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Friedrich Köhler

Die Ursprache der Europäer


- wie sie entstand und wie sie sich entwickelte -
Die Wissenschaft kann die Frage renzieren. Erst die Lautlehre ermöglicht lichen Selbstverständnis zufolge nur
nach dem Ursprung der Sprache bis auf es, regelmäßige Entsprechungen aufzu- die (seit vielleicht 5000 Jahren)
den heutigen Tag nicht befriedigend be- spüren und »Lautgesetze« aufzustellen. schriftlich belegten Sprachen be-
antworten. Vieles bleibt dunkel (das ist So entdeckte GRIMM zum Beispiel, trachten. Der mutmaßlich weitaus
ein beliebter Fachausdruck), und oft dass sich das Lautsystem der germani- größere Teil der Sprachgeschichte
fallen sogar Laien gewisse Ungereimt- schen Sprachen grundsätzlich von den bleibt damit unberücksichtigt. Kön-
heiten auf. Nichts macht dieses Pro- übrigen unterschied. Er vermutete da- nen diese linguistischen Kunstgebil-
blem deutlicher als das Entstehen immer her, dass sich das Germanische irgend- de dann überhaupt stimmen?
neuer Theorien, meist von Außensei- wann einmal von den anderen indoger- Zweitens
Zweitens: Es fällt auf, dass die Wortre-
tern, die die Herkunft und Entwicklung manischen Sprachen abgespalten habe. konstruktionen teilweise ziemliche
unserer Sprache zum Thema haben. Das von ihm formulierte Gesetz von der Zungenbrecher sind. Ist es glaubhaft,
Eine Chance, dem Geheimnis auf 1. (germanischen) Lautverschiebung dass menschliche Wesen in der
die Spur zu kommen, schien sich zu bie- gilt im Wesentlichen noch bis auf den Frühzeit der Sprache so eigenartig
ten, nachdem der Kolonialbeamte Sir heutigen Tag. Die tiefere Ursache und gesprochen haben? Wie sind diese
William JONES 1786 in Kalkutta über der genaue Zeitpunkt dieser »Grimms Lautungetüme überhaupt auf natür-
eine merkwürdige Entdeckung berich- law« genannten Erscheinung sind lichem Wege entstanden?
tet hatte. Ihm war aufgefallen, dass allerdings auch der modernen Wissen- Drittens
Drittens: GRIMM unterstellte, dass
Sanskrit, Altgriechisch und Latein eng schaft unbekannt. systematische Veränderungen zur
miteinander verwandt waren. Bald wur- Die Vergleichende Sprachwissen- einsamen Entwicklung des Germani-
de offenbar, dass darüber hinaus viele schaft fragt nicht danach, wie die Spra- schen und seiner Differenzierung
weitere Sprachen zwischen Indien und che entstanden sein könnte. Die Be- von den anderen geführt hätten. Wie
Europa zu dieser später so genannten schäftigung mit diesem Thema gilt als dem auch sei, auf jeden Fall ist zu ver-
indogermanischen Sprachfamilie ge- zu spekulativ und daher als unseriös. muten, dass einzelne indoeuropäi-
zählt werden konnten. Was lag näher, Sie sieht statt dessen eine ihrer Haupt- sche Sprachen unterschiedlich ver-
als sie alle miteinander zu vergleichen, aufgaben darin, die indoeuropäische wandt mit der Ursprache sind. Wa-
um den gemeinsamen Ursprung zu fin- Ursprache (das Indogermanische) rum wird das bei der Rekonstrukti-
den? lediglich zu rekonstruieren. Sie ver- on der Ursprache nicht bedacht?
Die Vergleichende Sprachwissen- gleicht die in den einzelnen Sprachen
schaft war geboren und auch deutsche gefundenen (und schriftlich belegten) Schließlich ist (viertens
viertens) kein System
viertens
Sprachforscher wie Franz BOPP und Wörter und versucht dann mit Hilfe der zu erkennen, und es bleiben ange-
Jacob GRIMM gaben diesem jungen »Lautgesetze« darauf zu schließen, wie sichts solcher Wörter wie König
Forschungszweig wichtige Impulse. das jeweilige Wort im Indogermani- Zweifel, ob das rekonstruierte Sam-
schen gelautet haben könnte. melsurium einer echten Ursprache
Als eine der Hauptgrundlagen aller zuzuordnen ist, oder auf eine noch
Sprachvergleiche galt und gilt bis heu- Das Ergebnis sind viele indogerma-
nische Urwörter, die mit einem Stern- viel ältere, eine wahre Ursprache,
te die Lautlehre. Der Redestrom wird zurückgeht.
zu ihrem Zwecke in immer kleinere Ein- chen gekennzeichnet sind, um deutlich
heiten - Rede, Sätze, Wörter - aufgeteilt. zu machen, dass sie nicht wirklich be- Viele Fragen bleiben also unbeant-
Die letzten Einheiten stellen die Phone- legt, sondern nur erschlossen sind. wortet und Bedenken bestehen. Man
me (wie z. B. w oder e) dar, die selbst Ein paar Beispiele habe ich hier zu- tappt (wie gesagt) im Dunkeln. Wir wis-
(so die Lehrmeinung) keine eigene Be- sammengestellt (siehe Kasten). Dazu sen deshalb auch nicht, wie unsere
deutung haben. Sie gelten nur als diakri- ein paar kritische Anmerkungen: Sprache entstanden ist und wer sie uns
tische Zeichen (Trennungszeichen), die Erstens
Erstens: Die Vergleichende Sprachwis- überliefert hat. Kommt sie aus Anatoli-
dazu dienen, größere Einheiten zu diffe- senschaft kann ihrem wissenschaft- en oder vielleicht aus Indien (wie ein

