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Leitfaden

KEIN ASYLANTENHEIM IN
MEINER NACHBARSCHAFT!
Wie be- bzw. verhindere ich die Errichtung
eines Asylantenheims in meiner Nachbarschaft

- Stand 08/2015 -

Der III. Weg


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AGENDA:


1. Allgemeines

2. Folgen eines Asylantenheims in der Nachbarschaft für die heimische


Bevölkerung

3. Wie organisiere ich den Protest?


1. Gründung einer Bürgerinitiative
2. Internetseite und/oder Facebookseite einrichten
3. Unterschriftenaktion starten
4. Flugblätter verteilen
5. Kundgebungen/Demonstrationen organisieren
6. Bürgerinformationsveranstaltungen besuchen
7. Leserbriefe schreiben
8. Jede Straftat anzeigen, Ordnungswidrigkeiten melden
9. Vernetzung von Anti-Asyl-Initiativen vorantreiben

4. Rechtsmittel gegen Asylantenheime


1. Die Anwohner bzw. Nachbarn eines solchen Heims haben die folgenden
Rechtsmittel
2. Die Mitbewerber eines Bauunternehmers - nicht die Anwohner bzw.
Nachbarn - haben die folgenden Rechte
3. Sonstige Klagen (Gemeinde gegen Kreis)

5. Juristische Unterstützung

6. Urteile

Mit dem Leitfaden „Keine Asylantenheime in meiner Nachbarschaft!“


möchten wir Anwohnern, in deren Umfeld ein Asylantenheim errichtet werden soll,
eine Hilfestellung zur Be- bzw. Verhinderung dieses Vorhabens zur Hand reichen.
Neben der Fragestellung „Wie organisiere ich den Protest“ werden in diesem Leitfaden
auch verschiedene juristische Möglichkeiten zur Verhinderung der Errichtung eines
Asylantenheims erörtert.

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1. ALLGEMEINES

Das Grundrecht auf Asyl gewährt Menschen Schutz, die politisch


verfolgt sind. Sie können befristet oder unbegrenzt in
Deutschland bleiben. Als politisch verfolgt gilt, wer gezielten und
intensiven ausgrenzenden Rechtsverletzungen ausgesetzt war
und aus diesem Grund gezwungen war, sein Heimatland zu
verlassen und im Ausland Schutz zu suchen. Die Verfolgung
muss im direkten Zusammenhang mit der eigenen Rasse,
Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder politischen
Überzeugung stehen. Allgemeine Notsituationen wie eine Hungersnot oder Umweltkatastrophen
werden nicht als Asyl- oder Fluchtgrund anerkannt. Wird Asyl in der BRD beantragt, muss die
Verfolgung im Herkunftsland vom Staat ausgehen oder ihm zuzurechnen sein.

Wird jemand nach dem Grundgesetz als asylberechtigt oder nach der Genfer Flüchtlingskonvention
als sogenannter Konventionsflüchtling anerkannt, erhält er oder sie ein Aufenthaltsrecht für zunächst
drei Jahre. Danach wird noch einmal geprüft, ob sich die Verhältnisse im Fluchtland so geändert
haben, dass eine Rückkehr möglich wäre. Ist dies der Fall kann eine Anerkennung als
Asylberechtigter oder Konventionsflüchtling widerrufen werden. Auch ein späterer Widerruf ist
möglich, wenn sich die Verhältnisse ändern.

Jedes Bundesland ist nach dem Asylverfahrensgesetz und dem Aufenthaltsgesetz verpflichtet, anteilig
die im Bundesgebiet um Asyl suchenden oder unerlaubt eingereisten ausländischen
Staatsangehörigen aufzunehmen. Die Asylsuchenden und unerlaubt eingereisten ausländischen
Staatsangehörigen werden mit Hilfe der bundesweiten Verteilungssysteme „EASY“ (Erstverteilung
von Asylsuchenden) und „VilA“ (Verteilung illegal eingereister Ausländerinnen und Ausländer)
entsprechend einer Aufnahmequote (§ 45 „Aufnahmequote“ AsylVfG) auf die einzelnen Bundesländer
verteilt. Die Aufnahmequote richtet sich nach dem sogenannten „Königsteiner Schlüssel“.

Alle Bundesländer unterhalten eine oder mehrere zentrale Erstaufnahmestellen. Dort werden die
Asylanten von der Asylbehörde BAMF (Bundesamt für Migration und Flüchtlinge) zu ihren
Fluchtgründen und zum Ablauf ihrer Flucht befragt. Die Asylsuchenden und unerlaubt eingereisten
ausländischen Staatsangehörigen bekommen fürs Erste eine Aufenthaltsgestattung. Damit dürfen sie
in Deutschland bleiben, bis über ihren Asylantrag entschieden ist. Von den zentralen
Erstaufnahmestellen werden die Asylsuchenden und unerlaubt eingereisten ausländischen
Staatsangehörigen in die Kommunen, ebenfalls nach einem Verteilerschlüssel, untergebracht. Die
sind dann für ihre Unterbringung zuständig.

Anzahl der Asylanträge in der BRD


800000
800.000

600000

400000

200000
200.000
28.018 33.033 48.589 53.347 77.651 127.023
0
2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015*
*geschätzt

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Gut 130.000 ausländische „Flüchtlinge“ sind alleine im Jahr
2013 nach Deutschland gekommen, um hier Asyl zu beantragen.
Bis Ende August 2014 beantragten 115.737 Menschen Asyl in
Deutschland. Bis Ende des Jahres soll die Zahl auf rund 200.000
ansteigen. Für das Jahr 2015 wird laut Bundesregierung mit
800.000 neuen „Flüchtlingen“ in Deutschland gerechnet.

Nur gut 2% der Asylbewerberanträge werden am Ende nach


teuren und langwierigen Asylverfahren auch tatsächlich als
Asylanten anerkannt. Die große Mehrheit der Asylsuchenden kommt aus rein wirtschaftlichen
Gründen nach Deutschland. Sie sind in Wahrheit nichts anderes als Wirtschaftsflüchtlinge, die zu
großen Teilen auf Kosten des deutschen Steuerzahlers die soziale Hängematte des Systems auskosten.
Insbesondere Zigeunerclans aus Rumänien, Bulgarien und Albanien bevölkern inzwischen mit ihren
Großfamilien deutsche Großstädte. Einige von ihnen schicken selbst ihre Kinder, für die wir
Deutschen Kindergeld zahlen, auf den Straßenstrich und viele Ansiedlungen mit einer
Zigeunermehrheit sehen aus wie eine Mülldeponie. Auch andere Schwerstkriminelle können
nunmehr ohne Hürde in die Bundesrepublik einreisen. Aufgrund der Fülle der gestellten Anträge
kann aktuell nicht annähernd eine Hintergrundprüfung erfolgen, die Anträge werden lediglich in
Form und Frist geprüft.

