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Der Millionenvertrag, der den SRG-Umzug belastet - Schweiz: Standard - tagesanzeiger.ch 13.07.

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Der Millionenvertrag, der den


SRG-Umzug belastet
Mit einem Auszug aus ihrem Hauptsitz in Bern
könnte die SRG Millionen sparen. Doch niemand
will die Gebäude mieten. Das gefährdet den
Umzug der Radioredaktion nach Zürich.
15:32

4,4 Millionen Franken Sparpotenzial pro Jahr: Sitz der SRG-Generaldirektion in Bern. Foto: Manfred Schär
(Wikimedia)

Die SRG muss sparen, insgesamt rund 100 Millionen Franken pro Jahr
hat sie sich zum Ziel gesetzt. Dazu plant sie unter anderem, einen grossen
Teil der Radioredaktion von Bern nach Zürich zu verlegen. Dieser Umzug
soll die Betriebskosten um jährlich 3 Millionen Franken senken. Noch

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mehr sparen kann die SRG aber, wenn die Generaldirektion vom
Stadtrand Berns ins heutige Radiostudio im Zentrum der Stadt umziehen
kann.

Die von einem allfälligen Umzug nach Zürich betroffenen Radiomitarbeiter


vermuten denn auch, dass sie ihren Platz wegen der Generaldirektion
räumen müssen. Denn für das Gebäude des Radiostudios an der
Schwarztorstrasse entrichtet die SRG mit jährlich 238’000 Franken nur
einen verhältnismässig geringen Baurechtszins, während sie für ihren
Hauptsitz an der Giacomettistrasse mehrere Millionen Franken Miete
zahlt.

Die genauen Mietkosten gibt die SRG nicht bekannt. Doch in einem
internen Bericht heisst es, mit dem Projekt «Standortverlagerung
Generaldirektion» liessen sich jährlich bis zu 4,4 Millionen Franken
einsparen. Ob die Generaldirektion das 14-stöckige Hochhaus und ein
Nebengebäude im Nordosten Berns so rasch loswird, ist aber fraglich.
Denn der Mietvertrag mit der Schweizerischen Mobiliar, der das Gebäude
gehört, läuft noch bis 2032, und die SRG muss einen Nachmieter finden.
Das wiederum ist schwierig, denn in Bern gibt es zurzeit ein Überangebot
an Büroräumen. Erst vor kurzem sind dem Vernehmen nach zwei
potenzielle Interessenten wieder abgesprungen.

Die Stadt Bern will helfen – und stellt Bedingungen

Im Idealfall könnte ein Nachmieter den bestehenden Mietvertrag und alle


freien Flächen übernehmen, heisst es im Bericht, der dieser Zeitung
vorliegt. Gelinge dies nicht, werde die SRG in eigener Regie Büroflächen
vermieten. Die Projektverantwortlichen räumen «ein gewisses
Vermietungs- beziehungsweise Finanzrisiko» ein. Es müsse damit
gerechnet werden, dass die Hälfte der Gesamtfläche nicht vermietet
werden könne.

Das Einsparpotenzial wird denn auch vom künftigen Vermietungsgrad

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abhängig gemacht. Im schlechtesten Fall spart die SRG bloss 700’000


Franken im Jahr, im besten Fall 4,4 Millionen. Allenfalls bleibt auch ein
Teil der Generaldirektion am bisherigen Standort, denn im heutigen
Berner Radiostudio würde nur Platz für rund die Hälfte der 400 SRG-
Mitarbeiter des Hauptsitzes frei. Für die anderen müsste die SRG einen
neuen, ebenfalls preisgünstigen Standort finden.

Die Stadt Bern hat der SRG ihre Hilfe bei der Suche nach günstigeren
Liegenschaften für die Generaldirektion angeboten. Ebenfalls zeigt sie sich
bereit, die SRG bei der Nachmietersuche für die Liegenschaft an der
Giacomettistrasse zu unterstützen. Allerdings helfe die Stadt Bern der SRG
nur unter der Voraussetzung, dass das Radiostudio Bern mindestens im
heutigen Umfang bestehen bleibe und keine Verlegung nach Zürich
erfolge, sagt Stadtpräsident Alec von Graffenried. Im Herbst entscheidet
der SRG-Verwaltungsrat über die Verlegung der Informationsabteilung
von Radio SRF von Bern nach Zürich.

Sollte bis dahin kein Nachmieter für den Hauptsitz gefunden werden, der
der SRG die hohen Mietkosten für ihren Hauptsitz abnimmt, könnte es für
SRF-Direktor Ruedi Matter schwieriger werden, den politisch
umstrittenen Umzug zu begründen.

Umzug nach Zürich nicht infrage gestellt

Stadt und Kanton Bern wehren sich vehement gegen eine Konzentration
der Radioredaktion in Zürich, weil damit journalistische Vielfalt verloren
gehe. Die SRG als föderalistischer und gebührenfinanzierter
Medienbetrieb müsse seine Präsenz im politischen Zentrum der Schweiz
behalten. Auch die Mitarbeitenden der Radioredaktion in Bern lehnen den
Umzug grossmehrheitlich ab, weil sie befürchten, dass längerfristig die
strikte Trennung zwischen Radio und Fernsehen aufgelöst wird und die
Qualität des Radios verloren geht.

Die SRG-Spitze scheint hingegen nach wie vor entschlossen, den Umzug

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grosser Teile der Inland- und der ganzen Auslandredaktion nach Zürich
durchzuziehen. Flaggschiffe wie «Rendezvous am Mittag» oder «Echo der
Zeit» würden künftig in Zürich produziert. Neben der Kostenersparnis
macht die SRG «publizistische Gewinne» geltend, die dank der Produktion
von Radio-, TV- und Online-Inhalten am selben Ort entstünden.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 13.07.2018, 15:13 Uhr

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