Rekonstruierte Wörter des INDOGERMANISCHEN


(nach Szemerényi)
* ngni- = Feuer (rekonstruiert aus: lat. ignis, got. quens)
* genu = Knie (aus: lat. genu, gr. γονυ , heth. genu, skt. janu)
* gntos = geboren (aus: lat. gnatus, gallisch cintugnatus, skt. jatas)
* genos = Geschlecht (aus: lat. genus, gr. γενος , skt. janas-)
* gwen- = Weib (aus: gr. γυνη , got. qino, ahd. quena, skt. jani-, avestisch jani-, altpreuß. genna)
* reg-s = König (aus: lat. rex, skt. raja, altiranisch ri)
* gno- = kennen (aus: gr. εγνων , altlateinisch gnosco, skt. jnata-)
* bhaghu = Arm (aus: gr. π aχυς , att. πηχυς , skt. bahu-, ahd. buog = Bug)
* domos = Haus (aus: gr. δομος , lat. domus, skt. damas)
bher-- = tragen (aus: gr. ϕερω , lat. fero, skt. bharami, ahd. beran)
* bher
* teuta = S tamm (aus: altlitauisch tauta = Volk, oskisch touto, altiranisch tuath, got. Þiuda, ahd. diot,
Stamm
heth. tuzzi- = Heer)

EFODON-SYNESIS Nr. 4/2002 21


Die Ursprache der Europäer
Pfarrer behauptete)? Mit welchen Wör- Ruhlen will Vergleichende Sprach- die i-Gruppe,
tern hat alles begonnen, und wie hat sich forschung hoch zwei betreiben und die r-Gruppe
die Sprache entwickelt? Alles ist offen sucht die Ursprache aller Ursprachen. die a-Gruppe
und nur der Himmel weiß, ob nicht die Und Langerholc glaubt an zwei Ur- die Wörter der i-Gruppe lauten:........
rekonstruierten indogermanischen wörter, aus denen sich durch Anlage-
Wörter gar falsch sind. rung von Lauten und/oder Abschleifen die Wörter der r-Gruppe lauten:........
Es ist daher überhaupt kein Wun- die Wörter aller Sprachen der Welt ge- die Wörter der a-Gruppe lauten:.......
der, dass es Zweifler und Kritiker gibt. bildet haben sollen. Dem tiefen Erlebnis entsprechend ha-
Einer davon ist Prof. Zarnack, der die Alle Erklärungsversuche entsprin- ben die beiden ersten Wörter (in der
merkwürdige Teilblindheit der Fachleu- gen dem Wunsch nach befriedigenden unteren Hälfte der Darstellung) auch
te beklagt und Vorschläge zur Verbesse- Antworten. Jeder ist ernst zu nehmen gleich mehrere Grundvorstellungen
rung der (aus seiner Sicht zu einfachen) und hat zu interessanten Zwischener- in den Köpfen der Beteiligten ausge-
Lautgesetze macht. Er bemüht sich gebnissen geführt, die auch weiterhin löst:
obendrein, mit Hilfe seiner von ihm so der Sprachforschung zugute kommen i = ICH / EINS / KLEIN / Plural und
genannten Klangassoziativen Methode werden. Ich glaube jedoch, dass durch thi = DU / ZWEI / SIE / LAUTZEI-
das bisherige Verfahren zu bereichern. meine Theorie eine neue Perspektive CHEN = WORT
Klang und Assoziation, das heißt die eröffnet wird. Wohlgemerkt, thi kann nicht die ers-
Lautstruktur eines Wortes und das, an Ich habe mir gesagt: Wenn alle indo- te Lautfolge überhaupt gewesen sein,
was sie erinnern könnte, sollten nach germanischen Sprachen von der Ur- sondern nur das erste artikulierte Laut-
seiner Meinung stärker berücksichtigt sprache abstammen, dann müsste man zeichen (= Wort) für DU. Die Artikula-
werden. diese theoretisch auch allein vom Deut- tion von thi setzt hochentwickelte
Bei seinem Kampf ums Detail der schen aus erschließen können. Das ist Sprachorgane voraus. Es muss also
Vergleichenden Sprachforschung ent- für mich einfacher, denn es ist meine vorsprachliche Laute mit allgemeiner
gehen Prof. Zarnack jedoch die übrigen Muttersprache. Außerdem erinnerte ich Bedeutung gegeben haben. Ich vermu-
bereits erwähnten grundsätzlichen mich an meinen Vater. te, das waren die ganz unten im Bild dar-
Schwächen der herkömmlichen Vorge- Dem war aufgefallen, dass es in un- gestellten Lautfolgen:
hensweise. serer Sprache Gruppen von Wörtern d d dd, um auf irgend etwas zu deu-
Bevor ich Ihnen eine bessere Lösung gibt, die nicht nur verwandt klingen, ten, rrr bei Angst und Gefahr, ooo für
anbiete, noch kurz zu anderen For- sondern auch auf eine ähnliche Grund- groß, sss für Schmerz + Kälte, mmm
schungsansätzen, zum Beispiel zu Mer- vorstellung zurückzugehen scheinen. für angenehmes Gefühl, schmeckt gut.
ritt Ruhlen, dem Stanford-Professor So eine (nicht annähernd vollständi- Es muss auch schon den Laut iii gege-
