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Freebook

„Cordula“
by P.S. handmade 2015

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Ich freue mich, dass du dich für das Freebook „Cordula“ von mir entschieden
hast und wünsche dir jetzt schon viel Freude damit.

Es ist im Rahmen meines Gastbloggens auf


http://stoffundliebe.blogspot.de/ entstanden, wo ich
derzeit den „Rock-Faden“ übernehme.

Bei der Erstellung habe ich mir besonders viel Mühe


gegeben, dir eine Anleitung zu erstellen, die auch
Nähanfängern gerecht wird. Das gesamte Ebook ist von mir
erdacht, erstellt und getestet.

Genähte Einzelstücke dürfen verkauft werden.


Die Massenproduktion ist demzufolge nicht gestattet.
Für Fehler in der Anleitung kann keine Haftung übernommen werden.
Idee, Schnitt und Gestaltung:
Copyright , P.S.handmade 2015 (Peggy Nötzoldt)

Bei „Cordula“ handelt es sich um einen Hüftrock in A-Linie, der vorzugsweise


mit Cordstoffen gefertigt werden kann – aber auch mit anderen nicht-dehn-
baren Stoffen (also auch in Webware, Jeans…).
Durch die „Passe“ entsteht aus dem relativ einfachen Grundschnittmuster, ein
echter Hingucker. Praktisch sind die 2 Eingrifftaschen, die dem Rock eine
gewisse Lässigkeit verleihen.

Dabei bleibt es dir überlassen, ob du einen oder eben mehrere Stoffe verwen-
dest – je nach Lust und Geschmack.
Durch die Verwendung von Paspelbändern, Schrägband und Spitze kannst du
noch zusätzliche Akzente setzen, selbst bei schlichten Stoffen!

Unter dem Oberrock kannst du einen Unterrock einarbeiten, der ein Hoch-
rutschen verhindern soll. So kannst du ihn auch mit Strumpfhose o.ä. tragen –
yeah! Für deine Sommer-Cordula kannst du darauf auch verzichten.

Lies dir die Anleitung jedoch einmal komplett durch … los geht’s!

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Inhalt

1. Größenbestimmung Seite 3
2. Material-Liste Seite 3
3. Schnittmuster-Erstellung (Anordnung) Seite 4
4. Anleitung Seite 6
5. Schnittmuster  separate Datei!!!

1. Größenbestimmung

Bestimme zunächst deinen Hüftumfang (HüU): Das Maßband wird waagerecht


von einer Körperseite her um die stärkste Stelle des Pos gelegt. Wenn du es
langsam waagerecht über den Po nach unten rutschen lässt, kannst du die
Maßbandweite anpassen – also die stärkste Stelle ermitteln.

Der Rock fällt größengerecht aus und orientiert sich an den gängigen Maßen
der Konfektionsgrößen, welche sind:

Größe 32 34 36 38 40 42 44 46
HüU 86 90 94 97 100 103 106 109

Aus der Tabelle kannst du deine Schnittmuster-Größe ermitteln. Bist du dir


unsicher, dann nimm ggf. die größere oder arbeite mit Nahtzugabe, denn den
Rock enger machen ist kein Problem.

2. Material-Liste

Der Rock ist für nicht-dehnbare (bzw. wenig dehnbare) Materialien konzipiert.
Darunter fallen z.B. Cord, Jeans aber auch Webware usw.
Möchtest du dennoch dehnbaren Stoff verwenden, so kannst du mindestens
ein bis zwei Konfektionsgröße kleiner wählen.

Menge:
ca. 50cm Länge bei 140cm Stoff-Breite für den Oberstoff (Webware…)
ca. 45cm Länge bei 140cm Stoff-Breite für den Unterrock (Futterstoffe)
ca. 22cm Höhe (oder mehr!) Bündchenware (oder Vergleichbares) bei ca.
100cm Stoffbreite
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Ggf. Schräg- und/ oder Paspelbänder, mit denen du tolle Effekte erzielen
kannst, selbst bei „schlichten“ Stoffen

Du kannst „Cordula“ mit einer normalen Haushaltsnähmaschine nähen (Gerad-


stich und Versäuberungsstich/ ZickZackstich) oder aber zeitsparend mit einer
Overlock-Maschine.

