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Jan van Helsing

Bevor Du dich erschiesst, lies


dieses Buch !

Wie kam es zu diesem Buch


und diesem Titel?
Bericht 1 Unfall mit
Lebensfolge OLAF
Bericht 2 Trotz
Gebärmutterkrebs bekam ich
Zwillinge DOREEN
KUTSCHKE
Bericht 3 Ich nutzte einen
Beinbruch als Chance
OLIVER REHBACH
Bericht 4 Im Knast ist mir ein
Geist erschienen ADAM
JAKOB
Bericht 5 Durch die Psychose
in ein neues Leben SIMON
HOFER
Bericht 6 Ich lebte schon
einmal – In Irland KLAUS
GÖTSCH
Bericht 7 Nicht jeder ist über
geheilte Patienten glücklich
EIN MEDIZINER
Bericht 8 Angst ist ein
schlechter Ratgeber
CHRISTIAN KINDLIMANN
Bericht 9 Gib niemals auf EIN
PROFIFUSSBALLER
Bericht 10 Statt Staatsexamen
Hartz 4 Benjamin Kreiner
Bericht 11 Das Wunder mit
dem Hubschrauber MARTIN
S.
Bericht 12 Wir hatten nachts
Kartoffeln vom Acker geklaut,
damit wir zu essen hatten
RICHY
Bericht 13 Ich sehe den Tod
voraus MAMBO
Bericht 14 Schicksalsschläge
machten mich zur Heilerin
MERA
Bericht 13 Auf nach Nashville
JEAN NOLAN
Bericht 16 Betriebsspionage
und was man alles dadurch
lernt VATER UND SOHN
Bericht 17 Es ist
vorherbestimmt USCHI VON
KOCH
Bericht 18 Ich wollte diese
Welt verlassen TONI
MAYER
Bericht 19 Vom Asozialen
zum Unternehmer DER
EINMAL MEHR
AUFSTEHENDE
Bericht 20 Ohne meinen
Schutzengel hätte ich das nicht
ertragen RITA KÖLLING
Bericht 21 Von ganz oben
nach ganz unten – und wieder
hoch OLIVER LITTMANN
Bericht 22 Erst alles verloren,
dann auch noch gelähmt
ERNST SAILER
Bericht 23 Geht eine Türe zu,
geht eine andere auf
ANONYMOUS
Bericht 24 Aus dem
Familienglück ins Frauenhaus
ROSITA
Bericht 25 Das grosse
Geschäft kommt nur selten
oder nie DAVID AUS
MÜNCHEN
Bericht 26 Durch eine
Krankheit auf ein Geheimnis
gestossen HANNES BERGER

Bericht 27 Ich konnte es nicht


mehr schlucken
KATHARINA ROSE
Bericht 28 Vom Tennisprofi
zum Anwalt DR: CHRISTIAN
TUSCHER
Bericht 29 Ich hatte alles
verloren CHRISTOPH
DAPORTA
Bericht 30 Aus einer Tragödie
eine Erfolgsidee entwickelt
DR: MICHAEL
REINPRECHT
Bericht 31 Ein Motorradunfall
mit Nahtoderlebnis MARIO
Bericht 32 Ich musste nur
loslassen MICHAEL BOTTA
Bericht 33 Nichts geschieht
vor seiner Zeit MONIKA
KUNY
Bericht 34 Wünsche erfüllen
sich- wenn auch nicht immer
sofort PETER
Bericht 35 Richte Deinen
Geist auf ein Ziel aus
EDELMETALLHÄNDLER
Bericht 36 Von der
Betriebswirtschaft zur
Menschlichkeit ANDREJ
SCHINDHELM

Was habe ich davon, das alles


zu wissen?
Half Way Down die
Selbstmörder von der Golden
Gate Brücke
Florian Mast Wendepunkt
2012 Wiederbegegnung mit
den Maya
Toni, der Hellsichtige
Sabine zur Nedden, die
Psychologin
Johannes Holey – Was
passiert seit 2012
Fazit: Midlife-Crisis für
Jedermann
über den Autor
Quellen- und
Fußnotenverzeichnis
Wie kam es zu diesem
Buch und diesem Titel?
Meine lieben Leserinnen und
Leser,
wir schreiben jetzt das Jahr 2015, es
haben also alle, die das hier lesen, 2012
mehr oder weniger unbeschadet
überlebt, und wir schauen in eine recht
ungewisse Zukunft. Das Jahr 2012 -
mein Gott, was war das für ein
Medienspektakel - war weder von den
Mayas noch von sonst einem seriösen
Forscher der Grenzwissenschaften als
„Weltuntergang" eingeschätzt worden.
Der Einzige in dieser Richtung war
meines Wissens der Filmregisseur
Roland Emmerich mit seinem
gleichnamigen Hollywood-Blockbuster,
der einen Weltuntergang im Jahre 2012
mit massiven Erdkataklysmen reißerisch
umgesetzt hat. Und das hatten die
System-Schreiberlinge in den Zei- tungs-
und TV-Redaktionen der überwiegend
links-atheistisch gesteuerten Medien
dankbar aufgegriffen, um all die
sogenannten
„Verschwörungstheoretiker" und
Menschen, die sich mit Prophezeiungen
auseinandersetzen, als Idioten, Sektierer
und ohnehin als nicht ganz
zurechnungsfähig und realitätsabgewandt
darzustellen, nach dem Motto: „Schaut
her, es ist nichts passiert, beschäftigt
euch bloß nicht mit so einem Blödsinn
wie Prophezeiungen. Und auch der
andere Nonsens, an den diese
Menschen glauben, ist irrwitzig - sei es
die Reinkarnation oder überhaupt an
einen Gott zu glauben und an die
Existenz einer Seele. Haltet euch fern
von Menschen, die sich ihrer
persönlichen Spiritualität widmen, der
sogenannten Selbstentfaltung, dem
Erreichen eines höheren Bewusstseins,
das ist alles eine
Realitätsentfremdung..."
Dass es schon vor über einhundert
Jahren Menschen gab, die den Ersten
sowie den Zweiten Weltkrieg
vorausgesehen haben, die Entwicklung
Russlands und den Mauerfall in Berlin -
all das wird mit einem Handwischen
beiseitegefegt und als „Zufallstreffer"
abgetan oder gar als Fälschung, da nicht
sein kann, was nicht sein darf. Für einen
Atheisten oder Nihilisten kann es keinen
Gott geben, keinen Sinn hinter der
Schöpfung und dem Leben an sich, daher
kann es logischerweise auch keine
Prophezeiungen geben über einen Dritten
Weltkrieg, die Kriege auf dem Balkan,
die Gründung des Staates Israel, den
Euro, Wirtschaftskrisen bis hin zu
bürger- kiegsähnlichen Zuständen von
London bis Moskau aufgrund von
Problemen mit Migranten. Denn all das
ist nicht „wissenschaftlich basiert". Ist
es „Zufall", dass schon vor einhundert
Jahren verschiedenste Seher die
Entwicklung nach dem Zweiten
Weltkrieg treffend vorausgesehen haben,
den Werteverfall der Gesellschaft, die
Verrohung der Jugend, den Verlust des
Glaubens und die Kluft zwischen den
Regierenden und den Bürgern - und auch
das, was uns noch alles ins Haus steht?
„Nein, das kann alles nicht sein, dafür
gibt es keine Beweise!" So argumentiert
der „aufgeklärte Mensch" der Neuzeit,
der mehr und mehr atheistisch
ausgerichtet und technik- und
wissenschaftshörig ist. Ist es wirklich
„Zufall", dass es gerade jetzt, seit 2012,
überall auf der Welt Menschen auf die
Straße treibt - sei es im Nahen Osten, in
Nordafrika, in Hongkong, in den USA
und neuerdings auch in Deutschland?
Glauben Sie, es ist Zufall, dass immer
mehr Menschen einlach die Schnauze
voll haben, tagtäglich belogen und dann
noch wie der letzte Dreck behandelt und
mit Floskeln von den Regierenden
abserviert zu werden und dass sie nun
das Gefühl verspüren, dass es Zeit ist,
sich zu wehren, den Mund aufzumachen?
Warum verspüren die Menschen
weltweit genau JETZT dieses Gefühl,
dieses Gefühl des Umbruchs, der
Veränderung? Und vor allem: Ist es
Zufall, dass die Mayas genau DAS für
diese Zeit vorausgesagt haben? Hatten
Sie in Ihrer Tageszeitung oder in
Dokumentationen zu den Mayas etwas
darüber erfahren? Nicht?
Menschen wie wir, liebe Leserinnen und
Leser, die über den Tellerrand
Ilinausschauen und auch andere
Meinungen und Ansichten akzeptieren,
sind in den Augen der so „aufgeklärten"
Medienvertreter Leichtgläubige, die
irgendwelchen Scharlatanen und
Abzockern auf den Leim gegangen sind,
die versuchen, den Menschen das Geld
aus der Tasche zu ziehen. In Wahrheit
werden diese vielen Menschen
vielleicht aber immer bewusster und
sind dabei, spirituell zu „erwachen". Als
Letzteres - Abzocker - hat man auch
mich immer wieder tituliert. Würden
meine Bücher sich schlecht verkaufen,
würde man mich verspotten und
schreiben: „Schaut her, den Mist liest
doch eh keiner!" Da meine Bücher aber
zu hunderttausenden ver- kauft werden
(z.B. „Hände weg von diesem Buch!"
inzwischen 200.000 Mal alleine in
Deutschland; es wurde zudem in 7
weitere Sprachen übersetzt), nennt man
mich einen „Abzocker", der die Leser
hinters Licht führt usw... Da kommt dann
in Hetzartikeln eine Mischung aus Neid
und Missgunst zum Vorschein und im
Nebensatz dann die Warnung vor der
Gefahr, die meine Bücher angeblich
darstellen. Die einzige „Gefahr", die
tatsächlich davon ausgeht ist, dass die
Leser aufgrund der darin enthaltenen
Informationen das Leben von einem
anderen Blickwinkel aus betrachten und
somit nichts mehr so erscheint, wie es
vorher war. Aber in dieser Hinsicht
stehe ich nicht alleine da. Blicken wir
auf Autoren wie Erich von Däniken oder
Johannes von Buttlar, die Bücher mit
grenzwissenschaftlichen Themen in
Millionen-Auflagen verkauften. Auch sie
haben ihr Fett abbekommen und werden
ohne Unterlass diffamiert und als
Autoren dargestellt, die ihre Leser
angeblich von der Realität wegführen
würden. Jaja, wenn sie denn so einfach
wäre, die Welt...
Fakt ist allerdings: Eine Menge
Menschen da draußen glaubt den Müll
nicht mehr, der uns von den Mainstream-
Medien vorgekaut wird - seien es die
Lügen um den 11. September 2001, die
Propaganda um die Schweinegrippe
oder sonstige Impfungen oder den
Klimaschwindel... Und deshalb suchen
immer mehr Menschen nach alternativen
Möglichkeiten, sich zu informieren.
Viele spüren regelrecht, dass das alles
nicht stimmen kann und begeben sich auf
die Suche nach der Wahrheit.
Was sollte denn 2012 überhaupt
passieren?
Kommen wir nochmals zurück auf das
Jahr 2012. Ja, ist denn nun wirklich gar
nichts passiert? Doch! Das ist es. Aber
was? Lassen Sie mich kurz die
astronomischen Grundlagen darlegen,
damit verständlich wird, wieso wir auf
der Erde - jetzt und auch in den
kommenden Jahren -
höchstwahrscheinlich enorme
Umwälzungen erleben werden: Unser
Sonnensystem bewegt sich in Zyklen von
25.920 Jahren immer wieder in
elliptischen Bewegungen zum Zentrum
unserer Galaxis hin und entfernt sich
auch wieder davon (ein Zyklus unterteilt
sich in zwölf Zeitalter ä 2.160 Jahre). Im
Jahr 2012 war der Scheitelpunkt
erreicht, der am weitesten entfernte
Punkt vom Galaxiszentrum - Eiszeit
sozusagen, finsterste Schwärze. Seit
2012 nähert sich unser Sonnensystem
wieder dem Galaxiszentrum
(Zentralsonne) an, was zur Folge hat,
dass wir wieder mehr „Energie"
bekommen. Bewegt sich unser
Sonnensystem von der Zentralsonne
weg, könnte man sagen, dass das
kollektive Bewusstsein der Menschen
sozusagen in einen Schlaf fällt und
„träge" wird. Die Schwingung der
Energie der Zentralsonne wird
langsamer, es wird „dunkler". Bewegt
sich unser Sonnensystem hingegen
wieder in Richtung Urzentralsonne
beziehungsweise zum Galaxiszentrum
hin, so kann man diesen Verlauf als eine
„Zeit des Erwachens" bezeichnen. Wir
bewegen uns heute von dem am
weitesten von der „Lichtquelle"
entfernten Punkt aus langsam wieder
zurück zum Kraft- und Energiezentrum.
Abb. 1: Unser gesamtes Sonnensystem bewegt sich in
einer elliptischen Bewegung immer wieder zum
Galaxiszentrum (links angedeutet) hin und entfernt sich
auch wieder davon. Seit 2012 bewegen wir uns vom
am weitesten entfernten Punkt wieder zurück in
Richtung Galaxiszentrum, weswegen man von einer
„Aufwachphase" spricht.

Diese Wendepunkte des In-Schlaf-


Fallens und des Erwachens werden mit
enormen Veränderungen in Verbindung
gebracht - Änderungen im Bewusstsein
der Lebewesen genauso wie
Veränderungen der magnetischen Pole
unseres Planeten wie auch eine
Veränderung des Klimas.
In den altindischen Veden wurden diese
beiden Phasen als Ein- und Ausatmen
Brahmas beschrieben, und dies erinnert
uns an das schon im Altertum formulierte
Gesetz der Periodizität, von Hin- und
Rückfluss, von Ebbe und Flut, von Tag
und Nacht, von Leben und Sterben und
anderem mehr. Das Schaubild (Abb. 1)
stellt den elliptischen Zyklus (von
25.920 Jahren) unseres Sonnensystems
dar, wobei wir auf der linken Seite die
Ur- zentralsonne angedeutet sehen (die
sich im Zentrum unserer Galaxis
befindet). Der rechte Scheitelpunkt der
Ellipse (Kali Yuga) ist dabei der Punkt,
der am weitesten von der Urzentralsonne
entfernt ist. Der linke Scheitelpunkt ist
der, welcher der Urzentralsonne am
nächsten kommt. Und dieser
Zeitabschnitt des Kali Yuga heißt
deswegen das dunkle Zeitalter, weil
unser Sonnensystem eben für 2.160
Jahre lang am weitesten von der „Licht-"
oder „Energiequelle" entfernt war.
Ausgehend von diesem Phänomen,
befanden wir uns im Jahre 2012 an dem
Wendepunkt, von welchem aus wir
wieder zurück in Richtung Zentrum der
Galaxis reisen und beginnen
aufzuwachen. Astronomisch gesehen
haben wir den äußeren Umkehrpunkt,
den Aphel, erreicht und schwenken
wieder in Richtung Zentrum.
Astrologisch ausgedrückt war das
soeben zu Ende gehende Fische-Zeitalter
das letzte „verschlafene" alte Zeitalter,
und wir sind im Moment dabei, die
„Kurve zu kriegen" und mit Eintritt in
das Wassermann-Zeitalter, dem Neuen
Zeitalter oder New Age, zu erwachen
oder erweckt zu werden.
Was sich momentan mit der Erde und
unserem ganzen Sonnensystem vollzieht,
ist an und für sich ziemlich einfach zu
verstehen. Wir bewegen uns langsam -
ähnlich einem Eiswürfel, der sich einer
Kerze annähert und schmilzt - auf das
Galaxiszentrum zu, auf die Kraft- und
Energiequelle. Die festgefahrenen
Entwicklungen auf der Erde beginnen
sich nun langsam zu bewegen, es kommt
wieder Bewegung ins Spiel, es kommt
Stimmung auf, alles fühlt sich schneller
an. Doch - wie beispielsweise bei dem
Übergang eines Eiswürfels zunächst in
Wasser und dann in Wasserdampf - geht
dieser Vorgang, diese Entwicklung
langsam, kaum merklich und still
vonstatten und wird von den Erdlingen
kaum wahrgenommen. Wir werden
deswegen nicht unsichtbar. Die
Moleküle des Eiswürfels verschwinden
ja schließlich auch nicht, sie sind nur
weiter von den anderen Molekülen
entfernt (sie sind nicht so dicht
beieinander, die Dichte ist geringer).
Die Frequenzerhöhung wird also von uns
selbst kaum wahrgenommen. Abgesehen
davon handelt es sich hierbei um einen
Prozess, der Auswirkungen auf
sämtliche Ebenen des Lebens auf diesem
Planeten hat und bis zu einem gewissen
Zeitpunkt subtil verläuft. Uber diese Art
der £«i-Dichtung hatte bereits 1997 die
Russische Akademie der
Wissenschaften in Novosibirsk
berichtet.
Mein Vater schreibt dazu in seinem Buch
„Bis zum Jahr 2012": „Dr. Alexey
Dmitriev, Professor der Geologie und
Mineralogie, trat mit seinem
sensationellen ,Planetophysical State
Of The Earth And Life' an die
Öffentlichkeit und belegt, dass sich die
Magnetfelder und die Helligkeit aller
Planeten unseres Sonnensystems
verändern. Auch dass sich die
Atmosphäre des Mars verdichtet und
dass sich das Magnetfeld des Jupiters
mehr als verdoppelt hat. Das des
Uranus verändert sich, das des Neptun
erhöht sich. Diese werden auch heller,
und ihre atmosphärischen Qualitäten
ändern sich. Insgesamt werden dabei
Veränderungen in drei Kategorien
festgestellt: die Energiefelder, die
Helligkeit und die Atmosphären.
Außerdem nahm seit 1901 das
Magnetfeld der Sonne um 230 Prozent
zu und in noch weit höherem Maße die
Plasma- Tätigkeit. Und die
Wissenschaftler aus Novosibirsk stellen
fest, dass das ganze Sonnensystem sich
in eine Energiezone bewegt, die
anders ist - die höher ist. Dem
Mitglied der Russischen Akademie der
Wissenschaften in Novosibirsk, Dr.
Dmitriev, zufolge kommt unser
Sonnensystem diesem Energiebereich
derart nahe, dass es zu einem
plötzlichen Ausdehnen der
harmonischen Wellenlängen kommen
wird, welche die Sonne aussendet,
während sie Energie aus sich selbst
heraus abstrahlt. Diese
Energiezunahme wird die
Grundstruktur und den Aufbau der
gesamten Materie in unserem
Sonnensystem verändern. Die Planeten
werden etwas weiter von der Sonne
weggedrückt, und die Atome und
Moleküle, aus denen diese bestehen,
dehnen sich tatsächlich in ihrer
physikalischen Größe aus.
Die Annäherung unseres Sonnensystems
an das Galaxiszentrum bringt zudem
auch eine höhere Sonnenaktivität mit
sich, die sich wiederum auf die Erde
auswirkt. Mit der Intensität der
Sonnenstürme steigt, wie vielfach
gezeigt wurde, auch die Selbstmordrate,
die Anzahl der Erdbeben sowie anderer
Naturkatastrophen und auch die Anzahl
der Stromausfälle, da die höhere
Frequenz unsere elektrischen Geräte -
vor allem die mit Wechselstrom
betriebenen - beeinflusst. Andererseits
steigt auch die Anzahl der Erfindungen,
die Zahl an rebellierenden Menschen
und die Qualität des Bewusstseins der
weltweit Erwachenden.
Und was ich hier besonders spannend
finde ist die Tatsache, dass neben den
Mayas auch andere alte Kulturen dies
vorhergesehen, ja vorherberechnet
hatten! Woher wussten sie das? Wer
hatte sie das gelehrt? Und vor allem:
Was bedeutet das für uns Erdenbürger?
Aus meiner Sicht deutet all das sehr
darauf hin, dass das Leben kein
zufälliges Ereignis darstellt, sondern von
„schicksalhafter" Natur ist, was
wiederum bedeutet, dass alles, was
geschieht, einem Plan folgt - und das
zyklisch, wie auch die Jahreszeiten oder
die Menstruation der Frauen. Das Leben
hat einen Rhythmus, eine Strömung, eine
Ordnung - neuerdings auch „Matrix"
genannt —, die man spüren und auch
berechnen kann.
Doch was passiert denn jetzt
mit uns und mit der Welt?
Es handelt sich bei dem, was wir in den
Jahren bis 2012 und seitdem erlebt
haben, um das Ende eines kosmischen
Zyklusses, eine durch eine bestimmte
Energie-Frequenz-Qualität
ausgezeichnete Zeit, die ihr Ende fand
und einem neuen Zyklus weicht, der eine
neue Energie-Qualität mit sich bringt. Es
ist natürlich nicht so, dass all das genau
im Jahr 2012 geschieht und nichts davor
und nichts danach. Nein. Das Jahr 2012
ist sozusagen der Scheitelpunkt. Lassen
Sie mich dies anhand eines praktischen
Beispiels verdeutlichen: Nehmen wir
einen Topf mit Wasser, den wir auf eine
Herdplatte stellen und erhitzen. Wir
wissen, dass Wasser bei 100 Grad
Celsius zu kochen beginnt - das wäre
jetzt symbolisch das Jahr 2012 mit
seiner Frequenzveränderung. Das
Wasser beginnt aber bereits, bevor es
100 Grad erreicht hat, Bläschen zu
bilden und zu blubbern. Es köchelt dann
schon! Und auch nachdem das Wasser
die 100 Grad erreicht hat, kocht es
weiter - und zwar noch ziemlich lange,
bis alles Wasser verdunstet ist. So ist
das auch mit der Frequenzerhöhung.
Diese begann nicht 2012, sondern schon
etwas vorher, aber mit dem Jahr 2012
wurde unser komplettes Sonnensystem
von dieser Energie erfasst, und sie wird
nun auch für alle Menschen deutlich
spürbarer. Das heißt: Die
Frequenzerhöhung ist nichts, was auf
einen Schlag geschieht, sondern ist ein
langwieriger Prozess, der schon vor
Jahren eingesetzt hat und nun von Jahr zu
Jahr an Intensität zunimmt. Und dies
zeigt sich in Form von massiven
Veränderungen auf allen Ebenen. Es ging
und geht hier um einen Umbruch in der
Form, dass sich die Menschen (in ihrem
Inneren, ihrem Gefühl und ihrem
Verhalten) verändern - und
logischerweise damit auch die
Ereignisse auf der Erde, die ja von
Menschen gemacht werden -, und zwar
dergestalt, dass sie abrücken vom reinen
männlich-logischen Denken und Handeln
und mehr oder minder weiblicher,
feinfühliger sowie intuitiver werden;
mehr nach Innen hören, auf das Herz, auf
das, was sie selbst wollen bzw. die
Seele will. Mit der Zirbeldrüse, dem
sog. „Ditten Auge", blicken immer mehr
Menschen (Erwachende) erkenntnisreich
nach innen. Es ist eine Zeit des
Umbruchs. Genau darum geht es jetzt, um
einen Umbruch im Denken, Fühlen und
Handeln der Menschen. Einen inneren
Umbruch! Und wenn der Mensch sein
Denken und Fühlen ändert, ist das der
erste Schritt, auch sein Handeln zu
ändern. Sprich: Die Welt wird sich im
Außen verändern, wenn sich ihr Denken
und Fühlen verändert. Und deswegen
ändern sich auch Ereignisse auf globaler
Ebene - in der Politik, in der Wirtschaft.
Dann schmeißt auch mal ein Papst sein
Amt hin, oder Firmenbosse verschenken
ihre Milliarden...
Meine lieben Leserinnen und Leser,
genau diese Entwicklung beobachte ich
nicht nur in der politischen und religiös
sich zuspitzenden Situation auf unserem
Globus, sondern auch im Freundes- und
Bekanntenkreis. Vieles bewegt sich bei
den Menschen auf eine tiefgreifende
Weise. Bestätigung hierfür finde ich
beispielsweise bei den neuesten
Erkenntnissen der Management Lounge
aus Wien, einer Unternehmensberatungs-
Plattform für Führungskräfte, die
festgestellt hat, dass es seit 2012 vor
allem in den westlichen Ländern zu einer
noch nie dagewesenen Fluktuation von
Führungskräften in Unternehmen
gekommen ist; sprich, dass die
Menschen ihre Stelle kündigen und
daher zur Vermittlung zur Verfügung
stehen, und zwar so viele wie nie zuvor.
Deswegen boomt die
Unternehmensberatungsbranche gerade
wie noch nie. Und man kann sich nicht
erklären, wieso das so ist. Die Personen,
die kündigen, können oft selbst nicht
genau definieren bzw. begründen, wieso
sie eigentlich kündigen bzw. nicht mehr
mit der beruflichen Tätigkeit zufrieden
sind. Meist werden innere Beweggründe
genannt wie: „Fühle mich nicht mehr
wohl."; „Möchte noch etwas anderes
machen."
Auch in meinem Umfeld haben etliche
Personen schwerwiegende
Entscheidungen in ihrem Leben
getroffen, haben ein Unternehmen
gegründet oder das alte verlassen, haben
die Religion gewechselt oder verlassen,
sie sind um- oder ausgezogen oder haben
die Beziehung oder Ehe beendet. Klar,
das sind Ereignisse, die sich ja täglich
hunderttausendfach in Deutschland oder
millionenfach in der Welt abspielen.
Aber ich spreche hier von Menschen,
die mir teilweise seit Jahrzehnten
bekannt sind, die -- wie ich es
wahrnehme - eher konservativ und
geradlinig gelebt haben, die „klassisch
preußisch" erzogen „ihr Ding" im Leben
bislang durchgezogen haben, einen
bestimmten Beruf jahrzehntelang
ausübten, in familiären Bindungen
verhaftet waren usw.. Und gerade diese
Menschen haben plötzlich entschieden,
dass sie ihr Leben nochmals
grundsätzlich verändern möchten - und
tun es auch! Sie spürten, dass sie mit
dem bisherigen Lebensablauf nicht
zufrieden waren und haben sich dazu
entschieden, dies zu ändern oder ändern
es in diesem Moment!
Zum Beispiel mein langjähriger Freund
Adam Jakob, mit dem wir 2011
zusammen Silvester gefeiert hatten.
Adam ist sehr erfolgreich im
Baugewerbe, war hier jahrzehntelang
selbstständig und zuletzt für den größten
Fertighausbauer Deutschlands in
leitender Funktion tätig. Und am
Silvesterabend tat er uns kund, dass er
dort kündigen würde. Meine Reaktion: „
Wieso das denn? Du hast doch einen
Spitzenjob, die Leute lieben Dich, Du
hast Eifolg und behandelst Deine
Mitarbeiter fair. Vor allem verdienst
Du hervorragend und hast bei Deiner
Tätigkeit auch Freude..." Seine
Antwort: „Egal. Ich höre dort auf. Ich
will das nicht mehr. Ich möchte etwas
anderes machen."
„Und was bitteschön?", entgegnete ich.
„Das kann ich Dir noch nicht sagen.
Ich möchte mich wieder selbstständig
machen, etwas mit und für Menschen
tun. Ich habe noch keine genaue
Ahnung, aber ich kündige nächste
Woche..."
Genau das hat er dann auch getan, ohne
zu wissen, wieso genau und was er dann
tun würde. Er ist - unserem westlichen,
nüchternen Denken entgegengesetzt -
seinem Gefühl gefolgt, einem inneren
Impuls, den er logisch gar nicht
begründen konnte, und hat sein Leben
nochmals komplett neu gestaltet - und
das wieder sehr erfolgreich! Adam
arbeitet heute mit Erdakupunktur und als
Energetiker, hat sich hier selbstständig
gemacht und ist so immer noch im
Bereich der Bauwirtschaft aktiv, jedoch
auf einer anderen Ebene, die ihn
offensichtlich viel mehr erfüllt, mit
anderen Menschen - mit
aufgeschlosseneren Menschen!
Dies ist nur eines von
unzähligen Beispielen, wie wir
sie auch später in diesem Buch
finden, und soll verdeutlichen,
was hier mit uns passiert. Es
sind innere Impulse, denen
man folgt, die nicht logisch
begründbar sind, weil sie nicht
mit dem Verstand zu erfassen
sind, und die angesichts ihrer
plötzlichen Intensität und
Dringlichkeit möglicherweise
selbst Psychologen stutzig
machen.
Betrifft das auch mich?
Was ich eben beschrieben habe - das
Annähern unseres Sonnensystems an das
Galaxiszentrum und die Folgen für uns
Menschen -, ist doch an und für sich
einleuchtend und gedanklich
nachvollziehbar, nicht wahr? Und wir
sind heute aufgrund der Astro- und
Quantenphysik sogar in der Lage, das zu
bestätigen, was die Mayas und Hindus -
mit welchem Hintergrund auch immer -
vor Jahrhunderten und Jahrtausenden
schon wussten. Worauf ich jedoch
hinaus will, ist Folgendes: Viele von uns
werden all das schon vor Jahren in
diversen spirituellen Büchern gelesen
oder auf Vorträgen gehört haben. Man
hört oder liest von diesen Umwälzungen,
von den Umbrüchen, von Chaos und
Bürgerkriegen - die auch eine Abfolge
davon sind - und von menschlichen,
familiären Dramen, die auf uns
zukommen sollen.
Mal ganz ehrlich: Das klingt so aus der
Ferne auch ganz schlau und weise
dahergeredet, da es meist „die anderen"
da draußen betrifft. Man selbst denkt ja
von sich, dass man alles richtig macht,
spirituell und geistig bereits
einigermaßen erwacht ist und einem
persönlich eigentlich nichts passieren
wird, ja es eigentlich nur noch besser
werden kann. Ehrlich gesagt, habe ich
selbst auch so gedacht. Vor allem, weil
ich als Autor zu solchen Themen nun seit
zwei Jahrzehnten schreibe und unzählige
Gespräche mit Forschern, aber auch
Betroffenen geführt und viele
erschütternde Lebensbeichten von
Freunden wie auch Leserinnen und
Lesern gehört habe, habe ich einen
gewissen Abstand dazu. Ich bin oft nur
der Berichterstatter. Selbstverständlich
habe ich nach zwei
Buchbeschlagnahmungen,
Hausdurchsuchungen, einem
zehnjährigen Gerichtsprozess wegen
dieser Bücher, einer Scheidung und
etlichen kaufmännischen „Experimenten"
auch reichlich eigene Erfahrungen
gesammelt. Dennoch habe ich immer an
mir gearbeitet, mich selbst beobachtet,
mit der Ernährung experimentiert, mit
alternativen Heilmethoden oder
meditativen Prozessen. Und man meint
meist von sich selbst, dass man sich im
Strom des Lebens befindet, fühlt sich als
Teil des Einklangs, fühlt sich vom Leben
getragen und aufgehoben und wähnt sich
am Puls der Zeit. Doch gerade dann ist
es umso heftiger, wenn es einem selbst
widerfährt, wenn einen das Leben, die
„Matrix", auf ziemlich unsanfte Weise
dazu „anregt", selbst seinen Hintern zu
bewegen, sprich wenn das Leben einem
den Teppich unter den Füßen wegzieht.
So geschehen in meinem Fall im März
2012!
Mich hat es am 6.3.2012 eiskalt
erwischt, als ich am Morgen dieses
Tages völlig unerwartet in eine tiefe
Sinnkrise stürzte, die mich über zwei
Jahre hinweg begleiten sollte (mehr dazu
gleich).
Mein Nahtoderlebnis
Um besser verstehen und
nachvollziehen zu können,
was einen „Jan van Heising"
aus der Bahn werfen kann,
muss ich ein wenig ausholen
und in mein Privatleben
eindringen. Ein Ereignis, das
ich durchaus als
Schlüsselerlebnis bezeichnen
kann, möchte ich hier
schildern. (Ich wähle an dieser
Stelle eine komprimierte
Form, da ich es bereits im
„Eine Million Euro Buch"
ausführlich geschildert habe.)
Was Millionen Menschen weltweit
schon erlebt und darüber berichtet
haben, ist auch mir widerfahren: Ich
hatte 1986 durch einen Unfall meinen
Körper verlassen und dadurch Einblick
in die „andere Welt" - wenn auch nur
ganz kurz. Zum damaligen Zeitpunkt war
ich 19 Jahre alt, als ich mit meinem Auto
aus der Kurve und nach mehreren
Überschlägen gegen einen Baum flog.
Einen Moment später fand ich mich über
der Unfallstelle wieder, etwa 20 Meter
über der Situation schwebend, und habe
von oben das Geschehen betrachtet. Ich
sah, wie die Autos anhielten, wie die
Straße gesperrt wurde, der Schulbus
hielt, der Krankenwagen kam usw.. Und
vor allem war ich überrascht, mich
selbst da unten im Auto liegen zu sehen.
Ich brauchte einen Moment, um zu
realisieren, dass ich, also genauer gesagt
mein Körper, da unten im Wagen
eingeklemmt lag und ich dennoch hier
oben war - in der Luft. Plötzlich hörte
ich eine Stimme neben mir, die sagte:
„Jan, Du bist von Deinem Lebensweg
abgekommen, besinne Dich, sonst holen
wir Dich wieder ab."
Dann sah ich meinen Lebensfilm, also
Episoden aus meinem bisherigen Leben.
Wenn ich geradeaus sah, sah ich meine
gegenwärtige Situation. Wenn ich nun
etwas nach oben schaute, sah ich Bilder
aus meiner Zukunft. Schaute ich nach
unten, sah ich Bilder aus der
Vergangenheit. Bewegte ich mich auf
eines der Bilder zu, so zog es mich
hinein, und ich befand mich - wie in
einem Film - wieder in der gezeigten
Situation und empfand alles erneut. Dann
war ich im Leib meiner Mutter, und kurz
darauf fand ich mich im Weltraum
schwebend wieder und spürte, wie
etwas oder jemand neben mir war -
konnte aber niemanden sehen. Dieses
Etwas, das ich heute als meinen
„Schutzengel" bezeichne, zeigte mir drei
verschiedene Familien, von denen ich
mir eine aussuchen durfte. Ich weiß
heute nicht mehr, was genau der
Unterschied war, doch im Wesentlichen
ging es darum, dass ich in jeder Familie
und in jedem der drei Leben ähnliche
Lebenswege einschlagen würde, da die
Prüfungen und Herausforderungen in
etwa dieselben waren. Nur würde ich
dann eben - je nach genetischem Code
der Eltern - etwas anders aussehen,
eventuell eine andere Kindheit haben,
aber spätestens nach dem Auszug aus
dem Elternhaus meinen Weg gehen. Es
war also meine Aufgabe zu wählen, zu
welcher Familie ich als Seele
hineinschlüpfe und an welchem Ort das
sein würde. Dann zeigte man mir mich
selbst in einem anderen Körper. Es war
der Körper meines vorherigen Lebens,
und ich sah mich als erwachsenen Mann
in einem Kriegsgeschehen.
Und so, wie ich in der Zeit
zurückgehen konnte, so
konnte ich auch in meine
damalige Zukunft schauen. Es
wurde mir gezeigt, was ich
einst selbst gewählt hatte,
bevor ich in den Körper des
Jan schlüpfte, und was ich mir
für dieses Leben
vorgenommen hatte. Und ein
Teil hat sich bereits erfüllt,
und ein anderer wartet noch
auf mich.
Nach zirka 10 Minuten kam ich dann im
Auto liegend wieder zu Bewusstsein und
die um die Unfallstelle stehenden
Menschen riefen: „Er lebt!" Nachdem
man mir dann aus dem auf dem Kopf
stehenden Fahrzeug geholfen hatte,
stellte ich fest, dass alles so angeordnet
war (Krankenwagen, Absperrungen),
wie ich es von oben, aus der
Vogelperspektive, gesehen hatte. (Ich
hatte übrigens nur eine Prellung an der
Hand davongetragen.) Die Botschaft
hatte ich auch verstanden: Ich war
damals bereits mehrere Jahre in der
Punk-Szene unterwegs gewesen mit
einem entsprechenden „Lebensstil", was
offenbar nicht wirklich mit dem
übereinstimmte, was ich mir für dieses
Leben vorgenommen hatte. ©
Dieses Erlebnis war jedenfalls
einschneidend und wegweisend zugleich
für mich. Nicht nur, dass es das
bestätigte, was ich aus der äußerst
umfangreichen grenzwissenschaftlichen
Bibliothek meines Vaters bereits von
Kindesbeinen an erfahren hatte. Es hatte
nach logischem Nachdenken auch
gewisse Konsequenzen für mich, denn
ich kam zu folgenden Erkenntnissen:
1. Es gibt eine Seele, die getrennt vom
Körper existiert und im Gegensatz zum
physischen Leib weiterlebt und -„sinnt".
Sie ist das eigentliche ICH, sie ist das,
was mich ausmacht. Die Seele wählt
sich den Körper aus.
2. Es gibt offenbar einen Lebensplan,
den man sich selbst vor der Inkarnation
ausgesucht hat, um Prüfungen und
Erfahrungen zu sammeln, welche die
Seele schulen sollen. Dieser Lebensplan
ist in groben Etappen festgelegt und es
gilt, diese Etappen, diese
Lebensprüfungen zu absolvieren und
sich dadurch weiterzuentwickeln.
3. Es gibt feinstoffliche, für die
meisten Menschen unsichtbare Wesen -
sogenannte „Schutzengel" -, die der
Seele, also uns, zur Seite stehen und die
mit uns kommunizieren - ja, eigentlich
noch viel mehr: mit denen auch WIR
kommunizieren können.
4. Es gibt offenbar die Reinkarnation,
da mir zumindest ein vorhergehendes
Leben gezeigt wurde und die
Zusammenhänge, die zu meinem jetzigen
Leben führten.
5. Der physische Tod ist nichts, wovor
man Angst zu haben braucht!
Sehen auch Sie diese
Konsequenzen?
Für mich wurde offensichtlich, dass es
auf der Erde keine Religion gibt, die
sich mit dem von mir Erlebten deckt. Am
ehesten passen wohl die, welche die
Reinkarnation beinhalten, also die
Wiedergeburtslehre, also dass eine
Seele viele Male auf die Erde kommt, in
verschiedene Körper, um Erfahrungen zu
machen und zu lernen. Mir wurde
bewusst, dass es so etwas wie einen
freien Willen auf der Erde nicht gänzlich
gibt. Es gibt ihn sozusagen
eingeschränkt, wenn wir uns für dieses
Leben entscheiden und die Eltern und
das Geburtsdatum gewählt haben. Sind
wir jedoch einmal inkarniert, also auf
der Erde geboren, dann sind wir
gefangen im „Plan", in einer Struktur,
einer Ordnung mit Gesetzmäßigkeiten,
die es zu befolgen gilt.
Nur wenn wir diesem roten Faden durch
unser Leben folgen und vor allem, wenn
wir uns diesen „Plan" bewusst machen
und die geplanten Aufgaben meistern,
können wir wirklichen Erfolg haben und
glücklich sein.
Was erkannte ich damals noch? Vor
allem ergibt sich mit diesem Wissen im
Hinterkopf ein gänzlich neues Verhalten
im täglichen Leben - auch gegenüber
unserer Familie und unseren Kindern -,
da wir nun wissen, dass nicht irgendein
anderer für unsere Schicksalsschläge
verantwortlich ist und für unsere
Unfälle, sondern gewissermaßen wir
selbst — auch wenn diese Erkenntnis
psychisch und moralisch in vielerlei
Hinsicht kaum zu fassen oder zu
„ertragen" ist, wenn man so weit geht,
menschliche Verbrechen mit
einzubeziehen. Wir selbst suchen uns die
Familie aus und das Land, in welchem
wir geboren werden. Und unsere Kinder
haben sich uns als Eltern ausgesucht -
einerseits, um durch uns zu lernen,
jedoch auch, um uns etwas zu lehren.
Darüber sollten wir uns immer bewusst
sein. Es ist nicht unsere Aufgabe als
Eltern, die Kinder so aufzuziehen, dass
sie so funktionieren, wie wir das wollen
oder unser gesellschaftliches System,
sondern unsere Aufgabe ist es, die
Kinder so zu erziehen, dass die Seele
sich frei entfalten und ihre
Lebensaufgabe erfüllen kann. Auch
Unfälle sind nie „Zufälle", sondern
Folgen von Ereignissen, die wir selbst
in irgendeiner Weise geschaffen haben -
wenn auch meist unbewusst - oder die
wir „brauchen", wie es dieses Buch
noch zeigen wird. Wir bekommen von
der „Geistigen Welt" Hinweise auf
anstehende Prüfungen (wie auch Unfälle)
zugesandt - oft durch Träume,
Vorahnungen oder unseren Freund oder
Ehepartner, der uns etwas sagt. Es gibt
Engel, oder sagen wir „feinstoffliche
Wesen", die uns zur Seite stehen. Und
jetzt kommen wir zum Eigentlichen! Mit
diesen kann man eine Verbindung
herstellen und sie befragen.
Wie spreche ich mit meinem
Schutzengel?
Mir war damals klar geworden: Wenn
dieses Wesen jetzt - während des
Unfalls - mit mir spricht, dann tut es dies
höchstwahrscheinlich auch zu anderen
Zeiten, nur höre ich es nicht, weil mir
andere Dinge vermeintlich wichtiger
sind, als auf mein Gefühl zu hören.
Wahrscheinlich hatte dieses Wesen
schon die ganze Zeit zu mir gesprochen,
mir zugeflüstert über die Intuition, die
innere Stimme oder ein komisches
Gefühl im Bauch. Wir kennen das alle...
Also sagte ich mir: Wenn dieses Wesen
schon öfter versucht hat, mit mir zu
kommunizieren, dann lag es mit
ziemlicher Sicherheit an mir, dass ich es
nicht gehört habe, weil ich nicht zugehört
habe, nicht nach innen gehört habe. So
war die logische Schlussfolgerung: Ich
muss mich öffnen, versuchen, solche
Stimmchen wahrzunehmen, damit eine
Kommunikation stattfinden kann. Das
war für mich logisch... Nun verstand ich
auch den Sinn einer Meditation. Wenn
mein Köpfchen ständig mit meinen
Gedanken gefüllt und beschäftigt ist,
kann eine andere Stimme (die des
Schutzengels beispielsweise) nicht rein.
Ist ein Wasserglas bis zum Rand gefüllt,
kann auch kein frisches Wasser
nachgefüllt werden. Das ist auch
logisch...
Also versuchte ich
verschiedene Techniken, um
eine solche innere Stimme
wahrzunehmen. Meditation im
klassischen Sinne hat bei mir
persönlich nur schlecht
funktioniert, eintönige
Gartenarbeit hingegen oder
lange, einsame Autofahrten
bei Nacht schon viel besser.
Am besten klappt es jedoch
unter der morgendlichen
Dusche. Wieso? Das dürfen
Sie mich nicht fragen. Es hat
sich über die Jahre einfach so
ergeben. Hier kommen die
besten Ein-Fälle - es fällt mir
etwas ein beziehungsweise
kann in meinen entspannten
Zustand einfallen, in mich
hineinfallen (einen
„Gedankenblitz" nennt man
das im Volksmund).
Es geht allen so!
Die Recherche und hunderte von
Gesprächen mit Menschen haben
ergeben, dass jeder Mensch diese
Erfahrungen macht. Nur schenken die
meisten derartigen Wahrnehmungen
keine große Bedeutung. Jetzt mag der
Skeptiker einwenden, dass ich mir das
alles nur einbilde, dass das nur meine
eigenen Gedanken oder
Wunschvorstellungen sind. Vier
Beispiele, um dies zu widerlegen,
möchte ich Ihnen hierzu präsentieren:
Als ich mich mitten in der
Gesellenprüfung zur Raumausstatterlehre
befand, hatte ich vor der Prüfung zum
„Fachrechnen" ein Erlebnis, das ich
noch heute vor mir sehe. Ich saß in
Stuttgart im Schulgebäude an die Wand
gelehnt und wartete, wie alle anderen
Schüler, auf den Prüfer. Es gab aber
noch den einen oder anderen, der über
seinen Ordner gebeugt dasaß und sich
nochmals den Schulstoff ansah. Ich hatte
jedoch die Nacht zuvor noch lange
gelernt, hatte gerade 100 km Anreise
hinter mir und fühlte mich gut gerüstet.
Deshalb war ich recht gelassen.
Plötzlich vernahm ich eine Stimme in
meinem Kopf, die sagte: „Geh zum
Tobias!" Ich fragte still zurück:
„Wozu?"
„Geh hin!", sagte die Stimme erneut.
Also ging ich zu Tobias und stellte mich
hinter diesen, der über seinem
aufgeschlagenen Schulheft saß. „Schau
hin!", sagte die Stimme. Ich blickte über
seine Schulter und sah in seinem Heft
eine mir bekannte Berechnungsaufgabe
mit diversen Diagrammen und
Zeichnungen. Ich sah mir diese noch
einmal bewusst an - und schon kam auch
der Prüfer. Als wir dann auf unseren
Plätzen saßen, die Prü- fungsbögen
vorgelegt bekamen und ich meinen
umdrehte, da war die erste Aufgabe -
und das war auch die mit der höchsten zu
vergebenen Punktzahl - diejenige, die
ich mir gerade im Heft von Tobias
angesehen hatte. Horrido!
Doch es kam noch wilder! Während der
Prüfung ging plötzlich die Tür auf, und
ein mir unbekannter Mann kam herein
und schaute in die Klasse. Dieser Mann,
mit blondem, leicht gewelltem Haar und
einer Brille, kam zu mir, stellte sich
hinter mich und sagte: „Na, klappt alles,
Jan? Die Aufgabe 5 schaust Du Dir
besser noch mal an." Ich dachte, ich
höre nicht recht. Wer war das? Und
woher kannte er meinen Namen? War
das ein Lehrer aus der Parallelklasse?
Aber wieso kannte er dann mich? Und
der konnte doch nicht während einer
Prüfung mit einem Prüfling sprechen.
Das geht doch gar nicht... Der Mann ging
jedenfalls durch die Klasse, schaute sich
die anderen Schüler an und kam dann
wieder zu mir zurück mit den Worten:
„Ich weiß ja, dass Du mit dem Herrn
Müller nicht so gut klarkommst..." (das
war der Fachrechnen-Lehrer, mit dem
ich trotz meiner ausgezeichneten Noten
menschlich nicht klarkam). Dabei
schaute er auch zu Herrn Müller. Ich
dachte, ich müsste im Boden versinken
vor Peinlichkeit. Aber der blonde Mann
lächelte nur und ging dann aus dem
Zimmer. Jetzt schaute ich mir die
Aufgabe Nummer 5 noch einmal an und
fand - verflixt noch mal - einen
Flüchtigkeitsfehler, der mich zu einer
falschen Lösung führte! Diesen konnte
ich auf diese Weise noch korrigieren.
Nach der Prüfung fragte ich dann zwei
Klassenkameraden, ob sie den Lehrer
kannten, der ins Zimmer gekommen war,
und ob sie dieses Verhalten nicht auch
sehr eigenartig gefunden hätten. Aber sie
meinten nur, dass sie niemanden gesehen
hatten... In der Prüfung hatte ich dann
eine glatte Eins!
Das zweite Erlebnis trug sich im Jahre
2001 zu. Ich hatte gerade mein Auto
verkauft und fuhr als Übergang zum
nächsten Fahrzeug den Audi meines
verstorbenen Großvaters. Jener war
zwar schon ein paar Jahre alt, ging aber
dennoch recht flott - also knapp 260
Stundenkilometer. Ich war auf dem
Rückweg von einer Kurzreise, es war
schon gegen 20 Uhr abends und dunkel,
als ich von Nürnberg kommend Richtung
Heilbronn fuhr. Ich wollte nach Hause
und trat daher das Gaspedal weit durch.
Es war kurz vor der Ausfahrt Aurach, an
einer Stelle, an der es bergab geht und
der Audi die 260 Stundenkilometer
locker erreichte (dessen Bremsen und
Bereifung allerdings nicht mehr die
besten waren), als plötzlich der
Scheibenwischer anging, ohne dass ich
diesen betätigt hatte. Ich hatte bei meiner
flotten Fahrweise beide Hände fest am
Lenkrad! Mein erster Gedanke war:
„Ha! Das ist ein Zeichen vom Opa!",
dessen Wagen ich ja fuhr. „Da gehe ich
mal besser vom Gas." Und was sage
ich, keine 500 Meter entfernt scherte
plötzlich ein LKW ohne zu blinken aus
seiner Fahrbahn aus, um einen anderen
LKW zu überholen. Das hätte ich nicht
mehr geschafft, wenn ich nicht aufgrund
des Scheibenwischer-Hinweises
rechtzeitig vom Gas gegangen wäre...
Das dritte Erlebnis stammt nicht von
mir, sondern einem engen Freund, einem
der bekanntesten Unternehmensberater
Österreichs. Sein Geschäftskollege aus
den USA war einmal mit seiner Frau in
Hong Kong. Es war ihr letzter Tag, und
sie waren auf einem großen Marktplatz
inmitten tausender Chinesen, als auf
einmal ein altes Mütterchen aus der
Menge auf sie zukam und folgenden Satz
sagte: „Dont take the flight tonight!"
{„Nehmt nicht den Flug heute Abend!")
Die beiden hatten dann - als
knochentrockene Realisten — hin- und
herdiskutiert, schließlich aber
entschieden, nicht zu fliegen. Und Sie
können sich wahrscheinlich schon
denken, was passiert ist - das Flugzeug
ist abgestürzt.
Das vierte Erlebnis war für mich das
bislang einschneidendste: Es war 2001
im Februar, als ich eines Nachts
geträumt hatte, dass zwei Autos bei mir
in den Hof fahren, ein Polizeiauto und
ein dunkelblauer Mercedes E- Klasse.
Nach dem Traum wachte ich auf - es
war so gegen 1 Uhr - (ich lebte damals
alleine, meine jetzige Frau kannte ich zu
diesem Zeitpunkt noch nicht) und
begann, meine Ordner ins Auto zu laden,
in denen sich meine Unterlagen für den
laufenden Gerichtsprozess wegen meiner
beiden „Ge- heimgesellschaften-Bücher"
befanden. Hier hatte ich alles für meine
Verteidigung vor Gericht gesammelt und
ich hatte Angst, dass man mir diese
wegnehmen könnte. Mein Vater, der
gerade auf Besuch war und einen Stock
tiefer nächtigte, wachte auf und fragte
mich, was ich denn mitten in der Nacht
herumlärmen würde. Nachdem ich ihm
von meinem Traum erzählt hatte, half er
mir. Danach legte ich mich wieder ins
Bett und vergaß die Sache schon Tage
später wieder. Genau 14 Tage später
wachte ich morgens so gegen 5:30 Uhr
auf, eine halbe Stunde vor meiner
eigentlichen Aufstehzeit, und konnte
nicht mehr einschlafen. Ich stand dann
auf und begab mich ins Bad. Während
ich mich duschte, fiel mir auf, dass die
Ränder im Duschbereich eine dunkle
Färbung hatten und die
Glasschiebewände leicht verkalkt
waren. Da dachte ich: „Das reinige ich
jetzt gleich.und begann dann damit,
nachdem ich mich angezogen hatte. Da
ich nun aber schon mit dem Putzeimer
unterwegs war, dachte ich, dass ich dann
doch gleich auch mal durchsaugen und
auch die Wäsche in die Waschmaschine
packen könnte. Kurzum, nach zirka
anderthalb Stunden war meine Wohnung
blitzblank, die Küche sauber, das
Wohnzimmer aufgeräumt und die Betten
gemacht. Danach setzte ich mich an
meinen Rechner und wollte gerade mit
der Arbeit beginnen, als das Telefon
klingelte und meine Oma ganz aufgeregt
meinte: „Jan, Du bekommst gleich
Besuch - die Polizei war da." Ich war
erst ein paar Wochen zuvor in das Haus
gezogen, in dem zuvor meine jüngere
Schwester gelebt hatte - zirka 2 km
entfernt vom Elternhaus und dem meiner
Großeltern -, hatte aber meinen Umzug
noch nicht gemeldet, da ich noch auf
Reisen war. Deshalb war die Polizei zur
falschen Adresse gefahren. Nachdem ich
aufgelegt hatte, sprach ich in erregter
Verfassung laut aus: „Oh Gott, und
jetzt? Was soll ich tun?" Woraufhin ich
eine deutliche männliche Stimme in
meinem Kopf hörte, die sagte:
„Computer weg!" Ich packte also mein
Notebook, das auf dem
Wohnzimmertisch lag, und rannte aus
dem Haus, in die Garage, von wo aus es
in die Waschküche ging, und legte es
hinter die laufende Waschmaschine. Jetzt
war noch etwa 1 Minute Zeit, dann
müssten die Polizisten da sein. Ich also
zurück ins Haus, in den ersten Stock und
fragte erneut: „Und jetzt?"„Den
Hauptrechner weg!", kam die
Anweisung. Das wunderte mich nun, da
eine Hausdurchsuchung ja wegen meiner
beschlagnahmten Bücher sein würde und
ich meine Unterlagen fürs Gericht
bereits nicht mehr im Haus hatte. Das
war es, was mir in diesem Moment
durch den Kopf ging. Und erneut kam die
Stimme: „Den Rechner weg!!!" Also
steckte ich den laufenden Computer aus
und öffnete die Dachluke zur Bühne. Da
klingelte es schon an der Türe. Ich habe
dann den Rechner nach oben geworfen
und schnell die Luke zur Bühne wieder
geschlossen, als es zum zweiten Mal
klingelte. Ich drückte den Türöffner und
hatte plötzlich das Gefühl, als würde
„jemand" seine Hand auf meine Schulter
legen. Innerhalb einer Sekunde wich alle
Aufregung und Angst von mir und ich
stand ruhig am Treppenaufgang. Die
Beamten kamen herein und der leitende
Kommissar vom Staatsschutz, der
politischen Abteilung der Kripo, sagte:
„Guten Morgen Herr Holey, wir
würden gerne Ihr Haus anschauen!" Ich
entgegnete: „Ach, die Inquisition, na
dann kommen Sie mal rein!" Die
Beamten nahmen es mit Humor und
vollzogen dann zu siebt ihre Arbeit. Ich
wurde aufgeklärt, dass meine
beschlagnahmten Bücher im Internet zum
Download zur Verfügung stünden und
man davon ausging, dass ich diese dort
platziert hatte. Deswegen wollte man
meine Rechner mitnehmen und diese
überprüfen, ob sich diese Datei darauf
befand. Da war ich baff. Zunächst
einmal war ich das nicht gewesen mit
den im Internet platzierten Buch-Dateien,
ich hatte damals auch gar kein Internet
im Haus und auch nicht die von den
Beamten vermuteten Dateien auf dem
Rechner. Und abgesehen davon konnte
das jedermann gewesen sein. Da hatte
wohl jemand meine Bücher eingescannt
und dann die Datei in ein pdf-Format
umgewandelt und ins Internet gestellt -
vermutlich ein Leser, der auf diese
Weise den Inhalt der beschlagnahmten
Bücher mit der Öffentlichkeit teilen
wollte. Nachdem ich erklärt hatte, dass
ich gerade erst umgezogen sei und mein
Hauptrechner im Moment nicht in
meinem Büro wäre, nahmen sie nur
einen alten PC mit, der unter dem
Bürotisch stand, der allerdings defekt
war. So richtig Gänsehaut bekam ich
schließlich, als ich vor die Haustüre auf
den Parkplatz sah, denn dort standen
zwei dunkelblaue Mercedes E-Klasse!
Um es hier kurz zu machen: Die Beamten
waren freundlich, einen davon kannte
ich, da wir ein Jahr zuvor noch im
selben Mehrfamilienhaus in Crailsheim
gewohnt hatten, bevor ich zurück nach
Fichtenau zog. Der Polizeibeamte und
ich hatten uns hin und wieder über Autos
unterhalten, da wir uns fast immer in der
hauseigenen Parkgarage begegnet waren.
Einen weiteren Herrn kannte ich, es war
ein Mitarbeiter aus dem Rathaus. Bei
einer Hausdurchsuchung muss immer ein
Zeuge von der Gemeinde mit dabei sein,
der überprüft, ob alles, was von der
Polizei mitgenommen wird, auch korrekt
auf einer entsprechenden Liste aufgeführt
wird.
Auf Umwegen erfuhr ich eine Woche
später, was die Beamten nach d
Durchsuchung über mich gesagt hatten.
Unter anderem hätten sie es ei „Sauerei"
gefunden, dass man in Deutschland
Hausdurchsuchungen weg Büchern
durchführt, es gäbe ja nun wirklich
Schlimmeres... Doch das Bes war, dass
einer der Beamten mein erstes Buch
gelesen hatte - sich bei d Durchsuchung
allerdings bedeckt hielt — und später
erklärte, dass er d Inhalt „gut fand". Ich
sage ja: Es gibt keine Zufälle!
Was mir bei dieser Aktion an
Besonderem auffiel, war Folgendes: Ei
für mich unsichtbare Kraft/Wesenheit
hatte mir also im Vorfeld den Hi weis
gegeben, dass ich eine
Hausdurchsuchung zu erwarten habe, und
Ii' mich das über einen Traum wissen.
Zudem wachte ich am Tag der Durc
suchung früher auf als gewöhnlich und
bekam eine Putzattacke, sodass c
Polizisten auf eine frisch gewienerte
Wohnung und einen hellwachen J
gestoßen sind. Für diejenigen, die mit
Hausdurchsuchungen noch kei Erfahrung
haben: Die finden grundsätzlich in den
frühen Morgenstund' statt, nach dem
Prinzip: „Früher Vogel fängt den
V/urm.", da man um 6 U noch zu Hause
ist und gleichzeitig, um den Betroffenen
zu überrumpe und „auf dem falschen Fuß
zu erwischen". Man nutzt den
Überraschung effekt, vor allem kann man
dann kein vermutetes „Beweismaterial"
v£ schwinden lassen. Man sagt in einem
unausgeschlafenen Zustand auch ge ne
mal etwas Unbewusstes... Der Hinweis
mit den Computern kam wo deshalb,
damit ich ungestört an meinem Buch
weiterschreiben konnte, dem ich damals
arbeitete. Spannend fand ich das mit den
Autos: Es war ja in der Realität zwei
dunkelblaue Mercedes. Wenn mir in
meinem Trau dieses Bild, wie die
beiden Zivilfahrzeuge vors Haus fahren,
gezeigt word' wäre, hätte ich ja nicht
verstanden, dass es die Polizei ist, die
da komn Also hatte man mir im Traum
eines der Fahrzeuge als Polizeiwagen
darg stellt, damit ich wusste, wie ich das
Ganze einzusortieren habe. Und dai die
Stimme, die zu mir sprach - ja, das war
der Hammer! Von diesem E lebnis, so
unangenehm es auch war, zehre ich noch
heute, denn es zeig mir - unter Zeugen
(mein Vater) dass wir Hilfe von der
Geistigen W< erhalten. Zudem zeigte es
mir auf, wie diese unsichtbare Welt
arbeitet ui mit uns Menschen
kommuniziert, und ließ mich vor allem
wissen, dass i< auch in schwierigen
Situationen eine geistige Begleitung zur
Seite steh habe. Damit hier kein falscher
Eindruck entsteht: Selbstverständlich ste

