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Supervisory Review and


Evaluation Process

Eine Übersicht

Juli 2016
Supervisory Review and Evaluation
Process – SREP

1 Aktuelle Neuerungen und Herausforderungen –


Europäische Aufsicht und SREP
2 SREP im Detail
3 Überwachung von Schlüsselindikatoren und erste Risikoeinstufung
4 SREP-Geschäftsmodellanalyse
5 SREP-Bewertungsdimensionen
6 Aktuelle Erfahrungen
7 Herausforderungen für die Zukunft
8 SREP für LSIs
9 Weitere Fragen und offene Themen

SREP Juli 2016


PwC 2
Aktuelle Neuerungen und
Herausforderungen –
Europäische Aufsicht und
SREP

SREP Juli 2016


PwC 3
Bankenunion
Bestandteile im Überblick und Status

1 2 3 4
Einheitliches Einheitliche
Einheitliche Aufsicht Einlagensicherung
Regelwerk Abwicklung

Single Rulebook Einheitlicher Einheitlicher Harmonisierter


(CRR…) Aufsichtsmechanis Abwicklungsmech Einlegerschutz
• Eigenkapital- mus (SSM) anismus (SRM) • separat je EU
vorschriften • Relevanz für für alle vom SSM Mitgliedstaat
(CRD, CRR) Bankenunion erfassten Banken • Sicherungs-
• Einlagensicher- • EZB ist zentrale (Bankenunion) systeme sollen
ungssysteme Aufsichtsbehörde • einheitliches dasselbe Maß an
(DGSD) von Finanz- Abwicklungsboard Stabilität aufweisen
• Banken- instituten im • einheitlicher • harmonisierte
restrukturierung Euroraum Abwicklungsfonds Deckungssumme
und Abwicklung pro Einleger
(BRRD)

   
SREP Juli 2016
PwC 4
Welche Banken werden direkt
von der EZB/SSM überwacht?
Aufsichtliche Zuständigkeit EZB/SSM
Anhand Signifikanzkriterien
bedeutende
Banken(gruppen) • Bilanzsumme > €30 Mrd.
(123)
• Bilanzsumme > 20% des BIP des
relevanten Mitgliedstaats
• Bedeutung grenzüberschreitender
Aktivitäten
• Antrag/Gewährung öffentlicher
Einteilung Finanzhilfen (EFSF/ESM)
durch EZB
• eine der drei wesentlichsten
weniger
bedeutende („most significant“) Banken
Banken(gruppen) eines Landes
(~ 6.000)
SSM Länder

Veröffentlichung der Liste mit den Significant Banks


(SiBs) und Less-SiBs (inkl. Festlegung der verant-
wortlichen NCAs) am 4. September 2014 erfolgt

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PwC 5
Rechte des SSM bei der Aufsicht (1/4)
Organisation des SSM
EZB Governing Council EZB wurde ermächtigt,
das SSM-Personal
SSM Supervisory Board von 1.000 auf 1.300
Vorsitz: Danièle Nouy; Stellvertretung: Sabine Lautenschläger
aufzustocken.

Sekretariat des SSM

DG I. Micropruden- DG II. Micropruden- DG III. Micropruden- DG IV. Micropruden-


tial Supervision tial Supervision tial Supervision tial Supervision
Leitung: Stefan Walter Leitung: Ramón Quintana Leitung: Jukka Vesala Leitung: Korbinian Ibel
direkte Aufsicht über die direkte Aufsicht über die • indirekte Aufsicht über alle • Qualitätssicherung
bedeutenden bedeutenden anderen Banken in den • Richtlinien
Banken 30 Banken Banken > 90 Banken teilnehmenden Ländern
• Methodik & Standards
• Aufsicht & NCA Relations
7 Divisionen 8 Divisionen + 18 Sektionen • Zulassung
• institutionelle & sektorale
• SSM-Risikoanalyse
Aufsicht
Joint Supervisory Teams (JSTs) • Analyse & methodische
• Vollzug & Sanktionen
• Mitarbeiter von EZB und NCA, Leitung beim JST-Koordinator Unterstützung • Krisenmanagement
• tägliche Aufsicht über einzelne bedeutende Banken und • Planung und Organisation
Implementierung des jährlichen Überwachungsprogramms • zentralisierte Vor-Ort-
• setzen Entscheidungen von SSM Supervisory Board/EZB Prüfung
Governing Council um • interne Modelle
• größte Banken – ein eigenes JST-Team; sonst ein Team für bis zu
drei Banken

