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Sadegh Khalili Tehrani

9e
Liselotte-Gymnasium Mannheim

Gerechtigkeit

Gerechtigkeit ist in unserer heutigen Bevölkerung eigentlich ein sehr


wichtiger Grundwert, doch so wirklich sicher weiß niemand, wie er diesen Begriff erklären und
definieren kann. Eine konkrete Definition zu Gerechtigkeit kann seit Jahrhunderten kaum
Jemand liefern und darum werde ich durch Beispiele meine persönliche Definition von
Gerechtigkeit erläutern.

Nehmen wir an, dass sich zwei Zwanzigjährige für sich für einen Job als Mechaniker
bewerben. Einer von beiden hat türkische Eltern, die vor seiner Geburt nach Deutschland
eingewandert sind. Der andere hat deutsche Eltern,die schon immer hier in Deutschland
leben. Beide haben den gleichen Abschluss und ihre Bewerbungsbögen sind nahezu
identisch. Dementsprechend lädt der Arbeitgeber beide zu einem Bewerbungsgespräch ein.
Nachdem erkennt er, dass auch beide das nötige technische Wissen haben, aber der mit
türkischer Ursprung hat mehr Praxiserfahrung und nun muss er selbst entscheiden wen er
nimmt. Er nimmt schließlich den Deutschen, da er denkt, dass der Deutsche besser als der
Türke sein wird. In diesem Moment handelt er nicht gerecht, da eine Definition von
Gerechtigkeit ist, alle möglichst gleich zu behandeln. In diesem Moment handelt er nicht
gleich, da der Türke mehr gearbeitet hat als der Deutsche. Er nimmt also den mit weniger
Erfahrung und geht damit der Gefahr nach, dass der unerfahrene irgendetwas anstellt​. „​Immer 
sind  es  die  Schwächeren,  die  nach Recht und Gleichheit suchen, die Stärkeren aber kümmern sich nicht darum.“ 
sagt Aristoteles und meint auch, dass die die handeln oft gar nicht wissen, oder es sie
überhaupt nicht interessiert, ob ihr handeln nun gerecht war oder nicht. Wenn man ,,gerecht’’
handeln will, heißt es aber nicht immer, dass alle gleich viel von allem kriegen müssen.
Man kann ungleich handeln, aber es ist gerecht. Nehmen wir an, dass vier Freunde
gerade zusammen Fußball spielen. Einer hat super reiche Eltern, die eine eigene Firma
haben. Zwei andere haben Eltern, die durchschnittlich viel verdienen und der andere hat
Eltern, die arbeitslos sind und somit hat er nicht viel Geld zur verfügung. Nun beschließen sie
sich ein Eis kaufen zu gehen, doch einer der Normalverdiener will kein Eis, geht aber
trotzdem mit. Als sie bei der Eisdiele ankommen sehen sie die Preise. Der der kein Eis will
hat 1,50€ bei sich. Der Reichste hat so viel Geld dabei, dass er nur noch 0,75€ braucht um
sich sogar eine dritte Kugel kaufen zu können. Der andere Normalverdiener hat genau genug
Geld, um sich eine zweite Kugel kaufen zu können. Dem Ärmsten der Gruppe fehlen genau
1€,um sich eine zweite Kugel kaufen zu können. Nun fragen der Reichste und der Ärmste
den, der kein Eis will, nach Geld. Nach der bisherigen Definition würder er gerecht handeln,
wenn er beiden die Hälfte seines Geldes abgibt. Also er würde ​gleich handeln. Doch wie
schon erwähnt muss gerechtes Handeln nicht immer gleiches Handeln sein. Wenn er dem
Ärmsten die 1€ gibt, dann könnte er sich auch zwei Kugeln kaufen.
Man kann also sagen, dass Gerechtigkeit nicht unbedingt gleiches Handeln einer
bestimmten Person gegenüber anderen sein muss, sondern wenn alle am Ende gleich sind,
also alle zum Beispiel gleich viel Kugeln Eis haben, dann ist es gerecht, obwohl in dem Fall er
nur einen von beiden Geld gegeben hat.

Nun konnten wir uns eine kurze Zeit mit Gerechtigkeit befassen und wir haben auch
gesehen, dass es keine konkrete Definition dafür gibt. Aber wir haben uns zwei verschiedene
Lebenssituationen angeschaut, die schon geläufig sind, und haben gesehen, dass nicht nur
das Handeln selbst gerecht oder gleich sein muss, sondern wenn alle am Ende gleiche
Grundlagen haben, dann handelt man gerecht. Eigentlich verdienen alle, solange sie dafür
hart arbeiten, das Gleiche, doch wenn einer wegen Faulheit oder anderen Eigenschaften, die
er hat nicht arbeitet, dann hat er nicht verdient wie die anderen gleich behandelt zu werden.