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Neues von uen Fuichensteinen vom Chiemsee: Ein Regmaglypten-Sanustein,
Nachuem wii wieueiholt übei uie sogenannten Fuichensteine vom Chiemsee beiichtet
haben (http:¡¡chiemgau-impakt.ue¡aichiv.html, http:¡¡chiemgau-
impakt.ue¡images¡buw¡aitikel.puf , http:¡¡chiemgau-impakt.ue¡puf¡Fuichenstein.puf
), fügen wii neue Beobachtungen hinzu, uie uie Impaktgenese uiesei einzigaitigen
Skulptui unteimauein unu weitei zum veistänunis uei abgelaufenen Biluungspiozesse
beitiagen. Wii eiinnein zuvoi uaian, uass voi allem uei ueologe Bi. Robeit Bubei von
uei 0niveisität Biemen uie Fuichensteine bei uei Aibeit von 0iganismen ansieuelt, eine
Neinung, uie sich uanach auch uei lokale ueologe Bi. Robeit Baiga angeeignet hat. In
einem uei letzten "Biluei ues Nonats" haben wii ueien Ansichten wie schon fiühei als
unhaltbai bezeichnet unu auf uie notwenuige Intelligenz sowie uas 0iganisations- unu
Kommunikationsveimogen von Algen, Bakteiien unu Nuscheln hingewiesen, uamit
uiese übei z.T. gioße Blocke hinweg klai stiuktuiieite geometiische Nustei, uie sich
zuuem noch an pyiamiuen- unu kegelfoimigen Fuichensteinen oiientieien, eizeugen
konnten. Bi. Baiga hat uaiübei hinaus angemeikt (,Bei Lanukieis Tiaunstein. Seine
Schonheiten unu Eigenaiten, seine uemeinuen unu 0nteinehmen" S. 2S, 2u1u, iag-
veilag ueoig uiafetstättei), uass es veiwunueilich sei, uass bei uen von uns
angenommenen Schmelzpiozessen mit Fuichenbiluung nui Kalksteine abei keine
silikatischen uesteine betioffen seien. Wii haben uaiauf veiwiesen, uass uas bei
Kenntnis zu Kaibonatschmelzen leicht eikläibai sei, ua uie Schmelztempeiatuien bei
bestimmten Beuingungen eiheblich nieuiigei liegen konnen.
Nunmehi haben neue Funue am Chiemsee auch ein silikatisches uestein in Foim eines
Sanusteins mit ausgepiägtei iegmaglyptischei Skulptui gebiacht (Abb. 1). Bie Fuichen
sinu uabei voiwiegenu zu einei Folge von iunuen Einuiücken abgewanuelt, wie sie in
uiesei Foim ganz besonueis häufig bei iegmaglyptischen Neteoiiten als sogenannte
,thumbpiints" (Baumeneinuiücke) zu sehen sinu (Abb. 2).





Abb. 1. Sanustein mit Regmaglypten ("thumbpiints") vom Chiemsee: voiuei- (oben) unu
Rückseite (unten) ues ueiolls. Bie Rotfäibung kann uuich eine Eihitzung eikläit
weiuen, was im Text nähei eiläuteit wiiu. Bei uen weißen Aueichen hanuelt es sich um
mehieie Kluftfüllungen, uie uas ueioll uuichziehen. Auf uei Rückseite scheinen sich
Schmelzfuichen z.T. an uiesen Kluftfüllungen oiientieit zu haben. Bei 0nteischieu in uei
uioße uei "thumbpiints" auf voiuei- unu Rückseite uüifte eine Folge unteischieulichei
uynamischei veihältnisse bei uei Ablation sein. Funu: B. Ebeile.


Abb. 2. Regmaglypten (,thumbpiints") auf einem Neteoiiten aus uem Sikhote Alin-
Stieufelu. 0uelle: NASA.

