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Führe uns!

Führe uns! – 10.9.2017


Titel
Führe uns!

Text
Und führe uns nicht in Versuchung! (Matthäus 6, 13; LUT)
Die Wege, die Gott uns führt, sind manchmal sehr herausfordernd. Oft sind wir Ver-
suchungen ausgesetzt. Deshalb brauchen wir die Führung des Heiligen Geistes, um
das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren und in unserem Leben Schritt für Schritt
weiter zu kommen.

Gott führt
Die Bitte „Und führe uns nicht in Versuchung!“ bringt uns zu einem der wichtigsten
Prinzipien im Reich Gottes: Ein Nachfolger von Jesus zu sein, heisst, ihm nach zu
folgen. „Ihm nach!“ ist der Ruf, den wir uns gegenseitig zurufen sollten. „Ihm
nach!“ So können wir uns anspornen, Jesus nachzufolgen.

Nachfolge bedeutet, auf dem Weg zu gehen, den Jesus uns Menschen vorausge-
gangen ist, und auf dem ganz persönlichen Weg, den er für jeden von uns bereitet
hat. Diesen Weg aber müssen wir erst einmal erkennen, bevor wir ihn überhaupt ge-
hen können. Dafür ist uns der Heilige Geist gegeben. Er will uns nicht nur in alle
Wahrheit von Gottes Wort leiten, sondern er will uns auch in unseren täglichen Ent-
scheidungen und für jeden unserer Schritte leiten. So sind wir befähigt, im Hören und
Erkennen von Gottes Anweisungen und im Gehorchen den Weg zu gehen, den er für
uns vorgesehen hat.

Schon im AT sagte Gott:


Ich will dich unterweisen und dir den Weg zeigen, den du gehen sollst. (Ps. 32, 8)
oder:
So spricht der HERR, dein Erlöser, der Heilige Israels: Ich, der HERR, dein Gott, bin
es, der dich lehrt, zu deinem Nutzen, der dich den Weg betreten lässt, den du ge-
hen sollst. (Jesaja 48, 17)

Dass dieser Weg nicht immer nur himmelblau und rosarot ist, sondern dass da oft
Schwierigkeiten, Probleme und auch Versuchungen, Anfechtungen und Anfeindun-
gen lauern, das wissen wir alle und wir können es an den Berichten der Bibel erken-
nen:

 Gott führte das Volk Israel aus Ägypten durch das rote Meer. So erlöste Gott
das Volk Israel aus der Gefangenschaft und Sklaverei in die Freiheit! Aber der
Weg in die Freiheit war nicht frei von Schwierigkeiten und Versuchungen! Der
Weg führte in die Wüste und zur ersten Etappe am Berg Sinai, wo Gott mit dem
Volk einen Bund schloss. Unterwegs litten sie Hunger und Durst und auch die
kriegerischen Amalekiter stellten das Vertrauen auf Gott auf eine harte Probe.

 Nach 40 Jahren Wüstenwanderung führte Gott sein Volk ins verheissene Land
Kanaan hinein. Aber auch da hatten sie so manche Prüfung zu bestehen und so
mancher Versuchung zu widerstehen. Hätten sie z. B. versucht, Jericho mit eige-

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ner militärischer Kraft anzugreifen und zu erobern, wären sie mit Sicherheit ge-
scheitert.

 Gott führte auch Paulus und Barnabas auf ihrer Missionsreise nach Zypern, wo
sie eine ausserordentliche Begegnung mit dem Zauberer und jüdischen Pseudop-
ropheten Elymas machten. Auf dem Weg, den sie von Gott geführt wurden, erleb-
ten sie hautnah die Konfrontation mit finsteren Mächten!

Wenn Gott uns Menschen führt und leitet, wenn er uns den Weg zeigt, den wir ihm
nachfolgen sollen, dann ist das einerseits eine wunderbare Sache. Aber der Weg ist
oft auch mit Herausforderungen, Schwierigkeiten und eben auch mit Versuchungen
versehen.

