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K.

Walter Haug
Die Verdrängung des alttestamentarischen Kalenders und der Altgläubigen:

Die Ursache der Zeitverschiebung


Wann wurden Europas Städte gegründet?
Geschichtsrekonstruktion Teil 1
Nach Heribert Illig sind es 297 Jah-
re, die in den christlichen Kalender hin-
ein geschmuggelt wurden. Anatoli Fo-
menko und sein Institut errechneten
dagegen insgesamt 1778 Jahre, die sich
in den erfundenen Epochen seit Grün-
dung der Stadt Rom summieren. Nach
den statistischen Analysen mittelalterli-
cher und antiker Quellen durch Fomen-
ko haben wir endlich handfeste Bewei-
se für die groß angelegte Fälschung der
Weltgeschichte. Wir Geschichtsrekon-
strukteure erinnern uns noch, wie unser
glühendes Vorbild Dr. Illig die umstürz-
lerischen Analysen Fomenkos adaptier-
te: „...diese mathematisch gewonnenen
Abfolgen (der Epochen und Regenten-
jahre, d.V.) müssen erst an der Ge-
schichte und Archäologie geprüft wer-
den ... Seine massiven Zeitkürzungen
werden sich archäologisch kaum unter-
mauern lassen” (1). Wir taugen wohl
alle schlecht als Propheten. Meist sind
solche Behauptungen erst der Stein des dern sie produktiv anwenden. Sie wer- das Jahr 1984 vorzeichnete, war in
Anstoßes, bringen diesen ins Rollen und den sehen, dass unter Zugrundelegung Wirklichkeit schon im Mittelalter harte
die darunter verborgenen Wahrheiten derselben Methodik völlig andere Er- Realität: Das massenhafte emsige Fäl-
erst zum Vorschein. gebnisse herauskommen können. schen von Dokumenten durch beflisse-
Die „Neue Historische Schule”, zu Die „Neue Historische Schule” hat ne Funktionäre einer allmächtigen Dik-
der neben Uwe Topper u.a. auch Chris- von Velikovsky sehr viel gelernt. Seine tatur. Deshalb dürfen das Alte und das
toph Pfister, Christoph Marx und mit re- Entwürfe großer kosmischer Katastro- Neue Testament nicht mehr Tabu sein,
duzierten Ansprüchen auch Heribert Il- phen und deren Verdrängung durch die sondern müssen auf den Prüfstand.
lig und Gunnar Heinsohn gehören, hat Überlebenden sind wohl die wirklichen Diese theologischen Werke beanspru-
sich zum Ziel gesetzt, die wirkliche Ursachen der Geschichtsfälschung, die chen historische Wahrhaftigkeit. Wie
Weltgeschichte zu rekonstruieren. Auch sich somit als Produkt der Amnesie und Ernst darf oder muss man sie nehmen?
ich möchte meinen Beitrag dazu leisten. Traumabewältigung präsentiert. Hier Allerdings bleibt zu klären, ob unse-
Fomenko hat unentbehrliche Analysen können wir mit Christopher Marx über- re mitteleuropäische Kultur tatsächlich
betrieben, die als Grundlage für alle Re- einstimmen. aus dem aramäisch-jüdischen Orient
konstruktionsversuche genommen Weltgeschichte ist schlecht erfunde- kam, wie Davidson behauptet und da-
werden müssen. Leider hat er sich ne Kirchengeschichte - auf diese mit eine ideologische merkantil-heilsge-
selbst mit seinen russisch-chauvinisti- schlichte Formel gebracht lässt sich schichtliche Interpretation von Ge-
schen Entwürfen europäisch derart ins überhaupt nur begreifen, was das Motiv schichte liefern will. Was man von den
Abseits manövriert, dass wir auf diese für diesen Jahrtausend-Schwindel war. Segnungen der jüdischen Kultur zu hal-
Ansätze verzichten müssen. Moskau Ralph Davidson hat in seinen Büchern ten hat, kann jeder seit Jahrzehnten am
war sicher nicht das Zentrum eines (2) die ganze Zivilisationsgeschichte des Modellfall Palästina intensiv studieren,
großrussischen, ganz Europa umfas- Abendlands in Frage gestellt und durch wo orthodoxe Juden sämtliche Bemü-
senden Imperiums, das angeblich von zahlreiche Belege auf jüdische Wurzeln hungen säkulärer Juden (also den Juden
der Goldenen Horde regiert wurde und zurückgeführt. Diese Thesen einer ur- ohne jüdische Kultur) erfolgreich kon-
das schamhaft aus den europäischen sprünglich jüdisch-alttestamentarischen terkarieren und ein Besatzungsregime
Geschichtsbüchern getilgt werden Kultur im mittelalterlichen Europa las- ausüben, das alle Züge eines finsteren
musste. Wenn also Fomenkos Rekons- sen sich im wesentlichen aus den For- Faschismus trägt. Der jüdische Sozial-
truktionen uns Europäern wenig geben, schungsergebnissen zur Chronologie- wissenschaftler Norman Birnbaum/
seine Methodik aber überzeugend ist Problematik bestätigen. Eine unbequeme New York beklagt zu Recht, dass „die
und offenbar auch zur Rekonstruktion Geschichte musste verdrängt und im 20 Jh. entstandene amerikanische
der wahren Geschichte führen kann, durch eine angenehme, ideologisch pas- Symbiose aus sozialreformerischem
dann sollte man die statistischen Analy- sende ersetzt werden. Was Orwell uns Denken und jüdischer Lehre schon weit-
sen Fomenkos nicht missachten, son- mit seiner Gedankenpolizei utopisch für gehend zerbrochen ist” (3).

