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Fachreihe EnEV 2014

Heizsysteme
Industriesysteme
Kühlsysteme
2/3

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung 4
1.1 Ursprung und Entwicklung der
Energieeinsparverordnung (EnEV) 4
1.2 Weitere Regelungen 5
– Erneuerbare-Energien-Wärme-Gesetz (EEWärmeG) 5
– Gesetz zur Nutzung erneuerbarer Wärmeenergie in
Baden-Württemberg (EWärmeG) 5
1.3 Das Wichtigste zur EnEV 2014 im Überblick 7
1.4 Wegweiser zu dieser Fachreihe 7

2 Gebäudeart und Anlagentechnik 8


2.1 Neubau und Gebäudebestand 9
2.2 Anlagentechnik im Gebäudebestand 10
– Ökodesign-Richtlinie 10
2.3 Ahndung von Verstößen 11

3 Begriffe und Berechnungen 12


3.1 Die wichtigsten Begriffe der EnEV 12
– Transmissionswärmeverlust 12
– Lüftungswärmebedarf 13
– Endenergie 14
– Primärenergiebeadrf 14
– Primärenergiefaktor 15
– Gebäudeeffizienzklasse 16
3.2 Berechnungsverfahren 16
3.3 Berechnungspraxis 18
– Vitodesk 19
– EnEV-easy 19
– Abweichungen bei geplanter Anlagentechnik 19

4 Anforderungen ab 2016 20
4.1 Auswirkung auf Heizungssysteme im Neubau 21
4.2 Bewertung von Heizsystemen 22

5 Anhang 24
5.1 Änderungen in der EnEV 2014 gegenüber
der EnEV 2009 24
5.2 Strom aus erneuerbaren Energien
in der EnEV 2014 25
5.3 Viessmann Produktvorteil 26
1 Einleitung

Fachreihe EnEV 2014


Diese Fachreihe erläutert den Inhalt und die Praxisrelevanz der
Energieeinsparverordnung (EnEV) in der veröffentlichten Version
vom 1. Mai 2014. Die darin enthaltenen Vorgaben betreffen den
energetischen Standard von Gebäuden und deren Heizungsanlagen
in Deutschland – sowohl im Neubau als auch im Bestand.

Hinweis 1.1 Ursprung und Entwicklung der Ener- Zunächst wurden also die Wärmedämmung
gieeinsparverordnung (EnEV) und die eingesetzte Heizungs- bzw. Kühltech-
Die Angaben zur Klas- nik eines Gebäudes getrennt voneinander
sifizierung von Gebäu- In Folge der Energiekrisen der siebziger Jahre betrachtet und energetisch bewertet. Die
den in der EnEV stehen wurde 1976 in Deutschland das erste Energie- erste Energieeinsparverordnung (EnEV) für
in keinem Zusammen- einsparungsgesetz (EnEG) erlassen. Dieses Deutschland wurde 2002 erlassen und löste
hang mit der ab 2015 bildete die rechtliche Grundlage für mehrere die bis dahin geltenden WSchV und HeizAnlV
vorgeschriebenen Effi- Versionen von Wärmeschutz-Verordnungen ab. In der EnEV 2002 wurde erstmals die
zienzklassifizierung (WSchV) und Heizungsanlagen-Verordnungen energetische Betrachtung von Wärmeschutz
von Heizungsanlagen (HeizAnlV), welche ab 1977 gültig waren. Das und Heizungsanlage eines Gebäudes vereint.
(Ökodesign-Richtlinie). erklärte Ziel war es, verbindliche Regeln zur Das ermöglichte nun eine primärenergetische
effizienten Energienutzung in Neubau und Be- Bewertung der Gesamtenergiebilanz eines
stand festzuschreiben. Gebäudes hinsichtlich Heizung, Warmwasser
4/5

und Lüftung. Zugleich wurden die energe- Abb. 1-1  Entwicklung der Energieeinspar-Regelungen
tischen Anforderungen im Vergleich zu den
vorherigen Verordnungen verschärft.
1976 Ab 1976 Energie-Einsparungsgesetz (EnEG)
in mehreren Überarbeitungen
Mit der EnEV 2007 wurde ein neues Verfah-
ren zur energetischen Bewertung von Gebäu-
1977 – 1995 Wärmeschutzverordnungen (WärmeschutzV)
den nach DIN V 18599 eingeführt, welches
unter anderem auch Kühlung und Beleuchtung 1978 – 1998 Heizungsanlagenverordnungen (HeizanlV)
integrierte. Die EnEV 2007 forderte darüber
hinaus erstmals die Erstellung von individuel- 1995 1995 WärmeschutzV
len Gebäude-Energieausweisen. In der darauf Einführung wesentlicher Elemente aktueller Regelungen
folgenden EnEV 2009 wurde das primärener- (Wärmebedarfsausweis, k-Wert Vorgaben, Bilanzverfahren,
Kennzahlen, Heizwärmebedarf, Lüftungsanlagen)
getische Anforderungsniveau erneut um ca. 
30 Prozent verschärft und das Referenzgebäu-
deverfahren eingeführt.
2002 EnEV 2002
Die aktuell gültige Fassung der EnEV trat am • Gesamtenergiebilanz eingeführt
1.Mai 2014 in Kraft (EnEV 2014). Sie bein- • Heizung, Warmwasser und Lüftung berücksichtigt
haltet deutlich strengere Regeln zur „Sicht- • Jahres-Primärenergiebedarf als Maßstab eingeführt
barmachung der energetischen Einstufung“
von Bestandsobjekten (Angaben aus dem 2004 EnEV 2004
• Lediglich eine Reparatur-Novelle
Energieausweis) sowie zur Kontrolle über die
• Verweise auf geänderte DIN-Normen aktualisiert
Einhaltung der Vorgaben. Darüber hinaus wur-
den die primärenergetischen Anforderungen
erneut verschärft und zwar um 25 Prozent ab EnEV 2007
2007
1.Januar 2016. • Gebäuderichtlinie 2003 vollständig umgesetzt
• Energieausweise im Bestand eingeführt
Zusätzlich wurde eine Klassifizierung des Ge- • DIN V 18599 für Nichtwohngebäude eingeführt
samtgebäudes (bezogen auf den Endenergie- • Einführung des Referenzgebäudeverfahrens
bedarf pro m2) eingeführt.
2009 EnEV 2009

Zweck der schrittweise erhöhten energeti- • Energetischen Anforderungen im Neubau und bei Bestands-
sanierung verschärft
schen Anforderungen an Wärmedämmung
• Nachrüstpflichten im Bestand erweitert
und Anlagentechnik ist es, das von der EU • Aufwandszahl für neue Heizsysteme beschränkt
geforderte Ziel des Niedrigstenergiestandards
im Neubau („nearly zero energy building“) bis
zum Jahre 2020 zu erreichen und den Markt
über die EnEV stufenweise darauf vorzube- 2014 EnEV 2014
reiten. Darüber hinaus besteht das politisch • Nachweis bei An- und Ausbau vereinfacht
gewollte Fernziel, bis 2050 einen nahezu • Energieeffizienzklasse im Energieausweis Wohnbau

klimaneutralen Gebäudebestand zu schaffen, • Registrierungsnummer und Kontrolle für Energieausweise und


Inspektionsberichte für Klimaanlagen
dessen Beheizung kaum noch Kohlendioxid
• Ordnungswidrigkeiten erheblich erweitert
erzeugt.
2016 • ab 2016:
-- Energetische Anforderungen im Neubau um ca. 25 % im
Vergleich zu 2009 verschärft
-- Absenkung des Primärenergiefaktors für Strom auf 1,8

2021 Ab 2021
Nur noch Niedrigstenergie-Neubauten gemäß EU-Richtlinie 2010

2050 2050
Politisches Fernziel: Nahezu klimaneutraler Gebäudebestand
1 Einleitung