diese Geistige Welt an sich nicht auf


einer Seite, so nach dem Motto: „Das ist
der ,Gute\ dem helfen wir; dem ,Bösen'
aber nicht." Ohne Zweifel hat ebenso
der ermittelnde oder der durchsuchende
Polizist - der ja im Übrigen auch nicht
„böse" war - seine geistigen Begleiter,
genauso wie ich. Jeder Mensch wird
geführt und begleitet auf seinem Weg.
Das, was Sie hier lesen, haben
zigtausende Menschen weltweit
ebenfalls erlebt, seien es
Nahtoderlebnisse oder diese kleinen
„Zeichen", die man hin und wieder
wahrnimmt. Und viele davon haben sich
ebenso ihre eigenen Gedanken dazu
gemacht, wie ich - und haben auch ihr
Leben dementsprechend geändert. Oder
um es mit den Worten Winston
Churchills auszudrücken: „Jeder
Mensch stolpert im Laufe seines
Lebens irgendwann über die Wahrheit,
doch die meisten stehen auf klopfen
sich den Staub ab und gehen weiter."
Doch es stehen eben nicht alle auf und
tun so, als wäre nichts passiert. Immer
mehr Menschen erkennen das, erkennen
solche Momente, in denen sie etwas
„Wahres" erlebt haben, mit einer
Wahrheit konfrontiert wurden - und
handeln! Ohne dass sie es
möglicherweise so beschreiben würden,
öffnen sie sich dem Ruf ihrer Seele, die
mit der geistigen (und himmlischen)
Welt in Verbindung steht; und sie
beginnen, sich von ihrer Intuition leiten
zu lassen - mit einer ungeahnten
Bereitschaft, ihr Leben zu verändern und
neu zu überdenken, auch wenn es
zunächst weh tut. Viele davon sprechen
allerdings nicht darüber, meistens, um
nicht im Freundeskreis als Sonderling
angesehen zu werden. Und es gibt noch
ganz andere Fälle, die noch viel
beweiskräftiger sind als meine hier
soeben genannten.
Ich schildere Ihnen das alles deshalb,
damit Sie in etwa nachvollziehen
können, was ich am 6. März 2012
empfunden habe. Am Abend des 5. März
ging mein Buch „Politisch unkorrekt" in
Druck, ein Gemeinschaftswerk mit 13
weiteren Autoren. In diesem Buch wird
die politische Situation in Deutschland
und der westlichen Welt dargestellt und
geschildert, wie historische sowie
aktuelle Wahrheiten durch den Knebel
der „politischen Korrektheit"
unterdrückt bzw. nicht mehr
angesprochen, werden. Das Buch zu
schreiben und zu verlegen hat einen
Riesenspaß gemacht. Zum einen sind die
darin behandelten Themen ziemlich heiß
und unbequem - und es bereitete mir eine
besondere Freude, so etwas zu
veröffentlichen -, doch es war vor allem
die harmonische Art und Weise, wie
dieses Buch entstan- den ist, wie die
anderen Autoren zu mir kamen, wie die
einzelnen Artikel „gewachsen" sind, die
mich erfreuten und begeisterten. Es war
der Werdegang, wie dieses Buch
zustande kam, der mir zeigte, dass ich im
Fluss bin, dass die Zeit reif ist für dieses
Buch. Es gab keine Diskussionen mit den
Co-Autoren, die Überarbeitung der
Kapitel - Kürzungen oder Ergänzungen -
verlief reibungslos, die Lektorin war
besonders flott, einfach alles lief wie
geschmiert. Das Cover hatte ich auch
selbst entworfen und war darüber sehr
glücklich. Kurzum, am Abend des
5.3.2012 war ich euphorisch, gut gelaunt
und höchst zufrieden und war
dementsprechend am 6.3.2012 morgens
in mein Büro gegangen und freute mich
auf die nun anstehende Werbearbeit, die
vor Erscheinen eines neuen Titels
ansteht (Flyer und Broschüren erstellen,
Titel bei diversen Datenbanken
anmelden, Online- Aktionen vorbereiten
und Artikel schreiben). Und dann traf es
mich wie ein Schlag aus heiterem
Himmel, wie als wenn man das Licht
ausknipst. Im Bruchteil einer Sekunde
schoss mir der Gedanke in den Kopf,
dass ab diesem Moment mein Leben
nicht mehr so sein wird wie bisher, dass
die Zeit des Bücherschreibens, wie ich
es bisher kannte, vorbei ist und eine
neue Lebens- und Berufsetappe ansteht.
Und dies ging einher mit einem ganz
eigenartigen Gefühl in meinem Bauch,
das ich nicht wirklich definieren
konnte.
Ich fühlte mich, als hätte mir jemand den
Boden unter den Füßen weggerissen. Ich
fühlte mich von einem Moment zum
anderen hilflos, völlig alleine und so, als
wäre ich vor eine Wand gelaufen. Es
war eine unfassbare Leere, die sich
innerhalb von Sekunden in mir
ausbreitete. Im selben Moment kam die
äußerst bittere Erkenntnis: Das Leben,
mein Lebensplan, mein Schutzengel -
oder wer auch immer - verlangt nach
einer Neuorientierung. Offenbar war
eine bestimmte Lebensetappe
abgeschlossen, und es stand eine neue
an. NUR: Es wurde mir nicht
übermittelt, WAS es denn ist, was nun
kommt, und WOHIN die Reise geht.
Wissen Sie, ich verstehe es ja,
wenn man diverse
schmerzhafte Erfahrungen
gemacht hat und sich dann
aufgrund dieser
Enttäuschungen dafür
entscheidet, etwas im Leben
zu verändern. Doch genau das
war bei mir eben NICHT der
Fall gewesen. Ich war ja
aufgrund meines soeben in
Druck gegangenen Buches in
Hochstimmung - und dann
das...
Ähnlich schilderte es mir eine Leserin
im Herbst 2014, die meinen Newsletter
gelesen hatte, in dem ich meine Situation
beschrieb: „Hallo Jan, als ich Deinen
Artikel las, war ich baff: ,Midlife-
Crisis für Jedermann'. Noch vor einer
Woche habe ich mich gefragt, was mit
mir los ist, ob ich mit 31 Jahren schon
in jener Krise stecke. Glücklich
verheiratete Frau mit Kind und super
Job, in dem ich kreativ sein kann und
eigene Entscheidungsspielräume habe
(gut, mehr Geld geht immer, gerade bei
uns im Osten der Republik). Das Jahr
2013 war für uns das beste Jahr
überhaupt: Kind bekommen, Haus
fertig ausgebaut (in einer kleinen
Dorfgemeinde, die noch
zusammenhält), geheiratet. Der
krönende Abschluss war dann Anfang
Februar 2014: aus der Elternzeit
heraus in den super Vollzeitjob, das
gelingt nur wenigen Müttern. Ich
dachte mir an dem Punkt schon: ,Na,
das kann ja nur bergab gehen.' (Ich
weiß, wie blöd von mir, diese negativen
Gedanken gehabt zu haben.) Dann kam
meine Sinnkrise. Die Frage, die sich
mir stellte, war: ,War das alles? Und
nun?' Ich hatte mich in der
Zwischenzeit zweimal von meinem
Mann getrennt und hätte ihm auch das
gemeinsam erarbeitete Haus
überlassen. Warum eigentlich? Ich
verstehe es heute immer noch nicht. Ich
habe mir dann Gedanken über meine
Ziele im Leben gemacht und habe
festgestellt, dass das Erreichte auch
wirklich das ist, was ich immer wollte.
Viel Lärm um nichts? Keineswegs, es
ist wichtig, nochmals innezuhalten und
sich zu fragen, ob man das alles
wirklich immer so wollte. Ich bin
definitiv ein Familienmensch, und die
Abwechslung zwischen der kleinen
Dorfgemeinde und meinem super Job in
der großen Stadt ist perfekt. Aber ich
brauchte mal diese Auszeit, um mir
dessen bewusst zu werden."
Ich wollte dann von der Dame wissen,
ob sie denn mit ihrem Mann noch
zusammen und wie denn generell ihre
heutige Situation ist: „Ja, wir sind
wieder zusammen. Aber es gibt immer
noch Momente, in denen ich zweifle.
Was soll das noch werden? Ich
analysiere jeden Tag, warum ich
zweifle und komme zu dem Ergebnis,
dass es keinen direkten Grund gibt.
Sicher sind die Zeiten verrückt
geworden, und der Druck, der überall
steigt, tut mir nicht so gut. Aber das hat
ja nichts mit meiner Familie zu tun.
Das soll ja der Ort für den Ausgleich
sein. Im Übrigen sind die Hälfte der
Paare in unserer Umgebung entweder
getrennt oder schon lange nicht mehr
so glücklich. Wir reden hier von
Paaren, die 10-20 Jahre zusammen
sind. Manche sind verheiratet und
haben Kinder. Bei allen hängen Häuser
dran. Wo soll das noch hinführen? 80
Prozent der Bevölkerung werden blöde
im Kopf durch die Massenme- dien. Die
anderen 20 Prozent versuchen, sich auf
die eine oder andere Art davor
abzuschotten, mit mehr oder minder
Erfolg. Das gatize System läuft immer
schneller einen Abhang hinunter, und
wer es dann nicht geschafft hat, sich
geistigfrei zu machen und weitgehend
autark zu leben, der hat verloren.
So, das war es von mir. Ich
kämpfe weiter, weil uns
meiner Meinung nach nur der
Zusammenhalt in der Familie,
im Freundes- und
Bekanntenkreis vor diesem
Wahnsinn schützen kann."
So wie bei dieser Frau kam es
bei mir „aus dem Nichts"
heraus und ohne Vorwarnung
- vor allem gab es keinen
wirklichen Grund als Auslöser.
Nun möchte ich noch ein kurzes Erlebnis
schildern, um zu verdeutlichen, dass ich
nicht völlig unvorbereitet dastand bzw.
in etwa schon erahnen konnte, was hier
passierte - wobei meine persönliche
Krise im Jahr 2012 weitaus größere
Ausmaße annahm. Als ich 1995 zum
ersten Mal auf die Kanareninsel La
Palma reiste, um mir diese anzusehen,
trug ich noch verhältnismäßig häufig
schwarze Kleidung - als Überbleibsel
meiner Punk- Zeit in der Jugend. In
meinem Gepäck befanden sich fast nur
schwarze Kleidungsstücke. Als ich am
Morgen nach der ersten Nacht auf der
Insel aufwachte, konnte ich ab diesem
Moment kein Schwarz mehr anziehen. Es
ging nicht mehr - von einem Moment auf
den anderen, ohne Vorankündigung... Ich
musste dann in die Stadt fahren und mir
ein paar Klamotten kaufen, da es nicht
mehr möglich war, Schwarz am Leibe zu
haben.
Ich hatte damals einen Impuls vom
Leben erhalten, etwas zu ändern. Auch
passte die schwarze Kleidung nicht mehr
zu meiner neuen Lebensaufgabe - was
aus heutiger Sicht auch im wahrsten
Sinne des Wortes einleuchtend ist. Auch
hatte ich mich irgendwo der Aufgabe
verschrieben, Licht in diese Welt zu
bringen. Deshalb MUSSTE damals diese
Abneigung gegen Schwarz kommen! Die
Frage ist nur, WER hat mich dazu
gebracht? Wer hat in mir dieses „Anti-
Gefühl" erzeugt, aufgrund dessen ich
diese Farbe nicht mehr tragen konnte?
Wer hat das Recht, sich auf diese Weise
in mein Leben einzumischen? War da
nicht so etwas wie ein „Freier Wille"?
Offenbar nicht immer, zumindest nicht in
diesem Fall...
Nun ja, heute weiß ich, dass es derselbe
oder besser gesagt dieselben waren, die
mich auch bei meinem Autounfall
darüber in Kenntnis setzten, dass ich von
meinem Lebensplan abgekommen war
und es einer „Korrektur" bedurfte - in
Form eines Autounfalls. Nur dieses Mal
war es eine Korrektur meines Äußeren -
in Form von Farben, die wiederum auf
die Psyche wirken und gleichzeitig
Ausdruck von ihr sind. Es ist schon
interessant, wie das Leben so
funktioniert, wenn man das gesamte
Spektrum mit einbezieht.
Dieses Ereignis kam mir wieder in den
Sinn, als ich im März 2012 wie ein
nasser Pudel in meinem Büro stand und
blöd aus der Wäsche schaute. Ich war
erfolgreich, habe entsprechend verdient
und durfte eine große Leserschaft und
ein ebenso großes Informationsnetzwerk
mein Eigen nennen. Ich war ständig auf
Reisen und erlebte dementsprechend oft
Abenteuer, woraus sich wiederum
oftmals spannende Bekanntschaften mit
den entsprechenden Gesprächspartnern
entwickelten. Wieso sollte ich das
ändern? ICH wollte das ja auch gar nicht
ändern! Es lief doch alles ganz gut... Tja,
doch offenbar passte es der Geistigen
Welt nicht, meinen geistigen Begleitern.
Aber was genau passte diesen nicht? Ich
fand keinen ersichtlichen Grund, nur
dieses bedrohliche Leere-Gefühl in
mir.
Exakt DAS ist die Energie von 2012, die
mit diesem Jahr an Stärke zugenommen
hat! Unberechenbar, plötzlich aus dem
Nichts heraus hat sie zugeschlagen, die
Frequenzerhöhung. Und ich dachte, ich
wäre vorbereitet gewesen, würde damit
umgehen können. Vergiss es! Kalt
erwischt hat es mich, weil es nicht aus
dem Kopf kam, sondern mich emotional
berührt hatte. Es war nicht logisch
nachvollzieh- oder begründbar. Es ist
eventuell vergleichbar mit dem
Verlieben. Wenn man sich in jemanden
verliebt, so ist das auch nicht rational
und vom Verstand zu erfassen - es
passiert einfach. Es kann im Supermarkt
sein, auf einem Vortrag, in der Disko, an
der Bäckereitheke. Es passiert mit
einem, und dann darf man schauen, wie
man damit umgeht, was man daraus
macht. Es kann ja sein, dass das „Objekt
der Begierde" einer anderen Religion,
politischen Einstellung oder finanziellen
Gesellschaftsschicht angehört oder dass
man selbst oder die/der andere bereits
fest gebunden ist oder, oder... - trotzdem
„funkt" es bei beiden. Wer steuert das?
Wer hat darauf Einfluss? Ist es eine
Wiederbegegnung? Kennen sich beide
Seelen womöglich bereits aus einem
vorherigen Leben? Vielleicht... Was die
Mayas für diese Zeit erklärt und
vorhergesagt haben, ist ein radikaler
Umbruch, der sowohl das Kollektiv der
Menschheit als auch jeden Einzelnen
betrifft. Es wird in den Menschen etwas
passieren, was sie nicht einsortieren
können, was für den logischen Verstand
nicht einsortierbar ist - so wie das bei
mir der Fall war. Die Intuition muss die
Führung übernehmen!
Zurück zu meinem Prozess: Meine
geistigen Begleiter waren also offenbar
der Meinung, dass ein bestimmter
Lebensabschnitt abgeschlossen ist und
ein neuer, anderer beginnt, mit einer
neuen Herausforderung, und haben in mir
ein Vakuum erzeugt, eine Leere, die nun
neu gefüllt werden musste. („Sog-
Prinzip") Das Problem war nun für
mich, dass ich keine Ahnung hatte,
wohin die Reise geht. Und die
Unterstützung durch die Geistige Welt,
so, wie ich sie - wie zuvor anhand der
Beispiele beschrieben - mein Leben lang
kannte, war still. Sie schwieg. Ich bekam
keine Antworten auf meine Fragen und
nahm zunächst auch keine „Zeichen"
wahr - zumindest konnte ich sie nicht
erkennen... Als einzige Personen hatte
ich meine Frau und meinen Vater
eingeweiht, um eine Resonanz auf das zu
erfahren, was mit mir geschah. Beide
meinten, ich solle diesem Impuls folgen
und schauen, wo es mich hinführt. Das
tat ich dann auch. Ich verrichtete
natürlich weiter mein Tagesgeschäft mit
dem Verlag, was mir nicht leicht fiel,
nutzte jedoch lange Autofahrten und
meine freie Zeit dazu, darüber
nachzudenken und in mich
hineinzufühlen, was irgend etwas in mir
denn nun wirklich möchte bzw. was das
Leben von mir erwartet.
Auffällig war dann in den nächsten
Wochen, wie ein bestimmtes Thema auf
mich zukam: Edelmetalle. Innerhalb
kurzer Zeit kam ich von mehreren Seiten
mit Edelmetallen und Edelsteinen in
Berührung. Ich traf Goldsucher und
solche, die behaupteten, Gold in
größeren Mengen gefunden zu haben und
nun nach einem Käufer suchten. Ich traf
jemanden, der auf der Suche nach einer
diskreten Goldschmelze war und
versprach, mich umzuhören. Genau einen
Tag später rief mich ein langjähriger
Freund an, der im Bereich
Rohstoffrecycling tätig war, und
berichtete mir, dass er sein Unternehmen
verkauft und nun eine Gold-live-
Schmelze gegründet habe - ja so ein
„Zufall"... Zirka eine Woche später rief
mich Michael Morris an und verkündete
mir, dass er ein neues Buch geschrieben
habe: „Der Goldkrieg"! Das nennt man
wahre Synchronizität! Morris hatte
eigentlich ein Buch zum Thema
Gesundheit angekündigt, als er mich
dann anrief und meinte, er habe gerade
ein Buch über die Bankiersfamilien
geschrieben, die seit 150 Jahren den
Goldpreis steuern. Im Frühjahr 2013
beteiligte ich mich dann an einem
südafrikanischen Rohstoff-Unternehmen,
doch war es dann so, dass ein
„geregeltes Einkommen" oder ein
monatlicher Verdienst, wie das zu
Anfang aussah, nicht möglich war. So
kam ich erst einmal nicht weiter.
Parallel zu meinen Büchern habe ich seit
gut 15 Jahren in Erfinder investiert, vor
allem in alternative Stromerzeugung und
Antriebstechniken. Auch hier kamen
Hinweise und „Zeichen" vom Leben, und
ich investierte 2012 erneut in zwei
Erfindungen. Doch bei Erfindungen ist
schon von vornherein klar, dass das
nichts ist, bei dem man von
regelmäßigen Einnahmen sprechen kann
- im Gegenteil. Sollte jemals eine dieser
Erfindungen überhaupt auf den Markt
kommen, dann ist man beispielsweise
prozentual daran beteiligt und erhält
einen bestimmte Betrag X, aber das ist
meist ein langer Weg, bei dem man sehr
geduldig sein muss. Das war mir
natürlich auch klar. Das waren aber nun
die beiden neuen Richtungen, die auf
mich zukamen: Edelmetalle und
Erfindungen. Doch mit beidem konnte
ich zum damaligen Zeitpunkt nicht mein
Einkommen sichern, so wie ich das
durch meine Bücher und meinen Verlag
getan hatte.
Langsam kam Panik auf
Tja, und so langsam wurde mir dann
mulmig, da sich mir immer noch nicht
erschloss, wohin die Reise geht, was
mein nächstes Ziel sein wird, ja, wie das
alles überhaupt weitergehen soll...
Zudem fehlte mir der größere Betrag,
den ich in das südafrikanische
Unternehmen investiert hatte. Es hieß
damals, dass das investierte Geld
schnell wieder zurückfließen würde -
bevor dann „richtig" verdient wird. Das
war aber nicht der Fall... Mir war
bewusst, dass kein Geld verdient wird,
wenn ich nicht wieder ein neues Buch
schreibe. Nur wie sollte ich ein Buch
schreiben, wenn die Inspiration dazu
gänzlich fehlt? Die Kinder fragten mich,
wann ich denn wieder ein neues Buch
schreiben würde, und meine Antwort
war, dass ich es nicht wüsste.
Sie können sich vielleicht vorstellen,
wie sich das angefühlt hat. Auch wenn
ich abends unseren Jüngsten ins Bett
gebracht habe und über den Schlafenden
gebeugt dachte: „Für ihn und die
Familie musst Du alles geben. Du
kannst nicht davonlaufen und alles
hinschmeißen, Du musst irgendwie
weitermachen." Und man grübelt und
grübelt... Nächtelang lag ich wach im
Bett, versuchte zu meditieren, dachte
nach, schrieb meine Gedanken auf ein
Blatt Papier, das immer neben dem Bett
liegt, machte mir eine Liste, was ich in
meinem Leben an „Fehlern" gemacht
habe und wie ich das in Zukunft ändern
möchte - es war trotzdem noch nichts
Brauchbares dabei.
Und dann kam langsam aber sicher Panik
auf. Zuerst nur in gelegentlichen
Gedankenschüben, dann jedoch immer
heftiger, vor allem weil das Jahr 2013
für den deutschen Buchhandel überhaupt
ein katastrophales war. Zunächst dachte
ich, es beträfe nur mich, dass der
Verkauf zurückgegangen ist, bis andere
Verleger sowie meine Druckerei
bestätigten, dass dies offenbar ein
landesweites Phänomen war und alle
betraf - Verlage, den Buchhandel und
auch den ebook-Markt. Da war mir dann
schon wieder wohler zumute, denn ich
hatte dies zunächst auf meine Person
bezogen gesehen.
Das Hauptproblem in solch einer
Situation sehe ich darin, dass einem ein
Außenstehender nicht wirklich helfen
kann. Der Ehepartner oder ein Freund
kann einem zwar gut zureden und diverse
Vorschläge machen, doch letztendlich ist
man mit seinen Gedanken, seinen
Hoffnungen und Ängsten alleine. Das ist
wie bei einem Maler, der vor einem
leeren Bild steht. Wenn dann kein Impuls
kommt, bleibt die Leinwand leer. Und so
ist es auch, wenn ein Buchautor eine
Schreibblockade hat oder ein
Mittfünfziger eine sogenannte „Midlife-
Crisis". So ähnlich könnte man es wohl
beschreiben: wie eine Midlife-Crisis,
bei der man sich fragt, ob es das schon
gewesen sein soll, man aber nicht weiß,
was einen denn wirklich glücklich
macht. Jedenfalls kam dann eines zum
anderen, denn in solchen Sinnkrisen
kommt man auf eine Menge seltsamer
Gedanken. Man hinterfragt dann alles
und jeden, vor allem zweifelt man. Man
zweifelt an seinem Schicksal, auch an
Gott und seiner Gerechtigkeit, auch an
der Geistigen Welt. Man zweifelt am
Partner, an den Freunden, am Beruf,
eigentlich an allem... Ich fing an, mich zu
fragen: „Was mache ich hier
eigentlich? Für wen schreibe ich denn
die Bücher? Was nutzt das alles, es ist
doch eh für die Katz', es ändert sich
doch eh nichts durch meine
Publikationen. Und dann muss ich mich
auch noch in den "Zeitungen und im
Internet attackieren und beleidigen
lassen — wofür? Ist es das wert?"
Es waren Gedanken, die ich zuvor in
dieser Form nie gehabt hatte. Es schien,
dass ich in eine Art Teufelskreis
hineinschlitterte, nachdem sich auch
nach über einem Jahr kein sichtbares
neues Ziel abzeichnete und eine
Tätigkeit, die ich praktisch angehen und
umsetzen konnte. Ich hatte sozusagen den
Sinn meines Handelns verloren. Hinzu
kam noch, dass ich bei der Recherche
zum Buch „Politisch unkorrekt" noch
etwas tiefer in den Strudel der Logen
und Geheimzirkel eingedrungen bin, vor
allem auch durch Kontakte, die durch
den Freimaurer aus dem Buch
„Geheimgesellschaften 3" entstanden
sind. Und diese Rechercheergebnisse
kamen mir nun immer öfter in den Sinn
und zogen mich weiter in einen
Negativstrudel. Schon oft wurde ich
gefragt, wie es sich mit all dem
Hintergrundwissen um Verschwörungen,
Geheimdiensttätigkeiten usw. leben
lässt, ob das nicht den Alltag und das
Familienleben erschwert. Das hatte es
an und für sich nicht, denn ich war ja
immer mit etwas beschäftigt. War ein
Buch fertig, kam die Recherche zum
nächsten. So waren die letzten 20 Jahre
immer irgendwie befriedigend gewesen.
Doch jetzt, nachdem ich an keinem neuen
Buch arbeitete, ließ ich den
verschiedensten Gedanken freien Lauf.
Zudem kamen neue Kontakte in meinem
Leben hinzu, die mir noch tiefere
Einblicke in das Wirken der
Hintergrundmächte gewährten (ein
Freund von mir ist seit 25 Jahren beim
Bundesnachrichtendienst - BND). Was
ich durch ihn über aktuelle politische
Ereignisse erfuhr, hat mich noch weiter
runtergezogen und in eine gewisse
Resignation verfallen lassen. Ich war so
weit, dass ich im Freundeskreis und
unter Autorenkollegen bereits verlauten
ließ, dass es keinen „Jan van Heising"
mehr geben werde, ich keine Bücher
mehr schreiben und in Zukunft etwas
ganz anderes machen würde, etwas, das
mich aufbaut, etwas, das Freude und
Hoffnung bereitet. Das Wissen um die
Geheimlogen, deren Wirken, deren
Pläne und deren neueste Aktivitäten
(z.B. in der Area 51 oder das geheime
Weltraumprogramm der USA) brachte
mich an einen Punkt, an dem sich wohl
schon viele Aufklärungs-Autoren
wiedergefunden haben - Resignation.
„Was kann man denn noch tun?", fragte
ich mich. Was kann vor allem ICH tun?
Jetzt habe ich zwar mit meinen Büchern
ein paar hunderttausend, vielleicht sogar
über eine Million Menschen im
deutschsprachigen Raum erreicht, doch
was hat es gebracht? Ich meine im
Großen?
Ich erinnerte mich wieder an die
Aussage Nicholas Rockefellers vom
August 2007, der in einem Gespräch
gegenüber dem Filmemacher Aaron
Russo erwähnte, dass es einen endlosen
Krieg gegen den Terror geben werde,
der aber ein Schwindel sei, um die
Gesetze zur Kontrolle und Uber-
wachung der Menschen weltweit zu
verschärfen, dass alle Menschen früher
oder später einen Mikrochip implantiert
bekämen usw.. Rockefeiler meinte dann
Aaron Russo gegenüber, der über dessen
Äußerungen empört war, er solle sich
lieber um seine eigene Familie kümmern
und nicht um die „Leibeigenen". Das
heißt übersetzt: Man soll sich nicht um
Menschen scheren, die man ohnehin
nicht kennt und die selbst für ihr Leben
verantwortlich sind. Und ich gebe zu -
man möge mir dies verzeihen! dass ich
mich zwischendurch auch bei solchen
Gedanken erwischt habe. Hat man
keinen Erfolg bzw. kann man nicht
praktisch wirken und am Ende des Tages
als Ergebnis etwas Konstruktives vor
sich haben, so kommt der Frust.
Doch genau aus diesem emotionalen und
psychologischen Loch musste ich wieder
heraus, das war klar. Hier muss jeder
wieder raus, da man sonst daran
kaputtgeht. Es ist ein Punkt, an dem man
sich entscheiden muss, ob man seine
eigene Macht und seine Freiheit aufgibt,
sich anpasst und unterordnet, mit dem
System mitspielt, ja, im Grunde
genommen die Seiten wechselt und seine
Seele verkauft - oder aber einen Weg
findet, wieder aktiv zu werden, um
etwas zu ändern. Das ist wie im
Hollywood-Film „Matrix", als Neo, der
Hauptdarsteller, die Wahl zwischen der
roten und der blauen Pille hat - die blaue
lässt ihn alles vergessen und ihn wieder
einen „durchschnittlichen" Menschen
werden, der nie etwas von all den
Geschehnissen im Hintergrund erfahren
hat, die rote hingegen lässt ihn die ganze
Wahrheit sehen.
Es war dann im Frühjahr 2014, als für
mich klar war, dass etwas passieren
musste. Hinweise von außen und von der
Geistigen Welt waren nur bedingt
hilfreich, und alle Anstrengungen, etwas
mit anderen Personen oder Unternehmen
zu machen, waren nicht sonderlich
fruchtbar - zumindest nicht zu diesem
Zeitpunkt. Also zeigte sich, dass ich
wieder SELBST ein Projekt in Angriff
nehmen musste nach dem Prinzip: „Hilf
Dir selbst, dann hilft Dir Gott!"
Nachdem mir selbst nicht danach war,
ein Buch zu schreiben - ich hätte schon
irgendein Buch schreiben können, damit
Geld verdient wird, doch so etwas
merken die Leser, dann schreibe ich
besser nichts... -, habe ich noch
bewusster darauf geachtet, welche
Buchmanuskripte mir zugesandt wurden.
Ich habe dann mehrere davon verlegt und
bin durch den Austausch mit den Autoren
und teilweise auch durch die
Mitrecherche an den Büchern wiederum
mit neuen Themen in Verbindung
gekommen (z.B. durch Daniel Prinz mit
seinem Bestseller „Wenn das die
Deutschen wüssten...!"). Durch die
Arbeit an den neuen Büchern war ich
somit auch mit meinen Gedanken nicht
mehr so sehr bei mir selbst, sondern bei
den neuen Aufgaben, was mir zusätzlich
half, aus diesem Teufelskreis
herauszukommen. Nach anderthalb
Jahren in einem Zustand der Resignation,
der auch für meine Familie und den
Freundeskreis nicht leicht zu ertragen
war, habe ich eine Entscheidung
getroffen: Ich gebe nicht auf und werde
auch nicht in Lethargie versinken!
Was habe ich dann getan? Ich
habe begonnen, mein Leben in
allen Belangen aufzuräumen -
auch die, von denen ich
dachte, sie wären bereits
aufgeräumt. Ich habe das
befolgt, was ich meinen
Leserinnen und Lesern in
meinen Büchern geraten habe
und habe damit begonnen, die
Pros und Kontras in meinem
Leben gegenüberzustellen und
mein Leben neu zu definieren.
Was will ich nicht mehr - was
will ich?
1. Zunächst habe ich den
„Freundeskreis" verringert. Ich habe
aussortiert, denn manche Freunde waren
nur deswegen bei mir, weil ich der „Jan
van Heising" bin, der immer etwas
Spannendes zu erzählen hat und über
einen interessanten Bekannten- und
Informantenkreis verfügt. Doch es waren
wohl keine wirklichen Freunde. Dadurch
wurde mein Leben übersichtlicher, und
es blieb mehr Zeit für anderes bzw.
„Wesentliches".
2. Ich habe wieder mit Sport
angefangen, zwei oder dreimal die
Woche gehe ich Joggen und betreibe
zusätzlich etwas Fitness und Yoga. Das
Laufen brachte mir nicht nur einen freien
Kopf und half mir, Aggressionen
abzubauen, sondern verband mich
wieder mehr mit der Natur, da ich
teilweise alleine laufe, und das
manchmal auch nachts. Mein
Körpergefühl wurde wieder intensiver,
und das trug dazu bei, dass ich mich
wieder „ganz" fühlte.
3. Ich habe mich bewusst
zurückgezogen, um meine Perspektive zu
ändern, um noch bewusster wahrnehmen
zu können, wo im Leben gerade Türen
auf- oder zugehen; also noch besser
spüren zu können, wohin das Leben mich
wirklich zieht. Hier half auch das Buch
„Der Goldene Blick", welches ich
Anfang 2014 verlegte, und der intensive
Kontakt zur Autorin, der „Promi"-
Psychologin Sabine zur Nedden. Es
stand an, dass ich Zugang zu meinem
Selbst bekam und meine wahren Gefühle
und meine Intuition wieder klarer
wahrzunehmen lernte. Es war wichtig,
meine wahren Gefühle und meine
Heilung in meine Vergangenheit zu
bringen. Im JETZT zu sein, war mein
Fokus, um die Lösungen erkennen zu
können, die bereits bei mir oder vor mir
waren, die ich jedoch wegen meiner
eingeschränkten Sicht nicht klar
erkennen konnte. Ich konnte dadurch
endlich aufhören, mir selbst
Vorwürfe zu machen; und ich
spürte eine ganz neue Energie.
Mein Selbstvertrauen kam
zurück!
4. Aufgrund der Situation, dass ich
auch nach anderthalb Jahren nicht
wirklich wusste, wohin mich all das
beruflich bringen würde, hatte meine
Frau beschlossen, eine Ausbildung zum
Coach für Ernährung und
Gewichtsmanagement zu machen und hat
noch eine weitere Coaching-Ausbildung
(Reiss Profile Master) hinten drange-
hängt, was dazu führte, dass auch sie
neue Menschen kennenlernte, sich selbst
neu ausgerichtet hat und heute mit ihren
Kursen und Vorträgen auch viel
unterwegs ist. Das hat auch unsere
familiäre Situation geändert.
5. Vor allem begann ich damit, meine
Situation nicht mehr für mich zu behalten
- ich schämte mich ja irgendwie dafür -,
sondern gab in Gesprächen mit anderen
Menschen zu, dass ich beruflich
irgendwie in der Luft hänge, in einem
Umbruch stecke, ohne ein deutliches Ziel
vor Augen. Spannend waren die
Reaktionen: Von zehn Leuten, die ich
fragte, sagten acht: „Was, Du auch? Dir
geht es genauso?" Und es stellte sich
heraus, dass es vielen Menschen ähnlich
ging. Das war dann in letzter
Konsequenz der Startschuss für dieses
Buch, denn ich erfuhr Geschichten, bei
denen ich mir dachte: „Oh mein Gott,
im Vergleich zu denen geht es mir ja
richtig gut..." Ja, in den Gesprächen
war es dann so, dass ich, der gerade in
einer Sinnkrise steckte und bereits
kräftig an sich arbeitete, den anderen
gute Ratschläge geben konnte und diesen
ebenfalls wieder Mut machte. Solche
Tipps auszusprechen half mir wiederum
selbst, diverse Änderungen und
konsequente Entscheidungen in meinem
Leben leichter umzusetzen. Ich sah vor
allem, dass ich mit meinen Problemen
nicht alleine war!
Durch dieses „Outing" meiner Situation
kamen nun so viele spannende,
dramatische und auch erschütternde
Berichte zu mir, dass ich entschied, ein
Buch daraus zu machen. Ich hatte das
Gefühl, dass dieses Thema wirklich
wichtig ist - dass es wichtig ist, dies mit
anderen zu teilen, denn sehr viele
Menschen stecken in einer ähnlichen
Situation fest und können ihr wahres
Potential nicht (oder noch nicht)
entfalten. Die von mir gesammelten
Berichte sollen anderen „Betroffenen"
wieder Mut machen, Kraft ge- ben und
auch Wege aufzeigen, wie man aus
richtig verqueren Situationen wieder
herauskommen kann.
Nachdem immer wieder Anfragen
kamen, wann denn endlich wieder ein
Buch von mir kommen würde, habe ich
im Herbst 2014 entschieden, meine
Leserschaft mit einem Newsletter über
meine Situation aufzuklären und über die
Arbeit an diesem Buch zu unterrichten,
was wiederum dazu führte, dass mir
weitere Krisenberichte zugeführt
wurden. Und spannen- derweise
entstanden so auch neue Kontakte, und es
flössen auch andere Informationen zu
mir, die jetzt mit diesem vorliegenden
Buch weniger zu tun haben, sondern
mich persönlich betrafen. Das heißt:
Durch die Tatsache, dass ich über
meinen Schatten gesprungen bin, mein
Ego überwunden und meine Situation
anderen Menschen mitgeteilt hatte,
brachte dies Menschen zu mir, denen es
ähnlich ging (Resonanzgesetz). Zudem
waren bei diesen „Mitleidenden" auch
solche darunter, die mir wiederum
Informationen aus dem Wirtschafts- oder
Politik- und sogar aus dem
Geheimdienstbereich geben konnten,
was im Endeffekt den Kreis wieder
schloss. Durch die Beschäftigung mit
Edelmetallen und -steinen traf ich auf
sehr interessante Persönlichkeiten, denn
nur jemand, der sich ausreichend mit
internationaler Politik und Währungen
(vor allem Euro-kritisch)
auseinandergesetzt hat, sichert sich sein
Vermögen durch Edelmetalle ab. Davon
abgesehen muss die Person auch über
ausreichend Geldmittel/Vermögen
verfügen, damit sie überhaupt in der
Lage sein kann, einen Teil dieses Geldes
in dieser Form abzusichern. Es sind
daher erfolgreiche Menschen oder
solche, die reich geerbt haben.
Ausnahmslos alle Menschen, die ich
seither in Verbindungen mit
Edelmetallen kennenlernte, kannten
entweder einen Teil meiner Bücher oder
Literatur aus dem Kopp-Verlag. Das war
auch eine Überraschung. Und was mir
zuvor ebenfalls nicht bewusst war: Im
Edelmetall- und Edelstein-Handel sind
etliche Personen tätig - zum Beispiel bei
den Sicherheitstransporten oder bei der
Absicherung von Gebäuden, in denen
Edelmetalle gelagert oder gehandelt
werden -, die zuvor bei Spezial-
einheiten der Polizei oder Bundeswehr
oder im Geheimdienstsektor tätig waren.
Solche Leute habe ich auch
kennengelernt. Über diesen „Sinnkrisen-
Weg" kam ich nun an neue Menschen,
neue Themen und voraussichtlich auch
wieder zu einem neuen, anderen
Buchprojekt. © Auf diese Weise wurde
gewissermaßen auch mein altbekannter
Tätigkeitsbereich mit neuer Inspiration
versehen. Zudem habe ich festgestellt,
dass - seitdem ich wieder Bücher
verlegte und parallel dazu an diesem
Buch arbeitete - auch alle meine anderen
Projekte wieder mehr ins Fließen
kamen. Es war, als hätte sich der
Teufelskreis in einen Engelskreis
gewandelt!
Vielleicht mögen Sie jetzt denken:
„Aaach, was jammert der van Heising
denn da rum. Der hat doch eh ein ganz
anderes Lehen, der hat doch bestimmt
Rücklagen und einen großen
Freundeskreis, der ihm zur Seite steht.
Einflussreiche Leute kennt er zudem
auch. Der bekommt doch sowieso von
irgendwoher wieder Hilfe." Ja, das mag
berechtigt sein, doch wie gesagt: Jeder
bekommt seine persönliche Krise genau
so, dass es ihm am meisten weh tut,
damit er seinen Hintern bewegt. Vor
allem ist es für einen Menschen mit
einem gewissen Stolz schwierig,
Schwächen zuzugeben oder gar andere
Menschen um Hilfe zu bitten. Für einen
mag der Verlust seines Ersparten kein
Problem sein, der „Verlust seines
Gesichts" hingegen schon. Wie
beispielsweise bei Adolf Merckle, mit 7
Milliarden Euro einer der reichsten
Deutschen, der sich vor einen Zug warf,
weil sein Firmenimperium aufgrund von
Aktienspekulationen in die Schieflage
geriet. Oder was empfindet einer der
reichsten und mächtigsten Männer dieses
Planeten, David Rockefeiler, dessen
Sohn auf dem Rückweg von seinem 99.
Geburtstag mit dem Flugzeug abstürzte
und verstarb? Was helfen einem zig oder
hunderte Milliarden, wenn der eigene
Sohn vor einem stirbt? Dem einen tut der
Verlust eines alten Hauses mit wenig
finanziellem Wert, das ihm aber vom
Großvater vererbt worden ist, sehr weh.
Dann gibt es den Musiker, dem ein Lied
gestohlen und von jemand anderem
vermarktet wurde, oder ein anderer
leidet, weil ihn seine Frau verlassen hat.
Dem einen tut es weh, dem anderen
nicht. Es gibt introvertierte und
extrovertierte Menschen, ängstliche und
mutige, welche mit Familie oder single,
arme und reiche, gesunde und kranke
Menschen. Jeder Mensch trägt andere
Schmerzen, Ängste und Erinnerungen in
sich, auch wenn das alles, wie ich
mittlerweile erkannt habe, ja zum großen
Teil unbewusst abläuft. Ich versichere
Ihnen, meine Situation tat mir richtig
weh - auf verschiedene Weisen.
Allerdings sind in diesem Buch
nachfolgend Lebensgeschichten
aufgeführt, mit denen ich nicht tauschen
möchte, ganz ehrlich. Oftmals im Leben
wurde mir gesagt, ich sei ein Glückspilz,
und ja, das mag in vielen
Lebenssituationen den Eindruck erweckt
haben. Doch in dieser Zeit nach 2012
hatte ich den Eindruck, dass mich das
Glück verlassen hat. Nachdem ich
allerdings nun die
Geschichten für dieses Buch
zusammengetragen hatte, habe ich für
mich gedacht, dass ich innerhalb derer,
die solch eine Krise erlebt haben,
wiederum recht „glimpflich"
davongekommen bin. © Andere mussten
erst einen Unfall, ein krankes Kind,
Gewalt in der Ehe oder ein abgebranntes
Haus ertragen, um so tief zu fallen, bis
sie angefangen haben zu kämpfen bzw.
ihr Leben neu auszurichten.
Hier mag es tatsächlich von
Vorteil sein, wenn ein Mensch
sich über die Jahre hinweg mit
Bewusstseinstraining,
spirituellen Themen und
dergleichen mehr beschäftigt
hat, wenn man versucht hat,
so bewusst zu leben wie
möglich, um eben zu
erkennen, wann solch eine
Situation gekommen ist und
dann auch in etwa weiß, wie
man damit umzugehen hat,
wie man überhaupt an sich
arbeitet, wie das funktioniert,
dass man seine Gefühle und
Gedanken beobachtet und
gegebenenfalls korrigiert.
Diese Arbeit über die Jahre
hinweg macht sich meiner
Ansicht nach dann in solchen
Lebensphasen sehr bezahlt.
Mein persönliches Fazit
Rückblickend kann ich feststellen, dass
diese „Krise" gar keine war, sondern ein
positiver Veränderungsprozess und auch
eine Prüfung, ob ich in der Lage bin,
solche Situationen zu meistern, mich
positiv weiterzuentwickeln und den
Kopf nicht in den Sand zu stecken. Man
kennt das aus dem Handwerk: Man
beginnt als Lehrling. In dieser Position
darf man noch Fehler begehen und darf
den Gesellen oder auch den Meister
fragen. Ist man einmal Geselle, sollte die
Arbeit schon reibungslos verlaufen, man
kann aber immer noch den Meister
fragen, wenn etwas nicht klappt. Vor
allem hat man noch nicht die
Verantwortung des Meisters. Wenn beim
Kunden etwas schiefläuft, ist am Ende
der Meister schuld, der das Getane
absegnet. Ist man einmal Meister, kann
man niemanden mehr fragen, denn dann
ist man ja der Meister - und hat es selbst
zu „meistern". So ist das auch im Leben
an sich, und so sehe ich auch meine
„Krise". Es war eine Art Kurskorrektur
und auch ein Test, eine Prüfung, um für
die nächste Lebensetappe und neue
Herausforderungen bereit zu sein, denn
man zieht das Neue erst dann in sein
Leben, wenn man damit umgehen kann.
Eine neue Aufgabe mit ihrer
Verantwortung kann erst dann zu einem
kommen, wenn man damit umgehen kann,
denn - so sagt man im Zen-Buddhismus:
„Erst wenn der Schüler bereit ist,
erscheint der Meister!"
Diese Zeit hat mir gezeigt, welche
Stellung und welchen Wert meine
Familie hat, wie wesentlich diese ist,
und ich bin froh darüber, dass meine
Frau nicht die Flucht ergriffen hat. ©
Diese Zeit hat uns auf eine neue Art
zusammengeschweißt und gezeigt, dass
wir gemeinsam da durchgegangen sind.
Ich bin insgesamt bodenständiger und
ruhiger geworden, in gewisser Form
auch entspannter. Nach diversen
Anfeindungen und Diffamierungen
wegen meiner vorherigen Publikationen
habe ich nun auch diese Erfahrung
gemacht und bin dankbar dafür. Auch bin
ich daran gereift und habe gemerkt -
wenn auch nicht gleich am Anfang dass
die Geistige Welt sehr wohl immer bei
mir ist und mich begleitet, nur eben
manchmal etwas unauffälliger, denn ich
soll ja noch selbstständiger werden.
Es ist mir aufgefallen, dass ich mich seit
diesem Moment im März 2012 dergestalt
verändert habe, dass ich immer weniger
das Verlangen spüre, mich in
Gesprächen mitzuteilen und bestimmte
Informationen überhaupt noch
weiterzugeben. Ich bin hier passiver
geworden. War ich früher in einem
Gespräch und jemand berichtete über
eine Krankheit oder ein Krebsleiden, so
habe ich sofort versucht zu helfen und
zum Beispiel über alternative
Heilmethoden berichtet oder habe an
einen Therapeuten verwiesen. Das
mache ich nur noch selten, denn ich
spüre nicht mehr das Verlangen, hier
eingreifen zu wollen. Es ist allerdings
keine Gleichgültigkeit - Menschen sind
mir nicht egal -, aber ich achte nun
bewusster darauf, ob mich jemand um
Hilfe bittet. Tut er das, antworte ich und
helfe, so gut ich kann. Aber ich spreche
die Menschen nicht mehr darauf an, dass
es evtl. „andere" Wege gibt, mit einer
Krankheit umzugehen. Ich respektiere
den Weg, den jemand gewählt hat. Wie
gesagt, es ist keine Gleichgültigkeit,
vielleicht ist es eher eine jetzt noch
stärker ausgeprägte Demut gegenüber
dem Leben.
Am auffälligsten und für mich
am wunderlichsten ist meine
Beobachtung, dass sich auch
mein Fahrverhalten geändert
hat. Ich glaube, ich hatte es
mein Leben lang eilig, war
immer unter Strom, habe das
schnelle Fahren geliebt. Nun
aber fahre ich langsamer,
fühle mich nicht mehr gehetzt.
Ich habe es einfach nicht mehr
so eilig. Ich muss mich jedoch
nicht dazu zwingen, es ist
plötzlich einfach so. Ich kann
es nur schwer beschreiben,
aber es ist so. Es kommt mir
so vor, als hätte ich plötzlich
mehr Zeit und die tiefe
Einsicht, dass sowieso alles
zum richtigen Zeitpunkt
passiert. Mein Leben hat sich
sozusagen entschleunigt.
Meine Frau hat ihre Berufung gefunden
und ich durch meine Suche die
Bereitschaft für etwas Neues. Ich habe
ein zweites berufliches Standbein und
neue Freundschaften gefunden, die durch
diese Suche entstanden sind. Alles in
allem ist es ein Gewinn - natürlich kann
ich das erst jetzt im Nachhinein so
sehen. © Ich fühle mich reifer und
erwachsener. Auch die Art der
Gespräche hat sich geändert. Es geht
immer mehr um das Wesentliche,
weniger um Politik oder die neuesten
Schlichen der Illuminaten, sondern um
die Frage: „Was ist meine Aufgabe in
diesem Leben, wie kann ich sie noch
besser erfüllen?" Die Gespräche haben
eine andere Qualität. Ich glaube, alles
hat mehr Tiefgang bekommen.
Ach ja, und eines fiel mir erst jetzt im
Nachhinein auf, nämlich dass mich diese
Krise auch vor weiterem Ärger und
vermutlich auch vor einem
Gefängnisaufenthalt bewahrt hat. Mein
Freund und Autorenkollege Stefan
Erdmann hat nämlich im Moment eine
Menge Ärger am Hals. Er hatte 2013,
zusammen mit dem
Experimentalarchäologen und
Nachfolger Thor Heyerdahls, Dr.
Dominique Görlitz, in der Großen
Pyramide von Gizeh eine
„Gesteinsprobe" (0,3 Gramm)
durchgeführt, weswegen jetzt deren
Kontaktleute in Ägypten im Knast sitzen
und noch ein großer Gerichtsprozess in
Kairo ansteht. Auch sind Stefan und
Dominique im Moment (Februar 2015)
auf der Fahndungsliste von Interpol -
wegen 0,3 Gramm Staub! Wahnsinn! Da
ich mit Stefan fast täglich in Kontakt
stehe, bin ich seit dem Beginn des
Skandals stets über den aktuellen
Sachstand auf dem Laufenden. Dass man
wegen unbequemer Buchinhalte Besuch
von der Polizei bekommen kann, ist in
Deutschland keine Seltenheit, aber
Stefan und Dominique wurden von der
Polizei zu Hause aufgesucht, wegen ein
paar Brösel aus der Großen Pyramide.
Auch das Fresenius-Institut in Dresden,
bei dem die Proben untersucht wurden,
bekam „Besuch". Fast alle großen
Zeitungen widmeten diesem Vorfall
mehrere Meldungen. Grund der
Untersuchung war es, nachzuweisen,
dass die Große Pyramide ursprünglich
nicht als Grabmal errichtet wurde,
sondern eine technische Anlage war -
was wir ja in unserem Film „Die
Cheops-Lüge" und später im Buch „Die
Jahrtausendlüge" versucht hatten zu
belegen.
Stefan und Dominique hatten mich
damals, im Frühjahr 2013, gefragt, ob
ich mitkomme, ich hatte jedoch aufgrund
meiner miesen Stimmung abgesagt, da
ich kein guter Weggefährte gewesen
wäre. Beide hatten noch mehrmals
versucht, mich zu überreden, Stefan
wollte mir sogar die Reisekosten
schenken, doch ich ging nach meinem
Bauchgefühl und blieb zu Hause - zum
Glück! Ist das nicht spannend, wenn man
so etwas im Nachhinein erkennt? Also
ich bekomme da eine Gänsehaut. Ich
will mir gar nicht ausmalen, was wieder
alles los gewesen wäre, hätte ich die
beiden auf dieser Reise begleitet:
wieder Hausdurchsuchung, Hetzartikel
usw...
Was erwartet Sie in diesem
Buch?
Uber die letzten Monate habe ich nun
etliche solcher Krisenberichte aus
meinem Freundes- und Bekanntenkreis
sowie aus der Leserschaft gesammelt. Es
sind Personen, die einst gut im Leben
positioniert waren, dann durch irgendein
Ereignis „abgestürzt" sind und vor dem
Nichts standen und dennoch wieder ins
Leben zurückgefunden haben - teilweise
besser als zuvor. Es sind insgesamt 36
Berichte, die bunt
durcheinandergewürfelt sind. Darunter
finden sich die „Lebensbeichten" von
Hausfrauen, von spirituellen Menschen,
bis hin zu Unternehmern, also eher
rationalen Menschen. Ob ich nun mit
jungen oder älteren Betroffenen sprach,
die meisten davon hatten finanzielle
Nöte - aus den verschiedensten Gründen
-, weswegen ich vermehrt solche
ausgewählt habe, um den Lesern
verschiedene Lösungsansätze zu
präsentieren. Denn offenbar stellen
finanzielle Nöte bei Erwachsenen einen
der Hauptauslöser für psychische
Probleme bis hin zu suizidalen
Gedanken dar. (Was im Grunde sehr
erschütternd ist.) Es finden sich aber
auch solche darunter, bei denen jemand
einen Freund verloren hat oder die
Ehefrau. Einer wurde schwer krank, ein
anderer hat die eigene Firma gegen die
Wand gefahren; es ist ein
Bundesligaspieler dabei, der auch seine
persönliche Krise hatte; ein weiterer
hatte durch einen Unfall sein halbes
Gesicht verloren...
Bei der Auswahl der Berichte habe ich
nicht nur solche gewählt, die um das
Jahr 2012 herum geschehen sind,
sondern auch andere, die zum Teil ganze
Lebensabschnitte betreffen, da es mir in
der Hauptsache darum geht aufzuzeigen,
dass man aus den schwierigsten
Situationen wieder herauskommen kann -
und vor allem, auf welche Weise das
möglich ist. Diese Krisen unterscheiden
sich zum großen Teil von meiner
persönlichen, und zwar dadurch, dass es
bei diesen sehr wohl äußere auslösende
Faktoren gab, wie beispielsweise
finanzielle Nöte, Krankheiten, Unfälle
oder menschliche Verluste. Aber es sind
allesamt Menschen, die eines nicht
gemacht haben: aufgegeben! Sie haben
durchgehalten, obwohl sie in ihrer
persönlichen Situation keinen Ausweg
mehr sahen, nicht mehr wussten, wie es
weitergehen soll, wenn das Bankkonto
überzogen ist und die nächste Rechnung
zur Zahlung ansteht, sich alle Freunde
abgewandt hatten, sie physische Gewalt
erfuhren oder zu Unrecht im Gefängnis
gelandet sind.
Es gibt natürlich auch solche Menschen,
die ihr Leben lang auf der Suche waren,
die nicht unbedingt „abgestürzt" sind,
die aber um das Jahr 2012 herum
plötzlich eine große Veränderung
erfahren haben - weil sie offen waren.
Er kann also durchaus positiv sein, der
Umbruch. Diese Personen bat ich, mir
ihre Geschichte zu erzählen - entweder
als geschriebenen Bericht oder durch ein
mit mir geführtes Interview.
Am Ende des Buches wollen wir uns
dann weitere Möglichkeiten anschauen,
wie man mit solchen Krisensituationen
umgehen kann. Dazu habe ich weitere
Interviews geführt mit
unterschiedlichsten Charakteren: mit der
Psychologin und Autorin Sabine zur
Nedden, die ich bereits erwähnt hatte;
mit einem jungen Mann, der seit seiner
Kindheit hellsichtig ist; mit einem Autor,
der in diesem Moment, wo ich das
schreibe, im Dschungel von Yucatan
unterwegs ist und mit alten
Mayapriestern über deren Wissen
spricht sowie Überlegungen zusammen
mit meinem Vater, Johannes Ho- ley, der
das Buch „Bis zum Jahr 2012"
geschrieben hat, über den Umbruch in
der heutigen Zeit und welche
Konsequenzen dies auch für die Welt hat
- also persönlich, politisch,
wirtschaftlich und möglicherweise
letzten Endes auch kriegerisch.
In diesem Sinne beginnen wir
nun mit den spannenden
Erfahrungsberichten, wobei
ich dazu anrate, nach jedem
„Krisenbericht" eine Pause
einzulegen, denn es werden
Ihnen sehr viele eigene
Gedanken dazu einfallen und
Lösungsmöglichkeiten für Ihre
eigene Situation, was ich auch
von Herzen beabsichtige. Am
besten legen Sie sich einen
Stift und Papier zurecht. Viel
Spaß...
...und los geht's!
Unfall mit Lebensfolge
Ich bin der Olaf, und ich bin ein
Glückspilz. Wenn ich heute
zurückblicke, hatte ich eigentlich schon
immer Glück im Leben. Ich wurde als
Sohn eines selbstständigen Schreiners
geboren, war aber nicht in den
Familienbetrieb eingestiegen. Das taten
meine Brüder. Dafür war ich ungeeignet.
Ich selbst habe zunächst Fahrzeugtechnik
studiert und danach ein
Wirtschaftsstudium abgeschlossen. Und
da ging mein ungewöhnliches Leben
schon los: Der Wirtschaftsprofessor, der
uns unterrichtet hat, war der Eigentümer
eines Start-up-Unternehmens mit einer
damals gänzlich neuen Software, die
Mitte der 1980er-Jahre einen richtigen
Boom erlebte. Ich arbeitete während des
Studiums für sein Unternehmen und
verdiente damals schon richtig gut Geld.
Zudem war es Neuland für mich und
hochinteressant, und zu guter Letzt hatten
wir auch viele andere Unternehmen
kennengelernt, die alle Interesse hatten,
mit uns zusammenzuarbeiten.
Der Professor selbst war durch sein
Unternehmen bereits sehr vermögend
und pflegte einen entsprechenden
Lebensstil, an dem er auch mich
teilhaben ließ. Ich verbrachte viel Zeit
mit ihm auf seiner Yacht in
Südfrankreich, lebte in der Stuttgarter
Mitte, hatte mehrere Sportwagen, war im
Winter 30 bis 40 Tage beim Skifahren -
und das im Alter von 24 bis 25 Jahren.
Mit meiner damaligen Freundin pflegte
ich auch einen entsprechenden
Freundeskreis. Meine Freundin war die
Erbin einer deutschen
Unternehmerdynastie. Gingen wir essen,
so war das in Edellokalen, oder wir
fuhren zum Wein kaufen und schlemmen
nach Piemont. Wir haben damals (mit 27
Jahren) Barolo Barbaresco zum ganz
normalen Abendessen getrunken, und
wenn wir abends für Freunde gekocht
haben - was damals hip war dann hatten
wir Fünf-Gänge-Menüs zubereitet und
Wein für ein paar hundert Mark
getrunken. Und es ist klar, dass man,
wenn man sich so etwas aufgebaut hat,
dies natürlich auch erhalten will - ganz
klar. Lange Rede kurzer Sinn: Die ganze
Branche kam etwas ins Wackeln, und ich
wechselte in die Unternehmensberater-
Branche, was sich nicht nachteilig auf
meinen Verdienst auswirkte, im
Gegenteil. Auf diese Weise kam ich in
eine Führungsposition bei einem
Maschinenteilezulieferer und
gleichzeitig einem der größten
Maschinenbau-Unternehmen
Deutschlands. Mit dem Senior-Chef bin
ich bis heute noch gut bekannt. Das war
und ist ein Mann mit unheimlich viel
Erfahrung, aber auch Einfluss. Damals
war ich 29.
In diesem Konzern war ich vier Jahre,
bevor ich zum Management einem
großen Zulieferunternehmen der
Stahlbranche wechselte. Dort half ich
bei der Sanierung, bis mich mein
ehemaliger Arbeitgeber mit einem
wesentlich lukrativeren Gehaltsangebot
wieder zurücklockte. Zurück im alten
Unternehmen wurde ich zunächst
Werksleiter, bevor ich als
Produktionsleiter die gesamten Werke in
Deutschland übernahm. Für diesen
Konzern hatte ich Sanierungspläne
entwickelt, in Süddeutschland dann zwei
Werke geschlossen und habe Mitarbeiter
entlassen, was damals nicht sehr populär
war. Aber das gehörte damals zu
meinem Arbeitsbereich, nämlich eine
Firma so aufzubereiten, dass man sie
lukrativ veräußern konnte. Ich habe
sozusagen „die Braut geschmückt" und
attraktiv gemacht. Das habe ich in
meinem Leben drei- bis viermal
wiederholt, auch in Südeuropa und in
den USA.
Später wurde das Unternehmen, bei dem
ich tätig war, von einem US-
amerikanischen Konzern aufgekauft. In
der Vorbereitung des Verkaufes kam ich
mit einer der am „Merging"
(Firmenzusammenschluss) beteiligten
Manager bei einem abendlichen Essen
mit anschließendem Barbesuch ins
Gespräch. Durch diesen habe ich doch
einiges von dem mitbekommen, was bei
solchen Geschäftsabwicklungen im
Hintergrund abläuft. Zuerst wird eine
„Due Diligence" durchgeführt, sprich
die Firma wird vom Käufer geprüft, und
danach der „Dataroom" gefüllt, was
bedeutet, dass eine solche
Firmenzusammenlegung (Merging) nur
dann einen Sinn ergibt, wenn
Einsparungen erfolgen. Man passt den
sog. „Footprint" an und schließt das eine
oder andere Werk. Wir haben von 24
weltweit existierenden Werken 6
innerhalb zweier Jahre geschlossen. Das
ging dann wiederum drei Jahre, dann
wurden wir auch von diesem Konzern
abgestoßen und wurden von einem
Private-Equity-Unternehmen
übernommen - einem der größten
weltweit. Ich hatte damals 3.500
Mitarbeiter in meiner Verantwortung.
Im Jahre 2004 hatte ich dann
eine Erfindung gemacht, die in
der Lage ist, vorhandene
Technologien in meiner
Branche komplett zu ersetzen.
Diese spart Zeit, Geld,
Ressourcen und Arbeitsplätze
- genau das, was ein
Unternehmen interessiert.
Aufgrund meiner Erfindung
stieg die Firma natürlich stark
an Wert. Wir hatten unsere
Technologie verschiedenen
Großkunden vorgestellt und
diese wurde, bis wir marktreif
waren, über Jahre hinweg
ausgiebig getestet. Meine
Technologie ist heute
millionenfach im Einsatz.
Meine Karriere war enorm. Ende 30
befand ich mich in einer Situation, die
als sehr „angenehm" zu bezeichnen war.
Ich besaß drei Häuser, fuhr einen
Porsche und befand mich in einem
Zustand, den man als „Gier frisst Hirn"
bezeichnen kann. Ich war verheiratet,
hatte aber nebenbei noch eine Freundin.
Ich konnte alles haben - oder glaubte,
alles haben zu können. Und dann kam der
große Knall - ein Autounfall.
Es war im selben Jahr, ich war auf dem
Nachhauseweg von der Firma mit dem
Firmenwagen unterwegs, als vor mir ein
LKW mit offener Hebebühne stand. Ich
war einen Moment unaufmerksam und
fuhr diesem hinten drauf. Wäre ich
frontal draufgefahren, wäre der Airbag
ausgelöst worden, und es hätte kein
Problem gegeben - es war eine
nagelneue Oberklassenlimousine. Ich
versuchte aber, dem LKW
auszuweichen, und so kam es zu einer
recht bizarren Konstellation. Ich bin in
die Hebebühne gefahren, und die hatte
sich ganz eigenartig zwischen
Motorhaube und Kotflügel verhakt,
sodass sie über die A-Säule direkt in
mein Gesicht gelenkt wurde. Die
Hebebühne hatte zuerst das Lenkrad und
damit auch den Airbag und zu guter Letzt
auch meinen Kopf durchschnitten, sodass
die komplette linke Gesichtshälfte
wegklappte. Die Kopfstütze vorne sowie
die Kopfstütze hinten waren ebenso
durchschnitten, und das Auto wurde wie
eine Konservendose geöffnet. Ich stand
mit dem Auto neben dem LKW und war
bei Bewusstsein. Der Autofahrer hinter
mir, der mir zu Hilfe eilen wollte, fiel
sofort in Ohnmacht, als er mich sah und
kippte in den Graben. Der Fahrer
dahinter hatte mir damals das Leben
gerettet (ich habe heute noch Kontakt zu
ihm). Er war so klar im Kopf, dass er
mit der einen Hand die
heruntergeklappte Gesichtshälfte
hochgedrückt und mich mit der anderen
Hand gegen den Fahrersitz gepresst hat.
Das Blut ist oben aus dem Auto
gespritzt. Glücklicherweise befand sich
gleich um die Ecke das Krankenhaus,
und der Krankenwagen war nach zirka
fünf Minuten schon da. Es gab dann eine
mehr als zehnstündige Notoperation, mit
immer wieder wechselnden Ärzten bis
in die Morgenstunden des nächsten
Tages. Es war um 4 Uhr in der Früh,
nach sechs Litern Fremdblut, dass die
Ärzte der Meinung waren, dass sie noch
einen letzten Eingriff vornehmen und
wenn dieser nicht funktionieren würde,
es mit mir vorbei wäre. Das vorletzte
Team - das habe ich später von einem
Mitoperateur erfahren - hatte beim
Wechsel zum letzten mit dem Daumen
nach unten gezeigt. Man gab mir damals
kaum eine Chance.
Ich war ja auch wirklich übel
zugerichtet: Der Kehlkopf war zerrissen,
die Zunge war abgetrennt, der
Oberkiefer war gespalten, dass man bis
ins Gehirn hochschauen konnte, das linke
Auge hing raus, der Kopf war nach oben
hin gebrochen, das andere Auge
zerquetscht, so dass ich heute nur noch
fünf Prozent damit sehe. Ich hatte auf der
linken Seite keine Zähne mehr. Aber das
Schlimmste war, das merkte ich erst am
nächsten Morgen, dass ich nicht mehr
sprechen konnte. Die Ärzte hatten den
ganzen Kehlkopf auf einen Titandraht
aufgefädelt, und am nächsten Tag haben
sie mir einen Block in die Hand
gedrückt, damit ich mit ihnen
kommunizieren konnte. Das Erste, was
ich geschrieben hatte, war: „Ist mein
Auto kaputt
Auch wenn man das heute alles fast nicht
mehr sieht - die Ärzte haben an mir ihr
Meisterstück abgeliefert -, so besitze ich
keine Kieferhöhle mehr, und meine linke
Gesichtshälfte ist zum größten Teil taub,
weil der Trigeminus-Nerv durchtrennt
war. Es gibt auch bis heute eigentlich
keinen schmerzfreien Tag. Die
Schmerzen pendeln auf einer
Schmerzskala zwischen 3 und 7. Es ist
kaum zu ertragen, wenn ich nicht durch
irgendetwas abgelenkt bin - meistens die
Arbeit. Gerade bei einem
Wetterumschwung merke ich es
besonders. Die Klimaanlage im Auto
darf ich gar nicht erst einschalten. Ich
könnte natürlich Medikamente
einnehmen, wozu mir meine Ärzte auch
raten, aber die sind derart stark und
haben entsprechende Nebenwirkungen,
dass ich das bislang ablehne. Ich war
diesbezüglich schon bei den besten
Schmerztherapeuten Deutschlands, aber
die konnten in meinem Fall außer
Arzneien auch nichts anderes anbieten.
Dass ich hin und wieder leicht schniefe,
liegt daran, dass mein linkes Auge auf
einer Titanwanne liegt.
In der ersten Zeit war ich
immer sehr müde. Das hatte
folgenden Grund: Mein Auge
war zu Beginn notdürftig
einige Zentimeter unterhalb
der Originalposition platziert,
weswegen ich einen
Doppelblick hatte - ich sah
alles doppelt. Uber mehrere
Operationen hinweg wurde
das zum heutigen Zustand
geführt. Nachdem die
Titanwanne am Knochen
verschraubt und mit Kollagen
unterspritzt worden war,
bekam ich meinen
dreidimensionalen Blick
zurück - phantastisch, was die
Ärzte geleistet haben. Eine
Reha hatte ich hingegen
abgelehnt, da ich so schnell
wie möglich wieder arbeiten
wollte. Seit dem Unfall habe
ich aber leider auch einige
innere Veränderungen
erfahren, die sich in
verschiedenen psychischen
Ausprägungen widerspiegeln,
aber das möchte ich jetzt nicht
näher ausführen.
Nun interessiert Sie bestimmt, was
dieser Unfall aus dem Menschen
gemacht hat, den ich zuvor beschrieben
hatte. Man sieht sich selbst in einem
anderen Licht. Es wurde mir bewusst,
dass nicht alles im Leben
selbstverständlich ist. Ich hatte mich bis
zu dem Unfall für unverletzbar gehalten,
weil alles, was ich vorher gemacht hatte,
immer gut ausgegangen ist, auch meine
Extremsportarten. Ich war weder krank,
noch hatte ich mir jemals richtig weh
getan. Das war eine völlig neue
Situation für mich. Dementsprechend
habe ich mich in der Genesungsphase
verhalten. Was normale Menschen
machen, weiß ich nicht, ich jedenfalls
hatte nur vor einem Angst: nicht mehr
sprechen zu können, weil damit auch
mein Beruf zu Ende gewesen wäre. Die
Ärzte meinten am Anfang, dass die
Chance, dass ich wieder sprechen
können würde, eher gering wäre. Später
meinten sie, 50:50 wäre möglicherweise
drin, aber tatsächlich konnte ich nach
wenigen Monaten wieder sprechen - und
heute spreche ich fast wieder wie
früher.
Am Anfang entsprach mein Verhalten
meinem vorherigen: Ich habe alles getan,
um so schnell wie möglich wieder in
den Beruf zurückzukommen. Als Patient
hatte ich mich vollkommen extrem
verhalten. Als noch Krankgeschriebener
war ich einmal aus dem Krankenhaus
verschwunden - ich hatte mir am Tag vor
dem Unfall ein Rennrad gekauft -, hatte
mich mit dem Taxi nach Hause bringen
lassen, habe mir mein Rennrad
geschnappt und wollte wissen, was bei
mir noch ging. Dann bin ich mit meinem
ganzen Verbandszeug durch die
Landschaft geradelt. Und kurz nach der
Entlassung aus dem Krankenhaus bin ich
mit dem Mountainbike - mit immer noch
offenem Tracheostoma, einer offenen
Luftröhre — eine Tour gefahren, einfach
nur, um zu sehen, wie belastbar ich bin.
Jeder in meinem Umfeld war der
Meinung, dass ich eine Vollmeise habe.
Im Herbst desselben Jahres - 4 Monate
nach meinem Unfall - begann ich, wieder
in der Firma zu arbeiten. Die Mitarbeiter
sowie die Geschäftsführung hatten
gesagt, dass sie mein Verhalten nicht
mehr kommentieren. Jeder normale
Mensch wäre ein halbes Jahr in die
Reha gegangen, ich war hingegen sofort
wieder im Betrieb. Die letzte
Augenoperation hatte ich am Dezember
des Unfalljahres, und 10 Tage später bin
ich schon wieder Ski gefahren. Es ist
meiner Ansicht nach dieser Wille
gewesen, der mich überhaupt dahin
gebracht hat, wo ich heute wieder bin.
Doch wie sind meine Frau und mein
Umfeld damit umgegangen? Meine Frau
und meine Freundin hatten sich im
Krankenhaus kennengelernt, es müssen
sich dort nach Aussage von Freunden
bizarre Begebenheiten abgespielt haben.
Auf der Krankenhausstation sind sie sich
zum ersten Mal begegnet. Meine Frau
wurde natürlich automatisch von der
Polizei informiert. Meine Freundin hatte
es wiederum von einem Arbeitskollegen
erfahren. Es kam zudem auch am Abend
im Lokalfernsehen. Meine Frau wusste
all die Jahre, dass ich fremdgegangen
bin, aber sie hatte es aufgrund unseres
Lebensstiles toleriert. Sie war eine
Lehrertochter, hatte aber durch mich
einen gänzlich anderen Lebensstil
gepflegt. Als ich sie kennenlernte, war
sie 22. Sie war damals Studentin, und
ich hatte ihr einfach so ein Auto
geschenkt. Ich hatte sie auf Händen
getragen. Alleine unsere Hochzeit hatte
ein kleines Vermögen gekostet. Ich muss
aber auch sagen, dass es das wert war.
Wir hatten zusammen eine sehr schöne
Zeit erlebt.
Für mein Umfeld, meinen
Bekanntenkreis, war es so, dass ich mich
nach dem Unfall zunächst kaum anders
verhalten hatte als vorher. Die dachten,
es wäre alles wieder gut. Bis zu meinem
Unfall war ich im Freundeskreis immer
der Taktgeber, der Initiator. Egal, wo
wir zum Skifahren hingegangen sind, es
war nie eine Frage, dass ich der Erste
war, der losgefahren ist. Das hat sich
über die Jahre nun geändert. Zum einen
habe ich mich komplett
zurückgenommen, bin stiller, passiver
geworden. Und auf der anderen Seite hat
sich mein fast schon übertriebenes
Selbstbewusstsein, das möglicherweise
auch nur eine Fassade war, über die
Jahre auch relativiert. Ich habe heute
sehr viel Zeit - vor allem im Flieger, da
ich heute beruflich das ganze Jahr
weltweit auf Reisen bin. Vorher hatte
ich eigentlich nie über mich selbst
nachgedacht, ich habe immer etwas
gemacht, war mit irgendetwas
beschäftigt. Ich überlegte mir, was ich
im Leben so erreicht hatte. Wenn ich
heute zurückblicke und subsumiere, was
habe ich dann erreicht? Eigentlich gar
nichts. Würde ich den Planeten heute
verlassen, was würde ich zurücklassen?
Meine Erfindung, ok. Habe ich
Menschen glücklich gemacht? Habe ich
Kinder gezeugt und aufgezogen und ihnen
etwas weitergegeben? Nein. Ich habe
phasenweise Menschen glücklich
gemacht. Phasenweise vielleicht mehr
als andere. Aber was davon ist
geblieben? Bei mir war es so - und das
war das Problem meines gesamten
Lebens ich habe mir einen Porsche
gekauft, aber nach einem Jahr war er
schon wieder langweilig. Ich war ein
Getriebener, auch im Beruf.
Direkt nach dem Unfall dachte ich:
„Schau, jetzt hast Du das auch noch
durchgestanden - ich bin härter und
hesser als andere." Das musste ich mir
dann auch beweisen durch meine
extremen Sportaktionen. Doch dann fing
ich nach und nach an, ruhiger und
nachdenklicher zu werden. Mein
Verhalten änderte sich stetig. Ich habe
Dinge hinterfragt. Was steckt noch hinter
dem Leben? Und ich habe viele Bücher
gelesen. Meine Freunde und Bekannten
haben sich wie verrückt um mich
gekümmert, die meinten, dass alles wie
zuvor wird. Aber ich war es, der sich
zurückgezogen hat. Ich habe ewig lange
damit gehadert, mein Leben in Ordnung
zu bringen. Es hat einige Zeit gebraucht,
um mich von meiner Frau scheiden zu
lassen. Ich bin zwar nach dem Unfall
zunächst zurück zu ihr, brauchte aber ein
weiteres Jahr, bis ich zu meiner
Freundin zurückkehrte. Und finanziell
hat sich der Unfall sogar noch positiv
auf mich ausgewirkt. Neben meinem
normalen Verdienst im ordentlichen
sechsstelligen Bereich von der Firma
bekomme ich monatlich noch 6.000 €
Rente von der Versicherung. Meine
Häuser sind auch fast komplett
abbezahlt. Es sah also nicht ganz so
schlecht aus. Durch meine Arbeit kam
wieder ein bestimmter Rhythmus in mein
Leben, ich war jetzt mit der Freundin
zusammen, arbeitete weiter an neuen
Innovationen und reiste durch die Welt.
Und dann bekam meine Freundin die
Diagnose: Brustkrebs.
Und alles begann zu bröckeln... Die
Freundin hat mich dann verlassen, weil
sie der Meinung war, dass sie Ruhe und
eine Lebensveränderung bräuchte. Das
warf mich völlig aus der Bahn. Es ging
mir richtig schlecht, denn jetzt hatte ich
den einzigen Menschen, der mir wirklich
etwas bedeutete, auch noch verloren.
Als Resultat hatte ich mir konkrete
Gedanken gemacht, wie ich mich aus
dem Leben befördere. Eine Kombination
von Erhängen und Schlafmittel war
meine Wahl! Der ganze Rummel hatte
mich nicht mehr interessiert. Was
bringen mir der Porsche und die Häuser,
wenn ich einsam und verlassen bin - und
zudem gesundheitlich in Mitleidenschaft
gezogen?
Ich hatte es dann aber doch nicht getan.
Warum, das kann ich heute auch nicht
mehr genau sagen. In dieser Zeit fuhr ich
immer wieder in das Schlosshotel, in
dem ich mit meiner Freundin oft
gewesen bin, und habe dort alleine
Urlaub gemacht. Ich kam von der
Erinnerung nicht los. Aber es hat nichts
gebracht. Es bringt ja auch nichts, in
dieser Spirale von alten Erinnerungen zu
verweilen. Auch all die Bücher, die ich
las, konnten mich nicht genügend
ablenken. Ich war richtig depressiv.
Offenbar waren es die falschen Bücher.
Ich hatte Ken Follett gelesen und diverse
Biografien. Aber das war mir dann zu
oberflächlich. Ich habe dann begonnen,
mir anderes Schriftgut zuzuführen - unter
anderem die Bücher von Jan van Heising
(ein Freund hatte mir „Das Eine Million
Euro Buch" geschenkt) und „Der größte
Raubzug der Geschichte" von Matthias
Weik, die mich sehr zum Nachdenken
angeregt haben. Das Letztere ist ein
Buch über die Macht der Banken und
darüber, dass die Bank immer gewinnt.
Wenn man sich beispielsweise die EZB
betrachtet, erkennt man mit wachem
Auge, dass diese zu einer der größten
„Bad Banks" gemacht wird, die wir
momentan gerade haben. Denn welcher
Idiot kauft Staatsanleihen von
Griechenland, Spanien und Portugal auf?
Die EZB tut es, und damit wird der
deutsche Steuerzahler immer mehr
enteignet - genauso, wie in den USA die
dortige Notenbank keine unabhängige
Bank ist, sondern sich zwei oder drei
Hände voll Strippenzieher im
Hintergrund befinden und das
Finanzgeschehen in den USA diktieren.
Das tut nicht der Präsident der
Vereinigten Staaten. Es sind andere
Leute, die einer Janet Yellen, der
Präsidentin der FED, sagen, dass diese
Geld zu drucken habe.
Diese Bücher haben bei mir einen
wesentlichen Denkprozess ausgelöst,
denn mir fiel auf, dass ich mit genau
solchen Leuten geschäftlich zu tun hatte.
Dazu gehörten auch J. P. Morgan. Wenn
ich heute zurückblicke, wie die
Firmenübernahmen (Mergings), an denen
ich beteiligt war, vonstatten gingen, wird
offensichtlich, wie Geld umverteilt
wird. Als ich mich damals in meiner
Position als Vice-President des US-
Unternehmens befand, bekam ich
mehrere Millionen Euro zugeteilt, um
wieder mal ein Werk zu schließen. Das
war eine Sache zwischen dem Boss und
mir, die wir auf dem Rückweg im Taxi
entschieden hatten - im Sinne der
Investoren. Mit den diesen Millionen
wurden Mitarbeiter abgefunden, die
Kosten der Verlagerung des
Unternehmens beglichen, die Schließung
des Werkes usw.. Das Ganze
durchzuziehen, dauerte ein halbes Jahr,
und es waren zwei große Werke in der
Branche betroffen. Mir ist jetzt im
Nachhinein klar geworden - unterstützt
durch den Inhalt der gelesenen Bücher -,
dass das alles bereits längst
abgesprochen war und ich nur als
Werkzeug benutzt wurde, um die
„Drecksarbeit" zu erledigen (zum
Beispiel die Kündigungen gegenüber
den Mitarbeitern auszusprechen). Die
Kapitalgeber haben zwar operativ
keinen Einfluss auf ein Unternehmen,
aber sie sind es, die de facto im Hinter-
grund die Deals einfädeln. Das erfuhr
ich von dem Manager an der Bar. Der
erklärte mir Folgendes: „Das sind alles
Insidergeschäfte. Wir hatten auch
einen ,Pushdown' durchgeführt. Dieser
Pushdown sah folgendermaßen aus:
Wir hatten aufgrund der Finanzkrise
2008/2009 alle unsere Inventargüter
bewusst abgewertet, denn das
reduzierte den Kaufpreis. Und es wurde
alles von den
Wirtschaftsprüfungsgesellschaften fein
abgewickelt. Zuerst haben wir es von
unserer Seite her mit einer
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
aufbereitet, sprich vor dem Kauf
abgewertet, und nach dem Verkauf
wurde sie wieder aufgewertet (nach
Absegnung durch das Kartellamt/-
aufsieht). Infolgedessen ist die Aktie
dann enorm gestiegen. Und genau da
wird am meisten Geld verdient. So
macht man das auch mit Patenten, da
sie in die Grauzone der Bewertung
gehören: Vor dem Verkauf sind Patente
als tendenziell wertlos deklariert, nach
dem Verkauf sind sie das Gegenteil."
Ich war ernüchtert, und jetzt im
Nachhinein wird mir auch klar, mit wem
ich es hier zu tun hatte. Zwei der
Personen, die den „Merger"
abwickelten, sind für eines der größten
Private-Equity-Unternehmen der USA
tätig und verwalten mehrere Milliarden.
Einer der beiden, mit dem ich zu tun
hatte, sitzt wortwörtlich in seinem
Keller und steuert von dort aus
Finanzdeals im großen Stil. Er hat seinen
eigenen Jet hinter seinem Anwesen
stehen und fliegt, wenn es ihm danach
sein sollte, am Wochenende auf die
Bahamas. Sein einziges Hobby ist es,
solche- „Mergings" abzuwickeln, also
Firmenfusionen bzw. -übernahmen. Er
beschafft das Geld, zieht das
Unternehmen aus dem Markt, pimpt es
auf wie bei Pretty Woman und bringt es
dann in den Markt zurück - und verkauft
es für ein Vielfaches des ursprünglichen
Wertes. Das ist ein absolut smarter Typ,
der in allen einflussreichen Herren-
Clubs in New York und Chicago sitzt.
Nach dem „Merger" ist es nicht
ungewöhnlich, dass er auch noch
Aufsichtsratspositionen bereits
verkaufter Unternehmen besetzt. Das
heißt, immer wenn sich etwas in einem
Unternehmen tut, tätigt er größere
Aktienbewegungen, und wenn sich etwas
tut, bedeutet das, dass er weiß, was
passiert. In diesem Geschäftsbereich
gibt es keine Zufälle...
Haben diese Personen
Kenntnisse von Innovationen,
selbst wenn diese erst mittel-
oder längerfristig zum Erfolg
des Unternehmens beitragen
können, bestimmt das im
wesentlichen Maße schon
heute den potentiellen Wert
eines Unternehmens. Sitzt
einer dieser Mitarbeiter des
Private-
Equity-Fonds in einer
Vorentwicklungsabteilung, in der die
neuesten Entwicklungen besprochen und
geplant werden - welches der höchsten
Vertraulichkeitsstufe unterliegt so weiß
er, was das Unternehmen für die
nächsten Jahre plant. Und wenn hier
ersichtlich ist, dass ein Produkt
erfolgreich sein wird, dann pushen diese
Investoren ganz gezielt solche Firmen
und lassen sie Jahre später durch die
Decke schießen. Das ist alles geplant,
und es verdienen immer die Insider
daran, weil es immer die gleichen
Private-Equity-Firmen sind, die hier
agieren. Das sind jetzt nicht die Illu-
minaten, wie Jan sie in seinen Büchern
beschreibt, aber das sind schon die
höheren Kreise im Wirtschaftsbereich.
Es waren noch mehrere andere deutsche
Firmen im gleichen Private-Equity-
Unternehmen wie unser Konzern. Dieses
Equity-Unternehmen hat einen Pool an
Topmanagern. Aus diesem wird dann
einer ausgewählt, der solch ein Merging
durchführt - je nachdem, in welcher
Branche sich das Unternehmen befindet.
So war das auch mit meinem ehemaligen
Boss: Nachdem das Merging vollendet
und wir alle ausbezahlt worden waren,
ist er direkt danach in ein neues
Unternehmen gesetzt worden - eine
Firma, die am kränkeln war. Er hat diese
Firma über drei Jahre hinweg
aufgepeppt, hat Firmenanteile bekommen
und das gleiche Spiel wieder
durchgezogen. Die Firma wurde für ein
Vielfaches ihres ursprünglichen Wertes
verkauft, und mein Ex-Boss ist danach
sofort wieder abgezogen worden und hat
wieder ein neues Unternehmens- Projekt
angenommen. So hat er in drei Jahren
10-15 Millionen Euro verdient. Das
macht man ein paar Mal, und dann war
es das in diesem Leben...
Vor allem sind hier diverse
Banken sowie Privatbanken
tief verwickelt, denn diese sind
es, die das nötige Geld zur
Verfügung stellen, um die
Sozialpläne abzuwickeln. Wir
hatten damals ja mehrere
Werke zu schließen, wofür wir
einige Millionen Euro
bekommen und mehrere
hundert Mitarbeiter entlassen
haben. Und das innerhalb von
drei Monaten. Damit ist die
Braut „schön" gewesen. Aber
war das auch für die
Mitarbeiter schön? Nein, das
war es nicht. Man hat hier
über Schicksale entschieden,
über Familienväter und damit
auch über deren Familien.
Ich gebe zu, dass mir das heute zu
schaffen macht, und ich könnte mir
vorstellen, dass mein Unfall irgendwie
damit zu tun hat. Ob es eine Strafe war
für all die Entlassungen? Ich weiß es
nicht. Auf jeden Fall kann und möchte
ich heute solche Deals nicht mehr
durchführen. Das Ganze reflektiert
eigentlich mein Glück, dass ich heute
frei entscheiden kann - und hier gibt mir
das Leben eine zweite Chance das nicht
mehr machen zu müssen. In meinem
neuen Aufgabengebiet darf ich mich mit
Technologie- Innovationen beschäftigen
und habe die Möglichkeit, mit jungen
Mitarbeitern an komplett neuen und
unberührten Themen zu arbeiten. Damals
war ich - ganz ehrlich gesagt - als
Hardliner der Meinung, dass mein
Verhalten richtig ist. Mein Spruch war:
„In der Industrie hinterlasse ich meine
Spuren ". Und dazu gehörte es eben
auch, Standorte zu schließen, die nicht
ins Gesamtkonzept passten. Ich war
schon ziemlich abgebrüht. Ich war
beispielsweise vor 1.700 Mitarbeitern
gestanden und habe denen erklärt, dass
ich 600 ihrer Arbeitsplätze abbaue. Die
dazu nötigen Verhandlungen mit der
Gewerkschaft habe ich mit aller mir zur
Verfügung stehenden Härte geführt.
Damals war ich stolz darauf, so ein
harter Hund zu sein. Das hat sich heute
ganz stark verändert. Einerseits durch
den Unfall und die Sichtweise, die ich
dadurch eingenommen habe. Denn man
füttert die maßlose Gier von Leuten, die
ohnehin schon unermesslich reich sind.
Zum anderen lag es eben auch an der
politischen Literatur, die ich mir
einverleibt hatte. Das war kein
plötzlicher Prozess, sondern vollzog
sich über Monate hinweg, ja Jahre, sich
selbst immer wieder zu hinterfragen. Ich
möchte jetzt mein Leben anders
gestalten. Ich habe heute ein Problem,
mich mit „normalen" Leuten kompatibel
zu empfinden. Ich bin anders geworden,
und das „Normale" reicht mir nicht
mehr. Früher war ich mehr Laissez-
faire, und habe mich auch mal zu
fremden Leuten hingesetzt oder mit
irgendje- mandem einen Abend
verbracht. Das reicht mir heute nicht
mehr. Ich möchte mehr Tiefgang. Eine
Partnerin habe ich momentan nicht, es
fehlt mir die Muße dazu. Die Zeit muss
reif sein.
Jan wollte wissen, wieso all das in
meinem Leben passiert ist, also der
Unfall. Nun, das ist die Frage aller
Fragen. Ein Satz, der mir nie aus dem
Kopf gehen wird, kam von meiner
Mutter. Der aus meiner Sicht einzige
Knackpunkt in unserer Familie war
eigentlich der, dass ich der
Lieblingssohn meiner Mutter war. Mein
älterer Bruder ist praktisch nur ein
Halbbruder, und es bestand immer eine
Art Eifersucht mir gegenüber - mehr
vom älteren als vom jüngeren Bruder.
Und ich war der Erste, der die
heimatlichen Gefilde verlassen hatte. Es
war für meine Mutter immer ein kleines
Abschiedsdrama, wenn ich nach einem
Besuch bei ihnen wieder zurück in die
Großstadt gefahren bin. Zudem hatte ich
aus ihrer Sichtweise einen extrem
anderen Lebensstil gepflegt, auch was
Frauen anbetraf. Und bei einem dieser
Abschiede hatte sie irgendwann einmal
gesagt: „Ich mache mir eigentlich nur
um einen von Euch dreien Sorgen, und
das bist Du. Und schwierig wird es für
Dich erst ab 40." Das sagte sie, als ich
damals 22 Jahre alt war. Wieso sagte sie
das? Was hatte sie damals gespürt?
Ihre Aussage hatte ich damals nicht
verstanden, erst mit dem großen Knall,
mit dem Unfall. Leider ist sie schon jung
verstorben und ich konnte sie nicht mehr
fragen, was sie zu dieser Aussage
veranlasst hatte. "Wirklich schlimm ist
für mich, dass wir im Streit
auseinandergegangen sind. Es gab bei
unserem letzten Treffen eine
Auseinandersetzung wegen des Hundes -
es war an und für sich eine Lapalie.
Aber das war das letzte
Zusammentreffen, und das war nicht
schön. Gerne würde ich das heute
rückgängig machen. Geht aber nicht.
Zudem hatte ich schon immer eine sehr
scharfe Zunge - privat wie auch
geschäftlich - und konnte zu meinem
Gegenüber sehr gemein sein. Selbst
wollte ich aber nicht so behandelt
werden. Daher habe ich mich in dieser
Hinsicht auch geändert, denn: „Was Du
nicht willst, was man Dir tut, das füg
auch keinem andern zu." Heute
schweige ich lieber, bevor ich etwas
Falsches sage...
Ich denke heute extrem viel nach, viel
mehr als früher! Ich hinterfrage auch
mehr. Das heißt nicht, dass ich auch
Antworten auf meine Fragen finde. Es
wäre natürlich einfach, wenn ich wüsste,
warum mir das alles passiert ist. Das
weiß ich aber nicht, ich vermute es
vielleicht. Aber es hat mich verändert -
meiner Ansicht nach zum Positiven. So
akzeptiere ich es.
Eines ist mir ganz besonders
bewusst geworden: Für mich
war es immer
selbstverständlich, dass
jemand da ist, der mich
vielleicht mehr liebt, als ich in
der Lage bin zurückzugeben.
Ich habe zu Vieles als zu
selbstverständlich angesehen.
Es ist aber nicht
selbstverständlich.
Olaf
Olaf hatte ich über einen langjährigen
Freund kennengelernt, der aus Olafs
Regal heimlich ein „Jan van Helsing"-
Buch entwendet und mir mitgebracht
hatte, damit ich es für ihn signiere. Kurz
darauf hatte ich ihn zum ersten Mal
getroffen. Ein Kontakt kann über den
Verlag hergestellt werden.
E-Mail: amadeus@amadeus-
verlag.com
Trotz Gebärmutterkrebs
bekam ich Zwillinge
Ich bin Doreen, 34 Jahre alt und
alleinerziehende Mutter von zwei
Kindern. Mein Leben verlief niemals
geradlinig, was mir sehr viele
Erfahrungen bescherte. In der
ehemaligen DDR aufgewachsen, flohen
wir, auf der Suche nach Freiheit, kurz
vor der Grenzeröffnung, in den Westen.
Auf der Suche nach Liebe flüchtete ich
mich als Jugendliche in Drogen, brach
die Schule ab und machte nach einigen
Anläufen eine Lehre zur Fachkraft für
Veranstaltungstechnik. Ich zog oft um,
ging ins Ausland und suchte immer nach
dem Sinn meines Lebens.
In den letzten Jahren ist sehr viel
geschehen, was ich als
bewusstseinserweiternd empfinde. 2010,
an meinem 30. Geburtstag, saß ich
aufgrund von Lymphdrüsenkrebs in der
Chemotherapie und musste mich zum
ersten Mal im Leben mit dem
potenziellen Tod auseinandersetzen.
Während der Zeit der Therapie habe ich
für meine Uni eine Arbeit über
Ernährung und Krebs verfasst und somit
für mich selbst einen großen Schritt in
Richtung neues, ganzheitliches Denken
getan. Obwohl die Zeit wirklich sehr
schwer war und ich an meine absoluten
Grenzen kam, war ich immer positiv
gestimmt und habe sooo viel Liebe in
mir gehabt, wie niemals zuvor. Auf
einmal spürte ich, was es heißt, lebendig
zu sein!
2011, nachdem ich anfing zu realisieren,
was da geschehen war, kamen immer
mehr Themen in mein Leben - vor allem
auch das Thema 2012. Ich beschäftigte
mich sehr intensiv damit und fing an,
mein Leben radikal zu verändern. Am
Ende des Jahres ging ich für eine
Auszeit mehrere Monate nach Mallorca
und hatte dort spirituelle Lehrer, die mir
viel beigebracht haben. 2012 zurück in
Deutschland dachte ich: „Nun habe ich
so viel gelernt, nun wird alles gut!1'
Aber ich habe das Umsetzen vergessen.
Also sorgte das Schicksal nochmals für
einen Schlag ins Gesicht, um mich
endlich, endlich wachzurütteln. Ich
verliebte mich in einen schwierigen
Mann und wurde ziemlich schnell
schwanger mit Zwillingen. In der
Schwangerschaft stellte man eine erneute
Diagnose: Gebärmutterhalskrebs. Die
Ärzte wollten mir einreden, dass ich
mich entscheiden müsse zwischen dem
Leben der Kinder und meinem eigenen.
Sie sagten mir auf den Kopf zu, dass ich
nicht überlebe, wenn ich meine Kinder
austrage und empfohlen mir, wie auch
die Menschen in meinem Umfeld, doch
alles herausnehmen zu lassen -
Gebärmutter PLUS Kinder.
Für mich stand jedoch sofort fest, dass
ich will, dass wir alle leben! Ich glaubte
kein Wort von dem, was die Arzte
sagten und machte mich auf den Weg
nach medizinischen und
homöopathischen Alternativen. Dadurch
übernahm ich zum ersten Mal in
meinem Leben konsequent und
komplett alleine die Verantwortung
für mein Handeln. Ich vertraute mir und
meinem Bauchgefühl zum ersten Mal
wirklich.
So wurde ich also 2013 mehrmals
operiert, begann mich parallel dazu
vegan zu ernähren (trotz allem
Widerspruch meines Umfeldes) und
beschäftigte mich mit energetischer
Heilung. Das Resultat war enorm: Mein
Bewusstsein schoss ins Unendliche, ich
trennte mich vom Kindsvater, arbeitete
an Vergangenheitsbewältigung und
Heilung auf allen Ebenen und begrüßte
im Spätsommer meine kerngesunden und
irgendwie besonderen Kinder auf dieser
Welt. ©
Seitdem werde ich immer wacher und
erkämpfe mir mein Recht und meinen
Platz in einer eher intoleranten,
unbewussten Umgebung - zum Beispiel
beim Thema Ernährung, Heilung, dem
Thema Impfen, Bildung, Lebensplan,
Intuition, Liebe...
Niemand kann es so recht fassen, dass
wir als „Verschwörungstheoretiker",
wie man uns bezeichnet, so gesund und
fröhlich sind - meine Kinder waren noch
nie krank und sind wirklich super schlau,
angstfrei und offen für alles und jeden.
Mittlerweile wird aus dieser veganen
Ernährung auch mehr und mehr ein
ethisches Bewusstsein für die
Lebewesen dieser Welt, und ich
integriere immer mehr Oko, Bio,
Secondhand sowie saisonalregional
hergestellte Produkte in mein Leben.
Ebenso pflege ich einen liebevollen
Umgang und Kommunikation mit
unserem Planeten, achte auf meine
Gedanken und nutze die Gedankenkraft,
um bewusst zu manifestieren.
So langsam klappt jetzt also
die Umsetzung dessen, was
ich in den letzten Jahren
gelernt habe, und das ist für
mich der pure Wandel, der in
Verbindung steht mit dem
Thema 2012 - universelle
Gesetze,
Schwingungsanhebung,
Göttlichkeit, usw.. Denn ich
bemerke: Nun, weil ich mich
ändere, verändert sich auch
mein Umfeld, und ich ziehe
für mich positive Dinge in
mein Leben.
So nebenbei noch: Seit ich 2003 als Au-
Pair in Amerika war, wusste ich immer,
dass ich mal Zwillinge bekomme. Und
seit ich auch vor vielen Jahren schon
gelesen hatte, dass 2012/13 eine neue
Seelenart von den Plejaden auf die Erde
geboren wird, wusste ich, dass meine
Kinder in dieser Zeit auf die Erde
kommen werden.
Jetzt, da alles so geschehen ist, vertraue
ich zum ersten Mal im Leben mir selbst,
meinen Gefühlen und Wahrnehmungen.
Mir wurde als junger Mensch suggeriert,
dass meine Empfindungen und die Art,
wie ich bin, total daneben sind.
Heute weiß ich, dass ich ein „Indigo-
Kind" bin - eine der „neuen" Seelen -
und komme immer mehr zu dem, was ich
eigentlich machen will und wofür ich
hier auf der Erde bin. Spannend,
spannend!!
Wunder geschehen immer
wieder.
Nicht für mich, dachte ich,
nicht für mich.
Da nahm Gott meine Hände
und sagte: Ich habe ein
Geschenk für Dich - Lehe!
Genieße jeden Tag.
Liebe! - und frag' nicht nach
den Wundern der Anderen,
siehe Deins.
Du bist vollkommen, wir sind
Eins.
(Doreen Kutschke)
Doreen Kutschke
Doreen hatte sich auf meinen
Newsletter zum Buch
gemeldet.
E-Mail: doreenkutschke@yahoo.de
Briefpost über den Verlag
Ich nutzte einen
Beinbruch als Chance!
Mein Name ist Oliver, ich bin Jahrgang
1975 und seit zehn Jahren selbstständig.
Nach dem Abitur hatte ich ein
Fernstudium zum Internet- Publisher
absolviert, eine Lehre zum
Bankkaufmann abgeschlossen, war
danach anderthalb Jahre im Marketing
einer Bank tätig und anschließend als
Berater und Projektmanager bei einem
Bank-Verlag in Stuttgart (Online
Business), bevor ich 2005 in meiner
Heimatstadt Crailsheim meinen Traum
von einem Fußballcenter verwirklichte.
Bis dahin war es jedoch ein steiniger
Weg. Nachdem ich das passende Objekt
- eine ehemalige Tennishalle - gefunden
hatte, galt es, eine passende
Finanzierungslösung für die
Umbaumaßnahmen zu finden. Mit meiner
„Schnapsidee" bin ich nicht wirklich auf
große Begeisterung gestoßen. „Wer soll
denn so etwas nutzen und vor allem für
Fußball auch noch Geld bezahlenDa
ich jedoch von meinem Vorhaben
überzeugt war, konnte ich schließlich
sowohl die Bank, als auch meinen
Verpächter sowie weitere Partner von
der „guten Sache" überzeugen.
Inzwischen hat sich unser Center zu
einer festen Größe in der Region und
darüber hinaus entwickelt und dient
sowohl Vereinen als auch allen anderen
Gruppen und Menschen als Spiel- und
Trainingsstätte. Den Kern unserer Arbeit
bilden die Vermietung von
Kunstrasenfeldern, die Veranstaltung
von Fußballgeburtstagen, die
Durchführung von Fußball- förder- und
Fitnesstrainings sowie soziale Projekte
für Kinder - zudem diverse Aus- und
Fortbildungsangebote rund um das
Thema Fußball, Gehirnintegration und
Persönlichkeitsentwicklung. Unser
Anspruch ist, eine besondere Trainings-,
Ausbildungs- und Entwicklungsplattform
für Mensch und Fußball zu sein. Ich lebe
meine Selbstständigkeit aus vollem
Herzen und mit vollem Einsatz, ich gebe
alles, da ich den Fußball und die
Entwicklung von Menschen schon immer
liebte. Ich bin offen für Neues,
unternehmerisch wie persönlich. Ich
bilde mich daher auch laufend in Sachen
Persönlichkeit und Gesundheit weiter,
um auch mich immer besser
kennenzulernen. Das Wissen ist jedoch
nicht das Thema, vielmehr ist die
Herausforderung die, das zu leben und
zu tun, was man weiß.
Bis zum Jahr 2012 erlaubte ich mir (trotz
des bereits vorhandenen Wissens) wenig
Pausen, wenig Ruhe und hatte ein
schlechtes Gewissen, wenn ich mal
weniger oder sogar nichts tat. Meine
Woche hatte sieben Tage, und ich
meinte, alles selbst tun zu müssen,
obwohl ich Unterstützung von meiner
Familie und meinem Mitarbeiter hatte.
Angefangen beim Putzen, über die
Platzpflege bis hin zum Bedienen und
Küchendienst in unserem
Gastronomiebereich, kümmerte ich mich
dazu noch um Organisation, Werbung
und Marketing. Ich arbeitete quasi zwei
Tage an einem. Mein erster Arbeitstag
dauerte von 8 bis 15 Uhr, der zweite von
16 bis 22 Uhr. Dann ein paar Stunden
schlafen, und das Ganze ging wieder von
vorne los. Ich war mir für nichts zu
schade und probierte und testete alles,
vor allem die Dinge, die Umsatz für den
notwendigen Kapitalbedarf generierten.
Neben Hobby-Fußballturnieren
veranstaltete ich Pokerturniere im
großen Stil, Dart-Turniere und
Ligaspiele sowie dutzende Feten. Nicht
dass mir das ganze keinen Spaß machte.
Nein, es war o.k., und ich konnte aus
finanziellen Gründen ja auch gar nicht
anders. Dennoch spürte ich mit der Zeit,
dass vieles von dem, was ich tat, sehr
viel Energie forderte und mit meiner
ursprünglichen Motivation und
Vorstellung - der Entwicklung von
Mensch und Fußball - immer weniger zu
tun hatte. Ich hatte immer öfter das
Gefühl, dass das nicht die Freiheit ist,
die ich mir eigentlich erhofft hatte. Denn
ich „musste" Dinge tun, die ich nicht
wirklich wollte, und mich mit Themen
und (Verhaltensweisen von) Menschen
auseinandersetzen, die nicht meinen
Werten (vor allem Respekt, Anstand,
Achtsamkeit) entsprachen.
Neben diesen oftmals
umsatzgetriebenen Aktionen,
hatten wir jedoch auch viele
„zu uns passende" spannende
Angebote und Projekte
realisiert. So auch eine neue
Kooperation mit einem großen
Reiseveranstalter. Wir
veranstalten seit 2012 in den
Ferien spezielle Fußball-
Events für Kinder in
Urlaubsclubs im europäischen
Ausland - eine tolle Sache.
Beim ersten Event auf der
griechischen Insel KOS war
ich auch gleich als Organisator
mit einem Trainerteam vor Ort
dabei. Es war eine tolle
Woche, alles hat super
geklappt. Die teilnehmenden
Kids sowie die
Verantwortlichen des Clubs
waren begeistert. Es war der
letzte Eventtag. Am Tag
darauf ging es für mich wieder
zurück nach Hause. Meine
Trainer machten noch ein paar
Tage Urlaub. Auf mich
warteten zu Hause bereits
einige andere Dinge, die es zu
organisieren und umzusetzen
galt. Zudem war ich ja eine
Woche nicht im Büro
gewesen.
Doch es kam alles ganz
anders!
Am letzten Tag wurde noch ein
Abschiedsspiel veranstaltet, und aus
welchen Gründen auch immer verspürte
ich das Verlangen, auch mitzuspielen.
Nachdem wir den Platz also freigeräumt
und die Teams eingeteilt hatten, ging's
munter zur Sache. Die Kids wuselten nur
so über den Platz und waren natürlich
wie immer ganz heiß darauf, gegen die
Trainer zu spielen. Es war noch gut eine
Minute zu spielen, als der Ball zu mir
kam und ich ihn an der Außenlinie
stoppte. Urplötzlich hatte sich auch
schon eine Traube an Kindern um mich
herum gebildet. Meine Aufmerksamkeit
galt in diesem Augenblick nur den
Kindern. In meinem Kopf war nur:
„Hauptsache, den Kids passiert nichts."
Den Ball hatte ich inzwischen aus den
Augen verloren - bis zu dem Moment,
als ich versuchte, mich aus dem
„Kinder-Knäuel" zu lösen und einen
dynamischen Schritt nach rechts machte.
Und es krachte... Ich trat direkt auf den
Ball. Mein rechter Fuß knickte weg, und
ich fiel zu Boden. Etwas war passiert,
ich konnte es nur noch nicht genau
begreifen. Ich fühlte seltsamerweise nur
eins: Dankbarkeit.
Dieses Gefühl der Dankbarkeit war
größer als der Schmerz und stärker als
die Ungewissheit, was mit meinem Fuß
bzw. Bein genau passiert war. Komisch.
War es doch der letzte Tag, die letzte
Aktion. Eigentlich hätte ich erwartet,
dass ich mich tierisch darüber aufrege
und hadere: „Warum passiert das jetzt
noch, warum ausgerechnet mir und vor
allem so?" Ich bin in meinem „Fußball-
Leben" schon zigmal auf einen Ball
getreten, doch das Bein habe ich mir
dabei noch nicht gebrochen. Auch wenn
dem so war, ich verspürte kein Gefühl
des Grolls oder der Wut. Vielmehr
Klarheit, Verständnis und Dankbarkeit.
Auch die nun folgenden Situationen und
Maßnahmen meisterte ich mit einem sehr
positiven und konstruktiven Gefühl. Ja,
man kann schon sagen „meisterte". Denn
wer sich schon einmal in einem fremden
Land - ohne Kenntnis der Sprache und
Regeln — verletzt hat und ins
Krankenhaus musste, der weiß, wovon
ich spreche.
Ich hatte jedoch in allen
Belangen Glück! Denn mein
Taxifahrer, der mich
zusammen mit einem meiner
Trainer, nach rund einer
Stunde Erstversorgung im
Club, ins Krankenhaus
gefahren hatte, sprach
deutsch. Es war nämlich
derselbe Taxifahrer, der uns
bereits am ersten Tag vom
Flughafen abgeholt hatte. Er
war fußballbegeistert und hatte
Verwandtschaft in
Deutschland. Aufgrund der
lebhaften Konversation auf der
Fahrt zum
Club waren wir folglich bereits mit ihm
bekannt. Er war es dann auch, der mir
die Abläufe in einem griechischen
Krankenhaus erklärte und dafür sorgte,
dass ich richtig versorgt wurde.
Das Wadenbein war gebrochen, so
lautete die Diagnose, die ich nach rund
zwei Stunden vom Oberarzt erhalten
hatte. O.k., „Hurra!" habe ich jetzt nicht
geschrien. Aber ich hatte nun die
Gewissheit, was Sache ist - und zum
Glück war es kein offener Bruch. Und
ich hatte erneut Glück, denn ich durfte
nach Hause fliegen. Mit einem frisch
angelegten Gips, Trombosespritzen und
Krücken zum Gehen sei es wohl
möglich, dass ich meinen Heimflug wie
geplant am nächsten Tag antreten könne,
sagte man mir. Alles gut, das Kapitel
,Krankenhaus auf KOS' war damit
beendet. Im Hotel fand ich auf meinem
Bett eine Karte mit einem lieben
Genesungs- Gruß der Hotelmanagerin
und dem Angebot: „Wenn wir etwas für
Sie tun können, lassen Sie es uns
wissenDas war auch sehr nett.
Nachdem ich alles erst mal habe sacken
lassen, kam mir der Gedanke: „Das hat
schon alles seinen Sinn.S Ja, es hatte
einen Sinn, denn ich konnte ab jetzt nicht
mehr so schnell, wie ich wollte, ich
wurde vom Leben gebremst. „Ich kann
auch nicht mehr alles alleine machen.
Ich bin dankbar für die Hilfe von
anderen. Ich darf auch mal schwach
sein," Diese Gedanken und mehr
„schössen" nur so von allen Seiten in
meinem Hirn umher. Dann, nach einer
Weile spürte ich seit langer Zeit ein
tiefes Gefühl innerer Ruhe. Mein Körper
hatte mich quasi zur Ruhe gezwungen.
Obwohl er mir in den Jahren zuvor
durch Dauerschnupfen (Nase voll) und
Verspannungen regelmäßige Signale
gegeben hatte, gönnte ich mir dennoch
keine Ruhe. Er musste also zu
drastischeren Mitteln greifen. Ich begann
zu verstehen, mein Körper meinte es
letztlich also nur gut.
Nachdem ich für mich diese
Sinnhaftigkeit erkannt hatte, griff ich zum
Handy und rief meine Eltern an. Mit
ihnen hatte ich auch vereinbart, dass sie
mich am nächsten Tag am Flughafen in
Nürnberg abholen. Dies zum Anlass
genommen - „Ich wollte mich nur noch
mal melden." -, hatte ich meine Mum
dann noch gebeten, dass sie doch bitte
auch gleich einen Termin im
Krankenhaus für mich vereinbaren
sollen. „Ja, es ist was passiert, doch
alles ist gut? Nach einer kurzen Pause,
sagte sie dann: „Das bekommen wir
alles hin." Genau darum ging es. Alles
ist gut, das bekommen wir schon hin,
auch wenn ich jetzt - sehr untypisch für
mich - noch keinen Plan hatte. Ein
weiteres Mal hatte ich Glück, da einen
Tag vor Abflug drei Passagiere abgesagt
hatten und ich deshalb mein Gipsbein auf
den freien Plätzen hochlegen konnte.
Zurück in der Heimat kam ich dann auch
relativ schnell unters Messer - bei der
Chefärztin. Wiedererwacht bekam ich
später die Nachricht, dass alles gut
verlaufen sei und der Bruch ein glatter
Bruch war, ohne Komplikationen. In
rund acht Wochen könne ich wieder
anfangen, mein Bein zu belasten.
In diesem Moment wurde mir ein
weiteres Mal klar, dass ich jetzt doch
eine ganze Weile kürzer treten müsse
und es einige Zeit dauern würde, bis ich
wieder vollständig hergestellt sein
würde. „Das muss wohl so sein, es hat
ja einen Sinn...dachte ich mir. Mit
diesem Bewusstsein verordnete ich mir
die folgende Zeit dann das erste Mal seit
langem „freiwillig" Ruhe. Ich ließ mir
Bücher (Fünf Elemente, Buddhismus,
Ernährung) bringen und meinen Laptop
und „buchte" zehn Tage Krankenhaus
(drei Tage länger als „notwendig"). Ich
arbeitete, was machbar war, und bei
dem, was nicht möglich war, lernte ich
zu delegieren. Ich befand mich mitten in
einem Lernprozess. Selbst die Chefärztin
lobte mein Verständnis und betonte, wie
wichtig Ruhe für den Heilungsprozess
sei. Ja, ich wollte wieder gesund
werden und unterstützte meinen Körper
im Rahmen meiner Möglichkeiten.
Apropos Unterstützung: In dieser Zeit
begann ich auch zu begreifen, wie
wichtig neben Ruhe eine gute
Versorgung meines Körpers mit
Nährstoffen ist. Denn ich ernährte mich
infolge einer Ernährungsumstellung seit
Ende 2011 zu über siebzig Prozent roh,
das heißt überwiegend mit Früchten und
Gemüse. Diese Form der Ernährung war
jedoch zu meinem Erstaunen in einem
Krankenhaus eher selten und - noch viel
erstaunlicher -, gar nicht so einfach
umzusetzen. Vielmehr wird man
normalerweise mit „typischer"
Hausmannskost versorgt, was sich
meines Erachtens eher kontraproduktiv
auf eine Heilung auswirken kann. Aber
das ist ein anderes Thema. Neben der
Ernährung bewegte ich mich zudem seit
gut einem halben Jahr regelmäßig und
joggte mehrmals die Woche. Die
Bewegung ging mir jetzt natürlich ab,
aber ich wusste, dass ich bald wieder
laufen werde. Und das bisherige
„Training" war Gold wert, denn mein
Körper war in sehr guter Verfassung.
Mit Ruhe und Achtsamkeit vergingen
Tage, Wochen und Monate. Ich nahm die
Situation an, wie sie war. Mein Bruch
heilte, und ich freute mich darauf, bald
wieder laufen zu dürfen. Wenn mir das
jemand ein Jahr zuvor gesagt hätte, dass
ich mich irgendwann einmal darauf
freuen würde zu joggen, hätte ich ihn für
verrückt erklärt.
Ich durfte in dieser Zeit begreifen und
lernen, was es heißt, das zu leben, was
einem vielleicht schon lange (im Kopf)
bewusst war. Doch das mit dem Kopf ist
so 'ne Sache. Wissen ist das eine, es zu
tun, das andere. Bei mir musste es wohl
erst weh tun, um zu begreifen und mich
letztlich in die erste Reihe zu stellen.
Mein Handeln und meine Werte waren
nicht in allem deckungsgleich, was mir
wichtig war. Sprich mein Fundament und
meine Werte passten nur in Teilen zu
dem, was ich tat. Denn ich unternahm
Dinge aus dem Verstand heraus und der
Notwendigkeit, Geld zu verdienen,
jedoch nicht von ganzem Herzen. Aus
diesem Grand stressten mich zunehmend
die Respektlosigkeit sowie die
mangelnde Wertschätzung und der
fehlende Anstand bestimmter Gäste,
insbesondere bei Fußballturnieren und
gastronomischen Veranstaltungen. Nichts
war gut genug, an allem gab es etwas
auszusetzen, und schuld war immer der
oder die andere.
Im Rahmen diverser mich begleitender
Aus- und Fortbildungen sowie beim
Lesen diverser Bücher erlangte ich mehr
und mehr ein tieferes Verständnis dafür,
warum Dinge passieren und was ich
dadurch lernen darf. Ich war in meinem
eigenen Hamsterrad gefangen. Obwohl
ich selbstständig war, erlaubte ich mir
nur selten, die Freiheit zu leben, die ja
die eigentliche Motivation für meine
Selbstständigkeit war. Stattdessen hatte
ich ein schlechtes Gewissen, wenn ich
mir mal Ruhe gönnte. Ich fühlte mich
ständig getrieben, hatte selten Zeit (für
mich) und meinte unentwegt, etwas (für
andere) tun zu müssen. Und wenn gerade
nichts zu tun war, dann plante ich etwas.
Ich hielt mich überwiegend in der
Zukunft auf, viel zu selten im Hier und
Jetzt. Selbst wenn das Verständnis, dass
dies keinen Sinn macht, in meinem
Verstand war, konnte ich es dennoch
nicht wirklich begreifen und umsetzen.
Ich musste es fühlen. Ja, es musste mir
(leider) erst körperlich weh tun, bevor
ich endlich begreifen wollte, dass mir
mein Körper etwas signalisieren
möchte.
Wenn ich heute zurückschaue, möchte
ich keinen Tag missen und bin unendlich
dankbar, dass alles so passiert ist. Ich
habe nach diesem Tag ge- lernt zu
unterscheiden, was wirklich wichtig ist
und von was ich bislang meinte, dass es
wichtig sei - auch, dass weniger
meistens mehr ist. Es reichen in den
meisten Fällen auch achtzig Prozent. Das
wichtigste für mich ist, dass ich auf mich
und meinen Körper achtgebe und die
Signale wahrnehme. Das Leben und die
Natur meinen es nur gut mit einem.
Daher lebe ich so, wie ich es persönlich
für richtig - besser: „für mich passend"
- halte. Ich selbst hatte ja bereits so
Vieles dafür unternommen. Ich bin
selbstständig und eigentlich frei. Ich
muss(te) es nur zulassen und meine
Freiheit leben.
Inzwischen habe ich Vieles, das ich
meinte, tun zu müssen oder von dem ich
glaubte, dass es von mir erwartet wird,
losgelassen - sowohl als Unternehmer
als auch als Privatperson. Es sind zwei
Rollen, aber beide auf dem gleichen
Fundament gebaut - auf dem, was mir
wichtig ist. Privat erlaube ich mir daher,
das zu tun, was mir gut tut. Ich beginne
meinen Tag mit Joggen, ernähre mich so,
dass ich mich wohl fühle und gönne mir
Auszeiten und Ruhephasen. Ich erkannte,
wo und wie ich Kraft und Energie tanke
und'dass Anspannung und Entspannung
im Gleichgewicht sein sollten. Denn nur,
wenn es mir gut geht, bin ich in meiner
Kraft und kann somit für andere da sein.
Unternehmerisch habe ich mich
beispielweise dazu entschieden, Live-
Fußball-Übertragungen via Pay-TV nicht
mehr anzubieten. Der Anbieter hatte die
Preise jährlich in solch einem Maße
erhöht, dass letztlich keine Möglichkeit
mehr bestand, die Kosten zu
amortisieren, geschweige denn, etwas
damit verdienen zu können. Da sich in
den letzten Jahren zudem das
Besucherverhalten in Bezug auf
Verbindlichkeit deutlich verändert hatte
und keinerlei Planbarkeit mehr möglich
war, entschloss ich mich, es sein zu
lassen. Aber kann man es sich als
Fußballcenter erlauben, keine Fußball-
Übertragungen mehr anzubieten? Wo
Fußball draufsteht, muss doch auch zu
100 Prozent Fußball drin sein, oder? Ja,
man kann. Ich kann! Es hat mich in der
Vergangenheit viel Energie (und Geld)
gekostet. Letztlich fütterte ich mein Ego.
Es liegt also an mir, wie und wo ich
meine Grenzen setze. Nur wenn ich
Grenzen setze, hat der oder die andere
die Möglichkeit, diese zu erkennen.
Wenn ich keine setze, können auch keine
eingehalten werden. Dies zu erkennen,
ist das eine, es umzusetzen und zu leben,
das andere. Es bedarf letztlich Mut und
Vertrauen. Mittlerweile traue ich mich,
auch unternehmerisch das zu tun, was ich
will, auch wenn ich davon ausgehen
kann, damit auf Unverständnis zu stoßen
oder sogar Kunden zu verlieren, weil ich
bestimmte Leistungen nicht mehr anbiete.
Dafür kommen neue Menschen in mein
Leben, die „das andere" wertschätzen.
Seither prüfe ich Dinge und
Entscheidungen, ob sie für mich
persönlich klar sind und wirklich zu mir
passen. Auch hinterfrage ich Vieles und
nehme vor allem nicht alles, was einem
von den Medien, der Politik und der
Industrie gesagt wird, für bare Münze.
Es muss, wie gesagt, für mich persönlich
passen.
Mir war seit meinem Unfall bewusst
geworden, was ich NICHT mehr
möchte:
Ich möchte nicht mein eigener Sklave
sein, der sich selbst geißelt und danach
strebt, sein Ego zu befriedigen und das
tut, was man oder andere von ihm
erwarten. Ich möchte meine Freiheit
leben und einfach ICH sein, nicht
vergleichbar, sondern einzigartig und
anders. Und vor allem möchte ich nichts
mit Menschen zu tun haben, die meine
Werte verletzen, auch wenn sie mir
dafür Geld bezahlen. Respektlosigkeit
gegenüber Schiedsrichtern und Spielern
oder mir als Veranstalter und Inhaber
gehen genauso wenig wie mangelnder
Respekt vor fremdem Eigentum. Wer als
Gast im Rahmen von Trainingslagern
Hotelzimmer verwüstet oder volltrunken
zum Training erscheint, auf den verzichte
ich gerne. Ich spürte, meine
Lebensqualität und Energie war durch
diese Menschen, diese „speziellen"
Kunden am Schwinden. In extremen
Situationen führte dies so weit, dass ich
sogar Gedanken hegte aufzugeben, denn
mir fehlte jegliches Verständnis. Ich
konnte einfach nicht nachvollziehen, wie
man drauf sein musste, um sich derart
daneben zu benehmen. Wo führt das hin?
Woran liegt das? Ich hätte mir als Kind
oder Erwachsener solche Dinge nicht
erlaubt. Ich war einfach anders erzogen.
Jeder Spaß hat seine Grenzen, doch
anscheinend spüren viele Menschen
diese nicht mehr oder haben bislang
keine aufgezeigt bekommen. Man meint,
sich nach außen durch „besondere"
Taten und Handlungen und im Vergleich
mit anderen beweisen zu müssen, um
Anerkennung zu erhalten. Jeder setzt
noch eins drauf, und so steigert sich das
Ganze ins Extreme. Es war also an mir,
Grenzen zu setzen, klar und
unmissverständlich zu kommunizieren
und so zu sein, wie ich bin. Mein
Leitsatz ist: Spüre, was Deins ist und
was Du wirklich willst. Dann wirst Du
auf Dauer auch nur die
Menschen anziehen, die Dich
und Deine Arbeit schätzen
und Deine Werte respektieren.
Ich entwickelte meine eigenen
Grundsätze, nach denen ich sowohl
privat als auch beruflich leben wollte.
Ich bin ehrlich zu mir selbst, höre auf
meinen Körper und übernehme selbst die
volle Verantwortung für mein Tun und
Handeln. Ich lebe mein Leben in innerem
Frieden mit mir und mit Respekt
gegenüber der Natur und den Menschen,
die mir wichtig sind! Ich begleite
Menschen, die mir die Hand reichen und
bereit sind, sich zu entwickeln, um
IHREN Weg zu gehen. Ganz besonders
schätze ich „das Spiel" und die Arbeit
mit Kindern. Kinder lieben
„Abenteuerland", spüren und fühlen,
sind ehrlich und spiegeln ohne
Verzerrung. Sie nehmen wahr, sehen und
hören. Kinder sind begeisterungsfähig
und tun einfach. Ihnen geht es gut, wenn
sie das tun (dürfen), was ihnen Spaß
macht. Sie nehmen an und wollen lernen.
Kinder „saugen" Wissen auf, wenn man
ihnen die Dinge „kindgerecht" vermittelt.
Kinder haben „unendlich" viel Energie
und sind bereit und willig zu wachsen.
Kinder sind die besten Lehrer, wenn
man selbst bereit ist zu lernen! Denn sie
vermitteln einem unverblümt, was sie
wollen, was sie brauchen und wie „man"
mit ihnen umgehen soll. Wenn ich in
Verbindung zu Kindern stehe und in
meinem Tun, zum Beispiel beim
Training, voll und ganz aufgehe, erfahre
ich das gute Gefühl, etwas Sinnvolles
zum Leben beizutragen und meiner
Aufgabe gerecht zu werden. Daher sehe
ich eine meiner Aufgaben darin, Kindern
im Rahmen unserer Trainings- und
Coachingangebote sowie sozialen
Projekte die Wurzeln, den Halt, das
Vertrauen und den Raum zu geben, um zu
wachsen - zu wachsen, um Flügel zu
bekommen, „fliegen" zu lernen, um ihr
eigenes Leben zu leben, frei und
unabhängig, das eigene eben.
Heute, indem ich nicht mehr anbiete,
was mir Energie raubt, lebe ich mein
Ich. So bin ich auch dem Impuls gefolgt,
den ich im Rahmen meiner „Ruhezeit
2012" erhalten hatte, meine Lehren aus
diesem Vorfall auch anderen Menschen
zu vermitteln. Seit Ende 2014 habe ich
demzufolge den zuvor energieraubenden
und nun freigeräumten Raum mit einem
neuen Angebot gefüllt: natürliches
Coaching mit Herz. Alles Wissen aus
meinen Aus- und Fortbildungen sowie
meine Erfahrungen und mein „Erleben"
sind die Energie, aus der ich heute
schöpfe. Seither spüre ich, dass es
keinen Zufall gibt und mir das Leben
einfach nur Hinweise und Aufgaben
gibt, um zu lernen, zu
wachsen und um mich zu
entwickeln. Manchmal ist es
schmerzhaft und dauert etwas
länger, bis man's begreift -
doch fertig ist man nie.
Und all das geschah, weil ich
mir das Bein gebrochen
hatte...
Oliver Rehbach
Oliver lernte ich durch unseren Jüngsten
kennen, der seinen Kindergeburtstag in
Olivers Kickinside Soccer Performance
Center in Crailsheim feierte. Im
Gespräch mit ihm stellte sich heraus,
dass wir uns für ähnliche Themen
interessieren und er auch einen gewissen
„Entwicklungsprozess" hinter sich hat.
Da mich vor allem seine Art, wie er mit
den Kindern arbeitet, begeistert, bat ich
ihn darum, mir seine Geschichte zu
schildern.

E-Mail: rehbach@kickinside.de Internet:


www.kickinside.de
Im Knast ist mir ein Geist
erschienen
Wir schreiben das Jahr 1996:
Na toll, da sitze ich, Adam Jakob, nun in
Untersuchungshaft. Wie kann das sein?
Ich bin doch sooooo wichtig. Gefeierter
Sport-Förderer, Millionär, täglich in
Presse und TV, mit mehreren FC-
Bayern-Spielern befreundet, immer gut
mit dabei in der Münchner Schickeria...
Das musste doch ein Fehler sein. Was
war passiert? Sieben Mann marschierten
in meine Firma ein - ein
Bauträgerunternehmen in München - und
verhafteten mich, ohne klar zu sagen,
was mir überhaupt vorgeworfen wird.
Von einem Moment auf den anderen
hatte ich meine Freiheit verloren. Konnte
das vielleicht damit zusammenhängen,
dass ich zwei Wochen zuvor Besuch von
einem Mitglied der Bilderberger hatte?
Dieser hatte mich in meinem Büro
aufgesucht und um einen Geschäftstermin
mit seiner Firma gebeten. Ich hatte ihm
jedoch auf den Kopf zugesagt, dass ich
mit Leuten wie ihm keine Geschäfte
machen will, da sie für mich u.a.
Kriegstreiber sind. Ich hatte zu ihm
gesagt, dass ich wüsste, dass sie den
Jugoslawien-Krieg angezettelt hätten. Er
erwiderte nur recht abfällig: „Wir
entscheiden, wann und wo ein Krieg
geführt wird..." Beim Hinausgehen hatte
er mir dann noch etwas verschwörerisch
zugerufen, dass ich schon noch merken
würde, was ich davon habe...
Insbesondere würden die angefangenen
Tradinggeschäfte - Bankgeschäfte, bei
denen mit übermäßig hohen Renditen
gearbeitet wird -, bei denen ich mit
einem Millionenbetrag eingestiegen war,
nun nicht mehr laufen würden. Wenn ich
weiterhin auf diese Weise Geschäfte
machen wollte, so müsste ich mit ihnen
kooperieren. Jetzt im Nachhinein meine
ich schon, dass meine Verhaftung damit
zu tun hatte.
Nach ein paar Tagen hinter Gittern
wurde ich dann endlich darüber
aufgeklärt, was mir vorgeworfen wurde:
Untreue gegen meine eigene Firma.
Unter anderem warf man mir vor, dass
ich Aspirin-Tabletten gekauft und die
Rechnung in der Firma eingereicht hatte
(war ja auch für die Angestellten), vor
allem aber, dass ich angeblich mit
meinem Banker Firmengelder auf dem
sogenannten „Euromarkt" verschoben
und dort wild spekuliert haben soll.
(Offene Kreditlinien konnten auf dem
„Euromarkt" monatlich angelegt werden.
Meine Kreditlinie war immerhin 70
Mio. DM.) Ich selbst hatte mit diesen
Geldern nicht spekuliert - mein Banker
schon, aber ohne mein Wissen -, aber
wie sollte ich das beweisen?
In den ersten Tagen der U-Haft war ich
noch kampfeslustig. Ich solle einfach
meine Tat gestehen, dann würde man
mich sofort entlassen, hieß es. Ich dachte
nicht daran. Denen würde ich es schon
zeigen, schließlich war ja die Wahrheit,
und damit das Recht, auf meiner Seite.
Aus heutiger Sicht war das etwas sehr
blauäugig. Zwei Wochen später war
mein Kampfeswille schon nicht mehr so
groß. Ich hatte keinerlei Verbindung
nach außen, nur über meinen Anwalt,
und dieser berichtete horrormäßige
Dinge. Alle meine Wohnungen, mein
Haus, meine Autos, alles war von der
Bank beschlagnahmt worden. Von
meinen vielen dutzenden „Freunden"
war noch eine Handvoll übrig
geblieben. Die anderen behaupteten,
dass sie es ja schon immer gewusst
hätten, dass dies mal so enden würde -
genau diejenigen, die teilweise
Millionen durch mich verdient hatten...
Wahnsinn!
Vor allem meine Eltern - damals schon
recht betagt - brachen schier unter
diesem Druck zusammen. Mein Leben
und meine Reputation waren erledigt. So
dachte ich zumindest. Weitere zwei
Wochen vergingen mit weiteren
Horrormeldungen, die mich dazu
brachten, mich völlig aufzugeben. Mein
Lebenswille war gebrochen. Folglich
dachte ich ernsthaft darüber nach, dieses
gescheiterte, hoffnungslose Leben zu
beenden. Nachdem ich mich eines
Abends praktisch dazu entschlossen
hatte, schlief ich ein. Mitten in der Nacht
wachte ich in der Zelle auf, ein
gleißendes Licht erhellte den ganzen
Raum - und plötzlich konnte ich darin
eine Gestalt erkennen: Christian K., er
war ebenfalls in der Baubranche tätig
gewesen und hatte sich ein Jahr zuvor in
seiner Sauna erschossen. Die
Erscheinung sagte zu mir: „Bitte mach
das nicht. Ich bin gekommen, um Dich
davon abzuhalten. Wenn ich das
schaffe, dann kann ich endlich ins Licht
gehen, denn ich stecke in einer
Zwischenwelt fest, weil ich mein Leben
selbst beendet hatte." Ich war völlig
ergriffen und versprach ihm, es nicht zu
tun. Er lächelte mich an, und das Licht
verschwand.
Von da an hatte ich eine völlig neue
Energie, ich hatte neue Kraft geschöpft.
Ich sah die Dinge, die ganze Welt
wieder als schön an und dachte darüber
nach, was ich aus dieser Situation lernen
sollte. Hier muss ich bemerken, dass ich
mich nicht nur bereits seit vielen Jahren
mit Grenzwissenschaften und
Metaphysik beschäftigte, eine riesige
Bibliothek aufgebaut hatte und eine
Menge interessanter Menschen aus
diesem Bereich kennengelernt hatte,
darunter auch Heiler, Schamanen oder
Tempelritter, sondern auch selbst seit
meiner Jugend eine Begabung habe. Ich
konnte schon immer durch
Energieübertragung den Menschen in
meiner Umgebung helfen und
beispielsweise ihre Beschwerden und
Schmerzen lindern. Auch sehe und sah
ich schon immer, was mit meinem
Gegenüber „los" ist, sowohl auf
körperlicher als auch auf geistiger
Ebene. Auch hier konnte und durfte ich
helfen. Doch meine Fähigkeiten brachten
mir in meiner Situation" nur wenig. Aura
zu sehen oder Erdenergien zu spüren
änderte nichts an meiner Lage, in der ich
meiner kompletten Existenz und zudem
meiner Freiheit beraubt wurde. In
solchen Fällen ist Vertrauen und ein
starker Glaube vonnöten. Interessant war
in diesem Zusammenhang auch folgende
Begebenheit: Ein paar Monate zuvor
hatte ich Jan van Heising kennengelernt.
Er hatte damals, im Herbst 1995, in
München einen Vortrag gehalten, und
wir hatten uns dort getroffen und später
angefreundet. Es war dann im Januar
1996, während ich also
mutterseelenallein in der U-Haft saß und
an allem und jedem zweifelte, als ich
Post bekam: das zweite Buch von Jan
(„Geheimgesellschaften 2"), welches
gerade erschienen war und zwei Monate
später dann bundesweit beschlagnahmt
wurde. Der "Wärter brachte es mir in
die Zelle mit den Worten: „Ich habe das
erste Buch von Jan van Heising gelesen
und fand es sehr spannend." Es war für
mich nicht nur eine Freude, das Buch
zugesandt zu bekommen, was mir zeigte,
dass es da draußen noch jemanden gab,
der an mich dachte, sondern die
Äußerung des Wärters zeigte mir zudem,
dass es überall Gleichgesinnte gibt, auch
an Stellen, wo man es nie vermuten
würde. Ich deutete es als ein „Zeichen"
nach dem Prinzip: „Gott hat seine Leute
überall platziert."
Ich war jedenfalls wieder guter
Dinge und ging dann
schließlich einen Handel mit
dem Staatsanwalt ein, kam aus
der U-Haft und erhielt später
eine Bewährungsstrafe - zwar
für Dinge, die ich nicht
begangen hatte, aber dafür
war ich wieder ein freier
Mann.
Wieder in Freiheit hatte ich
noch viele Baustellen vor mir
und viel zu LERNEN. So
konnte ich immer noch
schlecht vom Materiellen
loslassen und träumte von der
Vergangenheit, träumte von
meinem früheren Luxusleben
und hing diesem schon noch
ziemlich nach. Wenn ich
ehrlich war, so wollte ich
unbedingt wieder meinen alten
Stand erreichen und mein
Ansehen zurückbekommen.
Also hatte ich im Nachhinein
betrachtet nichts gelernt. Dies
ging noch Jahre so weiter.
Mir ging es trotzdem in meiner
Einzimmerwohnung und mit
meinem Kleinwagen recht gut.
Ich baute mir zu dem kleinen
übriggebliebenen
Freundeskreis einen neuen
auf. Schritt für Schritt stieg ich
als Berater in der
Immobilienbranche auf und
verdiente wieder sehr, sehr
viel Geld. Aber war das jetzt
mein Weg? In der
Zwischenzeit hatte ich mich
von meiner langjährigen
Lebensgefährtin getrennt, und
mein Hund war dann auch
noch an Altersschwäche
gestorben, was noch
zusätzlich etwas in mir
auslöste. Je mehr ich
verdiente, desto unwohler
fühlte ich mich. Das war
offensichtlich nicht mehr mein
Weg. Dennoch war es
angenehm, und ich wollte
diese Komfort-Zone nicht
wirklich verlassen. Meine
Autos wurden auch wieder
schneller und größer, die
Wohnung ebenso. Ich hatte
anderthalb Jahrzehnte nach
meiner U-Haft wieder einen
recht guten Lebensstandard
erlangt. Zwar nicht
vergleichbar mit meinem
Luxus zuvor, aber immerhin
recht angenehm.
Dann, auf einmal, von heute auf morgen,
passierte etwas in mir - es war Ende
2011, Anfang 2012 dass ich endlich
erkannte, dass ich mich zu meinen
Fähigkeiten bekennen und diese nutzen
musste - die Fähigkeiten, die ich seit
meiner Jugend hatte. Das Leben in der
Außenwelt war zwar wichtig, verlor
aber mehr und mehr an Belang. Es war
dann an Silvester 2012, wie Jan es in
der Einleitung schon beschrieben hat,
dass ich beschloss, alles hinzuwerfen
und nun meiner Berufung zu folgen - und
dies alles ohne eine materielle
Absicherung. Viele Kollegen hielten
mich für verrückt. „Wie kann man einen
so tollen Job schmeißenDie
Firmenleitung bot mir sogar mehr Geld
an, ja wesentlich mehr Geld, um mich zu
halten. Sie bot mir die Geschäftsführung
in einem Partnerunternehmen an - es
konnte mich nicht umstimmen. Einige
meiner Kollegen, die ich „nebenbei"
schon energetisch behandelt hatte, wenn
sie ein Problem hatten, verstanden
jedoch meinen Entschluss und bestärkten
mich darin.
Jetzt, 2015, arbeite ich sehr erfolgreich
als Energetiker (Geistheiler) und
Aurachirurg. Ich helfe den Menschen
dabei, eine körperliche und energetische
Ausgewogenheit zu erreichen,
Blockaden zu lösen und damit ihre
Selbstheilung in Gang zu setzen.
Gleiches geschieht bei der von mir
praktizierten Erdakupunktur. Auch hier
werden die Störzonen aufgehoben zum
Wohle von Mensch und Erde. Einer
meiner Freunde und eine Art Mentor war
Erich Neumann (gest. 1999), einer der
letzten Tempelritter. Er hatte aber nicht
nur das alte Templerwissen in sich
vereint, sondern war auch ein Schüler
von Viktor Schauberger. Er hatte eine
Freie-Energie-Maschine auf
Wasserbasis gebaut (Jan van Heising
hatte sie gesehen), und er war es, der
mich in das Wissen einführte, wie man
Störungen auf Grundstücken zum Wohl
von Mensch und Natur über die
Erdakupunktur beseitigen kann. Diese
werden dadurch in „Orte der Kraft"
verwandelt. Erich baute schon damals
sogenannte „Cloudbuster"
(Wetterkanonen), die in der Lage waren,
kurzfristig Wolkenformationen zu
durchdringen bzw. diese aufzulösen. Jan
und ich bekamen dies bei einem Treffen
bei den Externsteinen einmal exklusiv
vorgeführt und waren völlig verblüfft
und begeistert. All diese Dinge setze ich
jetzt in meiner täglichen Arbeit um. Die
Cloudbuster- Geräte haben wir so weit
ergänzt, dass sich zum Beispiel
Chemtrails innerhalb kurzer Zeit völlig
auflösen. Nach diesem Prinzip haben
wir auch Ener- getisierungsgeräte für
Wohnungen, Wasserleitungen und
Häuser entwickelt. Weiterhin darf ich an
vielen spannenden Projekten aus der
Quantenmedizin mitwirken. Meine
Seelenaufgabe wird endlich gelebt. Ich
liebe dieses Leben und möchte es nicht
missen. Ich habe wundervolle Menschen
um mich, ohne die ich das alles nicht
geschafft hätte.
Einige Erkenntnisse aus diesen
Erlebnissen möchte ich gerne
mit Ihnen teilen:
1. Wenn etwas fällt, dann gib ihm noch
einen Tritt, damit es schneller fällt, umso
eher kommt Neues in Dein Leben. Hätte
ich dies nach der Entlassung aus der U-
Haft gemacht und hätte gleich
losgelassen, wäre ich nicht erst 2012 zu
meiner Seelenarbeit gekommen.
Krampfhaft wollte ich Altes, Totes
wiederbeleben.
2. Das liebe Ego führt einen oft auf
falsche Wege. So führte es mich dazu,
einen Eishockey-Verein zu sponsern und
dadurch täglich in den Medien präsent zu
sein. Klar, das war Balsam für das Ego.
Ganz München kennt mich. Hunderte
Schulterklopfer usw.. Es führte aber
auch dazu, dass ich mehrere Millionen
ins Sponsoring gesteckt habe und
letztlich keine Zeit mehr für meine
eigene Firma hatte. Sonst wäre mir
vielleicht auch aufgefallen, dass mein
Banker mit meinen Konten Schindluder
getrieben hat und mehrere Millionen
Schaden verursachte. Darum bitte immer
überprüfen, ob man etwas tut, um sein
Ego zu befriedigen oder ob es von
Herzen kommt.
3. Achte darauf, was Dir die Resonanz
in Deinem Umfeld zeigt bzw. spiegelt.
So wurde ich z.B. wegen Untreue
angezeigt, was es jedoch juristisch
gesehen nicht war. Aber geistig-
spirituell sehr wohl. Denn ich war
meiner Seelenaufgabe, meiner Berufung,
untreu geworden und rein auf dem
materiellen Weg unterwegs. Ich bin
heute dankbar, dass ich so ruckartig
ausgebremst und wieder auf den
richtigen Weg geschoben wurde.
4. Heute achte ich vor allem darauf,
wenn mich irgendetwas massiv aufregt
(Personen, Ereignisse) und versuche es
dann sofort zu ändern. Ich frage mich in
schwierigen Situationen: Was könnte
dies mit mir zu tun haben, und was kann
ich daraus lernen?
5. Ich habe gelernt, niemals die
Hoffnung aufzugeben. Wir sind alle
beschützt und geführt, erkennen es oft
aber nicht und vergessen zudem, die
Geistige Welt um Hilfe zu bitten. Sie
hilft uns immer, doch müssen wir ihr
auch den Auftrag dazu erteilen.
6. Ich habe in meiner Zelle viel
gebetet. Wie hätte ich auch sonst, ohne
diesen Schutz, dieses wundervolle
Erlebnis in der Zelle gehabt? Und auch
heute, immer wenn ich meine Engel,
Geistführer oder egal wie jemand es
nennen will, um Hilfe bitte, erhalte ich
diese auch. Wir sollten uns nur die Zeit
und die Ruhe nehmen, diese Hilfe zu
erkennen bzw. dann auch zuzuhören, um
die Antworten zu verstehen.

Ich persönlich freue mich auf


meine weiteren Aufgaben und
wünsche Ihnen und mir, dass
wir diese ohne schmerzhafte
Erfahrungen erkennen und
lösen.
Adam Jakob
Adam ist einer meiner engsten Freunde
und begleitet mich nun seit fast 20
Jahren. Er war mir stets wie ein Bruder
und ich habe durch und mit ihm nicht nur
interessante Menschen kennenlernen
dürfen, sondern auch etliche Abenteuer
erlebt.
E-Mail: adam.jakob@t-online.de
Website: www.adamjakob.de
Durch die Psychose in ein
neues Leben
Mein Name ist Simon Hofer, und ich bin
1975 als Sohn eines Arztes und einer
Krankenschwester in Münsterlingen am
Bodensee zur Welt gekommen. Ich habe
zwei Brüder. 1980 zogen wir nach Bern,
die Hauptstadt der Schweiz. Ich hatte
eine wunderschöne Jugend, meine Eltern
hatten immer genug Geld, und ich wuchs
behütet und geschützt in einem
wunderschönen Haus auf. Ich war sehr
feinfühlig und sehr kreativ, und ich
konnte zeichnen wie ein Gott. Ich wollte
immer Grafiker und Künstler werden. In
der Schule war ich einer der Schlechten,
konnte mich aber mit Müh und Not durch
die Sekundärschule kämpfen. Der
Freitagnachmittag war mein Nachmittag,
weil unsere Klasse dann Zeichnen hatte.
1992 schaffte ich die Prüfung in den
Gestalterischen Vorkurs der Schule für
Gestaltung Bern. Von über 400
Anmeldungen erreichte ich den 7. Platz,
was für mich eine Sensation war, und
ich wusste, dass mein Weg als Kreativer
geebnet war. Nachdem ich nach diesem
Jahr die Grafikfachklasse machen
wollte, diese aber nicht bestand, musste
ich von 1993-94 ein Zwischenjahr
absolvieren. Dies bestritt ich mit einer
Regiehospitanz in Wien und einem
Praktikum in der Werbeagentur meines
Großvaters. Ich begann unermüdlich,
eine Grafikerlehrstelle zu suchen und
wurde fündig. Im August 1994 begann
ich eine Lehre bei einem kleinen
Grafikatelier in Münsingen, einem
Vorort von Bern. Es war für mich
allerdings relativ schnell klar, dass ich
mich dort nicht wohl fühlte. Ich hatte
irgendwie immer Angst vor meiner
Lehrmeisterin und war sehr unsicher.
Irgendwas stimmte nicht an der ganzen
Sache, ich konnte es allerdings nicht
einordnen.
1996 kam es dann zum Zusammenbruch.
Ich saß am Leuchtpult, und meine Chefin
hatte ein Wutausbruch, weil ich eine CD
aus ihrem Pult nahm. Ich bekam massive
Arigstzustände, und mein Kopf
explodierte. Ich konnte meine Gedanken
nicht mehr ordnen. Ich wurde drei Tage
später in eine psychiatrische Klinik
eingewiesen, und die schlimmste Zeit
meines so jungen Lebens stand vor mir.
Ich war zwei Monate in dieser Klinik
und wollte dann wieder meine Lehre am
alten Ort beenden. Dies ging nicht, weil
ich eine „postpsychotische Depression"
erlitt. Ich habe dann ein Zwischenjahr
absolviert und konnte meine Lehre 1999
in der Werbeagentur meines Großvaters
erfolgreich abschließen. Dennoch hatte
ich immer mit massiven Angstzuständen
und hypochondrischen Ängsten zu tun. Im
Jah- re 2000 stoppte ich das Rauchen,
und ich ordnete mein Leben neu. Ich war
bis dahin immer ein großer Chaot.
Nachdem ich durch meinen Psychiater
gelernt hatte, dass die Ordnung ein
zentraler Punkt in meinem Leben ist, ging
es bergauf. Ich machte von 2000 bis
2008 Karriere als Art Director in den
großen Werbeagenturen Berns, gewann
Kreativpreise und baute von 2004 bis
2008 mit drei Kollegen meine erste
Werbeagentur auf. Ich wusste aber schon
bei der Gründung, dass mein Bauch und
mein Herz rebellierten. Und ich wusste,
dass in den nächsten Jahren bis 2012
irgendetwas geschehen musste. Ich
wusste aber nicht, was. Ich hatte bis dato
regelmäßig Psychopharmaka genommen
und war in therapeutischer Behandlung.
Ich wusste auch, dass ich in meiner
Therapie irgendwie nicht weiterkam. Es
war so ruhig, und mein Arzt sagte, ich
sei stabil. Ich hatte bis dahin auch nie
eine Beziehung. Ich war auch in den
Jahren zwischen 2000 und 2010 sehr
einsam, auch mit meinem kreativen
Talent und meinen Visionen. Ich fühlte
mich nie verstanden von den anderen. Im
Frühling 2008 hatte ich einmal mehr eine
Auseinandersetzung mit meinem
Geschäftspartner, und ich wusste, ich
musste diese Werbeagentur verlassen.
Daraufhin buchte ich eine Reise auf die
Philippinen, denn ein alter Schulfreund
von mir leitete dort ein Tauchresort. Ich
wusste auch, dass ich mich von meinen
alten Ge- sqhäftspartnern trennen würde.
Ich wollte Freiheit. Die drei Wochen auf
den Philippinen waren das reinste
Paradies. Ich verliebte mich in eine
Frau, die auch in diesem Resort war,
und baute eine wunderbare Freundschaft
zu meinem ehemaligen Schulkollegen
auf, der fortan meinen Weg teilen
würde.
Im Herbst 2008 löste ich die
Geschäftsbeziehung zu meiner damaligen
Werbeagentur auf und gründete meine
zweite Firma, die SIMONHOFER
Werbeagentur. Im Frühjahr 2008 wollte
mein damaliger Psychiater meine
Medikamente umstellen, weil er Angst
hatte, es könnte zu Spätnebenwirkungen
kommen. Das war ein großer Fehler und
zudem aber mein großes Glück. Wir
stellten das Psychopharmakon um, was
für mich und mein Hirn schon bald eine
große Herausforderung darstellte. Alles
war komisch, und ich hatte fast
Fremdwahrnehmungen mit dieser
Substanz.
Die Belastung mit der Zweitgründung
einer Werbagentur, der großen
finanziellen Belastung und der
Medikamentenumstellung war zu heftig.
Es kam im November zu einer Psychose
aufgrund einer Überdosierung. Ich hatte
eine „Manische Psychose", durch die ich
zuerst in das Himmelreich gekommen
bin und dann direkt in die Hölle. Ich war
in dieser akuten Psychose zirka 70
Stunden wach und habe es nur überlebt,
weil mein bester Freund mich nach über
60 Stunden Wahnsinn morgens um 1 Uhr
rettete. Ich ging mit einer Vergiftung und
einer Psychose direkt ins Spital. Die
Arzte haben mich sofort an die
Schläuche gehängt, um mich zu entgiften.
Nach zirka fünf Stunden kam die
Oberärztin in die Aufwachstation und
sagte mir, ich sei außer Lebensgefahr. Zu
dieser Zeit wusste ich, dass ich den
Turnaround in meiner Seelenexistenz
geschafft habe. Ich wusste instinktiv,
dass mein Leben jetzt komplett anders
sein würde, ich wusste nur noch nicht,
wie.
Mit dem Notfall-Wagen wurde ich total
aufgelöst und verwirrt in die Berner
UPD, die psychiatrische Anstalt in Bern,
eingewiesen. Da ich das System
„Psychiatrie" schon kannte, wusste ich,
was ich machen musste, um wieder zu
Gesundheit zu kommen. Auf der Station
Lüthi lernte ich dann meine große Liebe
kennen, meine heutige Lebenspartnerin
Vivianne. Sie hatte auch eine lange
Odyssee hinter sich und musste aufgrund
dessen ihre Lehrstelle aufgeben. Sie
hatte jahrelang eine Invaliden-Rente
erhalten. Wir kamen am 1.1.2010
zusammen und sind bis heute ein Paar.
Vivianne konnte in den letzten Jahren
eine Lehrstelle absolvieren, bekam keine
Invaliden- Rente mehr und ist nun
gesund. Ich selbst habe erfolgreich
meine zweite Werbeagentur
SIMONHOFER Creative aufgebaut,
konnte meine Psychotherapie 2013
abschließen, und Vivianne und ich sind
heute ein glückliches Paar und wir
möchten auch Kinder.
Gedanken zur Transformation und zu
2012
Ich war schon immer ein sehr
feinfühliger Mensch und reagierte auf
Umstände viel stärker als meine
Mitmenschen. Zudem hatte ich seit
meiner Kindheit eine enorme kreative
Kraft, die ich ausleben musste. Deshalb
hat mir eine kleine Dosis
Psychopharmaka immer gut getan, um
die Gedanken ein wenig zu filtern. Durch
die Umstellung auf eine neue
Medikamentensubstanz, meine
Einsamkeit (ich hatte bis 35 keine
Partnerin), den Aufbau zweier Firmen,
meine Feinfühligkeit (Vulnerabilität) und
den kreativen Schaffensdrang sowie den
finanziellen Druck, musste es zu diesem
Ereignis Ende 2009 kommen. Meine
erste Psychose im Jahre 1996 hat
symbolisch mit diesem zweiten Ereignis
andere spannende Zusammenhänge, die
ich hier allerdings nicht erörtern möchte.
Den spirituellen Sinn der ganzen Sa- che
konnte ich erst später einordnen. Auch
den Bezug zum Erwachen in eine neue
„goldene Zeit", sowohl privat als auch
global, konnte ich erst in den letzen fünf
Jahren erkennen und verstehen.
Ich hatte schon früh die Wahrnehmung,
dass ich viele Sachen spürte, die andere
Menschen nicht fühlen konnten. Ich
wusste schon im Jahre 2000, dass es um
2010/2012 und danach zu einem
Erwachen der Menschheit und auch mir
selbst kommen würde. Ich wusste nur
nicht, wie. Ich wüsste auch, dass ich
mich in Geduld üben musste, was für
mich nicht immer leicht war, da ich ein
sehr lebendiger Mensch bin, der
unglaublich viel über das Leben
nachdachte. Ich hatte also eine
Vorahnung, was da kommen musste.
In der Zeit der Krise war ich in einem
sehr hohen, wachen, geistigen,
jenseitigen Zustand. Die Zeit in der UPD
Bern war die bislang spirituellste Zeit
meines Lebens, und obwohl ich sehr
labil war, war ich ein Lebensmeister
schlechthin. Und als ich dann im Spital
noch meine Jungfräulichkeit durch
Vivianne verloren hatte (nach 35
Jahren), wusste ich, dass alles gut wird.
Ich hatte aber auch nie daran gezweifelt.
Im Winter 2009/2010 wusste ich dann,
dass wir mit der Erde auf dem richtigen
Weg sind und den Turnaround geschafft
haben. Es stand aber eine intensive Zeit
der Reinigung und des
Bewusstseinsaufstiegs vor uns. Ich habe
mich in dieser Zeit auch viel mit
Mentalem und Spirituellem
auseinandergesetzt, und meine
Wahrnehmung in die Geistige Welt
wurde immer größer, und die visuelle,
geistige Sichtbarkeit steigerte sich auch
langsam.
Wenn ich darüber nachdenke, was mir
damals alles durch den Kopf ging, meine
ich: Ich wollte endlich aus diesem
negativen, alten, ja mittelalterlichen
Weltbild herauskommen. In der akuten
Krise und Psychose konnte ich mit
meinen geistigen Führern reden, und die
sagten mir, dass alles gut werde, dass
ich nur Geduld haben müsse. Ich konnte
in der akuten Krise mit einem Wesen
kommunizieren, das mich sicher durch
den Sturm brachte. Es war in der
Krisennacht so, dass ich enorme
Energien zur Verfügung hatte, die mein
Körper fast nicht aushielt (extreme
Wahrnehmung und Energiefluss in den
Händen). Das geistige Wesen sagte mir
mit einer sehr klaren Stimme, dass meine
Zeit noch nicht gekommen sei und ich
Menschen helfen müsse, in ein besseres
Leben auf der Erde zu kommen und ihnen
zu helfen. Diese Nacht und diese 70
Stunden waren so klar und hell und
jenseitig, dass ich am liebsten dort
geblieben wäre - eine Welt so hell und
klar, rosarote und violette
Phantasiewelten mit Flüssen, Bächen
und Pflanzen, fast so, wie in einem
Hollywoodfilm (z.B. Avatar). Aber ich
wusste, dass meine Zeit noch nicht
gekommen war. Es war ein Drahtseilakt,
und ich musste mich in der akuten Zeit
sehr auf meine Energie konzentrieren.
Und ich wusste, dass ich bei der
kleinsten Fehlbewegung abstürzen
würde. Aber ich stürzte nicht ab. Ich
wusste während der Krise, dass ich es
geschafft habe. Zudem dachte ich mir
nach all der Einsamkeit und dem Leiden,
das ich erfahren hatte, dass ich jetzt am
Bankschalter des Universums stand und
jetzt meine 50 Millionen universelles
Geld abheben konnte. Der Zyklus der
Reinkarnation sollte ein Ende finden,
yesss :) Ich bin seit der Zeit im Winter
2009/2010 sehr klar und viel bewusster
und mit beiden Beinen am Boden. Und
ich habe eine große Zuversicht in alles.
In der schlimmsten Phase
hatte ich zwar keine
Selbstmordgedanken, aber
immer wieder unheimliche
Angst. Diese habe ich aber in
den letzten Jahren verloren.
Jan van Heising wollte von mir wissen,
was genau die Kehrtwende auslöste und
wodurch es wieder bergauf ging: Ich
habe, nachdem ich die UPD verlassen
und meine große Liebe gefunden hatte,
angefangen, mich von meinen alten
Freunden zu trennen. Diese haben mich
jahrelang heruntergezogen. Durch das
Abschiednehmen wurde ich erst richtig
gesund. Ich habe mich mit Mentoren,
Coaches, Trainern, Speakern und
spirituellen Lehrern und Spezialisten
zusammengetan, von welchen ich sehr
viel lernen konnte. Für mich war es auch
immer so, dass ich schon als Kind gerne
mit älteren Menschen zusammen war.
Mich haben die Gleichaltrigen nie so
richtig interessiert, sie haben mich oft
ausgegrenzt, mich oft komisch
angeschaut. Es war immer so, dass ich
das Gefühl hatte, ich sei ein Neuntkläss-
ler, der nur mit Drittklässlern durchs
Leben ging. Seit ich diese Leute in
Frieden gehen lassen konnte, fühle ich
mich gesund und eben mit meinen neuen
Freunden integriert.
Dann habe ich mich intensiv mit
gesunder Ernährung, Sport, Meditation
und der Ordnung meiner Finanzen
auseinandergesetzt. Ich habe viel über
Wasser und seine Bedeutung gelernt und
meine Medikamente auf ein absolutes
Minimum reduziert. Durch meinen
zweiten Therapeuten, einen
renommierten Psychiater, und durch eine
bewusstere Ernährung sowie einer
Nahrungsmittelergänzungstherapie habe
ich gelernt, welche Rolle der sensible
Künstler in der Gesellschaft spielt.
Zudem habe ich meine Konsumsucht
hinter mir gelassen und habe realisiert,
dass Besitz alles andere als glücklich
macht. Man muss nicht viel haben,
stattdessen eine hohe Qualität. Zudem
habe ich herausgefunden, dass ich viel
Raum, Natur und Ruhe in meinem Leben
benötige. Ich habe gelernt, dass
Gesundheit ein Konzept ist. Ich kann
nicht nur das eine oder das andere
nehmen.
Wo stehe ich heute? In den letzten sechs
Jahren habe ich erfolgreich mein zweites
Unternehmen ausgebaut und konnte ein
großes Netzwerk an Kunden generieren,
für die ich regional, national und
international als Werber und Grafiker
tätig bin. Ich habe keine
Stimmungsschwankungen mehr, habe 17
kg abgenommen und viele Träume und
Ziele zum Teil schon umgesetzt und
andere in Angriff genommen. Aufgrund
des Gesetzes der Resonanz und der
Anziehung weiß ich, dass ich alles beim
Universum bestellen kann. Ich habe bis
jetzt alles erreicht, was ich werden
wollte.
Wenn ich heute zurückblicke, glaube ich,
dass all das mit 2012 zusammenhängt.
Ich wusste immer, dass etwas geschehen
würde - mit mir und der Welt -, ich
wusste nur nicht, in welcher Form. Ich
denke, dass die Menschheit zurück ins
Licht geht, ins galaktische Zentrum, ins
Einatmen Brahmas. Alle müssen durch
diesen Tunnel der Transformation. Ich
habe es geschafft und den Spießrutenlauf
hinter mir, jetzt geht es schlagartig
weiter. Übungen bzw. Prüfungen im
Leben wird es immer geben, nur werden
sie zunehmend leichter, wenn man nicht
vor ihnen davonläuft, sondern sich ihnen
stellt und die Chance in ihnen sieht. Ich
denke, dass für mich in meiner Psychose
eine spirituelle Umpolung stattgefunden
hat. Es war, als würde die geistige
Sonne auf die andere Seite springen. Ich
weiß aber heute, dass all die Menschen,
die die Dunkelheit ausgrenzen und nur
immer das Helle und Leuchtende sehen
wollen, viel stärker mit der Dunkelheit
konfrontiert werden. Dunkelheit und
Licht gehören zusammen. Das ist das
Gesetz der Polarität!
Es gibt ein schönes Beispiel,
welches das versinnbildlicht:
Wenn ich Sand auf eine
Metallplatte streue und diesen
in einer bestimmten Oktave
vibrieren lasse, so entsteht ein
hochsymmetrisches Muster. Sobald ich
die Schwingung um eine Oktave erhöhe,
geht der Sand in einen chaotischen
Zustand und ordnet sich dann in einem
neuen Muster an (siehe dazu (2)). Die
Welt ist in diesem chaotischen Zustand,
welcher sich ich den nächsten Jahren
und Jahrzehnten neu ordnet und in ein
höheres Bewusstsein geht, in eine neue
Ordnung. Was ich beobachte ist, dass
wir im Außen voll in diesem
chaotischen Zustand sind. Wir sind im
Dritten Weltkrieg, der aber auf der
mentalen und seelischen Ebene
stattfindet. Meiner Ansicht nach wird es
keinen Großkrieg mehr geben. Die alte
Zeit geht, für sehr lange Zeit.
Mein Plan, um glücklich zu
werden:
1. Schattenseiten anschauen und
durchleben (seelische Ebene), nicht
verdrängen, geschehen lassen
2. über mich und das Leben
nachdenken, wissend werden und
verstehen, warum ich bin und was ich
machen muss im Leben. Dem Universum
Fragen stellen. (Das Universum schickt
dir Bilder auf diese Fragen!)
3. viel bewegen, geistig und
körperlich
4. Natur, Natur, Natur
5. sich gesund ernähren
6. viel gutes Wasser trinken (hexagonal
und gefiltert)
7. sich von negativen Menschen
trennen - sofort!
8. sich seiner eigenen Leidenschaft
widmen, einen Job machen, den man
liebt
9. verstehen, dass großer, voluminöser
Reichtum unglücklich machen kann und
belastend ist - Reduzierung auf das
Wesentliche
10. Freunde und Familie pflegen,
dankbar sein
11. zuerst für sich sorgen und sobald
der eigene Topf voll ist, den anderen
den Überschuss geben und helfen
12. Ordnung und Disziplin sind von
äußerster Wichtigkeit
13. sich der Gesetze der Resonanz,
der Polarität und der Anziehung widmen
und diese akzeptieren
14. Meditationen
15. viel Urlaub machen, um den Tank
immer wieder zu füllen; neues
entdecken, die Welt anschauen
16. genügend schlafen
17. Nahrungsmittelergänzungen zu
sich nehmen, Mineralien, Vitamine,
Antioxidantien und Vitalstoffe
18. keine Geschäfte mit Freunden
machen
19. auf Ordnung mit den Finanzen
achten
20. das Zuhören und das Schweigen
lernen
21. kreativ sein und querdenken
22. tun, tun, tun...
Mein Fazit aus diesen sehr strengen 20
Jahren:

„Auf dem stinkendsten Misthaufen


wachsen die schönsten Blumen."
Simon Hofer
Simon Hofer war mit seinem Thema
bereits im Schweizer Fernsehen (Der
Club, Dezember 2014) zum Thema
„psychische Krankheiten". Der Kontakt
entstand durch meinen Vater, Johannes
Holey, der Simon Hofer 2011 am
Winspiration Day in Bern kennengelernt
hat.
E-Mail: simon.hofer@simonhofer.ch
Website: www.simonhofer.ch
Ich lebte schon einmal -
in Irland
„Man muss es nur wollen und es
danach auch anpacken - nicht nur
darüber reden. Handeln! Doch was
tun, wenn man gar nicht erst weiß,
was man will und wer man ist?"
Diese eine Frage beschäftigte mich
knapp 20 Jahre meines Lebens. Das hört
sich schlimmer an als es wirklich ist,
aber 20 Jahre lang war in mir ein Drang
zu verspüren, nach dem Sinn zu suchen.
Gleichzeitig jedoch war da diese Leere
in mir und das ständige Gefühl, anders
zu sein als alle anderen, nicht zu
verstehen, warum es so viel Leid,
Missgunst und Verachtung auf dieser
Welt gibt. Warum dreht sich alles auf
dieser Welt nur um Macht, Geld und
Profit? Wenn ich Ihnen nun erzähle, dass
ich erst 33 Jahre alt bin, mag so mancher
denken: „Der junge Mann übertreibt
wohl ganz schön - was kann der denn
mit seinen 33 Jahren schon erlebt
haben?" Eine ganze Menge, kann ich
Ihnen sagen.
Ich heiße Klaus und komme aus einem
gutbürgerlichen Elternhaus, wurde mit
viel Liebe und Verständnis aufgezogen,
und es hat mir an nichts gemangelt.
Meine Eltern sind eher christlicher
Natur, nicht übergläubig, keine
Kirchgänger, aber doch christlicher
Natur - wohingegen ich schon im frühen
Kindesalter anders dachte, als es in
diesem wohl ältesten Märchenbuch der
Welt (für mich die Bibel) beschrieben
wird. Ich habe mit Engeln gesprochen,
obwohl da keine (sichtbar) waren.
Ständig habe ich von irgendeinem
Schutzengel geplappert, wenn es mich
mal wieder die Treppen runter gehauen
hat, obwohl da, laut all meinen
Mitmenschen, niemand war. Vielleicht
rührte meine dann folgende, innere
Suche nach dem Sinn ja daher, dass ich
diese Fähigkeit zu sehen, zu fühlen und
zu hören einige Jahre verloren habe und
nicht auf meine geistigen Führer hören
konnte; dass mir das Glauben an diese
Fähigkeit genommen wurde, weil jeder
gesagt hat: „Nein, Klaus, das bildest Du
Dir nur ein!" Denn was man nicht sehen
kann, gibt es nicht, und dass sich
ausgerechnet im kleinen Klaus eine Art
Sehender verbirgt, gibt es sowieso
nicht.
Schon in der Schule fing es bei mir an,
dass ich zwar von den meisten in meiner
Klasse auf Grund meines Humors und
eines gewissen schauspielerischen
Talents gemocht wurde, ich für andere
jedoch scheinbar eine Gefahr darstellte.
Neid kam auf - Neid darauf, gemocht zu
werden. Also versuchten ein paar
meiner Mitschüler, mich zu „mobben",
wo es nur ging, teilweise auch
schmerzhaft, vor allem seelisch. Dies
war der erste Moment, in dem ich
verstand, wohl anders zu sein, denn ich
empfand keinen Hass auf diese Kinder,
sondern Mitleid. Ich habe nicht
verstanden, wie man so böse sein kann.
Warum ich in so frühe Kindestage
zurückgehe? Weil ich denke, dass Sie
mich so besser verstehen können, wenn
ich von Anfang an beginne. Denn bis
heute hat sich an meinem Charakter und
meinem Grunddenken nichts geändert. In
mir drin bin ich immer noch das kleine
Kind, der „Klausi", wie mich auch heute
noch alle nennen. Leider sichtlich
gealtert und von unserer modernen Welt
beeinflusst, habe ich mir meine Kindheit,
diese unendliche Unbeschwertheit und
Neugierde bis heute bewahrt und
mittlerweile sogar zum Beruf gemacht.
Gehen wir einen guten Sprung weiter:
Mit 16 Jahren habe ich eine Ausbildung
zum Kaufmann gemacht, Zivildienst im
Krankenhaus abgeleistet, vielen
Menschen dabei zugesehen, wie sie im
Krankenhaus sterben, dabei so ganz
nebenbei den Gevatter Tod
höchstpersönlich kennengelernt und
zugesehen, wie er Menschen abholt
usw.. (Das allerdings würde Zündstoff
für ein komplett eigenes Buch geben, und
so
viel Platz hat mir Jan im
jetzigen nicht gelassen - ist halt
doch ein Schwabe.
:)
Mein Leben lief also in geregelten
Bahnen, bis ich eines Tages diese Musik
hörte. Wie ich heute weiß, war es irisch-
keltische Musik, die ich bis dato noch
nicht kannte. Ich müsste damals um die
18 Jahre jung gewesen sein. Mich
übermannte ein unbeschreibliches
Glücksgefühl beim Hören dieser Musik.
Ich musste lachen, weinen, alles
gleichzeitig und hatte plötzlich dieses
Gefühl, angekommen zu sein, den
Ursprung meiner selbst nun ganz genau
zu kennen. Und so war es anfangs auch!
Diese Musik hat mich zu dem gemacht,
was ich heute bin: Produzent, TV- und
Rundfunksprecher, Musiker, Komponist,
Kabarettist und vieles mehr.
Aber nochmals zurück: Anfangs hat mich
diese Musik sehr glücklich gemacht,
täglich aufs Neue. Doch irgendwann kam
dieser Drang nach Wissen. Woher
stammt diese Musik? Warum macht die
das mit mir? Ich war doch ein ganz
normaler Jugendlicher, der mit dem
schlechten Dancefloor der 1990er-Jahre
aufgewachsen ist, und das vor seinen
Eltern noch vehement verteidigt hat -
Hauptsache laut, schrill, komische Texte
ä la „Fred come to Bed" oder „Rythm is
a Dancer". Auf einmal gefiel mir eine
irische Fiddle, eine Harfe und der
klassische Gesang gälisch anmutender
Stimmen. Und just in diesem Moment,
als ich mich das fragte, schaltete ich den
Fernseher ein - und was lief? LORD OF
THE DANCE! Irischer Stepptanz, der
mich derart in seinen Bann gezogen hat,
dass ich nicht mehr umschalten konnte.
Und schon ging es wieder los. Die
Tränen kullerten in Sturzbächen die
Wangen hinunter, und da war es wieder,
dieses Gefühl! Vielleicht muss dazu
gesagt werden, dass ich normalerweise
nicht derjenige bin, der sofort losheult.
Auch wenn die im Sternzeichen des
Krebs Geborenen sehr sentimental sind,
habe ich das doch ganz gut im Griff.
Man(n) ist ja schließlich ein Mann. Im
Abspann las ich dann die Namen der
einzelnen Akteure und den Drehort:
Dublin in Irland! Das musste ja ein
tolles Land sein, da musste ich hin.
Vorher hatte ich nur wenig über Irland
gehört, wusste jedoch wie aus dem
Effeff: „Die essen bestimmt nur
Kartoffeln, das Wetter ist gar nicht so
beschissen, wie alle meinen, und das ist
bestimmt ein total nettes Volk." Ich
weiß zwar nicht, woher ich das wusste,
aber ich wusste es eben. „Da muss ich
hin." Also gesagt, getan! Freundin
eingepackt, Flug gebucht und ab nach
Irland. Dort angekommen, war mir sofort
klar: „Hier hast Du mal gelebt! Genau
hier bist Du schon mal gewesen!".
Bilder schössen in meinen Kopf - ich
konnte plötzlich deren Dialekt sprechen,
obwohl ich vorher NIE einen Iren
getroffen hatte. Ich wusste plötzlich so
viele Sachen über dieses Land, die
Musik, die Mentalität, doch ich wusste
noch immer nicht, wer ich selbst in
diesem Spiel wirklich war, und es sollte
mir noch viele weitere Jahre verborgen
bleiben.
Alles ging seinen Weg. Mein Leben
verlief sehr glücklich. Ich hatte immer
halbwegs funktionierende Beziehungen,
einen klasse Job in der Krebschirurgie
einer Privatklinik mit guter Bezahlung,
Freunde - eben ein geordnetes Leben,
aber dennoch dieses Wissen, dass
irgendwas fehlt.
Nun habe ich neben meiner Tätigkeit als
Bürohengst in der Klinik ein kleines
Tonstudio aufgebaut - einfach als
Hobby. Musiker war ich ja schon immer,
und labern war mir auch nicht fremd.
Anfangs habe ich mir das „Studio" noch
im Elternhaus aufgebaut, in dem ich
damals noch gewohnt habe -
lustigerweise tatsächlich in meinem
Kinderzimmer. Es war einfach eine
Ecke, die mit Technik und Blinklichtern
sowie sämtlichen Tasteninstrumenten
vollgestellt war. Wie zuvor schon
beschrieben, ist mir ein gewisses
schauspielerisches Talent und die Liebe
zur Musik (mittlerweile spiele ich über
zehn Instrumente) in die Wiege gelegt
worden. Was wäre bei genauem darüber
nachdenken also naheliegender, als mich
beim Radio zu bewerben? „Vielleicht
ist es der Job, den Du ändern musst, um
Dich verwirklicht zu fühlen? Stimmlich
kriegen wir das doch bestimmt hin. Ja,
eigentlich wäre es mein Traum, mich
selbstständig zu machen! Ein eigenes
Tonstudio! Ich, der kleine Klaus
Götsch, aus dem beschaulichen
Babenhausen in die ganz große, weite
Medienweit! Das ist es! Jetzt hab ich
den Sinn meines Lebens verstanden!",
dachte ich... Und lustigerweise hat auch
alles geklappt, weil ich es angepackt
habe. Ich hatte das große Glück,
Stimmen prominenter Persönlichkeiten
nahezu perfekt imitieren zu können. So
fiel mir der Einstieg in die Medienwelt
über den humorvollen Weg der Comedy
nicht schwer. Ich war nebenbei also im
Radio zu hören. Was für ein tolles
Gefühl! Jeder kennt einen, und keiner
weiß, wie Du aussiehst, und man kann
unerkannt auf den Straßen rumtapsen! Ich
hatte es geschafft. Schnell kamen zur
Comedy eigene Sendungen in namhaften
Sendeanstalten, dann durfte ich
ersatzweise Spots für den damals
erkrankten Produzenten produzieren
usw.. Ich rutschte also immer tiefer in
diese für mich total faszinierende
Medienwelt, lernte viele Prominente
kennen, die mich sonst nur über den
eigenen Fernseher besuchten. Auf einmal
standen sie ganz real vor meiner
Haustüre. Ich hatte ein nahezu perfektes
Leben!
Dann kam der Schritt in die
Unabhängigkeit! Ohne diesen Job je
gelernt zu haben, hatte ich mir drei Jahre
lang derart den Arsch aufgerissen und
einen großen Kundenkreis geschaffen!
„Jetzt mache ich mich selbstständig!
Jetzt pack ich das finanziell, und was
brauch ich schon groß? Die Miete für
nun größere, eigene Studioräume und
eme eigene Wohnung werde ich
berappen können, Bier schmeckt mir
besser als Champagner, und Kaviar
war noch nie mein Ding, wenn daneben
ein einfacher Leberkäs steht! Ich
versuche es einfach, und wenn nicht
jetzt, wann dann?" Also habe ich mich
mit einem Tonstudio selbstständig
gemacht, anfangs nur als Sprecher und
Produzent von Rundfunkspots - und bin
zuhause ausgezogen. Es lief recht
ordentlich, Aufträge kamen, Geld floss,
und ich war immer noch im Kreise jeder
Menge Prominenter unterwegs und
mittlerweile selbst mit eigenem Come-
dy-Programm auf Tour. Danach habe ich
mal eben 'ne Platte mit dem Drummer
der ,Scorpions' aufgenommen und bin
wieder auf Tour gegangen. Ich hatte
wirklich ALLES, was sich viele
Menschen auf dieser Welt wünschen:
Erfolg, Geld, Ruhm, Frauen - einfach
ALLES! inklusive dieser
wiederkehrenden Leere, diesem Gefühl,
zwar materiell alles zu besitzen, aber
den Sinn noch nicht verstanden zu haben;
ein Gefühl, vom Weg abgekommen zu
sein, jetzt in genau dem gleichen System
zu sitzen wie alle anderen auch. Es ging
eben plötzlich auch mir um Ruhm, Geld,
Macht, Sex und die eigene
Verwirklichung. Ich habe zwar nie
danach gestrebt, aber ich hatte es
plötzlich. All das, wovon so viele Leute
träumen - und BOOM!!!
Dann kam sie, die Wirtschaftskrise im
Jahre 2008, und damit eine wirklich
verdammt harte Zeit! Die Aufträge
wurden weniger. Mein Comedy- Partner
und ich hatten uns auseinandergelebt.
Die Gigs wurden weniger, die Aufträge
gingen massiv zurück, und meine
Rücklagen reichten natürlich auch nur
eine begrenzte Zeit aus. Vorher hat sich
der liebe Staat natürlich noch seinen
Brocken abgeholt. Nachzahlungen,
rückwirkende Vor- rauszahlungen,
normale Vorauszahlungen, IHK, KSK,
eben alles, was man als Selbstständiger
so liebt! Klar, ich bezahle das ja gerne,
weil es den Griechen doch gegönnt sein
muss, tun und lassen zu können, was sie
wollen. Wir Deutschen tragen ja die
Konsequenzen...
Tja, und plötzlich ging es meinem Studio
so schlecht, dass ich kurz davor war,
wieder normal arbeiten zu gehen. Meine
Beziehung ging in die Brüche, und meine
damalige (wie heißt das doch in
Neusprech?)
„Lebensabschnittsgefährtin" ließ mich
aus heiterem Himmel alleine dastehen.
Ich musste nun allein für die Miete und
eben alles aufkommen. Das zog mir den
Boden unter den Füßen weg. Die Welt
war nicht mehr, wie sie vorher war.
Alle wollten mir etwas Böses, und ich
sah keinen Sinn mehr darin, jeden Tag
der lustige Klaus zu sein, zu dem jeder
kommt, um sich auszuheulen, aber für
den es scheinbar keinen gibt, der ihn
selbst versteht. Das Studio läuft nicht,
die übrig gebliebenen Kunden nerven,
alle labern mich nur voll - was soll
dieses Scheißleben eigentlich? Wie kann
es einem vor zwei Jahren noch so gut
gehen, und dann dreht sich alles derart
um? Urplötzlich, ohne Vorwarnung! Ich
hatte einfach keine Lust mehr auf diese
Menschen. Diese Oberflächlichkeit,
welcher ich selbst inzwischen verfallen
war! Da kam es wieder: Irland! Was
war eigentlich aus Irland geworden? Wo
war sie hin, die grüne Insel? Warum war
ich gedanklich so weit weg von meinem
Ursprung und habe nie wieder
nachgeforscht, was dort mit mir und
meiner Seele geschehen ist?
Ich legte mich eines Nachmittages hin
und schloss die Augen, versuchte ruhig
zu atmen und in mich zu gehen. Ich
schaltete das Telefon und alles, was
mich hätte stören können, aus und
konzentrierte mich nur auf mich selbst.
Auf mein inneres Ich! Auf all das, was in
den letzten, großteils erfolgreichen
Jahren geschehen ist und warum mir
immer noch etwas fehlt auf der Welt. Ich
schlief ein und erwachte an einem
regnerischen Tag wieder. Es war Juni,
und wir schrieben das Jahr 1245!!! Ich
befand mich in der Grafschaft Wicklow,
südlich von Dublin gelegen, und hatte
komische Klamotten an. Neben mir stand
eine seltsame Kreatur, weit größer als
ich es war, aber sehr freundlich
dreinblickend! Sie sprach mich mit
„Mantach" an. Ich war im vollen
Bewusstsein, eigentlich gerade auf der
Couch zu liegen, Klaus zu heißen und
nicht Mantach (das klingt ja wie 'ne
Krankheit) und zu schlafen. Und wieder
sagte er: „Mantach - nun komm mal
mit." Auch was jetzt folgt, kann ich
leider in kurzen Sätzen nicht erklären.
Ich kann nur sagen, dass ich in den zwei
Stunden, in welchen ich geschlafen habe,
mein komplettes, früheres Leben noch
mal miterleben durfte. Ich habe alles
noch mal gesehen, gespürt und erlebt -
knappe 60 Jahre in zwei Stunden! Auf
einmal war mir ALLES klar! Ich wusste,
warum ich bin, wie ich bin; warum ich
aussehe, wie ich aussehe; warum ich
handle, wie ich handle, und ich wusste,
dass es total egal ist, was hier auf der
Erde passiert, weil EIN Leben so derart
klein ist, dass es im alles umfassenden
Universum keine wirkliche Rolle spielt -
nicht die Wichtigkeit hat, die wir
unserem Alltag beimessen. Wir regen
uns über Dinge auf, für die es sich nicht
lohnt, schlechte Laune zu bekommen.
Und mir ist noch etwas bewusst
geworden: Dieses Gefühl war weg! Es
bestand keine Leere mehr in mir,
sondern Gewissheit - Gewissheit
darüber, wer ich war, bin und wer ich
sein werde; Gewissheit darüber, was
ich in meinem Leben zu ändern habe und
wie ich es anstellen werde. Ich weiß
nicht, ob es mein Schutzengel, mein
Geistführer oder eine andere Figur war,
die mir die Augen geöffnet hat. Ich weiß
nur, dass es rund um die Zeit von 2012
passiert ist - und sich ab dann wirklich
ALLES zum Positiven änderte.
Ich bin eine neue Beziehung eingegangen
und habe seither das erste Mal in
meinem Leben das Gefühl, wirklich
angekommen zu sein, nicht mehr darüber
nachdenken zu müssen, ob sie denn die
Richtige ist. Ich habe es im Studio noch
mal angepackt - mich nicht gehen lassen.
Ich habe potentielle Kunden
angeschrieben, mich vorgestellt mit
meiner Dienstleistung, Aufträge
bekommen, bin feste Partnerschaften mit
Kunden eingegangen, habe tolle
Kooperationspartner kennengelernt. Ich
habe eine Band gefunden, die schottisch-
irische Musik macht, in welcher ich nun
Teil davon sein darf - zwar nicht mehr
auf den ganz großen Bühnen, aber all das
brauche ich auch nicht mehr. Ich hatte es
ja schon. Mein Studio läuft nun seit drei
Jahren wie geschnitten Brot, und ich
habe Aufträge wie nie zu vor, von
namhaften, großen Firmen: komplette
Filmmusiken, TV-Spotproduktionen,
Synchronarbeiten - ja das komplette
Spektrum, abwechslungsreich, kreativ,
manchmal total lustig und kindisch! Und
wissen Sie was? Ich müsste es
eigentlich gar nicht erwähnen, weil es
für mich nicht wichtig ist, aber es macht
den Alltag doch viel einfacher: Ich
verdiene mit selektierten Aufträgen so
viel Geld, wie nie zuvor. Es kommt ganz
automatisch. Eben WEIL es mir nicht
wichtig ist. Es kommt einfach, und es
geht auch wieder. Was aber nicht geht,
ist diese innere Zufriedenheit! Mein
jetziges Verhältnis zu Irland, zu meiner
Familie, meinen Eltern, meiner Frau,
meinen Freunden, das ist mir wichtig.
Apropos Freunde - auch da habe ich
massiv aussortiert. Das hört sich zwar
nun wirklich rücksichts- und herzlos an,
aber zu vielen „Freunden" habe ich
einfach noch gehalten, weil es schon
immer so war und man sich für eine
Abkopplung einfach schon zu lange
kannte! Die Tatsache des „Sich-
auseinander-Lebens" habe ich gekonnt
verdrängt und nicht akzeptiert, dass wir
einfach nicht mehr zusammenpassen.
Voller Liebe habe ich diese „Freunde"
gehen lassen und mir einen neuen, viel
engeren Kreis gesucht. Ich bin viel
ruhiger geworden und habe 2012 auf
einen Schlag das Rauchen aufgehört, und
das völlig ohne Probleme, ohne Entzug -
einfach so! Und bis heute habe ich keine
Kippe mehr angerührt, obwohl ich
immer noch gern in Kneipen gehe, wo
draußen auch geraucht wird und wo ich
während des Bierkonsums sicher
leichter zu verführen wäre. Nein, nichts!
Mein Leben läuft geregelter, ruhiger und
qualitativ hochwertiger! Ich achte auf
meinen Körper, fahre Fahrrad, esse viel
bewusster, gesünder und schmackhafter!
Ich packe es nun einfach an! Ich nehme
mir das Recht heraus zu machen, was ich
will, und die Resonanz darauf, sowohl
aus der hiesigen als auch der geistigen
Welt, gibt mir Recht in meinem Tun.
Natürlich gibt es auch heute noch
Kunden, die mich nerven, Kunden die
einem partout nicht glauben wollen, dass
der „Herr der Ringe" nicht in einen 20-
sekündigen Radiospot eingepackt
werden kann, aber was soll's... Ich mach
es entweder, wie der Kunde will, und er
muss selbst die Konsequenzen seines
Fehlers spüren, oder ich nehme den
Auftrag bei schlechtem Bauchgefühl
einfach nicht mehr an! Auch wenn es
noch so schwerfällt, Aufträge
abzulehnen, habe ich eines mittlerweile
gelernt: „Hör auf Deinen Bauch und
das erste Gefühl, welches er Dir gibt/"
Und ob es nun tatsächlich mein Bauch
ist, der da mit mir redet oder doch
vielleicht ein Engel, kann ich nicht
sagen.
Ich kann für mich nur sagen, dass man es
im Leben anpacken muss - nicht
herumlungern. Gas geben, Einsatz
zeigen! Nicht jeder hatte solch ein
Erlebnis wie ich, ich weiß. So etwas
bestärkt einen in seinem Tun. Aber man
muss es einfach trotzdem anpacken! Man
muss das machen, was man für richtig
hält, und zwar nicht erst morgen, sondern
sofort. Man muss aufhören, das Leid
anderer auf sich zu ziehen, sondern muss
seinen eigenen Weg gehen, auch wenn
dieser manchmal nicht leicht sein mag!
Man besinne sich auf seinen Ursprung
und nicht darauf, was die Politik und die
modernen Medien aus einem machen
wollen! Heute arbeite ich nicht mehr fest
bei einer Rundfunkanstalt und moderiere
auch keine Live-Sendungen mehr, auch
versuche ich nicht mehr, journalistisch
zu recherchieren. Man will in den
Mainstream-Medien die Wahrheit ja
sowieso nicht kundtun. Mein Gewissen
würde es mir nicht mehr erlauben zu
wissen, dass ICH dabei mitwirke,
andere Mitbürger mit abstrusen
Meldungen zu verdummen, mit immer
der gleichen stupiden Drecksmusik.
Heute mache ich das, was mir gefällt
und meinem Gewissen gut tut. Ich mache
zwar immer noch Spots für
Rundfunkstationen und spreche für
Werbung, mache auch noch Comedy im
Rundfunk, aber eben, ohne mich an
Statuten halten zu müssen, die mir ein
Sender aufzwingt. Ich kann ganz ich
selbst sein. Und das schon mit 33 Jahren
zu wissen, ist für mich eine große
Bereicherung. Jetzt kann ich BEWUSST
auf meine Zukunft schauen und diese
BEWUSST erleben - auch mit allem
Leid, was noch kommen mag, aber mit
der Gewissheit, dass alles einen Sinn
ergibt, wenn man es mit ein wenig
Abstand sieht.
Mein Fazit aus dem ganzen Erlebten ist,
dass man ständig in Versuchung geführt
wird, und das ist auch gut so. Man wird
beinah täglich vor Aufgaben,
Versuchungen und Herausforderungen
gestellt. Nehmt es einfach an, und
versucht dabei, Ihr selbst zu sein, Euch
treu zu bleiben und handelt bewusst!
Wenn Ihr beispielsweise denkt,
fremdgehen zu müssen oder der
Versuchung erliegt, dann seid Euch über
die Konsequenzen bewusst, die das nach
sich zieht. Lasst Euch nicht lenken von
niederen Instinkten, macht Euch
unabhängig — unabhängig von den
Banken, vom System, nehmt Euer Leben
SELBST in die Hand! Verzichtet auf
Geschäfte mit Freunden - das bringt
erfahrungsgemäß meist böses Blut und
geht nur in den seltensten Fällen gut.
Seid dankbarer für das, was Ihr habt,
und nicht undankbar für das, was Ihr
nicht habt. Meiner Meinung nach lebt es
sich in diesem Bewusstsein leichter. Ein
Ire sagte einmal zu mir: „Klaus - ich
freue mich über den Regen, denn was
würde es mir bringen, wenn ich mich
darüber aufrege? Es wird deswegen
nicht aufhören, also freue ich mich!"
Und der bekennende Optimist würde
sagen „Ein Optimist steht nicht im
Regen, er duscht unter einer Wolke."