aus dem Land der unbegrenzten Mög- ge) Gruppe ist die folgende [(ahd.) Wör- ben haben. Den könnten mit Vorliebe die
lichkeiten. Nach seiner Meinung gibt es ter sind kursiv geschrieben)] (siehe obe- weiblichen Gruppenmitglieder bei Über-
auf der Welt 6 000 Sprachen, die in 200 ren Kasten auf der nächsten Seite). raschung oder Ekel ausgestoßen haben.
- 300 Sprachfamilien (gleich der indo- Ich sage, ja. Es gibt sogar noch an- Betrachten wir zunächst die Urwör-
europäischen) eingeteilt werden kön- dere Gruppen und Urwörter. Ich habe ter der r-Gruppe (ich beginne unten):
nen. Die wiederum lassen sich über 12 die Bedeutung und die Lautfolge dieser thi und i (= Mutter und Kind = DU
Vorstufen auf eine einzige (wirkliche) mutmaßlichen Urwörter zunächst gera- und ICH) haben ein inniges Verhältnis
Ursprache zurückführen. Vergleichen- ten und sie dann in jahrelangem Grübeln zueinander. Dieses verlangt nun nach
de Sprachforschung hoch zwei gewis- Schritt für Schritt verbessert und er- einer Bezeichnung alles ANDEREN um
sermaßen. gänzt. Die ersten Rohlinge wurden in die beiden herum. Das Lautzeichen
Völlig anders verfährt John Langer- alle mir bekannten Sprachen eingesetzt dafür wird kurzerhand aus den ge-
holc, der eine Idee von Richard Fester und in Tausenden von Schritten iterativ wohnten Urlauten d und dem feindli-
aufgreift. Fester hatte sechs Urwörter abgeglichen. Am Ende fügte sich alles chen rrr (unten im Bild) zusammenge-
erschlossen. Langerholc reduziert die- zwanglos wie ein Mosaik zusammen bastelt. Das Ergebnis lautet der
der. Dieses
se auf die beiden Superurwörter KALL und ergab ein sinnvolles Ganzes, das alle gefährliche rrr wirft (nebenbei be-
und TUM. Die haben (ähnlich wie bei Bedingungen, auch die der Linguistik, merkt) ein interessantes Licht auf die
Fester) keine bestimmte Bedeutung, erfüllte. Es wurde sogar deutlich, wie Beziehung der jungen Mutter zu ihrer
sondern bezeichnen so etwas allgemei- die aller ersten Worte entstanden sein Umgebung. Mit dem Urwort der (=
nes, wie das Männliche oder das Weib- müssen, und zwar im Spiel zwischen DER, oder DER ANDERE) bezeichnen
liche. Aus ihnen haben sich jedoch nach Mutter und Kind. Wörter sind nämlich sie ganz zu Anfang ALLES, was sich um
seiner Meinung ALLE Sprachen dieser Lautzeichen, deren Bedeutung zwischen sie herum befindet. Andere Menschen,
Erde gebildet. Ganz einfach durch Da- zwei Menschen vereinbart werden aber auch Tiere und Gegenstände.
vorsetzen, Einschieben oder Anfügen muss. Etwa wie im unteren Kasten auf Es kommt aber bald zu einer Diffe-
von an sich bedeutungslosen Lauten der folgenden Seite dargestellt. renzierung und so entsteht z. B. aus der
und Silben. Die endgültige Gestalt eines thi thi thi! Mit diesem Wort thi be- (= DER) und dem Urlaut ooo ((=
Wortes wird dann durch Lautverschie- gann der Aufstieg des indoeuropäischen GROSS) der o (= DER GROSS) =
der-o
bungen, Abschleifen und andere lingu- Urvolkes, so behaupte ich. d, d, d, wa- Baum.
istische Vorgänge erklärt. ren noch unspezifizierte allgemeine Ur- der
der-ii kommt vermutlich später und
Ich fasse zusammen: Die Verglei- laute, thi war das erste vereinbarte be- wird für die Zahl DREI verwendet (Die
chende Sprachforschung spaltet sinn- stimmte Lautzeichen für DU. thi war Indogermanisten haben mit * deru den
volle Sprache bis zu den kleinsten nicht das erste Urwort und i das zweite. Das Baum also fast richtig rekonstruiert. Er
mehr sinngebenden Atomen (= Lauten). war der Urknall und ein denkwürdiges ist im Wacholder, Rüster, engl. Alder
Mit Hilfe der entdeckten Gesetzmäßig- Ereignis. Erst danach folgten die übri- (dt. Espe), Teer, Zeder, grch. Denderon
keiten versucht sie Wörter des Indoger- gen Urwörter. noch zu erkennen.)
manischen zu synthetisieren. In dem Kasten auf der übernächsten Die nächsten Wörter in der wach-
Zarnack will dieses Verfahren ver- Seite sehen Sie über den beiden ersten senden r-Gruppe sind ber (= Eber), ber
ber-
bessern und mehr Sinn in die Sache Urwörtern thi und i drei Gruppen von o (= Eber GROSS) = Bär und ber ber-ii (=
bringen. weiteren Urwörtern: BEEREN, FRÜCHTE). Der Mensch ist