Arbeitslosenquoten unter Zuwanderern (Datenquelle IAB):

! Bulgaren ! Rumänen ! alle Ausländer ! Gesamtbevölkerung

40
36,7
30
25,9 26,9 27,8 25,9
20 23,3 23,4 23
10 14,5 14,4
9,8 11,7
0
Duisburg Dortmund Bremen
26

23,1 24,4
19,5 20,8
20 19,9
13 16,8
13,4 13,7 14,7
11,5 12,4
10,7
6,5

0
Berlin Köln Offenbach
16
14,4 14,3 15,2
12 12,8 13,7
11,6 11,1
8 8,8
8,3 7,7
6,9
4 5,9

0
Mannheim Frankfurt Nürnberg

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Durch gutmenschliche politische Entscheidungen bleiben in
Wahrheit trotz hoher Ablehnungsquote von Asylgesuchen viel
mehr Ausländer in unserem Land, als dies die Zahlen
widerspiegeln. Teils aus vorgeschobenen humanitären Gründen,
wegen den internationalen Flüchtlingskonventionen oder aus der
bürgerfeindlichen Inkonsequenz deutscher Behörden heraus, die
Abschiebungen der abgelehnten Asylbewerber einfach nicht wie
geboten, vornehmen wollen. Durch die Handlungsunfähigkeit
der Behörden wie aber auch der Politik wächst der Zustrom der
nach Deutschland zugewanderten Ausländer immer weiter an und zahllose kulturfremde Menschen
werden mit den hart erarbeiteten Steuermitteln deutscher Bürger hier auf ewig finanziert.

Asylanten sollen bevorzugt von den Kommunen in kleinen Wohneinheiten untergebracht werden.
Hierbei wird massiv in die regionale Demografie eingegriffen. Vielerorts ist bereits jetzt im Umkreis
länger bestehender Heime der Wohnraum mehr als knapp. Vielerorts finden Anwohner schon jetzt
sehr schlecht, bis gar keine Wohnungen mehr. In Ballungszentren hingegen werden Asylanten
vermehrt zentral in Sammelunterkünften untergebracht. Dazu gehören ehemalige Gaststätten,
Pensionen, Schulen, Turnhallen, Krankenhäuser, Altenpflegeheime oder aufgegebenen Kasernen.
Neuerdings werden sogar ganze Hotels zur Unterbringung von Asylanten angemietet. Den Gipfel der
entstellten Unterbringungskultur kann man gerade in Eisenhüttenstadt beschauen, wo neue
„Familienhäuser“ gebaut werden, da Asylanten aus „menschenrechtlicher“ Sicht nicht mehr zentral,
sondern luxuriös dezentral untergebracht werden sollen.

Schon jetzt ist die Aufnahmekapazität von Asylanten in Deutschland völlig erschöpft.
Hunderttausende „Flüchtlinge“ stehen in den Startlöchern und werden in den nächsten Monaten
nach Deutschland kommen. Um diese Massen weiterhin unterbringen zu können, müssen überall in
der Bundesrepublik neue Unterkünfte geschaffen werden. Hierbei wird von den Behörden in aller
Regel keine Rücksicht auf die Belange der Anwohner genommen. Manchmal nehmen die Behörden
bei der Errichtung von Asylantenheime sogar Rechtsverstöße in Kauf. Viele Asylantenheime werden
seitens der Behörden geheim geplant und die Bevölkerung in aller Regel erst kurz vor
Inbetriebnahme über die neue Nachbarschaft in Kenntnis gesetzt. Überall dort, wo die Errichtung
eines Asylantenheims bekannt wird, formiert sich Widerstand. Daher probieren die Behörden, so
lang wie möglich, die Errichtung von neuen Heimen nicht öffentlich bekannt werden zu lassen.
Asylbewerber in Europa (Anträge Januar bis Juli 2014 nach Ländern)
Deutschland 94.200
Schweden 41.250
Frankreich 36.680
Italien 30.755
Großbritannien 17.505
Niederlande 15.465
Belgien 11.840
Ungarn 7.045
Griechenland 5.735
Dänemark 5.560
Bulgarien 4.450
Polen 4.445
Spanien 2.640
Finnland 1.735
0 25.000 50.000 75.000 100.000

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2. FOLGEN EINES ASYLANTENHEIMS IN DER
NACHBARSCHAFT FÜR DIE HEIMISCHE
BEVÖLKERUNG

• Erhöhte Lärmbelästigung im Umkreis der Asylantenheime


• Zunehmende Vermüllung rund um die Asyl-Unterkünfte
• Gelder aus den Kommunalkassen, die zusätzlich für die
Asylantenintegration regional ausgegeben werden, fehlen an
anderer Stelle für z.B. soziale Hilfestellung von einkommensschwachen deutschen Familien,
Errichtung neuer oder Modernisierung der vorhandenen Kinderbetreungsstrukturen, ect.
• Verknappung des Wohnraums für Deutsche durch die Unterbringung der Asylanten in kleine
Wohneinheiten
• Verschlechterung der Schulleistungen deutscher Kinder, die mit ausländischen Asylantenkindern
gemeinsam in eine Klasse gehen und Rücksicht auf die fehlenden Sprachkenntnisse bei der
Vermittlung des Lernstoffes nehmen müssen
• Verknappung der Kindergartenplätze, die Asylantenkinder nun besetzen werden
• Anstieg der Kriminalität in den Ortschaften, in den Asylanten untergebracht sind
• Wertminderung der Immobilien auf Grund der Nachbarschaft zum Asylantenheim

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3. WIE ORGANISIERE ICH DEN PROTEST

Sollte bekannt werden, dass die Behörden/Kommunen ein


Asylantenheim in ihrer Nachbarschaft bzw. Gemeinde/Stadt
planen bzw. einrichten wollen, sollte man umgehend damit
beginnen, den Protest zu organisieren.

Es gibt zwei Organisationsformen:


Den losen Zusammenschluss Gleichgesinnter (Bürgerinitiative)
oder die Gründung eines Vereins. Bei einer Vereinsgründung ist hoher administrativer Aufwand von
Nöten und man unterliegt dem Vereinsrecht. Die Mehrzahl der Bürgerinitiativen lässt es beim losen
Zusammenschluss bewenden.

3.1. GRÜNDUNG EINER BÜRGERINITIATIVE


Viele Bürger denken, eine Bürgerinitiative zu gründen sei schwer, doch das stimmt nicht. Eine Fülle
von Initiativen zu vielen Themen ist der Beweis dafür. Bürgerinitiativen bilden sich immer dort, wo
Menschen - meist unerwartet - mit dem Bau eines Asylantenheims konfrontiert werden, welches an
ihnen vorbei geplant wurde und eine unmittelbare Beeinträchtigung bzw. Bedrohung ihrer urbanen
Lebensqualität darstellt.

Ein Bewohner geht zu zwei oder drei Freunden oder Nachbarn. Sie besprechen sich: Alle möchten
den Bau eines Asylantenheims verhindern, der Zusammenschluss findet unmittelbar, durch die
gleichen Ansichten, statt. Diese Drei bilden die Vorbereitungsgruppe und rufen zur Gründungs-
versammlung der Bürgerinitiative auf.

Vorteile:
• es ist kein Administrationsaufwand erforderlich
• sowohl Kommunikation als auch Entscheidungen können formlos und rasch getroffen werden
• es bedarf keiner verantwortlichen Führungsstruktur
• jeder ist für sein Handeln persönlich verantwortlich,
• d.h. die Bürgerinitiative ist als solche nicht (an)greifbar, niemand kann in der Regel für das
Handeln anderer belangt werden – dennoch sollte eine klare inhaltliche Linie formuliert
werden.
• derartige Bürgerinitiativen sind für die Politik und Verwaltung nicht berechenbar, es lässt sich
nur schwer von Seiten der Politik Einfluss auf deren Ziele und Handeln nehmen.