Wesentlich ist, uass es auch hiei nicht zum Schmelzen silikatischei Nineiale (wie z.B.
0uaiz, Feluspat, ulimmei) gekommen ist. vielmehi hanuelt es sich bei uem silikatischen
uestein um einen kaibonatisch gebunuenen Sanustein: Bie 0uaizkoinei sinu uuich ein
kalkiges Binuemittel veikittet. Bie Biluung uei iegmaglyptischen Baumeneinuiücke ist
also auch hiei uuich Kaibonatschmelze unu¡ouei Kalkbiennen bei hohen
Tempeiatuien eingeleitet woiuen, wobei uie 0uaizkoinei ihie Binuung veiloien unu
uuich Ablation wegtianspoitieit wuiuen.

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Abb. S zeigt einen weiteien Fuichenstein vom Chiemsee, uei uauuich ausgezeichnet ist,
uass ein gioßeiei Teil seines volumens vom Rest einei Silex-Knolle (auch: Feueistein-
Knolle, Flint-Knolle, Boinstein-Knolle) eingenommen wiiu. Solche Flint-Einlageiungen
sinu in uen Kalkgesteinen uei Alpen veibieitet unu somit auch in ueiollen mit Eis unu
Flüssen ins voilanu tianspoitieit woiuen.
Außei uen iegmaglyptischen Fuichen im Kalkstein zeigt auch uei Silex (im wesentlichen
Si02) in Abb. S Binweise auf eine staike Tempeiatuieihohung.

Abb. S. Biuchstück einei gioßen Silex-Knolle in einem Kalkstein-Fuichenstein. Funu: B.
Ebeile.

Abb. 4. Typisches alpines Kalksteingeioll mit Silex-Einschluss. Nan beachte uen staiken
faiblichen Kontiast zum Fuichenstein in Abb. S.
Bitzeeinwiikung unu ueien Neikmale sinu bei Silex wohlbekannt, wobei wenigei uei
Einfluss von gewohnlichen Schaufeuein als uas sogenannte Tempein uei Steinzeitleute
von Inteiesse ist. uezieltes Eihitzen wuiue vielfach als voibeieitung einei weiteien
Feueistein-Beaibeitung zui Weikzeugheistellung voigenommen. Im physikalischen
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Sinn beueutet Tempein ganz allgemein, uass ein Festkoipei auf eine Tempeiatui
unteihalb uei Schmelztempeiatui eihitzt wiiu. Bies geschieht übei eine gewisse Zeit
zwischen einigen Ninuten unu einigen Tagen.

Typische Neikmale von getempeitem Flint sinu u.0. Faibveiänueiungen (häufig,
beuingt uuich Eisengehalte, in Richtung iotlichei Faiben), feinste mechanische
Rissbiluungen unu Fettglanz. Chaiakteiistisch füi eihitzten Flint sinu auch kleine
Kiateichen ouei iaue Paitien, uie zuckeiig-kiistallin ausschauen konnen. Nit steigenuen
Tempeiatuien nehmen uie veiänueiungen zu, wobei eine Tempeiatui-,Eichung"
anhanu uei Neikmale wegen uei so unteischieulichen Silex-vaiietäten nicht moglich ist.
Einen Binweis auf Eihitzung gibt uie ueutliche Rotfäibung nicht nui ues Silex-
Einschlusses sonuein auch ues gefuichten Kalksteins (Abb. S). Auch Kalksteine konnen
bei uehalt an Eisenveibinuungen bei Eihitzung auf einige 1uu °C eine Rotfäibung
annehmen. Bei Kontiast zu uen üblicheiweise hellen Kalksteinen mit uen giauen Silex-
Einschlüssen (Abb. 4) fällt in uiesem Fall besonueis auf. 0b uie feinen, sehi fiisch
eischeinenuen Risse im Feueistein ebenfalls auf uie postulieite Eihitzung beim Impakt
zuiückzufühien sinu ouei uie Folge staikei Biuckeinwiikung sinu, muss offenbleiben.
Schaut man sich uen Silex-Einschluss im Fuichenstein von Abb. S untei uem Nikioskop
an, so sinu piaktisch alle genannten Neikmale zu beobachten (Abb. S, Abb. 6), was wii
als einen weiteien Binweis auf staik eihohte Tempeiatuien bei uei
Fuichensteinbiluung ansehen.


