21 Und der König von Sodom sprach zu
König von Sinear, und Arioch, den König Abram: Gib mir die Seelen, und die Habe
von Ellasar; vier Könige gegen fünf. behalte für dich!
10 Das Tal Siddim hatte aber viele Asphalt- 22 Abram aber sprach zu dem König von
gruben; und die Könige von Sodom und Sodom: Ich hebe meine Hand auf zu
Gomorra wurden in die Flucht geschlagen dem HERRN, zu Gott, dem Allerhöchsten,
und fielen dort, und wer übrigblieb, floh dem Besitzer des Himmels und der
ins Bergland. 11 Und jene nahmen alle Erde, 23 daß ich von allem, was dir gehört,
Habe von Sodom und Gomorra und alle nicht einen Faden noch Schuhriemen
ihre Nahrung und zogen davon. 12 Sie nah- nehmen will, damit du nicht sagen
men auch Lot mit sich, den Sohn von Ab- kannst: »Ich habe Abram reich gemacht«!
rams Brudera, und seine Habe — denn er 24 Nichts für mich! Nur was die Knechte
wohnte in Sodom —, und zogen davon. gegessen haben, und den Teil der Männer
13 Es kam aber ein Entflohener und sagte Aner, Eschkol und Mamre, die mit mir ge-
es Abram, dem Hebräer, der bei den Te- zogen sind — sie sollen ihren Anteil neh-
rebinthen Mamres wohnte, des Amori- men!
ters, der ein Bruder von Eschkol und Aner
war; diese waren Abrams Bundesgenos- Gott verheißt Abram einen Sohn
sen. 14 Als nun Abram hörte, daß sein Bru- und schließt einen Bund mit ihm
Röm 4; Gal 3,6-9
der gefangen sei, bewaffnete er seine 318
erprobten Knechte, die in seinem Haus Nach diesen Begebenheiten erging
geboren waren, und jagte jenen nach bis das Wort des HERRN an Abram in ei-
Dan. 15 Und er teilte seine Schar nachts auf ner Offenbarung: Fürchte dich nicht, Ab-
und überfiel sie mit seinen Knechten und ram, ich bin dein Schild und dein sehr
schlug sie und verfolgte sie bis nach Hoba, großer Lohn!
das zur Linken von Damaskus liegt. 16 Und 2 Abram aber sprach: O Herr, HERR, was
er brachte alle Habe wieder; auch Lot, sei- willst du mir geben, da ich doch kinder-
nen Bruder, und dessen Habe, die Frauen los dahingehe? Und Erbe meines Hauses
und das Volk brachte er wieder. ist Elieser von Damaskus! 3 Und Abram
sprach weiter: Siehe, du hast mir keinen
Melchisedek segnet Abram Samenc gegeben, und siehe, ein Knecht,
Hebr 7; Ps 110,4
der in meinem Haus geboren ist, soll
17 Als aber Abram von der Schlacht ge- mein Erbe sein!
gen Kedor-Laomer und die Könige, die 4 Aber das Wort des HERRN erging an ihn:
mit ihm waren, zurückkehrte, ging ihm Dieser soll nicht dein Erbe sein, sondern
der König von Sodom entgegen in das Tal der aus deinem Leib hervorgehen wird,
Schaweh, das ist das Königstal. der soll dein Erbe sein! 5 Und er führte

a (14,12) »Bruder« kann im Hebr. auch entferntere Ver- König von Salem bed. »König des Friedens« (vgl.
wandte bezeichnen. Hebr 7).
b (14,18) Melchisedek bed. »König der Gerechtigkeit«; c (15,3) d.h. Nachkommen.
1. MOSE 15.16 15
ihn hinaus und sprach: Sieh doch zum Samen habe ich dieses Land gegeben,
Himmel und zähle die Sterne, wenn du vom Strom Ägyptens bis an den großen
sie zählen kannst! Und er sprach zu ihm: Strom, den Euphrat: 19 die Keniter, die
So soll dein Same sein! Kenisiter, die Kadmoniter, 20 die Hetiter,
6 Und [Abram] glaubte dem HERRN, und die Pheresiter, die Rephaiter, 21 die Amo-
das rechnete Er ihm als Gerechtigkeit an. riter, die Kanaaniter, die Girgasiter und
7 Und Er sprach zu ihm: Ich bin der HERR, die Jebusiter.
der dich von Ur in Chaldäa herausgeführt
hat, um dir dieses Land zum Erbbesitz zu Hagar und Ismael
geben. Und Sarai, Abrams Frau, gebar ihm
8 Abram aber sprach: Herr, HERR, woran keine Kinder; aber sie hatte eine
soll ich erkennen, daß ich es als Erbe be- ägyptische Magd, die hieß Hagar. 2 Und
sitzen werde? Sarai sprach zu Abram: Sieh doch, der
9 Und Er sprach zu ihm: Bringe mir eine HERR hat mich verschlossen, daß ich kei-
dreijährige Kuh und eine dreijährige Ziege ne Kinder gebären kann. Geh doch ein zu
und einen dreijährigen Widder und eine meiner Magd; vielleicht werde ich durch
Turteltaube und eine junge Taube! 10 Und sie Nachkommen empfangen! Und Ab-
er brachte das alles und zerteilte es mit- ram hörte auf die Stimme Sarais. 3 Da
tendurch, und legte jedes Teil dem ande- nahm Sarai, Abrams Frau, ihre ägyptische
ren gegenüber. Aber die Vögel zerteilte er Magd Hagar, nachdem Abram zehn Jahre
nicht.a 11 Da stießen die Raubvögel auf lang im Land Kanaan gewohnt hatte, und
die toten Tiere herab; aber Abram ver- gab sie Abram, ihrem Mann, zur Frau.
scheuchte sie. 4 Und er ging ein zu Hagar, und sie wurde
12 Und es geschah, als die Sonne anfing schwanger. Als sie nun sah, daß sie schwan-
sich zu neigen, da fiel ein tiefer Schlaf auf ger war, wurde ihre Herrin verächtlich in
Abram, und siehe, Schrecken und große ihren Augen. 5 Da sprach Sarai zu Abram:
Finsternis überfielen ihn. 13 Da sprach Das Unrecht, das mir zugefügt wird, treffe
Er zu Abram: Du sollst mit Gewißheit dich! Ich habe dir meine Magd in den
wissen, daß dein Same ein Fremdling Schoß gegeben. Da sie nun aber sieht, daß
sein wird in einem Land, das ihm nicht sie schwanger ist, bin ich verächtlich in ih-
gehört; und man wird sie dort zu Knech- ren Augen. Der HERR sei Richter zwischen
ten machen und demütigen 400 Jahre mir und dir!
lang. 14 Aber auch das Volk, dem sie die- 6 Abram aber sprach zu Sarai: Siehe, dei-
nen müssen, will ich richten; und da- ne Magd ist in deiner Hand; tue mit ihr,
nach sollen sie mit großer Habe auszie- was gut ist in deinen Augen! Da nun Sarai
hen. 15 Und du sollst in Frieden zu deinen sie demütigte, floh sie von ihr.
Vätern eingehen und in gutem Alter be- 7 Aber der Engel des HERRN fand sie bei ei-
graben werden. 16 Sie aber sollen in der nem Wasserbrunnen in der Wüste, beim
vierten Generation wieder hierherkom- Brunnen auf dem Weg nach Schur. 8 Er
men; denn das Maß der Sünden der Amo- sprach zu ihr: Hagar, du Magd der Sarai,
riter ist noch nicht voll. wo kommst du her, und wo willst du hin?
17 Und es geschah, als die Sonne unter- Sie sprach: Ich bin von meiner Herrin Sa-
gegangen und es finster geworden war — rai geflohen!
siehe, [da war] ein rauchender Glutofen, 9 Und der Engel des HERRN sprach zu ihr:
und eine Feuerfackel, die zwischen den Kehre wieder zurück zu deiner Herrin und
Stücken hindurchfuhr. demütige dich unter ihre Hand! 10 Und
18 An jenem Tag machte der HERR einen der Engel des HERRN sprach zu ihr: Siehe,
Bund mit Abram und sprach: Deinem ich will deinen Samen so mehren, daß er

a (15,10) Es handelt sich hier um eine im Alten Orient verbreitete Handlung bei Bundesschlüssen (vgl. Jer
34,18-19). Gott vollzieht den Bund einseitig, von sich aus mit Abram.
16 1. MOSE 16.17
vor großer Menge unzählbar sein soll. als einen ewigen Bund, dein Gott zu sein
11 Weiter sprach der Engel des HERRN zu und der deines Samens nach dir. 8 Und
ihr: Siehe, du bist schwanger und wirst ich will dir und deinem Samen nach dir
einen Sohn gebären, dem sollst du den das Land zum ewigen Besitz geben, in
Namen Ismaela geben, weil der HERR dein dem du ein Fremdling bist, nämlich das
Jammern erhört hat. 12 Er wird ein wil- ganze Land Kanaan, und ich will ihr Gott
der Mensch sein, seine Hand gegen jeder- sein.
mann und jedermanns Hand gegen ihn; 9 Und Gott sprach weiter zu Abraham: So
und er wird allen seinen Brüdern trotzig bewahre du nun meinen Bund, du und
gegenüberstehen. dein Same nach dir, von Geschlecht zu
13 Und sie nannte den Namen des HERRN, Geschlecht! 10 Das ist aber mein Bund,
der mit ihr redete: Du bist »der Gott, der den ihr bewahren sollt, zwischen mir
[mich] sieht«!, indem sie sprach: Habe und euch und deinem Samen nach dir:
ich hier nicht dem nachgesehen, der Alles, was männlich ist unter euch, soll
mich sieht? 14 Darum nannte sie den beschnitten werden. 11 Und ihr sollt am
Brunnen einen »Brunnen des Lebendi- Fleisch eurer Vorhaut beschnitten wer-
gen, der mich sieht«. Siehe, er ist zwi- den. Das soll ein Zeichen des Bundes
schen Kadesch und Bared. sein zwischen mir und euch. 12 Jedes
15 Und Hagar gebar Abram einen Sohn; Männliche von euren Nachkommen soll
und Abram gab seinem Sohn, den ihm bei euch beschnitten werden, wenn es
Hagar geboren hatte, den Namen Ismael. acht Tage alt ist, sei es im Haus geboren
16 Und Abram war 86 Jahre alt, als Hagar oder um Geld erkauft von irgendwelchen
ihm den Ismael gebar. Fremden, die nicht von deinem Samen
sind. 13 Was in deinem Haus geboren
Gottes Bund mit Abraham. Beschneidung oder um Geld erkauft wird, soll unbe-
und Verheißung Isaaks dingt beschnitten werden. So soll mein
Als nun Abram 99 Jahre alt war, er- Bund an eurem Fleisch sein, ein ewiger
schien ihm der HERR und sprach Bund. 14 Und ein unbeschnittener Mann,
zu ihm: Ich bin Gott, der Allmächtige. einer, der sich nicht beschneiden läßt am
Wandle vor mir und sei untadelig! 2 Und Fleisch seiner Vorhaut, dessen Seele soll
ich will meinen Bund schließen zwischen ausgerottet werden aus seinem Volk, weil
mir und dir und will dich über alle Maßen er meinen Bund gebrochen hat!
mehren! 15 Und Gott sprach weiter zu Abraham:
3 Da fiel Abram auf sein Angesicht. Und Du sollst deine Frau Sarai nicht mehr Sa-
Gott redete weiter mit ihm und sprach: raid nennen, sondern Sarahe soll ihr Name
4 Siehe, ich bin der, welcher im Bund mit sein; 16 denn ich will sie segnen und will
dir steht; und du sollst ein Vater vieler dir auch von ihr einen Sohn geben. Ich
Völker werden. 5 Darum sollst du nicht will sie segnen, und sie soll zu Nationen
mehr Abramb heißen, sondern Abrahamc werden, und Könige von Völkern sollen
soll dein Name sein; denn ich habe dich von ihr kommen!
zum Vater vieler Völker gemacht. 6 Und 17 Da fiel Abraham auf sein Angesicht
ich will dich sehr, sehr fruchtbar machen und lachte und sprach in seinem Her-
und will dich zu Völkern machen; auch zen: Sollte einem Hundertjährigen ein
Könige sollen von dir herkommen. 7 Und Kind geboren werden, und Sarah, die
ich will meinen Bund aufrichten zwi- Neunzigjährige, sollte gebären? 18 Und
schen mir und dir und deinem Samen Abraham sprach zu Gott: Ach, daß Ismael
nach dir von Geschlecht zu Geschlecht vor dir leben möchte!

a (16,11) bed. »Gott hört«. d (17,15) bed. »Edelsinn« od. »Die Fürstliche«.
b (17,5) bed. »Erhabener Vater«. e (17,15) bed. »Fürstin«.
c (17,5) bed. »Vater der Menge«.
1. MOSE 17.18 17
19 Da sprach Gott: Nein, sondern Sarah, euch nieder unter dem Baum, 5 so will
deine Frau, soll dir einen Sohn gebären, ich einen Bissen Brot bringen, daß ihr
den sollst du Isaaka nennen; denn ich euer Herz stärkt; danach mögt ihr weiter-
will mit ihm einen Bund aufrichten als ei- ziehen, denn darum seid ihr bei eurem
nen ewigen Bund für seinen Samen nach Knecht vorbeigekommen. Sie sprachen:
ihm. 20 Wegen Ismael aber habe ich dich Tue, wie du gesagt hast!
auch erhört. Siehe, ich habe ihn reichlich 6 Und Abraham eilte in die Hütte zu Sa-
gesegnet und will ihn fruchtbar machen rah und sprach: Nimm rasch drei Maß
und sehr mehren. Er wird zwölf Fürsten Feinmehl, knete sie und backe Brotfla-
zeugen, und ich will ihn zu einem großen den! 7 Abraham aber lief zu den Rindern
Volk machen. 21 Meinen Bund aber will und holte ein zartes und gutes Kalb und
ich mit Isaak aufrichten, den dir Sarah gab es dem Knecht; der eilte und bereite-
um diese bestimmte Zeit im nächsten te es zu. 8 Und er trug Butter und Milch
Jahr gebären soll! auf und von dem Kalb, das er zubereitet
22 Und als er mit ihm ausgeredet hatte, hatte, und setzte es ihnen vor. Und er
erhob sich Gott hinweg von Abraham. stand bei ihnen unter dem Baum; und sie
23 Da nahm Abraham seinen Sohn Is- aßen.
mael und alle in seinem Haus geborenen 9 Da sprachen sie zu ihm: Wo ist deine
[Knechte], und alle, die um sein Geld Frau Sarah? Er antwortete: Drinnen im
erkauft waren, alles, was männlich war Zelt. 10 Da sprach er: Gewiß will ich um
unter seinen Hausgenossen, und er be- diese Zeit im künftigen Jahr wieder zu
schnitt das Fleisch ihrer Vorhaut am sel- dir kommen, und siehe, deine Frau Sa-
ben Tag, wie Gott es ihm gesagt hatte. rah soll einen Sohn haben! Sarah aber
24 Und Abraham war 99 Jahre alt, als das horchte am Eingang des Zeltes, der hinter
Fleisch seiner Vorhaut beschnitten wur- ihm war. 11 Und Abraham und Sarah wa-
de. 25 Ismael aber, sein Sohn, war 13 Jah- ren alt und recht betagt, so daß es Sarah
re alt, als das Fleisch seiner Vorhaut be- nicht mehr nach der Weise der Frauen
schnitten wurde. 26 Am selben Tag ließen ging. 12 Darum lachte sie in ihrem Her-
sich Abraham und sein Sohn Ismael be- zen und sprach: Nachdem ich verblüht
schneiden; 27 und alles, was männlich bin, soll mir noch Wonne zuteil werden!
war in seinem Haus, daheim geboren und Dazu ist mein Herr ein alter Mann!
von Fremdlingen um Geld erkauft, wurde 13 Da sprach der HERR zu Abraham: Wa-
mit ihm beschnitten. rum lacht Sarah und spricht: »Sollte ich
wirklich noch gebären, so alt ich bin?«
Der HERR erscheint Abraham bei Mamre 14 Sollte denn dem HERRN etwas zu wun-
1Mo 21,1-7
derbar sein? Zur bestimmten Zeit will ich
Und der HERR erschien ihm bei den wieder zu dir kommen im nächsten Jahr,
Terebinthen Mamres, während er und Sarah wird einen Sohn haben! 15 Da
am Eingang seines Zeltes saß, als der Tag leugnete Sarah und sprach: Ich habe nicht
am heißesten war. 2 Und er erhob seine gelacht!, denn sie fürchtete sich. Er aber
Augen und schaute, siehe, da standen sprach: Doch, du hast gelacht!
drei Männer ihm gegenüber. Und als er
sie sah, eilte er ihnen entgegen vom Ein- Abrahams Fürbitte für Sodom
Jak 5,16-18
gang seines Zeltes, beugte sich zur Erde
nieder 3 und sprach: Mein Herr, habe 16 Da brachen die Männer auf und wand-
ich Gnade vor deinen Augen gefunden, ten sich nach Sodom. Und Abraham ging
so geh doch nicht vorüber an deinem mit ihnen, um sie zu begleiten. 17 Da
Knecht! 4 Man soll ein wenig Wasser brin- sprach der HERR: Sollte ich Abraham ver-
gen, und wascht eure Füße; und laßt bergen, was ich tun will? 18 Abraham soll

a (17,19) bed. »Er wird lachen« (vgl. 1Mo 17,17; 18,12-15; 21,6).
18 1. MOSE 18.19
doch gewiß zu einem großen und starken darin. Er aber sprach: Wenn ich dreißig
Volk werden, und alle Völker der Erde sol- darin finde, so will ich ihnen nichts tun!
len in ihm gesegnet werden. 19 Denn ich 31 Und er sprach: Ach siehe, ich habe es
habe ihn ausersehen, daß er seinen Kin- gewagt, mit [meinem] Herrn zu reden:
dern und seinem Haus nach ihm gebie- Vielleicht finden sich zwanzig darin. Er
te, den Weg des HERRN zu bewahren, in- antwortete: Ich will sie nicht verderben
dem sie Gerechtigkeit und Recht üben, um der zwanzig willen!
damit der HERR auf Abraham kommen 32 Und er sprach: Ach, zürne nicht, [mein]
lasse, was er ihm verheißen hat. Herr, daß ich nur noch diesmal rede: Viel-
20 Und der HERR sprach: Das Geschrei leicht finden sich zehn darin. Er aber
über Sodom und Gomorra ist groß, und sprach: Ich will sie nicht verderben um
ihre Sünde ist sehr schwer. 21 Darum will der zehn willen!
ich hinabsteigen und sehen, ob sie es 33 Und der HERR ging hinweg, als er mit
wirklich ganz nach dem Geschrei über sie Abraham ausgeredet hatte; Abraham aber
getrieben haben, das vor mich gekom- kehrte wieder an seinen Ort zurück.
men ist, oder ob nicht; ich will es wissen!
22 Und die Männer wandten ihr Ange-
Die Rettung Lots
sicht von dort und gingen nach Sodom; vor dem kommenden Gericht
5Mo 29,23; 2Pt 2,6
aber Abraham blieb noch stehen vor dem
HERRN. 23 Und Abraham trat näher und Und die zwei Engel kamen am
sprach: Willst du auch den Gerechten mit Abend nach Sodom. Lot aber saß in
dem Gottlosen wegraffen? 24 Vielleicht Sodom unter dem Tor; und als er sie sah,
gibt es fünfzig Gerechte in der Stadt; willst stand er auf, ging ihnen entgegen und
du die wegraffen und den Ort nicht ver- verneigte sich, das Angesicht zur Erde ge-
schonen um der fünfzig Gerechten wil- wandt, 2 und sprach: Siehe, meine Her-
len, die darin sind? 25 Das sei ferne von ren! Kehrt ein in das Haus eures Knechtes
dir, daß du eine solche Sache tust und den und bleibt über Nacht und wascht eure
Gerechten tötest mit dem Gottlosen, daß Füße; so mögt ihr am Morgen früh auf-
der Gerechte sei wie der Gottlose. Das stehen und euren Weg ziehen! Sie aber
sei ferne von dir! Sollte der Richter der sprachen: Nein, sondern wir wollen im
ganzen Erde nicht gerecht richten? 26 Der Freien übernachten! 3 Er aber drang sehr
HERR sprach: Wenn ich fünfzig Gerechte in sie. Da kehrten sie bei ihm ein und ka-
in Sodom finde, in der Stadt, so will ich men in sein Haus. Und er bereitete ihnen
um ihretwillen den ganzen Ort verscho- ein Mahl und machte ungesäuerte Brot-
nen! fladen; und sie aßen.
27 Und Abraham antwortete und sprach: 4 Aber ehe sie sich hinlegten, umringten
Ach siehe, ich habe es gewagt, mit dem die Männer der Stadt das Haus, die
Herrn zu reden, obwohl ich nur Staub Männer von Sodom, jung und alt, das
und Asche bin! 28 Vielleicht gibt es fünf ganze Volk aus allen Enden, 5 und riefen
weniger als fünfzig Gerechte darin; willst Lot und sprachen zu ihm: Wo sind die
du denn die ganze Stadt verderben um Männer, die diese Nacht zu dir gekom-
der fünf willen? Er sprach: Wenn ich darin men sind? Bring sie heraus zu uns, damit
fünfundvierzig finde, so will ich sie nicht wir uns über sie hermachen! 6 Da ging
verderben! Lot zu ihnen hinaus an den Eingang
29 Und er fuhr weiter fort mit ihm zu re- und schloß die Tür hinter sich zu. 7 Und
den und sprach: Vielleicht finden sich sprach: Ach, meine Brüder, versündigt
vierzig darin. Er aber sprach: Ich will ih- euch doch nicht! 8 Siehe, ich habe zwei
nen nichts tun um der vierzig willen! Töchter, die haben noch keinen Mann er-
30 Und Abraham sprach: Möge es [mei- kannt; die will ich zu euch hinausführen,
nen] Herrn nicht erzürnen, wenn ich noch damit ihr mit ihnen tut, wie es gut ist
weiter rede! Vielleicht finden sich dreißig in euren Augen; nur diesen Männern
1. MOSE 19 19
tut nichts, denn sie sind doch unter Gnade gefunden, und du hast mir große
den Schatten meines Daches gekommen! Barmherzigkeit erwiesen, daß du meine
9 Sie aber sprachen: Mach, daß du fort- Seele am Leben erhalten hast. Aber auf
kommst! Und sie sagten: Der ist der ein- das Bergland kann ich mich nicht retten;
zige Fremdling hier und will den Richter das Unglück könnte mich ereilen, so daß
spielen! Nun wollen wir’s mit dir noch ich sterben müßte! 20 Siehe, jene Stadt
schlimmer treiben als mit ihnen! Und sie dort ist so nahe, daß ich dahin fliehen
drangen heftig auf den Mann Lot ein und könnte; und sie ist klein. Ach, laß mich
machten sich daran, die Tür aufzubre- dahin fliehen! Ist sie nicht klein? Nur
chen. 10 Da streckten die Männer ihre daß meine Seele am Leben bleibt! 21 Da
Hände hinaus und zogen Lot zu sich hin- sprach er zu ihm: Siehe, ich habe dich
ein und schlossen die Tür zu. 11 Und sie auch in dieser Sache erhört, daß ich die
schlugen die Männer vor der Haustür Stadt nicht zerstöre, von der du geredet
mit Blindheit, klein und groß, so daß sie hast. 22 Eile, rette dich dorthin; denn ich
müde wurden, die Tür zu suchen. kann nichts tun, bis du hineingekommen
12 Und die Männer sprachen zu Lot: Hast bist! — Daher wird die Stadt Zoar ge-
du noch jemand hier, einen Schwieger- nannt.
sohn oder Söhne oder Töchter? Wer in
der Stadt zu dir gehört, den führe hinaus Gottes Gericht über Sodom und Gomorra
aus diesem Ort! 13 Denn wir werden die- 23 Und die Sonne ging auf über der Erde,
sen Ort verderben, weil das Geschrei als Lot nach Zoar kam. 24 Da ließ der HERR
über sie groß ist vor dem HERRN; und der Schwefel und Feuer regnen auf Sodom
HERR hat uns gesandt, [den Ort] zu ver- und Gomorra, vom HERRN, vom Himmel
derben! 14 Da ging Lot hinaus und rede- herab, 25 und er zerstörte die Städte und
te mit seinen Schwiegersöhnen, die sei- die ganze Umgebung und alle Einwoh-
ne Töchter nehmen sollten, und sprach: ner der Städte und was auf dem Erdbo-
Macht euch auf, geht hinaus aus diesem den gewachsen war. 26 Und [Lots] Frau
Ort; denn der HERR wird diese Stadt ver- schaute zurück hinter seinem Rücken; da
derben! Aber er war in den Augen seiner wurde sie zu einer Salzsäule.
Schwiegersöhne wie einer, der scherzt. 27 Abraham aber begab sich früh am Mor-
15 Als nun die Morgenröte aufging, drän- gen zu dem Ort, wo er vor dem HERRN ge-
gten die Engel Lot und sprachen: Mache standen hatte. 28 Und er blickte hinab auf
dich auf, nimm deine Frau und deine Sodom und Gomorra und auf das ganze
beiden Töchter, die hier sind, damit du Land jener Gegend und sah sich um, und
nicht umkommst in der Bestrafung die- siehe, ein Rauch ging auf von dem Land,
ser Stadt! 16 Als er aber noch zögerte, er- wie der Rauch eines Schmelzofens.
griffen die Männer ihn und seine Frau 29 Und es geschah, als Gott die Städte in
und seine beiden Töchter bei der Hand, jener Ebene verderbte, da gedachte Gott
weil der HERR ihn verschonen wollte; und an Abraham, und er führte Lot mitten aus
sie führten ihn hinaus und ließen ihn dem Verderben, als er die Städte verderb-
draußen vor der Stadt. te, in denen Lot gewohnt hatte.
17 Und es geschah, als sie sie hinausge-
führt hatten, da sprach einer: Rette dei- Lot und seine Töchter
5Mo 23,2-3
ne Seele! Und schaue nicht zurück; steh
auch nicht still in dieser ganzen Umge- 30 Und Lot ging von Zoar hinauf und
gend! Rette dich ins Berglanda, damit du blieb mit seinen beiden Töchtern auf dem
nicht weggerafft wirst! 18 Aber Lot sprach Bergland; denn er fürchtete sich, in Zoar
zu ihnen: Ach nein, mein Herr! 19 Siehe zu bleiben; und er wohnte mit seinen
doch, dein Knecht hat vor deinen Augen Töchtern in einer Höhle. 31 Da sprach die

a (19,17) gemeint ist das bergige Hochland östlich bzw. westlich der Jordanaue.
20 1. MOSE 19.20
Ältere zu der Jüngeren: Unser Vater ist alt, meine Schwester?« Und auch sie selbst
und es ist kein Mann mehr auf der Erde, hat gesagt: »Er ist mein Bruder!« Habe ich
der zu uns kommen könnte nach der Wei- doch dies mit aufrichtigem Herzen und
se aller Welt. 32 So komm, wir wollen un- unschuldigen Händen getan!
serem Vater Wein zu trinken geben und 6 Und Gott sprach zu ihm im Traum: Auch
bei ihm liegen, damit wir von unserem ich weiß, daß du dies mit aufrichtigem
Vater Nachkommenschaft erhalten! 33 So Herzen getan hast; darum habe ich dich
gaben sie ihrem Vater Wein zu trinken in auch bewahrt, daß du nicht gegen mich
derselben Nacht. Und die Ältere ging und sündigst, und darum habe ich es dir nicht
legte sich zu ihrem Vater, und er erkannte gestattet, daß du sie berührst. 7 So gib
es nicht, weder als sie sich legte, noch als nun dem Mann seine Frau wieder, denn
sie aufstand. 34 Und es geschah am Mor- er ist ein Prophet; und er soll für dich bit-
gen, da sprach die Ältere zu der Jüngeren: ten, so wirst du am Leben bleiben. Wenn
Siehe, ich bin gestern bei meinem Vater du sie aber nicht zurückgibst, so wisse,
gelegen; wir wollen ihm auch diese Nacht daß du gewiß sterben mußt samt allem,
Wein zu trinken geben, daß du hingehst was dir gehört!
und dich zu ihm legst, damit wir von 8 Da stand Abimelech am Morgen früh
unserem Vater Nachkommenschaft erhal- auf und rief alle seine Knechte zusammen
ten! 35 So gaben sie ihrem Vater auch in und sagte ihnen dies alles vor ihren Ohren;
jener Nacht Wein zu trinken. Und die und die Leute fürchteten sich sehr. 9 Und
Jüngere machte sich auf und legte sich zu Abimelech rief Abraham und sprach zu
ihm, und er merkte es nicht, weder als ihm: Warum hast du uns das angetan, und
sie sich legte, noch als sie aufstand. 36 So was habe ich an dir gesündigt, daß du eine
wurden die beiden Töchter Lots schwan- so große Sünde auf mich und mein Reich
ger von ihrem Vater. 37 Und die Ältere ge- bringen wolltest? Du hast nicht mit mir
bar einen Sohn, den nannte sie Moab; gehandelt, wie man handeln soll! 10 Und
der wurde der Vater der heutigen Moabi- Abimelech fragte Abraham: In welcher
ter. 38 Und die Jüngere gebar auch einen Absicht hast du dies getan?
Sohn, den nannte sie Ben-Ammi; der wur- 11 Da sprach Abraham: Weil ich dachte:
de der Vater der heutigen Ammoniter. Es ist gar keine Gottesfurcht an diesem
Ort, darum werden sie mich wegen mei-
Abraham und Sarah bei Abimelech ner Frau umbringen! 12 Auch ist sie wahr-
1Mo 26,1-11; Ps 105,12-15
haftig meine Schwester; denn sie ist die
Abraham aber zog von dort in den Tochter meines Vaters, aber nicht die
Negev und wohnte zwischen Ka- Tochter meiner Mutter, und so ist sie mei-
desch und Schur, und er hielt sich als ne Frau geworden. 13 Und es geschah, als
Fremdling in Gerar auf. 2 Und Abraham mich Gott aus dem Haus meines Vaters
sagte von seiner Frau Sarah: Sie ist meine führte, da sprach ich zu ihr: Das mußt du
Schwester. Da ließ Abimelech, der König mir zuliebe tun, daß du überall, wo wir
von Gerar, Sarah holen. hinkommen, von mir sagst: Er ist mein
3 Aber Gott kam nachts im Traum zu Abi- Bruder!
melech und sprach zu ihm: Siehe, du bist 14 Da nahm Abimelech Schafe und Rin-
des Todes wegen der Frau, die du genom- der, Knechte und Mägde und schenkte
men hast; denn sie ist die Ehefrau eines sie Abraham und gab ihm seine Frau Sa-
Mannes! rah zurück. 15 Und Abimelech sprach:
4 Abimelech aber hatte sich ihr noch nicht Siehe, mein Land steht dir offen; wo es
genähert, und er sprach: Herr, willst du dir gefällt, da laß dich nieder!
denn auch ein gerechtes Volk umbrin- 16 Aber zu Sarah sprach er: Siehe, ich habe
gen? 5 Hat er nicht zu mir gesagt: »Sie ist deinem Bruder 1 000 Silberlingea gege-

a (20,16) d.h. Silberstücke; damals gab es noch keine Münzen.


1. MOSE 20.21 21
ben; siehe, das soll dir eine Decke der Au- zu Abraham: Es soll dir nicht leid tun we-
gen sein für alle, die um dich sind, damit gen des Knaben und wegen deiner Magd!
du in jeder Weise gerechtfertigt bist!a Höre in allem, was Sarah dir sagt, auf ihre
17 Abraham aber legte Fürbitte ein bei Stimme! Denn in Isaak soll dir ein Same
Gott. Da heilte Gott Abimelech und sei- berufen werden. 13 Doch ich will auch
ne Frau und seine Mägde, daß sie wieder den Sohn der Magd zu einem Volk ma-
Kinder gebären konnten. 18 Denn der chen, weil er dein Same ist.
HERR hatte zuvor jeden Mutterleib im 14 Da stand Abraham am Morgen früh auf
Haus Abimelechs fest verschlossen um und nahm Brot und einen Schlauch voll
Sarahs, der Frau Abrahams willen. Wasser, gab es Hagar und legte es auf ihre
Schulter; er gab ihr auch den Knaben und
Die Geburt Isaaks schickte sie fort. Und sie ging und irrte
1Mo 17,15-16; 18,9-10; Hebr 11,11-12
umher in der Wüste von Beerscheba.
Und der HERR suchte Sarah heim, 15 Als nun das Wasser im Schlauch aus-
wie er verheißen hatte, und der gegangen war, warf sie den Knaben un-
HERR handelte an Sarah, wie er geredet ter einen Strauch, 16 und sie ging hin und
hatte. 2 Und Sarah wurde schwanger und setzte sich gegenüber, einen Bogenschuß
gebar dem Abraham einen Sohn in sei- weit entfernt; denn sie sprach: Ich kann
nem Alter, zur bestimmten Zeit, wie ihm das Sterben des Knaben nicht mit anse-
Gott verheißen hatte. 3 Und Abraham gab hen! Und sie saß ihm gegenüber, erhob
seinem Sohn, der ihm geboren wurde, ihre Stimme und weinte.
den ihm Sarah gebar, den Namen Isaak. 17 Da erhörte Gott die Stimme des Kna-
4 Und Abraham beschnitt Isaak, seinen ben, und der Engel Gottes rief der Hagar
Sohn, als er acht Tage alt war, wie es ihm vom Himmel her zu und sprach zu ihr:
Gott geboten hatte. 5 Und Abraham war Was ist mit dir, Hagar? Fürchte dich nicht;
100 Jahre alt, als ihm sein Sohn Isaak ge- denn Gott hat die Stimme des Knaben
boren wurde. erhört, da, wo er liegt. 18 Steh auf, nimm
6 Und Sarah sprach: Gott hat mir ein La- den Knaben und halte ihn fest an deiner
chen bereitet; wer es hören wird, der wird Hand, denn ich will ihn zu einem großen
mir zulachen! 7 Und sie sprach: Wer hätte Volk machen!
das dem Abraham verkündet, daß Sarah 19 Und Gott öffnete ihr die Augen, daß
Kinder stillt, daß ich ihm einen Sohn ge- sie einen Wasserbrunnen sah. Da ging sie
boren habe in seinem Alter? hin und füllte den Schlauch mit Wasser
8 Und das Kind wuchs heran und wurde und gab dem Knaben zu trinken.
entwöhnt. Und Abraham machte ein 20 Und Gott war mit dem Knaben; der
großes Mahl an dem Tag, als Isaak ent- wuchs heran und wohnte in der Wüste
wöhnt wurde. und wurde ein Bogenschütze. 21 Und er
wohnte in der Wüste Paran, und seine
Die Austreibung Hagars und Ismaels Mutter nahm ihm eine Frau aus dem
1Mo 16; Gal 4,21-31
Land Ägypten.
9 Und Sarah sah, daß der Sohn der Hagar,
der ägyptischen Magd, den sie dem Abra- Der Bund Abrahams mit Abimelech
ham geboren hatte, Mutwillen trieb. 10 Da in Beerscheba
1Mo 26
sprach sie zu Abraham: Treibe diese Magd
hinaus mit ihrem Sohn; denn der Sohn 22 Und es geschah zur selben Zeit, da
dieser Magd soll nicht erben mit meinem redete Abimelech in Begleitung seines
Sohn Isaak! Heerführers Pichol mit Abraham und
11 Dieses Wort mißfiel Abraham sehr um sprach: Gott ist mit dir in allem, was du
seines Sohnes willen. 12 Aber Gott sprach tust. 23 So schwöre mir nun hier bei Gott,

a (20,16) d.h. eine Art Entschädigung, die den guten Ruf von Sarah bestätigen sollte.
22 1. MOSE 21.22
daß du weder an mir, noch an meinen 3 Da stand Abraham am Morgen früh auf
Kindern, noch an meinen Kindeskindern und sattelte seinen Esel; und er nahm
treulos handeln wirst. Dieselbe Freund- zwei Knechte mit sich und seinen Sohn
schaft, die ich dir bewiesen habe, sollst Isaak; und er spaltete Holz zum Brandop-
du auch an mir beweisen und an dem fer, machte sich auf und ging hin an den
Land, in dem du ein Fremdling bist! Ort, den ihm Gott genannt hatte.
24 Da sprach Abraham: Ich will schwören! 4 Am dritten Tag erhob Abraham seine
25 Und Abraham stellte Abimelech zur Augen und sah den Ort von ferne. 5 Da
Rede wegen des Wasserbrunnens, den die sprach Abraham zu seinen Knechten:
Knechte Abimelechs mit Gewalt genom- Bleibt ihr hier mit dem Esel, ich aber und
men hatten. 26 Da antwortete Abimelech: der Knabe wollen dorthin gehen und an-
Ich weiß nichts davon; wer hat das ge- beten, und dann wollen wir wieder zu
tan? Du hast mir gar nichts erzählt, und euch kommen. 6 Und Abraham nahm das
ich habe auch nichts davon gehört bis zu Holz zum Brandopfer und legte es auf
diesem Tag! seinen Sohn Isaak. Er aber nahm das Feu-
27 Da nahm Abraham Schafe und Rinder er und das Messer in seine Hand, und sie
und gab sie Abimelech, und sie machten gingen beide miteinander. 7 Da sprach
beide einen Bund miteinander. 28 Und Isaak zu seinem Vater Abraham: Mein Va-
Abraham stellte sieben Lämmer beiseite. ter! Abraham antwortete: Hier bin ich,
29 Da sprach Abimelech zu Abraham: Was mein Sohn! Und er sprach: Siehe, hier ist
sollen die sieben Lämmer hier, die du Feuer und Holz; wo ist aber das Lamm
beiseitegestellt hast? 30 Er antwortete: Du zum Brandopfer? 8 Und Abraham ant-
sollst sieben Lämmer von meiner Hand wortete: Mein Sohn, Gott wird für ein
nehmen, damit sie ein Zeugnis für mich Lamm zum Brandopfer sorgen! Und sie
seien, daß ich diesen Brunnen gegraben gingen beide miteinander.
habe! 9 Und als sie an den Ort kamen, den
31 Daher wird der Ort Beerscheba ge- Gott ihm genannt hatte, baute Abraham
nannt, weil sie beide dort einander schwo- dort einen Altar und schichtete das Holz
ren. darauf; und er band seinen Sohn Isaak
32 Als sie aber den Bund in Beerscheba und legte ihn auf den Altar, oben auf
geschlossen hatten, machten sich Abi- das Holz. 10 Und Abraham streckte seine
melech und Pichol, sein Heerführer, auf Hand aus und faßte das Messer, um sei-
und zogen wieder in das Land der Phili- nen Sohn zu schlachten. 11 Da rief ihm
ster. 33 [Abraham] aber pflanzte eine Ta- der Engel des HERRN vom Himmel her zu
mariske in Beerscheba und rief dort den und sprach: Abraham! Abraham! Und er
Namen des HERRN, des ewigen Gottes, antwortete: Hier bin ich!
an. 34 Und Abraham hielt sich lange Zeit 12 Er sprach: Lege deine Hand nicht an
als Fremdling im Land der Philister auf. den Knaben und tue ihm gar nichts; denn
nun weiß ich, daß du Gott fürchtest, weil
Abrahams Gehorsamsprüfung: du deinen einzigen Sohn nicht verschont
Die Opferung Isaaks hast um meinetwillen!
Hebr 11,17-19; Jak 2,21-23
13 Da erhob Abraham seine Augen und
Und es geschah nach diesen Be- schaute, und siehe, da war hinter ihm
gebenheiten, da prüfte Gott den ein Widder, der sich mit seinen Hörnern
Abraham und sprach zu ihm: Abraham! im Gestrüpp verfangen hatte. Und Abra-
Und er antwortete: Hier bin ich. 2 Und er ham ging hin und nahm den Widder und
sprach: Nimm doch deinen Sohn, deinen brachte ihn als Brandopfer dar an Stelle
einzigen, den du lieb hast, Isaak, und geh seines Sohnes. 14 Und Abraham nannte
hin in das Land Morija und bringe ihn den Ort: »Der HERR wird dafür sorgen«, so
dort zum Brandopfer dar auf einem der daß man noch heute sagt: Auf dem Berg
Berge, den ich dir nennen werde! wird der HERR dafür sorgen!
1. MOSE 22.23 23
15 Und der Engel des HERRN rief Abraham bei euch; gebt mir ein Erbbegräbnisc bei
zum zweitenmal vom Himmel her zu, euch, daß ich meine Tote von meinem
16 und er sprach: Ich habe bei mir selbst Angesicht entfernt begraben kann! 5 Da
geschworen, spricht der HERR: Weil du antworteten die Hetiter dem Abraham
dies getan und deinen Sohn, deinen ein- und sprachen zu ihm: 6 Höre uns, mein
zigen, nicht verschont hast, 17 darum will Herr, du bist ein Fürst Gottes mitten un-
ich dich reichlich segnen und deinen Sa- ter uns! Begrabe deine Tote in dem besten
men mächtig mehren, wie die Sterne am unserer Gräber. Niemand von uns wird
Himmel und wie den Sand am Ufer des dir sein Grab verweigern, damit du deine
Meeres; und dein Same soll das Tor seiner Tote darin begraben kannst! 7 Da stand
Feinde in Besitz nehmen,a 18 und in dei- Abraham auf und verneigte sich vor dem
nem Samen sollen gesegnet werden alle Volk des Landes, vor den Hetitern. 8 Und
Völker der Erde, weil du meiner Stimme er redete mit ihnen und sprach: Wenn
gehorsam warst! es euer Wille ist, daß ich meine Tote von
19 Und Abraham kehrte wieder zurück zu meinem Angesicht entfernt begrabe, so
seinen Knechten; und sie machten sich auf hört mich und bittet für mich Ephron, den
und zogen miteinander nach Beerscheba; Sohn Zohars, 9 daß er mir die Höhle Mach-
und Abraham wohnte in Beerscheba. pelah gebe, die ihm gehört und die am
Ende seines Ackers liegt; um den vollen
Die Nachkommen Nahors Betrag soll er sie mir zum Erbbegräbnis
1Mo 24,15; Spr 25,25
geben in eurer Mitte! 10 Und Ephron saß
20 Und es geschah nach diesen Begeben- mitten unter den Hetitern. Da antworte-
heiten, da wurde Abraham berichtet: Sie- te Ephron, der Hetiter, dem Abraham vor
he, auch Milka hat deinem Bruder Nahor den Söhnen Hets, vor allen, die durch das
Söhne geboren: 21 Uz, den Erstgebore- Tor seiner Stadt aus- und eingingen, und
nen, und Bus, seinen Bruder, und Ke- sprach: 11 Nein, mein Herr, sondern höre
muel, den Vater des Aram, 22 und Kesed mir zu: Ich schenke dir den Acker, und die
und Haso und Pildasch und Jidlaph und Höhle darin schenke ich dir dazu, und
Bethuel. 23 Bethuel aber hatte die Rebek- schenke sie dir vor meinem Volk; begrabe
ka gezeugt. Milka gebar diese acht dem deine Tote! 12 Da verneigte sich Abraham
Nahor, dem Bruder Abrahams. 24 Und vor dem Volk des Landes, 13 und er rede-
seine Nebenfrau mit Namen Rehuma ge- te mit Ephron vor den Ohren des Volkes
bar auch, nämlich Tebach, Gaham, Ta- des Landes und sprach: Wohlan, wenn
hasch und Maacha. du geneigt bist, so höre mich: Nimm von
mir das Geld, das ich dir für den Acker
Sarahs Tod und Bestattung gebe, so will ich meine Tote dort begra-
in der Höhle Machpelah ben. 14 Ephron antwortete Abraham und
1Mo 25,7-10; 49,29-32
sprach zu ihm: 15 Mein Herr, höre mich:
Und Sarah wurde 127 Jahre alt; das Das Feld ist 400 Schekel Silber wert; was
sind die Lebensjahre Sarahs. ist das schon zwischen mir und dir? Be-
2 Und Sarah starb in Kirjat-Arba, das ist grabe nur deine Tote! 16 Und Abraham
Hebron, im Land Kanaan. Da ging Abra- hörte auf Ephron, und Abraham wog für
ham hin, um zu klagen um Sarah und Ephron soviel Geld ab, wie er vor den Oh-
sie zu beweinen. 3 Danach stand Abra- ren der Hetiter gesagt hatte, nämlich 400
ham auf von seiner Toten und redete Schekel Silber, das im Kauf gangbar und
mit den Söhnen Hets und sprach: 4 Ich gültig war.
bin ein Fremdling und ohne Bürgerrechtb 17 So wurde der Acker Ephrons bei Mach-

a (22,17) d.h. über seine Feinde herrschen; das Tor war (vgl. Hebr 11,13-16).
der Ort, wo die Ältesten oder Regenten einer Stadt c (23,4) w. Besitzbegräbnis; d.h. eine vererbbare
das Recht sprachen. Familiengrabstätte.
b (23,4) w. ein Beisasse; d.h. ein Gast ohne Bürgerrecht
24 1. MOSE 23.24
pelah, der Mamre gegenüber liegt, der wieder dorthin! 9 Da legte der Knecht sei-
Acker samt der Höhle, die darin ist, auch ne Hand unter die Hüfte Abrahams, sei-
alle Bäume auf dem Acker und inner- nes Herrn, und schwor ihm in dieser Sa-
halb aller seiner Grenzen, 18 dem Abra- che.
ham zum Eigentum bestätigt vor den Au- 10 Und der Knecht nahm zehn Kamele
gen der Hetiter und aller, die zum Tor von den Kamelen seines Herrn und al-
seiner Stadt eingingen. lerlei Güter seines Herrn, und er machte
19 Danach begrub Abraham seine Frau sich auf und zog nach Aram-Naharajima,
Sarah in der Höhle des Ackers Machpe- zu der Stadt Nahors. 11 Da ließ er die Ka-
lah, Mamre gegenüber, in Hebron, im mele sich draußen vor der Stadt lagern
Land Kanaan. 20 So wurde der Acker und bei einem Wasserbrunnen am Abend, zur
die Höhle darin dem Abraham von den Zeit, da die Jungfrauen herauszugehen
Hetitern als Erbbegräbnis bestätigt. pflegten, um Wasser zu schöpfen.
12 Und er sprach: O HERR, du Gott meines
Rebekka wird Isaaks Frau Herrn Abraham, laß es mir doch heute
Und Abraham war alt und recht gelingen und erweise Gnade an meinem
betagt, und der HERR hatte Abra- Herrn Abraham! 13 Siehe, ich stehe hier
ham gesegnet in allem. bei dem Wasserbrunnen, und die Töchter
2 Und Abraham sprach zu dem ältesten der Leute dieser Stadt werden herauskom-
Knecht seines Hauses, der Verwalter aller men, um Wasser zu schöpfen. 14 Wenn
seiner Güter war: Lege doch deine Hand nun ein Mädchen kommt, zu der ich
unter meine Hüfte, 3 daß ich dich schwö- spreche: »Neige doch deinen Krug, daß
ren lasse bei dem HERRN, dem Gott des ich trinke!«, und sie spricht: »Trinke! Und
Himmels und dem Gott der Erde, daß du auch deine Kamele will ich tränken!« —
meinem Sohn keine Frau nimmst von so möge sie diejenige sein, die du deinem
den Töchtern der Kanaaniter, unter de- Knecht Isaak bestimmt hast; und daran
nen ich wohne, 4 sondern daß du in mein werde ich erkennen, daß du an meinem
Vaterland und zu meiner Verwandtschaft Herrn Barmherzigkeit erwiesen hast!
ziehst und meinem Sohn Isaak dort eine 15 Und es geschah, ehe er noch ausge-
Frau nimmst! redet hatte, siehe, da kam Rebekka her-
5 Da sprach der Knecht zu ihm: Vielleicht aus, die Tochter Bethuels, der ein Sohn
will aber die Frau mir nicht in dieses Land der Milka, der Frau Nahors, des Bruders
folgen — soll ich dann deinen Sohn wie- Abrahams war; und sie trug einen Krug
der zurückbringen in das Land, aus dem auf ihrer Schulter. 16 Sie war aber ein sehr
du ausgezogen bist? schönes Mädchen, eine Jungfrau, und
6 Abraham sprach zu ihm: Hüte dich, kein Mann hatte sie erkannt; und sie stieg
meinen Sohn wieder dorthin zu brin- zum Brunnen hinab und füllte ihren Krug
gen! 7 Der HERR, der Gott des Himmels, und stieg wieder herauf.
der mich herausgenommen hat aus dem 17 Da lief der Knecht ihr entgegen und
Haus meines Vaters und aus dem Land sprach: Laß mich doch ein wenig Wasser
meiner Geburt, und der mit mir geredet aus deinem Krug trinken! 18 Und sie
hat und mir auch geschworen und gesagt sprach: Trinke, mein Herr! Und sie ließ
hat: »Dieses Land will ich deinem Samen den Krug sogleich auf ihre Hand nieder
geben«, der wird seinen Engel vor dir her und gab ihm zu trinken.
senden, daß du meinem Sohn von dort 19 Und als sie ihm zu trinken gegeben
eine Frau nimmst. 8 Wenn die Frau dir hatte, sprach sie: Auch deinen Kamelen
aber nicht folgen will, so bist du entbun- will ich schöpfen, bis sie genug getrun-
den von dem Eid, den du mir geschwo- ken haben! 20 Und sie eilte und leerte
ren hast; nur bringe meinen Sohn nicht den Krug aus in die Tränke und lief noch-

a (24,10) bed. »Aram der zwei Ströme«; Bezeichnung einer Region im Nordwesten Mesopotamiens.
1. MOSE 24 25
mals zum Brunnen, um zu schöpfen, und 34 Er sprach: Ich bin ein Knecht Abra-
schöpfte für alle seine Kamele. 21 Und der hams. 35 Und der HERR hat meinen Herrn
Mann war erstaunt über sie, schwieg aber reichlich gesegnet, daß er groß geworden
still, bis er erkannt hatte, ob der HERR sei- ist, denn er hat ihm Schafe und Rinder,
ne Reise habe gelingen lassen oder nicht. Silber und Gold, Knechte und Mägde,
22 Und es geschah, als die Kamele alle ge- Kamele und Esel gegeben. 36 Dazu hat
trunken hatten, da nahm er einen golde- Sarah, die Frau meines Herrn, in ihrem
nen Ring, einen halben Schekel schwer, Alter meinem Herrn einen Sohn gebo-
und zwei Armbänder für ihre Hände, ren; dem hat er alles gegeben, was ihm
zehn Schekel Gold schwer, 23 und sprach: gehört. 37 Und mein Herr hat einen Eid
Sage mir doch, wessen Tochter bist du? von mir genommen und gesagt: Du sollst
Haben wir im Haus deines Vaters auch meinem Sohn keine Frau nehmen von
Platz zu übernachten? den Töchtern der Kanaaniter, in deren
24 Sie sprach zu ihm: Ich bin die Tochter Land ich wohne; 38 sondern ziehe hin
Bethuels, des Sohnes der Milka, den sie zum Haus meines Vaters und zu meinem
dem Nahor geboren hat. 25 Und sie sagte Geschlecht; dort nimm meinem Sohn
weiter zu ihm: Es ist auch viel Stroh eine Frau!
und Futter bei uns und Platz genug zum 39 Ich sprach aber zu meinem Herrn: Aber
Übernachten! vielleicht will mir die Frau nicht folgen?
26 Da neigte sich der Mann und betete an 40 Da sprach er zu mir: Der HERR, vor dem
vor dem HERRN, 27 und er sprach: Gelobt ich wandle, wird seinen Engel mit dir sen-
sei der HERR, der Gott meines Herrn Abra- den und deinen Weg gelingen lassen, daß
ham, der seine Gnade und Treue meinem du meinem Sohn eine Frau aus meiner
Herrn nicht entzogen hat, denn der HERR Verwandtschaft und aus dem Haus mei-
hat mich den Weg zum Haus der Brüder nes Vaters nimmst. 41 Nur dann sollst du
meines Herrn geführt! von dem Eid entbunden sein, wenn du
28 Und die Tochter lief und berichtete dies zu meiner Verwandtschaft kommst und
alles im Haus ihrer Mutter. 29 Und Re- sie dir diese nicht geben; dann bist du
bekka hatte einen Bruder, der hieß La- von dem Eid entbunden, den du mir ge-
ban. Und Laban lief rasch zu dem Mann schworen hast.
draußen beim Brunnen. 30 Als er nämlich 42 So kam ich heute zum Wasserbrunnen
den Ring und die Armbänder an den und sprach: O HERR, du Gott meines
Händen seiner Schwester gesehen und Herrn Abraham, wenn du doch Gelingen
die Worte seiner Schwester Rebekka ge- geben wolltest zu meiner Reise, auf der
hört hatte, die sprach: So hat der Mann ich bin! 43 Siehe, ich stehe hier bei dem
zu mir geredet!, da ging er zu dem Mann, Wasserbrunnen. Wenn nun eine Jung-
und siehe, der stand bei den Kamelen frau zum Schöpfen herauskommt und ich
am Brunnen. 31 Und er sprach: Komm spreche: »Gib mir bitte aus deinem Krug
herein, du Gesegneter des HERRN, warum ein wenig Wasser zu trinken!« 44 und sie
stehst du draußen? Ich habe das Haus zu mir sagen wird: »Trinke, ich will dei-
geräumt und für die Kamele Platz ge- nen Kamelen auch schöpfen!« so möge
macht! doch diese die Frau sein, die der HERR
32 So führte er den Mann ins Haus und dem Sohn meines Herrn bestimmt hat!
zäumte die Kamele ab und gab ihnen 45 Ehe ich nun diese Worte ausgeredet
Stroh und Futter, und Wasser, um seine hatte in meinem Herzen, siehe, da kommt
Füße zu waschen und die Füße der Rebekka mit einem Krug auf ihrer Schul-
Männer, die mit ihm waren, 33 und er ter und geht zum Brunnen hinab und
setzte ihm zu essen vor. — Er aber sprach: schöpft. Da sprach ich zu ihr: »Gib mir bit-
Ich will nicht essen, bevor ich meine Sa- te zu trinken!« 46 Und sie nahm den Krug
che vorgetragen habe. Er antwortete: So sogleich von ihrer Schulter und sprach:
rede! »Trinke, und ich will deine Kamele auch
26 1. MOSE 24.25
tränken!« So trank ich, und sie tränkte Abrahams und seinen Leuten. 60 Und
auch die Kamele. sie segneten Rebekka und sprachen zu
47 Und ich fragte sie und sprach: »Wessen ihr: Du bist unsere Schwester, werde
Tochter bist du?« Sie antwortete: »Ich bin zu vieltausendmal Tausenden, und dein
die Tochter Bethuels, des Sohnes Nahors, Same nehme das Tor seiner Feinde in Be-
den ihm Milka geboren hat.« Da legte ich sitz! 61 So machten sich Rebekka und ihre
einen Ring an ihre Nase und Armbänder Mägde auf, und sie bestiegen die Kamele
an ihre Hände, 48 und ich neigte mich und folgten dem Mann nach. Und der
und betete an vor dem HERRN und lobte Knecht nahm Rebekka mit und zog hin.
den HERRN, den Gott meines Herrn Abra- 62 Und Isaak kam vom »Brunnen des Le-
ham, der mich den rechten Weg geführt bendigen, der [mich] sieht« — denn er
hat, daß ich seinem Sohn die Tochter des wohnte im Negev —, 63 weil Isaak zur
Bruders meines Herrn nehme. 49 Wenn Abendzeit auf das Feld gegangen war, um
ihr nun meinem Herrn Liebe und Treue zu beten; und er blickte auf und sah, und
erweisen wollt, so sagt es mir; wenn nicht, siehe, Kamele kamen daher. 64 Und Re-
so sagt es mir ebenfalls, daß ich mich zur bekka blickte auf und sah Isaak. Da ließ
Rechten oder zur Linken wende! sie sich vom Kamel herab 65 und sprach zu
50 Da antworteten Laban und Bethuel dem Knecht: Wer ist jener Mann, der uns
und sprachen: Von dem HERRN aus ist auf dem Feld entgegenkommt? Der Knecht
diese Sache geschehen; darum können sprach: Das ist mein Herr! Da nahm sie
wir nichts gegen dich reden, weder Böses den Schleier und verhüllte sich.
noch Gutes! 51 Siehe, Rebekka ist vor dir! 66 Und der Knecht erzählte dem Isaak al-
Nimm sie und ziehe hin, damit sie die les, was er ausgerichtet hatte. 67 Da führte
Frau des Sohnes deines Herrn werde, wie sie Isaak in das Zelt seiner Mutter Sarah
der HERR geredet hat! und nahm die Rebekka, und sie wurde
52 Und es geschah, als der Knecht Abra- seine Frau, und er gewann sie lieb. So
hams ihre Worte hörte, da verneigte er wurde Isaak getröstet nach dem Tod sei-
sich vor dem HERRN zur Erde. 53 Und ner Mutter.
der Knecht zog silberne und goldene
Schmuckstücke und Kleider hervor und Abrahams zweite Ehe.
gab sie Rebekka; auch ihrem Bruder und Sein Tod und Begräbnis
ihrer Mutter gab er Kostbarkeiten. 54 Da Und Abraham nahm wieder eine
aßen und tranken sie, er samt den Män- Frau, die hieß Ketura. 2 Die gebar
nern, die mit ihm waren, und sie blieben ihm den Simran und den Jokschan, den
dort über Nacht. Aber am Morgen stan- Medan und den Midian, den Jischbak
den sie auf, und er sprach: Laßt mich zu und den Schuach. 3 Jokschan aber zeug-
meinem Herrn ziehen! te den Scheba und den Dedan. Die Söhne
55 Aber ihr Bruder und ihre Mutter spra- von Dedan aber waren die Assuriter, Le-
chen: Laß doch die Tochter einige Tage tusiter und Leumiter 4 und die Söhne Mi-
lang bei uns bleiben, wenigstens zehn, dians waren Epha, Epher, Henoch, Abida
danach magst du ziehen! 56 Da sprach und Eldaa. Diese alle sind Söhne der Ke-
er zu ihnen: Haltet mich nicht auf, denn tura.
der HERR hat meinen Weg gelingen lassen; 5 Und Abraham gab sein ganzes Gut dem
laßt mich zu meinem Herrn ziehen! 57 Da Isaak. 6 Aber den Söhnen, die er von den
sprachen sie: Laßt uns das Mädchen ru- Nebenfrauen hatte, gab Abraham Ge-
fen und fragen, was sie dazu sagt! 58 Und schenke und schickte sie, während er
sie riefen Rebekka und sprachen zu ihr: noch lebte, von seinem Sohn Isaak weg
Willst du mit diesem Mann ziehen? Sie nach Osten in das Morgenland.
antwortete: Ja, ich will mit ihm ziehen! 7 Dies ist die Zahl der Lebensjahre Abra-
59 So ließen sie Rebekka, ihre Schwester, hams, die er gelebt hat: 175 Jahre. 8 Und
ziehen mit ihrer Amme, samt dem Knecht Abraham verschied und starb in gutem
1. MOSE 25 27
Alter, alt und lebenssatt, und wurde zu ließ sich von ihm erbitten, und seine Frau
seinem Volk versammelt. 9 Und seine Rebekka wurde schwanger. 22 Und die
Söhne Isaak und Ismael begruben ihn in Kinder stießen sich in ihrem Schoß. Da
der Höhle Machpelah auf dem Acker des sprach sie: Wenn es so gehen soll, warum
Ephron, des Sohnes Zoars, des Hetiters, bin ich denn in diesen Zustand gekom-
Mamre gegenüber, 10 in dem Acker, den men? Und sie ging hin, um den HERRN zu
Abraham von den Hetitern gekauft hatte. fragen.
Dort wurden Abraham und seine Frau 23 Und der HERR sprach zu ihr: Zwei Völker
Sarah begraben. sind in deinem Leib, und zwei Stämme
11 Und es geschah nach dem Tod Abra- werden sich aus deinem Schoß scheiden;
hams, da segnete Gott seinen Sohn Isaak. und ein Volk wird dem anderen überlegen
Und Isaak wohnte bei dem »Brunnen des sein, und der Ältere wird dem Jüngeren
Lebendigen, der [mich] sieht«. dienen.
24 Als nun ihre Tage erfüllt waren, daß sie
Die Nachkommen Ismaels gebären sollte, siehe, da waren Zwillinge
1Chr 1,3-31; 1Mo 17,20; 21,17-18
in ihrem Leib. 25 Der erste, der heraus-
12 Dies ist die Geschichte Ismaels, des kam, war rötlich, am ganzen Leib wie ein
Sohnes Abrahams, den Hagar, Sarahs haariger Mantel, und man gab ihm den
ägyptische Magd, dem Abraham gebar. Namen Esaub. 26 Danach kam sein Bru-
13 Und dies sind die Namen der Söhne der heraus, und seine Hand hielt die Fer-
Ismaels, nach denen ihre Geschlechter se Esaus; da gab man ihm den Namen Ja-
genannt sind: Der Erstgeborene Ismaels: kobc. Und Isaak war 60 Jahre alt, als sie
Nebajoth, dann Kedar und Adbeel und geboren wurden.
Mibsam, 14 Mischma, Duma, Massa,
15 Hadad, Tema, Jetur, Naphisch und Ked-
Esau verkauft sein Erstgeburtsrecht
Hebr 12,16-17
ma. 16 Das sind die Söhne Ismaels mit
ihren Namen, in ihren Höfen und Zelt- 27 Und als die Knaben groß wurden,
lagern, zwölf Fürsten nach ihren Ge- da wurde Esau ein tüchtiger Jäger, ein
schlechtern. Mann des freien Feldes; Jakob aber war
17 Und Ismael wurde 137 Jahre alt, und ein sittsamer Mann, der bei den Zelten
er verschied und starb und wurde zu blieb. 28 Und Isaak hatte den Esau lieb,
seinem Volk versammelt. 18 Sie wohnten weil ihm das Wildbret mundete; Rebekka
aber von Hawila an bis nach Schur, das aber hatte den Jakob lieb.
vor Ägypten liegt, und bis nach Assur hin; 29 Und Jakob kochte ein Gericht. Da kam
gegenüber von allen seinen Brüdern ließ Esau vom Feld und war erschöpft. 30 Und
er sich nieder. Esau sprach zu Jakob: Laß mich von
dem roten [Gericht] da hinunterschlin-
Die beiden Söhne Isaaks: Esau und Jakob gen, denn ich bin erschöpft! Daher gab
Röm 9,10-13
man ihm den Namen Edomd.
19 Dies ist die Geschichte Isaaks, des Soh- 31 Da sprach Jakob: Verkaufe mir heute
nes Abrahams. Abraham zeugte Isaak. dein Erstgeburtsrechte! 32 Und Esau sprach
20 Und Isaak war 40 Jahre alt, als er Rebek- zu Jakob: Siehe, ich muß doch sterben;
ka zur Frau nahm, die Tochter Bethuels, was soll mir das Erstgeburtsrecht? 33 Ja-
des Aramäers aus Paddan-Arama, die kob sprach: So schwöre mir heute! Und er
Schwester des Aramäers Laban. schwor ihm und verkaufte so dem Jakob
21 Isaak aber bat den HERRN für seine Frau, sein Erstgeburtsrecht.
denn sie war unfruchtbar; und der HERR 34 Da gab Jakob dem Esau Brot und das

a (25,20) Bezeichnung für das Gebiet um Haran im c (25,26) bed. »Er faßt die Ferse« od. »Er betrügt«.
nordwestlichen Mesopotamien. d (25,30) bed. »Rot«.
b (25,25) bed. »Rauh / Behaart«. e (25,31) w. deine Erstgeburt.
28 1. MOSE 25.26
Linsengericht. Und er aß und trank und hättest du eine Schuld auf uns gebracht!
stand auf und ging davon. So verachtete 11 Da gebot Abimelech dem ganzen Volk
Esau das Erstgeburtsrecht. und sprach: Wer diesen Mann oder seine
Frau antastet, der soll gewißlich sterben!
Gottes Verheißung an Isaak.
Isaak im Land der Philister Widerstand der Philister gegen Isaak
Ps 112,1-3
Es kam aber eine Hungersnot in
das Land, nach der vorherigen 12 Und Isaak säte in dem Land und ern-
Hungersnot, die zu Abrahams Zeiten ge- tete im selben Jahr hundertfältig; denn
wesen war. Und Isaak zog nach Gerar zu der HERR segnete ihn. 13 Und der Mann
Abimelech, dem König der Philister. wurde reich und immer reicher, bis er
2 Da erschien ihm der HERR und sprach: überaus reich war; 14 und er hatte Schaf-
Reise nicht nach Ägypten hinab, son- und Rinderherden und eine große Die-
dern bleibe in dem Land, das ich dir nerschaft. Darum beneideten ihn die
nennen werde! 3 Sei ein Fremdling in die- Philister. 15 Alle Brunnen aber, die die
sem Land, und ich will mit dir sein und Knechte seines Vaters zu Abrahams, sei-
dich segnen; denn dir und deinem Sa- nes Vaters Zeiten gegraben hatten, hatten
men will ich alle diese Länder geben und die Philister verstopft und mit loser Erde
will den Eid bestätigen, den ich deinem gefüllt.
Vater Abraham geschworen habe. 4 Und 16 Und Abimelech sprach zu Isaak: Geh
ich will deinen Samen mehren wie die fort von uns; denn du bist uns viel zu
Sterne des Himmels, und ich will deinem mächtig geworden! 17 Da zog Isaak fort
Samen das ganze Land geben; und in dei- und lagerte sich im Tal Gerar und wohnte
nem Samen sollen gesegnet werden alle dort.
Völker der Erde, 5 weil Abraham meiner 18 Und Isaak ließ die Wasserbrunnen auf-
Stimme gehorsam gewesen ist und mei- graben, die sie zu Zeiten seines Vaters
ne Rechte, meine Gebote, meine Satzun- Abraham gegraben hatten, und die die
gen und meine Gesetze gehalten hat! 6 So Philister nach dem Tod Abrahams ver-
wohnte Isaak in Gerar. stopft hatten, und er nannte sie mit den-
7 Und als die Leute des Ortes nach seiner selben Namen, mit denen sein Vater sie
Frau fragten, da sprach er: Sie ist meine benannt hatte. 19 Auch gruben Isaaks
Schwester. Denn er fürchtete sich zu sa- Knechte im Tal und fanden dort einen
gen: Sie ist meine Frau, weil er dachte: Brunnen lebendigen Wassersa. 20 Aber die
Die Leute an diesem Ort könnten mich Hirten von Gerar stritten sich mit den
um Rebekkas willen töten; denn sie war Hirten Isaaks und sprachen: Das Wasser
sehr schön. gehört uns! Da nannte er den Brunnen
8 Und es geschah, als er sich längere Zeit Esek, weil sie sich dort mit ihm gestritten
dort aufhielt, da schaute Abimelech, der hatten. 21 Da gruben sie einen weiteren
König der Philister, durchs Fenster und Brunnen, um den stritten sie auch; darum
bemerkte, wie Isaak mit seiner Frau Re- nannte er ihn Sithna. 22 Da brach er von
bekka vertraut scherzte. 9 Da rief Abi- dort auf und grub einen weiteren Brun-
melech den Isaak und sprach: Siehe, sie nen; um den stritten sie sich nicht, darum
ist deine Frau! Wie konntest du sagen: nannte er ihn Rechobot und sprach: Nun
»Sie ist meine Schwester«? Isaak antwor- hat uns der HERR einen weiten Raum ge-
tete ihm: Ich dachte, ich müßte vielleicht macht, damit wir fruchtbar sein können
sterben um ihretwillen! im Land! 23 Von dort zog er hinauf nach
10 Abimelech sprach: Warum hast du uns Beerscheba.
das angetan? Wie leicht hätte jemand vom 24 Und der HERR erschien ihm in jener
Volk sich zu deiner Frau legen können; so Nacht und sprach: Ich bin der Gott dei-