1.2 Weitere Regelungen Gesetz zur Nutzung erneuerbarer Wärme-


energie in Baden-Württemberg (EWärmeG)
Zusätzlich zur EnEV muss derzeit im Neubau In Baden-Württemberg gilt darüber hinaus
insbesondere das aktuell gültige Erneuerbare- seit 2008 das Gesetz zur Nutzung erneuer-
Energien-Wärme-Gesetz (EEWärmeG) beach- barer Wärmeenergie in Baden-Württemberg
tet werden. Es ist allerdings bereits absehbar, (EWärmeG), welches bei Bestandssanierun-
dass das EEWärmeG künftig in die EnEV gen einen bestimmten Mindestanteil von
integriert wird. erneuerbaren Energien (derzeit 10 Prozent,
ab 1.Juli 2015 15 Prozent) vorschreibt. Der
Nachweis dazu erfolgt unabhängig vom EnEV-
Erneuerbare-Energien-Wärme-Gesetz Nachweis per Fachunternehmererklärung des
(EEWärmeG) ausführenden Betriebs. Je nach Umfang der
Seit 2009 muss ergänzend zur jeweils gül- Bestandssanierung können in Baden-Würt-
tigen EnEV auch das EEWärmeG erfüllt temberg also sowohl der EnEV-Nachweis als
werden. Dieses Gesetz schreibt die verpflich- auch der Nachweis zum EWärmeG erforder-
tende Nutzung bestimmter Mindestanteile lich sein.
an regenerativ erzeugter Energie im Neubau
und bei grundlegenden Renovierungen öffent-
licher Gebäude vor. Im Sinne des Gesetzes 1.3 D
 as Wichtigste zur EnEV 2014
kommen dafür solare Strahlungsenergie, im Überblick
Geothermie, Umweltwärme oder Biomasse
infrage. Als Ersatzmaßnahmen sind Abwär- ■■ Hinsichtlich der Berechnungsmethoden,
menutzung oder Nutzung von Wärme aus der Referenzausstattung von Gebäuden
Kraft-Wärme-Kopplung zulässig. Der Nach- sowie der erlaubten Höchstgrenzen für
weis über die Erfüllung des EEWärmeG muss den Primärenergiebedarf hat sich im Ver-
in der Praxis zusammen mit dem EnEV-Nach- gleich zur Vorgängerversion (EnEV 2009)
weis eingereicht werden. Dem entsprechend wenig geändert.
findet sich auf dem Energieausweis für einen
Neubau zusätzlich ein Eingabefeld für die Art ■■ Konstanttemperaturkessel verlieren unter
der Erneuerbaren Energien, deren Deckungs- bestimmten Bedingungen ihre Betriebs-
anteil sowie (alternativ) für geeignete Ersatz- genehmigung und müssen ausgetauscht
maßnahmen im Sinne des EEWärmeG. werden (betrifft Anlagen, die älter als 30
Jahre sind und deren Besitzer nach 2002
gewechselt haben).

■■ Das sogenannte "Vollzugsdefizit" im


Umgang mit der EnEV soll geschlossen
werden, die Berechnungen und deren Ein-
Abb. 1-2  Detail aus dem Energieausweis haltung sollen deshalb verstärkt kontrolliert
werden.

■■ Ab dem 1. Januar 2016 wird der zulässige


maximale Primärenergiebedarf um 25 Pro-
zent gesenkt. Diese Absenkung geschieht
pauschal auf Basis der aktuellen Berech-
nungsweisen und kann über Anlagentech-
nik, Verbesserung der Gebäudehülle oder
über eine Kombination aus beidem erfol-
gen. Der Primärenergiefaktor für Strom
wird auf 1,8 abgesenkt.

Im Rahmen des EnEV-Nachweises ist auch die Erfüllung des EEWärmeG nachzuweisen.
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1.4 Wegweiser zu dieser Fachreihe

Aufgrund der Relevanz der EnEV 2014 für das


Fachhandwerk sind in dieser Fachreihe alle
wesentlichen Aspekte erwähnt. Nicht immer
steht jedoch ausreichend Zeit zur Verfügung,
um den gesamten Inhalt zu erfassen.

Als Hilfe zur schnellen Orientierung bei spe-


ziellen Fragestellungen dient der folgende
Wegweiser.

■■ Wenn Sie sich einen allgemeinen Über-


blick über Hintergrund und Zielsetzung
der EnEV verschaffen wollen, lesen Sie
Abschnitt 1.1.

■■ Wenn Sie auf einen Blick die wichtigsten


Neuerungen der EnEV 2014 erfahren wol-
len, lesen Sie Abschnitt 1.3.

■■ Wenn Sie wissen möchten, welche Pflich-


ten Hausbesitzer, Fachhandwerker und
Planer hinsichtlich der aktuellen EnEV 2014
erfüllen müssen, lesen Sie die Abschnitte
2.1 und 2.2.

■■ Wenn Sie eine Kurzübersicht der EnEV-


Berechnungen suchen, dann lesen Sie
bitte den Abschnitt 3.2.

■■ Wenn Sie auf einen Blick die wichtigsten


Änderungen ab 2016 erfahren wollen,
lesen Sie Kapitel 4.

■■ Wenn Sie auf einen Blick die wichtigsten


Änderungen der EnEV 2014 gegenüber
der EnEV 2009 erfahren wollen, lesen Sie
Abschnitt 5.1.
2  Gebäudeart und Anlagentechnik

Gebäudeart und Anlagentechnik


Nicht nur für Neubauten gilt die EnEV, auch für den Gebäudebestand sind
Anforderungen formuliert. Gleiches gilt auch für die Anlagentechnik.

Hinsichtlich der Art der Gebäude, auf die sich Ebenso gilt die EnEV 2014 für gewerblich
die EnEV 2014 bezieht, hat sich im Vergleich genutzte Gebäude mit niedrigen Innentem-
zur Vorgängerversion wenig geändert. peraturen, d. h. Gebäude, die nach ihrem
Verwendungszweck auf eine Innentemperatur
Sie gilt bei Neu- und Bestandsbauten für Ge- von mindestens 12 °C ausgerichtet sind und
bäude mit normalen Innentemperaturen, d. h. jährlich mehr als vier Monate beheizt werden.
Gebäude, die ihrem Verwendungszweck nach Dabei eingeschlossen sind deren heizungs-
auf eine Innentemperatur von mindestens und raumlufttechnische Anlagen sowie ihre
19 °C ausgerichtet sind und jährlich mehr als Anlagen zur Trinkwassererwärmung.
vier Monate beheizt werden sowie für Wohn-
gebäude, die ganz oder deutlich überwiegend
zum Wohnen genutzt werden.
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Die EnEV 2014 gilt nicht für: Es ist ein häufiges Missverständnis, die EnEV
hätte nur für neu zu errichtende Gebäude
■■ Gebäude, die unter Denkmalschutz stehen Bedeutung. Die Regelungen gelten aber ein-
deutig auch für den Gebäudebestand – sie
■■ Betriebsgebäude, die überwiegend der sind im Vergleich zum Neubau jedoch etwas
Tierhaltung oder der Aufzucht von Pflan- komplizierter.
zen dienen
Soll ein bestehendes Gebäude verkauft oder
■■ Betriebsgebäude, die über lange Zeiträu- vermietet werden, muss ein Energieausweis
me hinweg offen gehalten werden müssen erstellt und dieser den Interessenten unaufge-
fordert zugänglich gemacht werden.
■■ Gebäude, die nicht für eine durchgängige
Nutzung vorgesehen sind, z. B. Kirchen Bei Veränderungen an der Gebäudehülle
sind die Regelungen der EnEV ebenfalls zu
■■ unterirdische Bauwerke beachten, sobald bei einem Gebäude mehr
als 10 Prozent der Gebäudehülle verändert
■■ Traglufthallen, Zelte und ähnliche Gebäu- werden soll. Dies betrifft das Dach in Bezug
de, die wiederholt aufgebaut und zerlegt auf die Gesamtdachfläche, die Fenster in Be-
werden müssen. zug auf die Gesamtfensterfläche, die Wände
in Bezug auf die Wandfläche in der jeweiligen
Deutlich schärfer als in den Vorgängerver­ Himmelsrichtung sowie die Böden gegen
sionen sind die Regelungen zur Erfüllung der unbeheizte Räume in Bezug auf die gesamte
EnEV gefasst: Grundsätzlich ist immer der Bodenfläche gegen unbeheizte Räume.
Besitzer des Gebäudes für die Einhaltung der
EnEV-Vorgaben verantwortlich. Bei Neubau- Soll ein Gebäude um neue beheizte oder ge-
oder Sanierungsmaßnahmen sind allerdings kühlte Räume erweitert werden, so gelten die
auch Fachunternehmen jeweils im Rahmen Vorschriften der EnEV für diese Erweiterung
Ihrer Tätigkeit für die EnEV-gemäße Umset- dann ebenfalls.
zung ihrer Gewerke verantwortlich.

