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Protokoll Nr.: 01 SEN Ercan Datum: 03.03.

2010
Verdampfungsenthalpie mittels Wasserabscheider

Grundlagen
Wird einer Substanz bei konstantem Druck Wärme zugeführt, erhöht sich im Allgemeinen
ihre Temperatur. Bei einem Phasenübergang in der Substanz steigt die Temperatur jedoch
nicht,
da die zugeführte Wärme zur Phasenumwandlung benötigt wird. Sobald die
Phasenumwandlung abgeschlossen ist, steigt bei weiterer Wärmezufuhr die Temperatur
wieder an.
Ein bekanntes Beispiel für einen solchen Phasenübergang ist das Verdampfen von Wasser.
Die pro Masseneinheit benötigte Wärmemenge wird als spezifische Verdampfungswärme
bezeichnet.
Zur Bestimmung der spezifischen Verdampfungswärme von Wasser wird im Versuch reiner
Wasserdampf in ein Dewargefäß eingeleitet. Der Wasserdampf erwärmt kaltes Wasser auf
die Mischungstemperatur und kondensiert unter Abgabe der Verdampfungswärme zu Wasser,
das auf die Mischungstemperatur abgekühlt wird. Man misst zusätzlich die
Anfangstemperatur und die Masse des kalten Wassers, sowie die Masse des kondensierten
Wassers.

Vorschrift/Literatur:
Vorschrift: Beispiel 16 – Verdampfungsenthalpie mittels Wasserabscheider

Chemikalien
Wasser

Gerät und Apparatur


Dewargefäß, Thermometer (amadigit mot 15h), Rundkolben, Heizhaube, 150ml Becherglas,
2x 250ml Bechergläser, Wasserabscheider, Ceranplatte, oberschalige Waage (satorius 3802
MP)

Kalibrieren des Dewargefäßes


Das Dewargefäß gehört zuerst kalibriert. Dafür wird es zuerst leer gewogen, dann kommen in
die beiden 250ml Bechergläser genau 100, 0g Wasser rein.
Mit dem ersten Becherglas wird das DG aufgefüllt und zeigt genau 100 g an. Das Becherglas
wird wieder mit 100, 0g Wasser aufgefüllt.

Vorarbeiten
Bevor man mit der Kalibrierung
weiter macht kann man hier die
Apparatur, die bereits wie auf dem
Foto aufgebaut ist und auch bleibt,
zum Aufheizen mit Stufe 1 oder
max. 2 beginnen, um im Anschluss
etwas Zeit zu sparen.

SEN Ercan, 6.ABCIC – PCL Seite 1


Fortsetzung der Kalibrierung
Becherglas 1 wird auf einer Ceranplatte aufgeheizt (Starttemperatur 24,2°C). Das DG wird
auf die Waage gegeben und Null gestellt. Bei 99,5°C wird das BG1 in das DG überführt und
dabei die genaue Temperatur und das Gewicht des Wassers gemessen.
Das Wasser im DG hat eine Temperatur von 54,3 °C und wiegt 88,1 g.
Danach alles entleeren.

Dieser Vorgang wird mit dem BG2 wiederholt. BG 2 wird bei 28,7 °C gestartet und bei 99,6
°C in das DG überführt. Das Wasser im DG hat 55,4 °C und wiegt 86,9g.
Die Kalibrierung ist hier beendet. Das DG wird wieder mit genau 100,0 g Deionat gefüllt und
soll eine konstante Temperatur für die Durchführung haben.

Durchführung
Der Dampf durchströmt den Wasserabscheider und tritt aus seinem unteren Rohrende aus.
Zum Auffangen des Kondenswassers wird ein Becherglas verwendet. Der Dampf muss jetzt
einige Zeit in die Luft ausströmen, bis er kein Kondenswasser mehr erhält.
Alles in der Zuleitung kondensierende Wasser sammelt sich dann im Wasserabscheider an.
Auch im Dampfaustrittsrohr tritt keine weitere Kondensation auf, weil es in seinem größten
Teil von Dampf umspült wird.
Sobald aus dem Austrittsrohr nur noch reiner Wasserdampf austritt, kann man es einige
Zentimeter in das Wasser des DG eintauchen und damit den eigentlichen Versuch beginnen.
Man benutzt dazu das Dewargefäß ohne Deckel und Rührer und füllt es mit 100,0 g Deionat.