Nachteile:
• es ist schwierig, die Begeisterung der ersten Stunde über einen längeren Zeitraum zu bewahren
• die Aufbringung finanzieller Mittel bleibt der Opferbereitschaft der einzelnen Mitstreiter und
Sympathisanten überlassen
• die Verantwortung für Handlungen, die im Interesse der Gemeinschaft erforderlich sind,
(Anmeldung von Demonstrationen, Impressum von Homepages, Flugblättern, Haftung für
Leihgeräte etc.) muss von Einzelpersonen getragen werden und wird nicht automatisch von der
Gemeinschaft getragen.

Erster Schritt: Zielformulierung

Der immer wieder festzustellenden Planung über die Köpfe der betroffenen Menschen hinweg muss
ein klares Ziel entgegengesetzt werden. Bei der Formulierung dieses Zieles ist zu beachten, dass man
klar und unmissverständlich zum Ausdruck bringt, was man will. Vorschlag: Kein Asylantenheim in
Musterdorf!

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Zweiter Schritt: Gründungsveranstaltung

Es sollte in einem öffentlichen Lokal mit dem Wirt ein Termin


ausgemacht werden.

TIPP: Lieber einen kleineren Raum nehmen, der voll ist, als
einen großen, der leer ist. Die meisten Räume kriegt man
umsonst. Der Wirt verdient am Getränkeverzehr. Legen Sie die
Gründungsversammlung nicht auf einen spannenden Fernseh-
termin (z.B. Länderspiel)! Günstige Tage sind: Dienstag und Donnerstag. Auch immer an lokale
Veranstaltungen denken.

Auf der Gründungsveranstaltung sollte nochmal über den geplanten Bau des Asylantenheims (Ort,
Größe usw.) berichtet sowie das Ziel und der Name der Bürgerinitiative genannt werden.
Anschließend sollten erste Aktionen bekannt gegeben werden. Selbstverständlich sollten auch
Vorschläge und Ideen der Anwesenden aufgenommen und diskutiert werden. Am sinnvollsten ist es,
wenn eine Person durch die Veranstaltung leitet und am Ende die getroffenen Entscheidungen
nochmal in der Runde bekannt gibt. Es sollte unbedingt ein nächstes Treffen mit Ort und Zeit direkt
am Abend vereinbart werden. Hierzu ist dann jeder der Anwesenden aufgerufen, weitere Mitstreiter
beim nächsten Mal mitzubringen.

3.2. INTERNETSEITE UND/ODER FACEBOOKSEITE EINRICHTEN

In der heutigen Zeit ist die mediale Präsenz im Internet für den Erfolg einer Bürgerinitiative
unerlässlich. Eine Internetseite bzw. Facebookseite bietet eine Selbstdarstellung nach Wunsch. Die
Internetpräsenz kann ganz einfach sein! Hier kann zuerst der Inhalt des Flugblattes stehen, sowie
wichtige Kontaktdaten und Termine. Später können neue Informationen wie z.B. Zeitungsberichte
eingefügt werden.

Am einfachsten lässt sich eine Facebookseite erstellen. Man meldet sich mit einem personen-
bezogenen Profil bei Facebook an und erstellt anschließend die Seite der Bürgerinitiative. Hier kann
man regelmäßig Neuigkeiten veröffentlichen und zu Aktionen aufrufen. Hier bitte immer auch
auf das Urheberrecht bei Texten und Bildern achten und immer sicher stellen, dass man
bei getätigten Aussagen, nicht gegen bestehende BRD-Gesetze zuwiderhandelt. Es könnte sonst sehr
teuer werden. Grundsätzlich hat Facebook auch das Recht, die erstellte Seite zu löschen.

Alternativ bzw. ergänzend zur Facebookseite könnte man noch eine eigene Internetseite ins Leben
rufen. Hiermit ist aber ein größere Aufwand verbunden und es entstehen auch Kosten. Die
Internetseite muss professionell gestaltet werden. Es muss Webspace angemietet und eine eigene
Domain registriert werden. Hier ist auch zwingend ein Verantwortlicher für die Inhalte im
Impressum der Internetseite zu benennen.

3.3. UNTERSCHRIFTENAKTION STARTEN

Unterschriftenaktionen dienen dazu, den Behörden mit der Abgabe dieser zu verdeutlichen, dass im
betroffenen Wohnumfeld eines geplanten Asylantenheims ein breiter Widerstand vorherrscht und die
Bevölkerung sich zu den Zielen der Bürgerinitiative bekennt.

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Wie soll man Unterschriften sammeln?

Unterschriften können durch Auslegen von Unterschriftenlisten


in Geschäften, nach Rücksprache mit dem Besitzer, oder auf der
Straße bzw. an Haustüren gesammelt werden. Wichtig ist
hierbei, kurz und knapp zu erläutern, für was bzw. gegen was die
jeweilige Person unterschreibt.

Die datierten Listen sollen deutlich lesbar enthalten:


• Den vollen Vor- und Zunamen
• Die genaue Wohnanschrift
• Die Unterschrift
Es empfiehlt sich, auf die Lesbarkeit des Namens und der Anschrift zu achten und die
Unterschreibenden darum ausdrücklich zu ersuchen. Die zusätzliche Angabe von Telefonnummer
oder ePost-Adresse ist von Vorteil, aber nicht unbedingt notwendig.

ACHTUNG! Für das Sammeln von Unterschriften zur Einleitung einer offiziellen Bürgerbefragung
oder eines Bürgerbegehrens gelten landesgesetzliche Vorschriften mit strengeren Erfordernissen
(hier hilft allerdings schnell eine Suche im Internet weiter). Sie müssen im jeweiligen Einzelfall
erkundet und genau beachtet werden. Eventuell ist auch noch das Geburtsdatum auf der
Unterschriftenliste zu erfassen.

3.4. FLUGBLÄTTER VERTEILEN

a) Flugblattgestaltung

1. Allgemein:
• Zur Verfügung stehen zwei Seiten (Vorder- u. Rückseite). Zu empfehlen ist das Format A5
• Am Anfang steht das Ziel: z.B. „Kein Asylantenheim in XXX“ - also eine aussagekräftige
Überschrift.
• Am Schluss steht ein konkreter Handlungsaufruf: „Wir wehren uns.“, „Wir gründen eine
Bürgerinitiative.“ „Wir demonstrieren am XX.XX.XXXX“

2. Ins Flugblatt gehören weiterhin:


• Was ist seitens der Behörden geplant?
• Wo ist es geplant?
• Wer ist dafür (im Allgemeinen) verantwortlich?
3. Darstellung der möglichen Folgen eines Asylantenheims in der Nachbarschaft für die heimische
Bevölkerung (Vgl. Punkt 2 dieser Broschüre).

4. Schlussworte
Die Situation mag sehr schwarz aussehen. Aber wer zu schwarz malt, verängstigt die Freunde. Fassen
Sie das Flugblatt so ab, dass es ermuntert und ermutigt. An die Solidarität appellieren!
„Zusammenhalt macht stark!“ Bewerben Sie unbedingt Ihre Internetseite bzw. Facebookseite.

5. Lesbarkeit
Das Flugblatt muss leicht lesbar sein. Korrigieren Sie es nun nach folgenden Regeln: Nicht mehr als
einen Nebensatz. Am besten nur Hauptsätze. Kein gestelzter Stil. Dem Volk „aufs Maul“ schauen (die
Volkssprache ist prima!). Plastische Worte wählen. Viele Absätze. Die Leute lesen doch viel: Aber nur,
wenn es gut lesbar ist.