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Die Verdrängung des alttestamentarischen Kalenders
Der mosaische Altglaube als Nähr- Fomenko bei seinen umfassenden Be- und dem aus der Genesis bekannten
boden und Urgrund dieser Theologie rechnungen entgangen sein. Sie ändern Melchisedek zuerkannte.
erscheint geradezu wie ein Zwillings- nichts am Ergebnis: Fomenkos Zeitver- Sind wir hier auf der Spur einer Aus-
turm des Islam, und beide als Gegenpart schiebung lässt sich nur auf einen ur- einandersetzung zwischen Alt- und Neu-
zu den humanistisch-pazifistischen Re- sprünglich jüdisch-alttestamentarischen testamentlern, einem Streit, der nach
ligionen Christentum, Zen und Buddhis- Kalender zurückführen, der um 2000 der offiziellen Kirchengeschichte so
mus, deren geistige Prinzipien ange- Jahre reduziert wurde, um mit diesem nicht stattfand, aber vorausgesetzt wer-
sichts der gegenwärtig erlebbaren ver- neuen Eckdatum den Beginn des christ- den muss, wenn man von Edwin John-
heerenden Auswirkungen militanter lichen Kalenders durch die Geburt sons revolutionären Thesen ausgeht
Fundamentalismen allein fähig scheinen, Christi zu markieren. (6)?
die Menschheit zu Frieden und einer si- Wenn Fomeneko also grundsätzlich Die Hussiten, die Anhänger der Re-
cheren Zukunft zu führen. Man kann Recht hat mit seiner Zeitverschiebung, formatoren Hus und Wiclif, werden
sich kaum vorstellen, dass Islam und die exakte Anzahl der Jahre jedoch 1760 auch als Altgläubige bezeichnet. Eben
Altglauben nicht derselben geistigen Jahre beträgt, dann müsste mit dieser weil ihr theologischer Schwerpunkt auf
Haltung, demselben Zeitgeist entspran- Zahl eine annähernd verlässliche Re- dem Alten Testament lag. Gehen die
gen, und der kann nur in Kreuzzugszei- konstruktion historischer Kalenderda- Hussitenkriege 1420 - 1434 demnach
ten zu suchen sein, was hier anhand der ten möglich sein. Eröffnet sich doch im Kern auf die unwillkommene Ein-
Datenlage belegt werden soll. Beide ent- durch die Reduktion der Weltgeschichte führung des Neuen Testaments zu-
standen also zur selben Zeit und erst im um 1760 Jahre die Möglichkeit, alttesta- rück? Nach Edwin Johnson entstand
Mittelalter. mentarische Geschichte unmittelbar an die christliche Kirche (die neu-, nicht die
Davidson leugnet die Bedeutung von die abendländisch-mittelalterliche anzu- alttestamentarische) erst um 1500 in
Katastrophen und Völkerwanderungen, schließen. Ich werde also in diesem und Mitteleuropa, also ziemlich genau zur
die eine vormals vorhandene reiche Kul- weiteren Artikeln versuchen, die wah- von mir festgestellten Zeit des alt/neu-
tur im prähistorischen Deutschland in ren Eckdaten der Geschichte anhand testamentarischen Kalenderwechsels
Ruinen und Trümmer legte. Erst nach der Zeitverschiebung festzustellen. Ich habe in meinem Buch (7) schon
diesem Kataklysmus, der Auswande- Uwe Topper hat uns in seinem Buch Zweifel geäußert, ob die ganze Zeit des
rung der autochthonen Bevölkerung „Fälschungen der Geschichte” auf das Habsburger Reiches authentisch ist, da
Europas in den Orient, nach Kulturassi- Datum 3790 A.M. aufmerksam ge- seine Herrscherzeiten nahezu identisch
milation in ägyptischer und babyloni- macht, an dem laut Mauro Orbini die mit denen der judäischen Könige sind.
scher Gefangenschaft kam es zur Slawen aus ihrer Urheimat Skandinavi- Diese Erkenntnis kam Morozov übri-
Rückwanderung der ursprünglich aus en aufgebrochen wären („Il Regno deg- gens schon zur Zarenzeit. Eine der bei-
Jütland stammenden Juden/Goten (was li Slavi”). Im selben Satz erläutert Orbi- den Epochen ist also gefälscht und von
seltsamerweise auch ein rassistischer ni, dass dieses Datum 1460 Jahre vor der anderen abgekupfert. Wer hat also
Autor wie Hermann Wieland weiß, aber Christi Geburt entsprechen würde. von wem abgeschrieben?
