Sie sind auf Seite 1von 15

Prophezeiungen

Eine esoterische Deutung des Phänomens


von Elias Erdmann
e-Mail: elias.erdmann@gmx.de
Homepage: http://www.elias-erdmann.tk/

Ein Erklärungsmodell für Zukunftsvisionen


Bereits durch minimale Änderungen im Ablauf der Ereignisse kann es theoretisch zu ganz anderen Szenarien kommen. In manchen
Situationen können mitunter sogar Millisekunden oder Millimeter über Leben und Tod entscheiden. Einmal auch nur einen Hauch
anders reagiert und das Schicksal nimmt vielleicht einen völlig anderen Lauf. An diesen kleinen Details, die aber manchmal eine
sehr große Wirkung haben können, müsste eigentlich jede langfristige Prophezeiung scheitern. Aber dennoch gibt es Wahrträume,
Deja-Vu-Erlebnisse und Prophezeiungen, die sich später auch tatsächlich erfüllen.

Das wirft die Frage auf, ob es überhaupt möglich ist, in die Zukunft zu schauen und wie man diese Zukunftsvisionen ggf. erklären
kann.

Ein Blick in die Zukunft setzt voraus, dass die Zukunft bereits feststeht und dass wir keine Möglichkeit haben, diese Zukunft selbst
zu gestalten. In einem Roman ist das so und daher kann man etwas vorblättern und in die Zukunft dieser Geschichte schauen. Als
Leser ist man nämlich nicht an den Zeitablauf des Romans gebunden, sondern man kann theoretisch wie ein „Zeitreisender“
beliebig im Ablauf des Romans hin und her springen. Man ist also quasi „überzeitlich“ bezogen auf den Zeitablauf des Romans.
Aber man hat auch keine Möglichkeit in die Geschichte einzugreifen, denn nicht nur die Zukunft steht im Roman fest, sondern die
gesamte Handlung. Würde man sich auf einer beliebigen Seite des Romans die Freiheit nehmen und die Handlung umschreiben,
weil einem z.B. die Konsequenzen der Handlungen nicht gefallen, so müsste man auch alle weiteren Seiten umschreiben, denn sonst
würde die Geschichte nicht mehr zusammen passen und es gäbe Brüche in der Kausalität. Doch damit würde sich die Zukunft
verändern und der alte Blick in die Zukunft hätte nicht die jetzt aktuelle und tatsächliche Zukunft gezeigt, sondern eine Variante
der Zukunft, die nicht realisiert wurde.

Eine gewisse Entscheidungsfreiheit und eine hundertprozentig feststehende Zukunft schließen sich also gegenseitig aus.

Wenn man einen freien Willen hat und damit die Gegenwart verändern kann, dann kann die Zukunft nicht feststehen –
auch nicht aus einer „überzeitlichen“ Perspektive. Dann kann man auch nicht wirklich in die Zukunft schauen, sondern bestenfalls
in eine mögliche, wahrscheinliche oder geplante Zukunft. Aber Dinge, die heute noch möglich sind, können eventuell bei einer
Änderung der Rahmenbedingungen schon morgen unmöglich sein, Wahrscheinlichkeiten können sich ändern und Pläne können
scheitern.

Eine Möglichkeit kann aber ebenso auch eintreten und ein Plan kann gelingen und wenn man diese Möglichkeit oder diesen Plan
schon vorher gesehen hat, dann entsteht natürlich der subjektive Eindruck, man habe tatsächlich „in die Zukunft“ geschaut. Dass
gelegentlich dieser Eindruck entsteht, ist also noch kein Beweis für eine feststehende Zukunft, sondern eben nur ein Hinweis, dass
diese Möglichkeit vorher schon mehr oder weniger bewusst durchgespielt wurde oder dass der Plan dieser Ereignisse bekannt war.

Auch wenn unserem Tagesbewusstsein so ein Plan nicht immer bekannt ist, so kann es durchaus andere planende Instanzen geben,
die diesen Plan schon vorab kennen und ihn offenbaren können. Es gibt aber keinen Grund, diese planende Instanz gleich in allen
Fällen mit einem höchsten Gott gleich zu setzen. Ebenso könnte diese Instanz in manchen Fällen auch durchaus nur eine
„verborgene Schicht der eigenen Seele“ sein, die etwas weiter vorausplant und die jetzt schon über Ereignisse nachdenkt, die
unserem Tagesbewusstsein noch nicht zugänglich sind. Auch die Pläne anderer Menschen könnten uns eventuell unbewusst oder
auf telepatischen Weg erreichen und visualisiert werden.

Immer wenn ein Zug pünktlich in den Bahnhof einläuft, dann geht ein Plan in Erfüllung. In diesem Sinn ist sicher das Kursbuch der
Bundesbahn eines der prophetischen Bücher mit der höchsten Trefferquote, obwohl auch bei der Bundesbahn die Zukunft nicht
wirklich fest steht. Erfüllte Prophezeiungen setzen also keinesfalls eine feststehende Zukunft voraus. Es kann immer etwas
dazwischen kommen und der Zug kann sich verspäten – auch wenn es so nicht geplant ist. Wenn wir in das Kursbuch blicken,
sehen wir also nicht die Zukunft selbst, sondern den Plan der Zukunft. Ebenso ist es mit Zukunftsvisionen, denn auch sie sind nur
Visualisierungen von Plänen und man sollte die Visualisierung eines zukünftigen Plans nicht mit einem Blick in die Zukunft
verwechseln.
Wir haben zwar hiermit nun ein Erklärungsmodell, wie Wahrträume und Zukunftsvisionen funktionieren, aber kein Kriterium, um
vorab zu entscheiden, welcher Traum und welche Vision auch tatsächlich Hinweise auf die Zukunft enthält und welches Szenario
dann letztendlich eintreffen wird. Manche Gefahren, vor denen in älteren Prophezeiungen gewarnt wurde, könnten eventuell schon
überstanden sein. Manche Ängste, die visualisiert wurden, waren eventuell sogar völlig unbegründet. Und möglicherweise wurde
auch manches irrtümlich als „Zukunftsvision“ gedeutet, was man auch ganz anders hätte interpretieren können.

In dieser Untersuchung wird aufgezeigt, dass einige der typischen „prophetischen“ Motive aus einer esoterischen Perspektive auch
vollkommen anders interpretiert werden können – als Offenbarungen

- über den Aufbau der Schöpfung


- über den Zyklus der Seele
- über den Sinn des Lebens
- über den Entwicklungsweg des Menschen

und als Gleichnisse für eine andere Wirklichkeit.

Die typischen Motive in den Prophezeiungen


In den bekannten Prophezeiungen tauchen immer wieder ähnliche Motive auf:

- der Mord an einem Hochgestellten


- ein Komet, Meteorit oder ein anderer Himmelskörper
- das Kreuz am Himmel
- der Sternenfall
- ein dritter Weltkrieg
- drei finstere Tage
- der Polsprung (ein Kippen der Erdachse)
- Überschwemmungen
- drei Kronen bzw. drei Monarchien
- das goldenes Zeitalter
- eine Anhebung der Frequenz
- ein Sprung in die nächste Dimension, ...

Doch was bedeuten diese Bilder und wie können wir sie interpretieren?

Das konventionelle Prophezeiungs-Szenario


Vielfach sind es bereits die Seher selbst, die diese Motive als die Vorzeichen eines zukünftigen Katastrophen-Szenarios
interpretieren und so gingen diese Bilder auch immer wieder als „Prophezeiungen zukünftiger Katastrophen“ in die Literatur ein. In
der üblichen Literatur werden diese Motive zumeist zu folgendem Gesamt-Szenario zusammen gesetzt, das ich hier massiv gekürzt
wiedergebe.

Nach einer Wirtschaftkrise, einem weiteren Nahostkonflikt und dem Mord an einem Hochgestellten im Balkan kommt
es zu einem spontanen Einmarsch der Russen in Deutschland. Mit einem gelben Giftgas-Strich von Prag zur Ostsee
schneidet der Westen die Nachschubwege der Russen ab. Auf dem Höhepunkt des Krieges kommt es durch die
Einwirkung eines Himmelskörpers auf die Erde zu einer gewaltigen Naturkatastrophe, was schließlich zu der
dreitägigen Finsternis und zu einem Kippen der Erdachse führt. Der Krieg ist dadurch beendet. Danach werden drei
Monarchien errichtet und das „Goldene Zeitalter“ beginnt.

Es ist aber keinesfalls sicher, dass dieses Szenario auch wirklich so eintreten wird, denn an diesen Szenario gibt es mehrere
Kritikpunkte.

Die Kritik an der konventionellen Interpretation


Vorbemerkung

Um es gleich vorweg deutlich zu sagen: Die nachfolgende Kritik an diesem Szenario und an der konventionellen Interpretation soll
auf gar keinen Fall dahingehend missverstanden werden, dass damit nun grundsätzlich Entwarnung gegeben wäre. Es gibt auch
weiterhin und auch völlig unabhängig von allen Visionen und Prophezeiungen noch genügend andere Gründe für eine private
Krisenvorsorge, denn die Zeichen der Zeit stehen aus unterschiedlichen Gründen mittelfristig auf Kollaps:, z.B. wegen:

- der Überalterung der Bevölkerung in den Industrieländern und dem Rentenproblem


- der Staatsverschuldung und der Überschuldung vieler Konzerne
- dem Verbrauch von Rohstoffen und anderen natürlichen Ressourcen
- der Versteppung von Ackerland
- den Grenzen des Wachstums
Einige wirtschaftliche, soziale und ethnische Probleme sind also durchaus für die Zukunft zu erwarten. Auch einige Krisenherde –
z.B. im nahen Osten - kommen nicht zur Ruhe und können jederzeit eskalieren.