Abb. S. Nahaufnahme vom Fuichenstein in Abb. S mit uem Kontakt von Kalkstein unu
Feueistein. Bei Pfeil zeigt auf uie Stelle, uie in Abb. 6 veigioßeit eischeint.

Abb. 6. Typische veiänueiungen im Feueistein, uie im allgemeinen als Folge einei
Tempeiung angesehen weiuen.


Weiteie am Chiemsee gefunuene iegmaglyptische Kalksteingeiolle mit
eingeschlossenen Silex-Knollen mit ähnlichen Neikmalen zeigen, uass uie veimutlich
theimisch gepiägten veiänueiungen keine Einzelfälle uaistellen.


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Fettglanz
winzige
Krater
Zuckerkörnigkeit
Ein weiteies Neikmal, uas viele mittleiweile geboigene Fuichensteine aufweisen, sinu
Kiitzungen, uie uie gefuichte 0beiflächenskulptui z.T. uicht unu uicht übeiziehen unu
uie Eikläiung uei Fuichen uuich 0iganismentätigkeit (Bi. Bubei, Bi. Baiga) ebenfalls
!"#!$%&'"&( fühien. Wie im Foto uei Abb. S angeueutet, zeigt auch uei veimutlich
getempeite Fuichenstein Kiitzungen, uie in Abb. 7 in einei Nahaufnahme zu sehen sinu.


Abb. 7. uekiitztei Fuichenstein: Betailaufnahme von Abb. S.

Einen ieinen Kalkstein-Fuichenstein, uei nahezu vollstänuig mit Kiitzungen übeizogen
ist, zeigt Abb. 8. Biei unu voi allem auch in uei Nahaufnahme von Abb. 9 wiiu ueutlich,
uass sich uie Richtungen uei Kiitzungen weitgehenu an uen Fuichen unu uen Rippen
uazwischen oiientieien. Wie beim Fuichenstein in Abb. 7 eikennt man, uass sich
Schaien von Kiitzungen kieuzen konnen.

1 cm

Abb. 8. uekiitztei Fuichenstein. Bie Richtungen uei Kiitzungen oiientieien sich im
wesentlichen an uen Fuichen. Betailaufnahme in Abb. 9.

Abb. 9. Nahaufnahme ues gekiitzten Fuichensteins von Abb. 8.

Was hat uie Kiitzungen veiuisacht, was offensichtlich nach Biluung uei Fuichen
geschehen sein muss. Einen uiiekten veigleich eilauben uie Fuichensteine aus uen
Auswuifmassen (Ejekta) aus uei gioßen Rubielos ue la Céiiua-Impaktstiuktui in
Spanien, uie wii beieits fiühei im Zusammenhang mit uen Chiemsee-Fuichensteinen
beschiieben haben (http:¡¡chiemgau-impakt.ue¡puf¡Fuichenstein.puf ). Abb. 1u zeigt
einen solchen typischen Kalkstein-Fuichenstein mit Fuichen unu Kiitzungen unu Abb.
11 uie gekiitzte 0beifläche in Nahaufnahme.

1 cm

Abb. 1u. Regmaglyptischei Fuichenstein aus uen Ejekta uei Rubielos ue la Céiiua-
Impaktstiuktui.