als „jüdische Lüge” ausgibt (4)) nach Dieses Datum lässt sich mit einer 1760- Wären die Habsburger Regenten au-
Deutschland und der Verbreitung des Reduktion nicht auf ein plausibles Da- thentisch, wäre dieses Abschreiben
mitgebrachten Monotheismus, was ich tum des altjüdischen/christlichen Kalen- nicht vor ca. 1600 möglich gewesen
im dritten Teil der Artikelserie zu bewei- ders umsetzen. Auf dem italienischen sein, da erst zu diesem Zeitpunkt die
sen versuche. Balkan wurde offenbar eine der vielen Herrscherfolgen der Habsburger mit
alttestamentarischen Kalendervarianten
Alt- und Neutestamentler - auf Rudolf II. von Prag (1572-1604) nahe-
verwendet, die mit dem jüdischen nicht
den Spuren einer Zeitenwende zusammenläuft. zu abgeschlossen waren und als Vorla-
1778 Jahre beträgt nach Fomenkos Nun fand ich in „Die deutschen In- ge für die Judenkönige im Alten Testa-
Berechnungen die große Zeitverschie- schriften” einen weiteren Hinweis auf ment genutzt werden konnten. Da aber
bung. Meine Berechnungen, die ich diese ältere Datierungsweise. In Hoch- feststeht, dass erstmals durch Scaliger
schon hier in SYNESIS vorstellen berg Remseck a. N. befand sich an der 1583 („De emendatione temporum”)
konnte, erbringen jedoch 1760 Jahre 1852 abgebrochenen evangelischen und 1606 („Thesaurus temporum”) die
(5). Die Tatsache dieses Geschichtsbe- Pfarrkirche folgende Bauinschrift: heute gültige Chronologie eingeführt
trugs kann man noch heute als Grün- „3960 Jarr hat die Welt gestanden Biz wurde und wir anhand der Buchdrucke
dungsinschrift am Katzenhöfertor von zur zeit da sich Mesiah Melchisich (Mel- annehmen müssen, dass das Alte Testa-
Kürnbach bewundern, wo das Datum chisedech) Ampt hat underfangen zall ment schon lange vorher in Gebrauch
3496 steht, die drei senkrechten Einser forr 1554 Jarr Am 16 Apprillens felt nit war und vor allem von den Juden als
des indisch-arabischen Zahlbildes aber um ein harr. Hat dise Kirchen wider zum Thora fester Bestandteil ihrer Religion
sollen unter dem Eindruck kirchlicher gebeid... erengebracht.” in Palästina war, scheint gewiss, dass
Gehirnwäsche als eine einzelne Eins ge- Auch hier wieder ein unmöglich zu die Epoche der Habsburger nach den
lesen werden. Doch auch die Differenz reduzierendes Datum. Doch so rätsel- judäischen Königen gestrickt wurde.
zwischen 1778 und 1760 Jahren lässt haft der Sinn dieser Inschrift ist, sie ver- Somit stellen wir fest, dass die Zeit
sich erklären, und zwar aus der diver- rät uns doch einiges. Melchisedech gilt vor 1606 völlig unklar ist, dass wir ei-
gierenden rabbinischen Rechnung, wel- laut Hebräer 7,1ff. als der alttestamenta- nem Wirrwarr manipulierter Ereignisse
che den Beginn der Seleukidischen Ära rische Priester, der neben Jesus als und Zeitabläufe gegenüberstehen. Wer
in das fünftletzte Jahr Alexander d. Gr. Sohn Gottes bezeichnet wird. Ja, Jesus gibt uns die Gewissheit, dass die Hussi-
setzt . Dieses Datum ist nach dem Welt- wird sogar als der zweite Melchisedek tenkriege nicht zeitgleich zu den ähnlich
kalender als das Jahr 328 v.Chr. be- bezeichnet. 1554 war die Bedeutung des motivierten Bauernkriegen hundert Jah-
kannt. Im jüdischen Kalender wird statt Alten Testaments also noch größer als re später waren, also nach dem Zeit-
dessen aber 3450 Ars Mundi, umge- die des Neuen, jedenfalls in Hochberg. punkt der Einführung des Neuen Testa-
rechnet das Jahr 312 v.Chr. genannt. Hier waltete also ein Amt, das sich nicht ments um 1500? Wenn es damals erst
Daraus entsteht eine Differenz von 16 auf Jesus Christus, dem Stifter des eingeführt wurde, dann dominierte zu-
Jahren. Die restlichen zwei Jahre, die Christentums, bezog, sondern ihm die vor eine Religion, die nur das Alte Testa-
denkbar minimalste Differenz, mögen Bezeichnung als Messias streitig machte ment kannte. Und wodurch unterschied

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Die Verdrängung des alttestamentarischen Kalenders

sich diese Religion dann eigentlich noch sind abgeschlagen, ebenso der Kopf Eine soziale und theologische
von der des Judentums? Gottes. Revolution
Wir werden hier Zeuge eines Bilder- Dieses Zurückdrängen des Alten
Burgund - Zeitzeuge des sturms, der von der Kirche und der
Bildersturms Testaments, dieser Bildersturm, ging
Wissenschaft, man könnte fast schon offensichtlich Hand in Hand mit dem
Wir finden in Burgund noch eine gro- sagen: verniedlicht wird, denn dabei gin- Verdrängen der Juden aus dem Mittel-
ße Zahl von romanischen Kirchenbau- gen fast alle Zeugnisse der altgläubigen punkt der Gesellschaft. Da diese Pogro-
ten, die diese alttestamentarische Theo- Zeit zugrunde, vornehmlich Bildnisse me nicht aus der Welt zu schaffen wa-
logie illustrieren. Bezeichnenderweise aus der byzantinischen Ursprungszeit, ren, nur zu verdrängen, schoben sie die
dominiert hier nicht der Erlöser am die uns Auskunft geben könnten über Chronisten bis in die Mitte des 14. Jh.
