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Reinhard Prahl

Hat der Roswell-Vorfall nie


stattgefunden?
Welcher Ufo-Fan hat noch nie etwas von der amerikanischen Kleinstadt Roswell gehört, in der 1947 ein UFO abge-
stürzt sein soll? Wer hat noch nie mit Staunen auf den Bildschirm gestarrt, während Zeugen aus erster Hand von damals
erzählen, wie es wirklich war, hat nicht die Majestic 12- und die Autopsieberichte bestaunt, die zahlreiche Autoren ent-
hüllten? Doch verfolgt man die Aussagen über eine längere Zeit, sieht mehrere Berichte, liest einige Bücher zu diesem Thema,
zerbröckelt die Fassade vom „sicheren Augenzeugen“ allmählich.

Ebenso ergeht es dem interessierten


Zuschauer und Leser bei der näheren
Begutachtung der Dokumente. Es tut
sich ein Abgrund voller Ungereimthei-
ten auf. Widerspruch reiht sich an Wi-
derspruch. Sicherlich mag man im Fal-
le der Zeugenaussagen argumentieren,
das alles sei lange her, wie soll man sich
da noch an jede Einzelheit erinnern?
Doch wie kommen dann die
manchmal so genauen Aussagen zu-
stande, die dann auch noch in einem
anderen Zusammenhang, wiederum
bis ins Detail geschildert, aber doch so
anders klingen? Oder wie kann es Do-
kumente über dasselbe Thema, aber
mit verschiedenen Inhalten geben?
Dieser Bericht möchte einige dieser
Zeugenaussagen vorstellen und auf die
Widrigkeiten aufmerksam machen.
Denn es hat den Anschein, dass einige
der über dreihundert Zeugen aus ers-
ter und zweiter Hand hier lügen. Soll-
te sich diese Aussage bestätigen stellt Das abgestürzte UFO bei Reswell soll angeblich ein Wetterballon gewesen sein, wie hier gezeigt wird (GLG-
Archiv)
sich die berechtigte Frage: Warum?
Dreißig Jahre lang war die be-
rühmte Story des Roswell Incident ge- Markt warfen. Interessant ist, dass sich haben. So sollte man tatsächlich mei-
storben, bis sich Major Marcel, fast alle Autoren und Filmemacher auf nen, die Augenzeugenaussagen des
inzwischen pensioniert, 1978 ent- Zeugenaussagen berufen, die als Zeu- Roswell-Vorfalles seien im großen und
schloss, vor der Öffentlichkeit auszu- gen aus erster Hand besonders zuver- ganzen tatsächlich glaubhaft, aber ge-
packen. Zu lange schon quälte ihn die lässig sein sollen. Nun ist gerade über rade sie haben es zumindest teilweise
Tatsache, dass er als Versager hinge- die Zuverlässigkeit von Zeugenaussa- in sich. Nach meinen Recherchen gibt
stellt wurde, der als gut ausgebildeter gen viel geschrieben worden, man den- es eklatante Unterschiede zwischen
Geheimdienstoffizier noch nicht
einmal einen Wetterballon erkennen
konnte. Offen gab er in einem Video-
interview, welches u.a. auch ausschnitt-
weise im Film „UFOs are real“, Teil 2,
von Michael Hesemann, aber auch in
einer Kabel 1-Dokumentation zum
50-jährigen Roswell-Jubiläum gezeigt
wurde, an, er habe das Material in sei-
nen Händen gehalten und es sei „nichts ke nur an Elizabeth Loftus, die 1979
von dieser Welt“ gewesen. mehrere Versuche zur Erforschung der
Seitdem bemühten sich hunderte Zeugenzuverlässigkeit durchführte,
von Forschern, die Wahrheit ans Licht oder an Olsens Zuverlässigkeitsindex,
zu bringen. Charles Berlitz, Johannes der gut verständlich von Illobrandt von den einzelnen Darstellungen. Ich rede
von Buttlar, Stanton Friedman, Rand- Ludwiger in seinem Buch „UFOs über hier von Zeugen, die sich selbst mehr-
le/Schmitt, Col. Corso mit: „Der Tag Europa“ erklärt wird. Gerade Zeugen fach widersprechen, und das gerade bei
nach Roswell“, sowie Michael Hese- aus erster Hand wird gemeinhin eine Ereignissen, an die sie sich augen-
mann sind nur einige der bekanntesten größere Zuverlässigkeit zugeschrieben scheinlich bis in Detail erinnern!