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Nach Presserecht muss das Flugblatt am Schluss Namen,
Vornamen, vollständige Anschrift des Verfassers und des
Druckers enthalten, die bei selbst hergestellten Flugblättern auch
ein- und dieselbe Person sein können. Die oft verwandte Formel
„V.i.S.d.P.“ genügt nicht!

Beispiel für ein richtiges Impressum:


V.i.S.d.P.: Hans Mutig, Neue Straße 1, 98765 Oberstadt / E.i.S.

6. Lesen Sie den Flugblatttext einzeln zwei bis drei Personen vor.
• Ist es verständlich?
• Kommt es an?
• Gibt es Kritik?
• Gibt es Ergänzungen?
7. Arbeiten Sie in das Flugblatt noch ein oder zwei Bilder, an dem Sie auch die Bildrechte besitzen,
mit in das Flugblatt ein. Das lockert das Ganze ein wenig auf. (z.B. ein selbst gemachtes Bild vom
geplanten Asylantenheim).

8. Nun trifft sich die Gründungsgruppe der Bürgerinitiative kurz und verabschiedet das Flugblatt.

9. Zum Druck des Flugblattes bieten sich diverse online-Druckereien an. Auch ist hier ein Farbdruck
zu empfehlen. Diese ist heutzutage nicht mehr viel teurer als ein schwarz-weiß-Druck.

Hier kann der unten genannte „Tradition & Moderne Vertrieb“ empfohlen werden. Dort geht man
individuell auf die Wünsche ein und bekommt Hilfe bei der Gestaltung der Druckerzeugnisse. Auf der
Internetseite www.tum-vertrieb.de finden sich auch die Preislisten aller Produkte.

b) Das Verteilen von Flugblättern

1. Methode: Die Mitglieder der Bürgerinitiative verteilen das Flugblatt - mit Familie, Freunden und
Bekannten - in die Briefkästen des betroffenen Stadtviertels. Noch besser, aber zeitaufwendiger ist es:
An jedem Haus klingeln und dem Hausbewohner das Flugblatt mit einigen freundlichen kurzen
Sätzen in die Hand drücken.

2. Methode: Sie stellen sich zu zweit oder zu dritt an belebten öffentlichen Plätzen oder vor
beliebten Kaufläden auf (achten Sie auch hier darauf, dass Sie auf öffentlichem Land verteilen) und
bieten jedem Passanten Ihr Flugblatt an. Das Verteilen nicht-kommerzieller Flugzettel auf

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öffentlichen Straßen, Wegen und Plätzen bedarf grundsätzlich
keiner vorherigen Anmeldung. Sollte es sich bei dem Gelände auf
dem verteilt wird, allerdings um ein Privatgelände handeln, ist
dies nicht gestattet (z.B. Bahnhofshalle, Einkaufszentrum oder
auf dem Parkplatz eines Supermarktes).

3. Methode: Sie verteilen in Bussen oder Bahnen, laufen Sie


durch die Gänge und bieten Sie jedem ein Flugblatt an. Viele
sitzen gelangweilt in den Bahnen und freuen sich über eine
Abwechslung, also über Ihr lesenswertes Flugblatt. Wenn Sie mutig sind, können Sie auch die
zentralen Aussagen des Flugblatts laut wie ein Marktschreier ankündigen. Das schafft
Aufmerksamkeit. Achten Sie aber darauf, dass Sie dies nicht in Gruppen größer als zwei Personen
tun, da man sonst schnell unter das Versammlungsrecht fällt.

3.5. KUNDGEBUNGEN/DEMONSTRATIONEN ORGANISIEREN

Kundgebungen und Demonstrationen sind ein gutes Mittel, um öffentlich gegen den Bau eines
Asylantenheims zu protestieren. Beide Arten von Versammlungen fallen unter das Versammlungs-
recht (VersammlG).

Beide Veranstaltungsarten sind nach §14 VersammlG spätestens 48 Stunden vor Bekanntgabe bei
der zuständigen Behörde unter Angabe des Gegenstandes der Versammlung oder des Aufzuges
anzumelden. In der Anmeldung ist anzugeben, wer für die Leitung (Versammlungsleiter)
verantwortlich ist. Weiterhin ist ein Motto zu, Ort und Uhrzeit/Dauer der Versammlung und
Kontaktdaten des Veranstalters sind ebenfalls zu benennen.

Auf die Möglichkeit der Eilversammlungen und Spontanversammlungen wird an dieser Stelle nicht
weiter eingegangen.

Nach der Anmeldung lädt in aller Regel die zuständige Behörde den Veranstalter zu einem
Kooperationsgespräch ein. Am besten gibt man in der Anmeldung schon Zeiten für ein mögliches
Kooperationsgespräch an. In diesem Kooperationsgespräch sollen nochmal sämtliche Fragen rund
um die Veranstaltung erörtert werden.

Als nächsten Schritt erhält der Anmelder wenige Tage vor der eigentlichen Veranstaltung einen
Auflagenbescheid (in diesem wird z.B. die Anzahl der Ordner bestimmt) bzw. eine Verbotsverfügung.

TIPP: Bei erkennbaren Umständen oder unmittelbaren Gefahren für die öffentliche Sicherheit oder
Ordnung kann eine Versammlung verboten oder von bestimmten Auflagen abhängig gemacht
werden. Das Verbot steht im pflichtgemäßen Ermessen der Behörde. Das BVerfG (E 69, 315) verlangt
bei der Anwendung des § 15, dass Verbote und Auflösungen nur zum Schutz wichtiger
Gemeinschaftsgüter unter Wahrung des Grundsatzes der Verhältnismäßigkeit und nur bei einer
unmittelbaren, aus erkenn-
baren Umständen her leitbaren
Gefährdung dieser Rechtsgüter
erfolgen. Dies ist aber nur ganz
selten der Fall!

Vielmals bietet es sich an, gegen


zu Unrecht erlassene Auflagen
zu klagen.

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Zur Aufrechterhaltung der Ordnung müssen die Teilnehmer den
Anweisungen der Ordner oder des Leiters der Veranstaltung
Folge leisten. Können diese sich nicht gegenüber den
Teilnehmern durchsetzen, muss der Aufzug für beendet erklärt
werden.

TIPP: Nur die Polizei kann Teilnehmer von der Demonstration


ausschließen. Sie muss es aber auf Ersuchen des Leiters tun,
wenn ein Grund vorliegt. Ferner muss die Polizei auch Störungen
durch Dritte abwehren.