Die Frage des Zeitpunktes

Die Kritik an dem konventionellen Szenario beginnt schon mit dem Datum. Der zeitliche Rahmen ist extrem ungewiss. Hier geht es
teilweise noch nicht mal mehr um Jahre, sondern sogar um Jahrhunderte oder Jahrtausende. Einige der Prophezeiungen sind schon
sehr alt und schon sehr viele Generationen bezogen diese Vorhersagen auf jeweils ihre Epoche. Innerhalb der Prophezeiungs-Szene
und -Literatur wird aber leider über das Thema der extremen zeitlichen Unschärfe zumeist sehr großzügig hinweg gegangen. So
wird sogar die Offenbarung des Johannes immer wieder auf unsere Zeit uminterpretiert, obwohl dort doch gleich in den ersten
Zeilen eindeutig steht, dass es aus damaliger Sicht „in Kürze“ (Joh 1,1) geschehen sollte und dass damals die „Zeit [..] nahe“ war.
Auch bei den Feldpostbriefen und bei Irlmaier ist der prophezeite Weltkrieg inzwischen seit Jahrzehnten überfällig.

Oftmals wurde von Interpreten auch 2002 als das Jahr des Kriegsausbruchs errechnet, denn Nostradamus schrieb in Centurie X 89:

Mit Steinen aus Marmor werden die Mauern wieder aufgebaut.


57 Jahre Frieden.
Freude unter den Menschen, die Wasserleitung erneuert,
Gesundheit, große Früchte, Freude und eine zuckersüße Zeit.

Der in diesen Zeilen beschriebenen Wohlstand könnte durchaus ein Hinweis auf unsere Zeit sein, denn seit den Tagen von
Nostradamus gab es sicher keine andere Epoche, auf die diese Zeilen besser gepasst hätten. Doch wenn man von einem Kriegsende
1945 ausgeht, so sind im Sommer 2002 diese 57 friedvollen Jahre abgelaufen. Das zeigt einmal mehr die prinzipielle Schwäche
solcher spekulativen Berechnungen.

Häufungen und Übereinstimmungen bei Prophezeiungen?

Eines der Hauptargumente für die Stimmigkeit des konventionellen Szenarios, das von den Befürwortern immer wieder vorgebracht
wird, ist der angebliche so hohe Grad an Übereinstimmung der Visionen. Man mag sich denken: "Wenn alle das gleiche
prophezeien, dann wird wohl auch etwas dran sein" und so gibt es in der Literatur statistische Analysen und Fallsammlungen, wo
teilweise sogar Hunderte von Quellen zusammengestellt und ausgewertet werden. Doch die reine Menge und der scheinbar so hohe
Grad an Übereinstimmung ist tatsächlich kein sicheres Kriterium für die Echtheit der Zukunftsvisionen, denn eine Vielzahl der
Quellen sagte beispielsweise für Deutschland einen Kriegsausbruch für die Jahre 1998 bis 2000 voraus, doch diese Zeit haben wir
glücklicherweise ohne größere Probleme überstanden. Daher ist es nun auch keinesfalls sicher, dass die anderen Häufungen in den
nächsten Jahren passend zur Prophezeiungsliteratur eintreten werden. Trotz aller Häufungen in der Literatur kann es also auch
vollkommen anders kommen.

Wenn man etwas genauer hinschaut, entpuppt sich aber auch der scheinbar so hohe Grad an Übereinstimmung als ein Trugbild.
Einerseits umfasst das konventionelle Szenario so ziemlich alle theoretisch vorstellbaren Katastrophen und so lässt sich natürlich
auch fast jedes prophezeite Detail in irgendeiner Weise in dieses Gesamt-Szenario integrieren. Andererseits ist die Quellenlage aber
auch keinesfalls so eindeutig, wie oftmals in der Literatur behauptet wird. Zwar gibt es durchaus vereinzelt Hinweise auf einen
russischen Angriff, aber es gibt eben auch anderes. So kommt z.B. bei Hepidanus der Angriff nicht aus dem Osten, sondern „der
Norden zieht nach Süden als Feind, der Sohn gegen den Vater“. Russland ist nun aber ganz sicher nicht der „Sohn“ Europas und
liegt von Europa aus auch nicht im Norden. Wir müssen also zwei Staaten, Völker, Königshäuser oder Kulturen betrachten, die sich
zueinander verhalten wie Vater zu Sohn, wobei der Sohn im Norden liegt. England gegen Deutschland? Deutschland gegen Italien?,
Europa gegen Ägypten? NATO gegen Irak? Alles das passt hier sicher besser als ausgerechnet Russland gegen Deutschland.

Trotzdem werden auch solche Quellen immer wieder in der typischen Prophezeiungsliteratur als Bestätigung für das Gesamt-
Szenario gewertet und teilweise mit sehr viel Phantasie passend gemacht.

Übereinstimmungen durch gemeinsame Quellen

Es gibt tatsächlich einige verblüffende Übereinstimmung bei manchen Prophezeiungen – teilweise sogar bis in den Wortlaut – aber
diese Übereinstimmungen können in vielen Fällen auch anders erklärt werden, besonders dann, wenn man den gleichen Wortlaut
auch schon in einem so populären Buch wie der Bibel finden kann, wie im Fall der „3 finsteren Tage“. Solche Aussagen sind also
vermutlich nicht wirklich immer unabhängig von einander entstanden.

Ein paar Beispiele für biblische Übernahmen.

- 3 finstere Tage (2. Mose 10,22)


- Finsternis und Sternenfall (Mk.13,24)
- der Himmelskörper (Offb. 8,11)
- „Friede, Friede, doch kein Friede“ von Bauer Jasper (Luther 95 Thesen; Hesekiel 13,10)

Übereinstimmungen durch Rückkopplungseffekte


Wenn jemand eine Geschichte aufgreift und erneut erzählt, so entsteht der Eindruck, dass die Geschichte nun durch eine weitere
Aussage bestätigt sei. Bei einigen prophezeiten Grundmotiven entsteht der Eindruck, dass hier auch ältere Motive immer wieder
erneut aufgegriffen und wiederholt werden: So ein Rückkopplungseffekt kann natürlich bereits auftauchen, indem jemand ein
gelesenes oder gehörtes Zitat mehr oder weniger bewusst in seine Visionen mit einbaut.

Aber auch parapsychologische Effekte scheinen hierbei eine Rolle zu spielen. Wenn man annimmt, dass jeder Mensch gleichzeitig
telepathischer Sender und Empfänger ist, so kann es auch auf diese Weise zu Rückkopplungen kommen, wobei sicherlich die Angst
ein selektiver Verstärker für die rückgekoppelten Gedanken ist. Weiterhin scheint es eine kollektive Gedächtnis-Datenbank zu
geben. Vergleichbare Beschreibungen finden sich in der Literatur sowohl bei Rupert Sheldrake unter dem Begriff des
"Morphogenetischen Feldes" als auch in der Esoterik unter der Bezeichnung "Akasha-Chronik". Doch so eine Datenbank kann
immer nur das enthalten, was man in sie einspeichert. So sind Einblicke in diese Daten auch keine wirklich unabhängigen und
neuen Offenbarungen, sondern Wiederholungen älterer Ideen. Ebenso kann es auch durch Channeling zu Rückkopplungen
kommen, wenn uns ein Verstorbener seine Erkenntnisse erneut „offenbart“.

Der hier beschriebene Rückkopplungseffekte funktionieren rein theoretisch auch dann, wenn überhaupt keine real existierende
Basis-Information über die Zukunft vorliegt. Durch einen selektiven Empfangs-, Wahrnehmungs-, Verstärkungs- und
Verbreitungseffekt wird sich auch ohne eine reale Grundlage langfristig ein stabiles und selbststabilisierendes Prophezeiungs-
Szenario aufbauen. Jeder, der an diesem Netzwerk der Sender und Empfänger beteiligt ist, verstärkt entsprechend seiner Urängste
gewisse Informationen. Dadurch entspricht die Häufung der auf diese Weise "offenbarten" Zukunft weitgehend dem Mittelwert der
Urängste.

Es kann hier regelrecht eine Evolution der Angstmotive geben, in der genau die Angstmotive überleben, die bei möglichst vielen
Menschen am meisten Angst erzeugen und die somit optimal verstärkt werden und so züchtet man auf diese Weise einen „Dämon
der Angst“ heran.

Übereinstimmungen durch gleiche methodische Fehler bei der Interpretation

Manche Übereinstimmungen ergeben sich auch dadurch, dass gleichartige Offenbarungen und archetypische Motive, die eventuell
auch gar nichts mit der Zukunft zu tun haben, irrtümlich als Zukunftsvisionen fehlinterpretiert werden. Würden beispielsweise
unterschiedliche Leute einen Stadtplan irrtümlich als „Zukunftsvision“ fehlinterpretieren, so gäbe es bei den prophezeiten Szenarien
sicherlich auch einige signifikante Übereinstimmungen, obwohl letztendlich keines der prophezeiten Ereignisse tatsächlich so
eintreten würde. Auf diesen Effekt wird später noch eingegangen und der Plan von „Zyklus der Seele“, der vielen visionären
Motiven zu Grunde liegt, wird noch ausführlich ausgebreitet.

Wiederholung älterer Motive

Es entsteht der Eindruck, das mitunter auch Variationen älterer Motive in diesem Szenario wiederholt werden. So begann
beispielsweise auch schon der erste Weltkrieg mit einem Mord an einem Hochgestellten auf dem Balkan und zwar mit dem Attentat
auf Österreich-Ungarns Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand in Sarajewo am 28. Juni 1914.