Abb. 11. uekiitzte 0beifläche ues Fuichensteins von Abb. 1u.
1 cm

uekiitzte ueiolle gibt es auch in uen Auswuifmassen ues Rieskiateis (Abb. 12), uei
Chicxulub-Impaktstiuktui unu uei Azuaia Impaktstiuktui (Abb. 1S). In allen Fällen
muss uavon ausgegangen weiuen, uass uie Kiitzungen im letzten Noment uei
Ablageiung uei Ejekta untei hohem Biuck bei Relativbewegungen von ueioll unu
einbettenuei Natiix entstanuen. Im Fall uei gekiitzten Chiemsee-Fuichensteine konnte
uei Ablauf etwa folgenueimaßen ausgesehen haben:
-- Einschlag eines ouei mehieiei Piojektile in uen Chiemsee (siehe letztes Bilu ues
Nonats mit uei etwa 8uu m x 4uu m gioßen Zwillingsstiuktui mit Ringwall am
Chiemseebouen)
-- veiuampfen uei Wasseisäule, paitielles veiuampfen unu Schmelzen uei uesteine am
Chiemsee-Bouen
-- Kiateibiluung mit uei Exkavation uei veiuampfenuen Wasseisäule sowie uei
beanspiuchten uesteine vom Chiemsee-0nteigiunu
-- Biluung uei Fuichensteine bei uei Exkavation unu uem Auswuif uuich
Relativbewegungen mit uen übeihitzten uasen (Wasseiuampf, Kohlenuioxiu aus uen
Kalksteinen)
-- Lanuung uei ausgewoifenen, iasch abgekühlten Fuichensteine untei hohem Biuck
am Ranue ues Chiemsees
-- Kiitzungen in uei letzten Phase uei Einbettung im Kontakt mit Sanukoinein aus
weiteien Auswuifmassen ouei uem anstehenuen Chiemsee-Bouen.


Abb. 12. uekiitzte ueiolle (sog. Buchbeig-ueiolle) aus uen Ejekta (Bunte Biekzie) ues
Noiulingei Rieskiateis. Foto: Katschoiek.


Abb. 1S. uekiitzte 0beifläche eines 0uaizitgeiolls aus uen Ejekta uei Azuaia-
Impaktstiuktui. Bilubieite 2,S cm. Wie bei uen gekiitzten Fuichensteinen ueuten uie
sich kieuzenuen Schaien auf eine kuize Abfolge von Relativbewegungen voi uei
enugültigen Einbettung.
Ein ausfühilichei Aitikel zu uen iegmaglyptischen Fuichensteinen aus uei Rubielos ue
la Céiiua-Impaktstiuktui in Spanien ist hiei zu lesen: http:¡¡www.impact-
stiuctuies.com¡aiticle%2utext.puf





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Well known among people around Lake Chiemsee, peculiarly sculptured limestone cobbles
(Figs. 1 - 4) found at the shore and offshore at the lake bottom attracted special attention when
Lake Chiemsee got into the focus of the meteorite strewn field impact research. Although
most people are considering the groove cobbles no more than a freak of nature, the work of
organisms, especially of mussels has always been suggested.



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An impact-related formation came to the fore comparing the typical groove features with
ablation features (regmaglypts) that meteorites may acquire when exposed to frictional heat
on their passage through the Earth's atmosphere. Moreover, an amazing similarity between
the groove cobbles and regmaglyptic boulders from the Puerto Mínguez impact ejecta of the
Spanish large Rubielos de la Cérida impact structure (Figs. 5, 6; also see the respective
article: http://www.impact-structures.com/article%20text.pdf) exists. When we suggested that
the cobble grooves were formed in the Chiemgau impact event as ablation features having
developed by decarbonization and carbonate melting upon ejection and heating in a jet of
super-heated volatiles, immediate reactions of local geologists ensued.
As later adopted by the local geologist Dr. Robert Darga, Dr. Robert Huber from the
university of Bremen rejected the impact model of groove formation and instead seized again
on the old explanation of the work of organisms, especially of bacteria and algae. He
underlined his belief claiming that the same groove cobbles are a common feature in many
lakes in the Alpine Forelands, Lake Constance included - see his blog contribution
http://stratigraphynet.blogspot.com/2008_06_01_archive.html. We encourage you to read his
remarks and to especially enlarge the photos in Dr. Huber's blog comparing them with our
photos from Figs. 1-4. It's like comparing apples to oranges. And until today, Dr. Robert
Huber fails to present groove cobbles like those shown in our figures from lakes other than
Lake Chiemsee.
Of course, biogenic rock sculpture produced by organisms like, e.g., endolithic bacteria or
piddocks is a well-known process, but once more, we must not compare apples to oranges,
and obviously Dr. Huber has come to a deadlock.
There are very simple macroscopic observations proving the inorganic formation of the
grooves. As shown in many of our photos, the grooved cobbles frequently exhibit distinct
conical and pyramidal shape while the grooves, in most cases showing extremely sharp,
knife-like edges, are geometrically related with the cones and pyramids. It's exactly the same
observation we are making with the regmaglyptic stones from the Rubielos de la Cérida
impact ejecta (Figs. 5, 6). If the grooves were produced by organisms, these bacteria, algae
and mussels must have had extraordinary intelligence, organization and communication
capabilities to geometrically sculpture a large block as seen, e.g., in Fig. 3. Moreover, the
identically grooved stones from the Spanish impact ejecta have never seen a lake, as can be
read in more detail in the article referred to above.
In summary, a biogenic origin of the unmistakable, distinctly grooved cobbles from Lake
Chiemsee has not any reasonable base. Instead, all features, the frequently conical and
pyramidal orientations included, point to an erosion process initiating ablation due to
decarbonization and melting.
Meanwhile, new finds of quite a few grooved cobbles (among them also grooved sandstones)
substantiate the impact-related formation and, moreover, give highlighting insight into the
unique process of deposition of the cobbles after having acquired their sculpture. We will
report soon.