In diesem Sinne: Vielleicht


sehen wir uns ja eines Tages
mal, während wir auf einem
Hausboot auf dem Shannon
River in Irland aneinander vor-
beischippern! Wir hören uns -
bzw. SIE hören mich - im TV,
im Rundfunk oder vielleicht
von den Wicklow Mountains
runter rufend: Stay tu- ned!
Klaus Götsch
Klaus Götsch hatte ich 2007
bei der Produktion des Films
„Die Cheops-Lüge"
kennengelernt, als er mich als
Sprachcoach unterstützend
begleitete. 2008 hatten wir
zusammen mit
Kinderbuchautor Florian Mast
das Musikvideo zum
Wimmelbuch „Fungus
Verschwindibus" produziert.
Website: www.g-punkt-studios.de
Nicht jeder freut sich über
ein Gerät, das Menschen
gesund macht
Meine Geschichte beginnt damit, dass
ich in einem Arzthaushalt aufgewachsen
bin und sehr schnell wusste, dass ich
dem Vater folgen und Medizin studieren
möchte. Die Karriere begann in der
Uniklinik Essen mit der Ausbildung zum
Anästhesisten, doch mir wurde nach
wenigen Jahren klar, dass ich aufgrund
eigener Gesundheitsthemen mein Leben
nicht in klimatisierten OPs verbringen
werde, und ich erinnerte mich an das
Vermächtnis des Vaters, der schon in
den 1950er-Jahren Naturheilverfahren,
Homöopathie bis hin zu Meditation und
viele andere naturheilkundliche
Therapieformen eingesetzt hatte, sodass
ich immer sagte: „Na ja, das ist wohl
so, dass ich das mit der Muttermilch
aufgesogen habe, f Aufgrund dessen
eröffnete ich 1991 eine Praxis zur
Therapie mit ursächlichen Ansätzen.
Was steckt hinter einer chronischen
Krankheit, wie beispielsweise bei
Allergien, Neurodermitis oder Asthma?
Diese Fragen bewegten mich. Denn
solche Patienten kamen schließlich
zuhauf sowie Kinder mit
Krebserkrankungen und
Schmerzpatienten - und alle erschienen
mit dicken Akten unter dem Arm, weil
sie schon bei vielen Ärzten waren und
alles ausprobiert hatten. Also war ich
aufgerufen, einen anderen Weg zu gehen
als den, der ihnen vorher geboten wurde.
Deshalb habe ich eine große Palette der
Naturheilverfahren erlernt.
Uberall stellte sich heraus, dass der
Darm und die Ernährung eine
wesentliche Rolle spielen und man die
natürlichen Steuerungsmechanismen des
Körpers finden muss, um ein
Krankheitsgeschehen wirklich effektiv
lösen zu können. „Heilung" ist noch
etwas anderes, das war mir klar.
Schließlich wurde ich in der Zentrale
der Betriebskrankenkassen (BKK)
Nordrhein-Westfalens in Essen in ein
Gremium einberufen. Hier sollte eine
Erprobungsregelung geschaffen werden,
um chronisch kranke Patienten fünf Jahre
lang wie einen Privatpatient zu führen
und sie ausschließlich durch
naturheilkundliche Ärzte und Zahnärzte
behandeln zu lassen. Der Ansatz war zu
überprüfen, was Naturheilverfahren
bestimmter Art tatsächlich im Verhältnis
zur schulmedizinischen Therapie an
Kosten einsparen. Was aber die BKK
vor allem interessierte, war, wie viel
schneller der Patient in den
Arbeitsprozess zurückgeführt werden
konnte. Es ging hauptsächlich darum,
wie viele Krankentage reduziert werden
können, denn diese muss die
Krankenkasse ja bezahlen.
Das Ergebnis war sensationell, da zirka
70 Prozent im ambulanten und etwa 75
Prozent im klinischen Bereich an Kosten
eingespart werden konnten. Diese
Ergebnisse legten wir den privaten
Krankenkassen vor, die ja immer
verlangten, dass die alternativ-
medizinischen Methoden von der
Effektivität und vom Kostenaufwand her
gegenüber den schulmedizinischen
Verfahren grundsätzlich gleichgestellt
sein müssen. Wir hatten also zum ersten
Mal ein durch ein biomathematisches
Institut einer Universität
nachgewiesenes, wissenschaftliches
Ergebnis darüber, was diese Methoden
leisten. Es war daraus sogar ein Buch
entstanden, welches heute ein
Standardwerk über Naturheilverfahren
und deren Effektivität darstellt. („ZDN-
Dokumentation der besonderen
Therapierichtungen und natürlichen
Heilweisen in Europa - Band I-V";
VGM-Verlag) Nun sollte man annehmen,
dass von Seiten der Kassen eine große
Begeisterung aufkam.
Merkwürdigerweise interessierte sich
jedoch niemand für diese Studie.
Mit meiner Praxis sah es
folgendermaßen aus: Zunächst einmal
entstand ein gewisser Bekanntheitsgrad
aufgrund meiner Methodik, an das
Krankheitsgeschehen heranzugehen. Ich
musste neue Wege gehen, um
herauszufinden, wieso die Patienten auf
diverse andere Therapien nicht
angesprochen hatten. Ich fragte mich
zudem, wann ich welche Therapien als
Reiztherapien einsetzen durfte, um die
Patienten nicht zu überfordern. Mein
Hang zur wissenschaftlichen Arbeit als
Chemiker - das war das Studienfach, das
ich vor der Medizin belegt hatte die
Apparatemedizin und mein Anspruch,
schulwissenschaftliche Diagnostik mit
biologischen, ganzheitlichen
Therapieverfahren zu kombinieren,
führten dann schließlich zu einem Ruf,
der die Praxis so gefüllt hat, dass auch
Menschen aus anderen Ländern kamen.
Es entwickelte sich eine internationale
Praxis, mit Patienten aus England, aus
den Niederlanden, aus der Schweiz
sowie aus Osterreich. Und schließlich
wurde ich gefragt, ob ich auch nach
Osterreich kommen könne, da dort so
viele Menschen Interesse an meiner
Arbeit zeigten - und sie auch nötig
hätten. Auch das habe ich gemacht und
bin mit einem Grundkonzept zur
Erforschung chronischer Krankheiten
daraus hervorgegangen. Dieses
Grundkonzept basiert auf
wissenschaftlichen Messverfahren. Und
damit ich nicht zu viele Reize gebe - mit
einem Reizstromgerät beispielsweise
suchte ich nach einem Feinstrom-Gerät.
Der Gedanke lag nah, dass je feiner der
Strom ist, desto mehr dieser auch in den
Akupunkturbereich vordringt. Die
Akupunktur ist bis heute meine absolut
favorisierte Therapie. Und dabei wurde
mir ein Gerät vorgestellt - wie es der
„Zufall" so wollte welches als
„Mikrostrom-Gerät" bezeichnet wurde.
Dieses kleine, relativ unprofessionelle
Gerät kam schließlich zu mir nach
Hause, wo ich es erstmals ausprobierte
und über die Effekte wirklich erstaunt
war. Es war zwar schwer zu bedienen
und bot nicht viele Möglichkeiten, aber
die Effekte waren erstaunlich. (Meine
Schmerzen verschwanden in kürzester
Zeit und auch der Kopf war wieder
klar.)
Ich wollte mehr darüber herausfinden
und stieß auf einen österreichischen
Hersteller, der ein Gerät aus, England
kommen ließ - ein Gerät, das man für
Facelifting, also nur im kosmetischen
Bereich einsetzte, da diese Mikrostrom-
Therapie offenbar sehr viele
gewebsstabilisierende Effekte hatte. Der
Österreicher hatte vor, dieses Gerät aus
England zusammen mit einem deutschen
Ingenieur, der für die europäische
Raumfahrttechnik Geräte konstruierte,
neu zu gestalten und zu optimieren.
Nachdem ich die Effekte von diesem
englischen Urgerät kennen gelernt hatte,
wurde mir sehr schnell klar, wie
hocheffektiv dieses war. So rief ich den
Hersteller an und sagte, dass ich solch
ein Gerät für die Schmerzpatienten
benötigte - und eines für die Sportler.
Seine Antwort war: „Tja, dann müssen
Sie das selbst entwickeln, denn es weiß
keiner, wie man das macht. Es gab da
einen Arzt, der das in den 1980er-
Jahren in den USA entwickelt hat, der
macht aber nichts mehr. Eventuell kann
man das Anwenderbuch besorgen. Aber
entwickeln müssen Sie es.£C
Fasziniert von der Methode und der
Effektivität, bekam ich also den Auftrag,
dieses Prototypengerät, den Medico AS
von der Firma ProCare, für die Praxis
so zu optimieren, dass man es als
sicheres Therapiegerät einsetzen konnte;
und ein englischer Privat-Dozent für
Sportmedizin sollte dann in der
Universität in ZENSIERT
Sportmedizinischen Institut diese von
mir empirisch gefundenen Frequenzen
und Frequenzkombinationen
wissenschaftlich überprüfen. Es war
eine wunderbare Zeit. 1999 brachten wir
in einem ersten europäischen
Mikröstromkongress in Bad Gögging bei
München all die Enthusiasten, die
inzwischen mit diesem Gerät arbeiteten,
zusammen, und mir wurde die Aufgabe
zuteil, anderthalb Tage die prakti- sehe
Vorführung und Schulung vorzunehmen.
Auf diesem Kongress hat nun zunächst
einmal dieser Sportmediziner aus
England den theoretischen Teil
vorgestellt. Er hatte sensationelle
Ergebnisse mitgebracht. Als Spezialist
für Sehnen, Bänder und Gelenke hatte er
im Reagenzglas nachgewiesen, dass
Mikrostrom die Aktivität der kleinen
Babyzellen des Bindegewebes, die
sogenannten Fiboplasten, um den Faktor
1.000 erhöht. Er gab hierzu ein Beispiel
aus seiner Praxis: Hat man einen
Patienten mit einer Achillessehnen-
Ruptur, so wird diese zunächst
chirurgisch versorgt, sprich das Band
wird wieder zusammengenäht. Danach
wird der Muskel mit einem Gips
stillgelegt, der mindestens sechs Wochen
keinerlei Bewegung zulässt und
normalerweise zu einer
Muskelkontraktur führt, das heißt, die
Muskeln verkürzen und verhärten sich
und werden schwächer. Was bedeutet
das für einen Sportler? Er muss sehr viel
Zeit aufwenden, um überhaupt wieder in
den Zustand vor seiner Verletzung
zurückzukommen. Wenn man jedoch
durch Nischen im Gips Mikrostrom
anwendet, hat das zur Folge, dass
innerhalb von zwei Wochen bereits
wieder Stabilität vorhanden ist und man
den Patienten wieder mit leichtem
Training beginnen lassen kann. Seine
Forschung hatte nämlich gezeigt, dass
das Bindegewebe durch die Behandlung
mit Mikrostrom 40-mal schneller wächst
und sich somit innerhalb von zwei
Wochen fest verbindet. Das heißt, die
Entwicklung des Muskelschwunds und
der Kontrakturen fällt fast komplett weg.
Ein solcher Trainingseffekt ist
phänomenal! Wenn man das auf
Arthrose- und Schmerzpatienten
übertragen würde, was würde das dann
bedeuten? Das bedeutet, dass sie nicht
nur eine Chance haben, sondern sich
sehr viel schneller wieder bewegen
können und innerhalb von nur wenigen
Tagen schmerzfrei sein können. Das
bedeutet vor allem auch, dass sie die
magenschleimhautreizenden
Schmerzmedikamente reduzieren
können!
So konnten wir auf diesem Kongress
feststellen, dass die pharmazeutischen
Medikamente mit ihren Nebenwirkungen
erheblich reduziert werden können,
wenn wir Mikrostrom einsetzen - ein
Effekt, der übrigens auch in der
Erprobungsregelung mit anderen
Verfahren bestätigt wurde. Am Ende
meines praktischen Teils, bei dem ich
diese Effekte nun vor den Ärzten zeigte -
für die verschiedenen
Anwendungsbereiche von Kopf bis Fuß
-, habe ich mir zum Abschluss erlaubt zu
fragen, ob es unter den Zuhören
jemanden gäbe, der in diesem Moment
Schmerzprobleme habe - akuter oder
chronischer Art - der bereit wäre, sich
auf die Liege zu legen und sich von mir
untersuchen und behandeln zu lassen. Da
meldete sich der englische
Sportmediziner, der den theoretischen
Teil übernommen hatte, der am
Vormittag dieses Sonntags, am 31.
Oktober, bei kalten Temperaturen und
strömendem Regen (er war
Marathonläufer) in einem Leichtathletik-
Muskel-Shirt und einer kurzen
Trainingshose seinen Morgenlauf
vollzogen und sich einen steifen Nacken
zugezogen hatte. Er erklärte sich bereit,
sich von mir behandeln zu lassen. Ich
hatte mich während des Kongresses
schon gewundert, wieso er seinen Kopf
nicht zu mir wandte - es ging aufgrund
der Schmerzen nicht!
Es ist bekannt, dass es mindestens drei
Tage dauert, um einen „stiff neck"
loszubekommen. Ich diagnostizierte über
die Messung, wo das Problem lag, und
der Sportmediziner spürte unverzüglich
in diesem Bereich das
Innervationsgebiet, also den Bereich, in
dem der Muskel von den Nerven
versorgt wird. Als Fachmann konnte er
das sofort verstehen, interpretieren und
kommentieren. Wenn man nun weiß,
dass der Kopf vor der Untersuchung
überhaupt nicht beweglich war, dann
kann man sich in etwa vorstellen, wie
man das Resultat zu bewerten hat, wenn
dieser sich nach einer 20-minütigen
Behandlung wieder hin und her bewegen
ließ - und zwar so, als sei nie etwas
gewesen. So endete dieser Kongress mit
einem großen Begeisterungssturm.
Und der Sportmediziner wurde zu einem
Fan der Therapie! Er hatte sofort ein
Gerät gekauft, es mitgenommen und
kommentiert, dass dies das erste Gerät
der Mikrostromanbieter sei, bei dem
man am Patienten messen kann, was man
oben am Gerät an Stromqualität
hineingibt. Er begann jetzt in seiner
Freizeit damit, Sportler zu behandeln.
Das Resultat: Die mit Mi- krostrom
behandelten Sportler wurden bei
Verletzungen schneller reaktiviert, und
die Muskulatur konnte durch den
Mikrostrom tatsächlich gestärkt werden.
2003 erfuhr ich, dass er im Sommer
2002 den Fußballer David Beckham
erfolgreich behandelt hatte, der 43 Tage
vor dem Beginn der Fußball-WM in
Japan ein schweres Foul hinnehmen
musste, bei dem er sich den
Mittelfußknochen brach. Die
Manchester-United-Ärzte und
Physiotherapeuten sagten, dass er fünf
Monate lang kein Training durchführen
dürfe. Natürlich stand damals die
Sportpresse Kopf: David Beckham,
damals der bekannteste Weltfußballer
und Kapitän der englischen
Nationalmannschaft, konnte nicht an der
WM teilnehmen! 18 Millionen Pfund
Sponsorengelder, Werbung etc. waren
abhängig davon, ob er teilnimmt oder
nicht. Ein Zufall wollte es, dass er durch
einen Freund, einen Rugby-
Nationalspieler, den der Sportmediziner
kurz vorher erfolgreich behandelt hatte,
schon am ersten Tag nach seiner
Verletzung in dessen Praxis geschickt
wurde, in der inzwischen auf die Weise
behandelt wurde, wie auch in meiner
Praxis. Das Ganze wurde von BBC
dokumentiert und vom Dis- covery-
Channel in einem vierstündigen
Dokumentarfilm über das ganze
Drumherum festgehalten. Dieser Beitrag
wurde auch im Fernsehen ausgestrahlt,
nachdem Folgendes passiert war:
Innerhalb von 14 Tagen bei täglicher
Behandlung mit dem großen Gerät und
zweimaliger Behandlung pro Tag mit
dem kleinen Gerät, das David Beckham
zuhause hatte, war der Fuß
abgeschwollen und sogar der Bruchspalt
nicht mehr erkennbar. Aufgrund dessen
konnte David Beckham bereits nach 14
Tagen wieder mit leichtem Training
beginnen. Zehn Tage vor Start der WM
war die Vorstellung in der Downing
Street zusammen mit der
Nationalmannschaft. Und die größte
Nachricht war: David Beckham konnte
teilnehmen und würde bis zum Start in
Topform sein.
Das war natürlich die erste
Weltsensation, und man sollte meinen,
dass nun der Erfolg der Mikrostrom-
Therapie nicht mehr aufzuhalten wäre —
auch für die Ärzteschaft. Für diese war
der Erfolg zum Teil sehr schnell da,
denn der Sportmediziner wurde,
nachdem David Beckham das erste Tor
bei der WM geschossen hatte und auf
dem Platz herumlief, wie eh und je,
beständig in Talkshows eingeladen, um
die Therapie zu erklären. „Was ist
Mikrostrom-Therapie? Wie funktioniert
das? Wie kann es sein, dass es so viel
schneller geht als alles, was vorher
bekannt warig Er wurde auf der Straße
angesprochen, und er erzählte mir
einmal, dass er auf einem Autobahn-
Rastplatz plötzlich Autogramme geben
musste: „Oh, ich habe Sie im Fernsehen
gesehen, Sie haben David Beckham
behandelt, f Er wurde dadurch in
England so berühmt, dass er Angebote
von verschiedenen Seiten bekam, unter
anderem das Angebot, Rennpferde zu
behandeln. Da er bereits zu
Wundheilungsproblemen und
Mikrostrom bei einem Rennpferd eine
Veröffentlichung gemacht hatte, wurde
es schließlich auch zu einem Geheimtipp
in der Veterinär-Sportmedizin.
Machen wir nun einen Sprung zurück in
meine Praxis: Mitte 2002 - ich hatte
gerade einen großen Umbau bewältigt
und musste nachfinanzieren - gab es
viele Probleme zu lösen, aber die
Menschen waren begeistert. „Jetzt geht
es voran, die renommierteste Praxis in
der Umgebung...", dachte ich mir. Und
das in einer Umgebung, von der man
behauptete, dass diese die höchste
Konzentration von Millionären in
Deutschland aufweist. Die Namen, die
ich in meiner Patientenliste führte, darf
ich nicht nennen, aber viele davon sind
Ihnen mit Sicherheit bekannt. Doch
plötzlich geschah etwas Merkwürdiges.
Die Krankenversicherer, die diese
Studie, die wir 1993 bis 1998
durchführten, bekommen hatten, verloren
plötzlich das Interesse daran.
Was war geschehen? In der
Versicherungsbranche hatten einige
Fusionen stattgefunden. Die ZENSIERT
versicherung, die als Vorreiter in Bezug
auf Naturheilverfahren galt und damit in
der Versicherungsbranche einen
Kontrapunkt gesetzt hatte, wurde von der
ZENSIERT Versicherung übernommen.
Erstere hatte ich auch meinen Patienten
empfohlen, weil sie dort ihre
Behandlung am ehesten erstattet
bekamen. Diese Versicherung war nun
geschluckt worden und reagierte
plötzlich in der Art, dass sie den
Patienten meine Rechnungen über die
Mikrostrom-Behandlungen nicht mehr
erstattete. Schließlich häufte es sich,
dass Patienten mitgeteilt bekamen, dass
ihr Arzt Therapien kombiniere, die sich
in ihrer Wirkung gegenseitig aufheben
würden, wenn Mikrostrom zum Einsatz
kam. Dies bedeutete, dass auch die
anderen Maßnahmen plötzlich als „nicht
erstattungsfähig" galten. Manches
gipfelte in der Aussage: „Ihr Arzt sollte
seine Rechnung reduzieren auf das,
was wirkungsvoll ist!" Der Leser kann
sich vorstellen, was daraus entstand. Die
Praxis konnte auf Dauer nicht mehr die
Umsätze generieren, die sie zum
Überleben benötigte, vor allem vor dem
Hintergrund des Finanzdrucks, den ich
durch den Umbau hatte. Erst viel später
erfuhr ich, dass zu diesem Zeitpunkt, als
der Mikrostrom zu einem Welterfolg
geworden war, ein Anruf eines
Vertreters der Pharmalobby bei der
Bank erfolgte, bei der ich die Kredite
für mein Haus und die Praxis erhalten
hatte. Und diese Bank war von einer
Versicherung getragen...
Während ich über meinen
Finanzunterlagen saß und nach einem
Weg aus meiner Situation suchte,
entdeckte ich, dass mir diese Bank einen
Kredit mit den doppelten Tilgungskosten
belegt hatte. Es gab völlig
undurchsichtige Machenschaften. Ich
konfrontierte die Filialleitung damit, die
mir entgegnete: „Das kann nicht sein!"
Doch nach kurzer Überprüfung erklärte
man mir: „Oh, dann war das wohl ein
Eingabefehler..." Ich erwiderte, dass
dies doch schon vor zwei Jahren
gewesen sei und das Ganze ja wohl nicht
wahr sein könne. Das würde ja dazu
führen, dass ich überfinanziert sei. Die
Antwort war: „Ja, das werden wir
Ihnen ersetzen."
Nun, dieses Ersetzen hat nicht
stattgefunden. Außer einem Almosen von
„Zinsverlust" und einem nicht
nachvollziehbaren
Dokumentationsvorgang ist daraus nichts
geworden. „Gegen eine Bank klagt man
nicht, wenn man weiter existieren will",
gab man mir zu verstehen. Und so nahm
das Schicksal seinen Lauf. Meine
Ehefrau hatte unter dem Finanzdruck
schließlich das Haus verlassen, weil sie
dem nicht mehr standhalten konnte, und
so war die Seele der Praxis
herausgelöst, da meine Frau dort als
leitende Arzthelferin tätig war. Ich
versuchte, so gut es ging, die
bedrohliche Situation zu retten, doch
anderthalb Jahre darauf folgte die
Kündigung sämtlicher Kredite.
Was hatte es mit dem erwähnten Anruf
eines Pharmalobbyisten bei meiner Bank
auf sich? Das erfuhr ich vom Leiter
unserer Erprobungsregelung, der meine
Frage - „Was geschieht hier?" -
folgendermaßen kommentierte: „Ja
weißt Du denn nicht, dass die größte
deutsche Krankenversicherung
ZENSIERT

inzwischen übernommen worden ist von
einer Trägerschaft, die da heißt
ZENSIERT und ZENSIERT Die
Pharmaindustrie hat längst die
Versiche
rungen übernommen." Darum war es
auch so, dass viele Ärzte, die solche
erfolgreichen alternativen Verfahren
nutzten und über viele Jahre so enorme
Einsparungen für die Versicherungen
erwirkten, auf die „schwarze Liste"
gesetzt wurden. Die „schwarze Liste"
bedeutet, dass nicht voll erstattet wird -
und noch viele andere Dinge. Bei
weiteren Nachforschungen erfuhr ich
zudem: „Wenn wir Methoden wie den
Mikrostrom anwenden, brauchen wir
keine pharmazeutischen Präparate mit
Nebenwirkungen mehr." Unsere
Patienten hatten immer weniger Rezepte
eingereicht, das wurde von den
Krankenkassen statistisch ausgewertet.
Solche statistischen Erkenntnisse stehen
über die Krankenversicherung der
Pharmaindustrie zur Verfügung, die ja
mit der Krankenversicherung immer
wieder die Preise aushandelt.
„Ach so? Interessant...", dachte ich mir.
Wenn ich also grundsätzlich nur noch
naturheilkundliche Präparate aufschreibe
und die Pharmareferenten bei mir keine
Geschäfte mehr machen, dann wissen
die, dass ich - oder welcher Arzt auch
immer - keine Pharmaprodukte mehr
verordne. Deswegen war der Erfolg der
Mikrostromgeräte für mich und meine
Patienten zwar ein großartiger Erfolg,
aber nicht für die Pharmazeuten.
Nachdem ich im August 2004
nach einem Burnout die
Insolvenz akzeptiert habe, die
mir mein Rechtsanwalt
dringend angeraten hatte,
bekam ich das Angebot, die
Mikrostromforschung in
Osterreich fortzusetzen. Es
ging um die Entwicklung eines
kleinen Heimanwendergerätes,
das Therapeuten benutzen
können, mit dem sich der
Patient aber auch selbst
behandeln kann. Das war ein
neuer Trend, den ich im Jahre
2000 mit dem ursprünglichen
Hersteller bereits gesetzt hatte,
der aber erst fünf Jahre später
durch die rasante Entwicklung
der Elektronik umsetzbar war.
In der Zwischenzeit hatte ein
Professor der Dermatologie in
einer Klinik in Karlsruhe eine
Studie über die Behandlung
von Psoriasis-Patienten mit
Mikrostrom angefertigt und
eine wissenschaftliche
Veröffentlichung gemacht.
Diese wiederum sorgte für
großes Aufsehen, sodass
andere Hersteller aufmerksam
wurden und ähnliche
Mikrostromgeräte
entwickelten. Dann wollte
man in England eine
europäische Mikrostrom-
Gesellschaft gründen — ich
sollte in den
wissenschaftlichen Beirat und
in den Vorstand berufen
werden -, und es sollte an
geschichtsträchtigen Orten
jeweils ein Symposium
stattfinden - in Leeds Castle in
Südengland beispielsweise.
Mit dem neu entwickelten
Heimanwendergerät gab es
zwischenzeitlich noch einen
zweiten Welterfolg, denn bei
der Fußball-WM 2006 war
Wayne Rooney ebenso
erfolgreich behandelt worden
wie zuvor David Beckham.
Mit unserem Gerät! Und
plötzlich wurde es ganz still.
Es kam nichts mehr, es gab
keine weiteren Aktivitäten, nur
merkwürdige Ausreden. Die
Firma in Österreich, die nun
das neue Kleingerät herstellen
sollte, ging dann auch noch
pleite.
Warum wurde es plötzlich so still um
den Mikrostrom? Warum gab es keine
Aktivitäten mehr? Warum konnte ich
niemanden mehr dafür gewinnen? Gut,
die Tatsache, dass die Pharmaindustrie
bei den Krankenversicherungen
mitmischte, konnte einiges erklären.
Aber dass man plötzlich gar nichts mehr
hörte...? Es kursierte damals das
Gerücht, dass der Sportmediziner aus
England einige Zeit nach diesem
Welterfolg mit David Beckham Besuch
von einem Vertreter der Pharmaindustrie
bekommen habe, der ihm ein lukratives
Angebot gemacht haben soll, wenn er
die Forschung am Mikrostrom einstellt.
Das ist natürlich eine schwere
Anschuldigung, für die ich bislang
keinerlei Beweise gefunden habe.
Offiziell hieß es, dass der
Sportmediziner die Universität im Jahre
2004 verlassen hat, weil dem Dekan der
Trubel auf dem Campus durch die
Presse zu groß gewesen sei und man ihm
nahegelegt habe, in die private
Forschung zu gehen.
Leider habe ich bis heute nicht
ergründen können, wieso es plötzlich so
still um den Mikrostrom geworden ist.
Fakt ist, dass in meinem Fall durch die
Veränderungen in der
Versicherungsbranche in Kombination
mit der plötzlichen Kündigung aller
meiner Kredite mir meine
Existenzgrundlage entzogen worden war.
Hatte man mich bewusst aus dem System
gekickt?
Egal wie, diese Entwicklung führte
jedenfalls auch zu
Gesundheitsproblemen, doch
grundsätzlich bin ich so positiv
eingestellt, dass ich sage: „Wie ein
Phönix aus der Asche ziehe ich mich an
meinen eigenen Haaren da heraus.cc
Jan van Heising wollte von mir wissen,
was mir das gebracht hat und welchen
Sinn ich darin sehe? Nach den ersten
Jahren der Schuldzuweisung an andere,
musste ich mich fragen: „Wieso ist mir
das passiert, was ist eigentlich der
Grund?" Und ich habe viel gefunden und
habe mich dabei selbst in einer Tiefe
verstehen gelernt, die mir sonst nicht
eröffnet worden wäre. Wenn man
erfolgreich arbeitet, dann kann man sich
gar nicht viel mit sich selbst
beschäftigen, oder? Jetzt hatte ich Zeit
und Muße, mich phasenweise sehr
intensiv damit zu beschäftigen, und habe
gelernt, mit sehr wenig auszukommen.
Das sind Dinge, die sehr, sehr
wesentlich sind für den Sinn des Lebens.
Zudem hat mir mein eigenes Burnout-
Syndrom — ausgelöst durch diese
Erfahrung, durch diesen Verlust - die
Chance gegeben, noch effektivere
Methoden zu finden, wie man dieses
Krankheitsgeschehen lösen kann. Und so
trete ich heute wieder mit den
modernsten Diagnostik-Geräten an, mit
hoch effektiven Therapiegeräten, wo die
Mikroströme, mit Quantenmedizin
kombiniert, noch viel tiefer wirken
können. Nach inzwischen acht Jahren
Tätigkeit als Notarzt in Spezialkliniken
für Schmerzen und Rheuma, mit der ich
mich „über Wasser gehalten" habe,
konnte ich meine eigens entwickelte
Akupunkturmethode, mit der ich
Schmerzen aus dem Bewegungsapparat
innerhalb von Sekunden lösen kann, auch
im klinischen Be- reich prüfen und
optimieren. Die Mikrostrom-Therapie
ist heute tot. Es gibt zwar viele
Menschen, denen der Begriff geläufig
ist, aber kaum ein Arzt wendet sie noch
an. In der Top-Sportszene wird sie in
bestimmten Situationen genutzt, weil
man die Effekte kennt, doch wird das
nicht groß propagiert. Aber wir sind in
den Entwicklungen inzwischen weiter,
und heute kann ich sagen, dass mir das
modernste Feinstromgerät zur Verfügung
steht, welches derart schnelle Effekte
bei teilweise schwerkranken Patienten
erzielt, dass ich wieder Freude habe und
mit 60 Jahren noch einmal vollkommen
neu anfange und mit wiedererstarkter
Vitalität Gas gebe. Ich habe zudem ein
Konzept entwickelt, mit dem der
Mensch, der schmerzgeplagt ist, wieder
auf die Beine gestellt wird. Neu ist
dabei die interdisziplinäre
Zusammenarbeit mit Zahnärzten,
Augenärzten und Physiotherapeuten. Mit
dem Wissen, dass wir heute mit
„fraktalen Frequenz-Algorhyth- men"
alle möglichen Blockaden und
Stoffwechselprobleme erkennen und
effektiv lösen können, was sich auch auf
unsere Vitalität und Leistungsfähigkeit
auswirkt, konnte ich ein
Vitalitätskonzept erschaffen, das
zukunftsweisend ist. Und das gibt Kraft.
Dieses Bewusstsein, so viele
Erfahrungen gesammelt zu haben und aus
den schlimmsten Phasen des
gesellschaftlichen und auch des
finanziellen Lebens erstarkt
herausgekommen zu sein, gibt mir die
Klarheit, endgültig Vorreiter zu sein für
eine neue Medizin - eine Medizin, die
entstehen muss, nachdem 2012 eine
Wende in unserer Erdenentwicklung
eingeleitet wurde, die einen
Dimensionssprung bedeutet. Und wenn
die Menschen realisieren, wie dieser
Dimensionssprung tatsächlich aussieht,
dann wird diese neue Medizin bereits im
Entstehen sein. Das ist mein Statement
für die Zukunft. Jetzt habe ich meine
Geschichte erzählt - und nun will ich
diese Vergangenheit vergessen.
Der Mediziner
Der Kontakt zu diesem Arzt
entstand durch Wolfgang
Sipinski, meinen Auslieferer,
der von dessen Schicksal
erfahren hatte. Ein Kontakt ist
über den Verlag möglich:
E-Mail: amadeus@amadeus-
verlag.com
Angst ist ein schlechter
Ratgeber
Als ich, Christian Kindlimann, das erste
Mal mit einem ,Endzeitszenarium'
konfrontiert wurde, war ich 21. Das war
1991. Die Freundin, die mir davon
erzählte, sagte damals, dass irgendwann
nach dem Jahr 2000 die Welt eine
tiefgreifende Transformation
durchmachen werde und ganze Erdteile
verschwinden sollen und dass es vor
allem um das Bewusstsein der Menschen
gehe. Ihre Worte waren sehr
eindringlich. Sie hatte ihr Wissen aus
dem Zirkel, dem sie regelmäßig
beiwohnte. Ich hatte nicht die geringste
Ahnung, was die da trieben, war ich
doch nach meiner Ausbildung als Koch
mehr daran interessiert, die Welt zu
erleben, als Kristallen zuzuhören... LOL
So wie die Jungfrau zum Kinde kam,
fand ich mich kurz darauf unerwartet in
einem Channeling-Workshop wieder.
(„Channeling" ist der englische Begriff
dafür, dass man sich als Kanal, als
Medium, zur Verfügung stellt, um
übernatürliche Wesen wie Geister,
Verstorbene oder Engel durch sich
sprechen zu lassen.) In diesem
Workshop ging es genau darum.
Zunächst hatte eine Frau, die vor der
Gruppe stand, dies praktiziert und ein
Wesen duixh sich sprechen lassen. Sie
behauptete, das sei ein „Aufgestiegener
Meister". Sie bzw. das Wesen, welches
durch sie sprach, erklärte, dass die
„Aufgestiegenen Meister" eine Gruppe
von Wesen sind, die einst auf der Erde
lebten und nun eine Art Wächterfunktion
über die Menschheit haben. Das klang ja
recht spannend, doch war ich äußerst
skeptisch. Am dritten Tag war es dann
so, dass man in Vierergruppen aufgeteilt
wurde, wobei einer das Medium war
und die anderen drei Fragen stellten. Ich
hatte zunächst Zweifel, dass so etwas
bei mir klappen könnte. Umso mehr war
ich überrascht, als tatsächlich eine
fremde, nennen wir es mal „Intelligenz",
bei mir war - oder sagen wir besser in
mir - und durch mich zu den drei anderen
sprach. Ich hatte das aber alles wie
durch einen Nebel mitbekommen, war
nicht richtig präsent, muss aber gestehen,
dass dieses Wesen eine unglaubliche
Liebe und Güte ausstrahlte, der ich mich
nicht entziehen konnte. Das war so
angenehm, dass ich am Ende der Sitzung
gar nicht wollte, dass es weggeht.
Dieses Wesen gab mir dann zu
verstehen: „Das, was ich bin, bist Du
auch. Entwickele es in Dir, dann bist
Du es auch." Das habe ich nie wieder
vergessen.
Die Erfahrungen, die ich in dieser
Woche machte, bewirkten eine große
Reinigung und Neuausrichtung in
meinem Leben. Einerseits schloss ich
Freundschaften, die bis zum
heutigen Tag anhalten und
stetig wachsen, zum andern
bin ich mir selbst sehr nahe
gekommen.
Zu jener Zeit arbeitete ich in Bars und
als DJ, in einem Umfeld also, in dem ich
meine neu erweckten Fähigkeiten wenig
einsetzen konnte. In dieser Zeit erinnerte
ich mich an ein Erlebnis aus meinen
ersten Kindertagen, das ich irgendwie
verdrängt hatte. Ich war damals sechs
Jahre alt, als ich mit meiner Oma zu
Ostern zum Schlüsselblumenpflücken im
Wald umherschlenderte. Ich muss hierzu
bemerken, dass mein Vater Missionar im
Kongo und meine Oma extrem
evangelisch und bibeltreu war. Als wir
so zwischen den Bäumen
umherstiefelten, zitierte sie einen Psalm
und murmelte am Ende die Worte: „Im
Namen des Herrn Jesus Christus,
Amen." Kurz darauf veränderte sich die
komplette Szenerie. Es wurde hell,
mitten im Wald. Eine Lebendigkeit
strahlte aus allem, was sich dort befand,
vor allem aus den Bäumen. Ich sah, dass
die Bäume Leben in sich trugen. Das
war damals mein erstes eigenes
spirituelles Erlebnis.
Ich dachte mir nun, nach diesem
Channeling-Seminar, dass es doch auch
möglich sein musste, mit den Wesen der
Natur, mit den Wesen der Bäume im
Speziellen, Kontakt aufzunehmen. So
versuchte ich in der Region Basel, wo
ich aufwuchs, eine Kommunikation mit
den Bäumen herzustellen, um mehr über
die Natur und ihre Gesetzmäßigkeiten -
aber auch über natürliche Heilmittel für
Krankheiten - in Erfahrung zu bringen
und verbrachte drei intensive Jahre
damit. Die Wälder waren mir zwar aus
meiner Kindheit vertraut und doch sah
ich sie jetzt mit ganz neuen Augen, im
wahrsten Sinne des Wortes. Ein neues
Bewusstsein hatte sich etabliert durch
die Erfahrungen mit der Wesenheit, die
ich bei dem Workshop kennengelernt
hatte.
Die Information eines
„Endzeitszenariums", das ich zu Anfang
erwähnte, wurde etwas greifbarer, als
ich 1997 zusammen mit meiner heutigen
Frau einen Mayakalender-Workshop
besuchte. Ich fand es spannend, mich mit
diesem Kalender und seinen 13 Tönen
und 20 Siegeln auseinanderzusetzen.
Zum ersten Mal kam damit das Jahr
2012 in meinen persönlichen Raum und
machte sich bemerkbar. Was mich
interessierte war, ob ich das in den
letzten Jahren Erlebte in den
Zeitqualitäten des Kalenders entdecken
konnte, quasi als Rückschau, und
natürlich, ob man die jeweilige
Tagesenergie erkennen und auch nutzen
kann. Dass der Kalender nur bis zum
Jahre 2012 gehen soll und dann auf der
Erde die Lichter gelöscht werden, habe
ich nie geglaubt. Aber ein bisschen
mulmig war mir bei dem Gedanken
schon.
Wir, meine Frau und ich, gründeten in
jenen Tagen unsere Firma free energy®.
Wir hatten uns im Winter 1996
kennengelernt, und bereits am 1. April
1997 unsere Firma gegründet mit dem
Gedanken, Ökologie und Gesundheit zu
fördern. Das war eine tolle Idee, wir
waren voller Enthusiasmus, hatten
zusätzlich zu unseren beiden Teenagern
seit 2004 noch ein gemeinsames Kind
hinzubekommen, und wollten nun ein
schönes, harmonisches Leben führen.
Wir wollten mit dem, was uns Freude
bereitet und innerlich erfüllt, Geld
verdienen und uns dabei auch noch
persönlich Und spirituell
weiterentwickeln. Doch was dann kam,
war das Gegenteil, es war der
Abgrund...
Das auslösende Ereignis war der Kauf
einer Firma, die damals als unser
Mitbewerber war. Der Inhaber und
Geschäftsführer stand eines Tages bei
uns auf der Matte und bot uns seine
Firma zum Kauf an. Lange Rede, kurzer
Sinn: Das Erwachen war heftig, und die
Konsequenzen daraus, dass wir auf
Raten eine völlig überteuerte Hülle
gekauft hatten, ohne wirklich
substantiellen Gegenwert, war auf allen
Ebenen schmerzhaft. Die Nachricht
wenig später, dass der besagte Herr
wegen betrügerischer Geschäfte für drei
Jahre in Haft gehen musste, half da
wenig. Abklärungen mit Anwälten
ergaben, dass da nichts zu machen sei
und wir unseren Teil des Vertrages
einhalten mussten. Doch wieso sind wir
überhaupt darauf eingegangen? Genau
so, wie er uns keinen reinen Wein
eingeschenkt hatte, waren wir nicht
ehrlich zu uns selbst. Der einzige Grund,
die Firma überhaupt zu übernehmen, war
die Angst, ein anderer könnte sie kaufen
und uns das Leben schwer machen. Es
stand alles auf dem Spiel. Ich muss dazu
sagen, dass wir 1997 mit nichts als guter
Laune und einer gehörigen Portion Mut
gestartet sind, ohne Reserven oder einen
Bankkredit. Alles, was wir hatten, war
selbst erarbeitet. Die Arbeit der letzten
neun Jahre war jetzt umsonst, zumindest
auf dem Papier, und wir mussten um
unsere Existenz kämpfen. Und wir
kämpften...
Im Nachhinein fragt man sich natürlich,
wieso einen niemand gewarnt hat.
Irgendjemand hätte das doch tun können.
Es kamen Gedanken hoch wie: „Ich hin
ein armes Schwein, das es eh nie auf
einen grünen 'Zweig bringt.
Die Welt ist schlecht, die Menschen
böse, und ich bin betrogen worden..."
Die Abwärtsspirale in unseren Köpfen
drehte sich unweigerlich, und das
Schlimmste daran war, dass wir das
auch selber glaubten. Ist man erst in
diesem Modus, ist der Weg
vorgezeichnet. Wir sahen kein Licht am
Ende des Tunnels und wenn, dann
müsste es doch jenes des herannahenden
Zuges sein. Da fiel mir ein Zitat von
Goethe ein:
„Solange Verbindlichkeit fehlt,
herrschen Zaudern und
Unschlüssigkeit, die Möglichkeit des
Rückzugs - immer wieder
Erfolglosigkeit. Alle ersten Schritte
betreffend, gibt es eine elementare
Wahrheit, deren Unkenntnis zahllose
Ideen und glanzvolle Pläne zu töten
vermag: dass sich in dem Moment, in
dem der Mensch sich verbindlich
einlässt,
auch das Göttliche bewegt, alle
möglichen Dinge geschehen, dem
Menschen hilfreich beizustehen, die
niemals sonst geschehen wären. Ein
ganzer Strom von Ereignissen
entspringt der Entscheidung und bringt
zu unseren Gunsten unvorhergesehene
Zwischenfälle, Begegnungen und Hilfen
aller Art, von denen kein Mensch je
geträumt hätte, dass sie seinen Weg
kreuzen würden.
Was immer Du tust,
entscheide Dich verbindlich
dafür, und die göttliche Macht
ist mit Dir."
(Johann Wolfgang von
Goethe)
Wie wichtig dieses Zitat ist, kann man
nicht genug unterstreichen. Für uns hat es
sich so ausgeformt: Unsere Vertrauten
wussten um unsere Situation und boten
uns Hilfe an, meist in Form von Geld
oder besser gesagt sehr günstigen
Krediten. Wir lehnten diese ab. Eines
dieser Angebote schlug dem Fass den
Boden aus: Uns wurde Geld als
Geschenk angeboten! Doch auch das
schlugen wir aus, aufgrund zweiter
Gedankengänge: Erstens entstehen
immer Abhängigkeiten, und zweitens
war da der Gedanke an unseren Start.
Wir hatten mit nichts angefangen und
fühlten uns stets verbunden mit dem, was
für Menschen unaussprechlich ist. Die
einen nennen es „Gott", die anderen „den
großen Geist", die nächsten
„Intelligenz". In meiner Zeit mit den
Bäumen lehrten mich diese, dass
„Lebensberechtigung" aus uns selbst
heraus entsteht. Geschenktes Geld
anzunehmen widersprach diesem
Gedanken. Vorherrschend wäre in
diesem Moment das
Konzept gewesen, dass wir
nur mit Geld von außen
überlebensfähig sind. Und
dieser Gedanke wäre für uns
nicht stimmig gewesen. Es
musste einen anderen Weg
geben.
Und dann, 2008, in diesen Tiefen, im
Kampf ums Überleben, wurde es wieder
etwas heller. Es war das Licht der
Erkenntnis, das sich auf eine sanfte und
unübersehbare Art zeigte. Im Sommer
2008 wurden wir auf das Buch
„Intelligente Zellen" von Bruce Lipton
aufmerksam gemacht. Bruce Lipton, seit
1983 Universitätsprofessor und
Entwicklungsbiologe, stellte in seinen
Forschungen fest, dass nicht die Gene
unseren Körper steuern, sondern
unsere Überzeugungen. Dies
widersprach fundamental der
herrschenden Lehrmeinung oder besser
dem „wissenschaftlichen Dogma" zur
Lehre der Genetik. Aus seinen
Erkenntnissen erwuchs eine neue
Wissenschaft, die der Epigenetik.
Epigenetik heißt übersetzt: „die
Prägung der Gene durch das Umfeld"
oder „der Geist ist stärker als die
Gene". Natürlich war mir dies aus
meinem eigenen Erleben bekannt, und im
ersten Moment war es für mich nicht
mehr als der Beweis für „positives
Denken". Dass es das aber nicht ist,
schreibt Bruce Lipton gleich selbst: Es
ist nicht das, was wir denken, sondern
das, wovon wir überzeugt sind. Diese
beiden Achsen gehen oft sehr weit
auseinander.
Wir kennen das landläufig von
sogenannten „positiven Affirmationen"
und Übungen des „Wünschens". Doch
was passiert im Körper? Als
Zellbiologe erklärt Bruce Lipton das so:
Zellen sind binär organisiert, sie kennen
nur 0 oder 1. Diese Nullen und Einsen
können wir im Körper mit Botenstoffen
betrachten: Adrenalin und Endorphin.
Sie bilden in diversen Ausformungen
unser Sein. Ist unser Körper unter
Einfluss von Adrenalin (Stresshormon),
geschehen ein paar sehr interessante
Dinge, die zum Verständnis unseres
Seins sehr hilfreich sind. Unter
Adrenalin ist unser ganzes Körpersystem
auf Kampf und Flucht ausgerichtet. Dies
bedeutet, dass unsere Organe nicht mehr
richtig durchblutet werden. Das Blut
wird in den Muskeln gebraucht, um
beispielsweise wegzurennen oder sich
zu verteidigen. So weit, so gut - doch
was resultiert daraus? Unsere Organe
können nicht mehr richtig regenerieren.
In der Folge ist unsere Immunabwehr
geschwächt und nimmt weiter ab,
solange wir uns auf dieser Adrenalin-
Achse befinden. In unserem Gehirn ist es
nicht anders. Dort kommt erschwerend
hinzu, dass die Synchronizität der
Gehirnhälften nicht mehr gewährleistet
ist. Nur noch rationale, eingeübte
Verhaltensweisen sind in einem solchen
Zustand möglich, sämtliche anderen
Impulse werden zurückgestellt. Was
daraus letztendlich resultiert, nennen wir
heute „Burnout". Unter diesem Begriff
sind alle Symptome zusammengefasst,
die entstehen können, wie zum Beispiel
Bluthochdruck, Schlafstörungen,
Depressionen, Angstzustände und vieles
mehr. In der Medizin hat man das
erkannt und verabreicht Antidepressiva,
um Menschen wieder ins Lot zu bringen
- mit mäßigem Erfolg, dafür umso
höheren Kosten.
Die andere Achse ist die des
Endorphins, allgemein bekannt
als „Glückshormon". Dort
passiert das genaue Gegenteil:
Wir fühlen uns wohl in unserer
Haut, sind kreativ und offen.
Viele Dinge, die wir nicht für
möglich gehalten hätten,
gelingen mühelos und mit
großer Freude. Sogenannte
„Placebo-Effekte" (wörtlich:
„ich werde gefallen") stellen
sich ein, ohne unser Zutun,
ganz von selbst.
Es waren diese Zusammenhänge, die
mich aufhorchen ließen. „Da ist etwas,
das ich weiß und erlebt habe, und jetzt
ist es eine wissenschaftliche Realität,
das ist doch spannend!" Doch die Reise
sollte weiter gehen. Im Jahre 2008 lernte
ich Klaus Medicus kennen, der diese
Dinge, wie von Bruce Lip- ton
beschrieben, in Workshops lehrte. Als
ich mich über ihn informierte, war mein
erster Gedanke: „Na ja, ein weiterer
Motivations- und Erfolgstrainer. "
Nach dem Motto: „Du musst Dich nur
genug anstrengen, dann wird es schon
klappen." Doch ich wurde sehr positiv
überrascht. Mit Klaus Medicus
veranstalteten wir die ersten Workshops
bei uns in Dottikon, mit dem erfreulichen
Nebeneffekt, dass wir uns einen neuen
Geschäftsbereich eröffnet hatten und
damit den Geldfluss ankurbelten - was
uns zu diesem Zeitpunkt enorm half.
Neben den Workshops meldeten sich
auch immer mehr Menschen, um mit mir
an ihren Überzeugungen zu arbeiten.
Meine Coaching-Tätigkeit war geboren
und brachte weiteres Einkommen. Die
Entscheidung, kein geschenktes Geld
anzunehmen, hatte sich ausbezahlt und
erfüllte uns mit Freude. Wir konnten
alles aufrechterhalten, mit einigem
Wohlwollen unserer Lieferanten, deren
Geduld sicherlich auch immer mal
wieder strapaziert wurde. Im Februar
2011 war dann endlich die letzte Rate
der 180.000 Franken getilgt.
Durch diese Arbeit an meinen
Überzeugungen bin ich einmal mehr tief
in mich eingetaucht. Ich erlebte Dinge,
die ich nicht für möglich gehalten hätte.
Ich hatte zwar früher mit Naturwesen,
Bäumen und nicht dreidimensionalen
Wesen kommuniziert, doch nun hatte ich
Erlebnisse im „richtigen Leben" - und
vor allem unter Zeugen.
Ich möchte es hier nochmals auf den
Punkt bringen: Um einen Wunsch vom
Universum erfüllt zu bekommen, reicht
der Gedanke nicht aus. Der Schlüssel für
das Manifestieren ist nicht der Gedanke,
sondern die Überzeugung. Ich kann
tausendmal vor mich hinsagen, dass ich
Millionär werde, wenn ich es selbst
nicht glaube, kann ich es gerade sein
lassen. Es funktioniert nicht. Ich muss
davon überzeugt sein! Doch wie arbeite
ich mit Überzeugungen? Dieses Thema
füllt ganze Bibliotheken und Ratgeber,
doch ich versichere Ihnen, wir suchen
oft zu weit weg. Alle unsere
Überzeugungen können wir im „Hier und
Jetzt" erfahren. Wenn wir uns trauen,
unsere alten Konzepte der Wirklichkeit
fallen zu lassen, egal aus welcher
Deutungssphäre sie stammen und
welches Problem oder welche
gesundheitliche Diagnose dahintersteht,
kommen wir immer auf eine
darunterliegende innere Überzeugung.
Wir Menschen wollen Schmerzen und
Unangenehmes vermeiden, niemand will,
dass es weh tut. Und so richten wir auch
allzu oft unsere Aufmerksamkeit auf sie,
wir wollen sie ja vermeiden. Als
Beispiel bitte ich Sie jetzt, nicht an den
Eifelturm zu denken - und, hat's
geklappt? Eher nicht, oder? © Wenn
Ihnen jetzt ein Mensch begegnet und sie
nehmen wahr: „Für den bin ich der
letzte Dreck...", dann können Sie sicher
sein, dass da neben der Einschränkung
„Ich bin der letzte Dreck." auch eine
Befähigung auf Sie wartet. Sie könnte
heißen: „Ich bin ein Geschenk für die
Welt." oder „Schön, dass es mich
gibt."
Die Integration dieser
befähigenden Überzeugung
geht denkbar einfach und
schnell, ist sehr nachhaltig und
für jeden leicht zu erlernen. Es
nennt sich
„Quantenintelligenz" in
Anlehnung daran, dass im
Quantenfeld immer alle
Möglichkeiten gleichzeitig
vorhanden sind. Das, was wir
als Heilung bezeichnen,
entsteht nebenbei. Wir lassen
unser physisches Sein
entspannen und kommen zur
Ruhe, der Rest geschieht
einfach.
Damit wir jedoch vom selben Ende her
anfangen, möchte ich kurz etwas zur
Grundhaltung sagen: Wie es die
Bezeichnung „Quantenintelli- genz"
schon sagt, geht es um das Quantenfeld.
Der kürzlich verstorbene Physiker Prof.
Hans-Peter Dürr erklärte dazu auf dem
Globart-Kongress 2011: „Ich habe
sechzig Jahre erforscht, was die
Materie im Innersten zusammenhält,
und komme zum Schluss, dass es das,
was wir Materie nennen, im Grunde
genommen gar nicht gibt." Sein Vortrag
hieß: „Weil es ums Ganze geht." Und er
ergänzte: „Wir müssen die Welt wieder
als Ganzes sehen, ohne die Absicht,
wieder alles auseinanderzunehmen."
Und genau in diesem Kontext sehe ich
meine Arbeit. Die Analyse dessen, was
kaputt sein soll, weicht einem
spannungsvollen Erwarten dessen, was
wohl als Nächstes auftaucht. Es ist
eigentlich das Entdecken der eigenen
Befähigungen, und das lässt leicht einen
Entdeckergeist entstehen, in dem es
einfach nur Spaß macht, sich mit dem,
was „jetzt ist", auseinanderzusetzen.
Gerne untermale ich dies mit folgendem
praktischen Beispiel: Es handelt sich um
eine Coaching-Sitzung mit einer Dame -
nennen wir sie Eva -, die sich schon
zuvor ein bisschen in diese Art der
veränderten Wirklichkeit eingelesen und
auch schon einen Erlebnistag in Basel
besucht hatte. Die Erfahrung, die sie dort
machte, war sehr entspannend, und sie
fühlte sich rundum wohl. Doch ein paar
Tage später fühlte es sich auf einmal gar
nicht mehr toll an. Sie rief mich an und
sagte, dass sie völlig aufgekratzt sei, und
alles, was sie an jenem Tag erlebt hätte,
sei einfach weg. Ihre Probleme nehme
sie nun sogar noch stärker wahr als
vorher. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich
keine blasse Ahnung, wie ich ihr helfen
konnte, war aber hocherfreut, dass sie
mich fragte, ob ich Zeit hätte, und so
vereinbarten wir einen Termin für den
kommenden Tag.
Bei ihrem Erscheinen wirkte Eva sehr
gefasst. Sie wiederholte ihre
Beschreibung, dass sie sich an jenem
Tag in Basel so wohl gefühlt hätte,
entspannt und voller Hoffnung gewesen
wäre, und sich nun im genauen Gegenteil
wiederfände. Seit Jahren hätte sie sich
nicht mehr so wohl gefühlt, und es wäre
ja so einfach gewesen. „Hmm", sagte
ich, „war es Dir vielleicht zvi
einfach?" Sie schaute mich an, erst
fragend, dann ungläubig, und fing an zu
grinsen. Zu einfach? „Ja!", sagte ich,
„könnte es nicht sein, dass es irgendwo
in Deinem System eine Uberzeugung
gibt, die sagt, dass Du Dir alles hart
erarbeiten oder erkämpfen musst?" Sie
grinste und meinte: „Aber natürlich, ich
bin ja eine selbstständige Frau und
sorge für meine Belange selber." „Das
ist ja spannend.", sagte ich. „Wollen
wir mal schauen, ob es in Deinem
System auch eine Uberzeugung gibt,
wie zum Beispiel: ,Ich darf mein Leben
in Leichtigkeit genießen.'"
Uber den sogenannten „Muskeltest"
prüfte ich nach, ob Eva auf den Satz:
„Ich darf mein Leben in Leichtigkeit
genießen." eine Verbindung wahrnahm,
was nicht der Fall gewesen ist. Deshalb
integrierten wir diesen bei ihr. Diese
Integration dauerte einige Minuten, und
Eva öffnete ihre Augen, nachdem wir
eine Verbindung zu diesem Satz bzw.
dieser Information etabliert hatten. Die
Augen waren anders, klarer, Evas
Erscheinung im Gesamten fröhlicher.
„Das war ja ganz einfach", sagte sie.
„Hält das jetzt auch...?"„Hm, wieso
sollte es das nicht?", fragte ich nach.
„Das ist doch viel zu einfach.",
wiederholte sie. „Ja, es darf einfach
sein." Wir grinsten uns an und
etablierten im Anschluss eine
Verbindung mit der Information: „Es
darf einfach sein." - und so ging das
immer weiter. Es folgten Überzeugungen
wie: „Ich vertraue dem Leben.", „Ich
fühle mich geborgen in mir.", „Ich bin
wertvoll." und noch einige andere. Nach
kurzweiligen zwei Stunden
verabschiedete ich eine andere Eva als
diejenige, die ich empfangen hatte.
Eine Woche war vergangen, als mich
Eva erneut anrief und meinte, es ginge
ihr sehr gut, sie fühle sich wohl und
stelle fest, dass viele Dinge sich jetzt auf
einmal bewegten. Die Flaute sei weg,
ihr Terminbuch fülle sich von alleine, es
sei ein neues Erleben, und doch hätte sie
da einen Lebensbereich, der sie immer
wieder aufs Neue sehr beschäftigen
würde. Wir vereinbarten einen neuen
Termin. Als sie erschien, sagte sie, es
gehe um ihre Beziehungen. Sie sei eine
gestandene Frau (50), hätte zwei
erwachsene Söhne, ihre Scheidung liege
schon ein Jahrzehnt hinter ihr und
trotzdem klappe es mit den Männern
überhaupt nicht. Ich muss dazu sagen,
dass Eva ein äußerst gepflegtes
Erscheinungsbild aufweist, sie hat Stil,
ist intelligent und hat eine ansprechende
Persönlichkeit. „Ist ja spannend!",
dachte ich und sprach es dann auch aus.
Und sie sagte gleich darauf: „Ja, ich
weiß, dass ich hohe Ansprüche an
Männer habe..." „Ahhh, ist ja sehr
interessant", entgegnete ich. „Es muss
also schwierig sein, wenn man hohe
Ansprüche an Männer stellt?" „Ja,
aber sicher!", erwiderte sie. Ich fragte
nach: „Was hältst Du davon, mal
nachzuschauen, was der Satz bei Dir
bewirkt: ,Es ist o.k., hohe Ansprüche zu
haben.'" Ihre Augen funkelten: „Wow,
das wäre ja toll. Ich denke oft, dass ich
sehr anstrengend sein muss für gewisse
Menschen." Bingo erneut. „Du bist also
anstrengend..." - wir grinsten und
machten uns gleich an die Arbeit.
Material zum Thema „Beziehung" hatten
wir genug, und so machten wir uns
daran, folgende Sätze zu integrieren: „Es
ist o.k., hohe Ansprüche zu haben." und
„Es ist eine Freude, mich zu sehen." Es
gesellten sich noch einige andere dazu
wie: „Ich bin eine attraktive Frau",
„Ich genieße
meine 'Weiblichkeit." oder „Ich
erlaube mir, eine schöne Beziehung zu
füh- «
re«.
Die Verbindungen waren schnell
geknüpft. Mit jedem Mal schien sie
leichter zu werden, bis sie mich
anschaute und sagte: „Aber da ist noch
was, ich weiß aber nicht genau, was es
ist." Dann erzählte sie mir, dass sie mit
vierzehn Jahren einen Missbrauch erlebt
hatte. Ein „Freund" der Familie habe ihr
K.o.-Tropfen verabreicht und sie
vergewaltigt. Sie wurde schwanger. Da
das Ganze in Asien stattgefunden hatte,
ging ihre Mutter mit ihr zur
Pulsdiagnose. Sie aß kaum noch und war
spürbar traumatisiert. Der chinesische
Arzt wusste sofort, was geschehen war,
gab ihr entsprechende Kräuter mit, und
sie erlebte einen Abgang. Eva meinte,
sie hätte schon so viel diesbezüglich
unternommen, war jahrlang in
Psychotherapie und vor einem Jahr bei
einem Hypnose-Therapeuten gewesen,
einer Ikone in seinem Bereich. Aber
nichts habe geholfen.
„Na ja!", sagte ich, „ich weiß nicht, ob
es das ist, aber gibt es ein Bild in
dieser ganzen Geschichte, das Dich
nicht schmerzt?" Sie überlegte kurz und
sagte: „Ja, das gibt es." Ich bat sie, es
kurz zu beschreiben. „Ich bin auf einer
schwarzen Ledercouch aufgewacht."
„Gut, dann nennen wir es ,Schwarzes-
Ledercouch-Bild'." Wir arbeiteten nur
mit diesem einen Bild, in dem Vertrauen,
dass alles, was es an Informationen
brauchte, um die Wirklichkeit verändert
wahrzunehmen, in diesem Bild
vorhanden war. Es dauerte einen
Moment, und als sie die Augen öffnete,
war Eva wie neu. Falten hatten sich
geglättet, das Gesicht sah sehr entspannt
aus, und sie lachte mich an.
„Wow!", sagte sie, „das war ja sehr
speziell..." Als wir uns verabschiedeten
sagte sie: „Ich bin ja gespannt, was
jetzt passiert. Aber Männer sind dieses
Jahr bestimmt kein Thema mehr,
vielleicht im nächsten Sommer wieder",
und lachte. Es vergingen einige Wochen,
bis ich wieder von ihr hörte. Und was
sie mir berichtete, freute mich über alle
Maßen. Zwei Wochen nach unserer
Session hatte sie ihren Traummann
kennengelernt. Sie hätte es nicht für
möglich gehalten, dass es so einen Mann
überhaupt gibt. Sie sei überglücklich
und über beide Ohren verliebt, einfach
unglaublich.
So viel zum Thema
Quantenintelligenz und was
damit möglich ist.
Kommen wir nun zurück zur
Anfangsfrage: Was ist jetzt 2012
geschehen? Es gibt so viele Theorien
und Konzepte darüber. Ehrlich gesagt,
ich weiß nicht, was passiert ist, aber
was ich wahrnehmen kann ist, dass
Informationen und Erkenntnisse
schneller fließen. Besonders möchte ich
die Erkenntnisse der Quantenphysik,
Biologie und Hirnforschung in den
Vordergrund stellen. Diese bringen aber
erst etwas, wenn sie im Leben
angekommen sind, wenn wir sie für
unser Leben nutzen. Die Industrie tut das
bereits bei vielem, was mit Prozessoren
und anderen technischen Geräten zu tun
hat. Wir, die Menschen, nutzen diese
Technik oft und gerne, doch in unseren
Köpfen, unserem Sein, verhalten wir
uns, als ob wir immer noch daran
glaubten, die Welt sei eine Scheibe. Die
Arbeit an unseren Uberzeugungen, so
wie ich sie verstehe, bringt uns in einen
tiefen Frieden mit uns selbst, was dann
entstehen kann, sprengt die kühnsten
Vorstellungen.
Christian Kindlimann

Christian und seine Frau


Manuela liefern mit ihrer
Firma seit fast zwei
Jahrzehnten die Bücher des
Amadeus Verlags in der
Schweiz aus, und ich habe
ihre Geschichte über die Jahre
hinweg mitverfolgt. Was
Christian schreibt, ist
authentisch, es funktioniert!

E-Mail: mail@freeenergy.ch Website:


www.flow4u.ch
Gib niemals auf!
Es ist ein Dienstagnachmittag. Seit
meinem dritten Lebensjahr jage ich nun
schon mit großer Leidenschaft dem Ball
hinterher. Zum Zeitpunkt dieser
Geschichte bin ich 17 Jahre jung und
habe nur einen einzigen Traum: Pro-
fifußballer zu werden. Letzten Sommer
hatte ich dafür mein Elternhaus,
Geschwister und Freunde verlassen, um
die kleine Chance, mein Hobby zum
Beruf zu machen, zu verwirklichen. Der
Cheftrainer einer der größten und
wirtschaftsstärksten Fußballvereine der
Welt taucht im Büro meines Trainers,
dem Trainer der zweiten Mannschaft,
dem sogenannten „Unterbau der
Profiabteilung" auf, um ihm mitzuteilen,
dass er mich mit sofortiger Wirkung in
die erste Mannschaft hochziehen will -
was wohl der absolute Traum eines
jeden Fußballers gewesen wäre. Ja
richtig, wäre...
Denn genau an diesem Tag, ja
vielleicht sogar in diesem
Augenblick, befand ich mich
auf irgendeinem verdammten
OP-Tisch, in irgendeiner
verdammten Klinik, um
meinen zwei Tage zuvor
diagnostizierten Leistenbruch
operieren zu lassen. Erst drei
Tage später erfuhr ich, was
sich im Büro meines Trainers
ereignet hatte. Meine
Rehabilitation sollte eigentlich
zwei Wochen dauern, bis ich
das erste Mal wieder langsam
mit dem Lauftraining beginnen
dürfte. Es war also alles
überschaubar, und so hoffte
ich natürlich, schnell auf den
Platz zurückkehren zu
können, um meinen Traum
vom Profifußballer-Leben
wahr werden zu lassen. Als
mich aber nach vier Wochen,
nachdem ich schon die ersten
Laufversuche unternommen
hatte, der gleiche Schmerz wie
vor der Operation noch immer
plagte - ein Ziehen an der
linken Oberschenkel-
Innenseite -, begann auch in
mir ein ungutes Gefühl
aufzusteigen.
Ich will Sie hier nicht mit zu vielen
Details über meine Verletzung aufhalten,
nur so viel dazu: Bei einem erneuten
Konsolidieren der Ärzte bzw.
Physiotherapeuten wurden die Narben,
die ja bekanntlich nach der Operation
noch relativ frisch sind, als Ursache für
meine Schmerzen ausgemacht. Und so
verging Woche um Woche, und so
langsam war es auch dem Letzten klar,
dass meine Narben nicht die Ursache für
meine bestehenden Schmerzen sein
konnten.
An diesem Punkt will ich kurz einhaken,
damit Sie meine Situation etwas besser
nachempfinden können: Das Schlimmste
war für mich, einfach nicht zu wissen,
was ich genau habe. Wenn man
beispielsweise einen Kreuzbandriss hat,
was ungefähr 5 bis 8 Monate Reha
bedeutet, kann man sich damit abfinden
und sein Leben danach ausrichten. Aber
nicht zu wissen, was man hat, und Tag
für Tag, Woche um Woche, ja Monat um
Monat im Dunkeln zu tappen, dass macht
einen richtig fertig.
Und so vergingen acht weitere Wochen,
und ich war noch immer nicht zurück auf
dem ach so geliebten Rasen. Die
Meisterschaft war in vollem Gange, und
selbstverständlich wurde auch meine
Position im Team der zweiten
Mannschaft, die mir ansonsten sicher
war, neu besetzt. Nun fürchtete ich, auch
diese zu verlieren. Wir konnten bis zu
diesem Zeitpunkt kaum Fortschritte
erzielen, noch immer war unklar, was
die eigentliche Ursache meiner
Schmerzen war. Nachts fand ich kaum
noch Schlaf, zu viele Fragen plagten
mich. Fragen wie: „Wird das überhaupt
nochmals was mit Leistungssport?
Sollte ich jetzt lieber alles auf die
Karte,Berufsausbildung setzen oder mit
der Fachhochschule weitermachen, auf
die ich aufgrund der raschen Erfolge
im Fußball zunächst verzichtet hatte,
um eventuell eine akademische
Laufbahn einzuschlagen?" Und vor
allem konnte ich mich nicht damit
abfinden, so nah an meinen Lebenstraum
herangekommen zu sein, nach all der
Arbeit und Zeit, die ich seit meiner
Kindheit investiert hatte, um dann davon
ablassen zu müssen...
Mit 11 Jahren war ich damals zu einem
großen Verein in der Nähe meines
Elternhauses gegangen und bekam mein
erstes Spielergehalt. Bis zum 16.
Lebensjahr hatte ich dort gespielt und
nebenbei alle deutschen Junio- ren-
Nationalmannschaften durchlaufen. Mit
16 ging ich auf ein Sportinternat, hatte
sieben Mal die Woche Training plus ein
Spiel am Wochenende. Zusätzlich hatte
ich als Jugend-Nationalspieler
Trainingslager und internationale
Turniere, und das Schulische durfte auch
nicht auf der Strecke bleiben. Und diese
Mühen sollten jetzt ganz umsonst
gewesen sein?
Wieder einmal wachte ich
schweißgebadet, aufrecht sitzend in
meinem Bett auf, Gedanken hämmerten
auf mich ein. Gedanken der Angst und
Sorge, Gedanken, die lauter als die
Musik auf einem Rockkonzert
erschienen. Wieder eine dieser vielen
Nächte, in der ich keinen Schlaf finden
konnte. Leider wusste mein Therapeut,
nachdem er sein Bestes gegeben hatte,
auch nicht mehr weiter. Und so kam es,
dass ich nach besagten drei
Monaten meinen Therapeuten wechselte
und mich in die Hände einer - wie man
mir damals versicherte - Koryphäe
begab. Und dieser Therapeut sollte
seinem Ruf, wie sich kurz darauf
herausstellte, auch gerecht werden. Er
machte meinen Rumpf als Ursache für
meine Beschwerden aus, zeigte mir
Übungen, um die entsprechende
Muskulatur zu trainieren, um so stabiler
zu werden.
Unter seiner Anleitung machte ich in den
ersten sechs Wochen zum ersten Mal
nach meiner OP winzig kleine
Fortschritte. Aber ganz egal, wie klein
diese Fortschritte auch immer waren, sie
gaben mir große Hoffnung. Auch meine
Zweifel verstummten. Endlich sah ich
wieder Licht am Ende des Tunnels. Weil
wir von nun an tagtäglich vorankamen
und ich mich immer besser und besser
fühlte, begannen wir kurz darauf mit dem
Lauftraining, und als auch dieses ohne
Probleme vonstattenging, war mir
bewusst, dass wir nicht nur die Ursuche
für meine Beschwerden gefunden,
sondern sie auch schon zum größten Teil
behoben hatten. Ich fühlte mich wie
neugeboren und hätte am liebsten die
ganze Welt umarmt, so glücklich war ich
in diesem Moment - auch wenn mir
durchaus bewusst war, dass wir noch
einen langen und harten Weg vor uns
hatten, bis ich wieder voll
wettkampffähig seien würde. Ich war
froh, endlich wieder auf ein Ziel
hinarbeiten zu können, ganz egal, wie
hart und schweißtreibend es auch immer
sein mochte. Denn was sind schon lange
und harte Läufe, wenn man vorher nicht
einmal an Laufen denken konnte? So
arbeiteten wir noch weitere Wochen an
meinem Fitness-Zustand, der
selbstverständlich nach einer so langen
Pause dementsprechend erbärmlich war,
bis ich endlich wieder nach über
fünfmonatiger Abstinenz mit dem
Mannschaftstraining beginnen konnte.
Und von da an ging es steil bergauf:
Nach kurzer Eingewöhnungszeit, die
leider nur allzu gewöhnlich ist nach
einer langen Verletzungspause, hatte ich
meinen Platz in der Startelf zurück. Ich
spielte zwei weitere Jahre in der
zweiten Mannschaft und konnte dann
mein Glück kaum fassen, als sich, nach
einem Vereinswechsel, im zarten Alter
von 19 Jahren mein Traum erfüllte und
ich mein erstes Bundesligaspiel bestritt.
Zig weitere Bundesligaspiele folgten,
nebenbei Spiele und Turniere mit der U-
21- Nationalmannschaft und schließlich
auch Euro-League- und Champions-
League-Partien.
Wenn ich so zurückblicke, bin ich
heilfroh, dass ich damals die Hoffnung,
ganz gleich, wie unangenehm und widrig
auch immer die Umstände gewesen
waren, nie ganz verloren hatte und dran
geblieben bin - auch oder gerade weil
meine Zweifel so groß waren. Wir alle
kämpfen, hadern, zweifeln, fühlen uns in
die Knie gezwungen, ja möchten sogar
manchmal den Kopf in den Sand stecken.
Aber den Glauben und das Vertrauen in
unser Leben dürfen wir nie verlieren.
Wie bei einem Muskel, der nur durch
Widerstand wächst, sind es auch in
unserem Leben die harten und
schwierigen Momente, die uns wachsen
lassen und uns zu dem Menschen
machen, der wir heute sind.
Profifußballer
Der junge Fußballer meldete
sich 2007 als Abonnent
meines Internet-TV- Senders
secret.TV. Er liest meine
Bücher, und zum Ausgleich
besuche ich ihn im Stadion.©
Durch ihn habe ich auch
andere Bundesligaspieler
kennengelernt, die meine
Bücher lesen.
Als es um die Schweinegrippe ging,
hatte er es bewirkt, dass sich der größte
Teil seiner damaligen Bundesliga-
Mannschaft nicht hatte impfen lassen -
zum Glück, wie sich später
herausstellte.
Die Möglichkeit einer
Kontaktaufnahme ist
momentan nicht erwünscht.
Statt Staatsexamen Hartz 4
Benjamin Kreiner

Ich möchte folgende Geschichte über


meine Erfahrungen und die meiner
Familie seit der Zeitenwende Ende 2012
erzählen. Mein eigener Lebensweg
gestaltete sich bis dahin recht „normal".
Ich heiße Benjamin, wurde 1988 in
Offenbach am Main geboren und wuchs
in einem Vorort von Frankfurt am Main
auf. Als Teenager war ich nicht
besonders pflegeleicht und musste
deshalb auch zahlreiche Sozialstunden
im Tierheim abarbeiten. Das Abitur
bestand ich dann doch noch ordentlich,
und aufgrund der Eingebung der nahen
Verwandtschaft entschied ich mich für
ein Jura-Studium. Etwas Sicheres,
Stabiles und Zukunftsträchtiges sollte es
sein, etwas, das sich beim späteren
Klassentreffen ohne Weiteres vorzeigen
ließe. Von meinem Abitur 2008 bis zum
1. Juristischen Staatsexamen 2012
investierte ich sehr viel Zeit und Geld in
das Studium, in der frohen Erwartung,
mir später als global agierender
Advokat die Meriten zu verdienen.
Wie ein Besessener studierte ich also an
der rechtswissenschaftlichen Fakultät in
der Universität Frankfurt am Main Jura.
Im September 2012 sollte ich dann mein
1. Juristisches Staatsexamen schriftlich
ablegen und Anfang 2013 eine
mündliche Prüfung. Um es kurz zu
machen: Das Examen lief bei weitem
nicht so, wie ich es erwartet hatte. In
meinen Gedanken hatte ich mir bereits
die perfekte Welt ausgemalt, in der ich
nach einem bombastischen Staatsexamen
promovieren würde, und von dem
gewonnenen Geld, welches ich in einer
internationalen Großkanzlei erzielen
würde, würde ich mir sicherlich auch
das 3er-BMW-Coupe leasen, das zu
diesem Zeitpunkt mein Wunschtraum
war. Mein Examen war letztlich „nur"
befriedigend, was aber ausreichte, um
alle Ziele zunichte zu machen. Ich war
am Boden zerstört: Zum einen, weil ich
das Examen sechs Monate später
nochmals schreiben müsste, um die
gewünschte Note zu erhalten, und zum
anderen, weil ich wusste, dass meine
Geldreserven aufgebraucht waren und
mir aus der Verwandtschaft finanziell
auch niemand aushelfen konnte. Also
meldete ich mich bei meinem Jobcenter
und beantragte Hartz 4. Nebenbei
versuchte ich, halbwegs motiviert für
das Staatsexamen zu lernen. Als
deutscher arbeitsloser und verschuldeter
Akademiker fristete ich mein Dasein als
Hartzer. Während dieser Zeit war ich
verwirrt und wütend, wollte am liebsten
alles in Brand setzen und wurde zudem
auch noch von den Behörden mit
„Maßnahmen" gedemütigt, obwohl diese
nicht nötig waren. Menschen, die
wirklich Hilfe bei der Arbeitssuche
benötigen, werden von dem Jobcenter
kaum beachtet oder vollständig ignoriert
- eine wirkliche Arbeitsvermittlung
findet nicht statt. Das einzige Interesse
der Behörden und der Politik besteht
darin, diese Menschen durch Leiharbeit
und Lehrmaßnahmen aus der offiziellen
Arbeitslosenstatistik verschwinden zu
lassen. Ich wusste nicht mehr wohin, mir
wurde der Boden unter den Füßen
weggezogen, es war, als ob ich plötzlich
nicht mehr Teil der Gesellschaft war.
Scham und andere total hirnrissige
Gefühle überkamen mich. Alle, die auf
mich gebaut hatten und erwarteten, dass
ich ein Karriere-Jurist werden würde -
hatte ich sie alle enttäuscht? In dieser
Situation war ich alleine mit mir. Durch
das Examen hätte mir niemand helfen
können, und mit meiner überheblichen
Art hatte ich den Mund erheblich zu voll
genommen. Wie oft hatte ich gegenüber
anderen angedeutet, dass das Examen ein
Kinderspiel sei und auch die
anschließende Promotion kein Hindernis
auf meinem Weg nach oben sein
würde...
Ich wurde auf den Boden der Tatsachen
zurückgeholt. Zu diesem Zeitpunkt, Juni
2013, fasste ich den Entschluss, unter
die Schriftsteller zu gehen und mir den
Frust von Seele und Geist zu schreiben.
Egal, wie das Geschriebene auch
klingen würde, es therapierte mich.
Kurzfristig verlor ich das Projekt aus
den Augen, als mich das Landgericht
Darmstadt zum Rechtsreferendar
bestellte und ich durch kurzfristige
„Schmerzmittel", insbesondere ein
monatliches Gehalt, wieder
„ruhiggestellt" war. Es schien, als
würde ich wieder ein erstrebenswertes
Ziel vor Augen haben. Aber es sollte
nicht aufhören. Die Erfahrungen als
Rechtsreferendar waren erdrückend und
bestärkten mich nur in dem Eindruck,
dass ich von Pharisäern und
Schriftgelehrten umgeben war, also
widmete ich den Heuchlern mein Buch.
Egal, ob in meinem Alltag, bei den
Gerichten, bei meinen Nebenjobs in der
Universität und bei DAX-Konzernen
oder in der Politik, gleichgültig, wo ich
auch hinschaute, kein Mensch erschien
mir noch integer.Diese Sinnkrise
entfernte mich von meinem einst
gewählten Studienfach, nahm mir den
Schleier von den Augen, machte mich
extrem zornig und hatte auch physische
Folgen der Veränderung. Meine Haare
ergrauten zum Teil und fingen an
auszufallen, und plötzlich sah ich
meinem alten Herrn und meinem Bruder
ähnlicher als mir lieb war! Auch die
Widerstandsfähigkeit meines Körpers
nahm ab, und ich verbrachte viele Tage
zu lange im Bett, weil ich mich
unendlich müde fühlte, von Kämpfen,
die ich nicht austragen wollte.
Von da an widmete ich mich der
regelmäßigen Meditation. Indem ich
mich mit mir selbst auseinandersetzte,
mein Innerstes erforschte und alles aus
mir herauswusch, was Geist, Seele und
Körper negativ beeinträchtigte, fand ich
zu neuem (Selbst-)Bewusstsein. Heute
ist mein Glauben stark wie nie, mein
Buch ist fertiggestellt und wurde sowohl
als ebook und als Buch veröffentlicht,
mein Geist ist fokussiert und friedvoll,
und ja, auch der Haarschopf ist wieder
zugewachsen. Zudem habe ich neue
Ziele im Leben, die mit mir im Einklang
sind und nicht von außen an mich
herangetragen worden sind - nicht der
Anzugtragende Jurist, der sich bei
internationalen Mergers & Acquisitions-
Transaktionen einen Namen macht,
sondern der neue, aufgeklärte Mensch,
der sieb mit dem besten Werkzeug, das
er besitzt - seinem Geist jeden Tag den
Projekten und Menschen widmet, die
dies auch wert sind.
Der momentane Stand: Ich schreibe nun
im Mai 2015 mein 2. Juristisches
Staatsexamen, habe aber nicht vor, als
Jurist zu arbeiten. Zudem werde ich,
wenn alles gut geht, in den Schwarzwald
ziehen. Großstädte wie Frankfurt sind
von latenten, stark zunehmenden
Aggressionen geprägt. Mein Buch ist
fertig gestellt und ich bin bereits weit
mit zwei weiteren Büchern
vorangeschritten, die beide 2015
erscheinen werden. Ein Buch handelt
von Religion, Glauben und Spiritualität
im 22. Jahrhundert und dem Comeback
von Gott in unserem alltäglichen Leben.
Das andere ist eine belletristische Ich-
Erzählung eines Politikstudenten und
seiner Abscheu gegenüber dem
materiell-bürgerlichen Dasein. Zudem
betreibe ich einen Internetblog
(http://benjaminkreiner.tumblr.com).
Abschließend möchte ich auch die
Geschichten von einem sehr guten
Bekannten und meiner Mutter darlegen:
Mein Bekannter ist sicherlich der
arbeitsamste und fleißigste Mensch, den
ich kenne. Ich würde sogar behaupten, er
ist hyperaktiv und findet nur beim
Spielen mit seinen Hunden einigermaßen
Ruhe. Im Spätsommer 2012 trennte er
sich von seiner langjährigen
Lebensgefährtin, mit der er seit über vier
Jahren ein Haus zur Miete bewohnte.
Mein Bekannter selbst hatte sich für
diesen häuslichen Lebensstil bereits mit
24 entschieden, seine damalige Freundin
war einige Jah- re älter und als Beamtin
gut situiert, und konnte ihm daher bei
seinem BA- Studium (Berufsakademie)
helfen. Es war eine stabile Verbindung
zwischen zwei reifen Menschen, die
wussten, was sie aneinander hatten. Im
Spätsommer 2012 kam mein Bekannter
zu mir und berichtete mir dann von der
Trennung. Er war sehr aufgewühlt und
sein Geist noch unruhiger als sonst. Was
dann darauf folgte, war ein viele Monate
andauerndes Martyrium. Er kündigte
seinen Job bei seinem bisherigen
Arbeitgeber, weil sein damaliger Chef,
mit dem er sich gut verstand, versetzt
wurde, und sein neuer Chef ihm das
Leben zum Alptraum machte. Er und
seine ehemalige Freundin lösten das
Haus auf und zogen in zwei sehr kleine
Wohnungen in Frankfurt. Die Wohnungen
waren nicht nur klein, sondern zudem in
schlechter Lage und auch noch
unhygienisch und hinterließen die
Besucher mit einem unguten Gefühl.
Mein Bekannter fand dann relativ
schnell eine neue Beschäftigung bei
einem großen Gesundheitskonzern.
Kurzum: Nach etwas mehr als zwei
Monaten kündigte er und wurde
arbeitslos. Was folgte, war Zerstreuung
und Irritation. Wie ein Wahnsinniger
schrieb er Bewerbungen, weil er in
seinem Stolz verletzt war, von
Arbeitslosengeld leben zu müssen. Er
fand erneut einen Job, und es spielte sich
wieder das gleiche Programm ab. Ein
Bewerbungsgespräch bei einem großen
Lebensmittelkonzern verlief so schlecht,
dass er sein eigenes Können komplett
anzweifelte. Ich sprach ihm Mut zu, und
wir kamen zu dem Entschluss, dass ihn
das gewohnte Umfeld zu sehr
beeinflusste - er musste so weit weg,
wie nur irgend möglich. Daraufhin
schrieb er weitere Bewerbungen, aber in
das nahegelegene Ausland. Nach einiger
Zeit kam eine Zusage. Nun arbeitet er
seit über einem Jahr in der Schweiz, hat
dort optimale Bedingungen für seine
Hunde, verdient gutes Geld, hat eine
neue Freundin, die besser zu seinen
Macken passt, und kommt mit der Arbeit
auch besser zurecht (wobei man
festhalten muss, dass er teilweise immer
noch die gleichen Archetypen in sein
Leben zieht, aber es ist noch kein
Meister vom Himmel gefallen). Also
auch hier hat das Jahr 2012 voll
zugeschlagen!Die Geschichte meiner
Mutter beinhaltet die gleichen
Eckpunkte: Auch bei ihr kam es zu einer
ungewollten Auseinandersetzung mit
dem Arbeitsumfeld. Sie arbeitete seit
Jahren als Filialleiterin in einer
Apotheke einer kleinen Gemeinde bei
Frankfurt. Die Tätigkeit als Apothekerin
hatte ihre Schattenseiten - insbesondere
viele der Arbeitskollegen, die dem
Tratsch und Klatsch frönten und
unfreundlich zu den Kunden
waren. Ebenfalls unerfreulich
war die gesetzlich
verpflichtende Zubereitung von
Methadon für ehemalige
Heroinabhängige. Obwohl
dieses Programm nachweislich
absolut gescheitert ist, versorgt
der Staat die Abhängigen
weiter mit Ersatzstoffen. Viele
der Abhängigen sind seit über
zwanzig Jahren in diesem
Programm, ohne
nachweislichen Erfolg. Dafür
hatte die Arbeit als
Apothekerin auch viele gute
Seiten. Besonders ans Herz
gewachsen waren ihr jene
älteren Herrschaften der
Gemeinde, die sich auch noch
mit neunzig Jahren wacker
durchs Leben kämpften und
einen freundlichen Umgang an
den Tag legten, den man heute
nicht mehr gewöhnt ist. Diese
alte Garde ging auch am
liebsten zu meiner Mutter,
wenn es um Beratungsfragen
ging, da meine Mutter noch
eine Apothekerin der alten
Schule war und zudem immer
ein offenes Ohr für Sorgen
und Nöte der Kunden hatte.
Mit der Zeitenwende 2012
kamen dann auch für meine
Mutter die Änderungen. Trotz
aller positiven Erlebnisse
wirkte sich die tägliche Arbeit
in der Apotheke bei ihr
physisch aus, und es mündete
in Gelenkschmerzen.
Besonders betroffen war das
linke Knie, und wir alle
empfahlen ihr, Urlaub zu
nehmen und sich zu schonen.
Aber ganz Steinbock und
Sturkopf, wie sie ist, ging sie
auch mit Schmerzen weiter
arbeiten. Irgendwann waren
die Schmerzen unerträglich,
und sie konnte kaum noch
laufen, geschweige denn
stehen.
Das Leben zwang meine Mutter, sich
damit auseinanderzusetzen, was sie
wirklich im Leben wollte und nahm ihr
die Möglichkeit, weiter zu arbeiten. Sie
unterzog sich einer Operation, nach
welcher ihr ein anderer Arzt sagte, sie
solle sich nicht so anstellen und weiter
arbeiten gehen - um ein künstliches
Kniegelenk komme sie ohnehin nicht
herum. Das Knie ist bis heute nicht
vollständig geheilt, und es sieht so aus,
dass sie in Frührente gehen muss. Sie
weiß, dass sie eine Entscheidung treffen
muss, aber aus Angst scheut sie sich
davor. Zum einen hat sie immer noch ein
unbegründetes, tief in ihrem
Unterbewusstsein vergrabenes
Schuldgefühl gegenüber der alten
Arbeitsstätte und den ehemaligen
Kollegen. Zum anderen fürchtet sie sich
vor den finanziellen Konsequenzen,
wenn sie kündigt. Ich habe ihr gesagt,
dass ihre Angst nichts anderes sei, als
negativ ausgedrückte Befürchtung, also
auch eine Erwartung und
dementsprechend auch eintreten müsste.
Sie steht nun an der Kreuzung, und es
kann keine Heilung stattfinden, wenn sie
nicht eine Entscheidung trifft, den
Scheideweg also verlässt. Zudem würde
sie so auch nie in Erfahrung bringen
können, was das Leben bereits für sie
vorbereitet hat. Sie wird nun ein paar
Wochen meinen Bruder in der Schweiz
besuchen und danach eine Kur beginnen.
Meine Mutter hat nun mit ihrer alten
Arbeitsstelle abgeschlossen - ein Weg
zurück zu den alten Kollegen und zur
alten Wirkungsstätte ist ausgeschlossen.
Auch viele ehemalige Kundinnen, die
meiner Mutter über den Weg laufen,
beschwören sie, nicht wieder
zurückzukehren. Meine Mutter wird jetzt
in frühzeitige Altersrente gehen.
Ich weiß, dass meine Mutter und mein
Bekannter diese Rückschläge gut
verkraftet haben, aber welche Lehren sie
für sich persönlich daraus gezogen
haben, vermag ich nicht zu beurteilen.
Was mich selbst betrifft, so blicke ich
immer noch fasziniert zurück. Ich kann
mich noch gut an den Moment erinnern,
als ich per Post die Ergebnisse meines
Examens erhielt und zittrig den
Umschlag öffnete. Als ich die Noten sah,
ließ ich mich auf das Sofa fallen. Dann
geschah etwas Merkwürdiges: Ich
strengte mich an, traurig und erschüttert
zu sein, aber es ging nicht! Nach einer
geschlagenen Minute merkte ich
verblüfft, egal wie sehr ich mich auch
anstrengte, die Tränen kullerten nicht.
Ende 2012 wurden mir die
Scheuklappen abgenommen, und der
Blick auf den Horizont wurde erweitert.
Es war, als ob Gott selbst mich
nochmals eindringlich gefragt hätte:
„Willst Du wirklich dieses Leben
Heute bin ich dankbar für diesen
scheinbaren Niederschlag. Wie oft
verwechseln wir harte Leistung mit
blindem Gehorsam? Wie oft richten wir
unsere Sehnsüchte nach dem aus, was
von außen an uns herangetragen wurde?
Ich möchte den Leser dazu auffordern,
einmal Inne zu halten, einen ungetrübten
Blick auf das eigene Leben zu werfen
und sich die Frage zu stellen, ob er
selbst einfach nur die eingetretenen
Pfade entlangläuft oder ob er etwas
Neues und Einzigartiges kreieren und es
der Welt schenken möchte? Nehmen Sie
sich jeden Tag eine ruhige Stunde, setzen
Sie sich mit sich selbst auseinander und
schalten Sie alle Ablenkungen für 60
Minuten aus. Früher oder später wird
sich eine leise Stimme aus dem Innersten
melden und dann nehmen Sie all Ihren
Mut und Glauben, den Sie aufbringen
können, und folgen ihr!
Das war es auch schon, diese
Geschichten wollte ich mit
Ihnen teilen. Ich hoffe, es ist
nicht zu lang geworden. Erst
als ich die Nachricht von Jan
über seine eigenen Erlebnisse mit dem
Ausklingen des Jahres 2012 gelesen
habe, wurde mir schlagartig bewusst,
welche Konsequenzen dieser
Zeitenwechsel auch für mich und mein
Umfeld hatte.
Wir leben in aufregenden Zeiten.
Konflikte, Naturkatastrophen, Seuchen
und Kriege nehmen nicht nur fühlbar,
sondern messbar zu. Viele wandern
umher, den Kopf nicht vom Smartphone
hebend, ohne zu wissen, wo sie
hinwollen. Sie hängen den geschaffenen
Illusionen hinterher und reduzieren ihr
eigenes Wesen auf eine funktionierende
Arbeitsmaschine, die der Staat melken
kann. Doch zahlreiche Menschen, die
jetzt orientierungslos sind, öffnen ihr
Bewusstsein. Es ist jetzt an uns allen,
einen neuen Geist in diese Welt zu
gebären, die dem reinen Materialismus
nicht frönt und ihn auch nicht ablehnt,
sondern ihm den Platz zuweist, der ihm
gebührt. Ich möchte dem Team vom
Amadeus-Verlag und Jan für die Arbeit
und die zahlreichen Bücher danken,
welche mich persönlich seit dem
vierzehnten Lebensjahr begleiten und
meinen Geist geschärft und gestärkt
haben. Bitte macht frohen Mutes weiter,
denn wenn Eure Arbeit auch Licht auf
die Schatten unserer Gesellschaft wirft
und dabei Unliebsames aufdeckt, so lässt
es doch jeden Leser mit Glauben und
Hoffnung zurück. Wenn auch nur ein
Mensch sein Leben, seinen Geist wegen
Euch neu ausrichtet und alte
Gewohnheiten ablegt, dann habt Ihr
bereits alles erreicht!
Benjamin Kreiner