Namen, die Bücher und Filmdoku- als Zeugen, die keine direkten Erinne- Schauen wir uns einmal ein Beispiel
mente auf den millionenschweren rungen zu bestimmten Ereignissen näher an.
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Hat der Roswell-Vorfall nie stattgefunden?
ziehbare Aussage mit der in Randle/
Schmitt, die dem Zeugen immerhin
ein ganzes Kapitel widmen (1), sehen
wir uns bereits an dieser Stelle einigen
Merkwürdigkeiten gegenüber. Randle
und Schmitt weisen eingangs darauf
hin, dass die Anrufe am 5. Juli 1947
stattfanden. Ein nicht unwesentliches
Detail. Weiter heißt es:
„Spät am Nachmittag wurde er be-
stellt, um einen verletzten Flieger aufzu-
nehmen. Dennis verfrachtete den Solda-
ten, der eine geringfügige Kopfverletzung
und eine gebrochene Nase hatte, in den
Krankenwagen und fuhr zur Basis.“
Bereits hier fallen einige Wider-
sprüche auf. Erstens: Nach Dennis´
eigener Aussage, ist er „mit seinem“
Wagen zur Basis gefahren. Es ist weder
von einem Krankenwagen die Rede,
wozu sollte ein Leichenbestatter auch ei-
nen Krankenwagen haben, es könnte
sich höchstens um einen Leichenwagen
handeln, zweitens erzählt er außerdem
in unserer ersten Version, er sei alleine
gefahren. Auch von einem leicht ver-
letzten Flieger, den er angeblich trans-
portierte, kann nicht die Rede sein,
denn im Video spricht er eindeutig
von einem Todesfall, wegen dem der
Leichenbestatter zur Basis gerufen wor-
den sei.
Bedenkt man die recht genauen
Aussagen bezüglich der Trümmerteile,
immerhin erkannte der Zeuge im Vor-
beigehen Aussehen, Farbe und Zu-
stand des Materials und auch noch
„zehn Zentimeter hohe“ Hieroglyphen,
dürften solche Fehler eigentlich nicht
passieren. Leider stimmt allerdings
auch bei diesem Teil der Erzählung so
einiges nicht mit anderen Versionen
Seite 1 des Majestic 12 Briefings (aus „Zeitriß“, J. von Buttlar) überein. Col. Corso, der allerdings
auch zugibt, nicht dabei gewesen zu
Die Zeugenaussagen chen. Lassen wir nun den Leichenbe-
am Beispiel Glenn Dennis statter selbst weiter erzählen:
Hier soll eines der bekanntesten „45 Minuten später kam ein erneuter
Beispiele von Zeugenaussagen betrach- Anruf, es gebe einen Todesfall, und ich
tet werden, die dem Leser einen Ein- fuhr hin. Ich wollte meinen Wagen wie
druck über die wirkliche Zuverlässig- üblich vor dem Lazarett parken, doch da
keit zumindest einiger stets als be- standen schon drei Feldambulanzen, und
sonders glaubwürdig angesehenen so parkte ich ein Stück weiter. Als ich in
Aussagen vermitteln dürfte. Einer der das Basishospital ging, musste ich an den
mit Abstand bekanntesten ist der Lei- Ambulanzwagen vorbei, deren Flügeltü-
chenbestatter Glenn Dennis. Welche ren offenstanden. Ich sah, dass sie alumi-
Rolle spielt er im Roswell-Fall? Nach niumartiges Material geladen hatten, das
seinen eigenen Aussagen [Video-Doku- aussah wie Edelstahl, das nicht verbogen
mentation „UFOs are real“ Teil 1, von Stanton oder beschädigt war und bläulich schim-
Friedman] sagt der Zeuge aus, am besag- merte. Ein anderes Stück war gebogen wie
ten Tag (ein Datum wird hier von ihm der Boden eines Kanus und trug zehn
nicht genannt) um kurz nach ein Uhr Zentimeter hohe Zeichen, die mich an
mittags einen Anruf erhalten zu haben. ägyptische Hieroglyphen erinnerten. In
Man hätte ihn nach eins bis 1,20 Me- den anderen beiden Wagen sah es ähnlich
ter großen Särgen gefragt. 45 Minuten aus.“
später sei ein zweiter Anruf erfolgt, Das soll bis hierher genügen. Ver-
diesmal mit der Bitte um Informatio- gleichen wir diese persönliche und für
nen über die Konservierung von Lei- jeden, der das Video besitzt, nachvoll-

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Glenn Dennis
Hat der Roswell-Vorfall nie stattgefunden?