2.1 Neubau und Gebäudebestand

Die Vorgaben der EnEV 2014 sind im Neubau


immer bindend und entsprechend nachzuwei-
sen. Üblicherweise sind folgende Schritte für
einen EnEV-konformen Ablauf einzuhalten:

1. Wärmeschutznachweis zur Bauanzeige


oder zum Bauantrag, ausgestellt vom
planenden Baustatiker, Energieberater
oder Architekten
2. Errichtung des Gebäudes und der Hei-
zungs-/Kühlungs-/Lüftungsanlage auf
Basis des im Wärmeschutznachweis ange-
zeigten Primärenergiebedarfs
3. Wird von den anlagentechnischen Anga-
ben im Bauantrag abgewichen, ist eine
Fachunternehmererklärung notwendig.
4. EnEV-Nachweis nach Fertigstellung, aus-
gestellt von einem zertifizierten Bausta­
tiker, Energieberater oder Architekten (die
Ausstellungsberechtigung wird durch die
Bundesländer geregelt). Neu ist die Ver-
wendung einer individuellen Antragsnum-
mer pro EnEV-Nachweis.
2  Gebäudeart und Anlagentechnik

Abb. 2-1  Heizkesseltausch

Niedertemperatur- Alter des Kessels 30 Jahre Nutzung des Kessels,


Nein Nein
oder Brennwertkessel? über 30 Jahre? danach Demontage

Ja Ja

keine Anwendung EnEV Demontage

Ausnahmenregelung für Heizungen (Bestandsschutz):

• Heizungsanlagen unter 4 kW u  nd über 400 kW


• Heizkessel für marktunüblicheflüssige und gasförmige Brennstoffe
• Anlagen, die nur zur Trinkwassererwärmung dienen
• Küchenherde
Wann muss welche Heizung erneu- • Geräte, die hauptsächlich darauf ausgelegt sind, den Raum, in dem sie aufgestellt sind, zu beheizen, die jedoch auch Wär-
ert werden und welche Ausnahmen me für Zentralheizung und Sonstiges liefern
gelten?

2.2 Anlagentechnik im Gebäudebestand stimmten Wärmeerzeugertypen (z. B. Brenn-


wertkessel oder Wärmepumpen), sondern
Heizungsanlagen zwischen 4 und 400 kW auch die Regelungen für die Rohrleitungen
Nennleistung müssen erneuert werden, sofern und deren Dämmung.
sie vor dem 1.Januar 1978 eingebaut wurden Raumlufttechnische Anlagen größer als
und mit Gas oder Öl betrieben werden. 12 kW müssen künftig regelmäßig energe-
tisch untersucht werden, und zwar mindes-
Heizungsanlagen (Gas oder Öl), die älter als tens alle 10 Jahre. Dabei ist besonders auf die
30 Jahre sind, müssen erneuert werden, so- Faktoren zu achten, die einen unnötig hohen
fern es sich nicht um Niedertemperatur- oder Stromverbrauch der Ventilatoren verursachen
Brennwertkessel handelt. Auch hier gilt die können. Es wird ein Inspektionsbericht mit
Einschränkung, dass sie zwischen 4 und Registriernummer erstellt.
400 kW Nennleistung haben müssen. Von der
Regelung ausgenommen sind weiterhin Im Rahmen Ihrer Tätigkeit bei Einbau oder Er-
Küchenherde und Einzelraumfeuerstätten. satz von Heizkesseln oder Warmwasseranla-
gen sind die ausführenden Betriebe verpflich-
Verantwortlich für die Erneuerung der Hei- tet, für den Auftraggeber eine schriftliche
zungsanlage ist der Besitzer des Gebäudes. „Fachunternehmererklärung zur Einhaltung
Fachbetriebe haben die Pflicht, Hausbesitzer der EnEV“ in Bezug auf die durchgeführte
über die Austauschpflicht zu informieren, wenn Maßnahme zu erstellen (§ 26 a, EnEV 2014).
sie mit Arbeiten an der Anlage beauftragt sind Der Hauseigentümer muss diese Erklärung
oder für Arbeiten an der Anlage ein Angebot mindestens 5 Jahre lang aufbewahren und auf
erstellen. Ebenso ist der Bezirksschornstein- Verlangen der zuständigen Behörde vorlegen.
feger verpflichtet, den Eigentümer hinsichtlich
der Austauschpflichten zu unterrichten. Das Nichtausstellen von Fachunternehmer-
erklärungen kann als Ordnungswidrigkeit mit
Falls eine neue Heizungsanlage (inkl. Warm- bis zu 5000,– Euro Strafe geahndet werden.
wasser und Wärmeverteilung) installiert wer- Es empfiehlt sich für den Fachbetrieb, stets
den soll, ist diese EnEV-konform auszuführen. Kopien von ausgegebenen Fachunternehmer-
Das betrifft nicht nur die Verwendung von be- erklärungen aufzubewahren.
10/11

Abb. 2-2  Dämmung von Rohrleitungen

Art der Leitungen / Armaturen Mindestdicke der Dämmschicht, bezogen auf


eine Wärmeleitfähigkeit von 0,035 W/(m · K)
Rohrleitungen Innendurchmesser bis 22 mm 20 mm
Innendurchmesser über 22 bis 35 mm 30 mm
Innendurchmesser über 35 bis 100 mm wie Innendurchmesser
Innendurchmesser über 100 mm 100 mm
Leitungen in Wand- und Deckendurchbrüchen, im Kreuzungsbe- ½ der oben aufgezählten Anforderungen für
reich von Leitungen, an Leitungsverbindungsstellen, bei zentralen den jeweiligen Innendurchmesser
Leitungsnetzverteilern
Wärmeverteilungsleitungen, die nach dem 31. Januar 2002 in ½ der oben aufgezählten Anforderungen für
Bauteilen zwischen beheizten Räumen verschiedener Nutzer den jeweiligen Innendurchmesser
verlegt werden
Wärmeverteilungsleitungen, die nach dem 31. Januar 2002 im 6 mm
Fußbodenaufbau zwischen beheizten Räumen verschiedener
Nutzer verlegt werden
Kälteverteilungs- und Kaltwasserleitungen sowie Armaturen von 6 mm
Auch die Dämmung von
Raumlufttechnik- und Klimakältesystemen
Rohrleitungen in Gebäuden
ist in der EnEV geregelt.

Ökodesign-Richtlinie Wer als Eigentümer oder beauftragter Fach-


Die Verwendbarkeit von Heizgeräten für Neu- mann gegen die Regeln der EnEV verstößt,
bau und Sanierung wird unabhängig von der muss mit Bußgeldern in Höhe von bis zu
EnEV ab dem 26. September 2015 auch durch 50 000,– Euro rechnen. Das betrifft nicht nur
die Ökodesign-Richtlinie EU-weit geregelt. Versäumnisse im Neubau, sondern auch bei
der Sanierung von Altbauten. Für den Bereich
Hier wird festgelegt, welche Kesseltypen Anlagentechnik tritt dieser Fall dann ein, wenn
noch in Verkehr gebracht werden dürfen. Ver- der Austausch von veralteten Heizkesseln un-
einfacht lässt sich sagen, dass Niedertempe- terbleibt oder die neue Heizungsanlage nicht
raturkessel den Anforderungen der Richtlinie den Anforderungen der EnEV entsprechend
nicht genügen und daher nicht mehr verkauft installiert und ausgestattet wurde. Das betrifft
werden dürfen. Eine Ausnahmeregelung gilt auch die Isolierung von Rohrleitungen.
nur für Niedertemperaturkessel in mehrfach
belegten Abgasanlagen. Bis zu 15 000,– Euro können anfallen, wenn
Fehler bei der Inspektion von Klimaanlagen
oder bei der Erstellung des Energieausweises
2.3 Ahndung von Verstößen nachweisbar sind.