Die Weltlage nach Überwindung des kalten Krieges

In den letzten Jahrzehnten seit dem Mauerfall in Berlin und seit der Auflösung des Warschauer Paktes haben sich die politischen
Verhältnisse und die Grenzen in Europa extrem verändert, so dass einige Szenarien aus der Zeit des kalten Krieges heute nicht mehr
realistisch sind. Russland könnte zwar rein theoretisch noch immer Europa angreifen, aber sicherlich ist es heute nicht mehr
möglich, für einen spontanen Einmarsch Truppen hinter den Eisernen Vorhang zusammen zu ziehen, denn dieser verläuft
inzwischen nicht mehr quer durch Europa. Wenn heute ein Ost-West-Krieg ausbrechen würde, dann würde er ganz sicher nicht mit
überraschend einmarschierenden russischen Soldaten beginnen. Um uns mit Soldaten zu überraschen, dafür ist inzwischen einfach
der Weg viel zu weit. Es ist also eher unwahrscheinlich, dass die Menschen in Deutschland im wörtlichen Sinne noch im Wirtshaus
beim Kartenspiel beieinander sitzen und dass die einmarschierenden Soldaten schon durchs Fenster schauen, wie es konkret in einer
Prophezeiung von Alois Irlmaier dargestellt wird: (Die Bauern sitzen beim Kartenspielen im Wirtshaus, da schauen die fremden
Soldaten bei den Fenstern und Türen herein.). Bei einer intakten deutschen Verteidigung wäre es sicher für Russland auch ein
regelrechtes Himmelfahrtskommando, Soldaten einmarschieren zu lassen und nach einer Zerstörung der deutschen Verteidigung
würde vermutlich kaum noch jemand in einem Wirtshaus von einmarschierenden Soldaten überrascht werden.

Auch der Giftgas-Strich orientiert sich noch an den Grenzen aus der Zeit des kalten Krieges.

Es mag durchaus sein, dass in der Zeit des kalten Krieges diese Gefahr eines russischen Angriffs tatsächlich mehrfach akut war und
dass damalige Seher vollkommen zu Recht vor dieser Gefahr gewarnt haben. Da sich die Situation aber seit einigen Jahren geändert
hat, dürften einige dieser Warnungen heute nicht mehr akut sein. Es ist aber ebenso vorstellbar, das auch „verdrängte Ängste“ vor
einem Angriff aus dem Osten in den Visionen immer wieder Gestalt angenommen haben. Immerhin gab es auch schon in früheren
Zeiten Bedrohungen aus dem Osten, z.B. durch Hunnen oder Mongolen.

Verfremdungseffekte ähnlich wie bei Träumen


Visionen unterscheiden sich von Träumen primär durch eine intensivere Wahrnehmung und oftmals auch durch eine Projektion der
Bilder nach außen. Abgesehen davon scheinen aber sowohl bei Träumen als auch bei Visionen die gleichen Mechanismen in der
Ausgestaltung vorzuliegen, so dass man die Methoden der Traumdeutung durchaus auch auf manche Visionen anwenden kann.

Diese Verfremdung geschieht immer nach recht ähnlichen Methoden:

- Zusammenziehen unterschiedlicher Situationen zu einer


- Aufteilung einer Situation in Teilaspekte
- Verkürzung von Abläufen
- Symbolische/assoziative Ersetzungen
- Ergänzungen mit fremden Elementen
- Ausgestaltung von Ängsten und Wünschen
- ...

Dieser Effekt der Verfremdung und Ausschmückung visionärer Inhalte zeigt uns auch eines der prinzipiellen Probleme in der
Interpretation von Visionen. Nebensächliche Informationen, aus denen wir glauben, Jahreszeit und Rahmenbedingungen ablesen zu
können, sind nicht notwendigerweise der eigentliche visionäre Inhalt, sondern eben möglicherweise auch nur eine Ergänzung durch
den Seher. Die unterschiedlichen Verfremdungs- und Ergänzungseffekte bewirken aber auch, dass man aus der Richtigkeit einer
Aussage nicht auf die Richtigkeit der anderen Aussagen schließen kann.

Zu einer irrtümlichen Verkürzung der Abläufe kann es auch kommen, wenn man in einer Vision von einer spontan auftauchende
Szene überrascht wird und daraufhin vermutet, dass die Situation später auch überraschend kommen müsse.

Fazit:

Es ist also nicht viel, was nach diesen Überlegungen von diesem „konventionellen Interpretationsansatz“ und dem typischen
„Katastrophen-Szenario“ übrig bleibt: Das Grundprobleme ist, dass im konventionellen „Prophezeiungseintopf“ unterschiedliche
Elemente und Motive vermengt werden, die nicht in einen Topf gehören:

- tatsächliche „Zukunftsvisionen“
- Warnungen vor Gefahren, die wir schon überstanden haben (z.B. aus der Zeit des kalten Krieges)
- alte biblische Motive ( z.B. 3 finstere Tage)
- vergangene Ereignisse, (z.B. das Attentat, das zum ersten Weltkrieg führte)
- tief sitzenden Ur-Ängste (z.B. Gefahr aus dem Osten)
- missverstandene Symbolik (z.B. Zyklus der Seele)
- Verfremdungseffekte und Ergänzungen

Ein neuer Ansatz für die Interpretation dieser Visionen


Meine persönlichen Erfahrungen mit Träumen und Visionen

Seit frühster Kindheit hatte ich einige Träume, die sich häufig wiederholten und die mir oftmals eine recht fremdartige Welt
zeigten. Ich sah schroffe Gebirgszüge, riesige Stufen in der Landschaft, Erdschichten bis fast zur Regenrinne, Ausgrabungsarbeiten
in diesen Erdschichten, Überschwemmungen, zerstörte Städte, Ruinen, Zerstörungen an unserem Wohnhaus und
Reparaturarbeiten, ... Als Kind schenkte ich jedoch diesen Träumen noch keine größere Aufmerksamkeit. Es waren für mich eben
„nur“ Träume und so betrachtete ich diese Bilder einfach nur als wirres Zeugs. Als ich später als Jugendlicher von Prophezeiungen
erfuhr, die einen dritten Weltkrieg und eine globale Naturkatastrophe vorhersagten, entdeckte ich eine gewisse Ähnlichkeit dieser
Motive mit meinen eigenen Traum-Bildern. Einige recht banale, aber dennoch signifikante Wahrträume, die ich damals hatte und
die sich im Laufe der Zeit tatsächlich erfüllten, bestätigten mich anfangs in dieser Vermutung, dass eventuell auch die andere
Traum-Motive Bilder der Zukunft sein könnten.

Ich experimentierte damals auch mit autogenem Training und Meditation und erlebte dabei gelegentlich in Momenten der inneren
Stille, dass weitere, ähnliche Bilder in mir auftauchten. Damals begann ich auch, alles über Prophezeiungen zu lesen, was ich auch
nur in die Finger bekam. Etwa 20 Jahre lang (von 15 bis 37) beschäftigte ich mich in meiner Freizeit intensiv mit dem Thema und
glaubte in dieser Zeit anfangs auch selbst an das „konventionelle Prophezeiungs-Szenario“. Aber irgendwann begannen die Zweifel
an diesem Szenario und es wurde für mich immer deutlicher, dass die visionären Motive auch ganz anders interpretiert werden
können – als Offenbarung eines esoterischen Ur-Wissens, das tief in uns verschüttet ist und das in kleinen Portionen in Form von
Gleichnissen und Symbolen wieder in unser Bewusstsein drängt.

Im Laufe der Zeit war mir immer wieder aufgefallen, dass viele der „prophetischen“ Motive in sehr ähnlicher Form auch in Mythen,
Märchen und Fantasy-Filmen auftauchten, aber oftmals nicht als Prophezeiungen zukünftiger Ereignisse. So begegnet uns z.B. das
Motiv des Sternenfalls auch im Sterntaler-Märchen, ohne dort als künftige Katastrophe interpretiert zu werden. Mir persönlich fiel
hauptsächlich immer wieder das Grundmotiv einer hügligen Gras- oder Rasenlandschaft auf, die etwas an Irland oder an die
schottischen Highlands erinnert. Ich selbst sah mich z.B. in einem Traumzyklus, wie ich mit meinem Vater bei uns auf dem Dach
saß und es reparierte. In das Dach war ein Loch gerissen und ich saß dort, so dass der Oberkörper komplett im Freien war und
meine Beine hingen unterhalb des Dachs in das Treppenhaus. Das Erdreich war etwa 6 Meter höher als normal und reichte fast bis
zur Regenrinne des Zweifamilienhauses. Draußen sah ich keine Bäume, sondern nur eine hüglige Landschaft mit grünen Wiesen
und vereinzelt einigen Felsen. So eine Szene kann man durchaus als die Folge einer gewaltigen Naturkatastrophe deuten. Aber
dieses grüne hügelige Grasland begegnet uns z.B. auch als „Auenland“ im Buch „Herr der Ringe“ und es hat auch eine gewisse
Ähnlichkeit zu der Landschaft der Teletubbies. Ich frage mich manchmal, ob in den ersten Lebensjahren die Erinnerungen an diese
Landschaft noch nicht so stark verschüttet sind und ob diese Serie bei Kleinkindern eventuell diese Erinnerung gezielt anspricht.
Besonders die Darstellung der oberen Welt im Fantasy-Film „Jagd auf den Schatz der Riesen“, in dem das Märchen „Hans und die
Bohnenranke“ (Jack and the Beanstalk) etwas erweitert wurde, erinnerte mich sehr stark an genau diese Landschaft, die ich von
meinen Bildern her kannte. So wie Hans (bzw. Jack, wie er im Film heißt) durch die Bohnenranke diese „höhere“ Welt erreichen
konnte, so gelangte ich in meinen Träumen durch das Loch im Dach auch in diese andere Welt. Somit hatte ich eine alternative
Deutung dieser „höheren“ Graslandschaft als ein Gleichnis bzw. als eine Metapher für eine „höhere Wirklichkeit“.

Offensichtlich spricht dieses archetypische Motiv vom hügeligen Grasland ganz viele Menschen an, so dass es auch immer wieder
in Märchen, Mythen und Fantasy-Filmen mehr oder weniger bewusst eingearbeitet wird. Möglicherweise haben sich bei einigen
Märchen durch die lange Erzähltradition auch gerade diese archetypischen Motive herauskristallisiert, die uns an ein Ur-Wissen
erinnern, das tief in uns allen verschüttet ist. Das wäre quasi eine Art „Evolution der Märchen“, wobei die Erzähler den Stoff immer
wieder mutieren lassen und unser verborgenes Wissen die Selektion der Motive vornimmt, bis schließlich das Märchen optimal
unserem verborgenen Wissen und den archetypischen Bildern unserer Seele entspricht. Weil dieses innere Wissen auf diese
mythischen Motive und Symbole „reagiert“, kann man übrigens auch mit Hilfe von Märchen, Mythen und Fantasy-Filmen das in
uns ruhenden Ur-Wissen regelrecht freilegen.