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Anmeldung einer öffentlichen Versammlung unter freiem Himmel

Sehr geehrte Damen und Herren,


als Vorsitzender der Bürgerinitiative „XXXX“ melde ich hiermit für unsere Bürgerinitiative als
Veranstalterin die folgende öffentliche Versammlung unter freiem Himmel an für Freitag, den
XX.XX.XXXX, von 11:00 Uhr bis voraussichtlich 14:00 Uhr.
Treffpunkt der Versammlungsteilnehmer soll der Parkplatz neben dem Bahnhof sein. Dort soll von
11:15 Uhr bis 11:45 Uhr eine Auftaktkundgebung stattfinden. Um etwa 12:00 Uhr soll der
Demonstrationszug beginnen, der den folgenden Weg nehmen soll: Neue Straße – Alte Straße – Hohe
Straße. Dort soll ab 13:20 Uhr die Abschlusskundgebung stattfinden. Gegen 14:00 Uhr soll die
Kundgebung beendet sein.
Verantwortlicher Leiter der Kundgebungen und des Demonstrationszuges werde ich selbst sein.
Das Thema der Demonstration soll lauten „Kein Asylantenheim in Musterstadt“. Es kommen
verschiedene Redner zum Einsatz. Wir erwarten 300 Versammlungsteilnehmer. Wir wollen daher 10
Ordner einsetzen und beantragen hierfür die Genehmigung. Die Ordner sollen weiße Armbinden mit
schwarzem Aufdruck Ordner tragen, sie sind volljährig und unbewaffnet und nur ehrenamtlich tätig.
Als Hilfsmittel sollen verwendet werden:
- je ein Rednerpult für die beiden Kundgebungen,
- je eine Lautsprecheranlage für beide Kundgebungen,
- 1 Lautsprecherwagen für die Spitze des Demonstrationszuges (VW-Bus mit befestigter Zwei-
Trichter-Lautsprecher-Anlage),
- 5 Hand-Megaphone,
- Fahnen in unbegrenzter Anzahl,
- Spruchbänder in unbegrenzter Anzahl,
- Fackeln.
Im Zuge der Versammlung werden Flugblätter an Interessierte verteilt.
Für die Megaphone und Lautsprecher beantrage ich, soweit erforderlich, die Erteilung einer
Ausnahmegenehmigung nach der StVO. Auch für den Lautsprecherwagen beantrage ich eine solche
Genehmigung, damit das Fahrzeug auch auf den für den Fahrzeugverkehr gesperrten Bereich der Hohen
Straße fahren kann. Ich versichere, dass der Fahrzeugführer den Weisungen der Polizeibeamten
Folge leisten wird.
Ich bitte um schriftliche Bestätigung der Anmeldung.
Mit freundlichem Gruß

(eigenhändige Unterschrift)

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3.6. BÜRGERINFORMATIONSVERANSTALTUNGEN
BESUCHEN

Der Besuch von Veranstaltungen, die von Politikern der


etablierten Parteien oder direkt von den Gebietskörperschaften
(Städte, Landkreise, Gemeinden usw.) organisiert werden, stellt
für Sie eines der effektivsten Mittel in der politischen
Auseinandersetzung dar. Hier kann man den Bau eines
Asylantenheims und die daraus resultierenden Folgen in Form
von Fragen thematisieren.

Entwicklung von rhetorischen Fähigkeiten

Nicht jeder Mensch ist der geborene Rhetoriker, was nicht weiter schlimm ist. Für den Anfang ist es
allemal besser, sich ein paar Sätze zusammenzulegen und diese auswendig zu lernen, bevor einem
später die Worte fehlen. Je erfahrener man später in Bürgergesprächen und Diskussionsrunden ist,
desto sicherer wird man auch im Umgang mit solchen Situationen.

Darüber hinaus hat man natürlich auch die Möglichkeit, sich umfassend rhetorisch zu bilden. Dazu
muss man keine überteuerten Rhetorik-Seminare besuchen. Einfacher und kostengünstiger geht es
im Selbststudium. Hierzu können die Bücher „Die Macht der Rhetorik: Besser reden – mehr
erreichen“ von Roman Braun, „Satanische Verhandlungskunst: Und wie man sich dagegen wehrt“
von Wolf Ruede-Wissmann und die „Körpersignale der Macht“ von Julius Fast empfohlen werden.

Die Teilnehmergruppe

Natürlich können Sie als Einzelkämpfer solche Veranstaltungen besuchen, aber es ist wirkungsvoller,
dies mit mehreren Gleichgesinnten zu tun. Grundsätzlich gilt: Je mehr Teilnehmer derselben
Überzeugung, desto besser. Sinnvoll ist es, vorher die Aufgaben unter den einzelnen Teilnehmern
aufzuteilen: Wer meldet sich mit welchen Beiträgen zu Wort? Wer kümmert sich um Audio-/
Videoaufnahmen?

Tipps zum Diskussionsverhalten

Wenn die Diskussion eröffnet ist, müssen Sie sich vorher darüber im Klaren sein, wie Sie am besten
in die Diskussionsführung eingreifen können. Achten Sie darauf, nicht aggressiv, unfreundlich oder
polemisch aufzutreten. Die Diskussion sollte sachlich geführt werden und Sie sollten sich dabei auch
durch nichts und niemanden aus der Ruhe bringen lassen. Als Faustformel kann also gelten:
Freundlich im Ton, aber verbindlich in der Sache.

Der Trick mit den Fragen – und wie man ihn umgehen kann

Wenn die Veranstalter (z.B. Kreisverwaltung) schon nicht umhinkommen, die kritischen Bürger an
der Veranstaltung (Infoveranstaltung zum Asylantenheim) teilhaben zu lassen, greifen diese oft zu
einem Trick: Man verbietet allen Gästen, eigene Stellungnahmen und will sich darauf beschränken,
den Gästen ein Fragerecht einzuräumen. Wenn man dann trotzdem eigene Stellungnahmen abgeben
will, wird oft versucht, einem das Mikrophon zu entreißen oder ihn zu übertönen, was regelmäßig zu
starker Unruhe im Publikum führt und eine sachliche Diskussion unmöglich macht.

Hier heißt es vom Gegner zu lernen:

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Beispiel: Im Bundestag wird den Abgeordneten das Recht
eingeräumt, während der Rede eines anderen Abgeordneten eine
Zwischenfrage zu stellen, sofern der Redner damit einverstanden
ist. Von dem Instrument der Zwischenfragen machen gerne
Abgeordnete Gebrauch, die einer anderen Partei als die des
Redners angehören. In den seltensten Fällen haben diese
Abgeordneten aber tatsächliche Verständnisfragen, sie wollen
vielmehr mit eigenen Stellungnahmen dazwischen greifen.

Das machen sie mit folgendem rhetorischen Kniff: Sie beginnen ihre Frage mit der Einleitung „Sind
Sie bereit, zur Kenntnis zu nehmen, dass…“ oder „Sind Sie mit mir der Ansicht, dass…“.

Damit kann man also eigene Stellungnahmen in die Form einer Frage gießen, ohne dass dies vom
Diskussionsleiter bemängelt werden kann. Denkbar wären z.B. Fragen wie: „Sind Sie mit mir der
Ansicht, dass der geplante Bau des Asylantenheims aus den folgenden Gründen nicht ausgeführt
werden sollte…“ oder „Sind Sie bereit, zur Kenntnis zu nehmen, dass der Kriminalitätsanteil von
Ausländern überdurchschnittlich hoch ist und somit…?“.

Audio- und Video-Aufnahmen

Immer wieder verstricken sich Politiker oder Beamte auf den o.g. Veranstaltungen in Widersprüche
oder lügen sogar ganz dreist und offen den besorgten Bürgern vor Ort ins Gesicht. Es empfiehlt sich
daher Ton- oder Videoaufnahmen zum Zwecke des Nachweises von der Veranstaltung zu machen und
diese dann im Anschluss im Internet zu veröffentlichen.
Auch hier sollte man sich von den Veranstaltern nicht ins Bockshorn jagen lassen: Auf öffentlichen
Veranstaltungen, die schließlich ein Ereignis der Zeitgeschichte gem. § 23 KunstUrhG darstellen,
darf grundsätzlich auch fotografiert und gefilmt werden.