Benjamin hat sein erstes Buch


mit dem Titel
„DEUTSCHLAND! Du
Nation voller Heuchler"
fertiggestellt.
E-Mail: benjamin.kreiner@gmx.de
Briefpost: Benjamin Kreiner Postfach
1517 63263 Neu-Isenburg
Das Wunder mit meinem
Hubschrauber
Aufgewachsen bin ich, Martin S., in
einer gutbürgerlichen Kaufmannsfami-
lie in Osterreich als Sohn eines
Elektrounternehmers. Meine früheste
Kindheitserinnerung stammt aus der Zeit,
als ich zirka ein Jahr alt war. Ich kann
mich an Szenen mit dem Kindermädchen
erinnern, ich war ein kleiner, blonder
Bub mit großen, blauen Kulleraugen.
Erzieherische Maßnahmen meiner
Mutter lehnte ich kategorisch ab. Ich war
dafür, dass ich dagegen war, und tat stets
das Gegenteil der mütterlichen
Anweisungen. In den Augen meiner
Mutter war ich ein schwieriges Kind,
ich selbst sah mich jedoch als ganz
normal an und wusste nicht, was die
Mutter ständig £u nörgeln hatte.
Ich war sieben Jahre alt, als mich mein
Vater an einem grauen, nebeligen
Samstagmorgen im November
aufforderte, sein Schlafzimmer zu
verlassen, da er Herzschmerzen hatte.
Vater hatte zwei Herzinfarkte hinter sich
und litt zudem an Asthma, und das
Nebelwetter setzte ihm sehr zu. Mittags
rief mich Mutter ins Schlafzimmer und
teilte mir mit, dass Vater soeben
verstorben sei. Da stand ich nun, unfähig
die Situation zu begreifen. Vater lag still
da, mit einer wächsernen, weiß-
gelblichen Gesichtsfarbe. Wo war er
denn? Der da im Bett sah zwar meinem
Vater ähnlich, doch auch irgendwie
anders. Dies war meine erste
Konfrontation mit dem Tod, es sollte
mich das ganze Leben lang
beschäftigen.
Zehn Jahre später - ich war in einer
Runde von Freunden und guten
Bekannten integriert machte ich das
zweite Mal Bekanntschaft mit dem Tod.
Gerald, ein liebenswerter und witziger
19-jähriger Bursche, fuhr mit einer
Gruppe von Freunden zum Oktoberfest
nach München. Nach feuchtfröhlicher
Runde flogen sie auf dem Heimweg von
der Autobahn in den Graben. Gerald war
auf der Steile tot, die anderen hatten
mehr oder weniger nichts abbekommen.
Dieses Ereignis prägte mich massiv. Das
Begräbnis war ein gewaltiges Ereignis,
denn Gerald hatte viele Freunde,
Verwandte und Arbeitskollegen. So
trabte ich inmitten der endlos
scheinenden Trauergemeinde mit.
Gesprochen wurde nichts, so hatte ich
Zeit, die Gräber links und rechts des
Weges zu betrachten. Da war ein
Grabstein, dessen Inschrift ich
entnehmen konnte, dass hier ein zirka
81-jähriger Mann begraben worden war,
dort eine junge Frau, da ein Kind mit
wenigen Wochen Lebenszeit - all das
war auf den Grabsteinen vermerkt. Es
ging so weiter und weiter, junge und alte
Menschen, Männer und Frauen und
wahrscheinlich gute und böse Menschen.
Was war hier eigentlich los? Mit dem
Sterben hatte ich mich als Junge nicht
wirklich befasst (mit Ausnahme meines
Vaters Tod), aber bei Geralds Begräbnis
- er war schließlich erst 19 Jahre alt - tat
sich in mir etwas auf, was ich zunächst
nicht in Worte fassen konnte. Junge und
Alte, was hatte das denn für einen Sinn?
Wenn ich jetzt einen Strick nehmen
würde, wäre alles vorbei, und die
Mühe, der Kampf ums Uberleben -
finanziell, gesellschaftlich und all die
„wichtigen Dinge" des Lebens - wären
mit einem Schlag gelöst, weil ich
einfach selbst nicht mehr existent wäre.
Grundsätzlich war ich neugierig und
meist gegenteiliger Meinung als die
Gesellschaft, vor allem war ich gegen
Autoritäten jeglicher Art. Mit dieser Art
zu denken begann ich die Suche. Ja, aber
wonach denn eigentlich? Der Tod ist ein
Faktum, was gibt es denn da zu stöbern?
In den späten 1960er- Jahren, Anfang
der 1970er gab es noch keine
ausgeprägte esoterische Literatur. Es
war jedoch schließlich ein Magazin, das
mich ein wenig später auf den richtigen
Weg brachte. Der amerikanische Autor
Arthur Ford mit seinem Werk „Bericht
vom Leben nach dem Tod" brachte mich
auf die Schiene, die mich mein Leben
lang begleiten sollte. Das Buch fraß ich
förmlich auf, ich war so aufgeregt, dass
ich nicht mehr schlafen konnte. Die
Menschen berichteten in diesem Buch
von ihren Nahtod-Erlebnissen - es war
einfach unfassbar! Was faselt denn da
die Kirche vom „Jüngsten Tag" und der
damit verbundenen Wiederauferstehung?
Für mich stand die Welt plötzlich Kopf.
Vor allem hatte ich jetzt „Blut geleckt".
Alles, was ich zu diesem Thema an
Literatur bekommen konnte, las ich in
der Folge.
1971 hatte ich das zarte Mannesalter von
22 Jahren erreicht und wurde um ein
Haar selbst mit dem Tod konfrontiert. Im
Frühjahr dieses Jahres machte ich den
PPL, die Privatpilotenlizenz für
Sportflugzeuge bis 2.000 kg
Abfluggewicht. Im Oktober oder
November war ich eingeladen, von Graz
nach Linz bei einem Nachtsichtflug den
Co-Piloten am Doppelsteuer spielen zu
dürfen. Mit meinen 60 Stunden
Flugerfahrung freute ich mich auf dieses
Abenteuer, denn ich durfte den Funk
bedienen und ein bisschen die
Navigation. Wir stiegen auf 11.000 Fuß
(zirka 3.300 m), um in sicherer Höhe
über den Alpenhauptkamm zu fliegen.
Manche Gipfel auf dem Flugweg sind
um die 3.000 m hoch. Der Sichtflug
verwandelte sich rasch in einen nicht
genehmigten Instrumentenflug, da wir
unwissentlich in Wolken einflogen. Die
Erdsicht war plötzlich weg, und wir
befanden uns im tiefschwarzen Nichts.
Wer die Sichtfliegerei kennt, weiß, dass
diese albtraumhafte Situation tödlicher
ist als eine Methangas-Wolke. Nach
wenigen Minuten verlor unser Herr
Profipilot natürlich die Kontrolle über
die Fluglage (er war für
Instrumentenflug nicht ausgebildet
gewesen), und es stellte sich folgende
Situation ein: Der künstliche Horizont
zeigte uns die Erde links oben an, fast
verschwunden, der Kurskreisel und der
Kompass drehten sich wie verrückt in
entgegengesetzter Richtung, das
Variometer zeigte eine phantastische
Sinkgeschwindigkeit an, und zu guter
Letzt drehte sich der Höhenmesser wie
Zehntelsekundenzeiger retour.
Uns war klär, dass unser Ende nah war,
denn es gab keine Chance, sich im
tiefschwarzen Nichts auch nur im
Geringsten irgendwo zu orientieren. Auf
dem Rücksitz saßen zwei weitere
Piloten, und es begannen sich
tumultartige Szenen abzuspielen.
Plötzlich kam es über mich: Ich begann
Bilder aus der Jugend zu sehen, aus dem
Kindergarten, den ersten Kuss - kurzum,
der Film des kurzen Lebens spulte sich
ab, die ganze Geschichte war vielleicht
20 Sek. lang. Da fasste ich einen
Entschluss. Ich hatte noch viel vor in
diesem Leben und noch keine Lust zu
sterben. Ich schrie: „Lass aus, ich
übernehme!" Um verständlich zu
machen, was sich hier abspielte: Es war,
als wenn ein Geselle an der Werkbank
zur Seite tritt, um dem Meister Platz zu
machen, welcher dann selbst am
Werkstück arbeitet. „Jemand" oder
„etwas" übernahm mich und bediente
sich meiner Arme und Beine - ich saß
quasi daneben und sah zu.
Zusammenfassend: Ich habe Querruder
und Seitenruder vorsichtig in
entgegengesetzter Drehrichtung des
Kurskreisels bedient, der Horizont war
jetzt nicht mehr links oben, sondern
unten (d.h. keine Steilspirale im
Rückenflug, sondern schlicht ein
Sturzflug), Gas raus, da der Motor
überdrehte; der Fahrtmesser war
inzwischen auf 230 Knoten jenseits der
zulässigen Höchstgeschwindigkeit, dann
vorsichtig gezogen, und in 6.000 Fuß
Höhe waren wir wieder stabil, rund
5.000 Fuß (1.500 m) unter der
Mindesthöhe in den Alpen! Kurzum: Wir
fanden den Weg nach Linz. Meine Frau,
die mich vom Flugplatz abholte, sah
mich merkwürdig an und fragte mich, ob
alles in Ordnung sei...
Zurück zur familiären Situation: Meine
Mutter hatte wieder geheiratet, der
Stiefvater war ein äußerst liebenswerter
und spiritueller Mensch, mit dem ich
lange Gespräche führte. Wir hatten unter
anderem einmal vereinbart, dass wenn
einer von uns sterben würde, er sich
beim anderen melden sollte. Meine Frau
(ich hatte Anfang 1972 geheiratet) war
erfreulicherweise genau wie ich auf der
Suche nach dem Sinn des Seins.
1975 verstarb dann mein Stiefvater
plötzlich an Herzversagen. Zirka fünf
Tage nach der Beerdigung - es war so
um 23 Uhr, wir waren schon im Bett und
am Einschlafen - wurde es auf einmal
hell im Zimmer, und das mit
geschlossenen Augen. Meine Frau
erlebte das Gleiche und beschrieb es
wie folgt: Beim Offnen der Augen war
es gleißend hell im Raum, die
Lichtquelle war überall. Der Raum war
erfüllt mit Energie, und es wurde mir
sofort klar, dass mein Stiefvater sein
Versprechen erfüllte. Meine Frau und
ich waren natürlich nicht gefasst auf so
ein Erlebnis und bekamen es
dummerweise mit der Angst zu tun. Die
Lichtenergie verebbte dann langsam
wieder. Nach ein paar Tagen ereignete
sich das Gleiche, wieder in der Nacht.
Diesmal konnten wir aber schon besser
damit umgehen, aber ganz wohl war uns
dennoch nicht. Allerdings war nach
diesem zweiten Mal dann auch Schluss,
und mein Stiefvater erschien nicht mehr.
Das Leben raste vorbei, ich las mehr als
100 Bücher, meine bohrenden Fragen
über den Sinn des Seins sowie die sich
immer mehr in den Vordergrund
drängende Frage: „Wer bin ich, und wo
komme ich her?", konnte ich dennoch
nicht abschließend beantwortet finden.
In den Folgejahren hatte ich ein Geschäft
in der Luftfahrt-Branche aufgebaut - ich
war inzwischen selber
Hubschrauberpilot -, und durch das
starke Engagement im Beruf trat das
spirituelle Suchen etwas in den
Hintergrund. Anfang 2000 - nach 16
Jahren Selbstständigkeit - musste ich den
Betrieb zwangsweise schließen (die
Reparaturkosten an den Hubschraubern
waren höher als die Einnahmen) und
besann mich wieder auf die alten
Fragen. Erneut begann ich zu lesen und
zu lesen..., und neue Erkenntnisse kamen
hinzu. Allerdings ging es mir jetzt
finanziell schlechter und schlechter,
jedes Geschäft zerplatzte kurz vor dem
Abschluss wie eine Seifenblase.
2003 jobbte ich als freischaffender
Berufs-Helikopter-Pilot für
verschiedene Auftraggeber und hatte an
einem Oktobertag den Flugauftrag, einen
Werbespot zu drehen. Die Aufgabe
bestand darin, ein neues Fahrzeug am
Markt von allen Seiten aus der Luft
darzustellen. Als Filmpilot war ich sehr
ehrgeizig und bekannt dafür, immer die
besten Resultate zu liefern. Die Flughöhe
bewegte sich zwischen 5 und 25 Meter,
in der Hitze des Gefechts kam ich aber
einem Baum zu nahe, die Rotorblätter
flogen weg, aus dem Fluggerät war ein
Stein geworden, und wir knallten aus ca.
5 m Höhe auf eine Bezirksstraße. Wir
waren zu viert an Bord, die Maschine
zerbrach in drei Teile und kippte auf die
Seite. Die örtliche Feuerwehr hatte an
diesem Feiertag eine Übung, keine 300
Meter entfernt, und war binnen einer
Minute am Ort des Geschehens - alleine
das war schon mehr als ein „Zufall".
Das Problem war jedoch, dass unser
Kameramann unter der Maschine
eingeklemmt und ein sofortiges Handeln
erforderlich war. Der Verdichterteil der
Turbine sowie der Gasproducer liefen
noch mit einem winselnden Ton weiter,
der Treibstofftank lief aus, geradewegs
in einen Bach hinein. Es bestand
allerhöchste Explosionsgefahr! Ich
musste wieder in die Maschine und den
Notaus-Hebel ziehen, daraufhin erstarb
das Triebwerk. Zwei Feuerwehrmänner
und ich stemmten die Hubschrauberzelle
an den Kufen hoch, geschätzte 600 Kilo,
und der Kameramann konnte geborgen
werden - verletzt, aber zum Glück ohne
Dauerfolgen. In Ausnahmesituationen
werden, so scheint es, die Gesetze der
Schwerkraft umgangen, denn pro Mann
200 kg zu stemmen, ist eigentlich nicht
möglich. Vor allem für mich nicht, mit
meinen 1,70 m Körpergröße. Ging uns
hier „etwas" zur Hand? Der Rest der
Besatzung blieb übrigens unverletzt, und
ich selbst hatte das Gefühl, beim
Aufprall einen feinstofflichen Airbag zu
verspüren.
Im Geschäftsleben kamen sehr harte
Zeiten auf uns zu, und es blieb mir nur
das Forschen nach mir selbst sowie nach
dem Sinn all dessen. In dieser Zeit
wurde ich mir einer Fähigkeit wieder
bewusster, die ich bereits seit mehr als
20 Jahren in mir trug: Bei kleineren
gesundheitlichen Problemen konnte ich
mich selbst heilen bzw. behandeln. Zum
Beispiel bei Gelenkschmerzen: Ich
stellte mir den Schmerz als rosa Kugel
vor, zog ihn aus dem Gelenk, sah ihn vor
mir schweben und schoss ihn dann in die
Sonne. Das wiederholte ich noch 3 bis 4
Mal. Später, im Laufe des Tages, fiel
mir dann auf, dass der Schmerz weg
war. Ich vergaß einfach die Sache, und
sie war dann tatsächlich weg. Langsam
wuchs das Interesse an der Tätigkeit des
Heilens. Im Freundes- und
Bekanntenkreis wusste, man das, und
meine Hilfe wurde gerne angenommen.
Mit der Zeit - und nach dem Studium
unzähliger spiritueller und
naturwissenschaftlicher Werke - wuchs
nicht nur das Wissen, sondern auch
parallel dazu die innere spirituelle
Einstellung. Drunvalo Melchizedek
schreibt in seinem Buch „Die Blume des
Lebens 2" über die Merkaba-Meditation,
und damit verbunden über das Pra- na-
Atmen und in weiterer Folge mehr über
Heilpraktiken. Neugierig war ich schon
immer, deswegen las ich alles
mehrmals, um eine Vorstellung davon zu
bekommen, was da vor sich ging. Meine
Frau war die Versuchsperson, an ihr
probierte ich das Gelesene aus.
Drunvalo beschreibt auch die
Möglichkeit, Personen, die nicht
anwesend sind, zu behandeln. Auch das
versuchte ich - erfolgreich.
Eine Freundin meiner Frau, die wusste,
dass ich mich sehr um die
Wahrheitsfindung bemühte, nannte mir
einen Buchtitel, der unter Umständen
hilfreich sein könnte. Es waren
inzwischen zehn Jahre vergangen seit
der Firmenschließung, und mittlerweile
konnte ich schon einige Male bewusst
aus dem Körper aussteigen und
Bewusstseinsreisen unternehmen, aber
gewisse Fragen blieben immer noch
unbeantwortet. Als dann das Buch mit
dem Titel „RAMTHA" mit der Post
geliefert wurde, konnte ich mir gar
nichts darunter vorstellen. Ich begann zu
lesen und war wie elektrisiert, denn der
Verfasser hat mir tatsächlich die
Antworten auf meine Lebensfragen
gegeben: Wir alle, und das
ausnahmslos, sind ein Teil Gottes, und
der Sinn des Seins ist: Gott erfährt sich
selbst durch uns und damit durch sich
selbst, die wir ja alle eins mit ihm
sind.
Lange, ja fast ein Leben lang
habe ich gebraucht, mich zu
finden. Anfangs konnte ich es
gar nicht verinnerlichen, jetzt
ist es mir aber voll bewusst.
Meine Welt hat sich damit
sehr verändert, eine
angenehme Erscheinung ist
auch wieder gekommen: Die
Geldblockade gibt es auch
nicht mehr!
Meine Erkenntnis
Es gibt keinen Tod, nur das
Ablegen des Körpers, um
dann in die Geistige Welt
heimzukehren. Das ist völlig
real, viel realer als die
Bühnenshow auf dieser Welt,
wo wir das Drehbuch
geschrieben haben, die Regie
führen und den
Hauptdarsteller verkörpern.
Wenn die Angst vor dem Tod
wegfällt, werden viele
Krankheiten fernbleiben. (Eine
Buchempfehlung hierzu:
„Blick in die Ewigkeit" von
Dr. med. Eben Alexander)
Menschen, die den Freitod in Erwägung
ziehen, sei Folgendes gesagt: Diese
schier ausweglose Situation ist eine
Prüfung, die man meistern muss. Sollte
man es dennoch tun, merkt man sofort
nach der Handlung, dass es ein Fehler
war. Die Seele erkennt - im Jenseits
angekommen - sofort, dass sie eine
Prüfung vermasselt hat und realisiert,
dass sie ein Teil Gottes ist, so als würde
ein Wassertropfen realisieren, dass er
Teil des Meeres ist. Du verurteilst Dich
zwar nicht, aber es ist Dir klar, dass Du
die Prüfung wiederholen wirst. Du
selbst willst es so.
Also ist es mehr als logisch, sich auf die
Prüfung einzulassen und zu sehen, was
alles an „Wundern" möglich ist. Ich
selbst habe etliche solcher Wunder
erlebt und bin dankbar dafür. Zudem
sind wir nie alleine. Dein
Geistführer/Schutzengel ist immer da, er
kann Deinen freien Willen nicht
beeinflussen, aber melden kann er sich,
und er kann Dich auf ein anstehendes
Problem aufmerksam machen, meist über
das Bauchgefühl.
Achte also darauf!
Martin S.
Den lieben Martin und seine
Frau kenne ich nun schon seit
einigen Jahren. Ursprünglich
kamen wir durch die
„Untersberg"-Thematik
zusammen. Heute verbinden
uns auch Edel- und
strategische Metalle. Martin
hat einen höchst interessanten
Freundes- und
Bekanntenkreis, denn als
Hubschrauberpilot hatte er
oftmals sehr „spezielle" und
auch einflussreiche Fluggäste.
Ein Kontakt ist über den
Verlag möglich.
E-Mail: amadeus@amadeus-
verlag.com
Wir haben nachts
Kartoffeln vom Acker
geklaut, damit wir was zu
essen hatten...
Ich wurde 1966 in normale bürgerliche
Verhältnisse geboren, habe das Abitur
gemacht, anschließend aber nicht
studiert, da ich von Lehrern und der
Schule die Nase voll hatte. Also begann
ich eine Lehre als Industriekaufmann,
weil das zu diesem Zeitpunkt „in" war.
Dann kam der entscheidende Tag, an
dem mir ein guter Freund ein Buch
empfahl: „Lebe begeistert und gewinne"
von Frank Bettger. Als ich dieses Buch
las, spürte ich sofort: Der Verkauf ist
genau das, was ich lernen will. Das ist
meine Welt, hier habe ich die
Möglichkeit, ohne Studium etwas aus
meinem Leben zu machen. In mir
entstand der Traum: „Ich will es
schaffen, ich möchte erfolgreich und
finanziell unabhängig sein." Ich hatte zu
diesem Zeitpunkt weder eine Idee, wie
ich das anstelle, noch eine Ahnung, was
finanziell unabhängig oder erfolgreich
überhaupt bedeutet. Aber ich spürte,
dass mich dieses Buch berührte und
mich genau in meinem Herzen traf.
„Zufällig" begegnete ich kurze Zeit
später einem Bekannten meines Bruders,
der mich zu einer Verkaufsveranstaltung
einlud. Das war ein klassischer
Strukturvertrieb, bei dem mir
versprochen wurde, dass ich in kurzer
Zeit Millionär werde. Voller
Begeisterung und einer gehörigen
Portion Naivität startete ich in diesem
Vertrieb mit dem einen Ziel: Ich will es
schaffen, egal, was es kostet. Die Praxis
sah allerdings etwas anders aus. Ich
hatte zwar den einen oder anderen
Erfolg, aber der große Durchbruch ließ
lange auf sich warten. Ein knappes Jahr,
nachdem ich in dieser Branche
nebenberuflich begonnen hatte, machte
ich mich selbstständig. Natürlich zog ich
vorher von zu Hause aus, da mir klar
war, dass ich zu Hause riesigen Ärger
bekomme, wenn ich meine Lehre
abbreche. Ich zog mit meiner Freundin
zusammen, und wir setzten alles auf eine
Karte.
Und meine Eltern behielten Recht:
Meine finanzielle Situation wurde immer
katastrophaler. Die Kosten stiegen
ständig an, genauso wie meine Schulden.
Es waren jeden Tag dieselben Sorgen,
Ängste und Zweifel: Wie bezahle ich
meine Rechnungen, wie lange spielt die
Bank noch mit? Dann kam wieder ein
guter Verkaufsabschluss und die
Hoffnung, dass es schon irgendwann
klappt, flammte wieder auf. Doch die
nächsten Rechnungen ließen nicht lange
auf sich warten. Es war ein ständiges
Wechselbad zwischen Hoffnung und der
nackten Realität. Viele meiner Freunde
belächelten mich, viele versuchten, mich
wieder „zur Vernunft" zu bringen. Ja, ich
verlor auch einige Freunde, die sich von
mir abwandten. Ich hielt jedoch an
meiner Idee fest, ich hinterfragte weder
die Firma, für die ich tätig war, noch
meine Situation. Ich bekam immer
wieder Angebote von anderen
Vertrieben, die ich mir jedoch nicht
einmal anschaute. Ich war sozusagen
„betriebsblind" und eingefahren in
meiner Welt. Gott sei Dank hatte ich
eine Freundin an meiner Seite, die mit
mir diesen Weg ging. 1992 heirateten
wir und bekamen eine Tochter. Die
Flitterwochen fielen allerdings aus, da
das Geld nicht reichte.
Dass die Situation noch schlimmer
werden konnte, erlebte ich 1993. Meine
Frau, die in derselben Firma wie ich
tätig war, verlor ihren Job, da in dem
Bereich, in dem sie tätig war, eingespart
werden musste. Es kam, wie es kommen
musste: Wir standen an einem Abend vor
dem Kühlschrank, und es kam uns
gähnende Leere entgegen. Auf der Bank
erhielten wir kein Geld mehr, und im
Geldbeutel war nicht mal mehr eine D-
Mark. Doch unser Kind hatte Hunger. In
unserer Not nahmen wir einen Esslöffel,
gingen nachts auf einen nahegelegenen
Acker und gruben Kartoffeln aus, um
Pommes Frites für die Kleine zu
machen. Da fiel mir eine Flasche auf,
die seit Jahren in unserem Wohnzimmer
stand. Sie war gefüllt mit kleinen
Geldstücken. Wir zählten das Geld und
kamen auf 70 DM. Das war alles, was
uns geblieben war. Jetzt stellte sich
natürlich die Frage: „Was machen wir
mit unseren letzten 70 DM?" Die
Vernunft sagte: Nimm das Geld und
kaufe Essen, such Dir eine
Festanstellung und vergiss Deinen
Traum vom Millionär. In meinen
Gedanken hörte ich Sprüche wie: „Wer
hoch steigt, fällt tief." oder „Schuster,
hleib bei Deinen Leisten." Es war die
harte Realität: Du hast Verantwortung
für die Familie und kannst nicht ständig
Deinen Träumen nachgehen. Aber tief in
mir drin war ganz klar verankert: „Ich
will es schaffen!"
Ich traf eine Entscheidung: Ich nahm am
nächsten Tag die Flasche mit. den
Pfennigstücken, wechselte das Geld auf
der Bank gegen Scheine, fuhr zur
Tankstelle und tankte mein Auto voll.
Jetzt hatten wir wirklich keinen einzigen
Pfennig mehr. An diesem Tag schwor
ich mir: Es wird mir nie mehr im Leben
so schlecht gehen wie heute. Ich fahre
jetzt zu meinen Kunden raus und komme
erst wieder zurück, wenn ich mehr Geld
verdient habe, als ich gerade getankt
habe. Ich werde hart arbeiten, und ich
will es schaffen. Wir gruben in diesem
Monat noch einige Male Kartoffeln aus
dem Acker, aber im nächsten Monat war
doch ein kleiner Lichtblick da. Ich
bekam ordentlich Provision, und wir
konnten den Kühlschrank wieder füllen.
Drei Monate später kam dann der große
Crash. Die Firma, für die ich tätig war,
wurde von einem auf den anderen Tag
geschlossen, und der Geschäftsführer
kam in Haft. Ich war von heute auf
morgen ohne Job, alles, wofür ich
gearbeitet hatte, zerplatzte wie eine
Seifenblase. Die Firma, an der ich so
sehr festgehalten hatte, der ich so stark
vertraue, gab es nicht mehr. Meine
großen Vorbilder, an die ich jahrelang
geglaubt hatte, entpuppten sich als
Abzocker. Gleichzeitig waren jedoch
meine Scheuklappen weg. Ich war
gezwungen, über meinen Tellerrand
hinauszuschauen. Und ich sah, dass es im
Vertrieb noch ganz andere
Möglichkeiten gab. Ich begann, größer
zu denken, mich nicht von Blendern
manipulieren zu lassen oder blind auf
andere zu hören. Ich begann, an mich zu
denken und meinen Teil des Kuchens für
mich zu beanspruchen.
Das war der große Wendepunkt in
meinem Leben. Ich suchte mir einen
neuen Vertrieb und sah, dass die ganzen
Jahre nicht umsonst gewesen sind. Ich
hatte sehr viel gelernt und war
mittlerweile sehr gut in meinem Job. Ich
erkannte, dass die vielen schweren Jahre
eine Lernphase waren, in der ich mir die
Fähigkeiten antrainierte, die ich
brauchte, um meinen großen Traum zu
erfüllen. Dies gab mir neues
Selbstvertrauen, und ich gründete ein
Jahr nach dem Crash eine eigene Firma.
Heute, 20 Jahre später, bin ich
Seifmade-Millionär mit einer Firma, die
mit einem bundesweiten Außendienst
Handwerksbetriebe beliefert, und lebe
das Leben, das ich mir immer erträumt
habe. Auch privat läuft alles bestens.
Das Familienleben passt, die große
Tochter ist vor zwei Jahren in unsere
Firma eingestiegen und wird sie
sicherlich mal übernehmen. Die kleine
Tochter ist noch zu Hause. Ich bin sehr
glücklich mit meiner Frau verheiratet,
wir reisen viel und genießen den Luxus,
für den wir jahrelang hart gearbeitet
haben. Wir sind sozusagen in der
Erntezeit.
Einer der bekanntesten Unternehmer
Deutschlands hat das Ziel, jedes Jahr ein
zweistelliges Wachstum zu erzielen.
Nicht, weil er nicht genug bekommt,
sondern weil 3-4% Wachstum ohne
große Veränderung möglich sind. Will er
aber tatsächlich jedes Jahr um
mindestens 10-20% Prozent wachsen,
muss er sich ständig hinterfragen, muss
sich ständig neu erfinden und Altes
loslassen. Das ist sein Erfolgsrezept, mit
dem er mittlerweile über 10 Milliarden
Euro Umsatz macht. Ich selbst konnte
meinen Verdienst seit 2011 verdoppeln.
Die Umsätze in meiner Firma sind
seither um das 2,5-fache gestiegen. Wir
konnten unsere Produktpalette
verbreitern und entwickeln uns ständig
weiter, sind häufig in der Fachpresse zu
sehen und haben uns in den letzten
Jahren ein sehr gutes Beziehungsfeld in
der Branche und einen Namen aufgebaut.
Die Mitarbeiterzahl wächst konstant,
dieses Jahr bauen wir ein neues
Firmengebäude mit Schulungsräumen
und einer eigenen Fertigung mit Labor
und großem Lager. Auch privat läuft
alles bestens. Ich habe 2012 endlich
wieder mit Sport begonnen, habe 8 kg
abgenommen und bin fit.
Jetzt stellt sich natürlich die Frage: Was
habe ich damals falsch gemacht? Was
hätte ich anders tun können? Was habe
ich daraus gelernt? Ich bin grundsätzlich
ein sehr loyaler Mensch. Das ist zwar
eine sehr wichtige Eigenschaft, aber sie
darf nie dazu führen, an Altem und
Vertrautem zu lange festzuhalten. Viel
früher hätte ich den Vertrieb hinterfragen
müssen. Viel früher hätte ich auf mein
Gefühl hören müssen, einfach mal über
den Tellerrand hinauszuschauen, offen zu
sein für Neues und Entwicklung
zuzulassen. Diese Erfahrung habe ich
auch in meiner eigenen Firma des
Öfteren gemacht. Viel zu lange hielt ich
an meinem damaligen Partner fest. Viel
zu lange vertraute ich Lieferanten, die
nicht zu mir passten. Jedes Mal mit
demselben Ergebnis: Wenn es Zeit ist
für Veränderung, dann lasse Dich auf
die Veränderung ein. Wenn Du es
nicht tust, wird das Leben Dich dazu
zwingen. Und das kann sehr schmerzhaft
sein. Höre auf Dein Gefühl, vertraue Dir
und sei mutig. Traue Dich, Altes
loszulassen, auch wenn es in der
Vergangenheit noch so gut war. Öffne
Dich den Möglichkeiten, die Dir das
Leben bietet, und gehe voll Tatendrang
auf Neues zu.
Hierzu ein kleines Beispiel: Wir
arbeiten seit 2012 mit einem Hersteller
aus dem europäischen Ausland
zusammen. Wir haben seine Produkte auf
den deutschen Markt gebracht und damit
gute Umsätze getätigt. Für den
Lieferanten war es ein guter Umsatz, und
für uns war es sehr bequem. Wir
mussten nicht selbst fertigen, bekamen
alles auf dem silbernen Tablett serviert
und konnten uns auf unsere
Kernkompetenz, den Vertrieb,
konzentrieren. Anfang 2014 hat die
ausländische Firma begonnen, entgegen
unserer Absprache, auch den
Großhandel in Deutschland zu beliefern.
Dieser kann natürlich mit ganz anderen
Preisen an den Markt. Nachdem ich ge-
merkt habe, dass ich die ausländische
Firma nicht umstimmen kann, habe ich
mich hingesetzt und aufgeschrieben,
welche Menschen ich brauchte, um
schnellstmöglichst eine eigene
Produktion aufzubauen. Innerhalb von
sechs Wochen hatte ich Kontakt zu
jemandem, dessen Vater vor vielen
Jahren die genannte ausländische Firma
mit aufgebaut hatte und der auch von
dieser Firma „hintergangen" worden
war. Er hatte das gesamte Knowhow,
wusste genau, in welchem Land was von
welchem Zulieferer produziert wurde,
war technisch eine absolute Koriphäe
und stellte sein gesamtes Wissen unserer
Firma zur Verfügung, um eigene
Produkte zu entwickeln. Wir hatten nun
innerhalb von drei Monaten 80 Prozent
der Produkte des vorherigen Lieferanten
aus dem Ausland ersetzt. Ohne diesen
Kontakt hätte dies sicherlich ein bis
zwei Jahre gedauert. Aber ohne dieses
Ereignis Anfang 2014 hätten wir uns auf
den anderen Lieferanten ausgeruht und
nicht begonnen, selbst zu produzieren.
Das Leben hat uns dazu „gezwungen".
Oder ein anderes Beispiel: Mein
damaliger Partner stellte mich einst vor
ein Ultimatum. Zur selben Zeit wurde ich
schwer krank, und die Ärzte gaben mir
eine Überlebens-Chance von 10 Prozent.
Zu diesem Zeitpunkt entschied ich, mich
von meinem Partner zu trennen. Seither
haben wir jährlich ausnahmslos
Steigerungen im zweistelligen Bereich,
während der Umsatz vorher mal rauf und
mal runter ging. Ich machte die
Erfahrung: Je härter der angebliche
„Schicksalsschlag" war, desto positiver
war anschließend die Veränderung. Und
immer wusste ich schon lange vorher,
dass ich etwas verändern soll. Nur die
Bequemlichkeit oder auch die Angst vor
der Veränderung hielt mich davon ab.
Das ist dann der Zeitpunkt, an dem das
Leben das Steuer in die Hand nimmt und
uns dazu zwingt, das zu tun, was wir
schon lange tun sollten. Seither weiß
ich, dass alle negativen Situationen
nur das eine Ziel haben: ein
Veränderung herbeizuführen, die uns
weiterbringt. Deshalb versuche ich
heute, es gar nicht so weit kommen zu
lassen, sondern Entscheidungen schnell
zu treffen und Veränderungen, die
wichtig sind, zuzulassen. Dabei höre ich
sehr stark auf mein Gefühl und liege
damit immer richtig.
Mein persönlicher Rat: Das Einzige,
was Du nie in Frage stellen solltest, ist
Dein Traum. Wenn Du wirklich spürst,
was Dir im Leben wichtig ist und es von
ganzem Herzen willst, dann halte daran
fest, egal wie schwer es ist. Hier gibt es
keine Kompromisse. Wenn Dein
innerstes Gefühl Dir sagt, das ist Dein
Platz auf dieser Welt, das ist Deine
Aufgabe, Deine Erfüllung, Dein
Lebensziel, dann lass Dich von nichts
auf der Welt davon abhalten. Hier darfst
Du keine Zweifel aufkommen lassen,
denn Zweifel machen Dich
handlungsunfähig. Zweifle nie an
Deinem Traum, sondern hinterfrage den
Weg. Den Weg, der zu Deinem Traum
führt, den darfst Du jederzeit verändern.
Es gibt sehr viele Wege, die dahin
führen. Entweder Du selbst findest den
richtigen Weg oder das Leben zeigt Dir
immer wieder, dass Du gerade auf dem
falschen Weg bist. In der Phase, in der
es mir schlecht ging, verlor ich viele
Freunde, und auch in der Partnerschaft
hat es öfter gekriselt.
Natürlich kommt der erwünschte Erfolg
nicht von allein. Ich habe mich zu jedem
Zeitpunkt in dem, was ich tue,
weitergebildet. Ich besuche auch heute
noch regelmäßig Seminare, lese Bücher
und habe Berater und Mentoren, von
denen ich viel lerne. Der alleinige Wille
reicht nicht aus, sondern man muss auch
das Notwendige tun. Es ist meiner
Meinung nach eine Mischung aus der
richtigen mentalen Einstellung und dem
richtigen Handeln. Fleiß und Ausdauer
sind ebenso wichtig wie die ständige
Ausrichtung der Gedanken und der
Einstellung. Deshalb ist es so wichtig,
immer wieder auf das Gefühl und die
vielen Hinweise zu schauen, die einem
das Leben gibt. Hätte ich das in meiner
schwierigen Phase getan, hätte ich mich
schon längst nach einer neuen Firma
umgeschaut, und mir wäre bestimmt viel
erspart geblieben. So musste ich warten,
bis mich das Leben dazu zwingt. Heute
weiß ich, dass der Crash das Wichtigste
war, was mir in meinem Leben passiert
ist — er war notwendig, um mich auf
den richtigen Weg zu bringen.
Das bedeutet aber nicht, dass man immer
Schwierigkeiten ausweicht und neue
Wege geht und alles verändert, weil es
schwer wird. Sondern man sollte mit
aller Konsequenz den eingeschlagenen
Weg ohne jeden Zweifel gehen und
trotzdem ständig hinterfragen: Was kann
ich besser machen, was kann ich anders
machen; wo zeigt mir das Leben, was
ich verändern soll? Und in diesem
Bereich hat sich meiner Meinung nach in
den letzten Jahren sehr viel verändert.
Ich habe das Gefühl, dass seit 2012 die
geistigen Gesetze einfach schneller und
direkter wirken. Man bekommt auch
sofort einen Hinweis, ob man richtig
liegt oder etwas ändern sollte. Wenn
man den Mut besitzt, einfach
mitzumachen, sich auf Neues
einzulassen, die Bereitschaft hat, sich
ständig neu zu erfinden, hat man mehr
Chancen als je zuvor. Vielleicht ist das
auch sehr subjektiv, weil ich gerade
einen „Lauf" habe - aber ich glaube,
auch die negativen Zeiten sind sehr
subjektiv. Natürlich frage ich mich
manchmal, ob das alles so weitergeht
oder ob nicht irgendwann eine Wende
kommt. Aber das sind nur Zweifel und
Ängste, die keinen Sinn machen.
Natürlich versuche ich, mich
abzusichern, falls doch mal schlechte
Zeiten kommen sollten, aber viel mehr
will ich dafür sorgen, dass die Zeiten so
gut bleiben, wie sie sind. Und ich habe
das Gefühl, solange ich mich nicht mit
dem Erreichten zufrieden gebe, solange
ich mir immer noch größere Ziele setze
und meinen Horizont erweitere, so lange
ich bereit bin, alte Grenzen zu sprengen
und auf noch Größeres zuzugehen, so
lange läuft es gut. Ich möchte nicht
zufrieden sein. Stillstand gibt es nicht in
der Natur. Und es macht Spaß, sich zu
entwickeln. Mir hat mein Leben noch nie
so viel Spaß gemacht wie heute. Alles,
was ich mir früher in meinen Träumen
und Zielvorstellungen vorgestellt habe,
ist jetzt hier. Es hat sich gelohnt und war
nicht umsonst. Umso mehr genieße ich
heute die Ernte.
Ich denke schon, dass sich in den letzten
Jahren einiges verändert hat. Es gibt
mehr Extreme, und die Grauzone
dazwischen wird geringer. Man wird
stärker belohnt, aber auch härter
bestraft. Die Chancen sind größer,
aber ebenso die Risiken. Das Leben
wird sozusagen „schneller". Ich mache
sicherlich auch in der heutigen Zeit viele
Fehler, aber wenn man aufmerksam ist
und genau hinschaut, kann man die
Fehler sehr schnell korrigieren, und dann
reicht eine kleine Korrektur. Das
Problem ist nur, wenn man zu lange an
Falschem oder Altem festhält, dann
werden auch die Auswirkungen der
Fehler größer. Man braucht den Mut,
schnell zu handeln, schnell loszulassen
und schnell zu entscheiden.
In diesem Sinne wünsche ich
Ihnen ein starkes Vertrauen in
Ihr Bauchgefühl und den Mut,
das auch umzusetzen.
Richy
Richy und seine Frau habe ich vor vielen
Jahren kennengelernt, als er gerade seine
Firma aufgebaut hatte - und ich konnte
seinen Erfolg live miterleben!
Ein Kontakt kann über den
Verlag hergestellt werden:
E-Mail: amadeus@amadeus-
verlag.com
Ich sehe den Tod voraus
1958 wurde ich geboren, bin in
normalen Familienverhältnissen
aufgewachsen, habe mein Abitur und
Studium absolviert und einige Jahre
Berufserfahrung gesammelt, bevor ich
mich als IT-Experte selbstständig
machte. Dabei hatte ich auf Anhieb
Erfolg, konnte nach kurzer Zeit meine
eigene Firma gründen und die ersten
Mitarbeiter einstellen. Die Firma wuchs,
und ich wandelte im Jahr 2000 die
Firma zur kleinen AG um und beteiligte
dabei meine Mitarbeiter. Abgesehen von
saisonalen Schwankungen hatte die
Firma stetig Erfolg, insbesondere im
Zeitraum vor dem Jahr 2012. Ich hatte
weltweit tätige Großkunden, wie
beispielsweise Philip Morris
(Marlboro), Siemens oder
ThyssenKrupp, die für gute Umsätze
sorgten. Eigentlich hätte alles so
weiterlaufen können. Die Mitarbeiter
waren zufrieden, und ich genoss die
Harmonie, die in der Firma
vorherrschte, die für mich genauso
wichtig war wie der finanzielle Erfolg.
Zudem hatte ich mich geistig darauf
eingestellt, bis zu meiner Rente die
Firma zu führen. Aus meiner Sicht war
auch niemand befähigt, mich in meiner
Funktion ersetzen zu können.
Zu Beginn des Jahres 2012
kam aber alles anders. Ich
interessierte mich seit
Jahresbeginn sehr für das
Ende des Maya-Kalenders
und die damit verbundene und
einmalige
Planetenkonstellation und die
von den Mayas vorhergesagte
Zeitenwende. Je näher der
Dezember 2012 kam, umso
unsicherer wurde ich, da
meine Befürchtungen auch
wirtschaftlicher Natur waren.
Bricht die Weltwirtschaft
zusammen? Wird der Euro
wertlos? Aus diesem Grund
legte ich einen Teil der
finanziellen Rücklagen der
Firma in Norwegische Kronen
an. Ich war nicht mehr der
positiv gestimmte Mensch, der
ich sonst immer war.
Die eigentliche Veränderung ging aber
nicht in mir, sondern in der Firma vor
sich. Zwischen den Mitarbeitern kam
plötzlich eine von mir nicht gekannte
Unruhe auf, die zu erheblichen
Missstimmungen untereinander führte.
Ich stellte mich auf die Seite der
Mitarbeiter, die ich menschlich mehr
bevorzugte. Die andere Partei nahm sich
den zweiten Geschäftsführer zu Hilfe,
um damit Stimmung gegen uns zu
machen. Ich sah nur hilflos zu und hatte
plötzlich keine Kraft mehr, wieder die
alte Harmonie herzustellen, die ich sonst
so liebte. Das Ganze gipfelte darin, dass
ich auf Wunsch der Mitarbeiter einige
Büroräume vormittags nicht mehr
betreten sollte, um sie bei der Arbeit
nicht zu stören. Zudem blies der zweite
Vorstand in das gleiche Horn des
Unfriedens und sagte das
Auseinanderbrechen der Firma voraus,
da sich die beiden Parteien kräftig
stritten. Für mich hätte das Ende der
Firma auch mein finanzielles Ende
bedeutet, da mir 90 Prozent der Firma
gehörten und ich keine weitere
Einnahmequelle hatte.
Meine Reaktion - wenn man diese als
solche bezeichnen konnte -, bestand
darin, einfach die Firma immer kurz
nach der Mittagspause zu verlassen, um
in mein „Homeoffice" zu fahren. „Sollen
die sich doch zanken und mir meine
Ruhe lassen.war meine Einstellung. Am
liebsten wäre ich gar nicht mehr in die
Firma gegangen, um mich nicht von der
Disharmonie anstecken zu lassen. Ich
hatte die Firma voller Optimismus
gegründet und war all die Jahre mit
vollem Engagement dabei, die Firma
weiter wachsen zu lassen und
wirtschaftlich erfolgreich zu gestalten.
Aber jetzt war es unfassbar für mich, in
einer solchen Situation einfach den
Rückzug anzutreten und die Firma dem
Unfrieden preiszugeben. Warum konnte
ich keine Lösung des Konflikts
herbeiführen?
Ich dachte viel über die
Situation nach und sprach
auch mit meiner Frau darüber.
Als Besitzer der
Aktienmehrheit der Firma
hatte ich die Aufgabe, die
Parteien zu versöhnen und
damit das Scheitern der Firma
zu verhindern. Denn ein
Scheitern hätte für mich auch
privat das finanzielle Ende
bedeutet. Aber mir fehlte die
Kraft und damit auch der
Entschlussfreudigkeit, die
prekäre Situation zu ändern.
Manchmal wünschte ich mir,
ich könnte die Firma einfach
verkaufen und den Ärger
damit hinter mir lassen. Das
war zwar ein schöner
Gedanke, der von mir kein
„Aufräumen" in der Firma
abverlangte, aber dafür
Ruckzuck mein Seelenheil
wieder hergestellt hätte. Aber
wo sollte diese „Hilfe" denn
herkommen? Meine Stimmung
war am Boden, und langsam
erfasste mich eine gewisse
Depression.
Dann geschah Mitte Dezember 2012
etwas Entscheidendes: Es besuchte mich
unverhofft der Geschäftsführer einer
Firma, die ebenfalls aus unserer Branche
war, ungefähr die gleiche Firmengröße
hatte und sich um eine Kooperation mit
uns bemühte. Als großes Ziel stellte er
die Fusion und eine Beteiligung an
meiner Firma in den Raum. Dieser Tag
brachte zwar nur ein Erstgespräch und
endete natürlich nicht sofort mit einer
Entscheidung, doch für mich wurde
innerlich eine Tür in eine neue
Dimension aufgesto- ßen. Ich wollte
plötzlich die Firma verkaufen und mein
Lebenswerk hinter mir lassen. Bereits
am gleichen Abend stand für mich der
Entschluss fest. Ich musste nur noch
meine Frau davon überzeugen - im
Nachhinein gesehen, die schwierigste
Aktion bei der ganzen Sache. Am
nächsten Tag ging ich in die Firma,
trennte die Streithähne räumlich
voneinander und stellte damit fast die
alte Harmonie wieder her. Sie fragen
sich, wie ich das plötzlich schaffte,
obwohl ich zuvor die Flucht ergriffen
hatte und dem Ärger aus dem Weg
gegangen war? Dieser Lichtstreif am
Horizont - allein der Gedanke, ich
würde meine Situation schlagartig
verändern können - brachte mir meine
alte Entschlossenheit von ganz allein
wieder. Ich war sauer auf mich, dass ich
mich von den Querelen in der Firma so
hatte anstecken lassen und so lange klein
beigegeben hatte. Jetzt schlug ich mit
voller Energie zurück, unabhängig
davon, was die Mitarbeiter von meinem
Tun dachten. Ich trennte die Streithähne
räumlich, indem ich die Besetzung der
Büroräume neu aufteilte. Nur noch
Gleichgesinnte sollten zusammen in
einem Büroraum arbeiten. Zudem
bekannte ich mich jetzt firmenintern zu
meiner Gesinnung, dass eine Partei die
Wichtigere sei und ich die Argumente
der anderen Partei ignorierte. Ich wollte
endlich Klarheit schaffen und meine
Meinung mit aller Macht durchdrücken -
dies hätte ich eigentlich schon lange
machen sollen. Ich konnte es mir zudem
auch nicht verkneifen, der mir
ungeliebten Partei einen Seitenhieb zü
versetzen, indem ich meine Partei von
nun an als „Competence Center"
titulierte. Sollte der Rest doch bleiben,
wo der Pfeffer wächst. Meine
Abneigung war ihnen sicher.
Um den Verkauf der Firma
durchzusetzen, musste ich mich natürlich
auch den Widerständen des
Aufsichtsrates widersetzen und einige
weitere große Hürden nehmen. Für mich
gab es aber keinen Zweifel mehr an
meinem Tun. Am meisten jedoch
weigerte sich meine Sekretärin und
persönlich langjährige Bekannte, der
Fusion freudig entgegenzuschauen. Sie
versuchte mit vehementen Wüschen an
das Universum, sogenannten
„Stoßgebeten", die Fusion zu verhindern.
Diese Bitten hatten ihr ein Jahr zuvor zu
einer neuen und für sie perfekten
Gartenwohnung verholfen. Die
„Bestellungen an das Universum"
funktionieren nämlich! So blieb mir am
Ende nichts anderes übrig, als mit noch
vehementeren Wünschen an das
Universum um Hilfe für das Gelingen
der Fusion zu bitten. ©
Heute ist die Firma verkauft, ich helfe
noch in einer kurzen Übergangszeit als
Berater aus dem zweiten Glied heraus
mit und habe meine innere Ruhe und
Harmonie wiedergefunden. Ich habe
geistig völlig mit diesem Abschnitt
meines Lebens abgeschlossen und bin
mir zu hundert Prozent sicher, damit das
Richtige getan zu haben. Doch ich habe
unmittelbar vor der Ubergabe der alten
Firma an den neuen Besitzer wieder eine
neue Firma gegründet und will es noch
mal mit einem Start-up-Unternehmen
versuchen. Nun wird wieder viel Mühe
und nächtefüllende Arbeit anstehen, um
das Start-up zum Erfolg zu führen, aber
es ist eigentlich eine Kleinigkeit für
mich - Kraft dazu habe ich genügend!
Das war bis jetzt nur die halbe
Geschichte, das war die Krise in der
äußeren Welt, das, was andere
Menschen auch wahrnehmen können.
Doch es gibt noch eine andere, für Sie
womöglich sehr ungewöhnliche Seite an
mir. Seit meiner Kindheit habe ich
nämlich die Eigenschaft oder sagen wir
besser „Fähigkeit", dass ich den Tod
von Menschen vorhersehen kann. Das
war schon immer so und hat mir mein
ganzes Leben lang (vor allem in meiner
Jugend) Sorgen bereitet. Ich konnte
meine Vorhersehungen ja mit niemandem
teilen, jeder hätte mich sofort für
verrückt erklärt. Ich kam mir wie in
einem schlechten Horrorfilm vor, in dem
Verrückte den Tod von beliebigen
Menschen voraussehen oder unmittelbar
in der Sekunde des Todes diesen hautnah
miterleben. Die Menschen um mich
herum kennen nur den gutgelaunten und
stets gut gekleideten und Sportwagen
fahrenden Mambo, der immer für einen
Spaß zu haben und auch gerne in
Gesellschaft anzutreffen ist. Aber ich
kann in einer Runde mit anderen
Menschen sitzend sagen, wer heute
Nacht lebendig heimkommt und wer
nicht. Es ist nicht einfach, das zu
beschreiben: Es ist so, dass ich
jemanden anschaue, und dann weiß ich,
ob, wann und wie er sterben wird. Diese
Todesahnung kann sich unmittelbar
einstellen oder kann sich bei
„Betroffenen" über einen längeren
Zeitraum bilden, wenn ich diese
Personen des Öfteren treffe. Da
beschleicht mich dann das Gefühl, dass
irgend etwas mit dieser Person nicht
stimmt. Wenn ich dann nach einem
Treffen allein darüber nachdenke, sehe
ich das, was mit ihr geschehen wird, mit
meinem „geistigen Auge" . Dabei
entstehen düstere Gedanken, die ich
nicht mehr ablegen kann und die sich mit
jedem weiteren Treffen mit dieser
Person nur noch intensivieren.
Lassen Sie mich hierzu ein paar
Beispiele aus meinem Leben
beschreiben: Ich war zirka elf Jahre alt,
und wir wohnten damals im ersten Stock
eines alten Hauses mit Holztreppe. Wie
jede Woche war meine Oma zu Besuch.
Ich wollte gerade zum Fußballspielen
gehen, als mir meine Oma den
Abfalleimer zum Leeren im Hof
übergab. Bereitwillig nahm ich den
Abfalleimer mit die Treppe hinunter.
Auf dem Weg zum Müllhäusl schoss mir
urplötzlich der Gedanke durch den Kopf,
dass meine Oma mir auf der Treppe halb
entgegenkommen wird - was sie meist in
der Vergangenheit getan hatte -, aber
dass sie dieses Mal die Treppe
runterstürzen wird. Geschockt von
dieser schrecklichen Vorstellung, stellte
ich sofort den Eimer auf den Boden und
rannte so schnell wie möglich ins
Treppenhaus, um meine Oma vor dem
Sturz zu bewahren. Ich kam gerade noch
zum ersten Treppenabsatz, als ich von
oben ein fürchterliches Geräusch
vernahm: Meine Oma stürzte gerade die
Treppe hinab. Ich hatte die
Vorhersehung nicht mehr beeinflussen
können. Zum Glück hatte meine Oma nur
Prellungen erlitten. Was für mich in
dieser Situation jedoch wesentlich
schlimmer gewesen ist, war die
Tatsache, dass ich das Unglück
vorhergesehen hatte und keinen Einfluss
darauf nehmen konnte. Ich sprach auch
später mit meiner Oma und meiner
Mutter über das Geschehen, sie konnten
mir jedoch auch nicht wirklich helfen.
Fürs Erste war ich zwar ein wenig
beruhigt, aber von da an wusste ich, dass
ich „anders" war als die meisten
Menschen.
Eine andere Episode: Ich war mit 20
Jahren als Zeitsoldat für zwei Jahre bei
der Bundeswehr engagiert. Es war
damals Winter, als ich für ein
Vierteljahr von München an die Grenze
zu Tschechien abgeordnet wurde, um
dort als Ausbilder für Unteroffiziere
tätig zu sein. Die Stube teilte ich mir mit
einem 27-jährigen Kameraden, der
ortsansässig war. Er hatte einmal
Bereitschaft für drei Tage, was
bedeutete, dass er diese drei Tage nicht
zu Hause übernachten konnte. So
verbrachten wir den ersten Abend mit
mehreren Kameraden gemeinsam in der
Sauna. Am nächsten Tag spielte er nach
Dienstschluss mit unserer Einheit in der
Halle Fußball. Ich machte in dieser Zeit
gerade Besorgungen im nahegelegenen
Dorf und kam erst danach zurück. Mir
wurde dann von einigen Kameraden die
Mitteilung überbracht, dass mein
Zimmergenosse nach dem Duschen über
Übelkeit und Schwindel klagte. Deshalb
wurde der bundeswehreigene
Krankenwagen bestellt, und er wurde
von den Sanitätern ins nahegelegene
Krankenhaus gebracht.
Ich machte mir keine ernsthaften Sorgen,
da mein Zimmerkamerad eigentlich recht
fit war und auch beim ortsansässigen
Fußballverein aktiv in der ersten
Mannschaft spielte. So schlief ich relativ
früh ein. Plötzlich schreckte ich aus dem
Schlaf hoch und saß im Bett - nie zuvor
hatte es mich wegen eines Alptraums so
gerissen, dass ich im Bett sitzend
aufwachte. Eine finstere Stimme hatte
mir im Schlaf mitgeteilt, dass mein
Kamerad tot sei. Ich schaute auf meine
Uhr: 22:32 Uhr. Vor lauter Sorge konnte
ich nicht mehr einschlafen, aber ich
konnte auch nirgends nachfragen. Daher
blieb mir nichts anderes, als unruhig
liegen zu bleiben. Ich brauchte aber nicht
lange zu warten, da klopfte es schon an
meiner Stubentür. Der Gebäudewart
stand völlig aufgelöst vor meiner Tür
und sagte: „Ihr Zimmernachbar ist eben
im Krankenhaus verstorben." Wie ich
nachträglich erfuhr, exakt um 22:32
Uhr!
Kurz nach der Bundeswehrzeit war ich
mit Freunden auf einer Skihütte. Ich
wohnte mittlerweile im Nachbarhaus
meiner Eltern. Zu einer älteren Dame in
diesem Haus hatte ich eine gute
Beziehung - ich machte Einkäufe für sie
und trug für sie verschiedene
Haushaltsgegenstände zu ihrer Wohnung
hinauf oder hinunter. Sie kannte mich
seit meiner frühesten Kindheit und hatte
eigentlich schon immer einen guten
Kontakt zu mir. Leider träumte ich eines
Nachts im Skiurlaub, dass sie plötzlich
verstorben sei. Ich konnte vor Sorge
nicht mehr einschlafen und rief am
nächsten Morgen sofort bei meiner
Mutter zu Hause an. Diese berichtete,
dass meine Nachbarin am Vortag
gestürzt war und sich am Arm verletzt
hatte. Meine Mutter hatte sie dann sofort
ins Krankenhaus gebracht, da sie keinen
Krankenwagen haben wollte. Im
Krankenhaus wurde ein Armbruch
festgestellt, der gegipst werden sollte.
Meine Mutter hatte die Nachbarin im
Krankenhaus zurückgelassen, da sie eine
Nacht dort verbringen sollte. Leider hat
meine Mutter am Morgen die Nachricht
erhalten, dass die Nachbarin in der
Nacht verstorben war - die
Todesursache hatten wir auch mitgeteilt
bekommen: Embolie. Ich war sehr
traurig, auch wenn ich wieder einmal
schon vorher Bescheid wusste.
Mit 30 Jahren war ich mit
meiner langjährigen Freundin
zum Krankenbesuch bei ihrer
geliebten Großmutter. Das war
für die Oma der erste Tag im
Krankenhaus - sie hatte
Darmbeschwerden. Schon
nach fünf Minuten
Besuchszeit überkam mich
eine ungeheuerliche
Beklemmung, da sich der
Gedanke „Die Oma kommt hier nicht
mehr lebend raus aus dem
Krankenhaus. " einfach nicht mehr
verdrängen ließ. Das Ganze steigerte
sich zu einer extrem Übelkeit. Ich
verließ daraufhin sehr schnell das
Krankenzimmer und wartete vor der Tür
auf meine Freundin. Die wollte natürlich
sofort wissen, was mit mir los war und
ich erzählte ihr von meiner
schrecklichen Vorahnung. Sie konnte
dies nicht so recht glauben, war aber
trotzdem sehr besorgt um ihre Oma. Die
Oma wurde operiert, und es war
scheinbar alles in Ordnung. Nach
vierzehn Tagen Krankenhausaufenthalt
gab sie Bescheid, dass sie entlassen
werden konnte.
Meine Freundin meinte dazu etwas
schnippisch, dass ich mich mit meiner
Vorahnung doch getäuscht hätte. Die
Oma ging am Tag ihrer Entlassung zur
Geschäftsstelle des Krankenhauses und
regelte den Papierkram. Dann ging sie
zurück ins Krankenzimmer, um ihre
Tasche mit ihren persönlichen
Gegenständen zu holen. Sie
verabschiedete sich von ihrer
Zimmernachbarin und setzte sich auf ihr
Bett - da kippte sie tot um. Embolie war
die Todesursache, die später bei ihr
diagnostiziert wurde. So kam die Oma
doch nicht mehr lebend aus dem
Krankenhaus raus. Das Entsetzen in ihrer
Familie war groß, ich aber hatte damit
schon gerechnet.
Den Tod meiner eigenen Großeltern
habe ich ebenfalls nachts mitbekommen -
jedes Mal hat sich die Todesnachricht
am nächsten Morgen (leider)
bewahrheitet. Bekomme ich eine solche
Todesnachricht in der Nacht, reißt es
mich natürlich jedes Mal heftig aus dem
Schlaf. Des Öfteren sitze ich dann nach
dem Erwachen im Bett und notiere mir
dann die Uhrzeit, um diese dann mit dem
Todeszeitpunkt zu vergleichen - es passt
immer auf die Minute.
Bei Vorahnungen, die nicht mit einem
Todesfall zu tun haben (es sind
überwiegend unvorhersehbare Unfälle),
bekomme ich hingegen nie den richtigen
Zeitpunkt mitgeteilt - meist ist es aber in
so absehbarer Zeit, dass ich mich noch
genau an die Vorahnung erinnern kann.
Diese Vorahnungen kommen
unvermittelt, meist tagsüber, wenn ich
gerade nicht geistig angestrengt arbeite
oder in ein Gespräch verwickelt bin.
Diese plötzlichen Gedanken sind aber so
prägnant, dass ich mittlerweile aus
Erfahrung weiß, dass ich sie nicht
einfach ignorieren sollte - das
unausweichliche Ereignis hat sich damit
bereits angekündigt. Dies kann
Verwandte, aber auch Bekannte
betreffen. Als jüngerer Mensch
bereiteten mir diese Geschehnisse einige
mentale Probleme, da ich nach den
Todesfällen immer einige Tage brauchte,
um mich wieder in den geistigen
Einklang zu bringen. Auch heute noch
schockieren mich diese Vorahnungen
sehr, ich kann aber mittlerweile besser
damit umgehen - auch deswegen, da ich
mich mit diesen Dingen stärker befasst
und sehr viel darüber gelesen habe. Es
gibt tatsächlich noch mehr Menschen,
die nachweislich solche Vorahnungen
haben, und mittlerweile habe ich auch
einen Menschen persönlich
kennengelernt, der auch diese Gabe hat.
Dies hat mich letztendlich beruhigt, da
ich offenbar nicht der Einzige bin, dem
dies widerfährt.
Meine „Fähigkeit" war es auch, die mich
mit Jan van Heising zusammenbrachte.
Mein Freund Adam Jakob hat mir vor 15
Jahren erzählt, dass er einen jungen
Mann kennengelernt habe, der Bücher
über grenzwissenschaftliche Themen
schreibt und vielleicht einen Rat wüsste,
wie ich besser mit meinen „Todes-
Prophezeiungen" umgehen kann. Jan bat
mich, auch folgende Vision, die ich
Mitte 2012 hatte, mit den Lesern zu
teilen, da sie durchaus von Interesse sein
könne: Seit meiner Jugend fuhren wir in
den Urlaub in verschiedenste Länder,
unter anderem auch nach Ägypten,
Tunesien oder in die Türkei, ohne uns
dabei groß Gedanken zu machen, dass
die Bevölkerung dort überwiegend
muslimisch ist. Im letzten Schuljahr des
Gymnasiums überführten wir sogar
PKWs auf dem Landweg in den Iran -
damals war noch der Schah von Persien
an der Regierung. Irgendwelche
Gefahren durch die andere
Glaubensrichtung der Bewohner dort
sahen wir nicht. Nur mein letzter Urlaub
in Quatar und einer in die Arabischen
Emirate im April 2013 waren in dieser
Hinsicht etwas anders, da die Bewohner
dort sehr strenggläubig sind. Man kann
es auch daran erkennen, dass es Alkohol
nur in den Hotels gibt. Aber niemand hat
sich ernsthaft Gedanken darüber
gemacht, dass man diese Länder eines
Tages nicht mehr bereisen kann - bis der
arabische Frühling kam. Die meist
radikale muslimische Bevölkerung
einiger Mittelmeeranrainerstaaten waren
mit ihrer Regierung bzw. ihrem Regime
nicht mehr einverstanden und wollten
eine eher muslimische Regierung mit
einem Gottesstaat haben, anstelle ihres
Despoten, der auch noch meist von den
Amerikanern eingesetzt worden war.
Der Weg dahin führte in den meisten
Ländern über Umsturz oder auch über
Bürgerkrieg. Jedoch stellte sich schnell
heraus, dass die radikalen Muslime
dabei ihr eigenes Süppchen kochten. Sie
wollten mit aller Gewalt einen
Gottesstaat und am liebsten die Scharia
als Gerichtsbarkeit einführen. Dies
führte jedoch in all diesen Ländern zu
einem Zwiespalt in der Bevölkerung, da
nicht alle Einwohner eine radikal
muslimische Gesinnung haben. Dabei
bin ich noch nicht einmal auf den
Konflikt der beiden muslimischen
Glaubensrichtungen, den Sunniten und
Schiiten, eingegangen. Fakt ist jedoch,
dass dieser landesinterne Konflikt
Gewalt verursacht, die sich auch auf
Touristen auswirken kann. Zudem ist in
den meisten Ländern jetzt eine politisch
unstabile Situation eingekehrt. Diese
Unsicherheit hat nun auch noch die
radikalste aller muslimischen
Glaubensrichtungen, die ISIS,
hervorgebracht, die einen
länderübergreifenden muslimischen
Gottesstaat etablieren will. Allein
dadurch, dass auch viele Europäer sich
auserwählt fühlen, an diesem Krieg
teilzunehmen, wird bei deren Rückkehr
die Gewalt und der Terror auch in
europäische Staaten getragen.
Bereits seit Mitte 2012 habe ich
Visionen, dass diese politisch unstabile
Situation dazu führen wird, dass wir
westlichen Staaten keine
Wirtschaftsbeziehungen zu solchen
muslimischen Staaten mehr pflegen
werden und alle dort im Land tätigen
Europäer und Amerikaner das jeweilige
Land verlassen. Selbst ein politisch
harmloser touristischer Besuch dieser
Länder wird nicht mehr möglich sein. Es
wird sich auch durch die
Kriegsrückkehrer jede Menge
Gewaltpotential in Europa bilden, und
das Ganze wird sich in mehreren
Terroranschlägen entladen. Meinen
Visionen zufolge wird es sich zwar bei
den Terroranschlägen nicht um eine
9/11-Dimension handeln, die
Terroranschläge werden uns aber bis ins
Mark treffen. Daraufhin wird sich unser
Zorn zuerst gegen diese Attentäter
richten, danach aber auch gegen die
radikalen Muslime in unseren Ländern
und zu guter Letzt auch auf alle
muslimischen Mitbürger, da wir als
Außenstehende keine Unterscheidung der
Glaubensrichtung oder deren
Radikalisierungsgrad vornehmen
können. So werden relativ schnell alle
Muslime die europäischen Länder
verlassen müssen, da sie sonst um ihre
Gesundheit und Sicherheit bangen,
aufgrund von erheblichen Unruhen und
auch Übergriffen gegen diese durch die
einheimischen Bevölkerungen. Diese
Zweiteilung der christlichen und
muslimischen Länder wird damit eine
Institution, die über mehrere Jahrzehnte
anhalten wird - soweit zumindest meine
Vision!
Des Weiteren taucht in meinen Visionen
immer wieder New York auf - aus
meiner Sicht einer der beiden
„Hotspots" auf der Welt, die das
Unglück magisch anziehen. Der andere
ist das Gebiet um Indonesien, Malaysia
und Singapur. New York musste ja in
der Vergangenheit bereits den einen oder
anderen Schicksalsschlag verkraften.
Abgesehen davon, dass bis heute nicht
wirklich geklärt ist, wer nun genau aus
welchem Grund für das Einstürzen der
Zwillingstürme am 11. September 2001
verantwortlich ist, gab es auch die
Notwasserung einer Passagiermaschine
im Hudson River und das abgestürzte
Flugzeug (TWA-800) auf Long Island.
Sicherlich kann man sagen, dass New
York als Zentrum der weltweiten
Finanzwirtschaft immer das Rückgrat
der Amerikaner sein wird und dortig
durchgeführte Anschläge die Amerikaner
extrem treffen werden. Das hat aber mit
den Flugzeugabstürzen nichts zu tun.
Warum diese Häufung der Unglücke
ausgerechnet dort? Wodurch wird das
verursacht? Ist dies vorherbestimmt oder
Zufall? Auf diese Frage habe ich leider
keine Antwort. Ich sehe nur, dass dieser
Ort auch weiterhin nicht zur Ruhe
kommen wird. Weitere Ereignisse
werden New York treffen, wie
beispielsweise Anschläge, aber auch
Naturkatastrophen.
Ein ähnlich düsteres
Szenarium sehe ich auch für
den asiatischen Bereich um
Indonesien. Auch hier habe
ich keine Ahnung, was diesen
Effekt hervorruft, aber ich
bekomme sofort, wenn ich
beispielsweise einen
Filmbericht über Malaysia
oder Indonesien sehe, dieses
bestimmte negative Gefühl.
Das war vor dem Tsunami so
oder auch bei dem Terror-
Anschlag 2002. Bei New York
ist das anders, da ich dort
schon oft war. Und jedesmal,
wenn ich schon am Flughafen
ankomme, geht es los mit dem
negativen Gefühl. Es ist, als
wäre dort die Bosheit an sich
zu Hause. Und ich spüre
förmlich, wie sich dort das
nächste Unheil
zusammenbraut...
Jan wollte noch von mir
wissen, ob sich meine
Fähigkeiten seit 2012 in
irgendeiner Art verändert
haben und evtl. stärker
geworden sind. Ja, bei den
Visionen bezüglich globaler
Ereignisse ist das so. Ich sehe
die Dimension und die Orte
der Anschläge immer
intensiver. Geht es aber um
Personen und deren
Einzelschicksale wie einen
möglichen Tod, so ist das
gleich geblieben. Mit einer
Ausnahme: Wenn ich neben
meinem Freund Adam Jakob
sitze, der selbst mediale
Fähigkeiten hat, ist alles
wesentlich stärker, also meine
hellsichtige Wahrnehmung.
Offenbar wirkt Adam wie ein
Verstärker.
Meine ursprüngliche Suche nach der
Antwort auf meine Frage, wieso gerade
ich diese „Gabe" bzw. Fähigkeit habe
und welchen Sinn diese hat, konnte bis
heute nicht schlüssig beantwortet
werden. Wenn ich den Tod von
jemandem voraussehe, dann ist es meist
zu spät, um diese Person zu warnen. Ich
kann es also nicht verhindern. Offenbar
soll ich das auch nicht. Es zeigt mir
jedenfalls, dass bestimmte Ereignisse
vorherbestimmt sind, dass sie, aus
welchen Gründen auch immer, so
eintreffen müssen - was wiederum
nahelegt, dass es eine Art Plan gibt, ein
Schicksal, und demzufolge auch
jemanden, der diesen Plan entworfen
hat. Vielleicht sollte ich einfach darauf
vertrauen, dass alles schon seinen Sinn
hat und ich vielleicht doch eines Tages
diese Begabung sinnvoll einsetzen kann.
Mambo
Mambo habe ich vor 17 Jahren über
Adam Jakob (Bericht 4) kennengelernt.
Adam hatte mir damals erzählt, er habe
einen Freund, der den Tod bei Menschen
voraussieht und der ein Problem damit
hat. Anmerkung: Den Text mit der Vision
über Moslems und Terroranschläge in
Europa hat mir Mambo bereits im
Oktober 2014 überreicht, also vor den
Anschlägen in Frankreich und
Dänemark!
E-Mail: amadeus@amadeus-verlag.com
Briefpost über den Verlag
Schicksalsschläge
machten mich zur
Heilerin
Mein Name ist Mera. Im Jahr
1967 wurde ich in einer
westdeutschen Kleinstadt nahe
Köln geboren und bin dort als
Einzelkind aufgewachsen.
Mein Vater hatte eine
gutsituierte Firma mit einigen
Angestellten, war aber
beruflich sehr viel und oft
lange unterwegs, auch im
Ausland. Ich habe heute drei
Kinder und bin verheiratet.
Ich bin hochsensitiv und hellfühlig, wenn
die Situation es zulässt. Bis ich jedoch
merkte, dass es mehr war als nur pure
Intuition, für die ich das immer hielt,
vergingen viele Jahre. Für mich war es
immer schon normal, ,mehr' zu fühlen,
und ich schrieb es nicht irgendwelchen
besonderen Umständen oder Fähigkeiten
zu. Es war einfach so... Ich merke sofort,
wenn etwas an einer anderen Person
nicht recht stimmig ist oder man sich vor
einer Person oder Situation besser in
Acht nehmen sollte. Auf dem spirituellen
Weg bin ich seit meinem 15. Lebensjahr,
doch erst seit wenigen Jahren arbeite ich
auch richtig damit, indem ich meine
Fähigkeiten dazu nutze, anderen
Menschen zu helfen. Eigentlich arbeite
ich damit auf energetischer Ebene, um
Blockaden, Traumata, alte
Seelenverträge und Gelübde
aufzuspüren. Ich löse ungute (Ver)
Bindungsstränge (also quasi
„Energievampire"), Fremdwesen,
erdgebundene Seelen und Ähnliches. Ein
Großteil meiner Arbeit ist wohl eher
eine Art „spirituelles Coaching", wenn
ich um Hilfe gefragt werde. Wie ich
dahin gekommen bin, diese Arbeit zu
tun, war ein langer Weg - und er dauert
noch immer an. Wer diesen Weg
einschlägt, wird ihn sein Leben lang
gehen. Ist es die Bestimmung eines
Menschen, diesen Weg zu gehen, dann
wird er im Leben immer wieder zu
diesem Thema hingeführt, ob er will
oder nicht. Ist die Zeit nicht reif, kannst
Du tun, was Du willst, und es wird nicht
geschehen. Ist die Zeit aber reif, kannst
Du tun, was Du willst, und es wird doch
geschehen.
Ich weiß seit meiner Kindheit, dass ich
anders bin als meine Mitmenschen und
hatte immer schon den Eindruck, dass
ich nicht von der Erde bin. Schon als
kleines Kind stand ich Nacht für Nacht
stundenlang am offenen Zimmerfenster
(im Winter in meine dicke Zudecke
eingewickelt) und schaute in die Sterne.
Da war immer eine tiefe Sehnsucht in
mir nach da oben, doch manches Mal
auch eine Art Groll, der darauf
hinauslief, dass ich dastand und in den
Himmel rief: „Warum hast Du mich
hier hergeschickt? Warum
ausgerechnet hier? Ich wollte doch gar
nicht hier sein." Als
Antwort spürte ich eine Art liebenden
Vater von dort oben, der schmunzelte
und lachte und so etwas in der Art
meinte wie: „Das ist jetzt nötig, denn
es wartet eine Aufgabe auf Dich, sei
deswegen nicht traurigTja, das sagt
sich so leicht...
Ich wuchs als Einzelkind heran. Der
Junge, der ein Jahr vor mir geboren
wurde, starb nach wenigen Tagen, da er
die Impfung, die die Kinder damals
direkt nach der Geburt erhielten, nicht
vertragen hatte. Heute weiß ich, dass
ihm die Last dessen, was er sich für sein
Leben vorgenommen hatte, zu viel
geworden wäre, obwohl er und ich
eigentlich bei diesen Eltern verabredet
waren. Seine Seele war überwältigt ob
der Schwere, die da kommen würde -
und ging wieder. Und so war ich
unvorhergesehenerweise alleine mit
meinen Eltern und habe eine Kindheit
voller Traumata erlebt. Es fehlte mir
zwar an nichts, ich war versorgt, hatte
ein Heim, Kleidung, Nahrung und
Spielsachen, aber mein Vater war
Alkoholiker, und ich erlebte
körperlichen und psychischen
Missbrauch. Meine Mutter trank damals
auch oft und gerne mit bei Einladungen,
und ich betete stets, sie mögen nachts
nicht so lange ausbleiben, denn je früher
sie nach Hause kamen, desto weniger
betrunken waren sie und desto weniger
schlimm würde die Nacht werden. Ich
konnte mich viele Jahre selber nicht
übergeben, aus Ekel an Erbrochenem.
Waren die Eltern weg, war ich einfach
alleine in der Wohnung eingeschlossen.
Kamen dann irgendwann meine Eltern
mitten in der Nacht nach Hause, flogen
fast immer die Fetzen. Ich musste bei
ihnen im gleichen Zimmer schlafen und
erlebte alles mit, was dort geschah, egal
ob es sexueller Art war oder ob sie sich
wieder prügelten. Dabei hatte ich stets
Angst, mein Vater würde meine Mutter
umbringen. Doch meine Mutter war nicht
besser, denn als ich etwa 6 Jahre alt war
- mein Vater war wieder einmal in der
Kneipe gab sie mir eines Abends eines
der Werkzeuge aus der Garage in die
Hand mit der Anweisung, wenn mein
Vater vom Trinken heimkäme, solle ich
ihn damit umbringen. Natürlich kam es
dann nicht dazu, aber die Erinnerung an
dieses Geschehnis ist bis heute sehr
präsent in mir, und auch die Frage, wie
eine Mutter das von einem kleinen Kind
verlangen kann. Etwas in mir wünscht
sich, ihr eines Tages noch zu sagen, dass
ich dieses Ereignis nie vergessen habe,
doch ich habe es aktuell noch nicht
geschafft. Möglicherweise kann ich das
auch auf einem anderen Weg lösen. Es
ist jedenfalls ein schwieriges Thema.
Eigentlich war ich von meiner Mutter
schon geliebt, und ich wurde auch
rundum versorgt. Sie las mir
Geschichten vor, kuschelte mit mir,
versuchte mir immer wieder mit
Kleinigkeiten eine Freude zu bereiten,
aber es gab eben auch die andere Seite.
Als Kind dachte ich immer, ich hätte
eine relativ gute Kindheit gehabt.
Welche Verletzungen ich dabei wirklich
erlitten habe, ist mir jedoch erst in den
vergangenen Jahren klar geworden.
Mein Vater ist inzwischen verstorben.
Meine Eltern verweigerten mir damals,
auf eine höhere Schule zu gehen, obwohl
ich die Noten dafür hatte. Ich sei ja eh
ständig krank wegen meiner
Atemprobleme (heute weiß ich, dass
mein Asthma daher kam, dass mir
damals die Luft zum Atmen genommen
wurde) und würde das dann nicht
schaffen, erklärte man mir. Ich kam also
auf eine Hauptschule und war dort nicht
wirklich glücklich, denn es herrschte
viel Gewalt und Mobbing durch die
Mitschüler. Alle meine Freunde waren
auf dem Gymnasium, und ich vermisste
sie sehr. Es war eine schlimme Zeit. So
kam es, dass ich ab meinem 12.
Lebensjahr bereits leicht depressiv war,
und natürlich konnte das niemand
nachvollziehen, ich hatte doch angeblich
alles. Aber niemand verstand das
empfindsame Wesen in mir. Ich wirkte
wohl irgendwie seltsam auf die anderen
Kinder, und das äußerte sich dann,
indem sie mich entweder mieden oder
mobbten. Damals hatte ich das Gefühl,
mit mir sei etwas nicht in Ordnung,
immer diese Traurigkeit, Schwere oder
Scham mit mir herumzutragen, nicht die
Leichtigkeit zu verspüren, leben zu
können, so wie die anderen Kinder es
taten. Warum konnte ich das nicht:
Lachen und toben, spielen und sich
bewegen in Leichtigkeit und ohne Angst?
Warum brach immer wieder diese
unerklärliche Schwere über mich herein,
die mich tagelang weinen ließ? „Da
muss ja etwas mit mir nicht stimmen.",
dachte ich damals als Kind. Am
schlimmsten war das Gefühl: „Es will
oder kann mir niemand helfen, ich bin
alleine, ich bin ausgeliefert."
Wenn es meiner Mutter sehr schlecht
ging, legte sie sich zu Hause ins Bett und
sagte Dinge wie: „Ich esse jetzt einfach
nichts mehr, bis ich tot bin." Sicher war
sie selber auch depressiv, und mit
Sicherheit konnte sie nicht erahnen, was
sie mit solchen Aussagen bei ihrem Kind
anrichtete, das trotz allem einfach nur
Angst um seine Mama hatte und daher
ständig unter enormen Verlust- und
Existenzängsten litt. Als Kind verstand
ich all diese Dinge noch nicht, sondern
ich war eher immer in einer Hab-Acht-
Stellung, was als Nächstes geschehen
könnte, um rechtzeitig eingreifen und
gegensteuern zu können. Ich fühlte mich
über viele Jahre hinweg wie ein gehetz-
tes Tier, das in die Ecke gedrängt wird,
weil jemand so eine Last auf mir
abgeladen hatte.
Wenn ich in den Folgejahren nicht so
wollte, wie meine Mutter es wünschte,
dann missachtete sie mich häufig
einfach, behandelte mich wie Luft und
sprach gegebenenfalls tagelang nicht mit
mir, bis ich reumütig ankam, um mich zu
entschuldigen. (Heute frage ich mich,
wofür eigentlich?) Ich wollte einfach
nur, dass sie mich wieder lieb hat,
warum auch immer ich diese Liebe von
ihr anscheinend verloren hatte. Ich war
versorgt und hatte alles, sie kümmerte
sich um mich, und zweifellos wollte sie
immer mein Bestes, aber so, wie sie die
Dinge anging, war das definitiv nicht der
richtige Weg. Sie überbehütete mich auf
der einen Seite, machte mir aber auch
Angst vor allem, was da draußen in der
Welt passieren könnte, und ich durfte
daher nur selten mit anderen ausgehen.
Natürlich war mein Selbstbewusstsein
deswegen irgendwann auf Null, und ich
hatte ein gestörtes Körpergefühl.
Im Anschluss an die Hauptschule
besuchte ich eine weiterführende Schule
in Köln, um einen höheren
Schulabschluss zu erwerben. Dort blühte
ich auf, denn endlich hatte ich Kontakte
zu Gleichgesinnten. Die Schule war eine
halbe Stunde Fahrt mit dem Bus entfernt,
und ich konnte mich dort, obwohl es eine
strenge Schule war, die von Nonnen
geleitet wurde, weitgehend so
entwickeln, wie ich wollte. Ich war
endlich mitten im Leben angekommen.
Meine Neugier erwachte für Physik,
Chemie, Biologie und alles
Metaphysische. Ich saugte das Wissen
auf wie ein Schwamm, und ich liebte
diese Fächer, schrieb für die
Schülerzeitung und fühlte mich sehr
wohl. Anschließend absolvierte ich eine
Ausbildung zur Empfangssekretärin, und
trotz einiger Schwierigkeiten im Betrieb
schloss ich meine Ausbildung mit
Bravour ab.
Etwa zu dem Zeitpunkt, als ich auf die
Schwesternschule wechselte - ich war
damals 15 oder 16 -, begann ich damit,
spirituelle Bücher zu lesen. Das war
eine spannende neue Welt, angefangen
bei Dr. Joseph Murphy, Wallimann, Jane
Roberts, Louise L. Hay, Diana Cooper
und wie sie alle hießen. Es war die
ganze spirituelle Schiene, die es damals
gab. Aber ich merkte auch, einfach nur
Licht und Liebe zu beten, wie es so
gerne dahin- gepredigt wird, reichte
nicht aus. Die Dinge müssen erst einmal
ans Licht gebracht werden, bevor man
sie auflösen kann. Aber wie? Ich
verstand zwar die Zusammenhänge und
warum gewisse Dinge geschehen
können, zum Beispiel, warum
vermeintliche Ungerechtigkeiten
vielleicht manchmal einen ganz anderen
Grund haben und man nicht so ohne
weiteres Opfer ist; auch, dass diese
Dinge, wenn man sie vom spirituellen
Standpunkt und aus Sicht der
Reinkarnationslehre betrachtet, viel
tiefer gehen als nur dieses aktuelle
Leben betreffend. Aber mir war damals
noch nicht klar, wie ich das auch lösen
konnte. Deswegen befand ich mich
weiterhin in der Zwickmühle.
Meine Mutter gestand mir nicht zu,
selbst zu entscheiden, welche
Erfahrungen ich im Leben machen und
welche Entscheidungen ich treffen
wollte. Was ich dachte, machte oder
wollte, entsprach häufig nicht dem, was
sie wollte und musste somit
zwangsläufig falsch und zum Scheitern
verurteilt sein. Irgendwann fühlte ich
tatsächlich nur noch: „Du schaffst das
nicht allein; Du bist nicht gut genug;
das ist gefährlich; das gehört sich
nicht; so etwas zieht man nicht an; Du
musst immer freundlich sein..." und
Ähnliches. Schließlich hatte ich es lange
genug zu hören bekommen. Wenn dann
irgendwoher Probleme auftraten,
flüchtete ich mich häufig in reale
Krankheiten, aus Angst, all dem
tatsächlich nicht mehr gewachsen zu
sein.
Heute weiß ich, dass wohl eher sie ein
Problem hatte und nicht ich. Ich habe das
mit ihr jedoch bis heute nicht vollständig
lösen können, aber ich arbeite daran. Es
fällt mir immer noch schwer, klar
„Nein!" zu sagen und zu mir zu stehen,
ohne Schuldgefühle zu haben oder als
undankbar dazustehen. Im Grunde
möchte ich nur angenommen werden, so
wie ich bin, ganz ohne Vorbehalte, und
dass sie mir zugesteht, dass ich sehr
wohl mein Leben selber managen kann.
Ich mache meiner Mutter im Nachhinein
keinerlei Vorwürfe, sie tat einfach das,
was in ihren Augen das Richtige war.
Und ich empfinde ein tiefes Mitgefühl
mit ihr, denn was muss sie selber einst
erlebt haben, um so zu handeln?
Damals jedoch, ohne fehlenden Rückhalt
und Unterstützung sowie mit all den
Belastungen, war es mir nicht möglich,
als Kind ausreichend Urver- trauen
aufzubauen - was mein gesamtes
weiteres Leben beeinflussen sollte.
Doch das ahnte ich damals noch nicht.
So bin ich im Laufe meines Lebens
immer wieder in Phasen gekommen, die
in schweren Erschöpfungszuständen,
Burnouts, Depressionen, diversen
Krankheiten und sogar einer
lebensbedrohlichen Krankheit gipfelten.
Es gab noch so viele weitere
einschneidende Erlebnisse, von denen
ein normaler Mensch sagen würde:
„Das kann doch gar nicht sein, das
reicht ja für drei Leben!" - z.B. ein
Wohnungsbrand ohne Ursache - und
immer wieder nicht nachvollziehbare
Dinge, die mir, so schien es mir oft, wie
Steine in den Weg gelegt wurden. Ich
hatte inzwischen eine eigene kleine
Familie, einen Mann und drei Kinder,
wohnte weit entfernt, und doch
beeinflusste das Erlebte mich noch
immer. Es war frustrierend. Ich
zweifelte an Gottes Gerechtigkeit, an
mir, an allem. Ich fühlte mich oft nur
noch wie in einem Überlebensmodus.
Erst in den letzten drei Jahren, seit 2012
also, dämmerte mir dann, woran das
wirklich lag, und ich begann vermehrt an
den Verletzungen aus meiner Kindheit zu
arbeiten, bin aber in dieser Zeit auch
durch viele gesundheitliche Extreme
gegangen. Das war zermürbend, das
machte Angst, und es fabrizierte wieder
Zweifel, ob ich mich nicht doch irre.
Nun, wo ich durch die spirituelle Arbeit
an mir vieles anders sehe und verstehe,
und jetzt auch vieles schon heilen
konnte, gelingt es mir Stück für Stück,
meine Freiheit zurückzugewinnen und zu
meiner wahren Essenz vorzudringen. Es
ist ein langer Lernprozess gewesen mit
vielen kleinen Rückschlägen, wenn man
sich so entblättert, aber auch mit noch
mehr winzigen Schritten, mit denen es
vorangeht, und das ist wichtig. Meine
drei Kinder dürfen sich weitgehend frei
entwickeln. Das heißt nicht, dass es nie
Einschränkungen oder nicht auch einmal
Ärger gibt. Sie müssen zwar ein Stück
des Weges geleitet werden (also eine
Art Tendenz, wohin es gehen könnte),
aber nach rechts und links gibt es immer
auch zahlreiche kleine Wege, Umwege
und Erfahrungen, manches Mal auch eine
Abkürzung, die sie auf ihrem Lebensweg
einschlagen können. Nur wer frei
entscheiden und wählen darf, kann seine
Erfahrungen machen, und dem fällt es
auch leichter, seine Lehren daraus zu
ziehen, wenn etwas schiefgeht.
Dass ich trotz allem Traumatischen noch
lebe und irgendwie doch an all dem
gewachsen bin, verdanke ich meinem
Willen, der immer standhalten konnte,
wenn ich glaubte, nicht mehr weiter zu
können - und dem Wissen: „ Wenn Du
diese Aufgaben und Prüfungen jetzt
bewältigst, wird es einfacher, also
stehe das jetzt durch." Das sind
Lernaufgaben, an denen wir wachsen,
oder Prüfungen. Aber warum mussten es
gleich so viele sein? Es war also ein
spiritueller Weg, für den ich mich
entschieden hatte und der mich immer
wieder weiterbrachte. Das heißt nicht,
dass es mir heute zu 100% gut geht und
dass ich vollkommen heil und ohne
Belastungen bin, sondern ich versuche
Stück für Stück die traumatischen
Erlebnisse aus Kindheit und
Jugend aufzulösen. Diesen Weg
einzuschlagen bedeutet nicht, den ganzen
Tag nur noch zu beten - nicht dass das
missverstanden wird -, sondern es geht
darum, sich den eigenen Schatten zu
stellen und Befreiungsarbeit zu leisten.
Manchmal geht es sehr langsam und fühlt
sich an, als trete man ewig auf der
Stelle, dann wieder überschlagen sich
die Ereignisse, und es geht gleich
mehrere Schritte auf einmal voran, und
eines fügt sich zum anderen. Es hat sich
gezeigt, dass die Ursachen nicht einfach
nur in den Erlebnissen mit meinen Eltern
begründet waren, sondern dass es viel
tiefer zurückliegende Dinge gab, z.B. aus
dem Ahnenfeld und auch einige alte
Seelenverträge, die ich mit meinen
Eltern hatte, sowie um
verlorengegangene Seelenanteile, die
zurückgeholt werden mussten und ohne
die man als Mensch gar nicht vollständig
und in der Kraft sein kann. Seelenanteile
gehen z.B. verloren oder flüchten sich
weg in traumatischen Situationen, in
denen man das Gefühl hat, sonst nicht
überleben zu können, in denen die Seele
glaubt, nur dann überleben zu können,
wenn sie einen Teil von sich abspaltet,
um ihn in Sicherheit zu bringen. Erst seit
ich das erkannt habe, merke ich, dass es
tatsächlich vorangeht.
Vielen Menschen ist die
Arbeit, die ich heute tue, noch
suspekt und fremd. Blockaden
und belastende
Verbindungsstränge lösen auf
energetischer Ebene?
Fremdwesen? Alte
Seelenverträge und Gelübde?
Mir scheint es, dass diese
Themen vielen Menschen
noch Angst machen, weil es
Dinge sind, die man nicht
einfach so „greifen" kann. Ist
es doch oftmals so schwer,
sich den eigenen Schatten zu
stellen, sie als Teil von sich zu
akzeptieren und auch daran zu
arbeiten, um sie erlösen zu
können. Und da scheinen doch
einige starke und hilfreiche
Wesen hinter mir zu stehen,
die mich schützen. Vielleicht
sind sie es, die mir immer
wieder kleine Lichtblicke
aufzeigen, wie es weitergeht
und dass ich beschützt bin.
Zusammenfassend kann ich sagen: Hätte
ich all diese Erfahrungen mit
Missbrauch, Existenznot, Krankheit,
Unglücksfällen, Ausnahmesituationen
uvm. nicht gemacht, hätte ich wohl gar
nicht an mir gearbeitet und versucht,
mein Leben in den Griff zu bekommen
und die Probleme anzugehen. Ich wäre
dann gar nicht auf diesen Weg geführt
worden und hätte die spirituellen
Themen gar nicht weiter vertieft, mit
denen ich heute arbei- te. All diese
Schicksalsschläge, Leiden und
Erfahrungen haben mich dahin geführt,
wo ich jetzt stehe.
Durch die Therapien und die Arbeit an
mir selbst habe ich mich auf eine Weise
kennengelernt, die mir heute hilft,
anderen Menschen in ähnlichen
Situationen zu helfen, da ich so vieles
selbst kenne und erlebt habe. Im Jahr
2012 habe ich daher eine spirituelle
Heilpraxis gegründet und arbeite
seitdem bewusst mit Menschen, die
meine Hilfe erbitten. Durch meine Hell-
fühligkeit und Sensibilität nehme ich
intuitiv vieles wahr, was anderen
verborgen bleibt - oft als Bilder oder
Hinweise aus der geistigen Welt. So
gehört es zu meinen Aufgaben, auf
feinstofflicher Ebene, Blockaden,
Traumata, Abspaltungen und Ähnliches
aufzuspüren und zu lösen. Wenn es
gewünscht ist, bereinige ich auf
energetischer Ebene belastende
Verbindungen des Klienten, was zu einer
Harmonisierung bestehender und auch
vergangener Familienbande führen kann.
Ich spüre karmische Ursachen (z.B. alte
Seelenverträge) heutiger Beschwerden
und Probleme auf, führe erdgebundene
Seelen ins Licht und wandle das um,
was heute nicht mehr zeitgemäß ist und
uns daran hindert, wieder in die
Leichtigkeit und in Freude zu kommen.
Auch das Austesten von Häusern und
Wohnungen auf feinstoffliche
Belastungen und deren Ablösung gehört
zu meinen Aufgaben. Meine Familie hält
mir hierfür, so gut es geht, den Rücken
frei. Mein jüngstes Kind lebt derzeit als
einziges die von mir geerbte Begabung
auch aus und nimmt schon seit frühester
Kindheit vieles der feinstofflichen
Ebenen wahr und spricht mit geistigen
Wesen.
Seit ich mich bewusst dazu entschieden
habe, mich meiner Berufung zu stellen,
hat sich unser Leben zum Positiven
gewendet!
Mera
Der Kontakt zu Mera entstand
über eine gemeinsame
Bekannte. Da ihre Mutter
noch lebt - und die Erlebnisse
mit ihr doch sehr heftig waren
-, wollte sie nicht mir ihrem
richtigen Namen genannt
werden. Ein Kontakt ist über
den Verlag möglich:
E-Mail: amadeus@amadeus-
verlag.com
Auf nach Nashville JEAN
NOLAN

Das Leben ist ein wunderbares


Geschenk. Wir erkennen das,
wenn wir das Licht der Erde
erblicken, und vergessen es,
wenn andere beginnen, uns zu
erklären, was wir sollen,
dürfen und müssen.
Irgendwann erinnern wir uns
wieder daran. Der Weg dahin
ist meistens voller Aufregung
und Abenteuer, eine
Achterbahn der Gefühle und
unglaublich spannend. So ist
auch mein Weg, so ist auch
unser Weg...
Man nennt mich Jean Nolan, und ich
wurde 1986 in Ljubljana, Slowenien
geboren. Meine Familie zog gleich nach
meiner Geburt nach Klagenfurt in
Osterreich, und dort bin ich auch
aufgewachsen. Kristin, meine Frau, und
ich haben uns 2004 kennengelernt. Sie
betreute damals als Mentalcoach viele
Sportler, und ich war als alpiner Ski-
Rennläufer einer davon. Seit dem Tag
unserer ersten Begegnung spürten wir
beide, dass wir eine große und tiefe
Verbindung haben und es viel mehr ein
Wiederfinden als ein Kennenlernen war.
Ein Jahr später wurden wir ein Paar. Für
viele unserer Bekannten und Freunde
waren wir gewiss das ungewöhnlichste
Paar, das sie kannten. Kristin war
damals 30 und Mutter dreier Kinder, ich
war 19 und wurde von einem Tag zum
anderen nicht nur Lebenspartner,
sondern auch (Stief-) Vater von drei
wunderbaren Kindern. Jene, die sich mit
uns freuten, waren uns herzlich
willkommen. Von anderen, die sich an
uns störten, haben wir uns schnell und
schmerzlos verabschiedet. So hat schon
damals etwas eingesetzt, was sich für
viele Jahre fortsetzen sollte, nämlich
eine große Reinigung auf allen Ebenen.
Auf Grund vieler Verletzungen und
Rückschläge im Sport beschloss ich
Anfang 2007, meine Rennski an den
Nagel zu hängen. Bereits in den Monaten
zuvor hatten Kristin und ich begonnen,
ein Designunternehmen aufzubauen, und
so konnte ich nun meine ganze
Aufmerksamkeit der neuen Aufgabe
widmen. Gleichzeitig begann ich auch,
mich wieder intensiv der Musik zu
widmen. Ich hatte bereits in jungen
Jahren als Tänzer, Sänger und Pianist auf
der Bühne gestanden und hatte mit 14
Jahren begonnen, Songs zu schreiben.
Meine Gitarre stand nun immer bei mir
im Büro, und so entstanden allmählich
auch wieder neue Lieder.
Im selben Jahr, im September 2007,
heirateten Kristin und ich auf unserer
Lieblingsinsel in Kroatien. Die Zeit, die
wir auf der Insel verbracht haben, und
der Tag unserer Hoch-Zeit selbst
blieben uns für immer als eine ganz
außergewöhnlich schöne und leichte Zeit
in Erinnerung. Der Tag unserer Trauung
war einmalig schön, und gemeinsam mit
unseren Familien und Freunden durften
wir damals ein so wunderbares und
herzerfülltes Fest feiern, dass es jedem,
der dabei war, noch Jahre später wie ein
Traum erschien.
Zwei Monate später kauften
Kristin und ich unser erstes
gemeinsames Haus. Da wir
gerade mitten im Aufbau eines
neuen Unternehmens waren,
und dafür bereits einen Kredit
aufgenommen hatten, wäre
uns der Hauskauf ohne die
angebotene Hilfe meines
Vaters nicht möglich gewesen.
Meine Eltern hatten bereits
Jahre zuvor meinem Bruder
den Kauf und die Finanzierung
einer Wohnung ermöglicht und
wollten nun auch mir das
Gleiche zukommen lassen.
Hocheuphorisch ging somit
das Jahr 2007 zu Ende. Wir
waren verheiratet,
Jungunternehmer und
Eigentümer eines
wunderschönen, großen
Hauses. Wir hatten damals nur
ein großes Ziel vor Augen, und
das war, möglichst schnell
möglichst erfolgreich und reich
zu werden. Mit unserem
ersten Produkt, einem
Möbelstück für die
Gastronomie, bewarben wir
die berühmtesten Hotels und
Restaurants der "Welt und
rechneten bald mit dem
großen Geschäft.
Obwohl uns einige
Achtungserfolge gelangen,
wollte der Verkauf nicht so
recht anspringen. Die große
Anfangsinvestition schien nicht
wirklich zu fruchten, und die
Bestellungen kamen nur
zaghaft herein. Während
Kristin sehr ruhig blieb und
stets positiv nach vorne
blickte, setzte bei mir langsam
die Nervosität ein. Die
Rechnungen stapelten sich,
und der Rahmen unseres
Kontos war allmählich
ausgereizt. Ich war noch nie
zuvor mit so einer Situation
konfrontiert gewesen und
meine Reaktion war die Flucht
nach vorne: Mehr E-Mails,
mehr Anrufe, mehr
Aussendungen, mehr Werbung
und vor allem mehr Druck.
"Wenn es im Sport nicht
funktioniert hatte, dann waren
stets mehr Training und mehr
Einsatz die Reaktion gewesen.
Doch aus irgendeinem Grund
brachten auch die 18-Stunden-
Tage sehr wenig an
Mehrerfolg - es änderte sich
nichts.
Als die erste Jahresrate für unser Haus
fällig wurde, waren wir erleichtert, dass
wir sie nicht zu zahlen hatten. Für die
nächsten paar Jahre mussten wir uns
darüber dank meines Vaters auch keine
Sorgen machen. In dieser Zeit nahm ich
immer wieder eine leise Stimme in mir
wahr. Ich konnte nicht genau hören, was
sie sagte, doch ich wusste, dass sie da
war. Einige Wochen später flatterte die
erste Zahlungserinnerung für die
Kreditrate ins
Haus, und meine Anspannung
wuchs. Mein Vater hatte zwar
eine beschwichtigende E-Mail
an die Bank geschrieben, doch
mich konnte er damit nicht
beruhigen. Allmählich, Stück
für Stück, erzählte er mir die
ganze Geschichte. Zwei große
Betrugsfälle und der Ausfall
mehrerer großer Geschäfte
hatten ihn an den Rand der
Zahlungsunfähigkeit gebracht.
Sein vormals hoch
erfolgreiches Unternehmen
stand am Ende. Er hatte
begonnen, alle
Vermögenswerte zu
liquidieren, doch dabei kam
kaum genug raus, um die
laufenden Forderungen
abzudecken. Ebensolche
Meldungen erreichten uns
auch von Kristins Eltern, denn
auch dort standen die Zeichen
auf rot.
Irgendwie schafften wir es immer
wieder, über die Runden zu kommen,
doch wir waren weit davon entfernt, ein
entspanntes Leben zu führen. Ich begann,
mehr Zeit an der Gitarre zu verbringen
und schrieb viele Songs. Der Wunsch,
wieder auf der Bühne zu stehen und
meine eigene Musik mit den Menschen
zu teilen, wurde immer größer. Die leise
Stimme in mir wurde immer lauter, und
allmählich konnte ich auch hören, was
sie mir zu sagen hatte. Täglich im Büro
am Computer zu sitzen und Möbelstücke
zu verkaufen, entsprach so gar nicht
meinem Naturell, und ich merkte, dass es
immer schwieriger wurde, diese
Wahrheit zu unterdrücken. Auch Kristin
„kämpfte" auf ihre Weise damit und
fühlte sich immer häufiger sehr erschöpft
und unwohl. Sie fiel in ein starkes
Burnout und konnte monatelang kaum
ohne meine Hilfe aufstehen oder gehen.
Permanenter Schwindel und die immer
anhaltende Müdigkeit fesselten sie
regelrecht an die Couch und ließen ihr
keine Möglichkeit mehr, wie früher den
ganzen Tag wie unter Starkstrom zu
arbeiten. Uns beiden wurde klar, dass es
so nicht weitergehen konnte.
Die folgenden Monate waren sehr
herausfordernd. Kristin haderte stark mit
sich und ihrer permanenten Erschöpfung
und den andauernden
Schwindelgefühlen. Ich versuchte so gut
wie möglich, alles unter einen Hut zu
bringen und mich um alles andere zu
kümmern. Manchmal ließ ich auch alles
stehen und liegen und verbrachte den
ganzen Tag an ihrer Seite. Ich wusste,
dass ich ihr im Grunde kaum helfen
konnte, aber für sie da zu sein, war jetzt
wichtiger als alles andere. Langsam und
durch viel innere und reinigende Arbeit
erholte sich Kristin wieder.
In den folgenden Monaten und
Jahren erlebten wir ein großes
Wellental der Gefühle. Alles
war im Wandel. Wir sperrten
unsere Firma zu, und auch die
Unternehmen unserer Eltern
gingen pleite. Kristin und ich
hatten uns jedoch auf einen
neuen Weg begeben. Ich
widmete mich beinahe
ausschließlich der Musik und
wurde 2009 von einem
Plattenlabel unter Vertrag
genommen. Kristin hatte nach
ihrer Erfahrung mit dem
Burnout und ihrer Heilung
beschlossen, in Zukunft keine
Sportler mehr zu betreuen,
sondern den Menschen dabei
zu helfen, ein erfülltes,
gesundes und erfolgreiches
Leben zu führen.
Wir beschäftigten uns sehr intensiv mit
uns selbst, unserer Vergangenheit,
unserem Lebensweg und unseren
Visionen. Auf allen Ebenen begannen
wir damit, die Dinge und Normen zu
hinterfragen und unseren eigenen Weg zu
finden. Es blieb kein Stein auf dem
anderen. Im Jahr 2011 lernten wir durch
eine schicksalhafte Begegnung eine
ältere Dame kennen, die uns näher in
Kontakt mit der Geistigen Welt brachte.
Wir erfuhren von ihr, was wir in uns
schon sehr intensiv spürten: Unser
Dasein, unser Leben, hatte einen
tieferen Zweck, als einfach
irgendeiner Arbeit nachzugehen, um
Rechnungen zu zahlen und beim
allgemeinen „Gesellschaftsspiel"
mitzuspielen. Durch viele Übungen,
Rituale und durch sehr viel
Selbstreflexion formten wir ein neues,
ein anderes Leben. Wir lernten, wieder
bewusst unseren Weg zu gestalten, Kraft
unserer Gedanken das von uns
Gewünschte zu manifestieren und uns
mit den tieferen Ebenen des Lebens zu
beschäftigen.
Auf anderen Ebenen waren wir jedoch
scheinbar immer noch mit ähnlichen
Herausforderungen konfrontiert wie
zuvor. Da wir in den vorangegangenen
Jahren einiges an „Altlasten"
angesammelt hatten, waren wir mit den
Zahlungen immer hinterher. Trotz
unserer intensiven inneren Arbeit schien
sich vor allem das Thema „Mangel"
immer wieder ganz groß zu zeigen.
Durch den Notverkauf von Kristins
früherem Haus konnten wir zwar die
Kreditraten für unser jetziges Haus
einige Zeit lang bedienen, doch nun
flammte dieses Problem erneut auf.
Noch einmal mussten wir uns mit dieser
Situation ausführlich auseinandersetzen,
und sie sollte uns an unsere Grenzen und
darüber hinaus führen.
Im Februar 2012 spitzte sich alles so
richtig zu. Wir hatten bereits einige Zeit
lang versucht, unser Haus zu veräußern,
doch trotz allergrößter Bemühungen kam
kein Käufer. Die Bank verlor die Geduld
und veranlasste die
Zwangsversteigerung. Wir wurden
wieder einmal an unsere Belastungs-
grenzen geführt. In der Woche vor dem
Versteigerungstermin versuchten wir
alles Menschenmögliche, um die
geforderten 30.000 € aufzutreiben. Als
am Sonntag, einen Tag vor der
Versteigerung, noch immer nichts
gefruchtet hatte, bat Kristin ihre
vermögende Großmutter um das Geld.
Mit Müh und Not gelang es uns bis
Montagmorgen, 9 Uhr, dem Richter die
Einzahlungsbestätigung der Bank
vorzulegen, und in letzter Sekunde
wurde die Zwangsversteigerung
abgeblasen. Wir waren vollkommen
erschöpft, doch auch erleichtert und
glücklich, mit unseren Kindern nicht auf
der Straße zu sitzen. Am nächsten
Morgen brachten wir, wie jeden Tag,
die Kinder mit dem Auto zur Schule, als
nur wenige hundert Meter von unserem
Haus entfernt jeweils ein schwarzes
Fahrzeug vor und hinter uns die Straße
blockierte. Es sprangen mehrere Männer
raus, die auf uns zuliefen und die
Fahrertüre aufrissen. „Kriminalpolizei,
sofort aussteigen, Sie kommen jetzt mit
uns mit." In den nächsten Stunden
durchsuchten etwa 30 Polizisten samt
Spürhunde unser gesamtes Haus, unseren
Garten und unser Auto. Zusammen mit
den zwei ermittelnden Inspektoren saßen
Kristin und ich an unserem Esstisch, als
ich endlich erfuhr, worum es eigentlich
ging. Man bezichtigte mich, am Freitag
zuvor eine Bank, etwa 15 km von uns
entfernt, überfallen zu haben. Für die
Inspektoren schien alles wunderbar
zusammenzupassen. Der Täter war bei
Geschäftsschluss vermummt in die Bank
gekommen und hatte mit gezückter Waffe
Geld gefordert. Er sagte dabei wörtlich:
„Ohne 30.000 € geh ich hier heute
nicht raus." Er war zwar leer
ausgegangen, aber zufällig war es genau
dieser Betrag, den wir für die
Abwendung der Zwangsvollstreckung
gebraucht hatten.
Der Chefinspektor redete laut und mit
großem Druck auf mich ein und drängte
mich zu gestehen. Ich verstand die Welt
nicht mehr und war vollkommen
verzweifelt. Die Kriminalpolizisten
hatten sich alles so zurechtgelegt, dass
es sehr schlecht für mich aussah. Ich
versuchte, den Inspektoren zu erklären,
dass wir den von der Bank für die
Abwendung der Versteigerung
geforderten Betrag von Kristins Oma
erhalten hatten, doch das ließ sie
vollkommen unbeeindruckt. Der
Chefinspektor, der den „bösen Bullen"
spielte, sagte: „Das war erst am
Sonntag, weil Sie am Freitag beim
Uberfall auf die Bank leer
ausgegangen sind. Wir haben das
bereits mit der Großmutter abgeklärt."
Obwohl ich vollkommen unschuldig
war, dämmerte mir plötzlich, dass ich
schon bald hinter schwedischen
Gardinen sitzen könnte. Schon viele
unschuldige Menschen sind in den Knast
gekommen.
Kristin und ich sahen uns an, und mir
rannen die Tränen herunter. Es schien
alles vollkommen ausweglos. Je mehr
ich meine Unschuld beteuerte, desto
lauter und aggressiver wurde der
Chefinspektor. Er wiederholte immer
wieder die gleichen Sätze: „ Geben Sie
es endlich zu. Sie waren verzweifelt,
brauchten unbedingt das Geld, und
dann haben Sie die Bank überfallen.
Wir haben ganz klare Indizien. Es gibt
auch jemanden, der Sie auf den
veröffentlichten Fotos der
Uberwachungskamera erkannt hat.
Hören Sie auf zu lügen, und sagen Sie
jetzt die Wahrheit. Wir können uns die
ganze Durchsuchung ersparen, wenn
Sie es jetzt zugeben."
Das war der Tiefpunkt. Viel schlimmer
konnte es nicht kommen. All die Jahre,
all die Herausforderungen, all die
Tiefschläge liefen jetzt vor meinem
inneren Auge wie in einem Film ab. Ich
durchlebte noch einmal alle Ängste und
Nöte und schien endlos tief zu fallen.
Für einen Moment war ich versucht,
einfach abzuschalten, es über mich
ergehen zu lassen. Was hatte das alles
für einen Sinn? Man hatte mich vor den
Augen meiner Kinder und Nachbarn aus
dem Auto gezerrt und stellte nun unser
Haus auf den Kopf. Die Indizien waren
selbst aus meiner Sicht erdrückend, und
ich sah keine Möglichkeit, Licht in diese
dunkle, verwirrte Situation zu bringen.
All meine Lebensenergie, meine Freude
und mein Selbstbewusstsein waren aus
mir gewichen, und ich fühlte mich
einfach leer.
Vielleicht waren es einige
Sekunden, vielleicht auch
einige Minuten, aber plötzlich
spürte ich eine angenehme
Wärme in mir hochsteigen. Es
war, als hätte mich eine
höhere Kraft, ein höheres
Bewusstsein wieder zum
Leben erweckt. Ich spürte das
Blut in meinen Adern
pulsieren, und meine
Lebensenergie begann wieder
zu fließen. Ich blickte auf und
sah Kristin an. Ihre Augen
waren jetzt auch ganz warm
und ihr Blick entschlossen.
Auch ich fühlte eine große
Entschlossenheit in mir.
Etwas, das schon lange
geschlafen hatte, wurde nun
wieder in mir wach. Einige
Minuten lang verständigten
Kristin und ich uns ohne
Worte, nur mit unseren
Gedanken. Wir wussten
genau, wie und was jetzt zu
tun war und schritten zur Tat.
Ich begann wieder vollkommen klar und
logisch zu denken und rekonstruierte in
meinen Gedanken, was ich an besagtem
Tag alles getan hatte. Kristin sagte kurz
darauf: „Mein Mann war am
Freitagnachmittag zu Hause, das kann
ich bezeugen." Die lapidare Antwort
des Inspektors war, dass das durch unser
Verwandtschaftsverhältnis nicht sehr
viel wert sei. Glückli- cherweise fiel
mir ein, dass ich just zur Zeit des
Überfalls mit einer guten Freundin von
uns telefoniert hatte. Ich überprüfte die
genaue Zeit auf meinem Handy und sagte
zu den Beamten: „Ich habe zum
Tatzeitpunkt mit unserer Freundin
telefoniert. Das kann sie sicher
bestätigen."
„Das beweist nichts, es könnte ja
jemand anderes mit ihrem Handy
telefoniert haben.", antwortete der
Inspektor. „Das ist doch ganz einfach
nachzuprüfen.", konterten Kristin und
ich gleichzeitig: „Da ich ein
ortungsfähiges Smartphone habe,
können Sie nachprüfen, wo ich wann
gewesen bin. Wenn also unsere
Freundin bestätigt, dass ich mit ihr
telefoniert habe und sie nachvollziehen
können, dass der Anruf von hier aus
getätigt wurde, haben sich mein Handy
und ich nachweislich hier befunden."
Die beiden Inspektoren sahen sich an
und schwiegen. Die noch vor wenigen
Minuten ausgestrahlte Sicherheit war
wie verflogen, und sie dachten sichtbar
angestrengt nach. Kristin bemerkte das
sofort und verwickelte den
Chefinspektor in ein intensives
Gespräch. Innerhalb weniger Minuten
erfuhr sie alles über seinen Werdegang,
seine Kinder, seine Hobbys und seine
Träume und Ängste. Die Durchsuchung
dauerte noch einige Zeit, aber wir hatten
nun wieder die Kontrolle über unser
Leben und die Situation übernommen. Es
war für uns schlicht inakzeptabel, dass
irgendjemand in unser Haus marschiert
und auf Grund einer Lüge unser Hab und
Gut auf den Kopf stellt. Aber noch
wichtiger war, dass niemand das Recht
und die Möglichkeit hatte, über unsere
Gefühle zu bestimmen. Wir ließen
jegliche Angst los und richteten uns
innerlich zu unserer wahren Größe auf.
Eine sehr angsteinflößende Situation war
nun beinahe zu einem Spiel geworden.
Und es war klar, wer dieses Spiel
gewinnen würde. Wir konnten alles
aufklären und waren nach einer
abschließenden Befragung am
Nachmittag wieder zu Hause.
An diesem Tag trafen wir eine
Entscheidung. Wir hatten sie schon zuvor
getroffen, jedoch nicht mit ganzer
Intensität und auf allen Ebenen. Wir
entschieden uns FÜR unser Leben, für
die großartige Unendlichkeit der
Möglichkeiten und dafür, unser vollstes
Potential zu leben. Wir entschieden uns
dafür, die Angst vollkommen
loszulassen und an ihre Stelle die Liebe
fließen zu lassen. Wir sind die Schöpfer
unserer Realität, und trotz unzähliger
Bücher und Filme zu diesem Thema war
uns das erst jetzt ganz bewusst
geworden. Wir hatten sowohl die
Situation mit unserem Haus als auch mit
der Durchsuchung selbst erschaffen, und
es war zu unserem höchsten Wohl, so
wie alles, was geschieht, zu unserem
höchsten Wohl ist.
Es ist die Aufgabe eines jeden Menschen
in diesem Leben, sich zu entfalten und zu
wachsen, sich zu ewi-wickeln und zu
erblühen. In den Monaten nach der
Hausdurchsuchung beschäftigten wir uns
intensiv mit allem noch Aufzulösenden
in uns, mit allem, was noch unsere
Aufmerksamkeit suchte und gesehen und
gehört werden wollte. Beinahe jeder
Mensch trägt unaufgelöste Situationen
und Emotionen aus der Vergangenheit in
sich. Je mehr davon sich ansammeln,
desto intensiver werden die
Erfahrungen, die uns darauf hinweisen
möchten, dass wir uns mit diesen
Dingen auseinandersetzen sollen.
Wir machten eine gründliche Inventur
unserer Gefühle und Emotionen, und
alles, was erfasst wurde, konnte nun
auch verabschiedet Werden. Eine
besonders tiefgehende Methode, dies zu
tun, begegnete uns in dieser Zeit durch
das Buch „The Journey" von Brandon
Bays. Durch die von ihr entwickelte
Übung gelang es uns, an die in unserem
Unterbewusstsein gespeicherten
Emotionen und Erlebnisse zu gelangen,
deren Auflösung so wichtig für unsere
innere Heilung und unseren Weg war.
Gleichzeitig widmeten wir unseren
Gedanken und unserer Art zu denken
große Aufmerksamkeit. Wir erkannten,
wie negativ unsere Gedanken in der
Vergangenheit oft gewesen waren und
begannen sehr intensiv damit, uns mit
der Schöpfung neuer, inspirierender und
erfüllender Gedanken zu beschäftigen
und täglich Affirmationen und
Visualisierungen zu machen. Das
Erkennen und Loslösen der
schmerzhaften Erlebnisse aus der
Vergangenheit durch „The Journey" und
die Beschäftigung mit dem Neuen,
Positiven und Inspirierenden waren ein
großer Umkehrpunkt für uns. Jeder
Gedanke ist eine Schöpfung, ungeachtet
dessen, ob er positiv oder negativ ist. In
diesem Wissen hatte es den größten
Sinn, sich ganz und gar der bewussten
positiven und schöpferischen
Ausrichtung unserer Gedanken zu
widmen. Am 27. August 2012 wurde
unser Haus endgültig zwangsversteigert.
Wir bekämpften das nicht mehr, wir
ärgerten uns nicht mehr darüber, und wir
versuchten auch nicht mehr, es zu
verhindern. Im Gegenteil: Wir waren
dankbar. Eine große Altlast hatte sich
von uns gelöst, und wir konnten frei in
die Zukunft blicken.
Wir hatten uns immer wieder sehr
intensiv mit dem „System" und auch dem
Finanzsystem sowie mit der Recherche
über die Hintergründe vieler anderer
Dinge auseinandergesetzt. So war uns
auch im Lauf der Zeit bewusst
geworden, wie die Geldschöpfung
funktioniert und dass Banken kein Geld
verleihen, sondern lediglich Giralgeld
per Knopfdruck erzeugen. Auch dies war
sehr befreiend für uns und ermöglichte
es uns auch, uns von der Illusion der
„Schuld" zu verabschieden.
Die Wochen vor der Versteigerung
genossen wir jede Sekunde an unserem
wunderschönen Pool und schrieben
sogar ein kleines Büchlein mit dem Titel
„Denn die Kraft bist Du...". Viele große
und bewegende Gedanken und Gefühle
überströmten uns regelrecht, und wir
verspürten den tiefen Wunsch, diese
elementaren Erkenntnisse mit anderen
Menschen zu teilen. Jede Sekunde war
kostbar, und jeder Moment war der
beste Moment. Das Jahr entwickelte sich
für uns ganz wunderbar, oder sollten wir
besser sagen, wir entwickelten das Jahr
für uns ganz wunderbar.
Wir bewegten uns viel mehr in der Natur
und erweckten den Schöpfergeist in uns
zu neuem Leben. In unseren Berufungen
fügte sich alles sehr gut, und eine sehr
reiche und erfolgreiche Zeit folgte.
Kristin arbeitete mit vielen wunderbaren
Kunden und begleitete sie auf ihrem Weg
zu einem erfüllten und bewussten Leben.
Ich machte eine meiner Visionen wahr
und nahm meine neue Single mit dem
Titel „Hand in Hand" in Nashville,
Tennessee, auch Music City genannt, auf.
Der Song erreichte hunderttausende
Menschen und wurde zur Hymne der
Wahlbewegung von Frank Stronach, dem
austro-kanadischen Business-Magnaten,
der in Osterreich bei den
Nationalratswahlen 2013 angetreten
war.
Immer wieder sprachen wir über das
Wie und das Wieso. Wieso war wohl
alles so gekommen? Was hatten all diese
Herausforderungen und Schwierigkeiten
mit sich gebracht? Hätten wir etwas
anders machen können?
Kristin und ich kennen und lieben uns
schon seit vielen Leben. Obwohl uns das
in der Tiefe unseres Herzens immer
bewusst war, bekamen wir die
Bestätigung dafür bei unserer lieben Ma-
Wipi, der oben erwähnten älteren Dame,
die uns näher in die Kommunikation mit
der Geistigen Welt eingeführt hatte. So
erfuhren wir, dass wir schon seit
Tausenden von Jahren und in vielen
verschiedenen Inkarnationen stets
zusammen gewirkt hatten. Unsere
gemeinsame Aufgabe dauert also schon
lange an, und auch in dieser Inkarnation
liegt wieder viel Großes und
Wunderbares vor uns. Gleichzeitig gilt
es zu sagen, dass das wohl für jeden auf
diesem Planeten so ist. Die Qualität
dieser Zeit und die bewusste
Entscheidung, hier und jetzt zu in-
karnieren, bedeutet, dass wir alle an
dem jetzt stattfindenden großen
Transformationsprozess teilnehmen
möchten. Aber nicht nur das, wir
möchten ihn mitgestalten, ihn leben und
formen. Dafür sind wir hier, jeder auf
seinem Weg und mit seiner eigenen
Aufgabe. Diese scheinbar „schlimmen"
Ereignisse, die uns widerfahren sind,
mussten passieren, um uns auf gewisse
Dinge aufmerksam zu machen. Das
Streben nach den vorgegebenen Normen
wie: ein Haus, zwei Autos, zwei Kinder,
viel Geld, hohes Ansehen..., all das hat
uns vom wahren Leben abgelenkt. Wir
alle haben ganz bestimmte Fähigkeiten
und Talente mit auf den Weg bekommen,
und diese zu entfalten und zu leben, ist
eine unserer wichtigsten Aufgaben.
Wenn wir das tun, kommt alles andere
auch.
Eine „schwierige" Situation muss
stattfinden, wenn wir die Verbindung
zu uns selbst, zu unserem Gefühl,
unserem inneren Kompass verloren
haben. Wenn wir aufhören, auf diesen
Kompass zu hören - und das passiert
häufig in den späteren Kinderjahren -,
hören wir auch auf, uns verbunden zu
fühlen - verbunden mit uns und allem,
was ist. In dieser Verbindung liegt
jedoch der Schlüssel zu einem erfüllten,
gesunden und schöpferischen Leben.
Plötzlich erkennen wir, dass ein Richter,
ein Banker oder ein Inspektor eigentlich
ganz andere Rollen spielen, als im
Außen erkennbar. Sie sind in unserer
allgemeinen Wahrnehmung so markante
„Zeichen", dass wir uns mit ihnen
auseinandersetzen müssen. Wir dürfen
die Bedeutung dieser Erfahrungen in der
Tiefe verstehen und aus ihnen lernen.
Es gibt nichts, aber auch gar nichts, was
wir gerne anders gemacht hätten.
Rückblickend waren das die besten
Jahre unseres Lebens, und aus all den
Erfahrungen und Momenten durften wir
wunderbare Erkenntnisse gewinnen. Der
eine oder andere mag sagen: „Das war
falsch. Das hätte viel hesser sein
können." oder: „Ihr wart
unverantwortlich.", aber das sind
Bewertungen und Urteile, die aus den
gesellschaftlichen Normen abgeleitet
werden und dem wahren Menschsein
überhaupt nicht entsprechen.
Schon von frühester Kindheit
an lernen wir zu bewerten, zu
vergleichen, zu messen und zu
unterteilen. Doch all das trennt
nicht nur die Menschen
voneinander, es trennt den
Menschen von sich selbst. Es
gibt keine zwei gleichen
Menschen auf diesem
Planeten, selbst eineiige
Zwillinge sin vollkommen
einzigartige Wesen. Im
allgemeinen Wettlauf um
„höher „größer", „schneller",
„weiter" geht die göttliche
Einzigartigkeit jedes W< sens
verloren. In diesem Spiel
verlieren selbst die
augenscheinlichen
„Gewinner".