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PwC 6
Rechte des SSM bei der Aufsicht (2/4) – Verteilung
der Aufsichtsfunktionen & Zentrale Rolle der EZB
ESFS
Microprudential supervision Macroprudential
Implementation Single Rule supervision
Single Supervisory Mechanism
Book durch EZB und
(SSM)
(e. g. draft ITS/RTS) NCA’s

EZB

direkt indirekt
weniger
bedeutende
bedeutende andere
Banken (SIB)
Banken (Less-SIB)
EBA
European Banking Authority
Nationale Aufsicht (NCA)
• Unterstützung der EZB bei der Überwachung der EIOPA ESRB
nationalen SiBs iZm dem SSM European Insurance & European Systemic
• direkte Aufsicht über die nationalen Non-SiBs und Occupational Pensions Authority Risk Board
anderen Institute hinsichtlich Einhaltung von EZB-
Empfehlungen (sofern erforderlich) ESMA
• andere primäre Verantwortlichkeiten für alle European Securities and
Institute (z. B. Geldwäsche) Markets Authority

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PwC 7
Rechte des SSM bei der Aufsicht (3/4)
„Significant Banks“


Direkte Aufsicht

EZB 1. Kontinuierliche 2. Stresstest 3. Maßnahme gemäß Artikel Signifikante


Überwachung 16 SSM-Verordnung Bank

Kontinuierliche • Einhaltung Eigenkapitalanforderungen, Großkredite, Liquidität, Leverage & Offenlegung


Überwachung • Einhaltung Anforderungen an das Risikomanagement, Vergütungssysteme, Governance, usw.

Stresstest • Durchführung Stresstests in Zusammenarbeit mit der EBA

1. höhere Kapitalanforderungen 8. Verwendung Bilanzgewinn zur EK-Stärkung


2. Anpassung von Verfahren, Regularien, 9. Verbot von Gewinnausschüttungen
Mechanismen und Strategien 10. spezielle Liquiditätsanforderungen &
Maßnahme 3. Pläne zur Erfüllung von Anforderungen Beschränkung der Fristentransformation
gemäß 4. EWB-Richtlinie oder Behandlung von Aktiva 11. Einreichen von Zusatzinformationen
Artikel 16
5. Einschränkung oder Verkauf von 12. Abberufung des Vorstands
SSM-Verordnung Geschäftsbereichen/Tätigkeiten/Netzwerken
6. Risikoreduzierung
7. Begrenzung der variablen Vergütung

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PwC 8
Rechte des SSM bei der Aufsicht (4/4)
„Less Significant Institutions“


NCA

EZB Nationale Less-Significant


Aufsichtsbehörde Institution
Festlegung • Bewertung der Risikosituation der Banken • Einhaltung Eigenkapitalanforderungen,
und Auswirkungen auf das inländische Konti- Großkredite, Liquidität, Leverage, Offenlegung
Informations- nuierliche
Finanzsystem und Berichtspflichten
abfragen Über- • Einhaltung Anforderungen an Risikomgmt.,
wachung Vergütungssysteme, Governance, etc.
• Anforderung von weiteren Informationen
Ausweitung
• spezielle Untersuchung/Vor-Ort-Prüfung
der Aktivitäten • Über Routine-Aktivitäten, so dass die EZB
überprüfen kann, ob einheitliche
Im Hinblick auf die Leistung von Regelmäßige Aufsichtsstandards angewandt werden
Informations- •
durchgeführten Aufsichtsaufgaben Bericht- • über wesentliche aufsichtliche Maßnahmen
abfrage von
erstattung (Maßnahmen mit wesentlichem Einfluss)
NCAs
gegenüber • über alle als wesentlich eingestuften
der EZB aufsichtlichen Maßnahmen oder solche mit
• Forderung nach höheren Kapitalpuffern und
Überstimmen strengere Maßnahmen als die der NCA
negativer Auswirkung auf den Ruf des SSM
von NCAs
• Bei schneller & deutlicher Verschlechterung
Zur Gewährleistung einheitlicher Aufsichts- Ad-hoc der Finanzsituation einer Less Significant
Übernahme •
standards oder wenn Bank um Hilfe durch Reporting Institution
direkte
den EFSF oder den ESM gebeten hat an die EZB
Aufsicht