1. Versuch: Tara – 330,0g + 100,0g H2O = 430,0g


Temp. 26,3°C; Start um 20:14 Uhr; Ende um 20:17 Uhr
Endgewicht: 437,1 g; Endtemperatur: 61,4 °C

2. Versuch: Tara – 330,2 g + 100,0 g H2O = 430,2g


Temp. 24,2°C; Start um 20:27 Uhr; Ende um 20:32 Uhr
Endgewicht: 438,4g; Endtemperatur: 61,5°C

SEN Ercan, 6.ABCIC – PCL Seite 2


Berechnung

Kalibrierung des Dewargefäßes:


Startgewicht Starttemperatu Endtemperatu Mischtemperatur Endgewicht
r r
BG1 100,0g 24,2°C 99,5°C 54,3°C 88,1g
BG2 100,0g 28,7°C 99,6°C 55,4°C 86,9g

1.Kalibrierung:
m(w) = 100,0g m(Wh) = 88,1g
T(W) = 24,2°C T(Wh) = 99,5°C T(Misch) = 54,3°C

Q = cW * m * ΔT

Q(W) = 4,18 [J/gK] * 100,00 g * (54,3°C – 24,2°C) = 12581,80 J


Q(Wh) = 4,18 [J/gK] * 88,10 g * (99,5°C – 54,3°C) = 16645,26 J

Q(Dewarg.) = Q(W) - Q(Wh) = 4063,46 J

c(Dewarg.) = Q(Dewarg.) / ΔT =
c(Dewarg.) = 4063,46 J / (54,3°C – 24,2°C) = 135,00 J/K

2.Kalibrierung:
m(w) = 100,0g m(Wh) = 86,9g
T(W) = 28,7°C T(Wh) = 99,6°C T(Misch) = 55,4°C

Q = cW * m * ΔT

Q(W) = 4,18 [J/gK] * 100,00 g * (55,4°C – 28,7°C) = 11160,60 J


Q(Wh) = 4,18 [J/gK] * 86,90 g * (99,6°C – 55,4°C) = 16055,30 J

Q(Dewarg.) = Q(W) - Q(Wh) = 4894,70 J

c(Dewarg.) = Q(Dewarg.) / ΔT =
c(Dewarg.) = 4894,70 J / (55,4°C – 28,7°C) = 183,32 J/K

ϕ c(Dewarg.) = (183,32 J/K + 135,00 J/K) / 2 = 159,16 J/K

cW (Wasser)= 4,18 [J/gK] (spezifische Wärmekapazität des Wassers)


mWh= Masse an warmen Wasser[g]
TWh= Temperatur des warmen Wassers [°C]
TMisch= Mischtemperatur [°C]
mW= Masse an kalten Wasser[g]
TW= Temperatur an kalten Wasser [°C]

SEN Ercan, 6.ABCIC – PCL Seite 3


Berechnung der Verdampfungsenthalpie

mw W md Tm TW TD
1. Versuch 100,00 g 159,16 J 7,10 g 61,4 °C 26,3 °C 100,0 °C
2. Versuch 100,00 g 159,16 J 8,20 g 61,5 °C 24,2 °C 100,0 °C

cv = [(cw * mw + W) / md] * (Tm – Tw) – cw * (TD – TM)

cv = [(4,18 J*(g*K) * 100,00 g + 159,16 J) / 7,10 g] * (61,4°C – 26,3°C) – 4,18 J/g*K *


(100,0°C – 61,4°C) = 2691,94 J/K

cv = [(4,18 J*(g*K) * 100,00 g + 159,16 J) / 8,20 g] * (61,5°C – 24,2°C) – 4,18 J/g*K *


(100,0°C – 61,5°C) = 2464,44 J/K

ϕ cv = (2691,94 J + 2464,44 J) / 2 = 2578,19 J/K

cw … Spezifische Wärme des Wassers 1cal / g und °C (= 4,18 J/(K*g)


mw … Masse des Wassers
md … Masse des Dampfes
Tw … Temperatur Wasser vor Versuch
Td … Temperatur Dampf (100°C)
Tm …Mischungstemperatur am Schluss
W … Wasserwert des Dewargefäß ( = 159,16 J)

Ergebnis

Die Verdampfungsenthalpie beträgt im Durchschnitt:


2578,19 J/K
Literaturwert : 2256 J/K

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