a (26,19) d.h. einen Quellwasser-Brunnen im Gegensatz zu den Zisternen, die Regenwasser sammelten.
1. MOSE 26.27 29
nes Vaters Abraham. Fürchte dich nicht, so daß er nicht mehr sehen konnte, da
denn ich bin mit dir, und ich will dich seg- rief er Esau, seinen älteren Sohn, und
nen und deinen Samen mehren um Abra- sprach zu ihm: Mein Sohn! Er aber ant-
hams, meines Knechtes, willen! 25 Da wortete ihm: Hier bin ich!
baute er dort einen Altar und rief den Na- 2 Und er sprach: Siehe, ich bin alt und
men des HERRN an; und er schlug dort weiß nicht, wann ich sterbe.
sein Zelt auf; und Isaaks Knechte gruben 3 So nimm nun dein Jagdgerät, deinen
dort einen Brunnen. Köcher und deinen Bogen, und geh aufs
Feld und jage mir ein Wildbret, 4 und be-
Isaaks Bund mit Abimelech reite mir ein schmackhaftes Essen, wie
26 Und Abimelech kam zu ihm von Gerar, ich es gern habe, und bring es mir herein,
mit Ahussat, seinem Freund, und Pichol, daß ich esse, damit meine Seele dich seg-
seinem Heerführer. 27 Aber Isaak sprach ne, bevor ich sterbe!
zu ihnen: Warum kommt ihr zu mir, da 5 Rebekka aber hörte zu, als Isaak diese
ihr mich doch haßt und mich von euch Worte zu seinem Sohn Esau sagte. Und
weggetrieben habt? 28 Sie sprachen: Wir Esau ging aufs Feld, um ein Wildbret
haben deutlich gesehen, daß der HERR zu jagen und es heimzubringen. 6 Da
mit dir ist, darum haben wir uns gesagt: sprach Rebekka zu ihrem Sohn Jakob:
Es soll ein Eid zwischen uns sein, zwi- Siehe, ich habe gehört, wie dein Vater
schen uns und dir, und wir wollen einen mit deinem Bruder Esau redete und sag-
Bund mit dir machen, 29 daß du uns kei- te: 7 »Bring mir ein Wildbret und bereite
nen Schaden zufügst, wie wir auch dich mir ein schmackhaftes Gericht, daß ich
nicht angetastet haben und dir nur Gutes esse und dich segne vor dem Angesicht
taten und dich im Frieden haben ziehen des HERRN, ehe ich sterbe!« 8 So gehor-
lassen. Du bist nun einmal der Gesegnete che nun, mein Sohn, meiner Stimme
des HERRN! und tue, was ich dir sage: 9 Geh hin zur
30 Da bereitete er ihnen ein Mahl, und Herde und hole mir von dort zwei gute
sie aßen und tranken. 31 Und am Morgen Ziegenböcklein, daß ich deinem Vater
früh standen sie auf und schworen ein- ein schmackhaftes Gericht davon berei-
ander den Eid. Da ließ Isaak sie gehen, te, wie er es gern hat. 10 Das sollst du dei-
und sie zogen in Frieden von ihm weg. nem Vater hineintragen, damit er es ißt
32 Und es geschah am selben Tag, da ka- und dich vor seinem Tod segnet!
men Isaaks Knechte und sagten ihm von 11 Jakob aber sprach zu seiner Mutter Re-
dem Brunnen, den sie gegraben hatten, bekka: Siehe, mein Bruder Esau ist rauh,
und sprachen zu ihm: Wir haben Wasser und ich bin glatt. 12 Vielleicht könnte
gefunden! 33 Und er nannte ihn Scheba. mein Vater mich betasten, da würde
Daher heißt der Ort Beerscheba bis zum ich in seinen Augen als ein Betrüger
heutigen Tag. erscheinen; so brächte ich einen Fluch
über mich und nicht einen Segen! 13 Da
Esau nimmt zwei hetitische Frauen sprach seine Mutter zu ihm: Dein Fluch
1Mo 27,46-28,9
sei auf mir, mein Sohn! Gehorche du
34 Als aber Esau 40 Jahre alt war, nahm nur meiner Stimme, geh hin und hole es
er Judith zur Frau, die Tochter Beris, des mir!
Hetiters, und Basmath, die Tochter Elons, 14 Da ging er hin und holte es und brachte
des Hetiters; 35 die bereiteten Isaak und es seiner Mutter. Und seine Mutter mach-
Rebekka viel Herzenskummer. te ein schmackhaftes Essen, wie es sein
Vater gern hatte. 15 Rebekka nahm auch
Jakob empfängt durch Betrug die guten Kleider Esaus, ihres älteren
den Erstgeburtssegen Sohnes, die sie bei sich im Haus hatte,
Und es geschah, als Isaak alt war und zog sie Jakob, ihrem jüngeren Sohn,
und seine Augen dunkel wurden, an. 16 Aber die Felle der Ziegenböcklein
30 1. MOSE 27
legte sie ihm um die Hände, und wo er Esaus Reue über den verlorenen Segen
glatt war am Hals; 17 und sie gab das Hebr 12,16-17
schmackhafte Essen und das Brot, das sie 30 Und es geschah, als Isaak den Segen
bereitet hatte, in die Hand ihres Sohnes über Jakob vollendet hatte, und Jakob
Jakob. kaum von seinem Vater Isaak hinausge-
18 Und er ging hinein zu seinem Vater und gangen war, da kam sein Bruder Esau
sprach: Mein Vater! Er antwortete: Hier von der Jagd. 31 Der machte auch ein
bin ich! Wer bist du, mein Sohn? 19 Jakob schmackhaftes Essen und trug es zu sei-
sprach zu seinem Vater: Ich bin Esau, nem Vater hinein und sprach zu ihm: Steh
dein Erstgeborener; ich habe getan, wie auf, mein Vater, und iß von dem Wildbret
du mir gesagt hast. Steh doch auf, setz deines Sohnes, damit mich deine Seele
dich und iß von meinem Wildbret, damit segne! 32 Da antwortete ihm sein Vater
mich deine Seele segne! Isaak: Wer bist du? Er sprach: Ich bin dein
20 Isaak aber sprach zu seinem Sohn: Sohn Esau, dein Erstgeborener!
Mein Sohn, wie hast du es so bald gefun- 33 Da entsetzte sich Isaak über die Maßen
den? Er antwortete: Der HERR, dein Gott, und sprach: Wer ist denn der Jäger, der
ließ es mir begegnen! ein Wildbret gejagt und mir aufgetragen
21 Da sprach Isaak zu Jakob: Tritt herzu, hat? Ich habe von allem gegessen, ehe du
mein Sohn, daß ich dich betaste, ob kamst, und habe ihn gesegnet; er wird
du wirklich mein Sohn Esau bist oder auch gesegnet bleiben!
nicht! 22 Und Jakob trat zu seinem Vater 34 Als Esau diese Worte seines Vaters
Isaak. Und als er ihn betastet hatte, sprach hörte, schrie er laut auf und wurde über
er: Die Stimme ist Jakobs Stimme, aber die Maßen betrübt und sprach zu sei-
die Hände sind Esaus Hände! 23 Aber er nem Vater: Segne doch auch mich, mein
erkannte ihn nicht, denn seine Hände Vater! 35 Er aber sprach: Dein Bruder
waren rauh, wie die Hände seines Bru- ist mit List gekommen und hat deinen
ders Esau. Und so segnete er ihn. 24 Und Segen weggenommen! 36 Da sprach er:
er fragte ihn: Bist du wirklich mein Sohn Er heißt mit Recht Jakob; denn er hat
Esau? Er antwortete: Ja, ich bin’s! mich nun zweimal überlistet! Mein Erst-
25 Da sprach er: So bringe es mir her, geburtsrecht hat er weggenommen, und
damit ich von dem Wildbret meines siehe, nun nimmt er auch meinen Segen!
Sohnes esse, daß dich meine Seele Und er sprach: Hast du mir keinen Segen
segne! Da brachte er es ihm, und er zurückbehalten?
aß; er reichte ihm auch Wein, und er 37 Da antwortete Isaak und sprach zu
trank. 26 Und Isaak, sein Vater, sprach Esau: Siehe, ich habe ihn zum Herrn über
zu ihm: Komm her, mein Sohn, und dich gesetzt, und alle seine Brüder habe
küsse mich! ich ihm zu Knechten gegeben; mit Korn
27 Und er trat hinzu und küßte ihn. Und und Most habe ich ihn versehen. Was kann
als er den Geruch seiner Kleider roch, ich nun für dich tun, mein Sohn? 38 Esau
segnete er ihn und sprach: Siehe, der Ge- sprach zu seinem Vater: Hast du denn nur
ruch meines Sohnes ist wie ein Geruch einen Segen, mein Vater? Segne doch auch
des Feldes, das der HERR gesegnet hat. mich, mein Vater! Und Esau erhob seine
28 Gott gebe dir vom Tau des Himmels Stimme und weinte.
und vom fettesten Boden und Korn und 39 Da antwortete Isaak, sein Vater, und
Most in Fülle! sprach zu ihm: Siehe, fern vom Fett der
29 Völker sollen dir dienen und Ge- Erde wird dein Wohnsitz sein, und fern
schlechter sich vor dir beugen; sei ein vom Tau des Himmels von oben. 40 Von
Herr über deine Brüder, und die Söhne deinem Schwert wirst du leben und dei-
deiner Mutter sollen sich vor dir beugen. nem Bruder dienen. Es wird aber gesche-
Verflucht sei, wer dir flucht, und gesegnet hen, wenn du dich befreien kannst, wirst
sei, wer dich segnet! du sein Joch von deinem Hals reißen.
1. MOSE 27.28 31
Jakobs Flucht zu Laban Esaus dritte Frau
Spr 18,19 1Mo 26,34-35
41 Und Esau wurde dem Jakob feind we- 6 Als nun Esau sah, daß Isaak den Jakob
gen des Segens, womit sein Vater ihn ge- gesegnet und ihn nach Paddan-Aram ent-
segnet hatte; und Esau sprach in seinem lassen hatte, damit er sich von dort eine
Herzen: Die Zeit, da man um meinen Va- Frau hole, und daß er, als er ihn segnete,
ter trauern wird, ist nicht mehr weit; dann ihm gebot und sprach: »Du sollst keine
will ich meinen Bruder Jakob umbringen! Frau von den Töchtern Kanaans neh-
42 Da wurden der Rebekka die Worte men«, 7 und daß Jakob seinem Vater und
Esaus, ihres älteren Sohnes, hinterbracht. seiner Mutter gehorsam war und nach
Und sie schickte hin und ließ Jakob, ihren Paddan-Aram zog, 8 als Esau auch sah,
jüngeren Sohn, rufen und sprach zu ihm: daß Isaak, sein Vater, die Töchter Kanaans
Siehe, dein Bruder Esau will an dir Rache nicht gerne sah, 9 da ging Esau hin zu Is-
nehmen und dich töten! 43 Und nun ge- mael und nahm zu seinen Frauen noch
horche meiner Stimme, mein Sohn: Ma- Mahalath als Frau hinzu, die Tochter Is-
che dich auf und flieh zu meinem Bru- maels, des Sohnes Abrahams, die Schwe-
der Laban, nach Haran, 44 und bleib eine ster Nebajoths.
Zeitlang bei ihm, bis sich der Grimm dei-
nes Bruders gelegt hat, 45 und bis sich Jakobs Traum von der Himmelsleiter
sein Zorn von dir wendet und er vergißt, 10 Jakob aber zog von Beerscheba aus und
was du ihm angetan hast; so will ich dann wanderte nach Haran. 11 Und er kam an
nach dir schicken und dich von dort ho- einen Ort, wo er über Nacht blieb; denn
len lassen. Warum sollte ich an einem Tag die Sonne war untergegangen. Und er
euch beide verlieren? nahm von den Steinen jenes Orts und
46 Und Rebekka sprach zu Isaak: Mir ist legte sie unter sein Haupt und legte sich
das Leben verleidet wegen der Töchter an dem Ort schlafen. 12 Und er hatte ei-
Hets; wenn Jakob eine Frau nimmt von nen Traum; und siehe, eine Leiter war auf
den Töchtern Hets, wie diese da, von den die Erde gestellt, die reichte mit der Spit-
Töchtern des Landes, was soll mir dann ze bis an den Himmel. Und siehe, auf
das Leben! ihr stiegen die Engel Gottes auf und nie-
der. 13 Und siehe, der HERR stand über
Jakob flieht nach Paddan-Aram ihr und sprach: Ich bin der HERR, der
Da rief Isaak den Jakob, segnete ihn Gott deines Vaters Abraham und der Gott
und gebot ihm und sprach zu ihm: Isaaks; das Land, auf dem du liegst, will
Nimm keine Frau von den Töchtern Ka- ich dir und deinem Samen geben. 14 Und
naans! 2 Mache dich auf und zieh nach dein Same soll werden wie der Staub
Paddan-Aram, in das Haus Bethuels, des der Erde, und nach Westen, Osten, Nor-
Vaters deiner Mutter, und nimm dir von den und Süden sollst du dich ausbreiten;
dort eine Frau von den Töchtern Labans, und in dir und in deinem Samen sollen
des Bruders deiner Mutter! 3 Und Gott, der gesegnet werden alle Geschlechter der
Allmächtige, segne dich und mache dich Erde! 15 Und siehe, ich bin mit dir, und
fruchtbar und mehre dich, daß du zu einer ich will dich behüten überall, wo du hin-
Menge von Völkern werdest, 4 und er gebe ziehst, und dich wieder in dieses Land
dir den Segen Abrahams, dir und deinem bringen. Denn ich will dich nicht verlas-
Samen mit dir, daß du das Land in Besitz sen, bis ich vollbracht habe, was ich dir
nimmst, in dem du als Fremdling lebst, zugesagt habe!
das Gott dem Abraham gegeben hat! 5 So 16 Als nun Jakob von seinem Schlaf er-
entließ Isaak den Jakob, und er zog nach wachte, sprach er: Wahrlich, der HERR
Paddan-Aram zu Laban, dem Sohn Be- ist an diesem Ort, und ich wußte es
thuels, dem Aramäer, dem Bruder der Re- nicht! 17 Und er fürchtete sich und
bekka, der Mutter Jakobs und Esaus. sprach: Wie furchtgebietend ist diese
32 1. MOSE 28.29
Stätte! Hier ist nichts anderes als das es nicht, ehe alle Herden zusammen-
Haus Gottes, und dies ist die Pforte des gebracht sind und sie den Stein von
Himmels! der Öffnung des Brunnens wälzen; dann
18 Und Jakob stand am Morgen früh auf können wir die Schafe tränken.
und nahm den Stein, den er unter sein 9 Als er noch mit ihnen redete, kam Ra-
Haupt gelegt hatte, und richtete ihn auf hel mit den Schafen ihres Vaters; denn sie
zu einem Gedenkstein und goß Öl auf war eine Hirtin. 10 Und es geschah, als Ja-
seine Spitze, 19 und er gab diesem Ort kob Rahel sah, die Tochter Labans, des
den Namen Bethela; zuvor aber hieß die Bruders seiner Mutter, und die Schafe La-
Stadt Lus. bans, des Bruders seiner Mutter, da trat
20 Und Jakob tat ein Gelübde und sprach: er hinzu und wälzte den Stein von der
Wenn Gott mit mir sein und mich behüten Öffnung des Brunnens und tränkte die
wird auf dem Weg, den ich gehe, und mir Schafe Labans, des Bruders seiner Mut-
Brot zu essen geben wird und Kleider an- ter. 11 Und Jakob küßte Rahel und erhob
zuziehen, 21 und mich wieder mit Frie- seine Stimme und weinte. 12 Da sagte Ja-
den heim zu meinem Vater bringt, so soll kob der Rahel, daß er der Bruder ihres Va-
der HERR mein Gott sein; 22 und dieser ters und der Sohn der Rebekka sei. Da lief
Stein, den ich als Gedenkstein aufgerich- sie und sagte es ihrem Vater.
tet habe, soll ein Haus Gottes werden; 13 Und es geschah, als Laban die Nach-
und von allem, was du mir gibst, will ich richt von Jakob, dem Sohn seiner Schwe-
dir gewißlich den Zehnten geben! ster, hörte, da lief er ihm entgegen, um-
armte und küßte ihn und führte ihn in
Jakob bei Laban sein Haus. Da erzählte er Laban diese
Da machte sich Jakob wieder auf ganze Geschichte. 14 Da sprach Laban zu
den Weg und ging ins Land der ihm: Fürwahr, du bist mein Gebein und
Söhne des Ostens. 2 Und er sah sich um mein Fleisch! Und er blieb bei ihm einen
und siehe, da war ein Brunnen auf dem Monat lang.
Feld, und siehe, drei Herden Schafe lagen
dabei; denn von dem Brunnen mußten Lea und Rahel
die Herden trinken. Und ein großer Stein werden Jakob zu Frauen gegeben
Hos 12,13
lag über der Öffnung des Brunnens. 3 Und
sie pflegten alle Herden dort zu versam- 15 Danach sprach Laban zu Jakob: Soll-
meln und den Stein von der Öffnung des test du mir darum umsonst dienen, weil
Brunnens wegzuwälzen und die Schafe zu du mein Neffe bist? Sage mir, was soll
tränken, und dann brachten sie den Stein dein Lohn sein?
wieder an seinen Ort, über die Öffnung 16 Laban aber hatte zwei Töchter; die
des Brunnens. ältere hieß Lea und die jüngere Rahel.
4 Und Jakob sprach zu ihnen: Meine Brüder, 17 Und Lea hatte matte Augen, Rahel aber
woher seid ihr? Sie antworteten: Wir sind hatte eine schöne Gestalt und ein schönes
von Haran. 5 Er sprach zu ihnen: Kennt ihr Angesicht. 18 Und Jakob liebte Rahel, und
auch Laban, den Sohn Nahors? Sie antwor- so sprach er: Ich will dir sieben Jahre lang
teten: Wir kennen ihn wohl! 6 Er sprach zu dienen um Rahel, deine jüngere Tochter!
ihnen: Geht es ihm gut? Sie antworteten: 19 Da antwortete Laban: Es ist besser, ich
Es geht ihm gut; und siehe, da kommt sei- gebe sie dir, als einem anderen Mann;
ne Tochter Rahel mit den Schafen! bleibe bei mir! 20 So diente Jakob um Ra-
7 Er sprach: Siehe, es ist noch heller Tag hel sieben Jahre lang, und sie kamen ihm
und noch nicht Zeit, das Vieh einzutrei- vor wie einzelne Tage, so lieb hatte er sie.
ben; tränkt die Schafe und geht hin, wei- 21 Und Jakob sprach zu Laban: Gib mir
det sie! 8 Sie antworteten: Wir können meine Frau, daß ich zu ihr eingehe, denn
meine Zeit ist erfüllt!
a (28,19) Beth-El bed. »Haus Gottes«. 22 Da lud Laban alle Leute des Ortes ein
1. MOSE 29.30 33
und machte ein Mahl. 23 Und es geschah Jakobs Familie wächst
am Abend, da nahm er seine Tochter Lea 1Mo 28,3
und brachte sie zu ihm hinein; und er Als aber Rahel sah, daß sie dem
ging zu ihr ein. 24 Und Laban gab seine Jakob keine Kinder gebar, wurde
Magd Silpa seiner Tochter Lea zur Magd. sie eifersüchtig auf ihre Schwester und
25 Am Morgen aber, siehe, da war es Lea! sprach zu Jakob: Schaffe mir Kinder!
Und er sprach zu Laban: Warum hast du Wenn nicht, so sterbe ich! 2 Jakob aber
mir das getan? Habe ich dir nicht um Ra- wurde sehr zornig auf Rahel und sprach:
hel gedient? Warum hast du mich denn Bin ich denn an Gottes Stelle, der dir Lei-
betrogen? besfrucht versagt?
26 Laban antwortete: Es ist nicht Sitte in 3 Sie aber sprach: Siehe, da ist meine
unserem Ort, daß man die Jüngere vor der Magd Bilha, gehe zu ihr ein, daß sie
Älteren weggibt. 27 Vollende die [Hoch- in meinen Schoß gebäre, und ich doch
zeits-]Woche mit dieser, so wollen wir dir durch sie Nachkommen erhalte! 4 Und
jene auch geben, für den Dienst, den du sie gab ihm ihre Magd Bilha zur Frau,
mir noch weitere sieben Jahre lang lei- und Jakob ging zu ihr ein. 5 Bilha aber
sten sollst! wurde schwanger und gebar dem Jakob
28 Und Jakob machte es so und vollen- einen Sohn. 6 Da sprach Rahel: Gott hat
dete die [Hochzeits-]Woche mit dieser. mir Recht verschafft und meine Stimme
Da gab er ihm Rahel, seine Tochter, zur erhört und mir einen Sohn gegeben! Dar-
Frau. 29 Und Laban gab seiner Tochter um gab sie ihm den Namen Dan.
Rahel seine Magd Bilha zur Magd. 30 So 7 Und Bilha, die Magd Rahels, wurde noch-
ging er auch zu Rahel ein; und er hatte mals schwanger und gebar dem Jakob
Rahel lieber als Lea. Und er diente ihm einen zweiten Sohn. 8 Da sprach Rahel:
noch weitere sieben Jahre lang. Kämpfe Gottes habe ich mit meiner Schwe-
ster gekämpft und habe auch gewonnen!
Jakobs Söhne Darum gab sie ihm den Namen Naphtali.
Ps 127,3; 1Mo 49,1 9 Als nun Lea sah, daß sie aufgehört hatte
31 Als aber der HERR sah, daß Lea ver zu gebären, nahm sie ihre Magd Silpa und
schmäht war, da öffnete er ihren Mutter- gab sie Jakob zur Frau. 10 Und Silpa, Leas
schoß; Rahel aber war unfruchtbar. 32 Und Magd, gebar dem Jakob einen Sohn. 11 Da
Lea wurde schwanger und gebar einen sprach Lea: Ich habe Glück! Und sie gab
Sohn, dem gab sie den Namen Ruben. ihm den Namen Gad.
Denn sie sprach: Weil der HERR mein Elend 12 Danach gebar Silpa, Leas Magd, dem
angesehen hat, so wird mich nun mein Jakob einen zweiten Sohn. 13 Da sprach
Mann liebgewinnen! Lea: Wohl mir! Die Töchter werden mich
33 Und sie wurde wieder schwanger und glücklich preisen! Und sie gab ihm den
gebar einen Sohn und sprach: Weil der Namen Asser.
HERR gehört hat, daß ich verschmäht bin, 14 Ruben aber ging aus zur Zeit der Wei-
so hat er mir auch diesen gegeben! Und zenernte und fand Liebesäpfel auf dem
sie gab ihm den Namen Simeon. 34 Und Feld und brachte sie heim zu seiner Mut-
sie wurde wieder schwanger und gebar ter Lea. Da sprach Rahel zu Lea: Gib
einen Sohn und sprach: Nun wird mein mir einen Teil der Liebesäpfel deines Soh-
Mann mir anhänglich sein, denn ich nes! 15 Sie antwortete ihr: Ist das nicht
habe ihm drei Söhne geboren! Darum genug, daß du mir meinen Mann ge-
gab man ihm den Namen Levi. 35 Und nommen hast? Und willst du auch die
sie wurde noch einmal schwanger und Liebesäpfel meines Sohnes nehmen? Ra-
gebar einen Sohn und sprach: Nun will hel sprach: Er soll dafür diese Nacht bei dir
ich den HERRN preisen! Darum gab sie schlafen zum Entgelt für die Liebesäpfel
ihm den Namen Juda; und sie hörte auf deines Sohnes!
mit Gebären. 16 Als nun Jakob am Abend vom Feld
34 1. MOSE 30
kam, ging ihm Lea entgegen und sprach: 31 Er sprach: Was soll ich dir denn geben?
Du sollst zu mir kommen, denn ich habe Jakob sprach: Du brauchst mir gar nichts
dich erkauft um die Liebesäpfel meines zu geben! Wenn du mir nur tun willst, was
Sohnes! Und er schlief in jener Nacht bei ich jetzt sage, so will ich deine Herden
ihr. 17 Und Gott erhörte Lea, und sie wur- wieder weiden und hüten. 32 Ich will heu-
de schwanger und gebar dem Jakob den te durch alle deine Herden gehen, und
fünften Sohn. 18 Da sprach Lea: Gott hat du sollst daraus alle gesprenkelten und
es mir gelohnt, daß ich meinem Mann gefleckten Schafe absondern, auch alle
meine Magd gegeben habe! Und sie gab schwarzen unter den Schafen und alle ge-
ihm den Namen Issaschar. fleckten und gesprenkelten Ziegen; und
19 Und Lea wurde noch einmal schwan- das soll mein Lohn sein. 33 So wird dann
ger und gebar dem Jakob den sechsten meine Gerechtigkeit für mich sprechen
Sohn. 20 Und Lea sprach: Gott hat mich am künftigen Tag vor deinen Augen, wenn
mit einer guten Gabe beschenkt! Nun du wegen meines Lohnes kommst; alles,
wird mein Mann wieder bei mir wohnen, was bei mir weder gesprenkelt noch ge-
denn ich habe ihm sechs Söhne gebo- fleckt ist unter den Ziegen und was nicht
ren! Und sie gab ihm den Namen Sebu- schwarz ist unter den Schafen, das soll als
lon. 21 Danach gebar sie eine Tochter, der gestohlen gelten!
sie den Namen Dina gab. 34 Da sprach Laban: Gut; es sei so, wie
22 Aber Gott gedachte an Rahel, und Gott du gesagt hast! 35 Und er sonderte noch
erhörte sie und öffnete ihren Mutterschoß. am gleichen Tag die gestreiften und ge-
23 Und sie wurde schwanger und gebar fleckten Böcke aus und alle gesprenkel-
einen Sohn und sprach: Gott hat meine ten und gefleckten Ziegen, alles, woran
Schmach von mir genommen! 24 Und sie etwas Weißes war, und alles, was schwarz
gab ihm den Namen Joseph und sprach: war unter den Schafen, und er gab sie
Der HERR wolle mir noch einen Sohn dazu unter die Hand seiner Söhne. 36 Und er
geben! machte einen Abstand von drei Tagerei-
sen zwischen sich und Jakob; Jakob aber
Jakobs Reichtum nimmt zu weidete die übrige Herde Labans.
5Mo 28,11
37 Da nahm Jakob frische Ruten von Pap-
25 Und es geschah, als Rahel den Joseph peln, Mandel- und Platanenbäumen und
geboren hatte, da sprach Jakob zu Laban: schälte weiße Streifen daran, indem er
Entlasse mich, daß ich an meinen Ort das Weiße an den Ruten bloßlegte. 38 Und
und in mein Land ziehe! 26 Gib mir meine er legte die Ruten, die er abgeschält hatte,
Frauen und Kinder, um die ich dir gedient in die Tränkrinnen, in die Wassertränken,
habe, daß ich gehen kann! Denn du weißt, wohin die Herde zum Trinken kam, ge-
welche Dienste ich dir geleistet habe. rade vor die Tiere hin. Sie waren aber
27 Laban antwortete: Ach, daß ich doch in brünstig, als sie zur Tränke kamen. 39 So
deinen Augen Gnade fände! Ich habe es empfingen sie angesichts der Ruten, und
geahnt; und doch hat mich der HERR um sie warfen Gestreifte, Gesprenkelte und
deinetwillen gesegnet. 28 Und er sprach: Gefleckte. 40 Die Lämmer aber sonderte
Bestimme mir deinen Lohn, so will ich Jakob ab und richtete die Tiere gegen die
ihn dir geben! Gefleckten und Schwarzen in der Herde
29 Jakob sprach: Du weißt, wie ich dir ge- Labans aus; und er machte sich besonde-
dient habe, und was aus deinem Vieh un- re Herden und tat sie nicht zu Labans Tie-
ter meiner Pflege geworden ist. 30 Denn ren. 41 Und jedesmal, wenn die Zeit kam,
es war wenig, was du vor meiner Ankunft wo die kräftigen Tiere brünstig wurden,
hattest; nun aber hat es sich gewaltig ver- legte Jakob die Ruten in die Tränkrinnen
mehrt, und der HERR hat dich gesegnet, vor die Augen der Tiere, damit sie über
seit ich hergekommen bin; und nun, wann den Ruten empfingen; 42 wenn aber die
soll ich auch für mein Haus sorgen? Schwachen brünstig wurden, legte er sie
1. MOSE 30.31 35
nicht hinein. So erhielt Laban die Schwa- Alle Böcke, welche die Schafe bespringen,
chen und Jakob die Starken. sind gestreift, gesprenkelt und scheckig;
43 Und der Mann wurde außerordentlich denn ich habe alles gesehen, was dir La-
reich und bekam viele Herden, Mägde ban antut. 13 Ich bin der Gott von Bethel,
und Knechte, Kamele und Esel. wo du den Gedenkstein gesalbt und mir
ein Gelübde getan hast. Nun mache dich
Jakob kehrt in das verheißene Land zurück auf, geh hinaus aus diesem Land und keh-
1Mo 30,25-26
re zurück in das Land deiner Geburt!
Er hörte aber die Reden der Söhne 14 Da antworteten Rahel und Lea und
Labans, die sagten: Jakob hat alles sprachen zu ihm: Haben wir auch noch
genommen, was unserem Vater gehört; ein Teil oder Erbe im Haus unseres Va-
und mit dem, was unserem Vater gehört, ters? 15 Werden wir nicht von ihm ange-
hat er sich all diesen Reichtum ver- sehen, als wären wir fremd? Er hat uns ja
schafft! 2 Und Jakob sah, daß Labans An- verkauft und sogar unser Geld ganz ver-
gesicht ihm gegenüber nicht mehr war zehrt! 16 Darum gehört auch all der Reich-
wie früher. tum, den Gott unserem Vater genommen
3 Da sprach der HERR zu Jakob: Kehre hat, uns und unseren Kindern. So tue du
zurück in das Land deiner Väter und zu nun alles, was Gott dir gesagt hat!
deiner Verwandtschaft, und ich will mit 17 Da machte sich Jakob auf und lud
dir sein! seine Kinder und seine Frauen auf Ka-
4 Und Jakob ließ Rahel und Lea zu seiner mele, 18 und er führte all sein Vieh weg
Herde aufs Feld hinausrufen 5 und sprach und seine ganze Habe, die er erworben
zu ihnen: Ich sehe, daß das Angesicht eu- hatte, seine eigene Herde, die er in Pad-
res Vaters mir gegenüber nicht mehr ist dan-Aram erworben hatte, um zu seinem
wie früher; aber der Gott meines Vaters Vater Isaak ins Land Kanaan zu ziehen.
ist mit mir gewesen. 6 Und ihr wißt, wie 19 Laban aber war weggegangen, um seine
ich eurem Vater gedient habe mit meiner Schafe zu scheren; und Rahel stahl die Te-
ganzen Kraft. 7 Euer Vater aber hat mich raphim, die ihrem Vater gehörten.a 20 Ja-
betrogen und mir meinen Lohn zehnmal kob aber täuschte Laban, den Aramäer,
verändert; doch hat es Gott nicht zuge- indem er ihm nicht mitteilte, daß er flie-
lassen, daß er mir schaden durfte. 8 Wenn hen wollte. 21 Und er machte sich auf,
er sagte: Die Gesprenkelten sollen dein entfloh mit allem, was er hatte, und setzte
Lohn sein!, so warf die ganze Herde Ge- über den Euphrat und wandte sein Ange-
sprenkelte; sagte er aber: Die Gestreiften sicht dem Bergland von Gilead zu.
sollen dein Lohn sein!, so warf die ganze
Herde Gestreifte. 9 So hat Gott eurem Va- Labans Streit mit Jakob
ter die Herde genommen und sie mir ge- 22 Am dritten Tag wurde Laban gemeldet,
geben. daß Jakob geflohen sei. 23 Da nahm er
10 Es geschah nämlich zu der Zeit, wo seine Brüder mit sich und jagte ihm nach,
die Tiere brünstig werden, daß ich meine sieben Tagereisen weit, und er holte ihn
Augen aufhob und im Traum schaute: ein auf dem Bergland von Gilead. 24 Aber
Und siehe, die Böcke, die die Herde be- Gott kam nachts im Traum zu Laban,
sprangen, waren gestreift, gesprenkelt und dem Aramäer, und sprach zu ihm: Hüte
scheckig. 11 Und der Engel Gottes sprach dich davor, mit Jakob anders als freund-
zu mir im Traum: Jakob! Und ich ant- lich zu reden!
wortete: Hier bin ich! 12 Er aber sprach: 25 Als nun Laban den Jakob einholte, hat-
Hebe doch deine Augen auf und sieh: te Jakob sein Zelt auf dem Bergland auf-

a
(31,19) d.h. Hausgötzen, die mit dem Ahnenkult zu tun hatten. Nach alten orientalischen Rechtsbräuchen
bedeutete der Besitz des Hausgötzen auch einen Anspruch auf das Erbe des Hauses. Rahel wollte also Jakob und
ihrer Familie den Besitz ihres Vaters sichern.
36 1. MOSE 31
geschlagen; da schlug auch Laban mit Lege es hier vor meine und deine Brüder,
seinen Brüdern sein Zelt auf dem Berg- damit sie schlichten zwischen uns!
land von Gilead auf. 26 Und Laban sprach 38 Diese 20 Jahre bin ich bei dir gewesen;
zu Jakob: Was hast du getan, daß du deine Mutterschafe und Ziegen wurden
mich getäuscht und meine Töchter nie ihrer Jungen beraubt, und die Widder
entführt hast, als wären sie Kriegsgefan- deiner Herde habe ich nicht gegessen!
gene? 27 Warum bist du heimlich geflo- 39 Was zerrissen wurde, habe ich dir nicht
hen und hast mich hintergangen und es gebracht; ich mußte es ersetzen, du hast
mir nicht mitgeteilt? Ich hätte dich mit es von meiner Hand gefordert, ob es bei
Freuden begleitet, mit Gesang, mit Tam- Tag oder bei Nacht geraubt war. 40 Es
burinen und Lautenspiel! 28 Du hast mich ging mir so: Am Tag verschmachtete ich
nicht einmal meine Söhne und Töchter vor Hitze und in der Nacht vor Frost, und
küssen lassen; da hast du töricht gehan- der Schlaf floh von meinen Augen. 41 Die-
delt! 29 Es stünde in meiner Macht, euch se 20 Jahre lang habe ich dir in deinem
Schlimmes anzutun; aber der Gott eures Haus gedient, 14 Jahre um deine beiden
Vaters hat gestern zu mir gesagt: Hüte Töchter und sechs Jahre um deine Schafe,
dich, daß du mit Jakob anders als freund- und du hast mir meinen Lohn zehnmal
lich redest! 30 Und nun bist du ja gegan- verändert! 42 Wenn nicht der Gott meines
gen, weil du dich so sehr sehntest nach Vaters für mich gewesen wäre, der Gott
dem Haus deines Vaters; warum hast du Abrahams und der, den Isaak fürchtet, du
aber meine Götter gestohlen? hättest mich gewiß jetzt leer ziehen las-
31 Da antwortete Jakob und sprach zu La- sen; aber Gott hat mein Elend und die
ban: Ich fürchtete mich; denn ich sagte Arbeit meiner Hände angesehen und hat
mir, du könntest mir deine Töchter gestern Nacht Recht gesprochen!
entreißen! 32 Was aber deine Götter betrifft 43 Laban antwortete und sprach zu Jakob:
— derjenige, bei dem du sie findest, soll Die Töchter sind meine Töchter und die
nicht am Leben bleiben! In Gegenwart un- Kinder sind meine Kinder und die Her-
serer Brüder sieh dir alles an, was bei mir den sind meine Herden, und alles, was
ist, und nimm es dir! Jakob wußte nämlich du siehst, gehört mir! Doch was kann
nicht, daß Rahel sie gestohlen hatte. ich heute diesen meinen Töchtern tun,
33 Da ging Laban in Jakobs Zelt und in oder ihren Kindern, die sie geboren ha-
Leas Zelt und in das Zelt der beiden ben? 44 Komm, wir wollen nun einen
Mägde, fand aber nichts. Und von Leas Bund machen, ich und du; der soll ein
Zelt ging er in Rahels Zelt. 34 Rahel aber Zeuge sein zwischen mir und dir!
hatte die Teraphim genommen und sie in
den Kamelsattel gelegt und sich darauf- Jakobs Bund mit Laban
gesetzt. Und Laban durchsuchte das gan- 45 Da nahm Jakob einen Stein und stellte
ze Zelt, fand sie aber nicht. ihn als Denkmal auf. 46 Und Jakob sprach
35 Da sprach sie zu ihrem Vater: Mein zu seinen Brüdern: Sammelt Steine! Da
Herr möge nicht so grimmig dreinsehen, nahmen sie Steine und errichteten einen
weil ich vor dir nicht aufstehen kann; es Steinhaufen und aßen dort auf dem Stein-
geht mir eben nach der Weise der Frau- haufen. 47 Und Laban nannte ihn Jegar-
en! Er aber suchte eifrig und fand die Te- Sahaduta; Jakob aber nannte ihn Gal-Ed.
raphim nicht. 48 Und Laban sprach: Dieser Steinhaufen
36 Da wurde Jakob zornig und stritt mit sei heute Zeuge zwischen mir und dir!
Laban; und Jakob antwortete und sprach Darum wird er Gal-Ed genannt, 49 und
zu ihm: Was habe ich verbrochen, was Mizpa, weil er sprach: Der HERR wache
habe ich gesündigt, daß du mir so hitzig zwischen mir und dir, wenn wir einan-
nachgejagt bist? 37 Da du nun allen mei- der nicht mehr sehen! 50 Wenn du meine
nen Hausrat durchstöbert hast, was hast Töchter schlecht behandelst und wenn
du von all deinem Hausrat gefunden? du zu meinen Töchtern hinzu andere
1. MOSE 31.32 37
Frauen nimmst und kein Mensch dazwi- sehr, und es wurde ihm angst. Und er
schentritt, siehe, so ist doch Gott Zeuge teilte das Volk, das bei ihm war, und die
zwischen mir und dir! Schafe, Rinder und Kamele in zwei La-
51 Weiter sprach Laban zu Jakob: Siehe, ger; 9 denn er sprach: Wenn Esau das eine
dieser Steinhaufen und dieses Denkmal, Lager überfällt und es schlägt, so kann
das ich errichtet habe zwischen mir und doch das übiggebliebene Lager entkom-
dir, 52 dieser Steinhaufen sei Zeuge und men!
dieses Denkmal ein Zeugnis dafür, daß 10 Und Jakob sprach: Du Gott meines Va-
ich niemals über diesen Steinhaufen hin- ters Abraham und Gott meines Vaters
aus zu dir kommen will und daß auch Isaak, HERR, der du zu mir gesagt hast:
du niemals in böser Absicht über diesen Kehre wieder in dein Land und zu deiner
Steinhaufen oder über dieses Denkmal Verwandtschaft zurück; ich will dir wohl-
hinaus zu mir kommen sollst. 53 Der Gott tun! 11 Ich bin zu gering für alle Gnade
Abrahams und der Gott Nahors sei Rich- und Treue, die du an deinem Knecht be-
ter zwischen uns, der Gott ihres Vaters! wiesen hast! Denn ich hatte nur einen
Jakob aber schwor bei dem, den sein Va- Stab, als ich über diesen Jordan ging, und
ter Isaak fürchtete. 54 Und Jakob brachte nun bin ich zu zwei Heerlagern gewor-
ein Opfer dar auf dem Berg und lud sei- den. 12 Errette mich doch aus der Hand
ne Brüdera ein zu essen; und sie aßen und meines Bruders, aus der Hand Esaus;
übernachteten auf dem Berg. denn ich fürchte ihn; er könnte kommen
und mich erschlagen, die Mutter samt
Jakob bereitet sich den Kindern! 13 Du aber hast gesagt: Ich
auf die Begegnung mit Esau vor will dir gewißlich wohltun und deinen
Und Laban stand am Morgen früh Samen machen wie den Sand am Meer,
auf, küßte seine Enkel und seine der vor Menge nicht zu zählen ist!
Töchter und segnete sie; dann ging er und 14 Und er brachte die Nacht dort zu
kehrte wieder an seinen Ort zurück. 2 Ja- und nahm von dem, was er erworben
kob aber ging seines Weges; da begegne- hatte, als Geschenk für seinen Bruder
ten ihm Engel Gottes. 3 Und als er sie sah, Esau: 15 [er nahm] 200 Ziegen, 20 Böcke,
sprach Jakob: Das ist das Heerlager Got- 200 Mutterschafe, 20 Widder, 16 [sowie]
tes! Und er gab jenem Ort den Namen 30 säugende Kamele mit ihren Füllen,
Mahanajim. 40 Kühe und 10 Stiere, 20 Eselinnen und
4 Und Jakob sandte Boten vor sich her 10 Eselhengste. 17 Und er gab sie in die
zu seinem Bruder Esau ins Land Seir, in Hand seiner Knechte, jede Herde beson-
das Gebiet von Edom. 5 Diesen gebot er ders, und sprach zu seinen Knechten:
und sprach: So sollt ihr zu meinem Herrn Geht vor mir hinüber und laßt Raum
Esau sagen: So spricht dein Knecht Jakob: zwischen den einzelnen Herden!
Ich bin bei Laban in der Fremde gewe- 18 Und er befahl dem ersten und sprach:
sen und habe mich bisher bei ihm aufge- Wenn mein Bruder Esau dir begegnet
halten, 6 und ich habe Rinder, Esel und und dich fragt: Wem gehörst du und wo
Schafe, Knechte und Mägde erworben; willst du hin? Und wem gehört das, was
und ich sende nun Boten, um es meinem du vor dir her treibst?, 19 so sollst du ant-
Herrn zu berichten, damit ich Gnade fin- worten: Deinem Knecht Jakob! Es ist ein
de vor deinen Augen! Geschenk, das er seinem Herrn Esau sen-
7 Und die Boten kehrten wieder zu Jakob det, und siehe, er kommt selbst hinter
zurück und berichteten ihm: Wir sind zu uns her!
deinem Bruder Esau gekommen; und er 20 Ebenso befahl er auch dem zweiten
zieht dir auch schon entgegen, und 400 und dem dritten und allen, die hinter
Mann mit ihm! 8 Da fürchtete sich Jakob den Herden hergingen, und sprach: So
sollt ihr mit Esau reden, wenn ihr ihn an-
a (31,54) d.h. seine Verwandten. trefft; 21 und ihr sollt sagen: Siehe, dein
38 1. MOSE 32.33
Knecht Jakob kommt auch hinter uns Jakobs Aussöhnung mit Esau
her! Denn er dachte: Ich will sein An- Und Jakob erhob seine Augen und
gesicht günstig stimmen mit dem Ge- schaute, und siehe, Esau kam her-
schenk, das vor mir hergeht; danach will an und 400 Mann mit ihm. Da verteilte
ich sein Angesicht sehen; vielleicht wird er die Kinder auf Lea und auf Rahel und
er mich gnädig ansehen! 22 Und das Ge- auf die beiden Mägde. 2 Und er stellte die
schenk zog vor ihm hinüber; er aber blieb Mägde mit ihren Kindern voran, und Lea
in jener Nacht im Lager. mit ihren Kindern danach, und Rahel mit
23 Er stand aber noch in derselben Nacht Joseph zuletzt. 3 Er selbst aber ging ihnen
auf und nahm seine beiden Frauen und voraus und verneigte sich siebenmal zur
seine beiden Mägde samt seinen elf Kin- Erde, bis er nahe zu seinem Bruder kam.
dern und überschritt mit ihnen die Furt 4 Da lief ihm Esau entgegen, umarmte
Jabbok; 24 und er nahm sie und führte sie ihn, fiel ihm um den Hals und küßte ihn;
über den Fluß und ließ alles, was er hatte, und sie weinten. 5 Als aber Esau seine
hinübergehen. Augen erhob, sah er die Frauen und die
Kinder und sprach: Gehören diese dir? Er
Jakobs Ringen mit Gott. antwortete: Es sind die Kinder, mit denen
Jakobs neuer Name Gott deinen Knecht begnadigt hat!
Hos 12,4-5
6 Da traten die Mägde herzu samt ihren
25 Jakob aber blieb allein zurück. Da rang Kindern und verneigten sich. 7 Auch Lea
ein Mann mit ihm, bis die Morgenröte kam herbei mit ihren Kindern, und sie ver-
anbrach. 26 Und als dieser sah, daß er neigten sich; danach kam Joseph mit Ra-
ihn nicht bezwingen konnte, da rührte hel herbei, und auch sie verneigten sich.
er sein Hüftgelenk an, so daß Jakobs 8 Und er fragte: Was willst du denn mit je-
Hüftgelenk verrenkt wurde beim Ringen nem ganzen Heer, dem ich begegnet bin?
mit ihm. 27 Und der Mann sprach: Laß Jakob antwortete: Ich wollte Gnade fin-
mich gehen; denn die Morgenröte bricht den in den Augen meines Herrn! 9 Esau
an! Jakob aber sprach: Ich lasse dich nicht, antwortete: Ich habe genug, mein Bru-
es sei denn, du segnest mich! der; behalte, was du hast!
28 Da fragte er ihn: Was ist dein Name? 10 Jakob antwortete: O nein! Habe ich
Er antwortete: Jakob! 29 Da sprach er: Gnade vor deinen Augen gefunden, so
Dein Name soll nicht mehr Jakob sein, nimm doch das Geschenk an von meiner
sondern Israela; denn du hast mit Gott Hand; denn deshalb habe ich dein Ange-
und Menschen gekämpft und hast ge- sicht gesehen, als sähe ich Gottes Ange-
wonnen! 30 Jakob aber bat und sprach: sicht, und du warst so freundlich gegen
Laß mich doch deinen Namen wissen! Er mich! 11 Nimm doch den Segen, der dir
aber antwortete: Warum fragst du nach überbracht worden ist, von mir an; denn
meinem Namen? Und er segnete ihn Gott hat mich begnadigt, und ich bin mit
dort. allem versehen! So drang er in ihn, daß er
31 Jakob aber nannte den Ort Pniel; denn es annehmen sollte.
er sprach: Ich habe Gott von Angesicht zu 12 Und Esau sprach: Laß uns aufbrechen
Angesicht gesehen, und meine Seele ist und gehen; ich will neben dir herziehen!
gerettet worden! 32 Und die Sonne ging 13 Er aber antwortete: Mein Herr weiß,
ihm auf, als er an Pniel vorüberzog; und er daß die Kinder noch zart sind; dazu habe
hinkte wegen seiner Hüfte. 33 Darum es- ich säugende Schafe und Kühe bei mir;
sen die Kinder Israels bis zum heutigen Tag wenn sie einen einzigen Tag übertrieben
die Sehne nicht, die über das Hüftgelenk würden, so würde mir die ganze Herde
läuft, weil Er Jakobs Hüftgelenk, die Hüft- sterben. 14 Mein Herr möge doch sei-
sehne, angerührt hat. nem Knecht vorausgehen, ich aber will

a (32,29) bed. »Gottesstreiter«; nach anderen: »Fürst Gottes«.


1. MOSE 33.34 39
gemächlich hintennach ziehen, wie eben 8 Hemor aber redete mit ihnen und
das Vieh vor mir her und die Kinder ge- sprach: Mein Sohn Sichem hängt an
hen können, bis ich zu meinem Herrn eurer Tochter; gebt sie ihm doch zur
nach Seir komme! Frau! 9 Verschwägert euch mit uns; gebt
15 Da sprach Esau: So will ich doch einige uns eure Töchter und nehmt ihr unsere
von meinen Leuten bei dir lassen! Aber er Töchter! 10 Bleibt bei uns; das Land soll
sprach: Wozu das? Wenn ich nur Gnade euch offenstehen; siedelt euch an, treibt
finde vor den Augen meines Herrn! 16 So Handel darin und erwerbt Grundbesitz!
kehrte Esau am gleichen Tag wieder nach 11 Und Sichem sprach zu ihrem Vater und
Seir zurück. zu ihren Brüdern: Laßt mich Gnade fin-
den vor euren Augen; was ihr von mir
Die Ankunft Jakobs in Kanaan fordert, das will ich geben! 12 Ihr könnt
17 Jakob aber brach auf nach Sukkot und von mir noch so viel Heiratsgaben und
baute sich dort ein Haus und errichtete Geschenke verlangen, ich will es geben,
für seine Herden Hütten; daher wurde sobald ihr es fordert; gebt mir nur das
der Ort Sukkot genannt. Mädchen zur Frau!
18 Und Jakob kam wohlbehalten bis zu
der Stadt Sichem, die im Land Kanaan Betrug und Rache der Söhne Jakobs
liegt, nachdem er aus Paddan-Aram ge- 13 Da antworteten die Söhne Jakobs dem
kommen war; und er lagerte sich der Sichem und seinem Vater Hemor in
Stadt gegenüber. 19 Und er kaufte das trügerischer Weise, weil er ihre Schwester
Grundstück, auf dem er sein Zelt aufge- Dina entehrt hatte, 14 und sie sprachen zu
schlagen hatte, von der Hand der Söhne ihnen: Wir können das nicht tun, daß wir
Hemors, des Vaters Sichems, für 100 Ke- unsere Schwester einem unbeschnittenen
sita, 20 und er errichtete dort einen Altar; Mann geben; denn das wäre eine Schan-
den nannte er »Gott, der Gott Israels«. de für uns; 15 nur unter einer Bedingung
können wir eurem Wunsch entsprechen,
Dina und der Kanaaniter Sichem daß ihr nämlich werdet wie wir, indem
Dina aber, Leas Tochter, die sie ihr alles, was männlich ist, beschneiden
dem Jakob geboren hatte, ging aus, laßt! 16 Dann wollen wir euch unsere
um die Töchter des Landes zu sehen. 2 Als Töchter geben und uns eure Töchter neh-
nun Sichem, der Sohn des hewitischen men und mit euch zusammenwohnen
Landesfürsten Hemor, sie sah, nahm er und zu einem Volk werden. 17 Wollt ihr
sie und legte sich zu ihr und tat ihr Ge- aber nicht auf uns hören, daß ihr euch
walt an. 3 Und seine Seele hing an Dina, beschneiden laßt, so nehmen wir unsere
die Tochter Jakobs, und er gewann das Tochter und gehen!
Mädchen lieb und redete ihr zu. 4 Und 18 Ihre Rede gefiel Hemor und seinem
Sichem sprach zu seinem Vater Hemor: Sohn Sichem gut; 19 und der junge Mann
Nimm mir dieses Mädchen zur Frau! zögerte nicht, dies zu tun; denn ihm ge-
5 Jakob aber hatte vernommen, daß man fiel die Tochter Jakobs, und er war der An-
seine Tochter Dina entehrt hatte; weil gesehenste vom Haus seines Vaters.
aber seine Söhne beim Vieh auf dem Feld 20 Als nun Hemor und sein Sohn Sichem
waren, schwieg er, bis sie kamen. zum Tor ihrer Stadt kamen, redeten sie
6 Und Hemor, der Vater Sichems, kam zu mit den Bürgern ihrer Stadt und spra-
Jakob, um mit ihm zu reden. 7 Als aber die chen: 21 Diese Leute meinen es gut mit uns;
Söhne Jakobs dies hörten, kamen sie vom sie sollen im Land wohnen und darin Han-
Feld; und die Männer waren schwer be- del treiben! Hat doch das Land Raum ge-
leidigt und sehr entrüstet, daß man eine nug für sie. Wir wollen uns ihre Töchter zu
solche Schandtat an Israel begangen und Frauen nehmen und ihnen unsere Töchter
bei Jakobs Tochter gelegen hatte; denn geben. 22 Nur das verlangen sie von uns,
dies durfte man nicht tun. wenn sie unter uns wohnen und sich mit
40 1. MOSE 34.35
uns zu einem Volk verschmelzen sollen, Kleider! 3 So wollen wir uns aufmachen
daß wir alles, was unter uns männlich ist, und nach Bethel hinaufziehen, daß ich
beschneiden, gleichwie auch sie beschnit- dort einen Altar errichte für den Gott, der
ten sind. 23 Ihre Herden und ihre Habe mir geantwortet hat zur Zeit meiner Not,
und all ihr Vieh werden dann uns gehören; und der mit mir gewesen ist auf dem Weg,
laßt uns nur ihrem Wunsch entsprechen, den ich gezogen bin!
damit sie bei uns bleiben! 4 Da lieferten sie Jakob alle fremden Götter
24 Da hörten alle auf Hemor und seinen aus, die in ihren Händen waren, samt den
Sohn Sichem, die im Tor seiner Stadt aus- Ringen, die sie an ihren Ohren trugen,
und eingingen, und alles, was männlich und Jakob verbarg sie unter der Terebin-
war, wurde beschnitten, alle, die im Tor sei- the, die bei Sichem steht. 5 Danach bra-
ner Stadt aus- und eingingen. 25 Es geschah chen sie auf; und der Schrecken Gottes
aber am dritten Tag, als sie wundkrank wa- fiel auf die umliegenden Städte, so daß
ren, da nahmen die beiden Söhne Jakobs, sie die Söhne Jakobs nicht verfolgten.
Simeon und Levi, Dinas Brüder, jeder sein 6 Als nun Jakob, er und das ganze Volk, das
Schwert und drangen überraschend in die bei ihm war, nach Lus kamen — das ist
Stadt ein und brachten alles Männliche Bethel —, das im Land Kanaan liegt, 7 da
um. 26 Auch Hemor und dessen Sohn Si- baute er dort einen Altar und nannte den
chem töteten sie mit der Schärfe des Ort »El-Bethel«, weil sich Gott ihm dort geof-
Schwertes, und sie holten Dina aus dem fenbart hatte, als er vor seinem Bruder floh.
Haus Sichems und gingen davon. 27 Die 8 Da starb Debora, die Amme der Rebek-
Söhne Jakobs aber kamen über die Er- ka, und wurde unterhalb von Bethel be-
schlagenen und plünderten die Stadt, weil graben, unter der Eiche, die man Klage-
man ihre Schwester entehrt hatte. 28 Ihre eiche nennt.
Schafe, Rinder und Esel nahmen sie, samt 9 Und Gott erschien Jakob zum zweiten-
allem, was in der Stadt und auf dem Feld mal, seitdem er aus Paddan-Aram ge-
war, 29 dazu ihre ganze Habe; alle ihre Kin- kommen war, und segnete ihn. 10 Und
der und Frauen nahmen sie gefangen und Gott sprach zu ihm: Dein Name ist Jakob,
raubten alles, was in den Häusern war. aber du sollst nicht mehr Jakob heißen,
30 Jakob aber sprach zu Simeon und Levi: sondern Israel soll dein Name sein! Und
Ihr bringt mich ins Unglück dadurch, daß so gab er ihm den Namen Israel.
ihr mich verhaßt macht bei den Einwohnern 11 Und Gott sprach zu ihm: Ich bin Gott,
des Landes, bei den Kanaanitern und Phe- der Allmächtige, sei fruchtbar und mehre
resitern, da ich doch nur wenig Leute habe; dich! Ein Volk und eine Menge von Völkern
sie aber werden sich gegen mich sammeln soll von dir kommen, und Könige sollen
und mich schlagen, und ich werde ausge- aus deinen Lenden hervorgehen; 12 das
rottet werden samt meinem Haus! 31 Sie Land aber, das ich Abraham und Isaak
aber antworteten: Soll man denn unsere gegeben habe, das will ich dir und dei-
Schwester wie eine Hure behandeln? nem Samen nach dir geben! 13 Und Gott
erhob sich von ihm an dem Ort, wo er mit
Gott segnet Jakob in Bethel ihm geredet hatte.
1Mo 28,10-22
14 Da richtete Jakob eine Säule auf an dem
Und Gott sprach zu Jakob: Mache Ort, wo er mit ihm geredet hatte, einen
dich auf, zieh hinauf nach Bethel Gedenkstein, und goß ein Trankopfer dar-
und wohne dort und baue dort einen Al- auf aus und schüttete Öl darüber; 15 und
tar für den Gott, der dir erschienen ist, als Jakob gab dem Ort, wo Gott mit ihm ge-
du vor deinem Bruder Esau geflohen bist! redet hatte, den Namen Bethel.
2 Da sprach Jakob zu seinem Haus und zu
allen, die bei ihm waren: Tut die fremden Die Geburt Benjamins. Der Tod Rahels
Götter von euch weg, die in eurer Mitte 16 Danach brachen sie von Bethel auf;
sind, und reinigt euch und wechselt eure und als sie nur noch ein Stück Weg bis
1. MOSE 35.36 41
Ephrata zu gehen hatten, gebar Rahel; die Tochter Ismaels, Nebajoths Schwester.
und sie hatte eine schwere Geburt. 17 Als 4 Und Ada gebar dem Esau den Eliphas.
ihr aber die Geburt so schwer wurde, Aber Basmath gebar den Reguel. 5 Oho-
sprach die Hebamme: Fürchte dich nicht; libama gebar Jehusch und Jaelam und
du hast auch diesmal einen Sohn! 18 Und Korah. Das sind die Söhne Esaus, die ihm
es geschah, als ihr die Seele entschwand, im Land Kanaan geboren wurden.
weil sie am Sterben war, da gab sie ihm 6 Und Esau nahm seine Frauen und seine
den Namen Benoni; sein Vater aber nann- Söhne und seine Töchter und alle Seelen
te ihn Benjamin. seines Hauses, auch seine Habe und all
19 Und Rahel starb und wurde begraben sein Vieh und alle Güter, die er im Land
am Weg nach Ephrata, das ist Bethle- Kanaan erworben hatte, und zog von sei-
hem. 20 Und Jakob stellte einen Gedenk- nem Bruder Jakob weg in ein anderes
stein auf über ihrem Grab; das ist Rahels Land. 7 Denn ihre Habe war zu groß, so
Grabmal geblieben bis zu diesem Tag. daß sie nicht beieinander wohnen konn-
ten; und das Land, in dem sie Fremdlin-
Jakobs Heimkehr zu seinem Vater. ge waren, konnte sie wegen ihrer Herden
Tod Isaaks nicht ertragen. 8 So wohnte Esau auf dem
21 Und Israel zog weiter und schlug sein Bergland von Seir; Esau, das ist Edom.
Zelt jenseits des Herdenturmes auf. 9 Dies ist das Geschlecht Esaus, des Va-
22 Und es geschah, als Israel in dem Land ters der Edomiter, auf dem Bergland von
wohnte, da ging Ruben hin und lag bei Seir. 10 Und dies sind die Namen der
Bilha, der Nebenfrau seines Vaters; und Söhne Esaus: Eliphas, der Sohn Adas, der
Israel erfuhr es. Frau Esaus; Reguel, der Sohn Basmaths,
23 Jakob aber hatte zwölf Söhne. Die der Frau Esaus. 11 Die Söhne des Eliphas
Söhne Leas waren diese: Ruben, der erst- aber waren diese: Teman, Omar, Zepho,
geborene Sohn Jakobs, und Simeon und Gaetam und Kenas. 12 Und Timna war
Levi und Juda und Issaschar und Sebu- eine Nebenfrau des Eliphas, des Sohnes
lon; 24 die Söhne Rahels waren Joseph Esaus, die gebar dem Eliphas den Ama-
und Benjamin; 25 die Söhne Bilhas, der lek. Das sind die Söhne von Ada, der Frau
Magd Rahels: Dan und Naphtali; 26 die Esaus. 13 Aber die Söhne Reguels sind
Söhne Silpas, der Magd Leas: Gad und diese: Nachath, Serach, Schamma und
Asser. Das sind die Söhne Jakobs, die ihm Missa. Das sind die Söhne von Basmath,
in Paddan-Aram geboren wurden. der Frau Esaus. 14 Die Söhne aber von
27 Und Jakob kam zu seinem Vater Isaak Oholibama, der Frau Esaus, der Tochter
nach Mamre, bei Kirjat-Arba, das ist He- der Ana, der Tochter Zibeons, die sie Esau
bron, wo Abraham und Isaak als Fremd- gebar, sind diese: Jehusch, Jaelam und
linge geweilt hatten. Korah.
28 Und Isaak wurde 180 Jahre alt. 29 Und 15 Das sind die Fürsten unter den Söhnen
Isaak verschied und starb und wurde zu Esaus. Die Söhne des Eliphas, des ersten
seinem Volk versammelt, alt und lebens- Sohnes Esaus, waren diese: Der Fürst Te-
satt; und seine Söhne Esau und Jakob be- man, der Fürst Omar, der Fürst Zepho, der
gruben ihn. Fürst Kenas, 16 der Fürst Korah, der Fürst
Gaetam, der Fürst Amalek. Das sind die
Die Nachkommen Esaus Fürsten von Eliphas im Land Edom; das
5Mo 2,4-5
sind die Söhne der Ada. 17 Und das sind
Dies ist die Geschichte Esaus, das die Söhne Reguels, des Sohnes Esaus: Der
ist Edom. 2 Esau nahm seine Frau- Fürst Nachath, der Fürst Serach, der Fürst
en von den Töchtern Kanaans: Ada, die Schamma, der Fürst Missa. Das sind die
Tochter Elons, des Hetiters, und Oho- Fürsten von Reguel im Land Edom; das
libama, die Tochter der Ana, der Tochter sind die Söhne der Basmath, der Frau
Zibeons, des Hewiters; 3 dazu Basmath, Esaus. 18 Dies sind die Söhne Oholiba-
42 1. MOSE 36.37
mas, der Frau Esaus: Der Fürst Jehusch, Achbors, starb, wurde Hadar König an
der Fürst Jaelam, der Fürst Korah. Das seiner Stelle; und der Name seiner Stadt
sind die Fürsten von Oholibama, der war Pagu, und der Name seiner Frau war
Tochter der Ana, der Frau Esaus. 19 Das Mehetabeel — eine Tochter Matreds, der
sind die Söhne Esaus und ihre Fürsten, Tochter Me-Sahabs.
das ist Edom. 40 Und dies sind die Namen der Fürsten
20 Die Söhne Seirs aber, des Horiters, die von Esau nach ihren Geschlechtern, Or-
im Land wohnten, sind diese: Lotan, Scho- ten und Namen: Der Fürst von Timna, der
bal, Zibeon, Ana, 21 Dischon, Ezer und Fürst von Alwa, der Fürst von Jetet, 41 der
Dischan. Das sind die Fürsten der Horiter, Fürst von Oholibama, der Fürst von Ela,
die Söhne des Seir im Land Edom. 22 Aber der Fürst von Pinon, 42 der Fürst von
Lotans Söhne waren diese: Hori und Kenas, der Fürst von Teman, der Fürst
Hemam; und Lotans Schwester hieß Tim- von Mibzar, 43 der Fürst von Magdiel, der
na. 23 Die Söhne Schobals waren diese: Fürst von Iram. Das sind die Fürsten in
Alwan, Manachath, Ebal, Schepho und Edom, wie sie im Land ihres Eigentums
Onam. 24 Die Söhne Zibeons waren: Aja gewohnt haben. Und Esau ist der Vater
und Ana. Das ist jener Ana, der in der der Edomiter.
Wüste die heißen Quellen fand, als er die
Esel seines Vaters Zibeon hütete. 25 Die Joseph,
Kinder Anas waren: Dischon und Oho- der Bevorzugte unter seinen Brüdern
libama, diese ist die Tochter Anas. 26 Die Jakob aber wohnte in dem Land, in
Söhne Dischons waren: Hemdan, Esch- dem sein Vater ein Fremdling war,
ban, Jithran und Keran. 27 Die Söhne Ezers im Land Kanaan.
waren: Bilhan, Saawan und Akan. 28 Die 2 Dies ist die Geschichte Jakobs: Joseph
Söhne Dischans waren: Uz und Aran. war 17 Jahre alt, als er mit seinen Brüdern
29 Das sind die Fürsten der Horiter: das Vieh hütete, und er war als Knabe bei
Der Fürst Lotan, der Fürst Schobal, den Söhnen Bilhas und Silpas, den Frau-
der Fürst Zibeon, der Fürst Ana, 30 der en seines Vaters; und Joseph brachte vor
Fürst Dischon, der Fürst Ezer, der Fürst ihren Vater, was man ihnen Schlimmes
Dischan. Das sind die Fürsten der Hori- nachsagte.
ter nach ihren Fürstentümern im Land 3 Israel aber hatte Joseph lieber als alle
Seir. seine Söhne, weil er ihn in seinem Alter
31 Die Könige aber, die im Land Edom re- bekommen hatte; und er hatte ihm einen
giert haben, bevor ein König über die Kin- bunten Leibrock machen lassen. 4 Als nun
der Israels regierte, sind diese: 32 Bela, der seine Brüder sahen, daß ihr Vater ihn lie-
Sohn Beors, war König in Edom, und der ber hatte als alle seine Brüder, haßten sie
Name seiner Stadt war Dinhaba. 33 Als ihn und wollten ihn nicht mehr grüßen.
Bela starb, wurde Jobab, der Sohn Serachs, 5 Joseph aber hatte einen Traum und
aus Bozra König an seiner Stelle. 34 Als Jo- verkündete ihn seinen Brüdern; da haßten
bab starb, wurde Huscham aus dem Land sie ihn noch mehr. 6 Er sprach nämlich zu
der Temaniter König an seiner Stelle. 35 Als ihnen: Hört doch, was für einen Traum ich
Huscham starb, wurde an seiner Stelle Ha- gehabt habe: 7 Siehe, wir banden Garben
dad, der Sohn Bedads, König, der die Mi- auf dem Feld, und siehe, da richtete sich
dianiter im Gebiet von Moab schlug; und meine Garbe auf und blieb stehen; und sie-
der Name seiner Stadt war Awith. 36 Als he, eure Garben stellten sich ringsumher
Hadad starb, wurde Samla von Masreka und warfen sich vor meiner Garbe nieder!
König an seiner Stelle. 37 Als Samla starb, 8 Da sprachen seine Brüder zu ihm: Willst
wurde Saul von Rechobot am Strom König du etwa unser König werden? Willst du
an seiner Stelle. 38 Als Saul starb, wurde über uns herrschen? Darum haßten sie
Baal-Hanan, der Sohn Achbors, König an ihn noch mehr, wegen seiner Träume und
seiner Stelle. 39 Als Baal-Hanan, der Sohn wegen seiner Reden.
1. MOSE 37 43
9 Er hatte aber noch einen anderen Traum, weiter sprach Ruben zu ihnen: Vergießt
den erzählte er seinen Brüdern auch und kein Blut! Werft ihn in die Zisterne dort in
sprach: Seht, ich habe wieder geträumt, der Wüste, aber legt nicht Hand an ihn!
und siehe, die Sonne und der Mond und Er wollte ihn aber aus ihrer Hand erretten
elf Sterne beugten sich vor mir nieder! und ihn wieder zu seinem Vater bringen.
10 Als er aber das seinem Vater und sei- 23 Und es geschah, als Joseph zu seinen
nen Brüdern erzählte, tadelte ihn sein Va- Brüdern kam, da zogen sie ihm das Ge-
ter und sprach zu ihm: Was ist das für wand aus, den bunten Leibrock, den er
ein Traum, den du geträumt hast? Sollen trug; 24 und sie ergriffen ihn und warfen
etwa ich und deine Mutter und deine ihn in die Zisterne; die Zisterne aber war
Brüder kommen und uns vor dir bis zur leer, und es war kein Wasser darin.
Erde niederbeugen? 11 Und seine Brüder 25 Darauf setzten sie sich nieder, um zu
waren eifersüchtig auf ihn; sein Vater aber essen. Als sie aber ihre Augen hoben und
bewahrte das Wort [im Gedächtnis]. sich umsahen, siehe, da kam eine Kara-
wane von Ismaelitern von Gilead daher,
Joseph wird von seinen Brüdern verkauft deren Kamele trugen Tragakanth, Balsam
1Mo 45,4-8
und Ladanum, und sie zogen hinab, um
12 Als aber seine Brüder nach Sichem ge- es nach Ägypten zu bringen.
gangen waren, um die Schafe ihres Vaters 26 Da sprach Juda zu seinen Brüdern: Was
zu weiden, 13 da sprach Israel zu Joseph: gewinnen wir damit, daß wir unseren
Weiden nicht deine Brüder [die Herde] Bruder töten und sein Blut verbergen?
in Sichem? Komm, ich will dich zu ihnen 27 Kommt, wir wollen ihn den Ismaeli-
senden! Er aber sprach: Hier bin ich! 14 Da tern verkaufen und nicht selbst Hand an
sprach er zu ihm: Geh doch und sieh, ob ihn legen; denn er ist unser Bruder, un-
es gut steht um deine Brüder und ob es ser Fleisch! Und seine Brüder stimmten
gut steht um die Herde, und bring mir Be- zu. 28 Als nun die midianitischen Kauf-
scheid! So sandte er ihn aus dem Tal He- leute vorbeikamen, zogen sie Joseph aus
bron, und er wanderte nach Sichem. der Zisterne herauf und verkauften ihn
15 Da traf ihn ein Mann, als er umher- den Ismaelitern für 20 Silberlinge; und
irrte auf dem Feld; der fragte ihn und diese brachten Joseph nach Ägypten.
sprach: Was suchst du? 16 Er antwortete: 29 Als nun Ruben zur Zisterne zurückkam,
Ich suche meine Brüder; sage mir doch, siehe, da war Joseph nicht mehr in der Zi-
wo sie weiden! 17 Der Mann antwortete: sterne! Da zerriß er sein Gewand, 30 kehr-
Sie sind von hier fortgezogen; denn ich te zu seinen Brüdern zurück und sprach:
hörte sie sagen: Laßt uns nach Dotan Der Knabe ist verschwunden! Und ich,
ziehen! Da ging Joseph seinen Brüdern wo soll ich hin?
nach und fand sie in Dotan. 18 Als sie ihn 31 Sie aber nahmen Josephs Leibrock und
nun von ferne sahen, ehe er in ihre Nähe schlachteten einen Ziegenbock, tauch-
kam, beschlossen sie, ihn heimlich um- ten den Leibrock in das Blut; 32 und sie
zubringen. schickten den bunten Leibrock ihrem Va-
19 Und sie sprachen zueinander: Seht, da ter und ließen ihm sagen: Das haben wir
kommt der Träumer daher! 20 Und nun gefunden; sieh doch, ob es der Leibrock
kommt und laßt uns ihn töten und in eine deines Sohnes ist oder nicht!
Zisterne werfen und sagen, ein böses Tier 33 Und er erkannte ihn und sprach: Es ist
habe ihn gefressen; dann wollen wir se- der Leibrock meines Sohnes! Ein wildes
hen, was aus seinen Träumen wird! Tier hat ihn gefressen! Joseph ist gewiß
21 Als Ruben dies hörte, rettete er ihn aus zerrissen worden! 34 Und Jakob zerriß
ihren Händen, indem er sprach: Wir wol- seine Kleider und legte Sacktuch um sei-
len ihn nicht ums Leben bringen! 22 Und ne Lendena und trug lange Zeit Leid um

a (37,34) d.h. er trug ein grob gewebtes oder aus Ziegenhaarfilz gemachtes Gewand als Ausdruck der Trauer.
44 1. MOSE 37.38
seinen Sohn. 35 Da machten sich alle sei- leicht könnte er auch sterben, wie seine
ne Söhne und Töchter auf, um ihn zu Brüder«. So ging Tamar hin und blieb im
trösten; er aber wollte sich nicht trösten Haus ihres Vaters.
lassen, sondern sprach: Ich höre nicht auf 12 Als nun viele Tage verflossen waren,
zu trauern, bis ich zu meinem Sohn hin- starb die Tochter Schuas, die Frau Judas.
abfahre ins Totenreich! So beweinte ihn Und nachdem Juda ausgetrauert hatte,
sein Vater. ging er hinauf zu seinen Schafherden
36 Aber die Midianiter verkauften ihn nach nach Timna, er und Hira, sein Freund aus
Ägypten, an Potiphar, einen Kämmerer Adullam.
des Pharao, den Obersten der Leibwache. 13 Da wurde der Tamar berichtet: Siehe,
dein Schwiegervater geht hinauf nach
Juda und seine Nachkommen Timna, um seine Schafe zu scheren! 14 Da
von der Tamar legte sie die Witwenkleider ab, bedeckte
1Chr 2,3-4; Mt 1,3
sich mit einem Schleier und verhüllte sich
Es geschah aber um jene Zeit, daß und setzte sich ans Tor von Enaim, am
Juda von seinen Brüdern wegzog Weg nach Timna. Denn sie sah, daß Sche-
und sich zu einem Mann aus Adullam la erwachsen war und sie ihm nicht zur
wandte, der Hira hieß. 2 Und Juda sah Frau gegeben wurde.
dort die Tochter eines Kanaaniters, der 15 Als nun Juda sie sah, glaubte er, sie sei
Schua hieß, und er nahm sie zur Frau und eine Hure; denn sie hatte ihr Angesicht
ging zu ihr ein. 3 Und sie wurde schwan- bedeckt. 16 Und er bog ab zu ihr an den
ger und gebar einen Sohn, und er gab Weg und sprach: Laß mich doch zu dir
ihm den Namen Er. 4 Und sie wurde wie- kommen! Denn er wußte nicht, daß sie
der schwanger und gebar einen Sohn, die Frau seines Sohnes war. Sie antworte-
und sie gab ihm den Namen Onan. 5 Und te: Was willst du mir geben, wenn du zu
wiederum gebar sie einen Sohn, und sie mir kommst?
gab ihm den Namen Schela. Er befand 17 Er sprach: Ich will dir einen Ziegen-
sich aber in Kesib, als sie ihn gebar. bock von der Herde schicken! Sie antwor-
6 Und Juda gab seinem erstgeborenen tete: So gib mir ein Pfand, bis du ihn mir
Sohn Er eine Frau, die hieß Tamar. 7 Aber schickst! 18 Er sprach: Was willst du, daß
Er, der Erstgeborene Judas, war böse in ich dir zum Pfand gebe? Sie antwortete:
den Augen des HERRN, darum tötete ihn Deinen Siegelring und deine Schnur und
der HERR. deinen Stab, den du in deiner Hand hast!
8 Da sprach Juda zu Onan: Komm zu der Da gab er es ihr und ging zu ihr ein, und
Frau deines Bruders und vollziehe mit sie wurde von ihm schwanger. 19 Und sie
ihr die Schwagerehea, damit du deinem machte sich auf und ging hin und legte
Bruder Nachkommen erweckst! 9 Da aber ihren Schleier ab und legte wieder ihre
Onan wußte, daß der Nachkomme nicht Witwenkleider an.
sein eigener sein würde, ließ er es auf 20 Juda aber sandte den Ziegenbock durch
die Erde fallen und verderben, wenn seinen Freund, den Adullamiter, um das
er zur Frau seines Bruders ging, um sei- Pfand von der Frau zurückzuerhalten;
nem Bruder keinen Nachkommen zu ge- aber er fand sie nicht. 21 Da fragte er die
ben. 10 Was er tat, mißfiel aber dem HERRN; Leute an jenem Ort und sprach: Wo ist
da tötete er auch ihn. die Tempelhure, die bei Enaim am Weg
11 Da sprach Juda zu Tamar, der Frau sei- saß? Sie antworteten: Es ist keine Tempel-
nes Sohnes: Bleibe als Witwe im Haus hure hier gewesen!
deines Vaters, bis mein Sohn Schela er- 22 Und er kam wieder zu Juda und sprach:
wachsen ist! — Denn er dachte: »Viel- Ich habe sie nicht gefunden; dazu sagen

a
(38,8) Es gehörte nach semitischem Rechtsbrauch zu den Verpflichtungen der Schwager, ihrem verstorbenen
Bruder Nachkommen von der Witwe zu zeugen (vgl. 5Mo 25,5.7).
1. MOSE 38.39 45
die Leute an jenem Ort, es sei keine Tem- unternahm, 4 da fand Joseph Gnade in
pelhure dort gewesen. 23 Juda sprach: So seinen Augen und durfte ihn bedienen;
soll sie das Pfand für sich behalten, da- und er setzte ihn zum Aufseher über sein
mit wir nicht in Verruf geraten! Siehe, ich Haus und gab alles, was er hatte, in seine
habe den Bock geschickt, aber du hast sie Hand. 5 Und von der Zeit an, da er ihn
nicht gefunden. über sein Haus und über alle seine Güter
24 Und es geschah nach etwa drei Mona- gesetzt hatte, segnete der HERR das Haus
ten, da wurde dem Juda berichtet: Deine des Ägypters um Josephs willen, und der
Schwiegertochter Tamar hat Hurerei ge- Segen des HERRN war in allem, was er
trieben, und siehe, sie ist von der Hure- hatte, im Haus und auf dem Feld. 6 Da
rei auch schwanger geworden! Da sprach überließ er alles, was er hatte, der Hand
Juda: Führt sie hinaus, damit sie ver- Josephs und kümmerte sich um gar nichts
brannt werde! mehr als um das Brot, das er aß. Joseph
25 Und als man sie hinausführte, schickte aber war von schöner Gestalt und gutem
sie zu ihrem Schwiegervater und ließ ihm Aussehen.
sagen: Von dem Mann bin ich schwanger
geworden, dem das gehört! Und sie sprach: Joseph und die Frau des Potiphar
Erkenne doch, wem gehört dieser Siegel- 7 Es geschah aber nach diesen Begeben-
ring und die Schnur und der Stab? 26 Da heiten, daß die Frau seines Herrn ihre Au-
erkannte es Juda und sprach: Sie ist ge- gen auf Joseph warf und zu ihm sprach:
rechter als ich; denn ich habe sie nicht Lege dich zu mir!
meinem Sohn Schela gegeben! Und er hat- 8 Er aber weigerte sich und sprach zu
te hinfort keinen geschlechtlichen Um- der Frau seines Herrn: Siehe, mein Herr
gang mehr mit ihr. verläßt sich auf mich und kümmert sich
27 Und es geschah, als sie gebären sollte, sie- um nichts, was im Haus vorgeht, und hat
he, da waren Zwillinge in ihrem Leib. 28 Und alles in meine Hand gegeben, was ihm
es geschah, als sie gebar, da kam eine Hand gehört; 9 es ist niemand größer in diesem
heraus; da nahm die Hebamme einen ro- Haus als ich, und es gibt nichts, das er mir
ten Faden und band ihn darum und sprach: vorenthalten hätte, ausgenommen dich,
Der ist zuerst herausgekommen! 29 Als die- weil du seine Frau bist! Wie sollte ich nun
ser aber seine Hand wieder hineinzog, sie- eine so große Missetat begehen und ge-
he, da kam sein Bruder heraus. Und sie gen Gott sündigen? 10 Und obwohl sie
sprach: Warum hast du dir einen solchen ihm Tag für Tag zuredete, hörte er doch
Riß gemacht? Und man gab ihm den Na- nicht auf sie, daß er sich zu ihr gelegt oder
men Perez. 30 Danach kam sein Bruder her- sich an ihr vergangen hätte.
aus, der den roten Faden um die Hand hat- 11 Es geschah aber an einem solchen Tag,
te, und man gab ihm den Namen Serach. als er ins Haus kam, um seine Arbeit zu
tun, und niemand von den Leuten des
Joseph in Ägypten als Sklave des Potiphar Hauses anwesend war, 12 daß sie ihn bei
Joseph aber war nach Ägypten seinem Obergewand ergriff und zu ihm
hinabgeführt worden, und Poti- sprach: Lege dich zu mir! Er aber ließ das
phar, ein Kämmerer des Pharao, der Ober- Obergewand in ihrer Hand und floh und
ste der Leibwache, ein Ägypter, hatte ihn lief hinaus.
aus der Hand der Ismaeliter erworben, 13 Als sie nun sah, daß er das Oberge-
die ihn dorthin gebracht hatten. wand in ihrer Hand gelassen hatte und
2 Und der HERR war mit Joseph, und er war entflohen war, 14 da rief sie die Leute ih-
ein Mann, dem alles gelang; und so durf- res Hauses herbei und sprach zu ihnen:
te er im Haus seines ägyptischen Herrn Seht, er hat uns den Hebräer ins Haus ge-
bleiben. 3 Und als sein Gebieter sah, daß bracht, damit er Mutwillen mit uns treibt!
der HERR mit ihm war, und daß der HERR Er kam zu mir herein, um bei mir zu
in seiner Hand alles gelingen ließ, was er liegen; ich aber habe aus Leibeskräften
46 1. MOSE 39.40
geschrieen! 15 Als er nun hörte, daß ich seph gefangen lag. 4 Und der Oberste der
meine Stimme erhob und schrie, ließ er Leibwache übertrug Joseph die Sorge für
sein Obergewand neben mir liegen und sie, und er diente ihnen, und sie waren
floh hinaus! längere Zeit im Gefängnis.
16 Und sie ließ sein Obergewand neben 5 Und sie hatten beide einen Traum in
sich liegen, bis sein Herr nach Hause derselben Nacht, jeder einen Traum von
kam. 17 Dem erzählte sie die gleiche besonderer Bedeutung, der Mundschenk
Geschichte und sprach: Der hebräische und der Bäcker des Königs von Ägypten,
Knecht, den du uns gebracht hast, ist zu die in dem Kerker gefangen lagen.
mir hereingekommen, um Mutwillen mit 6 Als nun Joseph am Morgen zu ihnen
mir zu treiben; 18 als ich aber meine Stim- kam, sah er sie an, und siehe, sie waren
me erhob und schrie, ließ er sein Oberge- bedrückt. 7 Da fragte er die Höflinge des
wand neben mir liegen und entfloh nach Pharao, die mit ihm im Gefängnis seines
draußen! Herrn waren, und sprach: Warum macht
19 Als nun sein Herr die Rede seiner Frau ihr heute ein so finsteres Gesicht? 8 Sie
hörte, als sie sprach: So und so hat mir antworteten ihm: Wir haben einen Traum
dein Knecht getan!, da entbrannte sein gehabt, und keiner ist da, der ihn deuten
Zorn. 20 Und der Herr Josephs nahm ihn kann! Joseph sprach zu ihnen: Kommen
und warf ihn ins Gefängnis, dorthin, wo die Deutungen nicht von Gott? Erzählt es
die Gefangenen des Königs gefangen la- mir doch!
gen; so war er dort im Gefängnis. 9 Da erzählte der oberste Mundschenk
dem Joseph seinen Traum und sprach: In
Joseph im Gefängnis meinem Traum, siehe, da war ein Wein-
21 Aber der HERR war mit Joseph und ver- stock vor mir, 10 und an dem Weinstock
schaffte ihm Gunst und schenkte ihm waren drei Reben; und als er knospte,
Gnade vor den Augen des Kerkermeisters. gingen die Blüten auf, und seine Trauben
22 Und der Kerkermeister gab alle Gefan- bekamen reife Beeren. 11 Ich aber hatte
genen, die im Kerker waren, in Josephs den Becher des Pharao in der Hand, und
Hand; und alles, was es dort zu tun gab, ich nahm die Weintrauben und preßte sie
geschah durch ihn. 23 Der Kerkermeister aus in den Becher des Pharao und reichte
kümmerte sich nicht im geringsten um den Becher dem Pharao.
irgend etwas, das [Joseph] in die Hand 12 Da sprach Joseph zu ihm: Dies ist
nahm; denn der HERR war mit ihm, und die Deutung: Die drei Reben sind drei
der HERR ließ alles gelingen, was er tat. Tage. 13 In drei Tagen wird der Pharao
dein Haupt erheben und dich wieder in
Die Träume der beiden Hofbeamten dein Amt einsetzen, so daß du dem Pha-
des Pharao rao den Becher reichen wirst, wie du es
Nach diesen Begebenheiten ge- früher zu tun pflegtest, als du noch sein
schah es, daß der Mundschenka Mundschenk warst. 14 Solltest du dann
des Königs von Ägypten und der [oberste] etwa an mich denken, wenn es dir gut
Bäcker sich gegen ihren Herrn, den König geht, so erweise mir Barmherzigkeit und
von Ägypten, versündigten. 2 Da wurde erwähne mich bei dem Pharao, und brin-
der Pharao zornig über seine beiden Hof- ge mich aus diesem Haus heraus! 15 Denn
beamten, den obersten Mundschenk und ich bin aus dem Land der Hebräer ge-
den obersten Bäcker, 3 und er ließ sie raubt worden und habe auch hier gar
in Haft setzen im Haus des Obersten nichts getan, weswegen man mich ein-
der Leibwache, in den Kerker, in dem Jo- sperren müßte!