Es war vor allem eine Vision, die mir diesen Zusammenhang zwischen Grasland und höherer Wirklichkeit verdeutlichte: Ich merkte
im Halbschlaf, als meine Gedanken zwar schwiegen, ich aber trotzdem voll bei Bewusstsein war, wie ich plötzlich in einer anderen,
„höheren“ Realität aufwachte. Es war so, als ob ich dort aus meinem Traum aufgewacht sei, den ich hier auf der Erde für die
Realität halte. Spontan war mir klar: Wenn wir in dieser „höheren“ Welt einschlafen, dann tauchen wir in die Welt ein, die wir hier
im Alltag als Realität empfinden. Ich lag dort in dieser anderen Realität auf einer Liege und diese hing mit Seilen von der Decke
einer riesigen abgedunkelten Halle. Die Halle hatte etwa die Abmessung einer Wartungshalle für Flugzeuge und die Form eines
Würfels. Ich hing in ziemlicher Höhe und nur ganz unten fiel durch einen kleinen Eingang etwas Licht in die große Halle. So wie
ich hingen auch noch unzählige andere Leute in dieser Halle - übereinander und nebeneinander. Ich sah, wie manche der Leute
abgeseilt wurden und sich auf diese Weise fast schwebend auf den kleinen hellen Eingang zu bewegten. Obwohl ich nur in der
Halle war, wusste ich dennoch, wie es draußen aussah. Es war eben jene typische hüglige Graslandschaft. Richtige Bäume gab es
da eigentlich nicht - bestenfalls kleines Gewächs. Auf einem Hügel schien so etwas wie ein heiliger Stein zu sein – vielleicht ein
Altar oder Gedenkstein. Hinter dieser Landschaft war ein steiles und extrem tiefes Tal und hinter diesem Tal sah ich große Berge, so
wie man sie auch in den Alpen sieht. Ich hatte den Eindruck, dass der Übergang von der hügligen Graslandschaft zum Tal sehr
abrupt war - fast wie eine Kante - und dass die Steilwand annähern senkrecht hinab ging. Auch dieses Detail stimmt übrigens exakt
mit der Darstellung im Film „Jagd auf den Schatz der Riesen“ überein.

Bildaufteilung in der Vision:

Berge in der Ferne


steiles Tal
Weg von unten an der Halle Halle in der Form eines
Hügel mit heiligem Stein
vorbei zum Hügel Würfel

Da ich auch in anderen Bildern eine „Stufe“ in der Landschaft sehe, vermute ich, dass dieses nur eine andere Perspektive auf die
gleiche Kante ist. Einige symbolische Details dieser Szene runden die Interpretation ab, dass diese Szene ein Gleichnis ist für das
Verhältnis zwischen der höheren Realität und unserer Realität in der materiellen Welt. Das Eintauchen in unsere Welt geschieht in
einem abgedunkelten Würfel. Der Würfel ist ein Symbol für die Materie, die häufig auch mit "Finsternis" gleichgesetzt wird. Auch
das tiefe Tal unterstützt den Eindruck von den zwei Ebenen. (Ps. 23,4 Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, ...) Dass man im
Würfel an Seilen hängt, unterstreicht, dass wir an der Materie hängen bzw. an sie gebunden sind. Das Zuschweben auf das Licht
beim Ausgang erinnert an typische Todesnäheerlebnisse.

Als Kind hat mich übrigens dieses Märchen von Hans und der Bohnenranke noch nicht besonders interessiert und in diesem
Märchen selbst wird das Grasland auch nicht erwähnt. Die Übereinstimmungen ergeben sich erst bei der Verfilmung.

Ich betrachte diese Szene als ein „Gleichnis“ bzw. als Metapher und glaube nicht, dass ich wirklich irgendwo in einer
abgedunkelten Halle schlafend auf einer Liege an einem Seil hänge. Aber dieses Gleichnis ist vermutlich die einzig mögliche Art,
mir diese andere, fremde Wirklichkeit in Bildern zu zeigen, die meiner Alltagserfahrung entsprechen und mit denen ich hier etwas
anfangen kann.

Auf diese Weise fand ich eine neue Interpretation der hügligen Graslandschaft. Anstatt sie als Folge einer zukünftigen
Naturkatastrophe zu deuten, erkannte ich nun in dieser Landschaft ein archetypisches Motiv und ein symbolisches Gleichnis für
eine höhere Wirklichkeit. In ähnlicher Weise konnte ich auch viele andere visionären Motive neu deuten, die in der populären
Prophezeiungsliteratur üblicherweise auch als zukünftige Konflikte und Katastrophen interpretiert werden. Damit will ich aber
keinesfalls behaupten, dass absolut alle visionären Motive auf diese Weise zu interpretieren sind. Einige Elemente aus der
Prophezeiungs-Literatur können also durchaus tatsächliche Zukunftsvisionen sein, vermutlich aber deutlich weniger, als allgemein
angenommen.
Leider kann ich noch nicht alle der typischen „prophetischen“ Motive eindeutig entschlüsseln, weil ich bei einigen Motiven selbst
noch keine eigenen Erfahrungen habe, die ich genauer untersuchen könnte. Die Grundbotschaft vom „Zyklus der Seele“, die in den
wichtigsten visionären Motiven offenbart wird, kann man aber schon jetzt mit den vorhandenen Fragmenten weitgehend
rekonstruieren.

Der Zyklus der Seele – Die Entschlüsselung der wichtigsten visionären Motive
Viele der typischen, visionären Motive beschreiben Stationen vom „Zyklus der Seele“, die sich von der geistigen Welt trennt, den
Weg durch die materielle Welt antritt, Erfahrungen sammelt, reift und schließlich wieder in die geistige Welt zurück kehrt. Eine
wirkliche Kurzform vom Zyklus der Seele finden wir in der Bibel im Gleichnis vom verlorenen Sohn: Der Sohn (das Bewusstsein)
trennt sich vom Vater (Gott/Geist), geht durch die Welt, um sich schließlich wieder mit ihm zu vereinen. Damit ist der Kreis
geschlossen. Diese Grundbotschaft vom Zyklus der Seele ist der Kern vieler Offenbarungen und Visionen und begegnet uns daher
auch in vielen anderen biblischen und mythischen Motiven (z.B. als Aussaht und Ernte). Dieser neue Interpretationsansatz erklärt
auch, warum die gleiche Information seit Jahrhunderten immer wieder offenbart wurde, aber trotzdem bislang in der materiellen
Welt noch nicht eingetreten ist.

Es geht nämlich gar nicht darum, dass irgendwann hier ein Hochgestellter stirbt, sondern wir selbst sind der Hochgestellte, in dem
das Wissen über die höherer Wirklichkeit gestorben ist. Ebenso geht es nicht darum, dass sich irgendwann die Sonne drei Tage
verfinstern wird, sondern wir durchleben hier in der Materie bereits diese Verfinsterung um des Geistes willen. Auch geht es nicht
darum, dass irgendwann tatsächlich brennende Stücke aus dem Weltraum auf die Erde fallen, sondern der Funke der Inspiration fällt
bereits in unsere Welt. Und schließlich brauchen wir uns auch nicht vor den Folgen des Polsprungs zu fürchten, wenn dieser in uns
stattfindet. Und vermutlich wird auch das Goldene Zeitalter wohl nicht in der materiellen Welt ausbrechen.

Dennoch könnte es natürlich passieren, dass sich all diese Ereignisse auch irgendwann in der „Materie“ offenbaren, also physische
Realität werden. Da diese Motive aber bereits seit Jahrtausenden in ähnlicher Form in Visionen offenbart werden, gibt es keinen
Grund, das physische Eintreffen der „physischen“ Offenbarung ausgerechnet für unsere Lebenszeit anzunehmen.

Der „Tod“ auf der geistigen Ebene

Der Zyklus der Seele beginnt in der „geistigen Welt“. Auf dieser Ebene sind wir noch mit dem universellen Geist bzw. mit Gott
vereint. Mit der Individualisierung beginnt ein „Abspaltungsprozess“ und wir gewinnen Eigenständigkeit. Wir sind aber nach der
Abspaltung noch ziemlich unselbständige „Gottessöhne“. Daher werden wir in die materielle Welt geschickt, um dort Erfahrungen
zu sammeln. Das Wissen um unsere Herkunft wird hierbei aber gezielt ausgeschaltet, weil wir mit diesem Wissen die materielle
Welt nicht mehr so richtig ernst nehmen würden und auch keine neuen Erfahrungen sammeln könnten. Dieses „Ausschalten“ des
Wissens in uns ist wie ein Tod. Wir sind nun nicht mehr der „hochgestellte Gottessohn“, sondern einfach nur ein Mensch. Dieser
„Tod“ in der geistigen Welt bringt uns in die materielle Welt. Das ist also ziemlich exakt das Gegenteil von dem was wir hier in
der materiellen Welt als Tod empfinden. Dieser Punkt ist für das Verständnis der Todes-Symbolik äußerst wichtig, denn hier
kommt es immer wieder zu Missverständnissen.

Dieses Motiv vom „Tod des Hochgestellten“ offenbart uns die Antwort auf die Frage: Wer bin ich und wo komme ich her? Wir
sind Kinder Gottes, die in der materiellen Welt durch die Schule des Lebens gehen. Aber bis so ein mythisches Motiv bis ins
Tagesbewusstsein dringt, wird es natürlich ergänzt und vermengt mit vielen anderen Dingen, die uns sonst auch noch so durch den
Kopf schwirren. Und damit wird es leider auch bis zur Unkenntlichkeit entstellt.