Die Bundesländer sind verantwortlich für die Es ist damit zu rechnen, dass die Einhaltung
korrekte Umsetzung der EnEV. Der Vollzug der EnEV zukünftig stärker kontrolliert wird,
wird durch die jeweilige Landesbaubehörde da der Gesetzgeber dieses in der Verordnung
überwacht und kontrolliert. Stichprobenkont- ausdrücklich so festgelegt hat. Auch das ist
rollen der jeweils einzeln registrierten Energie- ein Grund, mit den Regelungen der EnEV
ausweise sind gemäß EnEV festgelegt. Ver- nicht nachlässig umzugehen.
stöße gegen die Vorgaben der EnEV werden
nach dem zugrundeliegenden Energieeinspa-
rungsgesetz (EnEG 2013) als Ordnungswid-
rigkeiten gewertet und geahndet. Es können
dabei teilweise erhebliche Bußgelder anfallen.
3  Begriffe und Berechnungen

Begriffe und Berechnungen


Die in der EnEV zugrunde gelegten Begriffe werden mehr und
mehr zum Sprachgebrauch des Fachhandwerks gehören. Ebenso
werden Kenntnisse der Berechnungswege zunehmend wichtig,
um im Kundengespräch Kompetenz auszustrahlen.

Hinweis 3.1 Die wichtigsten Begriffe der EnEV Transmissionswärmeverlust


Der Transmissionswärmeverlust (H'T ) wird als
Der spezifische Trans- Für einen EnEV-Nachweis werden Kennwerte flächenspezifischer Kennwert für das jeweils
missionswärmever- der Gebäudehülle und der verwendeten An- betrachtete Gebäude berechnet und bezieht
lust wird in Berechnun- lagentechnik in einem Berechnungsverfahren alle Einzelkennwerte, z. B. für Wände, Fenster
gen als H'T (sprich H T erfasst. In diesem Abschnitt werden die und Dach ein. Je nach Größe der jeweiligen
Strich) bezeichnet und wichtigsten Begriffe erläutert, die in dieser Bauteile ergibt sich so der Transmissions-
in der Einheit W/(m2 · K) Berechnung und dem daraus resultierenden wärmeverlust der kompletten Gebäudehülle.
angegeben. Nachweis Verwendung finden. Dieser Wert darf die Höchstwerte des ent-
sprechenden Referenzhauses und die in der
EnEV 2014 vorgegebenen Höchstwerte der
verschiedenen Wohnhaustypen (Tabelle 2,
Anhang 1) nicht überschreiten.
12/13

Für die energetische Qualität der einzelnen Lüftungswärmebedarf Hinweis


Bauteile findet sich in der EnEV eine Tabelle Die EnEV fordert im Neubau eine luftdichte
von U-Werten (Wärmedurchgangskoeffizien- Gebäudehülle, um ungewollte Wärmever- Die Viessmann Fachrei-
ten, in W/(m2 · K)). luste zu vermeiden. Damit ist zwangsläufig he Lüftung bietet spe-
eine Lüftung des Gebäudes erforderlich. Auf zielle Informationen zum
Auf der Grundlage dieser Daten wird das so- welche Weise diese realisiert wird, ist jedoch Thema Lüftungsanlagen
genannte Referenzgebäude (siehe Abb. 3-2) nicht vorgeschrieben. In der Referenzausstat- und geht dabei auch auf
berechnet. Der maximal zulässige Gesamt- tung (EnEV, Tabelle 1) ist eine zentrale Abluft- die lüftungstechnischen
energiebedarf des Referenzgebäudes wird anlage mit Gleichstrom-Ventilator vorgesehen. Anforderungen im Neu-
ermittelt, indem die Werte auf die tatsächlich bau ein.
geplante Größe der jeweiligen Gebäudeteile Der Lüftungswärmebedarf (QV , in kWh/
bezogen werden. (m2 · a)) wird über festgelegte Luftwechsel-
raten für die einzelnen Räume ermittelt und
geht so in die EnEV-Berechnung ein.

Abb. 3-1  Transmissionswärmeverlust

Höchstwerte des spezifischen


Gebäudetyp Transmissionswärmeverlusts
Freistehendes Wohngebäude mit A N ≤ 350 m2 H'T = 0,40 W/(m2 · K)
mit A N > 350 m2 H'T = 0,50 W/(m2 · K)
Einseitig angebautes Wohngebäude H'T = 0,45 W/(m2 · K)
alle anderen Wohngebäude H' T = 0,65 W/(m2 · K)
Je nach Gebäudetyp gelten Höchst-
Erweiterungen und Ausbauten von Wohngebäuden gemäß § 9 Abs. 5 H' T = 0,65 W/(m2 · K)
werte für den spezifischen Trans-
missionswärmeverlust.

Abb. 3-2  Referenzgebäude EnEV

In Tabelle 1 der EnEV 2014 wird


detailliert angegeben, welche
maximalen Wärmedurchgangs-
koeffizienten die einzelnen Bauteile
bzw. Systeme haben dürfen.
3 Begriffe und Berechnungen

Hinweis Endenergie In Summe ergibt sich ein flächenspezifischer


Der Endenergiebedarf (QE , in kWh/(m2 · a)) jährlicher Endenergiebedarf (QE). Zur Ermitt-
Wärmeverluste wer- ist die Energiemenge, die in einem Jahr zur lung der Gebäudeeffizienzklasse wir dieser
den als Leistung in der Beheizung, Kühlung und Trinkwassererwär- Wert ebenfalls genutzt.
Einheit W/(m2 · K) ange- mung einschließlich aller Anlagenverluste im
geben. Gebäude benötigt wird. Der Endenergiebedarf
wird neben der eingesetzten Anlagentechnik Primärenergiebedarf
Wärme- bzw. Ener- maßgeblich durch Lüftungs- (QV ) und Trans- Als Primärenergiebedarf (QP , in kWh/(m2 · a))
giebedarfe werden missionswärmebedarf (QT ) der Gebäudehülle wird die Summe aus allen Aufwendungen für
als Energiemenge in sowie durch deren solare Gewinne (QS) be- die Erzeugung und den Transport von Energie
der Einheit kWh/(m2 · a) einflusst. bis hin zum Gebäude sowie dem Endenergie-
angegeben. Man spricht verbrauch im Gebäude selbst bezeichnet. Der
daher auch z. B. von Alle diese Faktoren werden bei der energeti- Primärenergiebedarf eines Gebäudes errech-
Jahres-Primärenergie- schen Abbildung eines Gebäudes im Rahmen net sich aus dem Endenergiebedarf, multipli-
bedarf. des Wärmeschutznachweises nach EnEV ziert mit dem jeweiligen Primärenergiefaktor
berücksichtigt und objektbezogen berechnet. eines Energieträgers.

Abb. 3-3 Endenergiebedarf

System- Primärenergie-
Nutzenergiebedarf wirkungsgrad Endenergiebedarf faktor Primärenergiebedarf

Umwandlung, Erzeugung,
Verteilung Transport

Gas 1,1
0,9 Brennwertkessel

Holz
0,8 Biomassekessel

0,2

Strom
Wärmepumpe

3,5 2,4

Bei gleichem Nutzenergiebedarf ergeben sich je nach Energieträger sehr unterschiedliche Werte für den Endenergie- und Primärenergiebedarf.
14/15

Primärenergiefaktor Abb. 3-4 Primärenergiefaktoren


Der Primärenergiefaktor (fP) wird zur Be-
rechnung von EnEV-Nachweisen gemäß der Primärenergie-

jeweils gültigen Norm (Stand 2015: DIN V Energieart Energieträger faktor f P

18599-1: 2011-12) herangezogen. Insbeson- Fossile Brennstoffe Heizöl, Erdgas, Flüssiggas, Steinkohle 1,1

dere für den Energieträger Strom wurde der Braunkohle 1,2


Biogene Brennstoffe Bioöl, Biogas 0,5
Primärenergiefaktor in den letzten Jahren stu-
Holz 0,2
fenweise von 3,0 auf derzeit 2,4 abgesenkt.
Nah- und Fernwärme fossiler Brennstoff 0,7
Schon jetzt steht fest, dass dieser Wert ab
aus Kraft-Wärme-Kopplung erneuerbarer Brennstoff 0,0
2016 auf 1,8 gesenkt wird. Begründet wird
Nah- und Fernwärme fossiler Brennstoff 1,3
dies mit dem steigenden Anteil an regenerativ
aus Heizwerk erneuerbarer Brennstoff 0,1
erzeugtem (Wind-/ Solar-)Strom im bundes-
Strom allgemeiner Strommix 1,8
weiten Strom-Mix.
Verdrängungsstrommix 2,8
Umweltenergie Solarenergie 0,0
Die Änderungen der primärenergetischen Be-
Erdwärme, Geothermie 0,0
wertung von Strom beeinflussen insbesonde-
Umgebungswärme 0,0
re die Berechnungen von Wärmepumpen und
Umgebungskälte 0,0
KWK-Anlagen. Damit werden diese Techniken Abwärme aus Prozessen innerhalb des Gebäudes 0,0
künftig eine wachsende Rolle bei der Wär-
me- bzw. Energieversorgung von Neubauten
spielen. Mit dem Primärenergiefaktor werden auch die jeweiligen Umweltbelastungen der verschiedenen
Energieträger berücksichtigt.