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Die Ursprache der Europäer
hol = hohl; Höhle; kolbo = Kolben; Kugel; Keil; Kohl; Kohle;
halla = Halle; kiulla = Ranzen; Kelle; Keule; Krallewölben;
hella = Hölle; gewölbt; Gewölbe;
hal = Hülle, Schale; walzan = wälzen; walken; whla = Rad; engl. wheele;
hullen = hüllen; Wellholz; Antriebswelle; Wasserwelle;
helle = verborgene Unterwelt; wald = Wald;
hëlbære = sich zu verbergen suchen; worolt, werlde = Welt; Wall
hëlkappe = Tarnkappe; Diese Wörter klingen nicht nur ähnlich, sie haben auch
hëlvaz = bergendes Gefäß; etwas mit HOHL, RUND, ALLES, GANZ, VOLL usw. (also
helan = verhehlen; einer räumlichen Vorstellung) zu tun. Könnten sie von einem
einzigen Urwort abstammen?
hæle = verhohlen; Walhalla;
helid = Held (von altn. hel); Zur selben Gruppe gehören vom Klang her aber auch:
himil = Himmel;
halm = Halm; Holm; hal = Hall; Hallodri;
helm = Helm; hël = laut;
hal = Salzbergwerk; Mulde; Ruderdolle = isländisch mahalen = sprechen; Schall; hallen; heulen;
hjolal = ganz, jeder; galan = singen;
alles = alles; All, Weltall; Allvater; allmächtig; gal = Gesang;
fol = voll; gjallarhorn; gellan = tönen;
folk = Volk; geil = fröhlich;
filu = vieleballa = Kugel; Ball; (mhd.) bolle = geili = Übermut;
Knospe; gelph = Lärm;
balg = Balg; gël = laut, hell;
bolon = wälzen; gral = Schrei; bollern; bellen;
boln = rollen; Bollen; Pollen; bellon = schreien; kollern; Gockel; Guller; Nachtigall
bolze = Bolzen; (ahd. die Nachtsängerin); glucksen; Glocke; Glucke;
buhil = Hügel, Buckel (verwandt: Bühl); grollen; gellen; Schall
(altn.) bukla = Buckelschild; Diese Wörter können wohl alle sinngemäß mit HALL
bîhel = Beil; PickelKuhle; oder SCHALL (also einer akustischen Grundidee) in Verbin-
kuolen = kühlen; dung gebracht werden. Ist es vorstellbar, dass alle
miteinander (also die räumlichen und die akustischen) auf
chela = Kehle; ein Urerlebnis, eine Urvorstellung, ein Urwort zurückzufüh-
kelih = Kelch; ren sein könnten?