Das „Versinken im Wasser“

Der Weg in die Materie – also die Erste Hälfte vom Zyklus der Seele - begegnet uns zum Beispiel symbolisch verschlüsselt

- in der Vertreibung aus dem Paradies


- im Fall bzw. Sturz der Engel
- in der Sintflut
- in der Ahnenreihe Abraham, Isaak, Jakob
- in der Aussetzung von Moses im Nil
- mit dem Einzug von Jesus in Jerusalem
- in der Tötung des Stiers im Mithras-Kult
- im Untergang von Atlantis
- im Sturz durch den Brunnen bei Frau Holle
- ...

Häufig geht dieser Weg in die materielle Welt durch ein „Wasser“. Das ergibt sich aus dem symbolischen 3-Ebenen-Schema:

Luft – geistige Welt


Wasser – seelische Welt
Erde – materielle Welt

Die drei Stufen „Luft, Wasser und Erde“ stehen für drei Realitätsebenen, die sich durch einen unterschiedlichem Grad an „Dichte“
unterscheiden. Dabei ist mit Luft nicht die „physische Luft“ gemeint, die uns hier in der materiellen Welt umgibt und ebenso mit
Wasser auch nicht das „physische Wasser“. Sowohl die physische Luft als auch das physische Wasser sind Dinge der materiellen
Welt und sind somit in der Schicht, die durch das Element „Erde“ gekennzeichnet wird. Man kann die Ebene der Luft eher als eine
„geplante“ Welt betrachten, die wie die Luft noch nicht greifbar ist. Die Ebene des Wassers entspricht dementsprechend der
„entstehenden“ Welt. Wasser ist schon etwas greifbarer als Luft. Auf der Ebene der Erde werden die Dinge schließlich in
materieller Form real erfahrbar.

Diese Wasser-Symbolik kommt in vielen Kulturen vor und ist keinesfalls auf das Christentum beschränkt. So ist es auch ein
Fährmann, der in der griechischen Mythologie die Seelen in die andere Welt bringt. Entsprechend führt der Weg zurück von der
materiellen Welt in die geistige Welt auch durch das Wasser (z.B. Moses durchquert das Meer). Im alten Rom bezeichnete man die
Priester als „Pontifex“, was wörtlich „Brückenmacher“ bedeutet, denn der Priester baut den Menschen eine Art Brücke über das
Wasser in die andere Wirklichkeit. Auch die Taufe dürfte ihren Ursprung in dieser Symbolik haben.

In meinen Bildern sah ich oftmals „Überschwemmungen“. Mich wunderte jedoch, dass das Wasser so extrem klar war – fast
unsichtbar. Bei realen Überschwemmungen würde man doch eher eine bräunliche Dreckbrühe erwarten. Und was noch mehr
verblüffte: In diesem Wasser konnte man leben und sogar atmen. Es waren manchmal solche absurd wirkenden Details, die mich
dazu brachten, diese Bilder anders zu interpretieren – also nicht als Naturkatastrophen, sondern als Blicke in eine andere
Wirklichkeit.

Die drei Säulen von Oben (=Osten)

Das „göttliche Wirken“ in der Materie wird in der Symbolik häufig mit drei Säulen dargestellt, die von der geistigen Welt in die
materielle Welt reichen, also von oben nach unten. Auch die Idee der „Dreifaltigkeit“ hat hier ihren Ursprung: der Vater hat den
Willen, der Sohn wirkt in der Welt und der Geist hat das Wissen. In der Symbolik vom kabbalistischen Lebensbaum liegen außen
die Säulen der Gnade und der Strenge und es gibt eine weitere Säule in der Mitte. Auch in der Symbolik vom Dreifachkreuz gibt es
diese drei Haupt-Säulen in ähnlicher Form. Bis ins ausgehende Mittelalter wurden Karten „geostet“. Osten war damals also oben.
So sagen wir heute noch immer „orientieren“, worin das Wort „Orient“ steckt (sole oriente = Sonnenaufgang). Damit haben wir das
Motiv der drei Säulen von Osten (=Oben), die in der Prophezeiungsliteratur üblicherweise als „drei Heersäulen eines russischen
Angriffs“ interpretiert werden.

Die drei finsteren Tage

Allgemein wird in einer vereinfachten Polarität der Geist durch die Zahl „Drei“ und durch Licht symbolisiert und die Materie durch
„Vier“ und Finsternis. Bei unserem Weg durch das „finstere Tal“ der Materie ist schließlich das Wissen um die höhere Wirklichkeit
verdunkelt.

Geist Materie
Licht Finsternis
3 4
Leben Tod

Die Drei in Kombination mit Tod und Finsternis bezieht sich oftmals auf den „geistigen Aspekt“ unserer materiellen Existenz. Die
„Drei“ ist dabei also nicht als Mengenangabe zu verstehen, sondern als ein symbolischer Hinweis auf den „Geist“. Man ist also in
der Materie um des Geistes Willen. Dieses Symbol offenbart uns die Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Lebens: Warum
sind wir hier? Um hier zu lernen und geistig zu reifen.

Diese Kombination finden wir z.B.

- dreitägige Finsternis bei Moses


- dreistündige Sonnenfinsternis bei der Kreuzigung
- drei Tage im Grab (Karfreitag bis Ostersonntag)
- Weihnachten ist drei Tage nach dem dunkelsten Tag (Wintersonnenwende = 21. Dezember)

Nach den 3 Säulen aus dem Osten und den 3 Tagen Finsternis wird uns die „Drei“ am Ende noch in den 3 Kronen wieder begegnen,
wenn wir nach unserem Ausflug in die Materie wieder in die geistige Ebene vorstoßen.

Der Sternenfall

Durch die „Verfinsterung“, die sich wie ein Vorhang über unser Bewusstsein legt, fallen immer wieder die „Gedankenblitze“ der
Inspiration in unsere Welt, was in den Visionen häufig als „Sternenfall“ interpretiert wird.

Der Polsprung

Die materielle Welt in der wir leben, ist wie ein Spiegelbild der geistigen Welt an einer waagerechten Mittellinie.

geistige Welt
Spiegelung an der Mittellinie
materielle Welt
Darauf weisen z.B. die Smaragdtafeln des Hermes Trismegistos hin: Das Untere ist gleich demjenigen, das Oben ist. Und was
Oben ist, ist gleich demjenigen das Unten ist,... Auch die Legende, dass Petrus „kopfüber“ gekreuzigt wurde, geht auf dieses Motiv
zurück. Die untere Welt steht sozusagen „auf dem Kopf“. Wenn wir nun von der „unteren“ materiellen Welt wieder in die „obere“
geistige aufsteigen, so ist das wie eine Spiegelung an der Mittellinie nach oben. Dieses geistige Umklappen nach oben begegnet uns
in den Visionen als „Polsprung“.

Das warme Klima

Danach wird üblicherweise ein wärmeres Klima beschrieben. Das überrascht nicht, denn auch bei Todesnähe-Erlebnissen wird die
andere Wirklichkeit als sommerliche Welt beschrieben. Wir sehen in diesem Motiv also nicht die Zukunft dieses Planeten, sondern
die symbolische Beschreibung der Gegenwart in der geistigen Welt.

Die drei Kronen und das Kreuz am Himmel

Mit dem Aufstieg ist auch die Vision der 3 Kronen verbunden für die 3 Aspekte des Geistes. Damit ist der verlorene Sohn – die
Seele - wieder zum universellen Geist zurück gekehrt und der Ausflug durch die Materie ist (vorerst) beendet. Auch das „Kreuz am
Himmel“ verweist auf diese 3 Aspekte durch die oberen 3 freien Enden des Kreuzes.

Die drei Geheimnisse von Fatima


Einige Phasen aus dem Zyklus der Seele sind in den drei Geheimnissen von Fatima enthalten, wobei die Schilderung hier auf der
materiellen Ebene beginnt. Vor allem im dritten Geheimnis, dessen Echtheit von „Experten“ aus der Prophezeiungsszene immer
wieder angezweifelt wurde, ist diese Symbolsprache sogar besonders deutlich und signifikant, so dass ich von der Echtheit ausgehe.

Grundsätzlich fällt auf, dass es drei Geheimnisse sind, die in ihrer Struktur durchaus zu den drei Hauptebenen der Dreifachkreuz-
Symbolik passen. Die Visionen führen von der Hölle in der ersten Vision über die zweite Vision schließlich zu der Himmelsvision
im 3. Geheimnis und dort kommt es erneut zum „Tod“. Der Weg führt damit also wieder zurück in die Materie.

3. Geheimnis geistige Ebene Himmels-Vision


2. Geheimnis seelische Ebene ?
1. Geheimnis materielle Ebene Höllen-Vision

In der ersten Erscheinung wird gesagt, dass „unsere himmlischen Mutter ... versprochen hatte, uns in den Himmel zu führen“ Es
wäre daher sicherlich falsch, die späteren Teile auch als „Höllenvisionen“ oder als Visionen einer irdischen Zukunft zu
interpretieren, sondern das dritte Geheimnis ist ganz eindeutig eine Himmelsvision.

Leider ist das zweite Geheimnis so gut wie nicht verwendbar, denn der Text wurde 1941 und somit erst einige Jahre nach der
Vision von 1917 veröffentlicht. Der zweite Weltkrieg, der angeblich in diesem Text prophezeit wurde, lag also zu diesem Zeitpunkt
nicht mehr in der Zukunft und so entsteht der Eindruck, dass die aktuellen Ereignisse durch klerikale Kreise damals regelrecht in die
Vision hinein interpretiert wurden, um den Kampf gegen den Kommunismus theologisch zu legitimieren.

Das erste Geheimnis – die Höllenvision

Feuer symbolisiert den „Antrieb“. In der Symbolik der Visionen werden üblicherweise zwei unterschiedliche Arten von Feuer
unterschieden: das Höllenfeuer in der Erde und das himmlische Feuer, das auf die Erde fällt. Das entspricht durchaus den zwei
unterschiedlichen Antrieben des Menschen: dem auf irdische Dinge ausgerichteten Antrieb und der göttlichen Inspiration, die uns
leitet. Es geht hier in der Vision nicht um eine Hölle, in die wir später kommen, wenn wir hier nicht brav sind, sondern hier wird
symbolisch ein Zustand beschrieben, in dem sich der Mensch befindet, dessen Denken nur auf irdische Dinge ausgerichtet ist.

