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Die insulinähnlichen Wachstumsfaktoren IGF und Insulin

Stand / Letzte Aktualisierung durch Elisabeth Rieping 20.07.2007

Stichworte:Prolaktion, Ernährung, Milchprodukte, Progesteron, Schwangerschaft, Brustkrebsrisiko, Akromegalie, MMTV, Prostatavergrößerung,


Brustkrebs beim Hund, Quercetin, Kurkurmin, Curcurmin

Wachstumsfaktoren
Natürlicherweise ist im Körper in Bezug auf die Brust wahrscheinlich der
insulinähnliche Wachstumsfaktor IGF aktiv, der etwas, aber nicht viel anders aussieht
als das übliche Insulin, das gegen die Zuckerkrankheit gespritzt wird.

Aber wie man aus der Milchwirtschaf ja weiss, wirkt das normale Insulin auch auf die
Brust und deshalb findet sich in dem Anti-Brustkrebs-Buch über Vorbeugung durch
richtige Ernährung von Bob Arnot auch der Tipp, auf einen niedrigen Insulinspiegel zu
achten. Zum Beispiel in dem man beim Konsum von Süssigkeiten eine gewisse Vorsicht
walten lässt. Denn Zucker lässt den Insulinspiegel hochgehen. Und das könnte
Drüsenzellen munter machen. Ein Tipp, der einen soliden wissenschaftlichen
Hintergrund hat. Ob man das schafft, ist die andere Frage.

Für die Bella Figura an sich könnte es aber auch gut sein, weil der Insulinspiegel, wenn
er wieder fällt, so richtig Appetit macht, und zwar auf was Süßes.

Dass der Süssigkeitenkonsum auf den Insulinspiegel wirkt, ist eine wichtige Sache. Was
beeinflusst aber den IFG 1, also nicht das Insulin, sondern den insulinähnlichen
Wachstumsfaktor 1, und wo wird er gebildet? Als natürliches milchbildendes Hormon
ist er ja vielleicht noch wichtiger, als das durch Zucker beeinflusste und in der
Milchwirtschaft benutzte Insulin.

Dazu als erstes, Frauen, die Milch und Käse mit der Nahrung zu sich nehmen, haben

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mehr IGF-I im Blut als andere (Nosrat T 2006).

Woran das liegt, ist damit nicht gesagt. Der IGF-I braucht nicht direkt aus der Milch zu
kommen. Milch, die heute oft von schwangeren Kühen gemolken wird, enthält dadurch
Progesterone und IGF 1 wird durch das Progesteron beeinflusst.

Im Hund bewirken Progestine einen Anstieg der insulinähnlichen Wachstumsfaktoren I


und II, von verschiedenen Bindungshormonen dieser Wachstumsfaktoren und auch von
Wachstumshormon. Unter dem Einfluss der Progestine werden die IGFs und das
Wachstumshormon im Euter von Hunden und Katzen gebildet und so vermutlich auch
im Menschen. Das bedeutet, dass das natürliche IGF I und II unter dem Einfluss des
Progesterons in der Brust selbst hergestellt wird.

Die Brust ist also die Drüse, die diese insulinähnlichen Wachstumsfaktoren und ihre
Bindungshormone herstellt (Mol JA 1997). Auch bei Kühen ist das untersucht (Plath-
Gabler A 2001, die Arbeit steht vollständig im Netz). In dem nebenstehenden Text aus
Wikipedia wird die Leber genannt.

Die Brust als Ort der IFG-Produktion scheint in der Humanmedizin, die sich mit
Menschen befasst, nicht so bekannt zu sein wie in der Tiermedizin.

Bei einer Untersuchung von Blutproben von Frauen, die während der Schwangerschaft
abgenommen wurden, wurde gezeigt, dass ein hoher IFG-I Spiegel in der
Frühschwangerschaft mit einer erhöhten Brustkrebshäufigkeit zusammenhängt
(Lukanova A 2006). Kommt der hohe IGF-1 Spiegel aus der Milch?

Über IGF-I und Krebs bei Akromegalie (Jenkins PJ 2006).

Regulation der IGF Produktion


Der Prolaktinrezeptor

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Reguliert wird die IGF-1 Produktion durch das Wachstumshormon Somatotropin. Beim
Laron Syndrom reagiert der Rezeptor für das Wachstumshormon nicht, der die Signale
für die IGF-1 Produktion weitergibt. Dadurch entsteht ein IGF-I-Mangel und es fehlen
die mit IGF-I-Erhöhung einhergehenden Krebsarten Brust, Eierstock-, Darm- und
Prostatakrebs.