Im Loslassen dieser Muster liegt auch


die Wahrheit - die Wahrheit d< Seins
und die Wahrheit des Lebens. Wenn wir
uns von unserem angeleri ten Verhalten
des permanenten Urteilens lösen können,
haben wir d wunderbare Möglichkeit,
unsere Aufmerksamkeit dem
Schöpferischen 2 widmen. Darin
erkennen wir auch, dass das Leben und
Entfalten unser Fähigkeiten und Talente
das Wichtigste ist, und nicht der von
anderen b wertete Erfolg. Unser ganz
individueller Weg und alle Steine und
Felse die wir zu überwinden hatten, sind
das Geschenk von uns an uns selbst. E
füllt und frei von Sorge zu sein, ist kein
Produkt der Umstände, sonde! eine
Entscheidung, die wir mit ruhendem
Verstand mit unseren Herz< und mit
unserem Geist treffen. Wenn wir heute
eine Erfahrung mache die für andere
angstvoll oder deprimierend erscheinen
mag, bedanken -w uns dafür, füllen sie
mit Liebe, Freude und Leichtigkeit und
lassen sie wi der los. Genau so ist es
auch mit unseren Visionen und unseren
„Plänei für die Zukunft. Wir gestalten
sie, modellieren sie, erfüllen sie mit all
uns rer Liebe und fügen alles hinzu, was
uns möglich ist. Und dann lassen sie los.
Das bedeutet, den wahren Schöpfergeist
in uns zu erwecken und : leben.
Jean Nolan
Aufmerksam wurde ich zum
ersten Mal auf Jean durch sein
Lied „Hand in Hand", welches
der österreichische Milliardär
Frank Stronach als
Wahlkampfsong verwendete.
Dann fand ich während der
Recherche zu Daniel Prinz'
Buch seine Vorträge zum
Thema „Souveränität, Freiheit
und selbstbestimmtes Leben".
E-Mail: info@jeannolan.com Website:
www.jeannolan.com
Betriebsspionage - und
was man alles dadurch
lernt
Anfang 2014 sitze ich mit meinem Vater
gemeinsam in der Kantine unseres
Unternehmens, und wir teilen mit
unseren Mitarbeitern die Meinung, dass
wir heute ein so gutes Betriebsklima
haben, wie noch nie. Gerade wenn
mehrere Frauen gemeinsam in einem
Großraumbüro sitzen, ist das fast eine
undenkbare Vorstellung. Wahrscheinlich
sind das auch noch die Nachwirkungen
einer gelungenen Firmenweihnachtsfeier,
die vor kurzem in unserer Niederlassung
in Bratislava stattfand. Alle anwesenden
Mitarbeiter pflichten uns bei, und mir
wird klar, dass ich tatsächlich in den
letzten vierzehn Jahren so ein tolles
Betriebsklima wie jetzt noch nie erlebt
habe. Mein Wunsch in diesem Moment
war, dass dieser Zustand unbedingt
möglichst lange so anhalten möge. Eine
Mitarbeiterin fragte mich vor ungefähr
einem Jahr, ob ich nicht einmal wieder
zwei Wochen auf Urlaub fahren wolle,
denn sie würden es auch leicht ohne
mich schaffen. So eine Aussage ist
natürlich Balsam für die Seele. Dies tat
ich dann auch, und ich konnte meinen
Urlaub mit ruhigem Gewissen genießen.
An dieser Stelle sollte ich kurz
erwähnen, was unsere
Profession ist. Mein Vater und
ich führen gemeinsam ein
österreichisches Unternehmen
in der Baubranche, mit
Niederlassungen in
Tschechien, der Slowakei,
Bulgarien, der Ukraine und
Serbien. Darüber hinaus
existiert noch ein anderes
Unternehmen von uns im
chemisch-technischen
Bereich, mit dem wir
neuartige Beschichtungen für
die Holz-, Lebensmittel- und
Waffenindustrie entwickeln
und vertreiben.
Wenige Wochen später begann das
Betriebsklima sich massivst zu
verschlechtern. Streitereien
untereinander häuften sich, als hätte
jemand den Schalter umgelegt. Noch
nicht ganz realisiert, was da abgeht,
teilte mir eine langjährige, sehr nette und
gute Mitarbeiterin mit, dass sie
schwanger sei und eine Familie in der
Größenordnung einer Fußballmannschaft
plane. Menschlich gesehen war das eine
ganz wunderbare und positive Nachricht,
aber aus unternehmerischer Sicht sahen
wir das eher mit einem weinenden Auge,
da wir eine gute Mitarbeiterin verlieren
würden. Aber das konnte doch nicht der
Grund für die vielen neuen Probleme
sein, oder?
Noch bevor ich ein Stelleninserat in
Auftrag geben konnte, baten eine
Mitarbeiterin aus der
Auftragsabwicklung und ein
Vertriebsmitarbeiter meinen Vater und
mich zum Gespräch und teilten uns mit,
dass sie seit wenigen Monaten ein Paar
seien und dies nun öffentlich machen
wollten. Einen kurzen Moment blieb mir
die Luft weg. Dann wurde mir klar,
woher die Streitereien der vergangenen
Wochen kamen. Krankhaft eifersüchtig
suchte der Vertriebsmitarbeiter förmlich
Konflikte mit all seinen Kolleginnen und
Kollegen. Zudem gab er meinem Vater
und mir indirekt die „Schuld" an der
Beziehung mit seiner Kollegin, da wir es
ja schließlich gewesen sind, die die
Weihnachtsfeier in die Slowakei verlegt
hatten und sie sich bei der dortigen
Übernachtung nähergekommen waren.
Da fällt einem ja nichts mehr dazu ein...
Ergänzend dazu merkte er noch an, dass
wir ihre Beziehung gefälligst akzeptieren
sollten, ansonsten würde er unser
Unternehmen verlassen - was wir uns
nicht leisten könnten, da wir derzeit ver-
triebsseitig personell unterbesetzt
wären. Sprachlos und schockiert saß ich
da und tat das einzig Sinnvolle: Ich
beendete das Gespräch und wies beide
darauf hin, ihren Job korrekt zu machen
und keine weiteren Konflikte zu
provozieren. Danach wurde meinem
Vater und mir klar, dass wir jetzt ein
großes Problem hatten, da unser
Grundbetrieb durch den Wegfall
wichtiger Schlüsselpositionen in Gefahr
war.
An diesem Abend kam ich mit
hochrotem und erhitztem Kopf nach
Hause und kochte vor Wut. Mein
erholsamer Schlaf war von diesem
Zeitpunkt an für Monate dahin. Ich
wachte mit denselben Gedanken auf, mit
denen ich zu Bett ging. Der Schlaf
brachte nichts, das Gefühl am nächsten
Morgen war unverändert. Das so gelobte
Betriebsklima war Vergangenheit.
Konflikte waren an der Tagesordnung,
und ich hatte keine ruhigen Nächte mehr.
Kaum ein Tag verging, an dem ich nicht
in einen innerbetrieblichen Konflikt
verwickelt wurde. Zu allem Überfluss
stellte sich eine weitere tragende
Kollegin auf die Seite des
Mitarbeiterpaares, was die Situation
noch weiter verschlimmerte.
Der geplante Urlaub mit meiner
Freundin verabschiedete sich genauso
wie die Stabilität meines Nervengerüsts.
Mein bester Freund half mir in dieser
Zeit sehr, da er sich meine Erlebnisse
anhörte und mir Ratschläge gab und mich
auch in meinem Handeln bestärkte. Er
selbst erlebte zu diesem Zeitpunkt eine
sehr positive und erfolgreiche Zeit, was
mir zusätzlich irgendwie Hoffnung gab,
dass sich das Blatt auch bei mir bald
wieder wenden würde.
Doch auch dem verliebten Paar wurden
die selbst provozierten Streitereien und
Intrigen zu viel, und der Vertriebsmann
kündigte, noch bevor wir irgendwelche
sinnvollen Schritte unternehmen konnten.
Die Dame aus der Auftragsabwicklung
aber blieb. Da sie bisher deutlich besser
mit der Situation umgehen konnte und
wir ihre Arbeitsleistung und Fähigkeiten
auch dringend brauchten, waren wir
guter Dinge, dass sich die Situation nun
endlich bessern würde. Sie teilte mir
mit, dass sie gerne bei uns arbeite und
dies auch noch länger tun würde. Ich
war sehr froh darüber, dies zu hören,
und war beruhigt.
Währenddessen versuchten wir, eine
Nachfolgerin für unsere, bald in die
Elternzeit entschwindende Mitarbeiterin
zu finden, was sich als denkbar
schwierige Aufgabe erwies. Nachdem
unser ehemaliger Vertriebsmitarbeiter
das Unternehmen verlassen hatte, kam
mir zu Ohren, dass er bei einem
Mitbewerber zu arbeiten beginnen
würde, während seine Freundin bei uns
in der Auftragsabwicklung tätig war.
Jetzt mussten wir rasch reagieren.
Meine Aggressionen und Sorgen
verschlimmerten sich noch weiter. Noch
nie waren so viele Probleme auf einmal
da gewesen. Ich hatte auch keine Idee,
wie wir da so schnell wieder
herauskommen konnten. Während wir
versuchten dagegenzuwirken,
verschlimmerte sich die Situation
zusehends. Der Umstand, dass sie
einerseits sehr gerne bei uns arbeitete
und auf der anderen Seite von ihrem
neuen Lebensgefährten gegen uns
aufgehetzt und massiv unter Druck
gesetzt wurde, war deutlich erkennbar.
Zeitlich gelang es uns glücklicherweise,
eine Nachfolgerin für unsere schwangere
Mitarbeiterin zu finden - allerdings nur
für kurze Zeit, da sie von der Freundin
unseres ehemaligen
Vertriebsmitarbeiters regelrecht
herausgeekelt wurde, anstatt eingeschult
zu werden. Es folgten Mobbing-Attacken
untereinander, und ich selbst wurde auch
beschuldigt, Mobbing auszuüben und auf
den ausgeschiedenen
Vertriebsmitarbeiter eifersüchtig zu sein.
Mein Vater und ich waren permanent
unter Druck und mussten dabei
versuchen, den Betrieb so gut es ging
aufrechtzuerhalten.
Um den Druck, den ich in meinem Kopf
verspürte, abzubauen, ging ich nach der
Arbeit immer öfter in den Wald zum
Laufen. Dies half tatsächlich gut, und
mein Kopf wurde wieder etwas kühler
und die aggressiven Gedanken weniger.
Während des Laufens hatte ich auch
Ideen und dadurch wieder neue
Motivation gewonnen, wie ich in dieser
Situation weiterkommen würde. Mir
wurde auch bewusst, wer die wirklich
aufrichtigen, wichtigen und guten
Mitarbeiter der Firma waren, denen man
sonst viel zu wenig Beachtung und
Dankbarkeit schenkte. Es waren in der
Regel nicht diejenigen, die sich in den
Vordergrund stellten und dadurch
auffielen, auch wenn sie augenscheinlich
gute Arbeit leisteten. Diese Erkenntnis
setzte ich gleich in die Tat um und
bedankte mich bei den Mitarbeiterinnen,
und teilte ihnen mit, wie sehr ich sie
schätzte und dankte ihnen für die große
Unterstützung in dieser schwierigen
Zeit.
Meine Freundin litt zu diesem
Zeitpunkt schon sehr mit mir
mit und wusste auch schon
nicht mehr, wie sie mich noch
motivieren konnte. Eine
Erholung der Situation war
nicht in Sicht und ein Urlaub
daher auch in weite Ferne
gerückt. Und es kam noch
schlimmer. Die Freundin
unseres ehemaligen
Mitarbeiters flüchtete in den
Krankenstand, fuhr
währenddessen auf Urlaub
und hetzte die anderen
Kollegen mit Anrufen und
SMS gegen uns auf, doch der
Zusammenhalt des
verbleibenden Teams wurde
dadurch immer besser, da es
den Ernst der Lage nun
erkannte. Eine Mitarbeiterin
machte mich darauf
aufmerksam, dass die sich im
Krankenstand befindliche
Kollegin bereits alle ihre
privaten Sachen von ihrem
Arbeitsplatz mit nach Hause
genommen hatte. Ihr
Krankenstand war also genau
geplant, und sie hatte auch
nicht vor wiederzukommen.
Warum das?
Am nächsten Morgen kam mir
dann der Verdacht, was der
Grund dafür sein könnte.
Hatte sie etwas Falsches
gemacht und wollte deswegen
so schnell wie möglich
flüchten? Unser Unternehmen
forscht und entwickelt die
Produkte laufend weiter und
ist im Besitz von diversen
Patenten und Markenrechten.
Wir haben daraufhin sofort ein
Detektivbüro beauftragt, um
festzustellen ob Firmendaten
gestohlen wurden. Und
tatsächlich wurde dieses bald
fündig. Gezielt wurden
bestimmte Daten, die für den
neuen Arbeitgeber unseres
ehemaligen
Vertriebsmitarbeiters
besonders wertvoll waren,
ausgesucht, da dieser bisher
nicht in der Lage war, diese
Produkte selbst zu
produzieren.
So viele Gedanken schwirrten in
meinem Kopf herum, dass ich nicht mehr
klar denken konnte. So etwas zieht einem
förmlich den Boden unter den Füßen
weg. Als wäre es nicht schon genug,
dass die Aufrechterhaltung des Betriebs
gefährdet war - und jetzt auch das noch.
Einen kurzen Moment dachte ich an das
Gespräch mit meinem Vater vor ein paar
Monaten zurück, wie gut es bei uns doch
intern lief, und dass unser Team so
perfekt war. Ich konnte es gar nicht
glauben, in welche Situation wir da
geraten waren. Ich war hin- und
hergerissen zwischen Personalsuche und
der Überlegung, wie wir mit der
Betriebsspionage am besten umgehen
sollten. Schließlich ist der Mitbewerber
Teil eines Pharma- konzerns, der für
solche Gepflogenheiten bereits bekannt
ist. Darüber hinaus war dieses
Pharmaunternehmen wegen eines
Umweltskandals vor wenigen Jahren
groß in der Presse und auch vor Gericht,
weil angeblich Trinkwasser im großen
Stil verunreinigt worden sein soll.
Durch unser Detektivbüro
gelangten wir an eine
Anwaltskanzlei, bei der wir für
solche Fälle sehr gut
aufgehoben waren. Nachdem
alle Daten ausgewertet und
dokumentiert wurden, war die
Betriebsspionage eindeutig
nachgewiesen, und den
rechtlichen Schritten stand
nichts mehr im Wege.
Überraschenderweise hatte ab
diesem Zeitpunkt die
psychische Belastung
nachgelassen, da endlich
Gewissheit herrschte. Bei
einem Branchentreffen, das
kurz darauf stattfand,
berichteten andere
Marktteilnehmer von
ähnlichen Fällen im
Zusammenhang mit dem
genannten Mitbewerber.
Bislang gab es aber keinerlei
Konsequenzen, da man sich
zwar lautstark darüber
beschwert hatte, aber nie
etwas aktiv dagegen
unternommen wurde. Gerade
das bestärkte uns, nach dem,
was wir in den vergangenen
Monaten erlebt hatten, endlich
aufzustehen und denen Paroli
zu bieten.
Den Auftakt machte ein Gerichtsprozess
beim Handelsgericht. Unsere beiden
ehemaligen Mitarbeiter - die Spione -,
die ihren Lebensabschnitt inzwischen
gemeinsam bestritten, verstrickten sich
vor der Richterin in Falschaussagen. Für
mich selbst war es dennoch nicht
einfach, da beide vor Gericht versucht
hatten, mich mit angeblichen Vorwürfen
des körperlichen Bedrängens, Mobbings
und der Rufschädigung zu belasten. Dank
einer kompetenten Richterin gelang es
uns, den Prozess zu unserer vollsten
Zufriedenheit zu Ende zu bringen. (Einen
Bericht dazu finden Sie unter anderem
im Wirtschaftsblatt.(3))
Gerade bei diesen
vorangegangenen
monatelangen psychischen
Belastungen war es für uns
erleichternd, ein erstes kleines
Ziel erreicht zu haben und für
Gerechtigkeit zu sorgen.
Schließlich gelang es uns auch,
die wichtigsten offenen Stellen
wieder zu besetzen.
Noch sind die letzten Gerichtsprozesse
nicht abgeschlossen, aber das Vertrauen
in das Gute hilft uns - oder wie ich als
„Star-Wars"-Fan zu sagen pflege: „Die
Macht ist mit uns."
Auch wenn die Wege Gottes
zeitweise sonderbar sind, hat
schlussendlich alles seinen
Sinn. Mein Vater und ich
hätten zwar gerne auf dieses
so noch nie dagewesene,
turbulente und zeitweise
existenzbedrohende Jahr
verzichtet, aber auf der
anderen Seite haben wir viel
gelernt. In diesem
Zusammenhang durften wir
einige sehr interessante Leute
kennenlernen, die wir
wahrscheinlich sonst nie
getroffen hätten, und die jetzt
unser Leben bereichern -
ebenso Kontakte, die uns
geholfen haben, genau in
dieser Situation, in der wir uns
befanden, weiterzukommen,
obwohl es kurz zuvor noch
aussichtslos schien.
Es liegt in der Natur der Dinge, dass wir
meist erst danach erkennen, welchen
Sinn die vorangegangen Ereignisse
hatten. Vor allem wird uns in solchen
Zeiten vor Augen geführt, wer die
wahren und ehrlichen Wegbegleiter und
Freunde im beruflichen wie auch im
privaten Leben sind.
Vater und Sohn
Die beiden genannten Herren
habe ich Vorjahren in Wien
kennen- und inzwischen auch
als Freunde schätzen gelernt.
Mit ihrem Unternehmen haben
sie höchst interessante
Entwicklungen zur Marktreife
und in den Handel gebracht -
was offenbar auch der
Konkurrenz nicht entgangen
ist...
Kontakt ist über den Verlag möglich: E-
Mail: amadeus@amadeus-verlag.com
Es ist vorherbestimmt..
Nun sitze ich da, auf unserem
Boot im sonnigen Kroatien -
es ist Ende September 2014,
und die ruhige Herbstzeit mit
dem warmen,
einschmeichelnden Licht
erfreut meine Seele. Wenn da
nur nicht Jans Aufforderung
gewesen wäre, etwas über
mich zu schreiben! Und dann
auch noch über Tiefschläge
und das Wiederaufrappeln im
Leben, das mich zu dem
gemacht hat, was ich heute
bin! Wie kann ein Leben denn
in ein paar dürftigen Seiten
reponiert werden, ohne
Wichtiges zu vergessen? So
begebe ich mich jetzt auf die
Reise zu mir und schreibe
nieder, was vielleicht auch Sie
interessiert.
Geboren wurde ich in eine Familie, die
Geborgenheit, Liebe und Fröhlichkeit
vermittelt hat — mir also einen festen
und stabilen Stand im Leben weitergab,
dank dem ich auch die starken Stürme
heil überstehen konnte. Wir wohnten in
einem Drei-Generationen-Haus, also
zusammen mit den Großeltern, was den
Vorteil für uns Kinder barg, dass immer
jemand da war, der Zeit für uns hatte.
Eigentlich war schon mein Start ins
Leben geprägt von Unwägbarkeiten,
denn meine Mama war nach der Geburt
meines Bruders an einer
Herzmuskelentzündung lebensbedrohlich
erkrankt und lag für mehrere Monate auf
Leben und Tod im Krankenhaus. Kurz
nach ihrer Heimkehr war sie mit mir
schwanger, was den Hausarzt
fürchterlich wütend machte, sodass er
ihr zu einem sofortigen
Schwangerschaftsabbruch „riet". Er
brüllte sie an, ob sie denn mit ihrem
Leben spielen wolle! Sie entschied sich
jedoch für mich - und dafür bin ich ihr
unendlich dankbar! Jedenfalls war mein
Bruder überhaupt nicht erfreut, eine
kleine Schwester zu haben. Es war ein
Schock für ihn, von dem er sich, glaube
ich, nie erholt hat. Er war ja auch ein
kleiner Knirps von erst einem guten Jahr
und man muss sich vorstellen, dass er
seine Mama ja lange Zeit entbehren
musste, denn damals durften Kinder
nicht mit kranken Müttern zusammen
sein.
Erinnern kann ich mich an eine Kindheit,
die geprägt war von einer intensiven
Liebe zu meinem durchaus von
Außenstehenden sehr gefürchteten
Schäferhund „Astor". Ich lief sehr viel
barfuß, trödelte gerne, suchte
stundenlang nach vierblättrigen
Kleeblättern, verfolgte versonnen die
Wolken am Himmel, um immer wieder
neue Gebilde zu entdecken - und ich
musste auch nie in einen Kindergarten
gehen.
Mein nur anderthalb Jahre
älterer Bruder Rasso war eher
labil, introvertiert und heimlich
unglücklich - und hatte mich
als Schwester, die ewig
Lachende und Starke.
Vielleicht entschied sich
deshalb meine Seele
abzutauchen - mein Vater
fand mich im Alter von zwei
Jahren schockerstarrt und mit
offenen Augen unter Wasser
während eines Urlaubs. Er hat
mir das Leben gerettet, das
dann mit vier Jahren noch
einmal auf die Probe gestellt
wurde. Einer dieser damals
erhältlichen tiefroten Zucker-
Osterhasen hatte mir mit den
messerscharfen Kanten beim
Verschlucken die Speiseröhre
aufgeschnitten, und ich wäre
beinahe an diesem Blut
erstickt.
Als ich elf Jahre alt war, brach mein
linkes Hüftgelenk. Ich konnte nicht mehr
laufen und musste fast ein Jahr lang im
Rollstuhl sitzen, da der Bruch nicht
erkannt worden war. Ich hatte
wahnsinnige Schmerzen, konnte mich so
gut wie nicht bewegen, wurde von einem
zum anderen Arzt geschleppt, und die
Verlegenheits-Diagnose lautete immer
wieder: „Hypochondrie" (eingebildete
Krankheit). Nach unzähligen
Konsultationen gab es dann in der
Orthopädischen Klinik in München
aufgrund einer sehr aufwendigen
Untersuchung endlich ein Ergebnis - der
Hüftkopf war einfach abgerutscht. (Ob
dies die Spätfolgen von dieser einen
eingenommenen Conter- gan-Pille
waren, die meiner Mutter gegen die
Schwangerschafts-Ubelkeit zu
Testzwecken verabreicht wurde, konnte
nie geklärt werden. Das Präparat befand
sich in der Erprobung, und ihre Cousine,
eine Ärztin, sagte ihr, es könne ja nur
helfen und nicht schaden...) Es folgten
drei schwierige, schmerzreiche
Operationen innerhalb von zwei Jahren
und traumatische Erlebnisse in einer
Station, in der ein großes Zimmer mit
zwölf Kindern belegt war, vom Säugling
bis hin zu mir, die ich damals zwölf
Jahre alt war. Diese Kinder schrien Tag
und Nacht, und ich war für ganze sechs
Wochen gefangen in einem Ganzkörper-
Gips. Vom kleinen Zeh bis unter die
Achseln war ich in dem Spreizgips
eingepfercht — und dies im
Hochsommer. In dieser Zeit entwickelte
ich einen regelrechten Heißhunger auf
Zwiebelsalat. Meine Eltern kamen
täglich zweimal zu mir und brachten den
von mir suchtartig verlangten Salat.
Beim Ausgipsen fiel den Ärzten auf
einmal auf, dass die Wunddrainage mit
eingegipst worden war und sie
wunderten sich sehr, dass es während
dieser Zeit nicht zu einer Blutvergiftung
kam. Damals wusste ich noch nichts von
den Heilwirkungen der Zwiebel, einem
natürlichen Antibiotikum. Mein Körper
oder meine Seele jedoch wussten dies
durchaus!
Zu dieser Zeit war Schulwechsel, und
ich kam drei Monate zu spät in die
Realschule - in eine neue Klasse mit
fremden Mitschülern. Ich stand auf
Krücken, war sehr dick, und mein
Selbstbewusstsein war durch die
Odyssee der vorherigen Jahre gegen
Null gesunken. Ich weiß noch heute, wie
dieser Start in einen neuen
Lebensabschnitt verlief. Wir hatten
Handwerks-Unterricht, und ich kam als
Neuling in diesen schon bestehenden
Klassenverband. Fünfundzwanzig
Augenpaare waren auf mich gerichtet,
als ich eintraf. Ich setzte mich und
versuchte, meine Krücken abzustellen.
Krachend fielen die Gehhilfen um, die
ich mühsam wieder aufrichtete. Ein
zweiter und ein dritter vergeblicher
Versuch folgten, bis sich Ilse, die
wunderschöne, schlanke, engelsgleiche
und sehr beliebte Mitschülerin sowie
Klassensprecherin umdrehte, mit den
Worten: „Mei, ist die blöd...die
Krücken nahm, sie hinstellte - und sie
stehen blieben! Beschämender konnte
ein Neuanfang nicht beginnen!
Ein Jahr später, 30 Kilo leichter und
dementsprechend beschwingter, war ich
dann Klassensprecherin, und dieses Amt
behielt ich bis zum Schulende bei.
Übrigens war es für mich eine Wonne,
Schülerin zu sein, ich lernte leicht und
hatte sehr gute Ergebnisse, ohne viel
büffeln zu müssen - im Abschlusszeugnis
begann die Bemerkung mit den Worten:
„Die aufgeschlossene, kritische
Schülerin..." -Vier aufeinanderfolgende
Worte, die mich bis heute sehr deutlich
beschreiben!
So war meine Jugendzeit sehr fröhlich,
bunt und leicht - bis auf einen
Wermutstropfen, meinen Bruder! Wir
gingen zur gleichen Schule, zuerst war
ich eine Klasse unter ihm, dann in der
Parallelklasse, und danach fiel er noch
einmal durch und musste die Schule
verlassen. Er fing an, Drogen zu nehmen
und abzurutschen, ohne dass meine
Eltern dies merkten. Damals war es gang
und gäbe, „speed" zu nehmen. Viele
unserer Mitschüler taten dies, und es
war einfach „hip". Erstaunlicherweise
hat mich diese Art der
Bewusstseins-„Erweiterung" nie
interessiert und ich erinnere mich noch
an eine Einladung meines Bruders, an
einer Wasserpfeifen-Session
teilzunehmen. Da saß ich also in der
erlauchten Runde, war endlich auch mal
dabei, und die Wasserpfeife brodelte nur
so munter vor sich hin. Zug um Zug ging
das Mundstück von einem zum anderen
und landete dann bei mir. Und da es ja
brodelte, dachte ich, dass ich in das
Mundstück blasen müsste! In meiner
Naivität tat ich dies dann, der Erfolg
war, dass die Glut ausging und die
Session zu Ende war. Ich wurde nie
wieder zu solchen Aktivitäten verführt!
Mit 21 Jahren starb mein Bruder an
einer infektiösen Hepatitis. Innerhalb
von zwei Wochen nach der Gelbfärbung
seiner Augäpfel zersetzte sich die Leber,
und ich war die Letzte, die ihn besuchte.
Auf der Isolierstation durfte ich nur über
ein Fenster mit dem im Koma Liegenden
kommunizieren, und zwei Ärzte
diskutierten vor ihm und mir, wann er
denn sterben würde. Er drehte langsam
den Kopf zu mir - trotz angeblichem
Leberkoma und einige Tränen liefen an
seiner eingefallenen linken Wange
entlang. Diesen Anblick vergesse ich
nie, er hat eine tiefe Kerbe in meinem
Sein hinterlassen. In der darauf
folgenden Nacht verstarb mein von mir
so sehr geliebter Bruder, und ich suchte
jahrzehntelang die Schuld bei mir.
Warum konnte ich ihn nicht retten? War
ich daran schuld, dass er Drogen nahm?
Wäre es nicht besser gewesen, dass ich
gehe?
In Folge dieser Familientragödie hielt
ich es nicht mehr zu Hause aus. Mein
Vater und seine Trauer, jedoch auch
seine Aussagen wie: „Der Sohn ist der
Finger, der aus dem Grabe zeigt",
trieben mich förmlich aus dem Haus.
Meine Trauer wurde nicht
wahrgenommen, denn jeder war sehr mit
sich selbst beschäftigt - und ich fühlte
mich das erste Mal in meinem Leben so
sehr alleine.
So lernte ich an meinem zwanzigsten
Geburtstag meinen ersten Mann kennen,
einen fast zwölf Jahre älteren,
arbeitslosen Mann in der Findungs-
phase. Da wir beide „Geschäftskinder"
waren, kamen wir überein, uns auch
selbstständig zu machen und überlegten
uns, dass wir Einweg-Produkte für den
Krankenhausbereich anbieten wollen.
Ich kündigte kurzerhand meine Stelle bei
meinen Eltern und arbeitete nun fortan
mit - und für - meinen Verlobten und
späteren Ehemann. Wir heirateten im
April 1979, ich war im fünften Monat
schwanger und unterschrieb einen
Ehevertrag. Wir vereinbarten also
Gütertrennung, und mein Mann schrieb
alle Vermögenswerte auf seinen Namen,
auch die gemeinsam betriebene Firma.
Mit diesem Mann bekam ich zwei
Kinder, meinen Sohn Manuel und meine
Tochter Jasmin. Ich blieb zirka drei
Jahre zu Hause bei den Kleinen, bevor
sie in den Kindergarten gingen. Danach
fing ich dann wieder an, im ehelichen
Betrieb zu arbeiten und auch einige
berufliche Abschlüsse zu absolvieren.
Mein extrem schwieriger Mann, ein
Choleriker, stellte mich oft vor schier
unerfüllbare Aufgaben, die ich
versuchte, bestmöglich zu meistern und
meinen Kindern trotzdem die Wärme und
Geborgenheit zu geben, die sie brauchten
und die auch ich in meiner Kindheit
erhalten hatte. Diese zwanzig Jahre Ehe
waren geprägt von Arbeit, Arbeit und
wieder Arbeit - und von vielfachen
verbalen Demütigungen durch meinen
Mann! Alleine die
Szenenbeschreibungen dieser Ehe
würden ein Buch füllen! Bis ich
feststellte, dass mein Mann mich schon
seit zirka zehn Jahren mit einer seiner
Jugendlieben betrog, versuchte ich, das
Beste aus mir „rauszuholen", um die Ehe
und den wirtschaftlichen Erfolg
abzusichern.
Wir schrieben 1999, und
meine Hüfte machte mir seit
zwei Jahren wieder extrem zu
schaffen. Ich konnte kaum
mehr gehen und entschied
mich dazu, mir endlich eine
Prothese einsetzen zu lassen.
Mittlerweile war ich 42 Jahre
alt und beschäftigte mich
schon seit Jahren sehr viel mit
alternativem oder
esoterischem Wissen - schon
alleine deshalb, um einen
Ausgleich zu meiner Ehe zu
schaffen. Aber zuallererst
deswegen, weil mich die
Wahrheit hinter dem Schein
einfach interessiert hat. Um
die komplizierte Operation
bestmöglich zu überstehen,
verbrachte ich im Sommer drei
Wochen mit einer Freundin in
Sri Lanka, um dort mit einer
Panchakarma-Kur zu entgiften
und mich mental und physisch
vorzubereiten. Diese Reise
entpuppte sich dann zu meiner
großen Freude als spirituelle
Reise, denn wir hatten
unglaubliche Erlebnisse mit
sehr beeindruckenden
Menschen.
Nach der erfolgreichen Operation
wachte ich dann im Zimmer auf, und ein
Blumenmeer empfing mich.
Offensichtlich war ich bei Freunden, der
Familie und Geschäftspartnern doch sehr
beliebt! Diese Blumenpracht inspirierte
eine der Krankenschwestern, mich zu
fragen: „Sind Sie berühmt?" Und ich
erfreute mich an diesem Anblick, bis
mein Mann die Türe zum
Krankenzimmer aufmachte, das
geschmückte Zimmer erblickte - und die
Türe wieder von außen schloss! Er tat
dies, ohne mit mir - der frisch operierten
Ehefrau - auch nur ein einziges Wort zu
wechseln. Kein „ Wie geht es Dir?"
oder „Schön, dass Du die OP
überstanden hast." kam über seine
Lippen. Dies blieb auch der einzige
Besuch während der Klinikzeit, und in
mir kam immer mehr der Verdacht auf,
dass diese Ehe, die ja schon seit Jahren
eigentlich eher eine gemeinsame GmbH-
Leitung gewesen ist, nun zu Ende war.
Im November 1999, rund sechs Wochen
nach der Operation und anschließender
Reha, kam ich wieder im Betrieb an -
einem schönen, neugebauten Gebäude
mit Aufgangstreppe. Mein Mann empfing
mich - die auf Krücken Gehende - am
oberen Absatz dieser Treppe, während
ich noch unten stand, mit den Worten:
„Die Zeit des Müßigganges ist nun
vorbei Dies hieß offensichtlich, dass ich
wieder unentgeltlich für seine Firma
arbeiten musste - und in mir regte sich
heftiger Widerstand. Schließlich hatte
ich eine eigene Fertigungs-Firma mit
Reinräumen und zirka fünfzehn
Mitarbeiterinnen in seinem Gebäude
angemietet, für die ich nebenher die
Organisation machte. Meine Hauptarbeit
investierte ich unentgeltlich in seine
Firma, die Vertriebs-GmbH. Ich keuchte
die Stufen hoch, vermittelte ihm, dass
nun für mich die Zeit des Müßigganges
erst anfängt, angelte mir mit den Krücken
meine Utensilien aus seinem Büro und
arbeitete fortan nur noch für meine
Firma.
Zwischen Weihnachten und
Neujahr 1999/2000 trennte ich
mich auf privater Ebene von
ihm und hoffte auf Fairplay,
nachdem er ja die Ehe durch
sein uneheliches Verhalten
aufs Spiel gesetzt hatte. Mein
bisher verdientes Geld gab ich
immer für die Familie aus.
Mein Mann hatte alle Häuser,
Betriebsstätten, Wohnungen
nur auf seinen Namen
verbrieft, und so stand ich also
im Trennungsjahr mit
unsicherer Zukunft da, konnte
jedoch durch meine Firma gut
leben. Seine Firma war mein
Kunde, sodass ich noch
abhängig war von ihm.
Neben meinen Eheproblemen machte ich
mir große Sorgen um meine Mutter, die
mittlerweile an CLL, einer Form der
Leukämie litt - Leukämie nennt man auch
den Krebs des Herzens, denn sie hatte
den Hieb, den ihr der frühe Tod ihres
Sohnes schlug, nie wirklich verkraftet.
Sie war jedoch all die Jahre die Starke,
die ihren Mann aufrichtete; sie war die
Positive, die das Weiterleben
ermöglichte. Jede Minute, die ich
während der Wirrnisse meines Lebens
an Zeit erübrigen konnte, versuchte ich,
bei ihr zu sein, ihr Mut zuzusprechen und
die Leiden, die diese Krankheit mit sich
brachte, emotional auszuhalten. Zu
dieser Zeit stellte ich fest, wie kalt und
unnahbar der Klinikalltag sein kann und
machte mir meine Gedanken, ob dies
wohl die einzige Möglichkeit der
Heilung von Krankheiten darstellt.
Einige Monate später hielt mir mein
Noch-Ehemann die Kündigung für die
Räumlichkeiten meiner Firma unter die
Nase. Ich sollte sie innerhalb von
vierzehn Tagen an ihn übergeben, so
stand es im Vertrag. Süffisant erklärte er
mir, dass meine Mitarbeiterinnen schon
seit über zehn Jahren bei mir angestellt
seien und somit bei Auflösung des
Betriebes hohe Abfindungen bekommen
würden — und er wäre
entgegenkommender Weise bereit, diese
Firma zu übernehmen. Dieser Schachzug
vernichtete meine Existenz, denn durch
den Ehevertrag stand ich (nach so langer
Ehe) mittellos da, denn dieser
Ehevertrag schloss Unterhaltszahlungen
und einen ehelichen Gewinnausgleich
aus. Deshalb erklärte ich ihm, dass ich
alle Betriebsmittel kurz und klein
schlagen würde, wenn er mir die Firma
nicht zu einem anständigen Preis ablöst,
und erzielte eine Summe, mit der ich mir
eine neue bescheidene Zukunft, wie
immer die auch aussehen würde,
aufbauen konnte.
Im Februar 2001 ließen wir uns
scheiden. Diese Scheidung kam mir vor
wie ein Komplettversagen, denn ich war
die erste in dem großen
Familienverbund meiner Mutter, die sich
scheiden ließ. Es kam jedoch noch viel
schlimmer: Am 1. April 2001 verstarb
meine Mama an Leukämie, und sie litt
unsäglich vor ihrem Ableben. Meine zeit
ihres Lebens strahlend schöne, witzige,
intelligente, praktisch veranlagte und
liebevolle Mama und meinen Kindern
wundervolle Oma ging viel zu früh von
uns, schon mit 65 Jahren. Ich war am
absoluten Tiefpunkt meines Lebens
angelangt. Ich war frisch geschieden,
ohne feste Arbeit und hatte zwei Jobs,
einen als Barista in einer Vormittags-
Kantine und einen als Teilzeit-Sekretärin
in einer Werbeagentur. Ich wohnte in
einer kleinen Wohnung und hatte nun
auch noch den stärkenden Rückhalt
meiner Mutter verloren. In diesem Chaos
meines Lebens wusste ich nicht mehr
weiter! Was sollte ich denn mit Mitte
vierzig noch versuchen, zumal ich
emotional, körperlich und mental total
ausgebrannt und tief verletzt war?
Das Erlebnis
Es war genau in dieser Zeit, als ich
eines Abends in meiner kleinen
Wohnung zum Schlafzimmer ging, die
Türe öffnete und eine wundervolle,
harmonische und liebliche Melodie
hörte - ein das Herz öffnendes
Klangspiel, das mich wärmte. Ich
schloss die Türe und untersuchte die
Wohnung nach der Herkunft dieser Töne,
doch in der Wohnung war nichts mehr zu
hören. Erneut öffnete ich die
Schlafzimmer-Türe, hörte wieder die
lieblichen und wunderbaren Sequenzen,
machte die Türe so weit auf, dass ich auf
das
Bett schaute - und sah eine im
Schneidersitz befindliche Figur auf
meinem Bett! Bis aufs Mark erschrak
ich, und binnen dem Bruchteil einer
Sekunde waren sowohl Melodie als
auch die Erscheinung weg. Eine innere
Stimme sagte mir, dass dies Jesus
gewesen war, und ich deutete es als ein
Zeichen, dass ich nicht aufgeben sollte!
Wie durch ein Wunder stand mir nach
dieser Erscheinung mein neuer Weg klar
vor Augen: Ich sollte eine medizinische
Ausbildung machen, um meine
Kenntnisse im alternativen Heilwesen
auf solide Beine zu stellen.
Nebenberuflich besuchte ich einmal in
der Woche für drei Stunden einen
lehrenden Heilpraktiker in München, der
Zen-Meister war und den komplexen
Stoff so unverschnörkelt und klar
vermittelte, dass ich innerhalb von
anderthalb Jahren den Abschluss machen
konnte. Es war eine Zeit des Tag- und
Nacht-Lernens, in der außer meinen
beiden Jobs nur Büffeln angesagt war.
Geld hatte ich wenig, und neben der
Wohnung konnte ich keine zusätzlichen
Praxisräume anmieten, deshalb schlug
mein Papa vor, dass er mir Geld vom
Erbe meiner Mutter auszahlen würde,
damit ich für mich ein Haus anzahlen
könne.
Zu dieser Zeit hatte ich einen Freund,
der mich beim Lernen sowie der
Vorstellung, ein Haus zu bauen, stark
unterstützte - und somit begaben wir uns
auf die Suche nach einem geeigneten
Objekt. Wir tendierten zu einem Neubau,
damit die Praxis in das Haus integriert
werden konnte. Es lief alles so glatt,
dass ich es gar nicht glauben konnte. Es
fand sich das geeignete Grundstück, ein
Fertighaus zum Selbstausbau zu
günstigen Konditionen und die richtige
Finanzierung - ich war glücklich!
Im Mai 2003 absolvierte ich die
Heilpraktiker-Prüfung, und der
Baukörper wurde kurz darauf innerhalb
eines Tages auf das Grundstück gestellt.
Die Vorarbeit hierzu hatten wir im
Vorfeld bewerkstelligt, in einer
stressreichen Zeit, in der Lernen,
Arbeiten, Planungen fürs Haus und
Neuaufbau des Lebens anstanden.
Geplant war, dass nun der Hausausbau
während des Sommers 2003 erfolgen
sollte, sodass ich dann ab Herbst mit der
Praxis beginnen konnte. Das Haus hatte
weder Heizung, noch Böden etc., und
wir bauten in Eigenregie eine damals
sehr moderne Anlage mit Tiefenbohrung
für Wärmepumpe, Fußbodenheizung und
Solaranlage selbst ein! Durch „Zufall"
stellte ich fest, dass Klaus, der mit
seinem Sohn bei uns wohnte, noch mit
zwei anderen Frauen ein Verhältnis
pflegte. Jeder hatte er die große Liebe
und eine gemeinsame Zukunft
versprochen! Da ich ihn zur Hälfte in
das Grundbuch eingetragen hatte, stand
ich wieder auf der Verliererseite - denn
auf einmal, von einem auf den anderen
Tag, war wieder alles vorbei!
Da war zum einen der
unfertige Innenausbau des
Hauses, zum anderen die
Finanzierung der Hälfte, die ja
Klaus abzahlen sollte. Meine
bescheidenen finanziellen
Mittel, die noch nicht
begonnene Praxis - all diese
Dinge waren neben dem
emotionalen Desaster des
Wieder-betrogen-seins zu
bewerkstelligen. Und wieder
zog ich mich an den eigenen
Haaren aus dem Sumpf.
Meine Tochter zog bei mir ein
- welch Segen -, und ich
sprach mit der Bank, und bat
darum, mir das Vertrauen als
Alleinschuldnerin der
Grundschuld auszusprechen.
Es lief alles glatt, trotzdem war
dies wie ein Ritt auf der
Rasierklinge, denn finanziell
war ich am Anschlag, und
auch meine Tochter hatte all
ihre Ersparnisse aufgelöst,
damit diese heikle finanzielle
Phase überstanden werden
konnte.
Die Hellseherin
Zu dieser Zeit besuchte ich eine
Wahrsagerin, da ich nicht mehr weiter
wusste, denn mit den beiden Jobs konnte
ich die Belastungen für das Haus auf
Dauer nicht tragen. Und ob die noch
nicht eröffnete Praxis einmal laufen
würde, stand ja in den Sternen. Diese
Hellseherin sagte: „Du wirst bald
wieder einen Mann kennenlernen, der
nun der richtige ist. Du hast so sehr
viel mitgemacht in Deinem Leben, und
Dein Herz ist trotzdem nicht
verschlossen - er ist das Geschenk des
Himmels für Dich. Du wirst ihn im
Grünen kennenlernen, jedoch schneit
es noch einmal, obwohl es nicht mehr
Winter ist. Dieser Mann ist eine
stattliche Erscheinung und sieht gut
aus - jedoch sieht man die wahre
Schönheit von ihm erst auf den zweiten
Blick."
Im Herbst 2003 eröffnete ich die Praxis
und teilte mir die Zeit mit den beiden
immer noch vorhandenen Jobs - und wie
durch eine von oben gesteuerte Fügung
lief diese Praxis eigentlich ohne
weiteres Zutun sehr gut an. Die
Ausbildung der „Psychosomatischen
Energetik", die ich noch während des
Heilpraktiker-Studiums absolvierte,
bescherte dankenswerter Weise viele
Patienten, denen mit dieser Methode gut
geholfen werden konnte. Jedoch erfüllte
sich die Weissagung mit dem neuen
Mann dann doch nicht und trat in den
Hintergrund. Bei einer Weiterbildung in
Salzburg zur Dunkelfeld-Mikroskopie
und Sanum-Therapie am 2.6.2006 bekam
ich dann auf einmal in der ersten Pause
ein Bussi auf die linke Wange gedrückt!
Zuvor hatte ich mit den Händen bei den
hinter mir sitzenden Kolleginnen
festgestellt, dass diese auf einer
geopathischen Zone gesessen hatten und
deshalb innerhalb von zwei Stunden
extrem ermüdeten. Dieser Herr hatte
dann mit seinen Winkelruten mein
Ergebnis nachgetestet und lür richtig
erkannt! Das war er also, mein
Traumprinz — ein Kollege, ein
Baubiologe, an dem mir sofort die
warmherzigen, braunen Augen auffielen!
Wir heirateten schon am 7.7.2007.
Während der letzten Jahre hatte ich
stressbedingt extrem abgenommen lind
fühlte mich gar nicht gut. Die Praxis
machte mir immer mehr zu schaffen, ich
war kurzatmig und hatte einfach keine
Kraft mehr. Es kam, wie es kommen
musste: Nachdem meine Seele nun den
Partner erkannt hatte, der mich
unterstützt, forderte der jahrzehntelange
Raubbau seinen Zoll. Ich entwickelte
einen fulminanten Morbus Basedow,
hatte einen Ruhepuls von 130 und war in
Lebensgefahr. Mein Mann heiratete also
eine kranke Frau, die sich unter das
Messer begeben musste. Diese OP ging
schief, denn der Recurrens-Nerv wurde
beschädigt, und ich hatte meine Stimme
verloren, konnte nur noch flüstern und
hatte starke Erstickungsanfälle. Die
Praxis war nicht mehr zu führen, denn
ohne eigene Stimme ist eine
Gesprächspraxis eher kontraproduktiv.
So musste ich lernen loszulassen, zu
vertrauen, anzunehmen, was mir
geschenkt wurde von meinem Mann. Das
war eine völlig neue Erfahrung, nichts
mehr tun zu müssen, um zu überleben -
sondern anzunehmen. Aber dieser
Totalzusammenbruch war die logische
Lernerfahrung, um nun auch Zeit für die
wichtigen Dinge zu generieren. (Die
Stimme kam glücklicherweise kurz
darauf wieder.)
Nach meiner vollständigen Genesung hat
sich mein Leben grundlegend gewandelt
- denn nun habe ich Zeit! Zeit, um
Entdeckungen zu machen, die rund um
die Gesundheit von unschätzbarem Wert
sind. Immer klarer wird die Erkenntnis,
dass die „normale Schulmedizin" viel
Wissen unterdrückt! Sogar
hochdekorierte Ärzte werden bekämpft,
zum Beispiel bleibt ein mir bekannter
Professor aus Osterreich von
Morddrohungen nicht verschont, wenn er
seinen Patienten neben der klassischen
onkologischen Behandlung z.B. einen
Wirkstoff anbietet, der im „Verdacht"
steht, Tumore auflösen zu können. Dies
hat er bei einem Seminar in Barcelona
erzählt, denn in Deutschland wäre solch
eine Offenheit wohl nicht möglich.
Mein Beruf erlaubt es mir,
interessanten Menschen zu
begegnen, und meine Neugier
treibt mich immer weiter.
Derzeit beschäftige ich mich
mit Dr. Dr. H. W. Schimmel,
der 2003 verstorben ist, und
dessen Werke leider nur sehr
schwer zu bekommen sind.
Dr. Schimmel erforschte die
Auswirkungen von
intrazellulären Erregern, wie
z.B. Viren, und deren
Entfernung aus körpereigenem
Gewebe. Diese Studien
führten mich dann zur Mikro-
Immuntherapie, die ähnliche
hochspannende Ansätze
verfolgt.

Ich freue mich jeden Tag auf ein neues


Abenteuer, auf mein spannendes Leben
und kann zusammenfassend sagen, dass
immer, wenn ich ganz unten war, von
irgendwoher Hilfe kam, unerwartete
Hilfe - Zeichen und Menschen, die
einfach ohne mein Zutun da waren.
Dieses Wissen macht stark, und ich freue
mich, wenn wieder kleine oder große
Wunder meinen Weg kreuzen. Man kann
sie nicht planen, sie passieren einfach.
Deshalb begehe ich jeden Tag, als wäre
es mein erster.
U. Koch
Frau Koch ist Heilpraktikerin,
und wir haben uns vor vielen
Jahren über meine Frau
kennen gelernt.
E-Mail: amadeus@amadeus-verlag.com
Briefpost über den Verlag
Ich wollte diese Welt
verlassen
Mein Name ist Toni, und ich hatte vor
kurzem meinen 68. Geburtstag zweimal
gefeiert. Der Grund: Am 2.9.2014 hatte
ich eine schwere Herzat- lacke mit
Vorhof-Flimmern und mit der Gefahr
eines Gehirnschlags. Als Notfall ins
Krankenhaus gekommen und dort einmal
in den Klauen der Ärzte und der
angeschlossenen Pharmaindustrie,
kommt man da so schnell nicht wieder
weg. Aufgrund meiner in der
Vergangenheit erlebten
Nahtoderlebnisse habe ich zwar eine
Patientenverfügung, aber in dieser
absoluten Stress-Situation war ich nicht
Herr meiner Sinne. Es war, als ob mir
der Boden unter den Füßen weggezogen
wird. Es wurden -zig Untersuchungen
gemacht; man wollte mit einem Katheder
in mein Herz gehen, verantwortliche
Zellen entfernen, das Herz dann still
setzen und neu starten; wie die Reset-
Taste beim Computer! Aber die
himmlischen Mächte ließen mich nicht
alleine, und bei der Ultraschall-
Untersuchung durch den Oberarzt war
wie von „Zauberhand" der Sinuspunkt
wieder da. Mein Herz schlug ganz
normal und ich konnte zurück nach
Hause und dort erst einmal meinen
Schock überwinden.
Hier wurden wieder die alten
Erinnerungen wach, und nach
einem Telefonat mit Jan van
Heising habe ich mich dazu
entschlossen, ein Stück meines
Lebensweges zu
veröffentlichen. Er soll den
Lesern Mut machen, denn
alles hat einen Sinn...
Am 7. Mai 1945 war der
schrecklichste Krieg aller
Kriege, der Zweite Weltkrieg,
beendet. Die deutsche
Bevölkerung ging einer
unsicheren, neuen Zeit
entgegen. Mit dem Jahr 1946
stand ihr noch der große
Hungerwinter bevor, mit
seiner gnadenlose Kälte und
den mangelnden
Lebensmitteln - in
ausgebombten Häusern.
Es heißt ja so schön: Man hat sich seine
Eltern ausgesucht, um daran zu wachsen.
Meine Mutter lebte in Bayern auf einem
Bauernhof, hatte sich dort in einen
verheirateten Mann verliebt und bekam
von ihm ein Kind, also mich. Mein Vater
wollte sich wohl scheiden lassen, hat es
aber irgendwie nicht hinbekommen.
Aufgrund des Drucks von meiner Mutter
kam dann ein Zusammenleben der beiden
nicht zustande. Mein Vater wollte mich
als Adoptivkind zu seinem Bruder
abgeben, der in der damaligen Ostzone
lebte. Dies hat meine Mutter verhindert.
Da es zwischen den Beiden so nicht
geklappt hat, war meine Mutter mit mir
alleine. Zur damaligen Zeit war eine
Frau mit einem unehelichen Kind mit
einem Makel behaftet, und es war
sicherlich eine schwere Zeit. Die Not
war groß und Schmalhans der
Küchenmeister. Meine Mutter lernte
dann einen neuen Mann kennen und
lieben. Von ihm bekam sie ihr zweites
Kind, meinen Halbbruder. Der
Kindsvater wollte meine Mutter nicht
heiraten, und nur auf massives Drängen
seiner Schwester haben die beiden dann
den Bund der Ehe geschlossen. Sie
heirateten und wohnten als Untermieter.
Mein Stiefvater - das wusste ich ja
damals nicht - war ein einfacher
Schneidergeselle und der Lohn sehr
karg. Mein Stiefbruder wurde geboren,
als ich zwei Jahre alt war. Während der
Schwangerschaft meiner Mutter war ich
für einige Monate bei der Schwester
meines Stiefvaters, die zwei kleine
Töchter hatte. Hier habe ich mich sehr
wohl gefühlt, und als man mich wieder
aus dieser Gemeinschaft herausnahm,
war dies mein erstes erlittenes Trauma.
Ich wollte von dort nicht wieder weg.
Wir wohnten dann zirka 14 Jahre mit
vier Personen auf zwei Zimmern, und
hier spielte sich das gesamte
Familienleben ab.
Als ich drei Jahre alt war, war meine
Mutter zum dritten Mal schwanger. Wie
ich heute weiß, ein Mädchen. Es muss
wohl eine große Notlage gewesen sein,
dass dieses Ereignis meine Mutter
zwang, zu einer „Engels- macherin" zu
gehen. Diese hat den Fötus im Mutterleib
gedreht, sodass dadurch eine Fehlgeburt
eintrat. Meine Mutter ist nach Hause
gegangen und hat auf einem Eimer den
Abort vorgenommen. Der Fötus kam aus
ihrem Leib, sie hat ihn genommen und in
Zeitungspapier gewickelt und dann im
Ofen verbrannt. Diesen ganzen Vorgang
habe ich als Dreijähriger unter dem
Küchentisch sitzend miterlebt. Dies war
mein zweites Trauma. Dieses
dramatische Ereignis war jahrelang tief
in mir verschüttet und kam mir erst in
einem Alter von zirka 50 Jahren wieder
zu Bewusstsein.
Als ich 14 Jahre alt war, war meine
Mutter zum vierten Male schwanger. Sie
bekam ihr drittes Kind, welches sie auch
austrug. Die wirtschaftlichen
Verhältnisse hatten sich gebessert, und
mein Stiefvater arbeitete jetzt als
Beamter. Wir konnten uns dadurch eine
größere Wohnung leisten. Nach der
Geburt las ich zufällig die Tageszeitung,
und dort stand unter den Standesamt-
Nachrichten, dass in unserer Familie das
zweite Kind angekommen war. Ich fragte
meine Mutter: „Wieso zwei Kinder, wir
sind doch zu dritt?" „Da muss ich Dir
einmal etwas erzählen", antwortete
meine Mutter. Und dann erfuhr ich, dass
mein Vater nicht mein Vater war. Das
war
Jas nächste Trauma. Heute
verstehe ich, warum mein
Stiefvater mich fast immer
grundlos geschlagen und im
dunklen Keller eingesperrt hat
und ich nie die Akzeptanz
bekommen habe, nach der
man sich als Kind sehnt. Die
Zeit nach dieser Offenbarung
war natürlich fast noch
schlimmer als vorher. Noch
heute vermeide ich enge
Räume, alle Türen müssen
offen sein, und einen Fahrstuhl
benutze ich kaum.
Ich muss hier noch nachtragen, dass
meine Kindheit und Schulzeit nicht
besonders schön war. Sie war geprägt
von Armut - manchmal trug ich
Mädchenhosen -, und „Mobbing" war in
der Schule an der Tagesordnung. Ich war
damals ein schmächtiges Kerlchen und
wurde oft dafür genug gehänselt und
verprügelt.
Mit 18 Jahren bin ich von zu
Hause weg, aber nicht, ohne
mir von meiner Mutter zuvor
erklären zu lassen, wer mein
richtiger Vater ist. Ich hatte
nichts, außer den Kleidern an
meinem Leib und wohnte in
einem möblierten Zimmer zur
Untermiete. Ich absolvierte
eine Lehre als Kaufmann im
Einzelhandel und war danach
in verschiedenen Betrieben
tätig. Ich bekam dann die
Möglichkeit, ein Studium der
Betriebswirtschaft zu
absolvieren, konnte dadurch
den schlecht bezahlten
Einzelhandel verlassen und in
die Industrie gehen. Es folgte
dann in den 1970er-Jahren die
Heirat, und mein Sohn kam
zur Welt. Zwischenzeitlich
fand ich auch meinen Vater,
und wir hatten einen losen
Kontakt, der dann irgendwann
aber wieder abbrach.
Ich arbeitete in einem großen
industriellen Konzern und besaß einen
verantwortungsvollen Job, der mir alles
abverlangte. Natürlich .wurde ich
bestens bezahlt, und meiner Familie ging
es gut. Leider gab es in meiner Ehe sehr
viel Zank und Streit. Es war ähnlich wie
damals in meiner Kindheit, als es
zwischen meiner Mutter und dem
Stiefvater viel Streit gab. Ich weiß noch,
wie er mich einmal als kleines Kind
verprügeln wollte und meine Mutter
mich dann mit dem glühenden
Schüreisen - damals gab es noch
Kohleöfen und keine Zentralheizung -
verteidigt hat. Der Streit in meiner Ehe
beruhte hauptsächlich darauf, dass meine
Frau bestimmte, wo es lang ging. War
ich dagegen, dann war der Streit
vorprogrammiert. Trug ich ihre
Entscheidung mit, war Friede, Freude,
Eierkuchen. Auf die Dauer konnte dies
nicht gut gehen. Alles strapazierte meine
Nerven, und ich war irgendwann fix und
fertig. Der aufgesuchte Internist stellte
dann ein Nervenproblem fest, und ich
bekam Psychopharmaka. Aber diese
Leck-mich-am-
Arsch-Stimmung hielt nicht lange, da ja
auch der berufliche Stress hinzukam.
Mein Arzt empfahl mir, es doch mit
Sport zu versuchen. Damals kam die
Trimm-Dich-Welle auf, und ich begann
zu laufen. Hier merkte ich, dass ich dem
Ganzen davonlaufen konnte und mein
Schädel wieder klarer wurde. Dies
führte allerdings zum nächsten Exzess,
denn ich schloss mich einer
Laufvereinigung an und trainierte nach
geraumer Zeit für den Marathon. Im
Laufe der dann folgenden Jahre bin ich
49 mal den Marathon gelaufen, Bestzeit
unter drei Stunden. Ich war sogar beim
25. Hawaii- Marathon dabei. Dies
allerdings geschah nicht zur Freude
meiner Frau. Sie können es sich ja schon
Denken: erneuter Stress, und der war
nicht von schlechten Eltern.
Zwischendurch wollten wir uns schon
scheiden lassen, haben dann aber die
Kurve nicht gekriegt.
In den 1980er-Jahren wurde in all
diesem Trubel meine Tochter geboren.
Ich wollte kein zweites Kind, aber
meine Frau hat es dennoch irgendwie
geschafft. Jetzt fing meine persönliche
Talfahrt erst so richtig an. Der Konzern
wollte eines von vielen Produkten in ein
anderes Bundesland auslagern, und ich
sollte dort den gesamten Verkauf und die
Produktion leiten. Das hätte ich auch
gemacht, wenn meine Frau mitgespielt
hätte - tat sie aber nicht. Sie stellte mich
vor die Entscheidung, entweder Job oder
sie. Sie können sich schon denken, was
ich tat... Bevor ich schreibe, was ich tat,
muss ich mit dem geneigten Leser einen
weiten Sprung nach vorne gehen, ins
Jahr 2013. Nach fast 30 Jahren habe ich
2013 erfahren, dass mich meine Frau vor
der Geburt meiner Tochter mit meinem
besten Freund betrogen hat. Hinzu kam
dann noch die Frage, ob meine Tochter
überhaupt von mir war. Wieder ein
Zusammenbruch, Sinnfrage nach dem
Leben, psychologische Betreuung. Erst
danach bekam ich die Bestätigung, dass
meine Tochter doch von mir ist.
Erleichterung pur...
Aber weiter geht's:
Ich kündigte meinen guten Job und nahm
eine neue Arbeitstelle in einem kleinen
Unternehmen an. Fehlschuss, neuer
Versuch. Fehlschuss, arbeitslos...
Nervlich fertig. Den Nachbarn zuliebe
wollte meine Frau, dass ich morgens aus
dem Hause gehe, mir die Zeit im Park
vertreibe und abends wieder nach Hause
komme. Die Leute könnten ja reden...
Nach gut 58 Bewerbungen
habe ich dann einen Job
weiter entfernt gefunden, zig
Kilometer Fahrt am Tag,
Berge rauf und runter, im
Winter bei
Schnee und Eis. Meine Frau hat nie
gefragt, wie ich alles schaffe und was
ich auf der Arbeit mache. Als ich in den
Schulferien meinen Sohn als La- ger-
Aushilfe mitnahm und dieser dann beim
Abendessen sagte: „Das, was Papi
macht, möchte ich nie tun.zeigte mein
Frau einmal leichtes Interesse. Das
Ganze ging mir so gegen den Strich, dass
ich mich vom Lagerleiter verleiten ließ,
in dubiose Geldgeschäfte einzusteigen.
Man zahlte 10.000 DM und bekam nach
drei Monaten 11.000 DM zurück. Das
war natürlich ein „todsicherer Tipp"!
Ich bin aktiv eingestiegen, um mächtig
Kohle zu machen. Mein Ziel war es, so
viel schnelles Geld zu verdienen wie
möglich und dann nach Spanien
abzuhauen, weit weg von dieser Frau.
Dann habe ich auch noch Freunde und
Bekannte animiert, in dieses System mit
einzusteigen. Das Risiko war jedem
bekannt, aber die Gier war größer.
Sogar eine Bankangestellte, die mir den
Vogel zeigte, als ich ihr diese tollen
Geschäfte offerierte, stieg mit ein. Dafür
kassierte ich natürlich - wie kann es
anders ein - Provisionen, die umgehend
wieder eingesetzt wurden.
Sicherheitshalber habe ich mir natürlich
die Anlagefirma in Norddeutschland
angesehen und bekam Einblick in die
Kundendateien und die
Geschäftsabläufe. Es war also auf den
ersten Blick alles okay. Also habe ich
fleißig weiter geworben. Mann, ich
wäre schön reich geworden. Hat aber
nicht geklappt. Eines Montagmorgens
kam ich ins Lager, und mein Kumpel sah
ziemlich schlecht aus. Ich fragte, was
denn los sei, und er sagte mir, dass es
die Anlagefirma nicht mehr gäbe und das
ganze Geld weg wäre. Es war ein
Schneeballsystem. Gedeckt wurde das
Ganze über einen Rechtsanwalt, und
alles hatte somit einen seriösen Anstrich.
Danach habe ich nächtelang nicht
geschlafen, die Nerven lagen blank,
Freundschaften gingen kaputt usw..
Dann kam das Ende meiner Ehe. Meine
Frau hatte die Angewohnheit, wenn wir
Streit hatten - was ja an der
Tagesordnung war -, wochenlang nicht
mit mir zu sprechen. Natürlich hatten wir
auch keinen Sex. Das ging dann bis zu
drei Monaten Sendepause. Meine
Wäsche wurde nicht gewaschen, nur
minimal gekocht, halt das ganze
Programm. Ich habe meinen stressigen
Job gemacht und konnte vor
Rückenschmerzen nicht mehr gehen. In
der Physiotherapie habe ich dann eine
Therapeutin kennengelernt, die auch lief,
sogar Marathon. Wir freundeten uns an,
und für mich gab es endlich einen
Menschen, mit dem ich mich austauschen
konnte. Solange ich verheiratet war, bin
ich nicht fremd gegangen - auch nicht mit
der Therapeutin. Irgendwann kam meine
Frau dahinter, dass da irgendetwas lief.
Sie machte noch einmal den
Versuch, unsere Ehe mit
Bedingungen zu kitten, aber
ich wollte und konnte nicht
mehr. Wir wurden dann
schließlich geschieden. Am
Tag der Scheidung hat meine
Exfrau dann einen anderen
Mann kennengelernt, mit dem
sie früher zusammen in einer
Schulklasse war. Die beiden
fanden die Situation wohl nett,
jeder hatte einen Sohn mit
dem gleichen Vornamen
„Michael", und so hahen sie
ein Jahr später geheiratet. Für
mich war das gut, denn ich
hatte etwas mehr Geld zur
Verfügung als nur den
damaligen Selbstbehalt von
knapp 1.000 DM. Für meine
Exfrau lief es schlecht, denn
danach ging es für sie bergab.
Das ist aber eine andere
Geschichte und würde wieder
-zig Seiten füllen und den
Rahmen sprengen.
Ich war jetzt frei für meine neue
Bekannte, nur ihre reichen Eltern
konnten oder wollten einen älteren,
geschiedenen Mann nicht akzeptieren.
Das war aber am Anfang für uns egal.
Wir waren verliebt, hatten gleiche
Interessen, liefen gemeinsam Marathon,
auch auf Hawaii. Nun muss ich aber
vorweg schicken, dass meine neue
Flamme - vor unserem Kennenlernen -
kurz vor der Heirat mit einem Lehrer
stand. Der wollte sein Püpp- chen in
einen goldenen Käfig sperren, was zwar
ihrem Vater gefiel, aber ihr nicht. Sie
warf die Brocken hin und lernte dann
mich kennen. Unsere Verbindung hielt
gut zwei Jahre, bis zum Hawaii-
Marathon. Hier wurde ich aus
unerklärlichen Gründen sterbenskrank
und konnte mich kaum bewegen. Am Tag
des Marathons war alles wie
weggeblasen, danach bekam ich am
Strand von Honolulu kurz vor dem
Abflug nach Deutschland einen enormen
Hitzschlag. Dort angekommen gab sie
mir den Laufpass, weil sie vor unserer
Hawaii-Reise wieder mit ihrem
ehemaligen Freund - Sie wissen schon,
dem Lehrer - angebändelt hat.
Eingefädelt hat die Wiedergeburt der
alten Liebschaft natürlich ihr Vater.
Das alles konnte und wollte ich nicht
verstehen. Ich habe um meine Liebe
gekämpft und war wie von Sinnen. Das
Leben schoss an mir vorbei, und ich
nahm nichts mehr wahr. Während einer
Autofahrt - meine Gedanken kreisten nur
um meine verlorene Freundin — habe
ich vor einer Bergkuppe einen PKW
überholt. Es bestand nicht die Spur von
einer Einsicht in den
entgegenkommenden Verkehr. Als ich
mit dem PKW auf gleicher Höhe war,
stand ein riesiger LKW vor mir. Es gab
keine Chance, diesen Unfall zu
vermeiden und zu überleben. Wie durch
ein Wunder bin ich zwischen den beiden
Fahrzeugen durchgekommen und habe
mich nachher am rechten Fahrbahnrand
wiedergefunden - nervlich und seelisch
vollkommen da- neben, gezittert und
gebibbert am ganzen Körper. „Dass
nichts geschehen ist", so dachte ich
damals, „hast Du nur Deiner tollen
Fahrpraxis zu verdanken. K Das dachte
ich jedenfalls, was jedoch nicht richtig
war. Erst später erfuhr ich, dass hier so
was wie ein „Schutzengel" eingegriffen
hatte. Die Wichtigkeit dieser
Rettungsaktion des Geistigen Reiches
hatte ich in ihrer Tragweite - aufgrund
meiner damaligen Bewusstseins-Stufe -
allerdings nicht erkannt. Deswegen
musste es für mich noch schlimmer
kommen. Nur ahnte ich zu diesem
Zeitpunkt noch nichts davon.
Irgendwie erkannte dann
meine große Liebe, die
Marathonläuferin, dass diese
hinterhältige Aktion ihres
Vaters mit dem Lehrer nicht
so prickelnd war und dass der
Verflossene doch nicht der
Richtige für sie ist. Wir kamen
uns wieder näher oder auch
nicht, wobei sie dann der
Meinung war, sie bekäme ein
Kind von mir. Davon wusste
ich aber gar nichts, und es
stellte sich dann auch als
falsche Botschaft heraus.
Irgendwo dazwischen, in
diesem Hin und Her, bin ich
dann endlich total
zusammengeklappt und wollte
Selbstmord begehen. Was für
ein Sinn hatte mein Leben
noch?
Die Wende
In der Zeit dazwischen hatte ich Kontakt
zu einer hellsichtigen Dame aus
Slowenien, die aus Karten las und mir
den einen oder anderen sehr nützlichen
Tipp gab. Ihr Mann war aus Eifersucht
immer fuchsteufelswild auf mich, wenn
ich erschien. Dabei gab es überhaupt
keinen Grund dazu. Nun, diese Frau hatte
ich vor meinem geplanten Selbstmord
zum letzten Male - so dachte ich -
angerufen. Sie spürte sofort, was mit mir
los war und sagte: „Junge, das, was Du
vor hast, machst Du nicht!" Sie erklärte
mir, dass sie bei einer Operation einmal
ein Nahtoderlebnis hatte und einen
Einblick in das Jenseits bekam. Dabei
hätte sie den Unterschied zwischen den
dunklen und hellen Sphären gesehen, in
die man nach dem Tode geht - die
dunklen stehen für den Selbstmord, die
hellen für den normalen Tod. Außerdem
käme in der nächsten Inkarnation das
gleiche Problem wieder auf einen zu, um
zu schauen, ob man aus der letzten
Erfahrung etwas gelernt habe. Sie
erklärte, dass das Schicksal absolut
gerecht ist und es einen immer wieder
vor die gleiche Prüfung stellt, und zwar
so lange, bis man es endlich kapiert hat.
„Und übrigens", fuhr sie weiter aus,
„wird für Dich auch wieder die Sonne
scheinen."
Dies alles spielte sich am 19. Februar
1998 ab, es war ein Donnerstag und
Fasching. Ich saß die ganze Zeit an
meinem Schreibtisch vor meinem
Fenster, der Tag grau in grau, als die
Worte am Telefon fielen: „Für Dich
wird auch wieder die Sonne scheinen."
In diesem Moment öffnete sich der
Himmel, und ich saß zirka 20 bis 30
Sekunden in einem gleißenden,
göttlichen Licht - ein Licht, welches es
auf diesem Planeten nicht gibt. Dieses
Licht strömte aus dem Himmel zu mir,
und es war eine Lichtbahn zwischen dem
Himmel und mir. Danach schloss sich
der Himmel, und es war so wie vorher,
grau in grau.
Ich war wie benommen und stammelte
ins Telefon, dass ich gerade in einem
gleißenden Licht gesessen hatte. Sie
sagte nur zu mir: „Ich habe Dir ja
gesagt, dass wieder die Sonne für Dich
scheinen wird."
Nun, Sie können sich wohl jetzt denken,
dass ich keinen Selbstmord begangen
habe. Von diesem Zeitpunkt an wurde
ich auf meinem spirituellen Weg geführt.
Ich lernte Menschen kennen, die mir
weiterhalfen. Ich habe eine Ausbildung
zum Reiki-Meister und zum
Gesundheitsberater absolviert, den
Kontakt mit der positiven Geisterwelt
Gottes über spirituelle Medien (Trance-
Medien) aufgenommen und vieles mehr.
Aufgrund meiner Erfahrungen kann ich
sagen, dass alles, was in unserem Leben
geschieht, einen tiefen Grund und einen
Bezug zu unserer Person hat. Heute weiß
ich auch - ich „glaube" nicht —, dass
unserem Körper eine Seele innewohnt,
diese nach dem Tode aus dem Körper
austritt und weiterlebt. Sie kehrt in das
Jenseits, in das Geistige Reich zurück.
Es gibt die Reinkarnation, es gibt die
positive Geistige Welt, aber auch die
negative. Und jeder von uns trägt den
„göttlichen Funken" in sich, den es zu
achten gilt. Und jeder hat von Gott den
freien Willen bekommen.
Durch den Kontakt mit der Geisteswelt
erfuhr ich, dass das Datum der Geburt,
die Uhrzeit, der Ort, die Eltern sowie
die dazugehörigen Umstände von uns
selbst ausgesucht werden. Auch die
Lebensaufgabe, die wir erfüllen
möchten, gepaart mit einem Rucksack
voller Aufgaben, wählen wir selbst aus.
Das tun wir zusammen mit höher
entwickelten geistigen Wesen - ich
nenne sie den „karmischen Rat" -, mit
denen wir dies vor der jeweiligen
Inkarnation besprechen und abstimmen.
Es sind Wesen, die uns als Einzelwesen
(„Schutzengel") oder in Gruppen
(„Seelenfamilie") zur Seite stehen.
Schlussbemerkung
Ich habe hier nur einen Bruchteil meines
Lebens wiedergegeben. Zu Jan van
Heising habe ich gesagt, ich könnte ein
komplettes Buch darüber schreiben. Ich
hatte fast 50 Autounfälle, den größten
Teil davon unverschuldet, und einen
Unfall mit Todesfolge, auch
unverschuldet. Dieser hat mich Jahre
später schwer verfolgt, denn es wurde ja
aus Unwissenheit nichts seelisch
verarbeitet. Mein Lebensweg war durch
schwerste Krankheiten gezeichnet, ich
bin auch fast zum Alkoholiker geworden,
weil ich das alles nicht mehr ertragen
konnte. Die kürzlich erlittene
Herzattacke ist einerseits auf den
Vertrauensverlust durch meine Exfrau
und andererseits auf die Auswirkung
meiner Sauferei zurückzuführen, aber ich
musste mich irgendwie betäuben, sonst
wäre ich irre geworden. Bis zu meiner
Rente war ich über 20 Jahre als Key-
Account-Manager im Außendienst tätig,
mit einem wahnsinnigen Umsatzdruck,
der mich bis zum Burnout führte.
Zusätzlich habe ich in tiefe menschliche
Abgründe geschaut, wie z.B. Missbrauch
in der Familie meines Vaters. Und
dennoch vertraue ich in das Leben, in
die Geistige Welt, in Gott - oder
vielleicht gerade deswegen, weil ich
wissen wollte, wieso all das so ist - und
habe aufgrund all der Erlebnisse
irgendwann einen anderen Lebensweg
eingeschlagen, einen für mich besseren
Lebensweg. Und ich gehe heute anders
mit „Problemen" und Hindernissen im
Leben um als vor 10, 20 oder 50 Jahren.
Ich verstehe heute, wieso das so ist, was
mir Hindernisse sagen wollen und was
dann zu tun ist - auch wenn ich das nicht
immer gleich umsetzen kann. ©
Ich bete täglich: „Herr, Dein Wille
geschehe und nicht meiner." Das hilft
mir, mit meinem Ego besser umzugehen.
Und es drückt meinen Dank aus dafür,
dass es in so vielen schmerzlichen und
aus meiner Sicht ausweglosen
Situationen eine Lösung gab - und dass
ich stets Schutz durch geistige Wesen
hatte. Das hat mich demütiger werden
lassen. Und ich bin neugierig darauf,
was ich in diesem Leben noch alles
erleben darf.
Toni Mayer
Toni hatte sich über den
Newsletter gemeldet und
möchte aufgrund seiner
familiären Situation nicht mit
seinem echten Namen genannt
werden.
Ein Kontakt ist jedoch über
den Verlag möglich.
E-Mail: amadeus@amadeus-
verlag.com
Vom Asozialen zum
Unternehmer
Ich wurde 1969 im Süden Deutschlands
geboren und kenne den lieben Jan nun
bereits seit über 10 Jahren, wobei unser
erster persönlicher Kontakt dadurch
entstand, dass einer meiner Freunde Jans
Bücher in die türkische Sprache
übersetzen lassen wollte und wir ihn
deshalb mehrmals in Fichtenau
besuchten. Ein weiteres Mal war ich bei
ihm, als ich von ihm - da ich ihn
aufgrund des Inhalts seiner Bücher als
integeren Mann mit viel Lebenserfahrung
schätze - einen Rat suchte, da ich vor der
Entscheidung stand, in eine
Anlagemöglichkeit Geld zu investieren,
aus der Millionen herauskommen
sollten. Jan riet mir damals dringendst
davon ab, wofür ich ihm heute unendlich
dankbar bin, denn die Herren, die Tage
später in meinem Fitness-Studio
auftauchten, um mich dazu zu bewegen,
eine größere Summe bei ihnen zu
investieren, wurden Monate später
wegen Betrugs eingesperrt. Heute, im
Februar 2015, ein paar Tage nach einem
gemeinsamen Wochenende mit Jan und
seiner Familie bei uns in den Bergen
zum Skifahren und Rodeln, hatte ich ihm
bei einem gemeinsamen Abendessen
meine Geschichte erzählt, wer ich bin,
wie ich zu dem kam, was ich heute
mache und welchem familiären
Hintergrund ich entstamme. Jan war zu
Tränen gerührt, weil er das so wohl
nicht erwartet hätte. Denn der Mann, der
ihm seine Herkunft und Vergangenheit
anvertraute, ist heute ein angesehener
und äußerst erfolgreicher Bürger seiner
Stadt, dem man nachsagt, dass er alles,
was er anfasst, zu Gold macht. Jan
meinte, dass kein Mensch das erwartet
hätte, was ich ihm schilderte, und bat
mich, ihm meine Geschichte
anzuvertrauen, um sie in seinem Buch
veröffentlichen zu dürfen.
Nun denn... Aufgewachsen bin ich
zusammen mit meinen drei Brüdern - ich
bin der Drittgeborene - in sehr armen
Verhältnissen. Also in richtig armen
Verhältnissen... Mein Vater war ein
vertriebener Sudetendeutscher, der als
Kind damals in unsere Stadt kam, in der
ich auch heute noch wohne.
Aufgewachsen sind wir in einem
Bretterverschlag, andere nannten es
Baracke, eine Holzhütte, ohne fließend
Wasser, ohne Toilette, die nur mit einem
Schwedenofen ausgestattet war, der
durch Holz beheizt wurde. Wir waren so
arm, dass es zum Teil nicht einmal für
das Holz reichte, um den Ofen im Winter
zu befeuern. Es gab eine Badewanne, in
die durften wir einmal die Woche rein
— nacheinander versteht sich. Das Geld
reichte ja nicht einmal für regelmäßiges
Essen. Es gab in unserer Stadt nur diese
eine
Baracke, die von der Stadt einst zu einer
Art Wohnraum umgebaut wurde, um
Flüchtlingen oder Bedürftigen ein Dach
über dem Kopf zu ermöglichen - so wie
meinen Eltern samt Großeltern. Auch
wenn es mir heute nicht so leichtfällt,
das so zu sagen, so waren wir Asoziale,
waren die Ärmsten aus der Stadt. Wir
hatten über Jahre hinweg viel Leid zu
ertragen, was überwiegend mit den
familiären Verhältnissen zu tun hatte, da
nicht nur mein Vater, sondern auch der
Vater meiner Mutter sowie ihr Bruder
schwerste Alkoholiker waren. Wir
wuchsen mit ständiger Gewalt und
Alkoholexzessen auf, wie sich das heute
kaum einer vorzustellen vermag. Doch
das war nicht das einzige Problem.
Meine Mutter, die eine Einheimische
war, hatte einen kriminellen Vater, der
mehr Zeit im Zuchthaus verbrachte als in
Freiheit. Mein Großvater war zwar
handwerklich sehr begabt - man sagte
ihm nach, dass er der beste Schlosser
der Gegend sei -, hatte diese Gabe aber
meist für Diebstähle und Einbrüche
verwendet. Seinen ältesten Sohn, also
den Bruder meiner Mutter, hatte er auf
seine Streifzüge mitgenommen,
weswegen auch dieser viel Zeit im
Gefängnis verbrachte. Leider hatte sich
dann auch mein Vater, anstatt meiner
Mutter beruflich zu helfen und arbeiten
zu gehen, lieber auf die Seite meines
Großvaters geschlagen und mit denen
den ganzen Tag nur gesoffen. Meine
Mutter war die einzige in der Familie,
die arbeiten ging, und leider kam von
dem verdienten Geld nicht sonderlich
viel bei uns an - warum das so war,
sollte ich erst später erfahren. Oft war es
so, dass Mutter nach Hause kam und wir
dann schon wussten, was die Tränen in
ihren Augen bedeuteten. Wir standen
wie die Dalton-Brüder in der Reihe vor
ihr und fragten: „Mama, was gibt es
denn heute zu essen?" Und sie sagte
weinend - diese Bilder werde ich nie
vergessen, weil sie so oft vorkamen:
„Meine Kinder, ich liebe Euch über
alles, aber Eure Mutter hat kein Geld,
wir können heute nichts essen. Trinkt
ganz viel Wasser, und geht früh zu
Bett." Deswegen waren wir alle
körperlich unterentwickelt im Vergleich
zu anderen Gleichaltrigen. Aufgrund
dessen hatten wir in der Schule auch gar
keine Chance, uns gegen die anderen
Schüler, die uns verprügelten, zu
wehren. Dass es nichts zu essen gab,
war teilweise zweimal pro Woche so -
und über Jahre hinweg. Unser Vater war
so gesehen nie für uns da, er war zwar
präsent, aber den größten Teil unserer
Jugend im Delirium, was für meine
Mutter sehr schlimm war. Von ihr
bekamen wir allerdings unheimlich viel
Liebe und Herzlichkeit, wofür wir Jungs
ihr auch heute noch unendlich dankbar
sind. Ich denke, dass wir wahrscheinlich
deswegen nicht die Richtung der anderen
eingeschlagen haben und immer ehrlich
und standhaft geblieben sind.
Mein Tagesablauf war eigentlich sehr
schön, die Stadt ist ja mitten in der
schönsten Natur gelegen. Einen
Fernseher oder ein Radio gab es nicht.
Aber um unsere Baracke herum waren
ein paar Tiere und ein kleiner Garten für
die wichtigsten Dinge, die es dann am
Tag zu essen gab. Es stand uns jedoch
nur wenig zur Verfügung, da meine
Großeltern ja auch mit in dieser Baracke
lebten, in der anderen Barackenhälfte.
Als Kinder waren wir in der Früh
draußen, waren im Garten hinter dem
Haus oder haben die Barackenanlage
verlassen und uns ein bisschen durch die
Straßen getrieben. Wenn wir jedoch zu
Hause waren - und das hat uns dann auch
veranlasst, eher nicht zu Hause zu sein -,
gab es immer Terror, immer Geschrei,
immer Drohungen und Gewalt, und so
ziemlich jeden zweiten Tag Besuch von
der Polizei. Das war weniger wegen der
Diebstähle, sondern wegen des Lärms
und wegen der Raufereien innerhalb der
Familie, aber auch wegen der
Anpöbelungen von vorbeilaufenden
Passanten. Die Gewalt richtete sich
meist gegen meine Eltern. Wenn die
Männer besoffen waren, haben sie sich
geprügelt; waren sie nüchtern, haben sie
sich vertragen. Meine Mutter war den
ganzen Tag auf der Arbeit und konnte
uns daher auch nicht erziehen, deswegen
haben wir vier Jungs uns so gesehen
selbst erzogen. Es gab da zwar noch die
Großmutter, die ebenfalls präsent war,
aber die hatte auch nichts zu melden.
Wenn sie es sich erlaubt hatte, etwas zu
sagen, sich irgendwie einzumischen und
sich für uns einzusetzen, bekam sie
sofort - auch in Anwesenheit von uns
Kindern - Prügel.
Der Großvater, also der Vater meiner
Mutter, kam manchmal mitten in der
Nacht rüber, und dann wurde gesoffen
und geprügelt, wobei er ein derart
gewalttätiger Mensch war, dass er mit
allem zuschlug, was er zu fassen bekam -
Werkzeug, Stühle, Baseballschläger,
Gürtel oder Messer. Sogar mit der
Pistole kam er einmal herein und hat
dann herumgeschossen - in die Decke
zum Beispiel -, sodass wir Kinder so
verängstigt waren, dass wir — bis zu
meinem zehnten Lebensjahr - bei meinen
Eltern im Bett lagen. Zum einen wegen
der Angst, aber auch wegen der Kälte.
Kommen wir nun kurz dazu, wieso wir
in solch widrigen Bedingungen
aufwuchsen, obwohl meine Mutter ja
arbeiten ging: Meine Mutter kam einmal
im Monat mit der damals noch üblichen
Lohntüte nach Hause - man bekam den
Lohn bar ausbezahlt. Ich war damals
fünf, als ich von meinem ältesten Bruder
wissen wollte, wieso wir immer so
wenig zu essen haben, wieso nur die
Mama sagt, dass sie uns lieb hat und
wieso bei uns so viel Hass und Gewalt
an der Tagesordnung ist. Mein Bruder
wollte mich schützen, indem er mir
nichts erzählte, doch eines Tages habe
ich mitbekommen, was sich bei uns über
Jahre hinweg abspielte: Meine Mutter
kam eines Tages so gegen vier Uhr von
der Arbeit, mein Großvater und der
Bruder meiner Mutter warteten schon auf
der Veranda - in angetrunkenem Zustand
- und riefen zu meiner Mutter: „Endlich
kommst Du, Du Hurensau, rück jetzt
endlich das Geld raus, wir haben
Durst. Wie lange sollen wir denn noch
warten?" Meine Mutter hatte sich dann
dagegen gewehrt und gesagt, dass es ab
heute gar nichts mehr geben würde, dass
die Kinder endlich was zu essen
bräuchten. Daraufhin ist mein Opa aus
seinem Stuhl aufgestanden, hat einen
Holzknüppel gepackt und damit auf
meine Mutter eingeschlagen - mit voller
Wucht. (Es tut mir heute noch weh, wenn
ich mich an diese Bilder erinnere, und
ich kann die Tränen nicht unterdrücken.)
Er schlug sie seitlich in den Körper, in
die Oberschenkel, auf die Schulter...
Dann zog er seinen Ledergürtel aus der
Hose und schlang ihn meiner Mutter um
den Hals und zog ihn zu. „Du Nutte, Du
Hure, ich bringe Dich um. Wo ist das
Geld?", schrie er sie an. In diesem
Moment habe ich mich von meinem
ältesten Bruder losgerissen, der mir die
Augen zuhalten wollte - wir standen im
Fensterbereich und hatten alles mit
angesehen -, bin mit meinen fünf Jahren
losgelaufen, habe während des Laufens
meinen Gürtel aus der Hose
herausgezogen, mit diesem ausgeholt und
meinem Großvater mit der
Gürtelschnalle ins Gesicht geschlagen.
Ich weiß dann nur noch, dass er sich
umdrehte, „Du Bastard!" geschrien hat
und mir mit der Rückhand der Faust voll
ins Gesicht schlug. Das war so stark,
dass ich zirka drei Meter nach hinten
geflogen bin und bewusstlos liegen
blieb. Meine Mutter hatte sich dann so
gewehrt, da sie glaubte, ich sei tot, und
hatte um ihr Uberleben gekämpft.
Dennoch ging es noch einige Jahre so
weiter. Die Veränderung kam erst, als
wir später umgezogen sind.
Es war wirklich schlimm zu
Hause, aber in der Schule war
es auch nicht besser. Wir
waren für die anderen Kinder
der Abschaum. Das müssen
Sie sich so vorstellen: Ich hatte
die Klamotten meiner älteren
Brüder an, aus denen sie
herausgewachsen waren, die
zwar nicht dreckig waren oder
gestunken hatten, aber doch
mit Löchern versehen waren,
wie auch die Schuhe. Ich hatte
beispielsweise Turnschuhe
meines ältesten Bruders, da
waren
Löcher an der Stelle der großen Zehe,
weil sie diesem zu klein waren. Und mir
waren sie zu groß... Wir sahen einfach
vergammelt aus. Aber wir hatten ja
nichts. Das Geld reichte nicht für neue
Kleidung, ich war immer — als Einziger
- in meinen zerlumpten Kleidern in der
Schule. Bei mir wiederum war es so,
dass ich zum Teil sogar stolz darauf
war, die Klamotten meiner Brüder
anzuhaben, denn meine Mitschüler, die
mich deswegen aufgezogen und
gehänselt haben, die hatten alle keine
Geschwister. Mit dem Mundwerk war
ich damals schon stark, nur körperlich
nicht. Ich war ziemlich abgemagert,
bestand mehr oder minder aus Haut und
Knochen und habe aufgrund meines
erbärmlichen Aussehens auch permanent
Schläge bekommen. Meine Mutter kann
sich noch sehr gut daran erinnern, dass
wir oft mit blutenden Verletzungen nach
Hause kamen. Das ging uns allen Vieren
so, bis zu einem bestimmten Alter. Aber
dazu komme ich gleich. In der Klasse
war ich immer der Asoziale. Man nannte
mich den „Barackler", und die Kinder
sagten, wir würden alle mal im
Gefängnis landen, so wie meine
Verwandten. „Ihr habt gar keine
Lebensberechtigung und dürftet
normalerweise gar nicht in dieser Stadt
leben..." Ich war der Außenseiter, keiner
wollte mit mir reden, habe demzufolge
immer alleine dagestanden und war
zudem der Einzige, der immer mit
Nachnamen angesprochen wurde - von
den Klassenkameraden sowie auch von
fast allen Lehrern. Alle wurden beim
Vornamen genannt, nur ich nicht. Ich war
auch der Einzige, der immer wieder von
den Lehrern vor der Klasse Schläge
bekommen hatte. Ich war der asoziale
Außenseiter und bekam deswegen
Prügel. Meine Brüder konnten mir auch
nicht groß helfen, die waren ja ebenso
schwach wie ich.
Das Ganze wurde etwas besser, als ich
auf die Hauptschule wechselte - das war
ab meinem 10. Lebensjahr - und wir
parallel dazu auch in einen anderen
Bezirk der Stadt umgezogen sind, wo
wir unter einigermaßen „normalen"
Bedingungen weiterleben konnten -
zudem hatten wir erstmals fließend
Wasser und eine Heizung. Das war aber
alles andere als einfach. Meine Mutter
hatte dafür vier Jahre gekämpft - sie war
seit acht Jahren Küchenhilfe in der bei
uns angesiedelten Bundeswehrkaserne -,
und wir sind dann in einen der
Bundeswehrblocks gezogen. Aber
dagegen hatten sich die anderen Mieter
heftigst gewehrt, da sie nicht mit
Asozialen zusammenleben wollten. Nur
durch die Hilfe eines Mannes von der
Standortverwaltung der Bundeswehr
gelang dies am Ende, und auch nur
deshalb, da man zunächst ein Vierteljahr
auf Probe vereinbart hatte. Ab diesem
Moment ging das Leben in die positive
Richtung. Wir hatten uns zwar insgesamt
ein ganzes Jahr bewähren müssen, aber
es hatte geklappt. (Meine Mutter ist zu
Beginn boykottiert worden, wurde
drangsaliert und als „Barackenf...."
bezeichnet, „Du Hure, zieh hier wieder
aus, wir wollen kein Volk wie Eures
hier haben!", hatten sie ihr immer
wieder an den Kopf geworfen.) Und wir
Kinder wurden von den Kindern der
Nachbarn auch wieder ein Jahr gehänselt
und geschlagen, bis wir dann seit dieser
Zeit immer standhaft blieben und nie
abgehauen sind. Wir konnten uns
aufgrund unserer körperlichen Schwäche
auch nicht zu Wehr setzen, wurden aber
nach diesem Jahr schließlich akzeptiert.
Interessanterweise sind diese Kinder,
die uns in diesem Jahr verprügelt hatten,
später meine besten Freunde geworden.
Aber es dauerte eben ein Jahr...
Ab dieser Zeit war jedenfalls vieles
anders. Ich weiß noch, wie wir damals
einen Fernseher bekommen haben, mit
drei Kanälen in Farbe - einen alten
Röhrenfernseher -, das war für uns eine
gänzlich neue Welt. Mein Vater war
zwar dann von den anderen
Familienmitgliedern (Großvater usw.)
getrennt, war aber inzwischen
schwerster Alkoholiker, der am Tag
zirka eine Flasche Whisky und bis zu
zwei Kisten Bier trank. Das war ganz
schlimm für mich. Er hatte uns zwar nie
geschlagen, aber er war so gesehen nie
da. Das ging bei ihm - um das hier kurz
einzuflechten - noch weitere 15 Jahre so,
bis er eines Tages mit dem Notarzt ins
Krankenhaus kam und gerade noch
überlebte. Als er nach vier Wochen aus
dem Krankenhaus zurückkam, hatte er
von heute auf morgen mit dem Alkohol
aufgehört und bis zu seinem Tode nichts
mehr getrunken. Er hat noch 10 Jahre
gelebt und ist mit 65 Jahren gestorben.
Während der Jahre, die ihm blieben,
hatten wir noch eine sehr schöne Zeit
miteinander. Er hat vieles richtig
gemacht, er hat sich bei uns immer
wieder entschuldigt, und wir Kinder
haben ihm auch verziehen. Mit ihm
führte ich sehr viele tolle Gespräche.
Leider hatte er dann noch fünf Jahre
leiden müssen, denn er ist am Ende an
Krebs verstorben. Aber diese Zeit hatten
wir ganz bewusst wahrgenommen und
genutzt. Wir sind in diesen letzten Jahren
die dicksten Freunde geworden, und er
fehlt mir heute noch, weil er wirklich
seine Fehler eingesehen hat, und wir ihm
- auch meine Mutter - die zweite Chance
gegeben hatten.
Als ich schließlich 15 war, machte in
der Gegend das erste Fitness- Studio
auf, wobei ich mir damals sagte: „Jetzt
gehe ich da rein und mache aus meinem
gebrochenen Rückgrat und meiner
gebrochenen Psyche einen Panzer. Ich
baue einen Panzer um mich herum auf
und stähle mich."' Mein ganzes Umfeld
lachte sich damals kaputt und sagte:
„Was will der Hänfling mit seinen
knapp 50 Kilo denn da erreichen? Wie
soll denn aus einem Reh ein
Muskelpanzer werden? Das wirst Du
nie schaffen..." Ich bin aber nicht
reingegangen, weil ICH das wollte,
sondern ich wollte etwas beweisen, ich
wollte der Gesellschaft etwas beweisen.
Es ging gar nicht darum, meinen Körper
zu schönen, es ging auch nicht um die
Gesundheit oder die Optik, sondern es
war eine Schutzmaßnahme, weil ich die
ganzen Jahre über drangsaliert und
verprügelt worden war. Ich weiß noch
genau, wie ich damals in das Fitness-
Studio gegangen bin - mit meinen 1,75 m
und 52 kg Körpergewicht - und den
Studioleiter fragte: „Kann man aus
jemandem wie mir noch einen normalen
Jugendlichen machen?"
Der gute Mann wusste gar nicht, was ich
wollte, aber mein Ehrgeiz war dermaßen
groß, dass ich nach zwei Jahren ein
Muskelpaket von 72 Kilo war. Mein
Vorteil: Da ich in meiner kompletten
Jugend nur wenig zu essen hatte, hatte
ich kein Gramm Fett am Körper. Das
war die perfekte Voraussetzung für
Bodybuilding. Die 20 Kilo, die ich
zugelegt hatte, waren reine
Muskelmasse.
Klar, beim Baden im Freibad bin ich
aufgefallen, denn so etwas wie mich, mit
meinem Erscheinungsbild, gab es in der
Gegend nicht. Entsprechend viel
Aufmerksamkeit wurde mir zuteil. Das
war der Moment, in dem mir bewusst
wurde, dass man MICH wahrnimmt,
mich als Person. Das war schon ein
tolles Gefühl, mit 17 Jahren erstmals auf
diesem Planeten wahrgenommen zu
werden. Vorher war ich ein Nichts, dem
man nichts zugetraut hatte, der
„Barackler" eben. Und dieses Gefühl
war so schön, dass ich mir dachte, dass
es doch prima wäre, auf diesem Erfolg
aufzubauen. Dazu hatte ich mich dann
entschieden - doch ich wollte zuvor noch
eine alte Geschichte abschließen. Und
zwar hatte ich an einem Tag 8, 9 oder 10
Leute besucht - so genau weiß ich das
heute nicht mehr - und bei diesen an der
Haustüre geklingelt. Es waren
diejenigen, die mich meine Kindheit
über, sei es in der Schule oder
woanders, verprügelt und gehänselt
hatten. Ich bin zu diesen Jungs nach
Hause gegangen, habe dort geklingelt -
manchmal öffneten die Eltern oder diese
selbst - und habe denen direkt eins auf
die Zwölf gegeben. Bei einem Jungen
aus einem recht betuchten Elternhaus
war es so, dass der Vater die Türe
geöffnet hatte und dieser mich in meinem
Muskel-Shirt vor sich sah, dann seinen
Sohn zur Türe rief und ich diesem vor
den Augen des Vaters, ohne ein Wort zu
sagen, eine zentriert hatte. All das
geschah an einem einzigen Tag, und
damit war es liir mich erledigt. (Es
folgte übrigens nicht eine einzige
Anzeige deswegen, und ich habe auch
nie wieder etwas von diesen Menschen
gehört.) Es waren die Kinder bzw.
Jugendlichen, die mich seit der ersten
Klasse fast bis zum Selbstmord
getrieben hatten, es waren wirklich böse
Menschen. Für mich war es wie ein
Befreiungsschlag, sodass ich danach
sagte: „Jetzt geht es um Dich und Deine
Zukunft, 5 Kilo gehen noch - und
weitere 5 Kilo gehen noch...", und nach
diesem Tag begann mein neues Leben,
begann ein neuer Mensch zu entstehen.
Nach weiteren zehn Jahren hatte ich 117
Kilo reiner Muskelmasse am Leib und
war in der Gegend eine Sensation. Ich
hatte Arnold Schwarzenegger, der mein
großes Vorbild war und dessen Buch
„Mein Weg zum Erfolg" ich innerhalb
einer Woche dreimal gelesen hatte, mit
meinen Leistungen nach 12 Jahren
übertroffen, denn ich wog 117 kg bei 7
Prozent Körperfett und 109 kg bei 4
Prozent Körperfett auf der Bühne, also
bei Wettkämpfen. Mit den Auftritten -
später auch zusammen mit meinem
jüngeren Bruder - waren wir eines der
erfolgreichsten Brüderpaare im
Bodybuilding innerhalb Deutschlands.
(Mein Bruder war zudem deutscher
Juniorenmeisterfinalist im
Bodybuilding.)
Währenddessen hatte ich eine
Ausbildung zum Werkzeugmacher
angetreten. Diese hatte ich zwar nach
einem Tag wieder abbrechen wollen,
nachdem meine Mutter aber fast ein Jahr
gebettelt hatte, dass man mich aufnimmt,
hatte ich ihr versprochen, diese auch
durchzuziehen - auch wenn ich mich
wirklich dazu zwingen musste. Ich hatte
sogar noch ein Jahr als Geselle
hintendran gehängt, war aber zu der
Erkenntnis gekommen, dass ich etwas
mit Menschen machen wollte. Mit dem
Geld, welches mein Bruder und ich mit
unseren Auftritten teilweise in Diskos,
bei Tankstelleneröffnungen oder anderen
Veranstaltungen dieser Art verdienten,
konnte ich dann eine Physiotherapeuten-
und Masseurausbildung in einer
Privatschule finanzieren, die ich
innerhalb von vier Jahren abschloss. In
dieser Zeit bin ich jeden Tag um 6:30
Uhr in die Nachbarstadt gefahren, war
dort auf der Schule und war danach noch
drei Stunden im Fitness-Center
trainieren, was bedeutete, dass ich
abends so gegen 21:30 Uhr zu Hause
ankam. In jener Zeit wurde ich auch
Vater eines Sohnes.
Bei meiner Tätigkeit als
Physiotherapeut war ich sehr
glücklich, vor allem, weil ich
in einem Beruf arbeiten durfte,
in dem Menschen auf Dich
zukommen und um Dein
Wissen und Deine Hilfe bitten
und Du ihnen Hilfe geben
kannst. Du wirst gebraucht
und wertgeschätzt. In diesem
Beruf bin ich menschlich
richtig aufgegangen.
Das tat ich bis zu meinem 30.
Lebensjahr, als ich mir dachte, dass es
Zeit wird, mit dem Bodybuilding
aufzuhören und auf eine andere Weise
Geld zu verdienen, denn das Training
kostete mich rund 1.500 DM im Monat,
da blieb am Ende nicht viel übrig.
Meine Idee war es, mich mit einem
Sonnenstudio selbstständig zu machen.
Die Grundidee war es immer,
irgendwann ein eigenes Fitness-Studio
zu haben, aber das lag in weiter Ferne,
denn ich hatte null Komma null
Startkapital. Deswegen war die Idee,
zunächst mit einem Sonnenstudio
anzufangen - wir befinden uns im Jahre
2001 -, eher umsetzbar, denn das war
damals gerade im Kommen. Ich hatte das
mit Freunden und Bekannten besprochen,
und es waren wieder die gleichen
Aussagen zu hören, wie damals mit
meinem Bodybuilding: „Das klappt
doch nie, Du kennst Dich doch gar
nicht aus, warst noch nie selbstständig.
Und woher willst Du 250.000 DM
bekommen
Und wieder ertappte ich mich dabei, es
der Gesellschaft beweisen zu wollen, ihr
gefallen zu wollen, um in den Genuss zu
kommen, Anerkennung zu erhalten —
was mich heute übrigens gar nicht mehr
interessiert. Damals aber wollte ich
mich nach meinem Erfolg im Sport nun
im Geschäftsleben beweisen. Doch das
war leichter gesagt als getan. Ich hatte
über ein Jahr lang eine Bank nach der
anderen abgeklappert und nach einem
Kredit gefragt - immer mit dem gleichen
Ergebnis: ohne Sicherheit und mit
meinem familiären Hintergrund ginge
das nicht. Es war dann auch der elfte
oder zwölfte Versuch - in Deutschland
hatte ich bereits alle Banken im Umkreis
abgeklappert da hatte ich einen weiteren
Termin bei einer österreichischen Bank
gleich hinter der Grenze. In dieser ging
ich mit meinem Konzept unter dem Arm
und den folgenden Worten auf den
Bankmitarbeiter zu: „Ich habe eine
meiner Ansicht nach tolle Idee, ich
weiß auch, dass sie funktioniert, wenn
mir jemand die Chance geben würde.
Aber ich weif schon, dass ich sie Ihnen
gar nicht vorstellen muss, da Sie sie
ohnehin ablehnen, wie schon die zehn
Banken zuvor auch." Daraufhin wollte
er wissen, worum es überhaupt ginge
und wollte hören, was ich zu sagen
habe.
Ich hatte dann mein Konzept vorgestellt
und gleich betont, dass es ja sowieso
von ihm abgelehnt wird, ich ihm aber
nicht böse sei und es ja verstehen könne,
wenn jemand wie ich ohne Sicherheiten
auftreten würde. „Aber eines sage ich
Ihnen gleich.hatte ich hinzugefügt. „Ich
werde so lange von einer Bank zur
anderen gehen, bis ich mein Projekt
umgesetzt bekomme und meine Vision
verwirklicht habe, selbstständig zu
werden." Zwei Tage später bekam ich
einen Anruf und die Zusage für einen
Kredit über 250.000 DM, ohne jede
Sicherheit oder Eigenkapital. Der Mann
glaubte an mich und hatte dies gegenüber
seinen Vorgesetzten durchgebracht.
Um es hier jetzt abzukürzen: Das Studio
wurde ein Renner - ich hatte innerhalb
von fünf Monaten zirka 1.000 Kunden
und ein Jahr später 2.200 Kunden. Kurz
darauf eröffnete ich in Osterreich mein
zweites Sonnenstudio. Es war dann im
Jahr 2004, als ich von einem Bankier,
der gleichzeitig der Besitzer des größten
Hotels im Zentrum unserer Stadt war,
Besuch bekam. Dieser sagte: „Wir
beobachten Sie nun seit knapp sechs
Jahren und sehen, was Sie aus Ihrem
Leben gemacht haben. Wir suchen eine
kompetente Person, die in der Lage ist,
eine exklusive Fitness- und
Wellnessanlage in unserem Hotel
aufzubauen und auch zu führen. Ihre
Kombination als Betreiber von
Sonnenstudios und als Physiotherapeut
wäre perfekt, f Ich habe das Angebot
angenommen, habe aufgrund der Größe
des Projektes einen kompetenten Partner
mit hinzugenommen, und wir bekamen
knapp eine Million Euro von der Bank
supergünstig finanziert. Wir haben auch
beide Eigenkapital mit eingebracht und
haben heute - 2015, also nach elf Jahren
- den größten Teil davon abbezahlt,
beschäftigen 18 Mitarbeiter auf 1.600
qm Fitness- plus Wellness- und
Saunabereich und haben knapp 1.000
Festkunden. Dennoch habe ich es mir
beibehalten, diesen Erfolg nicht zu sehr
nach außen zu tragen und bevorzuge ein
gewisses Understatement.
Nach 23 Jahren Beziehung ging diese
auseinander, aber im Guten. Mit meiner
ersten Lebensgefährtin bin ich nicht nur
weiterhin befreundet, sondern sie
arbeitet immer noch an der Rezeption
des Fitness-Studios und unser Sohn sagt:
„Weißt Du, Papa, das ist gar nicht so
schlecht. Jetzt habe ich zwei neue
Freunde. Der neue Freund von Mama
ist auch mein Freund und Deine neue
Freundin mag ich auch total. Wer hat
das schon?" Ist das nicht süß? Meine
jetzige Freundin lernte ich
interessanterweise in meinem damaligen
österreichischen Sonnenstudio kennen,
und ich frage mich noch heute, ob ich
das Studio vielleicht nur wegen ihr
eröffnete, um sie später kennen zu
lernen. Denn so, wie wir
zusammenpassen, kann das nur als eine
Fügung beschrieben werden. ©
Für mich selbst würde ich mir den
gleichen Weg wieder auswählen, denn
ich glaube, dass nicht das aus mir
geworden wäre, derjenige, der ich heute
bin, wenn ich einen anderen Lebensweg
gehabt hätte. Denn dieser familiäre
Hintergrund hat auch meine Brüder
beflügelt. Mein ältester Bruder leitet in
Selbstständigkeit sein eigenes Café und
ist gelernter Bäcker und Konditor. Mein
Zweitältester Bruder ist
Heizungsinstallateur im
Angestelltenverhältnis, und mein
jüngster Bruder ist ebenfalls
selbstständig, hat zwei
Lebensmittelgeschäfte und einen
Catering-Service für mehrere Schulen
und metallverarbeitende Betriebe.
Ich habe viel gelernt in meinem Leben,
ich habe natürlich auch viel gelesen -
vor allem dabei viel, sehr viel
Lebenserfahrung gesammelt durch
meinen recht ungewöhnlichen Aufstieg.
Daher würde ich Folgendes empfehlen:
Meinem eigenen Kind lasse ich die
Freiheit, sich frei zu entwickeln und sich
seine Ziele selbst auszusuchen. Es ist
wichtig zu wissen, dass ein Kind Ziele
benötigt. Wenn man ein Ziel hat, kann
man dieses auch ansteuern. Mein Sohn
möchte beispielsweise Profifußballer
werden. Ich bin sein Mo- tivator und
war nie in meinem Leben ein
Traumräuber, so wie das neunzig
Prozent aller Menschen sind. Deswegen
sage ich zu ihm: „All das, was zwischen
Deinen Ohren durchdacht wird, das
macht den Unterschied. Alle Menschen,
die heute erwachsen sind, auch Deine
Vorbilder im Fußball, ein Arjen Robben
oder ein Franck Ribéry, waren auch
einmal so klein wie Du und haben
denselben Traum geträumt - und haben
ihr Ziel erreicht. Und sie haben es nur
deswegen geschafft, heute dort zu
stehen, weil sie diesen Traum immer
gepflegt und gelebt haben und immer
daran festhielten. Als Dein Papa
glaube ich an Dich, dass Du alles
schaffen kannst. Also kannst Du es
auch erreichen. Aber nur dann, wenn
Du im Leben einmal mehr aufstehst als
Du hinfällst!"
Der einmal mehr Aufstehende!
Wie er im Text beschrieben
wird, kennen wir ihn nun
schon seit vielen Jahren.
Meine Frau und ich waren
erschüttert, als wir seine
Geschichte zum ersten Mal
hörten. Kein Mensch würde
das vermuten, wenn man ihn
kennt. Ein Kontakt ist
aufgrund seines familiären
Hintergrundes, der kaum
jemandem bekannt ist, nicht
erwünscht.
Ohne meinen
Schutzengel hätte ich das
nicht ertragen
Dieses Leben ist und war anders, denn
ich, Rita, war anders. Ich wurde am
6.7.1952 in der Rattenfängerstadt
Hameln geboren. Der Krieg war gerade
sieben Jahre her, und meine Mutti wollte
mich nicht. Was war passiert? Mit 29
Jahren verliebte sie sich in einen
Ausländer. Vermutlich aus England oder
Irland, vielleicht war es aber auch ein
Schotte... So genau sollte ich es nie
erfahren. Das Fatale: Er war verheiratet
und seine Frau erwartete auch ein Kind,
so haute er ab.
Nun kann man sich vorstellen: So kurz
nach dem Krieg, eine junge Frau mit
Kind, ohne Vater - das ging gar nicht.
Das gehörte sich nicht. Um dieser
Schmach noch zu entkommen, versuchte
sie alles, um mich loszuwerden. Nur, ich
kam zu früh zur Welt. Ich war ein
Siebenmonatskind, 800 Gramm schwer,
zirka 30 cm groß, die Lunge war nicht
ausgebildet und mein Körper... Na ja, es
war zwar alles da, aber es schien so, als
sei ich komisch. Ich war eine Handvoll
Mensch, keine Haare, die Glieder konnte
man so ziemlich in alle Richtungen
bewegen, war mehr tot als lebendig.
Man packte mich in Watte, ja richtig, in
Watte, man wollte nicht, dass ich im
Sommer erfror. Mein kleiner, schwacher
Körper konnte keine noch so kleine
Erkrankung verarbeiten. Aber genau das
geschah. Ich bekam Husten oder Fieber,
ich weiß es nicht mehr so genau,
jedenfalls war das für meinen
schwachen Körper zu viel. Man brachte
mich noch schnell zum Taufen in die
Kirche, und dann sollte es das gewesen
sein. Doch etwas ist passiert. Denn ich
bin immer noch da!
Also was nun? Für meine Mutter stand
fest, dass sie mich nicht behalten konnte.
Sie war zu dieser Zeit in einer
Haushaltsanstellung bei einem britischen
Offizier. Dazu muss man wissen, dass
die Engländer beide Kasernen in
Hameln besetzt hatten und dort bis 2014
ihren Dienst als Besatzungsmacht
ausübten. So hatte sie vor, mich zur
Adoption freizugeben.
Meine Mama, Jahrgang 1924, war in
Ostpreußen geboren und verlebte dort
eine behütete Jugend. Mein Großvater
arbeitete für den Herrn Baron von
Beloh, der dort ein Schloss bewohnte.
Dessen Kinder waren im selben Alter
wie meine Mama, und so verbrachte man
viel gemeinsame Zeit. Auf diese Weise
erlernte sie noch in ihrer Heimat einen
Beruf. In der ortsnahen Post wurden
Briefe, Päckchen und Telefonate
weitergeleitet, der bereits begonnene
Krieg war zwar bekannt, aber nur
wenige wussten genau, was los war.
Man hatte nur einen Weltempfänger, den
man mithilfe eines Fahrrads zum Leben
erweckte. Was sie dort zu hören
bekamen, hörte sich noch nicht so
bedrohlich an. Dann wurde mein
Großvater krank. Er hatte sich an der
Hand verletzt. Es heilte nicht, und das
Krankenhaus in Königsberg lag nicht um
die Ecke. So wurde die
Gemeindeschwester hinzugezogen. Doch
mein Großvater hatte sich bereits eine
Blutvergiftung zugezogen. Zu dieser Zeit
war meine Oma schwanger mit ihrem
dritten Kind. Großvater verstarb im
März 1941, und sein Sohn kam im Mai
zur Welt - mitten im Krieg. Tapfer
versorgte meine Oma ihre zwei Kinder,
die noch zu Hause waren. Meine Mama
hatte in der Post ein Zimmer, das sie
sich mit einem weiteren Mädchen teilte.
Zu dieser Zeit hatten viele begriffen,
dass dieser Krieg näher kommt und
damit wuchs auch die Angst vor den
Russen. Vor denen hatten sie alle
unsägliche Angst. Meine Oma wurde
vom Baron von Beloh rechtzeitig
gewarnt, und so verließ sie im Treck
ihre so lieb gewonnene Heimat. Tante
Grete war gerade mal neun Jahre und
Manfred drei Jahre alt. Meine Mutti
durfte jedoch nicht weg und musste so
lange bleiben, bis die ersten deutschen
Soldaten an die Tür klopften und ihnen
sagten: „Der Russe kommt, lauft um
Euer Leben." Da war sie ein junges
Mädchen und musste nun ganz allein mit
einem gepackten Köfferchen und ohne
ihre Mama und Geschwister von jetzt auf
gleich im Winter flüchten. Just zu dieser
Zeit wurde das Flüchtlingsschiff
Wilhelm Gustloff versenkt, und die
vielen Leichen stapelten sich auf ihrem
Weg. Nun war klar: Nichts wie weg.
Was haben diese Seelen verarbeiten
müssen, was für eine ungeheure
Belastung? Die Strapazen, der Hunger,
die Krankheiten, und dann die
Ungewissheit, ob die Mutter und die
Geschwister noch leben. Nun haben wir
heute immer noch Kriege um uns, und
heute ist man stets bemüht, den
Flüchtlingen zu helfen. Damals gab es so
etwas nicht. Entweder - oder. Das ist
heute alles kaum vorstellbar. Erst über
das Rote Kreuz fanden sie wieder
zueinander. Gerade bei der Flucht dem
ständig drohenden Tode im Krieg
entkommen, man hofft auf Frieden und
ein bisschen Liebe - und dann das. Sie
verliebte sich, doch er begann es mit
einer Lüge. Ja, und dann war sie
schwanger mit mir...
Das war für sie wie ein
Horrortrip, der nicht enden
wollte. Das Vertrauen in
Männer hatte sie zeitlebens
verloren. Klar, da war Paul,
ein
Kriegsversehrter, der gern
mein Papa geworden wäre,
doch meine Mama wollte
nicht.
Mittlerweile war meine Oma mit ihren
Kindern nach Walle bei Braun- ,schweig
zwangszugewiesen worden. Es war ein
abgelegenes Haus, ganz in der Nähe der
Autobahn, ohne Strom, mit Plumpsklo,
aber mit einem kleinen Garten. Hier
wohnten wir dann, bis ich in die Schule
musste. Als meine Oma erfuhr, dass
meine Mama mich weggeben wollte,
schritt sie energisch ein, und so wuchs
ich bei ihr auf. Gemeldet war ich immer
in Hameln, war also auf Besuch und ging
dort auf die Dorfschule.
Meine Oma bemerkte schon sehr früh,
dass etwas mit mir nicht stimmte. Nur tat
man es mit den Worten ab, ich hätte eine
rege Fantasie. So kam es, dass meine
Oma mich dabei erwischte, wie ich mich
laut mit jemandem Linterhielt - der nicht
da war lachte und einfach nur glücklich
war. Sie fragte mich schließlich, mit
wem ich da spielte, und ich antwortete:
„Sie' ist nicht von hier, meine
Freundin." Eigentlich begann das
bereits im Sandkasten, also im Alter von
2 bis 3 Jahren, als ich neben mir ein
warmes Licht wahrnahm, mit dem ich
mich gedanklich unterhalten konnte. Das
waren keine großartigen Unterhaltungen,
sondern eher so, dass ich als Kleinkind
lernte, damit umzugehen. Auf diese
Weise wurde es für mich ganz normal,
dass da „etwas" bei mir ist. Zudem ging
ich als Kind davon aus, dass das jeder
sieht... Bei diesen einfachen
Unterhaltungen blieb es jedoch nicht. Im
Haus waren Seelen verstorbener
Menschen, die mich um Hilfe baten.
Natürlich hieß es sofort: „Die Kleine
hat eine rege Fantasie, wie Kinder
eben so sind..." Doch bei mir wurde es
manchmal wohl recht schlimm. Nun kam
meine Oma aus Ostpreußen und war
fürchterlich abergläubisch - und dann
spricht ihr Enkelkind mit jemandem, den
man nicht sehen kann. Ich kann mir gut
vorstellen, wie es ihr dabei erging. Die
Neugierde war dann aber doch stärker,
und so verriet ich meiner Oma, wer bei
mir war. Ich erzählte ihr, wie „sie"
aussieht, und da meinte meine Oma nur,
das wäre mein Schutzengel. Ich nannte
sie halt „meine Freundin von drüben".
„Sein" oder „ihr" Name war Darian (und
ist es auch heute noch). Mir war es
völlig egal, ob der Schutzengel männlich
oder weiblich war. Manche behaupten,
Schutzengel sind männlich. Das deckt
sich nicht mit meinen Erfahrungen. Es
wurde mir von Darian übermittelt, dass
jeder Schutzengel beides ist, sie sind
geschlechtslos. Schutzengel sind
Lichtwesen. Ich erkenne meinen und
auch die anderer Menschen daran, dass
sie von Licht durchflutet sind. Die-

ses Licht strahlt reine Liebe


aus, eine Harmonie ohne
Worte. Sie brauchen auch
keine Worte, um mit mir zu
reden, ich hingegen schon.
Deshalb rede ich auch heute
noch laut mit ihnen, wobei es
mir egal ist, was andere
Menschen über mich
denken...
Einige feinstoffliche Wesen -
beispielsweise meine inzwischen
verstorbene Oma - kamen immer mal
wieder vorbei und halfen mir in
schwierigen Lebenssituationen. Freunde
hatte ich nicht, brauchte ich auch nicht.
Mit Gleichaltrigen konnte ich nichts
anfangen. Zudem war es bis ins Dorf zu
weit, und so wuchs ich ziemlich isoliert
auf. Später, als ich in die Volksschule
(heute Grundschule) musste, zogen wir
in eine Wohnung, die direkt im Ort war.
Das Haus war vom Krieg arg
beschädigt, hatte undichte Fenster, und
es regnete durchs Dach. Es gab nur einen
Ofen in der Küche, der auch das kleine
Wohnzimmer mitheizte. Später, als mein
Onkel bei VW eine Ausbildung begann
und dort arbeitete, wurde ein Ölofen fürs
Wohnzimmer angeschafft.
Hier begann für mich eine
Zeit, die ich gerne aus meinem
Leben streichen würde. Für
alle war ich ein Bastard, ein
Nichts. Keine Mutter, kein
Vater, also behandelte man
mich dementsprechend. War
irgendwo etwas
abhandengekommen,
beschuldigte man mich, ob ein
Huhn, die Wurst - egal -, es
war immer ich. Meine Oma
konnte beteuern, was sie
wollte, ich war es... Auch sie
wurde als Landesverräterin
beschimpft. So wurde ich viel
geschlagen und rumgeschubst,
sogar die Kinder bezichtigten
mich für Dinge, die ich nicht
getan hatte - jeden Tag.
Nun stellen Sie sich mal vor, da ist ein
kleines Mädchen, das mit sich selbst
spricht, den Lehrer ständig berichtigt,
weil die von der „anderen Seite" es mir
„berichtigten", und das ging natürlich gar
nicht. Zum Beispiel hatten wir mal im
Geschichtsunterricht Ägypten und die
Pyramiden behandelt. Der
Geschichtslehrer erklärte, dass dies
Grabmäler gewesen seien, aber mein
Schutzengel schüttelte den Kopf und
erklärte mir, dass diese von einer viel
älteren Kultur zu einem ganz anderen
Zweck errichtet worden sind. Das gab
ich dem Lehrer so weiter. Die Folge
solcher Aktionen war, dass ich vor der
ganzen Klasse geschlagen wurde, auch,
weil ich nicht lernen wollte und ständig
„dummes Zeug" erzählte. Ganz ehrlich,
wären die „anderen" nicht gewesen, also
meine feinstofflichen Freunde, ich hätte
so nicht leben wollen.In diesem Haus, in
dem wir lebten, wohnten auch andere
Familien. Un- icr anderem wohnte dort
ein Mann mit schwarzen Haaren, der
gerne trank und mir unsympathisch war.
Eines Tages bekam ich 50 Pfennige für
ein Iiis. Elisabeth - eine behinderte Frau,
die im Rollstuhl saß - verkaufte Eis und
Getränke. Just an diesem Tag war sie
außer Haus, und so kam der schwarze
Mann und nahm mich mit. Er roch
fürchterlich nach Schnaps und Bier, mir
war schlecht. Auf einmal befummelte er
mich, tat mir weh, und ich konnte nicht
flüchten. Geschockt wollte ich schreien,
da küsste er mich und raunte, er mache
mit mir, was er wolle, man würde mir ja
ohnehin nicht glauben. Dann wurde mir
schwarz vor Augen. Als ich wieder zu
mir kam, lag ich bei meiner Oma auf
dem Sofa. „Ach mein Kind, Du bist
umgefallen, gut, dass Herr S... Dich
gefunden hat." Ich konnte nicht
sprechen, und seine Worte klangen noch
drohend in meinem Ohr. Kurz darauf
bekam ich meine erste Periode und
bekam einen Schock. Aufgeklärt war ich
nicht und ich hatte keine Ahnung, was da
mit mir passierte. Der kurze Kommentar:
„Das bekommst Du jetzt alle vier
Wochen. I - Punkt.
Kurz danach sah ich eine alte Dame,
ganz in schwarz gekleidet, deren Seele
auch dort „wohnte". Ich konnte sie am
Anfang durch meinen Tränenschleier
nicht erkennen, ihre liebenswerte
Stimme beruhigte mich jedoch sehr, und
so freundeten wir uns an. Ich erfuhr, dass
sie vor langer Zeit, heute tippe ich auf
das 18. Jahrhundert, hier gelebt hatte.
Man behandelte sie nicht gut, und sie
wurde einfach nur benutzt, musste die
Drecksarbeit verrichten, und später
wurde sie geschlagen und auch
vergewaltigt. Es war zudem ihre eigene
Familie, die ihr die Hölle auf Erden
bereitete. Irgendwann hatte sie es nicht
mehr ertragen und hatte den Freitod
gewählt. Nun war sie immer noch hier
und wollte mich um einen Gefallen
bitten. Die anderen Seelen hätten ihr
gesagt, dass ich sie erretten kann, und
deshalb habe sie alle Kraft
zusammengenommen und sei nun da.
Durch Gespräche mit anderen
hellsichtigen Menschen - „Medien"
genannt — habe ich später
herausgefunden, dass solche Seelen
immer Menschen mit solch einer Gabe
aufsuchen, um von ihnen ins Licht
begleitet zu werden. Damals konnte ich
allerdings hiermit noch nicht so viel
anfangen. Ich konzentrierte mich deshalb
auf meinen Schutzengel, und schon
passierte etwas, was ich wie folgt
beschreiben möchte: Mein Schutzengel
manifestierte sich in dem Augenblick, in
dem ich meine Gedanken an ihn richtete
- das tut er übrigens heute noch! Mit ihm
ist das Licht, und ich sandte dieser
wartenden Seele aus tiefstem Herzen
Licht und Liebe. Sobald ich diese Worte
in mir formuliert hatte, erstrahlte um
diese Seele ebenfalls dieses Licht, und
sie wurde sachte davongetragen. Es kam
hin und wieder vor, dass solche Seelen
mir ein herzliches „Danke!" zuriefen,
bevor sie verschwanden.
Ja, so war die Zeit damals.
Herr S... hieß seither bei mir
„der Teufel mit den drei
schwarzen Haaren". Darüber
sprechen konnte ich viele
lange Jahre nicht.
Mit 14 begann ich eine Lehre als Frisöse
in Hameln, und ab hier hatte ich immer
weniger Kontakt zur „anderen Seite". In
diesem Beruf konnte ich etwas von
meiner kreativen Begabung umsetzen.
Klar, gebastelt hatte ich schon immer,
aber hier setzte ich es um, indem ich
tolle Frisuren zauberte, wunderschöne
Zeichnungen zu Papier brachte und in
einigen Dingen meinen Lehrherrn
verblüffte. Doch in der Schule wollte es
nicht so klappen. Dinge wie Politik
interessierten mich überhaupt nicht. Und
so schaffte ich den theoretischen Teil
meiner Ausbildung nur, indem ich ihn
nachholte. In den anderen Dingen
hingegen war ich so gut, dass ich viele
Neider hatte. So arbeitete ich am
Theater. Das Schminken machte mir
irrsinnig viel Spaß, und ich durfte mit,
um Models für Modenschauen immer
wieder anders zu gestalten. Nur das
Leben an der Seite meiner Mutter wollte
nicht klappen. Sie verbot mir alles:
Kino, Disko, Freunde. Nur meine Oma
gab mir Rückendeckung, und so lernte
ich andere junge Menschen in meinem
Alter kennen. Das Schöne daran: Wir
waren einfach nur Freunde. Wir trafen
uns ab und zu - und gut.
Im letzten Lehrjahr suchte ich
händeringend Modelle. Da ich nicht in
Hameln zur Schule gegangen war, kannte
ich hier kaum jemanden. Meine Mutter
arbeitete zur selben Zeit im Naaffi,
einem Einkaufszentrum nur für das
Militär. Auch sprach sie perfekt
Englisch. Gern wollte ich es auch
lernen, doch das ließ sie nie zu. Durch
sie lernte ich aber dann doch ein paar
MPs kennen, die dann auch zum
Haareschneiden zu mir kamen. Deutsche
hatten zu dieser Zeit alle lange Haare, da
war die Chance gleich null. Aber auch
hier achtete meine Mama darauf, dass es
da niemanden gab, der mich näher
kennenlernte. Ian dagegen, ein junger
Soldat, trickste sie aus, und wir trafen
uns mehrfach. Leider wollte er aber das
Militär verlassen und nach Australien
gehen. Zu Beginn verband uns nur eine
platonische Freund- schaft. Später
wollte er mehr, doch ich war nicht bereit
dafür. Dann war er plötzlich weg. Und
mir fehlten noch immer Modelle.
So machte meine Mama sich nützlich,
und ich lernte ein Paar kennen - sie war
Deutsche, er Engländer. Die Dame hatte
tolle rote Haare - ein Traum für die
anstehenden Prüfungen. Wie gesagt,
praktisch war ich sehr gut, theoretisch
leider nicht. Das rothaarige Model, Erna
mit Namen, stand nun oft am
Wochenende vor der Tür und wollte,
dass ich mit auf Partys gehe, was ich
jedoch nicht wollte. Ich stand da nicht
drauf, war lieber zu Hause. Außerdem
fehlte mir das Geld für tolle Klamotten.
70 DM im Monat, davon musste ich
alles bestreiten. Ich hatte gerade für ein
kleines Klappfahrrad gespart und konnte
es mir kaufen. Mit diesem fuhr ich im
Sommer zur Arbeit und sparte mir
dadurch das Geld für den Bus.
Erna hatte auf einer dieser Partys einen
Mann kennengelernt, mit dem sie
manchmal feierte, was das Zeug hielt.
Dass Erna es auf ihn abgesehen hatte,
erfuhr ich erst später. Als ich dann auch
einmal mit auf eine dieser Partys ging,
lernte ich diesen Mann kennen - der
mein späterer Ehemann werden sollte.
Als ich Günter zum ersten Mal traf, war
er betrunken und machte sich ziemlich
plump an mich ran. Ich dachte damals
nur noch an Flucht. |Wie ekelig!", dachte
ich angewidert. Ich konnte mich nie
damit anfreunden. Mal ein Gläschen zu
trinken, sah ich nicht als Problem, aber
dieses Komasaufen war nichts für mich.
Doch Günter stand ab diesem Tag immer
wieder vor meiner Tür, war nüchtern
und freundlich. Zwischenzeitlich erfuhr
ich, dass er Witwer war. Günter hatte
seine Frau während eines Urlaubs durch
eine Grippe verloren und hatte zwei
kleine Kinder. Seine Eltern halfen ihm in
seiner Situation. Die Eltern lernte ich
dann auch kennen, und die waren
zunächst einmal gegen mich eingestellt
und meinten, ich sei zu jung. Da war
aber jetzt auf einmal eine Familie,
etwas, was ich in dieser Form zuvor nie
kennengelernt hatte. Mein späterer
Schwiegervater war eine Wucht. Wir
verstanden uns sofort. Mit meiner
Schwiegermutter war das Verhältnis
hingegen nicht so eng. Ich weiß nicht,
wie und warum, aber ich hatte da auf
einmal eine GANZE Familie. Kam daher
der Reiz, es damit zu versuchen? Ich
glaube ja. Es war keine leichte Aufgabe.
Ahnung hatte ich freilich nicht, ich war
18, er 29, und was mich nach der
Hochzeit erwartete - nun, hätte ich das
gewusst, hätte ich die Finger davon
gelassen. Ja, hätte der Hund nicht
geschissen, hätte er einen Hasen
gefangen....
Doch nun, September 1971, war ich
verheiratet. Seine Kinder, der Sohn war
4, seine Tochter 9, waren anfangs noch
sehr umgänglich. Mein Mann trank gerne
und vor allem zu viel, schlug mich, war
rasend eifersüchtig, verbot mir jeglichen
Kontakt zu anderen. Ich sollte arbeiten
gehen und Geld verdienen - ach ja, und
natürlich den Haushalt führen aber
ansonsten die Schnauze halten. Wenn ich
keinen Sex wollte, nahm er es sich mit
Gewalt. Es wurde unerträglich und ich
lief zweimal weg. Und was bekam ich zu
hören? „So was macht man nicht, Du
bist verheiratet und da musst Du
durch." Lieber tot als das, dachte ich.
Nur dazu kam es nicht. Mittlerweile
mochten seine Eltern mich sehr, und ich
fand bei ihnen Hilfe, wenn es schlimm
wurde. Zu dieser Zeit arbeitete ich in
der Fabrik, denn als Frisöse gab es
einfach zu wenig Geld. Mein erstes
selbst verdientes Geld in der Fabrik
waren 426 DM. Oh Mann - so viel hatte
ich noch nie im Monat verdient. Was
war ich stolz.
Die Eltern meines Mannes kamen
ursprünglich aus einem anderen kleinen
Ort, in dem sie nach dem Krieg viele
Jahre lebten und wo sie viele Bekannte
und Freunde hatten. In dem Ort, in dem
sie jetzt lebten, fühlten sie sich nicht
wohl. Auch die Eltern seiner
verstorbenen Frau wohnten hier und
machten mir das Leben zur Hölle. In
ihren Augen war ich keine Frau für ihn,
konnte nicht kochen und konnte nicht mit
den Kindern umgehen. Natürlich musste
ich viel lernen, und das ging nicht von
jetzt auf gleich. Meine Schwiegermutter
half mir zum Glück, wo sie konnte, und
ich war eine gelehrige Schülerin.
Mit der Zeit veränderte sich meine
Stieftochter. Sie log, trank, rauchte,
fälschte Unterschriften und klaute, und
kein noch so gut gemeinter Rat fand bei
ihr Einzug. Weil ihrem Vater die Hand
locker saß, versuchten meine
Schwiegermutter und ich oft, die Wogen
zu glätten. Ich regelte immer alles, indem
ich mit den Geschädigten Kontakt
aufnahm und alles zum Guten wendete.
Mittlerweile wurden in der alten Heimat
meiner Schwiegereltern Bauplätze
angeboten. Und so kam es, dass wir
dieses Haus verkauften und dort ein
größeres bauten, in das wir 1977
einzogen. Zu dieser Zeit erfuhr ich, dass
die Tochter meines Mannes — sie war
noch minderjährig - ein Verhältnis mit
einem Busfahrer hatte. Doch das
leugnete sie. So konnte ich hier nichts
unternehmen. Dann lernte sie einen
jungen Trottel kennen - und auf einmal
hieß es: „Wir müssen heiraten." Sie
war gerade 17 und schwanger, und die
Eltern von ihm waren auch noch
unglaublich neidisch auf unser schönes
Anwesen. Diese Zeit wurde so turbulent,
dass ich kaum einen klaren Gedanken
fassen konnte. Heute so und morgen
wieder was anderes. Und was ganz
schlimm war: Mein Mann glaubte seiner
Tochter, wenn sie so verblümt sprach.
Da konnte ich warnen, so oft ich wollte,
es hieß dann nur: „Du hast keine
Ahnung."
So kam es eines Tages, ich kam gerade
von der Arbeit, dass er mir erklärte,
dass er mit seiner Tochter gesprochen
hätte und wie es wohl wäre, wenn
dieses Haus an die Kinder übertragen
würde, und wir könnten noch einmal
bauen. Zwar waren die Bankzinsen zu
dieser Zeit hoch, die Baukonjunktur
boomte dennoch. Da er als
Heizungsmonteur arbeitete und alle
kannte, die was mit Bauen zu tun hatten,
und die Tochter das Haus günstig kaufen
sollte, war ich einverstanden. Ihr Bruder
sollte auch als Erbanteil im Grundbuch
verbleiben. Die Eltern meines Mannes
würden auch dort wohnen bleiben. Zu
schön, um wahr zu werden. Das neue
Haus bauten wir dann auf meinen
Namen. Zuvor beantragte ich
Gütertrennung, denn ich traute dem
Ganzen nicht. Wir schufteten in jeder
freien Minute. Der Rohbau war fertig, da
kam der Dolchstoß von der Stieftochter.
Ihr Mann hatte einen älteren,
unverheirateten Bruder, der wollte auf
einmal auch mit einziehen. Da verlangte
mein Mann einen höheren Kaufpreis.
Ohne ein weiteres Wort kaufte sie dann
ganz schnell im Nachbarort ein kleines
Einfamilienhaus. Da standen wir dumm
da. Zu allem Übel zogen die Eltern
meines Mannes dort auch mit ein, was
meine Stieftochter mit ihren Lügen
erreichte. Später mussten Oma und Opa
an diesen Bruder Miete zahlen, durften
auf das Urenkelkind aufpassen, und die
kleine Rente reichte vorn und hinten
nicht.
Ihre Gier nach Geld war damit aber
noch nicht gesättigt. Sie klagte das
Erbteil ihrer Mutter ein. So kam es, dass
wir ihr eine große Summe bezahlen
mussten und dazu die Belastung beider
Häuser an der Backe hatten - und das mit
mir als Fabrikarbeiterin und meinem
Mann mit seinem Heizungsbau. Es blieb
uns nichts.
Die Mieter zahlten wenig oder gar nicht,
und da war der Moment gekommen, an
dem ich sagte: „Jetzt ist es genug, ich
mache Schluss." So viele Tränen, so
viel Verzweiflung, meine Kraft war am
Ende. Ich wog nur noch 45 kg. Zur
gleichen Zeit erlitt meine Oma einen
Schlaganfall, von dem sie sich nicht
mehr erholte. Mein Schwiegervater starb
und kurz darauf auch meine Oma. Das
war dann endgültig genug. Ich brach
zusammen. Ich musste mein Haus schnell
verkaufen, um wenigstens diese
Schulden wegzubekommen. Leider ging
die Rechnung nicht ganz auf. Der Käufer
zahlte weniger, weil ich verkaufen
musste. Das nutzte er aus, und so blieb
ich auch noch auf einem Haufen
Schulden sitzen. Die Banken verlangten
das Geld sofort zurück, doch ich konnte
nicht zahlen und geriet in die
Schuldenfalle. Es gab Pfändungen über
viele Jahre hinweg - dann konnten
endlich auch Privatleute Insolvenz
anmelden. So büßte ich über 30 Jahre,
und der Tochter meines Mannes ging es
prächtig dabei. Auch mein Berufsleben
hatte sich verändert. Ich wurde in die
Schichtarbeit gesteckt und wurde
schließlich krank. 1988 war ich dann
restlos am Ende und reichte die Rente
ein, die ich 1993 dann aufgrund meiner
vielen Behinderungen erhielt - nach fünf
Jahren Klage. Bis dahin bekamen wir
nicht mal 50 DM in der Woche, der
Bank reichte unser Verdienst nicht.
Mannomann, was war das für eine Zeit.
Wir waren am Ende, wussten nicht mehr
ein noch aus. In dieser Zeit machte mein
Mann die eine oder andere Heizung noch
nebenbei, so konnten wir uns wenigstens
einigermaßen über Wasser halten. Nun
war mein Mann aber schon als Kind mit
verkrüppelten Füßen zur Welt
gekommen. Natürlich war er auch nicht
lange im Berufsleben, und so gingen wir
beide früh in Rente. Noch im gleichen
Jahr, 1993, beantragte ich bei der
Gemeinde einen Gewerbeschein für
Hobbyarbeiten mit Keramik. Und siehe
da, meine Kontakte nach „drüben"
öffneten sich so allmählich wieder.
Diese Zeit brachte mir auch mehr Pfunde
auf die Waage, die Päckchen, die ich
trug, waren zu viel.
Kurz nachdem das mit der Tochter war,
hatten wir dem Sohn meines Mannes das
Haus überschrieben und uns ein
lebenslanges Wohnrecht eintragen
lassen. Ein Grund dafür war, dass er
viel günstiger Kredite bekommen konnte,
da er bei der Marine arbeitete. Auch er
heiratete dann, und wir bekamen somit
einen Enkelsohn. Eigentlich war das ein
Grund zur Freude, doch 2009 fing er das
Saufen an, und der Terror ging von
Neuem los. Und das noch viel
schlimmer. Mittlerweile arbeitete er bei
der Polizei, verdiente gut und behandelte
uns immer mehr wie „doofe Bürger".
Natürlich hielten wir uns aus vielem
raus, nur wenn so was im eigenen Haus
läuft, bekommt man viel mit, und die
Nerven lagen blank. Dazu kamen viele
Schlaganfälle bei meinem Mann, was
dazu führte, dass er nicht mehr leben
wollte, denn es war auch für ihn zu
viel.
So zurückblickend kann man sagen, dass
es ein ziemlich besch Leben
war - nur Mist an der Backe. Und man
fragt sich natürlich, wieso das so ist -
und wieso gerade bei uns bzw. mir?
Also fragte ich meinen Schutzengel.
Dieser hat mir immer gut zugesprochen,
dass ich durchhalten soll. Wäre mein
Schutzengel nicht all die Zeit bei mir
gewesen, hätte ich mein Leben schon
längst selbst beendet. Es hieß immer, ich
solle durchhalten, das habe alles seinen
Sinn. Also tat ich das. Ich hatte auf
Anraten der „anderen" alles Emotionale
losgelassen - den Ärger, den Groll -, und
so löste sich für mich sehr viel auf, und
ich konnte freier denken. Mein Mann
glaubte an all das nicht, das war für ihn
Blödsinn, und er meinte, ich sei
verrückt. Doch ich machte hin und
wieder Bemerkungen über das, was
kommt, und als das auch eintraf, wurde
er schließlich nachdenklich.
Beispielsweise hatte ich ihm mal
nähergebracht, dass es ihm schlecht
ergehen würde, wenn er weiter trinkt -
und dann wurde er später krank. Und
meine Freundin Sabine, die ebenfalls
eine mediale Begabung hat, hatte ihm
nach seinem Beckenbruch die Hände
aufgelegt. Er sagte, dass er spürte, dass
es kribbelt. Und jetzt, Wochen später,
sagt er nur: „Ach was..." Es gibt noch
ein anderes Beispiel mit meinem
Enkelsohn Dennis. Er wurde immer
häufiger frech. Da habe ich mir sein
Horoskop angeschaut und aufgrund der
Konstellation prognostiziert, dass er bei
der Bank, bei der er arbeitete, nicht
übernommen wird. Die Reaktion meines
Mannes damals: „Ach, Du spinnstAber
genau so ist es gekommen. Da hat er
dann schon zugegeben, dass ich Recht
hatte, aber so richtig dran glauben will
er dennoch nicht.
In den letzten 30 Jahren habe ich mir so
alles an Büchern gekauft, was es an
„Unerklärlichem" und
„Grenzwissenschaftlichem" auf dem
Markt gab. Ich wusste schon lange, dass
es da etwas gibt, was wir nicht wissen
sollen, und dieses Wissen war -
zumindest zum Teil - in mir angelegt,
schon seit meiner Kindheit. Doch ich
kann nun nicht sagen, dass mich alles
überzeugt hatte, weil die „anderen", die
Jenseitigen, mich immer wieder
berichtigten. Auch ich hatte Zweifel.
Nur, mit wem kann man darüber
sprechen? In meinem Umfeld war da
niemand. Und Internet gab es damals
auch nicht oder Seminarangebote wie
heute. Das war damals sehr schwierig.
Ganz schnell kommt es dazu, dass man
Dich für verrückt erklärt.
Viele Türen sind seither zugemacht
worden - und neue gingen auf. Immer
wenn Du denkst, es geht nicht mehr,
kommt von irgendwo ein Lichtlein her.
So war das bei mir immer wieder. Oft
hatte ich bereits aufgegeben und dann
kam doch wieder eine Lösung daher.
Mein Schutzengel überbrachte mir
immer liebe Grüße mit ganz viel Licht
und Liebe und erklärte: „Das wirst Du
auch anderen immer so überbringen,
dann gehst Du recht, dies ist Dein
Weg." Dieser Weg bescherte mir das
Kennenlernen von Sabine, die ich eben
erwähnte. Sie ist Heilerin und
beschreitet einen ähnlichen Weg mit der
„anderen Seite" wie ich.
Jan van Heising wollte von mir
wissen, was mir der
Schutzengel sonst noch alles
erzählt hat. Nun, er hatte mir
schon vor langer Zeit
berichtet, dass ich schon
mehrmals gelebt habe und es
die Reinkarnation gibt. Alles,
was man erlebt, dient einem
Lernprozess, erklärte er, auch
wenn wir dies aus
menschlicher Sicht nicht
immer nachvollziehen können.
Und die geistigen Wesen
dürfen den Menschen, den sie
betreuen, oftmals nicht
darüber unterrichten, da es ihn
sonst blockieren würde, weil
er dann anders handelt.
Und warum bin ich immer hoch hier? Ja,
das ist so: Meine kleine Rente macht
mich zum Bittsteller in diesem Staat, und
es wurde bislang nicht besser. Ich habe
es versucht, mit der Erkenntnis, dass ich
mein Auto verkaufen müsste, meinen
Hund einschläfern und meinen
Graupapagei, den ich jetzt 25 Jahre
habe, weggeben soll. Und das nur, um
den Rest für eine Miete aufzubringen,
Strom und Wasser sowie Heizungs-
Zuschuss zu bekommen? Nein danke!
Also warte ich geduldig, denn es kommt
die Zeit und es kommen die Menschen,
die mir helfen werden. Erst wenn die
Menschen begreifen, dass sie sich
gegenseitig brauchen, und wenn sie in
der Lage sind, sich und anderen zu
vergeben und auch zu verzeihen, ist am
Ende alles gut. Der Mensch ist edel,
wenn er begreift, dass er es ist. Und er
ist einzigartig, weil man ihn braucht.
In der Zwischenzeit helfe ich anderen
Menschen und freue mich, wenn ich sie
auch auf dem rechten Weg begleiten darf
- und noch viel mehr, wenn dies auch
gelingt. Das klappt jedoch nicht immer.
{„Wer nicht glaubt, dem kann man
nicht helfen.")
Bedenken wir, dass noch so viele im
Dunkeln wandeln, sie müssen erst das
Licht am Ende erkennen. Mein
Schutzengel hatte mir über Gott erklärt:
„Gott ist wie Du, und Du bist wie er.
Gib den anderen Menschen etwas
davon ab, dann mögen sie sich an ihn
erinnern. Sie werden ihn nicht in
Kirchen, Burgen und Schlössern finden,
sondern er ist immer in ihrer Nähe."
Sabine und ich sind
inzwischen ein Team
geworden. Wenn der eine
nicht weiterweiß, ruft er den
anderen an, dann finden wir
mit Hilfe der Engel immer den
richtigen Weg.
Was bringt uns die beziehungsweise
„unsere" Zukunft? Ich habe danach
gefragt und zur Antwort bekommen, dass
uns der Schöpfer einen freien Willen
mitgegeben hat, mit dem wir leben und
arbeiten sollen. Er hat uns begabte
Menschen gesandt, von denen viele auf
dem Scheiterhaufen verbrannt wurden
oder von den Massen verhöhnt worden
sind. Man schließt sie weg oder verfolgt
sie, weil sie nicht in das „moderne"
Weltbild der jetzigen Zeit passen. Damit
müssen wir nun leben und daraus lernen
— und eventuell den Kurs ändern.