Unsere Liebe Frau zeigte uns ein großes Feuermeer, das in der Tiefe der Erde zu sein schien. Eingetaucht in dieses Feuer sahen wir
die Teufel und die Seelen, als seien es durchsichtige schwarze oder braune, glühende Kohlen in menschlicher Gestalt. Sie trieben
im Feuer dahin, empor geworfen von den Flammen, die aus ihnen selber zusammen mit Rauchwolken hervorbrachen. Sie fielen
nach allen Richtungen, wie Funken bei gewaltigen Bränden, ohne Schwere und Gleichgewicht, unter Schmerzensgeheul und
Verzweiflungsschreie, die einen vor Entsetzen erbeben und erstarren ließen. Die Teufel waren gezeichnet durch eine schreckliche
und grauenvolle Gestalt von scheußlichen, unbekannten Tieren, aber auch sie waren durchsichtig und schwarz.

Wir können den Text sogar fast wörtlich aus der Symbolsprache rückübersetzen: Feuer = Trieb, tief in der Erde = in der materiellen
Welt, eingetaucht in das Feuer = beherrscht von diesem Trieb, u.s.w. In der Übersetzung haben wir damit folgenden Inhalt:

Unsere Liebe Frau zeigte uns eine große Menge Triebhaftigkeit, die in der materiellen Welt zu sein schien. Beherrscht
von diesem Trieb sahen wir die Seelen. Sie trieben vom Trieb gesteuert dahin. Sie fielen willenlos nach allen
Richtungen, wie Funken bei gewaltigen Bränden, aber sie litten unter ihrem Schicksal, das einen vor Entsetzen erbeben
und erstarren ließ.

Wir haben also hier in einer sehr drastischen und überzeichneten Symbolsprache eine Schilderung des Menschen in der materiellen
Welt gefangen zwischen Trieb und Leid.
Diese Vision dauerte nur einen Augenblick. Dank sei unserer himmlischen Mutter, die uns vorher versprochen hatte, uns in den
Himmel zu führen. (In der ersten Erscheinung) Wäre das nicht so gewesen, dann glaube ich, wären wir vor Schrecken und
Entsetzen gestorben.

Das zweite Geheimnis

Ihr habt die Hölle gesehen, wohin die Seelen der armen Sünder kommen. Um sie zu retten, will Gott in der Welt die Andacht zu
meinem Unbefleckten Herzen begründen. Wenn man tut, was ich euch sage, werden viele Seelen gerettet werden, und es wird
Friede sein. Der Krieg wird ein Ende nehmen. Wenn man aber nicht aufhört, Gott zu beleidigen, wird unter dem Pontifikat von
Papst Pius XII. ein anderer, schlimmerer Krieg beginnen. Wenn ihr eine Nacht von einem unbekannten Licht erhellt seht, dann
wisst, dass dies das große Zeichen ist, dass Gott euch gibt, dass Er die Welt für ihre Missetaten durch Krieg, Hungersnot,
Verfolgungen der Kirche und des Heiligen Vaters bestrafen wird. Um das zu verhüten, werde ich kommen, um die Weihe Russlands
an mein unbeflecktes Herz und die Sühnekommunion an den ersten Samstagen des Monats zu verlangen. Wenn man auf meine
Wünsche hört, wird Russland sich bekehren und es wird Friede sein. Wenn nicht, wird es seine Irrlehren über die Welt verbreiten,
wird Kriege und Kirchenverfolgungen heraufbeschwören. Die Guten werden gemartert werden, der Heilige Vater wird viel zu
leiden haben, verschiedene Nationen werden vernichtet werden, am Ende aber wird mein Unbeflecktes Herz triumphieren. Der
Heilige Vater wird mir Russland weihen, das sich bekehren wird, und der Welt wird eine Zeit des Friedens geschenkt werden

Papst Pius XII war im Amt vom 1939 bis 1958. In dieser Zeit gab es tatsächlich den zweiten Weltkrieg. Der Name des Papstes steht
aber erstaunlich präzise in diesem Text drin, obwohl der Text doch sonst sehr unscharf formuliert ist. Nach dem Hinweis, dass die
Veröffentlichung des Textes erst 1941 war, haben wir hier vermutlich eine Prophezeiung, die unter dem Eindruck der aktuellen
Ereignisse angepasst wurde und vermutlich nicht den ursprünglichen Text enthält. Dadurch ist sie leider so gut wie wertlos, weil ein
Ereignis prophezeit wurde, nachdem es eingetreten war. Ich vermute auch, dass die Prophezeiung gezielt politisch missbraucht
wurde, um einen Zusammenhang herzustellen zwischen der Bekehrung Russlands und dem Frieden.

Wir haben also beim zweiten Geheimnis vermutlich keine echte Vorhersage vor uns, sondern eine rückwirkende
Interpretation einer älteren Vision mit propagandistischen Zielen.

So ist es unmöglich den Sinn und den ursprünglichen Wortlaut direkt aus dem Text zu rekonstruieren. Durch einige Fragmente im
Text und durch den Vergleich mit anderen Visionen lässt sich der Zusammenhang grob erahnen. Ich vermute, dass es wohl eine
Erwähnung des „Ostens“ gab, was als Russland uminterpretiert wurde. Und sicherlich ging es ursprünglich auch nicht um irdische
Konflikte sondern um eine Polarität in der Seele jedes Menschen. Für den Menschen, der durch den Vorhang von der geistigen
Ebene getrennt ist, ist das Wissen um diese höhere Welt verdunkelt, was hier durch die Nacht symbolisiert wird. Die Inspiration -
das Licht in der Nacht - führt den Menschen durch diese Welt. Der Samstag als siebter Tag der Woche ist der Tag an dem Gott ruht
und somit nicht mehr direkt eingreift. Das symbolisiert die Trennung von Gott und auch die Eigenständigkeit und den freien Willen
des Menschen. Die Umkehr Russlands könnte etwas mit dem Umklappen in die obere (=östliche) Geistige Welt zu tun haben (vgl.
Polsprung).

Das dritte Geheimnis – die Himmelsvision

Nach den zwei Teilen, die ich schon dargestellt habe, haben wir links von Unserer Lieben Frau etwas oberhalb einen Engel
gesehen, der ein Feuerschwert in der linken Hand hielt; es sprühte Funken, und Flammen gingen von ihm aus, als sollten sie die
Welt anzünden; doch die Flammen verlöschten, als sie mit dem Glanz in Berührung kamen, den Unsere Liebe Frau von ihrer
rechten Hand auf ihn ausströmte: den Engel, der mit der rechten Hand auf die Erde zeigte und mit lauter Stimme rief: Buße, Buße,
Buße!

Der Engel mit dem Feuerschwert - der übrigens in Genesis 3,23 den Baum des Lebens bewacht – ist ein ganz deutlicher Hinweis,
auf welcher Ebene wir uns hier bewegen. Es wäre also völlig falsch, die Aussagen des dritten Geheimnis als „irdische“ Ereignisse“
zu interpretieren.

Links oberhalb von „unserer Lieben Frau“ steht der Engel mit dem Feuerschwert. Zwischen dem Engel mit dem Feuerschwert und
der Erde ist der Glanz und die Funken der Inspiration reichen nur bis zum Glanz. Die Frau steht uns gegenüber und somit ist ihre
rechte Hand für uns auf der linken Seite. Von dort geht der Glanz aus.

Möglicherweise hat es eine Bedeutung, wenn von der linken und der rechten Hand die Rede ist. Rechts könnte „geben“ bedeuten
und links „empfangen“. Rechts könnte aber auch eine „abwärtsgerichtete“ Kraft sein (hin zur Materie) und links eine
„aufwärtsgerichtete“ Kraft (hin zum Geist).

Im Text ist leider nicht eindeutig erkennbar, ob der Engel mit dem Feuerschwert mit dem Buße-Engel identisch ist oder ob es zwei
unterschiedliche Engel sind. Für die Kreuz-Struktur macht das jedoch kaum einen Unterschied.

Struktur mit nur einem Engel:

Feuerschwert in der linken


Hand des Engels
unsere liebe Frau zeigt mit
rechte Hand des Engels zeigt
Engel im Glanz rechter Hand auf den Buße-
auf die Erde
Engel
Welt

Wenn der Engel im Bild uns gegenüber steht ist seine rechte Seite für uns links und umgekehrt.

Struktur mit zwei Engeln:

Engel (1) mit Feuerschwert in


linker Hand
unsere liebe Frau zeigt mit
Buße-Engel (2) zeigt mit
Glanz rechter Hand auf den Buße-
rechter Hand auf die Erde
Engel
Welt

Der Buße-Engel würde also mit der rechten Hand über den Bauch nach links unten zeigen, denn anders geht dieses Bild nicht auf.

Und wir sahen in einem ungeheuren Licht, das Gott ist: "etwas, das aussieht wie Personen in einem Spiegel, wenn sie davor
vorübergehen"

Hier haben wir eine Beschreibung von „Lichtwesen“ in Gott bzw. in der geistigen Welt. Die Position dieses ungeheueren Lichts
wird leider nicht angegeben. Durch den folgenden Hinweis auf das Kreuz auf dem Gipfel kann man schließen, dass die ganze Szene
in diesem Licht stattfindet.

einen in Weiß gekleideten Bischof "wir hatten die Ahnung, dass es der Heilige Vater war". Verschiedene andere Bischöfe, Priester,
Ordensmänner und Ordensfrauen einen steilen Berg hinaufsteigen, auf dessen Gipfel sich ein großes Kreuz befand aus rohen
Stämmen wie aus Korkeiche mit Rinde.

Das Kreuz ist auf den „Gipfel“. Das ist ein weiterer Hinweis auf die höchste Ebene. Man kann daher vermuten, dass es sich um die
gleiche Kreuz-Struktur handelt, die nun abstrahiert wird. Die Kleidung dieser Lichtwesen erinnert an die Gewänder von
Ordensleuten und Bischöfen. Eine Person sticht dabei hervor und erinnert an den Papst.