Mutti schaut das Kind liebevoll an und stößt hervor. d, d, d


Mutti will es aufmerksam machen. thi, thi
thi
Kind versteht sie nicht. :-)
Mutti findet Gefallen an ihrem Laut. thii
thii, thii
Kind schaut sie an, bringt keinen Ton über die Lippen. :-)
Mutti lächelt :-)
:-), versucht es weiter. thiie
Kind versteht nicht, dass es selbst gemeint ist, bemüht sich erfolglos,
die Mutti nachzuahmen, schafft das nicht. ii
Mutti amüsiert sich, tippt es an. thii
Kind deutet auf seine Mutti. iih
Mutti zeigt auf ihr Kind und anschließend auf sich. Findet es komisch. thi i
Kind spielt mit. Deutet auf sich, dann auf sie. thi i
Mutti weist auf das Kind, dann auf sich, thii ii
danach auf sich und erneut auf das Kleine. ii thii
Kind hat begriffen thi i i thi

sich auch bereits des Raumes und der nis zur ZWEI hat die i-Gruppe (links im bi (= BEI), li (= PARALLEL, NEBEN-
Zeit bewusst. Das beweisen die neuen obigen Kasten): EINANDER) und gi (= ZUSAMMEN,
Wörter her = HER und u -her her
her, was War i aus thi durch kindlich einfa- GEMEINSAM). Sie alle beschreiben
VON URZEITEN HER oder VON AN- ches Weglassen von th hervorgegan- das Verhältnis zwischen zwei Objekten.
FANG AN bedeutet. gen, so entstehen jetzt mit voller Ab- in entstand durch Umstellung (Metathe-
ger könnte den Stock oder Speer sicht neue Wörter durch Austausch ge- se) aus ni und bedeutet genau das glei-
bezeichnet haben. Wir sagen heute noch gen andere Laute: mi ni, bi
mi, ni bi, li
li, gi
gi! che wie heute, nämlich: in
in. Das Lautzei-
Gerte oder Ger. Ein eindeutiges Verhält- mi (= MIR, MICH), ni (= HINEIN), chen isss steckt in vielen Wörtern, die

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Die Ursprache der Europäer
uer--thi = WORTE
WORTE
(angegeben ist der SINN)
fir = FEUER ger = STOCK, SPEER hal = HÖHLE / HALL
mu- = ANGENEHM u(h)er = lange HER ssal = PUNKT
isss = HEISS / KALT WEISS her = HER an = AN
in = IN ber-i = BEEREN tan = TUN
gi = ZUSAMMEN ber-o = BÄR i-han = ICH HABEN, JA
li = PRALLEL ber = EBER han = HABEN
bi = BEI der-i = DREI man = MENSCH
ni = HINEIN / NEIN der-o = BAUM ahr-o = GEIST böse groß
mi = MICH der = DER, der andere ahr = GEIST BÖSE
ah = GEIST
i = ICH / EINS / KLEIN / PLURAL
thi = DU / ZWEI / SIE / LAUTZEICHEN = WORTE
thi
fora-thi
d d d = deuten, rrrr = Angst, gefährlich, ooo = groß
sss = Schmerz, mmm = angenehm, iii = Überraschung