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Neue Furchensteine vom Chiemsee - keine Bakterien, keine Algen, keine
Muscheln.

Als Ergänzung zu den Ausführungen von weiter unten zu den sogenannten Furchensteinen
vom Chiemsee, die von lokalen Geologen wie Dr. Huber und Dr. Darga immer noch als die
Wirkung von Organismen wie Algen, Bakterien und Muscheln angesehen werden, bringen
wir nachfolgend drei wunderschöne Beispiele aus einer ganzen Reihe von Furchensteinen, die
von Herrn H. Eberle aus Siegsdorf gesammelt wurden und von denen er uns kürzlich Fotos
zur Verfügung gestellt hat.





Bild 1. Die sehr häufig bei den Furchensteinen zu beobachtende Kegel- oder Pyramidenform kommt hier
besonders gut zur Geltung. Die geometrisch klar ausgerichteten scharfkantigen Furchen im Fallen der
Kegelmantelfläche deuten auf einen von der Spitze ausgehenden Lösungs-/Erosionsprozess. Im Hinblick
auf den von Dr. Darga und Dr. Huber postulierten Organismenfraß müsste dieser Prozess eine
hervorragende Kommunikation und Organisation der Algen, Bakterien und/oder Muscheln
untereinander vorausgesetzt haben.


Bild 2. Im hier gezeigten Foto ist der Furchchenstein eine leicht an der Spitze abgeflachte Pyramide mit
grob quadratischer Grundfläche. Auch wie im Fall des Kegels in Bild 1 verlaufen die scharfkantigen
Furchten mit geometrischer Kontrolle divergierend von der Spitze. Ein Fall für Bakterien, Algen,
Muscheln?



Bild 3. Das Besondere an diesem Furchenstein vom Chiemsee ist die den Stein etwa vertikal halbierende
tiefe Einkerbung mit einem eigenartigen dunkel gefärbten "Schriftzug" am Boden. Dem Geologen ist
diese Naht allerdings als Drucksutur oder Stylolithen wohlbekannt. Er erklärt sie als das Resultat von
Drucklösung im Gestein, die vor allem in Karbonatgesteinen aber, viel seltener, auch in silikatischen
Gesteinen (z.B. Quarziten) auftreten kann. Häufig an feinsten Rissen oder anderen Inhomogenitäten
ansetzend führen tektonischer Druck oder Auflastdruck zu Materiallösung und einer damit verbundenen
Verzahnung der sich im Laufe der geologischen Zeit gegeneinander bewegenden Gesteinseinheiten (vergl.
auch Bild 4). Bleibt bei der Drucklösung des kalkigen Material ein unlöslicher Rückstand, lagert sich
dieser auf den "Zähnen" ab und verleiht der Sutur häufig eine andere Färbung, was auch hier der Fall
ist.