„Und führe uns nicht in Versuchung!“ ist deshalb eine wichtige tägliche Bitte im Un-
ser-Vater-Gebet. Wenn schon geführt sein von Gott, dann bitte nicht schnurstracks in
eine Versuchung hinein. Oder anders ausgedrückt: „Bitte lass uns auf unserem Le-
bensweg nicht in solche Situationen geraten, die uns derart herausfordern, dass wir
Versuchung erleben, denen wir möglicherweise erliegen.“ Versuchung ist etwas Un-
angenehmes, denn sie offenbart schonungslos unsere Fähigkeit oder eben unsere
Unfähigkeit zu Disziplin und Gehorsam.

John Bevere schreibt in seinem Buch „Der Köder des Feindes“, dass Versuchungen
und Prüfungen aufzeigen, wo eine Person steht bzw. wo sie sich geistlich befindet,
und dass sie den wahren Zustand des Herzens offenbaren. Wie eine Person unter
dem Druck der Versuchung reagiert, offenbart ihr wahres Ich.1

Deshalb fällt uns wahrscheinlich oft schwer über die Versuchungen in unserem Le-
ben zu sprechen, weil wir dann meistens auch über unsere Niederlagen sprechen
müssten, nicht wahr? Was sind die Versuchungen, mit denen du immer wieder zu
kämpfen hast? Was ist Versuchung überhaupt?

Versuchung – was ist das?


Ich habe darüber nachgedacht, geforscht und nachgelesen, wie man Versuchung
definieren könnte. Dabei haben sich für mich vier Schwerpunkte ergeben:

1) Versuchung ist ein starker Wunsch, etwas zu tun, das man nicht tun sollte: Eine
Handlung, die der vorgegebenen Norm nicht entspricht oder die sogar verboten
ist. Der Wunsch selber entsteht in mir drin aufgrund meiner Prägungen, Werte,
Erfahrungen. Das Verbotene hatte für den Menschen schon immer eine gewisse
Attraktivität.

2) Versuchung kann auch der Anreiz eines Gegenstandes, seiner Verpackung,


seiner Präsentation, seiner Eigenart oder seiner möglichen Auswirkungen auf
mich sein: Ich möchte dies oder jenes haben, auch wenn ich weiss, dass er mir
nichts bringt oder mir sogar nicht gut tut. Der Anreiz kommt von aussen an mich
heran. Schokolade ist ein gutes Beispiel für einen solchen äusseren Anreiz.

3) Versuchung geschieht auch mittels Verführung durch einen Menschen mit


Schmeicheln, Bitten, Anleiten, Anstiften, Anpreisen, mit Erwecken von Neugier,

1
BEVERE, John; Der Köder des Feindes; Adullam Verlag, Grasbrunn

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Einsatz von Autorität oder sogar mit Erzeugen von Angst, mit Drohung mit Verlust
oder Manipulation. Diese Art Verführung kann auch durch einen bösen Geist oder
den Teufel selber geschehen.

4) Versuchung ist Erprobung des Glaubens durch Leiden, Schmerzen, Krankheit


und Not. Die so versuchte Person „gerät in die Gefahr des Zweifelns, Irrewerdens
und Abfallens“2

Wünsche, Reize, Verführungen und Prüfungen – Versuchungen zielen meistens da-


rauf ab, uns zu einer Handlung zu bewegen, die wir eigentlich gar nicht möchten, weil
wir sie mit unserem Wertesystem nicht vereinbaren können.

Die Bibel spricht denn auch von den Begierden des Fleisches – nicht des Geistes,
dem menschlichen Sinnen und Trachten – nicht den göttlichen Absichten, den
Angeboten dieser Welt – nicht den himmlischen Gaben – und den Verführungs-
künsten, Einflüsterungen und Machenschaften des Teufels.

In Versuchung geführt werden?


Weil diese Herausforderungen quasi ständig irgendwie diffus und schwer wahrnehm-
bar über unserem Leben schweben, dürfen, ja sollen wir aber beten: „Und führe uns
nicht in Versuchung!“

Ja, führt Gott uns denn in Versuchung? Diese Frage beschäftigte auch vor 500 Jah-
ren den Reformator Martin Luther.