HEISS, KALT, WEISS oder SCHMERZ digungsmittel in ihren Sprachschatz keine anderen und sie haben sich auf
bedeuten. Gefühle, die es auch schon übernommen. Ähnlich wie bei thi und ganz einfache Art und Weise ergeben.
vor der Sprache gab. Es ist daher nahe- i hat hal im Einklang mit seiner Entste- Jedes dieser ersten Lautzeichen be-
zu identisch mit dem Urlaut sss sss. hung mehrere Vorstellungen im jung- stätigt bereits die modernen sprachthe-
Die Lautfolge mu- drückt auch sol- fräulichen Sprachzentrum der Früh- oretischen Erkenntnisse. In der Spra-
che Urgefühle aus. Sie ist eine Ursilbe, menschen besetzt: che herrscht immer Mehrdeutigkeit. der
die etwas aus diesem i-Gruppenrahmen 1. hal mit einer räumlichen Vorstellung = DER bezeichnet im Grunde alles. der-
fällt, aber auch mit mi verwandt zu sein (= HÖHLE, HOHL, VOLL, ALLE) o = BAUM beschreibt keinen bestimm-
scheint. Sie wird meist als Präfix ver- und ten, sondern ruft nur die allgemeine
wendet und signalisiert Gefühle wie 2. hal mit einer akustischen Vorstellung Vorstellung eines Baumes hervor.
WEICH, ANGENEHM. (= HALL, SCHALL). Ebenso das wichtige Wort gi gi, das ein
Das Urwort für Feuer erhält man nicht näher definiertes Gefühl von Ge-
durch Anblasen eines glimmenden Hol- Auf dieses Urwort hal gehen alle die meinsamkeit oder des Zusammenseins
zes: ffff
ffff, ffff
ffff, ffff
ffff: fir (= FEUER) ist das unterschiedlichen Wörter der vorhin wiederspiegelt. Auch das Urwort ah
Ergebnis. Blasgeräusch ffff + das be- gezeigten Beispielgruppe zurück. gibt lediglich die Idee einer sonst nicht
kannte i + das feindliche rrr rrr, fertig ist hal ist ein gutes Beispiel für die bei fassbaren Erscheinung, nämlich des
das heiße Wort. fir fir, ganz einfach! den Linguisten bekannte Metathese. So GEISTES wieder. Ganze Lautzeichen-
Das Urwort ah ah, das die a -Gruppe wurde aus hal | lah
lah. Solch eine Umstel- gruppen werden bereits mit einem ein-
(rechts im Bild) anführt, ist dem eigenen lung ist offenbar nicht so selten. Mög- zigen Urwort ausgedrückt (heute Abs-
Atemgeräusch abgelauscht: aahhh. licherweise spielt uns das Gehirn da ei- traktion genannt). ah + rrr + ooo = ahr-
Aber nicht nur im Atem sondern überall nen Streich. Mit lah ergeben sich wei- o = GEIST BÖSE GROSS = Adler.
in der belebten Natur (sogar im Wasser) tere Kombinationen von hal hal:: Warum klingen die Urwörter so ver-
ist die unbegreifliche Lebenskraft zu 1. lah mit einer räumlichen Vorstellung traut? Es ist nicht meine Schuld. Der
spüren! ah steht für den allumfassen- 2. lah mit einer akustischen Vorstellung Grund dafür ist wohl, dass die deutsche
den GEIST, den Lebensatem und auch (siehe nebenstehenden Kasten) Sprache die Elemente der Ursprache
für die Gedanken. In der a- Gruppe befindet sich noch besonders gut bewahrt hat. Zur Zeit
Mit dem feindlichen Urlaut rrr wird das Urwort ssal
ssal. ssal ist mit hal und dem glaube ich allerdings, dass die Urspra-
daraus das Sprachlautzeichen ahr ahr, das Urlaut für extreme Erlebnisse sss ver- che in Südfrankreich entstanden sein
BÖSER GEIST bedeutet. ahr-o = BÖ- wandt. ssal ist eine Sensation. ssal mar- könnte.
SER GEIST GROSS ist das neue Laut- kiert einen Wendepunkt der Evolution. Wie geht die Geschichte weiter?
zeichen für Adler. ssal ist das erste Lautzeichen, dem nach Ganz einfach, aus den Urwörtern wer-
ah könnte die Urzeitler zu den neu- vier Mia Jahren irdischer Entwicklung den neue Wörter gebildet. Dafür ein paar
en wichtigen Wortkreationen man (= das erste Schriftzeichen (nämlich der Beispiele im nebenstehenden Kasten.
MENSCH), han (= HABEN), i-han (= PUNKT) zugeordnet wird. ssal = Was kann man mit den Urwörtern
ICH HABEN = JA) und tan (= TUN) PUNKT. noch tun? Man kann zeigen, dass die
angeregt haben. an bedeutet auch heu- Wenn ich nun als Zwischenbilanz sogenannten Urwörter der Vergleichen-
te noch AN. Die nächsten Urwörter das Gesamtbild der Urwörter betrach- den Sprachwissenschaft falsch sind
sind sal und hal hal. Zuerst zu hal
hal: te, so ergibt sich ein verblüffend einfa- (vgl. ersten Kasten):
Das ist das Urwort, das der vorhin ches und logisches System aus drei grö- * ngni ist eindeutig kein Urwort.
gezeigten Wortgruppe zu Grunde liegt. ßeren Gruppen. Einige Urwörter sind Lat. ignis kommt von in gi ni
gi-ni tan (= IN
ni-tan
hal ist mit Sicherheit in einer Höhle ent- aus nachvollziehbaren menschlichen ZUSAMMEN HINEIN TUN). gi ni tan
standen. Da hat einer aus Angst oder Urlauten (zum Beispiel dem Atemge- hat sich im (ahd.) kniten = reiben erhal-
Übermut in einer Höhle seiner Atemluft räusch) oder aber aus einem natürli- ten. Es ist verwandt mit dem Verb kne-
freien Lauf gelassen und HA HA ge- chen Geräusch entstanden. Die meisten in
ten. »in kniten
inkniten
kniten« bedeutet demnach so-
schrieen. Das Echo haben die Beteilig- jedoch durch Abwandeln aus den weni- viel wie hineinreiben, das heißt »Feuer
ten offenkundig als die Lautfolge hal gen bereits bekannten Urwörtern. Alle durch Reibung erzeugen«. Aus dem Alt-
wahr genommen und als neues Verstän- sind echte Urwörter. Vor ihnen gab es hochdeutschen hätte eigentlich ein Fun-

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Die Ursprache der Europäer
hal lah (Metathese)
hol = hohl; Höhle; das Loch, die Luke, hervorlugen, engl. to look, die Haarlo-
halla = Halle; cke, das schottische Loch Ness, engl. lake, ital. lago, to
hella = Hölle; lock up, die Wasserlache, die Salzlake, die Lunge
hal = Hülle, Schale;
hullen = hüllen;
helle = verborgene Unterwelt;
hëlbære = sich zu verbergen suchen;
hëlkappe = Tarnkappe;
hëlvaz = bergendes Gefäß;
helan = verhehlen;
hæle = verhohlen; Walhalla;
helid = Held (von altn. hel);
himil = Himmel;
halm = Halm; Holm;
helm = Helm;
hal = Salzbergwerk; Mulde; Ruderdolle = isländisch hjol;
al = ganz, jeder;
alles = alles; All, Weltall; Allvater; allmächtig;
fol = voll; folk = Volk;
filu = viele;
balla = Kugel; Ball;
(mhd.) bolle = Knospe;
balg = Balg ;
bolon = wälzen;
boln = rollen; Bollen; Pollen;
bolze = Bolzen;
buhil = Hügel, Buckel (verwandt: Bühl);
(altn.) bukla = Buckelschild;
bîhel = Beil; PickelKuhle;
kuolen = kühlen;
chela = Kehle;
kelih = Kelch;
kolbo = Kolben; Kugel; Keil; Kohl; Kohle;
kiulla = Ranzen; Kelle; Keule; Krallewölben;

gewölbt; Gewölbe;
walzan = wälzen; walken; whla = Rad; engl. wheele; Well-
holz; Antriebswelle; Wasserwelle;
wald = Wald;
worolt, werlde = Welt; Wall

hal = Hall; Hallodri; Lachen, die Laute, laut, läuten, Lärm, Lallen, labern, froh-
hël = laut; locken, loben
mahalen = sprechen; Schall; hallen; heulen;
galan = singen;
gal = Gesang;
gjallarhorn; gellan = tönen;
geil = fröhlich;
geili = Übermut;
gelph = Lärm;
gël = laut, hell;
gral = Schrei; bollern; bellen;
bellon = schreien; kollern; Gockel; Guller; Nachtigall (ahd.
die Nachtsängerin); glucksen; Glocke; Glucke; grollen;
gellen; Schallgrollen; gellen,