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PwC 9
SREP im Detail

SREP Juli 2016


PwC 10
Supervisory Review and Evaluation Process
(SREP)
Von statischer Risikoanalyse hin zur dynamischen Risikobewertung für
alle direkt und indirekt beaufsichtigten Banken

EBA-Guidelines
• „Guidelines for common procedures and
methodologies for the supervisory review and
evaluation process (SREP)“ (EBA/GL/2014/13)
1 • Veröffentlichung am 19. Dezember 2014 nach
Abschlusses des Konsultationsprozesses zum
Entwurfspapier vom 7. Juli 2014
3 SREP
• Inkrafttreten zum 1. Januar 2016
• betrifft grds. alle Institute in der EU
2

Kernziele SREP
• einheitliche Risikobeurteilung einer Bank
• Entwicklung eines Aufsichtsplans
• Vorschlag von Korrekturmaßnahmen

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PwC 11
Die SREP-Bewertung umfasst Geschäftsmodell,
Governance, Kapital- sowie Liquiditätsrisiken
Kategorisierung von Instituten (alle 1 - 3 Jahre)

a große, b mittlere bis große c kleine bis mittlere, d kleine national tätige
systemrelevante Banken Banken, länderüber- national tätige Universalbanken mit wenig
1 greifend, Universalbanken Universalbanken komplexem Geschäftsmodell

jährlicher Prüfungsturnus zweijähriger Prüfungsturnus dreijähriger Prüfungsturnus dreijähriger Prüfungsturnus

2 Überwachung von Schlüsselindikatoren


(u. a. Benchmarking mittels finanzieller und nicht-finanzieller Kennzahlen, vierteljährliche Überprüfung)

Scoring 1 - 4 in den u. g. Kategorien (alle 1 - 3 Jahre)

a Geschäftsmodell- b Bewertung interner c Kapitalrisiken d Liquiditäts- und


3 analyse Governance und Finanzierungsrisiken
Steuerungs-/
Kontrollstrukturen Bewertung der Eigenmittel Bewertung der Liquiditätslage

4 SREP-Bewertung; Overall SREP Assessment

Maßnahmen der Aufsicht (frühzeitige Intervention)

5 a quantitative b quantitative Maßnahmen c andere


Kapitalmaßnahmen zur Liquiditätslage aufsichtliche Maßnahmen

Quelle: Guidelines for common procedures and methodologies for the supervisory review and evaluation process (SREP) (EBA/CP/2014/14)

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PwC 12
Überwachte quantitative und qualitative
Risikofelder der Bank (Übersicht)
SREP-Bewertung (Scoring 1 - 4)
Geschäftsmodellanalyse Governance, Steuerungs- & Kontrollstrukturen
• Geschäfts- und strategische Risiken • gesamtes internes Governance-Konzept einer Bank
• strategische Ausrichtung und (Finanz-)Planung der Bank • Risikomanagementrahmen: Risiko-Richtlinien und
• Sanierungs- und Abwicklungspläne -Prozesse der Bank
• aufsichtliches und internes Meldewesen • Risikotragfähigkeitsrechnung/ICAAP
• externe Einschätzungen (z. B. von Rating-Agenturen) • ILAAP: Internal Liquidity Adequacy Assessment Process
• Vergütungspolitik
• Sanierungsplanung

Kapitalrisiken Liquiditiäts- und Finanzierungsrisiken


betrachtete Risiken Bewertungen durch • Liquiditätsmanagement
• Kreditrisiken die Aufsicht • quantitative Bewertung durch die Aufsicht:
• Gegenparteirisiken • Bewertung des − Liquiditätsreserven
Kapitalbedarfs
• Marktrisiken − Stressszenarien
• Feststellung der
• operationelle Risiken Verschuldungsrate • Prüfung der Umsetzung der Mindestliquiditätsquote
• Zinsänderungsrisiken (Liquidity Coverage Ratio, LCR)
• Bewertung der Kapital-
ausstattung über den • Bewertung der Refinanzierungsrisiken
gesamten Konjunkturzyklus