Der Primärenergiefaktor bedingt die Differenz


zwischen Primärenergiebedarf und Endener-
giebedarf eines Gebäudes. Diese Abweichung Abb. 3-5 Endenergie und Primärenergie
kann zu Irritationen beim Kunden führen und
erfordert daher eine Erläuterung durch den Endenergiebedarf
22 kWh/(m 2·a)
Fachbetrieb.

Ein Gebäude, das beispielsweise mit einer Wärmepumpe


Wärmepumpe beheizt wird, hat einen nied-
rigen Endenergiebedarf, da die gewonnene
Primärenergiebedarf
Umweltenergie bei der Berechnung nicht be- 50 kWh/(m 2·a)
rücksichtigt wird. Im Verhältnis dazu liegt der
Primärenergiebedarf deutlich höher, denn der
eingesetzte Strom (kWh) geht mit dem Pri- Endenergiebedarf
80 kWh/(m 2·a)
märenergiefaktor 2,4 in die Berechnung ein .

Ganz anders stellt sich die Betrachtung bei Biomassekessel


Einsatz eines Biomassekessels dar. Hier liegt
der Endenergiebedarf deutlich höher, denn
Primärenergiebedarf
der gesamte Brennstoff wird berücksichtigt. 15 kWh/(m 2·a)
Jedoch ist in diesem Beispiel der Primärener-
giebedarf viel niedriger, da er durch einen sehr
niedrigen Primärenergiefaktor (0,2) bestimmt Je nach Energieträger ergeben sich sehr unterschiedliche Werte für den Endenergie- und Primärenergiebedarf.

wird (siehe Abb. 3-5).


3  Begriffe und Berechnungen

Abb. 3-6  Gebäudeeffizienzklassen

Energieausweis EnNV 2014: Endenergiebedarf dieses Gebäudes


Neuer Bandtacho mit 78 kWh/(m 2·a)
Energieeffizienzklassen

Primärenergiebedarf dieses Gebäudes


90 kWh/(m 2·a)

Einteilung der
Energieeffizienzklassen
Das Gebäude hat einen Endener-
Endenergiebedarf < 30 < 50 < 75 < 100 < 130 < 160 < 200 < 250 > 250
giebedarf von 78 kWh/(m2 · a) und
in kWh/(m2 · a)
entspricht damit der Gebäudeeffi-
zienzklasse C.

Hinweis Gebäudeeffizienzklasse 3.2 Berechnungsverfahren


Seit dem 1. Mai 2014 muss sich im Energie-
Der Energieausweis ausweis (§16, EnEV 2014) neben den An- Um die objektspezifischen Werte für QP
mit Angaben zum gaben zu den flächenspezifischen Bedarfen (Primärenergie), QE (Endenergie) und H'T
Primär- und Endener- (Primärenergie und Endenergie) auch eine (spezifischer Transmissionswärmeverlust)
giebedarf muss auch Klassifizierung des Gebäudes finden. Dies zu berechnen, wird seit der EnEV 2009 das
bei Bestandsgebäuden geschieht durch Hervorhebung des jeweiligen Referenzhausverfahren für Wohn- und Nicht-
erstellt und dem Käufer Kennbuchstabens. wohngebäude angewandt. Das funktioniert
oder Mieter zur Verfü- vereinfacht in folgenden Einzelschritten:
gung gestellt werden. Die Bezugsgröße ist ausschließlich der End-
Verkaufs- bzw. Vermie- energiebedarf – die Klassifizierung gibt also
tungsanzeigen müssen keine konkreten Hinweise auf die zu erwar-
auch entsprechende tenden Heizkosten. Dafür müsste dieser End-
Energiekennwerte ent- energiebedarf mit den Kosten der jeweiligen
halten. Energieträger (pro kWh) multipliziert werden,
zusätzlich müsste eine zu erwartende Ener-
giepreisentwicklung angenommen werden.
Zu diesem Thema findet sich in der EnEV
keine Berechnungsvorschrift – eine sinnvolle
Beurteilung durch den Kunden ist daher sicher
erst nach einer entsprechenden Beratung
durch den Heizungsfachbetrieb möglich.
16/17

1. Berechnung des Transmissionswärme- Abb. 3-7  EnEV-Berechnung


verlust H'T Ref des Referenzhauses
Die Grundlage des Verfahrens bildet der
Schritt 1
Plan des Gebäudes mit allen Maßen der ge- Aus den maximalen U-Werten der
geplanten Bauteile ergibt sich der
wünschten Bauteile wie Wänden, Fenstern, Transmissionswärmeverlust des
Dach und Geschossdecken. Referenzgebäudes.

Mit Hilfe eines Berechnungsprogramms


werden für die jeweiligen Bauteile nun die
Gebäudeentwurf Referenzgebäude
Tabellenwerte mit den maximal zulässigen
U-Werten aus der EnEV (Tabelle 1) angenom- H'T, Ref = Transmissionswärmeverlust
men und so ein Transmissionswärmeverlust des Referenzgebäudes H'T, Ref
(in W/(m2 · K)) für dieses Referenzgebäude
berechnet.

Schritt 2
2. Berechnung des Transmissionswärme- Der berechnete Transmissionswär-
meverlust H'T darf nicht größer sein
verlust H'T des geplanten Gebäudes als der Referenzwert.
Im nächsten Schritt werden nun die U-Werte
der tatsächlich geplanten Materialien dieser
Bauteile erfasst. Aus dieser Rechnung ergibt
Referenzgebäude Gebäude, geplant
sich der tatsächlich zu erwartende Transmissi-
onswärmeverlust.
Ist der Transmissionswärmeverlust des ge-
H'T = Transmissionswärmeverlust
des geplanten Gebäudes H'T, Ref ≥ H'T
planten Gebäudes nicht größer ist als der des
Referenzgebäudes, ist die erste Bedingung
erfüllt. Schritt 3
Der Endenergiebedarf QE des
geplanten Gebäudes wird ermittelt
3. Berechnung des Endenergiebedarfs des (vereinfacht, ohne solare Gewinne etc.).
geplanten Gebäudes
Die Summe aus Transmissionswärmebedarf
(in kWh/(m2 · a)) und Wärmebedarf für Lüftung
Gebäude, geplant
und Trinkwarmwasser ergibt den Endener- QE = Endenergiebedarf des
geplanten Gebäudes
giebedarf des geplanten Gebäudes, mit dem
dann weitergerechnet werden kann.
QT =
QV =
Transmissionswärmebedarf
Lüftungswärmebedarf QT + QV + QTW = QE
QTW = Trinkwasserwärmebedarf

4. Berechnung des Primärenergiebedarfs


des Referenzhauses QP Ref Schritt 4
In das Referenzgebäude wird nun rechnerisch Die Integration der Referenzanlagen-
technik und die Einbeziehung des
die Referenzanlagentechnik integriert. Diese Primärenergiefaktors fP ergibt den
Primärenergiebedarf QP, Ref des
ist in der EnEV festgelegt und umfasst einen Referenzgebäudes.
Öl-Brennwertkessel (Auslegungstemperatur
55 °C/45 °C) mit einer solarthermischen Anla-
Referenzgebäude
ge (Flachkollektor) zur Trinkwassererwärmung
sowie eine zentrale Abluftanlage. Damit lässt
sich dann der Primärenergiebedarf QP, Ref des
QP, Ref = Primärergiebedarf des
Referenzgebäudes mit QP, Ref
Referenzanlagentechnik
Referenzgebäudes errechnen.

