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UNSER FEMINISMUS

IST ANTINATIONAL!
Feminismus als Fassade
Die letzten Jahre sind geprägt von feministi- klare Abfuhr, dass das Patriarchat ein Import-
schen Massenprotesten weltweit: Women‘s Mar- produkt der Geflüchteten und des Islam sei. Das
ches, besonders erfolgreich in den USA gegen medial vermittelte Bild, es seien primär „frem-
die Trump- Administration, das Sichtbarmachen de“ Männer, die „unsere“ Frauen* vergewaltigen
von sexualisierter Gewalt während der #MeToo- würden, ist ein gewaltiger Mythos.
Debatte, oder das Ablegen der Kopftücher im Iran
im Zuge der diesjährigen Aufstände. Auch wenn Den Großteil der Sexualstraftaten in Deutschland
diese Proteste in Teilen widersprüchlich sind, begehen Menschen aus dem engeren Bekann-
zeigen sie dennoch, dass feministische Kämpfe ten- und Verwandtenkreis: nur etwa ein Sechstel
immer noch geführt werden müssen. Und das der Täter ist unbekannt. Etwa 70% der von sexua-
entgegen all derjenigen Stimmen, die trotzig lisierter Gewalt betroffenen Frauen* geben dabei
wiederholen, Gleichberechtigung sei die eigene Wohnung als Tatort an. Zu Hause ist
für alle Frauen* längst Realität. die Gefahr für Frauen am größten zum Opfer die-
ser Strukturen gemacht zu werden.
Mit der AfD ist auch
in Deutschland Die Realität ist also: das Problem besteht schon
eine Partei ins lange, die Ursachen liegen in unserer patriarcha-
Parlament ein- len Gesellschaft. Wir sagen allen Formen sexua-
gezogen, die mit lisierter Gewalt den Kampf an!
antifeministi-
schen Inhalten
für sich wirbt. Antifeministischer
Keine Partei
kann es sich Rollback
jedoch heut- Die AfD will diese Strukturen verschleiern und
zutage leisten, einen steht mit ihren reaktionären Forderungen nicht
platten Antifeminismus zu vertreten. alleine da. Europaweit formiert sich ein rech-
Deshalb kommt das Alte in einem neuen Gewand tes Hegemonieprojekt, dass rechte Intellektu-
daher. Im Zuge der Debatte um die Silvesternacht elle, Parlamentarier und Stammtischrassisten
2015 in Köln, versuchte nicht nur die AfD sexuali- vernetzt und handlungsfähig macht. Wichtiges
sierte Gewalt gegenüber weißen Frauen* rassis- verbindendes Moment sind ihre geteilten reak-
tisch zu wenden und für Abschottungspolitik zu tionären Geschlechtervorstellungen, die Anti-
vereinnahmen. feminismus, Sexismus und Homofeindlichkeit
umfassen. Mit Verweis auf die „Natur“ und bib-
Die Logik ist simpel: der homogene und femi- lischen Bezügen angereichert, glorifizieren sie
nistische Westen wird vom unaufgeklärten Rest die deutsche Kleinfamilie als Erlösungsfantasie
der Welt bedroht und bedarf deshalb geschütz- und wähnen sich im ständigen Kampf gegen den
ter Grenzen. Dabei geht es um nichts weiter als „Genderwahn“.