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PwC 13
Das Ergebnis des SREP bestimmt die Intensität
der Aufsicht

SREP-Klassifizierung

1 Aufsichtsplanung

3 SREP

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PwC 14
RIGA Assessment als erste Ausprägung vom SREP

Supervisory Review and Evaluation Process (SREP)


Scope des SREP Assessments • das SREP Assessments als Umsetzung
einer zentralen europäischer
Beaufsichtigung durch die EBA
Überwachung von Beurteilung der Risiken
Schlüsselindikatoren Beurteilung der und des Kapitals • Beginn des SREP Assessments über die
Internen Governance Durchführung des RIGA Assessments
und Kontrollstrukturen Beurteilung der Risiken
Beurteilung des
auf die Liquidität und
Geschäftsmodells
Refinanzierung

Review on Risk Governance and Appetite (RIGA) Assessment


Scope des RIGA Assessment Ausgestaltung des RIGA Reviews:

Funktionsweise und Effektivität Risk Appetite Framework Einberufen unterschiedlicher Meetings,


des Managements
1 (RAF)
2 insbesondere mit:
• umfasst Überwachungs- und • Qualität der Dokumentation des RAF • Vorsitz des Aufsichtsrats
Managementfunktionen • Überprüfung der Messgrößen • Vorsitz des Vorstands
• Bewertung der Zusammensetzung und • Beurteilung der gewählten • operativen Einheiten
Organisation des Aufsichtsrats Risikolimits
• vollständige und klare Dokumentation • Governance des RAF Benchmarks sind nicht die nationalen
• Vollständigkeit individueller Themen • Risikoappetit und Risikostrategie Anforderungen wie beispielsweise MaRisk,
• Berücksichtigung der Risikoperspek- sondern internationale
tive bei der Entscheidungsfindung Best Practice-Ansätze. !
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PwC 15
Überwachung von Schlüssel-
indikatoren und erste
Risikoeinstufung

SREP Juli 2016


PwC 16
Schlüsselindikatoren werden auf Bankebene
erhoben & im Bedarfsfall auf Geschäftsfeldebene
• Die Schlüsselindikatoren sind unabhängig von der Beispielhafte Cockpit-Darstellung der
Kategorisierung des Instituts vierteljährlich zu Schlüsselindikatoren
ermitteln und stellen aufsichtsrechtliche
Beschränkungen der Geschäftstätigkeit dar.
• Schlüsselindikatoren werden auf Bankebene
erhoben und an die Aufsichtsbehörden gemeldet. AR-Quoten Finanz- & Risiko- Marktbasierte MREL
kennzahlen Indikatoren
• Die Aufsichtsbehörden überprüfen den Verlauf
und relative Bedeutung der einzelnen Indikatoren.
• Ausreißer und starke Schwankungen führen zu
einer detaillierteren Analyse der Treiber der
Veränderung.
30% 40% 30% 30%
• Insbesondere bei Peergroup-Abweichungen
werden weitergehende Nachforschungen durch die
Aufsichtsbehörden angestellt und können zu einer
keine weitere tiefere keine weitere keine weitere
Überprüfung der Risikoklassifizierung und des Analyse Analyse- Analyse Analyse
SREP Scores führen. erforderlich anforderung erforderlich erforderlich
• Tiefere Analysen der Schlüsselindikatoren werden
deshalb bis auf Geschäftsfeldebene vorgenommen
werden müssen.
• Dies kann zu erheblichen personellen und
IT-Aufwand führen.

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PwC 17
Entwicklung der Risikoindikatoren wird von EBA
quartalsweise in Form einer „Heatmap“ dargestellt
Wesentliche Risikoindikatoren der EBA (KRI)
„Key Risk Indicators“ der EBA (Auszug) Beispielhafte Darstellung
1. Solvabilität
• Tier 1 capital ratio bislang nicht
• Total capital ratio veröffentlichte
• CET 1 ratio Indikatoren

2. Kreditrisiko und Asset-Qualität


• Impaired Loans bislang nicht → Analyse der einzelnen Bestandteile der Kennzahl
• Coverage ratio veröffentlichte (z. B. separate Betrachtung von Zähler und Nenner)
• Return on capital Indikatoren

