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Der Marsch durch die Institutionen 1967-69

Durch die verstärkten Proteste und Demonstrationen der Studentenbewegung, die durch die
große Koalition gefördert worden, befürchtete die Regierung dass die eigenen Institutionen
und Ämter durch protestantische Mitbürger „unterwandert“ werden würden und berieten
deshalb über einen Beschluss, Bürger vor dem Antritt einer staatlichen Arbeit auf
„verfassungsfeindlichen“ Aktivitäten zu überprüfen. Da verfassungsfeindlich nicht näher
beschrieben war, löste dieser Vorschlag heftige Diskussionen aus und wurde als
„Radikalerlass“ bezeichnet. Trotzdem konnten von 500.000 überprüften Menschen ca. 430
vom öffentlichen Dienst ausgeschlossen werden. Dies führte zu Wortprägungen wie
„Berufsverbot“ und wurde deshalb schon 1975 im Bundestag wieder aufgegriffen, scheiterte
jedoch zweimal im Bundesrat. Daraufhin verzichteten der Bund und die Länder auf die
Prüfung und ab 1976 verschwand diese Kontrolle.