1. Schnittmuster-Erstellung (Anordnung)

In der separaten Datei druckst du das SM OHNE Seitenanpassung aus. Auf jeder
Seite ist ein Kontrollkästchen von 1cm², welches du nachprüfen solltest. Stimmt
es, dann kannst du mit dem Zusammensetzen des SM beginnen.
Orientiere dich dabei an den Seiten-Zeichen (Schere, Buchstaben, Zahlen) und
lege zunächst alles vor dich in der richtigen Reihenfolge hin. Es ist ein SM für
die Seitentasche (1, 2) und eins für den eigentlichen Rock (A ,B, C, D).

Dann schneidest du an den entsprechenden Seiten den Rand ab und klebst es


auf den daran angrenzenden Seitenrand (des Folgeblattes) z. B. mit einem
Klebestreifen an.

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So sollte es schließlich aussehen:

Übertrage nun deine Größe auf Seidenpapier (o.ä.) oder du schneidest dir
direkt die entsprechende Kleidergröße aus.
Wenn du einen Unterrock anfertigen willst, macht es Sinn, das SM wenigsten
einmal „ganz zu lassen“ – also ohne, dass du an den Schnittstellen schneidest.

Ansonsten schneidest
du dir das SM
entsprechend zurecht.
So ergeben es 4 Teile:
oberes Teil/ Passe, der
Tascheneingriff und das
Rockunterteil, sowie
das Taschenteil,
welches ebenfalls
2geteilt ist.

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2. Anleitung

Ich beschreibe dir nun die Anfertigung eines „Cordula-Rockes“, welches im


Vorderteil unterteilt und mit 2 Eingrifftaschen versehen ist. Das hintere Rockteil
ist in meinem Beispiel „uni“ also OHNE Unterteilung.

Jetzt geht´s los:


Zunächst schneidest du die Stoffe zu. Dazu achte – gerade bei Cordstoffen – auf
die „Strichrichtung“/ den Fadenlauf, sowie das Muster!

Hier habe ich das Gesamt-SM auf die


Stoffbruchkante gelegt – es wird in
meinem Fall das hintere Rockteil.
Das SM ist dafür „im Ganzen“ aufgelegt.

Die Nahtzugabe ist bereits enthalten –


ich gehe dabei von 0,75cm aus. Da ich
den Saum mit einer Coverlock-Maschine
nähen werde, habe ich nur minimal am
Saum eine Nahtzugabe eingehalten.
Solltest du „klassisch“ Versäumen (2x
umschlagen) solltest du von einer
Nahtzugabe von ca. 2,5 – 4,5cm
ausgehen

Nun wird das Vorder-


rockteil zugeschnitten.
Damit die Seitennähte
einen harmonischen
Musterübergang von
vorn zu hinten haben,
achte ich beim Zu-
schnitt auf die gleiche
Stoffausrichtung.

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Das Taschenschnittmuster besteht aus 2
Teilen, die gespiegelt zuschnitten werden
müssen. Dazu lege den Stoff doppelt – achte
wieder auf die Strichrichtung, den Fadenlauf
und ggf. das Muster.
Du benötigst dabei einmal das SM für den
gesamten Taschenbeutel (s. Foto) und einmal
nur das untere SM-Teil.

Auf dem folgenden Foto sind die SM-Teile abgebildet: 1 oberes Vorderteil,
Taschenbeutel ganz (2x für rechts und links), Taschenbeutel (nur unterer Teil –
ebenfalls 2x für rechts und links), 1 unteres Vorderteil und das hintere Rockteil.

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Nun geht es an´s Zusammennähen.

Du beginnst zunächst mit den Taschen. Nimm das untere Taschenbeutelteil und
lege es rechts auf rechts (also die schönen Seiten liegen aufeinander) auf die
zu nähende Kante des Tascheneingriffes – s. Foto.

Fixiere es mit Nadeln und nähe an der


markierten Kante entlang. Versäubere
die Naht.