Erneutes Verteilen von Flugzetteln

Wenn die Veranstaltung schließlich beendet wird, ist dies noch lange kein Grund, um sofort nach
Hause zu gehen. Nun können Sie sich mit Flugzetteln oder sonstigem Werbematerial vor dem
Gebäude postieren und den Bürgern einige Informationen mit auf den Heimweg geben. Bei dieser
Gelegenheit können Sie auch wunderbar noch einmal in das direkte Gespräch mit den Anwohnern,
Bürgern und Nachbarn einsteigen, um evtl. weitere Mitstreiter zu gewinnen.

3.7. LESERBRIEFE SCHREIBEN

Alles was nicht geschrieben steht, ist nicht passiert. Diesen Grundsatz gilt es zu beachten, daher
sollten Sie auch versuchen, über Leserbriefe in den lokalen Zeitungen auf das Anliegen aufmerksam
zu machen. Man darf aber nicht vergessen, dass die Medien in der BRD politisch bei weitem nicht
neutral sind und gerne kritische Leserbriefe zu Asylantenheimen und den damit verbundenen
Problemen ignorieren.

3.8. JEDE STRAFTAT ANZEIGEN, ORDNUNGSWIDRIGKEITEN MELDEN

Jede zu erwartende Lärmbelästigung, jede Sachbeschädigung bzw. Ordnungswidrigkeit, die von


Asylanten begangen wird, umgehend der Polizei melden und zur Anzeige bringen. Notieren Sie sich
parallel dazu Ort, Zeit, Was und Wer, fertigen sie Fotos an, führen Sie evtl. ein Tagebuch über die
Geschehnisse.

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Nach einer gewissen Zeit können Sie dann anhand der getätigten
Notizen belegen, dass es durch den Zuzug von Asylanten
vermehrt zu entsprechenden Delikten kam. Diese Tatsache kann
dann weder die Polizei noch die Politik in Abrede stellen und
diese ist dann eventuell gezwungen, zu handeln.

- Beispiel für eine Strafanzeige

Bürgerinitiative „XXXX“
c/o Hans Mutig
(Anschrift mit Telefon- und Faxnummer)
An die
Staatsanwaltschaft bei dem Landgericht Musterstadt
(komplette Anschrift)

Strafanzeige gegen Unbekannt


Sehr geehrte Damen und Herren,
hiermit erstatte ich Strafanzeige wegen Diebstahls gegen Unbekannt.
Begründung:
Am 01.01.2015 um etwa 11:00 Uhr sah ich vom Fenster meiner Wohnung aus, dass eine
männliche, dunkelhäutige Person aus dem Asylantenheim in der Neuen Straße, Oberstadt,
auf die Straße trat und dort einer Fußgängerin die Handtasche entriss und in Richtung
Stadtmitte flüchtete.
Bitte teilen Sie mir das Ergebnis des Strafverfahrens mit.
Mit freundlichem Gruß
(eigenhändige Unterschrift - Datum)

- Beispiel für einen Strafantrag


Bürgerinitiative „XXXX“
c/o Hans Mutig
(Anschrift mit Telefon- und Faxnummer)
An die
Staatsanwaltschaft bei dem Landgericht Musterstadt
(komplette Anschrift)

Strafantrag gegen Unbekannt


Sehr geehrte Damen und Herren,
hiermit erstatte ich Strafanzeige und Strafantrag wegen Diebstahls gegen Unbekannt.
Begründung:
Am 01.01.2015 um etwa 11:00 Uhr sah ich vom Fenster meiner Wohnung aus, dass eine
männliche, dunkelhäutige Person aus dem Asylantenheim in der Neuen Straße, Oberstadt,
auf die Straße trat und dort einer Fußgängerin die Handtasche entriss und in Richtung
Stadtmitte flüchtete.
Bitte teilen Sie mir das Ergebnis des Strafverfahrens mit.
Mit freundlichem Gruß
(eigenhändige Unterschrift - Datum)

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3.9. VERNETZUNG VON ANTI-ASYL-
INITIATIVEN VORANTREIBEN

Anti-Asyl-Initiativen sollten sich verstärkt untereinander


vernetzen. Erfahrungen austauschen, Material austauschen,
Urteile weiterleiten und sich gegenseitig moralisch und
organisatorisch unterstützen.

Beachten Sie dazu auch unsere ePost-Adresse


kein-asylantenheim@gmx.de! Helfen Sie mit bei der Schaffung vernetzter Strukturen
und melden Sie alle relevanten Geschehnisse an uns.

Zusammen können wir viel erreichen! Helfen Sie uns, selbst wenn Sie
schon gut organisiert sind! Teilen Sie ihr Wissen, senden Sie uns
Urteile, Verfahrensbeschreibungen, Standorte neuer Heime mit
Belegungszahlen (siehe GoogleMaps-Karte), Betreiber-
informationen oder Standorte von Bürgerbewegungen. Helfen Sie
damit auch Anderen, die erst am Anfang ihres Widerstandes stehen,
erfolgreich, strukturiert und zielgerichtet vorgehen zu können.

Bitte teilen Sie uns an unsere oben genannte ePost-Adresse weitere


Asylantenheime und Bürgerinitiativen zur Verhinderung von
Asylantenheimen im Format: Ort, Straße + Hausnummer,
Bemerkung zur Erweiterung dieser Karte mit. Nur mit Ihrer Hilfe
kann es gelingen, flächendeckend möglichst viele Asylantenheime zu
erfassen.

Nur gemeinsam können wir in diesen anhaltend schweren Zeiten für unsere
Lebensqualität, unseren Lebensstandard und unseren kulturellen Kreis einstehen.

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4. RECHTSMITTEL GEGEN ASYLANTENHEIME

4.1. DIE ANWOHNER BZW. NACHBARN


HABEN DIE FOLGENDEN RECHTSMITTEL

1) Sie können Widerspruch wegen einer Baugenehmigung für


den Bau oder Umbau eines Flüchtlingswohnheims bei dem
zuständigen Bauamt einlegen.

Dieser hat gemäß § 72 und § 71 LBauO Erfolg, wenn das Flüchtlingsheim öffentlich-rechtlichen
Vorschriften entgegensteht, und wenn dabei die Rechte der widersprechenden Anwohner
beeinträchtigt werden.

A. Öffentlich-rechtliche Vorschriften sind vor allem die Vorschriften der Landesbauordnungen,


die eine Vielzahl von Vorschriften für den Bau oder Umbau eines Hauses enthalten, aber auch
die Vorschriften aus dem Bundesimmissionsschutzgesetz. Jeder, der ein Haus gebaut oder
umgebaut hat, weiß das. Welche Vorschriften im Einzelnen bei solchen Heimen verletzt
werden, muss im jeweiligen Einzelfall geprüft und vorgetragen werden.

B. Wichtig ist die zweite Voraussetzung. Es genügt nicht die Verletzung einer Vorschrift der
Landesbauordnung, vielmehr ist der Widerspruch nur dann erfolgreich, wenn die jeweilige
Vorschrift auch den Anwohner bzw. Nachbarn schützt. Dies ist bei den seltensten Vorschriften
der Landesbauordnungen der Fall, beispielsweise bei den Vorschriften über den Abstand.

Anfechtungsgründe:
• Reines Wohngebiet
• Reines Gewerbegebiet (wurde aber durch den Bundestag kürzlich geändert)
• Naturschutzgebiet
• Auch auf Grund eines zu erwartenden Verstoßes gegen Lärmschutzbestimmungen kann man klagen

- Beispiel für einen Widerspruch

Bürgerinitiative „XXXX“
c/o Hans Mutig
(Anschrift mit Telefon- und Faxnummer)
An das
Bauamt Oberstadt
(Anschrift)

Asylantenheim an der Neuen Straße


Sehr geehrte Damen und Herren,

als Anwohner lege ich hiermit gegen die Umgestaltung des ehemaligen Hotels in ein Asylantenheimes
in der Neuen Straße Widerspruch ein.