Bevor er dort ankam, ging der Heilige Vater durch eine große Stadt, die halb zerstört war und halb zitternd mit wankendem Schritt,
von Schmerz und Sorge gedrückt, betete er für die Seelen der Leichen, denen er auf seinem Weg begegnete. Am Berg angekommen,
kniete er zu Füßen des großen Kreuzes nieder. Da wurde er von einer Gruppe von Soldaten getötet, die mit Feuerwaffen und
Pfeilen auf ihn schossen. Genauso starben nach und nach die Bischöfe, Priester, Ordensleute und verschiedene weltliche Personen,
Männer und Frauen unterschiedlicher Klassen und Positionen.

Wir befinden uns hier auf der geistigen Ebene und so müssen wir hier den Tod anders interpretieren, als wir es auf der irdischen
Ebene tun würden. Es ist der Tod, der uns IN die materielle Welt bringt. Der „heilige Vater“ steigt auf, aber die anderen „Toten“
bedrücken ihn und so nimmt er erneut den „Tod“ auf sich und kehrt zurück in die Welt der Toten – also in unserer Welt. Hier haben
wir das Motiv vom „Tod des Hochgestellten“ und ganz nebenbei haben wir hier auch einen deutliche Hinweis auf die
„Wiedergeburtslehre“, auch wenn diese noch immer von der Kirche hartnäckig bestritten wird.

Hier ist also nicht das Attentat auf einen Papst gemeint, sondern die Rückkehr einer großen Seele. Diese Seele ist vom Leid
der Seelen bedrückt und steigt ab in die Welt der „Toten“ - also in die materielle Welt, in der wir „leben“.

Es ist schade, dass in der offiziellen Deutung des Vatikans nicht erkannt wird, dass es sich hier um eine Himmelsvision handeln und
dass daher die Todes-Symbolik sehr „irdisch“ interpretiert wird somit leider vollkommen unverstanden bleibt.

Wir können das Symbol der Stadt übersetzen mit „Denkstrukturen“ bzw. „Denkmuster“ und die Zerstörung der Stadt mit einer
Auflösung der Denkstrukturen. Jedes Mal wenn wir ein neues Leben beginnen, sind die Denkstrukturen aus der geistigen Welt für
unser Tagesbewusstsein großenteils nicht mehr zugänglich – also in gewisser Weise sind sie in uns verschüttet wie die Ruinen alter
Kulturen - und im Laufe des Lebens entstehen neue Denkstrukturen. In unserer Sprache gibt es einen intuitiven Zusammenhang
zwischen „denken“ und „bauen“. So sprechen wir beispielsweise von Gedankengebäuden. Auch sprechen wir üblicherweise von
den „Mauern im Denken“, wenn ein Mensch in seinen Denkstrukturen gefangen ist. Neben den Häusern und Mauern gibt es auch
eine Analogie zwischen den Straßen und den Gedanken, wenn z.B. jemand auf ausgetretenen Wegen läuft oder in eine Sackgasse
gerät. Wenn man eine Denkstruktur grafisch darstellt (wie z.B. den kabbalistischen Lebensbaum) so erinnert er an einen Stadtplan
mit Wegen, Kreuzungen und Plätzen. Und heute gibt es z.B. den Begriff der Mindmaps, bei denen Gedanken in gewisser Weise
auch „kartografiert“ werden.

Wenn man einem Kind ein Haus aus Lego-Steinen gibt, so kann es daran nicht bauen lernen, wenn es dieses Haus nicht zerstören
darf. Erst durch die Zerstörung der vorgegebenen Struktur kann etwas Neues entstehen. Ebenso könnte der Mensch sicher nicht
denken lernen, wenn er eine vorgegebene Denkstruktur mitbekäme. Erst durch die „Zerstörung“ der vorhandenen Denkstruktur
können neue Gedanken entstehen – ebenso wie auf der Erde auch neues Leben nur durch den Tod des alten entstehen kann.
Dogmatische Systeme, in denen an Denkstrukturen starr festgehalten wird, verhindern hingegen neues Denken und wirken diesem
allgemeinen Schöpfungsprinzip entgegen. Das Eintauchen in die Welt der Materie wird auf der Ebene des Geistes wie ein Tod
empfunden, weshalb die Menschen, die in der Welt der Materie gefangen sind, als die „Toten“ bezeichnet werden. Die Toten in der
zerstörten Stadt passen also von der Symbolik sehr gut zusammen.

Unter den beiden Armen des Kreuzes waren zwei Engel, ein jeder hatte eine Gießkanne aus Kristall in der Hand. Darin sammelten
sie das Blut der Märtyrer auf und tränkten damit die Seelen, die sich Gott näherten.

Die leidvoll gesammelten Erfahrung der Seelen, die den Weg in den „Tod“ schon auf sich genommen haben, steht auch denen zur
Verfügung die ihn noch beschreiten. Hier wird eine Art kollektives Gedächtnisfeld beschrieben, das allen zur Verfügung steht. Die
Gießkannen aus Kristall könnten ein Hinweis sein auf die kristall-klare Strukturierung der gesammelten Erfahrung.

Fatima und das Dreifachkreuz

Wenn wir aus den einzelnen Hinweise dieser uns anderer Visionen eine Gesamtstruktur rekonstruieren, so ergibt sich folgendes
Bild:

7 Feuerschwert 3. Geheimnis
6 Hand zeigt zur Erde Glanz unsere liebe Frau geistige Welt
Nacht
5 Engel mit Gießkanne Engel mit Gießkanne Vorhang
Licht in der Nacht
4 (Verstand/Luft) Polarität (Emotion/Wasser) 2. Geheimnis
3 Welt/Erde seelische Welt
2 Trieb Mensch als Kohle Leid 1. Geheimnis
1 (Schwert in der Erde) materielle Welt

Es handelt sich dabei um eine spiegelsymmetrische Darstellung vom Dreifachkreuz, also ein Dreifachkreuz, das uns gegenüber
steht. In Klammern sind die fehlenden Positionen angegeben, die sich nicht direkt aus der Fatima-Offenbarung ermitteln lassen.
Hinweise auf diese und ähnliche Strukturen finden sich auch in unterschiedlichen anderen Offenbarungen:

- Die Symbolik der Genesis


- Das Höhlengleichnis von Platon
- Die Smaragdtafeln des Hermes Trismegistos
- Die apokalyptische Frau aller Völker
- Jakob Lorber, das Dreifachkreuz und die Zukunft des Katholizismus

Weitere Aspekte des Prophezeiungsphänomens


Das Kommunikationsmodell

In der physischen Welt sind wir so an Sprache und Schrift gewöhnt, dass es regelrecht schwer fällt, uns andere Formen der
Kommunikation überhaupt auch nur vorzustellen. Aber wie „sprechen“ wohl die Wesen der geistigen Welt? Deutsch? Englisch?
Latein? Sowohl unsere Sprache als auch die Schrift sind eindeutig Methoden, um Informationen über ein physisches Medium zu
übertragen. Sprache und Schrift sind also Werkzeuge, die sich aus den Bedingungen der materiellen Welt ergeben. Unter anderen
Bedingungen wäre konkret dieses Werkzeug weder sinnvoll noch notwendig.

Immer dann, wenn es uns schwer fällt, einen Gedanken in Worte zu fassen, merken wir, dass wir primär eigentlich gar nicht in
Worten denken, sondern in Bildern, Symbolen, Strukturen, Empfindungen bzw. Bewertungen, ... Worte nutzen wir nur als eine Art
Verpackung, um darin Ideen transportieren zu können. Bei der Sprache verpacken wir z.B. unsere Ideen so, dass wir sie mittels
Schallwellen übertragen können. Bei Schrift verpacken wir die Ideen in Form von Zeichen, die wir auf Papier schreiben. Aber
manchmal fällt es schwer, die passende Verpackung für eine Idee zu finden und so kommt es leider immer wieder zu
Missverständnissen.

Könnte man das Bewusstsein zweier Menschen direkt „telepatisch“ koppeln, dann wäre es gar nicht notwendig, die Information
mühevoll mittels Sprache und Schrift über die physische Ebene zu transportieren. Die Notwenigkeit zur Sprache und die damit
verbundene babylonische Sprachverwirrung ergibt sich also erst aus der Trennung der Seelen in eigenständige Individuen. In
höheren Wirklichkeiten mit einem geringeren Grad an Trennung und Individualisierung wird diese Notwendigkeit der Sprache
immer geringer. So können wir auch nicht erwarten, dass wir aus diesen Ebenen Informationen mittels der uns gewohnten Sprachen
erhalten, sondern die Information erreicht uns in Form von relativ abstrakten Bildern, Symbolen , Strukturen, Empfindungen, ...

Die Informationen aus der geistigen Welt treten also von einer anderen Richtung in unser Bewusstsein als die Informationen, die
wir aus der physischen Welt erhalten. Wenn man folgendes Kommunikationsmodell annimmt, so kommt sprachliche Information
von der physischen Ebene. Wir empfangen Schallwellen (Ebene 1 ) über unser Ohr (Ebene 2), erkennen darin Worte (Ebene 3) und
verbinden damit bildhafte Vorstellungen (Ebene 4).

7 Luft - Geistige Ebene – Überbewusstsein Abstrakte Ur-Idee


6 Ausformung der Ur-Idee
5 Vorhang Ausformung in eine symbolische Bilder-Sprache
(abstrakte Bilder / Symbole)
4 Wasser - Seelische Ebene -Bewusstsein nonverbale Abbilder der Wirklichkeit
(konkrete Bilder/Vorstellungen)
3 verbale Begriffe
(Worte)
2 Erde - Physische Ebene –Körper Sprechen (körperliche Umsetzung der Worte in
Schall) bzw. Schreiben
1 (Außenwelt) Schall / Luftschwingungun bzw. Tinte auf Papier

Bei Informationen aus der geistigen Welt geht der Informationsfluss von oben nach unten. Am Anfang steht eine „abstrakte Ur-
Idee“ (Ebene 7), die in der geistigen Ebene ausgeformt wird (Ebene 6) und die schließlich als Inspiration in Form einer
symbolischen Bilder-Sprache (Ebene 5) durch Empfindungen in unser Bewusstsein (Ebene 4) eindringt. Wenn wir diese
Information jemandem anderen vermitteln wollen, dann müssen wir dafür Worte finden (Ebene 3) und durch Sprechen (Ebene 2)
Luftschwingungen erzeugen (Ebene 1).