Kreuz, sondern die leibhaftige Gottesfi- den wahren Charakter des Altglaubens.
zurück. Zu dieser Zeit muss wohl auch
gur das Tympanon der Portale: Ein sit- So findet man z.B. eine Schwurhand
die große Traumatisierung des jüdi-
zender alter Mann mit Bart und einer er- Gottes, typischerweise nur das Frag-
ment, in der Kirchenmauer von Frauen- schen Volkes stattgefunden haben, das
hobenen Schwurhand, was ja ein Sakri- sich von nun an in Gettos isoliert und
leg ist, denn § 1 der zehn Gebote fordert zimmern eingemauert. In der gegen-
wärtig gültigen Geschichtsschreibung von allen verachtet fand. Wohl aus die-
doch gerade, jegliche Abbildung der sem tiefsitzenden Grund hat sich bis
Gottheit zu unterlassen. Diese Hand mit wird der Bildersturm den Bauernbanden
der Lutheraner und des Bauernaufstan- jetzt auch noch kein Jude getraut, zum
erhobenem Zeige- und Mittelfinger ist Wahlkampf um das Amt des US-Präsi-
auch als Hoheitszeichen byzantinischer des angelastet. Aber die Auseinanderset-
zung mit den altgläubigen Hussiten fand denten anzutreten, obwohl in den USA
Kaiser bekannt. Hier haben wir einen die Juden einen Bevölkerungsanteil von
Hinweis auf die Wurzeln des Monothe- ja angeblich schon hundert Jahre zuvor
statt. Chronologische Widersprüche, 2 % haben, von diesen jedoch ein gerin-
ismus, der in den griechischen und le- ger Prozentsatz - nach heftig demen-
vantischen Kreuzfahrerstaaten zu su- wie gehabt.
Interessant ist, dass der Kopf Gottes tierten Bevölkerungsstatistiken - über
chen ist. Es gibt ja auch einen byzantini-
auf allen Darstellungen von einem Kel- 60 % der Kapital- und Vermögenswerte
schen Orient, dessen Architekturen es
tenkreuz eingerahmt wird, also einem dieses riesigen Landes und damit auch
ohne weiteres mit den griechischen auf-
nehmen können. Ich sage hier bewusst Kreuzkreis. Sprachforscher verweisen global über enorm viel Macht verfügt.
Monotheismus, denn ein Unterschied übrigens mit Recht auf die selbe Wurzel Es gab also eine soziale theologische
zum Christentum scheint hier noch nicht der Worte Kreuz und Kreis. Morozow Revolution, der die Elite der alten Ge-
erkennbar. Diese Kirchen könnten auch und Fomenko überlegen, ob nicht auch sellschaft zum Opfer fiel. Nicht von
von Juden und Thoragläubigen aufge- das Wort Grieche, lat. grecco, auf das ungefähr kam nun ein Prophet, ein Got-
sucht worden sein. Schön illustriert Wort Kreuz zurückzuführen sei, dass tessohn, ans Licht, der die Armut pre-
wird dieser alttestamentarische Geist in also die angeblich antiken Griechen in digte und die reichen Pharisäer, also die
der ehemaligen Prioratskirche St. Fortu- Wirklichkeit mittelalterliche Kreuzfahrer Juden, verdammte. Es gab offensicht-
nat von Charlim. Dort beherrscht eine waren. lich im Volk ein großes Bedürfnis nach
turbulente Opferszene das Tympanon. Eine esoterische Quelle, die mir bis dieser neuen Religion, nach sozialer
Man könnte die Männer für die zwölf jetzt nur mündlich mitgeteilt wurde, Gerechtigkeit, sonst hätte sie sich nicht
Apostel halten, aber wir kennen keine meint sogar, dass dieser Kreuzkreis eine so erfolgreich und global durchgesetzt.
Szene aus dem neuen Testament, wo Darstellung des kataklysmischen Ko- Die von der christlichen Kirche ab-
diese sich zu einem alttestamentarischen meten sei, der zur Sintflut und in der gelöste und verdrängte, ehemals in
Opfer zusammen gefunden hätten. Folge erst zur Einführung des Mono- Deutschland dominierende jüdisch-alt-
Doch die Köpfe der agierenden Männer theismus geführt habe. testamentarische Urreligion war also

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Die Verdrängung des alttestamentarischen Kalenders
das eigentliche Motiv für die Kalender- den. Und dieses kann erst zu Kreuzzugs- der Gründungsstein die Zahl 1499 in
fälschung! zeiten geschehen sein. Die Vertreibung den selben altdeutschen Ziffern und
Es musste jede Spur beseitigt wer- der Kreuzritter aus dem Nahen Osten ist wohl von der selben Steinmetzhand ein-
den, also auch der alttestamentarische also identisch mit dem Exodus der Ju- geschlagen, nur diesmal sind von den
Kalender, den man um zweitausend Jah- den. Ich werde dies im dritten Teil der drei senkrechten Strichen, die am Tor
re verkürzte und alle noch in Dokumen- Geschichtsrekonstruktion zu beweisen für die Zahl Drei standen, die ersten bei-
ten und Inschriften vorhandenen Drei- versuchen. den weggelassen worden. Offenbar hat
tausender-Daten als vorchristlich, ja als hier der selbe Steinmetz eine uns völlig
vor dem X-Kalender entstanden darstell- Wann wurde Rom tatsächlich unterschlagene Zeiten- und Kalender-
te. Dadurch, dass man bei 3496 durch gegründet? Die ältesten Städte wende illustriert, bei der zweitausend
Streichung von zweitausend Jahren des Reiches Jahre einfach unter den Tisch fielen.