Kleiner Katechismus (Martin Luther) – sechste Bitte: Gott versucht zwar nie-
mand; aber wir bitten in diesem Gebet, dass uns Gott behüte und erhalte, damit uns
der Teufel, die Welt und unser Fleisch nicht betrüge und verführe in Missglauben,
Verzweiflung und andere grosse Schande und Laster; und wenn wir damit angefoch-
ten würden, dass wir doch endlich gewinnen und den Sieg behalten.

Niemand, der in Versuchung gerät, sage: Von Gott werde ich in Versuchung geführt!
Gott nämlich lässt sich vom Bösen nicht versuchen, und er führt niemanden in Ver-
suchung. Sondern ein jeder, der versucht wird, wird von seiner eigenen Begierde
gereizt und gelockt. (Jakobus 1, 13 – 14)

Das ist also klar. Versuchung kommt nicht von Gott, sondern sie hat immer etwas
mit uns zu tun, mit unseren innersten Wünschen, Bedürfnissen und Begierden, mit
unserem Ego. Gerade hier beginnt der Konflikt, in dem wir stehen: Unser Leben ge-
hört Gott. Wir haben uns entschieden, ihn Herr sein zu lassen in unserem Leben. Er
darf regieren. Aber da gibt es noch unser Ich! Das was wir denken, wollen und füh-
len. Ja, unser Verstand, unser Wille und unsere Gefühle sind nicht immer einver-
standen mit dem, was Gott will. Da findet so mancher Kampf in uns statt, weil wir
immer wieder in versucht sind, unser Leben selber gestalten zu wollen. Sein Wille ist
oft nicht mein Wille. An diesem Konflikt leiden wir! Gott sei Dank, dass Gott uns ver-
steht und gnädig gesinnt ist!

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GRÜNZWEIG, Fritz: Biblisches Wörterbuch, S. 12, Anfechtung/Versuchung

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Denn wir haben nicht einen Hohen Priester, der nicht mit uns zu leiden vermöchte in
unserer Schwachheit, sondern einen, der in allem auf gleiche Weise versucht wor-
den ist, aber ohne Sünde. (Hebräer 4, 15)

Versuchung selber ist noch nicht Sünde! Wenn wir in Versuchung geraten, dann sind
wir nicht auf dem falschen Weg! Wenn wir versucht werden, dann ist das immer eine
Gelegenheit, in der sich unser Glaube bewähren kann.

Jesus wurde versucht


Nun wollen wir uns die Versuchungsgeschichte von Jesus anschauen

Matthäus 4, 1 – 11: Danach wurde Jesus vom Geist in die Wüste geführt, um vom
Teufel versucht zu werden. 2 Vierzig Tage und vierzig Nächte fastete er, danach
hungerte ihn. 3 Da trat der Versucher an ihn heran und sagte zu ihm: Wenn du Got-
tes Sohn bist, dann sag diesen Steinen da, sie sollen zu Brot werden. 4 Er entgeg-
nete: Es steht geschrieben: Nicht vom Brot allein lebt der Mensch, sondern von je-
dem Wort, das aus Gottes Mund kommt.
5 Dann nahm ihn der Teufel mit in die heilige Stadt, und er stellte ihn auf die Zinne
des Tempels. 6 Und er sagte zu ihm: Wenn du Gottes Sohn bist, dann stürze dich
hinab. Denn es steht geschrieben: Seine Engel ruft er für dich herbei, und sie wer-
den dich auf Händen tragen, damit dein Fuss nicht an einen Stein stosse. 7 Da sagte
Jesus zu ihm: Wiederum steht geschrieben: Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht
versuchen.
8 Wieder nimmt ihn der Teufel mit auf einen sehr hohen Berg und zeigt ihm alle Kö-
nigreiche der Welt und ihre Pracht. 9 Und er sagt zu ihm: Dies alles werde ich dir ge-
ben, wenn du dich niederwirfst und mich anbetest. 10 Da sagt Jesus zu ihm: Fort
mit dir, Satan. Denn es steht geschrieben: Zum Herrn, deinem Gott, sollst du beten
und ihm allein dienen.

