Sie sind auf Seite 1von 9

Unfallverhütung 3.

Die folgende Übersicht der wesentlichen Belange der Ar- Warmwasser ausgerüstet sein, pro fünf Personen muss
beitssicherheit auf Grabungen ist eine Zusammenfassung ein Wasserhahn vorhanden sein.
aus momentan geltenden Regeln der Technik (Stand April Arbeiten zehn oder mehr Beschäftigte länger als zwei
98). Sie will und kann die Unfallverhütungsvorschriften Wochen auf einer Grabung, sind Waschräume zur Ver-
nicht ersetzen, sondern ist als Information für weisungs- fügung zu stellen, die für jeweils fünf Beschäftigte eine
befugte Personen auf der Grabung gedacht. Außerdem Waschstelle, für jeweils 2 0 Beschäftigte eine Dusche mit
kann das Folgende den Sicherheitsbeauftragten als Ar- fließend kaltem und warmem Wasser bieten. Die
beitshilfe dienen. Waschräume müssen sich, soweit betrieblich möglich,
nahe bei den Umkleideräumen befinden. Die Heizein-
richtung muss eine Raumtemperatur von mindestens 2 1
3.1 .1 Arbei tsvorbereitung "C ermöglichen.
Auf jeder Baustelle oder in deren Nähe ist mindestens ei-
Ein Grabungsablaufplan und eine Liste über erforderli- ne abschließbare Toilette gefordert. Werden mehr als 15
ches Gerät, Geld und Personal müssen aufgestellt wer- Personen länger als zwei Wochen beschäftigt, müssen
den. Beim benötigten Hilfspersonal ist auf gute körperli- Toilettenräume mit einer ausreichenden Zahl von Toilet-
che und geistige Verfassung zu achten. Amter - z.B. Lei- ten, Bedürfnisständen und Waschgelegenheiten bereit-
tungsbetreiber, Tiefbauamt, Rechts- und Ordnungsamt, stehen Sie müssen zu belüften, zu beleuchten und in der
Feuerwehr - sind über das Projekt zu informieren. Ein ak- Zeit vom 15. Oktober bis 30. April beheizbar sein.
tueller Leitungsplan muss bei den zuständigen Ämtern an-
gefordert werden, existiert keiner, sollten die von der Gra-
bung betroffenen Stellen schriftlich bestätigen, dass im 3.1.3 Anschluss der Grabung an Versorgungs-
Ausschachtungsbereich keine Leitungen liegen. systeme
Wird in Industriegebieten gegraben, muss mittels Bo-
denanalyse überprüft werden, ob der Boden durch Je nach Gra bungsstelle sind Stromanschluss, Zuwasser-
Schadstoffe belastet ist und dadurch Mitarbeiter gefähr- und Abwasserversorgung notwendig. Müllentsorgung
det werden. Eine Bodenanalyse wird oft von Baufirmen und Kommunikationsmöglichkeiten per Funk, Telefon etc.
erstellt. müssen geklärt werden (siehe auch 15.9 Grabungsor-
ganisation).

3.1.2 Einrichtungen der Baustelle


3.1.4 Arbeitsplätze und Verkehrswege
Bauwagen, Gra bungsbüro und Container sollten auf
ebenem Untergrund stehen. Achsfedern und Luftbereifung Arbeitsplätze und Verkehrswege sind so herzurichten,
der Bauwagen werden durch Stützspindeln oder ä hnli- dass sich die Mitarbeiter bei jeder Witterung sicher be-
che Abstützungen entlastet. Ausreichender Aufstellungs- wegen können (GUV 0.1 5 22). Die Notwendigkeiten
und Bewegungsraum muss gewährleistet sein. sind vielfältig: Wege eindeutig und klar kennzeichnen,
befestigen, einebnen, Vertiefungen ausfüllen, Stolperstel-
3.1.2.1 Tagesunterkunft, Waschgelegenheit, len beseitigen, Aussparungen im Fußboden unverschieb-
Toilette lich abdecken, durch 01, Schmierfett etc. rutschige Stel-
Tagesunterkunft (Baustellenwagen), Wa~ch~elegenheit len sofort a bstreuen oder absaugen.
und Toilette sind auf einer Grabung zwingend erforder- Wenn etwas herabfallen kann, sind Schutzdächer oder -
5
lich (ArbStättV 45-49). netze über Arbeitsplätzen anzubringen.
Die lichte Höhe der Tagesunterkunft muss mindestens
2.3 m betragen. Für jeden regelmäßig auf der Gra- 3.1 .4.1 Laufstege
bungsstelle Beschäftigten müssen nach Abzug der Fläche Nach GUV 6.1 5
10 gelten für Laufstege folgende An-
von Tisch, Stühlen und Spinden mindestens 0,75 m2 zur forderungen: Sie müssen mindestens 0,5m breit sein, bei
Verfügung stehen. In der Zeit vom 15. Oktober bis 30. einer Steigung von 1 :5 ( 1 1 ") müssen Trittleisten aufge-
April müssen Tagesunterkünfte über Heizungen verfügen, nagelt werden. Laufstege ab einer Steigung von 1 : 1 / 7 5
die eine Raumtemperatur von 2 1 "C ermöglichen. (30") als Treppen anlegen! Nebeneinander liegende
Wenn maximal vier Personen höchstens eine Woche Bohlen sind mit Querhölzern zu verbinden.
tätig sind, ist keine Tagesunterkunft erforderlich. Umklei- Generell ist an Laufstegen ab 2 m Absturzhöhe ein Sei-
den, Waschen, Wärmen, Essen sowie das Ewärmen tenschutz gefordert. Das gilt unabhängig von dieser
von Speisen und Getränken müssen dann anderweitig er- Höhe - auch an oder über Wasser sowie anderen Stof-
möglicht werden. fen, in denen man versinken kann.
Die Wa~ch~elegenheit soll mit fließendem Kalt- und
3.1 4 . 2 Wege an Baugruben und Gräben 5
nen l 2-kg-Löscher (ArbStättV 44, Bau BG), auf jeder
5
Nach GUV 6.1 3 1 gelten hier folgende Anforderun- Grabung ist jedoch mindestens ein 6-kg-Pulver-Feuerlö-
gen: Auf jeder Grabenseite wird ein Schutzstreifen von scher aufzustellen.
0,6 m Breite angelegt, der von Aushub und anderen La- Bauwagen, die unmittelbar auf einer Gra bungsstelle zu-
sten (Geräten, Material) freizuhalten ist. Bei Gräben bis sammenstehen, benötigen nur einen Feuerlöscher; an-
0,8 m Tiefe kann auf einer Seite auf den Schutzstreifen sonsten ist jeder einzelne damit auszurüsten. Der Bau-
verzichtet werden. Gräben, die breiter als 0,8 m sind wagen, in dem der Feuerlöscher aufbewahrt wird, ist von
und überquert werden müssen, sind mit festen Überwe- außen mit dem entsprechenden Piktogramm zu kenn-
gen (Laufstegen) zu versehen. Übersteigt die Grabung- zeichnen. Die Verhaltensregeln für die Brandbekämpfung
stiefe 2 m, muss der Übergang beidseitig mit einem müssen aushängen.
Schutzgeländer versehen sein. Für den Einstieg in Grä-
ben, die tiefer als 1 / 2 5 m sind, müssen Leitern oder Tritt-
stufen verwendet werden. 3.1.8 Elektrische Anlagen und Betriebsmittel