5. Berechnung des Primärenergiebedarfs


Schritt 5
QP des geplanten Gebäudes Der berechnete Primärenergiebe-
darf QP darf nicht größer sein als
Im letzten Schritt wird dann die vorgesehene der Referenzwert.
Anlagentechnik in das geplante Gebäude hin-
eingerechnet und der zu erwartende Primär-
energiebedarf QP ermittelt.
Referenzgebäude Gebäude, geplant
Ist dieser nicht größer als der des Referenz-
QP, Ref = Primärergiebedarf des
gebäudes, ist die zweite Bedingung der EnEV
erfüllt. QP =
Referenzgebäudes
Primärergiebedarf des QP, Ref ≥ QP
geplanten Gebäudes
3  Begriffe und Berechnungen

3.3 Berechnungspraxis Vitodesk


In den Viessmann Softwarepaketen Vitodesk
Der EnEV-Nachweis wird von einem zu- findet sich auch eine Software zur EnEV
gelassenen Aussteller (§16, Abs. 1 und 2, Berechnung nach DIN 4701. Die Programme
EnEV 2014) erstellt und in der Regel online geben das Ergebnis in EnEV-konformem
eingereicht. Das Ergebnis ist ein gebäude- Format aus. Üblicherweise wird im gleichen
bezogener und registrierter EnEV-Ausweis/ Arbeitsschritt parallel auch der Nachweis zur
Energieausweis. Erfüllung des EEWärmeG geführt und ausge-
wiesen.
Zur Erstellung des Ausweises müssen speziell
geeignete Computerprogramme verwen- Obwohl Heizungsfachbetriebe in der Regel
det werden. Die Berechnung innerhalb der keinen EnEV-Nachweis erstellen dürfen,
Software kann entweder nach DIN 4108 und werden sie doch häufig mit Fragen zur An-
DIN 4701-10 (anwendbar nur für ungekühlte lagentechnik in den Planungsprozess einbezo-
Häuser) oder gemäß DIN V 18599:2011- gen. Und in der Tat: Oft lohnt ein Blick in die
12 (anwendbar auch für gekühlte Häuser) Planung der Anlagentechnik, um das Ergeb-
durchgeführt werden. Die Berechnung nach nis der Berechnung verbessern zu können.
DIN V 18599:2011-12 ist detaillierter und Falsche Anlagenkomponenten oder Details
verwendet sowohl für die Berechnung der wie beispielsweise zu lang angenommene
Transmissionswärmeverluste als auch zur Be- Zirkulationsleitungen können durch den Hei-
rechnung der Anlagentechnik das sogenannte zungsfachbetrieb korrigiert werden. Wenn im
Monatsbilanzverfahren. Die Einbeziehung Tagesgeschäft derartige Fragen auftauchen,
einer Photovoltaik- oder KWK-Anlage zur Be- stehen die Viessmann Mitarbeiter den Markt-
rücksichtigung eigens erzeugten Stroms für partnern gern hilfreich zur Seite.
die Versorgung der Anlagentechnik ist nur mit
dem Verfahren nach DIN V 18599 möglich.

Abb. 3-8  EnEV-Berechnung mit Vitodesk

Die Softwarepakete Vitodesk bieten


auch Werkzeuge zur EnEV-Berech-
nung. Damit lassen sich Vorschläge
zur Anlagentechnik prüfen und ggf.
durch bessere Varianten ersetzen.
18/19

EnEV-easy
Mit der Neufassung der EnEV 2014 hat
der Gesetzgeber die Möglichkeit für einen
vereinfachten Nachweis geschaffen. Neue,
ungekühlte Wohngebäude sollen keine Be-
rechnungen als EnEV-Nachweis benötigen,
wenn das Haus bestimmte Anwendungsvo­
raussetzungen erfüllt und gemäß einer der
vorgegebenen Standard-Ausstattungen errich-
tet wird. Eine Voraussetzung ist, dass im Wär-
meschutznachweis der zulässige Transmissi-
onswärmebedarf nicht überschritten wird.

Die Vorgaben für die Ausstattungsvarianten


lagen zum Zeitpunkt der Erstellung dieser
Fachreihe jedoch noch nicht vor. Auf der In-
ternetseite www.viessmann.de stehen den
Marktpartnern aber stets aktuelle Informatio-
nen zu den Entwicklungen zur Verfügung.

Abweichungen bei geplanter


Anlagentechnik
In den meisten Fällen werden Wärmeschutz-
nachweise und auch EnEV-Berechnungen auf
Basis von Standardwerten der DIN 4701 er-
stellt. Die Berechnungen werden dann häufig
dem Heizungsfachbetrieb übergeben mit der
Bitte um Einhaltung dieser Standardwerte.
Viessmann Kunden können der Bitte leicht
entsprechen und sich darauf verlassen, dass
die tatsächlichen Werte der Viessmann Pro-
dukte deutlich besser sind als der normative
Standard. Hinweise zu den entsprechenden
Erklärungen finden sich im Anhang.

Sollten in diesem Zusammenhang Fragen


auftauchen, unterstützt Viessmann die Markt-
partner selbstverständlich gegenüber ihren
Auftraggebern.

Als Hersteller von Heiztechnikprodukten ist


es Viessmann allerdings nicht möglich, den
eigentlichen EnEV-Nachweis anstelle des
Statikers oder Energieberaters zu erbringen.
Für Fragen im Zuge der Berechnungen stehen
die Viessmann Mitarbeiter selbstverständlich
gern zur Verfügung.
4  Anforderungen ab 2016

Anforderungen ab 2016
Schon mit der EnEV 2014 sind die Maßstäbe an die Gebäudeeffizienz
im Jahr 2016 definiert worden. So kann sich auch das Fachhandwerk
rechtzeitig darauf einstellen.

Im Neubaubereich wird vor allem eine Ände- und die Verwendung der Referenzanlage mit
rung einen starken Einfluss auf Gebäudehülle Öl-Brennwertkessel, Solaranlage zur Trink­
und Anlagentechnik haben: Der berechnete wassererwärmung und Abluftanlage. Mit
Primärenergiebedarf des Referenzgebäudes Inkrafttreten der EnEV 2016 wird das allein
muss ab dem 1. Januar 2016 (es gilt das Da- nicht mehr ausreichen.
tum der Einreichung von Bauanzeige/-antrag)
mit dem Faktor 0,75 multipliziert werden. Der Letztlich ist es die Entscheidung des Bau-
zulässige Höchstwert des Primärenergiebe- herrn, ob der geringere Primärenergiebedarf
darfs sinkt damit um 25 Prozent gegenüber durch Verbesserungen an der Gebäudehülle,
dem bisher gültigen Standard. an der Anlagentechnik oder durch eine Kom-
bination aus beidem erreicht wird. Ausschlag-
Der derzeit gültige Referenzwert des Primär- gebend werden in aller Regel die Kosten sein,
energiebedarfs definiert sich über die Ein- die die Veränderungen auf der einen oder der
haltung der maximalen U-Werte der EnEV anderen Seite verursachen.
20/21

Abb. 4-1  Anforderungen ab 2016

Schritt 5 / NEU
Der berechete Primärenergiebedarf
QP darf ab 2016 nicht größer sein
als der Referenzwert 2014 x 0,75.

Referenzgebäude Gebäude, geplant

QP, Ref = Primärergiebedarf des


Referenzgebäudes QP, Ref · 0,75 ≥ QP
Die Anforderungen an die Gebäude- QP = Primärergiebedarf des
geplanten Gebäudes
effizienz werden ab 1. Januar 2016
deutlich steigen.

Abb. 4-2  Gebäudehülle oder Anlagentechnik

In günstigen Fällen ergibt sich kaum Hand-


lungsbedarf: Fertighäuser in Holzständerbau-
weise erreichen schon heute in aller Regel
einen sehr guten Transmissionswärmebedarf.
Mit Biomassekesseln oder Wärmepumpen
ausgestattete Gebäude werden die Anfor-
derungen ab 2016 ebenfalls vergleichsweise Verbesserungen Verbesserungen Mit welcher Maßnahme kann den
Gebäudehülle Anlagentechnik Anforderungen wirtschaftlicher ent-
mühelos erfüllen können.
sprochen werden?