a (40,1) Der Mundschenk war ein hoher Hofbeamter an Königshöfen, der für die Versorgung der königlichen Tafel
mit Getränken verantwortlich war — angesichts der Gefahr von Giftmordanschlägen ein sehr verantwortungs-
volles und einflußreiches Amt. Ähnliches galt wohl von dem Bäcker.
1. MOSE 40.41 47
16 Als nun der oberste Bäcker sah, daß 8 Und es geschah am Morgen, da war sein
Joseph eine gute Deutung gegeben hat- Geist beunruhigt. Und er sandte hin und
te, sprach er zu ihm: Siehe, in meinem ließ alle Wahrsager Ägyptens rufen und
Traum trug ich drei Körbe mit Weißbrot alle seine Weisen. Und der Pharao erzählte
auf meinem Kopf, 17 und im obersten ihnen seinen Traum; aber da war keiner,
Korb war allerlei Backwerk, Speise für den der ihn dem Pharao deuten konnte.
Pharao; aber die Vögel fraßen es mir aus 9 Da sprach der oberste Mundschenk zum
dem Korb, der auf meinem Kopf war. Pharao: Ich erinnere mich heute an mei-
18 Da antwortete Joseph und sprach: Dies ne Sünde! 10 Als der Pharao zornig war
ist die Deutung: Die drei Körbe sind drei über seine Knechte und mich in Haft setz-
Tage. 19 In drei Tagen wird der Pharao te im Haus des Obersten der Leibwache,
dein Haupt erheben und wird dich ans mich und den obersten Bäcker, 11 da hat-
Holz hängen lassen, daß die Vögel dein ten wir in ein und derselben Nacht einen
Fleisch fressen werden! Traum, er und ich; jeder hatte einen Traum
20 Und es geschah am dritten Tag, dem von besonderer Bedeutung. 12 Und dort
Geburtstag des Pharao, als er für alle sei- war ein hebräischer junger Mann bei uns,
ne Knechte ein Mahl veranstaltete, daß er ein Knecht des Obersten der Leibwache;
das Haupt des obersten Mundschenken dem erzählten wir es, und er deutete un-
und des obersten Bäckers erhob unter al- sere Träume; jedem deutete er seinen
len seinen Knechten. 21 Und den ober- Traum besonders. 13 Und so wie er es uns
sten Mundschenk setzte er wieder ein in deutete, so ist es gekommen: Mich hat
sein Amt, so daß er dem Pharao den Be- man wieder in mein Amt eingesetzt, und
cher reichen durfte; 22 aber den obersten ihn hat man gehängt!
Bäcker ließ er hängen — so wie Joseph es 14 Da sandte der Pharao hin und ließ Jo-
ihnen gedeutet hatte. seph rufen. Und sie entließen ihn schnell
23 Aber der oberste Mundschenk dachte aus dem Loch. Er aber ließ sich scheren
nicht an Joseph, sondern vergaß ihn. und wechselte seine Kleider und ging
zum Pharao hinein.
Die Träume des Pharao
Es geschah aber nach zwei Jahren, Joseph deutet die Träume des Pharao
da hatte der Pharao einen Traum, 15 Und der Pharao sprach zu Joseph: Ich
und siehe, er stand am Nil. 2 Und siehe, habe einen Traum gehabt, aber es kann
aus dem Nil stiegen sieben schöne und ihn niemand deuten; nun habe ich über
wohlgenährte Kühe herauf, die im Nilgras dich vernommen, daß du einen Traum zu
weideten. 3 Und siehe, nach diesen stiegen deuten vermagst, wenn du ihn hörst. 16 Jo-
sieben andere Kühe aus dem Nil herauf, seph antwortete dem Pharao und sprach:
von häßlicher Gestalt und magerem Leib; Das steht nicht bei mir. Gott wird ver-
die traten neben jene Kühe am Ufer des kündigen, was dem Pharao zum Wohl
Nils. 4 Und die sieben häßlichen, mageren dient!
Kühe fraßen die sieben schönen, wohlge- 17 Da sprach der Pharao zu Joseph: Sie-
nährten Kühe. Da erwachte der Pharao. he, in meinem Traum stand ich am Ufer
5 Er schlief aber wieder ein und träumte des Nils; 18 und siehe, da stiegen aus
zum zweitenmal, und siehe, da wuchsen dem Nil sieben wohlgenährte Kühe von
sieben Ähren auf einem einzigen Halm, schöner Gestalt herauf, die im Nilgras
die waren voll und gut; 6 und siehe, weideten. 19 Und siehe, nach ihnen stie-
nach diesen, da sproßten sieben Ähren, gen sieben andere Kühe herauf, dürftig
die waren dünn und vom Ostwind ver- und von sehr häßlicher Gestalt und mage-
sengt. 7 Und die sieben dünnen Ähren rem Leib; im ganzen Land Ägypten habe
verschlangen die sieben schweren und ich keine so häßlichen gesehen. 20 Und
vollen Ähren. Da erwachte der Pharao, diese mageren, häßlichen Kühe fraßen die
und siehe, es war ein Traum! sieben ersten wohlgenährten Kühe. 21 Als
48 1. MOSE 41
sie aber diese verschlungen hatten, merk- rung in den Städten aufbewahren. 36 Und
te man nichts davon; denn sie waren so diese Nahrung soll dem Land als Vorrat
häßlich wie zuvor. Da erwachte ich. dienen für die sieben Hungerjahre, die
22 Und ich sah [weiter] in meinem Traum, im Land Ägypten eintreten werden, da-
und siehe, sieben volle und gute Ähren mit das Land durch die Hungersnot nicht
wuchsen auf an einem einzigen Halm. zugrundegeht!
23 Und siehe, nach ihnen sproßten sieben
dürre Ähren hervor, mager und vom Ost- Josephs Erhöhung
wind versengt; 24 und die mageren Ähren zum Regenten über Ägypten
Ps 105,17-22; Apg 7,9-10
verschlangen die sieben guten Ähren.
Und ich habe es den Wahrsagern erzählt, 37 Diese Rede gefiel dem Pharao und al-
aber keiner kann es mir erklären! len seinen Knechten gut. 38 Und der Pha-
25 Da sprach Joseph zum Pharao: Was rao sprach zu seinen Knechten: Können
der Pharao geträumt hat, bedeutet das- wir einen Mann finden wie diesen, in
selbe: Gott hat den Pharao wissen lassen, dem der Geist Gottes ist?
was er tun will. 26 Die sieben schönen 39 Und der Pharao sprach zu Joseph:
Kühe sind sieben Jahre, und die sieben Nachdem Gott dir dies alles mitgeteilt
schönen Ähren sind auch sieben Jahre; hat, ist keiner so verständig und weise
es ist ein und derselbe Traum. 27 Die sie- wie du. 40 Du sollst über mein Haus sein,
ben mageren und häßlichen Kühe, die und deinem Befehl soll mein ganzes Volk
nach jenen heraufkamen, sind sieben gehorchen; nur um den Thron will ich
Jahre; ebenso die sieben leeren, vom Ost- höher sein als du!
wind versengten Ähren; es werden sie- 41 Und der Pharao sprach zu Joseph: Sie-
ben Hungerjahre sein. he, ich setze dich über das ganze Land
28 Darum sagte ich zu dem Pharao: Gott Ägypten! 42 Und der Pharao nahm den
hat den Pharao sehen lassen, was er tun Siegelring von seiner Hand und steckte
will. 29 Siehe, es kommen sieben Jahre, ihn an die Hand Josephs, und er bekleide-
da wird großer Überfluß herrschen im te ihn mit weißer Leinwand und legte eine
ganzen Land Ägypten. 30 Aber nach ih- goldene Kette um seinen Hals; 43 und er
nen werden sieben Hungerjahre eintreten, ließ ihn auf seinem zweiten Wagen fah-
und all dieser Überfluß wird vergessen ren; und man rief vor ihm aus: »Beugt
sein im Land Ägypten; und die Hungers- eure Knie!« Und so wurde er über das
not wird das Land aufzehren, 31 so daß ganze Land Ägypten gesetzt.
man nichts mehr merken wird von dem 44 Und der Pharao sprach zu Joseph: Ich
Überfluß im Land wegen der Hungersnot, bin der Pharao, aber ohne dich soll nie-
die danach kommt; denn sie wird sehr mand im ganzen Land Ägypten die Hand
drückend sein. 32 Daß aber der Pharao oder den Fuß erheben! 45 Und der Pha-
den Traum zweimal hatte, das bedeutet, rao gab Joseph den Namen Zaphenat-
daß die Sache bei Gott fest beschlossen Paneach und gab ihm Asnath zur Frau,
ist, und daß Gott es rasch ausführen wird. die Tochter Potipheras, des Priesters von
33 Und nun möge der Pharao nach einem On. Und Joseph zog aus durch das ganze
verständigen und weisen Mann sehen Land Ägypten.
und ihn über das Land Ägypten setzen. 46 Und Joseph war 30 Jahre alt, als er vor
34 Der Pharao möge handeln und Aufse- dem Pharao, dem König von Ägypten,
her über das Land setzen; und er lasse stand. Und Joseph ging vom Pharao
in den sieben Jahren des Überflusses hinweg und bereiste das ganze Land
den fünften Teil [des Ertrages] erheben Ägypten. 47 Und das Land trug in den sie-
vom Land Ägypten. 35 So soll man alle ben Jahren reichen Überfluß. 48 Und er
Nahrung dieser sieben künftigen guten sammelte allen Ertrag der sieben Jahre, die
Jahre sammeln und Getreide speichern im Land Ägypten waren, und schaffte die
zurVerfügung des Pharaos, und diese Nah- Nahrungsmittel in die Städte; den Ertrag
1. MOSE 41.42 49
der umliegenden Felder brachte er in die ein Unfall begegnen! 5 So kamen nun die
Städte. 49 Und Joseph speicherte Getreide Söhne Israels, um Getreide zu kaufen,
auf wie Sand am Meer, über die Maßen mit anderen, die auch hingingen, weil im
viel, bis man es nicht mehr messen konn- Land Kanaan Hungersnot herrschte.
te; denn es war unermeßlich viel. 6 Joseph aber war Regent über das Land;
50 Bevor aber das Jahr der Hungersnot er allein verkaufte dem ganzen Volk des
kam, wurden dem Joseph zwei Söhne ge- Landes Korn. Darum kamen die Brüder
boren; die gebar ihm Asnath, die Tochter Josephs und beugten sich vor ihm nie-
Potipheras, des Priesters von On. 51 Und der, das Angesicht zur Erde gewandt. 7 Als
Joseph gab dem Erstgeborenen den Na- nun Joseph seine Brüder sah, erkannte er
men Manasse; denn er sprach: Gott sie; aber er verstellte sich und redete hart
hat mich alle meine Mühsal vergessen mit ihnen und fragte sie: Wo kommt ihr
lassen und das ganze Haus meines Va- her? Sie antworteten: Aus dem Land Ka-
ters. 52 Dem zweiten aber gab er den Na- naan, um Nahrung einzukaufen!
men Ephraim; denn er sprach: Gott hat 8 Und Joseph erkannte seine Brüder, sie
mich fruchtbar gemacht im Land meines aber erkannten ihn nicht. 9 Und Joseph
Elends. dachte an die Träume, die er von ihnen
53 Als nun die sieben Jahre des Über- geträumt hatte, und sprach zu ihnen: Ihr
flusses im Land Ägypten zu Ende ge- seid Kundschafter; ihr seid gekommen,
gangen waren, 54 da brachen die sieben um zu sehen, wo das Land offen ist!
Hungerjahre an, wie Joseph vorausge- 10 Sie antworteten ihm: Nein, mein Herr!
sagt hatte. Und es entstand eine Hun- Deine Knechte sind gekommen, um Spei-
gersnot in allen Ländern; aber im gan- se zu kaufen! 11 Wir sind alle Söhne eines
zen Land Ägypten gab es Brot. 55 Und als Mannes; wir sind aufrichtig; deine Knech-
das ganze Land Ägypten Hunger litt und te sind niemals Kundschafter gewesen!
das Volk zum Pharao um Brot schrie, 12 Er aber sprach zu ihnen: Nein, son-
da sprach der Pharao zu allen Ägyptern: dern ihr seid gekommen, um zu sehen,
Geht hin zu Joseph; was er euch sagt, wo das Land offen ist! 13 Sie antworteten:
das tut! Wir, deine Knechte, sind zwölf Brüder,
56 Und als die Hungersnot im ganzen die Söhne eines einzigen Mannes im
Land herrschte, öffnete Joseph alle Spei- Land Kanaan, und siehe, der jüngste ist
cher und verkaufte den Ägyptern [Getrei- gegenwärtig bei unserem Vater, und der
de]; denn die Hungersnot nahm über- eine ist nicht mehr.
hand im Land Ägypten. 57 Und alle Welt 14 Aber Joseph sprach zu ihnen: Es ist so,
kam nach Ägypten, um bei Joseph Korn wie ich euch gesagt habe: Ihr seid Kund-
zu kaufen; denn es herrschte große Hun- schafter! 15 Daran will ich euch prüfen:
gersnot auf der ganzen Erde. So wahr der Pharao lebt, ihr sollt von
hier nicht fortgehen, es sei denn, euer
Die erste Reise der Söhne Jakobs jüngster Bruder kommt her! 16 Schickt ei-
nach Ägypten nen von euch hin, damit er euren Bruder
Und Jakob sah, daß es in Ägypten holt, ihr aber sollt in Haft behalten wer-
Korn gab. Da sprach Jakob zu seinen den. So wird es sich herausstellen, ob ihr
Söhnen: Was seht ihr einander an? 2 Sie- wahrhaftig seid; wenn aber nicht, dann
he, ich höre, daß es in Ägypten Korn gibt; seid ihr Kundschafter, so wahr der Pha-
zieht hinab und kauft uns dort Getreide, rao lebt! 17 Und er setzte sie alle zusam-
damit wir leben und nicht sterben! men in Gewahrsam, drei Tage lang.
3 So machten sich zehn der Brüder Jo- 18 Am dritten Tag aber sprach Joseph
sephs auf den Weg, um in Ägypten Getrei- zu ihnen: Wenn ihr am Leben bleiben
de zu kaufen. 4 Benjamin aber, den Bru- wollt, so tut nun dies — denn ich fürchte
der Josephs, sandte Jakob nicht mit den Gott —: 19 Wenn ihr aufrichtig seid, so
Brüdern; denn er sprach: Es könnte ihm laßt einen von euch Brüdern hier ge-
50 1. MOSE 42.43
bunden im Gefängnis zurück; ihr ande- wärtig bei unserem Vater im Land Ka-
ren aber geht hin und bringt Getreide naan.
heim, um den Hunger eurer Familien zu 33 Da sprach der Mann, der Herr des Lan-
stillen. 20 Euren jüngsten Bruder aber des, zu uns: Daran will ich erkennen,
bringt zu mir, damit eure Worte sich als ob ihr aufrichtig seid: Laßt einen eurer
wahr erweisen, und dann sollt ihr nicht Brüder bei mir zurück und geht und
sterben! Und sie handelten danach. nehmt mit, was ihr für eure Familien
21 Sie sagten aber zueinander: Wahrlich, braucht; 34 und bringt euren jüngsten
wir sind schuldig wegen unseres Bruders! Bruder zu mir, damit ich erkenne, daß
Denn wir sahen die Drangsal seiner See- ihr keine Kundschafter, sondern aufrich-
le, als er uns [um Erbarmen] anflehte; wir tig seid! Dann will ich euch euren Bruder
aber hörten nicht auf ihn. Darum ist diese herausgeben, und ihr könnt ungehindert
Drangsal über uns gekommen! 22 Ruben im Land verkehren.
antwortete und sprach zu ihnen: Habe 35 Und es geschah, als sie ihre Säcke aus-
ich euch nicht gesagt: Versündigt euch leerten, siehe, da hatte jeder seinen Beu-
nicht an dem Knaben? Aber ihr wolltet ja tel mit Geld in seinem Sack! Als sie und ihr
nicht hören! Darum seht, nun wird sein Vater ihre Beutel mit Geld sahen, erschra-
Blut gefordert! 23 Sie wußten aber nicht, ken sie. 36 Und ihr Vater Jakob sprach zu
daß Joseph sie verstand; denn er verkehr- ihnen: Ihr habt mich meiner Kinder be-
te mit ihnen durch einen Dolmetscher. raubt! Joseph ist nicht mehr, Simeon ist
24 Und er wandte sich von ihnen ab nicht mehr, und Benjamin wollt ihr [mir]
und weinte, kehrte aber wieder zu ihnen nehmen; dies alles ist über mich gekom-
zurück und redete mit ihnen. Darauf men!
nahm er Simeon von ihnen weg und band 37 Da sprach Ruben zu seinem Vater: Du
ihn vor ihren Augen. 25 Und Joseph gab kannst meine beiden Söhne töten, wenn
Befehl, daß man ihre Gefäße mit Getrei- ich ihn dir nicht wiederbringe! Übergib
de fülle und jedem sein Geld wieder in ihn nur meiner Hand, ich will ihn dir
seinen Sack lege und ihnen auch Ver- wiederbringen! 38 Er aber sprach: Mein
pflegung mit auf die Reise gebe; und so Sohn soll nicht mit euch hinabziehen;
machte man es mit ihnen. 26 Da luden denn sein Bruder ist tot, und er ist allein
sie ihr Getreide auf ihre Esel und gingen übriggeblieben. Sollte ihm ein Unfall be-
davon. gegnen auf dem Weg, den ihr geht, so
27 Als aber einer seinen Sack öffnete, um würdet ihr meine grauen Haare vor Kum-
in der Herberge seinem Esel Futter zu mer ins Totenreich hinunterbringen!
geben, da sah er sein Geld, und siehe,
es lag oben im Sack! 28 Und er sprach Die zweite Reise der Söhne Jakobs
zu seinen Brüdern: Mein Geld ist mir nach Ägypten
zurückgegeben worden; seht, es ist in Aber die Hungersnot lastete auf
meinem Sack! Da verging ihnen der Mut, dem Land. 2 Und es geschah, als sie
und sie sprachen zitternd einer zum an- alles Korn aufgezehrt hatten, das sie aus
deren: Was hat uns Gott da getan! Ägypten hergebracht hatten, da sprach
29 Als sie aber zu ihrem Vater Jakob ins ihr Vater zu ihnen: Geht und kauft uns
Land Kanaan kamen, erzählten sie ihm wieder ein wenig Speise!
alles, was ihnen begegnet war, und spra- 3 Aber Juda antwortete und sprach zu
chen: 30 Der Mann, der Herr des Landes ihm: Der Mann hat uns ernstlich bezeugt
ist, redete hart mit uns und behandelte und gesagt: Ihr sollt mein Angesicht nicht
uns als Kundschafter des Landes. 31 Wir sehen, wenn euer Bruder nicht bei euch
aber sagten: Wir sind aufrichtig und sind ist! 4 Wenn du nun unseren Bruder mit
keine Kundschafter! 32 Wir sind zwölf uns sendest, so wollen wir hinabziehen
Brüder, Söhne unseres Vaters; einer ist und dir Speise kaufen. 5 Wenn du ihn aber
nicht mehr, der jüngste aber ist gegen- nicht gehen läßt, so ziehen wir nicht hin-
1. MOSE 43 51
ab; denn der Mann hat zu uns gesagt: Ihr seinem Verwalter: Führe die Männer ins
sollt mein Angesicht nicht sehen, wenn Haus hinein, schlachte und bereite [ein
euer Bruder nicht bei euch ist! Essen] zu; denn sie sollen mit mir zu Mit-
6 Da sprach Israel: Warum habt ihr mir tag essen!
das zuleide getan, dem Mann zu verra- 17 Der Mann tat, wie ihm Joseph gesagt
ten, daß ihr noch einen Bruder habt? hatte, und führte die Männer in das Haus
7 Sie sprachen: Der Mann forschte so ge- Josephs. 18 Da fürchteten sich die Männer,
nau nach uns und unserer Verwandt- weil sie in das Haus Josephs geführt wur-
schaft und sprach: Lebt euer Vater noch? den, und sprachen: Man führt uns hinein
Habt ihr noch einen Bruder? Da gaben wegen des Geldes, welches das erstemal
wir ihm Auskunft, wie es sich verhielt. wieder in unsere Säcke gekommen ist,
Konnten wir denn wissen, daß er sagen um über uns herzufallen und uns zu
würde: Bringt euren Bruder herab? überwältigen und uns zu Sklaven zu ma-
8 Und Juda sprach zu seinem Vater Israel: chen samt unseren Eseln!
Gib mir den Knaben mit, so wollen wir 19 Darum wandten sie sich an den Mann,
uns auf den Weg machen, damit wir le- der über das Haus Josephs [gesetzt] war,
ben und nicht sterben, wir und du und und redeten vor der Haustür mit ihm,
unsere Kinder! 9 Ich will für ihn bürgen, 20 und sie sprachen: Bitte, mein Herr,
von meiner Hand sollst du ihn fordern; wir sind schon einmal hier gewesen, um
wenn ich ihn dir nicht wiederbringe und Speise zu kaufen; 21 und es geschah, als
ihn vor dein Angesicht stelle, so will ich wir in die Herberge kamen und unsere
die Schuld tragen vor dir mein ganzes Säcke öffneten, siehe, da lag das Geld von
Leben lang. 10 Wenn wir nicht gezögert jedem oben in seinem Sack, unser Geld
hätten, so wären wir gewiß jetzt schon nach seinem vollen Gewicht. 22 Nun ha-
zweimal zurückgekehrt! ben wir es wieder mit uns gebracht und
11 Da sprach ihr Vater Israel zu ihnen: anderes Geld dazu, um Speise zu kaufen;
Wenn es denn doch sein muß, so macht wir wissen nicht, wer unser Geld in unse-
es so: Nehmt in eure Säcke von den re Säcke gelegt hat!
berühmtesten Erzeugnissen des Landes 23 Er sprach zu ihnen: Friede sei mit euch!
und bringt sie dem Mann als Geschenk: Fürchtet euch nicht! Euer Gott und der
ein wenig Balsam, ein wenig Honig, Traga- Gott eures Vaters hat euch einen Schatz
kanth und Ladanum, Pistazien und Man- in eure Säcke gegeben. Euer Geld ist mir
deln. 12 Nehmt auch den doppelten Be- zugekommen! Und er brachte Simeon zu
trag Geld mit euch und erstattet das ihnen hinaus.
zurückerhaltene Geld, das oben in euren 24 Und der Mann führte die Männer in
Säcken war, eigenhändig wieder; viel- das Haus Josephs und gab ihnen Wasser,
leicht war es ein Versehen. 13 Und nehmt daß sie ihre Füße waschen konnten, und
euren Bruder mit, macht euch auf und gab ihren Eseln Futter. 25 Sie aber mach-
kehrt zu dem Mann zurück! 14 Und Gott, ten das Geschenk bereit, bis Joseph zur
der Allmächtige, gebe euch Barmherzig- Mittagszeit kam; denn sie hatten gehört,
keit vor dem Mann, daß er euch euren daß sie dort essen sollten.
anderen Bruder wieder mitgibt und Ben- 26 Als nun Joseph nach Hause kam, brach-
jamin! Ich aber, wenn ich doch der Kin- ten sie ihm das Geschenk, das in ihren
der beraubt sein soll, so sei ich ihrer be- Händen war, ins Haus und beugten sich
raubt! vor ihm zur Erde nieder. 27 Und er fragte
15 Da nahmen die Männer dieses Ge- nach ihrem Wohlergehen und sprach:
schenk und doppelt soviel Geld mit sich, Geht es auch eurem alten Vater gut, von
und auch Benjamin; und sie machten dem ihr mir erzähltet? Lebt er noch?
sich auf und reisten hinab nach Ägypten 28 Sie antworteten: Es geht deinem
und traten vor Joseph. 16 Als nun Joseph Knecht, unserem Vater, gut; er lebt noch!
den Benjamin bei ihnen sah, sprach er zu Und sie verneigten sich und beugten sich
52 1. MOSE 43.44
vor ihm nieder. 29 Als er aber seine Augen 6 Als er sie nun eingeholt hatte, redete er
erhob und seinen Bruder Benjamin sah, mit ihnen diese Worte. 7 Sie aber spra-
den Sohn seiner Mutter, fragte er: Ist das chen: Warum redet mein Herr solche Wor-
euer jüngster Bruder, von dem ihr mir ge- te? Das sei ferne von deinen Knechten,
sprochen habt? Und er sprach: Gott sei so etwas zu tun! 8 Siehe, wir haben dir
dir gnädig, mein Sohn! 30 Danach aber das Geld, das wir oben in unseren Säcken
zog sich Joseph zurück, denn sein Inner- fanden, aus dem Land Kanaan wieder zu-
stes war aufgewühlt wegen seines Bru- rückgebracht; wie sollten wir denn aus
ders; und er suchte einen Ort auf, wo er dem Haus deines Herrn Silber oder Gold
weinen konnte, und ging in sein Gemach gestohlen haben? 9 Bei welchem von dei-
und weinte dort. nen Knechten aber etwas gefunden wird,
31 Dann aber wusch er sein Angesicht, der soll sterben, und wir anderen wollen
ging hinaus, überwand sich und sprach: die Knechte deines Herrn sein!
Tragt das Essen auf! 10 Er aber sprach: Nach eurem Wort, so
32 Und man trug ihm besonders auf und soll es sein! Bei wem er gefunden wird,
ihnen besonders, und ebenso den der sei mein Knecht; ihr anderen aber
Ägyptern, die mit ihm aßen, besonders; sollt ungestraft bleiben! 11 Da ließ so-
denn die Ägypter dürfen nicht mit den gleich jeder seinen Sack zur Erde gleiten,
Hebräern zusammen essen, denn das ist und jeder öffnete seinen Sack. 12 Er aber
für die Ägypter ein Greuel. 33 Und sie saßen fing an zu suchen beim Ältesten und kam
vor ihm, der Erstgeborene zu oberst und bis zum Jüngsten. Da fand sich der Be-
der Jüngste zu unterst, und die Männer cher in Benjamins Sack.
schauten einander verwundert an. 34 Und 13 Da zerrissen sie ihre Kleider, und jeder
man trug ihnen besondere Gerichte von legte seine Last auf seinen Esel, und sie
dem auf, was vor seinem Angesicht ge- kehrten wieder in die Stadt zurück.
standen hatte; das besondere Gericht für 14 Und Juda ging mit seinen Brüdern in
Benjamin aber war fünfmal größer als die das Haus Josephs — denn er war noch
besonderen Gerichte von ihnen allen. Und dort —, und sie fielen vor ihm auf die
sie tranken und wurden fröhlich mit ihm. Erde nieder. 15 Joseph aber sprach zu ih-
nen: Was ist das für eine Tat, die ihr be-
Joseph stellt seine Brüder auf die Probe gangen habt? Wußtet ihr nicht, daß ein
Und Joseph befahl seinem Verwal- solcher Mann, wie ich es bin, wahrsagen
ter und sprach: Fülle den Männern kann? 16 Juda antwortete: Was sollen wir
die Säcke mit Speise, soviel sie tragen meinem Herrn sagen? Was sollen wir re-
können, und lege das Geld eines jeden den, und wie sollen wir uns rechtfertigen?
oben in seinen Sack! 2 Meinen Becher Gott hat die Schuld deiner Knechte ge-
aber, den silbernen Becher, lege oben in funden! Siehe, wir sind die Knechte unse-
den Sack des Jüngsten samt dem Geld res Herrn, wir und der, in dessen Hand der
für das Korn! Und er handelte nach dem Becher gefunden worden ist! 17 Er aber
Wort Josephs, das er gesprochen hatte. sprach: Das sei ferne von mir, so etwas
3 Und als der Morgen anbrach, ließ man zu tun! Der Mann, in dessen Hand der
die Männer ziehen samt ihren Eseln. 4 Als Becher gefunden worden ist, soll mein
sie aber zur Stadt hinausgekommen und Knecht sein; ihr aber zieht in Frieden zu
noch nicht weit entfernt waren, sprach eurem Vater hinauf!
Joseph zu seinem Verwalter: Mache dich 18 Da trat Juda näher zu ihm hinzu und
auf, jage den Männern nach, und wenn sprach: Bitte, mein Herr, laß deinen
du sie eingeholt hast, sprich zu ihnen: Knecht ein Wort reden vor den Ohren
Warum habt ihr Gutes mit Bösem ver- meines Herrn, und dein Zorn entbrenne
golten? 5 Ist das nicht derjenige, aus dem nicht über deine Knechte; denn du bist
mein Herr trinkt und aus dem er wahrzu- wie der Pharao! 19 Mein Herr fragte seine
sagen pflegt? Da habt ihr Böses getan! Knechte und sprach: Habt ihr noch ei-
1. MOSE 44.45 53
nen Vater oder Bruder? 20 Da antworte- meinem Vater die Schuld tragen mein
ten wir meinem Herrn: Wir haben einen ganzes Leben lang!
alten Vater und einen jungen Knaben, der 33 Darum will nun dein Knecht als Skla-
ihm in seinem Alter geboren wurde, und ve meines Herrn hier bleiben anstatt
dessen Bruder ist tot, und er ist allein des Knaben; der Knabe aber soll mit sei-
übriggeblieben von seiner Mutter, und nen Brüdern hinaufziehen. 34 Denn wie
sein Vater hat ihn lieb. könnte ich zu meinem Vater hinaufzie-
21 Da sprachst du zu deinen Knechten: hen, ohne daß der Knabe bei mir wäre?
Bringt ihn zu mir herab, damit ich ihn Ich möchte das Leid nicht sehen, das
sehen kann! 22 Da sprachen wir zu mei- meinen Vater träfe!
nem Herrn: Der Knabe kann seinen Va-
ter nicht verlassen; wenn er seinen Vater Joseph gibt sich seinen Brüdern
verließe, so würde dieser sterben! 23 Du zu erkennen
Apg 7,13
aber sprachst zu deinen Knechten: Wenn
euer jüngster Bruder nicht mit euch her- Da konnte sich Joseph nicht länger
abkommt, so sollt ihr mein Angesicht bezwingen vor allen, die um ihn
nicht mehr sehen! herstanden, und er rief: Laßt jedermann
24 Als wir nun zu deinem Knecht, unse- von mir hinausgehen! Und es stand kein
rem Vater, kamen, verkündeten wir ihm Mensch bei ihm, als Joseph sich seinen
die Worte unseres Herrn; 25 und als unser Brüdern zu erkennen gab. 2 Und er wein-
Vater sprach: Geht hin und kauft uns wie- te laut, so daß die Ägypter und das Haus
der etwas zu essen!, 26 da antworteten wir: des Pharao es hörten.
Wir können nicht hinabziehen! Wenn un- 3 Und Joseph sprach zu seinen Brüdern:
ser jüngster Bruder bei uns ist, dann wol- Ich bin Joseph! Lebt mein Vater noch?
len wir hinabziehen; denn wir dürfen das Aber seine Brüder konnten ihm nicht ant-
Angesicht des Mannes nicht sehen, wenn worten, so bestürzt waren sie vor ihm.
unser jüngster Bruder nicht bei uns ist! 4 Da sprach Joseph zu seinen Brüdern:
27 Da sprach dein Knecht, unser Vater zu Tretet doch her zu mir! Als sie nun näher
uns: Ihr wißt, daß mir meine Frau zwei kamen, sprach er zu ihnen: Ich bin Joseph,
[Söhne] geboren hat; 28 der eine ist von euer Bruder, den ihr nach Ägypten ver-
mir weggegangen, und ich mußte mir sa- kauft habt! 5 Und nun bekümmert euch
gen: Gewiß ist er zerrissen worden!, und nicht und macht euch keine Vorwürfe
ich habe ihn bis heute nicht wiederge- darüber, daß ihr mich hierher verkauft
sehen. 29 Wenn ihr nun diesen auch von habt; denn zur Lebensrettung hat mich
mir nehmt, und es stößt ihm ein Unglück Gott vor euch her gesandt! 6 Denn dies
zu, so werdet ihr meine grauen Haare ist das zweite Jahr, daß die Hungersnot
durch ein solches Unglück ins Totenreich im Land herrscht, und es werden noch
hinunterbringen! fünf Jahre ohne Pflügen und Ernten
30 Wenn ich nun zu deinem Knecht, sein. 7 Aber Gott hat mich vor euch her-
meinem Vater, käme, und der Knabe gesandt, um euch einen Überrest zu si-
wäre nicht bei mir, an dessen Seele doch chern auf Erden, und um euch am Leben
seine Seele gebunden ist, 31 so würde zu erhalten zu einer großen Errettung.
es geschehen, daß er stirbt, wenn er 8 Und nun, nicht ihr habt mich hierher
sieht, daß der Knabe nicht da ist; und gesandt, sondern Gott: Er hat mich dem
so würden wir, deine Knechte, die grau- Pharao zum Vater gesetzt und zum Herrn
en Haare deines Knechtes, unseres Va- über sein ganzes Haus und zum Herrscher
ters, vor Kummer ins Totenreich hin- über das ganze Land Ägypten. 9 Zieht
unterbringen. 32 Denn dein Knecht hat nun schnell zu meinem Vater hinauf und
sich bei meinem Vater für den Knaben sagt ihm: So spricht dein Sohn Joseph:
verbürgt und versprochen: Wenn ich ihn Gott hat mich zum Herrn über ganz
dir nicht wiederbringe, so will ich vor Ägypten gesetzt; komm zu mir herab,
54 1. MOSE 45.46
zögere nicht! 10 Und du sollst im Land Vater auf den Weg. 24 Damit entließ er sei-
Gosen wohnen und nahe bei mir sein, du ne Brüder, und sie gingen, und er sprach zu
und deine Kinder und deine Kindeskin- ihnen: Streitet nicht auf dem Weg!
der, deine Schafe und deine Rinder und 25 So reisten sie von Ägypten hinauf und
alles, was dir gehört! 11 Ich will dich dort kamen in das Land Kanaan zu ihrem Va-
mit Nahrung versorgen — denn es sind ter Jakob; 26 und sie berichteten ihm und
noch fünf Jahre Hungersnot —, damit du sprachen: Joseph lebt noch und ist Herr-
nicht verarmst, du und dein Haus und al- scher über das ganze Land Ägypten! Aber
les, was dir gehört! sein Herz blieb kalt, denn er glaubte ih-
12 Und siehe, eure Augen sehen es und nen nicht. 27 Da sagten sie ihm alle Wor-
die Augen meines Bruders Benjamin, daß te, die Joseph zu ihnen geredet hatte. Und
mein Mund es ist, der zu euch redet. als er die Wagen sah, die Joseph gesandt
13 Darum verkündet meinem Vater all hatte, um ihn abzuholen, da wurde der
meine Herrlichkeit in Ägypten und alles, Geist ihres Vaters Jakob lebendig, 28 und
was ihr gesehen habt, und bringt meinen Israel sprach: Für mich ist es genug, daß
Vater schnell hierher! mein Sohn Joseph noch lebt! Ich will hin-
14 Und er fiel seinem Bruder Benjamin gehen und ihn sehen, bevor ich sterbe!
um den Hals und weinte, und Benjamin
weinte auch an seinem Hals. 15 Und er Jakob und seine Familie
küßte alle seine Brüder und umarmte sie ziehen nach Ägypten
unter Tränen, und danach redeten seine Und Israel brach auf mit allem, was
Brüder mit ihm. er hatte; und als er nach Beersche-
16 Als man nun im Haus des Pharao die ba kam, brachte er dort dem Gott seines
Nachricht vernahm: Josephs Brüder sind Vaters Isaak ein Opfer dar.
gekommen!, da gefiel dies dem Pharao 2 Und Gott sprach zu Israel in einem
und seinen Knechten gut. 17 Und der Nachtgesicht: Jakob, Jakob! Er sprach:
Pharao sprach zu Joseph: Sage deinen Hier bin ich!
Brüdern: Tut das: Beladet eure Tiere und 3 Da sprach er: Ich bin der starke Gott,
macht euch auf den Weg, zieht in das der Gott deines Vaters; fürchte dich nicht,
Land Kanaan; 18 und nehmt euren Vater nach Ägypten hinabzuziehen; denn dort
und eure Familien und kommt zu mir, will ich dich zu einem großen Volk ma-
so will ich euch das Beste des Landes chen! 4 Ich will mit dir hinab nach Ägypten
Ägypten geben, und ihr sollt das Fett des ziehen, und ich führe dich gewiß auch
Landes essen! wieder hinauf; und Joseph soll dir die Au-
19 Und du, ordne dies an: Ihr sollt so han- gen zudrücken!
deln: Nehmt euch Wagen mit aus dem 5 Da machte sich Jakob von Beerscheba
Land Ägypten für eure Kinder und Frauen auf, und die Söhne Israels führten ihren
und bringt euren Vater mit und kommt; Vater Jakob samt ihren Kindern und Frau-
20 und euer Hausrat darf euch nicht reu- en auf den Wagen, die der Pharao gesandt
en; denn das Beste des ganzen Landes hatte, um ihn hinzuführen. 6 Sie nahmen
Ägypten soll euch gehören! auch ihr Vieh und ihre Habe, die sie im
21 Da machten es die Söhne Israels so; und Land Kanaan erworben hatten, und ka-
Joseph gab ihnen Wagen nach dem Befehl men nach Ägypten, Jakob und all sein
des Pharao, auch gab er ihnen Verpflegung Same mit ihm: 7 seine Söhne und Enkel,
auf den Weg. 22 Und er schenkte ihnen al- seine Töchter und Enkelinnen, allen sei-
len Festgewänder, jedem einzelnen; Benja- nen Samen brachte er mit sich nach
min aber schenkte er 300 Silberlinge und Ägypten.
fünf Festgewänder. 23 Und seinem Vater
sandte er folgendes: zehn Esel, beladen mit Die Nachkommen Israels
dem Besten Ägyptens, und zehn Eselinnen, 8 Dies aber sind die Namen der Söhne Is-
die Korn, Brot und Speise trugen für seinen raels, die nach Ägypten kamen, Jakob und
1. MOSE 46.47 55
seine Söhne: Der erstgeborene Sohn Ja- Jakobs Wiedersehen mit Joseph
kobs: Ruben. 9 Die Söhne Rubens: Henoch, 28 Er hatte aber den Juda vor sich her zu
Pallu, Hezron und Karmi. 10 Die Söhne Si- Joseph gesandt, damit er ihn zur Begeg-
meons: Jemuel, Jamin, Ohad, Jachin, Zohar nung nach Gosen weise. Und sie kamen
und Saul, der Sohn von der kanaanäischen in das Land Gosen. 29 Da spannte Joseph
Frau. 11 Die Söhne Levis: Gerson, Kahat seinen Wagen an und fuhr seinem Vater
und Merari. 12 Die Söhne Judas: Er, Onan, Israel nach Gosen entgegen. Und als er
Schela, Perez und Serach. Aber Er und ihn sah, fiel er ihm um den Hals und
Onan waren im Land Kanaan gestorben. weinte lange an seinem Hals.
Die Söhne des Perez aber waren Hezron 30 Und Israel sprach zu Joseph: Nun will
und Hamul. 13 Die Söhne Issaschars: Tola, ich gerne sterben, nachdem ich dein An-
Puwa, Job und Schimron. 14 Die Söhne Se- gesicht geschaut habe und sehe, daß du
bulons: Sered, Elon und Jahleel. noch lebst!
15 Das sind die Söhne von Lea, die sie 31 Joseph aber sprach zu seinen Brüdern
dem Jakob in Paddan-Aram geboren hat- und zu dem Haus seines Vaters: Ich will
te, und Dina, seine Tochter. Alle seine hinaufgehen und es dem Pharao berich-
Söhne und Töchtera sind 33 Seelen. 16 Die ten und ihm sagen: Meine Brüder und das
Söhne Gads: Ziphion, Haggi, Schuni, Ez- Haus meines Vaters, die in Kanaan waren,
bon, Eri, Arodi und Areli. 17 Die Söhne sind zu mir gekommen; 32 und die Männer
Assers: Jimna, Jischwa, Jischwi, Beria, und sind Schafhirten, sie sind Viehzüchter und
Serach, ihre Schwester. Und die Söhne haben ihre Schafe und Rinder und alles,
Berias: Heber und Malkiel. was ihnen gehört, mitgebracht. 33 Wenn
18 Das sind die Söhne von Silpa, die Laban euch dann der Pharao rufen läßt und euch
seiner Tochter Lea gab; sie gebar diese fragt: Was treibt ihr?, 34 so sollt ihr sagen:
dem Jakob, [insgesamt] 16 Seelen. 19 Die Deine Knechte sind Viehzüchter gewesen
Söhne Rahels, der Frau Jakobs: Joseph und von ihrer Jugend an bis jetzt, wir und un-
Benjamin. 20 Und dem Joseph wurden im sere Väter! — Dann werdet ihr im Land
Land Ägypten Manasse und Ephraim ge- Gosen wohnen dürfen, weil alle Schafhir-
boren, die ihm Asnath gebar, die Tochter ten den Ägyptern ein Greuel sind.
Potipheras, des Priesters von On. 21 Die
Söhne Benjamins: Bela, Becher, Aschbel, Jakob vor dem Pharao
Gera, Naaman, Ehi, Rosch, Muppim, Hup- Und Joseph kam und berichtete es
pim und Ard. dem Pharao und sprach: Mein Vater
22 Das sind die Söhne von Rahel, die dem und meine Brüder sind aus dem Land Ka-
Jakob geboren wurden, alle zusammen naan gekommen samt ihren Schafen und
14 Seelen. 23 Die Söhne Dans: Husim. Rindern und aller ihrer Habe; und siehe,
24 Die Söhne Naphtalis: Jahzeel, Guni, Je- sie sind im Land Gosen! 2 Er hatte aber aus
zer und Schillem. der Zahl seiner Brüder fünf mitgenom-
25 Das sind die Söhne von Bilha, die Laban men und stellte sie dem Pharao vor.
seiner Tochter Rahel gab; sie gebar diese 3 Und der Pharao fragte seine Brüder: Was
dem Jakob, insgesamt sieben Seelen. treibt ihr? Sie antworteten dem Pharao:
26 Alle Seelen, die mit Jakob nach Ägypten Deine Knechte sind Schafhirten, wir und
kamen, die aus seinen Lenden hervorge- unsere Väter. 4 Und sie sprachen zum
gangen waren, ausgenommen die Frauen Pharao: Wir sind gekommen, um uns im
der Söhne Jakobs, sind zusammen 66 See- Land aufzuhalten; denn deine Knechte
len. 27 Und die Söhne Josephs, die ihm in haben keine Weide für ihr Vieh, so hart
Ägypten geboren sind, waren zwei Seelen, beschwert die Hungersnot das Land Ka-
so daß alle Seelen des Hauses Jakobs, die naan; und nun möchten deine Knechte
nach Ägypten kamen, 70 waren. gerne im Land Gosen wohnen.

a (46,15) das schließt nach hebräischem Sprachgebrauch auch die Enkel ein.
56 1. MOSE 47
5 Da sprach der Pharao zu Joseph: Dein Vieh, wenn es kein Geld mehr gibt! 17 Da
Vater und deine Brüder sind zu dir ge- brachten sie ihr Vieh zu Joseph; und Joseph
kommen; 6 das Land Ägypten steht dir gab ihnen Brot um Pferde, Schafe, Rinder
offen; laß deinen Vater und deine Brüder und Esel, und versorgte sie so in jenem Jahr
am besten Ort des Landes wohnen! Im mit Brot um den Preis ihres ganzen Viehs.
Land Gosen sollen sie wohnen; und wenn 18 Als nun jenes Jahr verflossen war, ka-
du weißt, daß unter ihnen tüchtige Leute men sie zu ihm im nächsten Jahr und
sind, so setze sie zu Aufsehern über mei- sprachen: Wir wollen unserem Herrn
ne Herden! nicht verhehlen, daß, weil das Geld aus-
7 Und Joseph brachte seinen Vater Jakob gegangen ist und das Vieh unserem Herrn
herein und stellte ihn dem Pharao vor; gehört, nunmehr nichts mehr übrigbleibt
und Jakob segnete den Pharao. 8 Und der vor unserem Herrn als unser Leib und
Pharao fragte Jakob: Wie alt bist du? unser Feld! 19 Warum sollen wir umkom-
9 Jakob sprach zum Pharao: Die ganze Zeit men vor deinen Augen, wir und unser
meiner Fremdlingschafta beträgt 130 Jah- Feld? Kaufe uns um Brot samt unserem
re; wenig und böse sind meine Lebens- Feld, daß wir und unser Feld dem Pha-
jahre gewesen, und sie erreichen nicht rao dienstbar seien! Gib uns Samen, daß
die Zahl der Lebensjahre meiner Väter in wir leben und nicht sterben, und daß das
den Tagen ihrer Fremdlingschaft. 10 Und Land nicht zur Wüste wird!
Jakob segnete den Pharao und ging hin- 20 So kaufte Joseph alles Ackerland der
weg vom Angesicht des Pharao. Ägypter für den Pharao auf, denn die
11 Und Joseph wies seinem Vater und sei- Ägypter verkauften jeder sein Feld, weil
nen Brüdern Wohnsitze an und gab ihnen die Hungersnot schwer auf ihnen lastete;
Grundbesitz im Land Ägypten, im besten und so wurde das Land zum Eigentum
Teil des Landes, im Gebiet von Ramses, des Pharao. 21 Das Volk aber ließ er in die
wie der Pharao befohlen hatte. 12 Und verschiedenen Städte bringen, von einem
Joseph versorgte seinen Vater und seine Ende Ägyptens bis zum anderen. 22 Nur
Brüder und das ganze Haus seines Vaters die Äcker der Priester kaufte er nicht;
mit Brot nach der Zahl der Kinder. denn die Priester bezogen ein festes Ein-
kommen vom Pharao und ernährten sich
Joseph erwirbt ganz Ägypten von ihrem festen Einkommen, das ihnen
für den Pharao der Pharao gab; darum brauchten sie ihre
13 Es gab aber im ganzen Land kein Brot; Äcker nicht zu verkaufen.
denn die Hungersnot war sehr schwer, 23 Und Joseph sprach zum Volk: Ich habe
und das Land Ägypten war erschöpft we- euch heute samt eurem Land für den
gen der Hungersnot, ebenso das Land Pharao gekauft; hier ist Samen für euch,
Kanaan. 14 Und Joseph brachte alles Geld besät das Land! 24 Aber vom Ertrag habt
zusammen, das im Land Ägypten und im ihr dem Pharao den Fünften zu geben,
Land Kanaan gefunden wurde, für das und vier Teile sollen euch zur Verfügung
Getreide, das man kaufen mußte; und Jo- stehen zum Besäen der Felder und zum
seph brachte das Geld in das Haus des Unterhalt für euch selbst und euer Gesin-
Pharao. 15 Da nun das Geld im Land de und zur Nahrung für eure Kinder.
Ägypten und in Kanaan ausgegangen war, 25 Da sprachen sie: Du hast uns das Le-
kamen alle Ägypter zu Joseph und spra- ben erhalten! Wenn wir Gnade finden vor
chen: Gib uns Brot! Warum sollen wir den Augen unseres Herrn, so wollen wir
vor deinen Augen sterben, weil kein Geld Knechte des Pharao sein!
mehr da ist? 26 Da machte Joseph dies zum Gesetz für
16 Joseph sprach: Bringt euer Vieh her, so das Ackerland Ägyptens bis zum heutigen
will ich euch geben als Entgelt für euer Tag, daß dem Pharao der Fünfte gehört;

a (47,9) d.h. meines Aufenthalts als Fremdling und Gast auf der Erde (vgl. Hebr 11,13-16).
1. MOSE 47.48 57
nur die Äcker der Priester wurden nicht wir nur ein Stück Weges von Ephrata ent-
Eigentum des Pharao. fernt waren, und ich begrub sie dort am
27 Und Israel wohnte im Land Ägypten, im Weg nach Ephrata, das ist Bethlehem.
Land Gosen, und sie nahmen es in Besitz,
waren fruchtbar und mehrten sich sehr. Jakob segnet Ephraim und Manasse
Hebr 11,21
28 Und Jakob lebte noch 17 Jahre im Land
Ägypten, und die Tage Jakobs, die Jahre 8 Als aber Israel die Söhne Josephs sah,
seines Lebens, betrugen 147 Jahre. 29 Als fragte er: Wer sind diese? 9 Joseph ant-
nun die Zeit kam, daß Israel sterben soll- wortete: Es sind meine Söhne, die mir
te, rief er seinen Sohn Joseph und sprach Gott hier geschenkt hat! Er sprach: Brin-
zu ihm: Wenn ich Gnade gefunden habe ge sie doch her zu mir, daß ich sie segne!
vor deinen Augen, so lege doch deine 10 Denn Israels Augen waren vom Alter
Hand unter meine Hüfte und erweise mir kurzsichtig geworden, daß er nicht mehr
Liebe und Treue: Begrabe mich doch ja [gut] sehen konnte. Als er sie nun zu ihm
nicht in Ägypten! 30 Sondern ich will bei brachte, küßte und umarmte er sie.
meinen Vätern liegen; darum sollst du 11 Und Israel sprach zu Joseph: Daß ich
mich aus Ägypten wegführen und mich dein Angesicht noch sehen darf, darum
in ihrem Grab begraben! Er sprach: Ich hätte ich nicht zu bitten gewagt; und nun,
will tun, wie du gesagt hast! siehe, hat mich Gott sogar deine Nach-
31 Er aber sprach: So schwöre mir! Da kommen sehen lassen!
schwor er ihm. Und Israel betete an am 12 Und Joseph nahm sie von seinen Knien
Kopfende des Bettes. und warf sich auf sein Angesicht zur Erde
nieder. 13 Danach nahm Joseph sie beide,
Jakobs letzte Verfügung Ephraim in seine Rechte, zur Linken Isra-
Und es geschah nach diesen Bege- els, und Manasse in seine Linke, zur Rech-
benheiten, da wurde dem Joseph ten Israels, und brachte sie zu ihm. 14 Da
gesagt: Siehe, dein Vater ist krank! Und streckte Israel seine Rechte aus und legte
er nahm seine zwei Söhne Manasse und sie auf Ephraims Haupt, obwohl er der
Ephraim mit sich. 2 Und man berichtete Jüngere war, seine Linke aber auf Ma-
dem Jakob und sagte: Siehe, dein Sohn nasses Haupt, indem er so seine Hände
Joseph kommt zu dir! Und Israel machte kreuzte, obwohl Manasse der Erstgebore-
sich stark und setzte sich auf im Bett. ne war.
3 Und Jakob sprach zu Joseph: Gott, der 15 Und er segnete Joseph und sprach: Der
Allmächtige erschien mir in Lus im Land Gott, vor dessen Angesicht meine Väter
Kanaan und segnete mich 4 und sprach Abraham und Isaak gewandelt haben;
zu mir: Siehe, ich will dich fruchtbar ma- der Gott, der mich behütet hat, seitdem
chen und dich mehren und dich zu einer ich bin, bis zu diesem Tag; 16 der Engel,
Menge von Völkern machen, und ich will der mich erlöst hat aus allem Bösen, der
deinem Samen nach dir dieses Land zum segne die Knaben, und durch sie werde
ewigen Besitz geben! mein Name genannt und der Name mei-
5 So sollen nun deine beiden Söhne, die ner Väter Abraham und Isaak, und sie
dir im Land Ägypten geboren wurden, sollen zu einer großen Menge werden auf
ehe ich zu dir nach Ägypten gekommen Erden!
bin, mir angehören; Ephraim und Ma- 17 Als aber Joseph sah, daß sein Vater die
nasse sollen mir angehören wie Ruben rechte Hand auf Ephraims Haupt legte,
und Simeon! 6 Die Kinder aber, die du mißfiel es ihm; darum ergriff er die Hand
nach ihnen zeugst, sollen dir angehören seines Vaters, um sie von Ephraims Haupt
und sollen in ihrem Erbteil nach dem Na- auf Manasses Haupt zu wenden. 18 Dabei
men ihrer Brüder genannt werden. 7 Und sprach Joseph zu seinem Vater: Nicht so,
als ich aus Paddan kam, starb Rahel bei mein Vater; denn dieser ist der Erstgebo-
mir im Land Kanaan, auf dem Weg, als rene; lege deine Rechte auf sein Haupt!
58 1. MOSE 48.49
19 Aber sein Vater weigerte sich und sen! Deine Hand wird auf dem Nacken
sprach: Ich weiß es, mein Sohn, ich weiß deiner Feinde sein; vor dir werden sich
es wohl! Auch er soll zu einem Volk wer- die Söhne deines Vaters beugen. 9 Juda
den, und auch er soll groß sein; aber ist ein junger Löwe; mit Beute beladen
doch soll sein jüngerer Bruder größer steigst du, mein Sohn, empor! Er hat sich
werden, und sein Same wird eine Menge gekauert und gelagert wie ein Löwe, wie
von Völkern sein! 20 So segnete er sie an eine Löwin; wer darf ihn aufwecken? 10 Es
jenem Tag und sprach: Mit dir wird man wird das Zepter nicht von Juda weichen,
sich in Israel segnen und sagen: Gott ma- noch der Herrscherstab von seinen
che dich wie Ephraim und Manasse! So Füßen, bis der Schilo kommta, und ihm
setzte er Ephraim dem Manasse voran. werden die Völker gehorsam sein. 11 Er
21 Und Israel sprach zu Joseph: Siehe, ich wird sein Füllen an den Weinstock binden
sterbe; aber Gott wird mit euch sein und und das Junge seiner Eselin an die Edel-
wird euch zurückbringen in das Land eu- rebe; er wird sein Kleid im Wein waschen
rer Väter. 22 Und ich schenke dir einen und seinen Mantel in Traubenblut; 12 sei-
Bergrücken, den du vor deinen Brüdern ne Augen sind dunkler als Wein und seine
voraushaben sollst; ich habe ihn den Zähne weißer als Milch.
Amoritern mit meinem Schwert und mei- 13 Sebulon wird an der Küste des Meeres
nem Bogen aus der Hand genommen. wohnen, am Anlegeplatz der Schiffe, und
er lehnt sich an Zidon an.
Prophetische Segensworte 14 Issaschar ist ein knochiger Esel, der
für Jakobs Söhne zwischen den Hürden liegt; 15 und weil
5Mo 33
er sieht, daß die Ruhe gut und das Land
Und Jakob rief seine Söhne zu sich lieblich ist, so neigt er seine Schultern
und sprach: Kommt zusammen, zum Tragen und wird ein fronpflichtiger
damit ich euch verkünde, was euch in Knecht.
künftigen Tagen begegnen wird! 2 Ver- 16 Dan wird sein Volk richten als einer der
sammelt euch und horcht auf, ihr Söhne Stämme Israels. 17 Dan wird eine Schlan-
Jakobs, hört auf Israel, euren Vater! ge am Weg sein, eine Otter auf dem Pfad,
3 Ruben: du bist mein erstgeborener Sohn, die das Roß in die Fersen beißt, so daß
meine Kraft und der Erstling meiner der Reiter rückwärts stürzt. 18 — O HERR,
Stärke, von hervorragender Würde und ich warte auf dein Heil!
vorzüglicher Kraft. 4 Du warst wie bro- 19 Den Gad drängt eine Schar; aber er
delndes Wasser, du sollst nicht den Vor- drängt sie zurück.
zug haben! Denn du bist auf das Bett 20 Von Asser: Fettes ist sein Brot; und er
deines Vaters gestiegen, du hast es dort gibt königliche Leckerbissen.
entweiht; er stieg auf mein Lager! 21 Naphtali ist eine losgelassene Hirsch-
5 Simeon und Levi sind Brüder, Waffen kuh; er kann schöne Worte machen.
der Gewalt sind ihre Schwerter! 6 Meine 22 Joseph ist ein junger Fruchtbaum, ein
Seele komme nicht in ihren geheimen junger Fruchtbaum an der Quelle; seine
Rat, und meine Ehre vereine sich nicht Zweige klettern über die Mauer hinaus.
mit ihrer Versammlung! Denn sie haben 23 Zwar reizen ihn die Bogenschützen und
Männer gemordet in ihrem Zorn und beschießen und bekämpfen ihn; 24 aber
Stiere verstümmelt in ihrer Willkür. 7 Ver- sein Bogen bleibt unerschütterlich, und
flucht sei ihr Zorn, weil er so heftig, und gelenkig sind die Arme seiner Hände,
ihr Grimm, weil er so hart ist! Ich will sie von den Händen des Mächtigen Jakobs,
verteilen unter Jakob und zerstreuen un- vom Namen des Hirten, des Felsens Isra-
ter Israel. els, 25 von dem Gott deines Vaters — er
8 Dich, Juda, werden deine Brüder prei- wird dir beistehen; von dem Allmächtigen

a (49,10) bed. »Der Ruhebringer« (vgl. Mt 11,28-30; Hebr 4,1-11).


1. MOSE 49.50 59
— er wird dich segnen mit Segnungen vorüber waren, redete Joseph mit dem
vom Himmel herab, mit Segnungen der Haus des Pharao und sprach: Wenn ich
Tiefe, die unten liegt, mit Segnungen der Gnade gefunden habe in euren Augen,
Brüste und des Mutterschoßes! 26 Die so redet doch vor den Ohren des Pharao
Segnungen deines Vaters übertreffen die und sprecht: 5 Mein Vater hat einen Eid
Segnungen meiner Voreltern, sie reichen von mir genommen und zu mir gesagt:
bis an die Köstlichkeit der ewigen Hügel. Siehe, ich sterbe; begrabe mich in mei-
Sie sollen auf das Haupt Josephs kom- nem Grab, das ich mir im Land Kanaan
men, auf den Scheitel des Geweihten un- angelegt habe! So laß mich nun hinauf-
ter seinen Brüdern! ziehen, daß ich meinen Vater begrabe
27 Benjamin ist ein reißender Wolf; am und danach wiederkomme!
Morgen verzehrt er Raub, und bis zum 6 Und der Pharao sprach: Zieh hinauf und
Abend verteilt er Beute. begrabe deinen Vater, wie er dich hat
28 Diese alle sind die zwölf Stämme Isra- schwören lassen!
els; und das ist es, was ihr Vater zu ihnen 7 Da zog Joseph hinauf, um seinen Vater
geredet und womit er sie gesegnet hat; zu begraben; und mit ihm zogen alle
und zwar segnete er jeden mit einem be- Knechte des Pharao hinauf, alle Ältesten
sonderen Segen. seines Hauses und alle Ältesten des Lan-
des Ägypten; 8 dazu das ganze Haus Jo-
Jakobs Tod sephs und seine Brüder und das Haus
29 Und er gebot ihnen und sprach zu ihnen: seines Vaters; nur ihre Kinder, Schafe
Ich werde zu meinem Volk versammelt und Rinder ließen sie im Land Gosen
werden; begrabt mich bei meinen Vätern zurück. 9 Es begleiteten ihn auch Wagen
in der Höhle auf dem Acker Ephrons, des und Reiter, und es war ein großer Heer-
Hetiters, 30 in der Höhle Machpelah, Mam- zug.
re gegenüber, im Land Kanaan, wo Abra- 10 Als sie nun zur Tenne Atad kamen,
ham den Acker als Erbbegräbnis gekauft die jenseits des Jordan liegt, hielten sie
hat von Ephron, dem Hetiter. 31 Dort hat dort eine große und feierliche Totenkla-
man Abraham und seine Frau Sarah be- ge; denn [Joseph] veranstaltete für seinen
graben, ebenso Isaak und seine Frau Re- Vater eine siebentägige Trauer. 11 Als aber
bekka, und dort habe ich auch Lea begra- die Bewohner des Landes, die Kanaani-
ben; 32 der Acker und seine Höhle wurde ter, die Trauer bei der Tenne Atad sahen,
den Hetitern abgekauft. sprachen sie: Die Ägypter halten da eine
33 Als aber Jakob seine Befehle an seine große Klage! Daher wurde der Ort, der
Söhne vollendet hatte, zog er seine Füße jenseits des Jordan liegt, »Die Klage der
aufs Bett zurück, verschied und wurde zu Ägypter« genannt.
seinem Volk versammelt. 12 Seine Söhne aber handelten so, wie er
ihnen befohlen hatte: 13 sie führten ihn
Jakobs Beerdigung im Land Kanaan ins Land Kanaan und begruben ihn in der
1Mo 47,28-31; 49,29-33
Höhle des Ackers Machpelah, die Abra-
Da fiel Joseph auf das Angesicht ham samt dem Acker als Erbbegräbnis
seines Vaters und weinte über ihm gekauft hatte von Ephron, dem Hetiter,
und küßte ihn. 2 Danach befahl Joseph gegenüber von Mamre. 14 Joseph aber
seinen Dienern, den Ärzten, daß sie sei- kehrte nach dem Begräbnis seines Vaters
nen Vater einbalsamierten; und die Ärzte wieder nach Ägypten zurück, er und seine
balsamierten Israel ein. 3 Und sie ver- Brüder und alle, die mit ihm hinaufgezo-
wendeten darauf volle 40 Tage; denn so gen waren, um seinen Vater zu begraben.
lange dauert die Einbalsamierung; aber
beweint haben ihn die Ägypter 70 Tage Josephs Bruderliebe. Gottes Plan
lang. 15 Als nun Josephs Brüder sahen, daß ihr
4 Als aber die Tage der Trauer um ihn Vater gestorben war, sprachen sie: Joseph
60 1. MOSE 50
könnte gegen uns feindselig werden und versorgen! Und er tröstete sie und redete
uns all die Bosheit vergelten, die wir an freundlich mit ihnen.
ihm verübt haben! 16 Darum ließen sie
Joseph sagen: Dein Vater befahl vor sei- Josephs letzte Tage. Sein Tod
nem Tod und sprach: 17 So sollt ihr zu 22 Und Joseph blieb in Ägypten, er und
Joseph sagen: Bitte, vergib doch deinen das Haus seines Vaters; und Joseph lebte
Brüdern die Schuld und ihre Sünde, daß 110 Jahre. 23 Und Joseph sah die Kinder
sie so Böses an dir getan haben! So vergib Ephraims bis in das dritte Glied; auch die
nun den Knechten des Gottes deines Va- Kinder Machirs, des Sohnes Manasses,
ters ihre Schuld! Da weinte Joseph, als sie saßen noch auf Josephs Knien.
ihm das sagen ließen. 24 Und Joseph sprach zu seinen Brüdern:
18 Dann gingen seine Brüder selbst hin Ich sterbe; aber Gott wird euch gewiß
und fielen vor ihm nieder und sprachen: heimsuchen und euch aus diesem Land
Siehe, wir sind deine Knechte! hinaufführen in das Land, das er Abraham,
19 Aber Joseph sprach zu ihnen: Fürchtet Isaak und Jakob zugeschworen hat. 25 Und
euch nicht! Bin ich denn an Gottes Stel- Joseph nahm einen Eid von den Söhnen
le? 20 Ihr gedachtet mir zwar Böses zu Israels und sprach: Gewißlich wird Gott
tun; aber Gott gedachte es gut zu ma- euch heimsuchen, und ihr sollt dann mei-
chen, um es so hinauszuführen, wie es ne Gebeine von hier hinaufbringen!
jetzt zutage liegt, um ein zahlreiches Volk 26 Und Joseph starb, 110 Jahre alt; und
am Leben zu erhalten. 21 So fürchtet euch man balsamierte ihn ein und legte ihn in
nun nicht; ich will euch und eure Kinder einen Sarg in Ägypten.
Das zweite Buch Mose (Exodus)
DAS VOLK ISRAEL IN ÄGYPTEN: 15 Und der König von Ägypten redete mit
UNTERDRÜCKUNG UND BEFREIUNG den hebräischen Hebammen, von de-
Kapitel 1 - 15 nen die eine Schiphra, die andere Pua
Der Sklavendienst Israels in Ägypten hieß, 16 und er sprach: Wenn ihr die
5Mo 26,5-6; Apg 7,18-19 Hebräerinnen entbindet, so seht auf der
Und dies sind die Namen der Söhne Stelle nach; wenn es ein Sohn ist, so tötet
Israels, die nach Ägypten gekommen ihn, ist es aber eine Tochter, so laßt sie
waren; sie kamen mit Jakob, jeder mit leben! 17 Aber die Hebammen fürchteten
seinem Hausa: 2 Ruben, Simeon, Levi Gott und taten nicht, was ihnen der König
und Juda; 3 Issaschar, Sebulon und Ben- von Ägypten befohlen hatte, sondern sie
jamin; 4 Dan und Naphtali, Gad und As- ließen die Knaben leben. 18 Da ließ der
ser. 5 Und die ganze Nachkommenschaft König von Ägypten die Hebammen rufen
Jakobs betrug damals 70 Seelen. Joseph und fragte sie: Warum tut ihr das, daß ihr
aber war schon [vorher] in Ägypten. die Knaben leben laßt?
6 Und Joseph starb und alle seine Brüder 19 Da antworteten die Hebammen dem
und jene ganze Generation. 7 Aber die Pharao: Nun, die hebräischen Frauen sind
Kinder Israels waren fruchtbar, regten und nicht wie die ägyptischen; sie sind leb-
mehrten sich und wurden so zahlreich, hafter; ehe die Hebamme zu ihnen
daß das Land von ihnen voll wurde. kommt, haben sie geboren! 20 Und Gott
8 Da kam ein neuer König auf über segnete die Hebammen; das Volk aber
Ägypten, der nichts von Joseph wußte. vermehrte sich und nahm gewaltig zu.
9 Der sprach zu seinem Volk: Siehe, 21 Und es geschah, weil die Hebammen
das Volk der Kinder Israels ist zahlrei- Gott fürchteten, baute er ihnen Häuser.c
cher und stärker als wir. 10 Wohlan, laßt 22 Da gebot der Pharao seinem ganzen
uns kluge Maßnahmen gegen sie ergrei- Volk und sprach: Werft alle Söhne, die [ih-
fen, daß sie nicht zu viele werden; sie nen] geboren werden, in den Nil; aber
könnten sonst, wenn sich ein Krieg er- alle Töchter laßt leben!
hebt, womöglich zu unseren Feinden
übergehen und gegen uns kämpfen und Moses Geburt und Bewahrung
Apg 7,20-22; Hebr 11,23
aus dem Land ziehen.
11 Darum setzte man Sklaventreiber über Und ein Mann aus dem Haus Levi
sie, um sie durch Lastenb zu bedrücken; ging hin und nahm eine Tochter Levis
und sie bauten dem Pharao die Vorrats- zur Frau. 2 Und die Frau wurde schwan-
städte Pitom und Ramses. 12 Je mehr sie ger und gebar einen Sohn. Und als sie
aber [das Volk] bedrückten, desto zahl- sah, daß er schön war, verbarg sie ihn
reicher wurde es, und desto mehr breite- drei Monate lang. 3 Als sie ihn aber nicht
te es sich aus, so daß ihnen vor den Kin- länger verbergen konnte, nahm sie ein
dern Israels graute. 13 Darum zwangen Kästchen aus Schilfrohr und bestrich es
die Ägypter die Kinder Israels mit Gewalt mit Asphalt und Pech und legte das Kind
zum Dienst, 14 und sie machten ihnen hinein; und sie legte es in das Schilf am
das Leben bitter mit harter Zwangsarbeit Ufer des Nils. 4 Aber seine Schwester stell-
an Lehm und Ziegeln und mit allerlei te sich in einiger Entfernung auf, um zu
Feldarbeit, lauter Arbeiten, zu denen man erfahren, wie es ihm ergehen würde.
sie mit Gewalt zwang. 5 Da kam die Tochter des Pharao herab,

a (1,1) d.h. mit seiner Familie und der Dienerschaft, c (1,21) d.h. er schenkte ihnen Familien und reiche
die zur Hausgemeinschaft gehörte. Nachkommenschaft (vgl. 2Sam 7,11.27).
b (1,11) d.h. durch schwere Zwangsarbeit.
62 2. MOSE 2.3
um im Nil zu baden, und ihre Jungfrau- Midian hatte sieben Töchter; die kamen,
en gingen an das Ufer des Nils; und als sie um Wasser zu schöpfen, und füllten die
das Kästchen mitten im Schilf sah, sandte Tränkrinnen, um die Schafe ihres Vaters zu
sie ihre Magd hin und ließ es holen. 6 Und tränken. 17 Da kamen Hirten und jagten
als sie es öffnete, sah sie das Kind. Und sie fort. Aber Mose erhob sich und kam ih-
siehe, es war ein weinendes Knäblein! Da nen zu Hilfe und tränkte ihre Schafe.
erbarmte sie sich über es und sprach: Es 18 Und als sie zu ihrem Vater Reguel ka-
ist eines der hebräischen Kinder! men, sprach er: Warum seid ihr heute so
7 Da sprach seine Schwester zu der Toch- bald wiedergekommen? 19 Sie sprachen:
ter des Pharao: Soll ich hingehen und Ein ägyptischer Mann hat uns aus der
eine hebräische Amme rufen, damit sie Hand der Hirten gerettet, und er schöpfte
dir das Kindlein stillt? uns auch Wasser genug und tränkte die
8 Und die Tochter des Pharao sprach zu Schafe! 20 Er sprach zu seinen Töchtern:
ihr: Geh hin! Da ging die Jungfrau hin und Und wo ist er? Warum habt ihr den Mann
rief die Mutter des Kindes. 9 Da sprach dort gelassen? Ruft ihn her, daß er [mit
die Tochter des Pharao zu ihr: Nimm das uns] Brot ißt!
Kindlein mit und stille es mir; ich will dir 21 Und Mose willigte ein, bei dem Mann zu
deinen Lohn geben! Da nahm die Frau bleiben; und der gab Mose seine Tochter
das Kind zu sich und stillte es. 10 Und als Zippora zur Frau. 22 Und sie gebar einen
das Kind groß geworden war, da brachte Sohn, dem gab er den Namen Gersom;
sie es der Tochter des Pharao, und es wur- denn er sprach: Ich bin ein Fremdling ge-
de ihr Sohn, und sie gab ihm den Namen worden in einem fremden Land!
Mose. Denn sie sprach: Ich habe ihn aus 23 Aber viele Tage danach starb der König
dem Wasser gezogen. von Ägypten. Und die Kinder Israels seufz-
ten über ihre Knechtschaft und schrieen.
Moses Flucht nach Midian Und ihr Geschrei über ihre Knechtschaft
Apg 7,23-29; Hebr 11,24-26
kam vor Gott. 24 Und Gott erhörte ihr
11 Es geschah aber zu der Zeit, als Mose er- Wehklagen, und Gott gedachte an sei-
wachsen geworden war, da ging er hinaus nen Bund mit Abraham, Isaak und Ja-
zu seinen Brüdern und sah ihre Lasten; kob. 25 Und Gott sah auf die Kinder Isra-
und er sah, daß ein Ägypter einen Hebräer els, und Gott nahm sich ihrer an.
schlug, einen seiner Brüder. 12 Da schaute
er sich nach allen Seiten um, und als er sah, Der brennende Busch. Moses Berufung
Apg 7,30-34; 2Mo 6,2-8
daß kein Mensch anwesend war, erschlug
er den Ägypter und verscharrte ihn im Mose aber hütete die Schafe Jethros,
Sand. 13 Am zweiten Tag ging er auch hin- seines Schwiegervaters, des Priesters
aus, und siehe, zwei hebräische Männer in Midian. Und er trieb die Schafe über
stritten miteinander, und er sprach zu dem die Wüste hinaus und kam an den Berg
Schuldigen: Warum schlägst du deinen Gottes, den Horeb. 2 Und der Engel des
Nächsten? HERRN erschien ihm in einer Feuerflam-
14 Er aber sprach: Wer hat dich zum Ober- me mitten aus dem Dornbusch. Und als
sten und Richter über uns gesetzt? Willst er hinsah, siehe, da brannte der Dorn-
du mich auch töten, wie du den Ägypter busch im Feuer, und der Dornbusch wur-
getötet hast? Da fürchtete sich Mose und de doch nicht verzehrt. 3 Da sprach Mose:
sprach: Wahrlich, die Sache ist bekannt Ich will doch hinzutreten und diese große
geworden! Erscheinung ansehen, warum der Dorn-
15 Und es kam vor den Pharao, und der busch nicht verbrennt!
trachtete danach, Mose umzubringen. Aber 4 Als aber der HERR sah, daß er hinzutrat,
Mose floh vor dem Pharao und hielt sich um zu schauen, rief ihm Gott mitten aus
im Land Midian auf. Und er setzte sich dem Dornbusch zu und sprach: Mose,
an einen Brunnen. 16 Aber der Priester in Mose! Er antwortete: Hier bin ich!
2. MOSE 3.4 63
5 Da sprach er: Tritt nicht näher heran! Zie- 15 Und weiter sprach Gott zu Mose: So
he deine Schuhe aus von deinen Füßen; sollst du zu den Kindern Israels sagen:
denn der Ort, wo du stehst, ist heiliges Der HERR, der Gott eurer Väter, der Gott
Land! 6 Und er sprach: Ich bin der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott
deines Vaters, der Gott Abrahams, der Jakobs, hat mich zu euch gesandt; das ist
Gott Isaaks und der Gott Jakobs! Da mein Name ewiglich, ja, das ist der Name,
verbarg Mose sein Angesicht; denn er mit dem ihr an mich gedenken sollt von
fürchtete sich, Gott anzuschauen. Geschlecht zu Geschlecht.
7 Und der HERR sprach: Ich habe das Elend 16 Geh hin und versammle die Ältesten von
meines Volkes in Ägypten gesehen, und Israel und sprich zu ihnen: Der HERR, der
ich habe ihr Geschrei gehört über die, Gott eurer Väter, der Gott Abrahams, Isaaks
welche sie antreiben; ja, ich kenne ihre und Jakobs, ist mir erschienen und hat ge-
Schmerzen. 8 Und ich bin herabgekom- sagt: Ich habe genau achtgegeben auf euch
men, um sie zu erretten aus der Hand und auf das, was euch in Ägypten gesche-
der Ägypter und sie aus diesem Land zu hen ist, 17 und ich habe gesagt: Ich will euch
führen in ein gutes und weites Land, in aus dem Elend Ägyptens herausführen in
ein Land, in dem Milch und Honig fließt, das Land der Kanaaniter, Hetiter, Amoriter,
an den Ort der Kanaaniter, Hetiter, Amo- Pheresiter, Hewiter und Jebusiter, in das
riter, Pheresiter, Hewiter und Jebusiter. Land, in dem Milch und Honig fließt.
9 Und nun siehe, das Geschrei der Kinder 18 Und wenn sie auf dich hören, so sollst du
Israels ist vor mich gekommen, und ich und die Ältesten von Israel zum König von
habe auch ihre Bedrängnis gesehen, wie Ägypten hineingehen und zu ihm sagen:
die Ägypter sie bedrücken. 10 So geh nun Der HERR, der Gott der Hebräer, ist uns be-
hin! Denn ich will dich zu dem Pharao gegnet. So laß uns nun drei Tagereisen weit
senden, damit du mein Volk, die Kinder in die Wüste gehen, damit wir dem HERRN,
Israels, aus Ägypten führst! unserem Gott, Opfer darbringen! 19 Aber
11 Mose aber sprach zu Gott: Wer bin ich, ich weiß, daß euch der König von Ägypten
daß ich zum Pharao gehen, und daß ich nicht ziehen lassen wird, auch nicht durch
die Kinder Israels aus Ägypten führen eine starke Hand. 20 Aber ich werde meine
sollte? 12 Da sprach er: Ich will mit dir Hand ausstrecken und Ägypten schlagen
sein; und dies soll dir das Zeichen sein, mit allen meinen Wundertaten, die ich in
daß ich dich gesandt habe: Wenn du das seiner Mitte tun will; danach wird er euch
Volk aus Ägypten geführt hast, werdet ihr ziehen lassen.
an diesem Berg Gott dienen! 21 Und ich will diesem Volk Gunst ver-
schaffen bei den Ägyptern, so daß ihr
Gottes Selbstoffenbarung nicht leer ausziehen müßt, wenn ihr aus-
und Auftrag an Mose zieht; 22 sondern die Frau eines jeden [von
13 Und Mose sprach zu Gott: Siehe, wenn euch] soll von ihrer Nachbarin und Haus-
ich zu den Kindern Israels komme und genossin silberne und goldene Geräte und
zu ihnen sage: Der Gott eurer Väter hat Kleider fordern; die sollt ihr euren Söhnen
mich zu euch gesandt!, und sie mich fra- und Töchtern geben und Ägypten berau-
gen werden: Was ist sein Name? — was ben.
soll ich ihnen sagen?
14 Gott sprach zu Mose: »Ich bin, der ich
Moses Widerstreben gegen Gottes Auftrag
Jer 1,4-9
bin!«a Und er sprach: So sollst du zu den
Kindern Israels sagen: »Ich bin«, der hat Und Mose antwortete und sprach:
mich zu euch gesandt. Aber siehe, sie werden mir nicht glau-

