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Magenschleimhautentzündung (Gastritis)

 Eine Gastritis ist eine entzündliche Erkrankung der Magenschleimhaut, die nicht ansteckend ist.

 Symptome
Eine Magenschleimhautentzündung (Gastritis) kann unterschiedliche Symptome hervorrufen. Je nachdem,
wie schnell sich die Erkrankung entwickelt und wie lange sie anhält, unterscheidet man zwischen akuten und
chronischen Formen.

1. Akute Magenschleimhautentzündung (akute Gastritis)

Bei einer akuten Magenschleimhautentzündung können die Symptome sehr plötzlich auftreten. Meist ist sie
die Folge von Schmerzmittelüberdosierungen, Lebensmittelvergiftungen oder akuten Magen-Darm-Infekten.

Eine akute Gastritis kann sich zum Beispiel durch folgende Symptome äußern:

 Druckgefühl und Bauchschmerzen, vor allem im Oberbauch (insbesondere, wenn man mit der Hand Druck
auf ihn ausübt)
 Völlegefühl
 Appetitlosigkeit
 Übelkeit, selten auch Erbrechen
 Aufstoßen
 unangenehmer Geschmack im Mund
Typisch für eine akute Magenschleimhautentzündung: Die Symptome verstärken sich beim Essen.

2. Chronische Magenschleimhautentzündung (chronische Gastritis)

Nur in seltenen Fällen verursacht die chronische Magenschleimhautentzündung Symptome, wie zum
Beispiel:Völlegefühl, Blähungen, Durchfall, Bauchschmerzen.

 Ursachen
 Eine Magenschleimhautentzündung (Gastritis) kann akut oder chronisch verlaufen.
Deutliche Beschwerden treten dabei vor allem bei einer akuten Magenschleimhautentzündung auf.
Eine chronische Gastritis verursacht dagegen oft keine Symptome.

Eine Magenschleimhautentzündung (Gastritis) kann unterschiedliche Ursachen haben und in verschiedenen


Formen auftreten. Allen Formen haben gemeinsam, dass sie die Zellen der Magenschleimhaut stark reizen und
schädigen.

Der Magensaft enthält Magensäure. Sie ist unter anderem wichtig, um Speisen gut verdauen zu können.
Außerdem dient der saure Magensaft als erste Barriere gegen Keime. Normalerweise schützt die
Magenschleimhaut die tieferliegenden Schichten der Magenwand (z.B. die Muskeln des Magens) vor der
aggressiven Magensäure. Wenn der Magen jedoch zu viel Säure bildet oder die Schutzschicht geschädigt ist,
kann eine Gastritis entstehen. Diese tritt entweder in akuter Form auf und klingt bald wieder ab oder nimmt
einen chronischen (lang andauernden) Verlauf.

Eine akute Gastritis kann zum Beispiel folgende Ursachen haben:

 häufige, hoch dosierte Einnahme bestimmter Schmerzmittel (sog. nicht-steroidale


Antirheumatika, kurz NSAR, z.B. Acetylsalicylsäure, Ibuprofen)
 andere Medikamente, z.B. Kortisonpräparate oder Zytostatika
 übermäßiger Alkoholkonsum
 Rauchen
 Lebensmittelvergiftungen
 häufiger Verzehr von Lebensmitteln, die den Magen reizen können (z.B. Kaffee, scharfes Essen)
 übergroße Mahlzeiten
 Magen-Darm-Infekte
Auch Stress kann unter Umständen eine akute Gastritis auslösen. Denn wer ständig Stress hat, bei dem
produziert der Magen mehr sauren Magensaft.

Chronische Magenschleimheitentzündung (chronische Gastritis)

Bei einer chronischen Gastritis kommen verschiedene Ursachen infrage. Meistens ist diese entweder durch
eine Fehlreaktion der körpereigenen Abwehr, durch Bakterien oder chemisch bedingt – entsprechend kann
man sie in die drei folgenden Typen einteilen:

 Gastritis vom Typ A (für "autoimmun")


 Gastritis vom Typ B (für "bakteriell")
 Gastritis vom Typ C (für "chemisch")
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 Diagnose
Bei einer akuten Magenschleimhautentzündung (Gastritis) ergibt sich ein erster Verdacht in der Regel bereits
anhand der typischen Beschwerden. Beispielsweise schmerzt oft der Oberbauch, wenn man mit der Hand
Druck auf ihn ausübt. Eine chronische Magenschleimhautentzündung macht sich hingegen eher selten durch
Beschwerden bemerkbar – ihre Diagnose erfolgt daher oft zufällig.