sein, berichtet, das Material sei in
Zweitonnern abtransportiert worden
(2). Während im Video-Interview
noch in allen drei Ambulanzen ähnli-
che Teile zu sehen waren, bleibt bei
Randle/Schmitt ein Wagen zu, denn
„ein MP stand vor der Tür.“ (3) Auch
Johannes von Buttlar hat über die Ber-
gung der Wrackteile anderes zu berich-
ten, als dass sie in Ambulanzwagen zur
Station gefahren worden seien. Er
schreibt: „Ein Militärkonvoi, bestehend
aus Lastwagen, einem Tieflader, Kran-
wagen, Mannschaftswagen und Jeeps,
rückte an.“ [„Die Außerirdischen von Ros-
well“, S. 32]
Die Dokumente an den
Beispielen Autopsieberichte
und „Majestic 12“
Ich halte mich hier überwiegend an
die ausführlichen Autopsieberichte in
den Büchern von Randle/Schmitt und
Col. Corso. Beide Autoren widmen
diesem Thema wiederum ein ganzes
Kapitel, „Die Autopsieberichte“, S. 99 bis
104 im ersten, „Der EBE“, S. 100 bis
117 im zweiten Fall. Die Probleme fan-
gen schon zu Anfang der Kapitel an.
Bei Randle/Schmitt, die sich an den
Aussagen Frank Kaufmanns (4) und
Len Stringfields orientieren, wird von
drei Körpern gesprochen, wobei zwei
„schlimm entstellt“ waren, ein Wesen
jedoch ausgesehen habe, „als ob es den
Absturz überlebt haben könnte, und der
Körper war größtenteils unversehrt. Das
Wesen war offenbar einige Zeit nach dem
Absturz an Unterkühlung gestorben“.
Allerdings berichtet Corso [S. 29], Seite 2 des Majestic 12 Briefings (aus „Zeitriß“, J. von Buttlar)
dem überlebenden Wesen sei während
eines Fluchtversuchs in den Rücken orange- bis beigefarbenen Haut reign Technology Desk (Abteilung für
geschossen worden. Kein Wort über ei- spricht), schräg stehende, fast mongo- ausländische Technologie) im Penta-
nen Tod wegen Unterkühlung. Auch loide bzw. asiatische Augen, ein großer gon erhielt, von einer milchigen Flüs-
berichten andere Zeugen, die Leichen Kopf, dünne Gliedmaßen. Man muss sigkeit die Rede ist. Hier auf eine Ge-
seien alle in einem schrecklichen Zu- schon ein wenig genauer hinschauen, dächtnislücke aufgrund der vergangen
stand gewesen. In Bezug auf die hier um Unterschiede zu entdecken. Aber Zeit zu bestehen, ist m.E. nicht sehr
wiedergegebenen Aussagen berufen gerade wegen des so oft erwähnten glaubhaft, denn ich bin sicher, dass
sich Randle und Schmitt auf Len oberflächlichen Aussehens der Wesen sich ein Arzt, der sein ganzes Berufsle-
Stringfield, der angab, aus anonymer sollte man von einem ärztlichen Aut- ben lang nur rotes Blut gesehen hat, an
Quelle entsprechende Berichte erhal- opsiebericht oder der Aussage eines so einen ungewöhnlichen Umstand er-
ten zu haben, auch Berichte von Ärz- Arztes, der angibt, eine solche durch- innern würde.
ten, die damals an der Untersuchung geführt zu haben, eine exakte Bericht- Ein weiteres Problem sind Struktur
der Leichen beteiligt waren, während erstattung erwarten können. und Farbe der Haut. Nach Stringfields
Corso berichtet, das Walter Reed Hos- Natürlich darf sich ein geschriebe- Quellen war merkwürdig, dass „die
pital wäre für die Autopsien zuständig ner Bericht eigentlich nicht von einer Gewebestruktur, wie man mir sagte, un-
gewesen. Es soll voran geschickt wer- mündlichen Aussage sehr unterschei- ter Vergrößerung netzartig oder wie ein
den, dass die Beschreibungen der Au- den, schließlich wurde das selbe Indi- Gitternetzwerk aus horizontalen und
ßerirdischen im Großen und Ganzen viduum von einem Fachmann unter- senkrechten Linien“ erscheint. Eine frü-
übereinstimmen. Das verwundert sucht, bzw. Leichen der selben „kosmi- here Quelle bestätigte, dass die Haut
nicht weiter. Seit den 50er Jahren hat schen Rasse“. Um so verwunderlicher des Wesens „reptilienartig“ erschienen
sich in den Köpfen der UFO-Begeis- mutet es an, dass Stringfields Quelle sei. Ganz anders klingt das bei Colonel
terten ein bestimmtes Bild der EBEs von durchsichtigem Blut berichtet, Corso. Hier ähnelte die Haut „einer
festgesetzt: Etwa 1,20 Meter groß, während es im Autopsiebericht, den unbekannten, dünnen fettigen Gewebe-
graue bis grau-braune Haut (obwohl Corso von seinem Chef im Depart- schicht. In ihren Berichten stand
ein Soldat, der im LKW die Plane ment of the Army R & D (Research allerdings nichts über chemische Analyse.