a (3,14) Der hebräische Name des Gottes Israels (in dieser Übersetzung mit HERR wiedergegeben; wahrscheinlich
lautete er »Jahweh«) beruht auf dem hebr. Wort hawa »sein, existieren«; von daher die Wendung »Ich bin, der ich
bin« (vgl. auch das Ich bin in Joh 8,58 u.a.).
64 2. MOSE 4
ben und nicht auf mich hören, sondern hend oder blind? Bin ich es nicht, der
sagen: Der HERR ist dir nicht erschienen! HERR? 12 So geh nun hin: Ich will mit dei-
2 Da sprach der HERR zu ihm: Was hast du nem Mund sein und dich lehren, was du
in deiner Hand? Er antwortete: Einen Stab! sagen sollst!«
3 Da sprach er: Wirf ihn auf die Erde! Und er 13 Da erwiderte Mose: Bitte, Herr, sende
warf ihn auf die Erde; da wurde er zu einer doch, wen du senden willst!
Schlange. Und Mose floh vor ihr. 4 Aber 14 Da wurde der HERR sehr zornig über
der HERR sprach zu Mose: »Strecke deine Mose und sprach: »Weiß ich denn nicht,
Hand aus und ergreife sie beim Schwanz!« daß dein Bruder Aaron, der Levit, gut re-
Da streckte er seine Hand aus und ergriff den kann? Und siehe, er zieht dir ent-
sie. Und sie wurde zum Stab in seiner gegen, und wenn er dich sieht, so wird
Hand. 5 »Darum werden sie glauben, daß er sich von Herzen freuen. 15 Du sollst
der HERR dir erschienen ist, der Gott ihrer zu ihm reden und ihm die Worte in den
Väter, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks Mund legen; so will ich mit deinem Mund
und der Gott Jakobs.« und mit seinem Mund sein und euch leh-
6 Und der HERR sprach weiter zu ihm: ren, was ihr tun sollt. 16 Und er soll für
»Stecke doch deine Hand in deinen Ge- dich zum Volk reden und soll dein Mund
wandbausch!« Da steckte er seine Hand sein, und du sollst für ihn an Gottes Stel-
in seinen Gewandbausch; und als er sie le sein.a 17 Und nimm diesen Stab in dei-
herauszog, siehe, da war seine Hand aus- ne Hand, mit dem du die Zeichen tun
sätzig wie Schnee. sollst!«
7 Und er sprach: »Stecke deine Hand wie-
der in deinen Gewandbausch!« Und er Mose kehrt nach Ägypten zurück
steckte seine Hand wieder in seinen Ge- 18 Da ging Mose hin und kam zurück
wandbausch; und als er sie aus seinem zu Jethro, seinem Schwiegervater, und
Gewandbausch herauszog, siehe, da war sprach zu ihm: Laß mich doch gehen und
sie wieder geworden wie sein [übriges] zu meinen Brüdern zurückkehren, die in
Fleisch. Ägypten sind, und sehen, ob sie noch le-
8 »Wenn sie dir nun nicht glauben und ben! Und Jethro sprach zu Mose: Geh hin
nicht auf die Botschaft des ersten Zei- in Frieden!
chens hören, so werden sie doch der 19 Und der HERR sprach zu Mose in Midi-
Botschaft des zweiten Zeichens glauben. an: Geh nach Ägypten zurück; denn die
9 Wenn sie aber auch diesen beiden Zei- Leute sind alle tot, die nach deinem Le-
chen nicht glauben und nicht auf deine ben trachteten! 20 So nahm Mose seine
Stimme hören, so nimm Wasser aus dem Frau und seine Söhne und ließ sie auf ei-
Nil und gieße es auf das trockene Land; so nem Esel reiten und zog wieder in das
wird das Wasser, das du aus dem Nil ge- Land Ägypten. Mose nahm auch den Stab
nommen hast, auf dem trockenen Land Gottes in seine Hand.
zu Blut werden.« 21 Und der HERR sprach zu Mose: Wenn
10 Mose aber sprach zum HERRN: Ach du wieder nach Ägypten kommst, so ach-
mein Herr, ich bin kein Mann, der reden te darauf, daß du vor dem Pharao all die
kann; ich bin es von jeher nicht gewe- Wunder tust, die ich in deine Hand gege-
sen, und bin es auch jetzt nicht, seitdem ben habe. Ich aber will sein Herz verstok-
du mit deinem Knecht geredet hast; denn ken, daß er das Volk nicht ziehen lassen
ich habe einen schwerfälligen Mund und wird. 22 Und du sollst zum Pharao sagen:
eine schwere Zunge! So spricht der HERR: »Israel ist mein erst-
11 Da sprach der HERR zu ihm: »Wer hat geborener Sohn; 23 darum sage ich dir:
dem Menschen den Mund gemacht? Oder Laß meinen Sohn ziehen, damit er mir
wer macht ihn stumm oder taub oder se- dient; wenn du dich aber weigern wirst,

a (4,16) od. zum Gott sein; d.h. höchste Autorität wie Gott.
2. MOSE 4.5 65
ihn ziehen zu lassen, siehe, so werde ich 4 Da sprach der König von Ägypten zu ih-
deinen eigenen erstgeborenen Sohn um- nen: Mose und Aaron, warum zieht ihr
bringen!« das Volk von ihren Pflichten ab? Geht hin
24 Es geschah aber, als er unterwegs in der an eure Lasten! 5 Weiter sprach der Pha-
Herberge war, da trat ihm der HERR entge- rao: Siehe, es ist schon zuviel Volk im
gen und wollte ihn töten. 25 Da nahm Zip- Land; und ihr wollt sie noch von ihren
pora einen scharfen Stein und beschnitt Lasten [ausruhen und] feiern lassen?
ihrem Sohn die Vorhaut und warf sie ihm 6 Und der Pharao gab an demselben Tag
vor die Füße und sprach: Fürwahr, du bist den Treibern des Volkes und seinen Auf-
mir ein Blutbräutigam! 26 Da ließ Er von sehern Befehl und sprach: 7 Ihr sollt dem
ihm ab. Sie sagte aber »Blutbräutigam« Volk kein Stroh mehr geben zum Zie-
wegen der Beschneidung.a gelstreichen wie gestern und vorgestern.
27 Und der HERR sprach zu Aaron: Geh Laßt sie selbst hingehen und sich Stroh
hin, Mose entgegen in die Wüste! Da ging zusammensuchen! 8 Ihr sollt ihnen aber
er hin und traf ihn am Berg Gottes und dennoch die bestimmte Zahl Ziegel aufer-
küßte ihn. 28 Und Mose verkündete Aa- legen, die sie gestern und vorgestern ge-
ron alle Worte des HERRN, der ihn gesandt macht haben, und davon nichts nachlas-
hatte, auch alle Zeichen, die er ihm be- sen; denn sie sind faul. Darum schreien sie
fohlen hatte. und sprechen: Wir wollen hingehen und
29 Da gingen Mose und Aaron hin und unserem Gott Opfer darbringen! 9 Schwer
versammelten alle Ältesten der Kinder soll die Arbeit auf den Leuten lasten, so
Israels. 30 Und Aaron redete alle Worte, daß sie damit zu schaffen haben und
die der HERR zu Mose gesprochen hatte; nicht auf trügerische Worte achten!
und er tat die Zeichen vor den Augen des 10 Da gingen die Treiber des Volkes und
Volkes. 31 Da glaubte das Volk. Und als sie seine Aufseher hinaus, redeten mit dem
hörten, daß der HERR sich der Kinder Is- Volk und sprachen: So spricht der Pharao:
raels angenommen und ihr Elend ange- »Ich gebe euch kein Stroh mehr; 11 geht
sehen habe, da neigten sie sich und bete- ihr selbst hin, holt euch Stroh, wo ihr
ten an. es findet, aber von eurem Tagewerk wird
euch nichts erlassen!« 12 Da zerstreute
Mose und Aaron vor dem Pharao sich das Volk im ganzen Land Ägypten,
2Mo 3,18-19
um Stoppeln zu sammeln, damit sie ge-
Danach gingen Mose und Aaron hin- hacktes Stroh hätten. 13 Und die Treiber
ein und sagten zu dem Pharao: So trieben sie an und sprachen: Erfüllt euer
spricht der HERR, der Gott Israels: Laß bestimmtes Tagewerk, wie [zuvor], als ihr
mein Volk ziehen, damit es mir in der noch Stroh hattet! 14 Und die Aufseher
Wüste ein Fest hält! der Kinder Israels, welche die Treiber des
2 Der Pharao antwortete: Wer ist der HERR, Pharao über sie gesetzt hatten, wurden
daß ich auf seine Stimme hören sollte, geschlagen, und es wurde zu ihnen ge-
um Israel ziehen zu lassen? Ich kenne den sagt: Warum habt ihr weder heute noch
HERRN nicht, und ich will Israel auch nicht gestern euer Maß an Ziegeln erfüllt wie
ziehen lassen! zuvor?
3 Und sie sprachen: Der Gott der Hebräer 15 Da gingen die Aufseher der Kinder
ist uns begegnet; wir wollen drei Tagerei- Israels hinein und schrieen zu dem
sen weit in die Wüste ziehen und dem Pharao und sprachen: Warum behan-
HERRN, unserem Gott, Opfer darbringen, delst du deine Knechte so? 16 Man gibt
damit er uns nicht mit der Pest oder mit deinen Knechten kein Stroh und spricht
dem Schwert schlägt! zu uns: Macht die Ziegel! Und siehe, dei-

a (4,26) Offenkundig hatte es Mose versäumt, seine Söhne gemäß dem Gebot Gottes beschneiden zu lassen (vgl.
1Mo 17,14).
66 2. MOSE 5.6
ne Knechte werden geschlagen; dein Volk HERR, und ich will euch aus den Lasten
versündigt sich! Ägyptens herausführen und will euch aus
17 Er aber sprach: Ihr seid faul, faul ihrer Knechtschaft erretten und will euch
seid ihr! Darum sprecht ihr: Wir wollen erlösen durch einen ausgestreckten Arm
hingehen und dem HERRN Opfer darbrin- und durch große Gerichte. 7 Und ich will
gen! 18 So geht nun hin, arbeitet; Stroh euch als mein Volk annehmen und will
soll man euch nicht geben, aber die be- euer Gott sein; und ihr sollt erkennen, daß
stimmte Anzahl Ziegel sollt ihr liefern! ich, der HERR, euer Gott bin, der euch aus
19 Da sahen die Aufseher der Kinder Isra- den Lasten Ägyptens herausführt. 8 Und
els, daß es mit ihnen schlimm stand, weil ich will euch in das Land bringen, um des-
man sagte: Ihr sollt nichts nachlassen von sentwillen ich meine Hand [zum Schwur]
der Zahl der Ziegel, die ihr täglich zu lie- erhoben habe, daß ich es Abraham, Isaak
fern habt! 20 Und als sie von dem Pharao und Jakob gebe. Das will ich euch zum
hinausgingen, trafen sie Mose und Aa- Besitz geben, ich, der HERR.
ron an, die dort standen und auf sie war- 9 Und Mose sagte dies den Kindern Is-
teten. 21 Da sprachen sie zu ihnen: Der raels. Sie aber hörten nicht auf ihn vor
HERR sehe auf euch und richte es, daß ihr Mißmut und harter Arbeit.
uns verhaßt gemacht habt vor dem Pha- 10 Da redete der HERR mit Mose und
rao und seinen Knechten und ihnen das sprach: 11 Geh hinein, sage dem Pharao,
Schwert in die Hand gegeben habt, um dem König von Ägypten, daß er die Kin-
uns zu töten! der Israels aus seinem Land ziehen las-
22 Da wandte sich Mose an den HERRN sen soll!
und sprach: Herr, warum läßt du dein 12 Mose aber redete vor dem HERRN und
Volk so schlecht behandeln? Warum hast sprach: Siehe, die Kinder Israels hören
du mich hergesandt? 23 Denn seitdem nicht auf mich; wie sollte denn der Pha-
ich hineingegangen bin zum Pharao, um rao auf mich hören? Dazu habe ich unbe-
in deinem Namen zu reden, hat er dieses schnittene Lippen!
Volk schlecht behandelt, und du hast dein 13 So redete der HERR mit Mose und Aa-
Volk gar nicht errettet! ron und gab ihnen Befehl an die Kinder
Israels und an den Pharao, den König von
Gott ermutigt Mose Ägypten, daß sie die Kinder Israels aus
Da sprach der HERR zu Mose: Nun dem Land Ägypten führen sollten.
sollst du sehen, was ich dem Pharao
tun will! Denn durch eine starke Hand Das Geschlechtsregister Moses und Aarons
1Mo 46,8-11; 4Mo 26,5-14; 26,57-62
gezwungen wird er sie ziehen lassen, und
durch eine starke Hand gezwungen wird 14 Dies sind die Häupter ihrer Vaterhäu-
er sie aus seinem Land treiben. ser: Die Söhne Rubens, des erstgebore-
2 Und Gott redete mit Mose und sprach zu nen Sohnes Israels, sind diese: Hanoch
ihm: Ich bin der HERR; 3 ich bin Abraham, und Pallu, Hezron und Karmi. Das sind
Isaak und Jakob erschienen als »Gott, der die Geschlechter von Ruben.
Allmächtige«; aber mit meinem Namen 15 Die Söhne Simeons sind diese: Jemuel
»HERR« habe ich mich ihnen nicht geof- und Jamin und Ohad und Jachim und Zo-
fenbart. 4 Auch habe ich meinen Bund har und Saul, der Sohn der kanaanäischen
mit ihnen aufgerichtet, daß ich ihnen das Frau. Das sind die Geschlechter Sime-
Land Kanaan geben will, das Land ihrer ons.
Fremdlingschaft, in dem sie Fremdlinge 16 Dies sind die Namen der Söhne Levis
gewesen sind. 5 Und ich habe auch das nach ihren Geschlechtern: Gerson und
Seufzen der Kinder Israels gehört, weil Kahat und Merari; und Levi wurde 137
die Ägypter sie zu Knechten machen, und Jahre alt.
habe an meinen Bund gedacht. 6 Darum 17 Die Söhne Gersons sind diese: Libni
sage den Kindern Israels: Ich bin der und Simei nach ihren Geschlechtern.
2. MOSE 6.7 67
18 Die Söhne Kahats sind diese: Amram gesetzt, und dein Bruder Aaron soll dein
und Jizhar und Hebron und Ussiel. Und Prophetb sein. 2 Du sollst alles reden, was
Kahat wurde 133 Jahre alt. ich dir gebieten werde, und dein Bruder
19 Die Söhne Meraris sind diese: Machli Aaron soll es dem Pharao sagen, daß er
und Muschi. Das sind die Geschlechter die Kinder Israels aus seinem Land zie-
Levis nach ihrer Abstammung. hen lassen soll. 3 Aber ich will das Herz
20 Und Amram nahm Jochebed, die des Pharao verhärten, damit ich meine
Schwester seines Vaters, zur Frau, die ge- Zeichen und Wunder im Land Ägypten
bar ihm Aaron und Mose. Und Amram zahlreich werden lasse. 4 Und der Pha-
wurde 137 Jahre alt. rao wird nicht auf euch hören, so daß ich
21 Die Söhne Jizhars sind diese: Korah meine Hand an Ägypten legen und mein
und Nepheg und Sichri. 22 Die Söhne Us- Heer, mein Volk, die Kinder Israels, durch
siels sind diese: Misael und Elzaphan und große Gerichte aus dem Land Ägypten
Sitri. führen werde. 5 Und die Ägypter sollen
23 Aaron aber nahm Eliseba zur Frau, erfahren, daß ich der HERR bin, wenn
die Tochter Amminadabs, die Schwester ich meine Hand über Ägypten ausstrek-
Nachschons; die gebar ihm Nadab und ke und die Kinder Israels herausführe aus
Abihu, Eleasar und Itamar. ihrer Mitte.
24 Die Söhne Korahs sind diese: Assir und 6 Und Mose und Aaron handelten genau
Elkana und Abiasaph. Das sind die Ge- so; wie ihnen der HERR geboten hatte, ge-
schlechter der Korahiter. nau so handelten sie. 7 Und Mose war 80
25 Eleasar aber, der Sohn Aarons, nahm Jahre alt und Aaron 83 Jahre alt, als sie zu
sich eine Frau von den Töchtern Putiels, dem Pharao redeten.
die gebar ihm Pinehas. Das sind die 8 Und der HERR sprach zu Mose und Aaron:
Häupter unter den Vätern der Leviten 9 Wenn der Pharao zu euch sagen wird:
nach ihren Geschlechtern. Tut ein Zeichen, um euch auszuweisen!,
26 Das ist jener Aaron und jener Mose, zu so sollst du zu Aaron sagen: Nimm deinen
denen der HERR sprach: Führt die Kinder Stab und wirf ihn vor den Pharao hin! —
Israels nach ihren Heerscharen aus dem dann wird er zur Schlange werden.
Land Ägypten! 27 Sie sind es, die mit dem 10 Da gingen Mose und Aaron zum Pha-
Pharao, dem König von Ägypten, rede- rao und handelten genau so, wie der HERR
ten, um die Kinder Israels aus Ägypten es ihnen geboten hatte. Und Aaron warf
herauszuführen, jener Mose und jener seinen Stab vor den Pharao und vor
Aaron. seine Knechte hin, und er wurde zur
Schlange. 11 Da rief der Pharao die Wei-
Gott sendet Mose und Aaron zum Pharao sen und Zauberkundigen. Und auch die
28 Und es geschah an demselben Tag, an ägyptischen Zauberer taten dasselbe mit
dem der HERR mit Mose im Land Ägypten ihren Zauberkünsten. 12 Und jeder warf
redete, 29 da sprach der HERR zu Mose: seinen Stab hin, und es wurden Schlan-
Ich bin der HERR, rede zum Pharao, dem gen daraus; aber Aarons Stab verschlang
König von Ägypten, alles, was ich dir ihre Stäbe. 13 Doch das Herz des Pharao
sage! verstockte sich, und er hörte nicht auf sie,
30 Und Mose antwortete vor dem HERRN: so wie der HERR es gesagt hatte.
Siehe, ich habe unbeschnittene Lippen,
wie sollte da der Pharao auf mich hören? Die erste Plage: Wasser wird zu Blut
Ps 105,26-27.29; 78,44; Offb 8,8-9; 16,3-6
Und der HERR sprach zu Mose: Siehe, 14 Und der HERR sprach zu Mose: Das
ich habe dich dem Pharao zum Gotta Herz des Pharao ist verstockt; er weigert

a (7,1) od. an Gottes Stelle / zum obersten Richter (hebr. b (7,1) d.h. der bevollmächtigte Verkünder deiner Worte.
elohim).
68 2. MOSE 7.8
sich, das Volk ziehen zu lassen. 15 Geh Die zweite Plage: Frösche
am Morgen hin zum Pharao; siehe, er Ps 78,45; 105,30; Offb 16,13
wird hinaus ans Wasser gehen; tritt ihm 26 Und der HERR sprach zu Mose: Geh hin-
entgegen am Ufer des Nils und nimm ein zum Pharao und sprich zu ihm: So
den Stab in deine Hand, der zur Schlange spricht der HERR: Laß mein Volk ziehen,
geworden ist, 16 und sprich zu ihm: Der damit es mir dient! 27 Wenn du dich aber
HERR, der Gott der Hebräer, hat mich zu weigerst, es ziehen zu lassen, siehe, so
dir gesandt, um dir zu sagen: Laß mein will ich dein ganzes Gebiet mit Fröschen
Volk ziehen, damit es mir in der Wüste plagen, 28 und der Nil wird von Fröschen
dient! Aber siehe, du hast bisher nicht wimmeln; die sollen heraufkommen in
hören wollen. 17 Darum, so spricht der dein Haus und in deine Schlafkammer
HERR: Daran sollst du erkenenn, daß ich und auf dein Bett; auch in die Häuser
der HERR bin: Siehe, ich will mit dem Stab, deiner Knechte, unter dein Volk, in deine
den ich in meiner Hand habe, das Was- Backöfen und in deine Backtröge; 29 und
ser schlagen, das im Nil ist, und es soll die Frösche sollen auf dich und auf dein
in Blut verwandelt werden, 18 so daß die Volk und auf alle deine Knechte krie-
Fische im Nil sterben müssen und der chen.
Nil stinken wird; und es wird die Ägypter
ekeln, das Wasser aus dem Nil zu trin- Und der HERR sprach zu Mose: Sage
ken. zu Aaron: Strecke deine Hand und
19 Und der HERR sprach zu Mose: Sage deinen Stab aus über die Nilarme, über
zu Aaron: Nimm deinen Stab und strek- die Kanäle und Sümpfe, und laß Frösche
ke deine Hand aus über die Wasser in über das Land Ägypten kommen!
Ägypten, über seine Nilarme, über seine 2 Und Aaron streckte seine Hand über
Kanäle und über seine Sümpfe und über die Wasser in Ägypten; und die Frösche
alle Wasserbecken, daß sie zu Blut wer- kamen herauf und bedeckten das Land
den und daß im ganzen Land Ägypten Ägypten. 3 Und die Zauberer taten dassel-
Blut sei, selbst in den hölzernen und stei- be mit ihren Zauberkünsten und ließen
nernen [Gefäßen]. Frösche über das Land Ägypten kom-
20 Und Mose und Aaron machten es so, men.
wie es ihnen der HERR geboten hatte. Und 4 Da rief der Pharao Mose und Aaron
er erhob den Stab und schlug vor dem und sprach: Bittet den HERRN, daß er die
Pharao und seinen Knechten das Wasser, Frösche von mir nimmt und von mei-
das im Nil war; da wurde alles Wasser im nem Volk, so will ich das Volk ziehen las-
Nil in Blut verwandelt. 21 Und die Fische sen, damit es dem HERRN Opfer darbrin-
im Nil starben, und der Nil wurde stin- gen kann!
kend, so daß die Ägypter das Nilwasser 5 Und Mose sprach zum Pharao: Du sollst
nicht trinken konnten; und das Blut war die Ehre haben, zu bestimmen, auf wann
im ganzen Land Ägypten. ich für dich, für deine Knechte und für
22 Aber die ägyptischen Zauberer taten dein Volk erbitten soll, daß die Frösche
dasselbe mit ihren Zauberkünsten. Und von dir und deinen Häusern vertrieben
so verstockte sich das Herz des Pharao, werden und nur im Nil bleiben.
und er hörte nicht auf sie, so wie der HERR 6 Er sprach: Auf morgen! Da sprach
es gesagt hatte. 23 Und der Pharao wand- Mose: Wie du gesagt hast; damit du
te sich um und ging heim und nahm sich erfährst, daß niemand ist wie der HERR,
auch das nicht zu Herzen. 24 Aber alle unser Gott! 7 So sollen die Frösche von
Ägypter gruben um den Nil herum nach dir und von deinen Häusern, von dei-
Trinkwasser; denn das Nilwasser konn- nen Knechten und von deinem Volk ge-
ten sie nicht trinken. 25 Und das währte nommen werden; nur im Nil sollen sie
sieben Tage lang, nachdem der HERR den bleiben.
Nil geschlagen hatte. 8 So gingen Mose und Aaron vom Pharao
2. MOSE 8 69
weg; und Mose schrie zum HERRN wegen 18 Und ich will an demselben Tag etwas
der Frösche, die er dem Pharao auferlegt Besonderes tun mit dem Land Gosen,
hatte. 9 Und der HERR handelte so, wie wo mein Volk wohnt, so daß dort keine
Mose gesagt hatte; und die Frösche star- Hundsfliegen sein sollen, damit du er-
ben in den Häusern, in den Höfen und kennst, daß ich, der HERR, inmitten des
auf dem Feld. 10 Und sie häuften sie zu- Landes bin. 19 So will ich ein [Zeichen der]
sammen, hier einen Haufen und dort Erlösung setzen zwischen meinem und
einen Haufen; und das Land stank da- deinem Volk. Morgen soll das Zeichen ge-
von. 11 Als aber der Pharao sah, daß er schehen.
Luft bekommen hatte, verstockte er sein 20 Und der HERR handelte so. Und eine
Herz und hörte nicht auf sie, so wie der Menge Hundsfliegen kamen in das Haus
HERR es gesagt hatte. des Pharao und in die Häuser seiner
Knechte, ja, über das ganze Land Ägypten;
Die dritte Plage: Mücken und das Land wurde von den Hundsflie-
Ps 105,31
gen verseucht.
12 Da sprach der HERR zu Mose: Sage zu Aa- 21 Da rief der Pharao Mose und Aaron zu
ron: Strecke deinen Stab aus und schlage sich und sprach: Geht hin, opfert eurem
den Staub auf der Erde, daß er zu Mücken Gott in diesem Land! 22 Mose sprach: Das
werde im ganzen Land Ägypten! 13 Und schickt sich nicht, daß wir so etwas tun;
sie handelten genau so. Und Aaron streck- denn wir würden dem HERRN, unserem
te seine Hand aus mit seinem Stab und Gott opfern, was den Ägyptern ein Greu-
schlug in den Staub auf der Erde, und el ist! Siehe, wenn wir dann vor den Au-
die Mücken kamen über die Menschen gen der Ägypter opferten, was ihnen ein
und über das Vieh; der ganze Staub der Greuel ist, würden sie uns nicht steini-
Erde wurde zu Mücken im ganzen Land gen? 23 Drei Tagereisen weit wollen wir in
Ägypten. 14 Die Zauberer aber versuchten die Wüste ziehen und dem HERRN, unse-
mit ihren Zauberkünsten auch Mücken rem Gott, Opfer darbringen, so wie er es
hervorzubringen; aber sie konnten es uns befehlen wird.
nicht. Und die Mücken kamen über die 24 Da sprach der Pharao: Ich will euch
Menschen und das Vieh. ziehen lassen, damit ihr dem HERRN,
15 Da sprachen die Zauberer zum Pharao: eurem Gott, in der Wüste Opfer dar-
Das ist der Finger Gottes! Aber das Herz bringt; aber zieht ja nicht weiter! Bittet
des Pharao war verstockt, so daß er nicht für mich! 25 Mose aber erwiderte: Sie-
auf sie hörte, wie der HERR es gesagt hatte. he, ich gehe hinaus von dir und will
den HERRN bitten, daß die Hundsfliegen
Die vierte Plage: Hundsfliegen morgen vom Pharao, von seinen Knech-
Ps 78,45; 105,31
ten und von seinem Volk genommen
16 Da sprach der HERR zu Mose: Mache werden; nur möge der Pharao uns nicht
dich morgen früh auf und tritt zum Pha- mehr täuschen, indem er das Volk doch
rao — siehe, er wird ans Wasser gehen! nicht ziehen läßt, damit es dem HERRN
— und sprich zu ihm: So spricht der Opfer darbringt!
HERR: Laß mein Volk ziehen, damit es mir 26 Und Mose ging hinaus vom Pharao und
dient! 17 Denn wenn du mein Volk nicht betete zu dem HERRN. 27 Und der HERR
ziehen läßt, siehe, so will ich über dich handelte nach dem Gebet Moses, und er
und über deine Knechtea und über dein ließ die Hundsfliegen vom Pharao, von sei-
Volk und über deine Häuser Hundsflie- nen Knechten und von seinem Volk wei-
gen kommen lassen, daß die Häuser der chen, so daß nicht eine übrigblieb. 28 Aber
Ägypter und das Feld, auf dem sie sind, der Pharao verstockte sein Herz auch dies-
voller Hundsfliegen werden sollen. mal und ließ das Volk nicht ziehen.

a (8,17) Die hohen Regierungsbeamten und Minister wurden im Altertum vielfach als »Knechte des Königs« bezeichnet.
70 2. MOSE 9
Die fünfte Plage: Viehseuche Die siebte Plage: Hagel
Ps 78,48; Mal 3,18 Ps 78,47-48; 105,32-33; Offb 8,7; 16,21
Da sprach der HERR zu Mose: Geh 13 Da sprach der HERR zu Mose: Mache
hinein zum Pharao und sprich zu dich am Morgen früh auf und tritt vor den
ihm: So spricht der HERR, der Gott der Pharao und sprich zu ihm: So spricht der
Hebräer: »Laß mein Volk ziehen, damit HERR, der Gott der Hebräer: »Laß mein
es mir dient! 2 Denn wenn du dich wei- Volk ziehen, damit es mir dient! 14 Sonst
gerst, sie ziehen zu lassen, und sie weiter will ich diesmal alle meine Plagen gegen
aufhältst, 3 siehe, so wird die Hand des dein Herz richten und gegen deine Knech-
HERRN über dein Vieh auf dem Feld kom- te und gegen dein Volk, damit du er-
men, über Pferde, Esel, Kamele, Rinder kennst, daß auf der ganzen Erde nicht
und Schafe, mit einer sehr schweren Vieh- meinesgleichen ist. 15 Denn ich hätte
seuche. 4 Und der HERR wird einen Unter- meine Hand schon ausstrecken und dich
schied machen zwischen dem Vieh der und dein Volk mit der Pest schlagen
Kinder Israels und dem Vieh der Ägypter, können, daß du von der Erde vertilgt wor-
so daß von allem, was den Kindern Isra- den wärst; 16 aber ich habe dich eben
els gehört, kein einziges sterben wird!« dazu bestehen lassen, daß ich an dir mei-
5 Und der HERR bestimmte eine Zeit und ne Macht erweise, und daß mein Name
sprach: Morgen wird der HERR dies im verkündigt werde auf der ganzen Erde.
Land tun! 6 Und der HERR tat dies am 17 Wenn du dich aber meinem Volk noch
Morgen, und alles Vieh der Ägypter starb, weiter entgegenstellst und es nicht zie-
aber von dem Vieh der Kinder Israels hen lassen willst, 18 siehe, so will ich mor-
starb kein einziges. 7 Und der Pharao gen um diese Zeit einen sehr schweren
sandte Boten hin, und siehe, von dem Hagel fallen lassen, wie er in Ägypten bis-
Vieh Israels war nicht eines gestorben. her nicht gewesen ist seit der Zeit, da es
Gleichwohl blieb das Herz des Pharao gegründet wurde, bis jetzt. 19 Und nun
verhärtet, so daß er das Volk nicht ziehen laß dein Vieh und alles, was du auf dem
ließ. Feld hast, in Sicherheit bringen; denn auf
alle Menschen und alles Vieh, die sich
Die sechste Plage: Geschwüre auf dem Feld befinden und nicht in den
Ps 78,50; 5Mo 28,27; Offb 16,2
Häusern versammelt sind, auf die wird
8 Da sprach der HERR zu Mose und Aaron: der Hagel fallen, und sie werden umkom-
Nehmt eure Hände voll Ofenruß, und men!«
Mose soll ihn zum Himmel werfen vor 20 Wer nun von den Knechten des Pharao
dem Pharao! 9 Dann wird er über dem das Wort des HERRN fürchtete, der ließ sei-
ganzen Land Ägypten zu Staub werden, ne Knechte und sein Vieh in die Häuser
und er wird zu Geschwüren werden, die fliehen; 21 diejenigen aber, die sich das
als Blattern aufbrechen an Menschen und Wort des HERRN nicht zu Herzen nahmen,
Vieh im ganzen Land Ägypten. die ließen ihre Knechte und ihr Vieh auf
10 Da nahmen sie Ofenruß und traten dem Feld.
vor den Pharao, und Mose warf ihn zum 22 Da sprach der HERR zu Mose: Strecke
Himmel. Da wurden Geschwüre daraus, deine Hand aus zum Himmel, damit Ha-
die als Blattern aufbrachen an Men- gel im ganzen Land Ägypten fällt, über
schen und Vieh, 11 so daß die Zauberer die Menschen und über das Vieh und
nicht vor Mose treten konnten wegen der über alles Gewächs auf dem Feld im Land
Geschwüre. Denn die Geschwüre waren Ägypten! 23 So streckte Mose seinen Stab
an den Zauberern ebenso wie an allen zum Himmel. Und der HERR ließ es don-
anderen Ägyptern. 12 Aber der HERR ver- nern und hageln, daß das Feuer zur Erde
stockte das Herz des Pharao, daß er nicht niederfuhr. Und der HERR ließ Hagel reg-
auf sie hörte, so wie der HERR es Mose ge- nen auf das Land Ägypten. 24 Es war aber
sagt hatte. zugleich Hagel und ein unaufhörliches
2. MOSE 9.10 71
Blitzen mitten in den Hagel hinein, so und das Herz seiner Knechte verstockt, da-
stark, daß etwas Derartiges im ganzen mit ich diese meine Zeichen unter ihnen
Land Ägypten niemals vorgekommen war, tue, 2 und damit du vor den Ohren deiner
seitdem es bevölkert ist. 25 Und der Ha- Kinder und Kindeskinder verkündigst, was
gel erschlug im ganzen Land Ägypten al- ich in Ägypten gewirkt und wie ich meine
les, was auf dem Feld war, vom Menschen Zeichen unter ihnen vollführt habe, damit
bis zum Vieh. Auch zerschlug der Hagel ihr erkennt, daß ich der HERR bin.
alles Gewächs auf dem Feld und zerbrach 3 So gingen Mose und Aaron zum Pharao
alle Bäume auf dem Land. 26 Nur im Land und sprachen zu ihm: So spricht der HERR,
Gosen, wo die Kinder Israels waren, ha- der Gott der Hebräer: Wie lange willst
gelte es nicht. du dich noch weigern, dich vor mir zu
27 Da sandte der Pharao hin und ließ Mose demütigen? Laß mein Volk ziehen, damit
und Aaron rufen und sprach zu ihnen: es mir dient! 4 Wenn du dich aber [weiter-
Diesmal habe ich mich versündigt! Der hin] weigerst, mein Volk ziehen zu lassen,
HERR ist gerecht; ich aber und mein Volk siehe, so lasse ich morgen Heuschrecken in
sind schuldig! 28 Bittet aber den HERRN, dein Gebiet kommen. 5 Und sie sollen die
daß es nun genug sei mit dem Donner Fläche des Landes so bedecken, daß man
Gottes und dem Hagel; so will ich euch die Erde nicht sehen kann, und sie sollen
ziehen lassen, und ihr sollt nicht länger den Überrest auffressen, der gerettet wor-
hierbleiben! den und von dem Hagel übriggeblieben
29 Da sprach Mose zu ihm: Wenn ich ist, und sie sollen alle eure grünenden
zur Stadt hinauskomme, so will ich mei- Bäume auf dem Feld kahlfressen. 6 Und sie
ne Hände zum HERRN ausstrecken; dann sollen dein Haus und die Häuser aller dei-
wird der Donner aufhören und kein Ha- ner Knechte und die Häuser aller Ägypter
gel mehr sein, damit du erkennst, daß die anfüllen, wie es deine Väter und Vorväter
Erde dem HERRN gehört! 30 Ich weiß aber, nie gesehen haben, seitdem sie im Land
daß ihr, du und deine Knechte, euch vor sind, bis zu diesem Tag! Und er wandte
Gott, dem HERRN, noch nicht fürchtet. sich um und ging vom Pharao hinweg.
31 Es waren aber der Flachs und die Ger- 7 Da sprachen die Knechte des Pharao
ste zerschlagen; denn die Gerste hatte zu ihm: Wie lange soll uns dieser zum
Ähren und der Flachs Knospen getrie- Fallstrick sein? Laß die Leute ziehen, da-
ben. 32 Aber der Weizen und der Spelt mit sie dem HERRN, ihrem Gott, dienen;
waren nicht zerschlagen; denn die wach- merkst du noch nicht, daß Ägypten zu-
sen später. grundegeht?
33 Nun ging Mose vom Pharao weg zur 8 Da holte man Mose und Aaron wieder
Stadt hinaus und streckte seine Hand aus zum Pharao; der sprach zu ihnen: Geht
zum HERRN, und der Donner und der Ha- hin, dient dem HERRN, eurem Gott! Wer
gel ließen nach, und der Regen fiel nicht aber soll denn hingehen? 9 Und Mose
mehr auf die Erde. 34 Als aber der Pharao sprach: Wir wollen mit unseren Jungen
sah, daß der Regen, der Hagel und der und Alten, mit unseren Söhnen und
Donner nachließen, versündigte er sich Töchtern, mit unseren Schafen und Rin-
weiter und verhärtete sein Herz, er und dern ziehen; denn wir haben ein Fest des
seine Knechte. 35 So wurde das Herz des HERRN!
Pharao verstockt, daß er die Kinder Is- 10 Da sprach er zu ihnen: Der HERR sei
raels nicht ziehen ließ, so wie der HERR ebenso mit euch, wie ich euch samt eu-
durch Mose geredet hatte. ren Kindern ziehen lasse! Seht da, ihr
habt Böses im Sinn! 11 Nicht so, sondern
Die achte Plage: Heuschrecken ihr Erwachsenen geht hin und dient dem
Ps 78,46; 105,34-35; Joel 1,2-12
HERRN; denn das habt ihr auch verlangt!
Da sprach der HERR zu Mose: Geh Und man jagte sie weg vom Pharao.
zum Pharao, denn ich habe sein Herz 12 Da sprach der HERR zu Mose: Strecke
72 2. MOSE 10.11
deine Hand aus über das Land Ägypten, nem Platz aufstehen konnte. Aber alle
damit die Heuschrecken über das Land Kinder Israels hatten Licht in ihren Woh-
Ägypten kommen und alles Gewächs im nungen.
Land auffressen samt allem, was vom 24 Da ließ der Pharao Mose rufen und
Hagel übriggeblieben ist! 13 Da streckte sprach: Geht hin, dient dem HERRN; nur
Mose seinen Stab über das Land Ägypten eure Schafe und Rinder sollen hier blei-
aus, und der HERR ließ einen Ostwind über ben; laßt auch eure Kinder mit euch
das Land wehen den ganzen Tag und die ziehen!
ganze Nacht; und am Morgen führte der 25 Mose sprach: Du mußt auch Schlacht-
Ostwind die Heuschrecken her. 14 Und opfer und Brandopfer in unsere Hände
die Heuschrecken kamen über das ganze geben, daß wir sie dem HERRN, unserem
Land Ägypten und ließen sich nieder im Gott, darbringen können; 26 aber auch
ganzen Gebiet von Ägypten, so überaus unser eigenes Vieh soll mit uns gehen,
viele, daß etwas Derartiges zuvor nie- und nicht eine Klaue darf zurückbleiben;
mals gewesen ist, noch künftig sein wird. denn davon müssen wir nehmen, um
15 Denn sie bedeckten die Fläche des dem HERRN, unserem Gott, zu dienen.
ganzen Landes und verfinsterten das Auch wissen wir nicht, womit wir dem
Land. Und sie fraßen alle Bodengewächse HERRN dienen sollen, bis wir dorthin kom-
und alle Baumfrüchte, die vom Hagel men!
übriggeblieben waren, und ließen nichts 27 Aber der HERR verstockte das Herz des
Grünes übrig an den Bäumen und an Pharao, so daß er sie nicht ziehen lassen
den Feldgewächsen im ganzen Land wollte. 28 Und der Pharao sprach zu ihm:
Ägypten. Geh hinweg von mir und hüte dich,
16 Da ließ der Pharao Mose und Aaron daß du nicht mehr vor mein Angesicht
schnell rufen und sprach: Ich habe mich kommst; an dem Tag, da du vor mein
versündigt an dem HERRN, eurem Gott, Angesicht kommst, sollst du sterben!
und an euch! 17 Und nun vergib mir mei- 29 Mose antwortete: Wie du gesagt hast;
ne Sünde nur noch dieses Mal, und betet ich will nicht mehr vor dein Angesicht
zum HERRN, eurem Gott, daß er nur die- kommen!
sen Tod von mir abwende!
18 Und er ging hinaus vom Pharao und
Ankündigung der letzten Plage
Jes 19,1
betete zum HERRN. 19 Da wendete der
HERR den Wind um, daß er sehr stark aus Und der HERR sprach zu Mose: Ich
dem Westen wehte und die Heuschrek- will noch eine Plage über den Pha-
ken aufhob und sie ins Schilfmeer warf, rao und über Ägypten bringen; danach
so daß an allen Orten Ägyptens nicht eine wird er euch fortziehen lassen; und wenn
übrigblieb. 20 Aber der HERR verstockte er euch ziehen läßt, so wird er euch so-
das Herz des Pharao, so daß er die Kinder gar ganz und gar fortjagen. 2 So rede nun
Israels nicht ziehen ließ. zu dem Volk, daß jeder Mann von seinem
Nächsten und jede Frau von ihrer Nach-
Die neunte Plage: Finsternis barin silberne und goldene Geräte for-
Ps 105,28; Offb 16,10-11
dern soll. 3 Und der HERR gab dem Volk
21 Und der HERR sprach zu Mose: Strecke Gunst bei den Ägyptern; auch war Mose
deine Hand aus zum Himmel, damit es ein sehr großer Mann im Land Ägypten in
im Land Ägypten so finster wird, daß man den Augen der Knechte des Pharao und
die Finsternis greifen kann! 22 Da streckte in den Augen des Volkes.
Mose seine Hand zum Himmel aus. Und 4 Und Mose sprach: So spricht der HERR:
es kam eine dichte Finsternis im ganzen Um Mitternacht will ich mitten durch
Land Ägypten, drei Tage lang, 23 so daß Ägypten gehen, 5 und alle Erstgeburt im
während drei Tagen niemand den ande- Land Ägypten soll sterben — von dem
ren sehen konnte, noch jemand von sei- Erstgeborenen des Pharao, der auf sei-
2. MOSE 11.12 73
nem Thron sitzt, bis zum Erstgeborenen mit seinem Nachbarn, der am nächsten
der Magd, die hinter der Handmühle bei seinem Haus wohnt, nach der Zahl
sitzt; auch alle Erstgeburt unter dem der Seelen; dabei sollt ihr die Anzahl für
Vieh. 6 Und es wird ein großes Geschrei das Lamm berechnen, je nachdem jeder
sein im ganzen Land Ägypten, wie es nie- zu essen vermag. 5 Dieses Lamm aber soll
mals gewesen ist, noch sein wird. 7 Aber makellosb sein, männlich und einjährig.
bei allen Kindern Israels soll kein Hund Von den Schafen oder Ziegen sollt ihr es
die Zunge regen, weder gegen Menschen nehmen, 6 und ihr sollt es aufbewahren
noch gegen das Vieh, damit ihr erkennt, bis zum vierzehnten Tag dieses Monats.
daß der HERR einen Unterschied macht Und die ganze Versammlung der Gemein-
zwischen Ägypten und Israel. 8 Dann wer- de Israels soll es zur Abendzeit schächtenc.
den alle diese deine Knechte zu mir her- 7 Und sie sollen von dem Blut nehmen
abkommen und mir zu Füßen fallen und und damit beide Türpfosten und die Ober-
sagen: Ziehe aus, du und das ganze Volk schwellen der Häuser bestreichen, in de-
hinter dir her! Danach werde ich auszie- nen sie essen. 8 Und sie sollen das Fleisch
hen! — Und er ging vom Pharao hinweg in derselben Nacht essen: am Feuer ge-
mit grimmigem Zorn. braten, mit ungesäuertem Brot; mit bit-
9 Der HERR aber hatte zu Mose gesagt: Der teren Kräutern sollen sie es essen. 9 Ihr
Pharao wird nicht auf euch hören, damit sollt nichts davon roh essen, auch nicht
meine Wunder zahlreich werden im Land im Wasser gekocht, sondern am Feuer ge-
Ägypten. 10 So hatten Mose und Aaron braten, sein Haupt samt seinen Schen-
alle diese Wunder vor dem Pharao getan; keln und den inneren Teilen; 10 und ihr
aber der HERR verstockte das Herz des sollt nichts davon übriglassen bis zum an-
Pharao, so daß er die Kinder Israels nicht deren Morgen. Wenn aber etwas davon
aus seinem Land ziehen ließ. übrigbleibt bis zum Morgen, so sollt ihr
es mit Feuer verbrennen. 11 So sollt ihr es
Das Passah — Die Verschonung Israels aber essen: eure Lenden umgürtetd, eure
vor dem Gericht Schuhe an euren Füßen und eure Stäbe in
2Mo 13,3-10; 3Mo 23,4-8; 4Mo 28,16-25;
euren Händen, und in Eile sollt ihr es es-
5Mo 16,1-8; Lk 22,7-20; 1Kor 5,7-8
sen; es ist das Passah des HERRN.e
Und der HERR redete zu Mose und 12 Denn ich will in dieser Nacht durch
Aaron im Land Ägypten und sprach: das Land Ägypten gehen und alle Erst-
2 Dieser Monat soll euch der Anfang der geburt im Land Ägypten schlagen, vom
Monate sein, er soll für euch der erste Mo- Menschen bis zum Vieh, und ich will an
nat des Jahres sein. 3 Redet zu der ganzen allen Göttern der Ägypter ein Strafgericht
Gemeinde Israels und sprecht: Am zehn- vollziehen, ich, der HERR. 13 Und das Blut
ten Tag dieses Monats nehme sich jeder soll euch zum Zeichen dienen an euren
Hausvater ein Lamm, ein Lamm für jedes Häusern, in denen ihr seid. Und wenn
Hausa; 4 wenn aber das Haus zu klein ist ich das Blut sehe, dann werde ich ver-
für ein Lamm, so nehme er es gemeinsam schonend an euch vorübergehen; und es

a (12,3) d.h. für jede Hausgemeinschaft, die aus Fami- der Männer wurden zu diesem Zweck mit einem
lienangehörigen sowie Knechten und Mägden be- Gürtel an der Hüfte hochgebunden, um Bewegungs-
stand. freiheit zu gewähren.
b (12,5) od. vollkommen; d.h. ohne Fehler und Miß- e (12,11) Das dem Wort »Passah« zugrundeliegende
bildungen, die es als Opfer unbrauchbar machen Tätigkeitswort bedeutet »überspringen, verschonend
würden (vgl. 3Mo 22,21-24; 5Mo 15,21; 1Pt 1,19). vorübergehen« (vgl. V. 13). Das von Gott eingesetzte
c (12,6) d.h. schlachten unter Ausfließenlassen des Blu- Passahlamm weist nach den Aussagen des NT vor-
tes (vgl. 1Mo 9,1-4; 3Mo 17,13-14; 5Mo 12,20-25). »Zur bildhaft auf das Sühnopfer Jesu Christi hin, der durch
Abendzeit« (w. »zwischen den zwei Abenden«) be- sein vergossenes Blut die Sünde der an ihn glauben-
deutet vermutlich zwischen 3 Uhr und 6 Uhr nach- den Menschen wegnimmt, so daß Gott sie im Ge-
mittags. richt verschonen kann (vgl. Joh 1,29.36; 1Kor 5,7; Ps
d (12,11) d.h. bereit zur Abreise. Die langen Gewänder 34,21; Joh 19,36; 1Pt 1,19; Jes 53,4-7; Offb 5,6-10).
74 2. MOSE 12
wird euch keine Plage zu eurem Verder- an der Oberschwelle und an den beiden
ben treffen, wenn ich das Land Ägypten Türpfosten, so wird er, der HERR, an der
schlagen werde. Tür verschonend vorübergehen und den
Verderber nicht in eure Häuser kommen
Die Einsetzung des Passahfestes lassen, um zu schlagen.
14 Und dieser Tag soll euch zum Geden- 24 Und ihr sollt diese Verordnung einhal-
ken sein, und ihr sollt ihn feiern als ein ten als eine Satzung, die dir und deinen
Fest des HERRN bei euren [künftigen] Ge- Kindern auf ewig gilt! 25 Und wenn ihr in
schlechtern; als ewige Ordnung sollt ihr das Land kommt, das euch der HERR ge-
ihn feiern. 15 Sieben Tage lang sollt ihr ben wird, wie er geredet hat, so bewahrt
ungesäuertes Brot essen; darum sollt ihr diesen Dienst. 26 Und wenn eure Kinder
am ersten Tag den Sauerteig aus euren zu euch sagen werden: Was habt ihr da
Häusern hinwegtun. Denn wer gesäuertes für einen Dienst? 27 So sollt ihr sagen: Es
Brot ißt vom ersten Tag an bis zum siebten ist das Passah-Opfer des HERRN, der an
Tag, dessen Seele soll ausgerottet werden den Häusern der Kinder Israels verscho-
aus Israel! 16 Und ihr sollt am ersten Tag nend vorüberging in Ägypten, als er die
eine heilige Versammlung halten, eben- Ägypter schlug und unsere Häuser erret-
so am siebten Tag eine heilige Versamm- tete! — Da neigte sich das Volk und be-
lung. Keine Arbeit sollt ihr an diesen [Ta- tete an. 28 Und die Kinder Israels gingen
gen] tun; nur was jeder zur Speise nötig hin und machten es so; wie der HERR es
hat, das allein darf von euch zubereitet Mose und Aaron geboten hatte, genau so
werden. machten sie es.
17 Und haltet das Fest der ungesäuerten
Brote! Denn eben an diesem Tag habe ich Die zehnte Plage: Der Tod aller Erstgeburt
eure Heerscharen aus dem Land Ägypten in Ägypten. Der Auszug Israels
2Mo 11,1-8; Ps 105,36; 136,10
herausgeführt; darum sollt ihr diesen
Tag als ewige Ordnung einhalten bei 29 Und es geschah um Mitternacht, da
euren [künftigen] Geschlechtern. 18 Am schlug der HERR alle Erstgeburt im Land
vierzehnten Tag des ersten Monats, am Ägypten, von dem erstgeborenen Sohn
Abend, sollt ihr ungesäuertes Brot essen des Pharao, der auf seinem Thron saß,
bis zum einundzwanzigsten Tag des Mo- bis zum erstgeborenen Sohn des Gefan-
nats, am Abend. 19 Sieben Tage lang darf genen, der im Gefängnis war, auch alle
sich kein Sauerteig in euren Häusern fin- Erstgeburt des Viehs.
den. Denn wer gesäuertes Brot ißt, des- 30 Da stand der Pharao auf in derselben
sen Seele soll ausgerottet werden aus der Nacht, er und alle seine Knechte und alle
Gemeinde Israels, er sei ein Fremdling Ägypter; und es war ein großes Geschrei
oder ein Einheimischer im Land. 20 So in Ägypten, denn es gab kein Haus, in
eßt kein gesäuertes Brot; überall, wo ihr dem nicht ein Toter war. 31 Und er rief
wohnt, sollt ihr ungesäuertes Brot essen! Mose und Aaron zu sich in der Nacht und
21 Und Mose rief alle Ältesten in Israel zu sprach: Macht euch auf und zieht weg von
sich und sprach zu ihnen: Macht euch meinem Volk, ihr und die Kinder Israels,
auf und nehmt euch Lämmer für eure Fa- und geht hin, dient dem HERRN, wie ihr ge-
milien und schächtet das Passah! 22 Und sagt habt! 32 Nehmt auch eure Schafe und
nehmt ein Büschel Ysop und taucht es in eure Rinder mit euch, wie ihr gesagt habt,
das Blut im Becken und bestreicht mit die- und geht hin und segnet auch mich!
sem Blut im Becken die Oberschwelle und 33 Und die Ägypter drängten das Volk
die zwei Türpfosten; und kein Mensch sehr, um sie so schnell wie möglich aus
von euch soll zu seiner Haustür hinaus- dem Land zu treiben, denn sie sprachen:
gehen bis zum Morgen! 23 Denn der HERR Wir sind alle des Todes! 34 Und das Volk
wird umhergehen und die Ägypter schla- trug seinen Teig, ehe er gesäuert war, ihre
gen. Und wenn er das Blut sehen wird Backschüsseln in ihre Mäntel gebunden,
2. MOSE 12.13 75
auf ihren Schultern. 35 Und die Kinder 48 Und wenn sich bei dir ein Fremdling
Israels handelten nach dem Wort Moses aufhält und dem HERRN das Passah feiern
und forderten von den Ägyptern silberne will, so soll alles Männliche bei ihm be-
und goldene Geräte und Kleider. 36 Dazu schnitten werden, und dann erst darf er
gab der HERR dem Volk bei den Ägyptern hinzutreten, um es zu feiern; und er soll
Gunst, daß sie ihr Begehren erfüllten; und sein wie ein Einheimischer des Landes,
so beraubten sie Ägypten. denn kein Unbeschnittener darf davon
37 So zogen die Kinder Israels aus von essen. 49 Ein und dasselbe Gesetz soll für
Ramses nach Sukkot, etwa 600 000 Mann den Einheimischen und für den Fremd-
Fußvolk, ungerechnet die Frauen und ling gelten, der unter euch wohnt.
Kinder. 38 Es zog aber auch viel Misch- 50 Und alle Kinder Israels machten es ge-
volka mit ihnen, und Schafe und Rinder nau so, wie es der HERR dem Mose und
und sehr viel Vieh. 39 Und sie machten Aaron geboten hatte, genau so machten
aus dem Teig, den sie aus Ägypten ge- sie es. 51 Und es geschah an eben diesem
bracht hatten, ungesäuerte Brotfladen; Tag, da führte der HERR die Kinder Israels
denn er war nicht gesäuert, weil sie aus nach ihren Heerscharen aus dem Land
Ägypten vertrieben worden waren und Ägypten.
sich nicht aufhalten konnten; und sie
hatten sich sonst keine Wegzehrung zu- Heiligung der Erstgeburt Israels.
bereitet. Das Fest der ungesäuerten Brote
4Mo 3,11-13; 3,40-51; 18,15-17
40 Die Zeit aber, welche die Kinder Israels
in Ägypten gewohnt hatten, betrug 430 Und der HERR redete zu Mose und
Jahre. 41 Und es geschah, als die 430 Jahre sprach: 2 Heilige mir alle Erstge-
verflossen waren, ja, es geschah an eben burt! Alles, was, den Mutterschoß als er-
diesem Tag, da zog das ganze Heer des stes durchbricht von den Kindern Israels,
HERRN aus dem Land Ägypten. 42 Es ist vom Menschen und vom Vieh, das gehört
eine Nacht, die dem HERRN gewissenhaft mir!
eingehalten werden soll, weil er sie aus 3 Da sprach Mose zu dem Volk: Gedenkt
dem Land Ägypten herausgeführt hat. an diesen Tag, an dem ihr aus Ägypten
Das ist diese Nacht, die dem HERRN gewis- gezogen seid, aus dem Haus der Knecht
senhaft eingehalten werden soll, für alle schaft, daß der HERR euch mit mächtiger
Kinder Israels, für ihre [künftigen] Ge- Hand von dort herausgeführt hat: darum
schlechter. sollt ihr nichts Gesäuertes essen! 4 Heute
seid ihr ausgezogen, im Monat Abib.
Verordnungen zum Passah 5 Wenn dich nun der HERR in das Land
4Mo 9,1-14
der Kanaaniter, Hetiter, Amoriter, Hewi-
43 Und der HERR sprach zu Mose und Aa- ter und Jebusiter bringen wird, wie er es
ron: Dies ist die Ordnung des Passah: deinen Vätern geschworen hat, um dir ein
Kein Fremdling darf davon essen. 44 Je- Land zu geben, in dem Milch und Honig
der um Geld erkaufte Knecht eines Man- fließt, so sollst du diesen Dienst in die-
nes aber kann davon essen, sobald du ihn sem Monat bewahren. 6 Sieben Tage lang
beschnitten hast. 45 Ein Fremder und ein sollst du ungesäuertes Brot essen, und am
Mietling darf nicht davon essen. siebten Tag ist ein Fest des HERRN. 7 Man
46 In einem Haus soll man es essen. Ihr soll diese sieben Tage lang ungesäuertes
sollt von dem Fleisch nichts vor das Haus Brot essen, und kein gesäuertes Brot soll
hinaustragen, und kein Knochen soll ihm bei dir gesehen werden; und kein Sauer-
zerbrochen werden. 47 Die ganze Ge- teig soll gesehen werden in deinem gan-
meinde Israels soll es feiern. zen Gebiet. 8 Und du sollst [das] deinem

a (12,38) d.h. Angehörige fremder Stämme, die sich unter das Gottesvolk gemischt hatten oder sich durch Ehen
mit dem Volk Israel vermischt hatten (vgl. dasselbe Wort in Neh 13,3).
76 2. MOSE 13.14
Sohn an jenem Tag erklären und sagen: auf die Straße durch das Land der Phi-
Es ist um deswillen, was der HERR an mir lister, obwohl sie die nächste war; denn
getan hat, als ich aus Ägypten zog. 9 Und Gott sprach: Es könnte das Volk reuen,
es soll dir wie ein Zeichen sein in deiner wenn es Kämpfe vor sich sehen würde,
Hand und ein Erinnerungszeichen vor und es könnte wieder nach Ägypten
deinen Augen, damit das Gesetz des umkehren. 18 Darum führte Gott das
HERRN in deinem Mund sei, weil der HERR Volk einen Umweg durch die Wüste am
dich mit mächtiger Hand aus Ägypten Schilfmeer. Und die Kinder Israels zogen
herausgeführt hat. 10 Darum sollst du die- gerüstet aus dem Land Ägypten.
se Ordnung einhalten, zur bestimmten 19 Und Mose nahm die Gebeine Josephs
Zeit, Jahr für Jahr. mit sich; denn der hatte einen Eid von
11 Wenn dich nun der HERR in das Land den Kindern Israels genommen und ge-
der Kanaaniter bringt, wie er es dir und sagt: Gott wird sich gewiß euer anneh-
deinen Vätern geschworen hat, und es men; dann führt meine Gebeine mit euch
dir gibt, 12 so sollst du alles, was den von hier herauf!
Mutterschoß als erstes durchbricht, für 20 So zogen sie aus von Sukkot und la-
den HERRN aussondern, auch jeden er- gerten sich in Etam, am Rand der Wüste.
sten Wurf vom Vieh, den du bekommst; 21 Und der HERR zog vor ihnen her, am Tag
alles, was männlich ist, soll dem HERRN in einer Wolkensäule, um sie den rech-
gehören. 13 Aber jede Erstgeburt des Esels ten Weg zu führen, und bei Nacht in ei-
sollst du mit einem Lamm auslösena; ner Feuersäule, um ihnen zu leuchten,
wenn du es aber nicht auslöst, so brich damit sie bei Tag und bei Nacht ziehen
ihm das Genick. Ebenso sollst du alle konnten. 22 Die Wolkensäule wich nie
Erstgeburt des Menschen unter seinen von dem Volk bei Tag noch die Feuersäule
Söhnen auslösen. bei Nacht.
14 Und wenn dich künftig dein Sohn fra-
gen wird: Was bedeutet das?, so sollst Israel vor dem Schilfmeer —
du ihm sagen: Der HERR hat uns mit der Pharao rückt heran
2Mo 15,1-21; Jos 24,6-7; Neh 9,9-12;
mächtiger Hand aus Ägypten heraus-
Ps 106,7-11; 136,13-15; 1Kor 10,1-4; Hebr 11,29
geführt, aus dem Haus der Knechtschaft.
15 Denn es geschah, als der Pharao sich Und der HERR redete zu Mose und
hartnäckig weigerte, uns freizulassen, da sprach: 2 Sage den Kindern Israels,
erschlug der HERR alle Erstgeburt im Land daß sie umkehren und sich vor Pi-Ha-
Ägypten, von der Erstgeburt der Men- chirot lagern, zwischen Migdol und dem
schen bis zur Erstgeburt des Viehs: darum Meer; gerade gegenüber von Baal-Zephon
opfere ich dem HERRN alles Männliche, sollt ihr euch am Meer lagern! 3 Denn der
das als erstes den Mutterschoß durch- Pharao wird von den Kindern Israels sa-
bricht; alle Erstgeburt meiner Söhne aber gen: Sie irren im Land umher, die Wüste
löse ich aus. 16 Und das soll dir wie ein hat sie eingeschlossen! 4 Und ich will sein
Zeichen in deiner Hand sein und wie ein Herz verstocken, daß er ihnen nachjagt,
Erinnerungszeichen vor deinen Augen, und ich will mich am Pharao und an sei-
daß uns der HERR mit mächtiger Hand ner ganzen Heeresmacht verherrlichen;
aus Ägypten herausgeführt hat. und die Ägypter sollen erkennen, daß ich
der HERR bin! Und sie machten es so.
Israels Zug zum Schilfmeer 5 Als nun dem König von Ägypten gemel-
4Mo 33,1-5; Neh 9,12
det wurde, daß das Volk geflohen sei, da
17 Und es geschah, als der Pharao das wandte sich das Herz des Pharao und sei-
Volk ziehen ließ, da führte sie Gott nicht ner Knechte gegen das Volk, und sie spra-

a (13,13) od. erlösen / freikaufen, d. h. sein eigentlich verwirktes Leben retten durch den stellvertretenden Tod ei-
nes anderen Lebewesens.
2. MOSE 14 77
chen: Was haben wir da getan, daß wir Is- aber, siehe, ich will das Herz der Ägypter
rael haben ziehen lassen, so daß sie uns verstocken, daß sie ihnen nachziehen;
nicht mehr dienen! 6 Und er spannte sei- dann will ich mich verherrlichen an dem
nen Wagen an und nahm sein Kriegsvolk Pharao und an seiner ganzen Heeres-
mit sich. 7 Er nahm auch 600 auserlesene macht, an seinen Streitwagen und seinen
Streitwagen mit und alle [übrigen] Streit- Reitern. 18 Und die Ägypter sollen erken-
wagen in Ägypten und Wagenkämpfer nen, daß ich der HERR bin, wenn ich mich
auf jedem. 8 Und der HERR verstockte das am Pharao, an seinen Streitwagen und an
Herz des Pharao, des Königs von Ägypten, seinen Reitern verherrliche!
so daß er den Kindern Israels nachjagte, 19 Da erhob sich der Engel Gottes, der vor
obwohl sie durch eine hohe Handa aus- dem Heer Israels herzog, und trat hinter
zogen. 9 So jagten ihnen die Ägypter nach sie; und die Wolkensäule vor ihnen mach-
mit allen Rossen, Streitwagen und Rei- te sich auf und trat hinter sie. 20 So kam
tern des Pharao und mit seiner Heeres- sie zwischen das Heer der Ägypter und
macht und erreichten sie, als sie sich das Heer Israels; und sie war [für die ei-
am Meer gelagert hatten, bei Pi-Hachirot, nen] Wolke und Finsternis, und [für die
gegenüber Baal-Zephon. anderen] erleuchtete sie die Nacht, so
10 Und als der Pharao nahe zu ihnen kam, daß diese und jene die ganze Nacht nicht
erhoben die Kinder Israels ihre Augen, zusammenkamen.
und siehe, die Ägypter zogen hinter ihnen 21 Als nun Mose seine Hand über das
her! Da fürchteten sich die Kinder Israels Meer ausstreckte, da ließ der HERR das
sehr, und sie schrieen zum HERRN. 11 Und Meer die ganze Nacht durch einen star-
sie sprachen zu Mose: Gibt es etwa keine ken Ostwind ablaufen; und er machte das
Gräber in Ägypten, daß du uns weggeführt Meer zu trockenem Land, und die Wasser
hast, damit wir in der Wüste sterben? Wa- teilten sich. 22 Und die Kinder Israels gin-
rum hast du uns das angetan, daß du uns gen mitten in das Meer hinein auf dem
aus Ägypten herausgeführt hast? 12 Ha- Trockenen, und das Wasser war ihnen wie
ben wir dir nicht schon in Ägypten dieses eine Mauer zu ihrer Rechten und zu ihrer
Wort gesagt: »Laß uns in Ruhe, wir wollen Linken.
den Ägyptern dienen?« Denn es wäre für 23 Die Ägypter aber jagten ihnen nach
uns ja besser, den Ägyptern zu dienen, als und zogen hinter ihnen her, alle Rosse des
in der Wüste zu sterben! Pharao, seine Streitwagen und seine Rei-
13 Mose aber sprach zum Volk: Fürchtet ter, mitten ins Meer. 24 Und es geschah,
euch nicht! Steht fest und seht die Ret- als die Morgenwache kam, da schaute
tung des HERRN, die er euch heute berei- der HERR aus der Feuersäule und der Wol-
ten wird; denn diese Ägypter, die ihr heu- ke auf das Heer der Ägypter und ver-
te seht, die werdet ihr nicht wieder sehen wirrte das Heer der Ägypter. 25 Und er
in Ewigkeit! 14 Der HERR wird für euch löste die Räder von ihren Streitwagen und
kämpfen, und ihr sollt still sein! brachte sie ins Gedränge. Da sprachen
die Ägypter: Laßt uns vor Israel fliehen,
Israel zieht durchs Schilfmeer — denn der HERR kämpft für sie gegen die
die Ägypter kommen darin um Ägypter!
15 Und der HERR sprach zu Mose: Was 26 Da sprach der HERR zu Mose: Strecke
schreist du zu mir? Sage den Kindern Isra- deine Hand aus über das Meer, damit
els, daß sie aufbrechen sollen! 16 Du aber die Wasser wieder zurückfluten über die
hebe deinen Stab auf und strecke deine Ägypter, über ihre Streitwagen und über
Hand über das Meer und zerteile es, damit ihre Reiter! 27 Da streckte Mose seine
die Kinder Israels mitten durch das Meer Hand aus über das Meer, und das Meer
auf dem Trockenen gehen können! 17 Ich kam beim Anbruch des Morgens wieder

a (14,8) d.h. durch die Kraft und unter dem Schutz der erhobenen Hand Gottes.
78 2. MOSE 14.15
in seine Strömung, und die Ägypter flo- du hast deinen Grimm losgelassen,
hen ihm entgegen. So stürzte der HERR der verzehrte sie wie Stoppeln.
die Ägypter mitten ins Meer. 28 Denn die 8 Durch den Hauch deines Zorns
Wasser fluteten zurück und bedeckten türmte das Wasser sich auf;
die Streitwagen und Reiter der ganzen es standen die Wogen wie ein Damm,
Macht des Pharao, die ihnen ins Meer die Fluten erstarrten mitten im Meer.
nachgefolgt waren, so daß auch nicht ei- 9 Der Feind sprach: Ich will sie jagen,
ner von ihnen übrigblieb. ich will sie ergreifen;
29 Aber die Kinder Israels gingen trocken ich will den Raub verteilen,
mitten durch das Meer, und das Wasser will meine Wut an ihnen auslassen!
war ihnen eine Mauer zu ihrer Rechten Ich will mein Schwert ziehen,
und zu ihrer Linken. meine Hand soll sie vertilgen!
30 So errettete der HERR Israel an jenem Tag 10 Du wehtest mit deinem Wind,
aus der Hand der Ägypter. Und Israel sah da bedeckte sie das Meer;
die Ägypter tot am Ufer des Meeres. 31 Da sie versanken wie Blei in den gewaltigen
sah Israel die mächtige Hand, mit wel- Wassern.
cher der HERR an den Ägyptern gehandelt 11 Wer ist dir gleich unter den Göttern,
hatte; und das Volk fürchtete den HERRN, o HERR?
und sie glaubten an den HERRN und an Wer ist dir gleich, herrlich in Heiligkeit,
seinen Knecht Mose. furchtgebietend in Ruhmestaten,
Wunder vollbringend?
Der Lobgesang Moses und Israels 12 Du strecktest deine Rechte aus,
Offb 15,2-4; Ri 5; 2Sam 22
da verschlang sie die Erde.
Damals sangen Mose und die 13 Du leitest in deiner Gnade
Kinder Israels dem HERRN diesen das Volk, das du erlöst hast;
Lobgesang und sprachen: durch deine Kraft bringst du sie
»Ich will dem HERRN singen, zu der Wohnung deines Heiligtums.
denn hoch erhaben ist er: 14 Wenn das die Völker hören, so
Roß und Reiter erzittern sie,
hat er ins Meer gestürzt! Furcht ergreift die Bewohner des
2 Der HERR ist meine Stärke und mein Philisterlandes;
Lobgesang, 15 es erschrecken die Fürsten Edoms,
und er wurde mir zum Heil! Zittern befällt die Gewaltigen Moabs;
Das ist mein starker Gott, ich will alle Einwohner Kanaans werden
ihn preisen; verzagt.
er ist der Gott meines Vaters, ich will ihn 16 Schrecken und Furcht überfällt sie
erheben. wegen deines mächtigen Armes,
3 Der HERR ist ein Kriegsmann, so daß sie erstarren wie Steine,
HERR ist sein Name. bis dein Volk hindurchzieht, o HERR,
4 Die Streitwagen des Pharao und bis dein Volk hindurchzieht,
seine Heeresmacht warf er ins Meer; das du erworben hast!
seine auserlesenen Wagenkämpfer sind 17 Du wirst sie hineinbringen und
im Schilfmeer versunken! sie einpflanzen
5 Die Tiefe hat sie bedeckt; auf dem Berg deines Erbteils,
sie sanken auf den Grund wie ein Stein. an dem Ort, den du, HERR,
6 HERR, deine Rechte ist mit Kraft zu deiner Wohnung gemacht hast,
geschmückt; zu dem Heiligtum, o HERR, das deine
HERR, deine Rechte hat den Feind Hände bereitet haben!
zerschmettert! 18 Der HERR herrscht als König für immer
7 Und mit deiner großen Macht hast du und ewig!«
deine Widersacher vertilgt; 19 Denn die Rosse des Pharao gingen ins
2. MOSE 15.16 79
Meer hinein, mit seinen Streitwagen und dem Land Ägypten gezogen waren. 2 Und
Reitern, und der HERR ließ das Meer wieder die ganze Gemeinde der Kinder Israels
über sie kommen; die Kinder Israels aber murrte gegen Mose und gegen Aaron in
gingen trockenen Fußes mitten durchs der Wüste. 3 Und die Kinder Israels spra-
Meer. chen zu ihnen: Wären wir doch durch die
20 Und Mirjam, die Prophetin, Aarons Hand des HERRN im Land Ägypten gestor-
Schwester, nahm das Tamburin in ihre ben, als wir bei den Fleischtöpfen saßen
Hand, und alle Frauen folgten ihr nach und Brot in Fülle zu essen hatten! Denn
mit Tamburinen und im Reigen. 21 Und ihr habt uns in diese Wüste hinausgeführt,
Mirjam antwortete ihnen [im Wechselge- um diese ganze Gemeinde verhungern
sang]: Singt dem HERRN, denn hoch er- zu lassen!
haben ist er: Roß und Reiter hat er ins 4 Da sprach der HERR zu Mose: Siehe, ich
Meer gestürzt! will euch Brot vom Himmel regnen las-
sen; dann soll das Volk hinausgehen und
DAS VOLK ISRAEL IN DER WÜSTE täglich sammeln, was es braucht, damit
Kapitel 15 - 18 ich es prüfe, ob es in meinem Gesetz
wandeln wird oder nicht. 5 Am sechsten
Israel in Mara und Elim Tag aber werden sie zubereiten, was sie
4Mo 33,8-9
eingebracht haben, und es wird das Dop-
22 Danach ließ Mose Israel vom Schilf- pelte von dem sein, was sie täglich sam-
meer aufbrechen, daß sie zur Wüste Sur meln.
zogen; und sie wanderten drei Tage lang in 6 Da sprachen Mose und Aaron zu allen
der Wüste und fanden kein Wasser. 23 Da Kindern Israels: Am Abend sollt ihr er-
kamen sie nach Mara; aber sie konnten kennen, daß es der HERR war, der euch
das Wasser von Mara nicht trinken, denn aus dem Land Ägypten geführt hat, 7 und
es war sehr bitter. Daher nannte man es am Morgen werdet ihr die Herrlichkeit
Mara. 24 Da murrte das Volk gegen Mose des HERRN sehen, denn er hat euer Mur-
und sprach: Was sollen wir trinken? ren gegen den HERRN gehört. Denn was
25 Er aber schrie zum HERRN, und der HERR sind wir, daß ihr gegen uns murrt? 8 Wei-
zeigte ihm ein Holz; das warf er ins Wasser, ter sprach Mose: Der HERR wird euch am
da wurde das Wasser süß. Dort gab er ih- Abend Fleisch zu essen geben und am
nen Gesetz und Recht, und dort prüfte er Morgen Brot in Fülle; denn er, der HERR,
sie; 26 und er sprach: Wenn du der Stim- hat euer Murren gehört, womit ihr gegen
me des HERRN, deines Gottes, eifrig gehor- ihn gemurrt habt. Denn was sind wir?
chen wirst und tust, was vor ihm recht Euer Murren richtet sich nicht gegen uns,
ist, und seine Gebote zu Ohren faßt und sondern gegen den HERRN!
alle seine Satzungen hältst, so will ich kei- 9 Und Mose sprach zu Aaron: Sage der
ne der Krankheiten auf dich legen, die ich ganzen Gemeinde der Kinder Israels:
auf Ägypten gelegt habe; denn ich bin der Kommt herzu vor den HERRN, denn er hat
HERR, dein Arzt! euer Murren gehört! 10 Und es geschah,
27 Und sie kamen nach Elim; dort waren als Aaron zu der ganzen Gemeinde der
12 Wasserquellen und 70 Palmbäume; und Kinder Israels redete, da wandten sie sich
sie lagerten sich dort am Wasser. zur Wüste; und siehe, die Herrlichkeit des
HERRN erschien in der Wolke. 11 Und der
Das Murren des Volkes HERR redete zu Mose und sprach: 12 Ich
4Mo 11,4-6; Neh 9,15.20; Ps 78,23-31
habe das Murren der Kinder Israels ge-
Und sie brachen auf von Elim, und hört. Sage ihnen: Zur Abendzeit sollt ihr
die ganze Gemeinde der Kinder Is- Fleisch zu essen haben und am Morgen
raels kam in die Wüste Sin, die zwischen mit Brot gesättigt werden; und ihr sollt
Elim und Sinai liegt, am fünfzehnten Tag erkennen, daß ich der HERR, euer Gott
des zweiten Monats, nachdem sie aus bin!
80 2. MOSE 16
13 Und es geschah, als es Abend war, da ihr kochen wollt, das kocht; was aber
kamen Wachteln herauf und bedeckten übrig ist, das legt beiseite, damit es bis
das Lager, und am Morgen lag der Tau morgen aufbewahrt wird! 24 Und sie leg-
um das Lager her. 14 Und als der Tau auf- ten es beiseite bis zum Morgen, wie
gestiegen war, siehe, da lag etwas in der Mose geboten hatte; und es wurde nicht
Wüste, rund und klein, so fein wie der stinkend, und es war auch kein Wurm
Reif auf der Erde. darin. 25 Da sprach Mose: Eßt das heute!
Denn heute ist der Sabbat des HERRN; ihr
Das Manna — die wunderbare Nahrung werdet es heute nicht auf dem Feld fin-
des Volkes Gottes den. 26 Sechs Tage sollt ihr es sammeln,
15 Und als es die Kinder Israels sahen, aber am siebten Tag ist der Sabbat, da
sprachen sie untereinander: Was ist das? wird keines zu finden sein.
denn sie wußten nicht, was es war. Mose 27 Es geschah aber am siebten Tag, daß
aber sprach zu ihnen: Dies ist das Brot, etliche vom Volk hinausgingen, um zu
das euch der HERR zur Speise gegeben sammeln; und sie fanden nichts. 28 Da
hat! 16 Das ist aber der Befehl, den der sprach der HERR zu Mose: Wie lange wei-
HERR gegeben hat: Jeder soll davon sam- gert ihr euch, meine Gebote und meine
meln, soviel er zum Essen benötigt, einen Anweisungen zu halten? 29 Seht, der HERR
Gomer je Kopf, nach der Zahl eurer See- hat euch den Sabbat gegeben; darum gibt
len; jeder nehme für die, die in seinem er euch am sechsten Tag für zwei Tage
Zelt sind. Brot; so soll nun jeder an seiner Stelle
17 Und die Kinder Israels machten es so bleiben, und niemand soll am siebten Tag
und sammelten, der eine viel, der ande- seinen Platz verlassen!
re wenig. 18 Als man es aber mit dem 30 So ruhte das Volk am siebten Tag.
Gomer maß, da hatte der, welcher viel 31 Und das Haus Israel gab ihm den Na-
gesammelt hatte, keinen Überfluß, und men Manna. Es war aber wie Koriander-
der, welcher wenig gesammelt hatte, hat- samen, weiß, und hatte einen Geschmack
te keinen Mangel, sondern jeder hatte wie Honigkuchen.
für sich gesammelt, soviel er zum Essen 32 Und Mose sprach: Das ist es, was der
brauchte. 19 Und Mose sprach zu ihnen: HERR geboten hat: Einen Gomer davon
Niemand soll etwas davon übriglassen sollt ihr aufbewahren für eure Nachkom-
bis zum anderen Morgen! 20 Aber sie ge- men, damit sie das Brot sehen, mit dem
horchten Mose nicht; denn etliche ließen ich euch in der Wüste gespeist habe, als
davon übrig bis zum Morgen. Da wuch- ich euch aus dem Land Ägypten her-
sen Würmer darin, und es wurde stin- ausführte! 33 Und Mose sprach zu Aaron:
kend. Und Mose wurde zornig über sie. Nimm einen Krug und fülle einen Gomer
21 So sammelten sie es jeden Morgen, je- voll Manna hinein und stelle es vor den
der so viel er zum Essen brauchte; wenn HERRN, zur Aufbewahrung für eure Nach-
aber die Sonne heiß schien, zerschmolz kommen! 34 Wie der HERR dem Mose ge-
es. boten hatte, so stellte es Aaron dort vor
22 Und es geschah am sechsten Tag, da das Zeugnisa, zur Aufbewahrung.
sammelten sie doppelt so viel Brot, zwei 35 Und die Kinder Israels aßen das Man-
Gomer für jede Person. Da kamen alle na 40 Jahre lang, bis sie zu dem Land ka-
Obersten der Gemeinde und berichteten men, in dem sie wohnen sollten; bis sie
es Mose. 23 Und er sprach zu ihnen: Das an die Grenze Kanaans kamen, aßen sie
ist es, was der HERR gesagt hat: Morgen ist das Manna.
eine Ruhe, ein heiliger Sabbat des HERRN! 36 Ein Gomer aber ist der zehnte Teil ei-
Was ihr backen wollt, das backt, und was nes Epha.