3.1 .8.1 Baustromverteiler


3.1.5 Absperrung und Sicherung des Die Aufstellung des Baustromverteiers und elektrische Ar-
Gra bungsgeländes beiten daran dürfen nur durch eine Elektrofachkraft erfol-
gen. Der Standort soll gut zugänglich und geschützt vor
Die Gra bungsstelle muss abgesichert sein. Je nach Situa- Witterung und Grabungsverkehr sein. Unbefugte Benut-
tion kann dies vom Absperrband bis zum festen Bauzaun zung des Verteilers muss durch Abschließen verhindert
aus Brettern und zu nächtlicher Beleuchtung (an öffentli- werden (DIN VDE 06 1 2).
chen Wegen oder Straßen) reichen. Auch ein Schild, das
Fremden den Zutritt zur Grabung verbietet, ist notwendig. 3.1 .8.2 Leitungen
Auf Grabungen dürfen nur besonders geschützte Gum-
mimantelleitungen mit der Kennzeichnung H 0 7 RN-F
3.1.6 Organisation der Ersten Hilfe (oder mindestens gleichwertig) verwendet werden. Sie
sind gegen Beschädigung durch Hochlegen, Abdecken,
Jeder Arbeitsunfall muss sofort aufgenommen werden. iedoch nicht durch Eingraben zu schützen. Leitungstrom-
Einrichtungen (Telefon, Funk), über die Hilfe herbeigeru- meln müssen über eine Überhitzungs-~chutzeinrichtun~
fen werden kann, müssen schnell zur Verfügung stehen. verfügen, ihre Steckdosen müssen spritzwassergeschützt
Die Telefonnummern von Polizei, Feuerwehr und Ret- sein. Defekte oder mit Isolierband provisorisch reparierte
tungsdienst sowie eine ,,Anleitung zur Ersten Hilfe" müs- Leitungen dürfen nicht mehr benutzt werden (DlN VDE).
sen öffentlich in einem Bauwagen ausgehängt werden.
Der Bauwagen, in dem der Verbandskasten aufbewahrt 3.1.8.3 Leuchten
wird, sollte von außen mit dem Erste-Hilfe-Piktogramm ge- Nach DIN VDE müssen Handleuchten schutzisoliert (Zei-
kennzeichnet werden. chen: Doppelquadrat) und strahlwassergeschützt sein
Jeweils ein Gra bungstechniker oder ein fest angestellter (Zeichen: zwei Dreiecke mit je einem Tropfen). Baustel-
Grabungsarbeiter sollte eine Ersthelfer-Grundausbildung lenleuchten müssen schutzisoliert (Zeichen: Doppelqua-
von acht Doppelstunden absolviert haben. Sie ist alle drat) und spritzwassergeschützt sein (Zeichen: Dreieck
zwei Jahre zu erneuern (weitere Information: GUV 0.3). mit Tropfen). Breitstraher sollen außerhalb der Arbeitsbe-
reiche aufgehängt werden.

3.1.7 Brandschutz 3.1 .8 4 Heizgeräte, Warmlufterzeuger


Abstand zu brennbaren Gegenständen muss eingehalten
An oder in der Nähe von Arbeitsplätzen dürfen entzünd- werden, für ausreichende Belüftung der Räume ist zu sor-
liche Stoffe nur in der Menge gelagert werden, die für gen (weitere Information: VBG 43).
den Fortgang der Arbeiten erforderlich ist. Entzündliche
und brennbare Stoffe müssen getrennt von Gasflaschen
oder Druckbehältern aufbewahrt werden. Feuer- und ex- 3.1.9 Umgang mit kraftbetriebenen
plosionsgefährdete Bereiche sind durch Hinweisschilder Baumaschinen
zu kennzeichnen. Mitarbeiter müssen in der Handha-
bung der Feuerlöscher unterwiesen sein (GUV 0.1, 5 3.1.9.1 Einsatz von Sicherungsposten
43). Bei allen unübersichtlichen Fahr- und Arbeitsbewegungen
Die BAU-Berufsgenossenschaft empfiehlt für Baustellen- von kraftbetriebenen Baumaschinen ist ein Sicherungs-
Tagesunterkünfte mit geringer Brandgefahr bis 5 0 m2 ei- posten (Einweiser) einzusetzen. Er muss mindestens 18
Unfallverhütung