Sag du diesen Steinen, dass sie Brot werden sollen. Stürze du dich hinab. Wirf du
dich nieder und betet mich an. – Die Versuchungen des Teufels zielten darauf ab,
dass Jesus durch sein Handeln und Verhalten selber für die Befriedigung seiner
Bedürfnisse (Hunger, Ansehen) sorgen sollte oder dass er sich willentlich entschei-
den sollte, nicht Gott, sondern Satan anzubeten. Jesus wurde versucht, egoistisch zu
handeln und gegen Gott zu rebellieren. Der Versucher wolle ihn dazu bringen, zu
sagen: Ich brauche Gott nicht, ich will es selber tun und ich kann es selber tun, ich
sorge für mich selber, ich will nicht Gottes Plan erfüllen und ich nehme deshalb eine
Abkürzung.

Die Versuchung des Menschen durch den Teufel war nicht nur hier bei Jesus, son-
dern von Anbeginn an: Ich. Ich. Ich. Ich will selber! Das ist Egoismus pur. Das ist
Hochmut. Das ist Stolz. – Die Schlange sagte zu Eva: „… ihr werdet sein wie Gott
und wissen, was gut und böse ist.“ (1. Mose 3, 5) Selber wissen, was gut und böse
ist, das sollte die Menschen von Gott unabhängig machen.

Der Teufel, Lügner von Anfang an, hat sich bis heute nicht geändert. Deshalb ist die
hauptsächlichste Versuchung, der wir tagtäglich ausgesetzt sind, Hochmut bzw.
Stolz. Ich will selber! Ich kann selber! Ich werde selber! Und dazu brauche ich nichts
und niemanden, auch nicht Gott. Diese innere Haltung des Stolzes bringt früher o-
der später eine äussere Handlung der Rebellion hervor!

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Führe uns!

„Danach, wenn die Begierde empfangen hat, gebiert sie die Sünde; die Sünde aber,
wenn sie vollendet ist, gebiert den Tod.“ (Jakobus 1, 13)

Derek Prince (S. 11): „Ein innerlicher Zustand geht stets einer äusserlichen
Handlung voraus bzw. ruft diese hervor. Der innerliche Zustand = Stolz führt
zur äusserlichen Handlung = Rebellion.“3

Diese Gesetzmässigkeit ist auch heute noch das bevorzugte Spielfeld des Teufels.
Seine Versuchungen gehen immer und immer wieder in die selbe Richtung. Er will
uns dazu bewegen, eine Haltung einzunehmen, selber zu wollen, selber zu wissen,
selber zu meinen, und dann daraus Dinge selber zu tun oder eigene Entscheidungen
zu treffen, die nicht Gottes Vorstellungen entsprechen. Das ist Stolz und Rebellion
gegen Gott oder etwas weniger krass ausgedrückt Ungehorsam. Aber es ist Sünde.
Ja, der Versucher kennt unsere Schwachstellen genau und er setzt gerade dort an,
wo wir schwach sind!

Es gibt aber eine gute Nachricht zu diesem Thema:

Gott ist treu: Er wird nicht zulassen, dass ihr über eure Kräfte versucht werdet, son-
dern mit der Versuchung auch den Ausweg schaffen, dass ihr die Kraft habt, sie zu
bestehen. (1. Korinther 10, 13)

Gott wird uns durch seine Kraft und sein Wirken uns durch die Versuchungen hin-
durchhelfen und uns zu Überwindern werden lassen! Dazu hat Paulus eine ganz
konkrete Anleitung an die Gemeinde in Galatien geschrieben:

Ich sage aber: Führt euer Leben im Geist, und ihr werdet dem Begehren des Flei-
sches nicht nachgeben! (Galater 5, 16)

Um im Konflikt zwischen unserem Ego und Gottes Absichten zu bestehen und zu


überwinden, ist das Leben im Geist der einzig gangbare Weg. Wenn wir beten „Und
führe uns nicht in Versuchung!“ dann darf dies in unserem Herzen und in unserer
Haltung immer auch beinhalten: „Aber führe uns durch deinen Heiligen Geist!“

Führung durch den Heiligen Geist


Gott will jedes seiner Kinder durch den Heiligen Geist in seinem Leben führen. Des-
halb ist es von entscheidender Bedeutung für unser Leben in der Nachfolge von Je-
sus Christus, dass wir lernen, diese Führung durch den Heiligen Geist in unserem
Leben zu wollen, zu erkennen und immer besser wahrzunehmen.