a (16,34) d.h. in die Bundeslade, wo später auch die zwei Steintafeln mit den Geboten Gottes aufbewahrt wurden,
die »das Zeugnis« genannt werden (vgl. 2Mo 25,16; Hebr 9,4).
2. MOSE 17.18 81
Streit und Murren in Massa und Meriba. 11 Und es geschah, solange Mose seine
Wasser aus dem Felsen Hand aufhob, hatte Israel die Oberhand;
Ps 78,15-16; 114,7-8; 1Kor 10,4 wenn er aber seine Hand sinken ließ,
Und die ganze Gemeinde der Kin- hatte Amalek die Oberhand. 12 Aber die
der Israels zog aus der Wüste Sin Hände Moses wurden schwer, darum
ihre Tagereisen, nach dem Befehl des nahmen sie einen Stein und legten den
HERRN, und sie lagerte sich in Rephidim; unter ihn, und er setzte sich darauf. Aaron
aber da hatte das Volk kein Wasser zu trin- aber und Hur stützten seine Hände, auf
ken. 2 Darum stritten sie mit Mose und jeder Seite einer. So blieben seine Hände
sprachen: Gebt uns Wasser, daß wir trin- fest, bis die Sonne unterging. 13 Und Jo-
ken! Mose sprach zu ihnen: Was streitet ihr sua überwältigte Amalek und sein Volk
mit mir? Warum versucht ihr den HERRN? mit der Schärfe des Schwertes.
3 Als nun das Volk dort nach Wasser dür- 14 Da sprach der HERR zu Mose: Schreibe
stete, da murrten sie gegen Mose und das zum Gedenken in ein Buch und präge
sprachen: Warum hast du uns aus Ägypten es den Ohren Josuas ein: Ich will das An-
heraufgeführt, um uns und unsere Kin- denken Amaleks ganz und gar austilgen
der und unser Vieh vor Durst sterben zu unter dem Himmel!
lassen? 4 Da schrie Mose zum HERRN und 15 Und Mose baute dem HERRN einen Altar
sprach: Was soll ich mit diesem Volk tun? und nannte ihn »Der HERR ist mein Kriegs-
Es fehlt nicht viel, und sie werden mich banner«. 16 Und er sprach: Weil eine Hand
noch steinigen! [zum Schwur erhoben] ist auf dem Thron
5 Und der HERR sprach zu Mose: Tritt hin des HERRN, soll der Krieg des HERRN gegen
vor das Volk und nimm etliche Älteste von Amalek währen von Geschlecht zu Ge-
Israel mit dir und nimm den Stab in dei- schlecht!
ne Hand, mit dem du den Nil geschlagen
hast, und geh hin. 6 Siehe, ich will dort Jethros Besuch bei Mose
vor dir auf dem Felsen am Horeb stehen; 2Mo 2,15-22; 4,18-26
und du sollst den Felsen schlagen, und es Und als Jethro, der Priester von Mi-
wird Wasser herauslaufen, damit das Volk dian, Moses Schwiegervater, alles
zu trinken hat. Und Mose tat dies vor den hörte, was Gott an Mose und an seinem
Augen der Ältesten Israels. 7 Da gab man Volk Israel getan hatte, wie der HERR Isra-
dem Ort den Namen Massa und Meriba, el aus Ägypten geführt hatte, 2 da nahm
wegen der Herausforderung der Kinder Jethro, Moses Schwiegervater, die Zippo-
Israels, und weil sie den HERRN versucht ra, die Frau Moses, die er zurückgesandt
und gesagt hatten: Ist der HERR in unserer hatte, 3 und ihre zwei Söhne (der Name
Mitte oder nicht? des einen war Gersom; denn er sprach:
»Ich bin ein Fremdling in einem fremden
Israels Kampf gegen Amalek Land geworden«; 4 und der Name des an-
5Mo 25,17-19
deren Elieser; denn »der Gott meines Va-
8 Da kam Amalek und kämpfte gegen Israel ters ist meine Hilfe gewesen und hat mich
in Rephidim. 9 Und Mose sprach zu Josuaa: von dem Schwert des Pharao errettet«);
Erwähle uns Männer und zieh aus, kämpfe 5 und Jethro, Moses Schwiegervater, und
gegen Amalek! Morgen will ich auf der Spit- seine Söhne und seine Frau kamen zu
ze des Hügels stehen, mit dem Stab Gottes Mose in die Wüste, als er sich an dem
in meiner Hand. 10 Und Josua machte es Berg Gottes gelagert hatte. 6 Und er ließ
so, wie Mose ihm sagte, und er kämpfte ge- Mose sagen: Ich, Jethro, dein Schwieger-
gen Amalek. Mose aber und Aaron und Hur vater, bin zu dir gekommen, und deine
stiegen auf die Spitze des Hügels. Frau und ihre beiden Söhne mit ihr.

a (17,9) Josua (hebr. Jehoschua) bedeutet »der HERR ist Rettung«; denselben Namen trägt später der Sohn Gottes,
Jesus Christus (Jesus ist die gr. Umschrift von Jehoschua).
82 2. MOSE 18.19
7 Da ging Mose hinaus, seinem Schwie- meine Stimme; ich will dir raten, und
gervater entgegen, und beugte sich nie- Gott wird mit dir sein. Tritt du für das Volk
der vor ihm und küßte ihn. Und als sie vor Gott, und bringe du ihre Anliegen
einander gegrüßt hatten, gingen sie in das vor Gott, 20 und erkläre ihnen die Ord-
Zelt. 8 Da erzählte Mose seinem Schwie- nungen und Gesetze, daß du ihnen den
gervater alles, was der HERR dem Pharao Weg verkündest, auf dem sie wandeln,
und den Ägyptern um Israels willen ge- und die Werke, die sie tun sollen. 21 Sieh
tan hatte, und alle Mühsal, die ihnen auf dich aber unter allem Volk nach tüchtigen
dem Weg begegnet war, und wie der HERR Männern um, die Gott fürchten, Männer
sie errettet hatte. 9 Jethro aber freute sich der Wahrheit, die dem ungerechten Ge-
über alles Gute, das der HERR an Israel ge- winn feind sind; die setze über sie als
tan hatte, und daß er sie errettet hatte Oberste über tausend, über hundert, über
aus der Hand der Ägypter. 10 Und Jethro fünfzig und über zehn, 22 damit sie dem
sprach: Gelobt sei der HERR, der euch er- Volk allezeit Recht sprechen; alle wich-
rettet hat aus der Hand der Ägypter und tigen Sachen aber sollen sie vor dich
aus der Hand des Pharao, ja, der sein bringen, und alle geringen Sachen sollen
Volk aus der Gewalt der Ägypter errettet sie selbst richten; so wird es dir leichter
hat! 11 Nun weiß ich, daß der HERR größer werden, wenn sie die Bürde mit dir tra-
ist als alle Götter; denn in der Sache, wor- gen. 23 Wenn du das tun wirst, und wenn
in sie in Vermessenheit handelten, ist er es dir Gott gebietet, so wirst du bestehen
über sie gekommen! können; und dann wird auch dieses gan-
12 Und Jethro, Moses Schwiegervater, ze Volk in Frieden an seinen Ort kom-
nahm Brandopfer und Schlachtopfer, um men!
Gott zu opfern. Da kamen Aaron und 24 Da folgte Mose der Stimme seines
alle Ältesten von Israel, um mit Moses Schwiegervaters und tat alles, was er sag-
Schwiegervater ein Mahl zu halten vor te. 25 Und er erwählte tüchtige Männer
dem Angesicht Gottes. aus ganz Israel und machte sie zu Häup-
tern über das Volk, zu Obersten über
Einsetzung von Vorstehern über das Volk tausend, über hundert, über fünfzig und
5Mo 1,9-18; 16,18-20; 2Chr 19,4-10
über zehn, 26 damit sie dem Volk allezeit
13 Und es geschah am folgenden Tag, da Recht sprechen sollten; die schweren Sa-
setzte sich Mose, um das Volk zu richten; chen brachten sie vor Mose, die geringen
und das Volk stand um Mose her vom Sachen aber richteten sie selbst.
Morgen bis zum Abend. 14 Als aber Moses 27 Darauf ließ Mose seinen Schwiegerva-
Schwiegervater alles sah, was er mit dem ter ziehen, und er kehrte in sein Land
Volk tat, sprach er: Was tust du denn mit zurück.
dem Volk? Warum sitzt du allein, und das
ganze Volk steht um dich her vom Morgen DAS VOLK ISRAEL SCHLIESST DEN BUND
bis zum Abend? 15 Mose antwortete sei- MIT DEM HERRN AM BERG SINAI
nem Schwiegervater: Das Volk kommt zu Kapitel 19 - 24
mir, um Gott zu befragen. 16 Denn wenn
sie eine Rechtssache haben, kommen sie Die Berufung und Vorbereitung des Volkes
5Mo 5,2; 7,6-8; 26,17-19
zu mir, daß ich entscheide, wer von bei-
den recht hat, und damit ich ihnen Gottes Im dritten Monat nach dem Aus-
Ordnungen und seine Gesetze verkünde. zug der Kinder Israels aus dem
17 Aber Moses Schwiegervater sprach zu Land Ägypten kamen sie an eben diesem
ihm: Es ist nicht gut, was du tust! 18 Du Tag in die Wüste Sinai. 2 Sie waren von
wirst müde und kraftlos, sowohl du als Rephidim ausgezogen und in die Wüste
auch das Volk, das bei dir ist; denn diese Sinai gekommen und lagerten sich in
Sache ist zu schwer für dich, du kannst der Wüste; und Israel lagerte sich dort
sie allein nicht ausrichten. 19 So höre auf dem Berg gegenüber. 3 Mose aber stieg
2. MOSE 19 83
hinauf zu Gott; denn der HERR rief ihm Mose vom Berg herab zum Volk und hei-
vom Berg aus zu und sprach: So sollst du ligte das Volk; und sie wuschen ihre Klei-
zum Haus Jakobs sagen und den Kindern der. 15 Und er sprach zum Volk: Seid be-
Israels verkündigen: 4 Ihr habt gesehen, reit für den dritten Tag, keiner nahe sich
was ich an den Ägyptern getan habe, und seiner Frau!
wie ich euch auf Adlersflügeln getragen
und euch zu mir gebracht habe. 5 Wenn Die Erscheinung des HERRN auf dem Sinai
Hebr 12,18-20
ihr nun wirklich meiner Stimme Gehör
schenken und gehorchen werdet und 16 Und es geschah, als der dritte Tag kam
meinen Bund bewahrt, so sollt ihr vor und es noch früh am Morgen war, da er-
allen Völkern mein besonderes Eigen- hob sich ein Donnern und Blitzen, und
tum sein; denn die ganze Erde gehört eine dichte Wolke lag auf dem Berg, und
mir, 6 ihr aber sollt mir ein Königreich [es ertönte] ein sehr lauter Schall von
von Priestern und ein heiliges Volk sein! Schopharhörnerna. Da erschrak das gan-
Das sind die Worte, die du den Kindern ze Volk, das im Lager war. 17 Und Mose
Israels sagen sollst. führte das Volk aus dem Lager, Gott ent-
7 Und Mose kam und rief die Ältesten gegen, und sie stellten sich unten am Berg
des Volkes zu sich und legte ihnen alle auf. 18 Aber der ganze Berg Sinai rauchte,
diese Worte vor, die der HERR ihm ge- weil der HERR im Feuer auf ihn herabstieg.
boten hatte. 8 Da antwortete das ganze Und sein Rauch stieg auf wie der Rauch
Volk miteinander und sprach: Alles, was eines Schmelzofens, und der ganze Berg
der HERR gesagt hat, das wollen wir tun! erbebte heftig.
Und Mose überbrachte dem HERRN die 19 Und der Hörnerschall wurde immer
Antwort des Volkes. 9 Da sprach der HERR stärker. Mose redete, und Gott antworte-
zu Mose: Siehe, ich will in einer dichten te ihm mit lauter Stimme. 20 Als nun der
Wolke zu dir kommen, damit das Volk HERR auf den Berg Sinai, oben auf den
meine Worte hört, die ich mit dir rede, Gipfel des Berges herabgekommen war,
und auch dir für alle Zeit glaubt. Und rief er Mose hinauf auf den Gipfel des
Mose verkündete dem HERRN die Worte Berges. Und Mose stieg hinauf.
des Volkes. 21 Da sprach der HERR zu Mose: Steige hin-
10 Da sprach der HERR zu Mose: Geh ab und ermahne das Volk, daß sie nicht
zum Volk und heilige sie heute und mor- zum HERRN durchbrechen, um zu schau-
gen; und sie sollen ihre Kleider waschen; en, und viele von ihnen fallen! 22 Auch
11 und sie sollen bereit sein für den drit- die Priester, die dem HERRN nahen, sollen
ten Tag; denn am dritten Tag wird der HERR sich heiligen, daß der HERR nicht einen
vor den Augen des ganzen Volkes herab- Riß unter ihnen macht!
steigen auf den Berg Sinai. 12 Und ziehe 23 Mose aber sprach zum HERRN: Das Volk
dem Volk eine Grenze ringsum und sprich kann nicht auf den Berg Sinai steigen,
zu ihnen: Hütet euch davor, auf den Berg denn du hast uns bezeugt und gesagt:
zu steigen und seinen Fuß anzurühren! Ziehe eine Grenze um den Berg und hei-
Denn jeder, der den Berg anrührt, muß lige ihn! 24 Der HERR sprach zu ihm: Geh
unbedingt sterben! 13 Niemandes Hand hin, steige hinab! Danach sollst du hin-
soll ihn anrühren, sonst soll derjenige un- aufsteigen und Aaron mit dir; aber die
bedingt gesteinigt oder erschossen wer- Priester und das Volk sollen nicht durch-
den; es sei ein Tier oder ein Mensch, brechen, um zum HERRN hinaufzustei-
er soll nicht am Leben bleiben. Wenn gen, damit er nicht einen Riß unter ihnen
aber das Horn anhaltend ertönt, dann macht! 25 Und Mose stieg zum Volk hin-
sollen sie zum Berg kommen! 14 Da stieg unter und sagte es ihnen.

a (19,16) d.h. Widderhörnern, die als Signalinstrument zur Warnung oder zum Heroldsruf (z.B. bei der Königs-
krönung) verwendet wurden.
84 2. MOSE 20.21
Gott gibt die zehn Gebote noch seinen Esel, noch irgend etwas, das
5Mo 5,2-22; Mt 22,37-40; Joh 1,17 dein Nächster hat!
Und Gott redete alle diese Worte 18 Und das ganze Volk nahm das Donnern
und sprach: und die Flammen wahr und den Schall
2 Ich bin der HERR, dein Gott, der ich dich der Schopharhörner und den rauchenden
aus dem Land Ägypten, aus dem Haus Berg. Als nun das Volk dies wahrnahm,
der Knechtschaft, herausgeführt habe. zitterte es und stand von ferne, 19 und es
3 Du sollst keine anderen Götter neben sprach zu Mose: Rede du mit uns, und
mir haben! wir wollen hören; aber Gott soll nicht
4 Du sollst dir kein Bildnis noch irgend mit uns reden, sonst müssen wir sterben!
ein Gleichnis machen, weder von dem, 20 Mose aber sprach zum Volk: Fürchtet
was oben im Himmel, noch von dem, was euch nicht, denn Gott ist gekommen, um
unten auf Erden, noch von dem, was in euch zu prüfen, und damit die Furcht vor
den Wassern, unter der Erde ist. 5 Bete sie ihm euch vor Augen sei, damit ihr nicht
nicht an und diene ihnen nicht! Denn ich, sündigt! 21 Und das Volk stand von ferne;
der HERR, dein Gott, bin ein eifersüchtiger Mose aber nahte sich zu dem Dunkel, in
Gott, der die Schuld der Väter heimsucht dem Gott war.
an den Kindern bis in das dritte und vier- 22 Und der HERR sprach zu Mose: So sollst
te Glied derer, die mich hassen, 6 der aber du zu den Kindern Israels sprechen: Ihr
Gnade erweist an vielen Tausenden, die habt gesehen, daß ich vom Himmel her zu
mich lieben und meine Gebote halten. euch geredet habe. 23 Darum sollt ihr ne-
7 Du sollst den Namen des HERRN, deines ben mir keine Götter aus Silber machen,
Gottes, nicht mißbrauchen! Denn der auch Götter aus Gold sollt ihr euch nicht
HERR wird den nicht ungestraft lassen, der machen. 24 Einen Altar aus Erde sollst du
seinen Namen mißbraucht. mir machen und darauf deine Brandop-
8 Gedenke an den Sabbattag und heilige fer und deine Friedensopfer, deine Schafe
ihn! 9 Sechs Tage sollst du arbeiten und und deine Rinder darbringen; an jedem
alle deine Werke tun; 10 aber am siebten Ort, wo ich meines Namens gedenken las-
Tag ist der Sabbat des HERRN, deines Got- se, dort will ich zu dir kommen und dich
tes; da sollst du kein Werk tun; weder segnen. 25 Und wenn du mir einen stei-
du, noch dein Sohn, noch deine Tochter, nernen Altar machen willst, sollst du ihn
noch dein Knecht, noch deine Magd, nicht aus behauenen Steinen bauen; denn
noch dein Vieh, noch dein Fremdling, der wenn du deinen Meißel darüber schwin-
innerhalb deiner Tore lebt. 11 Denn in gen würdest, so würdest du ihn entwei-
sechs Tagen hat der HERR Himmel und hen. 26 Du sollst auch nicht auf Stufen zu
Erde gemacht und das Meer und alles, meinem Altar hinaufsteigen, damit deine
was darinnen ist, und er ruhte am sieb- Blöße nicht aufgedeckt wird vor ihm!
ten Tag; darum hat der HERR den Sabbat-
tag gesegnet und geheiligt. Gott gibt Rechtsbestimmungen
12 Du sollst deinen Vater und deine Mut- für das Leben des Volkes
ter ehren, damit du lange lebst in dem 5Mo 15,12-18; 21,10-14
Land, das der HERR, dein Gott, dir gibt! Und das sind die Rechtsbestimmun-
13 Du sollst nicht töten! gen, die du ihnen vorlegen sollst:
14 Du sollst nicht ehebrechen!
15 Du sollst nicht stehlen! Das Recht des hebräischen Sklaven
16 Du sollst kein falsches Zeugnis reden 2 Wenn du einen hebräischen Sklaven
gegen deinen Nächsten! kaufst, soll er sechs Jahre lang dienen,
17 Du sollst nicht begehren das Haus dei- und im siebten soll er unentgeltlich frei-
nes Nächsten! Du sollst nicht begehren gelassen werden. 3 Ist er allein gekom-
die Frau deines Nächsten, noch seinen men, so soll er auch allein entlassen wer-
Knecht, noch seine Magd, noch sein Rind, den; ist er aber verheiratet gekommen, so
2. MOSE 21 85
soll seine Frau mit ihm gehen. 4 Hat ihm 17 Auch wer seinem Vater oder seiner
aber sein Herr eine Frau gegeben, und Mutter flucht, soll unbedingt sterben.
diese hat ihm Söhne oder Töchter gebo- 18 Wenn Männer miteinander streiten,
ren, so soll die Frau samt ihren Kindern und einer schlägt den anderen mit einem
seinem Herrn gehören; er aber soll allein Stein oder mit der Faust, daß er nicht
entlassen werden. stirbt, aber im Bett liegen muß: 19 wenn
5 Wenn aber der Sklave erklärt: Ich liebe er soweit wieder hergestellt wird, daß er
meinen Herrn, meine Frau und meine auf einen Stock gestützt ausgehen kann,
Kinder, ich will nicht freigelassen wer- so soll der, welcher ihn geschlagen hat,
den!, 6 so soll ihn sein Herr vor Gott straflos bleiben; nur soll er ihn für das
bringen und ihn an die Tür oder den Pfo- Versäumte entschädigen und für seine
sten stellen, und er soll ihm seine Ohren völlige Heilung sorgen.
mit einem Pfriema durchbohren, damit 20 Und wer seinen Sklaven oder seine
er ihm diene für alle Zeiten. Sklavin mit einem Stock schlägt, so daß
7 Wenn aber jemand seine Tochter als Skla- sie ihm unter der Hand sterben, der soll
vin verkauft, so soll sie nicht wie die Skla- unbedingt bestraft werden; 21 stehen sie
ven freigelassen werden. 8 Wenn sie ih- aber nach einem oder zwei Tagen wieder
rem Herrn, der sie für sich bestimmt hatte, auf, so soll er nicht bestraft werden, weil
mißfällt, so soll er sie loskaufen lassen; es sein eigener Schaden ist.
aber er hat keine Macht, sie unter ein frem- 22 Wenn Männer sich streiten und eine
des Volk zu verkaufen, weil er treulos an ihr schwangere Frau stoßen, so daß eine
gehandelt hat. 9 Verheiratet er sie aber mit Frühgeburt eintritt, aber sonst kein Scha-
seinem Sohn, so soll er nach dem Recht der den entsteht, so muß [dem Schuldigen]
Töchter mit ihr handeln. 10 Wenn er sich eine Geldstrafe auferlegt werden, wie sie
aber eine andere nimmt, so soll er jener der Ehemann der Frau festsetzt; und er
nichts schmälern an Nahrung, Kleidung soll sie auf richterliche Entscheidung hin
und der ehelichen Beiwohnung. 11 Wenn geben. 23 Wenn aber ein Schaden ent-
er diese drei Dinge nicht tut, so soll sie steht, so sollst du geben: Leben um Le-
umsonst frei werden, ohne Lösegeld. ben, 24 Auge um Auge, Zahn um Zahn,
Hand um Hand, Fuß um Fuß, 25 Brand-
Bestimmungen über Totschlag und mal um Brandmal, Wunde um Wunde,
Körperverletzung Beule um Beule.
4Mo 35,16-34
26 Wenn jemand seinem Knecht oder sei-
12 Wer einen Menschen schlägt, daß er ner Magd ein Auge ausschlägt, so soll er
stirbt, der soll unbedingt sterben. 13 Hat sie freilassen für das Auge. 27 Und wenn
er ihm aber nicht nachgestellt, sondern er dem Knecht oder der Magd einen Zahn
hat Gott es seiner Hand geschehen las- ausschlägt, soll er sie auch freilassen für
sen, so will ich dir einen Ort bestimmen, den Zahn.
wohin er fliehen soll. 14 Wenn aber je- 28 Wenn ein Rind einen Mann oder eine
mand gegen seinen Nächsten frevelhaft Frau zu Tode stößt, so soll man es unbe-
handelt, so daß er ihn vorsätzlich um- dingt steinigen und sein Fleisch nicht es-
bringt, [sogar] von meinem Altar sollst du sen; der Eigentümer des Rindes aber soll
ihn wegholen, damit er stirbt! unbestraft bleiben. 29 Ist aber das Rind
15 Wer seinen Vater oder seine Mutter seit mehreren Tagen stößig gewesen und
schlägt, der soll unbedingt sterben. wurde sein Eigentümer deshalb verwarnt,
16 Wer einen Menschen raubt, sei es, daß hat es aber doch nicht in Verwahrung ge-
er ihn verkauft oder daß man ihn noch tan, so soll das Rind, das einen Mann
in seiner Hand findet, der soll unbedingt oder eine Frau getötet hat, gesteinigt
sterben. werden, und auch sein Eigentümer soll
sterben. 30 Wird ihm aber ein Lösegeld
a (21,6) d.h. eine starke Nadel zur Lederverarbeitung. auferlegt, so soll er zur Erlösung seiner
86 2. MOSE 21.22
Seele soviel geben, wie man ihm aufer- Feld, so soll der, welcher den Brand ver-
legt. 31 Wenn es einen Sohn oder eine ursacht hat, unbedingt den Schaden er-
Tochter stößt, so soll man ihn auch nach setzen.
diesem Recht behandeln. 32 Wenn aber 6 Wenn einer seinem Nächsten Geld oder
das Rind einen Sklaven stößt oder eine Hausrat zur Verwahrung gibt, und es wird
Sklavin, so soll man ihrem Herrn 30 Sche- aus dem Haus des Betreffenden gestoh-
kel Silber bezahlen; das Rind aber muß len, so soll der Dieb, wenn er erwischt
gesteinigt werden. wird, es doppelt ersetzen. 7 Ist aber der
33 Wenn jemand eine Zisterne aufdeckt oder Dieb nicht zu finden, so soll der Hausherr
eine solche gräbt und sie nicht zudeckt, und vor Gott treten, ob er sich nicht am Gut
es fällt ein Rind oder Esel hinein, 34 so hat seines Nächsten vergriffen hat.
der Zisternenbesitzer den Eigentümer des 8 Bei jedem Fall von Veruntreuung, sei es
Viehs mit Geld zu entschädigen, das tote ein Rind, ein Esel, ein Schaf, ein Kleid,
Tier aber soll ihm gehören. oder was sonst abhanden gekommen sein
35 Wenn jemandes Rind das Rind eines mag, wovon einer behauptet: Der hat es!
anderen zu Tode stößt, so sollen sie das — so soll beider Aussage vor Gott gelan-
lebendige Rind verkaufen und das Geld gen; wen Gott schuldig spricht, der soll es
teilen und das tote [Rind] auch teilen. seinem Nächsten doppelt ersetzen.
36 Wußte man aber, daß das Rind schon 9 Wenn jemand seinem Nächsten einen
seit etlichen Tagen stößig war und hat Esel oder ein Rind oder ein Schaf oder ir-
sein Herr es doch nicht in Verwahrung gend ein Vieh zu hüten gibt, und es kommt
getan, so soll er das Rind ersetzen und um oder nimmt Schaden oder wird ge-
das tote behalten. raubt, ohne daß es jemand sieht, 10 so soll
ein Eid bei dem HERRN zwischen beiden
Schaden und Schadenersatz entscheiden, daß jener sich nicht am Gut
2Mo 20,15; 3Mo 5,21-26
seines Nächsten vergriffen hat; und der
37 Wenn jemand ein Rind stiehlt oder ein Eigentümer soll ihn annehmen und keine
Schaf und es schlachtet oder verkauft, so Entschädigung erhalten. 11 Ist es ihm aber
soll er fünf Rinder für eines erstatten und wirklich gestohlen worden, so soll er es
vier Schafe für eines. dem Eigentümer ersetzen; 12 wenn es aber
[von einem wilden Tier] zerrissen worden
Wird ein Dieb beim Einbruch er- ist, so soll er das Zerrissene zum Beweis
tappt und geschlagen, so daß er beibringen; bezahlen muß er es nicht.
stirbt, so hat man keine Blutschuld; 2 ist 13 Leiht jemand etwas von seinem Näch-
aber die Sonne über ihm aufgegangen, so sten, und es wird beschädigt oder kommt
hat man Blutschuld. [Der Dieb] soll Er- um, ohne daß der Eigentümer dabei ist,
satz leisten; hat er aber nichts, so verkaufe so muß er es ersetzen; 14 ist der Eigen
man ihn um den Wert des Gestohlenen. tümer dabei, so braucht jener es nicht zu
3 Wird das Gestohlene noch lebend bei ersetzen; ist es ein gemietetes [Tier], so
ihm vorgefunden, es sei ein Rind, ein ist es inbegriffen in seiner Miete.
Esel oder ein Schaf, so soll er es doppelt
Sittengesetze
wiedererstatten.
5Mo 22,28-29; 5Mo 13
4 Wenn jemand ein Feld oder einen Wein-
berg abweiden läßt, und er läßt dem Vieh 15 Wenn ein Mann eine Jungfrau verführt,
freien Lauf, daß es auch das Feld eines die noch nicht verlobt ist, und er liegt bei
anderen abweidet, so soll er das Beste sei- ihr, so muß er sie sich durch Bezahlung
nes eigenen Feldes und das Beste seines des Brautpreises zur Ehefrau nehmen.
Weinbergs dafür geben. 16 Will aber ihr Vater sie ihm überhaupt
5 Bricht Feuer aus und ergreift eine Dorn- nicht geben, so soll er ihm soviel bezah-
hecke und frißt einen Garbenhaufen oder len, wie der Brautpreis für eine Jungfrau
das stehende Getreide oder das ganze beträgt.
2. MOSE 22.23 87
Zauberei, Götzendienst und Greuel darum sollt ihr kein Fleisch essen, das auf
werden mit dem Tod bestraft dem Feld [von wilden Tieren] zerrissen
17 Eine Zauberin sollst du nicht am Le- worden ist, sondern ihr sollt es den Hun-
ben lassen! den vorwerfen.
18 Jeder, der bei einem Vieh liegt, soll un-
bedingt sterben. Gerechtigkeit und Nächstenliebe
19 Jeder, der den Göttern opfert und nicht Spr 19,5.9; 3Mo 19,15-18; 5Mo 19,16-20
dem HERRN allein, der soll dem Bann ver- Du sollst kein falsches Gerücht ver-
fallen. breiten! Leihe keinem Gottlosen
deine Hand, so daß du durch dein Zeug-
Schutz der Schwachen nis einen Frevel unterstützt.
3Mo 19,33-34; 5Mo 24,10-15; 24,17-22
2 Du sollst nicht der Menge folgen zum
20 Den Fremdling sollst du nicht bedrän- Bösen und sollst vor Gericht deine Aus-
gen noch bedrücken; denn ihr seid auch sagen nicht nach der Menge richten, um
Fremdlinge gewesen im Land Ägypten. das Recht zu beugen. 3 Du sollst auch
21 Ihr sollt keine Witwen und Waisen den Armen nicht begünstigen in seinem
bedrücken. 22 Wenn du sie dennoch in ir- Rechtsstreit.
gendeiner Weise bedrückst, und sie schrei- 4 Wenn du das Rind deines Feindes oder
en zu mir, so werde ich ihr Schreien gewiß seinen Esel antriffst, der sich verlaufen
erhören, 23 und dann wird mein Zorn ent- hat, so sollst du ihm denselben auf jeden
brennen, so daß ich euch mit dem Schwert Fall wiederbringen. 5 Siehst du den Esel
umbringe, damit eure Frauen zu Witwen deines Feindes unter seiner Last erliegen,
werden und eure Kinder zu Waisen! könntest du es unterlassen, ihm zu hel-
24 Wenn du meinem Volk Geld leihst, ei- fen? Du sollst ihm samt jenem unbedingt
nem Armen, der bei dir wohnt, so sollst aufhelfen!
du an ihm nicht handeln wie ein Wu- 6 Du sollst das Recht deines Armen nicht
cherer; du sollst ihm keinen Zins auferle- beugen in seinem Rechtsstreit. 7 Von ei-
gen. 25 Wenn du je das Obergewand dei- ner betrügerischen Sache halte dich fern;
nes Nächsten als Pfand nimmst, so sollst und den Unschuldigen und Gerechten
du es ihm wiedergeben bis zum Sonnen- bringe nicht um; denn ich spreche kei-
untergang; 26 denn es ist seine einzige nen Gottlosen gerecht.
Decke, das Gewand, das er auf der Haut 8 Und nimm kein Bestechungsgeschenk
trägt! Worin soll er sonst schlafen? Wenn an! Denn das Bestechungsgeschenk macht
er aber zu mir schreit, so erhöre ich ihn; die Sehenden blind und verkehrt die Sa-
denn ich bin gnädig. che der Gerechten.
9 Und bedrücke den Fremdling nicht;
Gebote der Gottesfurcht denn ihr wißt, wie es den Fremdlingen
Röm 13,1-7; 2Mo 13,11-16; Spr 3,7-10
zumute ist; denn ihr seid Fremdlinge ge-
27 Gott sollst du nicht lästern, und einem wesen im Land Ägypten.
Obersten deines Volkes sollst du nicht flu-
chen! Sabbatjahr und Sabbat
28 Den Ertrag deines Feldes und den 3Mo 25,1-7; 5Mo 5,13-15
Überfluß deiner Kelter sollst du nicht zu- 10 Sechs Jahre sollst du dein Land besäen
rückbehalten. Deinen erstgeborenen Sohn und seinen Ertrag einsammeln; 11 aber
sollst du mir geben!a 29 Dasselbe sollst du im siebten sollst du es brach liegen und
tun mit deinem Rind und deinem Schaf; ruhen lassen, damit sich die Armen dei-
sieben Tage darf es bei seiner Mutter blei- nes Volkes davon ernähren können; und
ben, am achten Tag sollst du es mir geben! was sie übriglassen, das mögen die Tiere
30 Und ihr sollt mir heilige Leute sein; des Feldes fressen. Dasselbe sollst du

a (22,28) d.h. er sollte Gott geweiht und durch ein Lösegeld ausgelöst werden (vgl. 2Mo 13,11-13)
88 2. MOSE 23
mit deinem Weinberg und mit deinem reitet habe. 21 Hüte dich vor ihm und ge-
Ölbaumgarten tun. horche seiner Stimme und sei nicht wi-
12 Sechs Tage sollst du deine Werke ver- derspenstig gegen ihn; denn er wird eure
richten, aber am siebten Tag sollst du ru- Übertretungen nicht ertragen; denn mein
hen, damit dein Rind und dein Esel aus- Name ist in ihm. 22 Wenn du aber seiner
ruhen und der Sohn deiner Magd und Stimme wirklich gehorchen und alles tun
der Fremdling sich erholen können. wirst, was ich sage, so will ich der Feind dei-
13 Habt sorgfältig acht auf alles, was ich ner Feinde sein und der Widersacher dei-
euch befohlen habe! Und die Namen der ner Widersacher. 23 Wenn nun mein Engel
fremden Götter sollt ihr nicht erwähnen; vor dir hergeht und dich zu den Amoritern,
sie sollen gar nicht über eure Lippen Hetitern, Pheresitern, Kanaanitern, Hewi-
kommen! tern und Jebusitern bringt und ich sie ver-
tilge, 24 so sollst du ihre Götter nicht an-
Die drei großen Jahresfeste beten, noch ihnen dienen, und sollst es
2Mo 34,18-16; 5Mo 16,1-17
nicht machen wie sie; sondern du sollst
14 Dreimal im Jahr sollst du mir ein Fest sie vollständig zerstören und ihre Säulen
feiern. ganz niederreißen. 25 Und ihr sollt dem
15 Das Fest der ungesäuerten Brote sollst HERRN, eurem Gott, dienen, so wird er dein
du halten: sieben Tage sollst du unge- Brot und dein Wasser segnen; und ich will
säuertes Brot essen zur bestimmten Zeit die Krankheit aus deiner Mitte hinwegneh-
im Monat Abib, so wie ich es dir befoh- men. 26 Es soll keine Fehlgebärende oder
len habe; denn in diesem [Monat] bist du Unfruchtbare in deinem Land sein; ich will
aus Ägypten ausgezogen. Und man soll die Zahl deiner Tage voll machen.
nicht mit leeren Händen vor meinem An- 27 Ich will meinen Schrecken vor dir her-
gesicht erscheinen. senden und will alle Völker in Verwirrung
16 Sodann das Fest der Ernte, wenn du bringen, zu denen du kommst, und will
die Erstlinge deiner Arbeit darbringst von alle deine Feinde vor dir fliehen lassen.
dem, was du auf dem Feld gesät hast; und 28 Ich will die Hornisse vor dir hersenden,
das Fest der Einbringung am Ausgang des damit sie die Hewiter, die Kanaaniter und
Jahres, wenn du den Ertrag deiner Arbeit Hetiter vor dir her vertreibt. 29 Ich will
vom Feld eingebracht hast.a sie aber nicht in einem Jahr vor dir ver-
17 Dreimal im Jahr sollen alle deine Män- treiben, damit das Land nicht zur Einöde
ner erscheinen vor dem Angesicht GOT- wird und die wilden Tiere sich nicht ver-
TES, des Herrn! mehren zu deinem Schaden. 30 Nach und
18 Du sollst das Blut meiner Opfer nicht nach will ich sie vor dir vertreiben, in dem
zusammen mit Sauerteig darbringen, und Maß, wie du an Zahl zunimmst, so daß du
das Fett meiner Festopfer soll nicht blei- das Land in Besitz nehmen kannst. 31 Und
ben bis zum anderen Morgen. ich setze deine Grenze vom Schilfmeer bis
19 Die frühesten Erstlinge deines Ackers zum Meer der Philister und von der Wüste
sollst du in das Haus des HERRN, deines bis zum Strom [Euphrat]; denn ich will
Gottes, bringen. Du sollst ein Böcklein die Bewohner des Landes in eure Hand
nicht in der Milch seiner Mutter kochen! geben, daß du sie vor dir vertreibst. 32 Du
sollst mit ihnen und mit ihren Göttern
Mahnungen für die Besitznahme von keinen Bund schließen! 33 Sie sollen nicht
Kanaan. Warnung vor dem Götzendienst in deinem Land wohnen bleiben, damit
2Mo 34,11-16; 5Mo 7
sie dich nicht zur Sünde gegen mich ver-
20 Siehe, ich sende einen Engel vor dir leiten; denn du würdest ihren Göttern die-
her, damit er dich behüte auf dem Weg nen, und sie würden dir zum Fallstrick
und dich an den Ort bringe, den ich be- werden!

a (23,16) Hier sind das Wochenfest (vgl. 2Mo 34,22; 3Mo 23,15-21) und das Laubhüttenfest (3Mo 23,33-36) gemeint.
2. MOSE 24.25 89
Der Bundesschluß am Sinai ich geschrieben habe, um sie zu unter-
Und er sprach zu Mose: Steige her- weisen!
auf zum HERRN, du und Aaron, Na- 13 Da machte sich Mose auf samt seinem
dab und Abihu und 70 von den Ältesten Diener Josua, und Mose stieg auf den
Israels, und betet an von ferne! 2 Aber Berg Gottes. 14 Zu den Ältesten aber hatte
Mose allein soll sich zu dem HERRN nahen; er gesagt: Erwartet uns hier, bis wir wie-
jene sollen sich nicht nahen, und das Volk der zu euch kommen; seht, Aaron und
soll nicht mit ihnen heraufkommen! Hur sind bei euch; wer eine Angelegen-
3 Und Mose kam und verkündigte dem heit hat, der wende sich an sie!
Volk alle Worte des HERRN und alle Verord- 15 Als nun Mose auf den Berg stieg, be-
nungen. Da antwortete das Volk einstim- deckte eine Wolke den Berg. 16 Und die
mig und sprach: Alle Worte, die der HERR Herrlichkeit des HERRN ruhte auf dem
geredet hat, wollen wir tun! Berg Sinai, und die Wolke bedeckte ihn
4 Da schrieb Mose alle Worte des HERRN sechs Tage lang; am siebten Tag aber rief
nieder. Und er stand früh am Morgen auf er Mose von der Wolke aus zu. 17 Und die
und errichtete einen Altar unten am Berg Herrlichkeit des HERRN erschien den Kin-
und zwölf Gedenksteine für die zwölf dern Israels wie ein verzehrendes Feuer
Stämme Israels. 5 Und Mose sandte junge oben auf dem Gipfel des Berges. 18 Mose
israelitische Männer, damit sie Brandop- aber ging mitten in die Wolke hinein, als
fer darbrachten und Jungstiere opferten er den Berg bestieg; und Mose blieb 40
als Friedensopfer für den HERRN. 6 Und Tage und 40 Nächte auf dem Berg.
Mose nahm die Hälfte des Blutes und goß
es in Schalen; aber die andere Hälfte des GOTTES WEISUNGEN FÜR SEIN HEILIGTUM
Blutes sprengte er auf den Altar. 7 Darauf Kapitel 25 - 31
nahm er das Buch des Bundes und las es
vor den Ohren des Volkes. Und sie spra- Die freiwilligen Gaben für die Stiftshütte
2Mo 35,4-29
chen: Alles, was der HERR gesagt hat, das
wollen wir tun und darauf hören! Und der HERR redete zu Mose und
8 Da nahm Mose das Blut und sprengte sprach: 2 Sage den Kindern Israels,
es auf das Volk und sprach: Seht, das ist daß sie mir freiwillige Gaben bringen; und
das Blut des Bundes, den der HERR mit von jedem, den sein Herz dazu treibt, sollt
euch geschlossen hat aufgrund aller die- ihr die freiwillige Gabe annehmen! 3 Das
ser Worte! sind aber die Gaben, die ihr von ihnen
9 Da stiegen Mose und Aaron, Nadab und nehmen sollt: Gold, Silber, Erza, 4 blauen
Abihu und 70 von den Ältesten Israels und roten Purpur und Karmesin, weißes
hinauf; 10 und sie sahen den Gott Israels; Leinen und Ziegenhaar, 5 rötliche Wid-
und unter seinen Füßen war es wie ein derfelle, Seekuhfelle und Akazienholz, 6 Öl
Gebilde von Saphirplatten und so klar wie für den Leuchter, Spezereib für das Salböl
der Himmel selbst. 11 Und er legte seine und für wohlriechendes Räucherwerk,
Hand nicht an die Auserwählten der Kin- 7 Onyxsteine und Steine zum Besatz für
der Israels. Und sie schauten Gott und das Ephodc und für das Brustschild. 8 Und
aßen und tranken. sie sollen mir ein Heiligtum machen, da-
12 Und der HERR sprach zu Mose: Steige mit ich in ihrer Mitte wohne! 9 Genau so,
zu mir herauf auf den Berg und bleibe wie ich dir das Vorbild der Wohnung und
dort, so will ich dir die steinernen Tafeln das Vorbild aller ihrer Geräte zeigen wer-
geben und das Gesetz und das Gebot, das de, so sollt ihr es machen.

a (25,3) d.h. Bronze, eine Mischung von Kupfer und ches, die vor allem für den Opferdienst verwendet
Zinn. wurden.
b (25,6) Bezeichnung für verschiedene wohlriechende c (25,7) ein kunstvoll gearbeitetes Schulterkleid für den
Pflanzenbestandteile, besonders des Balsamstrau- Hohenpriester.
90 2. MOSE 25
Die Bundeslade schen den beiden Cherubim, die auf der
2Mo 37,1-9 Lade des Zeugnisses sind, über alles, was
10 Und sie sollen eine Lade aus Akazien- ich dir für die Kinder Israels befehlen
holz anfertigen, zweieinhalb Ellen soll ihre will.
Länge sein, anderthalb Ellen ihre Breite
und anderthalb Ellen ihre Höhe. 11 Die Der Schaubrottisch
sollst du mit reinem Gold überziehen, 2Mo 37,10-16
inwendig und auswendig sollst du sie 23 Du sollst auch einen Tisch aus Akazi-
überziehen; und mache ringsum einen enholz herstellen; zwei Ellen soll seine
goldenen Kranz daran. 12 Du sollst auch Länge sein und eine Elle seine Breite
vier goldene Ringe für sie gießen und sie und anderthalb Ellen seine Höhe. 24 Und
an ihre vier Ecken setzen, und zwar so, daß du sollst ihn überziehen mit reinem
zwei Ringe auf der einen Seite und zwei Gold und ihn ringsum mit einem gol-
Ringe auf der anderen Seite sind. 13 Und denen Kranz versehen. 25 Auch eine Lei-
stelle Tragstangen aus Akazienholz her ste sollst du ringsum an ihm anbringen,
und überziehe sie mit Gold, 14 und stek- eine Handbreit hoch, und an seiner Leiste
ke die Tragstangen in die Ringe an den ringsum [wieder] einen goldenen Kranz
Seiten der Lade, daß man sie damit tra- befestigen. 26 Und du sollst für ihn vier
gen kann. 15 Die Tragstangen sollen in goldene Ringe machen, die du an den vier
den Ringen der Lade bleiben und nicht Ecken seiner vier Füße anbringen sollst.
daraus entfernt werden. 16 Und du sollst 27 Dicht unter der Leiste sollen die Ringe
das Zeugnisa, das ich dir geben werde, in sein, zur Aufnahme der Tragstangen, da-
die Lade legen. mit man den Tisch tragen kann. 28 Und
17 Du sollst auch einen Sühnedeckelb aus du sollst die Tragstangen aus Akazienholz
reinem Gold anfertigen; zweieinhalb El- machen und sie mit Gold überziehen;
len soll seine Länge und anderthalb El- mit ihnen soll der Tisch getragen werden.
len seine Breite sein. 18 Und du sollst 29 Du sollst auch seine Schüsseln ma-
zwei Cherubimc aus Gold anfertigen; in chen, seine Schalen, seine Kannen und
getriebener Arbeit sollst du sie machen, seine Opferschalen, mit denen man [die
an beiden Enden des Sühnedeckels, 19 so Trankopfer] ausgießt; aus reinem Gold
daß du den einen Cherub am einen Ende sollst du sie machen. 30 Und du sollst al-
machst und den anderen Cherub am an- lezeit Schaubrote auf den Tisch legen, vor
deren Ende; aus einem Stück mit dem meinem Angesicht.
Sühnedeckel sollt ihr die Cherubim ma-
chen an den beiden Enden. 20 Und die Der goldene Leuchter
Cherubim sollen ihre Flügel darüber aus- 2Mo 37,17-24; Offb 1,12
breiten, daß sie mit ihren Flügeln den 31 Du sollst auch einen Leuchter aus rei-
Sühnedeckel beschirmen, und ihre Ange- nem Gold anfertigen; in getriebener Ar-
sichter sollen einander zugewandt sein; beit soll dieser Leuchter gemacht wer-
die Angesichter der Cherubim sollen auf den; sein Fuß und sein Schaft, seine
den Sühnedeckel sehen. 21 Und du sollst Kelche, Knäufe und Blüten sollen aus ei-
den Sühnedeckel oben über die Lade le- nem Stück mit ihm sein. 32 Aus den Seiten
gen und das Zeugnis, das ich dir geben des Leuchters sollen sechs Arme heraus-
werde, in die Lade tun. 22 Dort will ich kommen: drei Arme aus einer Seite des
mit dir zusammenkommen und mit dir Leuchters und drei Arme aus der anderen
reden von dem Sühnedeckel herab, zwi- Seite des Leuchters. 33 An dem einen Arm

a (25,16) d.h. die Tafeln des Bundes. das entsprechende Wort in Hebr 9,5 u. Röm 3,25).
b (25,17) Das hebr. Wort bezeichnet einen Ort, an dem c (25,18) bed. »Große / Gewaltige«; Engelwesen, die in
Sühnung bewirkt wird. Im AT wurde dazu das Blut ei- der Gegenwart Gottes sind und seine Heiligkeit ver-
nes Opfertieres auf den »Sühnedeckel« gesprengt (vgl. teidigen (vgl. 1Mo 3,24; Hes 10).
2. MOSE 25.26 91
sollen drei Kelche wie Mandelblüten sein, anderen Verbindungsstelle; von diesen
mit je einem Knauf und einer Blüte, und Schleifen soll je eine der anderen gegen-
drei Kelche wie Mandelblüten an dem überstehen. 6 Und du sollst 50 goldene
anderen Arm, mit je einem Knauf und ei- Klammern herstellen und mit ihnen die
ner Blüte. So soll es bei den sechs Armen Zeltbahnen zusammenfügen, eine an die
sein, die aus dem Leuchter herauskom- andere, damit die Wohnung ein Ganzes
men. 34 Aber der Schaft des Leuchters soll wird.
vier Kelche wie Mandelblüten haben, mit 7 Du sollst auch Zeltbahnen aus Ziegen-
seinen Knäufen und Blüten; 35 nämlich haar machen, als Zeltdach über die Woh-
einen Knauf unter zwei Armen, und [wie- nung; elf solche Zeltbahnen sollst du her-
der] einen Knauf unter zwei Armen, und stellen. 8 Die Länge einer Zeltbahn soll
[noch] einen Knauf unter zwei Armen; so 30 Ellen sein, die Breite aber 4 Ellen. Und
bei den sechs Armen, die aus dem Leuch- alle elf Zeltbahnen sollen ein Maß ha-
ter herauskommen. 36 Denn ihre Knäufe ben. 9 Füge fünf solcher Zeltbahnen für
und Arme sollen aus einem Stück mit ihm sich aneinander und sechs Zeltbahnen
sein; das Ganze soll eine getriebene Ar- auch für sich, und lege die sechste Zelt-
beit sein, aus reinem Gold. bahn doppelt, an der Vorderseite des Zel-
37 Und du sollst seine sieben Lampen tes. 10 Und du sollst 50 Schleifen machen
machen, und man soll seine Lampen auf- am Saum der einen, äußersten Zeltbahn,
steigend anordnen, damit sie das, was vor an der einen Verbindungsstelle, und 50
ihm liegt, erleuchten. 38 Und ihre Licht- Schleifen am Saum der anderen Zelt-
scheren und Löschnäpfe sollen aus rei- bahn, an der zweiten Verbindungsstelle.
nem Gold sein. 39 Aus einem Talent rei- 11 Und sollst 50 eherne Klammern anfer-
nen Goldes soll man ihn machen mit allen tigen und die Klammern in die Schleifen
diesen Geräten. 40 Und achte sorgfältig stecken, und das Zelt zusammenfügen,
darauf, daß du alles genau nach dem Vor- damit es ein Ganzes wird. 12 Aber von
bild machst, das dir auf dem Berg gezeigt dem Überhang, der an den Zeltbahnen
worden ist! des Zeltes überschüssig ist, soll eine halbe
Zeltbahn an der Rückseite der Wohnung
Die Zeltbahnen für die Stiftshütte überhängen. 13 Von dem Überschuß an
2Mo 36,8-19
der Länge der Zeltbahn des Zeltes soll
Und die Wohnung sollst du aus eine Elle auf dieser und eine Elle auf der
zehn Zeltbahnen machen, aus ge- anderen Seite überhängen, auf beiden
zwirntem Leinen und [Garnen von] blau- Seiten der Wohnung, um sie auf beiden
em und rotem Purpur und Karmesin. Seiten zu bedecken.
Cherubim sollst du in kunstvoller Arbeit 14 Und fertige für das Zeltdach eine Dek-
hineinwirken. 2 Die Länge einer Zeltbahn ke aus rötlichen Widderfellen an, und
soll 28 Ellen sein und ihre Breite 4 Ellen; noch eine Decke aus Seekuhfellen oben
diese Zeltbahnen sollen alle ein Maß ha- darüber.
ben. 3 Fünf Zeltbahnen sollen [zu einem
Ganzen] zusammengefügt sein, eine an Die Bretter für die Wände der Stiftshütte
2Mo 36,20-34
der anderen, und wieder fünf Zeltbahnen,
eine an der anderen. 4 Und fertige Schlei- 15 Und die Bretter der Wohnung sollst
fen aus blauem Purpur am Saum der ei- du aus Akazienholz machen, aufrechtste-
nen Zeltbahn, bei der Verbindungsstelle, hend. 16 Die Länge eines Brettes soll 10
und ebenso sollst du es am Saum der Ellen sein und die Breite eines Brettes
äußersten Zeltbahn machen, bei der an- anderthalb Ellen. 17 Zwei Zapfen soll
deren Verbindungsstelle. 5 Du sollst 50 ein Brett haben, einer dem anderen
Schleifen am [Ende der] einen Zeltbahn gegenüberstehend. So sollst du es bei
machen und 50 Schleifen am äußersten allen Brettern der Wohnung machen.
Ende der anderen Zeltbahn, bei der 18 Und du sollst für die Wohnung 20 Bret-
92 2. MOSE 26.27
ter machen auf der Seite nach Süden halb des Vorhangs setzen; und der Vor-
zu. 19 Und du sollst unter die 20 Bretter hang soll für euch eine Scheidewand sein
40 silberne Füße machen, je zwei Füße zwischen dem Heiligen und dem Allerhei-
unter ein Brett für seine beiden Zapfen; ligsten. 34 Und du sollst den Sühnedeckel
und wieder zwei Füße unter ein Brett für auf die Lade des Zeugnisses in dem Aller-
seine beiden Zapfen. 20 Ebenso auf der heiligsten legen. 35 Den Tisch aber stelle
anderen Seite der Wohnung, nach Nor- außerhalb des Vorhanges auf, und den
den zu, auch 20 Bretter, 21 und ihre 40 Leuchter dem Tisch gegenüber an der
silbernen Füße, je zwei Füße unter ein Südseite der Wohnung, den Tisch aber
Brett. 22 Aber an der Rückseite der Woh- stelle an die Nordseite.
nung, nach Westen zu, sollst du sechs 36 Und du sollst einen Vorhang für den
Bretter machen. 23 Dazu sollst du zwei Eingang des Zeltes anfertigen, aus blau-
Bretter machen für die beiden Ecken an em und rotem Purpur und Karmesin und
der Rückseite der Wohnung. 24 Die sollen aus gezwirntem Leinen in Buntwirker-
doppelt sein von unten an und sich oben arbeit. 37 Und mache für den Vorhang
zusammenfügen mit einem Ring; so sol- fünf Säulen aus Akazienholz, mit Gold
len beide sein; an beiden Ecken sollen sie überzogen, mit goldenen Haken, und
stehen. 25 Und so sollen es acht Bretter gieße für sie fünf eherne Füße.
sein mit ihren silbernen Füßen, 16 Füße,
je zwei Füße unter einem Brett. Der Brandopferaltar
2Mo 38,1-7
26 Und du sollst Riegel aus Akazienholz
machen, fünf für die Bretter auf der einen Und du sollst einen Altara aus Aka-
Seite der Wohnung, 27 und fünf Riegel für zienholz herstellen, 5 Ellen lang
die Bretter auf der anderen Seite der Woh- und 5 Ellen breit; viereckig soll der Altar
nung, und fünf Riegel für die Bretter auf sein, und 3 Ellen hoch. 2 Und bringe die
der Rückseite der Wohnung, nach We- zu ihm gehörenden Hörner an seinen
sten zu. 28 Und der mittlere Riegel soll in- vier Ecken an; seine Hörner sollen aus ei-
wendig durch die Bretter hindurchgehen nem Stück mit ihm sein, und du sollst
von einem Ende zum anderen. 29 Und ihn mit Erz überziehen. 3 Fertige auch
du sollst die Bretter mit Gold überziehen seine Töpfe an, die zur Reinigung von
und ihre Ringe aus Gold machen, die die Fettasche dienen, und seine Schaufeln,
Riegel aufnehmen sollen; auch die Riegel und seine Sprengbecken, und seine Ga-
sollst du mit Gold überziehen. beln und seine Kohlenpfannen. Alle seine
30 So sollst du die Wohnung errichten Geräte sollst du aus Erz machen. 4 Ma-
nach der Weise, wie du es auf dem Berg che für ihn auch ein ehernes Gitter wie
gesehen hast. ein Netz, und befestige an dem Gitter vier
eherne Ringe an seinen vier Ecken; 5 und
Die Vorhänge der Stiftshütte setze es unter die Einfassung des Altars,
2Mo 36,35-38
von unten her, so daß das Gitter bis zur
31 Du sollst auch einen Vorhang anferti- halben Höhe des Altars reicht. 6 Und fer-
gen aus blauem und rotem Purpur und tige Tragstangen für den Altar an, Stan-
Karmesin und aus gezwirntem Leinen, gen aus Akazienholz, mit Erz überzogen.
und sollst Cherubim in kunstvoller Arbeit 7 Und stecke die Tragstangen in die Ringe,
hineinwirken. 32 Und hänge ihn an vier so daß die Stangen an beiden Seiten des
Säulen aus Akazienholz auf, die mit Gold Altars sind, damit man ihn tragen kann.
überzogen sind und goldene Haken und 8 Aus Brettern sollst du ihn herstellen, so
vier silberne Füße haben. 33 Und hänge daß er inwendig hohl ist; wie es dir auf
den Vorhang unter die Klammern. Und dem Berg gezeigt worden ist, so soll man
die Lade des Zeugnisses sollst du inner- ihn herstellen.

a (27,1) d.h. den Brandopferaltar, auf dem die Tieropfer dargebracht wurden.
2. MOSE 27.28 93
Der Vorhof und der Eingang sollen Aaron und seine Söhne es zurich-
2Mo 38,9-20 ten, vom Abend bis zum Morgen, vor dem
9 Du sollst der Wohnung auch einen Vor- HERRN. Das ist eine ewige Ordnung, die
hof anfertigen: auf der Südseite Behänge von den Kindern Israels eingehalten wer-
aus gezwirntem Leinen, 100 Ellen lang den soll bei ihren [künftigen] Geschlech-
auf der einen Seite, 10 und 20 Säulen auf tern.
20 ehernen Füßen und die Haken der
Säulen mit ihren Verbindungsstäben aus Die Kleidung des Hohenpriesters
Silber. 11 Und auch auf der Längsseite 3Mo 8,1-13
nach Norden sollen Behänge sein, 100 El- Und du sollst deinen Bruder Aaron
len lang, und 20 Säulen auf 20 ehernen und seine Söhne mit ihm zu dir
Füßen und die Haken der Säulen mit ih- herantreten lassen aus der Mitte der Kin-
ren Verbindungsstäben aus Silber. der Israels, damit er mir als Priester die-
12 Aber auf der Breitseite nach Westen sol- ne, Aaron und Nadab, Abihu, Eleasar und
len die Behänge des Vorhofs 50 Ellen be- Itamar, die Söhne Aarons.
tragen; und es sollen zehn Säulen auf zehn 2 Und du sollst deinem Bruder Aaron hei-
Füßen sein; 13 und auf der Breitseite des lige Kleider anfertigen zur Ehre und zur
Vorhofs nach Osten zu 50 Ellen; 14 und Zierde. 3 Und du sollst mit allen reden,
zwar sollen 15 Ellen Behänge auf die eine die ein weises Herz haben, die ich mit
Seite kommen, dazu drei Säulen auf drei dem Geist der Weisheit erfüllt habe, daß
Füßen; 15 und 15 Ellen Behänge auf die sie dem Aaron Kleider anfertigen, um ihn
andere Seite, dazu drei Säulen auf drei zu heiligen, damit er mir als Priester die-
Füßen. ne. 4 Das sind aber die Kleider, die sie an-
16 Am Eingang des Vorhofs aber soll ein fertigen sollen: Ein Brustschild und ein
Vorhang sein, 20 Ellen lang, aus [Garnen Ephod, ein Oberkleid und einen Leibrock
von] blauem und rotem Purpur und aus gemustertem Stoff, einen Kopfbund
Karmesin und gezwirntem Leinen in und einen Gürtel. So sollen sie deinem
Buntwirkerarbeit, dazu vier Säulen auf Bruder Aaron und seinen Söhnen heilige
ihren Füßen. 17 Alle Säulen um den Vor- Kleider machen, damit er mir als Priester
hof her sollen silberne Verbindungsstäbe diene. 5 Dazu sollen sie Gold nehmen
und silberne Haken und eherne Füße ha- und [Garne] von blauem und rotem Pur-
ben. 18 Und die Länge des Vorhofs soll pur und Karmesin und von Leinen.
100 Ellen betragen, die Breite 50 Ellen,
die Höhe 5 Ellen; [die Behänge] sollen Das Ephod
aus gezwirntem Leinen und die Füße [der 2Mo 39,2-7
Säulen] aus Erz sein. 19 Auch alle Geräte 6 Das Ephod sollen sie aus Gold herstel-
der Wohnung für den gesamten Dienst in len und aus [Garnen von] blauem und ro-
ihr und alle ihre Pflöcke und alle Pflöcke tem Purpur und Karmesin und gezwirn-
des Vorhofs sollen aus Erz sein. tem Leinen, in kunstvoller Arbeit. 7 Zwei
verbindende Schulterstücke soll es haben
Das Öl für den Leuchter an seinen beiden Enden, und so soll es
3Mo 24,2-4
verbunden werden. 8 Und der gewirkte
20 Und du sollst den Kindern Israels ge- Gürtel, der darauf liegt und mit dem es
bieten, daß sie dir reines Öl aus zerst- angebunden wird, soll von der gleichen
oßenen Oliven für den Leuchter bringen, Arbeit sein, aus dem gleichen Stoff: aus
damit beständig Licht unterhalten wer- Gold, aus [Garnen] von blauem und ro-
den kann. 21 In der Stiftshüttea, außerhalb tem Purpur und Karmesin und aus ge-
des Vorhangs, der vor dem Zeugnis hängt, zwirntem Leinen.

a (27,21) w. In dem Zelt der Zusammenkunft. In dieser Übersetzung wurde der eingeführte Begriff »Stiftshütte«
beibehalten.
94 2. MOSE 28
9 Und du sollst zwei Onyxsteine nehmen 22 Und du sollst für das Brustschild schnur-
und die Namen der Söhne Israels darauf förmige Ketten anfertigen, in Flechtwerk,
eingravieren, 10 sechs ihrer Namen auf aus reinem Gold, 23 und du sollst für das
den einen Stein und die sechs übrigen Brustschild zwei goldene Ringe machen,
Namen auf den anderen Stein, nach ihren und die beiden Ringe an den beiden En-
Geschlechtern. 11 Als Steinschneidear- den des Brustschildes befestigen; 24 und
beit, wie Siegelgravierungen sollst du die mache die beiden geflochtenen Ketten
beiden Steine mit den Namen der Söhne aus Gold an den beiden Ringen fest, die
Israels gravieren und sie mit Goldeinfas- an den beiden Enden des Brustschilds
sungen versehen. 12 Und du sollst die sind. 25 Aber die beiden anderen Enden
beiden Steine auf die Schulterstücke des der zwei geflochtenen Ketten sollst du an
Ephod heften, daß sie Steine des Geden- den beiden Einfassungen befestigen und
kens seien für die Kinder Israels; und Aa- sie auf die Schulterstücke des Ephod hef-
ron soll ihre Namen auf seinen beiden ten, an seiner Vorderseite. 26 Und stelle
Schultern tragen zum Gedenken vor dem zwei andere goldene Ringe her und hefte
HERRN. 13 Und du sollst goldene Einfas- sie an die anderen beiden Ecken des Brust-
sungen anfertigen, 14 und zwei Ketten schilds, nämlich an seinen Saum, der in-
aus reinem Gold, als Schnüre sollst du sie wendig dem Ephod zugekehrt ist. 27 Und
anfertigen, wie man Schnüre flicht, und du sollst noch zwei goldene Ringe herstel-
sollst die geflochtenen Ketten an der Ein- len und sie auf die beiden Schulterstücke
fassung befestigen. des Ephod heften, unten an seine Vorder-
seite, dort wo das Ephod miteinander ver-
Das Brustschild bunden ist, oberhalb des gewirkten Gürtels
2Mo 39,8-21
des Ephod. 28 Und man soll das Brust-
15 Das Brustschild des Rechtsspruchsa schild mit seinen Ringen mit einer Schnur
sollst du in kunstvoller Arbeit anfertigen, von blauem Purpur an die Ringe des Ephod
in der gleichen Arbeit wie das Ephod knüpfen, daß es an dem gewirkten Gürtel
sollst du es anfertigen, aus Gold, aus [Gar- des Ephod eng anliegt und das Brustschild
nen von] blauem und rotem Purpur und sich nicht von dem Ephod loslöst.
Karmesin und gezwirntem Leinen sollst 29 Und Aaron soll die Namen der Söhne Is-
du es machen. 16 Viereckig soll es sein raels an dem Brustschild des Rechtsspruchs
und doppelt gelegt, eine Spanne lang und auf seinem Herzen tragen, wenn er in das
eine Spanne breit. 17 Und du sollst es mit Heiligtum hineingeht, zum beständigen
eingefaßten Steinen besetzen, vier Rei- Gedenken vor dem HERRN. 30 Und du sollst
hen von Steinen; eine Reihe sei ein Ru- in das Brustschild des Rechtsspruchs die
bin, ein Topas und ein Smaragd, die er- Urim und Thummimb legen, damit sie auf
ste Reihe; 18 die zweite Reihe ein Granat, dem Herzen Aarons sind, wenn er hinein-
ein Saphir und ein Diamant; 19 die dritte geht vor dem HERRN; und so soll Aaron den
Reihe ein Opal, ein Achat und ein Ame- Rechtsspruch der Kinder Israels beständig
thyst; 20 die vierte Reihe ein Chrysolith, auf seinem Herzen tragen vor dem HERRN.
ein Onyx und ein Jaspis. In Gold sollen sie
gefaßt sein bei ihrer Einsetzung. 21 Und Das Obergewand zum Ephod
2Mo 39,22-26
es sollen zwölf dieser Steine sein, entspre-
chend den Namen der Söhne Israels, [ei- 31 Und mache das Obergewand zum
ner] für jeden ihrer Namen; in Siegelgra- Ephod ganz aus blauem Purpur. 32 Und
vur, ein Stein für jeden Namen der zwölf oben in der Mitte soll eine Öffnung für den
Stämme. Kopf sein, und ein Saum um die Öffnung

a (28,15) vermutlich deshalb so genannt, weil in ihm b (28,30) w. Lichter und Vollkommenheiten; das waren
die Urim und Thummim, die Lose für den Rechtsent- Lose, durch die der Wille Gottes erfragt wurde (vgl.
scheid Gottes, aufbewahrt wurden (vgl. V. 30). 5Mo 33,8; Esr 2,63).
2. MOSE 28.29 95
her, in Weberarbeit, wie der Saum eines Schenkel sollen sie reichen. 43 Und Aaron
Panzerhemds, damit es nicht zerreißt. und seine Söhne sollen sie tragen, wenn
33 Und [unten], an seinem Saum, sollst sie in die Stiftshütte hineingehen oder
du ringsum Granatäpfel anbringen aus wenn sie dem Altar nahen, zum Dienst
blauem und rotem Purpur und Karmesin, am Heiligtum, damit sie keine Schuld auf
und ringsum goldene Schellen zwischen sich laden und nicht sterben müssen. Das
ihnen; 34 es soll eine goldene Schelle sein, soll eine ewige Ordnung sein für ihn und
danach ein Granatapfel, und wieder eine seinen Samen nach ihm!
goldene Schelle, danach ein Granatapfel,
ringsum an dem Saum des Obergewan- Die Einsetzung der Priester
3Mo 8
des. 35 Und Aaron soll es tragen, wenn er
dient, und sein Klang soll gehört werden, Das ist aber die Verordnung, die
wenn er in das Heiligtum hineingeht vor du befolgen sollst, um sie zu hei-
den HERRN und wenn er hinausgeht, da- ligen, damit sie mir als Priester dienen:
mit er nicht stirbt. Nimm einen Jungstier und zwei makello-
se Widder, 2 sowie ungesäuertes Brot und
Das goldene Stirnblatt ungesäuerte Kuchen, mit Öl gemischt,
2Mo 39,30-31
und ungesäuerte Fladen, mit Öl gesalbt;
36 Du sollst auch ein Stirnblatt aus reinem aus Feinmehl vom Weizen sollst du alles
Gold anfertigen und in Siegelgravur ein- machen; 3 und lege es in einen Korb und
gravieren: »Heilig dem HERRN«; 37 und du bringe es in dem Korb dar zusammen mit
sollst es anheften mit einer Schnur von dem Jungstier und den beiden Widdern.
blauem Purpur, so daß es am Kopfbund 4 Dann sollst du Aaron und seine Söhne
ist; vorn am Kopfbund soll es sein; 38 und vor den Eingang der Stiftshütte führen
es soll auf Aarons Stirn sein, damit Aaron und sie mit Wasser waschen. 5 Und du
die Verschuldung in bezug auf die heili- sollst die Kleider nehmen und Aaron be-
gen Gaben trage, welche die Kinder Is- kleiden mit dem Leibrock, und mit dem
raels darbringen, bei allen ihren heiligen Obergewand zu dem Ephod, auch mit
Gaben. Und es soll allezeit auf seiner Stirn dem Ephod und dem Brustschild; und
sein, um sie wohlgefällig zu machen vor du sollst ihn gürten mit dem gewirkten
dem HERRN. Gürtel des Ephod; 6 und setze den Kopf-
bund auf sein Haupt, und hefte das hei-
Die Kleidung der Priester lige Diadem an den Kopfbund. 7 Und du
39 Und webe den Leibrock aus gemuster- sollst das Salböl nehmen und auf sein
tem Leinen, und fertige einen Kopfbund Haupt gießen und ihn salben. 8 Und seine
aus Leinen an, und mache einen Gürtel Söhne sollst du auch herzubringen und
in Buntwirkerarbeit. ihnen die Leibröcke anlegen. 9 Und gürte
40 Mache auch den Söhnen Aarons Leib- sie, Aaron und seine Söhne, mit Gürteln,
röcke und fertige für sie Gürtel an und und binde ihnen die hohen Kopfbedek-
mache ihnen hohe Kopfbedeckungen zur kungen um; und das Priestertum soll eine
Ehre und zur Zierde. 41 Und du sollst sie ewige Ordnung für sie sein. Auch sollst
deinem Bruder Aaron anlegen und auch du Aaron und seinen Söhnen die Hände
seinen Söhnen, und sie salben und ihre füllen.
Hände füllena und sie heiligen, daß sie 10 Danach sollst du den Jungstier herzu-
mir als Priester dienen. bringen vor die Stiftshütte. Und Aaron
42 Und du sollst ihnen leinene Beinklei- und seine Söhne sollen ihre Hände auf
der machen, um das Fleisch der Blöße den Kopf des Jungstieres stützen. 11 Und
zu bedecken, von den Hüften bis an die du sollst den Jungstier schächten vor dem

a (28,41) Diese Handlung wird in Kap. 29 näher beschrieben (bes. V. 23-25). Sie drückt aus, daß letztlich Gott selbst
seinen geheiligten Priestern das Opfer gibt, das sie vor ihm darbringen sollen.
96 2. MOSE 29
HERRN, vor dem Eingang der Stiftshütte. Fett über dem Leberlappen und die bei-
12 Und du sollst von dem Blut des Jung- den Nieren mit dem Fett, das daran ist,
stieres nehmen und mit deinem Finger und die rechte Schulter; denn es ist ein
auf die Hörner des Altars tun, alles Widder der Einsetzung. 23 Und nimm
[übrige] Blut aber an den Fuß des Altars einen Laib Brot und einen Ölkuchen
schütten. 13 Und du sollst alles Fett neh- und einen Fladen aus dem Korb der
men, das die Eingeweide bedeckt, und ungesäuerten Brote, der vor dem HERRN
das Fett über dem Leberlappen und die steht, 24 und lege alles auf die Hände Aa-
beiden Nieren mit dem Fett, das daran ist, rons und auf die Hände seiner Söhne
und sollst es auf dem Altar in Rauch auf- und webe es als ein Webopfer vor dem
gehen lassen. 14 Aber Fleisch, Haut und HERRN.a 25 Danach nimm es aus ihren
Unrat des Jungstieres sollst du außerhalb Händen und laß es auf dem Altar über
des Lagers mit Feuer verbrennen; denn dem Brandopfer in Rauch aufgehen, als
es ist ein Sündopfer. einen lieblichen Geruch vor dem HERRN;
15 Danach sollst du den einen Widder es ist ein Feueropfer für den HERRN. 26 Du
nehmen, und Aaron und seine Söhne sollst ferner die Brust nehmen von dem
sollen ihre Hände auf den Kopf des Widder der Einsetzung Aarons und sollst
Widders stützen. 16 Und du sollst den sie vor dem HERRN weben als ein Webop-
Widder schächten und von seinem Blut fer; und sie soll dein Anteil sein.
nehmen und an den Altar sprengen 27 Und du sollst die Brust des Webopfers
ringsumher. 17 Aber den Widder sollst und die Schulter des Hebopfers heiligen,
du in Stücke zerlegen und seine Einge- die gewebt und abgehoben worden sind
weide und seine Schenkel waschen und von dem Widder der Einsetzung, von
sollst sie zu den Stücken und zu seinem dem, was für Aaron und von dem, was
Kopf legen, 18 und auf dem Altar den für seine Söhne bestimmt ist. 28 Und das
ganzen Widder in Rauch aufgehen las- soll für Aaron und für seine Söhne be-
sen; denn es ist ein Brandopfer für den stimmt sein von den Kindern Israels, als
HERRN; ein lieblicher Geruch, ein Feuer- eine ewige Ordnung; denn es ist ein Heb-
opfer für den HERRN. opfer, und es soll erhoben werden von
19 Ebenso sollst du den anderen Widder den Kindern Israels, von ihren Friedens-
nehmen, und Aaron und seine Söhne sol- opfern, als ihr Hebopfer für den HERRN.
len ihre Hände auf seinen Kopf legen, 29 Und die heiligen Kleider Aarons sollen
20 und du sollst den Widder schächten seine Söhne nach ihm bekommen, daß
und von seinem Blut nehmen und es auf sie darin gesalbt und ihre Hände darin
das rechte Ohrläppchen Aarons tun und gefüllt werden. 30 Derjenige unter seinen
auf das rechte Ohrläppchen seiner Söhne, Söhnen, der an seiner Stelle Priester wird,
und auf den Daumen ihrer rechten Hand der in die Stiftshütte geht, um im Heilig-
und auf die große Zehe ihres rechten tum zu dienen, der soll sie sieben Tage
Fußes; das [übrige] Blut aber sollst du lang tragen.
ringsum auf den Altar sprengen. 21 Und 31 Du sollst aber den Widder der Einset-
nimm von dem Blut auf dem Altar und zung nehmen und sein Fleisch an einem
von dem Salböl und besprenge Aaron heiligen Ort kochen. 32 Und Aaron und
und seine Kleider und seine Söhne und seine Söhne sollen das Fleisch des Wid-
ihre Kleider; und so wird er geheiligt sein ders essen samt dem Brot im Korb, vor
samt seinen Kleidern, und seine Söhne dem Eingang der Stiftshütte. 33 Sie sollen
mit ihm samt ihren Kleidern. das essen, womit die Sühnung für sie er-
22 Danach sollst du das Fett von dem Wid- wirkt wurde, als man ihre Hände füllte, um
der nehmen und den Fettschwanz und sie zu heiligen. Kein Fremder soll es es-
das Fett, das die Eingeweide bedeckt, das sen, denn es ist heilig! 34 Wenn aber etwas

a (29,24) Das Webopfer oder Schwingopfer wurde vom Priester hin- und herbewegt oder geschwungen.
2. MOSE 29.30 97
von dem Fleisch der Einsetzung und von damit ich in ihrer Mitte wohne, ich, der
dem Brot bis zum Morgen übrigbleibt, so HERR, ihr Gott.
sollst du das Übrige mit Feuer verbren-
nen; es soll nicht gegessen werden, denn Der Räucheraltar
2Mo 37,25-28
es ist heilig.
35 Und du sollst mit Aaron und seinen Und du sollst einen Altar anferti-
Söhnen so verfahren, wie ich es dir gebo- gen, um Räucherwerk darauf zu
ten habe. Sieben Tage sollst du ihre Hände räuchern; aus Akazienholz sollst du ihn
füllen 36 und sollst täglich einen Jungstier machen. 2 Eine Elle lang und eine Elle
als Sündopfer schlachten zur Sühnung; breit soll er sein, viereckig, und zwei El-
und du sollst den Altar entsündigen, in- len hoch, und seine Hörner sollen aus ei-
dem du Sühnung für ihn erwirkst, und nem Stück mit ihm sein. 3 Und du sollst
sollst ihn salben, damit er geheiligt wird. ihn mit reinem Gold überziehen, seine
37 Sieben Tage sollst du für den Altar Platte und seine Wände ringsum und sei-
Sühnung erwirken und ihn heiligen, und ne Hörner, und sollst ihm ringsum einen
der Altar wird hochheilig sein. Alles, was goldenen Kranz machen; 4 und mache
mit dem Altar in Berührung kommt, das ihm zwei goldene Ringe unter dem Kranz;
wird heilig. an seine beiden Seiten sollst du sie an-
bringen, an seinen beiden Wänden, und
Das ständige Brandopfer sie sollen die Tragstangen aufnehmen,
4Mo 28,3-8
daß man ihn damit tragen kann. 5 Und
38 Das ist es aber, was du auf dem Altar die Tragstangen sollst du aus Akazienholz
opfern sollst: Zwei einjährige Lämmer machen und sie mit Gold überziehen.
sollst du beständig [darauf opfern], Tag 6 Und du sollst ihn vor den Vorhang stel-
für Tag; 39 das eine Lamm sollst du am len, der vor der Lade des Zeugnisses
Morgen opfern, das andere sollst du zur hängt, und vor den Sühnedeckel, der auf
Abendzeit opfern; 40 und zum ersten dem Zeugnis ist, wo ich mit dir zusam-
Lamm einen Zehntel Feinmehl, gemengt menkommen will.
mit einem Viertel Hin Öl aus zerstoßenen 7 Und Aaron soll wohlriechendes Räucher-
Oliven und einem Viertel Hin Wein zum werk auf ihm räuchern, Morgen für Mor-
Trankopfer. 41 Das andere Lamm sollst gen; wenn er die Lampen zurichtet, soll
du zur Abendzeit opfern; und mit dem er es räuchern. 8 Und auch wenn Aaron
Speis- und Trankopfer sollst du es halten zur Abendzeit die Lampen zurichtet, soll
wie am Morgen; als einen lieblichen Ge- er es räuchern. Es soll ein beständiges
ruch, als ein Feueropfer für den HERRN. Räucherwerk sein vor dem HERRN bei euren
42 Das soll das beständige Brandopfer sein [künftigen] Geschlechtern. 9 Ihr sollt kein
für eure [künftigen] Geschlechter, vor dem fremdes Räucherwerk auf ihm darbringen
HERRN, vor dem Eingang der Stiftshütte, und auch kein Brandopfer, kein Speisop-
wo ich mit euch zusammenkommen will, fer; und ihr sollt kein Trankopfer auf ihm
um dort zu dir zu reden. 43 Und ich wer- ausgießen. 10 Aber einmal im Jahr soll Aa-
de dort zusammenkommen mit den Kin- ron auf seinen Hörnern Sühnung erwir-
dern Israels, und es soll geheiligt werden ken; mit dem Blut des Sündopfers der
durch meine Herrlichkeit. Versöhnung soll er einmal jährlich darauf
44 Und ich will die Stiftshütte heiligen Sühnung erwirken für eure Geschlechter;
samt dem Altar; und ich will mir Aaron er ist dem HERRN hochheilig.
und seine Söhne heiligen, damit sie mir
als Priester dienen. 45 Und ich will in der Das Lösegeld für die Israeliten
2Mo 38,25-28
Mitte der Kinder Israels wohnen, und ich
will ihr Gott sein. 46 Und sie sollen erken- 11 Und der HERR redete mit Mose und
nen, daß ich, der HERR, ihr Gott bin, der sprach: 12 Wenn du die Zahl der Kinder
sie aus dem Land Ägypten geführt hat, Israels ermittelst, alle, die gezählt werden,
98 2. MOSE 30
so soll jeder dem HERRN ein Lösegeld für so viel wohlriechenden Zimt, 250 [Sche-
seine Seele geben, wenn man sie zählt, kel], und wohlriechenden Kalmus, auch
damit nicht eine Plage über sie kommt, 250, 24 dazu 500 [Schekel] Kassia, nach
wenn sie gezählt werden. 13 Jeder, der dem Schekel des Heiligtums, und ein Hin
durch die Zählung geht, soll einen hal- Olivenöl; 25 und mache daraus ein heiliges
ben Schekel geben, nach dem Schekel des Salböl, eine Mischung von Gewürzsalbe,
Heiligtums (ein Schekel gilt 20 Gera) — ei- nach der Kunst des Salbenbereiters ge-
nen halben Schekel als Hebopfer für den mischt; ein heiliges Salböl soll es sein.
HERRN. 14 Jeder, der durch die Zählung 26 Und du sollst damit die Stiftshütte und
geht im Alter von 20 Jahren und darüber, die Lade des Zeugnisses salben, 27 sowie
der soll dem HERRN das Hebopfer geben. den Tisch mit allen seinen Geräten und
15 Der Reiche soll nicht mehr geben und den Leuchter mit seinen Geräten, und den
der Arme nicht weniger als einen halben Räucheraltar, 28 und den Brandopferaltar
Schekel, wenn ihr dem HERRN das Hebop- mit allen seinen Geräten und das Becken
fer gebt, um Sühnung zu erwirken für eure mit seinem Gestell. 29 Und du sollst sie
Seelen. 16 Und du sollst das Sühnegeld heiligen, damit sie hochheilig seien; alles,
von den Kindern Israels nehmen und es was damit in Berührung kommt, wird hei-
für den Dienst der Stiftshütte geben, daß lig sein.a
es den Kindern Israels zum Gedenken sei 30 Auch Aaron und seine Söhne sollst
vor dem HERRN, um Sühnung zu erwirken du salben und sie heiligen, damit sie
für eure Seelen. mir als Priester dienen. 31 Und du sollst
zu den Kindern Israels sagen: Das soll
Das eherne Becken mir ein heiliges Salböl sein für alle eure
2Mo 38,8; 40,30-32
[künftigen] Geschlechter! 32 Es soll nicht
17 Weiter redete der HERR mit Mose und auf das Fleisch irgendeines Menschen ge-
sprach: 18 Du sollst auch ein ehernes gossen werden; ihr sollt auch in der glei-
Becken machen mit einem ehernen Ge- chen Zusammensetzung keines machen;
stell, zum Waschen, und du sollst es auf- es ist heilig, darum soll es euch heilig sein.
stellen zwischen der Stiftshütte und dem 33 Wer etwas Derartiges zusammenmischt
Altar, und Wasser hineingießen. 19 Und oder einem Fremden davon gibt, der soll
Aaron und seine Söhne sollen aus ihm ausgerottet werden aus seinem Volk!
ihre Hände und Füße waschen. 20 Wenn 34 Und der HERR sprach zu Mose: Nimm dir
sie in die Stiftshütte gehen wollen, so sol- Spezerei: Harz, Räucherklaue und Galba-
len sie sich mit Wasser waschen, damit num, wohlriechendes Gewürz und reinen
sie nicht sterben; ebenso wenn sie zum Weihrauch, zu gleichen Teilen, 35 und be-
Altar nahen, um zu dienen und ein Feu- reite Räucherwerk daraus, nach der Kunst
eropfer dem HERRN in Rauch aufgehen zu des Salbenbereiters gemischt, gesalzen,
lassen. 21 Und zwar sollen sie ihre Hände rein und heilig. 36 Und zerreibe etwas da-
und ihre Füße waschen, damit sie nicht von ganz fein und lege etwas davon vor das
sterben. Das soll eine ewig gültige Ord- Zeugnis in die Stiftshütte, wo ich mit dir zu-
nung für sie sein, für ihn und seinen Sa- sammenkommen will. Das soll euch hoch-
men, für ihre [künftigen] Geschlechter. heilig sein. 37 Und was das Räucherwerk
betrifft, das du bereiten sollst, so sollt ihr in
Das heilige Salböl und das Räucherwerk der gleichen Zusammensetzung für euch
2Mo 37,29; 40,9-16
selbst keines machen, sondern es soll dir
22 Und der HERR redete mit Mose und heilig sein für den HERRN. 38 Wer es nach-
sprach: 23 Nimm du dir auserlesene Spe- macht, um daran zu riechen, der soll aus-
zerei: 500 Schekel feinste Myrrhe und halb gerottet werden aus seinem Volk!