EFODON-SYNESIS Nr. 4/2002 25


Die Ursprache der Europäer
ke (= gneista) der Erkenntnis über-
springen können. Ist er aber leider nicht.
Das wirkliche Urwort für (nicht
durch Reiben erzeugtes) Feuer lautet
Neue Wörter entstehen
Die Vorstellung (Idee):
fir
fir. Das wurde sorgsam gehütet, wie
selbst der moderne Feuerzeugbesitzer
gi + ni = ZUSAMMEN HINEIN ergibt gini = Knie, knicken usw.
Ötzi bestätigt. Erst später lernte man,
die Flammen künstlich zu entfachen, ni + gi = HINEIN ZUSAMMEN ergibt nigi = neigen, Nacken usw.
durch Reiben oder Drillen. li + gi = PARALLEL ZUSAMMEN = NEBENEINANDER GEMEINSAM ergibt
Auch all die vermeintlichen »Urwör- ligi = altn. liki, engl. like, dt. Endsilbe -lich
ter« in dem Rahmen sind keine, sondern gi + li = ZUSAMMEN PARALLEL = GEMEINSAM NEBENEINANDER ergibt
stammen durchweg von den wahren gili = gleich
Urwörtern gi = ZUSAMMEN und ni = bi + hal = BEI HOHL ergibt bihal = Ball usw.
HINEIN ab. Warum? Ganz einfach, gi + hal + han = ZUSAMMEN HALL HABEN ergibt gihalhan = (ahd.) galan
weil Kinder früher im Knien (von gi ni ni) = singen
geboren wurden. Frauen kamen (wie ssal + han = PUNKT HABEN ergibt ssalhan = zählen
wir heute noch sagen) nieder! Die Fran- nach Umstellung (Metathese) ssal zu lass ergibt sich:
zosen sagen »accouchement« (= Ge- lass + han = PUNKT HABEN ergibt lasshan = lesen (siehe Tifinagh Schrift)
burt), was soviel wie »sich niederkau- beri + han = BEEREN HABEN ergibt berihan = (ahd.) beran (das bedeutet
ern« bedeutet. Mit »knien« wird der also ursprünglich Beeren oder Frucht tragen und wurde später im
Geburtsvorgang SINN-gemäß wieder- übertragenen Sinne zu beran = tragen. Daher gebären.
gegeben. uer + thi = VON ANFANG AN LAUTZEICHEN ergibt uerthi = WORTE
Da gi und ni echte Urwörter sind, thi + in + gi = WORTE IN ZUSAMMEN ergibt thiingi = Thing = Ding =
stammen selbstverständlich auch das Volks- und Gerichtsverhandlung
englische knee, das griechische »gony« thi + ah + tan = WORTE GEIST TUN ergibt thiahtan = mit Worten Geist tun.
sowie das hethitische »kenu« von ihnen
ab. Von gi ni kommen sicher auch der Was mag das bedeuten? Diese Frage werde ich später beantworten.
(ahd.) kneht = Knabe, Kind, Diener,
Krieger und die (ahd.) quena = Frau, deutsch (von ahd. diot) bezeichnet Zwei Spieler denken sich gleiche Wör-
Gattin. Sie war ursprünglich die Gebär- nämlich im Grund nichts anderes als ter aus, z. B. der Hahn (= Wasserhahn)
fähige. Mit der quena verwandt sind die SPRECHEN. und der Hahn (= das Tier). Die anderen
lateinische regina, die englische Queen (siehe 4. Kasten „uer-thi“) müssen abwechselnd fragen und am
und unsere Königin. Ihnen danken so- thi war das aller erste SPRACH- Ende das Wort raten. Warum heißt der
mit auch der »König«, der englische LAUTZEICHEN. Es ist daher zum Sy- Ratespaß so? Ich meine, er hieß ur-
king und der lateinische rex ihre Exis- nonym für alle WORTE geworden. Un- sprünglich nicht Teekessel, sondern
tenz, was die Verfechter des steinzeitli- sere Bezeichnung WORTE kommt thi gi-ssal = WORTE ZUSAMMEN
chen Matriarchats freuen wird. Selbst- sogar von thi = WORTE. Sie setzt sich PUNKT und das bedeutet frei übersetzt
verständlich dann auch der indische zusammen aus uer = VON ANFANG thi gesellig oder gesellige WORTE.
raja. Sicher ist, dass selbst Wörter wie AN und thi = WORTE. uer thi wurde
uerthi Die manchem naiv erscheinende
das (ahd.) kin(d) = Kind, das Verb ken- zu unserem Substantiv WORTE, be- Frage nach dem Paradies lässt sich nun
nen, das Attribut reich und die Endsilbe deutet aber eigentlich so viel wie UR- auch endgültig beantworten. Wo es ge-
-rich derselben Wurzel entstammen. WORTE. legen hat? Nirgends! »Paradies« kommt
Das angebliche indogermanische Ur- Wenn die Menschen in der Steinzeit von dem Urwort thi thi. Die Silbe Para ent-
wort * reg-s ist dagegen falsch. ihren Gedanken mit Worten Ausdruck spricht dem (ahd.) fora (= vor). Damit
In * bhagu- = Arm verbergen sich verliehen, umschrieben sie das daher ergibt sich fora thi = vor den WORTEN
die einfachen Urwörter bi und gi gi, denen mit thi ah tan = WORTE GEIST TUN. = Paradies. Das ist die Zeit der Un-
so viele deutsche Wörter (z. B. das eben Heute sagt man SPRECHEN. Aus thi ah schuld, als die Menschen noch keine
schon genannte Verb biegen) ihre Exis- tan wurde später (ahd.) theota = Volk Sprache kannten.
tenz verdanken. und dann die Deutschen. Der Begriff Von der paradiesischen Naivität be-
Zu * domos empfehle ich meinen theota bedeutete demnach ursprünglich richtet der Storch. Warum heißt der
Aufsatz »opus caementitium«, in dem nicht Volk, sondern umfasste alle Men- Storch Adebar? Weil man Frauen früher
ich auf 14 Seiten beschrieben habe, schen gleicher Sprache. (ahd.) thiutisc offenkundig bei seinem Anblick ah thi
dass lat. domus mit (ahd.) zimber (engl. = deutsch beschrieb nicht die Zugehö- beri han = GEIST DU FRUCHT HA-
timber) verwandt ist. Alle kommen vom rigkeit zu einer Nation, sondern besagte BEN gewünscht hat (thi thi hier in der Be-
thi in beran = ZWEI IN TRAGEN (thi thi nur, dass sich die Leute untereinander deutung DU). Aus ah thi beri han wur-
hier also in der Bedeutung ZWEI). Das thi
mit Worten (thi
thi) verständigen konnten. de ah thi beran und am Ende Adebar.
ist ein »zweiseitig aufliegender Träger«. Was kann man weiterhin mit den Auf ähnliche Weise entstehen seit
Er ist später zum Synonym einer richtigen Urwörtern anfangen? Man Zehntausenden von Jahren im Einklang
menschlichen Wohnstatt geworden. kann die ursprüngliche Bedeutung der mit dem unendlichen Mitteilungsbe-
Von ihm stammen auch unsere Wörter heutigen Wörter erklären: dürfnis der Menschen immer neue
mit -tum ab. Denken Sie bitte daran, thi ist das Wörter. Unter Verwendung der bekann-
* bher- ist ebenfalls kein Urwort. Es Synonym für WORTE. ten. Sinnvolles wird zu Sinnvollem zu-
setzt sich (wie erwähnt) aus dem Ur- Mit Worten wurde sogar schon früh sammengefügt. Die neuen schleifen sich
wort beri = BEEREN und han = HA- gespielt. Dafür spricht nicht nur das bald ab, bis sie sich der immer jugend-
BEN zusammen. beri han = BEEREN thi
grch. Theater, in dem mit Wörtern (thi
thi) lich geschmeidigen Sprache angepasst
HABEN wurde dann zu beran = Frucht GEIST-reiches (ah ah
ah) dargeboten wurde. haben. Denn Sprache ist ökonomisch
tragen und später im übertragenen Sin- Auch ein offenbar uraltes teutoni- und Schnelligkeit alles. So verschwin-
ne zu »tragen«. sches Spiel mit gleichlautenden Wör- den unter Umständen auch ganze Wort-
* teuta ist genau so falsch. Das Wort tern belegt das. Es heißt Teekessel. teile. Das macht Etymologie (die