Bild. 4. Zum Vergleich: Eine Stylolithennaht in einem alten Kalksteinmörser.
Für das Modell der Entstehung der Furchensteine ist diese Beobachtung der "Sonderfurche" offenbar
exakt entlang der Stylolithennaht in das Gestein hinein bemerkenswert. Nach unserer Modellvorstellung
ist die Furchenbildung ein Ablationsprozess, wie er von Meteoriten bekannt ist, was wir in den
Ausführungen weiter unten ausführlich beschreiben. Beim Chiemgau-Impakt konnten die Furchensteine
vermutlich entstehen, als überhitzter Wasserdampf oder andere extrem heiße Gase in Form eines
hochenergetischen "Jets" zu Karbonatschmelze und zu dem besagten gerichteten Ablationsprozess
führten. Im Vergleich mit der normalen Hitzezersetzung durch Kalkbrennen kann sich der Kalkstein
sogar bei deutlich niedrigeren Temperaturen verwandeln und zwar in Form einer Karbonatschmelze,
wenn geeignete Druckverhältnisse, Beimengungen sowie Kohlendioxid- und Wasserverteilungen gegeben
sind. Im vorliegenden Fall ist vorstellbar, dass genau die Verunreinigungen der Lösungsrückstände im
Bereich der Stylolithen zu einem bevorzugten Schmelzen entlang der Naht führten.




Ein neuer Furchenstein vom Chiemsee


In einem früheren Beitrag auf dieser Website http://www.chiemgau-impakt.de/archiv.html ,
http://www.chiemgau-impakt.de/images/bdw/artikel.pdf haben wir über die so genannten
Furchensteine (auch Hirnstoa [=Hirnsteine]) berichtet, die in der Bevölkerung am Chiemsee
seit langem bekannt sind, ohne dass bisher eine schlüssige Erklärung gegeben wurde.
Wir haben eine plausible Erklärung im Zusammenhang mit dem Chiemgau-Impakt formuliert
und die Skulptur der Furchensteine mit Regmaglypten verglichen, wie sie seit jeher von
Meteoriten bekannt sind. Bei Meteoriten werden die Regmaglypten auf oberflächliche
Schmelzvorgänge zurückgeführt, die durch Reibung beim schnellen Passieren der
Atmosphäre wirksam werden. Vergleichbare dynamische Schmelzvorgänge beim Chiemgau-
Impakt mit der Bildung und Ablation von Karbonatschmelze sehen wir als die Ursache der
Bildung der Kalkstein-Furchensteine vom Chiemsee.
Diese Deutung hat einen Kritiker, Dr. R. Huber von der Universität Bremen, auf den Plan
gerufen. Er deutet die Furchen der Furchensteine als biogen, also als das Resultat der
Wirkung von Organismen, insbesondere von Algen und Bakterien, und verweist auf ähnliche
(!) Bildungen in anderen Seen. Bereits in unseren früheren Beiträgen haben wir seine Deutung
zurückgewiesen und auf die Unverträglichkeit unserer Beobachtungen mit der Tätigkeit von
Organismen hingewiesen und bemerkt, dass die Chiemsee-Furchensteine, wie wir sie
vorgestellt und beschrieben haben, exakte Gegenstücke in Auswurfmassen von
Impaktstrukturen besitzen
.
Inzwischen hat Dr. Huber in einem Internetforum,
http://stratigraphynet.blogspot.com/2008_06_01_archive.html (auf englisch), seine Ansicht
wiederholt und bekräftigt, ohne allerdings auf die von uns sehr präzise dargestellten
Merkmale und unsere Erörterung alternativer Bildungsmöglichkeiten einzugehen. Stattdessen
schreibt er dort, dass wir seine Deutung nicht glauben (Zitat: ... but they didn't really believe.)
Wissenschaftler vor allem auch in den Geowissenschaften schreiben und sagen häufig, dass
sie Ergebnisse anderer Forscher nicht glauben. Vielleicht gehört das zum Sprachgebrauch von
Dr. Huber. In unserer Forschergruppe gibt es diese wenig wissenschaftliche Argumentation
"glauben" bzw. "nicht glauben" nicht. Der Leser mag sich unter den oben genannten
Internetadressen überzeugen, dass wir unser Modell sehr sorgfältig begründen und wir eine
biogene Bildung nach unseren sehr detaillierten Beobachtungen und Vergleichen für
ausgeschlossen halten.
Anlässlich des Fundes eines sehr großen wunderschönen Furchensteines in Chieming am
Chiemsee greifen wir diese Diskussion wieder auf. Die nachfolgende Abbildung zeigt diesen
Furchenstein in seiner ganz grob kegelstumpfförmigen Gestalt, und hier kann man einen
ausführlichen Beitrag mit mehreren Fotos nachlesen.