a (30,29) »heilig« bedeutet hier: es gehört Gott und ist für ihn ausgesondert, dem gewöhnlichen menschlichen
Gebrauch entzogen.
2. MOSE 31.32 99
Die Berufung der Werkmeister Volk! 15 Sechs Tage soll man arbeiten; aber
2Mo 35,30-36,3 am siebten Tag ist der Sabbat völliger
Und der HERR redete mit Mose und Ruhe, heilig dem HERRN. Jeder, der am Sab-
sprach: 2 Siehe, ich habe Bezaleel battag eine Arbeit verrichtet, der soll un-
mit Namen berufen, den Sohn Uris, des bedingt sterben! 16 So sollen die Kinder
Sohnes Hurs, vom Stamm Juda, 3 und ich Israels den Sabbat halten, indem sie den
habe ihn mit dem Geist Gottes erfüllt, Sabbat feiern für alle ihre Geschlechter, als
mit Weisheit und Verstand und Erkennt- ein ewiger Bund. 17 Er ist ein ewiges Zei-
nis und mit Geschicklichkeit für jede Ar- chen zwischen mir und den Kindern Isra-
beit, 4 um Kunstwerke zu ersinnen und els; denn in sechs Tagen hat der HERR Him-
sie auszuführen in Gold und in Silber mel und Erde gemacht; aber am siebten
und in Erz, 5 und um Edelsteine zum Tag ruhte er und erquickte sich.
Besatz zu bearbeiten, und um Holz zu 18 Und als er mit Mose auf dem Berg Sinai
schnitzen, so daß er Kunstwerke aller Art zu Ende geredet hatte, gab er ihm die bei-
ausführen kann. den Tafeln des Zeugnisses, Tafeln aus Stein,
6 Und siehe, ich habe ihm Oholiab bei- beschrieben mit dem Finger Gottes.
gegeben, den Sohn Ahisamachs, vom
Stamm Dan, und habe allen, die ein wei- DIE SÜNDE DES VOLKES
ses Herz haben, die Weisheit ins Herz ge- UND GOTTES GNÄDIGES HANDELN
geben, daß sie alles, was ich dir geboten Kapitel 32 - 34
habe, ausführen sollen: 7 die Stiftshütte
und die Lade des Zeugnisses und den Das Volk macht sich ein goldenes Kalb
Sühnedeckel darauf und alle Geräte der Ps 106,19-22; Apg 7,39-41; 1Kö 12,25-33
[Stifts]hütte, 8 und den Tisch und seine Als aber das Volk sah, daß Mose
Geräte, und den reinen Leuchter und alle lange nicht von dem Berg herab-
seine Geräte, und den Räucheraltar, 9 und kam, da sammelte sich das Volk um Aa-
den Brandopferaltar mit allen seinen ron und sprach zu ihm: Auf, mache uns
Geräten, und das Becken mit seinem Ge- Götter, die uns vorangehen sollen! Denn
stell, 10 und die Dienstkleider und die hei- wir wissen nicht, was mit diesem Mann
ligen Kleider Aarons, des Priesters, und Mose geschehen ist, der uns aus dem
die Kleider seiner Söhne, für den priester- Land Ägypten heraufgeführt hat.
lichen Dienst, 11 und das Salböl und das 2 Da sprach Aaron zu ihnen: Reißt die
wohlriechende Räucherwerk für das Hei- goldenen Ohrringe ab, die an den Ohren
ligtum; ganz so, wie ich es dir geboten eurer Frauen, eurer Söhne und eurer
habe, sollen sie es machen. Töchter sind, und bringt sie zu mir! 3 Da
riß sich das ganze Volk die goldenen Ohr-
Erinnerung an das Sabbatgebot. ringe ab, die an ihren Ohren waren, und
Die Tafeln des Zeugnisses sie brachten sie zu Aaron. 4 Und er nahm
2Mo 20,8-11; 1Mo 2,1-3
es aus ihrer Hand entgegen und bildete
12 Und der HERR redete mit Mose und es mit dem Meißel und machte ein ge-
sprach: 13 Rede du zu den Kindern Israels gossenes Kalb. Da sprachen sie: Das sind
und sprich: Haltet nur ja meine Sabbate! eure Götter, Israel, die dich aus dem Land
Denn das ist ein Zeichen zwischen mir Ägypten heraufgeführt haben!
und euch für alle [künftigen] Geschlech- 5 Als Aaron das sah, baute er einen Altar
ter, damit ihr erkennt, daß ich der HERR vor ihm und ließ ausrufen und sprach:
bin, der euch heiligt. Morgen ist ein Fest für den HERRN! 6 Da
14 Und deshalb sollt ihr den Sabbat hal- standen sie am Morgen früh auf und
ten, weil er euch heilig ist. Wer ihn ent- opferten Brandopfer und brachten dazu
heiligt, der soll unbedingt sterben; wer Friedensopfer; und das Volk setzte sich
an ihm eine Arbeit verrichtet, dessen See- nieder, um zu essen und zu trinken, und
le soll ausgerottet werden aus seinem sie standen auf, um sich zu belustigen.
100 2. MOSE 32
Gottes Zorn und Moses Fürbitte ist ein Kriegsgeschrei im Lager! 18 Er aber
5Mo 9,12-29; Ps 106,23 antwortete: Das klingt nicht wie Siegesge-
7 Da sprach der HERR zu Mose: Geh, stei- schrei oder wie Geschrei der Niederlage,
ge hinab; denn dein Volk, das du aus dem sondern ich höre einen Wechselgesang!
Land Ägypten heraufgeführt hast, hat Ver- 19 Es geschah aber, als er nahe zum Lager
derben angerichtet! 8 Sie sind schnell ab- kam und das Kalb und die Reigentänze
gewichen von dem Weg, den ich ihnen sah, da entbrannte Moses Zorn, und er
geboten habe; sie haben sich ein gegos- warf die Tafeln weg und zerschmetterte sie
senes Kalb gemacht und haben es ange- unten am Berg. 20 Und er nahm das Kalb,
betet und ihm geopfert und gesagt: Das das sie gemacht hatten, und verbrannte
sind eure Götter, Israel, die dich aus dem es mit Feuer und zermalmte es zu Pulver
Land Ägypten heraufgeführt haben! und streute es auf das Wasser und gab es
9 Und der HERR sprach zu Mose: Ich habe den Kindern Israels zu trinken.
dieses Volk beobachtet, und siehe, es ist 21 Zu Aaron aber sprach Mose: Was hat dir
ein halsstarriges Volk. 10 So laß mich nun, dieses Volk angetan, daß du eine so große
damit mein Zorn gegen sie entbrennt und Sünde über sie gebracht hast? 22 Da sag-
ich sie verzehre; dich aber will ich zu ei- te Aaron: Mein Herr lasse seinen Zorn
nem großen Volk machen! nicht entbrennen; du weißt, daß dieses
11 Mose aber besänftigte das Angesicht Volk bösartig ist. 23 Sie sprachen zu mir:
des HERRN, seines Gottes, und sprach: Ach Mache uns Götter, die uns vorangehen,
HERR, warum will dein Zorn gegen dein denn wir wissen nicht, was aus diesem
Volk entbrennen, das du mit so großer Mann Mose geworden ist, der uns aus
Kraft und starker Hand aus dem Land dem Land Ägypten heraufgeführt hat!
Ägypten geführt hast? 12 Warum sollen 24 Da sprach ich zu ihnen: Wer Gold hat,
die Ägypter sagen: Zum Unheil hat er sie der reiße es ab! Da gaben sie mir’s, und
herausgeführt, um sie im Gebirge umzu- ich warf es ins Feuer; daraus ist dieses
bringen und von der Erde zu vertilgen? Kalb geworden!
Wende dich ab von der Glut deines Zorns
und laß dich des Unheils gereuen, das du Die Leviten üben Gericht
über dein Volk [bringen willst]! 13 Geden- an den Übertretern
ke an deine Knechte, Abraham, Isaak und 5Mo 33,8-11
Israel, denen du bei dir selbst geschwo- 25 Als nun Mose sah, daß das Volk zügellos
ren und zu denen du gesagt hast: Ich will geworden war — denn Aaron hatte ihm
euren Samen mehren wie die Sterne am die Zügel schießen lassen, seinen Wider-
Himmel, und dieses ganze Land, das ich sachern zum Spott —, 26 da stellte sich
versprochen habe, eurem Samen zu ge- Mose im Tor des Lagers auf und sprach:
ben, sollen sie ewiglich besitzen! Her zu mir, wer dem HERRN angehört! Da
14 Da reute den HERRN das Unheil, das er sammelten sich zu ihm alle Söhne Levis.
seinem Volk anzutun gedroht hatte. 27 Und er sprach zu ihnen: So spricht der
HERR, der Gott Israels: Jeder gürte sein
Mose zerbricht die Bundestafeln Schwert an seine Hüfte, und geht hin und
15 Mose aber wandte sich um und stieg her, von einem Tor zum anderen im Lager,
vom Berg hinab, die zwei Tafeln des Zeug- und jeder erschlage seinen Bruder, sei-
nisses in seiner Hand; diese waren auf nen Freund und seinen Nächsten! 28 Und
beiden Seiten beschrieben, vorn und hin- die Söhne Levis machten es, wie ihnen
ten waren sie beschrieben. 16 Und die Mose gesagt hatte, und an jenem Tag fie-
Tafeln waren das Werk Gottes, und die len vom Volk an die 3 000 Männer. 29 Und
Schrift war die Schrift Gottes, eingegra- Mose sprach: Füllt heute eure Hände für
ben in die Tafeln. den HERRN, jeder gegen seinen Sohn und
17 Als nun Josua das Geschrei des Volkes gegen seinen Bruder, damit euch heute
hörte, das jauchzte, sprach er zu Mose: Es der Segen gegeben werde!
2. MOSE 32.33 101
Mose verwendet sich vor Gott für das Volk Und nun lege deinen Schmuck von dir
5Mo 9,18-20; 9,25-29 ab, so will ich sehen, was ich dir tun
30 Und es geschah am folgenden Tag, da will! 6 Da rissen sich die Kinder Israels ih-
sprach Mose zum Volk: Ihr habt eine große ren Schmuck ab beim Berg Horeb.
Sünde begangen! Und nun will ich zu dem
HERRN hinaufsteigen; vielleicht kann ich Das Zelt der Zusammenkunft
Sühnung erwirken für eure Sünde. außerhalb des Lagers
31 Als nun Mose wieder zum HERRN kam, 4Mo 12,6-8
sprach er: Ach! Das Volk hat eine große 7 Mose aber nahm das Zelt und schlug
Sünde begangen, daß sie sich goldene es sich außerhalb des Lagers auf, fern
Götter gemacht haben! 32 Und nun ver- von dem Lager, und er nannte es »Zelt
gib ihnen doch ihre Sünde; wenn aber der Zusammenkunft«.a Und so geschah
nicht, so tilge mich aus deinem Buch, das es, daß jeder, der den HERRN suchte, zum
du geschrieben hast! Zelt der Zusammenkunft hinausgehen
33 Der HERR sprach zu Mose: Ich will den mußte, das außerhalb des Lagers war.
aus meinem Buch tilgen, der gegen mich 8 Und es geschah, wenn Mose hinausging
sündigt! 34 So geh nun hin und führe das zu dem Zelt, dann stand das ganze Volk
Volk an den Ort, von dem ich zu dir ge- auf, und jedermann blieb stehen am Ein-
redet habe. Siehe, mein Engel soll vor dir gang seines Zeltes und sah Mose nach, bis
hergehen. Aber am Tag meiner Heimsu- er in das Zelt hineingegangen war. 9 Und
chung will ich ihre Sünde an ihnen heim- es geschah, wenn Mose in das Zelt hin-
suchen! einging, so kam die Wolkensäule herab
35 Und der HERR schlug das Volk, weil sie und stand am Eingang des Zeltes, und Er
sich das Kalb gemacht hatten, das Aaron redete mit Mose. 10 Und wenn das ganze
angefertigt hatte. Volk die Wolkensäule am Eingang des Zel-
tes stehen sah, dann standen sie alle auf
Das Volk bereut sein Tun und verneigten sich, jeder am Eingang
Und der HERR sprach zu Mose: Geh seines Zeltes. 11 Und der HERR redete mit
hin, zieh von hier hinauf, du und Mose von Angesicht zu Angesicht, wie ein
das Volk, das du aus dem Land Ägypten Mann mit seinem Freund redet; und er
heraufgeführt hast, in das Land, das ich kehrte wieder ins Lager zurück. Aber sein
Abraham, Isaak und Jakob mit einem Eid Diener Josua, der Sohn Nuns, der junge
versprochen habe, indem ich sagte: Dei- Mann, wich nicht aus dem Inneren des
nem Samen will ich es geben! 2 — ich will Zeltes.
aber einen Engel vor dir hersenden und
die Kanaaniter, Amoriter, Hetiter, Phere- Mose schaut die Herrlichkeit des HERRN
siter, Hewiter und Jebusiter vertreiben —, 2Mo 34,5-9.29
3 in das Land, in dem Milch und Honig 12 Und Mose sprach zu dem HERRN: Siehe,
fließt. Denn ich will nicht in deiner Mitte du sprichst zu mir: Führe das Volk hinauf;
hinaufziehen, weil du ein halsstarriges aber du läßt mich nicht wissen, wen du
Volk bist; ich würde dich sonst unterwegs mit mir senden willst; und doch hast du
vertilgen! gesagt: Ich kenne dich mit Namen, und
4 Als das Volk diese harte Rede hörte, du hast Gnade gefunden vor meinen Au-
trug es Leid, und niemand legte seinen gen. 13 Wenn ich nun Gnade gefunden
Schmuck an. 5 Denn der HERR hatte zu habe vor deinen Augen, so laß mich doch
Mose gesprochen: Sage den Kindern Is- deine Wege wissen und dich erkennen,
raels: Ihr seid ein halsstarriges Volk! Wenn damit ich Gnade finde vor deinen Augen;
ich nur einen Augenblick in deiner Mitte und bedenke doch, daß dieses Volk dein
hinaufzöge, so müßte ich dich vertilgen. Volk ist!

a (33,7) Ein Vorläufer der Stiftshütte, die in 2Mo 35-40 beschrieben wird.
102 2. MOSE 33.34
14 Und Er sprach: Soll ich selbst mitgehen keine Schafe noch Rinder gegen diesen
und dich zur Ruhe führen? Berg hin weiden!
15 Er sprach zu ihm: Wenn du nicht 4 Und Mose hieb sich zwei steinerne Ta-
selbst mitgehst, so führe uns nicht von feln zurecht, wie die ersten waren; und er
hier hinauf! 16 Denn woran soll denn er- stand am Morgen früh auf und stieg auf
kannt werden, daß ich Gnade gefunden den Berg Sinai, wie ihm der HERR geboten
habe vor deinen Augen, ich und dein hatte, und nahm die zwei steinernen Ta-
Volk, als daran, daß du mit uns gehst, feln in seine Hand.
so daß ich und dein Volk ausgezeichnet 5 Da kam der HERR in einer Wolke herab
werden vor jedem Volk, das auf dem und trat dort zu ihm und rief den Namen
Erdboden ist? des HERRN aus. 6 Und der HERR ging vor
17 Und der HERR sprach zu Mose: Auch seinem Angesicht vorüber und rief: Der
dies, was du jetzt gesagt hast, will ich tun; HERR, der HERR, der starke Gott, der barm-
denn du hast Gnade gefunden vor mei- herzig und gnädig ist, langsam zum Zorn
nen Augen, und ich kenne dich mit Na- und von großer Gnade und Treue; 7 der
men! Tausenden Gnade bewahrt und Schuld,
18 Er aber antwortete: So laß mich doch Übertretung und Sünde vergibt, aber
deine Herrlichkeit sehen! keineswegs ungestraft läßt, sondern die
19 Und [der HERR] sprach: Ich will alle Schuld der Väter heimsucht an den Kin-
meine Güte vor deinem Angesicht vorü- dern und Kindeskindern bis in das dritte
berziehen lassen und will den Namen und vierte Glied!
des HERRN vor dir ausrufen. Und wem ich
gnädig bin, dem bin ich gnädig, und über Erneuerung des Bundes vom Sinai.
wen ich mich erbarme, über den erbarme Wichtige Bundesverpflichtungen
5Mo 4,32-40; 7,1-6; 7,17-26
ich mich. 20 Und er sprach weiter: Mein
Angesicht kannst du nicht sehen, denn 8 Da neigte sich Mose schnell zur Erde
kein Mensch wird leben, der mich sieht! und betete an; 9 und er sprach: O Herr,
21 Doch sprach der HERR: Siehe, es ist wenn ich Gnade gefunden habe vor dei-
ein Ort bei mir, da sollst du auf dem Fel- nen Augen, so ziehe mein Herr in unserer
sen stehen. 22 Wenn dann meine Herr- Mitte, obwohl es ein halsstarriges Volk ist;
lichkeit vorübergeht, so stelle ich dich und vergib uns unsere Schuld und Sünde,
in die Felsenkluft und will dich mit mei- und nimm uns an als dein Eigentum!
ner Hand solange bedecken, bis ich vor- 10 Da sprach er: Siehe, ich mache einen
übergegangen bin. 23 Wenn ich dann Bund: Vor deinem ganzen Volk will ich
meine Hand zurückziehe, so darfst du Wunder tun, wie sie nicht gewirkt wor-
hinter mir hersehen; aber mein Angesicht den sind auf der ganzen Erde und unter
soll nicht gesehen werden! allen Völkern; und das ganze Volk, in
dessen Mitte du bist, soll das Werk des
Neue Gesetzestafeln. HERRN sehen; denn furchterregend soll
Offenbarung Gottes auf dem Sinai es sein, was ich mit dir tun will. 11 Be-
5Mo 10,1-5
achte genau, was ich dir heute gebiete!
Und der HERR sprach zu Mose: Siehe, ich will vor dir her die Amoriter
Haue dir zwei steinerne Tafeln zu, und die Kanaaniter vertreiben, sowie die
wie die ersten waren, damit ich die Worte Hetiter und die Pheresiter und die Hewi-
darauf schreibe, die auf den ersten Tafeln ter und die Jebusiter. 12 Hüte dich davor,
waren, die du zerbrochen hast; 2 und sei einen Bund zu schließen mit den Ein-
morgen bereit, daß du früh auf den Berg wohnern des Landes, in das du kommst,
Sinai steigst und dort zu mir auf die Spitze damit sie dir nicht zum Fallstrick werden
des Berges trittst. 3 Und laß niemand mit in deiner Mitte; 13 sondern ihr sollt ihre
dir hinaufsteigen, daß niemand um den Altäre umstürzen und ihre Gedenkstei-
ganzen Berg her gesehen werde; laß auch ne zerbrechen und ihre Aschera-Stand-
2. MOSE 34 103
bildera ausrotten. 14 Denn du sollst kei- 25 Du sollst das Blut meines Opfers nicht
nen anderen Gott anbeten. Denn der zusammen mit Sauerteig opfern. Und das
HERR, dessen Name »Der Eifersüchtige« Opfer des Passahfestes soll nicht über
ist, ist ein eifersüchtiger Gott. Nacht bleiben bis zum Morgen.
15 Daß du nicht etwa einen Bund schließt 26 Die Erstlinge von den ersten Früchten
mit den Einwohnern des Landes, und deines Ackers sollst du in das Haus des
sie, wenn sie ihren Göttern nachhuren HERRN, deines Gottes, bringen. Du sollst
und ihren Göttern opfern, dich einladen ein Böcklein nicht in der Milch seiner
und du dann von ihrem Opfer ißt, 16 und Mutter kochen.
deinen Söhnen ihre Töchter zu Frauen 27 Und der HERR sprach zu Mose: Schreibe
nimmst und ihre Töchter dann ihren dir diese Worte auf! Denn aufgrund die-
Göttern nachhuren und deine Söhne ser Worte habe ich mit dir und mit Israel
verführen, daß sie auch ihren Göttern einen Bund gemacht. 28 Und er war dort
nachhuren. bei dem HERRN 40 Tage und 40 Nächte
17 Du sollst dir keine gegossenen Götter lang und aß kein Brot und trank kein Was-
machen! ser. Und Er schrieb die Worte des Bundes
18 Das Fest der ungesäuerten Brote sollst auf die Tafeln, die zehn Worte.
du halten. Sieben Tage lang sollst du
ungesäuertes Brot essen, wie ich dir ge- Moses Angesicht strahlt
2Kor 3,7-18
boten habe, um die bestimmte Zeit des
Monats Abib; denn im Monat Abib bist 29 Als nun Mose vom Berg Sinai herab-
du aus Ägypten ausgezogen. stieg — und die beiden Tafeln des Zeug-
19 Alle Erstgeburt gehört mir, auch alle nisses waren in der Hand Moses, als
männliche Erstgeburt unter deinem Vieh, er vom Berg hinabstieg —, da wußte
es sei ein Rind oder ein Schaf. 20 Aber Mose nicht, daß die Haut seines Ange-
die Erstgeburt des Esels sollst du mit ei- sichts strahlte, weil er mit Ihm geredet
nem Lamm auslösen; wenn du es aber hatte. 30 Und Aaron und alle Kinder Isra-
nicht auslöst, so brich ihm das Genick. els sahen Mose, und siehe, die Haut sei-
Alle Erstgeburt deiner Söhne sollst du nes Angesichtes strahlte; da fürchteten
auslösen. Und man soll nicht leer erschei- sie sich, ihm zu nahen. 31 Aber Mose rief
nen vor meinem Angesicht. sie; da wandten sie sich zu ihm, Aaron
21 Sechs Tage sollst du arbeiten, aber am und alle Obersten der Gemeinde; und
siebten Tag sollst du ruhen; [auch] in der Mose redete zu ihnen. 32 Danach traten
Zeit des Pflügens und Erntens sollst du alle Kinder Israels näher zu ihm. Und er
ruhen. gebot ihnen alles, was der HERR zu ihm
22 Und du sollst das Fest der Wochen hal- geredet hatte auf dem Berg Sinai.
ten mit den Erstlingen der Weizenernte, 33 Als nun Mose aufhörte mit ihnen zu re-
und das Fest der Einsammlung, an der den, legte er eine Decke auf sein Ange-
Wende des Jahres. sicht. 34 Und immer, wenn Mose hinein-
23 Alles, was männlich ist bei dir, soll ging vor den HERRN, um mit ihm zu reden,
dreimal im Jahr erscheinen vor dem nahm er die Decke ab, bis er wieder her-
Herrscher, dem HERRN, dem Gott Israels. ausging. Dann ging er heraus und redete
24 Denn ich werde gewißlich die Heiden- zu den Kindern Israels, was ihm befoh-
völker vor dir aus ihrem Besitz vertreiben len war. 35 Und die Kinder Israels sahen
und deine Grenzen erweitern, und nie- dann das Angesicht Moses, daß die Haut
mand soll dein Land begehren, während desselben strahlte, und Mose legte die
du hinaufziehst, um dreimal im Jahr vor Decke wieder auf sein Angesicht, bis er
dem HERRN, deinem Gott, zu erscheinen. wieder hineinging, um mit Ihm zu reden.

a (34,13) Aschera war der Name einer kanaanitischen Göttin; im Ascherakult wurden hölzerne Standbilder aufge-
stellt und verehrt.
104 2. MOSE 35
DER BAU DER STIFTSHÜTTE die Pflöcke des Vorhofs mit ihren Seilen;
Kapitel 35 - 40 19 die Dienstkleider zum Dienst im Hei-
Freiwillige Gaben für das Heiligtum ligtum, die heiligen Kleider Aarons, des
Und Mose versammelte die ganze Priesters, und die Kleider seiner Söhne,
Gemeinde der Kinder Israels und für den priesterlichen Dienst.
sprach zu ihnen: Das sind die Worte, 20 Da ging die ganze Gemeinde der Kin-
die der HERR geboten hat, daß ihr sie der Israels von Mose hinweg.
tun sollt: 2 Sechs Tage soll gearbeitet wer- 21 Und sie kamen — jeder, den sein Herz
den, aber der siebte Tag soll euch heilig dazu trieb, und jeder, dessen Geist willig
sein, daß ihr die Sabbatruhe des HERRN fei- war; sie brachten dem HERRN eine freiwil-
ert. Wer da Arbeit verrichtet, der soll ster- lige Gabe für das Werk der Stiftshütte und
ben. 3 Am Sabbattag sollt ihr kein Feuer seinen ganzen Dienst und für die heiligen
anzünden in allen euren Wohnungen! Kleider. 22 Es kamen aber die Männer
4 Mose redete weiter mit der ganzen Ge- samt den Frauen, alle, die willigen Herzens
meinde der Kinder Israels und sprach: waren, und sie brachten Nasenringe, Ohr-
Das ist das Wort, das der HERR geboten ringe und Fingerringe und Halsketten und
hat: 5 Bringt aus eurer Mitte eine freiwil- allerlei goldene Geräte; alle, die dem HERRN
lige Gabe für den HERRN; jeder, den sein Gold als freiwillige Gabe brachten. 23 Und
Herz dazu treibt, der soll sie bringen, die wer bei sich blauen und roten Purpur fand
freiwillige Gabe für den HERRN, nämlich und Karmesin und Leinen und Ziegen-
Gold, Silber und Erz, 6 blauen und roten haar und rötliche Widderfelle und Seekuh-
Purpur und Karmesin, Leinen und Zie- felle, der brachte es. 24 Und wer Silber und
genhaar, 7 rötliche Widderfelle, Seekuh- Erz als freiwillige Gabe darbringen wollte,
felle und Akazienholz, 8 und Öl für den der brachte es als freiwillige Gabe für den
Leuchter und Spezerei für das Salböl und HERRN. Und wer Akazienholz bei sich fand,
für wohlriechendes Räucherwerk, 9 Onyx- der brachte es für jegliche Arbeit des Dien-
steine und Steine zum Besatz für das stes. 25 Und alle Frauen, die ein weises
Ephod und für das Brustschild. Herz hatten, spannen mit ihren Händen
10 Und alle, die unter euch ein weises und brachten das Gesponnene, [Garne]
Herz haben, die sollen kommen und an- von blauem und rotem Purpur und Kar-
fertigen, was der HERR geboten hat: 11 Die mesin und von feinem Leinen. 26 Und die
Wohnung, ihr Zelt und ihre Decke, ihre Frauen, die ihr Herz dazu trieb und die
Klammern und ihre Bretter, ihre Riegel, verständigen Sinnes waren, die spannen
ihre Säulen und ihre Füße; 12 die Lade mit das Ziegenhaar. 27 Die Fürsten aber brach-
ihren Tragstangen, den Sühnedeckel und ten Onyxsteine und Steine zum Besatz für
den verhüllenden Vorhang; 13 den Tisch das Ephod und für das Brustschild, 28 und
mit seinen Tragstangen und allen seinen Spezerei und Öl für den Leuchter und
Geräten und die Schaubrote; 14 den für das Salböl und für das wohlriechende
Leuchter zur Beleuchtung samt seinen Räucherwerk.
Geräten und seinen Lampen und das Öl 29 So brachten die Kinder Israels dem
des Leuchters; 15 den Räucheraltar mit HERRN eine freiwillige Gabe — alle Männer
seinen Tragstangen, das Salböl und das und Frauen, die willigen Herzens waren,
wohlriechende Räucherwerk, den Ein- zu all dem Werk beizutragen, das der HERR
gangsvorhang für den Eingang der Woh- durch Mose auszuführen befohlen hatte.
nung; 16 den Brandopferaltar mit seinem
ehernen Gitter, mit seinen Tragstangen Die von Gottes Geist begabten Werkleute
2Mo 31,1-11
und allen seinen Geräten, das Becken
mit seinem Gestell; 17 die Behänge des 30 Da sprach Mose zu den Kindern Israels:
Vorhofs mit seinen Säulen und Füßen, Seht, der HERR hat Bezaleel mit Namen
und den Vorhang für den Eingang am berufen, den Sohn Uris, des Sohnes Hurs,
Vorhof; 18 die Pflöcke der Wohnung und vom Stamm Juda, 31 und hat ihn mit dem
2. MOSE 35.36 105
Geist Gottes erfüllt, mit Weisheit und Ver- ligtum! So wurde dem Volk gewehrt zu
stand und Erkenntnis und mit Geschick- bringen; 7 denn das Angefertigte reichte
lichkeit für jede Arbeit, 32 um Kunstwerke aus für das ganze Werk, das zu machen
zu ersinnen und sie auszuführen in Gold war, und es war noch übrig.
und in Silber und in Erz, 33 und um Steine
zum Besatz zu bearbeiten, und um Holz Die Zeltbahnen für die Stiftshütte
2Mo 26,1-14
zu schnitzen, so daß er Kunstwerke aller
Art ausführen kann. 34 Auch hat er ihm 8 Und alle Männer, die weisen Herzens
ins Herz gegeben, daß er [andere] unter- waren unter den Arbeitern am Werk, fer-
weisen kann; ihm und Oholiab, dem Sohn tigten die Wohnung an, zehn Zeltbahnen
Ahisamachs, vom Stamm Dan. 35 Er hat aus gezwirntem Leinen, aus blauem und
sie mit Weisheit des Herzens erfüllt, da- rotem Purpur und Karmesin, mit Cheru-
mit sie jegliches Werk eines Künstlers ma- bim in kunstvoller Arbeit stellte man sie
chen können, und eines Kunstwebers und her. 9 Die Länge einer Zeltbahn war 28
Buntwirkers in [Garnen von] blauem und Ellen und ihre Breite 4 Ellen, und sie hat-
rotem Purpur und Karmesin und Leinen, ten alle ein Maß. 10 Und er fügte je fünf
und eines Webers, damit sie jegliche Ar- Zeltbahnen [zu einem Ganzen] zusam-
beit ausführen und Kunstwerke ersinnen men, eine an die andere. 11 Und er fertigte
können. Schleifen aus blauem Purpur an am Saum
der einen Zeltbahn, bei der Verbindungs-
Der Bau der Stiftshütte beginnt stelle, und ebenso machte er es am Saum
2Mo 36,1-38,20
der äußersten Zeltbahn, bei der anderen
Und Bezaleel und Oholiab und alle Verbindungsstelle. 12 Er machte 50 Schlei-
Männer, die ein weises Herz hat- fen am [Ende der] einen Zeltbahn und 50
ten, in die der HERR Weisheit und Verstand Schleifen an dem äußersten Ende der an-
gelegt hatte, damit sie wußten, wie sie alle deren Zeltbahn, bei der anderen Verbin-
Werke machen sollten für den Dienst des dungsstelle; von diesen Schleifen stand
Heiligtums, sie handelten nach all dem, je eine der anderen gegenüber. 13 Und
was der HERR geboten hatte. er stellte 50 goldene Klammern her und
2 Und Mose rief Bezaleel und Oholiab und fügte die Zeltbahnen mit den Klammern
alle Männer, die ein weises Herz hatten, zusammen, eine an die andere, so daß die
denen der HERR Weisheit ins Herz gelegt Wohnung ein Ganzes wurde.
hatte, auch alle, die ihr Herz dazu trieb, daß 14 Und er fertigte Zeltbahnen aus Ziegen-
sie herzukamen, um an dem Werk zu ar- haar als ein Zeltdach über die Wohnung;
beiten. 3 Und sie empfingen von Mose alle elf solche Zeltbahnen machte er. 15 Die
freiwilligen Gaben, welche die Kinder Is- Länge einer Zeltbahn war 30 Ellen, die
raels zu dem Werk des Dienstes am Heilig- Breite aber 4 Ellen. Und alle elf Zeltbahnen
tum gebracht hatten, damit es ausgeführt hatten ein Maß; 16 und er fügte fünf Zelt-
werde; und sie brachten immer noch je- bahnen für sich zusammen und sechs Zelt-
den Morgen ihre freiwilligen Gaben. bahnen auch für sich, 17 und er machte 50
4 Da kamen alle weisen Männer, die am Schleifen am Saum der einen, äußersten
Werk des Heiligtums arbeiteten, jeder Zeltbahn, an der einen Verbindungsstelle,
von seiner Arbeit, die sie machten, 5 und und 50 Schleifen machte er am Saum der
sie redeten mit Mose und sprachen: Das anderen Zeltbahn, an der anderen Ver-
Volk bringt zu viel, mehr als zum Werk bindungsstelle. 18 Dazu fertigte er 50 eher-
dieses Dienstes notwendig ist, das der ne Klammern an, damit das Zeltdach ein
HERR auszuführen geboten hat! Ganzes würde.
6 Da gebot Mose, daß man durch das La- 19 Und er machte für das Zeltdach eine
ger ausrufen und sagen ließ: Niemand, es Decke aus rötlichen Widderfellen und
sei Mann oder Frau, soll mehr etwas an- darüber noch eine Decke aus Seekuh-
fertigen als freiwillige Gabe für das Hei- fellen.
106 2. MOSE 36.37
Die Bretter für die Wände der Stiftshütte sie mit Gold, und machte ihre Haken aus
2Mo 26,15-30 Gold, und goß dazu vier silberne Füße.
20 Er fertigte auch aufrechtstehende Bret- 37 Und er fertigte einen Vorhang für den
ter aus Akazienholz für die Wohnung an. Eingang des Zeltes, aus [Garnen von]
21 Die Länge eines Brettes war 10 Ellen blauem und rotem Purpur und Karme-
und die Breite eines Brettes anderthalb sin und aus gezwirntem Leinen, in Bunt-
Ellen; 22 zwei Zapfen hatte ein Brett, ei- wirkerarbeit, 38 und fünf Säulen dazu mit
ner dem anderen gegenüberstehend. So ihren Haken, und er überzog ihre Köpfe
machte er es bei allen Brettern der Woh- und ihre Verbindungsstäbe mit Gold; ihre
nung. 23 Und er fertigte die Bretter für die fünf Füße aber waren aus Erz.
Wohnung so an, daß 20 Bretter auf der Sei-
te nach Süden zu standen; 24 und er mach- Die Bundeslade
te 40 silberne Füße unter die 20 Bretter, 2Mo 25,10-22; 4Mo 10,33-36
je zwei Füße unter ein Brett für seine bei- Und Bezaleel fertigte eine Lade aus
den Zapfen; und wieder zwei Füße unter Akazienholz an, zweieinhalb Ellen
ein Brett für seine zwei Zapfen. 25 Ebenso war ihre Länge, anderthalb Ellen ihre Brei-
machte er auch auf der anderen Seite te und anderthalb Ellen ihre Höhe. 2 Und
der Wohnung, nach Norden zu, 20 Bretter er überzog sie mit reinem Gold inwendig
26 und ihre 40 silbernen Füße, je zwei Füße und auswendig, und machte daran einen
unter ein Brett. 27 Aber an der Rückseite goldenen Kranz ringsum. 3 Und er goß
der Wohnung, nach Westen zu, fertigte er für sie vier goldene Ringe an ihre vier Ek-
sechs Bretter, 28 und zwei Bretter für die ken, zwei Ringe auf der einen Seite und
beiden Ecken an der Rückseite der Woh- zwei Ringe auf der anderen Seite. 4 Und
nung. 29 Diese waren doppelt von unten er stellte Tragstangen aus Akazienholz her
an, und oben zusammengefügt mit einem und überzog sie mit Gold 5 und steckte
Ring: So machte er sie beide, an beiden die Stangen in die Ringe an den Seiten
Ecken. 30 Und es waren acht Bretter mit der Lade, damit man sie tragen konnte.
ihren silbernen Füßen, 16 Füße, je zwei 6 Und er fertigte den Sühnedeckel aus
Füße unter einem Brett. reinem Gold an, zweieinhalb Ellen war
31 Und er machte Riegel aus Akazienholz, seine Länge und anderthalb Ellen seine
fünf für die Bretter auf der einen Seite Breite. 7 Und er fertigte zwei Cherubim
der Wohnung, 32 und fünf Riegel für die aus Gold an; in getriebener Arbeit mach-
Bretter auf der anderen Seite der Woh- te er sie, an den beiden Enden des Sühne-
nung, und fünf Riegel für die Bretter auf deckels, 8 einen Cherub an dem einen
der Rückseite der Wohnung nach Westen Ende und den anderen Cherub an dem
zu. 33 Und er machte den mittleren Rie- anderen Ende; aus einem Stück mit dem
gel, daß er inwendig durch die Bretter Sühnedeckel machte er die Cherubim
hindurchging von einem Ende zum an- an den beiden Enden. 9 Und die Che-
deren, 34 und er überzog die Bretter mit rubim breiteten ihre Flügel darüber aus
Gold; auch ihre Ringe, die die Riegel auf- und schirmten mit ihren Flügeln den
nehmen sollten, stellte er aus Gold her, Sühnedeckel, und ihre Angesichter waren
und er überzog die Riegel mit Gold. einander zugewandt; die Angesichter der
Cherubim sahen auf den Sühnedeckel.
Die Vorhänge der Stiftshütte
2Mo 26,31-37 Der Schaubrottisch
35 Und er fertigte den Vorhang an aus 2Mo 25,23-30; 3Mo 24,5-9
[Garnen von] blauem und rotem Purpur 10 Und er stellte den Tisch aus Akazien-
und Karmesin und aus gezwirntem Lei- holz her; zwei Ellen war seine Länge und
nen, und wirkte Cherubim in kunstvoller eine Elle seine Breite und anderthalb El-
Arbeit hinein. 36 Und er machte für ihn len seine Höhe, 11 und er überzog ihn mit
vier Säulen aus Akazienholz und überzog reinem Gold und versah ihn ringsum mit
2. MOSE 37.38 107
einem goldenen Kranz. 12 Und er brach- Der Räucheraltar
te an ihm ringsum eine Leiste an, eine 2Mo 30,1-10
Handbreit hoch, und befestigte an seiner 25 Er fertigte auch den Räucheraltar aus
Leiste ringsum [wieder] einen goldenen Akazienholz an, eine Elle lang und eine
Kranz. 13 Und er goß für ihn vier goldene Elle breit, viereckig, und zwei Ellen hoch,
Ringe und brachte sie an den vier Ecken und seine Hörner waren aus einem Stück
seiner vier Füße an; 14 dicht unter die mit ihm. 26 Und er überzog ihn mit
Leiste waren die Ringe, zur Aufnahme der reinem Gold, seine Platte und seine
Tragstangen, damit man den Tisch tragen Wände ringsum und seine Hörner, und
konnte. 15 Und er machte die Tragstan- machte für ihn ringsum einen goldenen
gen aus Akazienholz und überzog sie mit Kranz; 27 und er machte ihm zwei gol-
Gold, daß der Tisch damit getragen wer- dene Ringe unter dem Kranz an seinen
den konnte. beiden Seiten, an seinen beiden Wänden,
16 Und er machte die Geräte auf dem und sie nahmen die Tragstangen auf, daß
Tisch aus reinem Gold, seine Schüsseln, man ihn damit tragen konnte. 28 Und die
seine Schalen, seine Opferschalen und Tragstangen machte er aus Akazienholz
seine Kannen, mit denen man [die Trank- und überzog sie mit Gold.
opfer] ausgießt. 29 Und er bereitete das heilige Salböl zu
und das reine, wohlriechende Räucher-
Der goldene Leuchter werk, nach der Kunst des Salbenberei-
2Mo 25,31-40; Sach 4 ters.
17 Und er fertigte den Leuchter aus reinem
Gold an, in getriebener Arbeit machte er Der Brandopferaltar
den Leuchter; sein Fuß und sein Schaft, und das eherne Becken
2Mo 27,1-8; 30,17-21
seine Kelche, seine Knäufe und Blüten
waren aus einem Stück mit ihm. 18 Und Danach stellte er auch den Brand-
sechs Arme kamen aus seinen Seiten her- opferaltar aus Akazienholz her, 5
aus, drei Arme aus einer Seite des Leuch- Ellen lang und 5 Ellen breit, viereckig, und
ters und drei Arme aus der anderen Seite 3 Ellen hoch. 2 Und er brachte die zu ihm
des Leuchters. 19 An dem einen Arm wa- gehörenden Hörner, die aus einem Stück
ren drei Kelche wie Mandelblüten, dazu mit ihm waren, an seinen vier Ecken an,
je einen Knauf und eine Blüte; und an und überzog ihn mit Erz. 3 Und er fertig-
dem anderen Arm waren drei Kelche te alle Geräte zu dem Altar an, die Töpfe
wie Mandelblüten, dazu je einen Knauf und die Schaufeln und die Sprengbecken,
und eine Blüte; auf diese Weise gingen die Gabeln und die Kohlenpfannen: alle
die sechs Arme aus dem Leuchter her- seine Geräte machte er aus Erz. 4 Und
vor. 20 An dem Schaft des Leuchters aber er stellte für den Altar ein Gitter wie ein
waren vier Kelche wie Mandelblüten mit Netz her, aus Erz, unter seiner Einfassung,
seinen Knäufen und Blüten, 21 nämlich von unten her bis zur halben Höhe des
ein Knauf unter zwei Armen, und [wie- Altars, 5 und goß vier Ringe an die vier
der] ein Knauf unter zwei Armen, und Enden des ehernen Gitters zur Aufnahme
[noch] ein Knauf unter zwei Armen; so der Tragstangen. 6 Die Tragstangen fertig-
bei den sechs Armen, die aus ihm heraus- te er aus Akazienholz an und überzog sie
kamen. 22 Ihre Knäufe und Arme waren mit Erz 7 und steckte sie in die Ringe an
aus einem Stück mit ihm, das Ganze war den Seiten des Altars, daß man ihn damit
eine getriebene Arbeit, aus reinem Gold. tragen konnte. Und er machte ihn inwen-
23 Er machte auch seine sieben Lampen, dig hohl, aus Brettern.
seine Lichtscheren und seine Löschnäpfe 8 Und er machte das Becken aus Erz und
aus reinem Gold. 24 Aus einem Talent rei- sein Gestell auch aus Erz, aus den Spie-
nen Goldes machte er ihn und alle seine geln der dienenden Frauen, die vor dem
Geräte. Eingang der Stiftshütte Dienst taten.
108 2. MOSE 38.39
Der Vorhof mit seinem Eingang te; 23 und mit ihm Oholiab, der Sohn Ahi-
2Mo 27,9-19 samachs, vom Stamm Dan, ein Meister
9 Und er fertigte den Vorhof an: Auf der im Steinschneiden, in kunstvoller Arbeit
Südseite die Behänge des Vorhofs, aus ge- und im Buntwirken von blauem und ro-
zwirntem Leinen, 100 Ellen lang, 10 mit tem Purpur und Karmesin und in Lei-
ihren 20 Säulen und 20 Füßen aus Erz, nen.
die Haken der Säulen und ihre Verbin- 24 Alles Gold, das verarbeitet wurde in
dungsstäbe aus Silber; 11 ebenso auf der diesem ganzen Werk des Heiligtums, das
Nordseite 100 Ellen mit 20 Säulen und 20 Gold, das als freiwillige Gabe gegeben
Füßen aus Erz; die Haken der Säulen und wurde, betrug 29 Talente und 730 Sche-
ihre Verbindungsstäbe aus Silber; kel, nach dem Schekel des Heiligtums.
12 auf der Westseite aber 50 Ellen Behänge 25 Das Silber aber von den Gezählten der
mit zehn Säulen und zehn Füßen; die Ha- Gemeinde betrug 100 Talente und 1 775
ken der Säulen und ihre Verbindungsstäbe Schekel, nach dem Schekel des Heilig-
aus Silber; 13 auf der Ostseite aber 50 Ellen, tums.
14 auf der einen Seite 15 Ellen Behänge mit 26 Ein Beka je Kopf, ein halber Schekel,
ihren drei Säulen und drei Füßen, 15 und nach dem Schekel des Heiligtums, von
15 Ellen Behänge auf der anderen Seite, allen, die gezählt wurden, von 20 Jahren
mit ihren drei Säulen und drei Füßen, an und darüber, 603 550 Mann.
so daß auf beiden Seiten des Tores am 27 Aus den 100 Talenten Silber goß man
Vorhof gleich viele waren. 16 Es waren die Füße des Heiligtums und die Füße
aber alle Behänge des Vorhofs ringsum des Vorhangs, 100 Füße aus 100 Talen-
aus gezwirntem Leinen, 17 und die Füße ten, je ein Talent für einen Fuß. 28 Aber
der Säulen aus Erz, und ihre Haken und aus den 1 775 Schekeln wurden die Ha-
Verbindungsstäbe aus Silber und ihre ken der Säulen gemacht und ihre Köpfe
Köpfe mit Silber überzogen; und alle überzogen, und sie wurden [mit ihren
Säulen des Vorhofs waren mit silbernen Verbindungsstäben] verbunden.
Verbindungsstäben versehen. 29 Die freiwillige Gabe des Erzes aber be-
18 Und den Vorhang am Eingang des Vor- trug 70 Talente und 2 400 Schekel. 30 Dar-
hofs machte er in Buntwirkerarbeit aus aus wurden die Füße des Eingangs der
[Garnen von] blauem und rotem Purpur Stiftshütte gemacht, und der eherne Al-
und Karmesin und aus gezwirntem Lei- tar und das eherne Gitter daran und alle
nen, 20 Ellen lang und 5 Ellen hoch in Geräte des Altars; 31 dazu die Füße des
der Breite, entsprechend den Behängen Vorhofs ringsumher, und die Füße des
des Vorhofs; 19 dazu vier Säulen und vier Eingangs am Vorhof, alle Pflöcke der Woh-
Füße aus Erz, und ihre Haken aus Silber nung und alle Pflöcke des Vorhofs rings-
und der Überzug ihrer Köpfe und ihre umher.
Verbindungsstäbe aus Silber; 20 und alle
Pflöcke der Wohnung und des Vorhofs Anfertigung der priesterlichen Kleider
ringsum waren aus Erz. 2Mo 28
Und aus den [Garnen] von blauem
Kostenberechnung für die Stiftshütte und rotem Purpur und Karmesin
2Mo 35,4-10; 36,1-7
machten sie die gewirkten Kleider zum
21 Dies ist die Berechnung der Kosten der Dienst im Heiligtum und fertigten die
Wohnung, der Wohnung des Zeugnisses, heiligen Kleider für Aaron an, so wie der
die auf Befehl Moses gemacht wurde, mit HERR es Mose geboten hatte.
Hilfe der Leviten durch die Hand Itamars,
des Sohnes Aarons, des Priesters, 22 nach- Das Ephod
dem Bezaleel, der Sohn Uris, des Sohns 2Mo 28,6-14
Hurs, vom Stamm Juda, alles gemacht 2 Und man stellte das Ephod aus Gold her
hatte, wie es der HERR Mose geboten hat- und aus [Garnen von] blauem und rotem
2. MOSE 39 109
Purpur und Karmesin und aus gezwirntem schilds. 17 Und die beiden geflochtenen
Leinen. 3 Die Goldbleche hämmerten sie Ketten aus Gold machten sie an den
und schnitten sie zu Fäden, daß man sie beiden Ringen fest, die an den beiden En-
kunstvoll hineinwirken konnte in die [Gar- den des Brustschilds waren. 18 Die beiden
ne] aus blauem und rotem Purpur und Kar- anderen Enden der geflochtenen Ketten
mesin und aus gezwirntem Leinen. 4 Sie aber befestigten sie an den beiden Einfas-
machten auch verbindende Schulterstücke sungen und hefteten sie auf die beiden
daran, an seinen beiden Enden verbun- Schulterstücke des Ephod, an seiner Vor-
den. 5 Und der gewirkte Gürtel, mit dem es derseite. 19 Und sie stellten zwei andere
angebunden wurde, hing mit ihm zusam- goldene Ringe her und hefteten sie an die
men; er war aus dem gleichen Stoff und beiden anderen Ecken des Brustschilds,
von derselben Arbeit, aus Gold, aus [Gar- nämlich an seinen Saum, der inwendig
nen von] blauem und rotem Purpur und dem Ephod zugekehrt war. 20 Und sie
Karmesin und gezwirntem Leinen, so wie stellten zwei weitere goldene Ringe her, die
der HERR es Mose geboten hatte. hefteten sie auf die beiden Schulterstücke
6 Und sie bearbeiteten die Onyxsteine, in des Ephod, unten an seine Vorderseite,
Gold gefaßt, in Siegelgravur eingraviert, dort wo das Ephod miteinander verbun-
entsprechend den Namen der Söhne Isra- den ist, oberhalb des gewirkten Gürtels
els; 7 die hefteten sie auf die Schulterstücke des Ephod. 21 Und sie knüpften das Brust-
des Ephod, daß sie Steine des Gedenkens schild mit seinen Ringen mit einer Schnur
seien für die Kinder Israels, so wie der von blauem Purpur an die Ringe des
HERR es Mose geboten hatte. Ephod, daß es an dem gewirkten Gürtel
des Ephod eng anlag und das Brustschild
Das Brustschild sich nicht von dem Ephod loslöste — so
2Mo 28,15-30
wie der HERR es Mose geboten hatte.
8 Sie fertigten auch das Brustschild in
kunstvoller Arbeit an, in der gleichen Ar- Das Obergewand zum Ephod
2Mo 28,31-35
beit wie das Ephod, aus Gold, aus blau-
em und rotem Purpur und Karmesin und 22 Und er machte das Obergewand des
aus gezwirntem Leinen. 9 Und sie mach- Ephod, ganz aus blauem Purpur gewo-
ten das Brustschild viereckig und doppelt ben; 23 und die Öffnung des Obergewan-
gelegt, eine Spanne lang und eine Spanne des war in der Mitte, wie die Öffnung ei-
breit. 10 Und sie besetzten es mit vier Rei- nes Panzerhemdes, und ein Saum um die
hen von Steinen: Die erste Reihe war ein Öffnung, damit es nicht zerriß. 24 Und
Rubin, ein Topas und ein Smaragd; 11 die sie brachten an seinem unteren Saum
zweite Reihe ein Granat, ein Saphir und Granatäpfel an, aus blauem und rotem
ein Diamant; 12 die dritte Reihe ein Opal, Purpur und Karmesin gezwirnt. 25 Und
ein Achat und ein Amethyst; 13 die vierte sie machten Schellen aus reinem Gold; die
Reihe ein Chrysolith, ein Onyx und ein brachten sie zwischen den Granatäpfeln
Jaspis; bei ihrer Einsetzung wurden sie in an ringsum am Saum des Obergewan-
Gold gefaßt. 14 Und diese Steine waren des, 26 eine Schelle, danach ein Granat-
entsprechend den Namen der Söhne Is- apfel, und wieder eine Schelle, danach ein
raels zwölf an der Zahl, [einer] für jeden Granatapfel, ringsum am Saum des Ober-
ihrer Namen; in Siegelgravur, ein Stein für gewandes, zur Verrichtung des Dienstes,
jeden Namen der zwölf Stämme. so wie der HERR es Mose geboten hatte.
15 Und sie fertigten für das Brustschild
schnurförmige Ketten an, in Flechtwerk, Die Kleidung der Priester.
aus reinem Gold, 16 und sie machten Das goldene Stirnblatt
2Mo 28,36-43
zwei goldene Einfassungen und zwei gol-
dene Ringe, und befestigten die beiden 27 Und sie machten auch die Leibröcke,
Ringe an den beiden Enden des Brust- aus weißem Leinen, in Weberarbeit, für
110 2. MOSE 39.40
Aaron und seine Söhne, 28 und den Kopf- 42 ganz so, wie der HERR es Mose geboten
bund aus Leinen und die hohen Kopf- hatte, so hatten die Kinder Israels das
bedeckungen aus Leinen und die Unter- ganze Werk vollbracht. 43 Und Mose sah
kleider aus gezwirntem Leinen; 29 und sich das ganze Werk an, und siehe, sie
den Gürtel aus gezwirntem Leinen und hatten es ausgeführt, wie der HERR es ge-
aus [Garnen von] blauem und rotem Pur- boten hatte; so hatten sie es ausgeführt.
pur und Karmesin, in Buntwirkerarbeit, Und Mose segnete sie.
so wie der HERR es Mose geboten hatte.
30 Sie fertigten auch das Stirnblatt, das
Die Aufrichtung und Einweihung
heilige Diadem, aus reinem Gold an der Stiftshütte
und schrieben darauf in Siegelgravur: Und der HERR redete mit Mose
Heilig dem HERRN! 31 Und sie banden eine und sprach: 2 Am ersten Tag des
Schnur aus blauem Purpur daran, um es ersten Monats sollst du die Wohnung, die
oben am Kopfbund zu befestigen, wie der Stiftshütte, aufrichten. 3 Und du sollst die
HERR es Mose geboten hatte. Lade des Zeugnisses hineinsetzen und die
Lade mit dem Vorhang verhüllen. 4 Und
Die Übergabe der gefertigten Gegenstände du sollst den Tisch hineinbringen und
2Mo 36 bis 39
auf ihn legen, was darauf gehört, und du
32 So wurde das ganze Werk der Woh- sollst den Leuchter hineinbringen und
nung, der Stiftshütte, vollendet. Und die die Lampen darauf setzen. 5 Und du sollst
Kinder Israels machten alles genau so, den goldenen Räucheraltar vor die Lade
wie der HERR es Mose geboten hatte; ge- des Zeugnisses setzen und den Vorhang
nau so machten sie es. am Eingang der Wohnung aufhängen.
33 Und sie brachten die Wohnung zu 6 Den Brandopferaltar aber sollst du vor
Mose, das Zelt und alle seine Geräte, seine den Eingang der Wohnung, der Stiftshütte,
Klammern, seine Bretter, seine Riegel setzen; 7 und stelle das Becken zwischen
und seine Säulen und seine Füße; 34 die die Stiftshütte und den Altar, und fülle
Decke aus rötlichen Widderfellen, die Wasser hinein. 8 Und du sollst den Vorhof
Decke aus Seekuhfellen und den ver- ringsum aufrichten und den Vorhang an
hüllenden Vorhang; 35 die Lade des Zeug- den Eingang des Vorhofs hängen.
nisses mit ihren Tragstangen und den 9 Und du sollst das Salböl nehmen und
Sühnedeckel; 36 den Tisch und alle seine die Wohnung salben, samt allem, was dar-
Geräte und die Schaubrote; 37 den reinen in ist; und du sollst sie heiligen samt allen
Leuchter, seine Lampen, die zubereiteten ihren Geräten, damit sie heilig sei. 10 Und
Lampen, und alle seine Geräte und das Öl du sollst den Brandopferaltar salben mit
des Leuchters; 38 und den goldenen Altar allen seinen Geräten, und den Altar heili-
und das Salböl und das wohlriechende gen, damit der Altar hochheilig sei. 11 Du
Räucherwerk und den Vorhang für den sollst auch das Becken salben samt sei-
Eingang der [Stifts]hütte; 39 den ehernen nem Gestell und es heiligen.
Altar und sein ehernes Gitter mit seinen 12 Und du sollst Aaron und seine Söhne
Tragstangen und allen seinen Geräten, vor den Eingang der Stiftshütte führen
das Becken samt seinem Gestell; 40 die und sie mit Wasser waschen; 13 und be-
Behänge des Vorhofs mit seinen Säulen kleide Aaron mit den heiligen Kleidern
und Füßen, den Vorhang am Eingang des und salbe ihn und heilige ihn, damit
Vorhofs mit seinen Seilen und Pflöcken, er mir als Priester diene. 14 Auch seine
und alle Geräte für den Dienst der Woh- Söhne sollst du herbeiführen und sie
nung, der Stiftshütte; 41 die Dienstklei- mit den Leibröcken bekleiden; 15 und du
der zum Dienst im Heiligtum, die heili- sollst sie salben, wie du ihren Vater ge-
gen Kleider des Priesters Aaron und die salbt hast, damit sie mir als Priester die-
Kleider seiner Söhne, für den priesterli- nen. Und diese Salbung soll für sie ein
chen Dienst; ewiges Priestertum bedeuten für alle ihre
2. MOSE 40 111
Geschlechter. 16 Und Mose tat alles, wie 29 Aber den Brandopferaltar setzte er vor
es ihm der HERR geboten hatte; genau so den Eingang der Wohnung, der Stiftshütte,
machte er es. und opferte darauf Brandopfer und Speis-
17 Und es geschah im zweiten Jahr, am opfer, so wie der HERR es Mose geboten
ersten Tag des ersten Monats, da wurde hatte.
die Wohnung aufgerichtet. 18 Und Mose 30 Das Becken aber stellte er zwischen die
richtete die Wohnung auf; und er stellte Stiftshütte und den Altar und füllte Was-
die Füße auf und setzte die Bretter dar- ser hinein zum Waschen; 31 und Mose,
auf und befestigte ihre Riegel und richte- Aaron und seine Söhne wuschen ihre
te die Säulen auf. 19 Und er breitete das Hände und Füße daraus. 32 Sie wuschen
Zelt aus über die Wohnung und legte die sich, sooft sie in die Stiftshütte gingen
Decke des Zeltes oben darauf, so wie der und zum Altar traten, so wie der HERR es
HERR es Mose geboten hatte. Mose geboten hatte.
20 Und er nahm das Zeugnis und legte es 33 Und er richtete den Vorhof auf rings
in die Lade und steckte die Tragstangen um die Wohnung und um den Altar, und
an die Lade, und er legte den Sühnedeckel hängte den Vorhang für den Eingang
oben auf die Lade. 21 Und er brachte die des Vorhofs auf. So vollendete Mose das
Lade in die Wohnung und hängte den Werk.
verhüllenden Vorhang auf und verhüllte
die Lade des Zeugnisses, so wie der HERR Die Herrlichkeit des HERRN
es Mose geboten hatte. erfüllt die Stiftshütte
1Kö 8,10-12
22 Und er setzte den Tisch in das Zelt
der Zusammenkunft, an die Nordseite 34 Da bedeckte die Wolke die Stiftshütte,
der Wohnung, außerhalb des Vorhangs, und die Herrlichkeit des HERRN erfüllte die
23 und er schichtete die Brote darauf vor Wohnung. 35 Und Mose konnte nicht in
dem HERRN, so wie der HERR es Mose ge- die Stiftshütte gehen, weil die Wolke dar-
boten hatte. auf ruhte und die Herrlichkeit des HERRN
24 Er stellte auch den Leuchter in die die Wohnung erfüllte.
Stiftshütte, dem Tisch gegenüber, an die 36 So oft sich aber die Wolke von der
Südseite der Wohnung, 25 und setzte Wohnung erhob, brachen die Kinder Is-
Lampen darauf vor dem HERRN, so wie der raels auf, während aller ihrer Wanderun-
HERR es Mose geboten hatte. gen. 37 Wenn sich aber die Wolke nicht
26 Und er stellte den goldenen Altar in erhob, so brachen sie nicht auf bis zu
die Stiftshütte, vor den Vorhang, 27 und dem Tag, da sie sich erhob. 38 Denn die
räucherte darauf mit wohlriechendem Wolke des HERRN war bei Tag auf der Woh-
Räucherwerk, so wie der HERR es Mose nung, und bei Nacht war Feuer darina
geboten hatte. 28 Und er hängte den Vor- vor den Augen des ganzen Hauses Israel,
hang für den Eingang der Wohnung auf. während aller ihrer Wanderungen.

a (40,38) d.h. in der Wolke.