hochgehoben haben will, von einer and Development) als Leiter der Fo- Diese Schicht war völlig durchlässig, als

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35 mm Film abgelichteten Geheimpa-
piere. In seinem vom „Fund for UFO“
Research mit 16000 Dollar unter-
stützten Abschlussbericht schreibt
Friedman:
„An nordamerikanischen Gerichtshö-
fen ist es erforderlich, dass die Anklage die
Ausschnitt aus dem PI 40-Dokument (aus „Zeitriß“, J. von Buttlar)
Schuld eines Angeklagten beweist. Es ist
nicht Aufgabe des Angeklagten, seine
wenn sie ständig Chemikalien mit dem Hier soll die kurze Analyse der Au- Unschuld zu beweisen. Im Hinblick auf
kombinierten Blut-Lymph-System aus- topsieberichte beendet werden, es die fraglichen Dokumente liegt die Be-
tauschen würde.“ dürfte klar geworden sein, dass auch weislast bei denen, die behaupten, die
Das selbe Phänomen beobachten hier zumindest einiges sehr merkwür- Dokumente könnten falsch sein. Nach
wir bei der Hautfarbe der Individuen. dig anmutet, es gibt zu große Abwei- mehreren Jahren manchmal sehr intensi-
Glenn Dennis wird in einem 1997 in chungen und Ungenauigkeiten, als ver Forschung im Hinblick auf Operati-
Magazin 2000plus erschienen Artikel dass man von professionell erstellten on Majestic 12 habe ich unter den Dut-
von William Mc. Donald zitiert: „Sie Berichten sprechen könnte. Es sei zenden von Argumenten, die vorgebracht
hatten kein Haar und die Haut war übrigens nur am Rande bemerkt, dass, wurden, noch immer keines finden
schwarz - wahrscheinlich weil sie der Son- obwohl die Wesen im allgemeinen als könnten, das zeigt, dass eines der drei
ne ausgesetzt waren“. Corso spricht von klein beschrieben werden, die Größe Hauptdokumente eine Fälschung dar-
durchlässiger Haut, während doch zwischen 1,10 Meter [Aussage von stellt.“ [The final Report on Operation Majestic
wiederum Beverly Brown, Tochter von Glenn Dennis] und 1,50 Meter [von Buttlar, 12, zit. in Randle/Schmitt].