Nur eine Magenspiegelung ermöglicht eine sichere Gastritis-Diagnose: Hierbei kann der Arzt mit einem
schlauchförmigen Endoskop in den Magen schauen und kleine Gewebeproben aus der Schleimhaut
entnehmen. Durch den direkten Blick in den Magen und durch die feingewebliche Untersuchung des
entnommenen Magengewebes kann der Arzt feststellen, ob es sich tatsächlich um eine
Magenschleimhautentzündung handelt. Zudem ist es so möglich, andere Erkrankungen wie
ein Magengeschwür oder eventuell auch Magenkrebs ausschließen.
Da hinter einer Magenschleimhautentzündung häufig eine Infektion mit dem Bakterium Helicobacter
pylori steckt, ist es ratsam, ergänzend zur Magenspiegelung diesen Erreger zu suchen. Hierfür gibt es
verschiedene Möglichkeiten:

 Harnstoff-Atemtest: Für den Test nehmen die Betroffenen eine Harnstoff-Präparat zu sich, welches die
speziell markierten Kohlenstoffatome C13 oder C14 enthält (C ist das Elementsymbol für Kohlenstoff im
Periodensystem).
 Bakterienkultur: Eine andere Möglichkeit Helicobacter pylori als mögliche Ursache nachzuweisen, besteht
darin, eine Bakterienkultur aus einer entnommenen Gewebeprobe zu züchten.
 Helicobacter-Urease-Test (HUT): Dieser Test zeigt, ob die Gewebeprobe das Enzym Urease enthält, was als
Nachweis für Helicobacter pylori gilt.
Daneben können zur Diagnose einer Gastritis auch weitere Untersuchungen zum Einsatz kommen, wie zum
Beispiel:

 Blutuntersuchungen (auf Antikörper, Entzündungswerte)


 Stuhluntersuchungen

 Behandlung
Akute Magenschleimhautentzündung (akute Gastritis)

Da der saure Magensaft eine wesentliche Rolle bei der Entstehung einer akuten Gastritis spielt, kommen zur
Behandlung vor allem Medikamente zum Einsatz, die die Bildung von Magensäure
hemmen (sog. Säureblocker). Am wirksamsten sind hierbei die Protonenpumpenhemmer (z.B. die
Wirkstoffe Omeprazol, Pantoprazol, Esomeprazol). Außerdem können Wirkstoffe, die den sogenannten
Histamin-2-Rezeptor blockieren (H2 -Rezeptorenblocker wie Cimetidin und Ranitidin) und damit ebenfalls die
Magensäureproduktion hemmen, zur Behandlung beitragen.

Gegen eine akute Magenschleimhautentzündung hilft diese Behandlung in mehrfacher Hinsicht: Zum einen
lindert die verminderte Magensäureproduktion die mit der Gastritis einhergehenden Schmerzen, zum anderen
kann sich die Schleimhaut von der Säure erholen. Auch säurebindende Mittel (sog. Antazida), die
die Magensäure neutralisieren, können Ihre Beschwerden bessern. Sie verringern allerdings nicht die Bildung
der Magensäure.

Verkrampft der Magen durch die akute Magenschleimhautentzündung stark, kommen zur Behandlung
weitere Medikamente infrage: Dann helfen Mittel, die die Magenbewegung anregen (sog. Prokinetika, z.B. mit
den Wirkstoffen Metoclopramid oder Domperidon).

Außerdem ist es bei einer Magenschleimhautentzündung wichtig, die Magenschleimhaut möglichst wenig zu
schädigen und zu reizen. Um die Behandlung zu unterstützen, sollten man am besten zumindest
vorübergehend folgende Dinge meiden:

 bestimmte Schmerzmittel (sog. nicht-steroidale Antirheumatika, kurz NSAR, z.B. Acetylsalicylsäure)


 Kaffee
 Alkohol
 Rauchen
 scharfe, fettige und gebratene Speisen
Chronische Magenschleimhautentzündung (chronische Gastritis)

Typ-B-Gastritis

Bei einer Typ-B-Gastritis ist meist das Bakterium Helicobacter pylori für die Magenschleimhautentzündung
verantwortlich. Die sogenannte Eradikations-Therapie soll die Bakterien abtöten.

Während einer Eradikations-Therapie nehmen Sie über einen Zeitraum von sieben Tagen gleichzeitig zwei
Antibiotika (die Wirkstoffe Clarithromycin und Amoxicillin oder Clarithromycin und Metronidazol)
sowie einen Säureblocker(Protonenpumpenhemmer) in genau festgelegter Dosierung ein. Diese Gastritis-
Behandlung mit drei Medikamenten heißt auch Triple-Therapie (Dreifach-Therapie). In hartnäckigen Fällen
schließt sich eine sogenannte Vierfach-Therapie an, bei der drei verschiedene Antibiotika und ein
Protonenpumpenhemmer eingenommen werden.

Ernährung

Bei einer Magenschleimhautentzündung lassen sich die Beschwerden bis zu einem gewissen Maß über
die Ernährungbeeinflussen. Wer auf ein paar Dinge achtet, kann mit einer angepassten Ernährung die
Beschwerden unter Umständen lindern und zur Heilung beitragen.