Das dritte Buch Mose (Leviticus)
GOTTES ANORDNUNGEN liches Tier von den Lämmern oder Ziegen
FÜR DEN OPFERDIENST ISRAELS zum Brandopfer dar. 11 Und er soll es an
Kapitel 1 - 7 der nördlichen Seite des Altars vor dem
Bestimmungen über die Brandopfer HERRN schächten, und die Söhne Aarons,
1Mo 8,20-21; 3Mo 6,2-4; 4Mo 15,1-16.28 die Priester, sollen das Blut ringsum an
Und der HERR rief Mose, und er redete den Altar sprengen; 12 er aber zerlege es
zu ihm aus der Stiftshütte und sprach: in seine Stücke, und der Priester soll sie
2 Rede zu den Kindern Israels und sprich samt dem Kopf und dem Fett auf dem
zu ihnen: Wenn jemand von euch dem Holz aufschichten, über dem Feuer, das
HERRN eine Opfergabe darbringen will, so auf dem Altar ist. 13 Aber die Eingeweide
sollt ihr eure Opfergabe vom Vieh dar- und die Schenkel soll er mit Wasser wa-
bringen, [und zwar] vom Rind und vom schen; und der Priester soll das Ganze
Kleinvieha. darbringen und auf dem Altar in Rauch
3 Ist seine Opfergabe ein Brandopfer vom aufgehen lassen; es ist ein Brandopfer, ein
Rind, so soll er ein makellosesb männ- Feueropfer zum lieblichen Geruch für den
liches Tier darbringen; zum Eingang der HERRN.
Stiftshütte soll er es bringen, damit es ihn 14 Soll aber seine Brandopfergabe für den
wohlgefällig mache vor dem HERRN. 4 Und HERRN aus Geflügel bestehen, so bringe er
er soll seine Hand auf den Kopf des Brand- seine Opfergabe von Turteltauben oder
opfers stützen, so wird es ihm wohlgefällig von jungen Tauben dar. 15 Diese soll der
angenommen und für ihn Sühnung er- Priester zum Altar bringen und ihr den
wirken. 5 Dann soll er das junge Rind vor Kopf abkneifen und sie auf dem Altar in
dem HERRN schächtenc; die Söhne Aarons Rauch aufgehen lassen; ihr Blut aber
aber, die Priester, sollen das Blut darbrin- soll an der Wand des Altars ausgedrückt
gen und es ringsum an den Altar spren- werden. 16 Den Kropf aber samt dem Un-
gen, der vor dem Eingang der Stiftshütte rat soll er entfernen und ihn auf den
steht. 6 Er aber soll dem Brandopfer die Aschenhaufen werfen, neben dem Altar
Haut abziehen und es in seine Stücke nach Osten. 17 Sodann soll er sie an den
zerlegen; 7 und die Söhne Aarons, des Flügeln einreißen, aber nicht abtrennen,
Priesters, sollen Feuer auf dem Altar ma- und der Priester soll sie auf dem Altar
chen und Holz aufschichten über dem in Rauch aufgehen lassen, auf dem Holz
Feuer. 8 Auf das Holz aber über dem Feu- über dem Feuer; es ist ein Brandopfer,
er, das auf dem Altar ist, sollen die Prie- ein Feueropfer zum lieblichen Geruch für
ster, die Söhne Aarons, die Fleischstücke den HERRN.
legen, dazu den Kopf und das Fett; 9 seine
Eingeweide aber und seine Schenkel soll Die Speisopfer
3Mo 6,7-11
er mit Wasser waschen; und der Priester
soll das Ganze auf dem Altar in Rauch auf- Wenn aber eine Seele dem HERRN ein
gehen lassen als ein Brandopfer, ein Feu- Speisopfer darbringen will, so soll ihre
eropfer zum lieblichen Geruch für den Opfergabe aus Feinmehl bestehen, und
HERRN. man soll Öl darüber gießen und Weih-
10 Wenn aber seine Opfergabe vom Klein- rauch darauf tun. 2 So soll man es zu den
vieh ist, so bringe er ein makelloses männ- Söhnen Aarons, zu den Priestern bringen,

a (1,2) Mit »Kleinvieh« werden im Hebräischen sowohl 5Mo 15,21; 1Pt 1,19).
Schafe als auch Ziegen bezeichnet; normalerweise c (1,5) »Schächten« bezeichnet das im mosaischen Ge-
wird es in dieser Bibel mit »Schafe« übersetzt. setz vorgeschriebene Schlachten der Tiere, bei dem
b (1,3) d.h. das Opfertier mußte frei sein von Fehlern das Blut ausfließen mußte (vgl. 1Mo 9,1-4; 2Mo 12,6;
und Mißbildungen (vgl. 2Mo 12,5; 3Mo 22,21-24; 3Mo 17,13-14; 5Mo 12,20-25).
3. MOSE 2.3 113
und er soll davon eine Handvoll nehmen, fer; sondern zu allen deinen Opfergaben
von dem Feinmehl und dem Öl, samt al- sollst du Salz darbringen.
lem Weihrauch; und der Priester soll das, 14 Willst du aber dem HERRN, deinem Gott,
was davon zum Gedenken bestimmt ist, ein Speisopfer von den ersten Früchten
auf dem Altar in Rauch aufgehen lassen, darbringen, so sollst du am Feuer ge-
als ein Feueropfer zum lieblichen Geruch röstete Ähren, geschrotete Körner vom
für den HERRN. 3 Das Übrige aber vom Jungkorn als Speisopfer von deinen ersten
Speisopfer soll für Aaron und seine Söhne Früchten darbringen; 15 und du sollst Öl
sein, als ein Hochheiliges von den Feuer- darauf tun und Weihrauch darauf legen;
opfern des HERRN. es ist ein Speisopfer. 16 Und der Priester
4 Wenn du aber als Speisopfergabe ein soll in Rauch aufgehen lassen, was da-
Ofengebäck darbringen willst, so nimm von zum Gedenken bestimmt ist, von sei-
Feinmehl, ungesäuerte Kuchen, mit Öl nen geschroteten Körnern und von sei-
angerührt, und ungesäuerte Fladen, mit nem Öl, dazu allen Weihrauch; es ist ein
Öl gesalbt. 5 Ist aber deine Speisopfer- Feueropfer für den HERRN.
gabe in der Pfanne bereitet, so soll sie
aus Feinmehl sein, mit Öl angerührt, Die Friedensopfer
3Mo 7,11-36; 9,18-21
ungesäuert; 6 du sollst sie in Brocken zer-
brechen und Öl darauf gießen; es ist ein Wenn aber seine Gabe ein Friedens-
Speisopfer. opfer ist und er es von den Rindern
7 Wenn aber deine Opfergabe ein Speis- darbringt, sei es ein männliches oder ein
opfer in der Backpfanne ist, so soll Fein- weibliches [Rind], so soll er ein makello-
mehl mit Öl bereitet werden; 8 und du ses vor den HERRN bringen. 2 Und er soll
sollst das Speisopfer, das aus diesen seine Hand auf den Kopf seines Opfers
Dingen bereitet ist, zum HERRN bringen stützen und es schächten vor dem Ein-
und es dem Priester übergeben, und der gang der Stiftshütte; und die Söhne Aa-
soll es zum Altar tragen. 9 Und der Prie- rons, die Priester, sollen das Blut rings-
ster soll von dem Speisopfer abheben, um an den Altar sprengen. 3 Dann soll
was davon zum Gedenken bestimmt ist, er von dem Friedensopfer ein Feueropfer
und soll es auf dem Altar in Rauch auf- für den HERRN darbringen: das Fett, das
gehen lassen als ein Feueropfer zum die Eingeweide bedeckt, auch alles Fett,
lieblichen Geruch für den HERRN. 10 Das das an den Eingeweiden hängt; 4 dazu
Übrige aber vom Speisopfer soll für die beiden Nieren samt dem Fett daran,
Aaron und seine Söhne sein, als ein das an den Lenden ist, und den Leber-
Hochheiliges von den Feueropfern des lappen; samt den Nieren soll er es weg-
HERRN. nehmen. 5 Und die Söhne Aarons sollen
11 Kein Speisopfer, das ihr dem HERRN es auf dem Altar in Rauch aufgehen las-
darbringt, darf aus Gesäuertem bereitet sen, samt dem Brandopfer, das auf dem
werden; denn ihr sollt dem HERRN keinen Holz über dem Feuer liegt, als ein Feu-
Sauerteiga und keinen Honig als Feuerop- eropfer zum lieblichen Geruch für den
fer in Rauch aufgehen lassen. 12 Als eine HERRN.
Opfergabe der Erstlinge könnt ihr so et- 6 Wenn aber seine Gabe, die er dem HERRN
was dem HERRN darbringen — aber auf als Friedensopfer darbringt, vom Klein-
dem Altar sollt ihr sie nicht zum liebli- vieh ist, es sei ein männliches oder weib-
chen Geruch opfern. 13 Alle deine Speis- liches Tier, so soll er ein makelloses her-
opfergaben sollst du mit Salz würzen und zubringen. 7 Bringt er ein Schaf als seine
darfst das Salz des Bundes deines Gottes Opfergabe dar, so bringe er es vor den
nicht fehlen lassen in deinem Speisop- HERRN 8 und stütze seine Hand auf den

a (2,11) Sauerteig wird im NT in der Regel als Bild menschlicher Sündhaftigkeit verwendet (vgl. Mk 8,15; Lk 12,1;
1Kor 5,8), ebenso in den rabbinischen Schriften und bei den römischen Schriftstellern (Plutarch).
114 3. MOSE 3.4
Kopf seines Opfers und schächte es vor der hütte bringen, vor den HERRN, und seine
Stiftshütte; die Söhne Aarons aber sollen Hand auf den Kopf des Stieres stützen
das Blut ringsum an den Altar sprengen. und den Jungstier schächten vor dem
9 Danach bringe er von dem Friedens- HERRN. 5 Und der gesalbte Priester soll von
opfer das Fett dem HERRN als Feueropfer dem Blut des Jungstiers nehmen und es in
dar: den ganzen Fettschwanz, dicht beim die Stiftshütte bringen; 6 und der Priester
Rückgrat soll er ihn abtrennen, dazu das soll seinen Finger in das Blut tauchen und
Fett, das die Eingeweide bedeckt, samt al- von dem Blut siebenmal vor dem HERRN
lem Fett an den Eingeweiden; 10 auch die an die Vorderseite des Vorhangs im Hei-
beiden Nieren mit dem Fett daran, das ligtum sprengen. 7 Auch soll der Priester
an den Lenden ist, samt dem Leberlap- von dem Blut auf die Hörner des Altars für
pen; samt den Nieren soll er es wegneh- das wohlriechende Räucherwerk tun, der
men; 11 und der Priester soll es auf dem vor dem HERRN in der Stiftshütte steht; alles
Altar in Rauch aufgehen lassen als Speise, [übrige] Blut des Jungstieres aber soll er an
ein Feueropfer für den HERRN. den Fuß des Brandopferaltars gießen, der
12 Besteht aber seine Opfergabe in einer vor dem Eingang der Stiftshütte ist. 8 Und
Ziege, so bringe er sie vor den HERRN alles Fett des Sündopfer-Stieres soll er von
13 und stütze seine Hand auf ihren Kopf ihm ablösen, das Fett, das die Eingeweide
und schächte sie vor der Stiftshütte; die bedeckt, und alles Fett, das an den Einge-
Söhne Aarons aber sollen das Blut rings- weiden hängt; 9 dazu die beiden Nieren,
um an den Altar sprengen. 14 Und davon samt dem Fett daran, das an den Lenden
bringe er sein Opfer dar als Feueropfer ist, auch den Leberlappen, samt den Nie-
für den HERRN, nämlich das Fett, das die ren soll er es wegnehmen, 10 gleich wie
Eingeweide bedeckt, samt allem Fett, das man es von dem Rind des Friedensopfers
an den Eingeweiden hängt; 15 dazu die abhebt; und der Priester soll es auf dem
beiden Nieren mit dem Fett daran, das Brandopferaltar in Rauch aufgehen las-
an den Lenden ist; samt dem Leberlap- sen. 11 Aber das Fell des Jungstieres und
pen, samt den Nieren soll er es wegneh- all sein Fleisch samt seinem Kopf, seinen
men. 16 Und der Priester soll es auf dem Schenkeln, seinen Eingeweiden und sei-
Altar in Rauch aufgehen lassen als Speise, nem Unrat, 12 den ganzen Jungstier soll
ein Feueropfer, zum lieblichen Geruch. man hinaus vor das Lager bringen, an
— Alles Fett gehört dem HERRN: 17 Das ist einen reinen Ort, wohin man die Fett-
eine ewige Satzung für eure [künftigen] asche schüttet, und ihn auf einem Holz-
Geschlechter an allen euren Wohnorten, feuer verbrennen; am Aschenhaufen soll
daß ihr weder Fett noch Blut essen sollt. er verbrannt werden.
13 Wenn sich aber die ganze Gemeinde
Die Sündopfer Israels vergeht, und es ist vor den Augen
3Mo 6,17-23
der Versammlung verborgen, daß sie et-
Und der HERR redete zu Mose und was getan hat, von dem der HERR geboten
sprach: 2 Rede zu den Kindern Israels hat, daß man es nicht tun darf, so daß sie
und sprich: Wenn sich eine Seele aus Ver- Schuld auf sich bringen; 14 sie kommen
sehen versündigt gegen irgendeines der aber zur Erkenntnis der Sünde, die sie ge-
Gebote des HERRN, daß sie etwas tut, was gen [dieses Gebot] begangen haben, so
man nicht tun darf, [so soll als Vorschrift soll die Versammlung einen Jungstier als
gelten]: Sündopfer darbringen, und sie sollen ihn
3 Wenn der gesalbte Priester sündigt, so vor die Stiftshütte führen. 15 Dann sollen
daß er eine Schuld auf das Volk bringt, die Ältesten der Gemeinde ihre Hände
so soll er für seine Sünde, die er began- auf den Kopf des Jungstieres stützen vor
gen hat, einen makellosen Jungstier dem dem HERRN, und man soll den Jungstier
HERRN als Sündopfer darbringen. 4 Und er schächten vor dem HERRN. 16 Der gesalbte
soll den Jungstier zum Eingang der Stifts- Priester aber soll von dem Blut des Jung-
3. MOSE 4.5 115
stieres in die Stiftshütte bringen, 17 und auf sich bringt, 28 und seine Sünde wird
der Priester soll seinen Finger in das Blut ihm bewußt, die er begangen hat, so
tauchen und davon siebenmal an die Vor- soll er eine makellose Ziege, ein weibli-
derseite des Vorhangs sprengen vor dem ches [Tier], zum Opfer bringen für seine
HERRN; 18 und er soll von dem Blut auf die Sünde, die er begangen hat, 29 und er soll
Hörner des Altars tun, der vor dem HERRN seine Hand auf den Kopf des Sündopfers
in der Stiftshütte steht; alles [übrige] Blut stützen und das Sündopfer schächten an
aber soll er an den Fuß des Brandopfer- der Stätte des Brandopfers. 30 Der Priester
altars gießen, der vor dem Eingang der aber soll mit seinem Finger von seinem
Stiftshütte steht. 19 Aber all sein Fett soll Blut nehmen und es auf die Hörner des
er von ihm ablösen und es auf dem Altar Brandopferaltars tun und alles [übrige]
in Rauch aufgehen lassen. 20 Und er soll Blut an den Fuß des Brandopferaltars
mit diesem Jungstier verfahren, wie er gießen. 31 Alles Fett aber soll er von ihm
mit dem Jungstier des Sündopfers verfah- wegnehmen, wie das Fett von dem Frie-
ren ist; genauso soll auch mit diesem ver- densopfer weggenommen wird, und der
fahren werden. Und der Priester soll Priester soll es auf dem Altar in Rauch
für sie Sühnung erwirken, und es wird ih- aufgehen lassen zum lieblichen Geruch
nen vergeben werden. 21 Und man soll für den HERRN. So soll der Priester für ihn
den Jungstier außerhalb des Lagers schaf- Sühnung erwirken, und es wird ihm ver-
fen und ihn verbrennen, wie man den geben werden.
ersten Jungstier verbrannt hat. Er ist ein 32 Will er aber ein Schaf zum Sündopfer
Sündopfer der Gemeinde. darbringen, so soll es ein makelloses
22 Wenn ein Fürst sündigt und aus Verse- weibliches [Tier] sein; 33 und er soll sei-
hen irgend etwas tut, wovon der HERR, sein ne Hand auf den Kopf des Sündopfers
Gott, geboten hat, daß man es nicht tun stützen und es schächten als Sündopfer
soll, und so Schuld auf sich bringt, 23 und an dem Ort, wo man das Brandopfer
seine Sünde wird ihm bewußt, die er be- zu schächten pflegt. 34 Und der Priester
gangen hat, so soll er einen makellosen soll mit seinem Finger von dem Blut
Ziegenbock, ein männliches [Tier], zum des Sündopfers nehmen und es auf die
Opfer bringen; 24 und er soll seine Hand Hörner des Brandopferaltars tun, alles
auf den Kopf des Bockes stützen und [übrige] Blut aber an den Fuß des Altars
ihn schächten an dem Ort, wo man das gießen. 35 Und er soll alles Fett davon
Brandopfer zu schächten pflegt vor dem wegnehmen, wie das Fett von dem Schaf
HERRN; es ist ein Sündopfer. 25 Und der des Friedensopfers weggenommen wird,
Priester soll mit seinem Finger von dem und der Priester soll es auf dem Altar in
Blut des Sündopfers nehmen und es auf Rauch aufgehen lassen, über den Feuer-
die Hörner des Brandopferaltars tun; das opfern des HERRN. Und so soll der Priester
[übrige] Blut aber soll er an den Fuß des für ihn Sühnung erwirken wegen seiner
Brandopferaltars gießen; 26 und all sein Sünde, die er begangen hat, und es wird
Fett soll er auf dem Altar in Rauch aufge- ihm vergeben werden.
hen lassen, gleich dem Fett des Friedens-
opfers. So soll der Priester ihm Sühnung Die Schuldopfer
3Mo 7,1-10
erwirken für seine Sünde, und es wird
ihm vergeben werden. Und wenn eine Seele dadurch sündigt,
27 Wenn aber jemand vom Volk des Lan- daß sie etwas nicht anzeigt, obwohl
des aus Versehen sündigt, indem er et- sie die Fluchandrohunga vernommen hat
was tut, von dem der HERR geboten hat, und Zeuge ist, weil sie es gesehen oder
daß man es nicht tun darf, und Schuld erfahren hat, und so Schuld auf sich

a (5,1) d.h. vermutlich einen öffentlichen Fluch über den unbekannten Täter und alle, die die Tat gesehen haben
und schweigen (vgl. Spr 29,24; Ri 17,2; 4Mo 5,21).
116 3. MOSE 5
bringt; 2 oder wenn jemand irgend etwas gesündigt hat, als seine Opfergabe ein
Unreines anrührt, sei es das Aas eines un- Zehntel Epha Feinmehl als Sündopfer
reinen Wildes oder das Aas eines unrei- dar. Er soll aber kein Öl darauf tun und
nen Viehs oder das Aas eines unreinen keinen Weihrauch darauf legen, weil es
kriechenden Tieres, und es ist ihm ver- ein Sündopfer ist. 12 Er soll es zu dem
borgen gewesen, und er wird unrein und Priester bringen, und der Priester nehme
schuldig; 3 oder wenn jemand die Un- eine Handvoll davon, soviel zum Geden-
reinheit eines Menschen anrührt, irgend ken bestimmt ist, und lasse es auf dem
etwas von alledem, womit man sich ver- Altar über den Feueropfern des HERRN in
unreinigen kann, und es ist ihm verbor- Rauch aufgehen. Es ist ein Sündopfer.
gen gewesen, er hat es aber nun erfahren 13 Und so soll der Priester Sühnung für
und ist nun schuldig; 4 oder wenn jemand ihn erwirken wegen seiner Sünde, die er
leichtfertig mit seinen Lippen schwört, begangen hat in einem jener Fälle, und es
Gutes oder Böses tun zu wollen, irgend wird ihm vergeben werden. [Das Opfer]
etwas von dem, was ein Mensch so leicht- aber soll dem Priester gehören wie das
fertig schwören mag, und es war ihm ver- Speisopfer.
borgen, er erkennt es aber nun und hat 14 Und der HERR redete zu Mose und
sich in einer dieser Sachen schuldig ge- sprach: 15 Wenn eine Seele eine Verun-
macht — treuung begeht und sich aus Versehen
5 wenn er nun durch etwas Derartiges versündigt an dem, was dem HERRN ge-
Schuld auf sich gebracht hat, so bekenne weiht ist, so soll sie dem HERRN ihr Schuld-
er, woran er sich versündigt hat, 6 und opfer bringen, nämlich einen makellosen
bringe dem HERRN sein Schuldopfer dar Widder von der Herde, im Wert von so vie-
für seine Sünde, die er begangen hat, ein len Silber-Schekeln, wie du schätzt, nach
weibliches [Tier] vom Kleinvieh, ein Schaf dem Schekel des Heiligtums, als Schuld-
oder eine Ziege zum Sündopfer, und der opfer. 16 Den Schaden aber, den er dem
Priester soll [damit] Sühnung für ihn er- Heiligtum zugefügt hat, soll er erstatten
wirken wegen seiner Sünde. und noch ein Fünftel davon dazufügen
7 Kann er aber nicht soviel aufbringen, und es dem Priester geben; und der Prie-
daß es für ein Lamm reicht, so bringe er ster soll für ihn Sühnung erwirken mit
dem HERRN für das, worin er gesündigt dem Widder des Schuldopfers, und es
hat, als sein Schuldopfer zwei Turteltau- wird ihm vergeben werden.
ben oder zwei junge Tauben dar; eine 17 Und wenn eine Seele sündigt und ir-
als Sündopfer, die andere als Brandopfer. gend etwas von alledem tut, was der HERR
8 Und er soll sie zu dem Priester bringen; verboten hat und man nicht tun soll,
dieser aber soll zuerst die zum Sündopfer auch wenn sie es nicht gewußt hat, so
bestimmte darbringen und ihr unterhalb ist sie [dennoch] schuldig und trägt ihre
des Genicks den Kopf abkneifen, ihn aber Schuld. 18 Und sie soll dem Priester einen
nicht abtrennen. 9 Und vom Blut des makellosen Widder von der Herde nach
Sündopfers sprenge er an die Wand des deiner eigenen Schätzung zum Schuld-
Altars, das übrige Blut aber soll an den opfer bringen, und der Priester soll für
Fuß des Altars ausgedrückt werden; es sie Sühnung erwirken wegen ihres Verse-
ist ein Sündopfer. 10 Die andere aber soll hens, das sie unwissentlich begangen hat;
er als Brandopfer opfern, wie es verord- und es wird ihr vergeben werden. 19 Es ist
net ist. Und so soll der Priester für ihn ein Schuldopfer; gewißlich ist sie an dem
Sühnung erwirken wegen seiner Sünde, HERRN schuldig geworden.
die er begangen hat, und es wird ihm ver- 20 Und der HERR redete zu Mose und
geben werden. sprach: 21 Wenn sich jemand versündigt
11 Kann er aber auch die zwei Turtel- und Untreue begeht gegen den HERRN,
tauben oder die zwei jungen Tauben indem er seinem Nächsten etwas An-
nicht aufbringen, so bringe der, welcher vertrautes oder etwas Hinterlegtes oder
3. MOSE 5.6 117
etwas Geraubtes ableugnet, oder wenn Holz darauf anzünden und das Brandop-
er seinen Nächsten übervorteilt, 22 oder fer darauf zurichten und die Fettstücke
wenn er etwas Verlorenes gefunden hat der Friedensopfer darauf in Rauch aufge-
und es ableugnet oder einen falschen hen lassen. 6 Ein beständiges Feuer soll
Eid schwört wegen irgend etwas von auf dem Altar in Brand gehalten werden;
alledem, womit sich ein Mensch ver- es soll nie erlöschen!
sündigen kann; 23 wenn er nun sündigt 7 Und dies ist das Gesetz vom Speisopfer:
und Schuld auf sich bringt, so soll er Die Söhne Aarons sollen es vor dem HERRN
den Raub, den er verübt hat, oder das darbringen, vor dem Altar. 8 Und dann
erpreßte Gut, das er erpreßt hat, oder hebe einer davon eine Handvoll ab, von
das anvertraute Gut, das ihm anvertraut dem Feinmehl des Speisopfers und von
wurde, oder das Verlorene, das er gefun- seinem Öl, auch allen Weihrauch, der auf
den hat, zurückerstatten; 24 auch alles, dem Speisopfer ist, und lasse es auf dem
worüber er einen falschen Eid geschwo- Altar in Rauch aufgehen; es ist ein liebli-
ren hat, soll er nach seinem vollen Wert cher Geruch, der Teil, der zum Gedenken
zurückerstatten und noch ein Fünftel da- bestimmt ist für den HERRN. 9 Das Übrige
zulegen; und zwar soll er es dem geben, davon sollen Aaron und seine Söhne es-
dem es gehört, an dem Tag, da er sein sen; ungesäuert soll es gegessen werden
Schuldopfer darbringt. 25 Sein Schuld- an einem heiligen Ort; im Vorhof der
opfer aber soll er dem HERRN bringen, Stiftshütte sollen sie es essen. 10 Es soll
zum Priester, einen makellosen Widder ungesäuert gebacken werden. Ich habe
von der Herde, nach deiner Schätzung als es ihnen gegeben als ihren Anteil an mei-
Schuldopfer. 26 Und der Priester soll für nen Feueropfern; es ist hochheilig wie das
ihn Sühnung erwirken vor dem HERRN, Sündopfer und wie das Schuldopfer. 11 Al-
und es wird ihm vergeben werden, was les, was männlich ist unter den Nachkom-
irgend er getan hat von alledem, womit men Aarons, darf davon essen; es ist ein
man sich schuldig machen kann. auf ewig festgesetzter Anteil an den Feuer-
opfern des HERRN für eure [künftigen] Ge-
Vorschriften über die Ausführung schlechter. Alles, was mit ihm in Berührung
der Brand-, Speis- und Sündopfer kommt, soll heilig sein!
3Mo 1; 4Mo 28,3-31
12 Und der HERR redete zu Mose und
Und der HERR redete zu Mose und sprach: 13 Dies ist die Opfergabe Aarons
sprach: 2 Gebiete Aaron und seinen und seiner Söhne, die sie dem HERRN
Söhnen und sprich: Dies ist das Gesetz darbringen sollen, [jeder] am Tag seiner
vom Brandopfer. Das Brandopfer soll auf Salbung. Ein Zehntel Epha Feinmehl als
seiner Feuerstelle auf dem Altar die ganze beständiges Speisopfer, die eine Hälfte
Nacht bis zum Morgen verbleiben, und am Morgen, die andere am Abend. 14 Es
das Feuer des Altars soll auf ihm in Brand soll in der Pfanne mit Öl angemacht wer-
gehalten werden. 3 Und der Priester soll den; eingerührt soll man es darbringen,
sein leinenes Gewand anziehen und sein in Kuchenform, in Brocken zerlegt soll
Fleisch in die leinenen Beinkleider hüllen man das Speisopfer darbringen zum lieb-
und soll die Fettasche abheben, zu wel- lichen Geruch für den HERRN. 15 Und zwar
cher das Feuer auf dem Altar das Brand- soll es der Priester bereiten, der an Aarons
opfer verzehrt hat, und sie neben den Stelle gesalbt wird von seinen Söhnen, als
Altar schütten. 4 Dann lege er seine Klei- eine ewige Satzung; es soll ganz in Rauch
der ab und ziehe andere Kleider an und aufgehen für den HERRN. 16 Jedes Speis-
schaffe die Fettasche hinaus vor das Lager opfer eines Priesters soll ein Ganzopfer
an einen reinen Ort. 5 Aber das Feuer auf sein; es darf nicht gegessen werden.
dem Altar soll auf ihm brennend erhal- 17 Und der HERR redete zu Mose und
ten werden, es soll nicht erlöschen; dar- sprach: 18 Rede zu Aaron und zu seinen
um soll der Priester Morgen für Morgen Söhnen und sprich: Dies ist das Gesetz
118 3. MOSE 6.7
vom Sündopfer: Am gleichen Ort, wo gehört dem Priester, der die Sühnung da-
man das Brandopfer schächtet, soll auch mit erwirkt. 8 Und dem Priester, der je-
das Sündopfer geschächtet werden vor mandes Brandopfer darbringt, ihm gehört
dem HERRN: es ist hochheilig. 19 Der Prie- auch die Haut des Brandopfers, das er
ster, der es als Sündopfer darbringt, darf dargebracht hat. 9 Ebenso alle Speisop-
es essen; es soll an heiliger Stätte gegessen fer, die im Ofen gebacken, im Topf oder
werden, im Vorhof der Stiftshütte. 20 Al- in der Pfanne bereitet werden; sie fallen
les, was mit seinem Fleisch in Berührung dem Priester zu, der sie darbringt. 10 Alle
kommt, soll heilig sein! Wenn aber etwas Speisopfer, seien sie nun mit Öl vermengt
von seinem Blut auf ein Kleid spritzt, so oder trocken, gehören allen Söhnen Aa-
sollst du das, was bespritzt worden ist, an rons, dem einen wie dem anderen.
heiliger Stätte waschen. 21 Ist es in einem
irdenen Gefäß gekocht worden, so soll es Das Friedensopfer
3Mo 3
zerbrochen werden, ist es in einem eher-
nen gekocht worden, so muß es gescheu- 11 Und dies ist das Gesetz vom Friedens-
ert und mit Wasser gespült werden. 22 Al- opfer:
les, was männlich ist unter den Priestern, 12 Wenn er es zum Lob opfern will, so
darf davon essen; es ist hochheilig. 23 Da- bringe er zu seinem Lob-Schlachtopfer
gegen soll man kein Sündopfer essen, hinzu ungesäuerte Kuchen dar, mit Öl
von dessen Blut in die Stiftshütte hinein- angerührt, und ungesäuerte Fladen, mit
gebracht wird, um Sühnung zu erwirken Öl gesalbt, und eingerührtes Feinmehl
im Heiligtum; es soll mit Feuer verbrannt [für] mit Öl angerührte Kuchen. 13 Zu-
werden. sätzlich zum Kuchen soll er gesäuertes
Brot als seine Opfergabe darbringen, zu
Vorschriften über die Ausführung der dem Schlachtopfer seines Lob-Friedens-
Schuld- und Friedensopfer opfers hinzu. 14 Davon soll er je ein
3Mo 5,1-26
Stück von jeder Opfergabe dem HERRN
Und dies ist das Gesetz vom Schuld- als Hebopfera darbringen; das soll dem
opfer, welches hochheilig ist: 2 Am Priester gehören, der das Blut der Frie-
gleichen Ort, wo man das Brandopfer densopfer sprengt. 15 Das Fleisch des
schächtet, soll man auch das Schuld- Lob-Friedensopfers soll aber am Tag sei-
opfer schächten, und [der Priester] soll ner Darbringung gegessen werden; man
sein Blut ringsum an den Altar spren- darf nichts davon übriglassen bis zum
gen. 3 Auch soll er von ihm all sein Fett Morgen.
darbringen, den Fettschwanz samt dem 16 Beruht aber das Opfer, das er dar-
Fett, das die Eingeweide bedeckt; 4 dazu bringt, auf einem Gelübde, oder ist es frei-
die beiden Nieren mit dem Fett daran, willig, so soll es am Tag seiner Darbrin-
das an den Lenden ist, samt dem Le- gung gegessen werden, und was davon
berlappen; über den Nieren soll man es übrigbleibt, darf am folgenden Tag geges-
wegnehmen. 5 Und der Priester soll es sen werden.
auf dem Altar in Rauch aufgehen lassen 17 Was aber vom Opferfleisch bis zum
als ein Feueropfer für den HERRN; es ist dritten Tag übrigbleibt, das soll man mit
ein Schuldopfer. 6 Alles, was männlich ist Feuer verbrennen. 18 Wenn aber dennoch
unter den Priestern, darf es essen; es soll am dritten Tag von dem Fleisch seines
an heiliger Stätte gegessen werden: es ist Friedensopfers gegessen wird, so wird es
hochheilig. nicht als wohlgefällig angenommen wer-
7 Wie das Sündopfer, so das Schuldopfer; den; es wird dem, der es dargebracht hat,
für beide gilt ein und dasselbe Gesetz: Es nicht angerechnet, sondern gilt als Greu-

a (7,14) »Hebopfer« bezeichnet den Teil, der von einem größeren Opfer »abgehoben« und dem Herrn bzw. dem
Priester direkt abgegeben wurde.
3. MOSE 7.8 119
el, und die Seele, die davon ißt, wird ihre densopfer. 30 Eigenhändig soll er die Feu-
Schuld tragen. eropfer des HERRN herzubringen: Das Fett
19 Auch wenn das Fleisch mit irgend et- samt der Brust soll er bringen, die Brust,
was Unreinem in Berührung kommt, um sie als Webopfer vor dem HERRN zu
so darf man es nicht essen, sondern weben.a 31 Der Priester aber soll das Fett
es muß mit Feuer verbrannt werden; auf dem Altar in Rauch aufgehen lassen;
sonst aber darf jedermann von diesem und die Brust fällt Aaron und seinen
Fleisch essen, wenn er rein ist. 20 Die Söhnen zu. 32 Dazu sollt ihr die rechte
Seele aber, die ihre Unreinheit an sich Keule von euren Friedensopfern dem
hat und doch von dem Fleisch des Frie- Priester als Hebopfer geben; 33 und zwar
densopfers ißt, das dem HERRN gehört, soll derjenige von den Söhnen Aarons,
dieselbe soll ausgerottet werden aus ih- der das Blut des Friedensopfers und das
rem Volk. 21 Auch wenn eine Seele ir- Fett darbringt, die rechte Keule zum An-
gend etwas Unreines anrührt, es sei die teil erhalten.
Unreinheit eines Menschen oder ein 34 Denn ich habe die Brust des Webop-
unreines Vieh oder irgend einen un- fers und die Keule des Hebopfers von den
reinen Greuel, und ißt doch von dem Kindern Israels, von ihren Friedensop-
Fleisch des Friedensopfers, das dem fern genommen und habe sie dem Prie-
HERRN gehört, dieselbe soll ausgerottet ster Aaron und seinen Söhnen gegeben
werden aus ihrem Volk. als ein ewiges Anrecht von den Kindern
Israels. 35 Das ist das Salbungsteilb Aa-
Verbot des Genusses von Fett und Blut rons und das Salbungsteil seiner Söhne
22 Und der HERR redete zu Mose und von den Feueropfern des HERRN an dem
sprach: 23 Rede zu den Kindern Israels Tag, da er sie herzunahen ließ, um für
und sprich: Ihr sollt kein Fett essen von den HERRN Priesterdienst zu tun, 36 von
Stieren, Schafen und Ziegen! 24 Das Fett dem der HERR befahl, daß es ihnen am
von Aas oder Zerrissenem darf zu aller- Tag ihrer Salbung gegeben werde von den
lei Zwecken verwendet werden, aber ihr Kindern Israels, als ewiges Recht für ihre
sollt es auf keinen Fall essen. 25 Denn je- [künftigen] Geschlechter.
der, der Fett ißt von dem Vieh, von wel- 37 Dies ist das Gesetz vom Brandopfer,
chem man dem HERRN Feueropfer dar- vom Speisopfer und vom Sündopfer, vom
zubringen pflegt — die Seele, die es ißt, Schuldopfer, vom Einweihungsopfer und
soll ausgerottet werden aus ihrem Volk! vom Friedensopfer, 38 das der HERR dem
26 Ihr sollt auch kein Blut essen in allen Mose auf dem Berg Sinai gegeben hat, an
euren Wohnungen, weder von Vögeln dem Tag, da er den Kindern Israels gebot,
noch vom Vieh; 27 jeder, der irgendwel- dem HERRN ihre Opfer darzubringen, in
ches Blut ißt, soll ausgerottet werden aus der Wüste Sinai.
seinem Volk!
Opferanteile der Priester DIE EINSETZUNG DES PRIESTERTUMS
Kapitel 8 - 10
3Mo 10,12-15; 4Mo 18,8-11; 18,18-19;
2Mo 29,24-28 Die Weihe Aarons und seiner Söhne
2Mo 29
28 Und der HERR redete zu Mose und
sprach: 29 Rede zu den Kindern Israels Und der HERR redete zu Mose und
und sprich: Wer dem HERRN ein Friedens- sprach: 2 Nimm Aaron und seine
opfer darbringen will, der lasse dem HERRN Söhne mit ihm, dazu die Kleider und das
seine Gabe zukommen von seinem Frie- Salböl und den Jungstier zum Sündopfer

a (7,30) d.h. das Opfer wurde in der Hand des Priesters geweiht; es wird auch mit »Schwingopfer« übersetzt.
vor dem HERRN hin- und herbewegt (»geschwungen« b (7,35) d.h. der Teil des Opfers, der den Priestern
bzw. »gewoben«) und ihm auf diese Art und Weise anläßlich ihrer Salbung zusteht.
120 3. MOSE 8
und die zwei Widder und den Korb mit les Fett an den Eingeweiden und den Le-
ungesäuertem Brot, 3 und versammle die berlappen und die beiden Nieren mit dem
ganze Gemeinde vor dem Eingang der Fett daran, und Mose ließ es auf dem Altar
Stiftshütte! in Rauch aufgehen. 17 Aber den Jungstier
4 Und Mose tat, wie ihm der HERR befoh- samt seiner Haut und seinem Fleisch und
len hatte, und die Gemeinde versammel- Unrat verbrannte er mit Feuer außerhalb
te sich vor dem Eingang der Stiftshütte. des Lagers, so wie der HERR es Mose gebo-
5 Und Mose sprach zu der Gemeinde: Das ten hatte.
ist es, was der HERR zu tun geboten hat. 18 Er brachte auch den Widder zum
6 Und Mose brachte Aaron und seine Brandopfer herzu. Und Aaron und seine
Söhne herzu und wusch sie mit Wasser. Söhne stützten ihre Hände auf den Kopf
7 Und er legte ihm den Leibrock an und des Widders. 19 Und er schächtete ihn,
umgürtete ihn mit dem Gürtel, und er und Mose sprengte das Blut ringsum an
bekleidete ihn mit dem Obergewand und den Altar. 20 Und er zerlegte den Widder
legte ihm das Ephod an und umgürtete in seine Stücke, und Mose ließ den Kopf,
ihn mit dem gewirkten Gürtel des Ephods die Stücke und das Fett in Rauch aufge-
und befestigte es ihm damit. 8 Danach hen, 21 und er wusch die Eingeweide und
legte er ihm das Brustschild an und die Schenkel mit Wasser. So ließ Mose den
legte in das Brustschild die Urim und ganzen Widder auf dem Altar in Rauch
die Thummima; 9 und er setzte ihm den aufgehen. Das war ein Brandopfer zum
Kopfbund auf das Haupt und heftete an lieblichen Geruch, ein Feueropfer für den
den Kopfbund, vorn an seine Stirn, das HERRN, so wie der HERR es Mose geboten
goldene Stirnblatt, das heilige Diadem, so hatte.
wie der HERR es Mose geboten hatte. 22 Er brachte auch den zweiten Widder
10 Und Mose nahm das Salböl und salbte herzu, den Widder der Einsetzung. Und
die Wohnung und alles, was darin war, Aaron und seine Söhne stützten ihre
und heiligte sie. 11 Auch sprengte er da- Hände auf den Kopf des Widders. 23 Und
von siebenmal auf den Altar und salbte er schächtete ihn, und Mose nahm von
den Altar samt allen seinen Geräten, auch seinem Blut, und er tat es auf das rechte
das Becken samt seinem Gestell, um es Ohrläppchen Aarons und auf den Dau-
zu heiligen. 12 Und er goß von dem Salböl men seiner rechten Hand und auf die
auf das Haupt Aarons und salbte ihn, große Zehe seines rechten Fußes. 24 Und
um ihn zu heiligen. 13 Und Mose brachte Mose brachte auch die Söhne Aarons
auch die Söhne Aarons herzu und beklei- herzu, und er tat von dem Blut auf ihr
dete sie mit Leibröcken und umgürtete rechtes Ohrläppchen und auf den Dau-
sie mit dem Gürtel und band ihnen die men ihrer rechten Hand und auf die
hohen Kopfbedeckungen um, so wie der große Zehe ihres rechten Fußes; und
HERR es Mose geboten hatte. Mose sprengte das Blut ringsum an den
14 Dann ließ er den Jungstier des Sünd- Altar.
opfers herzuführen; und Aaron und seine 25 Und er nahm das Fett und den Fett-
Söhne stützten ihre Hände auf den Kopf schwanz und alles Fett an den Eingewei-
des Sündopferstieres. 15 Und er schächtete den und den Leberlappen und die beiden
ihn, und Mose nahm das Blut und tat da- Nieren mit dem Fett daran und die rechte
von mit seinem Finger auf die Hörner des Schulter; 26 dazu nahm er aus dem Korb
Altars ringsum und entsündigte den Altar; mit dem ungesäuerten Brot, der vor dem
und er goß das übrige Blut an den Fuß des HERRN war, einen ungesäuerten Kuchen
Altars und heiligte ihn, indem er für ihn und einen Brotkuchen mit Öl und einen
Sühnung erwirkte. 16 Sodann nahm er al- Fladen und legte es auf die Fettstücke

a (8,8) bed. »Lichter und Vollkommenheiten«; Name der heiligen Lose der Hohenpriester Israels, mit denen der
Wille Gottes erfragt wurde.
3. MOSE 8.9 121
und auf die rechte Schulter, 27 und er leg- Kalb zum Sündopfer und einen Widder
te das alles auf die Hände Aarons und auf zum Brandopfer, beide makellos, und
die Hände seiner Söhne und webte es als bringe sie dem HERRN dar. 3 Und rede zu
Webopfer vor dem HERRN. den Kindern Israels und sprich: Nehmt
28 Danach nahm Mose das alles wieder einen Ziegenbock zum Sündopfer und
aus ihren Händen und ließ es auf dem Al- ein Kalb und ein Lamm, ein Jahr alt und
tar über dem Brandopfer in Rauch aufge- makellos, zum Brandopfer, 4 ferner einen
hen. Das war das Einsetzungsopfer zum Stier und einen Widder zum Friedensop-
lieblichen Geruch, ein Feueropfer für den fer, um sie vor dem HERRN zu opfern, und
HERRN. 29 Und Mose nahm die Brust und ein mit Öl angerührtes Speisopfer; denn
webte sie als Webopfer vor dem HERRN; heute wird euch der HERR erscheinen!
das war Moses Anteil von dem Widder 5 Und sie brachten, was Mose geboten
der Einsetzung, so wie der HERR es Mose hatte, vor den Eingang der Stiftshütte, und
geboten hatte. die ganze Gemeinde trat herzu und stand
30 Und Mose nahm von dem Salböl und vor dem HERRN. 6 Da sprach Mose: Das
von dem Blut auf dem Altar und spreng- ist es, was der HERR geboten hat; das sollt
te es auf Aaron, auf seine Kleider und ihr tun, so wird euch die Herrlichkeit des
mit ihm auf seine Söhne und ihre Kleider, HERRN erscheinen! 7 Und Mose sprach zu
und er heiligte Aaron, seine Kleider, und Aaron: Tritt zum Altar und opfere dein
mit ihm seine Söhne und die Kleider sei- Sündopfer und dein Brandopfer und er-
ner Söhne. wirke Sühnung für dich und das Volk. Da-
31 Und Mose sprach zu Aaron und zu sei- nach bringe das Opfer des Volkes dar und
nen Söhnen: Kocht das Fleisch vor dem erwirke Sühnung für sie, wie der HERR es
Eingang der Stiftshütte und eßt es dort, geboten hat!
und auch das Brot, das im Korb des Ein- 8 Da trat Aaron zum Altar und schächtete
setzungsopfers ist, wie ich geboten und das Kalb des Sündopfers, das für ihn
gesagt habe: Aaron und seine Söhne sol- war. 9 Und die Söhne Aarons brachten
len es essen. 32 Was aber übrigbleibt von das Blut zu ihm, und er tauchte seinen
dem Fleisch und von dem Brot, das sollt Finger in das Blut und tat davon auf die
ihr mit Feuer verbrennen. 33 Und ihr sollt Hörner des Altars und goß das [übrige]
sieben Tage lang nicht hinausgehen vor Blut an den Fuß des Altars. 10 Aber das
den Eingang der Stiftshütte, bis zu dem Fett und die Nieren und den Leberlappen
Tag, an dem die Tage eures Einsetzungs- des Sündopfers ließ er auf dem Altar in
opfers erfüllt sind; denn sieben Tage lang Rauch aufgehen, so wie der HERR es Mose
sollen euch die Hände gefüllt werden. geboten hatte. 11 Und das Fleisch und die
34 Was man heute getan hat, das hat Haut verbrannte er mit Feuer außerhalb
der HERR zu tun befohlen, um für euch des Lagers.
Sühnung zu erwirken. 35 Sieben Tage lang 12 Danach schächtete er das Brandopfer,
sollt ihr Tag und Nacht am Eingang der und die Söhne Aarons brachten das Blut
Stiftshütte bleiben und die Anordnun- zu ihm, und er sprengte es ringsum an
gen des HERRN befolgen, damit ihr nicht den Altar. 13 Und sie brachten das Brand-
sterbt; denn so ist es mir geboten wor- opfer, in seine Stücke zerlegt, samt dem
den. 36 Und Aaron und seine Söhne taten Kopf zu ihm, und er ließ es auf dem Altar
alles, was der HERR durch Mose geboten in Rauch aufgehen. 14 Und er wusch die
hatte. Eingeweide und die Schenkel und ließ sie
über dem Brandopfer auf dem Altar in
Das erste Opfer Aarons und seiner Söhne Rauch aufgehen.
Und es geschah am achten Tag, da 15 Danach brachte er die Opfergabe des
rief Mose Aaron und seine Söhne und Volkes herzu, und er nahm den Bock, das
die Ältesten von Israel zu sich, 2 und er Sündopfer des Volkes, und schächtete ihn
sprach zu Aaron: Nimm dir ein junges und opferte ihn als Sündopfer wie das
122 3. MOSE 9.10
vorige. 16 Danach brachte er das Brand- 4 Mose aber rief Misael und Elzaphan, die
opfer herzu und opferte es nach der Vor- Söhne Ussiels, des Onkels Aarons, und
schrift. 17 Er brachte auch das Speisop- sprach zu ihnen: Tretet herzu und tragt
fer herzu und nahm eine Handvoll davon eure Brüder vom Heiligtum hinweg, vor
und ließ es auf dem Altar in Rauch auf- das Lager hinaus! 5 Und sie traten herzu
gehen, außer dem Brandopfer des Mor- und trugen sie in ihren Leibröcken vor
gens. das Lager hinaus, wie es Mose befohlen
18 Danach schächtete er den Stier und hatte.
den Widder als das Friedensopfer des 6 Da sprach Mose zu Aaron und seinen
Volkes. Und die Söhne Aarons brachten Söhnen Eleasar und Itamar: Ihr sollt euer
ihm das Blut; das sprengte er ringsum Haupthaar nicht entblößen, noch eure
an den Altar. 19 Aber die Fettstücke von Kleider zerreißen, damit ihr nicht sterbt
dem Stier, und von dem Widder den Fett- und der Zorn über die ganze Gemeinde
schwanz und das Fett, das die Eingewei- kommt. Doch eure Brüder, das ganze
de bedeckt, und die Nieren und den Le- Haus Israel, sie sollen weinen über die-
berlappen, 20 alle diese Fettstücke legten sen Brand, den der HERR angezündet
sie auf die Bruststücke; und er ließ die hat! 7 Ihr aber sollt nicht vor den Ein-
Fettstücke auf dem Altar in Rauch auf- gang der Stiftshütte hinausgehen, damit
gehen. 21 Aber die Brust und die rechte ihr nicht sterbt; denn das Öl der Salbung
Keule webte Aaron als Webopfer vor dem des HERRN ist auf euch! Und sie handelten
HERRN, wie es Mose geboten hatte. nach dem Wort Moses.
22 Danach streckte Aaron seine Hand aus
zu dem Volk hin und segnete es und stieg Anordnungen zur rechten Ausführung
herab, nachdem er das Sündopfer, das des Priesterdienstes
Brandopfer und das Friedensopfer dar- 8 Der HERR aber redete mit Aaron und
gebracht hatte. sprach: 9 Du und deine Söhne mit dir
23 Und Mose und Aaron gingen in die sollen weder Wein noch starkes Getränk
Stiftshütte hinein. Und als sie wieder her- trinken, wenn ihr in die Stiftshütte geht,
auskamen, segneten sie das Volk. Da er- damit ihr nicht sterbt. Das sei eine ewige
schien die Herrlichkeit des HERRN dem Ordnung für eure [künftigen] Geschlech-
ganzen Volk, 24 und es ging Feuer aus von ter, 10 damit ihr einen Unterschied macht
dem HERRN und verzehrte das Brandopfer zwischen dem Heiligen und dem Unhei-
und die Fettstücke auf dem Altar. Als das ligen, zwischen dem Unreinen und Rei-
ganze Volk dies sah, jubelten sie und fie- nen, 11 und damit ihr die Kinder Israels
len auf ihr Angesicht. alle Ordnungen lehrt, die der HERR zu ih-
nen durch Mose geredet hat!
Der Tod Nadabs und Abihus 12 Und Mose redete mit Aaron und mit
4Mo 3,2-4
seinen übriggebliebenen Söhnen, Elea-
Aber die Söhne Aarons, Nadab und sar und Itamar: Nehmt das Speisopfer,
Abihu, nahmen jeder seine Räu- das von den Feueropfern des HERRN
cherpfanne und taten Feuer hinein und übrigbleibt, und eßt es ungesäuert beim
legten Räucherwerk darauf und brachten Altar, denn es ist hochheilig. 13 Ihr sollt es
fremdes Feuer dar vor den HERRN, das er an heiliger Stätte essen; denn es ist das,
ihnen nicht geboten hatte. 2 Da ging Feu- was dir und deinen Söhnen bestimmt ist
er aus von dem HERRN und verzehrte sie, von den Feueropfern des HERRN; denn so
so daß sie starben vor dem HERRN. 3 Und ist es mir geboten worden. 14 Ebenso die
Mose sprach zu Aaron: Das hat der HERR Brust des Webopfers und die Keule des
gemeint, als er sprach: »Ich will geheiligt Hebopfers — du und deine Söhne und
werden durch die, welche zu mir nahen, deine Töchter sollen sie mit dir an reiner
und geehrt werden vor dem ganzen Volk!« Stätte essen. Denn dies ist dir und dei-
Und Aaron schwieg still. nen Kindern bestimmt von den Friedens-
3. MOSE 10.11 123
opfern der Kinder Israels. 15 Die Keule dachs; denn obgleich er wiederkäut, hat
des Hebopfers und die Brust des Webop- er doch keine gespaltenen Klauen; dar-
fers soll man mit den Feueropfern der um soll er für euch unrein sein; 6 und
Fettstücke herzubringen, um sie als den Hasen; denn obgleich er wiederkäut,
Webopfer vor dem HERRN zu weben. Dies hat er keine gespaltenen Klauen; darum
soll dir und deinen Söhnen mit dir als ein soll er für euch unrein sein. 7 Ferner
ewiges Anrecht zufallen, wie es der HERR das Schwein; es hat ganz gespaltene Klau-
geboten hat! en, aber es ist kein Wiederkäuer; darum
16 Mose aber suchte eifrig nach dem soll es für euch unrein sein. 8 Von ihrem
Bock des Sündopfers; und siehe, er war Fleisch sollt ihr nicht essen, auch ihr Aas
verbrannt worden. Da wurde er zornig nicht anrühren, denn sie sind für euch
über Eleasar und Itamar, die Söhne Aa- unrein.
rons, die noch übriggeblieben waren, und 9 Diese [Tiere] dürft ihr essen von allem,
sprach: 17 Warum habt ihr das Sündopfer was im Wasser lebt: Alles, was Flossen und
nicht gegessen an heiliger Stätte? Denn Schuppen hat im Wasser, im Meer und in
es ist hochheilig, und Er hat es euch gege- den Flüssen, das dürft ihr essen. 10 Aber
ben, damit ihr die Schuld der Gemeinde alles, was keine Flossen und Schuppen
tragt, um für sie Sühnung zu erwirken vor hat, im Meer und in den Flüssen, unter
dem HERRN! 18 Siehe, sein Blut ist nicht allem [Getier], das sich in den Wassern
in das Innere des Heiligtums hineinge- regt, und von allem, was im Wasser lebt,
bracht worden; ihr hättet ihn im Hei- das soll für euch ein Greuel sein. 11 Ein
ligtum essen sollen, wie ich es geboten Greuel sollen sie für euch sein; von ihrem
habe! Fleisch sollt ihr nicht essen, und ihr Aas
19 Aaron aber sprach zu Mose: Siehe, heu- sollt ihr verabscheuen. 12 Alle Wassertie-
te haben sie ihr Sündopfer und ihr Brand- re, die keine Flossen und Schuppen ha-
opfer vor dem HERRN geopfert, und es ben, sollen für euch ein Greuel sein.
ist mir dieses geschehen; sollte ich heute 13 Von den fliegenden [Tieren] aber sollt
vom Sündopfer essen? Wäre es auch recht ihr diese verabscheuen; man soll sie nicht
gewesen in den Augen des HERRN? 20 Als essen, weil sie ein Greuel sind: Den Adler,
Mose dies hörte, war es recht in seinen den Lämmergeier und den Seeadler, 14 die
Augen. Weihe und die Habichtarten, 15 alle Raben-
arten, 16 den Strauß, die Eule, die Möwe
BESTIMMUNGEN ZUR HEILIGUNG DES VOLKES und die Falkenarten; 17 das Käuzchen, den
Kapitel 11 - 15 Kormoran, den Ibis, 18 die Ohreneule, den
Pelikan, den Aasgeier, 19 den Storch, die
Das Gesetz über die reinen Reiherarten, den Wiedehopf und die Fle-
und unreinen Tiere dermaus.
3Mo 20,25-26; 5Mo 14,3-19; Apg 10,11-16
20 Jedes geflügelte Kleingetier, das auf
Und der HERR redete zu Mose und vier Füßen geht, soll für euch ein Greuel
Aaron und sprach zu ihnen: 2 Redet sein. 21 Nur diese dürft ihr essen von
zu den Kindern Israels und sprecht: Das dem geflügelten Kleingetier, das auf vier
sind die Tiere, die ihr essen dürft von al- Füßen geht: die oberhalb ihrer Füße zwei
len Tieren auf Erden: 3 Alles, was ganz ge- Schenkel haben, mit denen sie über den
spaltene Klauen hat und wiederkäut un- Erdboden hüpfen können. 22 Von diesen
ter den Tieren, dürft ihr essen. dürft ihr essen: alle Arten der Arbeh-
4 Aber von den Wiederkäuern und denen, Heuschrecke, alle Arten der Solham-Heu-
die gespaltene Klauen haben, sollt ihr die schrecke, der Hargol-Heuschrecke und
folgenden nicht essen: das Kamel; denn der Hagab-Heuschrecke. 23 Aber alles
obgleich es wiederkäut, hat es doch kei- [übrige] geflügelte Kleingetier, das auf
ne gespaltenen Klauen; darum soll es für vier Füßen [geht], soll für euch ein Greu-
euch unrein sein; 5 ebenso den Klipp- el sein; 24 und ihr würdet euch an ihnen
124 3. MOSE 11.12
verunreinigen; wer ihr Aas anrührt, der den Samen gegossen worden, und es fie-
soll unrein sein bis zum Abend; 25 wer le von solchem Aas darauf, so müßte er
aber von ihrem Aas etwas aufhebt, der euch für unrein gelten.
soll seine Kleider waschen, und er ist un- 39 Stirbt ein Vieh, das euch zur Nahrung
rein bis zum Abend. dient, so wird, wer sein Aas anrührt, un-
26 Jedes Tier, das nicht zugleich gänzlich rein sein bis zum Abend; 40 und wer von
gespaltene Klauen hat und wiederkäut, seinem Aas ißt, der soll seine Kleider wa-
soll für euch unrein sein; jeder, der es schen und bleibt unrein bis zum Abend;
anrührt, wird unrein. auch wer sein Aas aufhebt, muß seine
27 Auch alles, was auf seinen Tatzen geht Kleider waschen und bleibt unrein bis
unter den Vierfüßlern, soll für euch un- zum Abend.
rein sein; jeder, der ihr Aas anrührt, wird 41 Alles Getier, das auf der Erde kriecht, ist
unrein sein bis zum Abend; 28 und wer ein Greuel und darf nicht gegessen wer-
ihr Aas aufhebt, der soll seine Kleider wa- den. 42 Alles, was auf dem Bauch kriecht,
schen und bleibt unrein bis zum Abend; samt allem, was auf vier und mehr Füßen
unrein sollen sie für euch sein. läuft von allem Getier, das auf der Erde
29 Auch diese sollen für euch unrein sein kriecht, das sollt ihr nicht essen, denn
von dem Gewimmel, das auf der Erde sie sind ein Greuel. 43 Macht euch selbst
kriecht: Das Wiesel, die Maus, die ver- nicht zu einem Greuel durch irgendein
schiedenen Eidechsenarten; 30 der Gek- kriechendes Getier und verunreinigt euch
ko, die Mauereidechse, die Letaa-Echse, nicht durch sie, so daß ihr dadurch un-
der Salamander und das Chamäleon. rein werdet! 44 Denn ich bin der HERR,
31 Diese sollen für euch unrein sein unter euer Gott; darum sollt ihr euch heiligen
allem, was kriecht; wer sie anrührt, wenn und sollt heilig sein, denn ich bin heilig;
sie tot sind, wird unrein sein bis zum und ihr sollt euch nicht verunreinigen
Abend. 32 Auch wird alles unrein, worauf mit irgendwelchem Getier, das auf der
eines von diesen Tieren fällt, wenn es tot Erde kriecht! 45 Denn ich, der HERR, bin
ist, sei es ein hölzernes Gefäß oder ein es, der euch aus dem Land Ägypten
Kleid, ein Fell oder ein Sack; ein Gerät heraufgeführt hat, um euer Gott zu sein;
aber, mit dem man Arbeit verrichtet, soll darum sollt ihr heilig sein, denn ich bin
man ins Wasser legen, und es soll unrein heilig!
bleiben bis zum Abend; dann wird es 46 Dies ist das Gesetz über das Vieh und
rein. 33 Fällt aber eines jener Tiere in die Vögel und alle lebendigen Wesen, die
ein irdenes Geschirr, so wird sein ganzer sich im Wasser regen und über alles Le-
Inhalt unrein, und ihr müßt es zerbre- bendige, das auf der Erde kriecht, 47 da-
chen. 34 Wenn etwas von dem Wasser mit man unterscheide zwischen dem Un-
an irgendeine Speise kommt, die man reinen und dem Reinen, und zwischen
essen will, so wird sie unrein, ebenso je- den Lebewesen, die man essen, und de-
des Getränk, das man aus einem solchen nen, die man nicht essen soll.
Gefäß trinken würde. 35 Alles wird un-
rein, worauf ein solches Aas fällt; wäre es Verordnungen für Wöchnerinnen
Lk 2,21-24
ein Backofen oder Kochherd, so müßte er
eingerissen werden; denn er wäre unrein Und der HERR redete zu Mose und
und müßte euch als unrein gelten. 36 Nur sprach: 2 Rede zu den Kindern Isra-
ein Wassersammler, der von einer Quelle els und sprich: Wenn eine Frau schwan-
oder von einer Zisterne [gespeist wird], ger ist und einen Knaben gebiert, so
bleibt rein; wer aber ein Aas darin anrührt, soll sie sieben Tage lang unrein sein; sie
wird gleichwohl unrein. 37 Auch wenn soll unrein sein wie in den Tagen, an de-
von solchem Aas auf irgendwelche nen sie unrein ist wegen ihres Unwohl-
Sämereien fällt, die man aussäen will, so seins. 3 Und am achten Tag soll man
bleiben sie rein; 38 wäre aber Wasser auf das Fleisch der Vorhaut [des Knaben] be-
3. MOSE 12.13 125
schneiden. 4 Und sie soll 33 Tage lang im nicht tieferliegend erscheint als die übrige
Blut ihrer Reinigung daheim bleiben; sie Haut des Fleisches und seine Haare nicht
soll nichts Heiliges anrühren und nicht weiß geworden sind, so soll der Priester
zum Heiligtum kommen, bis die Tage ih- den, der die Plage hat, sieben Tage lang
rer Reinigung erfüllt sind. 5 Gebiert sie einschließen, 5 und am siebten Tag soll
aber ein Mädchen, so soll sie zwei Wo- der Priester es besichtigen: Ist das Mal in
chen lang unrein sein wie bei ihrer Un- seinen Augen gleich geblieben wie zuvor
reinheit [des Unwohlseins], und sie soll und hat nicht weitergefressen in der Haut,
66 Tage lang daheim bleiben im Blut ihrer so soll ihn der Priester nochmals sieben
Reinigung. Tage lang einschließen. 6 Und wenn ihn
6 Und wenn die Tage ihrer Reinigung der Priester am siebten Tag nochmals be-
erfüllt sind für den Sohn oder für die sieht und findet, daß das Mal blasser ist
Tochter, so soll sie zu dem Priester am und nicht in der Haut weitergefressen hat,
Eingang der Stiftshütte ein einjähriges so soll der Priester ihn für rein erklären,
Lamm als Brandopfer bringen und eine denn es ist Schorf; und er soll seine Klei-
junge Taube oder eine Turteltaube als der waschen, und dann ist er rein. 7 Wenn
Sündopfer. 7 Und er soll es vor dem HERRN aber der Schorf weiter um sich greift an
darbringen und für sie Sühnung erwirken, der Haut, nachdem er vom Priester be-
so wird sie rein von ihrem Blutfluß. Das sehen worden ist zu seiner Reinigung, so
ist das Gesetz für die Frau, die einen Kna- soll er sich dem Priester nochmals zei-
ben oder ein Mädchen gebiert. 8 Kann sie gen. 8 Wenn dann der Priester sieht, daß
aber den Preis eines Schafes nicht auf- der Schorf an der Haut weiter um sich ge-
bringen, so nehme sie zwei Turteltauben griffen hat, so soll ihn der Priester für un-
oder zwei junge Tauben, eine als Brand- rein erklären; denn es ist Aussatz.
opfer und die andere als Sündopfer, und 9 Zeigt sich die Aussatz-Plage an einem
der Priester soll für sie Sühnung erwir- Menschen, so soll man ihn vor den Prie-
ken, damit sie rein wird. ster bringen; 10 sieht der Priester an der
Haut ein weißes Hautmal und daß die
Das Gesetz über den Aussatz Haare weiß geworden sind und daß rohes
4Mo 12,10-15; 2Chr 26,19-23
Fleisch in dem Mal ist, 11 so ist es ein al-
Und der HERR redete zu Mose und ter Aussatz in der Haut seines Fleisches;
Aaron und sprach: darum soll ihn der Priester für unrein
2 Wenn sich bei einem Menschen an der erklären und nicht einschließen; denn er
Haut seines Fleisches ein Hautmal oder ist schon unrein.
ein Schorf oder ein heller Fleck zeigt, und 12 Wenn aber der Aussatz an der Haut
es entsteht an der Haut des Fleisches ausbricht, und der Aussatz bedeckt die
eine Aussatz-Plagea, so soll man ihn vor ganze Haut des von der Aussatz-Plage
den Priester Aaron oder vor einen seiner Befallenen vom Kopf bis zu den Füßen,
Söhne unter den Priestern bringen. 3 Und wohin auch die Augen des Priesters se-
wenn der Priester das Aussatzmal an der hen, 13 und der Priester sieht, daß der
Haut seines Fleisches besieht [und fin- Aussatz sein ganzes Fleisch bedeckt, so
det], daß die Haare im Mal weiß gewor- soll er den von der Aussatz-Plage Befalle-
den sind, und daß das Mal tieferliegend nen für rein erklären, weil er ganz weiß
erscheint als die Haut seines Fleisches, geworden ist; dann ist er rein. 14 An dem
so ist es eine Aussatz-Plage; sobald der Tag aber, da sich rohes Fleisch an ihm
Priester das sieht, soll er ihn für unrein zeigt, ist er unrein. 15 Und wenn der Prie-
erklären. 4 Wenn aber der helle Fleck auf ster das rohe Fleisch sieht, soll er ihn für
der Haut seines Fleisches weiß ist und unrein erklären; denn das rohe Fleisch ist

a (13,2) Andere Übersetzung: Aussatz-Übel / Aussatzmal. Aussatz war eine heute nicht mehr genau bestimmbare
bösartige Hautkrankheit, vergleichbar der Lepra.
126 3. MOSE 13
unrein; es ist Aussatz. 16 Wenn sich das denn es ist die Aussatz-Plage. 28 Ist aber
rohe Fleisch aber wieder verwandelt und der Fleck stehengeblieben und hat in der
weiß wird, so soll er zum Priester kom- Haut nicht weiter um sich gegriffen und
men. 17 Und besieht ihn der Priester und ist blaß, so ist es das Hautmal der Brand-
findet, daß das Mal weiß geworden ist, so wunde, und der Priester soll ihn für rein
soll der Priester den von der Aussatz-Pla- erklären; denn es ist die Narbe der Brand-
ge Befallenen für rein erklären, denn er wunde.
ist rein. 29 Wenn ein Mann oder eine Frau auf dem
18 Und wenn im Fleisch an der Haut ein Haupt oder am Bart ein Mal hat, 30 und der
Geschwür entsteht und wieder heilt, 19 es Priester das Mal besieht und findet, daß
bildet sich aber an der Stelle des Ge- es tieferliegend erscheint als die [übrige]
schwürs ein weißes Hautmal oder ein Haut, und das Haar darin goldgelb und
weiß-rötlicher Fleck, so soll er sich dem dünn ist, so soll der Priester ihn für un-
Priester zeigen. 20 Sieht aber der Priester, rein erklären; denn es ist Schorf, ein Aus-
daß es tieferliegend erscheint als die übrige satz am Haupt oder am Bart. 31 Und wenn
Haut und daß sein Haar weiß geworden der Priester das Mal des Schorfes besieht,
ist, so soll der Priester ihn für unrein und es nicht tieferliegend erscheint als die
erklären; denn es ist die Aussatz-Plage; Haut, und es ist kein schwarzes Haar dar-
in dem Geschwür ist sie ausgebrochen. in, so soll er den, der das Mal des Schorfes
21 Sieht es der Priester an, und siehe, es ist hat, sieben Tage lang einschließen. 32 Und
kein weißes Haar darin, und es ist nicht wenn der Priester das Mal am siebten Tag
tieferliegend als die übrige Haut, sondern besieht und findet, daß der Schorf nicht
blasser, so soll der Priester ihn sieben Tage weiter um sich gegriffen hat und kein
lang einschließen. 22 Greift es weiter um goldgelbes Haar darin ist und der Schorf
sich an der Haut, so soll der Priester ihn nicht tieferliegend erscheint als die übrige
für unrein erklären; denn es ist die [Aus- Haut, 33 so soll er sich scheren, aber den
satz-]Plage. 23 Bleibt aber der weiße Fleck Schorf soll er nicht scheren, und der Prie-
an seiner Stelle stehen und greift nicht ster soll den Schorfigen noch einmal sie-
weiter um sich, so ist es die Narbe des ben Tage lang einschließen. 34 Und wenn
Geschwürs, und der Priester soll ihn für der Priester den Schorf am siebten Tag be-
rein erklären. sieht und findet, daß der Schorf auf der
24 Oder wenn jemandes Fleisch an der Haut nicht weiter um sich gegriffen hat
Haut eine Brandwunde erhält, und es bil- und nicht tieferliegend erscheint als die
det sich am Mal der Verbrennung ein [übrige] Haut, so soll ihn der Priester für
weißrötlicher oder weißer Fleck; 25 und rein erklären, und er soll seine Kleider wa-
wenn der Priester es besieht und findet, schen; und er ist rein. 35 Greift aber der
daß das Haar an dem Fleck weiß ge- Schorf nach seiner Reinigung weiter um
worden ist und daß er tieferliegend er- sich auf der Haut, 36 und der Priester be-
scheint als die [übrige] Haut, so ist es sieht ihn und findet, daß der Schorf auf
Aussatz; er ist in der Brandwunde ausge- der Haut weiter um sich gegriffen hat,
brochen; darum soll ihn der Priester für so soll der Priester nicht mehr untersu-
unrein erklären, denn es ist die Aussatz- chen, ob die Haare goldgelb sind, denn er
Plage. 26 Sieht aber der Priester, daß die ist unrein. 37 Und wenn in seinen Augen
Haare an dem Fleck nicht weiß gewor- der Schorf gleich geblieben und schwar-
den sind und daß er nicht tieferliegend zes Haar darin gewachsen ist, so ist der
ist als die übrige Haut und daß er blaß ist, Schorf geheilt, und er ist rein; darum soll
so soll der Priester ihn sieben Tage lang ihn der Priester für rein erklären.
einschließen. 27 Und am siebten Tag soll 38 Wenn sich bei einem Mann oder einer
der Priester ihn besichtigen; hat es in Frau an der Haut ihres Fleisches weiße
der Haut weiter um sich gegriffen, so Flecken zeigen, 39 und der Priester sieht
soll der Priester ihn für unrein erklären; nach und findet auf der Haut ihres Flei-
3. MOSE 13.14 127
sches blasse weiße Flecken, so ist es ein [der Gegenstand] ist unrein; 52 und er soll
Ausschlag, der an der Haut ausgebrochen das Kleidungsstück verbrennen oder das
ist, und der Betreffende ist rein. Gewebte oder Gewirkte, es sei aus Wolle
40 Wenn einem Mann die Haupthaare oder aus Leinen oder irgendwelches Fell-
ausfallen, so ist er ein Kahlkopf; er ist werk, in dem ein solches Mal ist; denn es
rein. 41 Fallen sie ihm vorn am Haupt ist ein bösartiger Aussatz, und man soll es
aus, daß er vorn eine Glatze hat, so ist er mit Feuer verbrennen.
rein. 42 Entsteht aber an der hinteren oder 53 Sieht aber der Priester, daß das Mal
vorderen Glatze ein weiß-rötliches Mal, nicht weitergefressen hat an dem Klei-
so ist an seiner hinteren oder vorderen dungsstück oder an dem Gewebten oder
Glatze ein Aussatz ausgebrochen. 43 Und an dem Gewirkten, oder an irgendwel-
der Priester soll ihn besehen, und wenn chem Fellwerk, 54 so soll der Priester ge-
er findet, daß der Flecken des Hautmales bieten, daß man den Gegenstand wa-
an seiner Hinter- oder Vorderglatze weiß- sche, an dem das Mal ist, und er soll
rötlich ist und wie ein Aussatz an der Haut es weitere sieben Tage lang einschließen.
des Fleisches anzusehen ist, 44 so ist er 55 Und wenn der Priester sieht, nachdem
ein aussätziger Mann und unrein, und der das Mal gewaschen ist, daß das Mal sei-
Priester soll ihn für völlig unrein erklären ne Farbe nicht verändert und sich auch
wegen des Mals auf seinem Kopf. 45 Der nicht weiter ausgebreitet hat, so ist es un-
Aussätzige, an dem die Plage ist, soll aber rein; du sollst es mit Feuer verbrennen; es
in zerrissenen Kleidern einhergehen, mit ist eine eingefressene Vertiefung an sei-
entblößtem Haupt, und seine Lippen soll ner hinteren oder vorderen Seite. 56 Wenn
er verhüllen, und er soll ausrufen: Unrein, aber der Priester sieht, daß das Mal
unrein! 46 Solange die Plage an ihm ist, verblaßt ist, nachdem es gewaschen wur-
soll er völlig unrein bleiben, [denn] er ist de, so soll er es abreißen von dem
unrein; er soll abgesondert wohnen und Kleidungsstück oder von dem Fell, von
außerhalb des Lagers seine Wohnung ha- dem Gewebten oder von dem Gewirkten.
ben. 57 Zeigt es sich aber noch an dem Klei-
dungsstück, an dem Gewebten, an dem
Über den Aussatz von Kleidern Gewirkten oder an irgendwelchem Fell-
47 Wenn an einem Kleidungsstück eine werk, so ist es ein ausbrechender Aus-
Aussatz-Plage ist, es sei aus Wolle oder aus satz; du sollst den Gegenstand, an dem
Leinen, 48 es sei Gewebtes oder Gewirk- ein solches Mal ist, mit Feuer verbren-
tes, es sei aus Leinen oder aus Wolle, oder nen. 58 Das Kleidungsstück aber oder das
an einem Fell oder an irgend etwas, das Gewebte oder das Gewirkte oder irgend-
aus Fellen gemacht wird; 49 und wenn welches Fellwerk, das gewaschen wurde,
das Mal grünlich oder rötlich ist an dem und das Mal ist daraus gewichen, das soll
Kleidungsstück oder an dem Fell, oder man nochmals waschen, so ist es rein.
am Gewebten oder am Gewirkten oder 59 Das ist das Gesetz über die Aussatz-
an irgend etwas, das aus Fellen gemacht Plage an Kleidungsstücken, sie seien aus
wird, so ist es die Plage des Aussatzes, und Wolle oder aus Leinen, am Gewebten und
man soll es dem Priester zeigen. 50 Und am Gewirkten und an irgendwelchem
wenn der Priester das Mal besehen hat, Fellwerk, wonach sie für rein oder unrein
soll er das befallene Kleidungsstück sie- zu erklären sind.
ben Tage lang einschließen. 51 Und wenn
er das Mal am siebten Tag sieht, und Das Gesetz über die Reinigung vom Aussatz
Mk 1,40-44
das Mal hat weitergefressen an dem
Kleidungsstück, an dem Gewebten oder Und der HERR redete zu Mose und
an dem Gewirkten, an dem Fell oder an sprach: 2 Dieses Gesetz gilt für den
irgend etwas, das man aus Fellen macht, Aussätzigen am Tag seiner Reinigung: Er
so ist es ein bösartiges Aussatzmal, und soll zu dem Priester gebracht werden.
128 3. MOSE 14
3 Und der Priester soll [dafür] hinaus vor heilig. 14 Und der Priester soll von dem
das Lager gehen, und wenn er nachsieht Blut des Schuldopfers nehmen, und der
und findet, daß das Mal des Aussatzes an Priester soll es dem, der gereinigt werden
dem Aussätzigen heil geworden ist, 4 so soll, auf das rechte Ohrläppchen tun und
soll der Priester gebieten, daß man für auf den Daumen seiner rechten Hand
den, der gereinigt werden soll, zwei le- und auf die große Zehe seines rechten
bendige Vögel bringt, die rein sind, und Fußes. 15 Danach soll der Priester von
Zedernholz, Karmesin und Ysop; 5 und dem Log Öl nehmen und [es] in seine ei-
der Priester soll gebieten, daß man den gene linke Hand gießen, 16 und der Prie-
einen Vogel schächtet in ein irdenes Ge- ster soll mit seinem rechten Finger in das
schirr, über lebendigem Wasser. 6 Den le- Öl tunken, das in seiner linken Hand ist,
bendigen Vogel aber soll man nehmen und mit seinem Finger von dem Öl sie-
mit dem Zedernholz, dem Karmesin und benmal vor dem HERRN sprengen. 17 Und
Ysop und es samt dem lebendigen Vogel von dem übrigen Öl in seiner Hand soll
in das Blut des Vogels tauchen, der über er dem, der gereinigt werden soll, auf
dem lebendigen Wasser geschächtet wor- das rechte Ohrläppchen tun und auf den
den ist; 7 und er soll denjenigen sieben- Daumen seiner rechten Hand und auf die
mal besprengen, der vom Aussatz gerei- große Zehe seines rechten Fußes, oben
nigt werden soll, und ihn so reinigen; und auf das Blut des Schuldopfers. 18 Den
den lebendigen Vogel soll er in das freie Rest des Öls aber in seiner Hand soll er
Feld fliegen lassen. auf das Haupt dessen gießen, der gerei-
8 Der zu Reinigende aber soll seine Kleider nigt werden soll, und für ihn Sühnung er-
waschen und alle seine Haare abschnei- wirken vor dem HERRN.
den und sich im Wasser baden; so ist er 19 Und der Priester soll das Sündopfer op-
rein. Danach darf er in das Lager gehen; fern und für den von seiner Unreinheit
doch soll er sieben Tage lang außerhalb zu Reinigenden Sühnung erwirken, und
seines Zeltes bleiben. 9 Und am siebten soll danach das Brandopfer schächten.
Tag soll er alle seine Haare abschneiden 20 Und der Priester soll das Brandopfer
auf dem Haupt, am Bart und an den Au- samt dem Speisopfer auf dem Altar op-
genbrauen, alle seine Haare soll er ab- fern und für ihn Sühnung erwirken; so ist
schneiden; und er soll seine Kleider wa- er rein.
schen und sein Fleisch im Wasser baden, 21 Ist er aber arm und kann nicht so viel
so ist er rein. aufbringen, so nehme er ein Lamm, ein
10 Und am achten Tag soll er zwei ma- Schuldopfer, als Webopfer, um für ihn
kellose Lämmer nehmen und ein makel- Sühnung zu erwirken, und ein Zehntel
loses einjähriges weibliches Lamm und Feinmehl, mit Öl angerührt, zum Speis-
drei Zehntel Feinmehl als Speisopfer, mit opfer, und ein Log Öl, 22 und zwei Turtel-
Öl angerührt, und ein Log Öl. 11 Und der tauben oder zwei junge Tauben, je nach
Priester, der die Reinigung vollzieht, soll seinem Vermögen, die eine als Sündopfer,
den, der gereinigt werden soll, und diese die andere als Brandopfer. 23 Und er brin-
Dinge vor den HERRN stellen, vor den Ein- ge sie am achten Tag seiner Reinigung
gang der Stiftshütte; 12 und er soll das zu dem Priester, vor den Eingang der
eine Lamm nehmen und es als Schuld- Stiftshütte, vor den HERRN.
opfer darbringen samt dem Log Öl und 24 Da soll der Priester das Lamm des
soll es als Webopfer vor dem HERRN hin Schuldopfers nehmen und das Öl, und
und her weben. der Priester soll beides vor dem HERRN
13 Danach soll er das Lamm schächten an weben als ein Webopfer. 25 Und er soll
dem Ort, wo man das Sündopfer und das das Lamm des Schuldopfers schächten;
Brandopfer schächtet, an heiliger Stätte. und der Priester soll von dem Blut des
Denn wie das Sündopfer, so gehört auch Schuldopfers nehmen und es dem, der
das Schuldopfer dem Priester; es ist hoch- gereinigt werden soll, auf sein rechtes
3. MOSE 14 129
Ohrläppchen tun und auf den Daumen liegend erscheinen als die [übrige] Wand,
seiner rechten Hand und auf die große 38 so soll der Priester aus dem Haus hinaus-
Zehe seines rechten Fußes; 26 und von gehen, an die Tür des Hauses, und das Haus
dem Öl soll der Priester in seine eigene sieben Tage lang verschließen. 39 Und der
linke Hand gießen, 27 und mit seinem Priester soll am siebten Tag wiederkom-
rechten Finger sprenge der Priester von men; und wenn er nachsieht und findet,
dem Öl, das in seiner linken Hand ist, sie- daß die Plage an der Wand des Hauses wei-
benmal vor dem HERRN. tergefressen hat, 40 so soll der Priester be-
28 Danach soll der Priester von dem Öl in fehlen, daß man die Steine herausbricht,
seiner Hand dem, der gereinigt werden an denen das Mal ist, und daß man sie
soll, etwas auf sein rechtes Ohrläppchen vor die Stadt hinaus an einen unreinen Ort
und auf den Daumen seiner rechten Hand wirft; 41 das Haus aber soll man inwendig
und auf die große Zehe seines rechten ringsum abschaben, und den Verputz, den
Fußes tun, oben auf das Blut des Schuld- man abgeschabt hat, vor die Stadt hinaus
opfers. 29 Den Rest des Öls in seiner Hand an einen unreinen Ort schütten. 42 Und
aber soll der Priester dem zu Reinigen- man nehme andere Steine und setze sie an
den auf das Haupt gießen, um für ihn die Stelle jener Steine und nehme anderen
Sühnung zu erwirken vor dem HERRN. Mörtel und verputze das Haus.
30 Danach soll er die eine der Turteltau- 43 Wenn dann die Plage wiederkommt
ben oder der jungen Tauben opfern von und am Haus ausbricht, nachdem man
dem, was seine Hand aufbringen kann die Steine ausgebrochen und das Haus
— 31 eben das, was seine Hand aufbrin- abgekratzt und neu verputzt hat, 44 so
gen kann: die eine als Sündopfer und die soll der Priester hineingehen; und wenn
andere als Brandopfer, samt dem Speis- er sieht, daß die Plage am Haus weiterge-
opfer; und so soll der Priester Sühnung fressen hat, so ist es ein bösartiger Aus-
erwirken vor dem HERRN für den, der ge- satz am Haus, und es ist unrein. 45 Dann
reinigt werden soll. soll man das Haus abbrechen, seine Stei-
32 Das ist das Gesetz für den, der die Aus- ne und sein Holz und allen Mörtel am
satzplage hat, der mit seiner Hand nicht Haus, und man soll es vor die Stadt hin-
aufbringen kann, was zu seiner Reini- aus an einen unreinen Ort bringen.
gung gehört. 46 Und wer in das Haus geht, solange es
verschlossen ist, der ist unrein bis zum
Die Reinigung eines aussätzigen Hauses Abend. 47 Und wer in dem Haus schläft,
33 Und der HERR redete zu Mose und der soll seine Kleider waschen; auch wer
Aaron: 34 Wenn ihr in das Land Kanaan in dem Haus ißt, der soll seine Kleider
kommt, das ich euch zum Besitz gebe, und waschen.
ich irgendein Haus im Land eures Besit- 48 Wenn aber der Priester beim Betreten
zes mit einer Aussatz-Plage belege, 35 so [des Hauses] sieht, daß sich die Plage am
soll der, dem das Haus gehört, kommen Haus nicht weiter ausgebreitet hat, nach-
und es dem Priester anzeigen und spre- dem das Haus [neu] verputzt wurde, so
chen: Es scheint mir, als sei eine Aus- soll der Priester das Haus für rein erklären;
satz-Plage an meinem Haus. 36 Dann soll denn die Plage ist heil geworden. 49 Und
der Priester gebieten, daß man das Haus er soll, um das Haus zu entsündigen, zwei
ausräumt, ehe der Priester hineingeht, um Vögel nehmen und Zedernholz und Kar-
die Plage zu besehen, damit nicht alles mesin und Ysop, 50 und er soll den einen
unrein wird, was im Haus ist; danach soll Vogel schächten in ein irdenes Geschirr,
der Priester hineingehen, um das Haus zu über lebendigem Wasser, 51 und er soll
besehen. das Zedernholz nehmen, den Ysop und
37 Wenn er nun die Plage besieht und fin- das Karmesin und den lebendigen Vogel,
det, daß an der Wand des Hauses grüne und sie in das Blut des geschächteten Vo-
oder rötliche Vertiefungen sind, die tiefer- gels tauchen und in das lebendige Was-
130 3. MOSE 14.15
ser, und er soll das Haus siebenmal be- 9 Auch der Sattel und alles, worauf der
sprengen. 52 Und so soll er das Haus mit einem Ausfluß Behaftete reitet, wird
entsündigen mit dem Blut des Vogels, unrein; 10 und wer immer etwas anrührt,
mit dem lebendigen Wasser, mit dem das unter ihm gewesen ist, der wird un-
lebendigen Vogel, mit dem Zedernholz, rein sein bis zum Abend. Und wer so et-
dem Ysop und Karmesin; 53 und er lasse was trägt, der soll seine Kleider waschen
den lebendigen Vogel vor die Stadt hin- und sich im Wasser baden; und er wird
aus in das freie Feld fliegen und erwirke unrein sein bis zum Abend.
Sühnung für das Haus; so ist es rein. 11 Und wen der mit einem Ausfluß Be-
54 Dies ist das Gesetz über alle Arten haftete anrührt, ohne daß er zuvor die
der Aussatz-Plage und über den Schorf, Hände mit Wasser gründlich gewaschen
55 auch über den Aussatz der Kleidungs- hat, der soll seine Kleider waschen und
stücke und der Häuser 56 und über das sich im Wasser baden; und er wird unrein
Hautmal, den Grind und die hellen Flek- sein bis zum Abend.
ken, 57 um Belehrung zu geben, wann sie 12 Wenn der mit Ausfluß Behaftete ein ir-
für rein und wann für unrein zu erklären denes Gefäß anrührt, so soll man es zer-
sind. Es ist das Gesetz vom Aussatz. brechen; aber jedes hölzerne Gefäß soll
man gründlich mit Wasser waschen.
Verordnungen über Unreinheiten 13 Und wenn der mit Ausfluß Behaftete
bei Männern und Frauen von seinem Ausfluß rein geworden ist, so
Und der HERR redete zu Mose und soll er [von da an] sieben Tage zählen zu
Aaron und sprach: 2 Redet mit den seiner Reinigung, und er soll seine Klei-
Kindern Israels und sprecht zu ihnen: der waschen und sein Fleisch in lebendi-
Wenn ein Mann einen Ausfluß von sei- gem Wasser baden; so ist er rein. 14 Und
nem Fleisch hat, so ist er unrein durch am achten Tag soll er für sich zwei Tur-
seinen Ausfluß. 3 Und zwar ist er unrein teltauben oder zwei junge Tauben neh-
an diesem Ausfluß, wenn sein Fleisch den men und vor den HERRN kommen, an den
Ausfluß frei fließen läßt; auch wenn sein Eingang der Stiftshütte, und soll sie dem
Fleisch verstopft wird von dem Ausfluß, Priester geben. 15 Und der Priester soll sie
so ist er unrein. opfern, die eine als Sündopfer, die ande-
4 Jedes Lager, worauf der mit einem Ausfluß re als Brandopfer; und so soll der Priester
Behaftete liegt, wird unrein, und alles, wor- für ihn Sühnung erwirken vor dem HERRN
auf er sitzt, wird unrein. 5 Und wer sein wegen seines Ausflusses.
Lager anrührt, soll seine Kleider waschen 16 Wenn einem Mann der Same entgeht,
und sich im Wasser baden; und er wird un- so soll er sein ganzes Fleisch im Wasser
rein sein bis zum Abend; 6 und wer sich baden; und er wird unrein sein bis zum
auf etwas setzt, worauf der mit Ausfluß Be- Abend. 17 Und jedes Kleid und jedes Fell,
haftete gesessen hat, der soll seine Kleider auf das der Same kommt, soll man mit
waschen und sich im Wasser baden; und Wasser waschen; und es wird unrein sein
er wird unrein sein bis zum Abend. bis zum Abend. 18 Und wenn ein Mann bei
7 Wer das Fleisch des mit Ausfluß Behaf- einer Frau liegt und ihm der Same entgeht,
teten anrührt, der soll seine Kleider wa- so sollen sie sich im Wasser baden, und sie
schen und sich im Wasser baden; und er werden unrein sein bis zum Abend.
wird unrein sein bis zum Abend. 19 Wenn eine Frau Ausfluß hat, und zwar
8 Wenn aber der mit einem Ausfluß Be- den Blutfluß ihres Fleischesa, so soll sie
haftete auf einen Reinen spuckt, so soll sieben Tage lang in ihrer Unreinheit ver-
dieser seine Kleider waschen und sich im bleiben; und jeder, der sie anrührt, wird
Wasser baden; und er wird unrein sein unrein sein bis zum Abend.
bis zum Abend. 20 Und alles, worauf sie in ihrer Unrein-
heit liegt, wird unrein; auch alles, worauf
a (15,19) d.h. die monatliche Regelblutung. sie sitzt, wird unrein. 21 Und jeder, der ihr
3. MOSE 15.16 131
Lager anrührt, der soll seine Kleider wa- 32 Dies ist das Gesetz über den, der ei-
schen und sich im Wasser baden; und er nen Ausfluß hat, und über den, der ei-
wird unrein sein bis zum Abend. 22 Und nen Samenerguß hat, so daß er durch ihn
wer immer einen Gegenstand anrührt, unrein wird, 33 und über die, welche an
auf dem sie gesessen ist, der soll seine ihrer Unreinheit leidet, und über solche,
Kleider waschen und sich im Wasser ba- die einen Ausfluß haben, es sei ein Mann
den; und er wird unrein sein bis zum oder eine Frau, und über einen Mann,
Abend. 23 Auch wer etwas anrührt, das der bei einer Unreinen liegt.
auf ihrem Lager ist oder auf einem Ge-
genstand, auf dem sie gesessen ist, wird ORDNUNG DER FESTE UND ANDERE GEBOTE
unrein sein bis zum Abend. Kapitel 16 - 27
24 Und wenn ein Mann bei ihr liegt, und
es kommt ihre Unreinheit an ihn, so wird Der große Versöhnungstag
Hebr 9,6-12; 10,5-18
er sieben Tage lang unrein sein, und jedes
Lager, auf dem er liegt, wird unrein sein. Und der HERR redete zu Mose nach
25 Wenn aber eine Frau ihren Blutfluß eine dem Tod der beiden Söhne Aarons,
lange Zeit hat, außerhalb der Zeit ihrer als sie vor den HERRN traten und darauf-
[monatlichen] Unreinheit oder über die hin starben. 2 Und der HERR sprach zu
Zeit ihrer [monatlichen] Unreinheit hin- Mose: Sage deinem Bruder Aaron, daß
aus, so wird sie unrein sein während der er nicht zu allen Zeiten in das Heiligtum
ganzen Dauer ihres Ausflusses; wie in den hineingehen soll, hinter den Vorhang, vor
Tagen ihrer [monatlichen] Unreinheit soll den Sühnedeckel, der auf der Lade ist,
sie auch dann unrein sein. 26 Jedes Lager, damit er nicht stirbt; denn ich will auf
worauf sie während der ganzen Zeit ihres dem Sühnedeckel in einer Wolke erschei-
Ausflusses liegt, soll sein wie das Lager ih- nen.
rer [monatlichen] Unreinheit; auch alles, 3 Auf diese Weise soll Aaron in das Heilig-
worauf sie sitzt, wird unrein sein, ebenso tum hineingehen: mit einem jungen Stier
wie zur Zeit ihrer [monatlichen] Unrein- als Sündopfer und mit einem Widder als
heit. 27 Und jeder, der es anrührt, der wird Brandopfer; 4 und er soll den heiligen lei-
unrein und soll seine Kleider waschen nenen Leibrock anziehen und soll ein lei-
und sich im Wasser baden; und er wird nenes Unterkleid an seinem Fleisch ha-
unrein sein bis zum Abend. ben und sich mit einem leinenen Gürtel
28 Wird sie aber rein von ihrem Ausfluß, so gürten und einen leinenen Kopfbund
soll sie sieben Tage zählen, danach soll sie umbinden, denn das sind die heiligen
rein sein. 29 Und am achten Tag soll sie für Kleider; und er soll seinen Leib im Was-
sich zwei Turteltauben oder zwei junge Tau- ser baden und sie anziehen. 5 Dann soll
ben nehmen und sie zu dem Priester brin- er von der Gemeinde der Kinder Israels
gen, an den Eingang der Stiftshütte. 30 Und zwei Ziegenböcke nehmen als Sündopfer
der Priester soll die eine als Sündopfer, die und einen Widder als Brandopfer.
andere als Brandopfer opfern; und so soll 6 Und Aaron soll den Jungstier als Sünd-
der Priester für sie Sühnung erwirken vor opfer für sich selbst herzubringen und
dem HERRN wegen des Ausflusses ihrer Un- Sühnung erwirken für sich und sein
reinheit. Haus. 7 Danach soll er die beiden Böcke
31 So sollt ihr die Kinder Israels von ihrer nehmen und sie vor den HERRN stellen, an
Unreinheit absondern,a damit sie nicht den Eingang der Stiftshütte. 8 Und Aaron
wegen ihrer Unreinheit sterben, wenn sie soll Lose werfen über die beiden Böcke,
meine Wohnung verunreinigen, die in ih- ein Los »Für den HERRN« und ein Los »Für
rer Mitte ist. die Verwendung als Sündenbock«. 9 Und