3. Profitabilität
Cost-income ratio
Aggregation und Peergroup-Vergleich durch die EBA
• bislang nicht
• Net income/total oper. income veröffentlichte
• Loan-to-deposit ratio Indikatoren
Darstellung in Form einer „Heatmap“
4. Bilanzstruktur
• Customer deposits to total liabilities bislang nicht
• Debt-to-equity ratio veröffentlichte
• Off-balance sheet items/total assets Indikatoren

→ insgesamt ca. 30 - 40 Risikoindikatoren vorgesehen

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PwC 18
SREP-
Geschäftsmodellanalyse

SREP Juli 2016


PwC 19
Geschäftsmodellanalyse beurteilt Überlebensfä-
higkeit sowie Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells
Folgende Schritte sollten bei der Analyse des Geschäftsmodells
vorgenommen werden:

Vorbereitende Analyse Analyse der zukünftigen Strategie


(„Preliminary Assessment“) sowie der Finanzplanung

Identifikation der Beurteilung der Überlebens-


Analyseschwerpunkte fähigkeit des Geschäftsmodells
Geschäftsmodell-
analyse
Beurteilung des Beurteilung der Nachhaltigkeit
Geschäftsumfelds (GMA)/Business der Geschäftsstrategie
Modell Analysis
(BMA)
quantitative Analyse des Identifikation der wesentlichen
aktuellen Geschäftsmodells Schwächen des Instituts

qualitative Analyse des Zusammenfassung der


aktuellen Geschäftsmodells Ergebnisse und Scoring

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PwC 20
Nutzung interner Informationen sowie relevanter
externer Quellen für Analyse des Geschäftsmodells

Potenziell Aktuelle Diskussionspunkte Aktuelle Diskussionspunkte


relevante Dokumente Externe Kommunikation Interne Kommunikation

Interne Informationsquellen Externe Informationsquellen

Strategische Planung Finanzberichte Externe Bewertungen


• Planwerte • Gewinn- und Verlustrechnung • Rating-Agenturen
• Strategische Ausrichtung/ • Bilanz • Analysteneinschätzungen
Entwicklung • Finanzkennzahlen • Prüfungsberichte
• Der Planung zugrunde (z. B. EK-Quote, ROE, CIR) • Presse
liegende Annahmen
• Übernahmegerüchte

Aufsichtliches Meldewesen Internes Meldewesen Sonstige Quellen


• COREP/FINREP • Management Reports • relevante Studien und
• GroMiKV/Ana-Credit • Kapital- & Liquiditätsplanung Veröffentlichungen
• LCR/NSFR • Internes Risk Reporting • z. B. IWF, aufsichtsrechtliche
Organe, nationale und
• Short Term Exercises (STE) • Sanierungs- und
europäische Institutionen
• Pillar III-Meldungen Abwicklungspläne

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PwC 21
Kurzfristige Analyse & Bewertung des Geschäfts-
modells basiert insb. auf quantitativen Daten
Analyse und Bewertung des aktuellen Geschäftsmodells (kurzfristiger Fokus)
Quantitative Analyse Qualitative Analyse Bewertung Geschäftsmodell
12m
• (Zeitreihen-)Analyse der GuV, • externe Abhängigkeiten (z. B. • Ertragskraft des Instituts,
z. B. Quality of Earnings, Erträge und regulatorische Aufsicht, Externe ohne Einmaleffekte; Gegenüber-
Aufwendungen, Risikovorsorge, Dienstleister, etc.) stellung ROE und COE, sowie
Kennzahlen (z. B. Cost-income ratio) Betrachtung ähnlicher Kennzahlen
• interne Abhängigkeiten, z. B.
(RAROC)
• (Zeitreihen-)Analyse der Bilanz, IT-Infrastruktur und IT-Programme
z. B. Asset/Liability mix, • Refinanzierungsstruktur des
• Loyalität der Stakeholder, d. h.
Refinanzierungsstruktur, TREA und Instituts und deren Adäquanz bzgl.
Stärke der Beziehung zu Kunden und
Eigenmittel, Kennzahlen (z. B. ROE, des Geschäftsmodells. Volatilität der
anderen assoziierten Personen/
CET1%) Refinanzierungsstruktur und
Unternehmen
Finanzierungslücken sind Zeichen
• (Zeitreihen-)Analyse von (z. B. Firmenreputation, Beziehungs-
eines nicht tragfähigen
Konzentrationsrisiken, z. B. „Effektivität“, Run-off rate)
Geschäftsmodells
„Klumpen“ in GuV und Bilanz bzgl.
• Wettbewerbsvorteile im Vergleich
Kundengruppen, Geschäftsfeldern, etc. • Risikobereitschaft des Instituts und
zu den Peers, z. B. IT-Infrastruktur,
Konzentration der Risiken auf
• Risikobereitschaft, z. B. Limits pro Firmennetzwerk, Kostenvorteile
ausgewählte Risikoklassen in einem im
Risikoklasse und deren Einhaltung
Vergleich zu den Peers untypischen
Maße