Grundsätzlich ist es wichtig, bei einer Gastritis nur Sachen zu essen, die Sie vertragen. Ihr Magen teilt Ihnen
mit, wenn er bestimmte Lebensmittel oder Nährstoffe derzeit nicht gut verarbeiten kann – hören Sie auf Ihren
Körper!

In puncto Ernährung können folgende Tipps bei einer Magenschleimhautentzündung hilfreich sein:

 Nehmen Sie keine großen Portionen zu sich, sondern lieber mehrere kleine Mahlzeiten.
 Trinken Sie keinen oder nur wenig Kaffee / koffeinhaltige Getränke.
 Meiden Sie große Mengen scharfer Gewürze.
 Essen Sie fettreduziert.
 Kauen Sie gut und essen Sie langsam.
 Meiden Sie blähende Speisen.
Sie können Ihre Gastritis mithilfe der Ernährung bessern.
Weniger geeignet bei einer Magenschleimhautentzündung ist eine Ernährung mit folgenden Lebensmitteln
oder Zubereitungsarten:

 fette Saucen
 große Mengen Fett
 sehr grobe Vollkornprodukte
 frittierte Kartoffelgerichte
 fette Eierspeisen
 unreifes Obst
 schwer verdauliche und blähende Gemüse wie Kohl, Kraut, Erbsen und Bohnen
 fette Süßigkeiten
In manchen Fällen macht es eine Magenschleimhautentzündung notwendig, die Ernährung eine Zeit lang
komplett auf Flüssigkost umzustellen, um den Magen zu schonen. Vielen Menschen mit Gastritis ist
zudem übel, sodass sie ihre Ernährung automatisch an ihr Wohlbefinden anpassen.

 Verlauf
Eine Magenschleimhautentzündung (Gastritis) kann akut auftreten, also plötzlich und mit deutlich
spürbaren Magenbeschwerden. Eine akute Gastritis ist meist nur von kurzer Dauer. Eine
Magenschleimhautentzündung kann aber auch chronisch verlaufen, sich also über einen längeren Zeitraum
entwickeln. Bei einer chronischen Gastritis treten Beschwerden eher selten auf.

 Prognose
Ob die Magenschleimhautentzündung akut oder chronisch verläuft, hat großen Einfluss auf die Prognose. Die
Heilungsaussichten einer akuten Magenschleimhautentzündung sind bei entsprechender Behandlung und
magenfreundlicher Lebensweise gut: Dann heilt die Gastritis meist schnell.

Bei einer Gastritis mit chronischem Verlauf ist die Prognose unter Umständen weniger günstig: Eine
chronische Magenschleimhautentzündung kann eine langwierige Behandlung erfordern und
den Magen mitunter auf Dauer schädigen.

 Mögliche Komplikationen
Bei einer Magenschleimhautentzündung kann es zu verschiedenen Komplikationen kommen. So kann die
Entzündung bei stark geschädigter Magenschleimhaut in ein Magengeschwür oder
ein Zwölffingerdarmgeschwür übergehen. Es kann zu Magenblutungen oder zu
einem Magendurchbruch (Magenperforation) kommen. In diesen Fällen geht es den Betroffenen meist sehr
schlecht – dann ist es wichtig, schnell ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Das Risiko, Magenkrebs zu bekommen, ist bei einer Magenschleimhautentzündung mit geschädigter
Magenschleimhaut ebenfalls erhöht. Bei Menschen mit einer chronischen Gastritis durch Helicobacter
pylori liegt das Risiko – verglichen mit nicht infizierten Menschen – zwei- bis dreimal so hoch.

 Vorbeugen
Wenn Sie einer Magenschleimhautentzündung (Gastritis) vorbeugen möchten, ist es grundsätzlich
ratsam, auf eine magenfreundliche Ernährung zu achten. Das bedeutet: Nicht erst bei einer Gastritis
Speisen und Getränke meiden, die den Magen reizen und die Sie nicht gut vertragen. Das gilt zum Beispiel
für sehr scharfes und heißes Essen sowie für Alkohol und Kaffee.
Da eine Magenschleimhautentzündung durch Stress bedingt sein kann, ist es außerdem
empfehlenswert, Stress abzubauen. Entspannungstechniken wie autogenes Training und progressive
Muskelentspannung nach Jacobsen können beispielsweise zum seelischen Wohlbefinden beitragen. Bei
starker stressbedingter Gastritis verschreibt Ihnen Ihr Arzt möglicherweise
vorbeugend Säureblocker (Protonenpumpenhemmer).
Weil Rauchen die Magenschleimhaut ebenfalls angreift, ist es zum Vorbeugen einer
Magenschleimhautentzündung sinnvoll, aufs Rauchen zu verzichten. Wenn Sie
regelmäßig Medikamente einnehmen, die den Magen schädigen (z.B. Schmerzmittel aus der Gruppe
der NSAR), kann es nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ratsam sein, die Medikamente abzusetzen und über
Alternativen zu sprechen.