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Gernot L.

Geise

Kein UFO-Alarm
Eigentlich ist es schon recht auffällig, ten abtun. Farbfotos zeigen jedoch, dass
wie krampfhaft die NASA zu beweisen es sich ganz klar um Verfärbungen han-
versucht, dass es Wasser auf dem Mars delt.
gibt bzw. dass es dort welches gab. Ich Ich hatte dazu schon in meinem Zy-
habe den Eindruck, dass die Menschen klus „Unser marsianisches Erbe“ die
der NASA nicht mehr alles glauben, was These aufgestellt, dass es sich eventuell
eigentlich nicht verwunderlich ist. Wie um die Auswirkungen von Atomexplo-
ist es sonst erklärbar, dass das marsiani- sionen handeln könnte, denn die zerkra-
sche Wasser immer wieder aufs Neue be- terte Marsoberfläche erweckt auch nach
teuert werden muss? Schließlich haben den hochauflösenden GLOBAL SUR-
schon die 1976 zum Mars geflogenen VEYOR-Fotos den Eindruck, als ob vor
VIKING-Sonden mit ihren Messgerä- langer Zeit hier ein globaler Atomkrieg
ten Wassereis an den Marspolkappen gewütet hätte. Was auch zu der (heuti-
nachgewiesen. War das nicht Beweis gen) Atmosphärensituation des Mars
genug? Von den tausenden Fotos einmal passt: Rund 98 % Kohlendioxid und
ganz abgesehen, auf denen eindeutige kein Sauerstoff - Kohlendioxid entsteht
(allerdings heute ausgetrocknete) Fluss- durch Verbrennung, Sauerstoff ver-
läufe deutlich erkennbar sind. schwindet durch Verbrennung. Durch
Nun gut, die beiden derzeit auf der tausende explodierende A-Bomben
Marsoberfläche agierenden NASA-Ro- könnte man sogar die relativ dicke irdi-
boter SPIRIT und OPPORTUNITY sche Atmosphäre ins All „blasen“. Man
suchen einmal mehr einen Beweis, die- muss dazu bei der dünnen Marsatmos-
ses Mal direkt vor Ort, und SPIRIT hat phäre nicht auf solche Ausflüchte zu-
durch eine Felsenanalyse tatsächlich rückgreifen, die marsianische Gravitati-
Wasserablagerungen festgestellt. Wenn on sei zu schwach, um eine stärkere At-
(BILD vom 23.03.04)
die NASA doch nur einmal ebenso hart- mosphäre an den Planeten binden zu
näckig nach den Resten einer ehemali- können. Das ist hochgradiger Unsinn
gen Marszivilisation suchen würde! Wer (warum können eigentlich kleinere
Der helle Strich, den der Marsrobo-
weiß, welche Überraschungen uns da Monde - z.B. der Jupitermond Titan -
bevorstehen würden? Aber was nicht eine Atmosphäre halten, die dichter als ter SPIRIT fotografiert hatte (siehe obi-
sein darf, wird einfach ignoriert, und die des Mars ist?). ge Zeitungsmeldung), wurde von der
wenn es noch so offensichtlich ist. Und ein weiterer Punkt, der für einen NASA als „möglicher“ Meteorit dekla-
Ich warte darauf, wann die NASA- globalen Atomkrieg auf dem Mars riert, da der Lander in jenem Zeitraum
Forscher endlich einmal eine Erklärung spricht, ist die heute noch relativ hohe mehrfach verglühende Objekte sah (das
abgeben, warum das Gestein auf der radioaktive Strahlung auf der Marsober- Planetenbild in obiger Meldung wurde
Marsoberfläche einseitig geschwärzt ist. fläche, wovon die NASA sagt, das käme erst von der Redaktion einkopiert und
So zu beobachten auf Oberflächenfotos alles durch die aufgrund der dünnen At- hat mit der Leuchtspur nichts zu tun).
der VIKING-Lander, PATHFINDER mosphäre relativ ungehindert auftreffen- Der Hinweis auf ein „mögliches“ außer-
und jetzt der beiden aktuellen Marsro- den Sonnenstrahlung. Mag sein, dass irdisches Raumschiff stammt übrigens
boter. Wenn nur Schwarzweißfotos vor- dieser Faktor bis zu einem gewissen Grad ebenfalls von der NASA, ist von ihr je-
liegen würden, könnte man die einseiti- mit hinein spielt, man darf aber nicht doch ironisch und nicht ernst gemeint.
ge Schwärzung eventuell noch als Schat- vergessen, wie weit der Mars von der Auch die Länge des hellen Striches
Sonne entfernt ist, und dass die dort an- lässt sich recht gut erklären, sie ent-
kommende solare Strahlung zwangsläu- spricht der Verschlussgeschwindigkeit
fig recht schwach sein muss. Sie dürfte des SPIRIT-Kameraobjektives. Da die
wohl kaum ausreichend sein, die dort Landeeinheit nur Einzelbilder und kei-
gemessenen radioaktiven Werte befriedi- ne Filmsequenzen aufnehmen kann, ist
gend zu erklären - wenn sie nicht einmal nur ein Teil der gesamten Meteoriten-
in der Lage ist, die Durchschnittstempe- Leuchtspur zu sehen.
raturen über den Nullpunkt anzuheben. Interessant ist allenfalls, dass der helle
Während die ESA mit ihrem MARS Strich eine große Ähnlichkeit mit dem
EXPRESS zwar wenige, aber unwahr- letzten Foto der damaligen sowjetischen
scheinlich scharfe, hochauflösende Fotos PHOBOS II-Sonde hat, bevor diese aus-
aus der Marsumlaufbahn zur Erde sen- fiel. Vielleicht sprach die NASA deshalb
det, wiederholt die NASA mit den zwei ironisch von einem UFO, weil bei
Robotern ihren PATHFINDER-Erfolg PHOBOS II diesbezüglich die Gerüch-
der Neunzigerjahre, wobei die Abläufe teküche überschwappte und die Rede
Leben auf dem Mars? Dieser „Hase“ wurde auf ei- der Missionen, die Programme, ja sogar davon war, die Sonde sei von feindseli-
nem Foto des Marsroboters OPPORTUNITY ge- die Geräte und die Foto-Reihenfolgen gen Außerirdischen abgeschossen wor-
funden. Auf späteren Bildern fehlt er (Ausschnitt aus
Bild-Nr. b19_Opp_Mission_Success_Crop_ 04030 überwiegend identisch sind, nur durch den.
2151804_br) Details zu unterscheiden. 
4 EFODON-SYNESIS Nr. 3/2003