4.1 Auswirkung auf Heizungssysteme


im Neubau

In anderen Fällen werden aber den ab 2016 ■■ Einsatz einer kontrollierten Wohnraumlüf-
noch engeren Grenzen für Transmissions- tungsanlage mit Wärmerückgewinnung –
wärmeverluste mit einer ausgesucht guten ein zentrales System oder mehrere dezen-
Anlagentechnik zu begegnen sein. Ein gut trale Systeme
informierter Fachhandwerker kann im Pla-
nungsprozess wertvolle Tipps zur optimierten ■■ Erweiterung der Solaranlage auf eine so-
Anlagentechnik geben und somit ggf. auch lare Heizungsunterstützung und teilweise
Optionen bei der Gebäudegestaltung aufzei- Ergänzung durch dezentrale Lüftungssys-
gen. teme mit Wärmerückgewinnung

Geht man für ein geplantes Gebäude von ■■ Einsatz einer Gas-Wärmepumpe mit So-
den minimalen Anforderungen an die Gebäu- laranlage
dehülle aus – also maximal zulässiger Trans-
missionswärmeverlust – wird deutlich, dass ■■ Einsatz einer stromerzeugenden Heizung,
die Referenzanlagentechnik allein nicht mehr je nach Auslegung teilweise mit Ergänzung
ausreicht, die Vorgaben der EnEV ab 2016 zu durch dezentrale Lüftungssysteme mit
erfüllen. Wärmerückgewinnung

Soll den Anforderungen allein mit verbesser- ■■ Einsatz einer Hybridlösung aus Gaskessel
ter Anlagentechnik (Referenzanlage mit Gas- und Wärmepumpe
Brennwertkessel) entsprochen werden, bieten
sich folgende Möglichkeiten an:
4  Anforderungen ab 2016

Abb. 4-3  Potentiale optimierter Anlagentechnik Bei Ergebnissen „hart an der Grenze“ können
auch effizientere Heizungsregler oder Photo­
voltaik-Anlagen (mit Eigenstromerzeugung
Grenzwert Grenzwert
ab 2016 EnEV 2014 für die Anlagentechnik) hilfreich sein. Eine
kurze Übersicht der genannten Möglichkeiten
Vitodens, Vitosol (TWW) ist in Abb. 4-3 dargestellt. Zusätzlich gibt
es im Anhang eine ausführliche Darstellung
der Optionen, mit regenerativ oder in KWK-
Vitodens, Vitosol (TWW), Vitovent (zentral)
Anlagen erzeugten Strom die Anforderungen
zu erfüllen. Grundsätzlich gilt: Es wird auch ab
Vitodens, Vitosol (HU), Vitovent (dezentral) 2016 immer möglich sein, die Anforderungen
der EnEV für jedes Gebäude mit Viessmann
Anlagentechnik zu erfüllen.
Vitosorp

Vitovalor 4.2 Bewertung von Heizsystemen

Im Folgenden werden die wichtigsten Syste-


Vitosorp, Vitosol (TWW)
me zur Beheizung von Einfamilienhäusern in
Bezug auf ihre Auswirkungen auf die EnEV
Vitovalor, Vitovent (dezentral) dargestellt, um deren energetische Einstufung
gemäß des Primär- und Endenergiebedarfs
des Gebäudes aufzuzeigen. Die Hinweise
Vitocaldens
gelten sowohl für Neubauten als auch für die
Konsequenzen einer Anlagenmodernisierung
Primärenergiebedarf Qp im Bestand. Außerdem enthält die Tabelle
Hinweise zu den zu erwartenden Heizkosten.

Mit Viessmann Produkten können


auch die steigenden Anforderungen
ab 2016 sicher erfüllt werden.
22/23

Abb. 4-4  Systemübersicht zu den Anforderungen der EnEV ab 2016

Primärenergiebedarf Q P EEWärmeG Endenergiebedarf QE Heizkosten


(Gebäudeeffizienzklasse)

Referenzanlagentechnik EnEV 2014

(A)
Gas-/Öl-Brennwertkessel, Solaranlage (Trinkwas- mit größeren Verbesserun- bei korrektem Verhältnis nur mit Verbesserung der Referenzkosten
sererwärmung), zentrale Abluftanlage gen an der Gebäudehülle Grundfläche / Kollektorfläche Gebäudehülle

Anlagentechnik

A
Gas-/Öl-Brennwertkessel, Solaranlage (Trink- mit geringen Verbesserun-
wassererwärmung und Heizungsunterstützung), gen an der Gebäudehülle
zentrale Abluftanlage

A
Gas-/Öl-Brennwertkessel, bei korrektem Verhältnis
Solaranlage (Trinkwassererwärmung), Grundfläche / Kollektorfläche
Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung

(A)
Gas-Wärmepumpe mit geringen Verbesserun- nur mit Verbesserung der
mit Erdwärmetauscher gen an der Gebäudehülle Gebäudehülle

A
Gas-Wärmepumpe,
Solaranlage (Trinkwassererwärmung)

(B)
Gas-/Öl Brennwertkessel, Kraft-Wärme-Kopplung mit geringen Verbesserun- abhängig vom Wärmebedarf nur mit Verbesserung der abhängig vom Anteil
gen an der Gebäudehülle (Deckungsgrad KWK-Anteil) Gebäudehülle Eigenverbrauch Strom

B
Gas-/Öl-Brennwertkessel, Kraft-Wärme-Kopp- abhängig vom Wärmebedarf abhängig vom Anteil
lung, Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung (Deckungsgrad KWK-Anteil) Eigenverbrauch Strom

A+
Luft/Wasser-Wärmepumpe abhängig von
Stromtarif Wärmepumpe

A+
Sole/Wasser-Wärmepumpe (Erdsonde, Erdkollek- abhängig von
tor oder Eisspeicher) Stromtarif Wärmepumpe

A+
Hybridsystem Gas-/Öl-Brennwertkessel mit abhängig von Stromtarif
Wärmepumpe Wärmepumpe

C
Biomassekessel

B
Biomassekessel, Solaranlage (Trinkwassererwär-
mung und Heizungsunterstützung)
5 Anhang

Anhang
Was hat sich seit 2009 geändert? Welche Rolle spielt Strom aus
erneuerbaren Energien? Was ist eine Gleichwertigkeitsbescheinigung?
Hier finden Sie die Antworten.

5.1 Änderungen in der EnEV 2014 gegen- ■■ Heizkessel, die älter als 30 Jahre sind und
über EnEV 2009 mit flüssigen oder gasförmigen Brenn-
stoffen betrieben werden, müssen außer
Die wesentlichen Änderungen der EnEV 2014 Betrieb genommen werden. Ausnahmen
gegenüber der Vorgängerversion EnEV 2009: gelten für Niedertemperatur- und Brenn-
wertkessel sowie Anlagen, bei denen nach
■■ Das Referenzgebäude hat sich bezüglich 2002 kein Besitzerwechsel mehr stattge-
des Energiestandards im Vergleich zur funden hat.
EnEV 2009 nicht geändert. In der EnEV
2014 wird allerdings gefordert, dass der ■■ Der Primärenergiefaktor für bezogenen
berechnete Primärenergiebedarf des Re- Strom ändert sich von 2,6 auf 2,4 (ab 2016
ferenzgebäudes ab dem 1. Januar 2016 auf den Wert 1,8) und für eingespeisten
mit dem Faktor 0,75 multipliziert wird. Strom (Verdrängungsmix) auf 2,8.
Der zulässige Höchstwert sinkt also um
25 Prozent.
24/25

■■ Der Energieausweis für Wohngebäude bis ■■ Potsdam wird neuer Referenzklima-


250 kWh/(m2 · a) erhält eine Neuskalierung Standort.
und eine Stärkung der Modernisierungs-
empfehlungen. Der „Bandtacho“ im Ener- ■■ Die DIN 4108/4701-10 ist weiterhin für
gieausweis wird durch die Gebäudeeffi­ Wohngebäude anwendbar. Gekühlte
zienzklassen von A+ bis H ergänzt. Wohngebäude oder Gebäude, die mit
einer Photovoltaik- oder Windkraftanlage
■■ Es wurde eine Registriernummer für jeden ausgestattet sind, müssen nach DIN V
ausgestellten Ausweis eingeführt, der Aus- 18599 berechnet werden.
steller muss dafür bei einer Erfassungs-
stelle (übergangsweise das Deutsche ■■ Die Sonderregelung für elektrische Trink-
Institut für Bautechnik/DIBt) gemeldet wassererwärmung entfällt im Referenzge-
sein, die die eindeutigen Registriernum- bäude ab 1. Januar 2016.
mern vergibt.
■■ Verstöße gegen die EnEV werden als Ord-
■■ Der Nachweis des regenerativen Anteils nungswidrigkeiten mit Bußgeldern in Höhe
der Wärmeversorgung des Gebäudes von bis zu 50 000,- Euro geahndet. Das gilt
(EEWärmeG) erfolgt in der Regel im Ener- auch für die Regelungen hinsichtlich der
gieausweis. Energieausweise und der Aushangpflich-
ten.
■■ Energiekennwerte müssen in Immobili-
enanzeigen bei Verkauf und Vermietung ■■ Das Verfahren EnEV-easy für neue, unge-
veröffentlicht werden. kühlte Wohngebäude wird eingeführt.