Am Ende des Bewertungsprozesses steht eine Aussage über die Fähigkeit des Instituts, auf Basis der evaluierten
quantitativen Performance, den identifizierten Kosten- und Gewinntreibern in dem von der Aufsicht untersuchten
zukünftigen Geschäftsumfeld in den nächsten zwölf Monaten angemessene Erträge zu erwirtschaften.

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PwC 22
Im Rahmen langfristiger Bewertung spielt Plausi-
bilisierung der Planung eine wesentliche Rolle
Analyse und Bewertung des aktuellen Geschäftsmodells (langfristiger Fokus)
Quantitative Analyse Qualitative Analyse Bewertung Geschäftsmodell
3y+
• Planwerte für GuV, Bilanz, • Änderungen des Geschäfts- • Plausibilität der Planung, im
Geschäftsentwicklung und weitere modells und der Strategie, welche speziellen der getroffenen Annahmen
finanzielle (Kenn-)Zahlen vorgenommen werden um die und ermittelten Planwerte. Vergleich
gesteckten Ziele zu erreichen der Prognosen des Instituts mit den
• Annahmen, die der Zukunftsplanung
Prognosen der Aufsicht
zugrunde liegen, werden auf ihre • Fähigkeit des Instituts die Pläne
Plausibilität überprüft, z. B. Makro- zu verwirklichen, z. B. Track Record • Auswirkungen der Prognosen der
ökonomische Faktoren, Markttrends, des Managements, Plan-Ist- Aufsicht auf das Finanzergebnis und
Umsatz- und Margenwachstum Abweichungen in der Vergangenheit, andere Planzahlen des Instituts (sofern
Komplexität der zu erreichenden Ziele die Planung der Aufsicht und des
im Vergleich zum aktuellen Instituts voneinander abweichen)
Geschäftsmodell
• Risiko der Strategie, gemessen an
der Komplexität der Strategie im
Vergleich zum aktuellen
Geschäftsmodell und Erfolgs-
wahrscheinlichkeit der Strategie,
gemessen an der Fähigkeit des
Instituts Pläne umzusetzen

Am Ende des Bewertungsprozesses steht eine Aussage über die Fähigkeit des Instituts, mit der angestrebten Strategie
in dem von der Aufsicht untersuchten zukünftigen Geschäftsumfeld in den nächsten mind. drei Jahren
angemessene Erträge zu erwirtschaften.

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PwC 23
SREP-
Bewertungsdimensionen

SREP Juli 2016


PwC 24
Mit Governance, Steuerungs- und Kontrollstruk-
turen werden auch IT und Sanierungsplan geprüft
Ziel dieses Überwachungsfelds ist die Beurteilung, ob die Governance und die Kontrollsysteme für das Risikoprofil,
das Geschäftsmodell, die Größe und die Komplexität einer Bank angemessen sind.
Elemente der Governance und Kontrollsysteme, die einem bestimmten Risikotyp zuzuordnen sind (Kapital-,
Liquiditäts- und Refinanzierungs-Risiko), werden in diesen SREP-Bestandteilen geprüft.