gleich auf 1496 kam, musste ein ent- Das römische Imperium, das Fo- Verfährt man nach dieser Methode,
sprechender Zeitraum seit Christi Ge- menko als Renaissance-zeitliche Erfin- ist Spatens Rom-Datum 3212 plötzlich
burt, der völlig fiktiv ist, mit erfundenen dung abtut, gab es sicher. Nur war Rom das Jahr 1212. Nimmt man den jüdi-
Epochen gefüllt werden. Fomenko hat tatsächlich dessen Zentrum? Haben wir schen Kalender zum Maßstab, der
entschlüsselt, wie einfach es sich die mit dem Heiligen Römischen Reich Christi Geburt 3761 A.M. datiert, und
Fälscher machten, indem sie die Herr- Deutscher Nation nicht die einzige und zieht man die korrigierte Zeitverschie-
scherzeiten der Judäischen Epoche authentische Epoche vor uns (13)? Wie bung von 1760 Jahren ab, kommt man
immer und immer wieder, wenn auch und warum endete dieses Imperium? auf das Jahr -549.
nur geringfügig, variierten und insge- Wann wurde Rom gegründet? Nach Marieluise Deißmann (9) aber hat
samt vier römische Reiche erfanden. offizieller Lesart 753 v. Chr. Folglich schon darauf hingewiesen, dass das
Das war durchaus opportun, da Rom wären Fomenko gemäß (-753 + 1778 = Datum -753, von Varro festgesetzt, ab-
als Vatikanstadt an einem entsprechen- 1025 A. D.) nicht mehr als 975 Jahre hängig zur ersten Olympiade Griechen-
den Prestige gelegen war. seither vergangen. Damit könnte man lands -776 errechnet wurde. Benny Pei-
Es kam wohl zu einem Komplott, sich zufrieden geben, aber 1691 er- ser („Der Streit um Opympia”, VFG
das auf dem Tridentinischen Konzil zu schien in Nürnberg eine geheimnisvolle 1990/II) stellte dann die berechtigte Fra-
Trient ausgeheckt worden sein könnte Schrift: „Der Teutschen Sprache ge, warum die Olympiaden nicht zur sel-
(1545 –1563). Damals wurde erst der Stammbaum und Wortwachs oder Teut- ben Zeit wie die anderen griechischen
heute gültige Kanon des Alten und Neuen scher Sprachschatz”, gesammelt von Wettkampfspiele, die Pythien um -582,
Testements festgelegt, weshalb Fo- dem Spaten. Es ist eines der wenigen die Isthmien um -580, die Nemeen um -
menko die Herausgabe sämtlicher Ge- Dokumente, die der Geschichtsfäl- 573 und die Panatheen um -566 began-
heimakten fordert. Aber auch die Juden schung entgingen und einen entlarven- nen. Nimmt man Spatens Datum ernst,
beteiligten sich (wohl unter Druck) da- den Blick auf die wahre Geschichte ge- 3212 = 1212 = -549, dann hätten die
ran, denn sie änderten ihren alttestamen- statten. Dieser Herr Spaten schrieb: Olympiaden erst 23 Jahre vorher, also -
tarischen Kalender dergestalt, dass sie „Man weis ja aus der Zeitkunde oder 576 begonnen, was doch tatsächlich
das Datum von Christi Geburt als ein Chronologia, daß erst im Jahr 3212 wunderbar zu den Daten der anderen
Wahnprodukt formulierten, in dem die nach Erschaffung der Welt / Rom er- Spiele passt und sich außerdem fast
beiden Elemente der Kalenderverkür- bauet / und von allerhand zusammen noch in einen 4-Jahres-Olympia-Zyklus
zung zu einer Zahl vereint sind: die gelaufenen Völklein / ...bewohnet wor- fügen würde. Wir haben also einen
2000, die aus dem alttestamentarischen den...; da hingegen im Jahr 1780 nach trefflichen Beweis, dass die Methode
Kalender getilgt wurden und die 1760 der Welt anfang die Teilung der Erde kritischer Zeitverkürzung unter Anwen-
Jahre, welche nach dem Alten Kalender von dem Erzvater Noa vorgangen / und dung alttestamentarischer Kalenderda-
den Zeitpunkt der Ausbreitung der Völ- Aszenas sich nachher Europa und ten zu weitaus überzeugenderen Ergeb-
ker nach der Sintflut angaben = 3760 Abendwärts gewendet / auch mit seinem nissen führen kann.
bzw. 3761. Volk 1432. Jahr Teutsch geredet / ehe 1212, das tatsächliche Gründungs-
Wie können wir uns die Zeit vor noch ein einziger Stein an den Mauren datum der Stadt Rom, ist ein Datum aus
1499, vor der Kalenderumstellung vor- der Stadt Rom geleget worden.” der Zeit des Heiligen Römischen Rei-
stellen? Hier wird eine völlig andere Ge- ches Deutscher Nation, in der angeblich
Ralph Davidson hat hier schon viel schichte angedeutet, als die, die wir aus die Kreuzzüge stattfanden, das nach
Vorarbeit geleistet, weshalb sein Buch unseren auf der christlichen Kirchenge- Fomenko aber lediglich ein Abklatsch
zur Standardlektüre gehören sollte. Das schichte fußenden Geschichtsbüchern der folgenden Habsburger Epoche ist.
