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Gottesmutter Tricheirousa

Die Gottesmutter Tricheirousa, die ‚Dreihändige‘, ist eine Ikone


der Maria, der Mutter Jesu. Sie befindet sich in dem serbisch-
orthodoxen Kloster Hilandar auf dem Berg Athos in Griechenland
und zählt zu den wichtigsten Ikonen der serbisch-orthodoxen Kirche.

Inhaltsverzeichnis
Namensgebung
Beschreibung und Entstehung
Ikonentyp
Legenden
Nachfolge
Literatur
Einzelnachweise

Namensgebung
Die Gottesmutter Tricheirousa (deutsch auch manchmal Gottesmutter Tricheirousa von den drei Händen,
14. Jh., Kloster Hilandar, Athos
Gottesmutter Tricherousai geschrieben) ist nach ihrer griechischen
Bezeichnung Panagia i Tricherousa, die Allheilige Jungfrau von den
drei Händen (griechisch Παναγία η Τριχερούσα) benannt. Die dritte Hand ist eine Votivgabe, die Abbildung einer Hand, die dem
Bild als Dank gestiftet und hinzugefügt wurde.

In der serbischen Sprache wird die Ikone als Bogorodica Trojeručica bezeichnet.

Beschreibung und Entstehung


Die doppelseitige Ikone zeigt auf der Vorderseite das Bild der Gottesmutter mit dem Jesuskind auf dem rechten Arm. Anfang des 20.
Jahrhunderts wurde ein Silberüberfang (Oklad) hinzugefügt, der nur Gesichter und Hände der beiden Figuren freilässt. Auf der
Rückseite der Ikone befindet sich ein Bild des HeiligenNikolaus von Myra.

In ihrer heutigen, übermalten Fassung stammt die 94 × 67 cm messende Holzikone wohl aus der Mitte des 14. Jahrhunderts. Manche
[1]
Experten vermuten auch, dass es sich bei der heutigen Ikone um eine Kopie aus dem 18. Jahrhundert handeln könnte.

Die Darstellung der Dritten Hand findet sich heute in der linken unteren Ecke der Ikone. Bei älteren Kopien der Ikone war sie
dagegen etwas rechts von der Mitte angenagelt.

Der Legende nach soll die Ikone aus Damaskus stammen und über Jerusalem im 13. Jahrhundert nach Serbien gebracht worden sein.
gestellt wurde.[1]
Kunsthistorische Untersuchungen deuten aber darauf hin, dass die Ikone serbischen Ursprungs ist und in Skopje her

Wahrscheinlich wurde sie zum Ende des 14. Jahrhunderts nach der Eroberung von Skopje durch das Osmanische Reich und das
Vordringen des Islam in der Region auf den Berg Athos in Griechenland übertragen.
Ikonentyp
Die Ikone der Gottesmutter Tricheirousa gehört nach der Art ihrer Darstellung der Maria zum byzantinischen Typus der
Dexiokratousa, da die Gottesmutter das Jesuskind mit ihrem rechten Arm hält. Dies unterscheidet sie vom Typus der Hodegetria, bei
dem das Kind auf dem linken Arm gezeigt wird.

Legenden
Wie auch bei zahlreichen anderen berühmten Ikonen ranken sich um die bei den Gläubigen als wundertätig geltende Ikone der
Gottesmutter Tricheirousa zahlreiche Legenden. Diese sind erst seit dem späten 17. Jahrhundert schriftlich überliefert.

Die Legenden berichten, dass die Ikone auf den Rücken eines Esels gebunden zum Athos gebracht wurde.

Der Legende nach wurde die Votivhand von Johannes von Damaskus der Ikone hinzugefügt. Dieser berühmte Theologe und
Kirchenvater aus dem 8. Jahrhundert soll vor der Ikone gebetet haben und seine vom Kalifen (oder nach einer anderen Version von
einem ikonoklastischen Kaiser) abgehackte Hand sei wieder angewachsen.

Andere Legende berichten, dass die die ursprünglich für Prozessionen genutzte Ikone immer wieder wundersamer Weise vom Altar
an den Platz des Abts (Igoumenos) gewandert sei. Schließlich wurde die Ikone als Abt akzeptiert. Dies reflektierte sich in den
Reformen im Kloster Hilandar, das zu einer idiorhythmischen Organisationsform überging, bei der die Mönche ohne Abt getrennt
leben und sich nur zum Gottesdienst versammeln.

Nachfolge
Seit dem 14. Jahrhundert gibt es vor allem in Serbien Mariendarstellungen, die sich an die Ikone der Gottesmutter Tricheirousa
anlehnen:

Es finden sich Fresken einerDreihändigen in der Dorfkirche von Karan im heutigenSerbien und in Skopje in der
heutigen Republik Mazedonien.
[2]
Eine Kopie der Ikone wurde im 17. Jahrhundert nach Russland gebracht und wurde dort häufig wiederum kopiert.
Eine Kopie der Ikone befindet sich in derGriechisch-orthodoxen Kirchein Wiesbaden-Biebrich.
Abbildungen der Ikone fanden auch alsKupferstiche und als auf Papier gedruckte sogenannte Druckikonen V
erbreitung:

1816 fertigte der Hilandar-Mönch Pawel der Bulgare die erste Druckikone.
Auf zwei Stichen aus den Jahren 1817 und 1818 wurde die rTicheirousa als zentrales Motiv mit den Heiligen Sava
und Simeon Nemanja festgehalten.

Gottesmutter Gottesmutter Gottesmutter


Tricheirousa, Tricheirousa, Tricheirousa,
Original 14. Jahrhundert Kopie 19. Jahrhundert Kopie im Kloster Troyan,
im Kloster Hilandar, Bulgarien
Griechenland

Literatur
Ivan Bentchev: Die ‚Dreihändige‘ Gottesmutterikone im Hilandar -Kloster auf Athos. In: Hermeneia. Zeitschrift für
ostkirchliche Kunst 1, Bochum 1993, S. 46–52.
Bojan Miljković: The history about the miraculous icons of the Hilandar Monastery. In: Zograf Nr. 31 (2006–2007),
doi:10.2298/ZOG0731219M, S. 219–228.

Einzelnachweise
1. Bojan Miljković: The history about the miraculous icons of the Hilandar Monastery
. In: Zograf Nr. 31 (2006–2007),
doi:10.2298/ZOG0731219M(https://dx.doi.org/10.2298%2FZOG0731219M) , S. 219–228.
2. Mother of God Three-handed(https://web.archive.org/web/20131015025409/http://ikoncopies.com/en/threehanded.h
tml) (Memento vom 15. Oktober 2013 imInternet Archive)

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Diese Seite wurde zuletzt am 9. Juni 2017 um 23:19 Uhr bearbeitet.

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