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Die Ursprache der Europäer
kommt auch von uer thi = WORTE) so ER = Luzifer = Lichtblitze der Ex- regen alles verbrennt /
interessant und einfache Lautgesetze so plosionen (Dieser Bruder des Teufels schwebt in Lohe der Himmel,
fragwürdig. ist also nicht der freundliche Lichtträ- Säureniederschläge
Säureniederschläge: das Blut des Elias
Ebenso fragwürdig wie die Bezeich- ger, für den ihn manche halten. Die auf die Erde trieft.
nung Fremdwörter. Die kann es näm- Silbe fer kommt nämlich nicht von Aber warum ist denn dann von
lich gar nicht geben, denn die Ursprache lat. fero = ich trage sondern von fir muspilli die Rede und nicht von Komet?
ist die Mutter ALLER Wörter! Sie sind = FEUER) Ganz einfach, muspilli ist das uralte
demzufolge mehr oder weniger entfern- tiuf hal = (ahd.) tiuf (= tief) + HÖHLE Wort für Kometen. Es ist inspiriert von
te Verwandte. = tiefes Loch = Teufel = Krater. (ahd.) mano (von man-o = MANN
Zwei weitere Beispiele, die das sym- Nicht zu verwechseln mit te ubal (= GROSS = Mond) und spaltan (= spal-
bolhaft verdeutlichen sollen. Das grie- das Übel), dem die zweite Variante ten). Das Wort ist vielleicht das Ergeb-
chische Symbol ist verwandt mit (ahd.) des leibhaftig gewordenen Bösen sei- nis einer lauen Sommernacht, als zwei
saman = zusammen und (ahd.) bolon = nen Namen verdanken dürfte. Liebende eine solche Himmelserschei-
wälzen oder auch mit balla (von bi hal Immer wieder schlugen Trümmer- nung als aller erste entdeckt haben. Sie
= BEI HOHL = BALL). Das meint, das stücke des Kometen ein (die großen im nahmen an, dass dieses winzige mil-
Symbol ballt alles zu einem einzigen Abstand von Tagen, wie bei Shoema- chigweiße etwas vom Mond stamme.
Ganzen zusammen. ker-Levy). Schließlich war der unbe- Daher auch das Mond fällt herab.
Die griechische Politik ist dagegen greifliche Krieg der Götter vorbei, die Damit haben wir eine blasse Vorstel-
mit (ahd.) filu = viele (von hal = ALLE, guten hatten gesiegt. Kein Schall mehr! lung davon, was in grauer Vorzeit wirk-
VOLL) und dem Urwort thi = WORTE lich geschehen ist. Und was mit dem
verwandt. filu thi = viele WORTE. ni gihal = (ahd.) ni = nicht + gi giHALL
= Nikolaus = kein GEHALLE mehr! biblischen Fegefeuer und den Posaunen
filu thi = Politik oder VIEL GE- beim JÜNGSTEN GERICHT ursprüng-
SCHWÄTZ könnte man auch sagen. Die gleiche Entwicklung wie bei den
Engeln: lich gemeint gewesen sein könnte. Es
Ich dagegen hoffe, völlig unpolitisch war eine zeitgenössische Beschreibung
und einfach gezeigt zu haben, welche angihal, angihalos, angelos, Engel
nigihal, nigihalos, nigelos, Nikolaus. der Feuerstürme und der furchtbaren
Möglichkeiten die Urwörter eröffnen. Explosionsdruckwellen.
Man kann mit ihnen nicht nur die bis- Der Nikolaus soll von der geflügel- Zum Schluss noch die Frage, ob die
herigen Forschungsergebnisse über- ten Nike und grch. laos = Volk abstam- neue Theorie nur SCHALL und Rauch
prüfen und korrigieren. Sie gestatten men. Nike ja! Sie ist die Siegesgöttin, ist, oder weitere Argumente für sie
uns auch einen aufschlussreichen Blick denn die guten Götter hatten ja gesiegt! sprechen. Folgendes lässt sich für sie
auf den homo sapiens an der Schwelle Volk ist falsch, laos kommt hier nicht noch ins Feld führen:
zur Sprache und auf die Denk- und Le- von hal = ALLE, sondern von hal = Sie ist einfach und in sich wider-
bensweise unserer Vorfahren. SCHALL, daher die Flügel, wie bei den spruchsfrei. Sie steht auch im Grunde
Sie geben Auskunft über die ur- Engeln. nicht den bisherigen Forschungsergeb-
sprüngliche Bedeutung und damit den Klingt das phantastisch oder logisch? nissen entgegen, sondern rückt sie nur
tieferen SINN einer großen Zahl der Ich meine weniger phantastisch als das ins richtige Licht. Die rekonstruierten
heutigen Wörter. Sie können unsere Engelsgeläut im Brockhaus: Urwörter DU, ICH, HÖHLE, FEUER
modernen Wörter sogar regelrecht zum »Engel, von grch. angelos, „Bote, und der dem Atem abgelauschte GEIST
Sprechen bringen und werden so zu Mittlerwesen zwischen Gott und Mensch, ah
(ah
ah) sind keine sinnleeren Zungenbre-
unbestechlichen Zeugen der Geschich- besonders im Christentum, ursprünglich cher wie bei den Indogermanisten. Sie
te. Wörter lügen nämlich nicht! Text wurde ihnen überirdische Leiblichkeit sind statt dessen durchaus wahrschein-
kann trügen, die Wörter nicht! und Geschlechtslosigkeit zugeschrie- lich und unmittelbar einleuchtend.
Sie berichten zum Beispiel über die ben.« Die steinalte Tifinagh-Schrift be-
von Ihnen sicher schon sehnlich herbei- Hören wir noch auszugsweise, wie weist überdies die herausragende Stel-
gewünschte (das Ende ankündigende) sich der Katastrophenbericht in der lung des sog. Kardinalvokals a. Von be-
Katastrophe. Die Zeit mag aus ehrlichen hochdeutschen Übersetzung des (ahd.) sonderer Wichtigkeit für die menschli-
Worten eine Lügengeschichte gestrickt Gedichtes muspilli anhört: che Lautsprache ist außerdem das i .
haben. Aber, zum Teufel, die thi-ah- Das ist eine Art Kennungssignal, das
Sobald das Blut des Elias auf die Erde trieft,
tan
tan-ischen Urwörter bringen die Wahr- so entbrennen die Berge, kein Baum mehr steht uns erst die richtige Sprachwahrneh-
heit an den Tag. auf der Erde, Wasser vertrocknen, mung erlaubt. Die Theorie steht (anders
Sie bestätigen daher Tollmanns bis- Moor verschwelt, schwebt in Lohe der Himmel, als die anderen) im Einklang mit der
her unbewiesene Angaben von einem Mond fällt herab, brennt Mittilgart. Natur, die mit dem geringst möglichen
Kometen, dessen große und unzählige Stein nicht steht. Der Tag der Strafe fährt ins
Land, Aufwand aus einfachen Bausteinen
kleine Trümmer vor Tausenden von komplexe Strukturen schafft. Aus Ur-
er fährt mit Feuer, die Menschen heimzusu-
Jahren mit der Sprengkraft von Millio- chen. lauten werden Urwörter. Aus diesen
nen Atombomben auf der Erde einge- Da vermag kein Verwandter dem anderen vor wiederum neue Wörter, der Rohstoff
schlagen sind. Lichtblitze, unvorstellba- muspilli zu helfen, für Sätze und Sprachen. Kein noch so
rer Explosionshall, überall Feuerstürme wenn der breite Feuerregen alles verbrennt winziges Glied (auch nicht der kleinste
und tiefe Krater. Wie hat man das in der und Feuer und Luft es alles hinweg fegt.
Laut in der Entwicklungskette) ist ohne
Steinzeit beschrieben? In diesem Gedicht werden (so auch Bedeutung. Alles ist von tiefem Sinn er-
an gihal = AN gi giHALL = von allen Sei- Tollmanns Hypothese) die typischen

füllt.
ten GEHALLE = (ahd.) anghil = En- Begleiterscheinungen eines Kometen-
gel = Explosionshall einschlages geschildert: Ausführlicher lesen Sie bitte auf meiner Home-
fir gi fir = FEUER GEMEINSAM FEU- page www.freenet.de/thitus
Hitzepuls
Hitzepuls: Feuer und Luft es alles hin-
ER = Fegefeuer = Weltenbrände Meine Anschrift:
weg fegt, Dipl.-Ing. Friedrich Köhler
in fir ni o = »IN FEUER HINEIN Erdbeben
Erdbeben: kein Baum mehr steht/Stein
GROSS = Inferno = Feuerstürme Wolfgang-Dachstein-Straße 11
nicht steht, 77654 Offenburg
lioht fir = (ahd.) lioht (= Licht) + FEU- Feuerstürme
Feuerstürme: wenn der breite Feuer- thitus@01019freenet.de

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