Jahre alt, zuverlässig und körperlich geeignet sein. Vor beabsichtigtes Zurücklaufen der Last) müssen ja hrlich von
Aufnahme seiner Tätigkeit ist er seinerseits einzuweisen. einem Sachkundigen überprüft werden (GUV 4.2).
Der Sicherungsposten ist nur für Sicherung oder Einwei-
sung zuständig. Sein Standort ist so zu wählen, dass er
sich nicht gefährdet und den gesamten Fahr- und Ar- 3.1 .I0 Ladungssicherung
beitsbereich der Maschine überblickt. Er muss ständigen
Sichtkontakt mit dem Maschinenführer und eindeutige Jede Ladung ist so zu sichern, dass sie weder verrutschen
Signale mit ihm vereinbart haben. Im öffentlichen Ver- noch von der Ladefläche herabfallen kann (StVO). La-
kehrsbereich hat er Warn kleidung zu tragen (weitere In- dungssicherung kann durch Verzurren, Verkeilen oder
formationen: GUV 6 . 1 § 1 5 a (2)). Versperren erfolgen.
Beim Verladen von Arbeitsmaschinen sollte der Boden
3.1.9.2 Einsatz von Baggern keine Querneigung aufweisen. Auffa hrrampen müssen
Der Fahrer muss mindestens 18 Jahre alt und vom Gra- ausreichend tragfähig sein, der Belag soll rutschfest sein.
bungsleiter zum Führen des Baggers bestimmt sein. Er Das Fahrwerk der zu ladenden Maschine ist vor dem Ver-
muss die Betriebsanleitung kennen und sich mit der Be- laden von Schlamm oder Schnee zu reinigen. Beim Be-
dienung vertraut gemacht haben. fahren der Rampe darf sich niemand im Gefahrenbereich
Eine zweite Person darf auf der Maschine oder der Ar- hinter (Abrollbereich!) und neben der Rampe (Kippbe-
beitseinrichtung nur mitfahren, wenn ein zweiter Sitz vor- reich!) aufhalten. Beim Einsatz von Zugwinden oder
handen ist. Die Geschwindigkeit ist auf die Fahrbahn- Seilzügen muss der Gefahrenbereich gemieden werden.
verhältnisse (Unebenheiten, Eis, Schnee, Nässe) abzu- Die Feststellbremse der geladenen Maschine muss ange-
stimmen. Beim Verfahren ist die Arbeitseinrichtung zogen, bei mechanischen Getrieben der kleinste Gang
(Schaufel) am Boden zu halten. Nicht im Fahr- oder eingelegt werden. Eventuell vorhandenes Drehwerk ist
Schwenkbereich aufhalten! Begleitpersonen zum Führen durch Bremse oder Bolzen zu arretieren. Auch Zubehör
der Last müssen sich im Sichtbereich des Baggerführers und Anbauteile müssen in ihrer Lage gesichert werden.
aufhalten. Die Arbeitseinrichtungen - z.B. BaggerlöffeI, Schaufeln,
Lasten sind möglichst nicht über Personen hinweg zu Planierschilde oder Gabeln - sind auf der Ladefläche ab-
führen. Niemals unter die Arbeitseinrichtung (Ausleger, zusetzen.
Schaufel usw.) oder die gehobene Last treten. Minde- Beim Hinaufschieben von Hand muss das zu verladende
stens 0,5 m Sicherheitsabstand müssen zwischen den be- Gerät iederzeit gestoppt werden können. Behälter mit
wegten Teilen des Baggers und den festen Teilen der Um- 01, Diesel oder Benzin gegen Auslaufen sichern!
gebung eingehalten werden. Von Böschungs- und Bau-
grubenrändern ist 1 m Abstand einzuhalten.
Die zulässige Tragkraft des Gerätes darf nicht überschrit- 3.1 .1 1 Handmaschinen
ten werden. Schrägzug von Lasten ist unzulässig. Keine
festsitzenden Lasten losreißen. Am Hang ist die Last berg- Die Betriebsanleitung ist zu beachten. Bei Elektrogeräten
seitig zu führen. Lasten müssen so angeschlagen werden, dürfen nur schutzisolierte Geräte (Kennzeichen)und Ver-
dass sie sich nicht unbeabsichtigt lösen können. Nur si- längerungska bel der Sorte H07-RNF (oder gleichwerti-
chere Anschlagmittel verwenden! Weitere Information ge) verwendet werden (DlN VDE).
gibt die UVV Lastaufnahmeeinri~htun~en im Hebezeug-
betrieb, GUV 4.6". 3.1 . 1 1 . 1 Handbohrmaschinen
Bei Betriebsende ist die Arbeitseinrichtung abzusetzen. Beim Bohren spröder Werkstoffe in Augenhöhe und über
Bremsen und eventuell Unterlegkeile einsetzen. Der Zünd- dem Kopf sind Schutzbrillen vorgeschrieben. Zusatz-
schlüssel ist abzuziehen und das Fahrerhaus a bzu- handgriff beim Bohren benutzen.
schließen (DIN EN 474, GUV 3.50).
3.1 . 1 1.2 Handschleifmaschinen, Handtrennschleifma-
3.1.9.3 Lastenaufzüge schinen (Flex)
Aufzüge müssen standsicher und unverschieblich aufge- Nur der auszuführenden Arbeit entsprechende Scheiben
stellt werden. Die maximale Last hängt von der Fahr- dürfen eingesetzt werden. Die Drehzahl der Maschine
bahnneigung ab, deshalb ist auf die Belastungsangabe darf nicht höher als die zulässige Umdrehungszahl der
zu achten. Ein elektrisch betriebener Aufzug darf nur an Scheibe sein. Keine beschädigten Scheiben verwenden!
einen Baustromverteiler mit FI-Schutzschalter angeschlos- Die Schutzhaube der Schleifmaschine muss vollständig
sen werden. Das Lastseil ist regelmäßig auf sichtbare sein und fest sitzen. Beim Schleifen ist eine Schutzbrille zu
Mängel (z.B. Litzen-, Drahtbruch, Aufdoldungen, Knicke) tragen.
zu prüfen. Sicherheit~einrichtun~en (Lastmomentbegren- Trennscheiben dürfen nicht zum Seitenschleifen verwen-
Zer, Notendhalteeinrichtungen, Sicherungen gegen un- det werden. Zum Trennen muss das Werkstück sicher fi-
xiert werden. Bei längerer Arbeit mit der ,,FlexU ist Gehör- mit der Schienenspitze sägen, weil Rückschlaggefahr.
schutz zu verwenden (GUV 3.3, 23.2). Nach Gebrauch ist die Säge sofort auszuschalten
(DIN 38822, GUV 3.10).
3.1 . 1 1 .3 Handkreissäge
Bei Schnitttiefen von mehr als 18 mm muss die Hand-
kreissäge mit einem Spaltkeil ausgerüstet sein. Der Ab- 3.1.12 Handwerkzeuge
stand Spaltkeil zum Zahnkranz darf nicht mehr als 5 mm
betragen. Die Schnitttiefe ist richtig einzustellen: bei Voll- Werkzeuge nicht lose in der Tasche tragen. Sie dürfen
holz höchstens 10 mm mehr als Werkstückdicke. Die nicht zweckentfremdet werden, also keine Schrauben-
Schutzhaube muss verwendet werden (GUV 3.10). dreher als Meißel, keine Zange als Schraubenschlüssel
verwenden. Meißel müssen entgratet, Hammerköpfe un-
3.1 . 1 1.4 Handkettensägen lösbar mit dem Hammerstiel verbunden sein.
Der Benutzer muss mindestens 1 8 Jahre alt und in kör- Bei Ringschlüsseln ist die Abrutschgefa hr geringer als bei
perlich guter Verfassung sein. Besondere Erfahrung und i\naulschlüsseln.
Einweisung sind wichtig. Im Arbeitsbereich dürfen sich Feilen nur mit festsitzendem Heft verwenden. Zum Sägen,
keine weiteren Personen aufhalten. Feilen, Raspeln muss das Werkstück fest eingespannt
Beim Sägen sind Helm, Gehörschutz, Gesichtsschutz, oder rutschsicher aufgelegt werden. Die notwendige
Handschuh, Sicherheitsschuhe mit Schnittschutzeinlage Schutzausrüstung ist zu tragen.
und enganliegende Kleidung mit Schnittschutzeinlage im