Alte Testament war Staatsreligion. Es kennen. Rom erst 3212 erbaut? Das Doch die Realität eines römischen Impe-
gab jüdische Könige in Deutschland, widerspricht der jetzt gültigen Datie- riums in einer Zeit der Auseinanderset-
wie eine österreichische Volkssage über- rung 753 v.Chr. Die Stadtgründung zung mit dem Vorderen Orient scheint
liefert, mindestens sieben Stück. Dane- Roms läge nicht - wenn man Fomen- der Schlüssel zum richtigen Verständnis
ben gab es wohl schon, vielleicht von kos 1778 Jahre Zeitverschiebung ab- der gefälschten Geschichte zu sein, was
Anfang an, d.h. seit der Einwanderung zieht - wie die heutige Chronologie be- ich in den folgenden Artikeln zu bewei-
bzw. Rückwanderung der Juden (da- hauptet, bei -753, sondern bei -567. sen versuche. Ist 1212 also tatsächlich
rüber wird noch eingehend zu sprechen Das Datum 3212 ist ein Ars Mundi das Gründungsdatum einer antiken, im
sein) nach Europa die Anhänger des Je- Datum, wie es in der Renaissance und Mittelalter unter Trümmern liegenden
sus von Nazareth, die man als die Jeru- davor öfters auftaucht. Es sind tatsäch- Ruinenstadt? Konnten die Menschen im
salemer Fraktion bezeichnen darf, im lich immer Dreitausender-Daten. Ich Mittelalter überhaupt noch wissen,
Gegensatz zur Babylonischen Fraktion, habe schon in einem Artikel (8) auf das wann Rom tatsächlich gegründet wur-
den aus babylonischer Gefangenschaft Datum aufmerksam gemacht, das in de? Spaten bezieht sich auf eine Zeit-
Freigelassenen, die nach Aussage des Kürnbach/Baden an Stelle des ehemali- kunde oder Chronologia, die es einmal
Alten Testaments noch dazu kamen, gen Katzenhöfertors angebracht ist und gegeben haben muss und die offenbar
den Tempel von Jerusalem wieder auf- die Zahl 3496 zeigt, die heute aber als mit alttestamentarischen Kalenderdaten
zubauen, kurz darauf aber von den Rö- 1496 gelesen wird. An der unmittelbar operierte.
mern bzw. Islamisten vertrieben wur- benachbarten gotischen Kirche zeigt Diese um die zweitausend Jahre ver-

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Die Verdrängung des alttestamentarischen Kalenders
kürzten Daten scheinen sehr viel plau-
sibler, als das, was gängige Geschichts-
schreibung vorschreibt. Wenn Spaten
schreibt „erst im Jahre 3212 (1212) ...
erbauet”, dann möchte man wissen, in
Relation zu welchen anderen Städten
noch. Wir kennen doch eine Menge Da-
ten über Städtegründungen im Mittelal-
ter. Vor allem die Zähringerstädte fallen
einem hier ein, und die sind tatsächlich
allesamt schon vor 1200 gegründet
worden.
Villingen 1119, Freiburg im Breisgau
1120, Fribourg im Üchtland 1157, Dur-
lach 1161 und Bern 1191 (s. Bild 1). Es
scheint, dass Spaten diese Vergleichsda-
ten einer alten Zeitkunde zur Verfügung
hatte, dass mit dieser alten, heute nicht
mehr vorhandenen, nur noch rekon-
struierbaren Chronologia einst europäi-
sche Geschichte erfasst und aufge-
schrieben wurde. Sie scheint die tat-
sächliche Geschichte wiederzugeben.
Ihr Zahlengerüst missbrauchten offen-
bar die mittelalterlichen Fälscher, als sie
die bekannte Geschichte multiplizierten
und Phantomepochen in die Welt setz-
ten.
Die Zähringerstädte sind bekannt für
ihren Kanon, die Form ihres Umrisses,
der seltsam einheitlich erscheint und ein
Oval bildet. Auf diesem Oval wurde im
Mittelalter die steinerne Stadtmauer und
die Tore und Türme errichtet. Nun gibt
es eine erkleckliche Zahl von Siedlun-
gen, die Archäologen im Laufe der Zeit
ausgegraben haben und die genau die
selbe ovale Form besitzen. Nur hier
konnte in den seltensten Fällen eine
Steinmauer, sondern lediglich Ringwälle
und -gräben festgestellt werden. Inner- Die Archäologen stellten also lediglich Stadtmauern aus Stein mit Toren und
halb standen Holzhütten und -häuser. die ältesten Besiedlungsspuren fest. Türmen wurden offenbar erst mehr als
Sehr interessant ist, wie weit zeitlich ge- Chr. Pfister zitiert in seinem neuen Buch dreihundert Jahre später errichtet.