Sgt. Melvin Brown von einer gelbli- S. 33], oder im Falle Frank Kaufmann Ganz ähnlich äußert sich auch von
chen Farbe spricht: „Sie hätten als Chi- sogar 1,55 Meter schwankt, immerhin Buttlar, der sich 1998 noch von der
nesen durchgehen können“, zitiert sie bis zu 45 Zentimeter Unterschied, die Echtheit der Dokumente überzeugt
Mc. Donald in o.g. Artikel. Probleme Augen manchmal rund, manchmal gezeigt hat. Auch Colonel Corso er-
gibt es auch bei der Darstellung der mongoloid beschrieben werden und wähnt die Operation ebenfalls mehr-
Hände. Glenn Dennis will von einer andere Unterschiede immer wieder mals als real existente Untersuchungs-
Krankenschwester erfahren haben, dass auftauchen. Setzt man von Buttlars kommission zur Erforschung des Ros-
die Hände der EBEs über vier Finger Darstellung voraus, der von EBEs mit well-Falles. Anders hingegen Forscher
mit eine Art Saugnäpfen verfügten, einer Größe von 1,50 Meter schreibt, wie Randle & Schmitt, die die Unter-
während keine Daumen vorhanden stellt sich unwillkürlich die Frage, wie lagen für einen ausgemachten Schwin-
waren. Frank Kaufmann hingegen diese wohl in die „1,10 bis 1,20 Meter del halten. Der Autor Mathias Cleff-
spricht von normalen fünffingrigen großen Kindersärge“ passten, die bei Lehmker, der in seinem Artikel über
Händen. Phillip Corso erwähnt auch Dennis angeblich bestellt wurden. UFOs und Kornkreise [„Roswell und die
vierfingrige Hände, andere wiederum Um diese kurze Untersuchung zu Alien-Autopsie“] Partei für den m.E. ge-
berichteten auch von Händen mit beenden, wenden wir uns zum Ab- fälschten Santilli-Film ergriff, betrach-
sechs Fingern. So wird der Außerirdi- schluss einem der wohl brisantesten tet die MJ 12 -Dokumente gar als Des-
sche im Santilli-Film, der zuerst die Dokumente des ganzen Roswell-Falles informationskampagne:
Roswell-Autopsie, später aber einen zu, den sogen. „Majestic 12 Doku- „Die ,majestic 12’-Papiere waren of-
anderen Absturz in Socorro darstellen menten“. Die Meinungen über diese fensichtlich Teil einer Desinformations-
soll, mit sechsgliedrigen Händen und Dokumente sind mehr als geteilt. kampagne, die den spektakulären Ent-
Füßen gezeigt (5). Stanton Friedman untersuchte die auf hüllungen des Physikers Robert Sarbacher
entgegenwirken und seriöse UFO-For-
scher über den Background der UFO-
.Bergungen 1947 verwirren sollte.“
Wer hat nun recht?
Schauen wir uns also die zweite Sei-
te des Dokuments, welches die sechs
Wissenschaftler und Militärangehöri-
gen nennt, die als Team eingesetzt wur-
den, ein wenig genauer an. Entnom-
men ist diese Kopie dem Buch „Zeit-
riß“ von Johannes von Buttlar. Doch
einiges stimmt mit dem angeblichen
Beweisstück offensichtlich nicht. Laut
Randle und Schmitt stimmen einige
Dienstgrade der genannten Personen
nicht! Außerdem wird in den Unterla-
gen klar von vier toten Außerirdischen
gesprochen, obwohl es nach allen bis-
herigen Aussagen und Erkenntnissen
eigentlich fünf sein müssten, - oder gar
nur drei?

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Angebliche Wrackteile aus dem „Roswell-UFO“ (GLG-Archiv)
Hat der Roswell-Vorfall nie stattgefunden?
Denselben Fehler weist das soge-
nannte PI 40-Dokument auf. Aber das
ist noch nicht alles! Auf dem von von
Buttlar abgebildeten Blatt ist folgendes
zu lesen:
„On 06. December, 1950, a second
object, probably of similar origin, impac-
ted the earth at high speed in the El Indio
Guerrero area of the Texas - Mexican bo-
der ...“ (Hervorhebung von mir). Der
Inhalt befasst sich mit einem zweiten
Objekt, das am 06. Dezember 1950 in
El Indio abgestürzt sein soll. Doch
nicht der Inhalt interessiert uns hier,
sondern der Schreibfehler „boder“ für
Grenze, das eigentlich „border“ ge-
schrieben werden muss. Es ist für mich
nicht einsichtig, dass ein so geheimes
und wichtiges Dokument, das für die
hochrangigsten Persönlichkeiten, u.a.