~ Beinbereich zu tragen. Die Kettenzähne müssen scharf


sein, die Kette muss rundum am Schwert anliegen.
Beim Starten ist die Säge abzustützen, da bei darf die Ket-
3.1 .13 Prüfungen
~
I

I
te den Boden nicht berühren. Stets mit beiden Händen sä- Hier die Prüffristen von gebräuchlichen Einrichtungen,
I gen! Im Leerlauf darf sich die Kette nicht mitdrehen. Nicht Maschinen und Geräten:

Einrichtung Vorschrift ErstPrüfung Wiederkehrende Prüfung

Winden,Hub-undzuggeräte GUV4.2 SK jährlich und bei Bedarf durch SK

Elektrische Anlagen GUV 2 . 1 0 EK


I
Ortsfest EK (alle 4 Jahre)
Ortsveränderlich EK oder Unterwiesener
Fehlerstromschutzschalter monatlich durch EK oder Unterwiesener
(Gesamtprüfung)
Funktionsprüfung täglich durch Mitarbeiter

Erdbaumaschinen GUV 3.5 SK jährlich und bei Bedarf durch SK,


tägliche Sichtprüfung durch Benutzer

Feuerlöscher GUV 10.10 SK alle 2 Jahre durch SK

Flüssiggasverbrauchsanlage GUV 9.7 SK


Ortsfest alle 4 Jahre durch SK
Ortsveränderl ich alle 2 Jahre durch SK
und nach Reparaturen