fächert diese Funde datiert werden: (10) über die Zähringerstadt Bern H. Wenn man die Kürnbacher Datierung
Die Ringwallsiedlung der Bandkera- Strahm, der meint, dass eine Stadt sich am Katzenhöfer-Tor als Richtmaß
miker in Köln-Lindenthal -5500 bis - sehr wohl fördern oder erweitern, aber nimmt, dann erst kurz vor 1500. Mit
4900, das Erdwerk der Michelsberger selten gründen ließe. Tatsächlich muss dem „römischen” Bitburg haben wir
Kultur in Mayen/Eifel -4300 bis -3500, es doch ältere Siedlungen gegeben ha- allerdings angeblich eine der ältesten
die Ringwallsiedlung der Wartberggrup- ben, aus denen heraus sich die großen Stadtmauern aus Stein in Deutschland,
pe bei Wittelsberg/Hessen -3500 bis - Städte entwickeln konnten. Diese ältes- weshalb es sich lohnt, anhand dieser
2800, die Lausitzer Burg bei Senften- ten Siedlungen können durchaus noch Modellstadt die wahre römische Ge-
berg -800, die slawische Siedlung bei ohne Ringwall-Befestigung ausgekom- schichte zu eruieren. In diesen dreihun-
Biskupin -550 und die römische Stra- men sein. Erst durch die Einwallung dert Jahren hat sich also die ganze auf
ßenstation von Bitburg, zugleich die ur- wurden sie zu Städten. Und wenn wir mehrere Jahrtausende gestretchte Vor-
sprüngliche Altstadt und als einziges die- den Daten glauben dürfen, dann war geschichte abendländischer Stadtkultur
ser Beispiele mit Steinmauern, -toren das, wie die vergleichbaren Zähringer- abgespielt.
und -türmen ausgestattet (s. Bilder 2 städte zeigen, erst im 12. Jahrhundert. Die Ringwall-Architektur der ältes-
und 3). Diese sehr spezielle Ovalform des ten Städte aber erinnert an keltischen
Diese frühzeitlichen Städte wurden Ringwalls ist nicht einfach so zu kon- Städtebau, z.B. an Manching, eine Stadt,
natürlich nach dem auffindbaren archä- struieren. Es liegen bestimmte geomet- die durch einen murus gallicus umgeben
ologischen Material, also Scherben, da- rische Prinzipien zu Grunde, die einheit- und deshalb ein ovales Oppidum, aber
tiert. Diese findet man aber hauptsäch- lich galten und angewandt wurden. Es eines der größten seiner Art, war. Man-
lich in Abfallgruben, wobei diese durch- bestand also ein gemeinsamer Plan, wie ching (12) ging völlig zu Grunde, so to-
aus aus allerältester Zeit stammen kön- Klaus Humpert in seinem neuen Buch tal, dass nicht einmal mehr ein kleines
nen, während die oberflächennahen heraus gearbeitet hat (11). Nur, diese Dorf hinter seiner Umhegung entstand,
Schichten schon so weit erodiert oder Städte des 12. Jh. wurden in einer Zeit und Manching war sicher einst die
hinweg geschwemmt sein können, gegründet, als Steinmauerbau noch Hauptstadt des Keltenstamms der Ven-
dass man die jüngsten Phasen der Be- nicht verbreitet und der Mörtel offen- deliker, die fast ganz Süddeutschland
siedlung gar nicht mehr feststellen kann. sichtlich noch nicht erfunden war. Die beherrschten, eine belebte Handelsstadt

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Die Verdrängung des alttestamentarischen Kalenders
an der Donau. Was hat dazu geführt, vermutlich gültigen Chronologia datiert, schung der mittelalterlichen Zeitrech-
dass eine große Zahl, vielleicht sogar die 1348 die Welt unterging, nung gefunden”, EFODON SYNESIS
meisten dieser Ovalstädte, zerstört und Darüber mehr im folgenden Artikel. Nr. 2/2001
nie mehr aufgebaut wurden, also auch (8): Walter Haug, „Unsere Dorfsteinbrüche
nicht mehr eine steinerne Stadtmauer an Anmerkungen - die größten Megalith-Monumente
Stelle des Ringwalls entstehen konnte? der Welt?”, Cernunnos Verlag 2001,
Warum starben damals die Zähringer (1): Heribert Illig, „Fomenko - der große (9): Marieluise Deißmann, „Daten zur an-
(lat. Taurisker) und andere keltische statistische Wurf?”, Zeitensprünge 2/ tiken Chronologie und Geschichte”,
95 Stuttgart 1990
Völker aus? Wieso fand man die Kno-
chen der Toten in Abfallgruben schnell (2): Ralph Davidson, „Evidenz und Kon- (10): Christoph Pfister, „Der antike Berner
entsorgt, oftmals nur noch Schädel- struktion”, Utopia Boulevard Hb. 1998 Bär”, Dillum Verlag 2001,
fragmente und Langknochen, mit (3): Norman Birnbaum, Europas Unmün- (11): Klaus Humpert, „Entdeckung der mit-
Schnittspuren, abgeschlagenen Gelenk- digkeit, Spiegel 9/2002 telalterlichen Stadtplanung”, Stuttgart
enden und zudem großteils verbrannt? (4): Hermann Wieland, „Atlantis, Edda und 2001,
Handelt es sich um rituellen Kannibalis- Bibel”, Großdeutscher Verlag, Weißen- (12): Martin Kuckenburg, „Siedlungen der
mus, wie gehässige Menschen im In- burg 1925 Vorgeschichte in Deutschland”, Du-
und Ausland den Vorfahren der Deut- (5): Anatolji Fomenko, Empirico-Statstical mont 1993.
schen gerne unterstellen wollen? Wel- Analyses... (13) Anm. d. Red.: Diese These hat schon
che brutale Gewalt wirkte hier tatsäch- (6): Edwin Johnson, „Antiqua Mater, A Gernot L. Geise in seinem Buch „Wer
lich auf die Menschen ein? Zeitrekon- Study of Christian Origins”, Trübner & waren die Römer wirklich?“, Hohenpei-
strukteure wie Marx und Topper gehen Co., London 1887, ßenberg 1997, aufgestellt.