Falls jemand aus der Computer-Branche mit dem OSI-Referenzmodell vertraut ist, wird er sicher gewisse Ähnlichkeiten zu diesem
Kommunikationsmodell erkennen können.

Wenn es bei Informationen aus der geistigen Welt zu einer sprachlichen Ausformung kommt, dann geschieht dieser
Übersetzungsvorhang in Worte mehr oder weniger bewusst durch uns selbst auf den Ebenen 3 und 4.Sowohl beim
Übersetzungsvorgang der symbolischen Bildersprache in die konkreten Bilder unserer Erfahrungswelt (Ebene 4), als auch bei der
späteren Umsetzung in Worte (Ebene 3) schleichen sich jedoch immer wieder Fehler ein, weil immer auch eigene Interpretationen,
Erfahrungen, Vorstellungen und Bewertungen mit eingebracht werden. Dennoch sind diese eigenen Erfahrungen und Vorstellungen
beim Informationsfluss sogar absolut notwendig, damit überhaupt ein Informationsfluss stattfinden kann. Neue Ideen lassen sich
schließlich nur vermitteln, wenn ein gewisser Baukasten an Ideen und Erfahrungen schon vorhanden ist.

Manche falsche Vorstellungen und Bewertungen können bei diesem Übersetzungsvorgang jedoch auch extrem hinderlich sein und
den Informationsfluss vollkommen ausbremsen. So haben Ängste und falsche Erwartungshaltung in vielen Fällen dazu geführt, dass
Offenbarungen über den Zyklus der Seele als zukünftige Katastrophen uminterpretiert wurden.

Fälschungen und Rückdatierungen

Wenn ein Ereignis bereits stattgefunden hat, ist es natürlich besonders einfach es zu prophezeien und so entstehen durch
Rückdatierungen leider immer wieder Prophezeiungen, die eigentlich keine sind. (z.B. das zweite Geheimnis von Fatima)

Vermutlich ist auch die berühmte Papst-Prophezeiung des Melachias eine solche Rückdatierung.

Selbsterfüllende Prophezeiungen

Manche Prophezeiungen treten überhaupt erst dadurch ein, dass jemand dabei etwas nachhilft bzw. dass jemand durch sein
Verhalten die Erfüllung der Prophezeiung begünstigt. So können durch die Prophezeiung zukünftiger Konflikte mitunter auch
Feindbilder entstehen, die schließlich die prophezeiten Konflikte und Kriege verursachen.

Die scheinbaren Messias-Prophezeiungen

Viele Christen glauben, dass es im alten Testament etliche Hinweise auf das Erscheinen von Jesus gäbe und sehen darin die
historische Sonderrolle von Jesus bestätigt. Die Wirklichkeit ist hier aber viel banaler. Die Evangelien wurden unter
Berücksichtigung des Alten Testaments ganz bewusst so geschrieben, damit die „Schrift erfüllt werde“ und damit Jesus auf die
Messias-Prophezeiungen passt. Dass die Evangelisten das alte Testament ganz eindeutig berücksichtigt haben, ergibt sich z.B. aus
solchen Anmerkungen:

Mt 26,56 Aber das ist alles geschehen, damit erfüllt würden die Schriften der Propheten.
Mk 14,49 Ich bin täglich bei euch im Tempel gewesen und habe gelehrt, und ihr habt mich nicht ergriffen. Aber so muss die
Schrift erfüllt werden.
Mk 15,27 Und sie kreuzigten mit ihm zwei Räuber, einen zu seiner Rechten und einen zu seiner Linken. Da wurde die Schrift
erfüllt
Joh 13,18 Aber es muss die Schrift erfüllt werden (Psalm 41,10): «Der mein Brot isst, tritt mich mit Füßen.»
Joh 19,24 So sollte die Schrift erfüllt werden, die sagt (Psalm 22,19): «Sie haben meine Kleid...
Joh 19,36 Denn das ist geschehen, damit die Schrift erfüllt würde (2. Mose 12,46): «Ihr sollt ihm kein Bein zerbrechen.»

Und weil der Messias aus dem Hause David stammen musste, damit die Schrift erfüllt wird, so bekam Jesus in den
Evangelien auch eine entsprechende Ahnenreihe, oder um genauer zu sein, die Evangelisten Lukas (Lk 3,23) und Matthäus
(Mt 1.1) verpassten ihm gleich zwei unterschiedliche Ahnenreihen, die beide ausschließlich die männliche Abstammung
beschreiben, aber weder von den Namen, noch von der Generationen zusammen passen.

Was bringt die Zukunft ? - Krisenvorsorge


„Hier steh ich nun, ich armer Tor und bin so klug, als wie zuvor. (Goethe Faust I)".

Durch die Beschäftigung mit der Bildersprache der Mythen und Visionen habe ich zwar sehr viele interessante Dinge
erfahren über den Aufbau der Schöpfung, den Sinn des Lebens und über das verschollene Wissen der antiken
Mysterienschulen. Aber wie nun konkret die Zukunft wird, dass kann ich trotz aller Prophezeiungen und Visionen nicht
beantworten. Ich kann nur mit ziemlicher Sicherheit ausschließen, dass sich das konventionelle Prophezeiungs-Szenario
tatsächlich erfüllen wird, denn die meisten der darin eingearbeiteten visionären Motive gehören als „missverstandene
Offenbarungen“ zu einem andern Themenkomplex, der nichts mit kommenden Kriegen und Naturkatastrophen zu tun hat.

Einige wenige prophetische Aussagen mögen eventuell tatsächlich Zukunftsvisionen sein. Es dürfte jedoch unmöglich sein,
diese Aussagen vor ihrem Eintreffen eindeutig und sicher von anderen Aussagen zu unterscheiden, die nicht eintreten
werden.

Völlig unabhängig von allen Prophezeiungen sehe ich durchaus das Risiko einer schweren und globalen Wirtschaftskrise
und die Gefahr kriegerischer Auseinandersetzungen, weil unsere wachstumsorientierte Wirtschaftsordnung irgendwann
zwangsläufig an ihre Grenzen stoßen wird. Daraus lässt sich jedoch kein konkretes Szenario ableiten. Daher sollte sich auch
die persönliche Krisen-Vorsorge an möglichst allgemeinen Kriterien orientieren, so dass die Vorsorge nicht vollkommen
versagt, falls das Szenario etwas anders kommt als erwartet.

Solche allgemeinen Kriterien könnten z.B. sein:

- Leben ohne finanzielle Einkünfte oder nur mit geringen Einkünften


- Leben ohne Strom, Wasser, Gas, Telefon, Ersatzteile
- Leben ohne Einkaufsmöglichkeiten (kurzfristig/langfristig)
- Leben ohne medizinische Versorgung
- staatliche, wirtschaftliche und kulturelle Verschärfungen / härtere Gesetze
- Verrohung, Terrorismus, Plünderungen
- Zerstörung von Eigentum
- Flucht im Nahbereich (befristete Probleme vor Ort)
- Flucht im Fernbereich
- Überleben unter "Camping-Bedingungen"
- Atom- oder Chemie-Unfall
- Bombardierungen
- Naturkatastrophen (z.B. Sturmschäden oder Überschwemmungen)

Entsprechend sollte die allgemeine Krisenvorsorge folgende Maßnahmen umfassen:

- keine Schulden, keine Zahlungsverpflichtungen und ein finanzielles Polster


- nutzbare Gartenfläche für Anbau von Gemüse (Samen!)
- leichte Ausstattung für Wandern und Camping, Fahrräder
- bequeme und strapazierfähige Kleidung
- Ofen für Holzfeuerung, Streichhölzer, Brennmaterial, Kerzen, ...
- Wasservorrat (z.B. aufblasbares Kinderplanschbecken)
- Werkzeug, das auch ohne Strom funktioniert
- Bretter zum Abdichten der Fenster, Planen zum Abdecken des Dachs
- Verbandskasten, Schmerzmittel, Medikamente, Brillen, ...
- notwendige medizinische Behandlungen und Operationen nicht aufschieben
- eine gewisse Reserve an Nahrungsmitteln (Konserven)
- Radio (Weltempfänger) mit Batteriebetrieb, Ladestation für Akkus
- evtl. Notstrom-Aggregat
- Verabredungen für den Krisenfall, Treffpunkt, Verstecke
- unterschiedliche Szenarien in Gedanken durchspielen und Checklisten anfertigen
- Literatur: Erste Hilfe, Heimwerker-Ratgeber, Selbstversorgung, Pflanzenbestimmungsbücher, Heilpflanzen

Natürlich sollte man schon flüchten, wenn es "akute und konkrete Gefahren" am Ort gibt, aber bei den meisten Szenarien ist Flucht
eine der schlechtesten Lösungen, denn damit gibt man sehr vieles auf, was durchaus lebenswichtig sein kann:

- Ortskenntnisse
- Freunde und Bekannte
- Ein Dach über dem Kopf
- Werkzeug und Konserven
- Garten als Anbaufläche
- eventuell Sprachkenntnisse (z.B. bei einer Flucht ins Ausland)

Links zum Thema Prophezeiungen:


Diskussionsforum "Mythen und Visionen" von Elias
Prophezeiungen zur Zukunft Europas – von Stephan Berndt
Wk3.net von Karl Leopold von Lichtenfels (Checkliste von KLL)

Themenwoche Fatima von Narada


http://domfree.de/biw-themen/Fatima_Web/ von Narada