Lastaufnahmemittel GUV 4 . 6 SK jährlich und bei Bedarf durch SK

Leitern und Tritte GUV 6 . 4 SK regelmäßige Prüfung durch Benutzer


--

Abkürzungen: SK = Sachkundiger, EK = Elektrofachkraft


Unfallverhütung 3.1

3.1 .14 ~esondereGefahren auf speziellen sorgungskabel der Elektrizitätswerke und in 1 m bis
Grabungsorten 1 ,2 m Tiefe Gasversorgungsleitungenvorkommen. Etwa
1,2 m tief liegen Fernwärmeversorgungssysteme. Ab
3.1 .14.1 Arbeiten im Gleisbereich 1,3 m Tiefe werden Trink- und Abwasserleitungen ver-
Der Bahnbetreiber soll die Grabungsarbeiter über Ge- legt.
fahren im Gleisbereich unterweisen und Sicherungsmaß- Nur bis Ca. 0,5 m oberhalb verlegter Kabel und Leitun-
nahmen gegen Bahnbetriebsgefahren festlegen. gen ist maschineller Aushub zum Freilegen der Leitungen
Bei laufendem Bahnbetrieb dürfen Arbeiten im Gleisbe- erlaubt. Da die Normverlegetiefe nicht immer eingehal-
reich nur unter Aufsicht eines Sicherungspostens durch- ten werden kann, muss der maschinelle Aushub von einer
geführt werden. Er muss besonders geschult sein und sei- Fachperson überwacht werden. Werden Kabelabdeck-
ne Eignung nachgewiesen haben (VBG 380). platten bzw. Trassenwarnbänder sichtbar, darf nur noch
von Hand weitergegra ben werden.
3.1 .14.2 Baggerarbeiten in der Nähe elektrischer Frei- Der Verlauf aufgefundener Leitungen muss eindeutig ge-
leitungen kennzeichnet werden, z.B. durch Einstreuen, Abflocken,
Bei Baggerarbeiten ist ein Sicherheitsabstand von 1 m Warnband oder Abschrankung . Schutzstreifen von 1 m
(bei 1000 Volt) bis zu 5 m (über 2 2 0 KV bis 3 8 0 KV) zu in Längsachse abgrenzen! Stößt man auf Kabel und Lei-
elektrischen Freileitungen einzuhalten. tungen, die nicht in den Plänen verzeichnet sind, müssen
Beim Berühren elektrischer Leitungen mit dem Ausleger ist unverzüglich die Leitungsbetreiber verständigt werden.
der Bagger aus dem Gefahrenbereich zu bringen. Ist Vorsicht bei stillgelegten Gasleitungen, da noch Gas vor-
dies unmöglich, darf der Führerstand nicht verlassen wer- handen sein kann (ggf. ausblasen). Alte Stromleitungen
den. AuOenstehende auffordern, Abstand zu halten! Ver- prüfen lassen, ob sie spannungsfrei sind. Achtung bei Lei-
anlassen, dass der Strom abgeschaltet wird (GUV 3.5). tungen in der Nähe tiefer Baugruben, da Leitungsbruch
durch Setzungen möglich ist.
3.1 .14.3 Grabungen in stehenden Gebäuden Schachtdeckel, Schieber-Anschlüsse, Armaturen und
Bei Grabungen in stehenden Gebäuden und in dicht be- Markierungen müssen immer zugänglich und sichtbar
bauten Ortskernen ist es sinnvoll, in engem Kontakt mit bleiben. Kein Gerät und Material, keine Fahrzeuge und
dem ieweiligen Bauleiter die geplanten Maßna hmen ab- Baustoffe darauf absetzen!
zusprechen. Notfalls ist ein Statiker heranzuziehen. Wird der Außenmantel einer Leitung beschädigt, unbe-
Um Abgasbelastungen bei Grabungen in geschlossenen dingt den Notdienst des Betreibers anfordern. Niemals
Räumen zu vermeiden, sollten elektrisch betriebene Gerä- selbst - z. B. mit Isolierband - reparieren!
te benutzt werden. Ansonsten ist auf ausreichende Durch- Bei Beschädigungen von Gasleitungen, Feuerwehr und
üftung zu achten. Polizei alarmieren. Feuer und Funkenbildung vermeiden.
Aufgrabungsstelle von Schaulustigen (Rauchern!)räumen
3.1 .14.4 Abbrucharbeiten (weitere Informationen: DlN 1 998, GUV 6.1).
Abbrucharbeiten dürfen nur von Fachbetrieben und dafür
ausgebildetem Personal durchgeführt werden (GUV 6.1 ). 3.1 .14.7 Arbeiten in Gräben
Die mindeste Arbeitsraumbreite in Gräben muss 0,5 m
3.1 1 4 . 5 Unterfangungen betragen. Der Schutzstreifen vor dem Graben muss min-
Fundamente müssen immer dann unterfangen werden, destens 0,6 m breit sein. Bei Grabentiefen bis 0,8 m
wenn Grabungen tiefer gründen als die bestehenden genügt ein unbelasteter Schutzstreifen auf einer Seite
Nachbargebäude. Hierbei sind Statiker und Fachfirmen (GUV 6.1 ).
erforderlich. Eventuell Fotos, Gipsmarken, Nivellement
0.ä. für die Beweissicherung erstellen. (Weitere Informa-
tion: DIN 4 l 23). 3.1.15 Grabenböschung