die Verteidigung des Bestehenden und die Fra-
ge, wer hier die Frauen* „haben kann“. Die Un- Während der neoliberale Block der AfD in der
versehrtheit der weißen Frau* ist das nationale Kleinfamilie die Keimzelle der deutschen Ge-
Pendant zur Discoprügelei zwischen Männern. sellschaft sieht
Am Ende steht immer noch das Patriarchat als und sie weiter-
Sieger da. Zudem erteilen Fakten der hin unter die
Behauptung eine schützende
Hand des Staa-
tes stellen will,
ist die deutsche Familie für die völkisch-natio- sie ihres revolutionären Kerns. Noch immer
nalen Vertreter der AfD die Rettung der Volksge- wird ein Großteil der Reproduktionsarbeit
meinschaft selbst: Deutsche Kinder müssen her, unentgeltlich und von Frauen* verrich-
gegen die Zuwanderung. Daraufhin wird eine Be- tet. Dieser Umstand ist kein Zufall,
völkerungspolitik verkündet, die Kinderlosigkeit sondern für die derzeitige Gesell-
und alternative Lebensmodelle ächtet. Weibliche schaftsordnung unabdingbar. Ohne
Körper werden darin lediglich im Zusammen- ein Umsorgen und Pflegen der
hang mit Familie und Reproduktion gesehen und Arbeiter*innen von gestern, heute
in den Auftrag der Nation gestellt. und morgen, gäbe es keine Grundla-
ge der kapitalistischen Produktions-
weise.
Die rechte Lüge von der
Antifa-Republik und Expect resistance…
Konsequente feministische Praxis richtet sich
Genderlobby daher sowohl gegen reaktionäre Bewegungen
Wenn sich AfD & Co als konservative Rebell*innen und den gesellschaftlichen Rechtsruck als auch
gegen den „linksversifften Mainstream“ insze- gegen den bürgerlichen Staat und die kapitalisti-
nieren, rücken sie die hiesige Gesellschaft in ein sche Produktionsweise! Ob in Frankreich, Polen
Licht, dass sie nicht verdient. Denn wir leben in oder anderswo: unsere Lebensrealitäten, unsere
keiner Antifa-Republik – und eine allmächti- alltäglichen Kämpfe, unser Überleben in einer
ge feministische Lobby gehört trotz großer An- sowieso schon feindlichen Gesellschaft sind kein
strengungen ebenfalls weiterhin in das Reich „Genderwahn“ und auch keine Luxusprobleme!
der Phantasie. So unterliegen zum Beispiel Ab-
treibungen bis heute restriktiven Gesetzen. Erst Wir wissen selbst am besten was gut für uns ist.
neulich sorgte die Verurteilung der Ärztin Kristi- Für eine Gesellschaft ohne patriarchale Zurich-
na Hänel aufgrund des Paragrafen 219a für Furo- tung und sexistische Gewalt, in der wir solidari-
re. Ihre „Straftat“: sie bot Abtreibungen öffentlich sche und emanzipatorische Lebensentwürfe ent-
an und stellte dafür geeignete Informationen auf wickeln können ohne diese ständig gegen Rechts
ihrer Homepage zur Verfügung. Bis heute ist das und den Zugriff des Staates verteidigen zu müs-
gesetzlich verboten. sen. Für die soziale Revolution, für den Kommu-
nismus!
Obwohl sich unsere Lebensreali-
täten durch die mutigen Kämpfe
feministischer Bewegungen be-
reits um einiges verbessert haben,
trügt der Schein des staatlichen
Gleichstellungsversprechens. Inst-
rumente wie das Entgeltgleichheits-
gesetz, Elternzeit und Frauen*quoten
tragen höchstens zu einer symboli-
schen Gleichstellung bei. Denn gesell-
schaftliche Teilhabe unterliegt im Kapitalismus
immer den Gesetzen des Marktes. In der mo-
dernen kapitalistischen Gesellschaft verschafft
Gleichstellung sowohl dem Betrieb als auch dem
Standort Deutschland Vorteile: unter dem Label
Integration von Frauen* wird deren Potential
als Konsument*innen und Arbeitskräfte effizi-
ent genutzt. So vereinnahmen die Institutionen
des bürgerlichen Staates sowie die Privatwirt-
schaft feministische Forderungen und berauben

www.basisgruppe-antifa.org
www.umsganze.org
V. i.S.d.P.: Tina Simons, Karl-Marx-Allee 19, 28195 Bremen