Bewertungsdimensionen Score

Organisationsstruktur,
Verantwortlichkeiten;
Trennung von Risk
IKS und
Taking, Risiko- kein erkennbares Risiko für die
management und
Kontrollen 1 Überlebensfähigkeit des Instituts
Kontrollfunktionen
Unternehmens- geringes Risiko für die
Vergütung kultur
2 Überlebensfähigkeit des Instituts
Risikomanagement inkl.
ICAAP und ILAAP, mittleres Risiko für die
Stresstest-Rahmen und Zusammensetzung 3 Überlebensfähigkeit des Instituts
Liquiditätsplanung und Tätigkeit des
Managements hohes Risiko für die
4 Überlebensfähigkeit des Instituts
IT-Systeme und
Betriebskontinuitäts- Sanierungs-
management planung

SREP Juli 2016


PwC 25
Kapital-Risiken werden quantitativ sowie
hinsichtlich ihrer Steuerungsstruktur überwacht
Über die quantitativen Bewertungsdimensionen hinaus werden mit Fokus auf die Kapital-Risiken auch die
Organisationsstruktur, die Prozesse, sowie Überwachung und Reporting von Risiken und Limits hinsichtlich ihrer
Konsistenz zur Strategie und Risikobereitschaft sowie -tragfähigkeit geprüft.

Bewertungsdimensionen Score

Eigenkapital-Ausstattung
und Ausschöpfung von
Puffern
kein erkennbares Risiko für die
1 Überlebensfähigkeit des Instituts
Ergebnisse von Stresstests
(gesamtwirtschaftlicher geringes Risiko für die
Abschwung) 2 Überlebensfähigkeit des Instituts
mittleres Risiko für die
Kapitalflüsse zwischen und 3 Überlebensfähigkeit des Instituts
Kapital-Ausstattung bei anderen Leverage Ratio
Unternehmen der Gruppe hohes Risiko für die
4 Überlebensfähigkeit des Instituts
Belastbarkeit, Glaubwürdigkeit
und potentielle Effektivität des
Kapital-Plans

SREP Juli 2016


PwC 26
Prüfung der Liquiditäts- und Refinanzierungs-
risiken sowie ihrer Steuerungsstrukturen
Ergebnis dieser Analyse ist die Einschätzung, zu welchem Grad die Liquiditätsausstattung eines Instituts zur Deckung
seiner Liquiditäts- und Refinanzierungsrisiken ausreicht. Daraus ergibt sich auch die Bewertung, ob eine
aufsichtsseitige Vorgabe institutsbezogener Anforderungen an die Liquiditätsausstattung zur Deckung aktueller oder
potenzieller Risiken erforderlich ist.

Bewertungsdimensionen Score

Counterbalancing Capacity
(Ausgleichsfähigkeit von
Liquiditätsunterdeckungen) kein erkennbares Risiko für die
und Liquiditätspuffer 1 Überlebensfähigkeit des Instituts
geringes Risiko für die
Zusammensetzung und Belastbarkeit, 2 Überlebensfähigkeit des Instituts
Stabilität der Glaubwürdigkeit und
längerfristigen (> 1 Jahr) potentielle Effektivität des mittleres Risiko für die
Refinanzierungsstruktur Liquiditäts-Notfallplans 3 Überlebensfähigkeit des Instituts
hohes Risiko für die
Liquiditätsflüsse zwischen und 4 Überlebensfähigkeit des Instituts
Liquiditäts-Ausstattung bei
anderen Unternehmen der
Gruppe

SREP Juli 2016


PwC 27
Für jeden Teilbereich wird je nach Ausprägung
der Merkmale ein Scoring zwischen 1 & 4 vergeben
Scoring der einzelnen Bereiche
Score 1 Score 2 Score 3 Score 4
Organisationsstruktur robust, überwiegend robust, nicht vollständig nicht transparent
transparent transparent transparent
Verantwortlichkeiten klar klar nicht vollständig nicht transparent
1
transparent
Trennung Risikoübernahme und klar klar nicht vollständig nicht getrennt
Risikomanagement/-Kontrolle getrennt
2 Unternehmenskultur aussagekräftig überwiegend zweifelhaft nicht geeignet
aussagekräftig
3 Organisation und Funktionsweise angemessen überwiegend angemessen zweifelhaft nicht geeignet
der Geschäftsführung
4 Zusammenhang Vergütung und stimmen überwiegend möglicherweise definitive
(langfristige) Risikostrategie überein übereinstimmend Konflikte Konflikte
5 Risikomanagement-Konzept angemessen überwiegend angemessen zweifelhaft nicht angemessen
(inkl. ICAAP und ILAAP)
6 Internes Kontrollsystem angemessen überwiegend angemessen zweifelhaft nicht angemessen
Unabhängigkeit und Wirksamkeit der erfüllt überwiegend erfüllt zweifelhaft nicht erfüllt
Interne Revision
7 IT-Systeme und Betriebskontinuität angemessen überwiegend angemessen zweifelhaft nicht angemessen
8 Sanierungsplan ist vollständig, erfüllt überwiegend erfüllt zweifelhaft nicht erfüllt
zuverlässig und angemessen