3.1 .14.6 Arbeiten im Bereich erdverlegter Leitungen Erdwände müssen ab 1 / 2 5 m Tiefe abgeböscht oder
Vor Baubeginn sind Informationen über Lage der Leitun- verbaut werden. In steifen, bindigen Böden sowie bei
gen von den Leitungsbetreibern einzuholen. Das geplan- Fes darf bis 1 / 7 5 m Tiefe ausgehoben werden, wenn
te Aufgra bungsfenster muss mit diesen Leitungsplanenver- der mehr als 1/25 m über der Sohle liegende Bereich un-
glichen werden. Bei vermuteten Schwierigkeiten werden ter einem Winkel von 45" abgeböscht oder teilverbaut
die Zuständigen der Leitungsbetreiber ,,vor Ort" einberu- wird. Nicht verbaute Baugruben mit über 1 / 2 5 m bzw.
fen. 1/75 m Tiefe müssen mit abgeböschten Wänden verse-
Ortungsgeräte erleichtern die Suche nach Erdkabeln. In hen werden.
0,5 m bis 0,8 m Tiefe können Fernmelde- und Breit- Ohne rechnerischen Nachweis dürfen folgende Bö-
bandkabel der Telekom, in 0 , 7 m bis 1 ,2 m Tiefe Ver- schungswinkel nicht überschritten werden:
- bis zu 45" bei nicht bindigem oder weichem bindigem Ein Haltegurt wird verwendet, wenn der Benutzer nur ge-
Boden (Mutterboden, Sand, Kiesel) halten oder gegen Abrutschen gesichert werden soll. Mit
- bis 60" bei steifem oder halbfestem bindigem Boden Auffanggurten wird gegen Absturz gesichert. Auffang-
(Lehm, Mergel, fester Ton, Böden mit festem Zusammen- und Haltegurte dürfen nur mit Falldämpfern verwendet
hang) werden!
- bis zu 80" bei Fels Als Verbind~n~smittel zwischen Gurt und Anschlagpunkt
Die Böschungsneig~n~en sind zu verringern, wenn be- muss ein Sicherheitsseil verwendet werden. Es muss straff
sondere Einflüsse die Standsicherheit gefährden gehalten werden, was ein Höhensicherungsgerät auto-
(z.B Störungen im Bodengefüge, Auffüllungen, Witte- matisch besorgt (GUV 1 0.4).
rungseinfIüsse).
Zur Sicherung gegen Oberflächenwasser (Regen) und
Austrocknung empfiehlt es sich, Böschungen mit Folien 3.1.17 Gerüste
oder Planen abzudecken.
Bei unterschiedlichen Bodenschichten kann es notwendig Kleingerüste sind nach der Betriebsanleitung des Herstel-
sein, dass der Böschungswinkel entsprechend dem Bo- lers zu verwenden. Die zulässige Belastung beachten! Ab
den mit der geringsten Standfestigkeit angelegt wird. Ein 2 m Höhe muss ein dreiteiliger Seitenschutz vorhanden
rechnerischer Nachweis ist z. B. erforderlich, wenn die sein, ab 0,6 m Belaghöhe ein Aufstieg. Fahrrollen müssen
Böschung höher als 5 m oder steiler als nach den oben mit einem Bremshebel versehen sein (DIN4420, 4422).
beschriebenen Vorgaben angelegt werden soll (weitere
Information: DIN 41 24).
3.1.1 8 Leitern
3.1 .15.1 Gra benverbau
Kann nicht gemäß den Angaben in Kapitel 1 5 gearbei- Nach GUV 6.4 gilt, dass Leitern mindestens 1 m über die
tet werden, müssen Gräben so verbaut werden, dass die oberste Austrittsstelle hinausragen müssen. Sie dürfen
gesamte Wandhöhe abgestützt und zusätzlich die nicht behelfsmäßig verlängert werden. Keine schadhaf-
Geländeoberfläche um 5 cm überragt wird. Der Verbau ten Leitern benutzen! Auf Leitern darf nur leichtes Werk-
muss dicht (ohne Lücken und Zwischenfugen) sein und zeug und wenig Material (ca. 1 0 kg) mitgenommen wer-
einwandfrei hinterfüllt werden. Der Normverbau muss den. Im Verkehrsbereich sind Leitern durch Absperrung
DIN 41 2 4 entsprechen oder gemäß einer statischen Be- oder Kennzeichnung zu sichern.
rechnung ausgeführt werden (Fachfirma beauftragen). Beim Begehen oder beim Aufsteigen soll der Körper-
schwerpunkt immer zwischen den Holmen liegen. Mit
beiden Füßen auf den Sprossen stehen.
3.1 -16 Absturzsicherung
3.1 .1 8.1 Besonderheiten bei Anlegeleitern
Eine Absturzsicherung ist besonders bei mehr als 1 m Von Anlegeeitern aus dürfen nur Arbeiten geringen Um-
Höhe an freiliegenden Treppen, Wandöffnungen und fangs ausgeführt werden. Der Standplatz auf der Leiter
Bedienungsständen von Maschinen sowie allen übrigen darf nicht mehr als 7 m über der Aufstellfläche liegen. Der
Arbeitsplätzen und Verkehrswegen bei mehr als 2 m Ab- Anstellwinkel soll etwa 70" betragen. Kann der Fußpunkt
sturzhöhe erforderlich. nicht gesichert werden, muss ein Helfer die Leiter sichern.
An Arbeitsplätzen und Verkehrswegen auf Flächen mit Anlegeleitern dürfen nicht als Auflager für Gerüstteile
weniger als 20" Neigung kann auf Seitenschutz ver- oder Laufstege verwendet werden.
zichtet werden, wenn in mindestens 2 m Abstand von der
Absturzkante eine feste Absperrung (Geländer, Kette, 3.1 .1 8.2 Besonderheiten bei Stehleitern
Seil, jedoch keine Flatterleine) angebracht ist. Stehleitern dürfen nicht als Anlegeeitern benutzt werden.
Können Seitenschutz oder andere A~ffangeinrichtun~en An beiden Holmseiten ist eine Spreizsicher~n~ durch
nicht angebracht werden, müssen die Beschäftigten Si- Spannketten oder Gurte erforderlich. Die oberen Hol-
cherheitsgeschirr benutzen (GUV 0.1 , GUV 6.1 ). menden dürfen nicht gegeneinander drücken. Die ober-
ste Sprosse bzw. Stufe darf nicht betreten werden.
3.1 .16.1 Sicherheitsgeschirr
Nur geprüftes Sicherheitsgeschirr (Halte-oder Auffanggurt, 3.1 .1 8.3 Besonderheiten bei Behelfsgerüsten aus Steh-
Verbindungsmittel, Falldämpfer, Seilkürzer) anlegen! Die leitern
Gebrauchsanweisung des Herstellers muss dem Anwen- Behelfsgerüste aus Stehleitern sind nur für Arbeiten gerin-
der bekannt sein, außerdem hat er das Geschirr vor jedem gen Umfangs gestattet und dürfen nur von einer Person
Gebrauch zu prüfen. Darüber hinaus ist es einmal iährlich gleichzeitig benutzt werden. Die zulässige Belastung be-
von einem Sachkundigen auf Schäden zu untersuchen. trägt maximal 1 00 kg.
Unfallverhütung