■■ Es besteht Vorlagepflicht – der Energieaus- ■■ Die Ausnahmen für Gebäude, die nicht un-
weis muss dem Käufer oder neuen Mieter ter die EnEV fallen, sind neu definiert.
bei Kauf oder Vermietung ausgehändigt
werden. ■■ § 5 der EnEV regelt die Anrechnung von
Strom aus erneuerbaren Energien und ver-
■■ Es gibt ein Kontrollsystem für die Inspek­ weist auf das Berechnungsverfahren nach
tionsberichte von Klimaanlagen. DIN V 18599.

■■ Neu ist auch ein unabhängiges Stichpro-


ben-Kontrollsystem – Ziel des Gesetz-
gebers ist es, 10 Prozent aller Energie-
ausweise zu kontrollieren, dabei werden
auch die Modernisierungsempfehlungen
im Ausweis überprüft. Mit Einverständnis
des Eigentümers kann auch eine Vor-Ort-
Kontrolle erfolgen.

■■ Es besteht eine Aushangpflicht für Ener-


gieausweise in Gebäuden (> 500 m2) mit
starkem Publikumsverkehr sowie in klei-
nen behördlich genutzten Gebäuden (ab
250 m2).
5 Anhang

Abb. 5-1  Strombedarf und Stromerzeugung 5.2 Strom aus erneuerbaren Energien in
der EnEV 2014
700
Wird in unmittelbarem räumlichen Zusammen­
600 hang mit einem Gebäude Strom aus erneuer­
500
baren Energien zum vorrangigen Eigenver-
brauch erzeugt, so kann dieser im Rahmen
Strom (kWh)

400 eines EnEV-Nachweises anteilig verrechnet


300
werden. Dies betrifft die Stromerzeugung aus
KWK-Anlagen (Biogas, Bioöl), Photovoltaik-
200 oder Windkraftanlagen.
100
Die Berechnung kann nur nach DIN V 18599-9
0
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez erfolgen, da die monatlichen Stromerträge mit
den monatlichen Strombedarfen für Heizung,
Strombedarf Stromerzeugung Stromerzeugung
Einspeisung Eigenverbrauch Lüftung, Klimatisierung, Trinkwarmwasser
und Beleuchtung verrechnet werden.

KWK-Anlagen arbeiten in der Regel wärmegeführt, d. h. bei geringem Wärmebedarf stellen sie nur einen Teil Auch wenn der Strom über eine KWK-Anlage
des Strombedarfs zur Verfügung. Und auch davon wird ein Teil eingespeist, da er im Moment der Erzeugung
mit Primärenergie Erdgas oder Erdöl erzeugt
nicht verbraucht werden kann.
wird, ergibt sich noch ein primärenergetischer
Vorteil, da der Gesamtwirkungsgrad des
KWK-Systems (Wärme und Strom) dann
deutlich höher ist als bei einem Bezug des Be-
darfsstroms für das Gebäude aus dem Netz.

Je nach Gebäude und Auslegung kann sich


die primärenergetische Bewertung um bis zu
30 Prozent verbessern. Entscheidend hierbei
ist, welchen Eigenstromnutzungsgrad das
System erreichen kann.
Abb. 5-2  Primärenergiefaktor KWK-System nach DIN
Nach DIN V 18599-9: 2011-12 (berichtigt durch
fP,SL · (1-κ) fP,KWK · ((1+σ) · κ) DIN V 18599-9 Berichtigung 1: 2013-05) ist der
fP = + – fP, Strom · σ · κ
ηSL ηKWK Primärenergiefaktor eines KWK-Systems nach
der Formel in Abb. 5.2 zu berechnen.
fP Primärenergiefaktor für Wärme aus dem Gesamterzeugungssystem

fP,SL Primärenergiefaktor für den Energieträger des Spitzenlast-Wärmeerzeugers im System


Mit KWK-Systemen kann daher die primär-
κ Deckungsanteil des KWK-Systems
energetische Bilanz in Bestandssanierungen
ηSL Nutzungsgrad des Spitzenlast-Wärmeerzeugers
und Neubauten deutlich verbessert werden.
fP,KWK Primärenergiefaktor für den Energieträger des KWK-Systems

σ Stromkennzahl des KWK-Systems

ηKWK Nutzungsgrad des KWK-Systems

fP,Strom Primärenergiefaktor für Netzstrom


26/27

5.3 Viessmann Produktvorteil Abweichungen von


Standard-Anlagentechnik

Gleichwertigkeit zur Es gibt für EnEV-Berechnungen auch Soft-


Standard-Anlagentechnik ware, bei der die im konkreten Angebot an-
gegebene Anlagentechnik nicht ausgewiesen
Für einen Bauantrag ist noch keine vollständi- wird oder nicht deutlich wird, ob die angege-
ge EnEV-Berechnung notwendig, hier genügt bene Anlagentechnik von den vorgegebenen
ein Wärmeschutznachweis, bei dem die Ge- Standardwerten abweicht.
bäudehülle im Vordergrund steht. Zu diesem
Zeitpunkt müssen noch nicht alle Details der Es wird daher von Viessmann empfohlen,
Gebäudeausführung festgelegt werden. sich im Zuge der Angebotsbearbeitung vom
Planenden bestätigen zu lassen, dass der
Aus diesem Grund werden für die Berech- zugrundeliegende Wärmeschutz-, beziehungs-
nung häufig nur die Werte der Standard- weise EnEV-Nachweis zum jeweiligen Projekt
Anlagentechnik nach DIN 4701-10 (2003- auf Basis von Standard-Anlagentechnik nach
2008, Anhang C.1-4) herangezogen. Soll auf DIN 4701-10 (2003-2008, Anhang C.1-4) be-
Basis einer solchen Berechnung ein Angebot rechnet wurde.
für eine Heizungsanlage gemacht werden,
können Viessmann Produkte ohne weitere Auch sollten die geplanten Gerätetypen, also
detaillierte Berechnung eingesetzt werden, da beispielsweise Gas-Brennwertkessel mit so-
diese mindestens gleichwertige oder bessere larer Trinkwassererwärmung, Biomassekessel
Effizienzwerte aufweisen als die Standard- oder Wärmepumpe, konkret benannt werden.
Anlagentechnik nach DIN 4701-10.
Die Bestätigung sollte schriftlich vorliegen
Entsprechende Gleichwertigkeitsbeschei- und mindestens 5 Jahre für eventuelle Rück-
nigungen für die gebräuchlichsten Anlagen- fragen aufbewahrt werden.
kombinationen im EFH-Bereich finden unsere
Marktpartner auf der Internetseite von Generell ist es natürlich immer besser, wenn
Viessmann unter www.viessmann.de/enev Architekten, Planungsbüros oder Energiebera-
als Download. ter gleich mit den tatsächlichen Kennwerten
der Viessmann Produkte rechnen. So lässt
sich am leichtesten ein optimales Ergebnis bei
der EnEV-Berechnung erreichen.
Viessmann Deutschland GmbH
35107 Allendorf (Eder)
Telefon 06452 70-0
Telefax 06452 70-2780
www.viessmann.de

Ihr Fachpartner:

9441 918 DE 03/2015

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