Schlage dann den Taschenbeutel


zur linken Stoffseite deines
Rockteiles um. Bestenfalls
bügelst du die entstandene
Nahtkante und nähst dann
knappkantig mit einem
Geradstich diese ab.

Nimm die restlichen 2 Taschen-Schnittteile zur Hand und lege sie seitenrichtig
auf dein unteres Rockvorderteil.

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Fixiere die Taschenteile mit Nadeln.

Achte darauf, dass du dabei NUR die


TASCHENTEILE miteinander verbindest ,
also sie NICHT am „Oberstoff“ des
Rockschnittteiles befestigst!!!

Nähe die Taschenbeutel zu-


sammen; versäubere die Kanten.

Damit das Zusammennähen der


oberen und unteren Rockteiles gut
funktioniert, empfehle ich dir, die
Taschen nochmals am „Haupt-
stoff“ knappkantig (in der Naht-
zugabe) festzunähen.

Du kannst das am folgenden Foto erkennen. Damit ist die „Taschenproduktion“


erledigt.

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Jetzt werden das obere und untere Rock-Vorderteil zusammengefügt.

Ich habe in meinem Beispiel ein Paspelband dazwischen angebracht. Dafür


habe ich das Band mit der offenen Kante zur Stoffunterkante des oberen
Rockteiles aufgelegt, es mit Nadeln fixiert und mit einem Reißverschlussfuß
meiner Nähmaschine angenäht.

Der Vorteil dabei ist, dass ich so die Paspel richtig gut knappkantig annähen
kann. Hast du einen solchen „Spezial-Nähfuß“ nicht, dann bekommst du es
auch mit Verändern der Nadelposition und einem langsameren Nähtempo hin.

Lege dir die beiden Stoffteil vor dich hin, so dass sie das fertige Vorderrockteil
erahnen lassen.

Bestimme – z.B. durch mittiges Falten – die jeweiligen Stoffmitten und


markiere diese mit Nadeln.

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Lege dann das obere Teil auf das
untere – rechts auf rechts – so dass
die Stoffmitten aufeinandertreffen.

Hefte beide Teile mit


Nadeln zusammen
und nähe die Stoffe
fest – versäubern
nicht vergessen.

Schließlich sollte das Rockteil nun so aussehen. Die Pfeile auf dem Foto zeigen,
dass die Naht – wie bei den Taschen – knappkantig angenäht wird.
Lege dazu die Naht rückseitig nach oben, sonst hast du an den Taschenüber-
gängen eine zu dicke „Wulst“. Das Vorderteil ist damit fertiggestellt.
Wenn du rückseitig auch eine „Passe“ möchtest, dann verfahre wie gerade
beschrieben nur ohne das Ausschneiden der Taschen!

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Jetzt werden Vorder- und Hinter-Rockteil zusammengenäht. Dazu lege beide
Stoffteile rechts-auf-rechts zusammen, fixiere die Seiten mit Nadeln, nähe und
versäubere die Naht.

Wenn du den Rock nun wendest, scheint er schon fast fertig zu sein. Du kannst
nun eine erste Anprobe wagen. Ist er dir noch zu weit, dann nähe ihn an den
Seiten erneut ab, bis du ein gutes Tragegefühl hast.

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Jetzt kannst du das Bündchen vorbereiten oder auch zwischendurch den
Unterrock anfertigen.
Hierfür nimm das „Gesamt-Schnittmuster“ und schneide 2 Rockteile zu (vorn
und hinten). Wähle dabei die nächst kürzere Rockvariante, denn der Unterrock
soll ja nicht zu sehen sein.
Dann nähe beide Stoffteile zusammen, wie gerade beschrieben. Versäubere
auch die Unterkante – entweder mit einem Overlockstich oder du säumst
„klassisch“ (Erklärung folgt).

Die Anfertigung des Bündchen geht so:

Schneide dir im Vergleich zur


Rockoberkante – je nach
Elastizität deines Bundstoffes –
ein ca. ¾ kürzeres Bündchen zu.