Den Gerüstbelag waagerecht und höchstens auf den fä hige Atmosphäre zu verhindern. Eventuell den Gasan-
drittobersten Sprossen auflegen. Belagoberkante maxi- teil in der Luft messen. Die Anwesenheit einer zweiten Per-
mal 2 m über dem Boden. Bohlenbreite mindestens son ist erforderlich. Ein Feuerlöscher ist bereitzuhalten.
0,28 m. Die Bohlendicke - mindestens 0,04 m - ist von
der Stützweite abhängig. - Auf Wirksamkeit der Spreiz- 3.1 1 9 . 4 Flüssiggas für Bauwagen
sicherung achten! Wärmestrahler (offene Heizgeräte) nur kurzfristig ver-
wenden und kippsicher aufstellen.
Abgase müssen abgeleitet werden, ausreichende Zuluft
3.1 .19 Flüssiggas ist zu gewährleisten. Als Dauerheizung nur Außenwand-
öfen benutzen, die unabhängig von der Raumluft bren-
Flüssiggas ist gemäß GUV 9 . 7 ein brennbares Gemisch nen. Flüssiggasflaschen von Außenwandöfen nur außer-
aus Propan mit geringem Butananteil, das unter Druck in halb der Unterkunft in belüfteten und von außen zugäng-
Fl~ssi~gasflaschen aufbewahrt wird. Es ist schwerer als lichen Kästen oder Schränken aufstellen.
Luft und kann sich deshalb in Vertiefungen ansammeln. Die lnstallation und Prüfung einer Verbrauchsanlage für
Ein Gasanteil von mehr als zwei Prozent in der Luft kann Bauwagen darf nur eine Fachkraft durchführen.
bereits zur Explosion führen.
3.1 1 9.5 Lagerung von Flüssiggasflaschen
3.1 1 9.1 Sicherheitseinrichtungen Unzulässig ist die Lagerung in Raumen unter Erdgleiche
Flüssiggasflaschen müssen mit Ventilschutzkappe und Si- sowie in Treppenhäusern, Fluren, engen Höfen, Durch-
cherheitsventil ausgestattet sein. Verbrauchsanlagen, die gängen, Garagen und Arbeitsräumen. Flaschen nie in
aus Behältern von mehr als 1 I Inhalt versorgt werden, er- der Nähe starker Heizquellen aufbewahren (Gefahr des
fordern die Verwendung eines Druckreglers (d.h. Flaschenzerknalls); in Lagerräumen dürfen sie nicht mit
Schlauch mit Druckklasse 6 oder 3 0 wird nicht unter di- Stoffen wie brennbaren Flüssigkeiten oder Holz gelagert
rektem Flaschendruck an das Flaschenventil angeschlos- werden.
sen) und bei mehr als 0,4 m Schlauchlänge eine Leckgas- Durch Sicherheitsabstand zwischen Gasflaschen und an-
oder Schlauchbruchsicherung. deren Anlagen, Gebäuden oder Einrichtungen sollen ge-
Unter Erdgleiche ist eine Leckgassicherung mit doppel- fährliche Einwirkungen verhindert werden, insbesondere
wandigem Schlauch oder ein Druckregler mit integrierter Erwärmung der Behälter. Bei Freilagerung sind 5 m ein-
Dichtigkeitsprüfung und Schlauchbruchsicherung erfor- zuhalten.
derlich. Hochdruckschläuche (orange, Druckklasse 30, Druckgasflaschen möglichst nicht in Raumen auf Vorrat la-
Länge maximal 8 m) sind Vorschrift. gern, da bauliche Anforderungen an die Lagerung erfüllt
werden müssen. Einzelheiten über die Lagerung sind in
3.1 .19.2 Umgang mit Flüssiggasflaschen der technischen Regel über Druckbehälter, TRG 280,
Flaschen standsicher aufstellen und gegen mechanische nachzulesen.
Beschädigungen schützen. Bei Arbeiten in geschlosse-
nen Räumen gut lüften (Vergiftungs- und Explosionsge-
fahr). 3.1.20 Umgang mit Gefahrstoffen
Der Schutzbereich ist der Bereich um Druckgasbehälter,
in dem das Auftreten von Gas oder Gas/Luft-Gemischen Die Bezeichnungen auf den Stoffgebinden sind zu be-
nicht ausgeschlossen werden kann, z. B. beim Anschlie- achten. Gefährliche Stoffe sind so aufzubewahren, dass
ßen oder Lösen von Leit~n~sverbindungen. Für ortsbe- sie Gesundheit und Umwelt nicht gefährden. Beim Um-
wegliche Flaschen gelten folgende Schutzbereiche: füllen von Originagebinden in andere Behälter müssen
im Freien: 0,5 m über und 1 m Radius um die Flasche diese wie das Originalgebinde gekennzeichnet sein.
in Räumen: 1 m über und 2 m Radius um die Flasche Beim Umgang mit Gefa hrstoffen nicht essen, rauchen
Bei ortsfesten Behältern beträgt der Schutzbereich 5 m. oder trinken! Nie Trin kgefäße, Getränkeflaschen oder
Deshalb Warnschild aufstellen: Flüssiggasanlage: Feuer Ahnliches für Säuren und Laugen verwenden!Jugendliche
und Rauchen im Umkreis von 5 m vom Behälter verboten! dürfen mit Gefahrstoffen nur umgehen, wenn sie von ei-
Im Schutzbereich darf keine Bodenvertiefung, Zündquel- nem Fachkundigen beaufsichtigt werden (GefStoffV,
le, brennbares Material und offenes Feuer vorhanden GUV 0.1 ) .
sein!
Flaschen nach Gebrauch immer am Ventil schließen und
dieses mit Schutzkappe sichern. 3.1.2 1 Umgang mit brennbaren Flüssigkeiten

3.1 .19.3 Einsatz unter Erdgleiche Der Umgang mit Feuer, glühenden Gegenständen oder
Für ausreichende Belüftung sorgen, um eine explosions- offenem Licht sowie das Rauchen ist in der Nähe brenn-
barer Flüssigkeiten verboten. Unzulässig ist ihre Lagerung Beim Atemschutz unterscheidet man ie nach Wirkungs-
in Treppenhäusern, Fluren, engen Höfen, Durchgängen, weise Filtergeräte (Partikelfilter, Voll- oder Halbmaske),
Dächern von Gebäuden, Garagen und Arbeitsräumen. die von der Umgebungsatmosphäre abhängen, und Iso-
Brennbare Flüssigkeit möglichst nur für den täglichen Ar- liergeräte, die davon unabhängig sind.
beitsgebrauch lagern, da bauliche Anforderungen an die Partikelfiter (FFP2)zum Schutz gegen gesundheitsschädi-
Raumlagerung erfüllt werden müssen. Einzelheiten über gende feste und flüssige Partikel (Staub, Rauch oder Ne-
die Lagerung sind in den technischen Regeln über brenn- bel, iedoch nicht Gase oder Dämpfe) sollten auf einer
bare Flüssigkeifen, TRbF, nachzulesen. Grabung vorhanden sein (GUV 20.14).