Menschen, die Jesus noch nicht nachfolgen, können auch durch den Heiligen Geist
geführt werden. Aber bei ihnen wird der Heilige Geist in erster Linie Jesus Christus
gross machen und aufzeigen, dass sie nur durch den Glauben an Jesus und im Ver-
trauen auf sein Sterben und Auferstehen zu erlösten Nachfolgern werden.

Bist du mit Jesus unterwegs und möchtest du mehr oder deutlicher die Führung
durch den Heiligen Geist erleben? Ich werde jetzt sechs ganz zentrale Aussagen
machen, wie Führung durch den Heiligen Geist geschehen kann: Der Heilige Geist

3
PRINCE, Derek: „Der Weg nach oben führt nach unten“, Verlag GB

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Führe uns!

führt uns durch Gemeinschaft, Gottes Stimme, Gottes Wort, Geschwister, Umstände
und Gottes Frieden.

 Gemeinschaft: In Gottes Gegenwart im Gebet, in der Anbetung und in der Ge-


meinschaft mit Geschwistern können wir zur inneren Ruhe kommen und Gottes
Schutz erleben, statt allein den Angriffen des Feindes ausgesetzt zu sein.

Wacht und betet, damit ihr nicht in Versuchung kommt! Der Geist ist willig,
das Fleisch aber schwach. (Markus 14, 38; Matthäus 26, 41; Gethsemane)

 Gottes Stimme: Es ist absolut notwendig, Gottes Stimme hören zu lernen, um


sie von den Einflüsterungen des Teufels zu unterscheiden lernen. Alle können die
Stimme Gottes hören!

Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie und sie folgen mir. (Jo-
hannes 10, 27)

 Gottes Wort: Damit wir nicht nur unserem egoistischen Wollen, unseren logi-
schen Gedanken und unseren Gefühlen folgen müssen, ist es wichtig, uns von
Gottes Wort prägen zu lassen. Lesen, beten und hören, dann umsetzen und fol-
gen.
Weil du mein Wort bewahrt hast, das dir die Kraft gibt, auszuharren, werde auch
ich dich bewahren in der Stunde der Versuchung, die über den ganzen Erdkreis
kommen wird, die Erdenbewohner zu versuchen. (Offenbarung 3, 10)

 Geschwister: Wir sind einander gegeben, damit wir miteinander vorwärts gehen
können. So dürfen wir lernen, Geschwister um Rat zu fragen und ihnen zu ver-
trauen, statt Gottlose ins eigene Leben hineinreden zu lassen.

Wohl dem, der nicht wandelt im Rat der Gottlosen, noch tritt auf den Weg der
Sünder, noch sitzt, wo die Spötter sitzen… (Psalm 1, 1)

 Umstände: Geöffnete oder geschlossene Türen können uns zeigen, wo der Weg
hinführt. Dabei dürfen wir lernen, auf Gottes Gegenwart in allen Umständen zu
vertrauen. Gerade schwierige Begebenheiten sind Gottes Gelegenheiten! Sein
Fokus ist auf das Reich Gottes ausgerichtet, was uns oft Schwierigkeiten bereitet.
Leichte, verlockende Wege sind nicht immer die richtigen.

Lasst uns also nun, wie wir Gelegenheit haben, allen gegenüber das Gute wirken,
am meisten aber gegenüber den Hausgenossen des Glaubens! (Galater 6, 10)

 Frieden: Unsere Entscheidungen sollten von Gottes Frieden begleitet sein, statt
uns von Angst oder unserem Verstand leiten zu lassen.