Die Zeit wird den Menschen


belehren, und man wird sich
an diese begabten Menschen
erinnern. Der Mensch ist dazu
angeraten, weise zu wählen,
denn es sind auch jede Menge
Scharlatane unterwegs. Wenn
wir die Wärme und Liebe
verspüren, wenn unsere
Seelen von Tonnen von
Steinen befreit werden und die
Tränen alles wegspülen, unser
Herz vor Freude hüpft, ja dann
haben wir weise und richtig
gehandelt.
Rita Kölling
Rita hatte schon Vorjahren Stefan
Erdmann und mir geschrieben und uns
als kleines Dankeschön für unsere
Bücher einen selbstgefertigten
Keramikengel geschenkt. Während der
Kommunikation mit ihr kamen ihre
bescheidenen und dennoch interessanten
und ungewöhnlichen Lebensumstände
zum Vorschein, sodass ich sie bat, sie
mit uns zu teilen.
E-Mail: rita.koelling@gmx.de Briefpost
über den Verlag
Von ganz oben nach ganz
unten - und wieder hoch
Begonnen hatte alles damit, dass die
Mutter eines Mitarbeiters unsere
Agentur „sauber gemacht" hat. Aber
nicht mit Lappen und Besen, sondern
energetisch! Damit war der Anfang vom
Ende des alten Lebens eingeleitet
(vielen Dank dafür, liebe Helga). Das
wusste ich aber damals, im Oktober
2000, natürlich noch nicht.
Wir, das waren drei Studienkollegen,
die die Zeichen der Zeit erkannt, das
nötige Glück und auch das Startkapital,
den Fleiß und den Mut hatten, 1996 eine
Design-Agentur für digitale Medien zu
gründen - und sich gleich auf diese neue
Technologie zu spezialisieren, die sich
damals „Internet" nannte. An einem der
renommiertesten amerikanischen
Colleges hatten wir studiert und uns
kennen gelernt. Mit dem erworbenen
zeitlichen und technischen Vorsprung
beschlossen wir, dies in Deutschland
umzusetzen. So kam es, wie es kommen
musste, wir rannten offene Türen ein und
waren auf der Welle der „Explosion"
ganz vorne mit dabei. Durch unsere
Designkompetenz waren wir für
Marketing- und Werbeabteilungen bei
großen Unternehmen gefragte
Gesprächspartner. Von Audi über
BMW, bis hin zu Siemens oder Red Bull
zählten die großen Unternehmen und
Konzerne zu unseren Kunden. Überhäuft
von Designpreisen, den „Oskars" der
Medienwelt, zählten wir bald zu den
Top-Agenturen im deutschsprachigen
Raum. Mehrere Büros in Deutschland
und der Schweiz folgten. Die Projekte
erfolgten in Größenordnungen, die mir
heute wie ein unwirklicher Traum
vorkommen.
Dann gab es erste Überlegungen, das
Unternehmen an die Börse zu bringen
bzw. zu verkaufen. Angebote von bis zu
10 Mio. DM flatterten auf den Tisch!
Wir hatten es geschafft! Unsere Träume
hatten sich erfüllt. Zu diesem Zeitpunkt
waren wir Millionäre und hatten in der
Designwelt alles erreicht, was es zu
erreichen gab. Die „Party" hatte ihren
Höhepunkt erreicht. Also fingen wir an,
uns auf den großen „Exit" (wie das
damals so schön hieß) vorzubereiten.
Businesspläne, Bewertungen und
Verkaufsgespräche wurden geführt.
„Nebenbei" hatten wir noch einen
„Spinnoff", also eine Ablegerfirma
gegründet, die eine von uns entwickelte
Software als Kernelement beinhaltete.
Hierzu hatten wir einen externen Berater
hinzugezogen, der, wie ich heute weiß,
das „winning Team" durcheinander
brachte. Rein energetisch war ein
Ungleichgewicht entstanden. Unsere
Erfolgsenergie floss in ein schwarzes
Loch. Die drei ursprünglichen Gründer
fingen an, sich zu zerstreiten, was
letztendlich zur Teilung und Aufsplit-
tung der Unternehmen führte. Oder
anders gesagt: Wir durften anfangen,
unser gemeinsames Karma aufzuräumen!
Alles Begriffe, die mir damals noch
nichts sagten.
Jetzt dachte jeder, er macht das Geschäft
alleine. Die Gier übermannte alles.
Doch es kam ganz anders: Die
Verhandlungen zogen sich immer mehr in
die Länge, die Angebote veränderten
sich, das Gewitter zog auf, der „goldene
Schnitt" kam nicht. Stattdessen kam der
Zusammenbruch des „neuen Marktes",
der 11. September 2001, eine alte Welt
fing an unterzugehen. Oder wie es mir
einmal viele Jahre später ein spiritueller
Wegbegleiter erklärte: In den Jahren von
2000-2012, beginnend mit der
Sonnenfinsternis 1999, ging eine
Jahrtausende alte Welt unter -
energetisch, karmisch und strukturell. So
ging auch meine Welt unter. Das
Problem war, ich wollte es nicht
wahrhaben. Ich, der alles erreicht hatte,
konnte doch jetzt nicht einfach alles
hinschmeißen. „Also Zähne
zusammenbeißen und durchhalten...
Das wird schon wieder!
Durchhaltevermögen beweisen! Nicht
gleich bei der ersten Störung aufgeben,
nicht den Weg des geringsten
Widerstandes gehen." Alles
Formulierungen, mit denen ich groß
geworden bin! Das Ergebnis war: Der
„Tod" war schleichend und zog sich
ewig hin. Eine Firma nach der anderen
ging insolvent, die „Freunde"
verabschiedeten sich, das Geld war
schneller aufgezehrt, als einst verdient.
Schlimmer noch: Es war ein großer
Fehler, noch gutes Geld
hinterherzuwerfen und sich bei Freunden
und Verwandten Geld zu leihen.
Zu diesem Zeitpunkt fing ich an, mir
viele Fragen zu stellen und gleichzeitig
keine logischen und rationellen
Antworten zu finden. Stattdessen tat sich
etwas ganz Neues auf. Es musste da
etwas geben, das über allem steht,
etwas, für das das Ganze hier nur ein
Spiel ist. Ich beschäftigte mich mit
verschiedenen Religionen, stellte aber
lediglich fest, dass sie letztendlich alle
nur „Machtorganisationen" sind!
Trotzdem gab es so etwas wie Glauben.
Also trennte ich die beiden Begriffe
voneinander. Außerdem schien unsere
Welt anders aufgebaut zu sein, als ich
bisher gelernt und geglaubt hatte. Unser
gesamtes System war gar nicht so
„sozial", demokratisch oder den
Menschen dienend. Nein, vielmehr
diente es nur einigen wenigen, die über
ihren Einfluss und ihre Möglichkeiten
das ganze Spiel steuerten. Ich durfte
schmerzhaft am eigenen Leib erfahren,
wie das alles funktioniert. Immerhin kam
einer meiner Expartner aus einer sog.
Illuminaten-Familie mit eigener
Privatbank usw.. Ich war also voll ins
Wespennest getreten - und hatte keine
Ahnung, worauf ich mich da eingelassen
hatte. Je mehr ich die Zusammenhänge
verstand, umso mehr verschwand mein
materielles Leben. Irgendwann war es
dann so weit: Ich war bankrott! Außer
einem riesigen Berg von Schulden —
andere kaufen sich von dieser Summe
ein schönes Haus - war vom einstigen
Glanz nichts übrig geblieben! Ich war
nervlich, psychisch, emotional und
natürlich finanziell am Boden zerstört -
dachte ich. Doch es ging noch tiefer!
Tief an mir selbst zweifelnd, völlig
entmutigt und mit null Selbstbewusstsein
stand ich nun mit 35 Jahren auf den
Trümmern meines Lebens. Meine Frau,
die alles mit mir zusammen erlebt hatte,
den Aufstieg und den Fall, vom Schlafen
im Büro bis zum Galaempfang bei den
Wichtigen und Mächtigen, trug nun die
ganze Last! Von dem einst so
glanzvollen Leben mit der
Penthousewohnung mit Dachterrasse
über den Dächern von München war nur
eine 1 '/^-Zimmer-Wohnung übrig
geblieben. In dem ganzen nervlichen
Stress kamen noch mehrere Abgänge
dazu, die unseren gemeinsamen Wunsch
nach Kindern zerstörten. Wir gaben uns
beide wirklich Mühe, aber letztendlich
war es nur eine Frage der Zeit und der
Gelegenheit, bis auch sie sich
entschloss, ein neues, anderes Leben zu
führen. Und so kam auch noch die
Scheidung! Zur materiellen Vernichtung
auch noch die emotionale...
Also fuhr ich eines Nachts durch ein
langes Waldstück mit dem verbeulten
alten Renault meiner Exfrau - ich, der
Porsche und Ferrari gefahren war - und
konnte nicht mehr. Wozu der ganze
Sch...? All diese esoterischen
Erklärungen waren zwar ganz nett, aber
wirklich rausgeholfen haben sie mir
auch nicht aus meiner Situation. Ich
konnte nicht mehr, ich wollte nicht mehr!
Einer von diesen Bäumen sollte es sein!
Ich gab Gas, holte alles aus der alten
Mühle raus, schoss mit Vollgas durch
den Wald und steuerte irgendeinen Baum
an... Und dann plötzlich zog das Lenkrad
nach links, ich blieb auf der Straße,
wurde langsamer, blieb irgendwann am
Rand stehen und heulte Rotz und Wasser.
Der ganze Frust und die aufgestauten
Energien kamen auf einmal raus!
Irgendwann hatte ich mich
wieder gefangen und fuhr
nach Hause. Ich wohnte
inzwischen in der Gartenlaube
von sehr lieben Menschen, die
eine
Gärtnerei besitzen. Was war passiert?
Ich kann es ehrlich gesagt auch heute
noch nicht beschreiben. Es war diese
Verbindung mit dem „Alles, was ist".
Ich spürte in dem Bruchteil einer
Sekunde alles. Mir war klar, dass ich
schon einmal an diesem Punkt stand - in
einer anderen Inkarnation, in einem
anderen Leben - und jetzt eine zweite
Chance bekam. Ich erwachte jetzt
sozusagen erneut bzw. erst richtig.
Zu diesem Zeitpunkt hatte ich schon
einige Seminare und Familienauf-
stellungen besucht. Diese neue,
spirituelle Welt war mir nicht mehr
fremd. Ich hatte gelernt zu meditieren
und an Dinge aus einer höheren
Bewusstseinsebene zu glauben. Ja, ich
fand immer mehr Halt in dieser Welt,
was schon dazu führte, dass einige in
meinem Umfeld bereits dachten, ich
würde irgendeiner Sekte angehören.
Nein, ich war zum ersten Mal nicht im
Außen, sondern ganz im Innen. Ich
musste keinen Halt bei jemandem oder
etwas anderem suchen, ich fand ihn bei
mir. Und gleichzeitig war mir klar, dass
wir alle miteinander verbunden sind. In
der darauffolgenden Zeit las ich viele
Bücher, verbrachte viel Zeit in der
wunderbaren, kräftigen Natur
Oberbayerns und nutzte die Zeit (ich war
ja vom Leben freigestellt), um mich zu
eni-wickeln, also aus meinen Problemen
und alten Mustern herauszuwickeln, in
die ich em-gewickelt war.
Bis zu jenem Tag, als meine Gartenhaus-
Vermieterin zu mir kam und wir über ein
Problem von ihr sprachen. Ich wollte ihr
die Zusammenhänge erklären, konnte es
ihr aber mit Worten nicht genügend
deutlich machen, also griff ich zur
bildlichen „Sprache". Immerhin hatte ich
ja als Designer gelernt, Zusammenhänge
bildhaft darzustellen. So ergriff ich den
Block mit Zetteln, der vor mir auf dem
Tisch stand und zeigte ihr so das
Gesamtbild auf. Ähnlich, wie bei einer
Systemischen Aufstellung bauten „wir"
so ihr System auf. Nach zirka einer
Stunde hatten wir einen gigantischen
Blätterhaufen auf dem Tisch liegen. Nun
galt es, diesen zu ordnen. Als würde
eine unsichtbare Kraft meine Hand
fuhren, wusste ich genau, wo was
hingehörte. Schließlich ordnete ich die
verschiedenen Begriffe den vier
Elementen zu, und die Vermieterin hat
sie den Elementen anschließend auch
zugeführt (verbrannt usw.). Ich hatte zum
ersten Mal, ohne dass ich es wusste, als
„Medium" gearbeitet und eine höhere
Kraft oder Intelligenz durch mich wirken
lassen. In den folgenden Tagen und
Wochen geschahen unglaubliche Dinge
bei meiner Vermieterin! Und alles hatte
mit unserer Systemordnung zu tun.
Das sprach sich nun langsam im
Freundes- und Bekanntenkreis herum,
bis eines Tages eine Freundin meiner
Vermieterin zu Besuch kam. Wir kannten
uns vom Sehen, gingen uns aber aus
irgendeinem Grund aus dem Weg. Sie
erkannte meine Fähigkeit und fragte
mich, ob ich nicht einmal zu ihr kommen
möchte, immerhin arbeitete sie seit über
30 Jahren als Handleserin und hätte eine
Menge Menschen, die brauchen könnten,
was ich da mache. So kam es, dass ich
meine Methode im Laufe der Jahre
immer mehr verbessert, meine
Hellsichtigkeit geschult und meine
Berufung gefunden habe. Heute kann ich
mit dieser Methode Karma, Blockaden,
Wiederholungsschlaufen, Ursachen für
Krankheiten, Beziehungsprobleme oder
finanzielle Probleme auflösen. Ich durfte
uralte karmische Themen erkennen und
lösen — was nicht immer ganz leicht ist
- und mich in eine neue Form des
Daseins entwickeln. Im Zuge dieses
Prozesses sind mir viele Menschen
begegnet, denen ich danken möchte.
Unter anderem meiner neuen
Lebensgefährtin - meine Zwillingsseele -
, die mich liebt, motiviert und auch in
eine neue Ebene des Wirtschaftslebens
geführt hat. Heute habe ich wieder meine
eigene Firma und arbeite daran, mein
wiedererlangtes Wissen und meine
Fähigkeiten damit umzusetzen. Derzeit
realisiere ich ein Auto, das auf sog.
„Freier-Energie"-Basis funktioniert.
Dies mag für manch einen noch etwas
utopisch klingen, aber wir haben das
alles schon gehabt...
Rückblickend, würde ich sagen, waren
diese Jahre die wichtigsten, wenn auch
anstrengendsten meines Lebens. Es ging
darum, mich für ein erweitertes
Bewusstsein zu schulen und es somit
möglich zu machen, dass ich zu meiner
eigentlichen Aufgabe finde. Es gilt,
beide Seiten der Polarität zu integrieren
- das Spirituelle ebenso wie das
Materielle, das Weiße wie das
Schwarze. Yin und Yang eben...
Oliver Littmann
Oliver hatte mich 2001 einmal
besucht und mir von seinem
Werdegang berichtet.

E-Mail: delphy@gmx.de Briefpost über


den Verlag
Erst alles verloren, dann
auch noch gelähmt
Als Jan mich bat, meine Geschichte
niederzuschreiben, um damit anderen
Menschen Mut zu machen, hatte ich
zunächst Bedenken. Konnte ich damit
wirklich dazu beitragen, dass ein
Mensch sich daran ein Beispiel nimmt
und sein Leben dadurch einen neuen
Anstoß bekommt? Ist es nicht ein
gewöhnliches Schicksal, wie es
tausende andere auch haben, oder nehme
ich mich zu wichtig? Ich denke, das
müssen Sie nun entscheiden.
Ich heiße Ernst, und geboren wurde ich
1960. Es waren damals ziemlich strenge
Wintertage. Nicht, dass ich mich daran
erinnern könnte, aber bei uns in den
Salzburger Bergen auf tausend Meter
Seehöhe hat es vor über 50 Jahren in den
Wintertagen noch sehr viel Schnee
gegeben. Unsere Familie war eine aus
den Bergen, Vater ein Bergmann, und die
Mutter hat sich hingegeben, 14
(vierzehn!) Kinder heranwachsen zu
lassen. Ich war das fünfte. Das Leben
schenkte mir auch einen Bruder, der
leider seine Inkarnation nicht auf die
Reihe brachte und mit 33 Jahren an den
Symptomen von AIDS gestorben ist.
„Das Leben schenkt Dir nichts.das
habe ich mir als Kleinkind schon oft
gedacht. Immer wieder habe ich mir
gesagt: „Gott hat mit mir was vor, denn
ansonsten wäre ich schon längst
draufgegangen." Ich wollte immer raus
aus der Situation, ein Versager zu sein,
denn immer und bei jeder möglichen
Gelegenheit wurde mir das Gefühl
vermittelt, ein Versager zu sein. In den
Bergen bist Du als Sohn nur gut, wenn
Du stark bist, wenn Du raufst, wenn Du
ein Anführer bist. Dann ist Dein Vater
stolz auf Dich, ansonsten bist Du ein
Weichei, ein Mutterkind. Dieses Muster
hat mich jahrzehntelang begleitet,
nämlich beweisen zu müssen, dass ich
gut bin, dass ich anders bin, dass ich
erfolgreich bin.
Ich habe die Schule mehr schlecht als
recht absolviert, mir eine Lehrstelle
gesucht und bin dann schließlich
Großhandelskaufmann geworden. „Jetzt
schlage ich der Welt ein Loch, ja, ich
bin jetzt ein Star und wahrscheinlich
der beste Kaufmann und der beste
Verkäufer. Jetzt wird ,Kohle' gemacht,
richtig Geld gescheffelt.dachte ich mir.
Nach einigen Versuchen wurde ich
Vertriebsleiter in einem Medienkonzern
in Osterreich. Jetzt fühlte ich mich
richtig wohl, hatte einen guten Verdienst
und eine gute Stellung. Leider wurde das
Unternehmen teilweise aufgelöst und
verkauft, und für meine Stellung war
kein Platz mehr. Aber was soll's, ich
war ja sowieso schon der Beste. In
diesem „Hochmut" oder dieser
„Selbstüberschätzung" grün-dete ich ein
Franchise-Unternehmen und war
wirklich erfolgreich. Gutes Geld kam
rein, aber leider auch der erste große
Untergang. Im Jahre 1993 kam der erste
große Fall in das Nirwana - der erste
große Fall, und Du besitzt nichts mehr.
Das Schlimmste daran ist, dass Du auch
keine Freunde mehr hast. Die sind dann
alle weg. Hast Du Geld, naschen sie alle
an Deiner Tür und an Deinem Sack, Du
nährst sie alle, Du bist für sie Licht und
sie sind die Motten. Drehst Du das Licht
aber ab oder es wird Dir abgedreht,
kommt keine einzige Motte mehr zu Dir.
Alles zu verlieren im Materiellen, war
mir egal, aber wie stand ich jetzt da? Ich
war in meiner Selbstüberschätzung in
eine Falle gegangen und hatte alles
verloren - und Schulden, die ich bis zu
meinem Lebensende nicht begleichen
konnte. Da war es plötzlich wieder, das
alte Muster: Versager, ja da ist er
wieder, der Versager. Ich habe versagt,
ich habe meine Frau enttäuscht, auch den
Sohn, die Welt um mich herum und
vieles mehr. Wie schaffte ich jetzt den
Umkehrschwung? Das Haus verloren,
kein Bankkonto, kein Geld, keine
Freunde mehr, das Konkursverfahren
abgelehnt mangels Vermögen... Und es
kam noch schlimmer: Kein Unternehmen
stellte mich ein, keiner wollte etwas mit
einem zu tun haben, der finanziell
exekutiert wurde.
Ich musste Bittsteller werden beim
Sozialamt, ich war fertig. Diese
Demütigung: Ich musste betteln, damit
ich Geld für meine Familie bekomme.
Es war zum kotzen, der Magen drehte
sich mir um. Wo war der Ausweg? „
Gott, wo bist Du, was habe ich in
diesem Leben angestellt, warum muss
ich diese , Scheiße' durchmachen? Hat
nicht meine Kindheit schon gereicht,
hat das Leben nicht einen Ausgleich
vorgesehen? Was ist mit den Sprüchen
wie: ,Wer fleißig ist, der wird belohnt
Das ist wohl alles nur Mythos, denn
wenn andere Menschen sich an Dir
nähren und sie sich an Dir bereichern
wollen und Du nicht aufpasst, dann bist
Du in die Falle gegangen und dann bist
Du tot.
In dieser Situation hatte ich keine
Ahnung, was ich tun sollte, aber ich hatte
mich vorwärts bewegt. Ich hatte
erkennen dürfen, dass es einen
Menschen an meiner Seite gegeben hat -
und Gott sei Dank noch immer gibt -,
meine Frau. In diesen Augenblicken des
absoluten Niederganges war sie mit
ihrer grenzenlosen Liebe bei mir und hat
mich gestärkt. Sie hatte mir die Kraft
gegeben zu arbeiten - egal welchen Job
ich bekam, in welchem Loch ich
geschuftet habe, welche Firmen meine
Situation ausgenutzt und mich nicht
bezahlt haben, denn Schwarzarbeiter
bezahlt man nicht, und wenn ja, dann nur
unmenschlich. Immer wieder kam es in
mir hoch, ein Versager zu sein. Wie
schaffe ich auf der materiellen Ebene
das Leben? Wie kann ich meine Frau
von der Situation befreien, da sie ja in
einigen Teilen mitgehaftet hat? Wie kann
ich meine Frau von der Schuld befreien,
die ich auf sie geladen habe? Ich möchte
fortgehen, irgendwo ins Ausland, neu
anfangen, den Berg von Schulden hinter
mir lassen, aber meine Frau ist wie ein
Felsen, der dort steht, wo er steht. Also
habe ich meinen Beitrag geleistet und in
erster Linie gearbeitet, dass sie
belastungsfrei wird, und dass wenigstens
ein Teil der Familie wieder frei sein
kann.
In dieser Zeit kam immer mehr das
Verlangen auf, Menschen zu berühren
und auf einen Heilweg zu bringen. Auch
wenn viele Menschen in dieser Zeit zu
uns schlecht gewesen sind und uns
ausgenutzt hatten, haben wir darauf
vertraut, dass es dennoch herzensgute
Menschen gibt. Ich suchte den
spirituellen Weg, wurde als Geistheiler
und als Schamane ausgebildet und habe
mit meiner Frau eine neue Richtung
eingeschlagen. Schamane oder
Geistheiler zu werden, war nicht der
Wunsch, sondern es war eher eine
Eingebung. Ich denke, Gott hat in vielen
Situationen und durch verschiedene
Menschen zu mir gesprochen. Ich bekam
Bücher über Schamanismus und
Geistheilung in die Hände und las mich
so ein in die spirituelle Welt. Beschützt
und behütet ging ich den Weg durch
verschiedene Sekten und kirchliche
Gemeinschaften und kam zu meinem
eigenen Weg, zu meiner eigenen
Erkenntnis zu Gott und zu einem
erweiterten Bewusstsein. Ich fühlte die
Bestimmung in mir, als Schamane für
Menschen tätig zu sein. Menschen der
zivilisierten Welt brauchen nicht nur den
schulmedizinischen Aspekt, sie brauchen
auch den Aspekt des Glaubens und den
Weg der Liebe.
Ab und an tauchten noch die Probleme
aus der Vergangenheit auf, aber ich
konnte sehr gut damit umgehen. Es
erfüllte mich mit Freude, dass ich
mithelfen konnte, wie meine Frau neben
meiner Arbeit auch ein kleines
Unternehmen in der spirituellen
Seminartätigkeit aufbaute. Den
Menschen gefiel es, sie wurden berührt,
und viele durften ihren Heilweg gehen.
Ja, es erfüllte mich immer mehr mit
Freude, dass ich meinen Niedergang
überwunden und dass das Leben wieder
einen Sinn hatte. Die Jahre zogen ins
Land, und meine Frau hatte mit ihrem
Unternehmen ein gutes Standbein
geschaffen. Wir konnten leben, und ich
konnte sie als Schamane in ihren
Seminaren unterstützen und mit dazu
beitragen, dass es wieder aufwärts ging.
Wir waren glücklich, und ich war
dankbar, dass meine Frau so wehrhaft
und stark war.
Eines Tages habe ich Bekannten
geholfen, einen großen Baum in einem
Garten zu entfernen, und beim
Abschneiden der großen Äste bin ich aus
fünf Metern Höhe gestürzt. Bumm,
bumm. Das Universum schrieb mir das
Datum 28. Oktober 2013 ins Karma. 20
Jahre nach dem Kampf, wieder ins
Leben zurückzufinden und auf beiden
Beinen zu stehen, 20 Jahre auf dem Weg
des neuen Bewusstseins - und dann kam
dieser eine Tag. „Jetzt ist es wohl aus,
mein Lehen.", schoss es mir durch den
Kopf. Es tat wirklich weh in meinem
Körper. Ich spürte die gebrochenen
Rippen, atmete schwer, die Lunge fiel
zusammen. Dann spürte ich plötzlich
eine Art Stromschlag. Er fuhr durch
meine Füße, ich spürte nichts mehr. Ich
war zwar wach, konnte mich aber nicht
mehr bewegen. Ich sagte den Menschen,
die in der Nähe bei mir waren, was sie
tun müssen, den Notarzt rufen und vor
allem den Hubschrauber, und noch
wichtiger: Ich musste in ein bestimmtes
Krankenhaus. Auf der Chirurgie-West in
Salzburg hatten sie unseren Sohn nach
einem schweren Autounfall wieder
zurückgeholt und zusammengeflickt. Ich
wusste, dass dies auch mein Platz war,
dort würde ich nicht sterben. Eine halbe
Stunde später war ich im Schockraum,
die Ärzte durchstachen als erstes meinen
Körper, um die Lunge wieder zum
Atmen zu bringen.Dann geschah
Folgendes: Ich hielt zwei Personen, die
neben dem Bett standen, an meinen
Händen fest. Es tat sehr weh, aber ich
konnte mich sowieso nicht wehren. Der
Raum erfüllte sich plötzlich mit
Dunkelheit und die beiden Menschen,
die ich festhielt, verwandelten sich in
Krafttiere und Wesenheiten (Krafttiere
sind spirituelle Wegbegleiter in
Tierform). Ich verlor das Bewusstsein
und betrat in diesem tranceartigen
Zustand einen Raum. Dieser Raum war
hell, und in der Mitte befand sich eine
dunkle Wolkenformation - der Tod! Ich
schaute ihn an und sagte: „Es hat keinen
Sinn, dass Du da bist, denn ich bin im
Krankenhaus, und hier werde ich leben.
" Es dauerte lange, ich denke, es waren
fast zwei Tage in diesem komaartigen
Zustand, als meine Frau den spirituellen
Raum, den Raum in meinem Traum,
betrat und sagte, dass es Zeit wäre,
wieder nach Hause zu ge- hen. Als sie
hereinkam, veränderte sich die Energie.
Eine Tür ging auf, und ich ging hinaus.
Die Gegend kam mir bekannt vor. Ich
sah eine Frau, bei der ich den Eindruck
hatte, dass ich sie schon ewig kennen
würde. Ich hatte jedoch keine Ahnung,
wer sie ist, aber sie sagte zu mir: „Du
bist frei, Du hast es erledigt, gehe."
Dann öffnete sich ein Gang voller Licht,
und es fühlte sich weich und friedlich
an. Ich ging zurück und wusste, was ich
hier erledigt hatte: mein Karma. Ich hatte
die Ahnen vom Karma des
Familienschicksals befreit und damit
auch mich selbst. Der Tod war nur auf
Besuch, aber die Liebe war wieder
einmal stärker.
Dann war ich wieder zurück auf der
Intensivstation, zurück im Bewusstsein.
Ich sah überall die Schläuche aus
meinem Körper ragen, spürte die
Schmerzen und stellte fest, dass ich
meine Beine nicht mehr bewegen konnte
- sie waren gelähmt. Die Ärzte hatten
mich repariert, aber ich musste für zirka
30 Tage bewegungslos im Bett liegen.
Ich konnte mich sowieso nicht bewegen,
aber ich durfte auch nicht bewegt
werden. Mein 12. Brustwirbel war
kaputt. Die Ärzte erklärten, dass er sich
nicht mehr erholen würde, da er in
Teilen zerbröselt sei. Sie meinten, dass
sie mich operieren und den Wirbel
gegen einen neuen aus Metall
austauschen würden. Da ich vollstes
Vertrauen in den leitenden Arzt hatte und
spürte, dass dieser von der Geistigen
Welt geführt wurde, ließ ich es
geschehen.
Nun lag ich im Krankenhaus mit meinem
kaputten Körper, hatte meine Schmerzen,
hatte meine Visionen, erlebte die
Geschichte mit Tod und Auferstehung,
aber was hatte meine Frau? Ich hatte sie
wieder einmal in ihrem Schicksal allein
gelassen. Was musste sie wieder
ertragen, welches Leid, welchen
Kummer, welchen Schmerz? Jetzt hatte
es uns voll erwischt, das Materielle
kann man reparieren, kann man wieder
ausgleichen, aber das in meiner
Wirbelsäule fühlte sich gar nicht gut an.
Ich wollte so gerne die Geister rufen, ich
mochte so gerne den Gott rufen, der
immer bei mir war, ich wollte so gerne
die Heilwesen rufen, mit denen ich
immer arbeitete - aber ich hatte keinen
Zugang. Nichts außer Nichts. Es blieb
mir nur das Vertrauen in eine Kraft, die
ich derzeit nicht spürte und nicht sah.
Diese Zeit war für mich besonders
schwer, nicht in meiner spirituellen
Verbindung zu sein - keine Gespräche
mit meinen spirituellen Wesenheiten
führen zu können, kein Gefühl zu haben,
dass es eine Verbindung gibt.
Hoffnungslosigkeit breitete sich aus.
Hoffnungslosigkeit, weil jetzt, da ich die
Spirits wirklich brauchte, nichts da war,
rein gar nichts. Aber da war ja noch
meine Frau, die Frau, die mich unendlich
liebt, und sie trieb die Spirits vorwärts.
Sie trommelte mit ihrer
Schamanentrommel - auch zusammen mit
den anderen Menschen in ihrer Gruppe.
Sie riefen die Geister, damit mein
Bewusstsein zurückkehren konnte und
dass Gott mir das Wunder erlaubte,
wieder heil zu werden. Jeden Tag war
sie bei mir, auch wenn ich fertig war,
wenn mein Körper nicht mehr konnte,
wenn ich nicht mehr wollte, wenn ich es
nicht mehr verstand. Was musste in
meinem Leben noch passieren? Ja, genau
DAS musste noch passieren! Ich bekam
wieder die Kraft und meine Visionen,
und eines Tages sprach der Spirit in mir:
„Ich bin zurück!" Ich konnte fast nicht
atmen, ich heulte in meine Polster hinein,
aber ich wusste: „Jetzt beginnen wir
wieder zu leben!"
Zwei Monate später haben sie mich zur
Reha gebracht - mit Rollstuhl -, weil ich
ja nicht gehen konnte. Was ich in der
Reha erreichen möchte, fragten mich die
Ärzte. Ich sagte, dass ich vor habe, in
zwei Monaten nach Hause zu gehen. Sie
meinten, ich solle realistisch sein. Doch
ich beharrte darauf, dass ich zwei
Monate später nach Hause gehen würde
- und zwar ohne Rollstuhl. Am 28.
Februar, also zwei Monate später, ging
ich nach Hause - ohne Rollstuhl, mit
zwei Gehstöcken. Ich ging zwar
wackelig, aber ich ging. Am 8. August
2014 - weitere sechs Monate später -
war ich mit meiner Frau und unseren
Freunden auf einem 2.700 Meter hohen
Berg zum Wandern. Es war heftig, das
gebe ich zu, körperlich sowie emotional,
aber ich hatte es geschafft. Ich hatte mir
ein Ziel gesetzt, und ich hatte es erreicht.
Das war für mich auch psychologisch
wichtig.
Heute, im Januar 2015, als ich
diese Zeilen schreibe, tut mein
Körper noch sehr weh, aber
ich kann gehen. Es wird wohl
noch einige Zeit brauchen, bis
ich wieder vollständig
hergestellt bin. Zudem habe
ich keine Therapien und
nehme auch keine
Medikamente. Aber ich habe
die Liebe gefunden - die Liebe
zu meiner Frau und die Liebe
zu mir und die Liebe zum
Leben. Und das ist es wert,
sich nicht dem Tod
hinzugeben.
Was habe ich daraus gelernt? Vertrauen,
vertrauen in die Menschen und die
Gottheit, die mich begleitet. Es ist nicht
wichtig, wer Du bist, sondern was du
bist. Ich bin der Schamane, ich berühre
wieder die Menschen, ich gehe wieder
vorwärts und bringe ihnen in den
Seminaren das Seelenheil.

E-Mail: info@vier-elemente.at Internet:
wWw.vier-elemente.at
Ernst Sailer
Ernst hatte ich durch den zuvor
erwähnten Hubschrauberpiloten Martin
S. kennengelernt, der mir von den großen
Erfolgen berichtete, die Ernst bei
Patienten erzielt. Martin erzählte davon,
dass Ernst zunächst gelähmt und nun
wieder auf den Beinen sei - aus eigener
Kraft. Daher entschied ich mich dazu,
Ernst aufzusuchen und mich selbst davon
zu überzeugen.
„Es ist gut, so wie es ist.", sprach die
Liebe. Es ist gut, so wie es ist, sprachen
meine Freunde - und diesmal sind es die
wahren Freunde. Ich danke euch, ihr
wunderbaren Menschen, die ihr an
unserer Seite ward und seid, Gott segne
euch. Lebt, um zu lieben, und liebt, um
zu leben.
Geht eine Türe zu, geht
eine andere auf!
Ich wurde 1966 in Franken geboren und
bin dort relativ sorglos aufgewachsen.
Meine Mutter arbeitete als
kaufmännische Angestellte in einem
Edeka-Laden, und mein Vater war
gelernter Elektriker mit einer weiteren
Ausbildung zum Informations-
Elektroniker. Er war deswegen viel
auswärts tätig - auch im Kraftwerksbau.
Mit einem halben Jahr kam ich zu meiner
Tante, da meine Eltern ein Haus bauten
und deswegen Vollzeit arbeiten mussten.
Daher bin ich mehr oder minder bei ihr
aufgewachsen. Sie hatte einen riesigen
Garten mit vielen Bäumen, wo ich mich
sehr wohl fühlte. Meine Schwester war
auch jeden Tag da. Auch nach meiner
Grundschulzeit war ich noch viel bei
meiner Tante, da meine Eltern permanent
am Arbeiten waren.
Ein großes Problem für die ganze
Familie war das cholerische Verhalten
meines Vaters. Ich wurde oft verprügelt,
auch in der Kindheit schon. Wenn
irgendetwas nicht so gelaufen ist, wie er
es wollte oder er einfach schlecht drauf
war, gab es gleich richtig Hiebe - ob mit
dem Stecken, dem Teppichklopfer oder
was auch immer gerade greifbar war.
Das ging schon los, als ich zwei oder
drei Jahre alt war. Deshalb war ich froh,
wenn ich mich so wenig wie möglich zu
Hause aufhielt - verständlicherweise...
Es kamen auch die verbalen
Misshandlungen mit Äußerungen wie
„Taugenichts", „Versager" dazu. Eine
Schlüsselszene ist mir bis heute lebhaft
in Erinnerung geblieben: Ich hatte einen
Vogelhaus-Bausatz aus Holz geschenkt
bekommen, den es galt
zusammenzubauen. Beim Annageln der
Dachschrägen hatte ich Schwierigkeiten
und bekam es einfach nicht hin. Aus
lauter Frust habe ich es dann
kaputtgeschlagen. Mein Vater hat das
natürlich mitbekommen und hat mir dann
diesen Satz um die Ohren gehauen, der
mich seither durch mein Leben begleitet:
„Nichts, was Du anfängst, bringst Du
fertig. Du machst alles nur kaputt, Du
machst alles nur noch schlimmer. Du
bist ein Versager." Dieser Glaubenssatz
hat mich lange verfolgt, und ich habe
sehr darunter gelitten. (Die Angst vor
meinem Vater hat sich bis zum 33.
Lebensjahr gehalten, bis ich mich dann
zum ersten Mal richtig zur Wehr setzte.)
Nachdem ich die Grundschule mit einem
sehr guten Schnitt beendet hatte, ging ich
auf ein altsprachliches Gymnasium in
die Nachbarstadt, bei der es gleich in
der fünften Klasse mit Latein losging.
Der Druck war extrem. Und dass es
keinen Lehrer für alles gab, wie in der
Grundschule, hat mich völlig irritiert. In
der ersten Klassenarbeit schrieb ich
dann gleich eine fünf, was sich leider
auch in den folgenden Arbeiten nicht
wesentlich verbesserte. Aufgrund dessen
kam der Wechsel auf ein Internat ins
Gespräch. In der Nähe gab es ein altes
Augustinerkloster, auf das ich dann Mitte
der fünften Klasse gewechselt bin. Es
war ein Vollzeitinternat, und ich kam nur
noch alle vierzehn Tage nach Hause. Der
Gedanke war, dass ich mich dort
leichter tun würde, da es dort die
entsprechende Betreuung gab mit
geregelten Lernzeiten. Demzufolge war
die Euphorie groß. Die hatte sich
allerdings dann schnell wieder gelegt,
als ich die Lehrkräfte kennen gelernt
hatte, die erz-katholisch waren. Es war
sehr streng, und es gab ganz klare Regeln
- was bei 140 Jungs wohl auch
angebracht war. Die kleineren bzw. die
jüngeren Schüler sind jedoch leider oft
gequält worden. Wenn man
beispielsweise am Sonntag von den
Eltern zurückgebracht worden war mit
einer gewissen Portion Süßigkeiten für
vierzehn Tage im Gepäck, so standen die
Großen nach Abreise der Eltern gleich
da und forderten ihren Tribut. Weigerte
man sich, etwas davon abzugeben,
wurde man kopfüber aus dem Fenster
hinausgehängt oder so etwas in der Art.
Und da ich ein eher zart besaiteter Typ
war, setzte ich mich kaum zur Wehr.
Deswegen wurde ich immer gehänselt
und gequält. Ehrlich gesagt hatte ich
auch Todesängste. Es gab ein
Schwimmbad in der Schule, und wenn
man nicht das erfüllte, was die Großen
forderten, so wurde man auch mal unter
Wasser gehalten. Das Schlimmste daran
war, dass die Präfekten teilweise in der
Nähe standen und zuschauten, ohne
einzugreifen.
Die Schulzeit war also nicht so toll, und
in der zehnten Klasse hatte es sich dann
derart zugespitzt, dass ich mich dazu
entschied, das Abitur nicht zu machen.
Es gab da nämlich einen Präfekten, der
eine sadistische Ader hatte. Es war nicht
so, dass er einen misshandelte, aber er
stellte einen Schüler gerne bloß. Da ich
das nicht mehr ertragen konnte und
wollte, bin ich dann von der Schule
abgegangen und gleich ins Berufsleben
eingestiegen. Ich habe heute noch
Kontakt zu ehemaligen Schulkameraden,
und die haben, so wie ich auch, einen
gewissen Schaden abbekommen wegen
dieser Quälereien.
Wie mein Vater habe auch ich
dann eine Elektriker-
Ausbildung abgeschlossen -
die Lehrzeit hatte mir sehr gut
gefallen. Ich war aber nach
der Ausbildung dann erst
einmal ohne Job. Aufgrund
dessen hatte mir mein
Vater eine Stelle in einem
Kraftwerk besorgt, und ich
war dann das erste Vierteljahr
mit ihm zusammen auf
Montage. Wir bauten
Wasserkraftwerke, das war
eine richtig gute Geschichte.
Das Verhältnis zu meinem
Vater war während der Arbeit
ganz o.k., da hier meistens
auch Arbeitskollegen mit dabei
waren. Hier hat er meine
Leistungen und mich
akzeptiert.
Später kam ich auf Montage nach
Dingolfing in ein BMW-Werk. Dort
entstand ein Hochregalwerk, und zum
Ende eines Projekts kamen immer
Programmierer hinzu, die in die Anlagen
die Software für die Steuerung
einspielten, was mich total faszinierte.
Ich startete einen Versuch, in diese
Programmier-Abteilung versetzt zu
werden, doch gab es damals keinen
Bedarf. Deswegen beschloss ich, mich
in dieser Richtung selbstständig zu
machen. Das war 1987. Ich war
seinerzeit ein Jahr auf Montage gewesen,
hatte noch eine einjährige Ausbildung
zum Programmierer mitgenommen und
machte mich dann 1988 mit 22 Jahren
als Programmierer selbstständig. Auf
Anraten meines damaligen Chefs machte
ich bei Siemens noch verschiedene
Lehrgänge mit, was sich auf jeden Fall
als förderlich erwies.
In der Nachbarstadt nahm ich mir ein
Zimmer, kaufte einen Computer und
begann mit kleinen Programmier-
Aufträgen - für Vereine beispielsweise.
Es fing zwar langsam an, wuchs aber
dann stetig. Schon nach wenigen
Monaten begann ich damit, mein Büro zu
vergrößern und zog schließlich in meine
Heimatstadt um. Dort habe ich dann
damit begonnen, auch Computer zu
verkaufen und kam in den Kontakt mit
Import - in diesem Fall zunächst aus
Taiwan. Weil das jedoch alles zu
schnell wuchs, bin ich zusammen mit
einem Kunden, der mich bei meinen
Aktivitäten bereits unterstützte, in eine
GbR (Gesellschaft bürgerlichen
Rechts) gegangen, und wir zogen wieder
in die Nachbarstadt, wo wir gemeinsam
ein Ladenbüro eröffneten. Der Mann
hatte zuvor Diskotheken betreut, war
zehn Jahre älter als ich und schien eine
Menge Erfahrung zu haben. Mein Vater
war von Anfang an dagegen:
„Kompagnon ist Schompagnon.", hat er
gesagt, womit er ausdrücken wollte,
dass es nicht gut ist, einen Teilhaber mit
ins Boot zu nehmen. Zudem konnte er ihn
nicht ausstehen. Wir hatten allerdings
großen Erfolg. Neben unserem
Tagesgeschäft hatten wir zusätzlich die
eine oder andere Werbeaktion gefahren,
was zu erstaunlichen Resultaten führte.
Wir hatten beispielsweise ein großes
Verbundklinikum angeschrieben und
bekamen dort einen Großauftrag für all
deren Kliniken in Deutschland, inklusive
Servicevertrag. Und es gab noch
mehrere solcher Aufträge, weshalb es
richtig gut lief. Was dann allerdings
eintrat, waren zunehmende Schw
rigkeiten mit meinem Partner, weil er
sich als Mensch veränderte. Er hai eine
chronische Krankheit, Morbus Chron, ist
immer mehr abgemag* und wurde immer
aggressiver, weswegen es immer mehr
Reibereien TM sehen uns gab. Mir war
klar, dass ich so nicht mehr
weitermachen woll wusste aber zunächst
keinen Ausweg aus dieser Situation.
Parallel dazu hatte ich eine Frau kennen
gelernt, die ich später heirate und die
auch gleich ein Kind von mir bekam. Zu
ihr kam ich durch ein Freund, der uns
verkuppelte. Ich fand sie richtig toll. Da
gab es aber ei Episode im Vorfeld dazu.
Als ich sie kennen lernte, hatte sie
gerade mit i rem Freund Schluss
gemacht. Ich wohnte damals noch in der
Dachwo nung des Elternhauses. Wir
kamen also eines Abends von der Disko
na Hause, und ich bat meinen Vater, falls
der Exfreund klingeln sollte, diese zu
sagen, dass wir nicht da wären. Und wie
es der Teufel so will, war es g nau so
gekommen. Mein Vater hatte ihm die
Türe geöffnet und für mich gelogen. Am
nächsten Morgen bat er mich dann zu
sich in die Wohnuj und meinte: „Wenn
Du mit der Frau Schluss machst, dann
bekommst Du n mir Probleme.tc In mir
steckte immer noch die Angst vor dem
Vater aus d Kindheit, aber auch aus der
Jugendzeit, als es immer wieder Hiebe
geset hatte. Eigentlich wollte ich mit
dem Mädel gar keine feste Beziehung, ab
durch die Angst vor meinem Vater traute
ich mich nicht, mit ihr Schluss : machen.
Ich hatte sie anfangs ziemlich schlecht
behandelt in der Hoffnun dass sie von
sich aus gehen würde, aber sie war
hartnäckig und ist gebli ben. Als ich
merkte, dass ich sie so schnell nicht los
wurde, änderte dann mein Verhalten ihr
gegenüber selbstverständlich wieder,
zudem w sie schwanger geworden,
weswegen wir uns zusammenrauften und
auf d dringende Anraten meines Vaters
hin heirateten. Das war für mich wie e
Zusammenbruch, weil ich mir nie
vorstellen konnte, zu heiraten.
Es bestand nun folgende Problematik:
eine Ehe, die nicht ganz glüc lich war;
meinen Sohn, der einen Vater brauchte,
und die Situation rmit meinem
Geschäftspartner, die wegen des
psychischen Drucks so nie. mehr tragbar
war. Meine Frau hatte zudem auch völlig
andere Interesse als ich. Deshalb saß ich
abends oft zu Hause - meine Frau ging
zwische 21:00 und 21:30 Uhr ins Bett -
und habe mich gefragt, ob es das gewese
sein soll, ob dies mein ganzes Leben
war. Und ich sah keine Lösung.
Die Eskalation kam dann in der Firma.
Es gab ein größeres Unternehmen in der
Nachbarstadt, das zu uns in gewisser
Konkurrenz stand. Es hatte auch Büros
und ein Ladenlokal wie wir, es war aber
mehr in der Netzwerktechnik tätig. Der
Chef dieses Unternehmens rief mich
eines Tages an und drohte mir, dass er
uns plattmachen und uns aus den
Kliniken, die wir technisch betreuten,
verdrängen würde. Der Netzwerk-
Unternehmer wollte unbedingt auch in
den PC-Markt einsteigen. Er machte mir
dann das Angebot, dass ich bei ihm mit
einsteigen könnte, um gemeinsam
erfolgreich zu werden. Für mich war das
ein Strohhalm, da ich ohnehin mit
meinem Partner Schwierigkeiten hatte.
So verließ ich mein Unternehmen und
bin bei dem anderen für ein gutes Gehalt
eingestiegen.
Leider hatte ich nicht bedacht, welche
Konsequenzen dies für mich haben
würde, denn ich hatte ja mit meinem
ehemaligen Partner eine GbR, und bei
einer GbR haftet man voll. Nachdem ich
aus der alten Firma raus war, hatte mein
ehemaliger Partner damit begonnen,
verschiedene Waren zu kaufen und nicht
zu bezahlen, ebenso wenig wie die
Miete. Ich ließ mich zwar anwaltlich
beraten, aber irgendwie nicht gut, denn
ich hätte die Bank, den Vermieter, die
Kunden usw. auf mein Ausscheiden aus
der Firma hinweisen müssen. Offenbar
war ich damals zu blauäugig gewesen.
Jedenfalls war das Unternehmen nach
kurzer Zeit am Ende, und ich stand den
offenen Forderungen sowie einem noch
zu zahlenden Darlehen gegenüber.
Zudem hatte auch meine Oma in mein
Unternehmen investiert (89.000 DM). Es
stellte sich dann heraus, dass mein Ex-
Partner mit der Bank einen Deal
vereinbart hatte und versuchte, einen
Großteil der Schuld auf mich
abzuwälzen. Ich war völlig entsetzt, da
ich einfach auch zu gutgläubig gewesen
war. Und nun kam alles zusammen: Die
Ehe war schwierig, ich stand den
Schulden aus der ersten Firma
gegenüber, mein Vater machte mir
enormen Druck und meinte: „ Was
machst Du denn dafür einen Scheiß!
Das habe ich Dir doch gleich gesagt,
dass das nichts wird..." Meine Frau
flippte dann auch noch aus, als das alles
hochkam, und ich wusste weder ein noch
aus.
Die Darlehen mussten ja nun irgendwie
an die Bank zurückgeführt werden. Mein
Vater erklärte sich bereit, für mich zu
bürgen und hat eine Hypothek eintragen
lassen. Wir sind alle zusammen zum
Notar gegangen, und dort stellten sich
dann alle gegen mich, meine Frau und
meine Eltern. Man hat zwar
unterschrieben, aber ich wurde
richtiggehend verachtet. Ich, der
Versager... Diese Situation war für mich
unerträglich und gleichzeitig auch der
Tiefpunkt meines Lebens.
Ich mache Schluss!
Ich war ja nun in dem neuen
Unternehmen, mit dem ich den Deal
eingegangen war. Und auf dem Weg
dorthin war für mich auf einmal klar:
„Das war es jetzt, ich kann nicht mehr.
Ich ziehe jetzt einfach das Lenkrad
nach links und mache Schluss..." Ich
hatte dann angesetzt und wollte das
Lenkrad nach links ziehen und einen
Baum ansteuern, als sich das Lenkrad
plötzlich nicht mehr nach links bewegen
ließ. Irgendetwas Unsichtbares hinderte
mich daran, das Lenkrad nach links zu
bewegen. Und im Bruchteil einer
Sekunde war etwas in mir passiert. Ich
kann es nicht genau beschreiben, aber
urplötzlich änderte sich etwas in mir,
dass ich es nicht mehr tun konnte. Ich
hielt dann rechts an einem Parkplatz an
und fragte mich: „Mensch, was machst
Du denn da? Du kannst doch nicht
Dein Lehen hinschmeißen. Das kriegst
Du schon wieder hin - irgendwie." Es
war wie eine innere Stimme, die zu mir
sprach und mir wieder Mut machte.
Ich bin dann zur Arbeit gefahren - ich
zitterte noch aufgrund des Erlebnisses
habe meinen Job durchgezogen, bin
abends nach Hause, war aber irgendwie
wie ferngesteuert. Man kann das schwer
beschreiben. Ich hatte mich ja fast
umgebracht... Als ich daheim ankam,
war mir auch bewusst geworden, dass
ich diese Ehe so nicht mehr fortführen
möchte. Mittlerweile hatten wir auch
noch einen zweiten Sohn bekommen.
Wir sprachen auch kaum mehr
miteinander, sexuell hatte sie sich mir
schon länger verweigert. Aus diesen
Gründen stand an diesem Abend fest,
dass die Ehe für mich beendet war.
Genau ab diesem Moment habe ich
begonnen, mein Leben zu verändern -
und ich habe mich geändert. Begonnen
habe ich mit meinem Aussehen. Ich
begann mit Sport, habe meine Frisur
verändert, die Kleidung - hin zum
Eleganten und habe nach vorne geschaut.
Meine Vater wie auch meine Frau
konnten das gar nicht verstehen und
dachten sich: „Auf welchem Trip ist er
denn jetzt?" Mein Vater meinte zuerst,
dass ich schwul werde, auch meine Frau
schlug in diese Kerbe, und es kamen
wieder Beschuldigungen, die mich
verletzten. Parallel zu meiner äußeren
Veränderung wechselte ich auch die
Firma. Es war ein Werbeunternehmen, in
dem ich die ganze EDV aufbaute. Ich
war dann zwar wieder in einem
Angestelltenverhältnis, aber ich
verdiente ganz gut. Eines Mittags - ich
war immer noch mit meiner Frau
zusammen - kam ich nach Hause, hatte
aus lauter Frust eine Flasche Wodka, die
in der Küche stand, weggepumpt und
dann entschieden, dass ich mich von
meiner Frau trennen würde. Durch einen
Arbeitskollegen hatte ich bereits eine
andere Frau kennen gelernt, was mir den
Ausstieg aus meiner Ehe erleichterte
bzw. den Weg ebnete. Ich bin
schließlich zu Hause ausgezogen, habe
es aber doch geschafft, es im Guten zu
arrangieren - vor allem auch wegen der
Kinder.
Meine Frau ist kurz darauf mit den
Kindern aus dem Haus ausgezogen, und
ich ging während des Trennungsjahres
für drei Wochen nach Nepal, um dort
alles zu verarbeiten. Dort habe ich mir
einen Plan erstellt für mein Leben -
zumindest für die kommenden Jahre. Das
war 1999. Auf dem Ne- pal-Trip waren
wir wandern und es waren auch mein
Onkel, mein Schwager und mein Vater
mit dabei. Die Reise tat uns gut, und
mein Vater konnte dann auch meine Sicht
verstehen. Er erklärte, dass es ein Fehler
gewesen sei, mich so einzukreisein.
Durch das Wandern und die Natur
gelang es mir tatsächlich, den Schmerz
zu verarbeiten. Auch die Einfachheit des
dortigen Lebens gab mir eine neue
Sichtweise auf mein eigenes. Als ich
zurückkam, hatte ich dann drei extreme
Jahre. Ich habe gelebt wie die Sau, ließ
keine Party aus und nahm alles mit, was
ging. Leider vernachlässigte hatte ich in
dieser Zeit auch meine beiden Jungs
etwas, die sahen mich meist nur alle
vierzehn Tage am Wochenende. Aber es
ging damals nicht anders. Ich musste das
alles ausleben und mich wieder selbst
neu entdecken und mein Leben neu
ausrichten.
Nach dieser Zeit habe ich dann durch
meinen Bruder und meinen besten
Freund in die Versicherungsbranche
gewechselt. Wir hatten eine
Ausbildungsstelle bei einer
Krankenversicherung in Bayreuth — die
ich nebenbei bemerkt fruchtbar fand, da
ich mit dem ganzen Zeug bislang nichts
am Flut hatte. Mein bester Freund hatte
dort jedoch einen Verkaufswettbewerb
gewonnen und wurde nach Mallorca
eingeladen. Auf Mallorca lernte er einen
Makler kennen, der zu ihm sagte: „Weißt
Du eigentlich, dass alles, was Du da
verkaufst, Betrug ist?" Es ging um
Kapital-Lebensversicherungen und
dergleichen, von denen man heute weiß,
dass es Betrug war. Thomas, mein
Freund, meinte, dass er davon nichts
wüsste, sich aber gerne aufklären lasse.
Als Thomas von Mallorca zurückkehrte
erzählte mir von den Behauptungen des
Maklers. Wir trafen uns mit diesem in
seinem Büro in
Würzburg und mussten nach seinen
eindeutigen Ausführungen eine
Entscheidung treffen. Bei der jetzigen
Versicherung waren wir zwar fest
angestellt und erhielten ein Gehalt von
3.000 DM, doch wir entschieden uns
letztlich gegen das Festgehalt, kündigten
dort und eröffneten ein eigenes
Maklerbüro. Mit einer Lüge konnten wir
nicht leben. Wir wollten es jetzt richtig
machen - vor allem wollten wir nichts
verkaufen, zu dem wir nicht auch
standen. Wir begannen dann mit der
Recherche und stießen auf spannende
Informationen - solche, von denen man
aus den Massenmedien nichts erfährt.
Wir stießen unter anderem auf Andreas
Popp (www.wissensmanufaktur.de), von
dem wir viel über den Euro erfuhren,
die Problematik in der Zukunft damit,
und überhaupt über unser heutiges
Währungssystem, wie dieses
funktioniert, wer es steuert usw.. Mit
unserer Firma haben wir den Kunden
geholfen, aus zwielichtigen Fonds
herauszukommen und in echte Werte zu
investieren wie beispielsweise Silber.
In dieser Zeit hatte ich einen Herrn
kennen gelernt, einen Herrn Meissner,
der zu mir meinte: „Da gibt es doch viel
interessantere Werte als Silber, zum
Beispiel Industriemetalle. Da gibt es
eine Firma in Bremen, die vermittelt
die." Obwohl wir anfangs noch
skeptisch waren, sahen wir uns die
Sache dann an. Herr Meissner hatte auf
dem Vortrag von Herrn Popp die
Teilnehmerlisten abgeschrieben und die
ganzen Leute einfach angerufen und von
den Metallen erzählt (Kupfer, Mangan,
Zink usw.) - und das über vier oder fünf
Monate hinweg.
Von Herrn Meissner wurde
uns anschließend folgende
Geschichte präsentiert: In
Bremen gibt es einen
jüdischen Kaufmann, dessen
Vater im Zweiten Weltkrieg
im deutschen Widerstand aktiv
war und der angeblich Gelder,
die die deutsche Wehrmacht
hätte bekommen sollen, auf
Konten in die Schweiz
abgezweigt hat. Es ging um
500 Milliarden. Dieser Isaak
Lewy sei der Erbe dieses
Vermögens und würde damit
soziale Projekte finanzieren.
Unter anderem würde er ein
Rohstofflager aufbauen für die
deutsche Wirtschaft. Das hörte
sich alles sehr gut an. Deshalb
beschlossen wir, ihn
aufzusuchen. Herr Lewy
erzählte dann, wo er überall in
Afrika schon Krankenhäuser
gebaut habe, er besäße auch
eigene Minen und die Leute
dort würden unter guten
Bedingungen arbeiten. Er
hätte sogar ein ganzes Dorf
aufgebaut und würde das
ganze Geld für solche Projekte
verwenden. Nachdem wir
beide einen recht guten
Eindruck von Herrn Lewy
hatten, beschlossen wir, den
Vertrieb für ihn aufzubauen.
Ich selbst erstellte die
Software dazu, zusammen haben wir die
Antragsgestaltung aufbereitet und dann
angefangen zu vermitteln. Als wir die
ersten Kunden vermittelt hat- len,
stellten wir fest, dass bei der
Abrechnung, die durch Herrn Meissner
erstellt worden war, etwas nicht
stimmen konnte. Dieser hatte die
Kundengelder vereinnahmt, einen Teil
für sich selbst behalten und die Ware in
Bremen bestellt, die dann dem Kunden
übereignet wurde. Und in diesem
l'rozedere hatte irgendetwas nicht
gepasst. Von Herrn Lewy hatten wir
einen sehr guten Eindruck, zirka 75 Jahre
alt, weißes Haar, sehr gepflegtes
Aussehen. Sein Auftreten und sein
Benehmen kamen uns auch authentisch
vor. Er konnte die Geschichte seines
Vaters bezüglich des Widerstands
belegen. Er hatte sogar eine eigene
Historikerin beschäftigt, die uns dessen
Aussagen auch bestätigen konnte. Die
Historikerin hatte uns alte Dokumente
gezeigt mit Hakenkreuz usw.. Wie
gesagt, das klang alles recht .schlüssig,
und Thomas und ich sahen uns am Ziel
unserer Träume. Tho- ni.is' Bruder
nahmen wir deshalb auch noch mit ins
Boot. Allerdings gab es dann diese
Unstimmigkeiten bei der Abrechnung,
und wir meinten, dass der 1 lerr
Meissner in die eigene Tasche
wirtschaftete, und entschieden uns
spontan, nach Bremen zu Herrn Lewy zu
fahren. Wir trafen ihn, legten ihm alles
dar, und Herr Lewy konnte das gar nicht
glauben. Er zitierte dar- •luIhin Herrn
Meissner von Karlsruhe nach Bremen,
der dann dort auch erschien, und es kam
heraus, dass tatsächlich die
Abrechnungen nicht kor- icki waren. Wir
dachten nun, dass wir beide - der
Thomas und ich - die Retter des
Unternehmens waren und die geniale
Idee am Leben erhalten Ii.Ilten,
woraufhin Herr Lewy uns den
Gesamtvertrieb für Deutschland anbot.
1 )a wir noch unschlüssig waren, hatten
wir uns eine Nacht Bedenkzeit erbeten,
nächtigten dann dort und beratschlagten
lange, wen wir dafür brauchen würden -
wobei wir bereits einen guten Mann in
unserer Vorstellung hatten, der für diese
Sache geeignet gewesen wäre -, und
legten am nächsten Morgen ein fertiges
Konzept vor. Herr Lewy war begeistert.
Auf dem Rückweg von Bremen
kontaktierten wir dann den Mann, den
wir für den Posten ausersehen hatten,
und erfuhren, dass dieser gerade seine
Stelle als Bankmanager verloren hatte,
weil er dort den Vorstand hatte
hochgehen lassen. So konnte er sofort
bei uns einsteigen.
Wir gründeten zusammen eine neue
Firma und hatten nach nur fünf Monaten
einen Vertrieb mit 450 Mann aufgebaut.
Wir verkauften bereits sehr gut, als ich
einen Anruf von Herrn Lewy bekam, der
mich fragte: „Sie sind doch nun schon
so lange hei mir, Sie sind wie eine Art
Sohn für mich, möchten Sie nicht die
Geschäftsführung in Bremen
übernehmen?" Ich entgegnete, dass ich
doch bereits die Geschäftsführung bei
unserem Vertriebsunternehmen inne hätte
und ich nicht wüsste, wie ich denn nun
auch noch Bremen übernehmen solle. Ich
befragte dann meinen Vater dazu, der
meinte, er „traue dem Juden nicht".
Das war der Freitagabend. Am
Samstagmorgen rief mich die
Geschäftsführerin aus Bremen an und
sagte: „Ich verbiete Ihnen jeglichen
Umgang mit Herrn Lewy, der ist ein
Betrüger." Ich wusste, dass Herr Lewy
und die Dame einst liiert waren und
Herr Lewy mit ihr Schluss gemacht
hatte, und ich dachte zunächst, dass sie
vermutlich das Geschäft schlecht machen
wollte.
Um es hier kurz zu halten: Wir sind dann
ein paar Tage später nach Bremen
gefahren und wurden darüber aufgeklärt,
dass dieser Herr Lewy unter falschem
Namen aufgetreten war, in Wirklichkeit
Manfred Gläser hieß, bereits zuvor acht
Jahre in Deutschland wegen Betrugs im
Gefängnis gesessen hatte und auch in
Marokko inhaftiert gewesen war. Es gab
später einen großen Artikel über dessen
Machenschaften im Magazin „Focus". Es
wurde auch sofort die Staatsanwaltschaft
eingeschaltet. Jedenfalls war unsere
tolle Idee von heute auf morgen tot.
Logischerweise kamen nun unsere
Kunden auf uns zu, die uns teilweise
bedrohten — es waren damals knapp 20
Millionen Euro geflossen.
Glücklicherweise konnten wir zu 99
Prozent rückabwickeln. Nur fünf Kunden
sind im Soll geblieben, darunter eine
gute Freundin von mir. Diese werden
das Geld von mir direkt bezahlt
bekommen. Alle anderen sind schadlos
aus der Sache herausgekommen.
Auf jeden Fall war hier zum zweiten
Mal in meinem Leben meine Existenz
von heute auf morgen komplett weg. Ich
sehe mich heute noch in Bremen sitzen,
zusammen mit den Anwälten, und wie
ich am Boden zerstört war. Ich kam
damals mit Herzrhythmus-Störungen ins
Krankenhaus, so sehr hatte mich das
mitgenommen. Der Vertrieb war weg,
die Umsätze waren weg, wir hatten null
- und zudem nun auch noch einen
schlechten Ruf, obwohl wir gar nichts
dafür konnten. So saßen wir, als wir
wieder zu Hause in unserem Büro
waren, zu viert an einem Tisch, haben
die Firma samt Vertrieb verschrottet und
uns Gedanken darüber gemacht, was wir
denn nun tun könnten. Einer hatte spontan
die Idee, nachdem wir ja ohnehin schon
Silber vertrieben hatten - das hatten wir
damals von einer Berliner Firma
bezogen -, dass wir doch mit
Edelmetallen weitermachen sollten. Von
den 450 Vertriebs-Leuten waren noch
drei geblieben, die uns noch zur Seite
standen, mit denen wir dann wieder
anfingen. Unser Steuerberater hatte
damals gesagt, dass wir völlig verrückt
seien, total Wahnsinnige, in unserer
Situation mit absolut nichts im Rücken
wieder anzufangen. Das war schon der
Hammer. Wir lebten seinerzeit aus
Konservendosen - wir hatten nichts
mehr!
Eines war für uns aber dieses
Mal klar:
1. Wir vertreiben nur noch, was wir zu
hundert Prozent vertreten können, und
2. was wir auch unserer eigenen
Familie empfehlen würden.
3. Wir nehmen kein Geld von der Bank
und arbeiten ohne Pump.
4. Wir machen nur noch Dinge, die wir
selbst unter Kontrolle haben.
Mit den letzten verbliebenen Geldern
begannen wir, für die Berliner Firma
Edelmetalle zu vermitteln und waren
innerhalb von einem halben Jahr der
zweitstärkste Vertrieb in Deutschland.
Wir hatten wieder für mehrere Millionen
Euro Edelmetalle eingelagert und kamen
im Jahre 2008 zu der Erkenntnis, dass
die ursprüngliche Idee des Herrn
Lewy/Gläser im Grunde genommen
genial war, nur der Mensch war ein
Betrüger gewesen.
Wir wollten das nun richtig machen und
haben alles komplett neu durchdacht:
Wo lagern wir die Ware, wie muss die
EDV programmiert und aufgestellt sein,
damit es für alle am einfachsten ist?
Nächtelang haben wir beratschlagt und
getüftelt. Ingesamt dauerte das, bis es
fertig war, ein Dreivierteljahr. Wir
haben alles selber ausgedacht und
entwickelt. Selbst die Software haben
wir selbst programmiert. Über die
Berliner Firma kamen wir dann an ein
Zollfreilager in der Schweiz, haben uns
dieses angesehen und dann begonnen,
dort die Ware unserer Kunden
einzulagern. Unsere Firma hatte keine
Darlehen aufgenommen, sondern nur aus
eigenen Mitteln alles gestemmt, auch die
Firmenwagen waren nicht geleast,
sondern alle mit eigenem Geld bezahlt.
Als nächstes haben wir eine AG
gegründet und im März 2009 damit
begonnen, diese Idee in die Welt zu
tragen. Zunächst mit mäßigem Erfolg:
Ende 2009 hatten wir zirka 2,9
Millionen Umsatz gemacht, 2010 waren
es 21 Millionen, 2011 waren es 22
Millionen, 2012 waren es 25 Millionen,
2013 ähnlich, und seitdem ist es
explodiert. Wir haben heute (Stand
Februar 2015) strategische Metalle im
Wert von über 125 Millionen Euro im
Zollfreilager eingelagert. (Mittlerweile
haben einige versucht, unsere
Geschäftsidee zu kopieren. Manche
kopieren sogar unsere Prospekte und
Texte beinahe eins zu eins. Davon lassen
wir uns aber nicht beirren und bleiben
uns und unseren Werten treu.)
Meine Erkenntnis
Es war ganz wichtig, auch in den miesen
Situationen immer weiterzumachen —
nicht zu verharren und aufzugeben,
sondern die positive Grundhaltung zu
bewahren; zu vertrauen, dass alles gut
wird, auch wenn der Kopf manchmal
verrückt spielt. Und das verbindet mich
auch mit meinen Geschäftspartnern, die
die gleiche Einstellung haben, von denen
jeder selbst auch durch seine eigene
Hölle gegangen ist. Es verbindet uns
auch, dass wir alle mal ganz unten
waren. Dementsprechend schätzen wir
unseren heutigen Erfolg!
Was ich dem jungen Leser mit auf den
Weg geben möchte, ist Folgendes: Lass
Dich nicht mit Banken ein. Der
schlimmste Fehler, den man als junger
Mensch - aber auch später - machen
kann, ist, dass man Geld von Banken
nimmt. Man gerät in eine Schuldenfalle.
Man begibt sich in eine Abhängigkeit,
aus der man nur schwer herauskommt.
Vor allem sind die Banken gnadenlos,
wenn Du Deine Raten nicht mehr
bezahlen kannst. Diese schmerzhafte
Erfahrung habe auch ich gemacht. Als
ich mein erstes Geschäft eröffnet habe,
hatten mich die Banken komplett falsch
beraten. Und sie haben mich immer im
Stich gelassen. Ich hätte damals all diese
Gründungsdarlehen bekommen müssen.
Ich wusste das aber nicht. Es wäre
jedoch die Pflicht der Banken gewesen,
mich darauf hinzuweisen. Sie haben es
mir aber vorenthalten, damit sie mir
höhere Zinsen aufbrummen konnten.
Denn von den Zinsen lebt die Bank! Das
darf man nie vergessen. Ich hatte schon
in der Jugend Schulden, und dann auch
später, und habe immer für die Banken
gearbeitet und bezahlt, bezahlt, bezahlt.
Als junger Mensch hatte ich jeden Monat
die Sorge, ob mein Geld reicht, weil
mein Konto immer am Anschlag war.
Die Regel ist die: Kaufe immer nur
dann, wenn Du das Geld dafür hast! Und
jage nicht irgendwelchen Träumen
hinterher - Sportwagen, Klamotten oder
irgendeiner neuen Technik. Bloß weil
etwas in diesem Moment super
interessant oder toll ist, muss man das
nicht auch gleich besitzen. Das ist es
nicht wert, Du zahlst am Ende bitter
dafür!
Wozu ich heute auch rate, ist,
die Sorgen nicht in sich
hineinzufressen, sondern mit
jemandem darüber zu
sprechen — mit Freunden
oder mit Menschen Deines
Vertrauens. Denn dadurch
öffnen sich ganz andere
Möglichkeiten. Auch wenn Du
vielleicht gerade kein Licht am
Ende des Tunnels sehen
magst, so sieht es vielleicht
Dein Gesprächspartner.
Deswegen vereinbarten wir später im
Freundeskreis jede Woche einen festen
Abend, zu dem wir uns trafen - wir
nannten es „Herrenabend". Das mag
zwar blöd klingen, war aber wie eine
Couch. Wir haben uns da wirklich alles
von der Seele gesprochen, und ich kann
heute sagen, dass da wirklich Leben
gerettet worden sind... Denn nicht nur
mir ging es einmal im Leben so
beschissen, sondern auch anderen. Und
so konnten wir uns immer gegenseitig
Mut machen und gemeinsam Lösungen
finden. Es geht darum, eine neue, eine
andere Perspektive zur eigenen,
bisherigen einzunehmen. Und da kann
einem ein Zuhörer helfen — egal ob es
jetzt die Eltern sind, Dein Freund oder
die Oma. Es ist wichtig, aus dem
eigenen Gedankenstrudel
herauszukommen.
Oft war es in unserer jetzigen Firma so,
dass wir uns an den Händen hielten,
wenn eine wichtige Entscheidung
anstand, eine Kerze angezündet und uns
dann gefragt haben, wo wir in Zukunft
hin wollen. Und was wir uns gewünscht
haben, es ist immer eingetreten. Ich hatte
mir das Büro im Kopf ausgemalt, wie es
einmal werden soll, oder die Produkte,
die wir heute anbieten. All das ist in
unseren Köpfen entstanden - und heute
ist es Realität!
Das Entscheidende ist: Heute weiß ich,
dass es immer einen Weg gibt. Denn
wenn eine Türe zugeht, geht eine andere
auf! Rückwirkend sieht das natürlich
immer ganz einfach aus. Aber es ist so!
Anonymus
Den Artikelschreiber habe ich
über die Edelmetall-Branche
kennengelernt.
E-Mail: amadeus@amadeus-verlag.com
Briefpost über den Verlag
Aus dem Familienglück
ins Frauenhaus - und
zurück
Mich erwischte es im Jahr 2000. Mein
Name ist Rosita, und ich war damals •ils
Heilerin tätig, nachdem ich zuvor schon
viele Jahre lang eine Menge
Selbststudium betrieben und mich in
vielen Bereichen umgesehen hatte. Mein
Gebiet war es, Menschen zu helfen, die
Ursachen ihrer Krankheiten
herauszufinden und sie dabei zu führen,
wenn sie sich selbst heilen. 2001 hatte
ich dann noch „Jin Shin Jyutsu" (ein
japanisches Heilverfahren, auch
„Akupunktur ohne Nadeln" genannt)
gelernt. Als „alte Seele" habe ich mein
inneres Wissen über unsere heimischen
Kräuter wieder hervorgeholt und so die
alten Rezepte ins Leben zurückgerufen.
Jedenfalls waren viele Menschen der
Meinung, meine Teemischungen und
mein Handauflegen würden ihnen helfen.
Ich konnte bei Krebspatienten helfen,
habe Sterbenden beigestanden und beim
Übergang in die andere Welt geistig
begleitet. I ür mich war das eine
wundervolle Aufgabe, zeigte sie mir
doch, dass es da noch „mehr" gibt. Bei
den Gesprächen mit Koma-Patienten
oder den Seelen von geistig Behinderten,
konnte ich viel lernen und verstehen,
warum sie sich dieses Leben ausgesucht
haben.
Mit diesen Erfahrungen dachte ich: „Mir
kann nichts passieren, ich weiß ,illes
und verstehe alles." Ich war auch der
Überzeugung zu wissen, wer ich hin -
dachte ich jedenfalls. Genau darin lag
mein Problem, ich DACHTE zu viel...
Im Oktober 2008 begann mein Mann, mit
dem ich seit 1992 zusammen war und
mit dem ich drei Kinder hatte, in der
Schweiz zu arbeiten. Das war rund
1.000 km von Sachsen entfernt. Zu jener
Zeit dachte ich, es sei alles in Ordnung.
Haha! Es gäbe noch diverse Arbeiten,
hieß es, so dass er am Wochenende nicht
mehr nach Hause kam. Dann wurden
daraus 14 Tage, his er eines Tages gar
nicht mehr heimkam. Ich konnte ihn
weder in der l'irma noch in seiner
Schweizer Unterkunft erreichen. Das
war dann Anhing Januar 2009. Ich stand
mit den Kindern da, ohne Nachricht und
ohne (¡eld - nichts. Mitte Februar habe
ich ihn dann ans Telefon bekommen, und
da erzählte er mir, dass es mit uns doch
schon lange nicht mehr so richtig
geklappt hatte und er nun eine neue Frau
habe. Mit dieser wolle er nun nach
Deutschland zurückkommen. Ich saß
damals gerade im Auto, unterwegs zu
Bekannten. Sie hatten mich eingeladen,
eine Meditation mit ihnen
durchzuführen.
Ich fragte ihn, was denn aus mir und den
Kindern werden solle, die damals 11, 16
und 17 Jahre alt waren. Er sagte nur,
dass er nicht mehr könne und nicht mehr
wolle. Ich weiß nur noch, dass ich ihm
alles Gute gewünscht habe, und wenn
das sein Entschluss sei und er glücklich
damit wäre, dann solle es halt so sein.
Ich habe mich im Nachhinein selber
darüber gewundert, wie vernünftig und
stark ich in dieser Situation reagiert
hatte.
Und es waren tatsächlich die letzten
Worte, die wir wechselten. Es gab keine
Anrufe mehr, er hatte die Firma
gewechselt und war umgezogen, er war
einfach weg. Irgendwie musste ich es
meinen Kindern beibringen. Zu diesem
Zeitpunkt arbeitete ich als Dozentin in
der Erwachsenen Weiterbildung, und
wir lebten damals zur Miete in einem
Haus. Ende April ging mein
Arbeitsvertrag zu Ende, und ich hätte
eigentlich wieder einen neuen
abschließen müssen. Ich konnte aber
nicht mehr. Bei meinen letzten
Unterrichtsstunden stand ich vor der
Klasse und bekam keine
zusammenhängenden Sätze mehr heraus.
Zu diesem Zeitpunkt hatte ich zum Glück
nur noch wenige Stunden pro Woche zu
arbeiten. Da ich aber auf Honorarbasis
tätig war, ist dann natürlich finanziell
nicht so viel dabei herausgesprungen.
Von meinem Mann bekam ich auch kein
Geld mehr. In dem Haus, in dem wir
wohnten, hatte ich auch meine
Heilpraxis, die von heute auf morgen
auch nicht mehr so gut lief. Es war wie
verhext. Davon abgesehen, konnte ich in
diesem Zustand nicht wirklich jemand
anderem helfen. Wenn man so weit unten
ist, zieht man auch nur die untersten
Ebenen an.
Wie oft habe ich mich nach dem
„Warum" gefragt. Ich habe mir gedacht,
dass man doch miteinander reden könne.
Mein Mann wusste doch, dass ich nicht
so viel verdiene und wir auf sein Geld
angewiesen waren. Erst im Juni bin ich
zum Arbeitsamt gegangen, da hatte ich
schon Mietschulden, und es wurde uns
der Strom abgestellt. Es ging nichts
mehr. Mir fiel es unendlich schwer, auf
dem Amt vorzusprechen. Dort kamen nur
Vorwürfe: „Warum kommen Sie jetzt
erst? Sie hätten schon viel eher
kommen können. Meldet sich Ihr Mann
wirklich nichtund so weiter. „Sie haben
doch bestimmt eine Telefonnummer und
wissen, wo er arbeitet. Da müssen Sie
mal anrufen. " Die behandelten mich,
als wäre ich bekloppt. Ich hatte nur noch
geheult. Dann bin ich einfach
aufgestanden und gegangen. Aber es
nützte nicht viel, ich musste ja wieder
hin. (Während ich dies gerade
aufschreibe, laufen wieder die Tränen.
Immer noch trage ich diese Scham in
mir.) Bevor ich wirklich Geld vom Amt
bekam, hatte es mindestens noch vier
Wochen gedauert. Bis dahin hatten wir
nur das Kindergeld zum Leben.
In dieser Zeit sind die Mitarbeiter der
Arbeitsamtes zweimal bei mir zu 1 lause
gewesen und haben das komplette Haus
durchsucht, um nachzuprüfen, ob nicht
doch Hinweise vorhanden wären, dass
mein Mann noch da ist. Vor dem zweiten
Besuch hatte ich dann seine Sachen aus
der Wohnung geräumt, dann erst habe ich
Unterstützung bekommen. Ich fand es
besonders schlimm, dass man jedem
Menschen zunächst einmal Betrug
unterstellt, der um Hilfe bittet.
Das mit dem Amt war die eine Sache.
Neben meiner Heilpraxis hatte ich
jedoch noch bei einem TV-Sender als
Kartenlegerin gearbeitet. Aber das ging
jetzt auch nicht mehr. Ich hatte eine
handfeste Depression. Nur durch meine
Kinder und meinem Hund „Basti" war
ich gezwungen, den Alltag
aufrechtzuerhalten. Das Problem in solch
einer Situation ist, dass man in eine Art
Teufelskreis gerät. Nach dem Gesetz der
Resonanz zieht man das in sein Leben,
was man selbst ausstrahlt bzw. wie man
sich selbst l ühlt. Das bezieht sich dann
auf die Menschen, die einen umgeben, in
meinem Fall aber auch auf die geistigen
Wesen, die mir bei meiner Arbeit als I
leilerin und Kartenlegerin zur Seite
stehen. Hängt man in solch einem Loch,
ist es schwer, Zugang zu höheren Wesen
zu bekommen. Vielmehr zieht man
Verstorbene an und hier wiederum
solche, die sich aus ähnlichen
Problemen einst umgebracht hatten. In
solch einem Zustand kann man nicht
zuverlässig arbeiten. Das wäre mit
einem Arzt vergleichbar, der selbst
krank ist oder mit einem
Unternehmensberater, der hoch
verschuldet ist.
Der einzige, der mich in dieser Zeit
wirklich immer wieder aufrichten
konnte, war Jesus. Ja, genau der. Ich bin
nicht religiös aufgewachsen, hatte also
nie eine Beziehung zu ihm. Aber in den
letzten Jahren habe ich sehr viel
Selbststudium betrieben, mich mit
verschiedenen Religionen
auseinandergesetzt und studiert. Und
während ich mich mit der Bibel befasst
habe, spürte ich, wie er bei mir war.
Das kann man schwer beschreiben, aber
ich lühlte eine Präsenz bei mir, die mir
Sicherheit gab und das Gefühl, beschützt
zu sein. Ich spürte aber auch, dass es
noch dicker kommen würde...
Eines Tages, ungefähr drei Wochen vor
Ostern, rief mich eine Klientin an, und
erzählte mir, dass es über Ostern einen
Open-Space-Workshop gäbe und fragte,
ob ich nicht Lust hätte mitzukommen. Bei
mir kam als erstes: „Ich habe zur Zeit
kein Geld für so etwas." Sie sagte, dass
es wirklich nicht teuer wäre und es mir
bestimmt gut täte, wenn ich mal zu Hause
rauskäme. Ich sagte nicht zu und auch
nicht ab. Es ließ mir aber keine Ruhe.
Ich musste immer wieder daran denken
und habe meine Finanzen durchgecheckt.
Schließlich bin ich hingefahren. Es war
ein Seminar mit Menschen, die auf ihrem
spirituellen Weg waren und die alle mit
verschiedenen spirituellen Methoden
und mit ihren bis dahin erworbenen
Fähigkeiten arbeiteten. Geführt wurde es
von einer Frau, die als Medium tätig
war. Ich fühlte mich für ein paar Tage
„zuhause" angekommen und konnte mich
mal wieder fallen lassen. Dort habe ich
einige Menschen kennengelernt, die mich
auch in den nächsten Jahren noch
begleiteten. Dieses Seminar wirkte wie
ein Impuls, und ich hatte in den nächsten
Wochen und Monaten mehrere Treffen
mit interessanten Menschen - bis
September 2009 ungefähr, dann musste
ich einen Stopp einlegen und mich
wieder um mein Privatleben kümmern.
Das Arbeitsamt kam dann natürlich
auch: Das Haus sei zu groß, wir müssten
in eine kleinere Wohnung umziehen, da
wir die Kosten nicht tragen konnten. Na
toll... Ich fragte dann, an was sie denn
gedacht hätten. Ich hatte drei
pubertierende Kids, von denen jeder
sein Zimmer brauchte. Die Antwort war,
dass das so nicht gehen würde und eine
Vier-Zimmer- Wohnung reichen müsse.
Die beiden Jungs könnten ja zusammen
in ein Zimmer gehen. Das Problem war,
dass die meine Jungs nicht kannten, der
eine war 11 der andere 17. Zwei Alpha-
Männchen auf einem Zimmer, das hätte
Mord und Totschlag gegeben. Das haben
sie mir natürlich nicht abgenommen. „Es
geht nicht anders, da müssen Sie
durch."
Mir war klar, dass das mit meinen
Kindern nicht möglich war. Es musste
ein anderer Schlachtplan her. Meine
beiden älteren Kinder - ein Mädchen und
ein Junge - hatten beide einen
Schulabschluss und waren auf der
Berufsschule bzw. in der Ausbildung.
Mit diesen beiden sollte ich noch
zusammen wohnen? Bis sie 25 sind? Das
hätte ich nicht überlebt, denn mein
Abnabelungsprozess war gerade in
vollem Gange. Ich liebte meine Kinder,
keine Frage, aber wer nahm dann auf
mich Rücksicht? Auf 80 m2 in der
„Platte" hätte ich überhaupt keinen
Rückzugsort mehr für mich. Sie werden
jetzt vermutlich denken, dass ich eine
Meise hatte: „Die soll doch froh sein,
dass ihr geholfen wird." Trotzdem, für
mich war klar, dass das nicht gut
ausgehen würde.
Also habe ich mich mit meinen
Kindern an einen Tisch gesetzt
und Klartext gesprochen. Ich
habe die Großen vor die
Entscheidung gestellt, mit
Mama und dem kleinen
Bruder in eine Vier-Zimmer-
Wohnung zu ziehen oder dass
die beiden Großen gemeinsam
eine Zwei-Zimmer-Wohnung
bewohnen, unabhängig von
uns. Finanziert würde das mit
Bafög und Kindergeld. Wir
haben das dann zusammen
durchgerechnet. Für beide sah
alles gut aus. So hätten sie ihr
eigenes Geld und wären nicht
mehr von der Mut- I er
abhängig. Zudem hätten wir,
wenn wir alle zusammen in
eine Wohnung gezogen wären,
als Bedarfsgemeinschaft
gegolten, und sie hätten kein
zusätzliches Geld bekommen.
Also haben wir eine kleine
Wohnung gesucht.
Dem neuen Vermieter hatte ich erzählt,
dass ich nach der Trennung von meinem
Mann wegziehen würde, die Kinder aber
ihre Ausbildung noch hier abschließen
wollten. Den Ausbildungsvertrag hatten
sie ja. Und so bekamen sie ihre
Wohnung. Durch die Auflösung von
unserem bisherigen I laus konnte ich
ihnen eine komplett eingerichtete
Wohnung übergeben. 'Zumindest war das
erledigt.
Aber was sollte mit meinem
Jüngsten und mir geschehen,
wohin mit uns? Dadurch, dass
ich Mietschulden hatte, bekam
ich keine Wohnung. I )er alte
Vermieter war zwar sehr
tolerant, aber ich musste so
schnell wie möglich raus. Das
war nochmals eine Hürde. Ich
habe alle Hilfseinrichtungen
abgeklappert, „Caritas",
„AWO" und alle städtischen
Einrichtungen. Manche
konnten mir erst nach zwei
Monaten einen Termin geben.
Das war wirklich schlimm. Ich
dachte, ich muss wirklich
unter der Brücke schlafen. Ich
war aber auch so stur und
wollte zu keinem aus der
Familie oder von den
Bekannten. Ich wollte es
irgendwie alleine schaffen.
Dann bekam ich die Telefonnummer von
„Frauen in Not" und habe dort angerufen.
Dort musste ich natürlich zum 150sten
Mal meine Geschichte erzählen. Zu
diesem Zeitpunkt war ich aber so fertig,
dass ich dabei in Tränen ausbrach. Also
sollte ich doch einfach gleich mal
vorbeikommen, wenn ich kann, sagte die
Dame am Telefon. Daraufhin musste ich
noch mehr heulen, weil das die ersten
waren, die sofort gesagt haben, dass ich
vorbeikommen konnte. Ich war
erleichtert. So bin ich mit meinem Sohn
im Frauenhaus gelandet.
Das klang für mich damals
ziemlich schlimm, ich hatte ja
auch gar keine Vorstellung,
was mich dort erwarten
würde. Und ich war
überrascht. Ich bekam eine
große Wohnung für mich und
meinen Sohn. Es war alles
vorhanden, und ich konnte
mich erst einmal sammeln und
ankommen. In der ganzen Zeit
habe ich mich weder bei
meiner Familie noch bei
Freunden gemeldet. Ich
konnte einfach nicht. Das
hatte auch noch ein paar
Wochen gedauert, ehe ich zu
einem unserer Treffen gehen
konnte.
Tagelang lag ich im Bett und habe nur
geschlafen. Ich musste einiges
aufarbeiten und loslassen. Das war das
große Thema: loszulassen! Das Arbeiten
mit mir selbst und dem Bewusstwerden
ist ja kein Prozess, der irgendwann
aufhört. Nein, es geht immer weiter...
Und ich habe durch diese schwere Zeit
auch gelernt, ganz gut damit umzugehen.
Ich habe alles verloren - nein,
losgelassen! Arbeit, Haus, die
Einrichtung, die Klamotten, eine Ehe,
die Kinder. Ja, auch die Kinder, bis auf
meinen Jüngsten, der damals 12 Jahre alt
war. Da fühlt man sich verloren oder am
Ende. Ich hatte auch keine Ahnung, wie
es weitergehen sollte. Alles, mein
komplettes altes Leben war weg!
Das Gute daran war: Jetzt konnte etwas
vollkommen Neues in mein Leben treten,
es durfte alles neu werden. Aber das
sieht man natürlich in solch einer
Situation nicht. Ich hatte beschlossen,
alles das zu tun, auf was ich Lust hatte
und was sich in diesem Moment gut
anfühlte. Aber das Beste, was mir dann
widerfuhr, war: Ich habe meinen
„Seelenpartner" kennengelernt. Es ist
eine wunderschöne Geschichte. Ich war
48, hatte irgendwie mit allem
abgeschlossen, und von Männern hatte
ich ohnehin die Nase voll. Als wir uns
dann das erste Mal begegnet sind - bei
einem unserer „Spirit-Treffen" -, dachte
ich nur, ob der junge Mann denn
überhaupt wusste, wovon wir reden.
Und dann: Er sah das, was ich sah, und
fühlte, was ich fühlte. Er sah, wer ich
wirklich bin. Das war unglaublich, ja
erschreckend, und ich fühlte mich zu ihm
hingezogen. „Wieso, warum, weshalb?
Das kann und darf nicht sein. Er ist
doch viel jünger als ich..." Aber das
waren alles Urteile und Wertungen. Auf
alle Fälle hat er mir gezeigt, was es
bedeutet, frei zu sein, eine Frau zu sein,
wirklich zu lieben und geliebt zu
werden. Auch etwas anzunehmen, war
ein neues Thema für mich.
Im Nachhinein muss ich meinem Ex-
Mann dankbar sein, dass er uns
verlassen hat, denn ansonsten hätte ich
nie meinen jetzigen Partner
kennengelernt. Und erst jetzt erfahre ich,
was es bedeutet, ein richtiges „Paar" und
füreinander bestimmt zu sein und richtig
zu lieben.
Bis September 2010 war ich noch im
Frauenhaus geblieben. Die haben ganz
schön Geduld mit mir gehabt. Danach
zog ich mit gleichgesinnten Menschen in
eine Wohngemeinschaft, mit denen ich
eine gewisse Zeit zusammen leben und
arbeiten sollte. Mitte 2013 war auch das
abgeschlossen.
Das alles, und viel mehr, erzähle ich
heute in meinen Seminaren, um so vielen
Menschen wie möglich Mut zu machen
und wieder Hoffnung in ihr 1 .eben zu
bringen. Es ist so viel passiert,
vielleicht schreibe ich mal ein ganzes
Buch darüber. Es liegt mir am Herzen,
den Menschen zu zeigen, dass es den
„Tod" nicht gibt. Ich erkläre ihnen, was
Karma ist und Schicksal. Denn es gibt
keinen „Zufall". Es hat alles einen Grund
- und der bin ich selhstl Auf diese
Weise kann man seine Ängste loslassen
und sein Leben ganz anders leben.