3.1.22.5 Handschutz
3.1.22 Persönliche Schutzausrüstung Schutzhandschuhe sind zu tragen, wenn Hand- und Haut-
verletzungen oder Hautkontakt mit Gefahrstoffen und Zu-
Persönliche Schutzausrüstungen sind zu tragen, wenn bereitungen unvermeidbar sind. Handschuhe dürfen bei
durch betriebliche Maßnahmen Unfall- oder Gesund- Arbeiten an Maschinen mit rotierenden Teilen wie Kreis-
heitsgefahren nicht ausgeschlossen werden können. säge, Bohrmaschine, Winkelschleifer nicht benutzt wer-
den (GUV 20.1 7).
3.1.22.1 Kopfschutz
Ist auf einer Grabung mit Verletzungen durch Anstoßen 3.1.22.6 Hautschutz
oder durch pendelnde, herabfallende, umfallende oder Falls keine Schutzhandschuhe verwendet werden kön-
wegfliegende Gegenstände zu rechnen, sind Schutzhel- nen, tritt Hautschutz in Kraft. Dazu gehören Vorbehand-
me zu tragen. Sie müssen das CE-Zeichen und Herstel- lung mit Hautschutzmitteln sowie Reinigung und Pflege
lungsia hr aufweisen. nach Beendigung der Arbeit. Vor Beginn einer Tätigkeit
Beschädigte Helme sowie Thermoplasthelme, die iahre- mit schädlichen Stoffen muss die saubere Haut eingerie-
langer UV-Strahlung ausgesetzt waren und dadurch sprö- ben werden: mit wasserlöslichen Mitteln - Wasser-in-Ol-
de geworden sind, müssen ausgemustert werden (GUV Emulsionen zum Schutz gegen Säuren oder Laugen -
20.1 5). oder wasserunlöslichen Mitteln - OI-in-Wasser-Emulsio-
nen zum Schutz gegen Ole, Kaltreiniger, Fette. Dies er-
3.1.22.2 Gehörschutz leichtert auch die spätere Reinigung (GUV 50.0.1 1 ) .
Ab einem Beurteilungspegelvon 90 dB(A)muss ieder Be-
schäftigte Gehörschutzkapsel oder -stöpsel tragen. Eine Hautreinigung
Kreissäge oder ein Winkelschleifer haben z.B. 9 5 bis Schmutz und unsichtbare Schadstoffe müssen durch
105 dB(A). Kapselgehörschützer sind den Stöpseln vor- gründliches Händewaschen mit möglichst schonenden
ziehen, wenn häufiges Auf- und Absetzen des Gehör- Mitteln (rückfettende Seifen) sowie reichliches Abspülen
schutzes erforderlich ist, wenn Gehörschut~stö~sel nicht von der Haut entfernt werden. Bei sehr starker Verschmut-
vertragen werden oder der Gehörgang entzündet ist. zung sollten zur Reinigung nur reizlose Handwaschpa-
Gehörschutzstöpsel sind empfehlenswert, wenn lange im sten (Bimsmeh oder Kaolin) verwendet werden. Benzin,
Lärmbereich gearbeitet wird, ferner bei starker Schweiß- Terpentin, Trichlorethylen, Petroleum, Schmieröle, schar-
bildung unter Ka pselgehörschützern oder bei gleichzeiti- fe alkalische Waschmittel führen bei dauernder Vervven-
gem Tragen von Brille/Schutzbrille und Gehörschützern dung zu Hautschäden.
(GUV 20.33).
Hautpflege
3.1.22.3 Augen und Gesichtsschutz Nach jedem Waschen ist die Haut mit Schutzsalben ein-
Bei wegfliegenden Teilen oder Strahlungen sind die Au- zucremen, damit ihr Fett und Feuchtigkeit zurückgegeben
gen bzw. das Gesicht durch Schutzbrille oder Gesichts- werden.
schutzschild sowie schirm entsprechend zu schützen
(GUV 20.1 3). 3.1.22.7 Fußschutz
Bei Gra bungsarbeiten müssen alle Beschäftigten (auch
3.1.22.4 Atemschutz Zeichner oder Gerätefahrer) festes Schuhwerk tragen,
Kann die Atemluft nicht durch technische Maßnahmen das profilierte Sohlen und geringes Wasseraufnahme-
(Absaugung)verbessert werden, muss Atemschutz getra- vermögen haben sollte. Fußschutz mit Zehenschutzkappe
gen werden. Das gilt auch beim Umgang mit gefährli- ist Vorschrift, wenn die Gefahr von Verletzungen durch
chen Arbeitsstoffen und wenn gesundheitsgefährdender Stoßen, Einklemmen, umfallende, herabfallende oder ab-
Staub (z.B. mineralischer Feinstaub) entsteht, ebenso bei rollende Gegenstände besteht (GUV 20.1 6).
Schadgasen (z.B. Schwefelwasserstoff, Kohlenmonoxid)
oder Rauchentwicklung.
Unfallverhütung 3.1

- Literatur
Wetterschutzkleidung ist zu tragen, wenn bei Arbeiten im
Freien aufgrund der Witterung Gesundheitsgefahren be- An die Stelle von ,,8.Gesetze, Sicherheit" im Anhang zu die-
sem Werk treten folgende aktuelle Angaben:
stehen und der Arbeitsplatz nicht wetterfest gemacht wer-
Beuth Verlag GmbH, Berlin. DIN-Normen, VDE-Bestimmungen.
den kann. Hierzu zählt auch Regenbekleidung (Über- Bundesverband der Unfall~ersicherungsträ~er der öffentlichen
ziehlacke, -mantel, -hose und Schutzgummistiefel) (GUV Hand (BAGUV),München. GUV-Vorschriften.
20.1 9). Hauptverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften
(HVBG),Sankt Augustin. VBG-Vorschriften.
3.1 2 2 9 Warnkleidung Bundesgesetzblatt. Verordnung über Arbeitsstätten (ArbStättV).
Bundesgesetzblait. Verordnung über gefährliche Stoffe (Ge-
Warnkleidung muss bei Arbeiten im Bereich von Gleisen
fa hrstoffverordnung-GefStoffV).
und auf öffentlichen Straßen im Gefahrenbereich des
fließenden Verkehrs, bei Einweisertätigkeit im Baustellen-
verkehr, bei Vermessungstätigkeiten im öffentlichen
Straßenverkehr und immer dann getragen werden, wenn
frühzeitiges Erkennen einer Person notwendig ist. In je-
dem Dienstfahrzeug muss eine Warnweste mitgeführt
werden (StVO, GUV 25.1 ).

Dip1.-lng. Michael Stapke


Gesellschaft für Arbeitsmedizin mbH,
Niederlassung Neckar-Enz
Industriestraße 76c
754 1 7 Mühlacker