Das habe ich euch gesagt, damit ihr Frieden habt in mir. In der Welt habt ihr
Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden. (Johannes 16, 33)

Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, wird eure Herzen und
Sinne in Christus Jesus bewahren. (Philipper 4, 7)

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Führe uns!

Sich bewusst zu sein, dass Gottes Geist uns führen will, und sich bewusst auf das
auszurichten, wie der Heilige Geist uns führen will, das ist das pure Gegenteil von
Stolz, es ist Demut. Es ist auch das Gegenteil von Egoismus, es ist Abhängigkeit von
Gott und Ausrichtung auf seinen Willen. Es gibt nur diesen Weg, wenn wir in der
Nachfolge von Jesus Christus vorwärts gehen wollen. „Der Weg nach oben führt
nach unten.“, sagte schon der bekannte Bibellehrer Derek Prince. Und auch das
Wort Gottes sagt es:

Wer sich selbst erhöht, der wird erniedrigt werden; und wer sich selbst erniedrigt, der
wird erhöht werden. (Matthäus 23, 12)

Zum Schluss kommen wir wieder einmal an den einen Punkt: Wir sind Nachfolger
von Jesus Christus. Ihm nach! Je näher wir ihm auf den Fersen sind, desto besser
können wir den Weg gehen, den er uns vorausgegangen ist und den er uns durch
seinen Heiligen Geist führt. Je enger, intensiver und intimer unsere Beziehung mit
Jesus ist, desto deutlicher werden wir sein Führen erfahren. Von ihm dürfen wir ler-
nen, zu hören und zu gehorchen. Er gibt uns die Kraft und die Werkzeuge, Versu-
chungen zu widerstehen. Von ihm können wir lernen, unser Leben in Demut zu le-
ben.

Kommt zu mir, all ihr Geplagten und Beladenen (und Versuchten!): Ich will euch er-
quicken. 29 Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir, denn ich bin sanft und
demütig; und ihr werdet Ruhe finden für eure Seele. (Matthäus 11, 28 – 29)

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Führe uns!

Anregungen für die Kleingruppen


 Versuchung
o Probiert selber, eine Definition für Versuchung zu formulieren.
o Wunsch, Anreiz, Verführung und Prüfung – was sind Inhalte und Bedeu-
tungen dieser vier unterschiedlichen Arten von Versuchung?
o Ziel ist es nicht, Versuchung unbedingt zu vermeiden, sondern in der
Versuchung zu bestehen! – Stimmst Du mit dieser Aussage überein?
Was braucht es zum Bestehen und Überwinden? Wann ist eine Versu-
chung bestanden?

 Persönlich
o Wo erlebe ich immer wieder Versuchung?
o Wie kann ich der Versuchung widerstehen?
o Warum gelingt es mir? Warum nicht?
o Wie folge ich Jesus nach? Wie mache ich das in meinem Alltag?

 Jesus wurde versucht


o Lest gemeinsam die Versuchungsgeschichte Matthäus 4, 1 – 11.
o Wie wirkt dieses Erlebnis von Jesus auf Euch?
o Auf was zielten die Versuchungen des Teufels ab?

 Hochmut – Demut
o Der Weg nach oben führt nach unten. (Zitat Derek Prince)
o Was bedeutet diese Aussage für mich?
o Wie setze ich dieses Prinzip um?
o Wo fällt es mir schwer, Gott zu gehorchen?
o Was sind die Auswirkungen von Hochmut? Von Demut?

 Führung durch den Heiligen Geist – bei mir persönlich


o Wie erlebe ich die Führung durch den Heiligen Geist?
o Was für Erlebnisse habe ich damit schon gemacht?
o In welchem Bereich möchte ich an Erfahrung zunehmen: Gemeinschaft
erleben, Gottes Stimme hören, Gottes Wort aufnehmen, Geschwistern
vertrauen, Umstände wahrnehmen und Gottes Frieden empfinden.
o Wie setze ich Galater 5, 16 in meinem Leben um?

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