Im Nachhinein kann ich für


mich sagen, dass dies alles so
passieren musste, um mir zu
einem größeren Glück zu
verhelfen. Davon abgesehen
hat es mich stärker und
bewusster werden lassen.
Daher kann ich jedem nur
dazu raten, sein Leben nicht
hinzuschmeißen, auch wenn
man in einer Situation keinen
Ausweg mehr sehen mag,
denn Gottes Wege sind
manchmal sonderbar...
Rosita
Rosita hatte sich auf meinen
Newsletter zum Buch
gemeldet.
E-Mail: rositalau44@etnail.com Blog:
http://rositas444.blogspot.de Briefpost
über den Verlag
Das „große Geschäft"
kommt nur selten - oder
nie
David, bitte beschreiben Sie
mir kurz Ihren familiären und
beruflichen Hintergrund.
Ich bin 1964 in München
geboren und in wohlbehüteten,
finanziell gesicherten
Familienverhältnissen
aufgewachsen. Ich habe das
Abitur, den Wehrdienst und
ein Studium der
Betriebswirtschaftslehre
absolviert. Nach dem Studium
ging ich in die Finanzbranche,
der ich bis heute (leider)
erhalten geblieben bin. Das
erste einschneidende Erlebnis
in meinem Leben war 1984
der frühe Tod meiner
geliebten Mutter, den ich bis
heute nicht wirklich
überwunden habe. Beruflich
hatte ich meistens Erfolg, da
ich im Vertrieb tätig war und
die geforderten Umsätze auch
weitestgehend erbrachte.
Wie kam es zu der Krise? Was
war der Auslöser?
Die Krise entwickelte sich schleichend,
stetig, aber von mir unbemerkt bzw.
nicht wahr haben wollend. Trotz meiner
Tätigkeit in der Finanzbranche hatte ich
immer wieder Geldprobleme. In den
1990ern durch einen überschweifenden
Lebensstil, Anfang 2000 durch meine
Scheidung und ab 2012 durch
mangelnden Umsatz. Aber jedes Mal
half mir mein Vater durch
„Finanzspritzen", sodass es dann doch
irgendwie weiterging. Ab 2013 spitzte
sich die Krise derart zu, dass ich ab
Herbst 2013 nicht mehr wusste, wie ich
meine fixen Kosten am Monatsende
zahlen sollte. Ich lieh mir bei Freunden,
Bekannten, Familienmitgliedern Geld,
um über die Runden zu kommen. Der
Auslöser der Krise waren dann mehrere
Ereignisse: Zuerst zeigte mich ein Notar
wegen Insolvenzverschleppung zivil-
und strafrechtlich an. Dann meinte mein
Geschäftspartner an Weihnachten 2013,
dass er für mich finanziell nichts mehr
tun könne (per E-Mail!), und als dann im
Februar 2014, kurz nach meinem 50.
Geburtstag, die Steuerfahndung mit 10
Personen meine Wohnung „stürmte", war
meine Lebenskrise perfekt!
Wie war es in der Krise, was
ging Ihnen durch den Kopf,
welche Gedanken, Wünsche,
Ängste? Woran haben Sie
gezweifelt, wie weit ging die
Verzweiflung?
Die Krise war unerträglich, sie war
existenzgefährdend, nein vernichtend.
Ich schlief - wenn ich überhaupt schlafen
konnte - mit diesen Gedanken ein und
wachte am Morgen mit den gleichen
wieder auf. Ich hatte Angst davor zu
scheitern, endgültig zu verlieren - und
dem Vater gegenüber eingestehen zu
müssen, dass es ein Fehler war, sein
Unternehmen nicht übernommen zu
haben. Mein Wunsch war einfach:
Uberleben und weiter für meine Frau
sorgen zu können. Ich träumte von
Lottogewinnen und dass der große Deal
doch noch kommt. Aber es kam nichts!
Ich habe anfangs immer an den anderen
gezweifelt, die Schuld bei den anderen
gesucht. Die Verzweiflung ging so weit,
dass ich einfach nur weg wollte, weg
von diesem Chaos, um einfach nicht
mehr damit konfrontiert zu sein. An
Selbstmord dachte ich jedoch nie!
Was ist dann geschehen? Wie
sah die Krise genau aus?
Haben Sie
Freunde verloren, die Familie,
die Firma, vielleicht alles?
-
Es geschah kein Wunder, nein. Mein
Vater kam kurz vor der WM 2014 in
Brasilien zu mir und traf eine
schwerwiegende Entscheidung. Er sagte,
dass er meine Wohnung in München (ich
lebe berufsbedingt seit 2007 in Hamburg
und die Wohnung war mein Rückzugsort,
meine Heimat!) verkaufen würde, damit
ich alle meine „aufgetürmten" Schulden
begleichen könne. Zuerst weigerte ich
mich, dann war ich sauer auf meinen
Vater, aber nach langen Gesprächen mit
meiner Frau willigte ich mehr als
widerwillig ein. Finanziell war es keine
Krise, sondern ein Desaster.
Partnerschaftlich war es eine Prüfung (in
guten wie in schlechten Zeiten ©), die
meine Frau und ich herausragend
meisterten. Ja, wir sind füreinander
geschaffen. Mit einer anderen Frau hätte
ich diese Zeit nicht geschafft. Und ja, ich
(wir) hatten ein Suchtproblem, den
Alkohol. Mit Alkohol war die Krise für
Stunden bzw. Nächte weg, aber am
nächsten Tag kehrte sie dafür umso
härter zurück. Vor allem war aber meine
Frau die Rettung. Sie beschloss: „Wir
trinken unter der Woche keinen Alkohol
mehr - nur einmal die Woche, am
Freitag zum Abendessen, gibt es Wein
oder Bier." Es war hart, aber wir haben
es geschafft. Viele Freunde hatte ich
schon während meiner Scheidung vor 10
Jahren verloren, aber jetzt in der Krise
lösten sich die meisten buchstäblich in
Luft auf. Dies störte mich aber nicht so
sehr, da sich die „echten" Freunde in
dieser Krise zeigten, und das werde ich
ihnen nie vergessen.
Wie lange hat das gedauert?
Wann kam die Kehrtwende
bzw. wann war der Tiefpunkt
erreicht, und wie sah der aus?
(Haus gepfändet, Frau
davongelaufen, Unfall,
Selbstmordgedanken?)
Wie gesagt, war meine Krise
schleichend über zehn Jahre hinweg,
aber explodiert ist das Ganze am 13.
Februar 2014, als die Steuerfahndung
meine Wohnung stürmte. Der Tiefpunkt
war mit der Anzeige des Notars, mit der
beinahen persönlichen Insolvenz, mit
dem anhaltenden Misserfolg im Beruf
und zuletzt mit der Steuerfahndung
erreicht. Die Kehrtwende kam mit dem
Verlust meiner Heimat, sprich mit dem
Verkauf meiner Wohnung in München,
initiiert durch meinen Vater, der das
gesamte Haus besitzt. Ich bin froh, dass
meine Wohnung nicht gepfändet wurde,
meine Frau nicht davongelaufen ist, ich
von Unfällen verschont geblieben bin
und Selbstmord für mich keine
Alternative war. Die Kehrtwende war
der Verlust meiner Heimat; insbesondere
als ich zum „O'zapft is" auf dem
Oktoberfest nach 35 Jahren nicht mehr
dabei war. Klingt komisch, ist aber so.
Was war dann geschehen? Was war
die Kehrtwende, und wie sah diese
genau aus? Was war der Impuls, dass
es wieder bergauf ging?
Die Wohnung war verkauft, meine Frau
und ich mussten sie am Tag nach dem
WM-Finale in Brasilien ausräumen, und
als ich sie dann am darauffolgenden Tag
zuschloss und die Treppe runterging,
kullerten viele Tränen über mein
Gesicht. Ich weinte bei der Fahrt zum
Flughafen durchgehend, und als ich in
die Maschine nach Hamburg stieg,
wusste ich nicht mehr, wann ich je
wiederkommen würde. Ich schwor mir:
„Jetzt muss sich was Grundlegendes
ändern." In Hamburg angekommen,
stellte ich alles in Frage, was mein
Leben betraf: Geschäftsmodell,
Lebensweise, Freunde (die, die noch
übrig geblieben waren),
Verhaltensweisen, Meinungen,
Vorlieben, Zurückhaltungen — nur eins
nicht, die Liebe zu meiner Frau.
Die Erkenntnis bei Freunden war bitter,
hart und nur sehr schwer zu akzeptieren.
Ich war bekannt als der „Gute-Laune-
Bär" und hatte daher viele Freunde.
Klar, mit mir konnte man lachen, seine
Probleme besprechen und diese auch
lösen. Was ich in all den Jahren dabei
nicht bedachte bzw. mir nicht auffiel,
war, dass ich mich immer angepasst
hatte, den
Erwartungen meiner Freunde
entsprechen wollte und nicht zuletzt mich
selbst dabei verleugnet hatte. Als ich in
diese finanziellen Schwierigkeiten
geraten war, konnte ich nicht mehr
lachen, keine Probleme besprechen und
lösen, denn ich hatte selbst davon genug.
Die Kontakte schliefen - auch bedingt
durch den Umzug von München nach
Hamburg - mehr und mehr ein. Ich war
plötzlich alleine mit mir, musste mich
mit mir selbst beschäftigen und sah, dass
ich nicht der „Gute- Laune-Bär" für
andere bin und auch eigentlich niemals
gewesen war. Meine Frau erkannte dies
schneller als ich, und so „arbeiteten" wir
an der Veränderung, die zwingend war
und nicht nur für mich, sondern auch für
meine Frau. Die Erkenntnisse kamen
nicht nur durch Nachdenken. Nein, sie
kamen durch das Lesen vieler, vieler
Bücher, die im Mainstream als
„Verschwörungsliteratur" abgekanzelt
werden. Die Erkenntnis kam aber auch
durch Gespräche mit meiner Frau und
zwei Freunden, die ich hier in Hamburg
gefunden habe. Und nicht zuletzt kam die
Erkenntnis durch ein Sich-selbst-
hinterfragen, wie etwa: „Wer bin ich
eigentlich? Was will ich hier auf Erden
letztendlich? Warum bin ich auf diesem
Planeten ? Warum kam alles so, wie ich
es eigentlich nicht wollteDoch am
Schluss des Erkenntnisprozesses waren
diese Fragen alle beantwortet, und heute
finde ich, dass es gut war, wie es kam,
trotz des harten, schwierigen und
manchmal auch hoffnungslosen Weges.
Die Veränderungen begannen damit,
dass wir Menschen mieden, die uns
beiden nicht gut taten. Dies ging weiter,
indem wir auch nicht mehr den
Erwartungen fremder oder bekannter
Dritter entsprachen. Zudem erklärten
meine Frau und ich auch nicht mehr
anderen, warum wir was wie getan
haben. Heute leben wir mit weitaus
weniger Freunden, Bekannten etc. und
besinnen uns auf uns, auf unsere Liebe
und auf unsere jetzige Lebenseinstellung:
„Wir sind hier, um zu lernen und
Erfahrungen zu machen, die uns in
unserer Selbstbestimmtheit
weiterbringen und glücklicher
machen!"
Wo stehen Sie heute, wie sieht
die gegenwärtige Situation
aus?
Heute, ein Jahr später, sind meine
Schulden durch den Verkauf meiner
Wohnung abbezahlt, und ich habe nun
die Sicherheit, mein Geschäftsmodell
beruflich zu überdenken und zu
optimieren. Bis zum Frühjahr 2015
werden zwei Geschäfte abgeschlossen
sein, die mich wieder weiter
voranbringen. Das Problem, das nach
wie vor besteht, ist, dass mich die
Finanzbranche nicht wirklich
interessiert, sondern mir nur das Geld
zum Leben bringt. Aber ich widme mich
wieder verstärkt meinen „wahren"
Interessen, wie etwa viele Bücher aus
dem Kopp-Verlag und aus Ihrem Verlag
zu lesen. Zudem habe ich meine
Fernsehgewohnheiten komplett
umgestellt; ich schaue mir nur „schöne",
wohltuende Filme über meine Heimat an
oder auch Fußball. Politische Themen,
Diskussionen im Fernsehen meide ich
völlig.
Rückblickend auf diese Zeit,
wie würden Sie diese
beschreiben? War es die
schlimmste Zeit Ihres Lebens?
Wieso war es so schlimm?
Warum glauben Sie, ist Ihnen
das widerfahren? War es ein
Angriff der Dämonenwelt, des
Teufels, ist die Welt
„schlecht"? War es ein Test,
eine Zeit der Prüfungen? Was
hat es mit Ihnen gemacht? Hat
es Sie verändert, und wenn ja,
wie?
Neben dem frühen Tod meiner Mutter
war es mit Abstand die schlimmste Zeit
meines Lebens. Es war deswegen so
schlimm, weil ich einerseits so hilflos
war, andererseits nichts aktiv tun konnte,
um dem drohenden Super-Gau zu
entgehen. Und ja, es war die pure
Existenzangst, wenn ich am 4. des
Monats nicht wusste, wie ich meine
Fixkosten am Ende des Monats bezahlen
sollte. Von Urlaub, Auto, neue
Klamotten etc. will ich erst gar nicht
reden. Mir ist das widerfahren, weil ich
die falsche Branche gewählt hatte, weil
ich immer nach dem großen Geld gegiert
hatte, weil ich die Bedingungen dieses
Systems niemals akzeptierte und weil
ich zu feige war, etwas anderes
auszuprobieren. Ob es ein Angriff der
Dämonenwelt oder gar des Teufels war,
kann ich final nicht beurteilen.
Vorstellen kann ich es mir sehr wohl. Ich
glaube nicht, dass Gott mich geprüft hat,
denn Gott prüft hier auf Erden nicht.
Nein, ich glaube, es war eine Erfahrung,
die ich mir in diesem Leben selbst
ausgesucht habe - eine Erfahrung, die
mich weiterbringen sollte, so schwer sie
auch war, und mir im nächsten Leben
erspart bleiben wird. Ich bin ein
Verfechter der Erkenntnistheorie:
Menschen müssen - auch im Auftrag
Gottes - erkennen und lernen, um die
höchste Stufe bei Gott zu erlangen. Und
ja, natürlich hat die Zeit mich verändert,
sehr sogar. Dinge, die früher wichtig
waren, sind heute unwichtig. Unwichtige
Dinge von früher sind heute wichtig.
Was zum Beispiel?
Unwichtige Dinge sind heute etwa,
welches Auto ich fahre. Welchen Anzug
trage ich zum Geschäftstermin? Was
denken Menschen über uns? Findet
der/die uns nett? Werde ich Millionär?
Wann erbe ich das Haus meines Vaters?
Politische Diskussionen im Fernsehen...
Wichtige Dinge sind heute: Wie erlebe
ich einen Tag? Bringt mich dieser Tag
erfahrungstechnisch weiter? Ist der Tag
mit Liebe erfüllt, sprich positiv? Was
kann ich meiner Frau, meiner Familie
und/oder meinen Freunden Gutes tun?
Wann darf ich wieder in die Berge?
Wann kann ich wieder Skifahren? Wie
viele schöne Tage bleiben mir noch mit
meinem Vater? Oder ein gutes Essen, ein
Augustiner-Bier, ein sonniger Tag, ein
Buch lesen und last but not least
Gesundheit, das sind die wirklich
wichtigen Dinge! Ich denke, ich bin
heute auf dem richtigen Weg zur
Erkenntnis, und früher war ich fast nur
materiell orientiert. Was mir diese
Orientierung gebracht hat, sieht man an
meiner Entwicklung bis Mitte 2014.
Wie sehen Sie diese Zeit nun
mit etwas Abstand? Was
haben Sie daraus
gelernt? Was möchten Sie
Ihrem Kind oder in diesem
Fall dem Leser
mit auf den Weg geben?
Es war eine Zeit der Erkenntnis:
frühzeitig falsche Orientierungen zu
erkennen und sich umzuorientieren. Die
Erkenntnis ist, dass man erkennen und
notfalls radikal sein Leben, seine
Einstellungen, seine Freunde, seine
Lebensumstände etc. verändern muss.
Ich möchte dem Leser, da ich leider
keine Kinder habe, Folgendes mit auf
dem Weg geben: Überlegt Euch gut,
welchen Beruf Ihr ergreift, Ihr müsst ihn
normalerweise ein Leben lang ausüben,
und das kann verdammt lang sein ©!
Lest, liebe Leser, und nicht nur die
Süddeutsche Zeitung (=Alpen-Prawda).
Jagt nicht dem einen großen Geschäft
hinterher, denn dann kommt es nie. Es
kommt zu Euch, wenn Ihr frei seid von
diesen Gedanken. Dass man mit
Freunden keine Geschäfte machen sollte,
muss ich nicht extra betonen, das ist
selbstverständlich. Und
leiht Freunden kein Geld, denn
zurückbekommen tut man es selten.
Wenn möglich, dann schenkt es ihnen!
Ich kann jedem Leser nur empfehlen,
sich selbstständig zu machen - trotz oder
vielleicht wegen meines bisherigen
Scheiterns -, denn nur so kann man sich
von diesem Staat zumindest teilweise
unabhängig machen.
Und abschließend sei noch
gesagt: Ohne die Liebe meiner
Frau, meines Vaters und
meiner Tante hätte ich diese
Zeit nicht überstanden. Ich
versuche, ihnen auch jeden
Tag Liebe zu schenken. Es ist
wundervoll, denn Liebe zu
schenken ist kostenlos, und
man bekommt oft ein
Vielfaches davon zurück!
David aus München
David hatte sich Vorjahren
über Leserpost gemeldet und
wir hatten einen losen
Austausch über den Inhalt
meiner Bücher und die
Finanzbranche sowie die FED.
Ein Kontakt ist über den
Verlag möglich.
E-Mail: amadeus@amadeus-verlag.com
Briefpost über den Verlag
Durch eine Krankheit auf
Geheimnisse gestoßen
Mein Name ist Hannes, und ich wurde
Anfang der 1960er-Jahre in eine
hohenlohische Kleinstadt hineingeboren.
Zu dieser Zeit kannte kaum jemand in
Deutschland den südwestlichen Zipfel
von Franken, der von Napoleon nach
dessen Uberfall 1804 an
Nordwürttemberg angegliedert wurde.
Erst durch den Bau der A6 und die
darauf folgende stärkere Ansiedelung
und den Ausbau der Industrie rückte
Hohenlohe etwas näher in das
Bewusstsein von Süddeutschland. Bis
dahin war dieses Gebiet äußerst ländlich
und traditionell geprägt. Für mich war
der täglich gelebte und erlebte Umgang
der ländlichen Bevölkerung gegenüber
ihren Familien und vor allem auch
gegenüber den Tieren von einer Härte
gezeichnet, die ich schon als Kind als
unerträglich empfand, und ganz viele
Situationen und Beobachtungen haben
mich bis heute traumatisiert.
Gefühlskälte, Gewalt und Härte gehörten
zum täglichen Leben. Ein Mann galt nicht
als Mann, wenn er nicht, zumindest nach
außen hin, diese Eigenschaften
aufweisen konnte. Das Verhalten der
Nachbarn und der anderen im Ort wurde
aufs Genaueste beobachtet - man passte
mit Argusaugen aufeinander auf.
Aufsässige Kinder wurden oft einfach so
lange geschlagen, bis sie „vernünftig"
wurden, mit anderen Worten: bis sie
sich fügten, sich unterordneten und sich
genau so verhielten, wie das Umfeld es
verlangte.
Damals konnte NIEMAND - auch nicht
die Lehrer - etwas mit einem
hochbegabten Kind anfangen, wie man
es heutzutage völlig selbstverständlich
tut. Weil ich nicht von den sog. Freunden
und von der Familie verstoßen und
geschnitten werden wollte, habe ich
mich den gesellschaftlichen Richtlinien,
die von allen als „normal" betrachtet
wurden, gefügt. Ich erinnere mich, dass
ich als Kind wohl hellsichtig war, denn
ich weiß noch genau, wie die Menschen
angefangen haben zu „leuchten", wenn
ich sie in einer bestimmten Art und
Weise - mit dem sog. 1000-Meter-Blick
(Thou- sand-Yard-Stare) - angesehen
habe. Darüber zu sprechen habe ich
jedoch ganz schnell sein gelassen, denn
solche Dinge wurden umgehend
entsprechend geahndet, da man
befürchtete, der „Bub" sei nicht ganz
richtig im Kopf und die Nachbarn
könnten anfangen zu reden. Und so habe
ich aus Angst all diese Dinge bis ins
Erwachsenenalter hinein zuerst
verdrängt und dann vergessen. Doch
über all die Jahre war mir im Innersten
immer klar, dass „normal" und vor allem
„die Welt" völlig anders sind, als es der
Masse vorgegaukelt wird. Mit Mitte
dreißig habe ich mit Bravour mein
Abitur nachgemacht und bin heute
selbstständig. Reichtümer kann und will
ich damit nicht anhäufen, es werden
jedoch meine vielen Interessensgebiete
damit leichter finanzierbar. Mittlerweile
ist die Hochbegabung „amtlich"
dokumentiert — ich wurde über Monate
hinweg von einer Psychologin auf meine
schulischen Leistungen hin getestet —,
und die Menschen fangen auch wieder an
zu leuchten, wenn ich es will. Zu spät,
könnte man meinen, jedoch aus heutiger
Sicht bin ich froh und dankbar, dass es
so gelaufen ist. Sicher hätte ich im
herrschenden System eine lukrative
Karriere durchlaufen können, wäre aber
dadurch niemals hinter einen Großteil
der unglaublichen Geheimnisse
gekommen, die diesen Planeten
umgeben. Auch wäre mir das Begreifen
der Zusammenhänge, der
unvorstellbaren, menschenverachtenden
Machenschaften, die sich im
Verborgenen abspielen, verwehrt
geblieben.
Im Alter von 25 Jahren wurde ich
allerdings schwer krank. Man fand ein
Aneurysma im Gehirn, und die Ärzte
prognostizierten mir eine
Lebenserwartung bis zirka 35 (heute bin
ich 52!). Die daraus folgende
Todesangst wurde von der
Pharmaindustrie und ihren - wie ich die
Ärzte heute bezeichne - „willfährigen
Schergen" mittels Psychopharmaka so
zurechtgebogen und angepasst, dass ich
den täglichen Anforderungen meiner
Umwelt gerecht wurde. Mit anderen
Worten: Ich wurde ruhiggestellt und
habe funktioniert. Heute kann ich sagen,
dass genau diese Zeit damals mein
Aufwachen bewirkte. Ohne dieses
Schlüsselereignis hätte ich auch keinen
der vielen großartigen Menschen
kennengelernt, mit denen ich heute
Kontakt habe und immer wieder die
neuesten Informationen austausche.
Keiner meiner „Freunde" aus dieser Zeit
ist heute noch in meinem Leben präsent.
Einige haben sich gleich zu Beginn
meiner Krankheit distanziert,
wahrscheinlich aus der Befürchtung
heraus, mir bei Verschlechterung
womöglich helfend beistehen zu müssen.
Die anderen sind schlichtweg hinten
runtergefallen, weil sie mit meiner
persönlichen Weiterentwicklung nicht
Schritt gehalten hatten und es außer dem
üblichen Blabla keine gemeinsamen
Themen mehr gab. Zuerst versuchte ich
die Kontakte aufrechtzuerhalten und habe
mich regelrecht verbogen, damit man
noch irgendwie miteinander zurechtkam.
Heute betrachte ich solche Bemühungen
hingegen als Zeitverschwendung.
Nach einem unverschuldeten Autounfall
wurde ich mit Verdacht auf I lirnblutung
in ein Krankenhaus eingeliefert, und
wegen dieses Verdachts mussten die
Psychomedikamente abgesetzt werden.
In der darauffolgenden Nacht bin ich
buchstäblich auf allen Vieren mit
Entzugserscheinungen durch die Gänge
der Station des Krankenhauses
gekrochen. Ich bin dem Personal dort
noch immer dankbar, dass sie mich
haben kriechen lassen und mich nicht,
wie es heutzutage üblich ist, erst einmal
in einer Sonderabteilung zum Entzug auf
einer Pritsche festgeschnallt haben. Nach
der Entlassung aus dem Krankenhaus
habe ich mich entschlossen, nie wieder
dieses Zeug zu nehmen, und just mit
diesem Entschluss wurde ich per
„Zufall" an eine Homöopathin
herangeführt, die meine
Ursprungskrankheit binnen weniger
Monate zuerst in den Griff bekommen
hat, bis sie kurze Zeit später gänzlich
verschwand.
Von diesem Moment an war mir klar,
dass es sich mit der Pharmaindustrie und
den Ärzten bei weitem nicht so verhält,
wie die meisten Menschen in ihrem
Gutglauben denken. Ich habe mich damit
befasst, und es wurde sehr schnell
deutlich, dass die Pharmakonzerne
Wirtschaftsbetriebe sind, deren Ziele
Umsatz und Gewinn sind. Die Grundlage
für deren Umsatz jedoch ist die
Krankheit. Es steht also im völligen
Gegensatz zueinander, dass ein
Unternehmen, das mit Krankheiten viel
Geld verdient, gleichzeitig „Heilmittel"
entwickeln und vertreiben soll, die die
Grundlage für ihren Umsatz beseitigen.
Leider ist den meisten
„Weißkittelgläubigen" nicht bewusst,
dass sie mit diesen Mitteln zwar
Linderung ihrer Leiden erfahren, jedoch
niemals gesund werden sollen, da sie ja
als Kunde, der Umsatz bringt, unbedingt
erhalten bleiben müssen. Das erklärt
auch die für jeden ethisch denkenden
Menschen kriminellen Machenschaften
zur Dämonisie- mng von Homöopathie
und zum Verbot von anderen äußerst
wirksamen Naturheilmitteln zur
einfachen (kostengünstigen) Behandlung
von schlimmen und gefährlichen
Krankheiten durch sog. Lobbyisten
(Bestecher und Erpresser) in den
Beratungsgremien der jeweiligen
Regierungen. Eins plus eins ist auch in
Hohenlohe zwei!
Noch eine Anmerkung meinerseits: Dies
geschah Anfang bis Mitte der 1980er-
Jahre. Damals gab es noch kein Internet.
Um Hintergründe zu erfahren oder zu
recherchieren, konnte man nicht einfach
den PC starten und Antworten finden.
Man brauchte eine ziemliche
Hartnäckigkeit und auch viel Glück, die
richtigen Leute zu treffen, um an gute
Informationen zu kommen. Ich konnte
jedoch trotz aller Hürden und
Widrigkeiten auch nicht aufhören zu
graben, denn das heutige Wissen um all
die unglaublichen, zum Teil auch
schrecklichen Dinge belastet mich noch
nicht einmal in Bruchteilen so sehr, wie
in der Anfangszeit, als ich merkte, dass
es keine Kleinigkeit, sondern eine ganz
große Sache ist, die hier abläuft. Die
Erkenntnis, bis zu diesem Zeitpunkt
praktisch geschlafen und der Schafherde
völlig unkritisch und unwissend
hinterhergelaufen zu sein, versetzte mich
fast in Panik. Auch wenn die Recherchen
ergaben, dass Unglaubliches zu Tage
kam, so war ich doch erst dann innerlich
ruhiger, sobald ich die Hintergründe und
vielleicht sogar die Wahrheit kannte.
Nicht zu wissen und nur zu ahnen,
machte mich oft fast wahnsinnig. Dazu
zählten Themen wie: die Dritte Macht
und Fliegende Untertassen; die wahre
Herkunft und die Rolle der Deutschen in
der Welt; die Innere Welt; die wahre
Funktion der Pyramiden sowie das
perfide Sklavensystem, das vor mehr als
2.000 Jahren erdacht und systematisch
aufgebaut und verfeinert wurde.
Wenn man dann tiefer in diese Themen
einsteigt, reiht sich eins ans andere. So
geschah es auch mir. Der Weg führte
über die Pharmaindustrie zu den
Großbanken, den Medienkonzernen, der
Energie- und Erdöllobby sowie dem
Bildungs- und Ernährungssektor, und ich
stellte mit Entsetzen fest, dass an der
Spitze all dieser Weltkonzerne, über
Holdings und verzweigte
Firmenstrukturen, immer wieder die
gleichen Familienclans stehen. Für mich
persönlich stellt es sich so dar, dass
einige wenige Familien sich einbilden,
ihnen gehöre der Planet - und genau so
handeln und benehmen sie sich auch.
Das ist im wahrsten Sinne des Wortes
„teuflisch genial" ausgearbeitet, denn
kaum jemand aus den mit „Superstar"
und „Dschungelcamp" verblödeten
Massen ist imstande, die großen
Zusammenhänge zu begreifen. Alle
können dankbar die ihnen als
Entschuldigung für ihre eigene
Dummheit und Ignoranz hergerichtete
Ausrede „Verschwörungstheorie"
aufgreifen und benutzen. Leider werden
viele dieser Menschen auch niemals
begreifen, dass sie über genau dieses
Verdum- mungsmedium, genannt
Fernseher, auf genau diese Begriffe
(Verschwörungstheorie, Putin-Versteher,
Antisemit, Rechtsradikaler etc.)
konditioniert werden. Diese und andere
Begriffe wurden über die Medien, die
sich auch fast ausschließlich in der Hand
oben genannter Leute befinden, praktisch
in die Gehirne der Menschen
eingraviert, sodass Kritiker des Systems
nur noch öffentlich mit einem dieser
Begriffe bezichtigt zu werden brauchen,
und schon läuft der Film der
Konditionierung im Gehirn ab. Alles,
was der Kritiker fortan sagt, wird sofort
als „Verschwörungstheorie" abgetan,
oder es läuft mal wieder auf „rechts"
hinaus und wird nicht mehr
wahrgenommen, geschweige denn, es
würde mal darüber nachgedacht oder
recherchiert, ob der Kritiker vielleicht
doch Recht hat.
Ich möchte Ihnen noch ein weiteres
Beispiel geben, wie die Menschen vor
dem Fernseher ganz bewusst von der
Realität ferngehalten werden: Unter den
vielen Menschen, die ich bei meinen
Recherchen getroffen habe, war ein
Mann, der mir darüber berichtete, was
die wahren Hintergründe für die
Zerstörung Libyens waren und wie das
mit China in Zusammenhang zu bringen
ist - ein Land, welches sich ja im
Moment für jeden offensichtlich auf die
Seite Russlands und der BRICS-Staaten
gestellt hat, obwohl man aus der
Geschichte weiß, dass China nicht
unbedingt der verlässlichste Partner ist,
was Verträge und Abmachungen angeht.
Da ich darüber natürlich keine
Dokumente mit Siegel überreicht
bekommen habe, schildere ich diese
Dinge unter Vorbehalt. Man kann jedoch
vieles darüber selbst im Internet
recherchieren, wenn das Interesse
besteht. Dass Al-Gaddafi den Golddinar
einführen und damit dem Petrodollar
einen Schlag versetzen wollte, ist ja
einigen Menschen bekannt. Zudem hatte
er auch mit den unglaublichen
Grundwassermengen Libyens Nordafrika
begrünen und damit diese Länder von
Krediten bei IWF und Weltbank für
Getreide am Weltmarkt befreien wollen.
(Gaddafi wollte nicht einfach nur das
Grundwasser abpumpen und weiter oben
auf die Felder schütten, sondern er
beabsichtigte, den nicht mehr
stattfindenden Ionenaustauch zwischen
Erde und Atmosphäre wieder in Gang zu
setzen, damit sich zukünftig wieder
Wetter, sprich Niederschläge,
selbstständig auf natürliche Weise
bilden.) Auf diese Weise wären sie aus
dem Schulden-Hamsterrad befreit
worden. Auch das ist teilweise an die
Öffentlichkeit gedrungen. Darüber
hinaus wurden jedoch zu dieser Zeit
auch die Lizenzen zur Ausbeutung der
Ölquellen in Libyen neu vergeben. Man
darf dabei nicht vergessen, dass es
vergleichbar wenige Firmen sind, die
Erdöl fördern. Eine dieser Lizenzen, die
eine französische Firma hielt, wurde
nicht mehr an Frankreich, sondern an
Italien vergeben. Auch China hatte
einiges ersteigert, und in der
Zwischenzeit befanden sich angeblich
schon zirka 30.000 Chinesen im Land,
um ihren neu ersteigerten „Besitz" zu
verwalten und das Öl zu fördern. Als
dann Libyen, wie so oft unter
amerikanischer Leitung, mit Bomben
„demokratisiert" und vom ach so
schlimmen Diktator befreit wurde,
wurden diese Ölquellen als Kriegsbeute
beschlagnahmt und die 30.000 Chinesen
einfach aus dem Land geworfen - das Ol
und das Geld waren somit einfach weg -
bzw. woanders... Man kann sich mit
dieser Information lebhaft vorstellen,
dass die Chinesen darüber „not so
amused" waren. Selbstverständlich
wurde, wie im Irak, als allererstes nicht
Wiederaufbauhilfe - wie man es als
Mensch mit Anstand erwarten und tun
würde - geleistet, sondern umgehend
eine Rothschild'sche Zentralbank
errichtet, die die zukünftige Ausbeutung
von Land und Volk sicherstellte.
Eine weitere, unglaublich interessante
Begegnung hatte ich in Schottland. Da
ich ein großer Freund der englisch-
schottischen Landschaften bin und mir
das Wetter dort relativ egal ist, kam es
dazu, dass ich mich irgendwann im
Oktober an der Westküste Schottlands
befand. Die Touristensaison war vorbei,
und in dem Hotel, in dem ich mich
aufhielt, waren nicht mehr als zehn oder
zwölf Gäste. Die meisten saßen abends
in der Bar an zwei Tischen, nur ich und
ein weiterer Gast saßen an der Theke.
Nach einiger Zeit kamen wir ins
Gespräch, und es stellte sich heraus,
dass dieser Mann Reporter einer
englischen Zeitung war, der sich aus
irgendeinem Grund hier in dieser
Kleinstadt aufhielt. Wir unterhielten uns
wirklich angeregt über scheinbar alle
Themen dieser Welt. Während dieser
Zeit floss natürlich das ein oder andere
Pint. Jemand, der schon mal näheren
Kontakt mit Engländern in
Großbritannien hatte, kann sicherlich
bestätigen, dass man nach stundenlangen
Diskussionen und einigen Bieren
irgendwie immer auf das Thema
,Zweiter Weltkrieg' kommt - so auch bei
uns. Als er dann zuerst aufstand, um sein
Zimmer aufzusuchen, klopfte er mir
ziemlich betrunken mit der Hand auf die
Schulter und sagte: „Wir dürfen es euch
Deutschen eigentlich gar nicht sagen,
aber nicht alles, was in euren
Geschichtsbüchern als wissenschaftlich
erwiesen' dargestellt wird, muss auch
der Wahrheit entsprechen. Denn die
Geschichtsbücher werden immer von
den Siegern geschrieben."
Von diesem Journalisten erfuhr ich auch,
wie es zur Heirat zwischen Prinz
William und Kate gekommen sein soll:
Rothschild hat die
Vermögensverwaltung der Queen inne,
mit anderen Worten: Er hat das Geld der
englischen Krone in der Hand. Königin
Elisabeth wollte die Herrschaft über ihr
Vermögen wieder zurückholen und hat
die Verträge, oder wie man so etwas
auch immer nennen möchte, gekündigt.
Um das zu verhindern, soll Rothschild
zuerst einen „Einbrecher" in den
Buckinghampalast geschickt haben, der
bis in die Privatgemächer der Königin
vorgedrungen ist, nur um ihr zu zeigen,
dass es kein größeres Problem darstellt,
ganz dicht ,in sie heranzukommen. Als
diese Drohung nicht gefruchtet hat,
schickte man einen nicht geladenen Gast
auf die berühmt-berüchtigte Party mit
Prinz Harry im Nazikostüm. Dieser soll
sich vor Harry hingestellt und den
Mantel geöffnet haben. Darunter befand
sich angeblich eine ganz eindeutige
Drohung gegen Harry. Daraufhin wurde
die Kündigung der Verträge
zurückgenommen, und um dieses
„Geschäft" zu besiegeln, durften sich
William und Kate (Kathrin Mid<l\tx.on-
Goldsmith) begegnen. Der Journalist
meinte, sie sei aus der Verwandtschaft
der europäischen Linie der Rothschilds.
Es hört sich an, wie ein billiger Roman,
aber so, wie es aussieht, wurden die
beiden verheiratet, um einen Vertrag zu
besiegeln, ganz genau so, wie man es
schon vor 3.000 Jahren getan hat.
Eine weitere „nette" Geschichte:
Erinnern Sie sich noch an das Theater
um das Schweizer „Nazigold"? Die
Schweiz war eines der letzten Länder in
Europa mit physischen Goldreserven,
sprich mit noch richtig Material im
Keller. Daraufhin wurde zeitgleich in
allen Medien (man bedenke, dass sich
ALLE westlichen Medien in den Händen
von sage und schreibe 6 Menschen
befinden!) eine Kampagne gegen die
böse Schweiz und das böse Na- /.igold
losgetreten. Diese Kampagne ging genau
so lange, bis die Schweiz das böse
Nazigold verkauft hatte. Die Hetze war
danach über Nacht raus aus den Medien,
es war ab sofort kein böses Nazigold
mehr, und dreimal dürfen Sie raten, wer
es denn gekauft hat: Goldman Sachs!
Bei einer weiteren Begegnung erfuhr ich
davon, worum es bei dem Uk- raine-
Konflikt wirklich gehen soll: Die
Ukraine wurde 1918 gegründet und ist
ein Kunststaat. Ein Teil war Polen, ein
Teil Weißrussland und ein Teil
Rumänien. Wenn man jetzt weiß, dass es
kaum noch Staaten auf dieser Welt gibt,
die nicht FIRMEN sind (bei
www.upik.de zu finden), bei denen die
Verfassungen noch Gültigkeit haben und
diese nicht über Handelsrecht
ausgehebelt wurden, und die noch
eigenes „staatliches Geld" (nicht Giral-
geld von privaten Zentralbanken)
ausgeben, ergibt Folgendes durchaus
einen tieferen Sinn. Auf jeden Fall gelten
solche „Landverträge" nach
kanonischem Recht, auch Kirchenrecht
oder Landrecht genannt, immer für 99
Jahre. Das kennt man von früher, wenn
Acker oder Wälder verpachtet wurden.
Wenn also die Ukraine 1918 gegründet
wurde, läuft der „Pachtvertrag" 2017
aus, und es muss neu verhandelt oder
verlängert werden. Abstrakt betrachtet
sehen wir hier also
Vertragsverhandlungen der „Firma
USA" mit der „Firma Russland". Das
Fell des Bären wird ganz einfach neu
verteilt.
Das waren jetzt wirklich nur einige
wenige Dinge, auf die ich seit meinem
Erwachen gestoßen bin und über die ich
auch nur kurz und an der Oberfläche
gekratzt erzählt habe. Es gibt zu jedem
dieser und vielen, vielen anderen
spannenden Themen wesentlich mehr
Informationen, und man kann noch
wesentlich tiefer einsteigen. Es ist
sicherlich so, dass manche, die jetzt
vielleicht anfangen zu graben und zu
recherchieren, es anfänglich mit der
Angst zu tun bekommen, ob der
Unglaublichkeit der Realität. Jedoch bin
ich persönlich erfüllt von Befriedigung,
Ruhe und Dankbarkeit, auch nach fast 30
Jahren des Grabens und der Suche,
immer weiter hinter die Dinge zu
kommen, die sich wirklich auf diesem
Planeten abspielen.
So schlimm es auch war, als ich mit 25
Jahren erkrankte, so bin ich heute
dankbar, dass dieses Ereignis in mein
Leben getreten ist. Ohne dieses wäre
mein Leben mit ziemlicher Sicherheit
anders verlaufen, und das möchte ich mir
aus heutiger Sicht noch nicht einmal
mehr im Traum vorstellen müssen.
Es mag nicht jedermanns Weg
sein - mit Sicherheit nicht -,
aber es ist MEINER.
Hannes Berger
Herrn Berger hatte ich durch
eine ehemalige Mitarbeiterin
von secret.TV kennengelernt.
Ein Kontakt ist über den
Verlag möglich.
E-Mail: amadeus@amadeus-
verlag.com
Ich konnte es nicht mehr
schlucken!
Auch mich hat der Umbruch 2012
erwischt, erst schleichend und Anfang
.'014 dann sehr stark. Ich hatte bestimmt
schon zwei Jahre immer wieder
Probleme beim Schlucken. "Wenn ich
mit Heißhunger oder hastig oder ,iuch
ganz normal etwas aß, hatte ich das
Gefühl, als würde mir der Bissen im
Halse stecken bleiben (nicht bei jeder
Mahlzeit, doch immer wieder). I )as
legte sich aber nach ein bis zwei
Minuten, und der Krampf löste sich
wieder. Am Fasnachts-Montag 2014
löste er sich dann nicht mehr, nach lünf
Stunden des Nicht-schlucken-könnens
(nicht mal die eigene Spucke), hat meine
Freundin mich ins Krankenhaus gefahren
(mein Mann war be- irunken, es war ja
Fasnacht, und er unterstellte mir eh, dass
ich simuliere). Der Ärztin war es wohl
ein völliges Rätsel, und sie fragte mich,
ob ich psychische Probleme habe. Nach
meiner verneinenden Antwort gab sie
mir eine krampflösende Spritze, und es
wurde Gott sei Dank wieder besser.
Mein Mann hatte meine
Schluckprobleme zuhause ignoriert, und
ich habe ignoriert, wieso ich dieses
Problem habe. Es ging also weiter wie
zuvor...
Das nächste Mal, dass nichts mehr ging,
war der 10. Mai. Ich war mit meinem
Mann zum Essen ausgegangen. Während
wir aufs Essen warteten, hat er mir
schon verboten, mit den Bekannten, die
reinkamen, zu sprechen. Er hatte auch
lange Zeit vorher schon Fragen, die mir
gestellt worden sind, für mich
beantwortet. Er hatte auch immer wieder
reingeredet, wenn ich Autogefahren bin,
hat mich beim Spazieren angemeckert,
dass ich nicht auf der richtigen Seite
gehe usw.. Er hat den Fernseher
angebrüllt (täglich) und unseren 16-
jährigen Sohn ständig angeschrien (ein
lieber Bub, der aber sprachliche
Probleme hat). Und wenn wir ihm gesagt
haben, er soll bitte nicht schreien, hat er
gemeint, er tut das ja gar nicht. Um es
kurz zu fassen: Mein Mann war
unerträglich. Ich bin nun mal ein
Mensch, der keinen Streit will und
immer wieder das Gute sucht und auch
verzeiht. Bis zu diesem 10. Mai, als er
mir wieder einmal den Mund verbot. Ich
ging dann auf die Toilette, schluckte
meine Tränen runter, dann kam das
Essen, und schon den ersten Bissen
konnte ich nicht mehr schlucken.
„Psychische Probleme" hatte die Ärztin
gesagt, und nun wusste ich: „Ich kann
und werde es nicht mehr schlucken!"
Ich habe meinem Mann gesagt, dass ich
nicht mehr schlucken kann und nach
Hause möchte und habe mein Essen
stehen gelassen. (Es war Rumpsteak, das
können wir uns nicht oft leisten.) Seine
Reaktion: Er hat in Ruhe sein Steak
fertig gegessen und ist dann erst zu mir
nach Hause gekommen. Dort hat er
gemosert: „Was hab ich denn jetzt
wieder falsch gemacht?". „Renn doch
zu deiner Ulla!", hat er gesagt. Das ist
meine Freundin, eine Heilpraktikerin. Er
hat mich wieder einmal nicht ernst
genommen. Vier Tage später, am
14.10.2014, war unser 31. Hochzeitstag.
Gegen Abend kam meine Schwester, um
uns zu gratulieren, da meinte er zu ihr:
„Wir haben 31 Jahre geschafft, dann
bekommen wir den Rest auch noch
rum." Das war sein Todesstoß.
In der Zeit während des ersten Mals,
nicht schlucken zu können und dem
zweiten Mal habe ich mich immer
wieder bei einem lieben guten Freund
ausgeheult (via E-Mail). Ich hab mit 17
geheiratet, war immer treu und hab auch
nie vorgehabt, etwas mit einem anderen
Mann anzufangen. Ich habe drei Kinder
und zwei Enkel. Aber manchmal kann
man es sich nicht aussuchen, sondern es
ist vorherbestimmt. Thomas, mein guter
Freund und ich, waren seit 26 Jahren an
jedem Fest zusammen, doch haben wir
es immer ignoriert, dass da diese
unglaubliche Anziehung war. Er hat mich
immer heimgebracht, da mein Mann
frühzeitig genug getrunken hatte. Durch
die E-Mails kamen wir uns jedoch
immer näher, und nach meinem 31.
Hochzeitstag ist es dann passiert. Wir
gestanden uns die gegenseitige
Zuneigung. Zu Thomas hatte ich immer
gesagt, dass er jetzt noch zurück kann,
denn ich werde meinen Mann nicht
anlügen. Irgendwann würde er mich
fragen, und ich würde ihn dann nicht
anlügen, dann würde die Bombe platzen.
(Dazu möchte ich noch anführen, dass
seit dem 14. Mai bis zum Pfingstsamstag
7. Juni bei uns zu Hause „stille Messe"
war. Es war das erste Mal, dass ich es
geschafft hatte, mich nicht am selben Tag
noch zu versöhnen, sondern drei Wochen
abgewartet hatte und in dieser Zeit
beleidigt war.) Am 7. Juni 2014 sagte
mein Mann beim Frühstück: „Komm
Schatz, vertragen wir uns wieder, wir
haben beide Fehler gemacht." Aber ich
sagte: „Zu spät, ich habe einen
Anderen!" Mein Mann war so was von
fertig. Dazu muss ich noch bemerken,
dass Thomas und ich uns ihm gegenüber
geoutet haben, bevor noch richtig was
mit uns war.
Jetzt begann die Wandlung bei meinem
Mann. Wir haben zum ersten Mal länger
miteinander gesprochen, und er begann
sich zu verändern. Er hörte mit dem
Schimpfen auf, brüllte auch nicht mehr
den Fernseher an. Er ist so was von lieb
geworden, und das jetzt schon über
Monate hinweg. Für ihn war es ein
Wachrütteln mit dem Hammer, aber ich
stehe erst am Anfang. Schluckprobleme
hatte ich seither keine mehr, aber jetzt
habe ich zwei Männer, die mich lieben -
eine Liebe und Vertrautheit mit meinem
l'.hemann und dem Vater meiner Kinder,
der mir jetzt jeden Tag sagt, dass er
mich liebt, und die andere Liebe ist mein
bester Freund, mein Seelenpartner, den
ich schon ewig liebe, der sich von seiner
Frau getrennt hat (er ist kinderlos), der
seine Wohnung verkauft hat und der auf
mich wartet.
Ich stehe jetzt ganz am Anfang und
müsste eigentlich die glücklichste Frau
der Welt sein, mit zwei Männern, die
alles für mich tun (keinerlei Vorwürfe),
aber ich weiß, dass ich nicht beide
haben kann (ich will auch gar nicht
beide, einer reicht mir voll und ganz).
Und ich weiß auch, dass ich, egal wie
ich mich entscheiden werde, nicht mehr
glücklich sein kann, weil einer der
beiden leidet. Aber ich wünsche mir
natürlich, dass wenn die 'Zeit vergeht,
ich auch wieder glücklich bin. Ich hab
eine schwere Aufgabe vor mir. Bleibe
ich bei meinem Mann, sind meine
Kinder und mein Mann glücklich, aber
ich werde immer diese unbeschreibliche
Vertrautheit und Liebe vermissen, die
ich mit Thomas habe. Ich glaube, so was
erleben nur ganz wenige Menschen.
Oder verlasse ich meinen Mann...
Ich war 31 Jahre Hausfrau und Mutter,
aber ich hab keine Rente. Mein Haus (es
ist mein Elternhaus, das genauso alt ist
wie ich, 49 Jahre), in dem ich mein
ganzes Leben gewohnt habe, würde
verkauft werden. Meine Tochter würde
nicht mehr mit mir reden, meine Enkel
würde ich nicht mehr sehen. Wenn ich es
jedoch nicht mache, werde ich bestimmt
so krank, dass ich sterbe. Mein Mann ist
59, hatte schon immer ein Problem mit
Alkohol (Bier), mein Freund ist 43 und
ein Mensch, den ich noch nie negativ
gegenüber irgendjemand oder irgendwas
erlebt habe. Er hat immer ein liebes
Lächeln im Gesicht, und wenn ich ihn
ansehe, beginne ich zu strahlen. Als wir
uns kennenlernten, war er 19, ich 25, und
ich hatte schon zwei Kinder. Also hat
der liebe Gott dafür gesorgt, dass es so
lange ging, bis wir uns trauten, denn die
Liebe war schon immer da, nur
ignorierten wir sie - weil nicht sein
kann, was nicht sein darf...
Das war die Schnellversion
meiner Geschichte, die erst am
Anfang ist. Und all das begann
2012!
Katharina Rose
Katharina hatte sich auf
meinen Newsletter gemeldet.
Aufgrund ihrer Situation ist
eine Kontaktaufnahme nicht
erwünscht. Ihre Geschichte
verdeutlicht sehr schön die
Botschaft einer „Krankheit".
Vom Tennisprofi zum
Anwalt
Geboren und aufgewachsen bin ich in
der sonnigen Steiermark, genauer gesagt
in deren Hauptstadt Graz, der
zweitgrößten Stadt Österreichs, jedoch
mit einem - wie ich meine - nach wie
vor provinziellen Charme und einem
besonderen Flair. Sonnig ist nicht nur
das im Süden der Republik gelegene
Bundesland, sonnig war und ist auch
(wieder) mein Gemüt, nachdem ich mit
meinen nun 34 Lenzen doch schon das
ein oder andere Lebenshoch in ein Tief
begleiten durfte, um daraus meine ganz
persönliche Lehre zu ziehen und letztlich
wieder dünnere (Höhen-)Luft zu
schnuppern. Aber, wie man so schön zu
sagen pflegt: „Lehrjahre sind keine
Herrenjahre
Nun schreibe ich diese Zeilen und kann
behaupten, dass ich keine Sekunde
meines Lebens bereue und sowohl
Sonnenschein als auch Gewitterwolken
als Einheit erachte, die es im Leben zu
erkennen, zu verstehen und zu erlösen
gilt. Diese Erkenntnis fand mich
allerdings erst nach Jahren der
Unbewusstheit, die sich mir im
Nachhinein wie eine wohlwollende
Führung präsentierten. Und offen
gestanden, es war auch eine schöne Zeit,
da mit einer gewissen Leichtigkeit
behaftet.
Aber gehen wir ein wenig zurück in
diese noch etwas unerleuchtete Zeit, in
der sich die Steiermark noch immer zu
einem guten Teil des Jahres im
Sonnenglanz präsentierte. Ich durfte das
wundervolle Privileg mein Eigen
nennen, nicht nur in wunderbaren
geographischen Verhältnissen die Erde
zu begrüßen und bewohnen zu dürfen,
sondern fand mich auch in einer
liebevollen und fürsorglichen Familie
wieder, die mir die Möglichkeit bot,
meine lange währenden und
ausgeprägten kindlichen Fantasien zu
erleben. Es war eine unbeschwerte Zeit,
in die ich auch heute noch in dem einen
oder anderen schwereren Moment zu
flüchten suche. Wer sehnt sich nicht nach
der leichten Kost, die ein Kleinkind und
Jugendlicher in einer mit meiner
Situation vergleichbaren zu verdauen
hat? Jedoch möchte ich aufgrund der mir
aus heutiger Sicht zuteil werdenden
Erkenntnisse anmerken, dass es sich
nunmehr bei meinen zeitweiligen
Ausflügen in die Vergangenheit
keinesfalls um eine Flucht in selbige,
heraus aus der Realität handelt. Dazu
hatte ich bereits Gelegenheiten in
meinem Leben, und zum Teil habe ich
mich auch darin versucht, der Gegenwart
erfolgreich zu enteilen. Hoffnungslos!
Das kann ich mit Bestimmtheit
behaupten.
Da meine schulischen Leistungen,
ausgenommen einer zeitweiligen
Aversion gegen die Mathematik (damals
wusste ich noch nicht, welch mys-
lisches Geheimnis Zahlen in sich
tragen...), im oberen Durchschnitt lagen,
war es mir möglich, meinen Talenten
und Vorlieben viel Zeit zu widmen.
Unter anderem galt dies einem
besonderen Talent, welches ich - wenn
man so will - zu meinem ersten Beruf
werden lassen durfte. Bereits im
Kindesalter zeigte sich meine
väterlicherseits indizierte Begeisterung
für den Ballsport, insbesondere aber für
das Tennisspiel. Bei einer
Leistungsschau (im Mode- und
Filmbusiness würde man wohl „Casting
dazu sagen) wurde ich mit zwei anderen
Kindern unter 500 Jugendlichen
„gecastet", um das Tennisspiel durch
einen bereitgestellten Tennistrainer zu
erlernen. Hieraus entwickelte sich
relativ schnell eine zusehends intensive
Ausbildung, die es mir letztendlich
ermöglichte, am internationalen
Wettkampftennis teilzunehmen. Dank
auch hier an meine Eltern, die mir
während einer harten, aber durchaus
Freude bereitenden Ausbildung zur Seite
standen und mich bestmöglich
unterstützten. So viele Vorzüge das
Tennis - welches in meinem Leben auch
heute noch einen hohen Stellenwert
genießt - hatte, so gab es wie bei allem
im Leben auch eine Kehrseite, die mir
zunächst unbewusst, letztendlich aber
doch durch meinen - wie ich heute weiß
- wundervollen und gänzlich
vollkommenen Körper aufgezeigt wurde.
Den vielen Eindrücken und Erfahrungen,
die ich in jungen Jahren aus Weltreisen
mitnehmen konnte, sowie dem durchaus
befriedigenden Gefühl, etwas
Besonderes zu tun und dabei auch
erfolgreich zu sein, standen ebenso
einige belastende Faktoren gegenüber.
Den rauen Wind, der einem im
Einzelsport besonders entgegenbläst,
schreibe ich der Konkurrenz und dem
daraus resultierenden Neid sowie der
Missgunst zu. Beide Gefühlsausdrücke,
die mich nicht nur von anderer Seite
trafen, sondern auch bei mir vorhanden
waren, sind Ausdruck von Getrenntheit
und damit einer jener Illusionen der
Menschheit, die nach meinem heutigen
Dafürhalten unsere Existenz auf Erden
ernsthaft gefährden. Mich hat diese
Getrenntheit sowie die damit
einhergehende Einsamkeit zunächst
unbewusst bedrückt, da ich (noch) nicht
zuordnen konnte, was mir „gegen den
Strich ging". Bewusst war mir nur, dass
es mir nicht gut ging und mich der
„Druck" von außen — der ja letztlich
nur eine Resonanz zu dem, was sich in
mir abspielte, ist - immer mehr
belastete. Stärker wurde dieses Gefühl,
das zu diesem Zeitpunkt aber noch
immer mein Unterbewusstsein besetzte,
als ich erkennen musste (durfte), dass
auch mein geliebtes Umfeld, mein Rück-
Halt (auf diese bewusste Schreibweise
möchte ich gleich näher eingehen), dem
Druck der Gesellschaft, den
Verlockungen der Materie —
selbstverständlich unbewusst - zu
weichen schien. Und immer da, wo das
eine Oberhand gewinnt, kommt etwas
anderes zu kurz. Das bedingen die
Gesetzmäßigkeiten, die unser Leben
zieren. Wenn also das Materielle
dominiert, zieht sich alles
Feinstoffliche - und hierzu zählt auch
die wahrhaftige Liebe - zurück. Was
mein Umfeld, allen voran meine
geliebten Eltern, betraf, so durften wir
gegenseitig in Erfahrung bringen, dass
sich die besten Wünsche füreinander
nicht auf eine Tätigkeit, der man
nachgeht, oder auf eine sonstige „Form"
(der Materie) beziehen können und
dürfen. Immer da, wo diese Illusion,
diese Nicht-Realität Platz greift, reißen
wir eine Wunde in uns auf, die sich mit
der Zeit ihren Weg an die Oberfläche
bahnt. Ist es so weit, nennen wir dies
„Krankheit". Ich jedoch tendiere zu der
Bezeichnung „psycho-somatische
Regulationsstörung", da sie noch besser
zum Ausdruck bringt, dass alles
Körperliche (also Somatische) eine
psychische Ursache besitzt.
Wie dem auch sei. Ich glaube, zu jener
Zeit erstickte die Flamme, die mich
antrieb, meiner Tennisprofikarriere
weiterhin nachzugehen. Nun kann man
neudeutsch sagen, ich sei nicht „taff"
genug, gewesen, mich dem Druck des
(„drohenden") Erfolges zu stellen. Mag
sein oder auch nicht. In meiner
Inkarnation hatte diese Form der
Berufsausübung wohl nicht sein sollen.
Und so begann ich zum ersten Mal in
meinen Leben, einen Umweg zu nehmen,
von dem ich - als geführtes und geliebtes
Kind der Schöpfung - natürlich
abgebracht werden musste. Ich möchte
an dieser Stelle festhalten, dass ich
„Umweg" keineswegs negativ verstehe.
Vielmehr glaube ich, dass er zum Leben
gehört und nicht mehr, aber auch nicht
weniger als ein Weg ist, der eben zum
Z7m-Denken anregt (ein Um-(denk)Weg
also). Mein Um-Denken wurde bislang
stets von meinem besten Freund auf
Erden, meinem Körper, angeregt.
Nun, auf diesen ersten Umweg begab ich
mich, indem ich mein Gefühl, meine
Intention, nicht mehr Tennisprofi zu sein,
vernachlässigte, um mich dem
drückenden Wunsch meines Umfeldes zu
beugen. Die meisten werden diese
Situation der „Fremdbestimmung"
kennen und wissen, dass es im Leben mit
Sicherheit Erstrebenswerteres gibt.
Denn auch hier zeigt sich wieder die
bereits zuvor erwähnte Getrenntheit,
indem man sich selbst in ein Schema der
Über- und Unterordnung presst. Dabei
ist doch alles C,leichgültig oder etwa
nicht? Natürlich meine ich damit nicht
„egal", sondern eben gleich-gültig. Alles
und jedermann besitzt in seinem Leben
die gleiche Berechtigung und hat meines
Erachtens seinen individuellen Weg zu
gehen, indem er seinen Gefühlen
Ausdruck verleiht. Dies ist die ultima-
live Form der Schöpfung auf Erden; und
sie ist uns allen zuteil! Ich hoffe mit
diesen Worten auf Verständnis zu
treffen, um dem ein oder anderen auf die
Sprünge zu helfen oder vielleicht gar
wieder auf den (richtigen) Weg zu
bringen.
Meine Hilfe kam auch, jedoch war ich
schon ein Stück des Um-Weges
gegangen, sodass eine radikalere
Bremse gezogen werden musste. Diese
äußerte sich durch einen
Bandscheibenvorfall, der mich Wochen,
ja eigentlich sogar Monate außer
Gefecht setzte, und das mit 19 Jahren!
Nun, der lehlende Rück -Halt (wie
zuvor beschrieben), den ich zu dieser
Zeit von meinem Umfeld erhielt, zeigte
sich, indem mein Rücken oder besser
gesagt die Bandscheiben zwischen dem
vierten und fünften Lendenwirbel ihren
Halt verloren. Es gibt mit Sicherheit
Angenehmeres, aber für mich war es
gerade gut und intensiv genug, um mich
wieder auf meinen Weg zu begeben.
Es war keine einfache Zeit, in der ich
mich nicht nur auf allen Vieren durch die
Wohnung schleppte, sondern
insbesondere gegen den Verstand
anderer durchsetzen musste und durfte,
aber meine Konsequenz hat an dieser
Stelle das Spiel gewonnen. Ich begann
„Rechtswissenschaften" zu studieren.
Dies nicht, weil ich unbedingt recht
haben wollte, sondern weil die Lehre,
die man aus dieser Studienrichtung
ziehen kann, auch viel mit
Ausgewogenheit, dem Beschreiten neuer
Wege im Bereich des Machbaren sowie
der Gabe, Situationen aus mehreren
Blickrichtungen zu betrachten, zu tun hat.
Ehrgeiz und Disziplin sind mir natürlich
erhalten geblieben, und so absolvierte
ich mein Studium äußerst schnell und mit
überdurchschnittlichem Erfolg.
Leistungsstipendien,
Universitätstätigkeit, Angebote von
großen nationalen wie auch
internationalen Anwaltssozietäten lagen
auf dem Tisch, und mein zweiter
nennenswerter „Umweg" war
vorprogrammiert. Diesmal sollte es
jedoch ein größerer werden...
Einmal mehr hielt ich der
Lebensprüfung, meinen Weg
zu gehen und meinem Gefühl
zu gehorchen, nicht stand, und
so folgte ich erneut den
Gedanken und Vorgaben anderer, die
vermeinten zu wissen, was das
„Richtige" für mich sei. Das war ganz
gewiss gut und liebevoll gemeint, und es
war auch sicher nachvollziehbar, was
man mir nahelegte, ABER, es war halt
nicht ich, es war nicht mein Weg, der
mich in große Anwaltskanzleien in
Osterreich und ins Ausland führte und
mich immer weiter von meiner Liebe zur
Freiheit und Unabhängigkeit trennte.
Heute weiß ich, dass alles seinen Sinn
hat und jene Jahre, in denen ich mich
gekonnt gegen mein inneres
Widerstreben zur Wehr setzte und dem
vermeintlich materiellen Verlockungen
den Vorzug einräumte, meiner Erkenntnis
dienten. Auch hier war mein physischer
Körper zur Stelle, an dem ich in meiner
unbewussten Unzufriedenheit immer
mehr Raubbau trieb. Fressorgien folgten
übermäßigen körperlichen
Anstrengungen in Form von Lauf- und
Krafttrainings, denn schließlich konnte
und wollte ich mir nicht leisten, auf
meine sportliche Figur zu verzichten.
Auch der Alkohol frohlockte zu jener
Zeit und betrübte mein Gefühl, dass hier
unter Umständen etwas nicht so läuft,
wie es für mich sein sollte.
Begonnen hatte dieses Verhalten schon
während meiner Zeit als Tennisspieler,
doch zu jener Zeit nach Absolvierung
meines Studiums und zu Beginn meiner
zweiten beruflichen Karriere wurde
mein Refluxleiden immer schlimmer und
stellte zusehends eine Beeinträchtigung
meiner Lebensqualität dar. Für all jene,
denen entsprechende gesundheitliche
Probleme erspart blieben: „Reflux" ist
eine auf dem Vormarsch befindliche
Zivilisationskrankheit, die der
Volksmund mit dem Begriff
„Sodbrennen" umschreibt. Falsche
Ernährung, aber wohl vielmehr eine
fehlende Bewusstheit für das eigene
Selbst (also Selbst-bewusstheit, die ja
in vielen Fällen mit einer unbewussten
Ernährung einhergeht) führen
letztendlich dazu, dass im Zentrum
unseres Körpers, dem Ausgang des
Magens und am Ubergang zur
Speiseröhre etwas aus dem Lot gerät.
Nun, die Schilderung meiner
emotionalen Situation lässt darauf
schließen, dass etwas bei mir aus dem
Gleichgewicht geraten war, und so
forderte einmal mehr mein Körper
seinen Tribut. Von einem Arzt zum
anderen lief ich, keiner konnte meinem
permanenten Druck im Oberbauch Paroli
bieten. Auch die oftmals bewährten
Basenpulver und Säureblocker zeigten
nicht die erhoffte Wirkung - abgesehen
von den unvermeidlichen
Begleiterscheinungen, die eine chronisch
indizierte medikamentöse Behandlung
mit sich bringt. Und so blieben mir bald
meine intensiven Sporteinheiten erspart,
da ich am Essen keine Freude mehr fand.
Eine Heilung sollte und konnte, wie ich
heute weiß, auch nicht auf diese Weise
erzielt werden, denn folgt man meinem
Ansatz von der Psycho-Somatik (siehe
oben), kann sich eine Besserung nur
dann einstellen, wenn man auf geistiger
Ebene wieder bereit ist, seinen (den
eigenen) Weg zu erkennen und in Angriff
zu nehmen. Da ich diese Bereitschaft zu
jener Zeit nicht mein Eigen nennen
durfte, blieb mir eine Ehrenrunde oder
besser ein un-heilsamer Weg nicht
erspart. Meine Beschwerden
verschlimmerten sich, und bald begann
die ansonsten sehr präsente
Lebensfreude in mir zu weichen. Nein,
ich hegte keine Selbstmordgedanken
oder dergleichen, aber es machte sich
doch eine Verzweiflung breit, die mir
jegliche Energie zu rauben schien. Und
von dieser Energie pflegte ich für
gewöhnlich nicht wenig zu haben. Doch
ich schleppte mich weiter in mein Büro,
versuchte den immer stärkeren Druck in
mir zu unterdrücken, dies gelang mir
jedoch (glücklicherweise) nicht.
Ich war nun 30 Jahre alt und für einen
externen Betrachter (dem ich es - statt
mir selbst - auch immer recht machen
wollte) ziemlich erfolgreich und gut
situiert. Aber eigentlich war ich auf
einem Tiefpunkt meines (verwöhnten
und privilegierten) Lebens angelangt.
Keine Freude war mehr da,
hauptsächlich Druck und Schmerz. Doch
wie heißt es: „Wenn man denkt, es geht
nicht mehr, kommt von irgendwo ein
Lichtlein her." Überall ist ein Weg, eine
Chance, wenn man die Augen offenhält
und wachsam ist. Nun, ich habe meine
Augen niemals geschlossen, nichts
ignoriert, und so fand ich die Adresse
eines international anerkannten Experten
auf dem Gebiet der Gastroenterologie;
sie fiel mir - im Sinne eines echten Z.u-
falles — eben zu. Ich suchte Prof. Dr.
Martin Riegler, der gemeinsam mit
einem führenden Ärztegremium aus
Europa und den USA ein neues
Diagnose- und Therapiemodell bei
Refluxerkrankungen und darauf
basierenden Funktionsstörungen des
Körpers entwickelt hatte, auf. In diesem
Zusammenhang sei erwähnt, dass sich
Reflux nicht nur als ein die
Lebensqualität massiv einschränkendes
Leiden darstellen kann, sondern
durchaus auch eine Pathogenese
aufweist, die auf lange Sicht gesehen, zu
einem ernsthaften gesundheitlichen
Zustand bis hin zum Adenokarzinom
(Speiseröhrenkrebs) führen kann. Prof.
Riegler diagnostizierte auf Basis seines
neuen Verfahrens bei mir bereits eine
Veränderung der Schleimhaut meines
Ösophagus, die zwar noch nicht
bösartig, aber wohl auf bestem Wege
dorthin war.
Hatte ich zuvor vom Tiefpunkt
gesprochen, korrigiere ich mich gerne:
Jetzt war der Tiefpunkt erreicht. Ich war
noch immer 30 Jahre alt. Operationen
standen an, denen ich mich schließlich
unterzogen habe. Mein Körper hat mich
in dieser Zeit viel gelehrt und mir die
Möglichkeit gegeben, meine bisherige
Lebensführung zu hinterfragen, aber vor
allem auch, in mich zu gehen und auf
Hinweise für meinen Weg zu lauschen.
Ich nutzte diese Gelegenheit zum Teil,
und so bekam ich auch die Gelegenheit,
meinem Weg einen weiteren Akzent zu
versetzen. Niemals war ich bereit
aufzugeben, denn in mir brannte auch
weiterhin das Feuer, jenen Beitrag in
meinem Leben zu leisten, der mich und
mein Umfeld (meinen Nächsten)
befriedigte und nicht nur Letzteren. Ich
durfte nicht zu kurz kommen, so viel war
mir klar, wenngleich es bei der
Umsetzung noch ein wenig haperte.
Dennoch, allmählich ging es mir besser,
und ich spürte den Drang, die
Erfahrungen, welche ich mit meiner
Erkrankung gemacht habe, aber auch die
Unterstützung von Prof. Dr. Riegler und
dessen Heilmethode zu teilen. So begann
ich, an einem Konzept für ein heilsames
„Reflux-Zentrum" zu arbeiten, bei dem
mir Prof. Riegler mit Rat und Tat zur
Seite stand. Es war eine Zeit, in der ich
meinem Tatendrang und meiner
Kreativität freien Lauf ließ. Das passte
schon besser zu meinem Naturell, das —
wie ich nun weiß - keine Grenzen und
Barrieren kennt und sehr auf Freiheit
ausgerichtet ist.
Aber das bin ich und nicht Sie. Jeder
muss für sich selbst herausfinden, was
ihm seine innere Stimme zu sagen sucht.
Jedenfalls kam es, wie es kommen
musste. „Gehört etwas zu Deinem Weg,
so geht es seinen Weg!" Meine
Vorhaben und Bestreben im
medizinischen Bereich nahmen Form an,
und schließlich habe ich gemeinsam mit
Prof. Riegler und einem weiteren
Partner, der auch die finanziellen Mittel
bereitstellte, ein Unternehmen gegründet,
welches das Reflux-Medical-Zentrum
im 9. Wiener Gemeindebezirk betreibt.
Nachdem wir einen typischen
unternehmerischen Anfangsprozess
durchlaufen haben, welcher von starker
Konkurrenz am Medizinsektor geprägt
und daher von besonderer Brisanz war,
kann ich heute, vier Jahre nach meinem
Tiefpunkt, von einem erfolgreichen
Unternehmen sprechen, welches
mittlerweile tausenden Patienten aus
aller Herren Länder helfen durfte. Mit
Stolz erfüllt es mich, wenn ich berichten
darf, dass sich meine Ansicht von
Krankheit als energetischem Ausdruck
eines geistigen oder seelischen
Problems in den Behandlungs- und
Heilmethoden unseres Unternehmens
wiederfindet. Es ist der ganzheitliche
Aspekt der wahren Heilkunde, der die
Schulmedizin im Reflux-Medical-
Zentrum trifft.
Tagaus, tagein erlebe ich das
befriedigende Gefühl, mit dem
Gedanken aufzuwachen, dass ich etwas
im Leben geschaffen habe. Wenn man
dann auch noch einen positiven Beitrag
für die Gesellschaft - für seinen
Nächsten - leistet, ist es umso schöner.
Man darf dabei aber selbst niemals zu
kurz kommen. Diese letzte Lehre zog ich
vor zwei Jahren bei meinem vorläufig
letzten Umweg oder besser gesagt der
prägenden Umkehr, die - wie sollte es
anders sein - durch meinen Körper
veranlasst wurde.
Das Reflux Medical Zentrum war
gegründet, so weit so gut. Was meinen
eigentlichen Beruf als Rechtsanwalt
betraf, in dem mein getrübter (ergo
unerleuchteter) Blick einen „Räuber
meiner Freiheit" zu erkennen glaubte,
der mir im wahrsten Sinne des Wortes
durch lange Bürozeiten das Tageslicht
stahl und mir meine Kreativität entzog,
so war ich (noch) nicht bereit, meiner
unbefriedigenden Situation die alles
entscheidende Wende zu geben. Es
bedurfte auch noch eines gewaltigen
Anstoßes, bis ich erkannte, dass gerade
der Beruf des Rechtsanwaltes eine sehr
kreative mit positiver Energie geladene
Tätigkeit ist bzw. sein kann, die einem
zudem alle Freiheit der Welt bietet. Wie
alles im Leben, hängt es vom
Blickwinkel ab, mit dem man die
omnipräsenten Gegensätze zu betrachten
vermag. Alles bedingt einander. Gibt es
dies, steht diesem jenes gegenüber. Gibt
es den Anwaltsberuf innerhalb einer
großen Anwaltskanzlei mit geregelter
Struktur und Vorgaben, steht diesem der
selbstständige Anwalt in eigener
Kanzleiboutique gegenüber, bei dem die
Art und Form der Berufsausübung so
vielfältig sein kann, dass der Kreativität
keine Grenze gesetzt ist. Um dies zu
erkennen, brauchte es bei mir einen
Durchbruch des Blinddarms, der mich
vor zwei Jahren beinahe das Leben
gekostet hatte. Aufgrund der Brisanz der
Geschichte, und da ich auch um das
besondere Interesse des Autors dieses
Buches - welcher mir ein geschätzter
und geliebter Freund ist -, an solchen
Gegebenheiten weiß, möchte ich meine
„Begegnung der anderen Art" einige
Tage vor meiner (Not-) Operation am
Blinddarm nicht unerwähnt lassen. An
jenem Morgen wurde ich durch
irgendetwas, ein Geräusch, ein Klopfen,
was auch immer, geweckt oder vielmehr
meinte ich, wach zu sein. Instinktiv
richtete sich mein Blick zum Fenster
links neben meinem Bett. Was ich zu
sehen bekam, war ein mir
überdimensional groß erscheinender
schwarzer Rabe, der darauf zu warten
schien, dass sich unsere Blicke treffen.
Als ich den Blick aus seinen schwarzen,
großen und knopfartigen Augen
erwiderte, holte er mit seinem
Oberhaupt aus, um einen Augenblick
später mit seinem sichelförmigen
Schnabel gegen die Fensterscheibe zu
schlagen. Diese bekam sich rasch
ausdehnende Risse, brach aber nicht!
Anschließend erwiderte diese Kreatur
nochmals meinen Blick, senkte dabei ihr
Haupt zur Seite, als wolle sie mir sagen,
ich solle mich besinnen, und flog
schließlich davon. Was auch immer
dieser Wachtraum zu bedeuten vermag,
ich werde hier keine Mutmaßungen
anstellen, geschweige denn jemandem
seine Meinung zu dieser Episode
rauben.
Jedenfalls können Sie sich vorstellen,
wie mir zumute war. Auch werden Sie
das untrügerische Gefühl kennen, das
einem sagt, dass solch ein Erlebnis von
Bedeutung ist. Auch mir war das klar,
ebenso wie, dass es sich bei dem
Ereignis wohl um eine ernstzunehmende
Warnung, keinesfalls aber um eine
Frohbotschaft handelte. Noch heute sehe
ich mich an diesem Vormittag im Internet
recherchieren, um diverse
Traumdeutungsseiten nach dem
Geschehenen zu befragen. Auch meiner
Partnerin und meinen Eltern berichtete
ich vom Gesehenen bzw. Geschehenen
und meinem Gefühl. Nun, eine gute
Woche später bekam ich dann die
Antwort auf meine Fragen, was das
wohl zu bedeuten hatte. Ich weiß nicht,
ob ich den Blinddarmdurchbruch (der ja
mit 32 Jahren doch eher selten ist) hätte
vermeiden, also „das Ruder noch
rumreißen" können. Ich weiß nur, dass
sich der Vorfall wieder einmal an einem
Tag ereignete, an dem ich mich voll in
die Mühlen des mir seinerzeit
ungeliebten Anwaltsalltages
hineinbegab.
Tagelang musste ich nach der
Blinddarmentfernung im Spital bleiben
und den erheblichen Entzündungsherd
durch schwere Medikamente behandeln
lassen. Es waren jene Tage der
„Dunkelheit", in denen mich das „Licht"
der Erkenntnis - unter anderem oder
insbesondere bezogen auf meinen Beruf
- traf. Der langen Rede kurzer Sinn: Ich
habe kurze Zeit später in der Kanzlei
gekündigt und bin seither selbstständig
als Anwalt tätig. Erst nach dieser
Entscheidung lernte ich den
Anwaltsberuf, der offensichtlich auch zu
meinem Lebensplan gehört, kennen und
schätzen. Heute habe ich mir ein
ansehnliches, internationales Klientel
aufgebaut, das ich in einem energetisch
positiven und bereichernden Bereich
beraten darf. Ich
kann bei der Erstellung von
Geschäftskonzepten und darauf
bezugnehmenden Verträgen alle meine
Erfahrungen und meine Kreativität
einbringen und dabei meine Liebe nach
Freiheit und Unabhängigkeit ausleben.
Ich reise viel und gerne (ich sitze
beispielsweise gerade im Flugzeug von
einem Ausflug in die Rocky Mountains
nach Hause!), und mein Beruf gibt mir
all die Freiheit und Möglichkeit, das zu
tun. Mit diesem Schritt hat auch das
Wort „Selbst-Ständigkeit" eine neue
Bedeutung für mich bekommen. Bin ich
selbstständig, so bin ich ständig ich
selbst. Das macht mich glücklich nnd
zufrieden, und dieses Gefühl wünsche
ich mir für jeden Menschen in seinem
Leben. Man muss auch nicht jeden
Umweg mitnehmen, der sich einem
auftut. ©

Nun, ich hoffe, aufgezeigt zu haben, dass


unser aller Leben nach den
Gesetzmäßigkeiten der Dualität verläuft.
Dualität ist kein Übel, solange man sich
nicht mit ihr identifiziert und es einen
nicht auf die eine oder andere Seite der
Gegensätze verschlägt bzw. man dort zu
lange verweilt. Gegensätze bedingen
einander, wenn man sich diesen
gegenüber öffnet. So bedingt jeder
Tiefpunkt im Leben ein Hoch, wenn man
bereit ist, sich seiner selbst anzunehmen
und nicht aufhört, an die jedem von uns
zuteil werdende Führung zu glauben.
Dr. Christian Tuscher

Mit Christian Tuscher verbindet mich


inzwischen eine enge Freundschaft. Er
ist nicht nur ein äußerst korrekter sowie
loyaler Mensch, sondern auch ein
Freigeist, der für viele gute Ideen offen
ist und der auch andere Menschen an
seinem reichen Erfahrungsspektrum
teilhaben lässt.
E-Mail: christian.tuscher@gmail.com
Website: www.refluxmedical.com
Ich hatte alles verloren
Mein Name ist Christoph Daporta, und
ich bin 1963 in Mühlbach, im Herzen
Südtirols geboren worden - eine gute
Wahl für die hiesige Inkarnation in
dieser schön gepflegten, ländlichen und
gebirgigen Gegend. Meine Mutter ist
hier aufgewachsen, und mein Vater ist
von einem Bauernhof zugewandert, hat
hier mit Handschlagqualitäten ein Haus
(mein Geburtshaus) erworben, ein
Geschäft (wurde zum Möbelhaus)
eröffnet und gleich meine Mutter
geheiratet. Aus dieser Ehe gingen fünf
Kinder hervor, ich war der Dritte in der
goldenen Mitte. Die
Familienverhältnisse waren gut, und ich
hatte stets alles, was ich brauchte. So
besuchte ich nach der Volksschule im
Heimatdorf die dreijährige Mittelschule
im streng katholischen Internat
„Vinzentinum" in Brixen. Nachdem ich
bereits im 11. Lebensjahr in einem
Schulaufsatz bekannt gab, dass ich
Architekt werden wollte, entschied ich
mich nach der Mittelschule, nun die
Oberschule für Geometer in Bozen zu
besuchen und habe es dort in fünf Jahren
geschafft, 1982 zu maturieren. In diesem
Maturajahr hatte ich erstmals neben
meinen technischen Fähigkeiten auch ein
Verständnis und Interesse zur
Philosophie und Literatur entwickelt,
auch weil ich Goethes „Faust" schulisch
tiefgründig kennen musste. Genug vom
Studium und mit dem Wunsch
ausgestattet, nun ein finanziell
unabhängiges Dasein zu entwickeln und
weg vom Säckel des Elternhauses zu
sein, trat ich 1982 eine Stelle als
Geometer bei einer Bauunternehmung an.
1987 löste ich mich schrittweise von der
Bauunternehmung, weil ich nicht mehr
für ein Gehalt arbeiten wollte.
Mein Ziel war es, mit mehr Leistung
mehr zu verdienen, wohl wissend, dass
bei Leistungseinstellung auch das
Inkasso auf Null geht. In diesem Sinne
eröffnete ich nach Ablegung der
Staatsprüfung und Eintragung ins
Berufsalbum als 25-jähriger ein Büro
Namens BAUSTUDIO und bot folgende
Dienstleistungen an: Projektierungen,
Vermessungen, technische Dienste im
Kataster- und Grundbuchswesen. Nach
einem Jahr war die parallele Tätigkeit
im Bauunternehmen beendet, ich
eroberte eine erfüllende Auftragslage.
Intensiv arbeitete ich mich hoch, 12
Stunden am Tag inklusive Wochenenden,
und wurde zum anerkannten und
verlässlichen Freiberufler in der Region.
Alles, was ich anpeilte, gelang. Ich war
rechtschaffen, und ich fand für alle
Problemchen eine Lösung. Diese
Seriosität und die pünktliche
Abarbeitung brachten mir ständig neue
Kunden, und dies bis heute nach 27
Jahren Selbstständigkeit. Zu meinen
besten Zeiten hatte ich lünf Mitarbeiter.
Mein Leben verlief erfolgreich, ich
kaufte Baugrund, baute eine Villa (1993)
mittels traditioneller
Hypothekarfinanzierung, die ich bei
meiner Hochzeit am 17.7.1993 (ich war
30) traditionsgemäß bezog, kaufte noch
ein Grundstück dazu (Baugrund ist in
Südtirol sehr teuer), zwei Autos,
zweimal Urlaub im Jahr - das war mein
Lebensstil. Und ich hatte mir ein
Lebensprogramm zurechtgelegt: mit 40
schuldenfrei sein, das Leben mit meinen
Lieben genießen und das tun, was das
Herz begehrt und wo mich meine Seele
hinführt. Alles wunderbar...
Die Krise
Im Jahr 1995 wollte ich dann meinen
Horizont beruflich erweitern und
gründete mit einem altbekannten Partner
die Firma DEAC GmbH mit dem Ziel,
alternative Energien (Biomasse,
Pflanzenöl, Sonne) technologisch zu
entwickeln und zu vermarkten. In diese
Tätigkeit habe ich viel Geld investiert
(in Entwicklung und laufende Spesen),
ohne dass ein materieller Wert (z.B.
Immobilie, Gerätschaften usw.) blieb.
Dazu wurde auch wieder mit
Bankkrediten gearbeitet, was aber kein
Problem darstellte, denn ich war ja
ausreichend kreditwürdig. Eine alte
Betriebshalle mit Büros wurde
angemietet und auf Vordermann
gebracht. Nachdem diese Betriebstä-
tigkeit nicht den erforderlichen Umsatz
brachte, beschloss ich nach fast einem
Jahr Überlegung und Hoffnung auf
Besserung, den Betrieb zu schließen -
allerdings zu spät. Die vier Mitarbeiter
mögen den unzulänglichen Zustand
gespürt haben, trotzdem kam die
Auflassung von einem Tag auf den
anderen, und ich ging zu ihnen und sagte:
„Tut mir leid, aber ab morgen ist der
Betrieb geschlossen." Das war 1998.
Die Minus-Posten mussten wir beiden
Partner nun persönlich ausgleichen
(mein Partner hatte damals eine kleine
Baufirma, die auch parallel zur
gemeinsamen Firma lief, so wie auch
meine freiberufliche Tätigkeit). Dazu
gründeten wir gemeinsam im März 1998
eine Auffanggesellschaft (D&E OHG)
und betätigten uns im
Immobiliengeschäft als Bauträger. Diese
Tätigkeit lag unserer beruflichen
Kompetenz näher. Die Objekte fanden
sich, und es wurde wieder brav von den
Banken finanziert — wir haben gebaut
und verkauft. Der Markt war nicht so
schlecht, nur benötigten wir die
geplanten Gewinne beinahe vorab, um
das Finanzloch der DEAC GmbH zu
stopfen. So bewegten wir uns ständig in
Engpässen, waren dem finanziellen
Druck ausgeliefert und hinkten mit den
Zahlungen ständig hinterher. Wir wollten
und mussten die Immobilieneinheiten
schnell verkaufen, konnten jedoch
dadurch nicht immer den erwünschten
Verkaufspreis erzielen. Geschäfte unter
Druck laufen eben nicht nach Wunsch.
Wir hatten keinen langen Atem zur
Verfügung. Ich habe mich damals
durchgerungen, einen Makler mit dem
Verkauf meiner privaten Villa zu
beauftragen. Mit dem Erlös hätte ich die
Situation lösen können. Ich wollte mich
von meinen verputzten Ziegeln trennen,
auch wenn es mein Schaffenswerk war.
Mit dem Verkauf hätte ich viel Druck
abbauen und an Lebensqualität gewinnen
können. Es gab auch Interessenten, aber
als diese merkten, dass ich verkaufen
musste, hatten sie es nicht mehr eilig.
Mein Partner war schon selbst finanziell
am Boden und hatte alles verloren, was
ich zu spät in einem Bankgespräch
bemerkte. Dies bedeutete, dass ich nun
die gesamte finanzielle Last alleine zu
tragen hatte. Ein ungeduldiger Gläubiger
entschloss sich dann schließlich 2005,
einen Konkursantrag gegen die D&E
OHG zu stellen, um seine ca. 15.000
Euro zu kassieren. Der Konkursrichter
lehnte den Antrag nach Rücksprache mit
mir ab. So war ich zunächst einmal
beruhigt. Unerwartet und plötzlich
flatterte dann dennoch - gegen jedes
Rechtsver- ständnis - zwei Monate
später die Eröffnung des
Konkursverfahrens gegen die D&E OHG
ins Haus.
Als Personengesellschafter haftete ich
natürlich auch privat voll und ganz. Das
war der Beginn der eigentlichen
finanziellen Krise, der Eintritt in die
Hölle. Mir kommen an dieser Stelle die
Worte von Konstantin Wecker in den
Sinn: „Spirituelle Menschen sind durch
die Hölle gegangen. Religiöse
Menschen haben Angst vor der Hölle."
Der Konkursverwalter beschlagnahmte
alle Konten und alles Eigentum und war
nun Herr über mich. Ich war nahezu
handlungsunfähig. Alle Rollos gingen
nach unten, wenn ich vor einer Tür stand
und um Einlass bat. Parallel dazu führte
eine ständige Unzufriedenheit meiner
Ehefrau bereits 2003 zur Trennung. Sie
zog vorerst mit den Kindern ins
Untergeschoss unserer Villa und später
in eine eigene Mietwohnung. So saß ich
eines Nachmittags in meinem Garten auf
der Treppe und fragte mich, wozu ich
jetzt überhaupt noch morgens aufstehe
und mich an meine freiberufliche Arbeit
mache. Alles war weg! Alles, was ich
bisher in meinem Leben geleistet hatte,
war umsonst. Hatte das alles noch Sinn?
Die Bewältigung der Verbindlichkeiten
war aussichtslos. Gab es ein Land ohne
Wirtschaft? Wä- re es im Urwald oder
bei den Aborigines nicht besser? Meine
Lebensplanung stimmte bei Weitem nicht
mehr! Aber mein Kampfgeist zur
finanziellen Wiedererstarkung und die
Verantwortung meinen zwei Töchtern
gegenüber ließen den Pegel der
Motivation, überhaupt noch etwas zu tun,
nach oben steigen.
Ängste und Zweifel
Die Verzweiflung und die teilweise
Handlungsunfähigkeit machten jede
Aktion doppelt schwierig. Ich konnte die
Telefonrechnung nicht bezahlen. Die
Villa, das Auto, Büromaschinen, alles
war gepfändet sowie das Büroleasing
gekündigt. Kreditkarten, Scheckbuch,
alles war mir abgenommen worden. Die
Banken wurden zu den größten
Feinden. Jeder Ausblick gestaltete sich
nur als eine Frage der Zeit, wann ich aus
dem Haus und dem Büro raus musste.
Aber wohin? Mit welchen Mitteln? Dazu
die ständigen Anrufe, ob ich bald zahle.
Das Telefon wurde zum
Terrorinstrument, ich zuckte jedes Mal
zusammen, wenn es läutete. „Wer will
denn schon wieder Geld, das ich nicht
habe?" Anwaltsbriefe und
Zahlungsaufforderungen stapelten sich
im Büro. Ich hatte teilweise nicht mal
mehr Geld für Lebensmittel. Wie würde
ich wohl den nächsten Tag überleben?
Wie halte ich mein Planungsbüro
aufrecht, das ja prinzipiell weiter gut
arbeitete, aber durch meine persönliche
Haftung der Gefahr der Vernichtung
ausgesetzt war? War ich unterwegs,
privat oder beruflich, traf ich immer
wieder jemanden, dem ich Geld
schuldete - es waren grausame
Begegnungen. „Lasst mich doch
arbeiten! Lasst mich doch in Ruhe,
damit ich mich finanziell erholen
kann!" Nein, das war nicht gegeben, ich
wurde ständig gefordert und attackiert
bis zum geht nicht mehr!
Buuhh! Ich fühlte mich schwach und
schlecht. Ich wollte eine neue Ab-
lebensversicherung für meine Familie
abschließen. Dazu wurde ein
tiefgründiger Nachweis über meinen
Gesundheitszustand verlangt, mit
sämtlichen Befunden. Ich habe sie alle
gemacht, und ich war kerngesund, alles
war im grünen Bereich. Ich hatte nur den
Finanzkrebs, da konnte der Arzt nichts
machen. Als man mir noch ein Formular
über meine finanzielle Situation
vorlegte, gab ich der Versicherung den
Laufpass. Ich hätte meine Schulden ja
auch mit meinem Leben bezahlen
können. Alle wollten ja nur Geld von
mir, nicht mich als Person. Also ein
Ableben, ein schöner Auto-
Unfall, und alle kriegen ihr
Geld, mich braucht ja sowieso
niemand mehr - alles erledigt
und geregelt. Aber nicht mit
mir!
An den Wohnzimmerschrank habe ich
zur täglichen Begutachtung den Spruch
vom Dalai Lama geheftet: „Wenn
jemand die Gabe des Eifers besitzt und
sich nicht entmutigen lässt, wird er in
allem Erfolg haben."
Ich schlug im „Tal der
Tränen" auf
Man wird sehr erfinderisch in solchen
Situationen. Alles Leben war nur noch
ein Uberleben. Ich suchte Finanzierungen
in allen Formen und Ländern. Meterhoch
stapelten sich die Anträge,
Businesspläne, Projektstudien. Alles
versandete auf unterschiedlichste Weise.
So lebte ich ständig in dem
elektrisierenden Spannungsfeld: Klappt
es nun? Wann gibt es eine Auszahlung?
Reicht die Verfügbarkeit auch für meine
Altlasten? Wieder Absage, wieder
Enttäuschung. Und auf ein Neues. Nie
aufgeben! Alles ist möglich! Das las ich
auch im Buch von Donald Trump: „Gib
niemals auf!"
Freunde, Bekannte und Verwandte fragte
ich um finanzielle Hilfe, nachdem ich
mich durchgerungen hatte, meine
brenzlige Situation darzulegen. Allein
dabei fühlte ich mich schon irgendwie
gedemütigt. Aber die guten Bekannten,
die gerne erzählten, wie viele Millionen
sie angeblich hätten und umwälzten - für
mich hatten sie keinen Cent. Ich war
doch rechtschaffen, betrog niemanden,
zeigte meine Arbeitsqualitäten. Alle
meine persönlichen Qualitäten zählten
überhaupt nichts, wenn ich nicht zahlen
konnte. Du kannst ein gefragter Musiker
sein, ein kulturell interessierter Mensch,
ein freudig geselliger Typ usw.. In
dieser Situation setzt sich keiner mit Dir
an den Tisch. Ja, Einsamkeit hat viele
Gesichter. Alle „Freunde" habe ich
verloren, ich hab nur noch viele
Bekannte. Meine Ursprungsfamilie
hingegen stand immer zu mir und gab mir
auch finanzielle Hilfe, die ich leider
lange nicht zurückerstatten konnte, bis
zum Februar 2015. Ich bekam nie
Vorwürfe, obwohl meine Eltern aus
unserem Elternhaus ausziehen mussten,
da mein Vater für mich gebürgt hatte und
die Bank die Wohnung unter den
Hammer kommen ließ. Meine
tiefgläubige Mutter sagte mir mehrmals:
„Wenn Du glaubst, es geht nicht mehr,
kommt von irgendwo ein Lichtlein her!"
Mein Bruder wurde ebenso in
Mitleidenschaft gezogen und verlor auf
gleiche Weise seine Wohnung. Er blieb
lange mein schwerwiegendstes
Sorgenkind, und gemeinsam litten wir
beide unheimlich. In meiner Situation als
Konkursperson bin ich bei allen Banken
abgeschrieben (Black-List) und
bekomme auf traditionellem Weg
niemals eine Finanzierung. Dies machte
ich meinen Leuten klar. Ich musste also
etwas Außergewöhnliches (er)schaffen.
Immer wenn ich glaubte, dass ich nicht
mehr tiefer fallen und es nicht mehr
schlimmer werden könne, wuchtete man
mich noch eine Stufe nach unten. Und
wieder musste ich mich aufrichten und
immer stark sein und immer kämpfen.
Warum bin ich so stark? Kann ich nicht
EINMAL schwach sein,
zusammenbrechen, sodass sich jemand
um mich kümmert und nicht ständig ich
mich um die Finanzen von anderen
kümmern muss?
Mein Finanzkrebs wucherte
im Außen. Der familiäre
Anker ließ das Lichtlein am
Ende des Tunnels nicht
verdunkeln. Schließlich
wurden die Versteigerungen
durchgezogen, Haus weg
(Auszug 17.8.2007), das Büro
wurde von der
Leasinggesellschaft verkauft,
und ich konnte einen Käufer
linden, der mich zur Miete das
Büro nutzen ließ, bis auch dies
aufgrund meiner
Zahlungsunfähigkeit scheiterte
und ich im April 2010 ein
neues Büro zur Miete bezog.
So konnte ich wenigstens in
unüblicher Weise
weiterarbeiten.
Ich war längst zum
Einzelkämpfer geworden,
verließ mich nur noch auf
mich selbst und habe mich
dann auch von den eigenen
und von allen
Firmenbeteiligungen im
Immobiliensektor getrennt, da
ich nur noch eine
unzumutbare Last war. Keine
Finanzierungsanfrage hatte bis
Januar 2015 getrachtet.
Aufgrund der gepfändeten
Konten konnte ich natürlich
auch keine Steuern zahlen,
und die Steuerbehörde
schickte regelmäßig ihren Ein-
treiber, der etwas zu pfänden
suchte. Aber da war nichts
mehr. Ich hatte alles nur
gemietet: Auto,
Büromaschinen, Immobilien.
Mir gehörte nichts mehr! Und
ich wollte auch nichts mehr!!!
Niemals mehr mochte ich
Eigentümer sein. Das bringt
nur Verpflichtungen,
Anhaftung und Verlustängste,
und das brauchte ich in
meinem Leben einfach nicht
mehr. Ich ließ los!
Nach dem Auszug aus der
Villa hatte ich mal
Schilddrüsenprobleme, die ich
medikamentös kurierte, und
machte mich dann ohne
ärztliche Zusage frei davon.
Außer einer andauernden
geistigen Müdigkeit habe ich
körperlich keinen Schaden
genommen. Im Gegenteil:
Nach der Trennung von
meiner Frau widmete ich mich
wieder mehr dem Sport und
lief 2005 den Berlin-Marathon
in 3 Std. 34 Min. Im Skiclub
war ich sehr engagiert bei der
Organisation und bei den Rennen dabei;
die wunderbaren Skigebiete liegen hier
ja vor der Haustür. Und im kulturellen
Leben war ich als Tenor im Gospelchor
(White Lily Gospel Singers) aktiv und in
der klassischen Musik, die ich sehr
beruhigend und ausgleichend genoss.
Das war Balsam für die Seele. Ja, diese
Ausgleichsaktionen hielten mich auf
Trab, auch wenn der Finanzdruck im
Kopf nie richtig abklingen konnte. Ein
gutes Glas Wein bei einem feinen Dinner
gönnte ich mir zudem. 2004 wurde ich
zum „Mister Südtirol over 40" gekürt,
eine Show, die ich ohne Erwartungen
aus Spaß mitmachte.
Die Kehrtwende
Die Gesamtkrise begann 1998 mit der
Schließung der Fa. DEAC GmbH und
dauerte bis zum Januar 2015, als endlich
eine Finanzierung den Weg in mein
Leben fand. Im Jahr 2004, nach meiner
Trennung, erhielt ich für eine
Musicaleinladung auf der Seebühne am
Chiemsee von meiner Begleiterin ein
Buch geschenkt „Die Macht Ihres
Unterbewusstseins" von Joseph Murphy.
Ich las es und erkannte, dass man mit
Gedankenkraft und Affirmationen sein
„Schicksal" steuern kann. Ich übte mich
seither ständig darin und wurde zudem
wieder zum intensiven Leser. Ein Buch
folgte dem anderen, und ich eignete mir
viel Wissen in den Bereichen
Spiritualität, Philosophie und den damit
verbundenen Wissenschaften an, nach
dem ich auch lebte. Ich begann zu
meditieren, besuchte zudem Seminare,
erlernte die Merkaba-Meditation und
verstand langsam, wie das Sein und die
Welt funktioniert. Ich habe auch Reisen
nach Indien (Palmblattbibliotheken),
Ägypten, Jordanien, Malta, Athen usw.
unternommen, wo ich kulturelle und
spirituelle Erfahrung, innere Erfahrung
sammelte! Ich habe mediale Menschen
getroffen und konsultiert. Dabei hat sich
eindeutig und übereinstimmend gezeigt,
wie mein Lebensweg zu verstehen ist.
Seit 2004 bin ich mit meiner neuen
Lebensgefährtin liiert, wir wohnen aber
nicht zusammen, sodass jeder seine
Freiräume hat. Dieses Maß an Freiheit
erlaubt es mir, mich spirituell
weiterzuentwickeln.
Diese spirituelle Entwicklung
lief parallel zu meinem
Berufsleben, und ich ordnete
ihr immer mehr Priorität zu,
erkannte Fortschritte in diesem
Sein unter der Erkenntnis und
praktischen Umsetzung der
kosmischen
Gesetzmäßigkeiten und der
fernöstlichen Weisheitslehren.
Diese Erkenntnisse ließen
mich erahnen, dass alles
vollkommen ist, dass ich Teil
des
Ganzen bin, dass Licht und Liebe die
höchste Bewusstseinsebene darstellen
und dass der Ursprung allen Seins IN
mir und niemals außerhalb zu finden
ist. In diesem Sinne bin ich vom
anfänglichen Sucher zum Findenden
geworden und somit zum Ergründer des
Gefundenen, der einen großen Wahrheit.
Ich entwickelte ein Urvertrauen (sprich
Selbstvertrauen, da das Göttliche ja IN
mir ist) und übte mich täglich im
Erschaffen zum Wohle aller, in
Beharrlichkeit und Positivismus mit der
absoluten Sicherheit, meine finanzielle
Freiheit zu erreichen, um dann den
spirituellen Weg ins Licht befreit
fortzusetzen. Die spirituelle Autorin Jana
Haas sagte: „Der Gottesplan ist die
pure Liebe, der Seelenplan der Weg
dorthin, das Schicksal der Wegweiser."
Das trifft die Sache voll und ganz. Ich
bin wohl von meinem ursprünglichen
Seelenplan dieser Inkarnation
abgewichen. War ich zu gierig? Wollte
ich im materiellen Bereich zuviel?
Als alle Versteigerungen durchgeführt
waren und das Konkursverfahren am
28.7.2009 gerichtlich abgeschlossen
wurde, kam ein erstes leichtes Aufatmen.
Zumindest ein großes Kapitel war
abgeschlossen. Das Eigentum war weg,
ich brauchte nicht mehr zu bangen, nicht
mehr zu hoffen und zu kämpfen. Es war
erledigt. Die Banken waren gestillt und
konnten den Rest abschreiben. Nach dem
Konkurs gab es für diese nichts mehr zu
begehren. Alleinig die Steuerschuld
blieb, denn die verfällt NIE! Nun bin ich
dabei, auch die restlichen Altlasten
schnellstmöglich zu beseitigen und die
Gerechtigkeit wiederherzustellen. Auf
jeden Fall habe ich meine Einstellung zu
Geld verändert. Ich sehe es als Energie,
und ich benutze es als positive Energie,
mit der ich Ausgleich und Harmonie
schaffen kann. 2013 habe ich zusammen
mit meiner Lebensgefährtin eine neue
Firma gegründet, die DESIGN
CONSULTING GmbH. Die seit 27
Jahren eingesessene Tätigkeit ging auf
diese Weise nahtlos weiter, und es läuft
heute ausgezeichnet. Ich habe meine
ursprüngliche und altbewährte
Arbeitsschiene beibehalten, die mich an
meinem tiefsten Punkt auch überleben
ließ. Nach 16 Jahren habe ich meinen
Finanzkrebs besiegt!
Aus heutiger Sicht kann ich rückblickend
Folgendes erkennen: Das
Allerschlimmste war die
Mitleidenschaft meiner Familie. Das
Leiden war stark, und ich verspürte
damals große Schuld und Verantwortung
für diesen Zustand, dass es für mich
kaum noch zu ertragen war. Ich konnte
mei- nen Eltern und Geschwistern kaum
noch in die Augen sehen. Des Weiteren
spürte ich im außerfamiliären Kreis den
Maßstab des Geldes, an dem in dieser
westlichen, erfolgsorientierten Welt eine
Person gemessen wird. Täglich hagelte
es Rechtsanwaltsbriefe,
Zahlungsaufforderungen,
Steuerbescheide; ich konnte das alles
nicht bewältigen. Es war, als würde man
mir Hände und Füße fesseln, mich ins
Wasser werfen und sagen: schwimm!
Ständige Angst - wie überlebe ich
morgen, wie kriege ich es hin, dass die
Kunden nicht darunter leiden? Wann ist
die nächste unaufschiebbare Fälligkeit?
Gerichtstermine bezüglich der
Versteigerungen kamen immer näher, und
ich konnte sie nicht abwenden. Mit Geld
hätte ich alle meine Probleme lösen
können! NUR Geld war mein Problem.
Nichts Anderes. Das grenzte an
Existenzängste. Man ist nicht mehr
gesellschaftsfähig. Du schläfst mit
Sorgen ein und wachst mit Sorgen auf
und hast Konzentrationsschwierigkeiten
am Tag. Der persönliche menschliche
Aspekt wird zum Nulltarif, wenn Du
nicht zahlen kannst.
Oft habe ich mich gefragt: Warum
passiert MIR das alles? Was habe ich
falsch gemacht? War ich zu naiv oder zu
gierig? Wollte ich eine gute Figur
machen? Wollte ich besser sein als
andere? Es war wohl eine Zeit der
Prüfungen, eine Initiation mittels harter
Schule, um auf meinen richtigen
Seelenplan zurückzukommen.
Mittlerweile weiß ich, dass meine
Lebensaufgabe im Weitergeben meines
Wissens liegt, wo Spiritualität und
Wissenschaft sich treffen. Dieser
Aufgabe will ich, nun finanziell befreit,
verstärkt nachgehen. Dazu habe ich den
Verein „KultWis 3000" gegründet, der
dieses Wissen fördert und verbreitet
mittels Organisation von
Vortragsabenden mit namhaften
Referenten und Autoren.
Rückblickend erkenne ich
auch, wie sich ein Kreis
schließt: Im Maturajahr 1982
habe ich den hohen Wert der
Philosophie und Literatur
erstmals erkannt. Beruflich
und später finanziell bedingt,
blieb dieser Bereich zirka 20
Jahre lang brach liegen. Ab
2004 habe ich mich dann
intensiv spirituell entwickelt
und neben den materiellen
Notwendigkeiten den wahren
Sinn meines Daseins erkannt.
Eine großartige Erfahrung hat
sich mir offenbart. Zudem
habe ich viele Strategien in der
Geschäftswelt ge- und
erfunden, habe das
Bankwesen bestens
kennengelernt. Bewege mich
nun mit größerer Weitsicht
und wesentlich behutsamer im
Leben. Mich kann kaum noch
etwas erschrecken - kein
Todesfall, kein Konkurs, kein
Schaden am Auto.
Das sind alles
Lächerlichkeiten. Das einzig
Wichtige ist die ständige
Verbindung mit der
Urschöpferkraft, mit Mutter
Erde (Gaia) und dem
Universum. Aus dieser
unendlichen Energie konnte
und werde ich weiterhin
schöpfen. Sei Deines Glückes
Schmied, nimm Dein
„Schicksal" in die Hand,
mache Dich mit den
kosmischen
Gesetzmäßigkeiten vertraut
und lebe sie.
Auch in geschäftlichen Belangen ist es
wichtig, zur eigenen Verantwortung zu
stehen und anderen keine Schuld
zuzuweisen, denn niemand hat uns
gezwungen, eine Partnerschaft oder ein
Geschäft einzugehen oder eine Firma zu
gründen. Das erspart uns jede Aufregung
und Nervosität. Und wie sagte doch
Buddha: „Wir leiden, solange wir
begehren." Das sollten wir immer
berücksichtigen.
Am 4.10.2014, exakt zum Zeitpunkt
meiner Befreiung aus der Finanzkrise,
traf ich „zufällig" (Es gibt natürlich
keinen „Zufall", sondern nur Ursache
und Wirkung. Nur wenn wir die Ursache
nicht kennen, betrachten wir ein Ereignis
als zufällig.) Jan van Heising in Stuttgart
auf dem Kongress „Das geheime Wissen
der Goldanleger" und konnte ihn
erstmals persönlich kennenlernen,
nachdem ich viele seiner Bücher gelesen
hatte. Exakt zum Abschluss meiner
Finanz-Story kam das Angebot von Jan,
dies alles niederzuschreiben. Das passte
wie angegossen, und ich sagte spontan
zu. Im besagten Kongress wurde die
globale Finanzsituation dargelegt und
wurden Vorschläge zur Sicherung von
Eigenvermögen unterbreitet in der
gegenwärtigen wirtschaftlichen
Luftblase. Der Kongress war sehr
aufschlussreich. Aber eine unsichtbare
Wolke empfand ich im Saal: Von den
600 Teilnehmern hatten vermutlich die
meisten die Angst in sich, etwas zu
verlieren, und suchten Strategien, sich
davor zu schützen - das ist Anhaf- tung.
Ich habe natürlich großes Verständnis
dafür. Trotzdem will ich davon nicht
betroffen sein. Es hat in meiner
Schaffensphase in den letzten Jahren
nämlich einen harmonischen Geldfluss
für alles Notwendige gegeben. Ohne
Reserven/Rücklagen zu haben, floss
immer das erforderliche Geld rechtzeitig
auf mein Konto. Es ist ein Kommen und
Gehen, ein Nehmen und Geben. Ich habe
kein Vermögen mehr zu verwalten, und
das macht mich FREI. Das ist das
Ergebnis meines Urvertrauens.
Der Ubergang vom Fische-
zum Wassermannzeitalter, der
in Übereinstimmung mit dem
Maya-Kalender 2012 erfolgte,
hat in der vorher beginnenden
Übergangsphase als harte
Schule der Vorbereitung auch
mich ge-
troffen und mich in die Spiritualität
gehieft. Ich fühle mich daher gut
gewappnet für das, was kommt. Wir alle
sind gut beraten, unser Bewusstsein
dahingehend zu verändern, dass wir der
Menschheit und dem Planeten Erde
dienlich sind. Wir sollten uns für das
Licht entscheiden und die Liebe aus dem
Herzen leben. Wir alle sind Lichtwesen,
und wir haben den freien Willen - wir
haben die Wahl!
Christoph Daporta
Wie Christoph es bereits
geschildert hat, sind wir uns
auf dem Gold-Kongress des
Kopp-Verlags begegnet. Er
fragte mich, ob ich an einem
neuen Buch schreibe, ich
bejahte dies und erklärte,
worum es ging. Da passte
seine Geschichte perfekt!

E-Mail: info@baustudio.it Website:


www.baustudio.it
Aus einer Tragödie eine
Erfolgsidee entwickelt
Ich heiße Michael, und wurde
im Jahre 1955 als Sohn eines
Försters und einer Lehrerin in
St. Pölten geboren und
verbrachte mit meinen beiden
Geschwistern eine schöne
Jugendzeit in einem kleinen
Ort am Rande des letzten
großen Urwalds von Europa.
Nach meinem 14. Lebensjahr
ging es nach Wiener Neustadt,
wo ich die Mittelschule
absolvierte. Anschließend war
ich als UNO-Soldat der
Vereinten Nationen in
Damaskus tätig, danach kam
die Pädagogische Akademie
mit einem Lehramt für
Leibeserziehung und Englisch.
Ich übte das Lehramt nie aus,
sondern studierte gleich
anschließend an der
Universität in Graz
Sportwissenschaft und
Pädagogik. Schon während
meines Studiums bot das
Leben mir die Chance, mit den
zum Teil besten Sportlern der
Welt als Trainer bzw. Coach
zu arbeiten. Viele Sportler
kamen aus dem
internationalen Motorsport,
später waren es die zum Teil
besten Tennisspieler der Welt,
die meine Unterstützung
suchten. Meine Aufgabe war
es in der Regel, sie in
kürzester Zeit topfit zu
machen und mental zu
stärken. Ich habe diese
Tätigkeit mit unbeschreiblicher
Freude und Hingabe gemacht.
Die Arbeit mit den Sportlern
bot mir eine vortreffliche
Möglichkeit, mich auch selbst
weiterzuentwickeln. Im
sportlichen Wettbewerb steht
immer der ganze Mensch auf
dem Prüfstand, und nur das
harmonische Zusammenspiel
von körperlichen, geistigen
und seelischen Elementen
ermöglicht es, das ganze
Potential auszuschöpfen. Nur
so ist die Wahrscheinlichkeit
des Siegens hoch. Am
Höhepunkt meiner beruflichen
Karriere als Trainer, sowohl
im Sport- als auch im
Businessbereich, stand das
gemeinsame Buch mit Arnold
Schwarzenegger „Ewig jung
durch Bewegung" über Fitness
für Senioren, welches wir im
Jahre 1994 gemeinsam
geschrieben haben.
Ich war zwar voller Begeisterung in die
richtige Richtung gestürmt, aber - wie
viele andere Menschen auch - viel zu
schnell unterwegs gewesen. Ich hatte
eine junge Familie und liebte meine Frau
und meine Kinder sehr. Was ich aber
übersehen hatte war, diesen meine
Zuneigung auch dementsprechend zu
zeigen bzw. als Wertschätzung
auszudrücken. Es funktionierte alles so
selbstverständlich, und es fiel mir nicht
auf, dass sich meine Frau immer mehr
und mehr emotional von mir entfernte.
Was schließlich folgte, war eine
Trennung, die hochemotional war und
die mir wirklich alles abverlangte. Nicht
nur, dass sich meine Frau von mir
scheiden ließ und ich meine Kinder über
ein Jahr nicht sehen konnte, auch mein
Ruf in der Stadt und in meinem Umfeld
war angekratzt wegen der massiven
Vorwürfe, die mir gegenüber im Raum
standen. Ganz tief traf mich der Schmerz,
meine beiden Kinder ein ganzes Jahr
nicht sehen zu dürfen. Es war, als hätte
sich alles gegen mich verschworen. Die
Frau weg, die Kinder weg, auch mein
Ruf weg. Wen sollte ich in einer solchen
Phase inspirieren, motivieren,
trainieren? Ich war selbst halb tot und
konnte mich nur mit Mühe über Wasser
halten. Manchmal hatte ich das Gefühl,
dass meine innere Tankuhr gegen NULL
gehen würde. Jeder Tag war eine Qual.
Es war für mich unerträglich, mit den
von mir geliebten Menschen nicht mehr
zusammenleben zu können.
Als Experte im Mentaltraining habe ich
mit allen möglichen Werkzeugen
gearbeitet, die vielen meiner Sportler
geholfen hatten. Nichts funktionierte bei
mir und es wurde mir klar, dass ich eine
radikale Richtungsänderung vornehmen
musste. Denn alles, was früher immer
funktioniert hatte, funktionierte nicht
mehr. Der schlimmste Gedanke war für
mich, dass Gott mich verlassen hat.
Diese innere Verzweiflung kann ich mit
Worten nicht beschreiben. Irgendwann
kam mir dann die rettende Erkenntnis,
dass Gott mich immer noch liebte und es
einen Weg geben musste, der für meine
persönliche Entwicklung der richtige
sein würde. Irgendwann sah ich ein,
dass es neben meinem Willen einen
stärkeren, größeren, mächtigeren Willen
geben müsse. Ich meine den Willen
Gottes, der es mit mir gut meinte und mir
etwas „Größeres" zeigen wollte. Ich
begann daraufhin, wieder in der Bibel zu
lesen und beschloss, Gott die erste
Stelle in meinem Leben zu geben und
eine tiefgreifende Beziehung zu meinem
Schöpfer einzugehen. Das war für mich
der entscheidende, ja vielleicht
lebensrettende Schritt. Alles in meinem
Leben gewann wieder an Ordnung und
Richtigkeit, und ich konnte wieder
einmal das Gefühl von Freude und
Glück empfinden. Es war, als wenn ich
nach langer Seefahrt mit vielen Stürmen
mehr und mehr in sichere Gewässer
kam, um schließlich an einem
wunderschönen Landstrich
anzukommen.
Sowohl beruflich als auch
privat ging es durch meine
neue spirituelle Ausrichtung
steil bergauf. Es war, als ob
ich in einem Jet sitzen, den
Steuerknüppel in der Hand
und himmelwärts fliegen
würde. Ich hatte mich in den
zwei schlimmen Jahren so
weiterentwickelt, dass ich
Programme für
I'iihrungskräfte entwickeln konnte, die
meine bisherigen bei weitem übertrafen.
Das ging so weit, dass ich für einen
internationalen Großkonzern über
mehrere Jahre die weltweite Ausbildung
von Führungskräften und
Vertriebsmannschaften sowohl in
Osterreich als auch auf Ibiza
durchführte. Andere große Unternehmen
folgten mit Trainings an Orten, wohin
andere Menschen in Urlaub fahren
würden. Auch im sportlichen Bereich
bin ich gemäß Arnold Schwarzeneggers
Ausspruch: „I'll be back"
zurückgekommen. Ich durfte wertvolle
Erfahrungen sammeln und gemeinsam
Erfolge feiern mit Meistermannschaften
und Weltmeistern und diese
Erfahrungswerte in die
Teamentwicklungsprogramme und
Führungskräftetrainings einbauen. Und
auch privat lebe ich in einer neuen,
erfüllenden Partnerschaft und habe einen
sehr intensiven und liebevollen Kontakt
zu meinen mittlerweile erwachsenen
Kindern. Es hat sich also alles zum
Guten gewendet und ich bin Gott sehr
dankbar dafür!
Rückblickend sehe ich diese
damals so schlimme Zeit auch
als Segen an, weil sie mir für
meine persönliche
Entwicklung alles abverlangte
und ich mich dadurch
verändert habe. Ich kann
heute viele Menschen aus
tiefstem Herzen heraus
verstehen, denen ein ähnliches
Schicksal widerfahren ist. ich
glaube, ich habe deshalb
überlebt, weil ich meine
Prioritäten verändert habe.
Früher war der Mittelpunkt des Dorfes
oder ganz allgemein der Gemeinde eine
Kirche. Heute ist dieser Mittelpunkt ein
riesiger Supermarkt, ein
Einkaufszentrum oder vielleicht sogar
die "Wolkenkratzer von Banken,
Versicherungen oder Mobilfunkgiganten.
Der Jesusspruch: „Ihr könnt nicht Gott
und dem Mammon dienen!", hat mich
einst zutiefst getroffen und geprägt. Das
ursprüngliche aramäische Wort
MAMMON traute sich kein einziger
Evangelist, ins Griechische zu
übersetzen. Es bedeutet „Besitz" oder
„Geld". Heute kniet ein Großteil der
Welt vor dem Mammon nieder, bereit,
dafür jede Sauerei zu tun, andere
auszunutzen, Kriege zu führen, Menschen
zu verstümmeln - nur um des eigenen
Vorteils willen. Das einseitige Streben
nach Besitz und Reichtum macht meiner
Meinung nach das Herz des Menschen
taub für Gott und auch für seine
Mitmenschen. Unser Herz wird einmal,
wenn wir so einseitig nur dem
Materiellen nachstreben, tot für Gott,
hart für die Nöte des Nächsten, böse auf
die Mitbewerber, voller Neid auf die
besser Gestellten, gierig und blind.
Wenn unser Inners
tes nur das Materielle sieht, ist
der ganze Mensch in Gefahr,
und er entfremdet sich immer
mehr von sich selbst. Die
Veränderung zu einem
wahren Menschsein, zu einem
besseren Zusammenleben, zu
einer besseren Welt, kann nur
funktionieren, wenn wir
beginnen, unseren Schöpfer
wieder an die erste Stelle in
unserem Leben zu setzen. Die
Früchte dieser Haltung werden
Friede, Freude, Liebe, Güte
und Sanftmut sein.
Was mir neben einer neuen
Prioritätensetzung auch sehr geholfen
hat, war die Fähigkeit, niemals
aufzugeben, gepaart mit großer
Flexibilität, verschiedene Wege zu
gehen. Meine Mission ist es, anderen
Menschen dabei zu helfen, ihre
Lebensträume zu realisieren. Auf diesem
Weg ist nicht nur die entsprechende
Zielstellung oder das nötige
Handwerkszeug eine wichtige
Voraussetzung, sondern es ist vor allem
auch der Bewusstseinszustand, der es
erst ermöglicht, Ziele zu verwirklichen.
Meiner Erfahrung nach sind viele
Veränderungen, die wir vornehmen
wollen, nur deshalb nicht leicht, weil
wir konditionierte Wesen sind, die sich
mit neuen Verhaltensweisen schwertun.
Oft braucht es extremen Druck,
Anspannung oder innere Verzweiflung,
um etwas Neues, etwas Besseres zu
beginnen. Aus diesem Grunde habe ich
in den letzten Jahren intensiv mit meinem
Team daran gearbeitet, eine Online-
Coaching-Plattform zu entwickeln, die
hilft, sowohl den Körper als auch den
Geist zu transformieren (www.my-
winning- coach.com). Sie soll Menschen
helfen, in einem ganzheitlichen Ansatz
ihre Ziele praktisch an der Hand geführt
zu verwirklichen.
„Am Ende unserer Tage ist es
nicht wichtig, wie viel Du
angehäuft (kassiert), sondern
wie viel Du gegeben hast!"
Dr. Michael Reinprecht
Michael Reinprecht lernte ich
durch Christian Tuscher in
Wien kennen und war erstaunt
zu erfahren, wie viele
Hochleistungs- und
Profisportler nicht nur mit
Mentaltraining usw. arbeiten,
sondern auch spirituelle
Ansichten vertreten - wenn
auch nicht in der
Öffentlichkeit.
E-Mail: michael.reinprecht@winning.at
Website: www.winning.at
Ein Motorradunfall mit
Nahtoderlebnis
Mein Name ist Mario, ich bin 1976 in
Tschechien geboren und zweisprachig
aufgewachsen. Mein Abitur und meine
Berufsausbildung zum Einzel-
liandelskaufmann habe ich mit
Auszeichnung abgeschlossen und habe
danach ein Fernstudium bei der
britischen Open University (OU) in
MBA absolviert - ein Freund hatte mir
dazu geraten, das MBA-Studium hinten
anzuhängen. Parallel dazu befasste ich
mich mit Qualitätsmanagement (QMS).
Auf der Open University habe ich dann
gemerkt, dass nicht alles stimmte, was
man uns erzählte. Es war nur ein
bestimmtes Paradigma, das gerade
jemand ausgenutzt hat - Marx versus
Keynes. Und ich merkte auch, dass das
Geld-System nicht stimmte, dass durch
den Zinseszins Schulden angehäuft
werden, die nicht rückzahlbar sind, und
dass die Inflation wie eine zusätzliche
Steuer wirkt, die den Sparern das Geld
wegnimmt. In den Schulbüchern wurden
Firmen gepriesen, die nach der Krise
pleite gingen (oder fast pleite): Enron,
Xerox, Merrill Lynch, Fannie Mae... Das
konnte wohl kaum deren Ernst sein.
Meinen Sie nicht? Für wie blöde hält
man uns eigentlich?
Aber das ist nicht der Grund, warum Jan
van Heising mich bat, ihm meine
Geschichte anzuvertrauen. Der Grund
sind zwei Nahtoderlebnisse, die ich
hatte, und das auf recht unangenehme
Weise. Das erste hatte ich im Dezember
2001. Ich stand normal wie immer zur
Arbeit auf und bemerkte dann Schmerzen
in meinem Oberkörper. Ich war davon
überzeugt, dass ich das mit etwas Sport
wieder wegbekommen würde und
machte gleich ein paar Übungen.
Dennoch fühlte ich mich, als hätte mir
jemand ein Messer in den Rücken
gerammt. Danach folgte der
obligatorische Anruf, und der Notarzt
musste mit dem Krankenwagen kommen.
Ich bekam eine Spritze (wahrscheinlich
Morphium), welche mich binnen
Sekunden von den Schmerzen befreite.
Und überhaupt war alles irgendwie
besser, die Farben, die Laune usw.. Im
Krankenhaus stand ich auf eigenen
Füßen Schlange, bis man auf dem
Röntgenbild ein Loch in der Lunge (4x6
cm) entdeckte, welches am nächsten Tag
noch zirka zwei Zentimeter größer
geworden war. Und prompt war auf
einmal ein Pfleger mit Rollstuhl da, und
es hieß, es müsse sofort operiert
werden. Nach der Narkose war ich in
einem anderen Zustand, irgendwie nicht
mehr im Körper. Ich stieg empor, wie in
einem Tunnel, nur waren die Wände
nicht klar definiert, eher etwas wabbelig
und nicht richtig dicht und fest. Ich
schwebte in der Mitte des Tunnels
weiter nach oben und steuerte auf ein
Licht zu. Interessant war dabei, dass ich
keine Angst hatte, ich war
bemerkenswert zuversichtlich, dass es
so in Ordnung ist. Auch wollte ich nicht
zurück. Instinktiv ahnte ich, dass ich im
Himmel oder in einer Art
Zwischenstation bin.
Dann sprach eine Stimme zu mir. Ich
kann mich nicht exakt an die Worte
erinnern, aber es ging um den Hinweis,
dass jeder Mensch eine Lebensaufgabe
hat, welche er auch umsetzen sollte. Die
Stimme hatte es mir wohl gesagt, welche
Aufgabe es ist, aber ich habe es leider
wieder vergessen. Ich weiß aber, dass
ich noch eine Weile bleiben wollte, um
mir die Gegend anzusehen. Alles war in
Harmonie, die Farben waren nicht grell,
sondern mild und hell, pastellfarben.
Und es gab keine Zeit, man war überall
zugleich (oder wo man gerade sein
wollte), und man unterhielt sich
telepathisch und schwebte vor sich hin.
Gleichzeitig sah ich aber auch Flüsse
und Bäume.
Und dann hatte ich eine Vision von der
Zukunft. (Wie gesagt, das war 2001!) Ich
sah, dass die Leute mit kleinen
Computern herumlaufen werden (ähnlich
der Tablets von heute). Diese haben mir
jedoch nicht gefallen, da man keine
Upgrades mehr machen konnte und alles
sehr schnell kaputt ging. Und überhaupt
waren wir irgendwie in der
Wegwerfgesellschaft angekommen.
Interessant war noch, dass ich China im
Aufschwung sah (damals, 2001, kaufte
man noch die Komponenten in Taiwan
ein, China hat damals niemanden
interessiert). In meiner Vision hatten die
Chinesen auch kleine Elektroautos
(PKWs), die über Steckdosen
aufgeladen wurden. Die hatten auch
andere Lichter (heute als LED bekannt)
und bunte Reifen (grün, orange, gelb,
usw.). Die Autos waren nicht größer als
ein heutiger Skoda Citigo. Dann kam ein
Filmriss. Ich sah mich selbst in der
Zukunft in meinem Heimatdorf in
Tschechien und hatte alte, robuste
Kleidung an. In meiner Vision fuhr ich
mit einem kleinen LKW, obwohl ich
dafür keine Fahrerlaubnis hatte. Der
Asphalt auf der Straße war geschmolzen,
die Spurrillen waren so groß, dass ein
normaler PKW nicht durchfahren konnte.
Es war nach dem Krieg, nach einem
Krieg in der Zukunft - evtl. der Dritte
Weltkrieg. Wir haben uns damals im
Keller versteckt, wir hatten dort
Kompott und Wasser gelagert. Wieder
Filmriss. In der Vision hatte mein Vater
hatte damals nur gelacht, als wir ihm
sagten, dass es wieder Krieg geben
würde. Wir seien alle blöd, sagte er.
(Dazu muss ich kurz be- merken, dass
der Wald hinter unserem Dorf früher
schon von den Russen genutzt wurde und
dort auch Atomraketen stationiert waren.
Da heute der Wald teilweise immer noch
Sperrgebiet ist und dort auch
Verbotsschilder in englischer Sprache
stehen, liegt die Vermutung nahe, dass
die alten Mili- lärbasen
weiterentwickelt wurden.) Dann sah ich
die Explosionen. Wahrscheinlich waren
es teilweise konventionelle und auch
irgendwelche taktischen Sprengköpfe.
Mein Vater ist in der Vision davon blind
geworden und redete nicht mehr.
Kurz darauf erwachte ich
wieder aus der Narkose.
Das andere Nahtoderlebnis erlebte ich
im Jahre 2005, und es war mit einem
Unfall verbunden, der mich und mein
Leben komplett veränderte. Dieser
Unfall passierte mit meinem Motorrad,
einer Yamaha VMax 1200 (von 0-200
km/h in 8,4 Sekunden!), und ich habe mir
dabei den Schädel und die linke Hand
gebrochen. Es tat komischerweise nicht
weh. Ich sah mich mit dem Motorrad auf
der Straße schleifen, bis mich ein
Zaunpfahl anhielt. Da war es noch Tag.
Dann war es plötzlich dunkel um mich,
und der Krankenwagen kam. Ich weiß
noch, dass ich den Ärzten gesagt habe,
dass sie mir nicht die Jacke
zerschneiden sollen. Es kam zur
Operation, und dann ging es auch schon
wieder nach „oben". Es war schön, und
ich habe mich darauf gefreut. Umso
größer war der Schock, als mir die
Stimme diesmal kritisch sagte: „Du
sollst hier noch nicht sein, Deine
Lebensaufgabe ist noch nicht
erfülltUnd dann ging es wieder sehr
schnell zurück nach unten. Es riss mich
förmlich in den Körper zurück, und es
war, als hätte mich jemand ins kalte
Wasser geworfen. Ich wachte auf und
bekam einen Asthma-Anfall, was bei mir
wirklich nicht oft vorkommt, und ich war
wieder wach...
Die Ärzte haben mich in einer
vierstündigen Operation mit zwei Teams
wieder zusammengeflickt. Mein Kopf
war in der unteren Hälfte (unterhalb der
Nase) weggebrochen, und beide
Jochbeine waren ebenfalls zertrümmert.
Das eine Ärzteteam richtete meinen
Kopf so gut es ging und platzierte eine
Art Gummiball unter dem Jochbein, der
aufgepumpt werden konnte. Der
Schlauch kam dann aus meiner Nase
heraus (und blieb dort vier Wochen).
Dann wurden Titanimplantate platziert.
Das andere Ärzteteam richtete meinen
gesplitterten Unterarm - ebenfalls mit
zwei Titan- Implantaten, die aber ein
paar Monate später wieder entfernt
wurden. Mein
Kopf ist heute noch ein
Titanschädel, auch wenn man
das nicht sieht. Nach vier
Wochen kam ich aus dem
Krankenhaus und in die Reha,
doch von verdienter Ruhe
konnte man kaum sprechen.
Offenbar wurde ich in der
Firma wirklich gebraucht - ich
war Einkäufer bei einem
großen Zulieferer im
Automobil-Bereich -, denn ich
wurde morgens von einem
Chauffeur in die Reha und
anschließend zur Firma
gefahren, habe dann acht
Stunden in der Firma
gearbeitet (telefonieren und
schreiben ging ja mit einer
Hand) und wurde am Abend
wieder zurückgebracht.
Nach diesem Unfall und der
etwas „zornigen" Stimme in
meinem Nahtoderlebnis habe
ich mir vorgenommen, mein
Leben zu ändern. Ich bin
nachdenklicher geworden,
weniger materialistisch, wollte
mehr Zusammenhänge
begreifen. Früher, als
Jugendlicher, habe ich mit
meinen Kumpels auch Partys
gefeiert, etwas Alkohol
getrunken usw.. Heute mache
ich das nicht mehr. Auch
haben wir uns früher viele
Filme angesehen - Action,
Horror, usw.. Das mache ich
heute auch nicht mehr. Den
Fernseher habe ich vor vier
Jahren aus der Steckdose
gezogen. Dadurch hat sich
auch der Freundeskreis
geändert. Ich sehe es aber als
eine positive Entwicklung. Mit
manchen Leuten habe ich
einfach keine gemeinsamen
Themen mehr.
Ich traf im Gegenzug - und treffe immer
noch - verschiedene Leute, die ich jetzt
mal als „Hobbyesoteriker" bezeichnen
möchte, und diese gaben .mir
verschiedene Informationen, welche ich
wie ein Puzzle zusammenfügte.
Gleichzeitig sehe ich, dass diese Leute
auch ihre eigenen Probleme haben. Wir
bereichern uns dennoch gegenseitig über
Gespräche, E-Mails, Bücher oder Filme.
Darunter sind auch Menschen, von denen
ich glaube, dass ich sie aus einem
vorhergehenden Leben kenne.
Von einem Ereignis möchte ich kurz
berichten, da es mich doch etwas
verstört hat: Es war 2010 in Prag, als
ich an einer okkulten Vorführung in
einem Keller in der Innenstadt teilnahm.
Es war als eine „Präsentation über
Magie" angepriesen worden, und ich
kannte ein Mädchen, das in dieser
Gruppe aktiv war. Zunächst wurde viel
berichtet über das Heidentum und
diverse Rituale. Es wurde gezeigt, wie
man bestimmte Schwüre ablegt, die man
mit dem eigenen Blut auf ein Stück
Papier oder ein Stück Textil schreibt
und danach verbrennt. In dem Moment,
in dem man mit Blut unterschreibt, geht
man einen Vertrag ein. Mit wem, das
wurde so nicht deutlich geäußert, doch
es war mir klar, dass es entweder ein
Dämon war oder sonst irgendeine
niedere Wesenheit, die einem in
beruflichen oder finanziellen Dingen
helfen soll. Man hat sozusagen einen
Handel mit einem Dämon oder mit der
dunklen Seite abgeschlossen. Da wurde
mir bewusst: Wenn so etwas die Seele
kostet, dann muss die Seele etwas
sehr Wertvolles sein, das man besser
behalten und auch beschützen sollte!
Zu etwas späterer Stunde ging es dann
auch mit einer Vorführung zur Sache -
allerdings waren dann nicht mehr so
viele Leute anwesend. Dazu muss ich
bemerken, dass viele der Anwesenden
junge Hochschulstudenten waren, und
das Mädchen, mit dem ich gekommen
war, war eine Theologiestudentin. Das
Ritual war professionell vorbereitet
gewesen, mit Kerzen auf der Erde usw..
Ein Junge namens Jakob hatte sich mit
einer Klinge die Unterarme aufgeritzt,
sodass es blutete. Er wurde gefesselt
und mit den Armen nach oben
stehengelassen, bis er ohnmächtig wurde
und dann an den Seilen hing. Die
anderen haben ein Pentagramm aus
Menschen gebildet und standen um
Jakob herum. Es tauchten zwei Helfer
auf, die damit begannen, sich gegenseitig
auszupeitschen. Das war sehr skurril.
Danach ging ein Kelch mit irgendeiner
Art Ritualwein herum. Möglicherweise
war auch irgendeine Droge mit
beigemischt. Dann wurde erklärt, dass
die „acht Tore in die andere
Dimension" aufgemacht werden, was
ich jedoch nicht verstand. In Jakob ist
dann eine Art Dämon eingedrungen, was
ihn dazu veranlasste, irgendwelches
wirres Zeug zu sprechen, das kein
Mensch verstand - zumindest ich nicht.
Es klang wie von einem anderen
Planeten. Als alles vorbei war, wachte
Jakob wieder auf und war energetisch
ziemlich verbraucht. Er war schlapp und
musste einen Energiedrink zu sich
nehmen. Sie können sich denken, dass
ich dort nicht mehr hingegangen bin...
Was das Jahr 2012 angeht, so war ich
ehrlich gesagt schon ein wenig
enttäuscht, denn ich ging davon aus, dass
mehr passieren würde. Aber meine
Verluste waren nicht sehr groß. Ich hatte
mir einige Konserven und getrocknetes
Rindfleisch gekauft, einen Teil habe ich
danach verschenkt oder weggeworfen
(wegen des Verfallsdatums). Ich hatte
damit gerechnet, dass es drei Tage
dunkel wird und sich dann die Erde
umpolen wird. Das sagte auch die
japanische Prinzessin Nakamaru. Doch
es ist nichts Sichtbares passiert. Aber
die Frequenzerhöhung habe ich gefühlt,
und die Frequenz erhöht sich weiterhin.
Ich habe das in der Form
wahrgenommen, dass meine Intuition
stärker wurde, auch Freunde von mir
haben das gespürt. Die
Zeit vergeht irgendwie schneller. Und in
meinem Umfeld werden viele Leute
krank, da sie nicht mehr so
weitermachen können, wie bisher. Das
sind diejenigen, die mit der
Frequenzerhöhung nicht umgehen können
- weil sie ja auch gar nichts davon
wissen, also der Normalbürger. Die
wundern sich dann, dass es ihnen
komisch ist, dass ihr Leben aus den
Fugen gerät. Manche in meinem
Bekanntenkreis haben den Job
geschmissen, sich verschuldet, hatten
nicht richtig mit den Amtern und Banken
kommuniziert, und im nächsten Jahr kam
dann die Rechnung mit Zinsen...
Persönlich geht es mir heute finanziell
sogar etwas besser, aber ich habe jetzt
weniger Zeit, und mein jetziger Job (als
Qualitätsingenieur in der
Automobilbranche) macht mir auch nicht
wirklich Spaß. Ich arbeitete vorher drei
Jahre lang als Qualitätsleiter in einem
mittleren Maschinenbauunternehmen,
und seit die Firma ein starkes WLan-
Netz in den Gebäuden aufgebaut hatte,
tat mir der Kopf weh (die Implantate im
Schädel lassen grüßen). Das habe ich
aber im Jahr 2014 geändert. Bei meiner
neuen Tätigkeit sitze ich in einem
Großraumbüro, in dem allerdings
ständig das Radio läuft. Ich spüre, wie
sich der Blödsinn aus dem Radio unnötig
in meinem Kopf speichert. Eine Lösung
muss her - neuer Job oder neues Büro.
Und ich brauche mehr Zeit, so wie
früher, da ich jetzt viel auf Reisen bin.
Die passende Partnerin kann ich
irgendwie im Moment auch nicht finden,
obwohl ich in den letzten Jahren ein paar
Bekanntschaften gemacht habe. Aber ich
bin guter Dinge, dass sich die auch
finden wird.
Eine interessante Begebenheit möchte
ich Ihnen aber noch schildern. Es war
Mitte 2014, als ich ein richtig
spannendes Gespräch führte. Dies war
mit David, einem sehr erfolgreichen
Unternehmer, der im Vorstand
verschiedener großer Firmen sitzt. Er hat
Physik studiert. Eines Tages sind wir bei
einem technischen Gespräch in seinem
Büro in Prag in Bezug auf unsere Firma
vom Thema abgeschweift und waren
schließlich bei spirituellen Themen und
Astrologie. Durch Jan van Heisings
Buch „Geheimgesellschaften 3 - Krieg
der Freimaurer" wusste ich, wie ein
Freimaurergruß aussieht und hatte diesen
bei David schon beobachtet, wenn er
wichtige Personen begrüßte, die die
Firma besuchten. Daher vermute ich mal,
dass er auch Freimaurer ist. Er schenkte
mir damals ein Buch mit dem Titel „Die
Geheime Geschichte der Welt -
Geheimgesellschaften und das okkulte
Wissen der Menschheit" von Jonathan
Black und berichtete wie ein
wandelndes Lexikon von politischen
Ereignissen auf der Welt und ihren
wahren Hintergründen. David erklärte
mir dann, dass die wahren
Herausforderungen für die Menschheit
erst noch kommen würden, da das Jahr
2014 im chinesischen Horoskop das Jahr
des Pferdes sei, was er in der Form
deutete, dass das Jahr des Pferdes
schnell ist und die Leute, die sich nicht
geändert haben, eine Warnung
bekommen oder - noch schlimmer - unter
den Hufen des Pferdes enden werden.
Wir sprachen dann auch über
die Frequenzerhöhung, und er
meinte, dass diese für viele
Menschen noch nicht so
spürbar wäre, da der Elektro-
smog durch WLan,
Smartphones, Fernseher usw.
die neue, hohe Strahlung
unten halten würde, die
Menschen sozusagen mit
schlechter Strahlung eingelullt
werden. Das ergab für mich
einen Sinn. Uber die letzten
Jahre hinweg bin ich mir mehr
und mehr dieser negativen
Wirkungen von Elektro- smog
bewusster geworden und habe
festgestellt, dass bei Menschen
tatsächlich die Denkfähigkeit
nachlässt, wenn sie dem zu
sehr ausgesetzt sind. Ein Teil
der Lösung wäre, auf WLan
zu verzichten, sich mehr zu
erden. Aber es müssten dann
schon mehrere Leute dies
begreifen und auch
mitmachen. Aber ich meine
schon, dass sich etwas tut.
Nehmen wir beispielsweise
meinen Mountainbike-Partner,
mit dem ich oft fahre. Er ist
ein Arzt und hat bis vor zwei
Jahren solche Themen noch
belächelt. Aber irgendwie hat
er sich verändert. Ich hatte
ihm ein paar Bücher von Jan
van Heising auf Tschechisch
gegeben, und inzwischen
reicht er diese auch in seinem
Bekanntenkreis weiter.
Meine beiden Nahtoderlebnisse, vor
allem aber meinen Motorradunfall und
das, was durch diesen letzten Endes
ausgelöst worden ist, sehe ich als eine
Zeit der Prüfung. So nach dem Motto:
„Setze um, was Du gelernt hast." Nach
dem, was ich alles über Reinkarnation
und die geistigen Gesetzmäßigkeiten
gelesen habe, glaube ich, dass es auch in
irgendeiner Form „Kar- ma" ist, dass
alles mit Ereignissen aus einem oder
mehreren vorhergehenden Leben zu tun
hat. Ich bin auf jeden Fall gereift und
erfahrener geworden. Und mit etwas
Abstand würde ich sagen, dass nichts
ohne Grund geschieht. Jeder sollte
einfach bewusster leben und nicht alles
glauben, was im Fernsehen gezeigt wird.
Man sollte alles selbst hinterfragen.
Ich kann nicht sagen, dass ich ein
hundertprozentiges Rezept habe, aber
wenn ich einfach zusammenfasse, um
was ich mich selbst bemühe, würde es
wie folgt aussehen:
• auf die Gesundheit achten und ein
wenig Sport machen
® ehrlich sein
® Spaß haben (auch wenn es
nicht immer geht)
• keine genetisch manipulierten
Nahrungsmittel (GMO) und
Mikrowellenzeugs essen
• Elektrosmog nach Möglichkeit
meiden
• mit dem Geld wirtschaften (nicht
mehr ausgeben, als man verdient)
® Geld ist nicht das
Wichtigste, sondern die Ruhe
in der Seele, das ist das
höchste Kapital!
• an sich arbeiten und sich
weiterbilden
Der Rest wird schon kommen.
Und für die Ignoranten habe ich
folgendes Zitat der politischen
Bestsellerautorin Ayn Rand: „Du kannst
die Realität ignorieren, doch Du kannst
nicht die Folgen des Ignorierens der
Realität ignorieren..."
Mario
Mario hatte mich 2013 wegen
seiner Nahtoderlebnisse
angeschrieben und mich dann
im Herbst 2014 im Verlag
besucht.
E-Mail: xmariol@centrum.cz Briefpost
über den Verlag
Ich musste nur loslassen
Mein Name ist Michael Botta und ich
bin Jahrgang 1971. Mein Leben verlief
seit meiner Kindheit nicht unbedingt so,
wie es mancher von uns als „normal"
bezeichnen würde. Ich kann mich sehr
bewusst an viele Situationen aus meiner
Kindheit erinnern. Im Alter von vier
Jahren konnte ich beispielsweise
Elementarwesen in meinem Umfeld
sehen. Zudem spürte ich meistens sehr
genau, wie es meinen Eltern und
Freunden ging, egal ob sie in der Nähe
waren oder nicht. Es war für mich als
Kind nicht immer einfach zu verstehen,
warum ich nicht direkt sagen durfte, was
ich dachte oder fühlte. Die Schule
wollte ich schon gar nicht besuchen,
weigerte mich allerdings vergebens
dagegen. Als mittelmäßiger Schüler
interessierten mich nur sehr wenige
Sachverhalte in der Schule. Und von
Spaß konnte da überhaupt nicht die Rede
sein. Meine Lehrer mochten mich
darüber hinaus nicht, da ich sie ab und
an in ihren tiefsten Überzeugungen
kritisierte, und das fanden sie gar nicht
lustig. Na ja...!
Im Alter von 15 Jahren kam ich mit einer
japanischen Kampfkunst (Bu- jinkan
Budo Taijutsu) in Berührung, und
seitdem hat sich alles in meinem Leben
verändert. Ich habe gelernt, meine
Umwelt und meine Mitmenschen
bewusster als sonst wahrzunehmen. Ich
entdeckte verborgene Talente und wurde
immer wissbegieriger, was mein inneres
Wesen, meine Aufgabe hier auf Erden
und den Zweck meines Daseins angeht.
Neben dem Studium der Kampfkunst
beschäftigte ich mich auch mit dem
Studium verschiedener Heilweisen,
alternativen Behandlungsformen,
energetischen Aspekten, Shiatsu usw..
In den letzten Jahren setzte ich mich sehr
intensiv mit meinen Schattenseiten
auseinander, und ich muss sagen, dass
das alles andere als angenehm war. Ich
trennte mich 2009 von meiner Partnerin,
war deswegen finanziell sehr belastet
und musste noch einige Male vor Gericht
erscheinen, wegen Sorgerecht,
Kindesunterhalt und dergleichen. Das hat
mich damals sehr viel Zeit und Nerven
gekostet. Ich kann mich noch an einen
Moment erinnern, der mich dermaßen
mit Schrecken und Angst erfüllte, dass
ich glaubte, alles zu verlieren. Ich bekam
damals einen Brief vom Anwalt, in dem
meine Exfrau das alleinige Sorgerecht
für unseren gemeinsamen Sohn
beantragte. In diesem Moment erfuhr ich
eine schmerzende Ohnmacht in mir und
wusste nicht mehr, was ich machen soll.
Ich erlebte zudem nochEnttäuschung und
Wut darüber, dass ich in dieser Situation
war. Ich fühlte mich hilflos und
ausgeliefert. Just in diesem Moment
vernahm ich eine klare Stimme in
meinem Kopf, die mir sagte: „Michael,
da musst Du durch, das ist ganz wichtig
für Dich!" Nach ein paar Sekunden fing
ich ein Gespräch mit meinem
Schutzengel an - als solches bezeichnete
ich die Stimme -, und ich erfuhr, dass ich
diese Situation möglichst wertfrei
erleben bzw. beobachten solle. Alles
würde gut werden, sagte er mir.
Dieses Ereignis rettete mir damals
buchstäblich den Tag, hatte ich doch
wieder Vertrauen in mich selbst
gewonnen. Das war 2010. Bis 2012
wurden die Streitigkeiten mit der Exfrau
immer weniger. In meinem Beruf als
Krankenpfleger ging es auch wieder
aufwärts, und ich dachte, dass es jetzt im
Ganzen wieder aufwärts gehen müsste.
Pustekuchen! Ich hatte zwar eine neue
Arbeitsstelle, jedoch fing ich an, mich
immer unwohler zu fühlen, bei den
Vorgesetzten und Kollegen anzuecken
und mich immer mehr zurückzuziehen.
Ich wusste, dass ich den kranken
Menschen auf diese Weise nicht helfen
konnte, da die meisten noch in festen,
alten Strukturen lebten. Der Begriff
„Selbstständigkeit" schwebte immer
wieder vor meinem geistigen Auge,
jedoch wusste ich nicht, wie ich das
Ganze auf die Beine stellen sollte. Es
war auch eine sehr schwierige Zeit, ein
ständiges Auf- und Ab, immer wieder
Zweifel, und wenn man denkt, es kommt
nicht schlimmer...!
Und es kam noch schlimmer: Ich war
verzweifelt und schließlich nahe an
einer Depression. Der Beruf war für
mich nur noch ein notwendiges Ärgernis.
Rat bei meinem Schutzengel fand ich
kaum, denn meine Fragen wurden nur zu
einem geringen Teil oder überhaupt
nicht beantwortet. Ich bekam nur den
Hinweis, dass ich zu warten habe. Na
bravo...
Sie können sich sicherlich vorstellen,
dass das damals nicht unbedingt zu
meiner guten Laune beigetragen hat.
Durch eine Supervision konnte ich viele
Probleme klären und war danach wieder
ich selbst. (Eine Supervision ist eine
Beratung bzw. ein sehr persönliches
Gespräch mit einem Außenstehenden,
der durch eine gezielte Fragestellung und
viel Einfühlungsvermögen den
Problemen auf die Spur kommt, die der
Klient in bestimmten Situationen nicht
sehen kann oder will. Der sog.
Supervisor macht dem Klienten die
Problematik in einer Form deutlich, dass
dieser sie annehmen und dann im
Anschluss auch auflösen kann.)
Endlich wurde ich wieder klarer im
Kopf, neue Ideen sprudelten, und ich
war wieder voller Freude und
Harmonie. Seit langem fühlte ich mich
endlich wieder gut. „Hurra!", dachte
ich. Alles verlief wieder geordneter,
jedoch dieses Gefühl, „am falschen
Platz" zu sein, bestätigte sich immer
mehr. Hinzu kam, dass mir Ende 2011
alle Haare am Körper ausfielen. Den
ersten Schock überwunden, unternahm
ich einige Kräuterkuren,
Darmreinigungen, jedoch ohne Erfolg.
Die Schulmedizin konnte auch nichts
finden (war ja klar...). In meiner
Verzweiflung wandte ich mich an das
Medium Martina Krämer (jetzt Martina
Heise), und sie konnte im Beisein
meines Schutzengels alle meine Fragen
beantworten - obwohl mir das „Warum"
des Haarausfalles nicht gefiel. (Der
Grund war Martina zufolge, dass ich in
einem meiner letzten Leben der
Vorsteher einer Folterkammer war, in
der täglich viele Menschen aufs
Grausamste gefoltert wurden. Und zur
sogenannten „Erstuntersuchung" auf
Hexenmale wurden den armen Leuten
alle Haare abgefackelt. Martina meint,
ich wäre dabei selbst auch aktiv
gewesen. Dieser Gedanke erschreckt
mich heute. Und für dieses Leben habe
ich mir die Haarlosigkeit ausgesucht, um
einen Teil meiner Schuld, die ich durch
mein Handeln aufgeladen hatte, wieder
abzutragen. Ob das nun wirklich so war,
kann ich nicht sagen, aber es würde
einen Sinn ergeben.)
Es blieb mir also nichts anderes übrig,
als damit zu leben, obwohl es mich
anfangs sehr belastet hat. Mein Umfeld
hat es gar nicht verstanden, dass ich so
ganz ohne Haare durch die Gegend lief.
Viele fragten mich, ob ich schwer krank
sei oder Krebs hätte. Selbst meine
Familie machte sich ungemein Sorgen
darüber, und es waren diesbezüglich
auch viele einfühlsame Gespräche nötig.
Das dauerte eine ganze Weile, aber
inzwischen widme ich mich wieder ganz
dem normalen Alltag.
Was mich am meisten wunderte, war,
dass 2012 kein Weltuntergang oder
etwas in der Art stattfand. Ich wusste
damals, dass die Veränderung im
Inneren der Menschen stattfindet und
sich vieles ändern würde, sich alte
Strukturen nicht mehr halten können und
unsere alten Denkgewohnheiten immer
mehr von uns abfallen. Mich selbst nahm
ich - ohne es zu merken - aus der
Gleichung raus, unter anderem, weil ich
damals zu wissen glaubte, woher ich
komme, warum ich hier bin und was
meine Aufgabe auf der Erde ist. Ich
arbeitete daran, das zu tun, was mir
Spaß macht, und war dabei, mich damit
selbstständig zu machen - parallel zu
meiner
Arbeit als Krankenpfleger
sprich meinen eigenen
Kampfkunst-Verein
auszubauen. Das ging auch
recht gut voran. Nur wusste
ich irgendwie, dass das nicht
alles sein konnte, dass da noch
mehr sein musste.
Ich war immer auf der Suche nach
Selbstverwirklichung, die sich jedoch
damals nicht einstellte, was mich in die
nächste Sinnkrise stürzte. Der Verein
lief zwar gut, aber nicht gut genug.
Beruflich stand ein erneuter Wechsel an,
den ich auch noch vor mir herschob, und
in meinem Inneren brodelte es - mal
wieder... Zweifel und mangelndes
Selbstvertrauen nagten an mir, als ich
die neuen Bewerbungen schrieb. Ich
wusste, dass ich etwas anderes machen
wollte: aus der Krankenpflege raus,
mehr Menschen helfen, und damit
genügend Geld verdienen, damit ich
vernünftig leben kann. „Jetzt oder nie!",
dachte ich.
Ich fühlte mich, als hätte ich ein
meterdickes Brett vor dem Kopf. Nichts
ging vorwärts. Da ich (mittlerweile)
direkt mit meinem Schutzengel sprechen
konnte, fragte ich nach, ob es für mich
noch Alternativen gäbe. Keine
Antwort... Nach einem kurzen
Spaziergang am Ammersee kam der
große Moment: Ich entschied mich
innerlich dazu, etwas anderes zu machen
und es dem Universum, sprich Gott zu
überlassen, was es denn sein möge.
Danach ging ich wieder an den PC und
rief auf Youtube spontan ein paar Seiten
auf. Und siehe da: Ich stieß auf ein
Kursprogramm für ein Online-Business,
genau auf meine Bedürfnisse
zugeschnitten. Ich habe mich angemeldet
und es bis dato nicht bereut. Alles, was
mir unheimlich Spaß macht, kann ich
hier anwenden, ausbauen und
weiterentwickeln. Ich habe durch den
Kontakt mit neuen Menschen mehr über
mich selbst erfahren und bin nun in der
Lage, mehr Menschen zu helfen als ich
es je für möglich gehalten hätte. Ich habe
neue Fähigkeiten entdeckt, die immer
schon da waren, und zum ersten Mal
verstand ich, dass man sich zuerst
entscheiden muss, bevor etwas Neues in
das eigene Leben kommt. (Viel zu oft
hatte ich wichtige Entscheidungen vor
mir hergeschoben und auf diese Weise
etwas geerntet, was ich eigentlich gar
nicht haben wollte.)
Im Dezember 2014 überkam mich
während der Arbeit eine Vision, in der
ich ganz genau sehen konnte, was ich in
Zukunft machen werde, warum ich hier
bin und was meine wirkliche Aufgabe ist
(und ich dachte, ich wüsste dies schon
©) - begleitet von einem Gefühl, dass
sich alle alten Strukturen in mir nicht
mehr halten können, weil ich es selbst
nicht mehr
aushalte. Also das war eine bewegende
Erfahrung, meine Güte. Momentan bin
dabei, das Online-Business Schritt für
Schritt aufzubauen, und im Nachhinein
kann ich nur sagen, dass die letzten Jahre
zwar schwer und teilweise unerträglich
waren, doch im Gegenzug dazu
beigetragen haben, mich
weiterzuentwickeln. Meine Sensibilität
hat sich wesentlich gebessert, ich habe
meine Hellfühligkeit entdeckt und meine
unbedingte Liebe zu Kindern. Jeden Tag
werde ich auf das angesprochen, was ich
in meinem Online-Business umsetze.
Also wenn das nicht Resonanz ist...
Und der ganze Prozess ist noch nicht
vorbei. Ich freue mich schon auf die
kommenden Jahre, ganz egal wie leicht
oder schwer sie sein mögen.