Ein neuer Furchenstein vom Chiemsee.





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C$(%3),

Vor etwa 40 Jahren wurde von Thomas Weber, Hettenleidelheim, im Bereich des nördlichen
Chiemseeufers zwischen Seebruck und Lambach ca. 30 - 40 m vom Ufer entfernt aus 2 - 3 m
Wassertiefe der Stein der Abb. 1 geholt. Ein weiterer, sehr ähnlicher Brocken wurde an
derselben Stelle von seinem Begleiter geborgen. Wegen der sehr ungewöhnlichen
Oberflächenskulptur wurden die Steine seinerzeit als Sammelobjekte mitgenommen. Thomas
Weber hat uns nunmehr, nachdem er sich im Zusammenhang mit der Diskussion über den
Chiemgau-Impakt an seinen Fund erinnerte, den Stein zur Untersuchung und Dokumentation
zur Verfügung gestellt.



Abb. 1. Ein aus dem Chiemsee geborgenes regmaglyptisches Kalksteingeröll. Eine Animation mit einer
Rotation des Steines erscheint beim Anklicken des Bildes.

Wir deuten die eigenartige Oberflächenskulptur als Schmelzstrukturen, sogenannte
Regmaglypten, die beim Flug des Gerölls durch die heiße Explosionswolke beim Chiemgau-
Impakt entstanden. Regmaglypten sind ursprünglich von Meteoriten bekannt, mittlerweile
aber auch von irdischen Impaktstrukturen beschrieben worden (Abb. 2).
Ein ausführlicherer Text über Regmaglypten, das hier gezeigte Geröll,
Verwechslungsmöglichkeiten mit gewöhnlichen Lösungskarren und eine Erörterung im
Rahmen des Chiemgau-Impaktes kann HIER angeklickt werden.

Abb. 2. Erstaunlich ähnlich: Regmaglypten auf der Oberfläche des Tabor-Meteoriten (links) und auf
einem Kalkstein-Fragment aus den Puerto Mínguez-Ejekta, Azuara-Rubielos de la Cérida-
Impaktstrukturen (Spanien).

Dr. R. Huber von der Universität Bremen hat uns kürzlich mitgeteilt, daß dem (Zit.)
Augenschein nach die hier gezeigten Skulpturen das Werk von Endolithen, also von
Bakterien und Algen seien. Wir bedanken uns für seinen Hinweis und werden die Strukturen
auch noch einmal unter dem Gesichtspunkt biogener Formen untersuchen. Eine endolithische
Entstehung halten wir für äußerst unwahrscheinlich und verweisen darauf, daß dem
Augenschein nach sehr ähnliche Strukturen dennoch aus ganz unterschiedlichen Prozessen
resultieren können. Ein einschlägig typisches Beispiel ist die absolute phänomenologische
Übereinstimmung von Produkten regmaglyptischer Schmelzprozesse und Lösungsprozessen
im Karst (Karren).
Inzwischen haben wir die sog. "Furchensteine" auch unter dem Gesichtspunkt einer Wirkung
von Algen und Bakterien untersucht. Diese Erklärung müssen wir für die von uns (!)
beschriebenen Strukturen ausschließen. Wir verweisen dazu auch noch einmal auf den
ausführlichen Artikel .


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