davon aus, dass, sogar korrekt nach der (7): Walter Haug, „Ursache für die Fäl-

Bürgerwelle e.V. informiert


Fernández Ruiz, Prof. für werte der Strahlung festlegen. „Die in- tut für Stressforschung Berlin, in dem
Biophysik, Universität Oviedo: ternen Mechanismen der Interaktion der ich die Funktion des medizinischen Di-
Strahlung mit dem menschlichen Ge- rektors ausübte, eine Studie der rus-
Die Ursache der webe sind bisher noch nicht bekannt“, sischsprachigen Fachliteratur vorzu-
Kinderkrebsfälle sagte der Professor, „Zum jetzigen Zeit- nehmen. Wir sahen insgesamt 1500
punkt können wir die Effekte des elek- Originalarbeiten durch und verwende-
Fernández Ruiz; „Die Hauptursa- trischen Feldes und des magnetischen ten bei der inhaltlichen Zusammenfas-
che der Fälle von Valladolid ist elektro- Feldes isoliert voneinander betrachten. sung der Studie (HECHT & BALZER
magnetischer Natur“. Der Professor Das elektrische Feld agiert als Polarisie- 1997) 878 Literaturquellen. Nachfol-
weist darauf hin, dass das Antennen- rungs-Agens für die Zellen und verän- gend soll stichwortartig ein Auszug aus
problem falsch betrachtet wird dert ihre Ladungs-Mechanismen. Das dieser Studie vorgelegt werden, ohne uns
Die „fundamentale“ Ursache der bei magnetische Feld agiert in den Zellker- dabei auf Vollständigkeit berufen zu
den Kindern der Schule García Quinta- nen und bewirkt Veränderungen in der können. In der einschlägigen Literatur
na, Valladolid, festgestellten Erkrankun- Orientierung der biochemischen Pro- werden russische Originalarbeiten äu-
gen ist „elektromagnetischer Natur“, so zesse, dies könnte in der Folge eine on- ßerst selten oder gar nicht zitiert. Des-
der Professor für Biophysik José Luis kologische Wirkung auslösen“. halb möchten wir nachfolgend auf die
Fernández Ruiz. „Ich bin nicht gegen die Zivilisati- zahlreichen wissenschaftlichen Ergeb-
Die Schule in Valladolid hat sich zu on, aber ich möchte mich vor ihren Fol- nisse die Aufmerksamkeit lenken, um
einem der Hauptbrennpunkte der gesell- gen schützen“, sagte Fernández Ruiz, auch diese Erkenntnisse mit in die Be-
schaftlichen Ablehnung von Mobil- dessen Ansicht sich nach eigener Aus- trachtung in westlichen Ländern einbe-
funkantennen entwickelt. Zu diesem sage auf das Studium von 4500 wissen- ziehen zu können.“ Die Studie kommt
Thema äußerte sich Ruiz, Professor für schaftlichen Publikationen stützt. zu dem Schluss:
Biophysik und Dozent der Universität (Quelle: La Nueva España, Print-Ausgabe, „Abschließend kann eingeschätzt
Oviedo, in einem Interview mit dem 22.03.2002, ASTURIAS, 22/03/2002, GIJON) werden, dass das EMF als ein stiller
Journalisten Javier Morán der Zeltung Disstressor bewertet werden kann, des-
LA NUEVA ESPANA. Nach Meinung Auswirkungen von elektro- sen bioaktiver Effekt von verschiede-
des Professors wird an das Antennen- nen Faktoren abhängig ist und dessen
problem falsch herangegangen, da es magnetischen Feldern pathogene Wirkung erst nach Jahren
sich nicht um ein Problem von Intensi- Eine Recherche russischer sichtbar wird. Bezüglich der Symptoma-
täten handelt. Studienergebnisse 1960-1996 tik bestehen Ähnlichkeiten mit dem
„Man muss den Einfluss der Fre- Chronischen Müdigkeitssyndrom (Chro-
Prof. em. Prof. Dr. med. Karl Hecht
quenz auf die biologischen Mechanis- Stress-, Schlaf-, Chrono-, Umwelt-, Raum- nic Fatigue Syndrom CFS).“
men beachten. Wenn diese Syntonie fahrtmedizin
existiert, dann verstärkt die Intensität Büxensteinallee 25, 12527 Berlin
das physiologische Ungleichgewicht, (Diese Studie verschwand in den
aber zuvor muss die Syntonie vorlie- Schubladen der Behörden! Lesen Sie die Bürgerwelle e.V.
gen“, erklärte Fernández Ruiz. Deshalb Aktennotiz von Prof. Hecht) Lindenweg 10, D 95643 Tirschenreuth
kritisierte der Professor die Tatsache, „Das Bundesinstitut für Telekom- Tel. 09631-795736; Fax -795734
dass sich die Betreiber rechtlich auf der munikation (Main) beauftragte das von pr@buergerwelle.de
sicheren Seite fühlen, indem sie mir geleitete Pathologische Institut der http://www.buergerwelle.de
lediglich bestimmte Intensitätsgrenz- Berliner Charité und danach das Insti-

EFODON-SYNESIS Nr. 3/2002 37