Also, gehen wir's an!


Michael Botta

Herr Botta hatte sich über den


Newsletter gemeldet.
Michael Botta
Bahnhofstraße 16
86911 Diessen am Ammersee
E-Mail: micha-enterprises@arcor.de
Internet: www.bujinkan-diessen.de
www. machdichgesund.co
Nichts geschieht vor seiner
Zeit!
Ich wuchs in Staufen im Breisgau als
elftes Kind einer sehr religiösen Familie
auf. Meine Eltern, Anna-Maria und
Josef, versuchten das Beste, uns (zwölf
Kinder, neun Mädchen und drei Jungs)
auf das Leben vorzubereiten. Wir waren
eine angesehene Familie, da mein Vater
sich in unserer Stadt sehr engagierte,
was auf der anderen Seite zum Stress für
uns Kinder führte, weil uns jeder kannte.
Jedes Fehlverhalten wurde von meinem
Vater streng bestraft, aus heutiger Sicht
aus Liebe, weil er dachte, dass wir sonst
bei anderen in Ungnade fallen könnten.
Das wollte er wohl vermeiden. Da ich
ein guter Beobachter war, konnte ich
sehr früh die Dinge erspüren, die nicht
meiner tieferen Wahrheit entsprachen.
Ich war zirka neun Jahre alt, als ich das
erste Mal spürte, dass etwas nicht
stimmen konnte. Denn als wir alle aus
der Kirche kamen und beim Essen
zusammensaßen - ich noch seelig mit
Gott verbunden -, regte sich mein Vater
extrem stark auf, nur weil der
Salzstreuer nicht auf dem Tisch stand.
Dies erschütterte mich so sehr, da ich
bis dahin glaubte, dass meine Eltern
zutiefst mit Gott verbunden waren und
diese Verbundenheit nun so schnell
verflog. Dieses turbulente Leben mit
meiner Familie hat mich jedoch gelehrt,
sehr flexibel zu sein. Obwohl es ein
ungeschriebenes Gesetz war, meinem
Vater niemals zu widersprechen, wagte
ich das immer wieder, wenn ich tief in
mir eine Wahrheit spürte - trotz der
Prügel, die darauf folgten.
So verließ ich früh mein Elternhaus, ging
meine eigenen Wege und ließ auch von
einem Gott der Kirche los. Für mich war
er ein Synonym der Unerreichbarkeit.
Deshalb versuchte ich, ein normales
Leben zu führen und ging nicht mehr zur
Kirche. Ich absolvierte eine Ausbildung
zur Industriekauffrau und war gerade 17
Jahre alt und im zweiten Lehrjahr, als
ich mitten auf der Straße abrupt stehen
blieb und meine innere Stimme zum
ersten Mal zu mir sprach: „Du machst
Dich mit 24 Jahren selbstständig."
Nichts weiter - und das ein Jahr vor
meiner Prüfung als Industriekauffrau,
wobei ich bemerken möchte, dass mir
die Lehre ohnehin keine große Freude
bereitete. Dieser Hinweis freute mich
und gab mir neuen Auftrieb, meine Lehre
doch noch zu beenden. Ich war wohl
eher gespannt, was das wohl sein
könnte. Jedoch vergaß ich diesen
Hinweis nach kurzer Zeit wieder,
machte meinen Abschluss und arbeitete
als Sekretärin in einer Tierklinik, was
mich wirklich mit Freude erfüllte. Als
ich 21 Jahre jung war, kam
i
ch erstmals mit den geistigen Gesetzen in
Berührung: „Was Du denkst, ziehst Du
in Dein Leben." Dies war das
Resonanzgesetz, nämlich dass sich
erfüllt, was Du fühlst. Ich probierte den
„Klassiker" aus, einen freien Park-
r
platz in der Innenstadt zu
bestellen, und es funktionierte
tatsächlich.
Ohne, dass ich es forciert hätte, machte
ich mich durch scheinbar zufällige
Begegnungen tatsächlich mit 24 Jahren
selbstständig und gründete mein Institut
für Gesundheits- und
Bewusstseinstraining, was ein voller
Erlolg wurde. Ich fühlte bereits damals,
dass ein größeres Bewusstsein mit einer
besseren Gesundheit einhergeht. Ich
machte eine Ausbildung zum
Heilpraktiker und erforschte immer
tiefer - auch durch die Münchner
Rhythmenlehre -, wie wir denn nun
dauerhaft zu bester Gesundheit und zum
wahren Glück finden können. Auch
dachte ich, als ich heiratete und zwei
wundervolle Kinder bekam, dass nichts
mehr mein Leben wirklich bedrohen
könnte. Es schien, dass ich im Leben
angekommen war. Doch irgendetwas
trieb mich innerlich, nach etwas zu
suchen, von dem ich noch nicht wusste,
was es eigentlich war. Ich forschte und
forschte und füllte mich mit so viel
Wissen an, dass ich erst nach meinem
Absturz erkannte, dass ich eigentlich
nichts vom „wahren Leben" wusste - von
einem Leben des Vertrauens und des
Friedens!
Ich suchte das Glück im Außen,
kontrollierte unbewusst mein Leben,
dass alles irgendwie in geordneten
Bahnen lief, und hatte mich dabei jedoch
selbst verloren. Meine Andersartigkeit
vergrub ich, und ich fühlte, dass ich so,
wie ich war, nie in Ordnung war. Ich
trieb mich selbst an, perfekt sein zu
wollen, was mich immer mehr entleerte.
Solange wir uns auf das fokus- sieren,
was uns fehlt und nicht in Ordnung ist,
wird unser Verstand uns stets anheizen,
etwas zu vermeiden, zu verdrängen, uns
vorwärtstreiben und uns auf die Suche
nach dem ultimativen Glück ins Außen
schicken.
So kam rechtzeitig der Wink
des Himmels in mein Leben,
um mir zu zeigen, wie nah
Tod und Leben einander die
Hand reichen und wie sich das
Leben von einem Moment
zum anderen radikal
verändern kann. Ich hatte im
Jahr 2001 einen schweren
Kutschenunfall. Gerade hatte
ich noch die Zügel zum Pferd
in meiner Hand und wollte
eine Umkehrwendung mit dem
Wagen durchführen, als mir
mitten in dieser Umkehrung
mein Beifah-
I
rer in die Zügel griff und sie fest an sich
zog. Er wollte irgendwie vermeiden,
dass das Pferd zu weit in den Acker lief.
Dabei berührten sich durch die enge
Drehung die Hinterbeine des Pferdes
und die Kutsche, was das Pferd
veranlasste anzugaloppieren und zur
Folge hatte, dass der Wagen stürzte. Ich
sah im Augenwinkel noch, wie mein
Beifahrer aus dem Wagen geschleudert
wurde und ich selbst in hohem Bogen
mit dem Kopf voran zwischen die
Hinterbeine des Pferdes und der Kutsche
flog. Ich sah nur noch den Boden unter
mir wegrasen und ging in eine Art
andere Dimension über. Von einem
Moment zum anderen war ich aus
meinem Körper ausgetreten. Das Pferd
zog mich hinter sich her, da sich die
Zügel während des Sturzes um mein
rechtes Bein festgezurrt hatten. Als ich
einen Moment später wieder zurück im
Körper war, spürte ich keine Schmerzen,
ich war wie in Watte gehüllt, die Sonne
schien, der Himmel war so leuchtend
blau, dass ich mich wie im Paradies
fühlte. Wenige Sekunden später wurde
mir bewusst, dass ich es jetzt doch nicht
geschafft hatte. Und in diesem
ausweglosen Moment breitete ich meine
Arme aus und war einfach bereit, mich
diesem Sterbevorgang mit ganzer Seele
hinzugeben. Urplötzlich blieb danach
das Pferd wie von Geisterhand stehen,
und es ging ein Stromschlag durch
meinen ganzen Körper. Ich hatte mein
Tagesbewusstsein wiedererlangt und
löste reaktionsschnell die Leine von
meinem Fußgelenk. Mein Beifahrer hatte
einen Riesenschock und murmelte immer
wieder den gleichen Satz: „Ich fahre nie
mehr Kutsche." (Dieser Hinweis galt
meiner Ansicht nach eher mir...) Ich
schüttelte meinen Begleiter, bis er
wieder einigermaßen zur Besinnung
kam, und dankte ihm, denn ohne sein
Eingreifen in die Zügel hätte ich wohl
nie erfahren, dass ich niemals wirklich
die Kontrolle über mein Leben hatte und
dass der Tod umkehrbar ist, wenn es
noch nicht an der Zeit ist zu gehen. Man
musste mir förmlich die Zügel aus der
Hand nehmen - was für eine
Offenbarung!
Ich hatte keinen Bruch, alles
war wieder heil an mir. Durch
dieses Erlebnis verlor ich die
Angst vor dem Tod.
Am Karfreitag 2005 stürzte ich
nochmals so unglücklich, dass ich mir
diesmal einen Lendenwirbel brach. Ich
fühlte bereits in der Klinik, nachdem ich
ärztlich versorgt worden war, dass nun
etwas Großartiges mit meinem Leben
geschehen würde - ein neues Leben, eine
neue Spur, ein so tiefes, echtes Gefühl,
dass ich regelrecht neugierig wurde, was
das Leben mir diesmal zeigen wollte.
Ich haderte nicht mit dem Schicksal,
sondern machte das Beste daraus.
Ich gab mich dem Heilungsprozess hin,
aber was dann kam, damit hä ich niemals
gerechnet. Der absolute Absturz!
Obwohl mein Körper heil liieß es ab
jetzt „Heilung für die Seele". Meine Ehe
zerbrach nach 21 JAHren, unsere Firma
ging den Bach runter, das Haus wurde
zwangsverst gert, und ich verlor damit
meine gesamte Existenz. Ich zog weg
von eint Ort, den ich liebte und fand
nach einem tiefen Gebet zu Gott genau
die richtige Wohnung. Fernab von der
Welt auf einem Berg konnte ich zwei
Jahre die Wandlung meines Körpers,
meiner Seele und meines Geistes vc
ziehen. Ich wusste, dass ich jetzt nach
Innen gehen musste. Was vorerst blieb,
war mein Körper, meine Angst, meine
negativen Gedanken („Ich habe es
verdient.„Ich bin überhaupt nichts
wert, und überhaupt kann ich wieso
nichts richtig." usw.), die mich in eine
„versteckte Depression" hineinbrachten.
Ich sah keinen Ausweg weit und breit.
Ich fühlte zutie: meinen Schmerz, als mir
Gedanken an Drogen, Alkohol oder
Psych pharmaka in den Sinn kamen, um
diesem Schmerz vielleicht entfliehen
können. Gleichzeitig wusste ich, dass
ich, wenn ich zu solchen Fluchtmitteln
greife, keine Chance hätte, da je wieder
rauszukommen. Das war ei fach eine
tiefe innere Erkenntnis. Das Leben
zwang mich, weiterhin na innen zu
gehen. Ich hatte Selbstmordgedanken, ich
bat darum, sterben dürfen, aber nichts
half. Es ließ mich durchhalten. Ich
konnte nicht me fliehen, die Klappe war
zu. Es war eine Art Sterbeprozess. Erst
kam c Diagnose (Haus, Existenz weg),
dann versuchte ich zu retten, was zu
retten war. Das half auch nicht. Dann
kam unglaubliche Wut und Aggressii
gegen das Schicksal auf und endlich, als
das Ego mit seinem Latein am E de war
und ich den inneren Sterbeprozess
akzeptierte - zutiefst erfahr habe, das
alte Leben sterben zu lassen -, geschah
ein Wunder.
An einem Freitag im Februar 2009 stand
ich im Wohnzimmer ui blickte auf mein
ganzes Leben. Ich hatte plötzlich eine
innere Schau a meine Vergangenheit. Ich
erkannte meinen Lebenskampf, aber auch
mi selbst, wie ich für alles scheinbar
eine Lösung für jedes Problem gefund-
hatte. Ich sah die zwei Seiten meiner
Lebensmedaille und war völlig
verzweifelt in dem Wissen, doch alles
getan zu haben und doch am ultimativ
Glück vorbeigeschrammt zu sein. „Wenn
ich es nicht bin, der mich glückli
machen kann, wer denn darin?", brach
es einfach aus mir heraus. Kaum ha te
ich dies von meiner Seele geschrien, trat
in mir eine tiefe Stille und e tiefer
Frieden ein, als urplötzlich aus der Tiefe
meines Seins das liebevolls
Lächeln an die Oberfläche meines
Bewusstseins stieg - so innig, so
zärtlich, so unmissverständlich klar. Ich
fühlte ohne Zweifel, dass es für mein
Selbstverständnis „Gott" war. „Ich hin
in Dir, ich bin Du, ich bin Dein Geber
und Nehmer von allem, ich bin die
Liebe Deines Lebens, ich bin hier." Es
waren nicht die Worte, die gesprochen
wurden, es war ein inneres Wissen, ja,
und dieses innere Lächeln - so nach dem
Motto: „Jetzt bist Du endlich so weit!"
Er zeigte sich mir so deutlich, dass ich
sofort in größter Freude beschloss, mich
ihm von diesem Moment an nun ganz
hinzugeben und endgültig die scheinbare
Kontrolle meines Egos aufzugeben. Ich
sagte: „Okay, ich mache nichts mehr,
mache Du, was ich nicht imstande war
zu tun, damit ich endlich im Frieden
und einfach glücklich sein kann." Ich
beschloss kurzerhand, mein
Vergangenheits- und Zukunftsdenken
abzugeben und begab mich nur noch in
den einzigen Moment hin, der da war.
Ich beobachtete nun alles, was sich in
mir bewegte, und jeden Moment fühlte
ich in mich hinein, sodass ich keinen
Impuls Gottes verpassen konnte -
kindlich, naiv und voller Hingabe und
voller Freude.
Nach ein bis zwei Tagen spürte ich
bereits eine wahrhaftige Tiefe und
Verbundenheit zu allem, was war. Ich
hatte das Gefühl, niemals wirklich
gelebt zu haben. Und ich spürte, dass es
für mich nichts mehr zu tun gab (also für
mein Ego). Ich saß manchmal
stundenlang still auf dem Sofa und
beobachtete nur, was vor sich ging, und
tat nur das, was sich gerade ergab. Ich
ließ mich leben, ich ließ mich fühlen und
blickte nun in eine freundliche,
strahlende Welt hinein. Und nicht nur
das: Je tiefer ich fühlte, desto erfüllter
spürte ich mich und in allem die Fülle
des Lebens. Alles sah neu aus, und ich
sah irgendwie viel tiefer in alles, als es
meine physischen Augen je sehen
konnten. Ich liebte plötzlich Dinge, die
ich zuvor nicht mochte oder vor denen
ich mich sogar ekelte. Es machte mir
nichts mehr aus, weil kein einziger
Gedanke mich mehr von etwas trennte.
Alles war plötzlich annehmbar und
Freude. Nach zwei bis drei Wochen, in
denen ich glaubte, dass es nicht mehr
besser werden kann, kam der bewusste
Freitag, der 13. Februar 2009. Ich
wachte mit einer tiefen Glückseligkeit
auf, die meine derzeitige Freude noch
weit überstieg. Ich dachte, ich platze fast
vor Freude, als ich jedoch bemerkte,
dass die Wände und die Decke plötzlich
auf mich zukamen. Ich sprang aus dem
Bett, zog mich schnell an, weil ich
dachte, dass ich zerquetscht werden
würde, und lief aus dem Haus auf den
Berg hinauf. Ich lief und lief und wusste
nicht, was mit mir geschah. Ich war auf
der einen Seite glücklich wie noch nie,
und auf der anderen Seite Nossen meine
Tränen, als wenn alle inneren Schleusen
von alten Staus geöffnet wären.
Als ich oben auf dem Berg, kurz vor
einer Biegung ankam, blieb ich plötzlich
wie angewurzelt stehen. Es schien, als
ob sich meine Energie über meine
körperlichen Grenzen noch weiter
ausdehnte. Es gab wieder einen Moment
der absoluten Stille, als sich mir ein
inneres Wissen offenbarte. Ich nahm
wahr, dass Innen gleich Außen ist, dass
der ganze Reichtum, alles Wissen und
die ganze Fülle nur in uns selbst
existiert. Nichts im Außen kann uns
wirklich etwas zu unserem Leben
dazugeben, kein Geld, egal wie viel es
ist, kann uns glücklich machen, weil
alles nur ein Spiegel, eine Illusion von
Gedanken und unverarbeiteten
Emotionen ist. Ich erkannte, dass die
inneren Schatten als Spiegelbild nach
außen projiziert werden und wir dann
gegen dieses Spiegelbild im Außen
ankämpfen, was nur in uns selbst gelöst
werden kann. Nicht nur, dass in mir die
jahrelange Einsamkeit erlosch, ich sah
plötzlich gestochen scharf wie ein
Adler. Ich leuchtete wie eine geistige
Fackel.
Zweieinhalb Monate blieb ich in dieser
Energie, und wie ein Wunder konnte ich
erkennen, wie Menschen in meinem
Umfeld sich positiv veränderten. Der
Kampf in der Schule zwischen meinem
Sohn und seiner Lehrerin hörte auf;
Menschen, die mich zuvor nicht
mochten, kamen mit mir in ein
liebevolles Gespräch; meine Tochter
veränderte sich ebenso positiv. Und mir
wurde schließlich klar: „Sei Du die
Veränderung, dann verändert sich das
Außen."
Was in uns an Schattenthemen
erlöst wird, löst sich sofort im
Spiegel dieser Welt. Das
wurde mir im Leben
vorgeführt und bestätigt.
Seither sehe ich meine
Aufgabe darin, selbst achtsam,
klar und offen zu sein, und
anzuerkennen und zu lieben,
was ist - und anderen dabei zu
helfen, diesen Zustand der
Freiheit und Freude auch zu
erleben.
Alles Wissen aus dem Ego -
Ego bedeutet für mich: die
eigens gewählte Ohnmacht -
gibt uns keine Weisheit,
sondern verwirrt uns nur mit
seinen endlosen Dramen.
Weisheit geschieht durch das
Leben selbst und offenbart
sich in jedem einzelnen
Menschen zur rechten Zeit.
Weil dem so ist, können wir
uns zurücklehnen und das
Leben selbst einladen, zu uns
kommen zu dürfen, anstatt
hinter ihm herzurennen. Das
macht das Leben sehr einfach.
Ich liebe das und darauf baue
ich!
In jedem Menschen lebt ein
ganzes Universum von
höchster Präzision, das
rechtzeitig für alles sorgt.
Nichts geschieht vor seiner
Zeit! Vertrauen wir darauf!

In tiefer Liebe, Monika.


Monika Kuny
Monika hat sich auf den
Newsletter gemeldet.
Internet: www.bewusstsein-als-
chance.de Facebook:
www.facebook.com/monika.kuny E-
Mail: Lebenswerte-Zukunft@web.de
Wenn Deine Augen keinen
Weg mehr sehen, schließe sie
und folge dem Weg, den Dir
Dein Herz zeigt.
Wünsche erfüllen sich -
wenn auch nicht immer
sofort
Mein Name ist Peter, und ich
wurde 1966 in der Nähe von
Heidelberg geboren. Meine
Eltern hatten jahrelang ein
Speiselokal mit
Tanzgelegenheit betrieben und
dadurch wenig Zeit für meine
Schulbildung. Ich ging neun
Jahre auf die Hauptschule,
und selbst in der neunten
Klasse hatte ich noch 36
Fehler in einem Diktat. Schule
hat mich zu dieser Zeit nicht
wirklich interessiert. Da das
Speiselokal meiner Eltern
nicht optimal gelaufen ist, hat
mein Vater zwischenzeitlich in
einer Malerfirma gearbeitet.
Bei diesem Betrieb fing auch
ich eine Lehre an.
Nach vierzehn Tagen fragte mich mein
Ausbilder, wie ich mir denn meine
Zukunft vorstelle, und ich antwortete
ihm: „Ich werde mal Ihren Platz
einnehmen." Ich hatte also schon sehr
früh eine Vorstellung von meinem
Leben. Ich wollte nicht für immer
Arbeiter bleiben, sondern Malermeister
werden - nicht zuletzt auch wegen den
besseren Verdienstmöglichkeiten. Meine
Ausbildung habe ich dann um ein halbes
Jahr verkürzt auf 2,5 Jahre, und man soll
es nicht glauben: wegen guter
schulischer Leistungen! Nach zirka drei
Jahren Gesellenzeit habe ich die
Anmeldung zur Meisterschule
abgegeben. Eigentlich durfte man damals
erst nach fünf Jahren die Meisterschule
besuchen, durch einen Schreibfehler in
der Jahreszahl bei der Anmeldung wurde
ich jedoch schon früher zugelassen.
1987 hatte ich mit 23 Jahren die
Meisterprüfung bestanden. Danach
arbeitete ich fast sechs Jahre als
angestellter Meister in verschiedenen
Firmen. Als der Betrieb, in dem ich
zuletzt gearbeitet hatte, in eine
Schieflage geriet, machte ich mich
kurzerhand selbstständig. Die
Entscheidung wurde binnen drei Tagen
gefällt, und bis zur Selbstständigkeit
vergingen gerade mal vier Wochen.
Ohne finanziellen Rückhalt, eher mit
Schulden, begann ich im November
1993, meinen Malerbetrieb zu eröffnen.
Mein erstes Ziel war es zu überleben.
Zur damaligen Zeit hatte ich meine Frau,
meine Tochter und eine finanzierte
Eigentumswohnung im Rücken und somit
finanziellen Druck. Die Hauptsache war,
dass die Raten bezahlt werden und wir
überleben konnten. Mein zweites Ziel
war es, fünf Mitarbeiter beschäftigen zu
können, damit ich nicht mehr voll aktiv
mitarbeiten musste. Dies wurde nach
zwei weiteren Jahren Wirklichkeit.
Ein weiteres Ziel war es, eine eigene
Halle zu besitzen, inklusive einem
Malerstudio, also mit einem
Ausstellungsraum. Dieses Ziel war von
Anfang an da, weil mein bisheriges
Lager keine Heizung hatte und mir im
Winter die Farbe einfror. Nach weiteren
vier Jahren hatte ich 1997 auch dieses
Ziel erreicht. Jedoch schon bei dem Bau
geriet ich in finanzielle Nöte, da von
jetzt auf gleich mein Telefon nicht mehr
geklingelt hat. Es fehlten Aufträge. Ich
musste Entlassungen aussprechen -
natürlich viel zu spät - und musste
deshalb zwischenfinanzieren. Nach der
Eröffnung der Ausstellung und vielen
Werbemaßnahmen kam das Ganze dann
gerade rechtzeitig wieder ins Rollen.
Um das Darlehen begleichen zu können,
musste ich noch mehr arbeiten als
vorher, wodurch mein Familienleben
sehr litt. Das ging so weit, dass eine
Trennung von der Familie kurz
bevorstand.
An dieser Stelle möchte ich meiner
damaligen Sekretärin danken, die mir
stets zugeredet hat, an meiner Familie
festzuhalten. Bei einer der vielen
Veranstaltungen, die ich regelmäßig
besuchte, um Kontakte zu knüpfen, fragte
mich ein Bekannter einmal, wie es mir
gehe und ich antwortete ihm:
„Schlecht." Daraufhin meinte dieser:
„Menschen, die jammern, denen sollte
man noch mehr nehmen", worauf ich
geantwortet habe: „Schau mir mal in
die Augen. Wenn ich sage, mir geht es
schlecht, dann ist das so, und wenn
nicht, dann sage ich, dass es mir gut
geht." Am Tage darauf erhielt ich von
diesem Mann einen Anruf und er
vermittelte mir für das restliche laufende
Jahr Aufträge in Höhe von 100.000 DM
und im darauf folgenden Jahr von über
300.000 DM.
Zwischenzeitlich war mein
Betrieb auf fünfzehn Mann
angewachsen, auch
Leiharbeiter hatte ich
zusätzlich noch beschäftigt.
1999 habe ich eine weitere
Firma gegründet. Hier habe
ich als Generalunternehmer
Kunden mit der kompletten
Handwerksdienstleistung
bedient. Im gleichen Jahr
bekam ich noch eine
zusätzliche Idee: Eine neue
Halle, eine noch größere
Ausstellung mit Workshop und
ein Einzelhandel sollte es sein.
In dieser Zeit habe ich mich
persönlich stark verändert.
Man könnte auch sagen, ich
wurde zu einem arroganten
Arschloch. Ich bin fast täglich
mit Anzug und Krawatte
herumgelaufen und auf dem
Bau kommt das gar nicht gut
an, was ich allerdings damals
nicht sehen wollte.
Das Spiel des Lebens wiederholte sich:
Schon beim Bau der neuen, größeren
Halle waren die Aufträge immer
weniger geworden. Ich konnte zwar
vieles überbrücken, aber irgendwann ist
jede Brücke auch mal überlastet. Ich
arbeitete mittlerweile von morgens 5:30
Uhr bis abends 21:30 Uhr. Zuerst bekam
ich einen Netzhautabriss, der so schlimm
war, dass ich innerhalb von zwei
Stunden operiert werden musste. Da
hatte ich noch einmal Glück, dass ich
nicht auf einem Auge blind wurde.
Gelernt hatte ich aus dieser Situation
allerdings nichts...
Wo sich andere Menschen sechs
Wochen krankmelden, war ich nach zwei
Tagen schon wieder im Büro und habe
gearbeitet. Ich hatte ja Druck, <Jie
finanzielle Seite war sehr stark
angespannt. Meine Mitarbeiterzahl ging
von fünfzehn auf fünf Personen zurück,
und wieder benötigte ich eine
Zwischenfinanzierung, diesmal waren es
100.000 DM. Auch jetzt gab ich wieder
alles, was ich konnte. Es waren harte
Veränderungen. Jahrelang war ich selbst
nicht mehr auf der Baustelle tätig, jetzt
musste ich wieder raus. Nicht nur, dass
mir alle Körperteile weh getan haben,
vielmehr tat mir mein Kopf weh -
gekränkte Eitelkeit. Ich fühlte mich als
Loser, als Verlierer. Obwohl die
Mitarbeiterzahl sogar bis auf eine
Person abfiel, wurde die
Zwischenfinanzierung bedient und
beendet. Iii meiner Halle habe ich dann
einzelne Wände eingezogen und an
andere Betriebe vermietet, dies half mir
Iiis heute. Die Lage hatte sich dann bis
2004 wieder beruhigt und ich bin wieder
auf vier Mitarbeiter angewachsen.
Damals, bei der Eröffnung der
Halle, bekam jeder Besucher
ein kleines, selbst gemachtes
Buch über die Historie des
Betriebes und meine Person.
Kbenso standen dort weitere
Ziele drin, unter anderem,
einmal eine eigene
Aktiengesellschaft zu besitzen
und darin Vorstand zu sein.
Die Jahre vergingen. 2010
habe ich dann wieder einmal
viele neue Kontakte geknüpft,
als mein alter Wunsch wieder
zum Vorschein kam und die
Möglichkeit bestand, eine AG
zu gründen. Auch dies habe
ich binnen drei Monaten
umgesetzt und hatte jetzt
zusätzlich eine
Aktiengesellschaft. 2011
wurde diese jedoch wegen
Ziellosigkeit wieder
geschlossen, und jeder
Aktionär kam mit einem
blauen Auge davon.
Ende 2012 bis Ende 2013 habe ich mich
weitergebildet und wurde ö.b.u.v.
Sachverständiger (öffentlich bestellter
und vereidigter Sachverständiger). Alles
war wieder gut. Ich hatte keine
finanziellen Nöte, außer die, die normal
sind, mal mehr mal weniger. Arbeit war
da, mal mehr mal weniger, bis Anfang
2013 mein Kopf nicht mehr wollte. Ich
hatte nur noch Panik in mir und meine
Gedanken waren: „Wie soll ich das
bezahlen, wie soll ich die Löhne
bezahlen? Alle wollen mein Geld. Ich
habe keine Arbeit, was machen wir bloß
morgen, was nächste Woche und
nächsten Monat? Warum sieht keiner,
wie ich leide, warum kauft meine Frau
etwas ein, wenn es uns doch so .... geht.
Warum habe ich so viel Pech? Das
habe ich nicht verdient, ich bin mehr
wert. Warum muss ich für etwas
bezahlen, wenn ich doch ein Guter bin?
Was soll bloß meine Tochter mal tun
(diese war zu dieser Zeit schon
Malergesellin, Bürokauffrau und hatte
ihre Meisterschule begonnen) ?"
Fragen über Fragen kamen hoch, die an
mir zehrten. Erst kamen die Fragen
langsam und leise, dafür aber ständig.
Der Höhepunkt war ca. August oder
September 2013, da wollte ich auch die
Ausbildung als Sachverständiger
hinwerfen.
Obwohl ich auf vielen Seminaren war
und auch das positive Denken kannte und
auch das Universalgesetz, demzufolge
das eintritt, was ich mir wünsche, und
noch viele anderen Techniken, bekam
ich meine negativen Gedanken nicht
mehr aus dem Kopf. Woher kamen die?
Es gab doch gar keinen wirklichen
Anlass dazu? Es musste etwas zu
bedeuten haben.
Die Panik-Gedanken gingen immer
weiter, so weit, dass ich auf der
Baustelle weinte und meiner Tochter
sagte, ich müsse sie entlassen. Und das,
obwohl im Nachhinein gar kein Grund
dafür bestand. Ich dachte, ich sei schon
an meine seelischen Grenzen gestoßen.
Das war aber nicht so. Da ja Arbeit
vorhanden war, habe ich auch meine
Tochter nicht entlassen, doch im Kopf
ging es immer weiter.
Meine Beziehung war top,
meine Familie war top, meine
privaten Finanzen waren top,
die Gesundheit war top, und
dennoch lief das Geschäft
immer weniger. Meine Panik
wurde immer schlimmer.
Auch mein Darm spielte nicht
mehr mit, täglich das gleiche
Leid. Nach sechs Monaten mit
Darmproblemen hat meine
Frau mich zum Arzt geschickt,
mit der Bitte, eine
Darmspiegelung durchführen
zu lassen. Als ich nun bei der
Ärztin saß und diese mich
fragte, was mein Problem sei,
habe ich ihr mit Tränen in den
Augen von meiner Situation
erzählt. Daraufhin sagte sie,
ich bräuchte keine
Darmspiegelung, ich hätte
psychische Probleme. Für
mein Darmproblem hat sie mir
etwas verschrieben, für meine
psychischen Probleme
allerdings nicht.
Eines Tages, als ich einen Termin bei
meinem Steuerberater hatte, der mir
erzählte, dass es eben nicht so toll um
die Firma stehe, was ich ja eh schon
wusste, hatte ich auf dem Rückweg
folgende Gedanken: „Was tue ich hier
überhaupt? Was mache ich? Was soll
das Ganze? Wenn ich heute unter der
Brücke schlafen würde, würde es mir
nicht schlechter gehen als jetzt. Warum
in aller Welt sollte ich dann
weitermachen ? Ich will raus, ich will
weg, ich mag nichts mehr sehen oder
hören." Manchmal ging ich nicht einmal
mehr ans Telefon. Ich dachte: „ Warum
rufen die Kunden nur mich immer so
spät an? Die sollen doch zu normalen
Uhrzeiten anrufen." Ich versuchte,
meine Gedanken zu kontrollieren, hatte
aber gegen die negativen Gedanken
keine Chance. Ich hatte Atemnot, bekam
schlecht Luft und war wie versteinert.
Ich war wieder einmal in meinem Büro
und war verzweifelt und spielte mit dem
Gedanken, alles fallen zu lassen,
auszubrechen, aber das ging nicht. Ich
hatte mir mein eigenes kleines Gefängnis
gebaut. Dieses musste abbezahlt werden.
Ich versuchte, es zu verkaufen, was mir
zu diesem Zeitpunkt jedoch nicht
gelang.
Als Handwerker besitzt man ein großes
Netzwerk. Ein größeres Netzwerk hat
man, wenn man sich einem
professionellen Netzwerk wie BNI
(.Business Network International)
anschließt. Ich war seit drei Jahren bei
denen Mitglied und zum besseren
Kennenlernen macht man dort mit den
Beteiligten ein Vier-Augen-Gespräch.
Bei diesem Netzwerk darf man auch
seinen größten Wunsch oder Traum
äußern. Warum ich dies erzähle, erklärt
sich später von selbst.
Da man ja nach drei Jahren jeden gut
kennt und mit jedem schon ein Vier-
Augen-Gespräch hatte, trifft man sich
zwar immer noch, redet aber weniger
über seinen Beruf, sondern vielmehr
darüber, wie man einander
weiterempfehlen kann. Und natürlich
spricht man auch privat ein wenig. Der
große Vorteil ist, dass man sozusagen
mit Gleichgesinnten redet. So habe ich
auch mit dem einen und anderen über
meine persönliche Krise gesprochen.
Von einem bekam ich die Antwort, dass
seine Probleme noch größer wären. Das
half mir nicht wirklich, der andere hörte
meine Worte gar nicht und sagte: „Du?
Du doch nicht. Du bist immer so stark
und motiviert. "
Aber bei einem weiteren Gespräch
fühlte ich mich gut aufgehoben. Es war
das Gespräch mit meinem Rechtsanwalt.
Er hörte genau hin, nahm mich ernst und
gab mir einen Tipp: „Versuche, Dich
über ganz kleine Dinge im Leben zu
freuen, und sei dankbar, dass Du diese
Momente erleben darfst. Mache das
immer und immer wieder, und fange
dann an, Dir ganz kleine Ziele zu
setzen, Ziele, die Du relativ schnell
erreichen kannst. Dann wird es schon
wieder gehen."
Klar kannte ich diese
Vorgehensweise, nur hatte ich
sie bis dahin nie angewandt.
Nach diesem Gespräch ging es
mir wirklich besser, und ich
versprach mir, es selbst
auszuprobieren. Denn das
Schlimmste, was passieren
konnte, war ja „nichts". Am
Anfang war es natürlich eine
künstliche Freude. Ich freute
mich über Blumen, über die
Sonne, auch wenn ich erst
nicht so fühlte. Ich war
dankbar für mein
Familienleben und meine
Gesundheit usw.. Aber es kam
nicht wirklich von innen. Also
habe ich mir ein Ziel gesucht,
wie beispielweise, das Lager
aufzuräumen und alte Sachen
wegzuwerfen oder zu
verkaufen. Das tat mir gut, je
mehr ich weggeworfen habe,
umso besser ging es mir. Auch
fing ich wieder an zu lesen
und wieder auf Seminare zu
gehen. Ich wollte mich mit
positiven Dingen umgeben. Es
waren inzwischen zwölf
Monate vergangen, seit dem
Beginn meiner Sinnkrise.
Ich suchte aber noch nach etwas
anderem und hatte es noch nicht
gefunden, als eines Tages ein Brief
meines Leasing-Gebers im Briefkasten
war, in dem stand, dass der Vertrag von
meinem Auto bald zu Ende ging. Somit
hatte ich endlich wieder eine Aufgabe
neben meinem Betrieb. Diesmal sollte es
aber nicht irgendein Auto werden, ich
suchte ja ein Ziel, und warum nicht ein
außergewöhnliches? Das war die
Gelegenheit für mich! Ich suchte nach
einem Auto, das Leidenschaft,
Charakter, Emotionen, Sportlichkeit,
Kraft und Ausdauer darstellte. Suchte
ich am Ende mich selbst? Ich fing an,
über das Internet zu suchen und bin an
einem US-Car, einem Ford Mustang,
hängen geblieben. Meine Suche dauerte
sieben Monate, und ich kannte
inzwischen jeden Mustang, der in
Deutschland angeboten wurde. Mit
einem Freund machte ich dann aus Spaß
einen Test. Er zeigte mir ein Foto von
einem Mustang im Internet, der in
Deutschland verkauft wurde, und ich
sagte ihm den Preis und den Ort, wo
dieser stand.
Bei dieser Suche habe ich meine
Probleme komplett vergessen. Das
Geschäft lief wieder rund, und negative
Gedanken kamen nur noch ganz wenige.
Entschieden habe ich mich im Januar
2014 für einen Mustang 5.0 CS, dieser
hat auch einen Namen bekommen:
„Abigail", abgeleitet aus der Bibel -
„Vaters Freude".
Nun noch mal kurz zurück zum BNI-
Network: Da ich früher schon sehr viele
Bücher von Jan van Heising gelesen
hatte, wünschte ich mir, dass ich diesen
einmal treffen dürfte, um mit ihm zu
sprechen. Immer wieder habe ich diesen
Wunsch geäußert, bis wir ein neues
Mitglied bekamen: Er war der Inhaber
einer Metallhandelsgesellschaft. Dieser
kam nach einer Sitzung zu mir und sagte:
„Ich kenne Jan, ich kann Dir helfen."
So dauerte es immer noch zirka ein Jahr,
bis es geschehen ist. Im Oktober 2014
habe ich Jan auf dem Gold-Kongress des
Kopp-Verlags kennen gelernt, der mir
die Gelegenheit gab, meine Geschichte
mit anderen zu teilen. Ein großer Traum
ging für mich in Erfüllung.
Wichtig in all der schwierigen
Zeit waren und sind meine
Frau und meine Tochter. Ich
dachte früher immer, das
Geschäft kommt immer an
erster Stelle und danach die
Familie. Ich dachte immer,
ohne Geschäft gäbe es keine
Familie. Dies war ein
Trugschluss. Heute weiß ich
es besser denn je.
Aktuell geht es meiner Firma wieder gut,
es ist ein normales Auf und Ab. Die
nächsten Veränderungen stehen an. Dazu
gehört das Loslassen meiner Halle,
weitere Ziele auszusprechen,
aufzuschreiben und loszulassen. Ich setze
mir immer weitere Ziele, und mögen sie
auch noch so klein sein, wie
beispielsweise ein Wochenendurlaub
oder auch nur mal früher Feierabend zu
machen und mit meiner Frau in die Stadt
zu gehen.
Rückblickend war das eine der
schlimmsten Zeiten, die ich erlebt habe.
Als Unternehmer erlebt man viele
Schwierigkeiten, keine war groß genug,
dass ich diese nicht aus dem Weg
räumte. Aber bei dieser Lebenskrise
kam ich wirklich an meine Grenzen.
Viele Ängste waren vorhanden, von der
Existenzangst bis hin zur Angst, alles zu
verlieren. Aber am schlimmsten war es
eigentlich zu denken: „Scheiß drauf,
brauche nichts mehr, alles für den
Ar..."- diese Sinnlosigkeit.
Ich denke, alles im Leben hat einen Sinn,
und ich bin dankbar, dass ich diese
Krise erleben durfte - nein, vielmehr bin
ich dankbar, dass diese Krise vorbei ist.
Ich darf bezogen auf meine Person
sagen, dass ich alles erreichen kann,
wenn ich es mir nur wünsche. Ziele zu
setzen, ist der Schlüssel zum
Erfolg. Weiter, immer weiter zu gehen,
loszulassen und weiterzugehen. Es
kommt alles, wie es kommen muss, um
Deinen Traum zu erfüllen. Dabei geht es
eben nicht um Finanzen oder Immobilien
oder Sonstiges. Es geht um das
Gleichgewicht in Dir selbst. Für jeden
mag das etwas anderes sein, für mich ist
es vor allem Liebe und Zufriedenheit
geworden. Und wenn man mich fragen
sollte, was ich heute am liebsten mache,
dann sage ich: „Am liebsten helfe ich
Menschen, und dabei ist es mir egal, ob
auf ihrem inneren Gleichgewichtsweg
oder im geschäftlichen Bereich." Vieles
hängt ja ohnehin miteinander zusammen
und ist verbunden.
Die Erkenntnis aus dieser ist
Krise heute wohl: Habe so viel
Spaß im Leben, wie es geht.
Sei ein wenig verrückt, und
kümmere Dich nicht um das,
was die anderen denken
könnten. Lebe ein Leben
voller Abwechslung, und
erlebe Geschichten, die es
wert sind, erzählt zu werden.
Du hast zwar keine Chance,
wenn es über Dich kommt und
von Dir Besitz ergreift, Du
hast aber Einfluss darauf, wie
lange diese Krise anhält. Und
wie wir ja wissen, ist jede
Krise auch eine Chance.
Peter
Peter habe ich auf dem Gold-Kongress
des Kopp-Verlags 2014 in der
Filderhalle kennengelernt. Ein Kontakt
ist über den Verlag möglich.
E-Mail: amadeus@amadeus-verlag.com
Briefpost über den Verlag
Richte Deinen Geist auf ein
Ziel aus!
„Anders" war ich schon von klein auf.
Geboren wurde ich 1955 als Sohn eines
Obst- und Gemüsegroßhändlers in
Baden-Württemberg. Meine Schwester
und ich sind überwiegend bei meiner
Oma aufgewachsen, da die Eltern immer
am Arbeiten waren - allerdings war
diese Kindheit recht geschmeidig und
sorglos. Die Geschäfte meiner Eltern
liefen sehr gut, weswegen es auch
finanziell recht komfortabel war. Ich
ging zur Hauptschule, wollte aber
aufgrund meiner Gedanken und Pläne für
die Zukunft aufs Gymnasium gehen, was
aber nicht dem Willen des Vaters
entsprach. Der wollte, dass ich so früh
wie möglich seinen Betrieb übernehme.
Um aufs Gymnasium gehen zu können,
hätte ich in die nächste größere Stadt
fahren müssen. Zudem war ich damals
auch daran interessiert, von daheim
wegzukommen, um Moped zu fahren und
die Sau rauszulassen, Mädels
kennenzulernen usw.. Das Leben in
unserem Dorf war relativ einfach, mich
hingegen hat es schon in jungen Jahren
dazu gedrängt, in die Welt hinauszugehen
und etwas zu erleben. Nachdem ich nicht
hinauskam, holte ich das Abenteuer zu
uns ins Dorf, indem ich an Heiligabend
das Kriegerdenkmal rot angemalt habe.
Damals war ich 14. Nachdem meine
Kumpels mich beim Pfarrer verpfiffen
hatten, kostete es meinen Vater eine
Menge Geld und mich eine ordentliche
Tracht Prügel und führte dazu -
zusammen mit noch ein paar anderen
Aktionen dass die Schulleitung dazu
drängte, mich schon in der 8. Klasse mit
dem Hauptschulabschluss von der
Schule zu schicken, damit man mich
endlich los war. ©
Mein Vater fand dann auf die Schnelle
eine Lehrstelle für mich als
Werkzeugmacher, die ich jedoch nach
zwei Monaten abbrach, da sie meinen
Vorstellungen so gar nicht entsprach.
Eine weitere Lehrstelle - diesmal als
Feinblechner - hatte ich dann allerdings
bis zum Ende durchgezogen, habe am
letzten Arbeitstag als Lehrling dort
gekündigt und vier Wochen später bei
einer Großbäckerei als Fahrer
angefangen. Dort habe ich — da ich
bereits morgens um 2 Uhr anfing - viel
mehr verdient als meine Kameraden.
Das habe ich ein halbes Jahr
durchgezogen, doch das war mir zu
wenig. Deswegen bin ich dann ein paar
Monate später endgültig in die
Selbstständigkeit gewechselt - damals
war ich 20 Jahre alt - und habe in
Heilbronn eine Diskothek mit 300
Sitzplätzen übernommen, die damals
50.000 DM Ablöse gekostet hatte. Ich
bin zusammen mit einem Freund, der
mitmachen wollte, zur Bank gegangen,
und die hat uns tatsächlich 150.000 DM
geliehen. Am Anfang lief es recht
schleppend, bis irgendwann ein
Stuttgarter Großunternehmer mit einem
goldenen 600er Mercedes vor der Türe
stand und uns Bands aus Thailand anbot,
wobei die Musiker nicht nur gut
aussahen, sondern auch recht gut
Rockmusik spielten. Dafür verlangte
dieser 10.000 DM im Monat, und wir
wussten zuerst nicht, ob wir das machen
sollen. Wir haben es schließlich einfach
getan und auf das Beste gehofft - und
tatsächlich war die Disko dann von
abends um 19 Uhr bis morgens um 2 Uhr
immer gerammelt voll. Alle Frauen aus
der Umgebung sind wegen der Jungs und
der Musik gekommen, und mit den
Frauen kamen dann auch die Männer.
Zwei Jahre später hatte ich diese Disko
verkauft und habe die nächste Diskothek
in der Nachbarstadt übernommen. Bis
dahin war ich 24, verheiratet und hatte
zwei Kinder - einen Jungen und ein
Mädchen. Aber neben der Diskothek
hatte ich noch andere Geschäfte getätigt.
Zum Beispiel habe ich im Dezember
Weihnachtsbäume verkauft, die wir
selbst geschlagen haben - tausende.
Dann hatte ich parallel zu meinen Eltern
auch einen großen Obst- und
Gemüsestand auf den Wochenmärkten,
war neben meinem Vater platziert - mit
bis zu 10 Angestellten. Das heißt, ich
hatte abends um 19 Uhr die Disko
aufgemacht bis 1 Uhr morgens, bin ins
Bett, und um 3 Uhr bin ich in den LKW
gestiegen und nach Pforzheim gefahren -
viermal die Woche. Montags habe ich
eingekauft, Dienstag und Mittwoch war
ich verkaufen mit meinen Leuten, am
Donnerstag habe ich wieder eingekauft
und war Freitag und Samstag wieder am
Verkaufen. Ich habe also mehrere
Sachen nebenbei gemacht - und
verdiente richtig gut. Das ging so bis
1983, damals war ich 28.
Schließlich habe ich alles
verkauft und bin mit meiner
Frau und den Kindern nach
Ibiza gezogen. Wir konnten
dort einig gute Geschäftsideen
umsetzen (Autovermietung,
Schiffscharter), doch schon
nach kurzer Zeit kam ich mit
der internationalen Pop-Szene
um Falco und andere Promis
in Berührung und habe der
Nacht die Sterne eingepflanzt.
Das heißt, alles war möglich...
Und unter diesem „alles war
möglich" ist dann meine Frau
mit den Kindern nach
Deutschland zurückgeflüchtet,
hat mir gesagt, dass ich das
schön alleine durchziehen soll
und hat sich scheiden lassen.
Zum ersten Mal pleite
Und es kam schließlich der
Tag - nach anderthalb Jahren
an dem mein komplettes Geld
weg war, ausgegeben. Wir
hatten damals auf Ibiza einen
Bungalow am Hang gemietet,
lebten dort mit Schiff, Autos,
Motorrad und all dem Zeugs.
Und das kostet natürlich... Am
Ende bin ich mittellos wieder
nach Deutschland gegangen,
zurück in das Haus, in dem
wir zuvor gewohnt hatten.
Meine geschiedene Frau war
bereits ausgezogen, hatte
einen neuen Mann
kennengelernt und wieder
geheiratet. Meine Eltern
besaßen mehrere Häuser, und
in einem hatten wir als Familie
gewohnt. Glücklicherweise
stand mir dieses noch zur
Verfügung. Es war ein älteres
Häuschen mit einem Anbau,
das mir mein Vater geschenkt
hatte. Bei der Bank hatte ich
dann 120.000 DM
aufgenommen, habe die
Scheune zu zwei großen, sehr
eleganten
Eigentumswohnungen mit viel
Herzblut und Eigenleistung
umgebaut und habe sie für
600.000 DM verkauft. Das
Wohnhaus selbst habe ich in
ähnlicher Art und Weise
umgebaut und für ein
Mehrfaches des
ursprünglichen Wertes
verkauft.
Nebenbei hatte ich noch ein gutes
Geschäft in der Nähe von Heidelberg
gemacht. Es handelte sich um ein
Geschäftshaus mitten in dieser Stadt, das
seit Jahren leer stand und einer reichen
Dame aus Heidelberg gehörte. Alle
wollten das Haus kaufen, aber keiner hat
es bekommen. Auf verschwungenen
Wegen hatte ich mit der Dame Kontakt
aufgenommen, habe ihr erzählt, was ich
damit machen möchte (einen Diokletian-
Palast), und sie war bei der
Hausbegehung derart begeistert davon,
dass sie mir das Objekt für 820.000 DM
verkaufte. Zum Umbau kam es aber
nicht, da ein großer Bauunternehmer
Wind davon bekommen hatte. Dieser bot
mir eine stattliche Summe über meinem
Kaufpreis, weshalb ich es ihm
weiterverkaufte. Das Schicksal meinte
es wirklich gut mit mir...
Ich hatte also nach kurzer Zeit wieder
über eine Million Mark auf der Seite
und bin mit meiner neuen Frau, die ich
1992 geheiratet hatte, nach Teneriffa
ausgewandert (samt Autos und Container
mit dem kompletten Hausstand). Doch
bereits nach kurzer Zeit stellte sich
heraus, dass es dort keine für uns
lohnenswerten geschäftlichen
Engagements gab.
Währenddessen liefen seit dem
Mauerfall im Osten Deutschlands die
gigantischen Sonderabschreibungen mit
Immobilien, weswegen wir uns dazu
entschlossen haben, nach Berlin zu
ziehen und uns dem Immobilienboom
anzuschließen. Wir verkauften dort die
Fondsanteile der Prinz zu
Hohenlohe-Jagstberg & Banghard
GmbH mit 50 Prozent
Sonderabschreibung. Hier hatten wir
unser gesamtes Geld eingebracht, einen
großen Vertrieb aufgebaut, hatten aber
leider übersehen, dass der Zeitpunkt, an
dem wir eingestiegen sind, zu spät
gewesen war. Niemand wollte mehr
diese Fondsanteile kaufen, was uns aber
erst zu spät klar wurde, da die Gruppe
immer noch eine Milliarde Umsatz
geschrieben hatte. Nichtsdestotrotz ist es
mir im ersten Jahr gelungen, einem
Kölner Blumenhändler kurz vor
Weihnachten eine Stadtvilla für einen
hohen siebenstelligen Betrag zu
verkaufen, wovon ich wieder eine satte
Provision erhielt. Dennoch reichte dies
nicht aus, um alle Unkosten zu decken -
zudem blieb es das einzige größere
Geschäft - und wir waren vier Jahre
nach unserem Start in Berlin pleite. Und
nicht nur das, hinzu kamen noch zirka
400.000 DM Schulden, die sich
angehäuft hatten. Der große Vertrieb, die
300 qm Bürofläche, all das kostete eine
Menge. Wir hatten Steuerberater aus
ganz Deutschland nach Berlin
eingeladen, die Flüge, das Essen und die
Übernachtungen im Kempinski bezahlt,
in der Hoffnung, dass sie uns Kunden
bringen. Ich hatte immer geglaubt, dass
noch Mal ein tolles Geschäft läuft, dem
war aber nicht so.
Wir haben dann noch ein Jahr
in Berlin verbracht, aber es
gelang mir nicht, neue
Geschäfte aufzutun, bis ich
dann doch 2002 wieder in
meine Heimat zurückgezogen
bin. Meine Frau hatte
die'wirtschaftlichen Probleme
nicht ausgehalten und unsere
Wege hatten sich getrennt. So
zog ich bei meiner Schwester
in die Kellerwohnung ein -
wieder mittellos.
Zum zweiten Mal pleite
Zum zweiten Mal hatte ich alles
komplett verloren und hatte zudem noch
eine Menge Schulden an der Backe.
Mein Vater war verständlicherweise
sauer auf mich, da ich so viel Geld
verbraten hatte und meinte, ich hätte es
sicher anlegen sollen bzw. seriöser
wirtschaften müssen. Aber ich war halt,
wie ich war. Was soll man da machen.
Ich war immer einer, der etwas riskiert,
der mutig ist. Klar kann ich heute sagen,
dass ich das hätte anders machen sollen,
aber was bringt das... Gegessen ist
gegessen. Man muss nach vorne schauen.
Das ist wie bei Sindbad dem Seefahrer,
der von seinen Reisen immer wieder
zurückkam, nur mit seinem Hemd am
Leib, der seine Weggefährten bei den
Abenteuern alle verloren hatte, nach
Hause kam und sich schwor, dass dies
seine letzte Reise gewesen sei. Und
kurze Zeit später ist er dann doch wieder
los, weil er es zu Hause nicht
ausgehalten hat, weil er das Abenteuer
suchte. So ist das auch bei mir: Wunden
lecken und dann wieder Gas geben.
Das war 2002. Nach dieser Niederlage
habe ich angefangen, Sport zu treiben,
viel Sport, jeden Tag - laufen, Fitness.
Ich begann damit, mich gesund zu
ernähren und habe nebenbei diverse
Gelegenheitsjobs ausgeführt. Hierbei
war ich mir für nichts zu schade.
Beispielsweise bin ich für einen
Kurierdienst mit einem Sprinter von
Karlsruhe nach London gefahren oder
nach Paris und habe irgendwelche
Waren oder Päckchen geliefert. Das
geschah zweimal die Woche, und pro
Fahrt bekam ich 150 Euro. Das war
natürlich nicht viel, aber ich musste auch
keine Miete bezahlen. Von meinem
Schwager bekam ich einen alten VW
Golf gestellt. Den Sprit konnte ich selbst
bezahlen, und fürs Restaurant reichte es
auch hin und wieder. Ich musste ja
irgendwie wieder unter die Leute
kommen. Ich weiß noch, wie ich einmal
nach Karlsruhe gefahren bin und mir bei
einem edlen Italiener eine Portion
Spaghetti mit weißen Trüffeln für 70
Euro geleistet habe. Das musste
zwischendurch sein...
Obwohl ich nichts mehr hatte, war ich
ständig unterwegs, war an allem dran
und hatte Augen und Ohren
offengehalten. Zudem hatte ich viel Sport
getrieben und war* dadurch „im
Geschehen". Auf diese Weise lernte ich
dann einen bekannten Zahnmediziner
kennen, der zusammen mit einer sehr
vermögenden Dame das Anwesen eines
reichen Adligen gekauft hatte. Ich war
auch mit anderen
Immobilienunternehmern im Gespräch,
und irgendwann kontaktierte mich die
Sparkasse und bot mir ein Objekt an mit
der Frage, ob ich daraus etwas machen
könnte. Die wussten ja, dass ich bereits
mehrere Objekte umgebaut und veräußert
hatte und vertrauten mir. Es ging um ein
großes, leerstehendes Gebäude, einen
Glaspalast, den ich vermarkten sollte.
Ich schulte Geist und Seele
Hier muss noch eine andere, parallele
Entwicklung Erwähnung finden: Ich war
ja wie ein geprügelter Hund aus Berlin
zurückgekommen und wusste nicht, was
ich machen soll. Ich wusste nur, dass ich
was machen musste. Durch den Sport
hatte sich mein Körper verändert - zum
Positiven -, der Kopf wurde frei, ich
habe gesehen, dass ich mich veränderte.
Die Seele kam wieder in Schwung und
gab mir auch geistigen Auftrieb. Neben
meinem
Interesse für Sport begann ich, mich
auch geistig weiterzubilden und habe
viele Bücher gelesen, Seminare besucht
und dergleichen. Durch mein Interesse
an der Natur und an der gesunden
Lebensweise lernte ich dann
verschiedene Heiler kennen und bin auch
in die spirituelle Richtung gegangen.
Zunächst lernte ich den Heilpraktiker
Peter Mandel kennen, den Entwickler
der esogetischen Medizin, und über ihn
wiederum andere interessante Leute, wie
den Philosophen und Sprachforscher
Hans Endres. Herr Endres ist mit 94
Jahren gesund gestorben, war Zeit seines
Lebens Philosoph und Sprachforscher
und hatte einen großen Einfluss auf mein
Leben. Er sagte einmal zu mir: „Die
Welt braucht jemanden wie Dich, der
ihr Mut und Hoffnung gibt." Schon bei
unserem ersten Gespräch sind mir einige
ganz maßgebliche Dinge aufgefallen.
Wir hatten gemeinsam Gäste geladen,
und er hatte mich darauf aufmerksam
gemacht, beim Essen doch bitte ruhig zu
sein. Ich fragte: „Warum?" Er sagte:
„Ganz einfach, bringe die Dinge, wie
sie sind, richtig in Anwendung. Wenn
Du isst, dann iss, und setze Deine
Kauwerkzeuge, Deine Zähne, richtig
effizient ein, damit das, was Du isst,
gut bekömmlich im Magen ankommt -
und ohne Störung. Denn wenn Du beim
Essen sprichst, kann es nicht
bekömmlich ankommen."
Und er führte später fort: „Wenn wir
schon bei den richtigen Dingen sind,
dann müssen wir über das
Allerwichtigste sprechen: Das, was
unser Leben ausmacht, sind unsere
Gedanken, sind unsere Wünsche, Ziele
und Hoffnungen, die wir hegen. Dazu
muss man aber wissen, wie Wörter
wirken. Wenn Du Wörter anwendest,
von denen Du eine andere Meinung
hast als das, was sie sind, dann schießt
Du am Ziel - auch wenn es nur knapp
ist - vorbei. Ein Beispiel: Wer ist der
wichtigste Mensch in Deinem Leben ?
Immer der, der Dir gerade
gegenübersitzt. Denn der schenkt Dir
seine Zeit, damit Du ihn anhören
kannst, damit Ihr Euch austauschen
könnt. Stell Dir vor, Du denkst an
etwas anderes, während er mit Dir
spricht; dann verbrauchst Du dessen
Zeit und Deine, weil Du mit dem, was
er Dir gerade sagt, gar nichts anfangen
kannst. Kommunikation ist immer ein
Austausch. Und nur durch die
Aufmerksamkeit ist überhaupt ein
Austausch möglich. Bewusstheit in
diesem Moment. Nur so kann man
etwas lernen. Und wenn man dann
aufmerksam zuhört, ist die Bedeutung
der verwendeten Wörter von
Wichtigkeit. Viele Leute sagen: ,Das
müssen wir ausdiskutieren.' In einer
Diskussion wird aber nie ein Konsens
gefunden oder ein Ziel ausgemacht. In
einer Diskussion kommt man an kein
Ziel. Das richtige Wort wäre ,Debatte',
wenn man am
Ende ein gemeinsames Ziel erreichen
möchte. Und nur die richtigen Wörter
in ihrer Anwendung führen auch zum
Ziel. Man sagt auch: ,Da müsste ich
mal wieder nach-denken.' Heißt das,
dass Du mit Vollgas auf der Autobahn
fährst und die ganze Zeit in den
Rückspiegel guckst? Nein. Denke kurz
nach, aber dann denke vor!
Wenn Du mit jemandem sprichst, dann,
kommuniziere' doch bitte mit ihm und
sage nicht: ,Ich möchte mich mit Dir
unterhalten.wie alle Leute sagen.
Möchtest Du diesen Menschen unten
halten? Oder möchtest Du mit ihm
kommunizieren? Das richtige
Verständnis zu den Wörtern ist der
Schlüssel, um seine Ziele richtig zu
definieren, und diese dann dem Geist
mitzugeben, damit dieser auf die beste
Weise für Dich arbeiten kann. Der
Auftrag muss klar definiert sein!"
Letzteres war seine wichtigste Botschaft,
und das hat er mit mir geübt - immer
wieder. Er sagte auch: „Die Welt
braucht eine Führung. Es kann doch
nicht sein, dass so viel Leben vergeudet
wird. Das Wichtigste, was wir haben,
ist unsere Lebenszeit. Und wie
dümmlich geht unsere Lebenszeit
kaputt, weil nichts Vernünftiges damit
angestellt wird? Ist es denn wirklich
so, wie ich es aus Friedrich Nietzsches
Schriften interpretiere, dass die Welt es
notwendig hat, so viel Müll an
Menschen mit sich zu führen, wie der
Strand endlos viele nichtsnutzige
Sandkörner gibt, die einzig und alleine
dazu da sind, um die Wellen zu
brechen? Notwendigkeit' ist auch so
ein übles Wort: ,Es wäre wieder mal
notwendig, meine Mutter zu
besuchen...' Das heißt, Du hast Not
einkehren lassen, die Du wenden musst.
Lass einfach keine Not einkehren, die
Du wenden musst, dann verlierst Du
keine Zeit. Die richtige Kommunikation
ist von größter Wichtigkeit."
Ganz Wichtiges habe ich auch von Uri
Geller gelernt, den ich in dieser Zeit
persönlich kennenlernte und der später
mehrmals bei mir zu Hause war: „Das
Allerwichtigste zu wissen ist, dass der
Geist Dein Häuptling ist. Dein Geist ist
Dein Häuptling. Vertraue Deinem
Geist, gib Dich ganz Deinem Geist hin.
Und wenn Du das geschafft hast, dann
gib Deinem Geist Dein Ziel vor, wohin
Du möchtest. Zeichne Deinem Geist ein
Bild vor, was Du im Leben erreichen
möchtest - wie Du mit Deiner Familie
wo lebst, in welchem Haus, welche
Arbeit Du tätigen möchtest. Je
konkreter und detaillierter das
ausformuliert ist, desto besser. Male
dieses Bild auf ein Blatt Papier (zum
Bei- spiel durch ,treasure mapping'),
gib es Deinem Geist vor, und dann bitte
ihn, dies umzusetzen. Sage Deinem
Geist, dass er auf dieses Ziel zugehen
soll."
So, in dieser Art, hat Uri Geller es mir
erklärt. Er sagte auch immer wieder:
„Das Löffelbiegen, das ich in der
ganzen Welt vorführe, ist doch nur
Schnickschnack. Es ist nicht wirklich
von Bedeutung. Aber es ist ein
Hilfsmittel, ein Werkzeug, um den
Menschen etwas vorzuführen, das sie
auch selbst nachmachen und erleben
können. Es versetzt mich in die
Situation, dass ich viele Leute an einen
Platz bekomme und ihnen zeige:
Vertraue Deinem Geist.!'
Die meisten kennen Uri Geller ja nur als
den „Löffelbieger". Tatsächlich macht er
jedoch sein Vermögen damit, dass er mit
seiner Begabung für Olfirmen die
Olfelder sucht und daran beteiligt wird.
Das wissen aber die wenigsten. Ist
vielleicht auch besser so... Meine Mutter
war damals jedenfalls fast in Ohnmacht
gefallen, als Uri die Radieschensamen in
ihrer Hand in 20 Sekunden 5 cm hoch
hatte wachsen lassen - vor vielen
Zeugen. Das erzeugt Vertrauen, weil die
Leute sehen, dass es funktioniert. Sie
kennen zwar den Mechanismus nicht,
aber sie sehen, dass es klappt. So wie
sich in meiner Hand ein Suppenlöffel
gebogen hat. „Nur weil man das
Phänomen, das ich darstelle, nicht
erklären kann", meinte Uri, „bedeutet
das doch nicht, dass ich etwas
Besonderes bin. Es versetzt mich
jedoch in die Lage, Euch zu sagen, dass
Ihr das gesamte Universum, das
Königreich vor Euch habt - in Euch.
Aber Ihr nutzt es nicht!!! Ihr könnt viel
mehr als Ihr tut. Ihr seid nur nicht in
der Lage dazu, weil Ihr es nicht
anwendet. Aber es ist ganz einfach, und
jeder hat den Schlüssel dazu in sich."
Dieses Wissen und diese Erlebnisse
haben mich dazu gebracht zu vertrauen
und mich schließlich auch dem
Großprojekt - dem Glaspalast -
anzunehmen, das mir die Sparkasse
angeboten hatte. Ich hatte mich getraut.
Ich habe vertraut. Der Bauherr war
damals pleite gegangen und ich hatte die
Idee im Kopf, ein ganzheitliches
Gesundheitszentrum daraus zu machen:
mit Wellness und Spa, einem Fitness-
Studio, Zahnärzten mit Präventions-
Kenntnissen, verschiedenen
Naturheilpraxen, mit Seminaren von
Hans Endres und Peter Mandel,
Vorträgen über die Bedeutung des
Wassers, gesundes Kochen usw. - und
mit Uri Geller als Zugpferd. Uri Geller
war Feuer und Flamme, als er von dem
Projekt hörte.
In das Gebäude bin ich dann auch selbst
eingezogen und habe meine Pläne
geschmiedet. In dieser Zeit ging es mir
blendend. Durch den Sport, die
bewusste Ernährung und meine
Ausstrahlung kamen viele Menschen zu
mir, um sich mit mir auszutauschen, von
mir zu lernen. Man wollte mit mir
Zusammensein. Ich berichtete von
meinen Gesprächen mit Hans En- dres,
auch von Jan van Heising und seinen
Büchern. Mit Jan und seiner Frau war
ich einmal auf Schatzsuche in
Griechenland, auch davon berichtete ich.
Ich hatte den Kontakt zu Menschen
gesucht, die forschen, die reisen und die
etwas erleben. Immer wieder gingen mir
Uri Gellers Worte durch den Sinn. Uris
wichtigste Botschaft ist die
Dreifaltigkeit. Er hat immer zu mir
gesagt: „Du bist eine Seele, Du wohnst
in diesem Körper, und das Wichtigste
ist Dein Geist. Bete Deinen Geist an,
beschwöre ihn, gib ihm einen Auftrag,
ein Ziel - und ich verspreche Dir, er
wird Dich dorthin führen."
Mein Ziel war dann klar: dieses
Gesundheitszentrum umzusetzen. Mein
Problem waren meine Schulden aus
Berlin. Mit Zins und Zinseszins lag ich
inzwischen bei 850.000 Euro. Das ging
bei mir aber in der Euphorie des
Entwickeins völlig unter. Ich hatte
nebenbei durch den bereits genannten
Zahnmediziner zwei Häuser verkaufen
können und 100.000 Euro verdient, das
Geld aber nicht zum Schuldentilgen
verwendet, sondern in ein neues Projekt
gesteckt. Und erst als wir kurz vor der
Vertragsunterzeichnung waren - die
Sparkasse hätte alles finanziert, durch
die schon im Vorvertrag festgelegten
Mietverträge und Abverkäufe der
Nebengebäude wurde mir klar, dass der
Ingenieur und der Architekt, mit denen
ich zusammenarbeitete, mich nicht in die
GmbH mit aufnehmen würden bzw.
konnten - aufgrund meiner Schulden.
Dann habe ich nach zwei Jahren Arbeit
und Vorbereitung - und auch meinem
kompletten Geldeinsatz - in mich
hineingefühlt und habe zwei Wochen vor
Vertragsunterzeichnung das komplette
Projekt gestoppt. Ich hätte keinen
wirklichen Platz darin gefunden und
wäre zudem immer noch auf meinen
Schulden sitzen geblieben. Das ging so
nicht.
Meine damalige Freundin sagte:
„Prima, jetzt hast Du Deine gesamte
Zeit und Dein Geld in das Projekt
gesteckt und lässt es, kurz vor der
Umsetzung, nun fallen! Du bist ja ein
toller Geschäftsmann. Und was machen
wir morgen?" Mein Antwort: „Das
kann ich Dir nicht sagen, ich weiß nur,
dass ich es absagen muss."
Und sechs Wochen später war
ich fast komplett schuldenfrei!
Wie das gegangen ist? In der Nacht, in
der ich mich dazu entschieden hatte, das
Gesundheitszentrum-Projekt zu stoppen,
hatte ich mich in mein Büro
zurückgezogen, habe alle meine
Gläubiger angeschrieben und einen
Vergleich angeboten - und ein
Vierteljahr Zeit. Und all das, obwohl ich
keinen Euro in der Tasche hatte und
keinen Plan, wie das überhaupt gehen
sollte. Ich habe mich jedoch an Uri
Geller erinnert, der sagte, dass man den
Plan vorgeben muss und der Geist es
dann erfüllt. Nach sechs Wochen hatte
ich bereits 80 Prozent der
Schuldentilgung zugesagt bekommen.
Die restlichen 20 Prozent wollten eine
andere Tilgungsquote. Ich hatte also die
Zusage von allen, mir
entgegenzukommen, hatte aber immer
noch kein Geld und auch keinen
Schimmer, woher das kommen sollte.
Tja, und dann...
Dann wurde mir aus heiterem Himmel
eine Immobilie - der Reiterhof des zuvor
erwähnten Adligen, den dieser an einen
Metallrecycler verkaufen wollte - zur
Abwicklung angeboten, bei der alles
verworren und undurchschaubar
verstrickt war. Es wurde mir vom
Käufer sowie vom Verkäufer
versprochen, dass diese mich
schuldenfrei machen würden, wenn ich
den Deal abwickeln könne. Ich habe
abgewickelt, und die Herren hatten ihr
Versprechen gehalten.
Glauben Sie an Wunder? Ich weiß nicht,
ob es ein Wunder war. Ich hatte es
programmiert, wie es Uri Geller gesagt
hatte, und es funktionierte! Direkt danach
bekam ich ein großes 17-Millionen-
Projekt von der Sparkasse angeboten,
habe dort ein Jahr gewohnt und denen
geholfen, wieder in die schwarzen
Zahlen zu kommen. Parallel dazu bin ich
aber zu dem Re- cycler gefahren, der
den Reiterhof gekauft hatte, und wollte
mir mal ansehen, was er denn so macht
und wie das alles funktioniert. Der hatte
nichts dagegen, und mit meinem wachen
Auge hatte ich bereits nach kurzer Zeit
herausgefunden, dass es eine Sparte gab,
die gut laufen könnte, die der Re- cycler
aber bislang nicht abdeckte. Ich machte
ihm dann folgenden Vorschlag: „Hör zu,
ich werde Dir alte Bleiakkumulatoren
akquirieren." Und schlug ihm vor: „Ich
zeige Dir, dass ich erfolgreich hin, und
wenn es klappt, machen wir zusammen
eine Firma auf." Er ließ mich gewähren.
Innerhalb von neun Monaten bin ich von
null Tonnen auf dreitausend Tonnen
Bleiakkus gekommen und habe ihm einen
Umsatz von 2 Millionen Euro gebracht,
mit einem richtig satten Gewinn, so dass
ich kurz vor Weihnachten vor seiner
Türe stand und mit ihm die gemeinsame
GmbH gründen wollte. Was geschah?
Am 21. Dezember hat er mir meinen
Stuhl vor die Türe gestellt mit den
Worten: „Ich brauche Dich jetzt nicht
mehr, Du hast mir doch schon das
Geschäft gebracht."
Dann saß ich mit meiner
Freundin an Weihnachten in
unserer kleinen Wohnung mit
ein paar Euro in der Tasche
und habe wieder in die Röhre
geschaut. Aber ich war
schuldenfrei!
Doch dieser Erfolg bei dem Recycler
hatte andere Leute auf mich aufmerksam
gemacht, und es sind ein paar sehr, sehr
reiche Leute aus Baden- Württemberg an
mich herangetreten, die in Karlsruhe
eine Halle besaßen, für die ich das
Recycling jetzt durchführen sollte. Um
das hier kurz zu halten: Ich habe das
getan. Als Gesellschafter und
Geschäftsführer habe ich eine
Edelmetallrecycling-Gesellschaft von
null an aufgebaut, zum Schluss mit 16
Beschäftigten und einem Gesamtumsatz
von 30 Millionen Euro, habe die Firma
drei Jahre später ganz übernommen,
wieder ein Jahr später verkauft und
stand nach insgesamt vier Jahren mit
einer Million Euro Gewinn da.
Nach dem Verkauf der
Edelmetallrecycling-Gesellschaft bin ich
mit meiner heutigen Frau für ein paar
Wochen in die USA gereist, um
herauszufinden, was ich nun machen
möchte. Doch schnell war klar, was in
der heutigen Zeit in unserer instabilen
Finanz- und Währungssituation dringend
gebraucht wird: Lebenslang gesammelte
Ersparnisse müssen gesichert werden
durch Sachwerte, allen voran
Edelmetalle. Sechs Wochen später habe
ich mit meiner Frau eine neue Firma
gegründet, eine Gold-live- Schmelze, in
der wir Edelmetalle von Kunden live
einschmelzen. Wir wollten etwas
machen, was richtig gut ist und mit Gold
zu tun hat. Die Idee war, dass die
Menschen, die ihr wertvolles Gold
verkaufen wollen, auch sehen, welches
Material sie haben, dass man vor ihren
Augen eine richtige Analyse durchführt
und dass sie auch ordentlich bezahlt
werden - was bar erledigt wird. Wir
wollten das live vor Ort machen, damit
jeder Kunde zuschauen kann und nicht
nur das Gefühl, sondern auch die
absolute Sicherheit hat, seriös und
sauber bedient zu werden. Das
praktizieren wir - inzwischen mit einem
seriösen großen Partner zusammen - bis
zum heutigen Tage erfolgreich.
Zunehmend sind wir in beratender
Weise tätig für Privatpersonen sowie
Unternehmen und sind diesen behilflich,
Werte für die Zukunft zu erhalten.
Der Sinn hinter alledem
Und hier schließt sich jetzt der Kreis:
Ich habe Ihnen meine verschiedenen
Lebensetappen deshalb so ausführlich
geschildert, um verständlich zu machen,
wie ich zu dem gekommen bin, was ich
heute mache. Genau diese „Fehltritte" im
Leben sind heute mein Kapital. Ich
werde fürstlich dafür bezahlt, dass ich
anderen Menschen sowie Unternehmen
(auch im Edelmetallsektor) dabei helfe,
diese Fehler NICHT zu begehen. Gerade
als ich dies Jan van Heising im
Interview erzählte, habe ich den Auftrag
von einem international agierenden
Unternehmen erhalten, für sie eine Gold-
live- Schmelze in Russland aufzubauen.
Für mich ist es heute eine Leichtigkeit,
ich habe es ja schon einmal erfolgreich
umgesetzt.
Verstehen Sie, was ich damit sagen
möchte? Ich wurde in meinem
Geschäftsleben über den Tisch gezogen,
weil ich zu naiv war, habe Geld falsch
angelegt, war teilweise zu risikobereit.
Genau an dieser Stelle kann ich dem
Kunden mit meinem selbst durchs Leben
erworbenen Wissen dienlich sein. Alles
hat einen Sinn, auch wenn man das im
Moment der Niederlage oder der
Schmach nicht erkennen mag. Am Ende
passt jedoch alles zusammen. Daher
sollte man in solch einer Situation nicht
aufgeben und hinschmeißen und sagen:
„Das werde ich nie mehr wieder
machen!", sondern daraus lernen und
neu anfangen nach dem Motto: „Aha, so
hat es also nicht funktioniert, dann
wird es einen anderen Weg geben, mein
Ziel zu erreichen."
Der Edelmetallhändler
Wir haben uns vor zirka 15
Jahren kennengelernt, und
heute verbindet uns neben
unserer Freundschaft und den
Edelmetallen auch der
Austausch über Uri Gellers
Kenntnisse in Bezug auf die
Möglichkeiten des Geistes. Ein
Kontakt ist über den Verlag
möglich.
E-Mail: amadeus@amadeus-
verlag.com
Von der
Betriebswirtschaft zur
Menschlichkeit
Darf ich mich Ihnen kurz vorstellen?
Mein Vorname lautet Andrej, der
Nachname Schindhelm, und aus
familienhistorischen Gründen hat sich
noch ein Gerald dazwischengeschoben.
Ich bin im Herbst des Jahres 1966 im
Westen Berlins geboren, und wenn ich
Ihnen noch meinen Beruf nenne, dann
wissen Sie quasi das Wichtigste UBER
mich. Doch wissen Sie damit
irgendetwas Substanzielles VON mir?
Haben Sie Interesse an meiner
Geschichte, die genau davon handelt,
wie ich meine echte Substanz erst selbst
entdecken musste und wie viel mich das
gekostet hat?
Stellen Sie sich einen
kerngesunden Mann im besten
Alter in bester deutscher
Wohnlage vor, mit einer
reizenden Ehefrau und einem
gesunden Buben,
entzückenden Haustieren und
im Beruf mit großer
Verantwortung für Hunderte
von Menschen - nach
Feierabend ehrenamtlich in
der Kirchengemeinde aktiv
und am Sonntag die
Gottesdienste leitend. Seine
Freizeit ist mit
selbstkomponierter und -
gespielter Musik aus dem
Heimstudio und diversen
Sportarten Sommers wie
Winters ebenfalls
abwechslungsreich gefüllt. Er
hat eine Reihe von guten
Freunden und regelmäßig
Besuch daheim, in der Garage
stehen mehrere feine
Fahrzeuge, und im Urlaub geht
es an die schönsten Flecken
dieser Welt.
Hat dieser Mann nicht alles,
was man sich zum glücklichen
Dasein wünscht? Das ist doch
der - fast schon kitschig
wirkende - Stoff, der uns in
den Filmen und Magazinen als
das erstrebenswerte Leben
angepriesen wird. Also warum
sollte dieser Mann Teile davon
aufgeben, freiwillig und ohne
erkennbare Not - geschweige
denn, das gesamte
Lebensgebäude auf den Kopf
stellen und dabei nahezu alles
verlieren? Genau dies ist meine
Geschichte.
Die Opferhaltung
Ich bin eine ausgebildete Führungskraft
in der Industrie. Ungefähr ab dem
Sommer 2004 begann ich, mich und
meine Umwelt in anderen
Zusammenhängen wahrzunehmen und
„unüblicher" zu denken. Auslöser waren
zwei beruflich angesetzte Seminare, die
in ihrer Wirkung deutlich tiefer gingen
als die üblichen Trainings. In dem einen
übte ich mich darin, mein Verhalten in
einer Art Supervisions-Perspektive zu
betrachten und mit Distanz zu
reflektieren. Das andere Seminar war
ein hypnotherapeutisches
Kommunikationstraining, bei dem ich
erlernte, meine Kommunikation bewusst
zu hinterfragen: Warum und wie sage
ich, was ich sage? Sage ich das, was ich
meine, denke, fühle? Sage ich „Ja", weil
ich wirklich Zustimmung empfinde?
Oder ist es der Erwartungshaltung
meines Umfeldes oder einer sozialen
Konditionierung geschuldet?
Ich fand es spannend, durch die so
geschulte erweiterte Wahrnehmung die
„Grenzen der eigenen Komfortzone" zu
erkunden. Grenzen an sich halte ich für
nichts Verwerfliches, sie können sogar
Schutz und Orientierung bieten, wenn
man sie bewusst und freiwillig wählt.
Doch was, wenn ich feststelle, dass die
Grenzen meiner Welt fremdbestimmt
gezogen wurden und mir ein
Grenzposten beim Versuch der Ausreise
bescheinigt, dass ich da nicht raus darf?
An diesen Punkt geriet ich durch die
Schulung meiner Bewusstheit immer
häufiger. ,rAndere doch dies oder jenes
einfach.", empfahl einer meiner
damaligen Trainer, und ich wusste
immer sofort und schlüssig, warum das
bei mir NICHT möglich wäre.
Kennen Sie das? Immer zu wissen, was
nicht geht und aus welchen Gründen
nicht? Mittlerweile habe ich eine
passende Bezeichnung für meine
damalige Position gefunden: Es ist die
Haltung eines Opfers. Wie jedes Opfer
verwendete ich gängige Formulierungen
wie „...geht eh nicht...", „...wer bin ich
schon, dass...", „...das war schon
immer so!". Damit die vermeintliche
Ohnmacht (ohne Macht) einen
attraktiveren Anstrich bekam,
bezeichnete ich mich als „Realisten".
Was war es, was ich gerne geändert
hätte, und bei dem ich mich -
„realistisch" betrachtet - als Opfer ohne
Wahlmöglichkeit sah?
Das Dilemma
Eine meiner damaligen beruflichen
Hauptverantwortlichkeiten bestand
darin, deutsche Arbeitsplätze in
ausländische Niedriglohnstandorte zu
verlagern. Doch zuvor musste ich
sicherstellen, dass die Betroffenen noch
einmal ihr Bestes gaben, um ihr Wissen
und ihre Fähigkeit zu transferieren,
bevor ich sie anderen Aufgaben zuführte.
Oder weniger schönfärberisch
formuliert: bevor ich sie arbeitslos
machte. Warum ich das tat? Zur
Renditeerhöhung meiner Kunden, Firmen
und Institutionen der Großindustrie, des
Hochfinanz- und des internationalen
Versicherungswesens. Ich handelte mit
dem Segen der betriebswirtschaftlichen
Lehre und konform den Spielregeln der
freien Marktwirtschaft, bei dem die
Unternehmen um das goldene Kalb des
„Shareholder Value" (der Mehrwert für
den Aktionär) tanzen und der einzelne
Mensch nur ein austauschbarer
Betriebsfaktor unter vielen ist.
Mit wachsender innerer Distanz zu
meiner beruflichen Aufgabe wurde mir
zunehmend klarer, an welchem
volkswirtschaftlichen und moralischen
Dilemma ich da mitarbeite. Zudem
befand ich mich Aug-in-Aug mit den
Sorgen und Ängsten meiner Mitarbeiter.
Den lukrativen Lohn, den ich dafür am
Monatsende einstrich, empfand ich als
Mischung aus Schmerzensund
Schweigegeld. Doch wer war ich schon,
dass ich an den Eckpfeilern der
Betriebswirtschaftslehre und des
gängigen Wirtschaftsmodells zweifeln
durfte? Ich war ein Rad im System unter
vielen, es ist halt, wie es ist, Augen zu
und mitgemacht...
Dieses stetig wachsende Unwohlsein
empfand ich parallel in meiner
religiösen Aktivität. Warum musste ich
von der Kanzel und in der Lehre die
Drohungen eines vergeltenden Gottes
und die Ausgrenzung von
Andersgläubigen predigen? Auch das
zutiefst negative Selbstbild der
christlichen Religion führte mich in eine
moralische Zwickmühle: Die angeblich
angeborene todeswürdige Schlechtigkeit
des Menschen (Sünde und Schuld)
wollte ich nicht mehr lehren, doch ohne
sie wären theologische Hauptsäulen wie
„Loskauf" und „göttliche Vergebung"
nicht mehr haltbar. Der Dreisatz von „du
sollst", „du musst" und „wehe, wenn
nicht" war in der Religionswelt noch
offenkundiger als in der Berufswelt.
Doch die Unterdrückung der
Eigenverantwortlichkeit durch fremde
Grenzziehung war in beiden Welten
identisch und wurde für mich immer
spürbarer und unerträglicher.
So schön auf den Punkt formuliert, wie
ich die Geschichte Ihnen heute erzähle,
konnte ich es seinerzeit noch nicht
benennen. Es fühlte sich damals
schwammiger, doch eindeutig unwohl
an. Es war ein wachsendes Grummein
im Bauch, dass irgendetwas
Grundsätzliches nicht stimmte und
trotzdem alle mitmachten - und ich
mittendrin oder manchmal sogar
vorneweg. Ein, zwei Jahre lang bog ich
mir die Welt im Kompromiss zurecht.
Ich handelte sowohl in Beruf als auch
Kirche äußerlich systemkonform, doch
fing ich an, im Hintergrund die Dinge zu
hinterfragen, zu relativieren und zum
Teil abweichend von den „wahren
Lehren" zu denken und zu agieren.

Mut gezeigt
Das konnte nur eine Weile lang gut
gehen. Je mehr sich diese Art des
Doppellebens etablierte, desto mehr
Kraft kostete es mich und desto
unwohler fühlte ich mich auch. Was war
jetzt „echt", und was war bloß einer
Rolle oder einem sozialen Kontext
geschuldet? Wie weit konnte ich mich
verbiegen, ohne dauerhaft Schaden zu
nehmen? Es sollte der Moment kommen,
an dem ich keinen Kompromiss mehr
finden und Farbe bekennen sollte.
Die Firma, für die ich damals arbeitete,
forderte aus bilanztechnischen Gründen
die Entlassung einer hohen zweistelligen
Zahl von Mitarbeitern. Dazu sollte man
wissen, dass mein Bereich seit längerer
Zeit mit größtmöglicher Auslastung und
bei sehr erfreulicher Rendite tätig war.
Mein Partner in der Bereichsleitung und
ich gaben der Unternehmensleitung zu
verstehen, dass wir die Umsetzung
dieser Vorgabe deshalb nicht
verantworten könnten. Daraufhin wurde
mein Partner seiner Position enthoben,
und ich war alleine für die Umsetzung
verantwortlich. Die Liste der zu
entlassenen Mitarbeiter, die ich der
Unternehmensleitung kurz darauf
übergab, trug statt einer hohen
zweistelligen Zahl nur drei Namen: zwei
Mitarbeiter, mit denen die Entlassung
abgestimmt war, und meinen eigenen.
Halten Sie sich fest, wie das ausging:
Nachdem man meine Selbst- Entlassung
erst mal ignorierte, wurde die bei uns
fehlende Anzahl an Kündigungen zum
Ausgleich in den benachbarten
Bereichen erzielt! So wurde die gesamte
Summe über die Firma doch erbracht.
Die Knochen-Mühle mahlte weiter in
ihrem Tempo und in ihrem Mahlgrad,
völlig egal, ob ich mich nun dagegen
sperrte oder nicht.
Doch daran wollte ich keinen Anteil
mehr haben und Verantwortung dafür
tragen müssen, und so beendete ich
Beruf und Karriere nach über zwei
Jahrzehnten als angestellter Manager. Ich
wusste, was ich nicht mehr wollte:
gegen meine Werte und meine innere
Uberzeugung handeln zu müssen. Doch
was genau wollte ich? Das Verneinen
war zwar ein konsequenter und mutiger
Schritt, doch welcher sollte nun folgen?
Mein bisheriger Arbeitgeber war keinen
Deut „schlimmer" als andere, sondern
spiegelte nur die herrschenden Werte
des Wirtschaftssystems wider. Wie
sollte ich unter diesen
Rahmenbedingungen auf Dauer die
Brötchen für unseren angenehmen
Lebensstil verdienen?
Folgendes Naturgesetz offenbarte sich
mir in den nachfolgenden Monaten und
Jahren und stürzte mich in tiefste
Seelennöte: Alles ist möglich - wenn ich
bereit bin, den entsprechenden Preis
dafür zu zahlen.
Die Konsequenzen tragen
Wer sich im Wald unsicher fühlt, der
verhält sich auffällig und macht Lärm.
Mit konsequentem Schwung machte ich
nach Beendigung der beruflichen
Karriere auch gleich noch reinen Tisch
mit meinem kirchlichen Engagement und
beendete dort jegliche Aktivität und
Verantwortlichkeit. Daraufhin verlor ich
nach dem Kollegenkreis auch den
größten Teil meines Freundes- und
Bekanntenkreises. Unverständnis
herrschte allerorts, denn meine
Motivation für diese Einschnitte konnte
ich niemandem recht vermitteln. Wegen
einer „Unstimmigkeit im Bauch" das
ganze stimmig ausschauende System
umkrempeln und die Säulen des sicheren
Lebensgebäudes einreißen? Ist der Mann
etwa in eine Gehirnwäsche geraten oder
in die Midlife-Crisis? Meine Eltern
stürzte ich in schlaflose Nächte:
„Warum tut er sich und seiner Familie
das an, was treibt der Junge nur?"
Ich ging als Trainer und Berater in die
Selbstständigkeit und ließ mich schnell
unter Erfolgsdruck setzen. Irgendwie
war ich formal aus dem alten
Hamsterrad raus, doch die ungesunden
Grundregeln des Wirtschaftsspiels
(Wettbewerb, Wachstum, Effizienz)
steckten noch tief in meinen Zellen. Ich
mache es jetzt kurz: Die ersten Jahre der
Selbstständigkeit entwickelten sich zu
einem finanziellen Desaster, und mit
jedem Euro Verlust stieg der Druck in
meinem inneren Kessel. Da gleichzeitig
die Fixkosten auf dem Niveau des
gewohnten Lebensstandards blieben,
war es nur eine Frage der Zeit, bis die
Rücklagen aufgebraucht waren.
Existenzängste plagten mich Tag und
Nacht, und ich erinnere mich noch, wie
ich morgens im Bett aufwachte, und mir
das sofortige Ende des Tages
herbeisehnte. Im Außen versuchte ich,
das Bild des Mannes aufrechtzuerhalten,
der sein Leben im Griff hatte. Doch hatte
ich irgendwann gar nichts mehr im Griff:
Meine Ehefrau erkannte den Mann aus
zwei Jahrzehnten Partnerschaft nicht
mehr wieder und verließ mich eines
Tages nach einer weiteren ergebnislosen
Aussprache. Nun war ich auch noch
alleinerziehender Vater eines
Halbstarken, der einen Schulverweis
nach dem anderen nach Hause brachte,
dann sogar Post von der
Staatsanwaltschaft. Als mein Sohn eines
Nachts angetrunken nach Hause kam,
prügelten wir uns, und ich sinnierte
danach entsetzt, wie tief ein
verzweifelter Vater noch sinken kann.
Eines Tages klingelten zwei Polizisten
an unserer Haustür und nahmen meinen
Jungen zum Verhör mit.
Das Fatale daran: Es gab nichts und
niemanden, den ich für dieses täglich
ausufernde Desaster verantwortlich
machen konnte. Keine böse Firma hatte
mich undankbar entlassen, keine
heimtückische Krankheit hatte mich
berufsunfähig, kein Schicksalsschlag
mich bedürftig gemacht: Ich war ganz
alleine für die neue Situation
verantwortlich, ich hatte mich bewusst
dazu entschieden, mein Leben zu
verändern. Es gab folglich auch
niemanden, der mich verstand, mich
tröstete, aufmunterte oder gar
unterstützte. Innerhalb von wenigen
Tagen bekam ich von zwei
Nachbarinnen unabhängig voneinander
die Rückmeldung, dass ich „völlig
daneben und untragbar sei". Ich musste
in den Spiegel schauen, und was ich sah,
war nicht wirklich angenehm. War
dieses dunkle Loch wirklich das neue,
wahre Leben und die Alternative, die zu
finden ich mich auf den Weg gemacht
hatte?
Reduzierung
Auf der Suche nach Geschäftspartnern
konnte ich in der Selbstständigkeit die
Erfahrung machen, dass nicht jeder, der
Integrität lehrt, diese auch lebt. Diese
Erfahrung habe ich u.a. mit der Insolvenz
meiner kleinen Firma und dem Verlust
der Geschäftsführerposition bezahlt. Es
war ein guter „Kauf". Wie bitte?! Ja,
tatsächlich, so hautnah erlebt (es ging
tatsächlich unter die Haut), wurde mir
der Unterschied zwischen Schein und
Sein deutlicher, als es ein Buch mir je
hätte vermitteln können. Was war denn
in meinem bisherigen Leben alles
Schein, und wo versteckte sich das
wahre Sein? Jahrelang definierte mich
neben meinem Namen meine berufliche
Position (Visitenkarte mit Titel, eigenes
Sekretariat), mein sozialer Status
(Wohnungseinrichtung, Fuhrpark,
Gemeindeposition) und meine sichtbaren
Aktivitäten (Ansprachen, Seminare,
Musikauftritte). Wenn all dieser Schein
verschwunden wäre - und ich war auf
dem besten Weg dahin was blieb dann
von mir übrig? Oder besser gefragt: Was
würde dann freigelegt werden?
Es brauchte tatsächlich fast vier
zerrissene Jahre mit Momenten von
Verzweiflung bis Aufgabe, bis sich die
Puzzleteile meines Lebens wieder
zusammenfügten und sich allmählich ein
neues Bild von mir entfaltete. Im
Sichtbaren tat sich in diesen Jahren
einiges: In zwei Umzügen verkleinerte
ich neben der Wohnfläche einen großen
Teil meines Hausstandes und re-
duzierte Hobbies und Lebensstandard,
was sich sehr günstig auf die
monatlichen Fixkosten auswirkte. Den
Konsum von neuen Trends und Moden
und das ständige Unterhaltung«
(Ablenkungs-)angebot empfand ich als
immer oberflächlicher und
bedeutungsloser, was ebenfalls viel
Geld und Energie sparte. Ich
interessierte mich für
grenzwissenschaftliche Themen und die
Zusammenhänge von psychischer und
körperlicher Gesundheit und stellte
meine Ernährung um. Und ich fand
zunehmend Menschen mit
Gemeinsamkeiten, die sich gegenseitig
inspirierten und motivierten.
Die Ursachen für diese äußeren
Veränderungen waren wesentliche
Veränderungen im Inneren. Der
Schlüsselbegriff meiner Ent-Faltung
lautete „Eigenverantwortung". Jetzt ist
mir klar: VerANTWORTung ist die
Akzeptanz, dass das, was mir geschieht,
eine Antwort ist auf das, was ich gefühlt,
gedacht, gesagt oder getan (oder
unterlassen) habe. In der Übernahme der
Verantwortung bin ich selbst die
Antwort. Ich suche sie nicht mehr
außerhalb von mir bei anderen. In der
Regel folgen darauf Veränderung,
Heilung und Wachstum. Der Preis, den
ich für diese Erkenntnis zu zahlen hatte,
war hoch, und der Prozess dauerte viel
länger, als ich es jemals erahnen konnte.
Doch das, was ich seinerzeit als Verlust
empfand, fühlt sich nun wie eine
Erleichterung an.
Neufokussierung
Ich durfte die Last vieler Rollen
ablegen, ohne dafür mit Burnout oder
Herzinfarkt zahlen zu müssen, wie nicht
wenige meiner Manager-Kollegen. Ich
führe mein Leben nun mit einer
Fokussierang auf Lebensqualität und tue
die Dinge des Alltags bewusster und
achtsamer. Bin ich ein skurriler
Aussteiger geworden? Nein, auf keinen
Fall: Eingliederung und der Beitrag fürs
soziale Miteinander sind ein wichtiger
Aspekt meiner neuen gesunden
Lebensphilosophie. Ich achte bewusst
darauf, dass ich den täglichen
Herausforderungen mit Gelassenheit und
Seelenfrieden begegne und die
beruflichen Aufgaben passend zu meinen
Werten sind. Ich suche bewusst den
Umgang von „entschleunigten" Menschen
und trage selbst seit Jahren keine
Armbanduhr mehr. Warum? Weil ich
mein eigenes Lebenstempo gefunden
habe.
Mein Körper gibt mir Recht: Ich habe in
den letzten Jahren als einzige
Unpässlichkeit exakt zwei Erkältungen
gehabt - keine Krankheiten, keine
Arztbesuche, keine Medikamente,
keinerlei Kosten für meine Krankenkas
se. Und mein Umfeld bestätigt
mich (jetzt) ebenfalls: Ich habe
eine entzückende und
kongeniale Partnerin
gewonnen, die einen ähnlichen
Ausstieg aus dem beruflichen
und sozialen Hamsterrad
gemeistert hat. Meine
langjährige Ehefrau ist meine
beste Freundin geworden, und
mein früherer „Sorgen-Sohn"
ist ein Experte in einem
technischen Metier, der von
seinem Arbeitgeber durch die
ganze Welt zu spannenden
Projekten geschickt wird,
obwohl er noch nicht mal 20
ist.
Unter dem Projekttitel der
„ArtGerechten Menschen-Haltung"
habe ich mehrere Veröffentlichungen
begleitet und Menschen gefunden, die
durch ihre Erfahrungen und Expertisen
ebenfalls Experten für tiefgehende und
dauerhafte Veränderungen sind.
Gemeinsam bieten wir uns als Begleiter
für persönliche und unternehmerische
Veränderungsprozesse an. Ich hoffe, mit
diesem Angebot heilsame Impulse geben
und noch viel Gutes zum individuellen
und zum Gemeinwohl bewirken zu
können.
Meine Erkenntnis
Es freut mich, dass Sie sich die Zeit
genommen haben, sich mit meiner
Geschichte der zeitweise sehr
schmerzvollen Wandlung zu
beschäftigen. Gibt es etwas, das ich
Ihnen für Ihren Weg gerne mitgeben
würde? Nun ja, Erfahrungen muss und
darf jeder selber sammeln, doch dieser
Tipp mag hilfreich sein: Wenn sich
irgendetwas in Ihnen dagegen sträubt, Ihr
Leben nach fremdbestimmten Regeln und
Grenzen führen zu müssen, dann hören
Sie genau hin! Es könnte sein, dass Ihr
wahres Wesen mit Ihnen in Kontakt
getreten ist.
Ach ja, ich wollte Ihnen doch
noch etwas VON mir
erzählen: Ich bin ein
gesegneter Mann.
Andrej Schindhelm
Andrej hatte sich im Zuge
eines anderen Buchprojektes
Mitte 2012 geme