a (15,31) d.h. darauf hinwirken, daß sie nicht in einem unreinen Zustand irgendwelche Dinge berühren, die mit
dem Heiligtum in Verbindung stehen.
132 3. MOSE 16
Aaron soll den Bock herzubringen, auf des Jungstieres und von dem Blut des Bok-
den das Los »Für den HERRN« fiel, und ihn kes nehmen und auf die Hörner des Altars
als Sündopfer opfern. 10 Aber den Bock, tun, ringsum, 19 und er soll mit seinem
auf den das Los »Für die Verwendung als Finger von dem Blut siebenmal darauf
Sündenbock« fiel, soll er lebendig vor den sprengen und ihn reinigen und heiligen
HERRN stellen, um über ihm die Sühnung von der Unreinheit der Kinder Israels.
zu erwirken und ihn als Sündenbock in 20 Und wenn er die Sühnung vollendet
die Wüste fortzuschicken. hat für das Heiligtum und die Stiftshütte
11 Und Aaron bringe den Jungstier des und den Altar, so soll er den lebendigen
Sündopfers herzu, das für ihn selbst be- Bock herzubringen. 21 Und Aaron soll
stimmt ist, und erwirke Sühnung für sich seine beiden Hände auf den Kopf des le-
und sein Haus; und er schächte den Jung- bendigen Bockes stützen und über ihm
stier des Sündopfers, das für ihn selbst be- alle Schuld der Kinder Israels und alle ihre
stimmt ist. 12 Danach nehme er die Pfan- Übertretungen in allen ihren Sünden be-
ne voll Feuerkohlen von dem Altar, der kennen, und er soll sie dem Bock auf den
vor dem HERRN steht, und seine beiden Kopf legen und ihn durch einen Mann,
Hände voll wohlriechenden zerstoßenen der bereitsteht, in die Wüste fortschik-
Räucherwerks und bringe es hinein hin- ken. 22 Und der Bock soll alle ihre Schuld,
ter den Vorhang; 13 und er lege das Räu- die auf ihm liegt, in ein abgeschiedenes
cherwerk auf das Feuer vor dem HERRN, Land tragen; und er schicke den Bock in
damit die Wolke des Räucherwerks den die Wüste.
Sühnedeckel verhüllt, der auf dem Zeugnis 23 Und Aaron soll in die Stiftshütte gehen
ist, und er nicht stirbt. 14 Er soll auch von und die leinenen Kleider ausziehen, die er
dem Blut des Jungstieres nehmen und es anzog, als er in das Heiligtum ging, und
mit seinem Finger gegen den Sühnedeckel soll sie dort lassen; 24 und er soll seinen
sprengen, nach Osten zu. Siebenmal soll Leib im Wasser baden an heiliger Stätte
er so vor dem Sühnedeckel mit seinem und seine eigenen Kleider anziehen und
Finger von dem Blut sprengen. hinausgehen und sein Brandopfer und das
15 Danach soll er den Bock des Sünd- Brandopfer des Volkes opfern und Sühnung
opfers, das für das Volk bestimmt ist, erwirken für sich und das Volk. 25 Und das
schächten und sein Blut hineinbringen Fett des Sündopfers soll er auf dem Altar in
hinter den Vorhang, und er soll mit des- Rauch aufgehen lassen.
sen Blut tun, wie er mit dem Blut des 26 Der aber, welcher den Bock als Sünden-
Jungstiers getan hat, und er soll es auf den bock fortgesandt hat, soll seine Kleider
Sühnedeckel und vor den Sühnedeckel waschen und seinen Leib im Wasser ba-
sprengen. den, und danach kann er in das Lager
16 So soll er Sühnung erwirken für das kommen.
Heiligtum wegen der Unreinheiten der 27 Den Jungstier des Sündopfers aber und
Kinder Israels und wegen ihrer Über- den Bock des Sündopfers, deren Blut zur
tretungen und aller ihrer Sünden, und er Sühnung in das Heiligtum gebracht worden
soll dasselbe tun mit der Stiftshütte, die ist, soll man hinaus vor das Lager schaffen
sich mitten unter ihren Unreinheiten be- und mit Feuer verbrennen, ihre Haut und
findet. 17 Und kein Mensch soll in der ihr Fleisch und ihren Unrat. 28 Und der sie
Stiftshütte sein, wenn er hineingeht, um verbrannt hat, wasche seine Kleider und
die Sühnung zu erwirken im Heiligtum, bade seinen Leib im Wasser, und danach
bis er wieder hinausgeht. Und so soll er kann er in das Lager kommen.
Sühnung erwirken für sich und sein Haus 29 Und das soll eine ewig gültige Ordnung
und die ganze Gemeinde Israels. für euch sein: Am zehnten Tag des siebten
18 Und er soll hinausgehen zu dem Altar, Monats sollt ihr eure Seelen demütigen
der vor dem HERRN steht, und für ihn Süh- und kein Werk tun, weder der Einheimi-
nung erwirken. Und er soll von dem Blut sche noch der Fremdling, der in eurer
3. MOSE 16.17 133
Mitte wohnt. 30 Denn an diesem Tag wird gehen lassen zum lieblichen Geruch für
für euch Sühnung erwirkt, um euch zu den HERRN. 7 Und sie sollen von nun an
reinigen; von allen euren Sünden sollt ihr ihre Opfer nicht mehr den Dämonen op-
gereinigt werden vor dem HERRN. 31 Dar- fern, denen sie nachhuren. Das soll eine
um soll es euch ein Sabbat der Ruhe sein, ewig gültige Ordnung für sie sein in ihren
und ihr sollt eure Seelen demütigen; das [künftigen] Geschlechtern.
soll eine ewige Ordnung sein. 8 Und du sollst zu ihnen sagen: Jeder
32 Und die Sühnung soll ein Priester voll- Mensch aus dem Haus Israel oder jeder
ziehen, den man gesalbt und dessen Fremdling, der unter ihnen wohnt, der
Hand man gefüllt hat, damit er an Stelle ein Brandopfer oder ein Schlachtopfer
seines Vaters als Priester dient; und er opfern will, 9 aber es nicht vor den Ein-
soll die leinenen Kleider anziehen, die gang der Stiftshütte bringt, damit er es
heiligen Kleider, 33 und er soll Sühnung dem HERRN opfere, der soll ausgerottet
erwirken für das Allerheiligste und die werden aus seinem Volk.
Stiftshütte, und für den Altar soll er
Sühnung tun; auch für die Priester und für Verbot des Genusses von Blut
1Mo 9,4; 3Mo 7,26-27; 5Mo 12,23-25
die ganze Volksgemeinde soll er Sühnung
erwirken. 34 Das soll euch eine ewige Ord- 10 Und wenn ein Mensch aus dem Haus
nung sein, daß ihr für die Kinder Israels Israel oder ein Fremdling, der unter ih-
einmal im Jahr Sühnung erwirkt wegen nen wohnt, irgendwelches Blut ißt — ge-
aller ihrer Sünden! gen die Seele, die Blut ißt, will ich mein
Und man machte es so, wie der HERR es Angesicht richten und sie ausrotten aus
Mose geboten hatte. der Mitte ihres Volkes. 11 Denn das Leben
des Fleisches ist im Blut, und ich habe es
Bestimmungen über die Stätte euch auf den Altar gegeben, um Sühnung
des Opferdienstes zu erwirken für eure Seelen. Denn das
5Mo 12,1-18
Blut ist es, das Sühnung erwirkt für die
Und der HERR redete zu Mose und Seele. 12 Darum habe ich den Kindern Is-
sprach: 2 Rede zu Aaron und seinen raels gesagt: Keine Seele unter euch soll
Söhnen und allen Kindern Israels und Blut essen; auch der Fremdling, der unter
sprich zu ihnen: Das ist es, was der HERR euch wohnt, soll kein Blut essen.
geboten hat, indem er sprach: 13 Und wenn ein Mensch von den Kin-
3 Jedermann aus dem Haus Israel, der ei- dern Israels oder ein Fremdling, der un-
nen Stier oder ein Lamm oder eine Ziege ter ihnen wohnt, ein Wild oder einen Vo-
im Lager schächtet oder außerhalb des La- gel erjagt, die man essen darf, der soll ihr
gers schächtet, 4 und es nicht vor den Ein- Blut ausfließen lassen und mit Erde be-
gang der Stiftshütte bringt, damit es dem decken; 14 denn [es ist] das Leben allen
HERRN zum Opfer gebracht werde vor der Fleisches; sein Blut gilt für sein Leben.
Wohnung des HERRN, dem soll es als Blut- Darum habe ich den Kindern Israels ge-
schuld angerechnet werden; er hat Blut ver- sagt: Ihr sollt nicht das Blut irgendeines
gossen, und dieser Mensch soll ausgerottet Fleisches essen; denn das Leben alles
werden aus der Mitte seines Volkes. Fleisches ist sein Blut. Wer es aber ißt, der
5 Darum sollen die Kinder Israels von nun soll ausgerottet werden.
an ihre Schlachtopfer, die sie [jetzt noch] 15 Und jeder, der ein Aas oder Zerrisse-
auf freiem Feld opfern, vor den HERRN nes ißt, er sei ein Einheimischer oder ein
bringen, an den Eingang der Stiftshütte Fremdling, der soll seine Kleider waschen
zu dem Priester, um sie dort dem HERRN und sich im Wasser baden; und er wird
als Friedensopfer darzubringen. 6 Und unrein sein bis zum Abend, dann wird er
der Priester soll das Blut auf den Altar rein. 16 Wenn er aber [seine Kleider] nicht
des HERRN sprengen vor dem Eingang der wäscht und sein Fleisch nicht badet, so
Stiftshütte und das Fett in Rauch auf- muß er seine Schuld tragen.
134 3. MOSE 18
Verordnungen zum Schutz der Ehe 14 Du sollst die Scham des Bruders deines
und gegen Unzuchtssünden Vaters nicht entblößen, du sollst nicht zu
3Mo 20,9-21 seiner Frau eingehen, denn sie ist deine
Und der HERR redete zu Mose und Tante.
sprach: 2 Rede zu den Kindern Isra- 15 Du sollst die Scham deiner Schwieger-
els und sprich zu ihnen: Ich, der HERR, bin tochter nicht entblößen, denn sie ist die
euer Gott! 3 Ihr sollt nicht so handeln, Frau deines Sohnes; du sollst ihre Scham
wie man es im Land Ägypten tut, wo ihr nicht entblößen.
gewohnt habt, und sollt auch nicht so 16 Du sollst die Scham der Frau deines
handeln, wie man es im Land Kanaan Bruders nicht entblößen, denn es ist die
tut, wohin ich euch führen will, und ihr Scham deines Bruders.
sollt nicht nach ihren Satzungen wan- 17 Du sollst nicht zugleich die Scham ei-
deln. 4 Nach meinen Rechtsbestimmun- ner Frau und ihrer Tochter entblößen,
gen sollt ihr handeln und meine Satzun- noch die Tochter ihres Sohnes oder die
gen halten, daß ihr in ihnen wandelt; Tochter ihrer Tochter nehmen, um ihre
denn ich, der HERR, bin euer Gott. 5 Dar- Scham zu entblößen, denn sie sind Bluts-
um sollt ihr meine Satzungen und meine verwandte; es wäre eine Schandtat.
Rechtsbestimmungen halten, denn der 18 Du sollst auch nicht eine Frau zu ihrer
Mensch, der sie tut, wird durch sie leben. Schwester hinzunehmen, so daß du Ei-
Ich bin der HERR! fersucht erregst, wenn du ihre Scham
6 Niemand soll sich irgendeiner seiner entblößt, während jene noch lebt.
Blutsverwandten nahen, um ihre Scham 19 Du sollst dich nicht einer Frau nahen
zu entblößen; ich bin der HERR! während ihrer [monatlichen] Unreinheit,
7 Du sollst die Scham deines Vaters und um ihre Scham zu entblößen.
die Scham deiner Mutter nicht entblößen. 20 Auch sollst du bei der Frau deines
Es ist deine Mutter; du sollst ihre Scham Nächsten nicht liegen, um ihr beizuwoh-
nicht entblößen! nen, so daß du dich mit ihr verunrei-
8 Du sollst die Scham der Frau deines nigst.
Vaters nicht entblößen, denn es ist die 21 Du sollst auch von deinen Kindern kei-
Scham deines Vaters. nes hergeben, um es dem Moloch durch
9 Die Scham deiner Schwester, welche die [das Feuer] gehen zu lassen,a und du sollst
Tochter deines Vaters oder deiner Mutter den Namen deines Gottes nicht entwei-
ist, daheim oder draußen geboren — ihre hen; ich bin der HERR!
Scham sollst du nicht entblößen. 22 Du sollst bei keinem Mann liegen, wie
10 Die Scham der Tochter deines Sohnes man bei einer Frau liegt, denn das ist ein
oder der Tochter deiner Tochter, ihre Greuel.
Scham sollst du nicht entblößen, denn es 23 Auch sollst du bei keinem Vieh liegen,
ist deine Scham. daß du dich mit ihm verunreinigst. Und
11 Die Scham der Tochter der Frau deines keine Frau soll sich vor ein Vieh stellen,
Vaters, die von deinem Vater gezeugt und um sich mit ihm einzulassen; es ist eine
deine Schwester ist, ihre Scham sollst du schändliche Befleckung!
nicht entblößen. 24 Ihr sollt euch durch all diese Dinge
12 Du sollst die Scham der Schwester dei- nicht verunreinigen. Denn durch das al-
nes Vaters nicht entblößen, denn sie ist les haben sich die Heiden verunreinigt,
die nächste Blutsverwandte deines Va- die ich vor euch her austreibe, 25 und da-
ters. durch ist das Land verunreinigt worden,
13 Du sollst die Scham der Schwester dei- und ich suchte ihre Schuld an ihm heim,
ner Mutter nicht entblößen, denn sie ist die so daß das Land seine Einwohner aus-
nächste Blutsverwandte deiner Mutter. speit. 26 Ihr aber sollt meine Satzungen

a (18,21) Der heidnischen Gottheit Moloch wurden Kinder durch Verbrennen geopfert.
3. MOSE 18.19 135
und Rechtsbestimmungen halten und 9 Wenn ihr die Ernte eures Landes ein-
keinen dieser Greuel verüben, weder der bringt, sollst du den Rand deines Feldes
Einheimische noch der Fremdling, der in nicht vollständig abernten und keine
eurer Mitte wohnt — 27 denn alle diese Nachlese nach deiner Ernte halten.
Greuel haben die Leute dieses Landes ge- 10 Auch sollst du nicht Nachlese halten in
tan, die vor euch waren, so daß das Land deinem Weinberg, noch die abgefallenen
verunreinigt worden ist —, 28 damit euch Beeren deines Weinberges auflesen, son-
nun das Land nicht ausspeie, wenn ihr dern du sollst es dem Armen und dem
es verunreinigt, wie es die Heiden aus- Fremdling lassen; denn ich, der HERR, bin
gespieen hat, die vor euch gewesen sind. euer Gott.
29 Denn jeder, der einen dieser Greuel tut 11 Ihr sollt nicht stehlen und nicht lügen
— die Seelen, die dergleichen verüben, noch einander betrügen!
sollen ausgerottet werden aus der Mitte 12 Ihr sollt nicht falsch schwören bei mei-
ihres Volkes. nem Namen, so daß du den Namen dei-
30 So haltet denn meine Verordnungen, nes Gottes entheiligst! Ich bin der HERR.
daß ihr keinen von den greulichen 13 Du sollst deinen Nächsten weder be-
Gebräuchen übt, die man vor euch geübt drücken noch berauben. Der Lohn des
hat, und euch nicht durch sie verunrei- Taglöhners soll nicht über Nacht bei dir
nigt. Ich, der HERR, bin euer Gott! bleiben bis zum Morgen.
14 Du sollst dem Tauben nicht fluchen
Heiligung des Lebenswandels und dem Blinden keinen Anstoß in den
Und der HERR redete zu Mose und Weg legen, sondern du sollst dich fürchten
sprach: 2 Rede mit der ganzen Ge- vor deinem Gott; ich bin der HERR!
meinde der Kinder Israels und sprich zu 15 Ihr sollt keine Ungerechtigkeit bege-
ihnen: Ihr sollt heilig sein, denn ich bin hen im Gericht; du sollst weder die Per-
heilig, der HERR, euer Gott! son des Geringen ansehen, noch die Per-
3 Ihr sollt jeder Ehrfurcht vor seiner Mut- son des Großen ehren; sondern du sollst
ter und seinem Vater haben und meine deinen Nächsten gerecht richten.
Sabbate halten, denn ich, der HERR, bin 16 Du sollst nicht als Verleumder umher-
euer Gott. gehen unter deinem Volk! Du sollst auch
4 Ihr sollt euch nicht an die Götzen wen- nicht auftreten gegen das Blut deines
den und sollt euch keine gegossenen Nächsten!a Ich bin der HERR.
Götter machen, denn ich, der HERR, bin 17 Du sollst deinen Bruder nicht hassen
euer Gott. in deinem Herzen; sondern du sollst dei-
5 Und wenn ihr dem HERRN ein Friedens- nen Nächsten ernstlich zurechtweisen,
opfer schlachten wollt, sollt ihr es so opfern, daß du nicht seinetwegen Schuld tragen
daß es euch wohlgefällig macht. 6 Es soll mußt! 18 Du sollst nicht Rache üben, noch
aber an dem Tag gegessen werden, an dem Groll behalten gegen die Kinder deines
ihr es opfert, und am folgenden Tag; was Volkes, sondern du sollst deinen Nächsten
aber bis zum dritten Tag übrigbleibt, das lieben wie dich selbst! Ich bin der HERR.
soll mit Feuer verbrannt werden. 7 Wenn 19 Meine Satzungen sollt ihr halten. Bei
aber dennoch am dritten Tag davon ge- deinem Vieh sollst du nicht zweierlei Ar-
gessen wird, so ist es ein Greuel und wird ten sich paaren lassen und dein Feld nicht
nicht als wohlgefällig angenommen wer- mit zweierlei Samen besäen, und es soll
den; 8 und wer davon ißt, wird seine Schuld kein Gewand auf deinen Leib kommen,
tragen, weil er das entheiligt hat, was dem das aus zweierlei Garn gewoben ist.
HERRN heilig ist, und eine solche Seele soll 20 Wenn ein Mann bei einer Frau liegt und
ausgerottet werden aus ihrem Volk. ihr beiwohnt, und sie ist eine Dienstmagd

a (19,16) d.h. als falscher Zeuge den Nächsten eines todeswürdigen Vergehens beschuldigen, damit er der Todes-
strafe verfällt.
136 3. MOSE 19.20
und einem Mann verlobt, doch nicht los- 33 Wenn ein Fremdling bei dir in eurem
gekauft, und die Freiheit ist ihr nicht ge- Land wohnen wird, so sollt ihr ihn nicht
schenkt, so soll eine Bestrafung stattfin- bedrücken. 34 Der Fremdling, der sich bei
den, aber sie sollen nicht sterben; denn euch aufhält, soll euch gelten, als wäre er
sie ist nicht frei gewesen. 21 Er soll aber bei euch geboren, und du sollst ihn lie-
sein Schuldopfer dem HERRN vor den Ein- ben wie dich selbst; denn ihr seid auch
gang der Stiftshütte bringen, einen Wid- Fremdlinge gewesen im Land Ägypten.
der als Schuldopfer. 22 Und der Priester Ich, der HERR, bin euer Gott.
soll ihm Sühnung erwirken mit dem Wid- 35 Ihr sollt euch nicht vergreifen am Recht
der des Schuldopfers vor dem HERRN we- noch am Längenmaß, noch am Gewicht,
gen der Sünde, die er begangen hat; so noch am Hohlmaß. 36 Rechte Waage, gu-
wird ihm wegen seiner Sünde, die er ge- tes Gewicht, richtiges Ephaa und gerech-
tan hat, vergeben werden. tes Hinb sollt ihr haben! Ich, der HERR, bin
23 Wenn ihr in das Land kommt und al- euer Gott, der ich euch aus dem Land
lerlei Bäume pflanzt, von denen man ißt, Ägypten herausgeführt habe; 37 darum
sollt ihr die [ersten] Früchte derselben als sollt ihr alle meine Satzungen und alle
Unbeschnittenheit betrachten; drei Jah- meine Rechte halten und tun! Ich bin der
re lang sollt ihr sie für unbeschnitten HERR.
achten, sie dürfen nicht gegessen wer-
den; 24 im vierten Jahr aber sollen alle Strafen für Götzendienst und Unzucht
5Mo 17,2-7
ihre Früchte heilig sein zu einer Jubelfei-
er für den HERRN; 25 erst im fünften Jahr Und der HERR redete zu Mose und
sollt ihr die Früchte essen, damit der Er- sprach: 2 Sage zu den Kindern Isra-
trag für euch um so größer wird; ich, der els: Wer von den Kindern Israels oder den
HERR, bin euer Gott. Fremdlingen, die in Israel wohnen, eines
26 Ihr sollt nichts mit Blut essen. Ihr sollt von seinen Kindern dem Moloch gibt, der
weder Wahrsagerei noch Zauberei trei- soll unbedingt getötet werden; das Volk
ben. 27 Ihr sollt den Rand eures Haupt- des Landes soll ihn steinigen! 3 Und ich
haares nicht rundum abschneiden, auch will mein Angesicht gegen einen solchen
sollst du den Rand deines Bartes nicht Menschen setzen und ihn ausrotten mit-
beschädigen. 28 Ihr sollt keine Einschnit- ten aus seinem Volk, weil er dem Moloch
te an eurem Leib machen für eine [abge- eines von seinen Kindern gegeben und
schiedene] Seele, und ihr sollt euch keine mein Heiligtum verunreinigt und mei-
Zeichen einätzen! Ich bin der HERR. nen heiligen Namen entheiligt hat. 4 Und
29 Du sollst deine Tochter nicht entwei- wenn das Volk des Landes absichtlich sei-
hen, indem du sie zur Unzucht anhältst, ne Augen davor verschließt, daß ein sol-
damit das Land nicht Unzucht treibt und cher Mensch eines von seinen Kindern
voller Schandtaten wird! dem Moloch gegeben hat, so daß es ihn
30 Haltet meine Sabbattage und fürchtet nicht tötet, 5 so werde ich mein Angesicht
mein Heiligtum! Ich bin der HERR. 31 Ihr gegen jenen Menschen und gegen seine
sollt euch nicht an die Geisterbefrager Familie richten und ihn und alle, die ihm
wenden, noch an die Wahrsager; ihr sollt nachhurten, um mit dem Moloch Hure-
sie nicht aufsuchen, um euch an ihnen rei zu treiben, aus der Mitte ihres Volkes
zu verunreinigen; denn ich, der HERR, bin ausrotten.
euer Gott. 6 Auch wenn sich eine Seele zu den Gei-
32 Vor einem grauen Haupt sollst du auf- sterbefragern und Wahrsagern wendet, um
stehen und alte Leute ehren; und du sollst ihnen nachzuhuren, so will ich mein An-
dich fürchten vor deinem Gott! Ich bin gesicht gegen diese Seele richten und sie
der HERR. ausrotten aus der Mitte ihres Volkes. 7 Dar-

b
a (19,36) ein Hohlmaß für Getreide. (19,36) ein Hohlmaß für Flüssigkeiten.
3. MOSE 20 137
um heiligt euch und seid heilig; denn ich, zur Zeit ihres Unwohlseins und ihre
der HERR, bin euer Gott! 8 Darum haltet Scham entblößt und ihre Quelle auf-
meine Satzungen und tut sie; denn ich, deckt, während sie die Quelle ihres Blutes
der HERR, bin es, der euch heiligt. entblößt, so sollen beide ausgerottet wer-
9 Wer seinem Vater oder seiner Mutter den aus der Mitte ihres Volkes!
flucht, der soll unbedingt getötet werden; 19 Die Scham der Schwester deiner Mut-
er hat seinem Vater oder seiner Mutter ter und die Scham der Schwester deines
geflucht — sein Blut sei auf ihm!a Vaters sollst du nicht entblößen; denn
10 Wenn ein Mann mit einer Frau Ehe- wer dies tut, hat seine Blutsverwandten
bruch treibt, wenn er Ehebruch treibt mit entblößt; sie sollen ihre Schuld tragen!
der Frau seines Nächsten, so sollen [bei- 20 Wenn ein Mann bei der Frau des Bruders
de], der Ehebrecher und die Ehebreche- seines Vaters liegt, der hat die Scham sei-
rin, unbedingt getötet werden. nes Onkels entblößt; sie sollen ihre Sünde
11 Wenn ein Mann bei der Frau seines Va- tragen, sie sollen kinderlos sterben!
ters liegt, so hat er die Scham seines Va- 21 Wenn ein Mann die Frau seines Bru-
ters entblößt; sie sollen beide unbedingt ders nimmt, so ist das eine Unreinheit;
getötet werden; ihr Blut sei auf ihnen. sie sollen kinderlos bleiben, weil er die
12 Wenn ein Mann bei seiner Schwieger- Scham seines Bruders entblößt hat.
tochter liegt, so sollen sie beide unbedingt 22 So haltet nun alle meine Satzungen
getötet werden; sie haben eine schändliche und meine Rechte und tut sie, damit
Befleckung verübt; ihr Blut sei auf ihnen! euch das Land nicht ausspeit, in das
13 Wenn ein Mann bei einem Mann liegt, ich euch führe, damit ihr darin wohnen
als würde er bei einer Frau liegen, so sollt! 23 Und wandelt nicht nach den Sat-
haben sie beide einen Greuel begangen, zungen der Heiden, die ich vor euch her
und sie sollen unbedingt getötet werden; ausstoßen werde. Denn alle jene Dinge
ihr Blut sei auf ihnen! haben sie getan, und deshalb habe ich sie
14 Wenn ein Mann eine Frau nimmt und verabscheut. 24 Euch aber habe ich ge-
ihre Mutter dazu, so ist das eine Schand- sagt: Ihr sollt ihr Land in Besitz nehmen;
tat; man soll ihn samt den beiden Frauen denn ich will es euch zum Erbe geben,
mit Feuer verbrennen, damit keine sol- ein Land, in dem Milch und Honig fließt.
che Schandtat unter euch sei. Ich, der HERR, bin euer Gott, der ich euch
15 Wenn ein Mann bei einem Tier liegt, so von den Völkern abgesondert habe.
soll er unbedingt getötet werden, und das 25 So sollt nun auch ihr das reine Vieh
Tier soll man umbringen. 16 Wenn eine vom unreinen unterscheiden und die un-
Frau sich irgendeinem Tier naht, um sich reinen Vögel von den reinen, und ihr sollt
mit ihm einzulassen, so sollst du die Frau euch selbst nicht verabscheuungswürdig
töten und das Tier auch; sie sollen unbe- machen durch Vieh, Vögel und alles, was
dingt getötet werden; ihr Blut sei auf ih- sich auf dem Erdboden regt, was ich euch
nen! als unrein abgesondert habe; 26 sondern
17 Wenn ein Mann seine Schwester nimmt, ihr sollt mir heilig sein, denn ich, der
die Tochter seines Vaters oder die Tochter HERR, bin heilig, der ich euch von den
seiner Mutter, und ihre Scham sieht, und Völkern abgesondert habe, damit ihr mir
sie sieht seine Scham, so ist das eine angehört!
Schande. Sie sollen ausgerottet werden 27 Wenn in einem Mann oder einer Frau
vor den Augen der Angehörigen ihres Vol- ein Geisterbefrager- oder Wahrsagergeist
kes. Er hat die Scham seiner Schwester ist, so sollen sie unbedingt getötet wer-
entblößt, er soll seine Schuld tragen. den. Man soll sie steinigen, ihr Blut sei
18 Wenn ein Mann bei einer Frau liegt auf ihnen!

a (20,9) d.h. er hat sein Leben verwirkt und Blutschuld auf sich gebracht. Wenn er getötet wird, so ist er selbst
schuld.
138 3. MOSE 21.22
Bestimmungen für die Priester denn die Weihe des Salböls seines Gottes
Hes 44,17-27 ist auf ihm; ich bin der HERR.
Und der HERR sprach zu Mose: Rede 13 Er soll eine Jungfrau zur Frau nehmen;
mit den Priestern, den Söhnen Aa- 14 eine Witwe oder eine Verstoßene oder
rons, und sprich zu ihnen: Keiner von ih- eine Entehrte oder eine Hure soll er nicht
nen soll sich wegen eines Toten unter nehmen; sondern eine Jungfrau aus sei-
seinem Volk verunreinigen, 2 außer we- nem Volk soll er zur Frau nehmen, 15 da-
gen seines nächsten Blutsverwandten, der mit er seinen Samen nicht entweiht unter
ihm zugehört; wegen seiner Mutter, sei- seinem Volk; denn ich, der HERR, heilige
nes Vaters, seines Sohnes, seiner Tochter, ihn.
wegen seines Bruders, 3 und wegen seiner 16 Und der HERR redete zu Mose und
Schwester, die noch eine Jungfrau ist, die sprach: 17 Rede zu Aaron und sprich: Soll-
ihm nahesteht, weil sie noch keines Man- te jemand von deinen Nachkommen in ih-
nes Frau gewesen ist, ihretwegen darf er ren [künftigen] Geschlechtern mit irgend
sich verunreinigen. 4 Als ein Hochgestell- einem Gebrechen behaftet sein, so darf
ter unter seinem Volk soll er sich nicht ver- er nicht herzunahen, um das Brot seines
unreinigen, damit er sich nicht entweiht. Gottes darzubringen. 18 Nein, keiner, an
5 Sie sollen sich keine Glatze scheren auf dem ein Gebrechen ist, soll herzunahen,
ihrem Haupt, noch den Rand ihres Bartes er sei blind oder lahm oder habe eine
stutzen, noch an ihrem Fleisch Einschnit- gespaltene Nase oder ein Glied, das zu
te machen. 6 Sie sollen ihrem Gott heilig lang ist; 19 auch keiner, der einen gebro-
sein und den Namen ihres Gottes nicht chenen Fuß oder eine gebrochene Hand
entweihen; denn sie opfern die Feuerop- hat, 20 auch kein Buckliger oder Zwerg,
fer des HERRN, das Brot ihres Gottes, und oder einer, der einen Fleck auf seinem
sie sollen heilig sein. Auge hat, oder die Krätze oder Flechten
7 Sie sollen keine Hure oder Entehrte zur oder zerdrückte Hoden. 21 Wer nun von
Frau nehmen, noch eine von ihrem Mann dem Samen Aarons, des Priesters, ein Ge-
Verstoßene; denn [der Priester] ist seinem brechen an sich hat, der soll nicht herzu-
Gott heilig. 8 Du sollst ihn für heilig ach- nahen, um die Feueropfer des HERRN dar-
ten, denn er bringt das Brot deines Got- zubringen; er hat ein Gebrechen; darum
tes dar. Er soll dir heilig sein; denn ich bin soll er nicht herzutreten, um das Brot sei-
heilig, der HERR, der euch heiligt. nes Gottes darzubringen. 22 Doch darf er
9 Und wenn die Tochter eines Priesters das Brot seines Gottes essen, vom Hoch-
sich durch Unzucht entweiht, so entweiht heiligen und vom Heiligen. 23 Aber zum
sie ihren Vater; sie soll mit Feuer ver- Vorhang soll er nicht kommen, noch sich
brannt werden! dem Altar nahen, weil er ein Gebrechen
10 Derjenige aber, der Hoherpriester ist hat, damit er mein Heiligtum nicht ent-
unter seinen Brüdern, auf dessen Haupt weiht; denn ich, der HERR, heilige sie.
das Salböl gegossen wurde, und dem man 24 Und Mose sagte es Aaron und seinen
die Hand gefüllt hat, damit er die [heili- Söhnen und allen Kindern Israels.
gen] Kleider anziehe, der soll sein Haupt-
haar nicht wirr hängen lassen und seine Bestimmungen über das Essen der
Kleider nicht zerreißen. 11 Er soll auch zu Opfergaben
keinem Toten kommen; [auch] um sei- Und der HERR redete zu Mose und
nes Vaters und seiner Mutter willen soll sprach: 2 Rede zu Aaron und sei-
er sich nicht verunreinigen. 12 Er soll aus nen Söhnen, daß sie sich enthalten sollen
dem Heiligtum nicht hinausgehen noch gegenüber den heiligen Gaben der Kin-
das Heiligtum seines Gottes entweihen; der Israels,a die sie mir heiligen, und mei-

a (22,2) d.h. daß sie mit ihnen achtsam umgehen und sich zurückhalten vor jedem Mißbrauch dieser Gaben, die
dem HERRN selbst gehören, insbesondere vor jeder kultischen Verunreinigung.
3. MOSE 22 139
nen heiligen Namen nicht entweihen. Ich soll sie vom Brot ihres Vaters essen. Aber
bin der HERR. 3 So sage ihnen nun: Wer kein Fremdling soll davon essen.
von euren Nachkommen, der von eurem 14 Und wenn irgend jemand aus Verse-
Samen ist, sich dem Heiligen naht, das hen von dem Geheiligten ißt, der soll den
die Kinder Israels dem HERRN geheiligt ha- fünften Teil dazufügen und es dem Prie-
ben, während er eine Unreinheit an sich ster mit dem Geheiligten erstatten, 15 und
hat — eine solche Seele soll ausgerottet sie sollen die heiligen Gaben der Kinder
werden von meinem Angesicht hinweg; Israels nicht entheiligen, die diese dem
ich bin der HERR! HERRN als Hebopfer darbringen, 16 daß
4 Ist irgend jemand vom Samen Aarons sie sich nicht mit einer Sünde des Frevels
aussätzig oder mit einem Ausfluß behaf- beladen, wenn sie ihr Geheiligtes essen;
tet, so soll er von dem Heiligen nicht denn ich, der HERR, heilige sie.
essen, bis er rein wird. Und wer irgend
einen durch einen Toten Verunreinigten Die Opfertiere müssen makellos sein
5Mo 17,1; Mal 1,8.13-14
anrührt, oder einen Mann, der einen
Samenerguß hat, 5 oder wer irgend ein 17 Weiter redete der HERR zu Mose und
Gewürm anrührt, durch das er unrein sprach: 18 Rede zu Aaron und seinen
wird, oder einen Menschen, an dem er Söhnen und allen Kindern Israels und
sich verunreinigen kann wegen irgend et- sprich zu ihnen: Jeder, der vom Haus Is-
was, was unrein macht; 6 wer so etwas rael oder von den Fremdlingen in Israel
anrührt, der ist unrein bis zum Abend sein Opfer darbringt — sei es, daß sie
und soll nicht von dem Heiligen essen, es nach ihren Gelübden oder ganz freiwil-
es sei denn, er badet zuvor seinen Leib lig dem HERRN zum Brandopfer darbrin-
im Wasser. 7 Und wenn die Sonne unter- gen —, 19 der opfere, damit es für euch
gegangen ist, so ist er rein, und danach wohlgefällig angenommen wird, ein ma-
mag er von dem Heiligen essen; denn es kelloses männliches [Tier] von den Rin-
ist sein Brot. 8 Kein Aas noch Zerrissenes dern, Schafen oder Ziegen.
soll er essen, damit er davon nicht unrein 20 Ihr sollt nichts opfern, woran ein Ge-
wird; ich bin der HERR! brechen ist; denn es würde euch nicht
9 Und sie sollen meine Anordnungen wohlgefällig angenommen werden. 21 Und
halten, damit sie nicht Sünde auf sich la- wenn jemand dem HERRN ein Friedensop-
den und daran sterben, wenn sie es ent- fer bringen will, sei es zur Erfüllung eines
heiligen; denn ich bin der HERR, der sie Gelübdes oder als freiwillige Gabe, von
heiligt. Rindern oder Schafen, so soll es makellos
10 Kein Fremdling darf von dem Heiligen sein, damit es wohlgefällig ist. Es soll kei-
essen. Weder der Beisassea noch der nerlei Gebrechen haben. 22 Eines, das blind
Tagelöhner eines Priesters dürfen Heili- ist oder ein gebrochenes Glied hat oder
ges essen. 11 Wenn aber der Priester eine verstümmelt ist, oder eines, das Geschwüre
Seele um Geld erkauft, so darf diese da- oder die Krätze oder die Flechte hat, sollt
von essen. Und seine Sklaven, die in sei- ihr dem HERRN nicht opfern und davon
nem Haus geboren sind, dürfen auch von kein Feueropfer auf den Altar des HERRN
seinem Brot essen. bringen. 23 Einen Stier oder ein Schaf, das
12 Wenn aber die Tochter des Priesters die ein zu langes oder zu kurzes Glied hat,
Frau eines fremden Mannes wird, soll sie kannst du als freiwillige Gabe opfern, aber
nicht von dem Hebopfer des Heiligen es- zur Erfüllung eines Gelübdes wäre es nicht
sen. 13 Wird aber die Tochter des Priesters wohlgefällig. 24 Ihr sollt auch dem HERRN
eine Witwe oder eine Verstoßene und hat kein Tier darbringen, das zerquetschte oder
keine Kinder und kommt wieder in das zerdrückte oder abgerissene oder abge-
Haus ihres Vaters, wie in ihrer Jugend, so schnittene Hoden hat; ihr sollt auch in eu-

a (22,10) »Beisassen« sind Einwohner ohne Bürgerrecht aus fremden Völkern.


140 3. MOSE 22.23
rem Land so etwas gar nicht tun. 25 Auch heiligen Versammlungen, die ihr zu fest-
von der Hand eines Fremdlings sollt ihr gesetzten Zeiten einberufen sollt:
nichts dergleichen eurem Gott zur Speise 5 Im ersten Monat, am vierzehnten [Tag]
darbringen; denn sie haben eine Verstüm- des Monats, zur Abendzeit, ist das Pas-
melung, einen Makel an sich; sie werden sah des HERRN. 6 Und am fünfzehnten
euch nicht wohlgefällig angenommen. Tag desselben Monats ist das Fest der
26 Und der HERR redete zu Mose und ungesäuerten Brote für den HERRN. Da
sprach: 27 Wenn ein Rind oder ein Lamm sollt ihr sieben Tage lang ungesäuertes
oder eine Ziege geboren wird, so soll es Brot essen. 7 Am ersten Tag sollt ihr eine
sieben Tage lang bei seiner Mutter blei- heilige Versammlung halten; da sollt ihr
ben; erst vom achten Tag an und danach keine Werktagsarbeit verrichten, 8 und ihr
ist es wohlgefällig als Opfergabe zum Feu- sollt dem HERRN sieben Tage lang ein Feu-
eropfer für den HERRN. 28 Ihr sollt aber eropfer darbringen. Am siebten Tag ist
kein Rind noch Schaf zugleich mit sei- eine heilige Versammlung, da sollt ihr kei-
nem Jungen schächten am gleichen Tag. ne Werktagsarbeit verrichten.
29 Wenn ihr aber dem HERRN ein Lobop-
fer darbringen wollt, dann opfert es so, Das Fest der Erstlinge
2Mo 23,16-19
daß es euch wohlgefällig angenommen
wird. 30 Ihr sollt es am gleichen Tag essen 9 Und der HERR redete zu Mose und
und nichts übriglassen bis zum Morgen; sprach: 10 Rede zu den Kindern Israels
ich bin der HERR. und sage ihnen: Wenn ihr in das Land
31 Ihr aber sollt meine Gebote halten und kommt, das ich euch geben werde, und
sie tun; ich bin der HERR! 32 Und ihr sollt seine Ernte einbringt, so sollt ihr die Erst-
meinen heiligen Namen nicht entheili- lingsgarbe von eurer Ernte zum Priester
gen; sondern ich will geheiligt werden in bringen. 11 Der soll die Garbe weben vor
der Mitte der Kinder Israels, ich, der HERR, dem HERRN, zum Wohlgefallen für euch;
der euch heiligt, 33 der ich euch aus dem am Tag nach dem Sabbat soll sie der Prie-
Land Ägypten geführt habe, um euer Gott ster weben.
zu sein; ich bin der HERR. 12 Ihr sollt aber an dem Tag, an dem
ihr eure Garbe webt, dem HERRN ein
Die Feste des HERRN Brandopfer opfern von einem makello-
1Mo 2,1-3
sen einjährigen Lamm, 13 und das dazu-
Und der HERR redete zu Mose und gehörige Speisopfer, zwei Zehntel Fein-
sprach: 2 Rede zu den Kindern Is- mehl, mit Öl angerührt, ein Feueropfer,
raels und sage ihnen: Das sind die Feste dem HERRN zum lieblichen Geruch, sowie
des HERRN, zu denen ihr heilige Festver- das dazugehörige Trankopfer, ein Viertel
sammlungen einberufen sollt; dies sind Hin Wein. 14 Ihr sollt aber weder Brot noch
meine Feste: geröstetes Korn noch Jungkorn essen bis
zu eben diesem Tag, da ihr eurem Gott
Der Sabbat diese Gabe darbringt. Das ist eine ewig
3 Sechs Tage lang soll man arbeiten, aber gültige Ordnung für eure [künftigen] Ge-
am siebten Tag ist ein Sabbata der Ruhe, schlechter in allen euren Wohnorten.
eine heilige Versammlung; da sollt ihr
kein Werk tun; denn es ist der Sabbat des Das Fest der Wochen (Pfingstfest)
5Mo 16,9-12
HERRN, in allen euren Wohnorten.
15 Danach sollt ihr euch vom Tag nach
Das Passah; das Fest der ungesäuerten Brote dem Sabbat, von dem Tag, da ihr die
2Mo 12,2-28
Webegarbe darbringt, sieben volle Wo-
4 Das sind aber die Feste des HERRN, die chen abzählen, 16 bis zu dem Tag, der auf
den siebten Sabbat folgt, nämlich 50 Tage
a (23,3) »Sabbat« bedeutet »Ruhe« / »Ruhetag«. sollt ihr zählen, und dann dem HERRN ein
3. MOSE 23 141
neues Speisopfer darbringen. 17 Ihr sollt sein; und ihr sollt eure Seelen demütigen
nämlich aus euren Wohnungen zwei We- und dem HERRN ein Feueropfer dar-
bebrote bringen, von zwei Zehntel [Epha] bringen; 28 und ihr sollt an diesem Tag
Feinmehl [zubereitet]; die sollen gesäuert keine Arbeit verrichten, denn es ist der
gebacken werden als Erstlinge für den Versöhnungstag, um Sühnung für euch
HERRN. zu erwirken vor dem HERRN, eurem
18 Zu dem Brot aber sollt ihr sieben ein- Gott. 29 Denn jede Seele, die sich an die-
jährige, makellose Lämmer darbringen sem Tag nicht demütigt, die soll ausge-
und einen Jungstier und zwei Widder; rottet werden aus ihrem Volk; 30 und die
das soll das Brandopfer für den HERRN Seele, die an diesem Tag irgend eine Ar-
sein; und das dazugehörige Speisopfer beit verrichtet, die will ich vertilgen mit-
und Trankopfer — ein Feueropfer, dem ten aus ihrem Volk. 31 Ihr sollt keine Ar-
HERRN zum lieblichen Geruch. 19 Ihr sollt beit verrichten. Das ist eine ewig gültige
auch einen Ziegenbock zum Sündopfer Ordnung für eure [künftigen] Geschlech-
und zwei einjährige Lämmer zum Frie- ter an allen euren Wohnorten. 32 Ein Sab-
densopfer opfern; 20 und der Priester bat der Ruhe soll es für euch sein, und ihr
soll sie samt den Erstlingsbroten weben, sollt eure Seelen demütigen. Am neunten
zusammen mit den beiden Lämmern, [Tag] des Monats, am Abend, sollt ihr die
als Webopfer vor dem HERRN. Die sollen Feier [beginnen], und sie soll währen von
dem HERRN heilig sein und dem Priester einem Abend bis zum anderen.
gehören.
21 Und ihr sollt an eben diesem Tag aus-
Das Laubhüttenfest
4Mo 29,12-39; 5Mo 16,13-17
rufen lassen: »Eine heilige Versammlung
soll es euch sein, und keine Werktagsar- 33 Und der HERR redete zu Mose und
beit sollt ihr verrichten!« Das ist eine ewig sprach: 34 Rede zu den Kindern Israels
gültige Ordnung in allen euren Wohnor- und sprich: Am fünfzehnten Tag dieses
ten für eure [künftigen] Geschlechter. siebten Monats soll dem HERRN das
22 Wenn ihr aber die Ernte eures Landes Laubhüttenfest gefeiert werden, sieben
einbringt, so sollst du dein Feld nicht bis Tage lang. 35 Am ersten Tag ist eine hei-
an den Rand abernten und keine Nach- lige Versammlung; da sollt ihr keine Ar-
lese deiner Ernte halten, sondern es dem beit verrichten. 36 Sieben Tage lang sollt
Armen und Fremdling überlassen. Ich, ihr dem HERRN ein Feueropfer darbringen;
der HERR, bin euer Gott. und am achten Tag sollt ihr eine heilige
Versammlung halten und dem HERRN ein
Das Posaunenfest Feueropfer darbringen; es ist eine Fest-
4Mo 29,1-6
versammlung; da sollt ihr keine Arbeit
23 Und der HERR redete zu Mose und verrichten.
sprach: 24 Rede zu den Kindern Israels 37 Das sind die Feste des HERRN, zu denen
und sprich: Im siebten Monat, am ersten ihr heilige Versammlungen einberufen
des Monats, soll ein Ruhetag für euch sollt, um dem HERRN Feueropfer, Brandop-
sein, ein Gedenken unter Posaunenklang, fer, Speisopfer, Schlachtopfer und Trank-
eine heilige Versammlung. 25 Ihr sollt kei- opfer darzubringen, jeden Tag das, was
ne Werktagsarbeit verrichten, sondern vorgeschrieben ist — 38 zusätzlich zu den
dem HERRN ein Feueropfer darbringen. Sabbaten des HERRN und zu euren Gaben
und zusätzlich zu allen euren Gelübden
Der Versöhnungstag und allen euren freiwilligen Gaben, die
3Mo 16; 4Mo 29,7-11
ihr dem HERRN gebt.
26 Und der HERR redete zu Mose und 39 So sollt ihr nun am fünfzehnten Tag
sprach: 27 Am zehnten [Tag] in diesem des siebten Monats, wenn ihr den Ertrag
siebten Monat ist der Versöhnungstag, des Landes eingebracht habt, das Fest des
der soll euch eine heilige Versammlung HERRN halten, sieben Tage lang; am ersten
142 3. MOSE 23.24
Tag ist ein Feiertag und am achten Tag Gabe] von den Kindern Israels; das ist ein
ist auch ein Feiertag. 40 Ihr sollt aber am ewiger Bund. 9 Und es soll Aaron und sei-
ersten Tag Früchte nehmen von schönen nen Söhnen gehören; die sollen es essen
Bäumen, Palmenzweige und Zweige von an heiliger Stätte; denn als ein Hochheili-
dichtbelaubten Bäumen und Bachwei- ges von den Feueropfern des HERRN soll es
den, und ihr sollt euch sieben Tage lang ihm gehören, als eine ewige Gebühr.
freuen vor dem HERRN, eurem Gott. 41 Und
so sollt ihr dem HERRN das Fest halten, Bestrafung des Gotteslästerers. Vergeltung
sieben Tage lang im Jahr. Das soll eine für Totschlag und Körperverletzung
4Mo 15,32-36
ewige Ordnung sein für eure [künftigen]
Geschlechter, daß ihr dieses im siebten 10 Und der Sohn einer israelitischen Frau
Monat feiert. 42 Sieben Tage lang sollt ihr — er war aber der Sohn eines ägyptischen
in Laubhütten wohnen; alle Einheimi- Mannes — ging unter den Kindern Is-
schen in Israel sollen in Laubhütten woh- raels aus und ein. Dieser Sohn der is-
nen, 43 damit eure Nachkommen wissen, raelitischen Frau und ein Israelit stritten
daß ich die Kinder Israels in Laubhütten im Lager miteinander. 11 Da lästerte der
wohnen ließ, als ich sie aus dem Land Sohn der israelitischen Frau den Namen
Ägypten herausführte; ich, der HERR, bin [des HERRN] und fluchte [ihm]. Daraufhin
euer Gott. brachte man ihn zu Mose. Seine Mutter
44 Und Mose verkündete den Kindern Is- aber hieß Selomit und war die Tochter Di-
raels die Feste des HERRN. bris, vom Stamm Dan. 12 Und sie behiel-
ten ihn in Gewahrsam, bis ihnen ein Be-
Das Öl für den Leuchter. scheid gegeben würde durch den Mund
Zurichtung der Lampen des HERRN.
2Mo 27,20-21; 4Mo 8,1-4
13 Und der HERR redete zu Mose und
Und der HERR redete zu Mose und sprach: 14 Führe den Flucher hinaus vor
sprach: 2 Gebiete den Kindern Isra- das Lager und laß alle, die es gehört ha-
els, daß sie reines Öl aus zerstoßenen Oli- ben, ihre Hand auf sein Haupt stützen,
ven zu dir bringen für den Leuchter, um und die ganze Gemeinde soll ihn steini-
beständig Licht zu unterhalten! 3 Draußen gen. 15 Und rede zu den Kindern Israels
vor dem Vorhang des Zeugnisses, in der und sprich: Wer seinem Gott flucht, der
Stiftshütte, soll Aaron es zurichten, damit soll seine Sünde tragen; 16 und wer den
es beständig brennt vor dem HERRN, vom Namen des HERRN lästert, der soll unbe-
Abend bis zum Morgen; eine ewige Ord- dingt getötet werden! Die ganze Gemein-
nung für eure [künftigen] Geschlechter. de soll ihn unbedingt steinigen, sei es ein
4 Auf dem reinen Leuchter soll er beständig Fremdling oder ein Einheimischer; wenn
die Lampen zurichten vor dem HERRN. er den Namen lästert, so soll er sterben!
17 Und wenn jemand einen Menschen
Die Schaubrote erschlägt, so muß er unbedingt getötet
2Mo 25,23-30
werden. 18 Wer aber ein Vieh erschlägt,
5 Und du sollst Feinmehl nehmen und da- der soll es erstatten; Leben um Leben!
von zwölf Kuchen backen; ein Kuchen soll 19 Bringt aber einer seinem Nächsten eine
aus zwei Zehnteln [Epha] bestehen. 6 Du Verletzung bei, so soll man ihm das tun,
sollst sie in zwei Schichten von je sechs was er getan hat: 20 Bruch um Bruch,
Stück auf den reinen Tisch legen vor den Auge um Auge, Zahn um Zahn; die Verlet-
HERRN. 7 Und du sollst auf jede Schicht zung, die er dem anderen zugefügt hat,
reinen Weihrauch legen, und er soll für soll man ihm auch zufügen. 21 Wer also
das Brot sein, als der Teil, der zum Ge- ein Vieh erschlägt, der soll es erstatten;
denken bestimmt ist, ein Feueropfer für wer aber einen Menschen erschlägt, der
den HERRN. 8 Sabbat für Sabbat soll er sie soll getötet werden.
beständig vor dem HERRN aufschichten, [als 22 Ihr sollt ein einheitliches Recht haben,
3. MOSE 24.25 143
für den Fremdling wie für den Einheimi- darin wohnen. Es ist das Halljahr, in
schen; denn ich, der HERR, bin euer Gott. dem jeder bei euch wieder zu seinem Ei-
23 Mose aber redete zu den Kindern Isra- gentum kommen und zu seiner Familie
els; die führten den Flucher vor das Lager zurückkehren soll. 11 Denn das fünfzigste
hinaus und steinigten ihn. Und die Kin- Jahr soll ein Halljahr für euch sein. Ihr
der Israels handelten so, wie der HERR es sollt nicht säen, auch seinen Nachwuchs
Mose geboten hatte. nicht ernten, auch seine unbeschnittenen
Weinstöcke nicht lesen. 12 Denn ein Hall-
Das Sabbatjahr jahr ist es; es soll euch heilig sein; vom
2Mo 23,10-11
Feld weg dürft ihr essen, was es trägt.
Und der HERR redete zu Mose auf 13 In diesem Halljahr soll jedermann wie-
dem Berg Sinai und sprach: 2 Rede der zu seinem Eigentum kommen.
mit den Kindern Israels und sprich zu ih- 14 Wenn ihr nun eurem Nächsten etwas
nen: Wenn ihr in das Land kommt, das verkauft oder von eurem Nächsten etwas
ich euch geben werde, so soll das Land abkauft, so soll keiner seinen Bruder
dem HERRN einen Sabbat feiern. 3 Sechs übervorteilen; 15 sondern nach der Zahl
Jahre lang sollst du dein Feld besäen und der Jahre seit dem Halljahr sollst du es von
sechs Jahre lang deinen Weinberg be- ihm kaufen; und nach der Zahl der Ernte-
schneiden und den Ertrag [des Landes] jahre soll er [es] dir verkaufen. 16 Wenn es
einsammeln. 4 Aber im siebten Jahr soll viele Jahre sind, sollst du ihm den Kauf-
das Land seinen Sabbat der Ruhe haben, preis erhöhen, und wenn es wenige Jahre
einen Sabbat für den HERRN, an dem du sind, sollst du ihm den Kaufpreis verrin-
dein Feld nicht besäen noch deinen Wein- gern; denn eine [bestimmte] Anzahl von
berg beschneiden sollst. 5 Auch was nach Ernten verkauft er dir. 17 So soll nun kei-
deiner Ernte von selbst wächst, sollst du ner seinen Nächsten übervorteilen; son-
nicht ernten; und die Trauben deines un- dern du sollst dich fürchten vor deinem
beschnittenen Weinstocks sollst du nicht Gott; denn ich, der HERR, bin euer Gott!
lesen, weil es ein Sabbatjahr für das 18 Darum haltet meine Satzungen und be-
Land ist. 6 Und dieser Sabbat des Landes wahrt meine Rechtsbestimmungen und tut
soll euch Nahrung bringen, dir und dei- sie; so sollt ihr sicher wohnen in eurem
nen Knechten und deiner Magd, deinem Land! 19 Und das Land soll euch seine
Taglöhner und deinen Beisassen, die sich Früchte geben, daß ihr eßt bis zur Sättigung
bei dir aufhalten; 7 deinem Vieh und den und sicher darin wohnt. 20 Und wenn ihr
wilden Tieren in deinem Land soll sein sagt: Was sollen wir im siebten Jahr essen?
ganzer Ertrag zur Speise dienen. Denn wir säen nicht und sammeln auch
unseren Ertrag nicht ein! — 21 so [sollt ihr
Das Jubeljahr (Halljahr) wissen:] Ich will im sechsten Jahr meinem
3Mo 27,17-24
Segen gebieten, daß [das Land] den Ertrag
8 Und du sollst dir sieben Sabbatjahre für drei Jahre liefern soll; 22 so daß, wenn
abzählen, nämlich siebenmal sieben Jah- ihr im achten Jahr sät, ihr [noch] vom al-
re, so daß dir die Zeit der sieben Sabbat- ten Ertrag essen werdet bis in das neunte
jahre 49 Jahre beträgt. 9 Da sollst du ein Jahr; daß ihr von dem Alten essen werdet,
Lärmhorn ertönen lassen im siebten Mo- bis sein Ertrag wieder hereinkommt.
nat, am zehnten [Tag] des siebten Monats; 23 Ihr sollt das Land nicht für immer ver-
am Tag der Versöhnung sollt ihr ein Scho- kaufen; denn das Land gehört mir, und
pharhorna durch euer ganzes Land er- ihr seid Fremdlinge und Beisassen bei
schallen lassen. 10 Und ihr sollt das fünf- mir. 24 Und ihr sollt in dem ganzen Land,
zigste Jahr heiligen und sollt im Land das euch gehört, die Wiedereinlösung des
eine Freilassung ausrufen für alle, die Landes zulassen.

a (25,9) d.h. ein Widderhorn, das als Signal bzw. zu besonderen Anlässen in Israel geblasen wurde.
144 3. MOSE 25
Das Lösungsrecht für Landbesitz 35 Wenn dein Bruder verarmt neben dir
und für Knechte und Mägde und sich nicht mehr halten kann, so sollst
5Mo 15,1-15 du ihm Hilfe leisten, er sei ein Fremdling
25 Wenn dein Bruder verarmt und dir oder Beisasse, damit er bei dir leben
etwas von seinem Eigentum verkauft, kann. 36 Du sollst keinen Zins noch Wu-
so soll derjenige als Lösera für ihn ein- cher von ihm nehmen, sondern sollst
treten, der sein nächster Verwandter ist; dich fürchten vor deinem Gott, damit
er soll auslösen, was sein Bruder verkauft dein Bruder neben dir leben kann. 37 Du
hat. 26 Und wenn jemand keinen Löser sollst ihm dein Geld nicht auf Zins geben
hat, aber mit seiner Hand so viel erwer- noch deine Nahrungsmittel um einen
ben kann, wie zur Wiedereinlösung nötig Wucherpreis. 38 Ich, der HERR, bin euer
ist, 27 so soll er die Jahre, die seit dem Gott, der ich euch aus dem Land Ägypten
Verkauf verflossen sind, abrechnen und herausgeführt habe, um euch das Land
für den Rest den Käufer entschädigen, Kanaan zu geben und euer Gott zu sein.
damit er selbst wieder zu seinem Eigen- 39 Und wenn dein Bruder neben dir ver-
tum kommt. 28 Wenn er ihn aber nicht armt und dir sich selbst verkauft, sollst du
entschädigen kann, so soll das, was er ihn nicht Sklavenarbeit tun lassen; 40 wie
verkauft hat, in der Hand des Käufers ein Tagelöhner und Beisasse soll er bei
bleiben bis zum Halljahr; dann soll es frei dir gelten und dir bis zum Halljahr die-
ausgehen, und er soll wieder zu seinem nen. 41 Dann soll er frei von dir ausge-
Eigentum kommen. hen und seine Kinder mit ihm, und er soll
29 Wer ein Wohnhaus innerhalb einer wieder zu seiner Familie zurückkehren
ummauerten Stadt verkauft, der hat zur und zum Eigentum seiner Väter kom-
Wiedereinlösung Frist bis zur Vollendung men. 42 Denn sie sind meine Knechte, die
des Verkaufsjahres. Ein Jahr lang besteht ich aus dem Land Ägypten geführt habe.
für ihn das Einlösungsrecht. 30 Wenn es Darum soll man sie nicht wie Sklaven
aber nicht gelöst wird bis zum Ablauf verkaufen! 43 Du sollst nicht mit Härte
eines vollen Jahres, so soll das Haus, über ihn herrschen, sondern sollst dich
das innerhalb der ummauerten Stadt ist, fürchten vor deinem Gott.
dem Käufer und seinen Nachkommen als 44 Was aber deinen Knecht und deine
unablöslich verbleiben; es soll im Hall- Magd anbetrifft, die du haben wirst, so
jahr nicht frei ausgehen. 31 Dagegen sind kannst du sie von den Heiden kaufen, die
die Häuser in den Dörfern ohne Ring- um euch her sind. 45 Ihr könnt sie auch
mauern dem Feld des Landes gleich zu kaufen von den Kindern der Beisassen,
rechnen; es besteht Einlösungsrecht, und die sich bei euch aufhalten, und von ih-
sie sollen im Halljahr frei ausgehen. ren Sippen bei euch, die in eurem Land
32 Was aber die Levitenstädte anbetrifft, geboren sind; diese könnt ihr als Eigen-
die Häuser in den Städten ihres Eigen- tum behalten, 46 und ihr könnt sie als
tums, so haben die Leviten das ewige bleibenden Besitz auf eure Kinder nach
Einlösungsrecht. 33 Und wenn jemand euch vererben. Diese könnt ihr für immer
etwas von den Leviten erwirbt, so geht dienen lassen. Aber über eure Brüder, die
das verkaufte Haus in der Stadt seines Kinder Israels, sollt ihr nicht mit Härte
Eigentums im Halljahr frei aus; denn herrschen, ein Bruder über den andern!
die Häuser in den Städten der Leviten 47 Wenn die Hand eines Fremdlings oder
sind ihr Eigentum unter den Kindern Is- Beisassen bei dir etwas erwirbt, und dein
raels; 34 aber das Feld des Weideplatzes Bruder neben ihm verarmt und sich dem
bei ihren Städten darf nicht verkauft wer- Fremdling, der ein Beisasse bei dir ist,
den, denn sie sind ihr ewiges Eigentum. oder einem Abkömmling von seiner Sip-

a (25,25) od. Erlöser (hebr. goel); d.h. ein Blutsverwandter, der einen Menschen oder Dinge freikauft durch Zah-
lung eines Lösegeldes.
3. MOSE 25.26 145
pe verkauft, 48 so soll, nachdem er sich Saatzeit, und ihr werdet euch von eurem
verkauft hat, Lösungsrecht für ihn be- Brot satt essen und sollt sicher wohnen in
stehen; einer von seinen Brüdern kann eurem Land.
ihn auslösen; 49 oder sein Onkel oder der 6 Denn ich will Frieden geben im Land,
Sohn seines Onkels darf ihn auslösen, daß ihr ruhig schlaft und euch niemand
oder sonst sein nächster Blutsverwand- erschreckt. Ich will auch die bösen Tiere
ter aus seiner Familie kann ihn auslösen; aus eurem Land vertreiben, und es soll
oder wenn seine Hand so viel erwirbt, so kein Schwert über euer Land kommen.
soll er sich selbst auslösen. 7 Ihr werdet eure Feinde jagen, daß sie vor
50 Er soll aber mit seinem Käufer rech- euch her durchs Schwert fallen; 8 fünf von
nen von dem Jahr an, da er sich ihm euch werden hundert jagen, und hun-
verkauft hat, bis zum Halljahr. Und der dert von euch werden zehntausend ja-
Preis seines Verkaufs soll nach der Zahl gen; und eure Feinde werden vor euch
der Jahre berechnet werden, und er soll her durchs Schwert fallen.
für diese Zeit wie ein Tagelöhner bei ihm 9 Und ich will mich zu euch wenden
sein. 51 Sind noch viele Jahre übrig, so soll und euch fruchtbar machen und meh-
er dementsprechend von dem Kaufpreis ren und meinen Bund mit euch auf-
als Lösegeld zurückerstatten; 52 sind aber rechthalten. 10 Und ihr werdet von dem
wenig Jahre übrig bis zum Halljahr, so Vorjährigen essen und das Vorjährige we-
soll er es ihm anrechnen; nach der Zahl gen des Neuen wegtun müssen. 11 Ich
der Jahre soll er sein Lösegeld zurück- will meine Wohnung in eure Mitte set-
erstatten. 53 Wie ein Tagelöhner soll er zen, und meine Seele soll euch nicht ver-
Jahr für Jahr bei ihm sein; er aber soll abscheuen; 12 und ich will in eurer Mitte
nicht mit Härte über ihn herrschen vor wandeln und euer Gott sein, und ihr sollt
deinen Augen. mein Volk sein. 13 Ich, der HERR, bin euer
54 Wenn er aber nicht auf einem dieser Gott, der ich euch aus dem Land Ägypten
Wege ausgelöst wird, so soll er im Halljahr herausgeführt habe, damit ihr nicht mehr
frei ausgehen, er und seine Kinder mit ihre Knechte sein solltet; und ich habe
ihm. 55 Denn die Kinder Israels sind mir die Stangen eures Joches zerbrochen und
dienstbar; sie sind meine Knechte, die euch aufrecht gehen lassen.
ich aus dem Land Ägypten herausgeführt
habe; ich, der HERR, bin euer Gott. Ungehorsam bringt Fluch
5Mo 28,15-68
Gehorsam bringt Segen 14 Wenn ihr mir aber nicht folgt und alle
5Mo 28,1-14
diese Gebote nicht tut, 15 und wenn ihr
Ihr sollt keine Götzen machen; ein meine Satzungen mißachtet und eure
Götterbild und eine Säule sollt ihr Seele meine Rechtsbestimmungen ver-
euch nicht aufrichten, auch keinen Stein abscheut, daß ihr nicht alle meine Gebote
mit Bildwerk in eurem Land aufstellen, tut, sondern meinen Bund brecht, 16 so
daß ihr euch davor niederwerft; denn ich, will auch ich euch dies tun: Ich will
der HERR, bin euer Gott. Schrecken, Schwindsucht und Fieberhit-
2 Haltet meine Sabbate und fürchtet mein ze über euch verhängen, so daß die Augen
Heiligtum; ich bin der HERR! matt werden und die Seele verschmach-
3 Wenn ihr nun in meinen Satzungen tet. Ihr werdet euren Samen vergeblich
wandelt und meine Gebote befolgt und aussäen, denn eure Feinde sollen [das
sie tut, 4 so will ich euch Regen geben Gesäte] essen. 17 Und ich will mein Ange-
zu seiner Zeit, und das Land soll seinen sicht gegen euch richten, daß ihr vor eu-
Ertrag geben, und die Bäume auf dem ren Feinden geschlagen werdet; und die
Feld sollen ihre Früchte bringen. 5 Und euch hassen, sollen über euch herrschen,
die Dreschzeit wird bei euch reichen bis und ihr werdet fliehen, obwohl euch nie-
zur Weinlese, und die Weinlese bis zur mand jagt.
146 3. MOSE 26
18 Wenn ihr mir aber auch dann noch öde machen und eure heiligen Stätten
nicht gehorcht, so will ich euch noch sie- verwüsten und euren lieblichen Geruch
benmal mehr bestrafen um eurer Sünden nicht mehr riechen. 32 Und ich will das
willen, 19 und ich will euren harten Stolz Land öde machen, daß eure Feinde, die
brechen. Ich will euch den Himmel ma- darin wohnen werden, sich davor ent-
chen wie Eisen und die Erde wie Erz, setzen sollen. 33 Euch aber will ich unter
20 daß eure Kraft sich vergeblich ver- die Heidenvölkerc zerstreuen und das
braucht und euer Land seinen Ertrag Schwert hinter euch her ziehen, so daß
nicht gibt und die Bäume des Landes ihre euer Land zur Wüste wird und eure Städte
Früchte nicht bringen. zu Ruinen. 34 Dann wird das Land seine
21 Wenn ihr euch mir aber noch weiter wi- Sabbate genießen, solange es öde liegt
dersetzt und mir nicht gehorchen wollt, und ihr im Land eurer Feinde seid. Ja,
so will ich euch noch siebenmal mehr dann wird das Land ruhen und seine Sab-
schlagen, entsprechend euren Sünden. bate genießen dürfen. 35 Solange es öde
22 Und ich will wilde Tiere unter euch liegt, wird es ruhen, weil es nicht ruhen
senden, die sollen euch eurer Kinder be- konnte an euren Sabbaten, als ihr darin
rauben und euer Vieh ausrotten und eure wohntet.
Zahl mindern, und eure Straßen sollen 36 Und den Übriggebliebenen von euch
öde werden. will ich das Herz verzagt machen in den
23 Wenn ihr euch aber dadurch noch nicht Ländern ihrer Feinde, so daß das Ra-
züchtigen laßt, sondern euch mir wider- scheln eines verwehten Blattes sie jagen
setzt, 24 so will auch ich mich euch wider- wird; und sie werden davonfliehen, als
setzen und euch siebenfach schlagen um