Die Bundhöhe muss dabei doppelt


so hoch sein, wie die letztendliche
gewünschte Höhe.

Nähe das Bündchen mit einem


elastischen und haltbaren Stich zu
einem Schlauch.

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Schlage nun das Bündchen so zusammen, dass die offenen Seiten zusammen-
treffen. Die Bundhöhe ist nun erkennbar. Lege die Nahtkanten sauber aufein-
ander und verbinde diese mit einer Stecknadel. Lege den Bündchenstoff vor
dich hin und streiche ihn glatt. Dabei liegt die Nahtkante seitlich. Jetzt erhältst
du eine weitere Kante (gegenüber der Naht), die du ebenfalls mit einer Nadel
fixierst.

Lege dann die beiden Nadeln aufeinander und streiche den Stoff erneut glatt.
Dabei entstehen rechts und links erneut 2 Kanten. Auch hier beide Seiten mit
Nadeln feststecken.

Mit diesen Arbeitsschritten hast du 4 Nadeln in gleichen Abständen zueinander.


Sie geben die Seiten- und Mittelmarkierungen an. Du benötigst dies, damit der
Bund „ordentlich“ am Rock angebracht werden kann.

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Wenn du dir einen Unterrock – wie ich – genäht hast, dann schiebe den nun in
deinen Oberrock hinein, so dass die beiden Rockoberkanten oben exakt
aufeinandertreffen.

Auch am Rock muss oben die „Vierteilung“ für das Anbringen des Bündchens
erfolgen.

Die beiden Seitenpunkte sind dabei durch die Seitennähte bereits klar definiert.
Um die vordere und hintere Mitte zu ermitteln, lege die Seitennähte
aufeinander, streiche den Stoff glatt und markiere mit Stecknadeln die damit
entstandenen neuen Stoffkanten.

Die Pfeile auf dem


Foto zeigen dir, wo
nun Stecknadeln sein
sollten. Auch hier
sind die
Markierungen im
gleichen Abstand
zueinander.

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Lege nun das Bündchen zu deinem Rock.
Die offene Bundseite zeigt dabei in die
gleiche Richtung wie die Rockoberkante.

Schiebe den Rock IN das Bünd-


chen hinein, so dass die Bund-
und Rockoberkante an den
Nadeln exakt aufeinander-
treffen.

Beachte dabei die hintere Mitte


des Bündchens! Du kannst sie in
die Seitennaht einfließen lassen
oder (wie bei mir) direkt auf der
hintere Rockmitte anbringen.

Verbinde beide Teile mit Nadeln


und nähe sie zusammen +
versäubern. Achte ggf. darauf,
dass du durch ALLE Stofflagen
nähst!

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Wende das Bündchen und nähe die Naht mit einem elastischen Stich an der
Rockoberkante fest. (s. Foto)

Als letzten Arbeitsschritt kommt das Versäumen an der Rockunterkante. Hierzu


gibt es natürlich sehr viele Möglichkeiten… Einfassen mit Schrägband, nähen
mit einem Coverstich oder auch „klassisch“. Für´s letztere solltest du auf jeden
Fall genug Nahtzugabe beim Zuschnitt beachtet haben (wie bereits eingangs
erwähnt!).
Schlage den Saum 1 bis 1,5cm um.
Dann um die selbe Breite erneut
umschlagen – mit Stecknadeln
fixieren und mit einem Geradstich
den Saum nähen. Bestenfalls lässt
du eine zweite Naht parallel dazu
verlaufen. So bekommt der Saum
mehr Halt und schlägt im
Normalfall nicht um.

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Und damit ist das Werk vollendet… Deine „Cordula“ ist einsatzfähig.

Herzlichen Glückwunsch!

Ich hoffe, die Anleitung hat dir geholfen, deinen Wunschrock zu nähen.
Anregungen, Kritik, Lob und Fotos deines fertigen „Cordula-Rockes“ kannst du
gern direkt an mich weitergeben.

Ich bin zu erreichen unter:

p.s.handmade@t-online.de oder https://peggynoetzoldt.wordpress.com/

Liebe Grüße

Peggy von P.S. handmade

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