Begründung:
Die Einrichtung des Asylantenheimes ist rechtswidrig und verletzt mich als Anwohner in meinem
Eigentumsgrundrecht durch Verletzung des Rücksichtnahmegebotes.
(Jetzt ausführlich begründen!)

Mit freundlichem Gruß

(eigenhändige Unterschrift - Datum)

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2) Nach Einlegung des Widerspruchs kann ein Anwohner bzw.
Nachbar gleichzeitig den Antrag auf Wiederherstellung der
aufschiebenden Wirkung seines Widerspruchs vor dem Verwal-
tungsgericht oder den Erlass einer einstweiligen Anordnung in
einem Eilverfahren gemäß § 80 V oder 123 VwGO beantragen.
Wird diesem Antrag stattgegeben, verhängt das Gericht einen
Baustopp.

Ein solcher Antrag hat nur unter den in Ziffer 1 a) und b)


genannten Voraussetzungen Erfolg.

Das Kostenrisiko eines solchen Eilantrages liegen wie bei einem Eilverfahren im Versammlungsrecht
mindestens bei 1.200,- €.

3) Nach dem Widerspruch und auch bei einem verlorenen Eilverfahren kann gegen die
Baugenehmigung eines Flüchtlingsheims Anfechtungsklage vor dem Verwaltungsgericht erhoben
werden. Diese kann sich jedoch Jahre hinziehen und verhindert den Bau oder Umbau des Heimes
erst einmal nicht.

Die Kosten liegen mindestens so hoch wie bei dem Eilverfahren.

- Beispiel für einen Antrag gemäß § 80 V VwGO


Bürgerinitiative „XXXX“
c/o Hans Mutig
(Anschrift mit Telefon- und Faxnummer)

An das
Verwaltungsgericht Oberstadt
(Anschrift)

Antrag gemäß § 80 V VwGO

des Hans Mutig, (Anschrift), - Antragstellers -


gegen
die Stadt Oberstadt, vertreten durch das Bauamt (Anschrift angeben) - Antragsgegnerin -

Hiermit beantrage ich im Wege des einstweiligen Rechtsschutzes – der Dringlichkeit wegen ohne
vorherige mündliche Verhandlung – anzuordnen, dass die aufschiebende Wirkung des Widerspruches
des Antragstellers gegen die Umgestaltung des ehemaligen Hotels in ein Asylantenheimes in der
Neuen Straße wiederhergestellt wird.

Begründung:
Ich bin Anwohner des ehemaligen Hotels in der Neuen Straße in Oberstadt. Dieses soll in ein
Asylantenheim umgestaltet werden. Die sofortige Vollziehung der Umgestaltung wurde angeordnet.

Ich habe hiergegen Widerspruch mit Schreiben vom XX.XX.XXXX eingelegt. Der diesseitige Antrag ist
gemäß § 80 V VwGO zulässig.

Er ist auch begründet. Die Umgestaltung des ehemaligen Hotels in ein Asylantenheim verletzt mein
Eigentumsgrundrecht durch Verletzung des Rücksichtnahmegebotes.
(Bitte ausführlich begründen!)

Um rasche Entscheidung wird gebeten.

Mit freundlichem Gruß

(eigenhändige Unterschrift - Datum)

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4.2. DIE MITBEWERBER EINES BAUUNTER-
NEHMENS, NICHT DIE ANWOHNER BZW.
NACHBARN, HABEN DIE FOLGENDEN
RECHTE:

1) Das Recht auf Einleitung eines Nachprüfungsverfahrens vor


der jeweiligen Vergabeprüfstelle (in Thüringen ist das das
Thüringer Landesverwaltungsamt, gemäß § 103 GWB, mit dem
Ziel, dass der öffentliche Auftraggeber, also z.B. eine Gemeinde,
die Durchführung des Bauvorhabens unterlassen und eine neue Ausschreibung vornehmen muss).

Ein solcher Antrag hat Erfolg, wenn die Bestimmungen über das Vergabeverfahren nicht eingehalten
worden sind, also wenn der Unternehmer sachwidrig benachteiligt worden ist.

Beim Vergabeverfahren gibt es zwei Verfahren mit jeweils drei Unterarten:

A. Bei Bauvorhaben mit einer Auftragssumme größer 5,1 Mio. € netto ist eine europaweite
Ausschreibung nötig, wobei es gibt:
- das offenes Verfahren als Regelverfahren, also bei dem eine Ausschreibung für möglichst
alle Mitbewerber stattfindet,
- das nicht offene Verfahren, bei dem eine Ausschreibung nur für einen beschränkten Kreis
an Mitbewerbern stattfindet und
- das Verhandlungsverfahren, also die freihändige Vergabe von Aufträgen,

B. Bei Bauvorhaben mit einer Auftragssumme kleiner 5,1 Mio. € eine nationale Ausschreibung,
wobei es gibt
- öffentliche Ausschreibung als Regelverfahren - wie oben A.,
- beschränkte Ausschreibung mit öffentlichem Teilnahmewettbewerb,
- freihändige Vergabe mit öffentlichem Teilnahmewettbewerb.

Von der Notwendigkeit der öffentlichen Ausschreibung gibt es aber gemäß § 3 VOB(A) zahlreiche
Ausnahmen, beispielsweise wenn das Bauvorhaben der Dringlichkeit oder der Geheimhaltung, z.B.
bei militärischen Bauvorhaben, unterliegt. Ob bei dem Bau oder Umbau eines Asylantenheims diese
Ausnahmevorschriften vorliegen können, ist nicht bekannt.

Bei dem Nachprüfungsverfahren vor der Vergabeprüfstelle sind gemäß § 128 GWB Gebühren in
Höhe von 5.000,- bis 50.000,- € aufzubringen. Diese sind dann, wie auch die Kosten eines
Rechtsanwalts, vom Verfahrensunterlegenen zu tragen.

2) Der Bauunternehmer hat außerdem das Recht, vor dem Landgericht gegen den Auftraggeber, also
z.B. eine Gemeinde, gemäß § 20, 33 GWB auf Unterlassung zu klagen.

Er hat Erfolg, wenn die Gemeinde marktbeherrschend ist und ohne billigenswerten Grund das
Vergaberecht missachtet hat. Die oben genannten Ausführungen über die Verfahrensarten und die
Ausnahmen, z.B. bei dem Vorliegen einer Dringlichkeit, gelten auch hier. Gegebenenfalls kann aber
der bloße Hinweis auf die fehlende Ausschreibung an die Gemeinde/Kreis schon den Stein ins Rollen
bringen.

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4.3. SONSTIGE KLAGEN (GEMEINDE GEGEN
DEN KREIS)

Immer wieder kommt es auch zu Klagen von Gemeinden gegen


den Kreis, da dieser in der entsprechenden Gemeinde ein
Asylantenheim errichten will. Hier hat eine Bürgerinitiative nur
indirekt Einfluss auf die Klagebereitschaft der Gemeinde. Es
empfiehlt sich den Kontakt zu Vertretern der Gemeinde
herzustellen und mit der Bürgerinitiative einen entsprechenden
öffentlichen Druck aufzubauen.