Brustkrebszellen produzieren mehr Rezeptoren für Wachstumshormon als das


benachbarte gesunde Brustgewebe. Dazu sollte man erwähnen, das die Rezeptoren für
Prolaktin und Wachstumshormon sehr ähnlich sind (Gebre-Medhin M 2001).

Der gutartige Brusttumoren auslösende Virus MMTV verändert den Prolaktinrezeptor.


Die von Gebre-Medhin untersuchten Tumoren wiesen auch Progesteron-Rezeptoren auf.

Ob das vermutlich menschlichen Brustkrebs auslösende Rinderleukämie Virus BLV


ähnliches verursacht, ist nicht bekannt. Die beiden Viren sind sich aber sehr ähnlich,
abgesehen davon, das MMTV kein Onkogen besitzt und deshalb nicht Krebs sondern
gutartige Tumoren verursacht.

IGF und unerwünschtes, aber gutartiges Wachstum von Prostata und Brustzellen
Der insulinähnliche Wachstumsfaktor I, also IGF I, spielt auch bei der Entwicklung der
Prostata eine Rolle, die auch eine Drüse ist (Kleinberg DL 2006).

Das ist in Bezug auf die Brust ja nicht unmittelbar interessant. Aber vielleicht in Bezug
auf die Fibroadeome der Brust. Die gutartigen Tumore der Brust habe vielleicht etwas
Ähnlichkeit mit den gutartigen Prostatavergrößerung.

Weil die Fibroadenome der Brust ungefährlich sind, sind sie nicht gut untersucht. Und
deshalb könnte man die viel häufigeren Forschungen zur Prostatahyperplasie zu Rate
ziehen, wenn man mehr über Fibroadenome wissen will. IGF-I sinkt nach Entfernung
der Keimdrüsen nur, wenn keine IGF-I produzierenden Prostatakrebszellen übrig
bleiben (Ohlsen N 2007).

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IGF-I scheint auch mit dem Vitamin D-Stoffwechsel zu tun zu haben (Gomez JM 2006).

Quercetin erhöht das IGF-I bindende Protein Nr. 3 und macht IGF-I so unwirksamer
(Vijayababu MR 2006). Die Arbeit steht als Volltext im Netz.

Was kann man machen?


Kurkumin verhindert die vermehrungsfördernde Wirkung der Proteine des IGF-
Systems auf die Brustkrebszellen (Xia Y 2007).

Durch die Arbeit von Xia Y 2007 wird noch mal deutlich, dass das IGF nicht nur aus
der Nahrung (Milchprodukte) stammen kann, sondern dass die Brustkrebszellen die
IGF-Proteine selbst herstellen. Die Brust ist also eine Drüse, die diese Insulinähnlichen
Wachstumsfaktoren und ihre Bindungshormone herstellt (Mol JA 1997). Auch bei
Kühen ist das untersucht (Plath-Gabler A 2001).

Mit Kurkumin kann man da eingreifen und das ist praktisch anwendbar, weil es als
Medikament gegen Verdauungsprobleme auf dem Markt ist, nicht gespritzt sondern
eingenommen werden kann.

Mehr zu Kurkumin auf der Kurkuminseite.

Über IGF 1 und die Grösse der Hunderassen

Was soll dieser Link hier. Er ist deshalb interessant, weil Hunde soviel Brustkrebs und
auch gutartige Brusttumore haben. Das könnte neben anderen Ursachen an den
Veränderungen des IGF 1-Stoffwechsels liegen. Und man würde dann vermuten, dass
besonders Hunde mit hohem IGF 1-Spiegel anfällig für gut- und bösartige Brusttumore
wären.

Denn die ganz kleinen Hunde wie Pekinesen und Chihuahuas haben eine Mutation, bei

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der das IGF 1-Gen ausgeschaltet ist (Ostrander E. 2007). Ob sie wie Menschen mit dem
Laron Syndrom wenig oder selten unter Brusttumoren leiden?

Auch das Wachstumshormon, das für die IGF 1-Produktion eine Rolle spielt, soll bei
großen und kleinen Hunderassen in verschiedenem Maße ausgeschüttet werden, wobei
die großen Hunde mit viel Wachstumshormon mehr Brustkrebs bekommen.

Brustkrebs beim Hund

Originaltext archive.org:

http://web.archive.org/web/*/http://www.erieping.de/http://www.erieping.de/IGF_insulin_brustkrebs.htm

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