den Präsidenten, bestimmt ist, solche
dummen Rechtschreibfehler enthalten
soll. Der untersuchte „Außerirdische“ des „Roswell-Absturzes“ besaß sechs Zehen (GLG-Archiv)
Das zweite Majestic 12-Dokument
(insgesamt tauchten zwei Dokumente genug Grund gibt, an der Echtheit der (2) Siehe dort zur Wiedergabe der Ereignisse das
Majestic 12 -Unterlagen zu zweifeln. erste Kapitel, „In der Wüste bei Roswell“
und ein Memorandum für Präsident
Ich halte die obigen Aussagen jeden- (3) Zitat von Glenn Dennis, S. 31
Truman auf ) erschien etwa zeitgleich
falls für bedenklich! (4) Für die Berichte über Kaufmanns Aussagen
mit dem ersten 1987. Auch hier tau- wurde William Mc. Donalds Artikel in Ma-
chen grobe Fehler auf. Randle/Schmitt gazin 2000plus Juni/Juli 1997/4 zugrunde ge-
schreiben: Warum? legt
„Barry Greenwood, Herausgeber von Die obige, repräsentativ zu werten- (5) Siehe Gernot L. Geise: „Die Tranchierung ei-
,Just Cause’, das von ,Citizens Against de Untersuchung gibt Anlass zum nes „Außerirdischen“. Echt oder unecht? Das
UFO Secrecy’ (Bürger gegen UFO-Ge- Nachdenken. Warum wird hier gelo- ist hier die Frage“, in SYNESIS Nr. 12/1995
heimhaltung) veröffentlicht wird, ent- gen? Und: Wer lügt hier eigentlich? Im
deckte einen weiteren größeren Fehler an Falle der Zeugenaussagen bleibt dem Literatur
den Dokumenten. Er schrieb: ,Seite 2 des Leser nur eines: Glauben oder Nicht- Berlitz, Charles und Moore, William L: „The
glauben. Die Möglichkeit, dass der Roswell Incident“, 1988
Instruktionspapiers bezieht sich auf die
Einrichtung von MJ-12 aufgrund einer Roswell-Vorfall nie stattgefunden hat, Randle, Kevin & Schmitt, Donald: „Die Wahr-
heit über den UFO-Absturz bei Roswell“,
speziell klassifizierten Durchführungsver- sollte vielleicht nicht mehr generell Kopp, 1998
ordnung von Präsident Truman am 24. ausgeschlossen werden. Auch eine ge- von Buttlar, Johannes: „Zeitriß“, Heyne 1989
September 1947. Wir haben die Listen zielte Desinformationskampagne sei-
ders.: „Die Außerirdischen von Roswell“, Heyne
der Truman-Bibliothek auf Durchfüh- tens der amerikanischen Regierung ist 1998
rungsverordnungen hin überprüft und möglich, in diesem Fall müsste man die Col. Corso, Phillip J. & Birnes, William J.: „Der
keine Verordnungen gefunden, die am Frage stellen, ob Glenn Dennys sowie Tag nach Roswell“, Portop Bello 1 Sonder-
24.9. erlassen wurden. Die Nummern zahlreiche andere „Zeugen“, die bisher ausgabe 2002
9891-9896 für Durchführungsverord- als glaubwürdig angesehen wurden, Rety, Andreas: „Geheimbasis Area 51 - Die Rät-
nungen wurden in dieser Reihenfolge am nicht von der CIA oder von wem auch sel von ,Dreamland’“, Kopp-Verlag 1998
15.9., zwei am 20.9., ferner am 23.9., immer gekauft wurden, entweder, um von Ludwiger, Illobrand: „UFOs über Europa“,
30.9. und am 2.10.47 vergeben, und von einer geheimen Versuchsreihe ab- München 1999
von denen hat keine auch nur im entfern- zulenken, die 1947 stattfand, oder um
testen Ähnlichkeit mit dem MJ-12 The- die Wahrheit über den UFO-Absturz Zeitschriften und andere:
ma. Es gibt keine Lücke in der Zahlenfol- von Roswell zu verschleiern. Wahr- JUFOF NR. 3 1999: hier: Roswell News Nr. 8,
ge für diese Daten, es fehlt also keine. Fer- Thieme, Uli
scheinlich wird man die Wahrheit nie
ner ist die im ,Anhang A´ des Instrukti- vollständig rekonstruieren können. Magazin 2000plus Juni/Juli 1997/4
onspapiers angegebene Nummer Doch eines wird auf jeden Fall immer UFOs und Kornkreise Nr. 158 und 176 und 180
#092447 ... keine Durchführungsver- deutlicher: Die unseriöse Berichter- Videodokumentation: „UFOs are real“ Teil 1 von
ordnungs-Nummer, sondern das Datum Stanton Friedman
stattung zahlreicher UFO-Forscher, die
von Präsident Trumans Memo, 9/24/47. für sich in Anspruch nehmen, die „UFOs are real“ Teil 2 von Michael Hesemann
Durchführungsverordnungen werden Wahrheit aufgedeckt zu haben. „UFOs are real“ Teil 6 The Truth about the
nicht nach dem Datum, sondern fortlau- UFO-Crash at Roswell von
fend nummeriert, und damals waren die Kevin Randle und Don Schmitt
Anmerkungen
Kabel 1: 50 Jahre Roswell, ausgestrahlt 1998 und


Nummern nur vierstellig’.“ (1) Randle Schmitt, S. 31 - 42: „Glenn Dennis
Es sollte wohl dargelegt sein, dass es und Ruben Anaya“ 2001.

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