Klagegründe können hier sein:


• nicht ausreichender Brandschutz
• zu wenig Stellplätze
• Verstoß gegen das geltende Baurecht
• Verstoß gegen das städtische Entwicklungskonzept
• Unvereinbarkeit mit der gemeindlichen Entwicklung und Bauleitplanung
Um den juristischen Widerstand gegen den Bau von Asylantenheimen weiter auszubauen, sind wir
zwingend auf die Weitergabe von Urteilen, welche den Bau eines Asylantenheimes be- bzw.
verhindert haben, angewiesen. Auch Zeitungsartikel zu gewonnen Klagen helfen da schon weiter.
Bitte schicken Sie relevante Urteile (PDF oder das Aktenzeichen) bzw. Artikel an folgende ePost-
Adresse: kein-asylantenheim@gmx.de

Wir werden dann diesen Leitfaden entsprechend ergänzen.


Ihre Daten werden selbstverständlich anonymisiert.

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5. JURISTISCHE UNTERSTÜTZUNG

Die Partei „Der III. Weg“ kann Ihnen juristische Unterstützung


vermitteln, falls Sie gegen die Errichtung eines Asylantenheims
in Ihrer Nachbarschaft klagen wollen. Ebenfalls können wir den
Kontakt zu Anwälten vermitteln, die Sie in Fragen des
Versammlungsrechts beraten können.

Kontakt: kein-asylantenheim@gmx.de

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6. URTEILE

Wir geben im Folgenden einen Überblick über bisher bekannt


gewordene Gerichtsentscheidungen zum Thema „Nachbarklagen
gegen Asylbewerberunterkünfte“, - wir aktualisieren sie
monatlich (derzeitiger Stand 20.12.2014).

Bitte melden Sie uns erfolgreich aber auch verloren


gegangene Urteile an unsere ePost-Adresse:
kein-asylantenheim@gmx.de

A. Die Rechtsprechung hat beispielsweise entschieden, dass die folgenden Asylbewerberunterkünfte


von Nachbarn geduldet werden müssen, wenn sie sich (Stand 20.12.2014):

- das Eilverfahren von Nachbarn gegen die Baugenehmigung für eine Asylbewerberunterkunft mit
112 Personen, wobei die Grundstücke der klagenden Eigentümer in einer Entfernung von 70 bis
400 Metern von der Unterkunft lagen, weil die Eigentümer nicht in ihren eigenen Rechten
verletzt waren, weil die von der Unterkunft ausgehenden Geräusche für die Nachbarn nicht
unzumutbar waren (OVG Münster, Beschluss vom 27.08.1992, Az. 10 B 3439/92),

- die Hauptsacheklage eines Grundstücknachbarn gegen die Baugenehmigung für einen


Wohncontainer für Asylbewerber in einem allgemeinen Wohngebiet, weil es sich bei dem
Container entweder um eine Einrichtung für soziale Zwecke oder um Wohnnutzung handelt und
keine unzumutbaren Beeinträchtigungen von den Containern ausgingen, (BVerwG, Beschluss
vom 04.06.1997, Az. 4 C 2.96),

- das Eilverfahren eines Grundstückseigentümers gegen eine Baugenehmigung für ein Wohnhaus
für Asylbewerber im Außenbereich, weil er keine konkreten unzumutbaren Beeinträchtigungen
durch das Haus geltend machen konnte (OVG Münster, Beschluss vom 29.09.2014, Az. 2 B
1048/14)

- das Eilverfahren eines Grundstücksnachbarn auf einem ehemaligen Militärgelände, dessen


Gebäude teilweise von Senioren bewohnt werden und teilweise als Freizeiteinrichtung genutzt
werden (VG Berlin, Beschlüsse vom 11.12.2014, Az. VG 13 L 327.14 u.a. und VG 13 L 355.14, -
Rechtskraft dieser Entscheidung unbekannt).

B. Die Rechtsprechung hat dagegen beispielsweise entschieden, dass die folgenden Asylbewerber-
unterkünfte von Nachbarn nicht geduldet werden müssen, Klagen dagegen sind also erfolgreich:

- die Klage einer Gemeinde gegen die Nutzung eines Hotels als Asylbewerberunterkunft, weil
hierzu eine Baugenehmigung hätte beantragt und erteilt werden müssen (VG München, Urteil
vom 29.04.2014, Meldung unter www.berchtesgadener-anzeiger.de vom 30.04.2014,
Rechtskraft dieser Entscheidung ist unbekannt),

- das Eilverfahren von Grundstücksnachbarn gegen die Baugenehmigung zur Umnutzung eines
ehemaligen Kreiswehrersatzamtes in eine Flüchtlingsunterkunft für 220 Personen, weil das
Gebäude in einem besonders geschützten Wohngebiet - umgangssprachlich ausgedrückt: in
einem „Nobelviertel“ – liegt, in dem nur Gebäude zu Wohnbedürfnissen errichtet werden dürfen
und dabei das Bauvolumen von 1939 nicht vergrößert werden darf, das Flüchtlingsheim

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demgegenüber aber sozialen Zwecken dient und angesichts
seiner Größe die Verkehrsbelastung im Wohngebiet spürbar
erhöht und damit gebietsunverträglich ist (OVG Hamburg,
Beschluss vom 28.05.2015, Az. 2 Bs 23/15).

- das Eilverfahren von Grundstücksnachbarn gegen eine Bau-


ΩΩgenehmigung für eine Asylbewerberunterkunft von 68
Personen, weil dies in einem Gewerbegebiet gebiets-
unverträglich ist (OVG Hamburg, Beschluss vom
17.02.2013, Az. 2 Bs 151/13 und VGH Mannheim, Beschluss vom 14.03.2013, Az. 8 S 2504/12)
- die Hauptsacheklage von Grundstücksnachbarn gegen die Containeraufstellung in einem
Gewerbegebiet (VG München, Urteil vom 03.06.2014, Az. M 1 K 14.339, Rechtskraft dieser
Entscheidung unbekannt),

- die Hauptsacheklage eines Grundstücksnachbarn gegen die Baugenehmigung für eine


Nutzungsänderung von einem Lehrlingswohnheim in eine Asylbewerberunterkunft in einem
Gewerbegebiet, weil dies gebietsunverträglich ist (VG Stuttgart, Meldung www.stuttgarter-
nachrichten.de vom 23.07.2014, Rechtskraft dieser Entscheidung unbekannt),

- das Eilverfahren einer Gemeinde gegen den Bau von Asylbewerbercontainern in einem
Freibadgelände, weil dies im Außenbereich nicht zulässig ist (VG München, Beschluss vom
10.10.2014, Meldung www.merkur-online.de vom 10.10.2014, Rechtskraft dieser
Entscheidung unbekannt),

- die Klage eines Grundstücksnachbarn gegen die Baugenehmigung von Wohncontainern für
Asylbewerber auf einem ehemaligen Kasernengelände, weil dies in einem Gewerbegebiet nicht
zulässig ist (VG München, Meldung www.sueddeutsche.de vom 10.10.2014, Rechtskraft
dieser Entscheidung unbekannt),

- das Eilverfahren eines Grundstücksnachbarn gegen die Baugenehmigung wegen einer


Nutzungsänderung eines Boardinghouses in eine Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber,
weil dies in einem faktischen Gewerbegebiet gebietsunverträglich ist (VG Leipzig, Beschluss vom
13.11.2014, Az. 4 L 187/14, Rechtskraft dieser Entscheidung offen).

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