SREP Juli 2016


PwC 28
Das Overall SREP Assessment bestimmt operative
Beaufsichtigung und aufsichtliche Schritte

Aus dem SREP Overall Assessment


Auffälligkeiten aus den einzelnen
SREP-Elementen, insbesondere:

Identifizierte
Risiken, denen Bewertung der resultierende weitere Schritte der
ein Institut aus- Auswirkung von
Governance und
Aufsicht
gesetzt ist bzw.
Steuerung und/oder
sein kann
Geschäftsmodell und • Bestimmung und Ergreifung von
Strategie auf die
Risikosituation
Maßnahmen der Aufsicht hinsichtlich
Zuverlässige negativer Auffälligkeiten
Risikotrag-
fähigkeit durch
Eigenmittel Positive und
• Bestimmung der zukünftigen Beaufsichti-
u. Liquidität negative Aus- gung des Instituts sowie über die Aufnahme
wirkungen der
Abhängigkeiten in das Supervisory Examination-Programme
dieser Punkte
• ggf. Bestimmung frühzeitiger Interventions-
maßnahmen nach Artikel 27 („Frühzeitiges
Eingreifen“) der EU-Richtlinie 2014/59/EU
über die Sanierung und Abwicklung von
kein erkennbares Risiko für die Überlebensfähigkeit des
1 Instituts Kreditinstituten und Wertpapierfirmen
2 geringes Risiko für die Überlebensfähigkeit des Instituts • ggf. Klassifizierung der Bank als „failing or
3 mittleres Risiko für die Überlebensfähigkeit des Instituts
likely to fail“ nach Artikel 32
(„Voraussetzungen für eine Abwicklung“)
4 hohes Risiko für die Überlebensfähigkeit des Instituts
der EU-Richtlinie 2014/59/EU
F das Institut wird als „failing or likely to fail“ eingestuft

SREP Juli 2016


PwC 29
Aktuelle Erfahrungen

SREP Juli 2016


PwC 30
Der „Säule I-Plus-Ansatz“
Basis zur Festlegung der SREP-Kapitalanforderungen

Für Risiken, welche bereits in Säule I berücksichtigt sind, stellen die


Eigenmittelanforderungen gemäß CRR die Untergrenze der
Eigenmittelbelastung dar.
→ Die Aufsicht kann im Rahmen ihrer Beurteilung zu höheren
Kapitalanforderungen gelangen.

Ausgangspunkt Startpunkt der Quantifizierung von Risiken, die nicht durch Säule I
abgedeckt sind, sind die institutsinternen Berechnungen im Rahmen des
i. d. R. internes
ICAAP.
Risikotragfähig-
→ Auch hier kann die Aufsicht zu abweichenden, i. d. R. höheren
keitskonzept
Kapitalanforderungen kommen.
(ICAAP)

ggf. Kapitalzuschläge für Modellrisiken oder Schwächen in der Internal


Governance

Diversifikationseffekte zwischen den einzelnen Risikokategorien finden


im Säule I-Plus-Ansatz keine Berücksichtigung.

SREP Juli 2016


PwC 31
Bisherige Erfahrungen mit dem SREP-Prozess

SREP CET1%-Quoten* • Kapitalanforderungen über alle


14% SSM-Banken haben sich im Vergleich zu
13,5% 2014 auf 10,1% erhöht – Bandbreite
13%
reicht von 8 - 14% (Sabine Lauten-
schläger, 17.11.2015).
12,5%

12,0%
• Puffer umfassen den Kapital-
11,5%
erhaltungspuffer, jedoch nicht
All ECB diejenigen für antizyklische bzw.
supervised
systemische Risiken oder für
11,0%
CET1-Quote

80% of banks
10,5%
banks systemrelevante Banken.
10,0%
50% of
banks • Klassifizierung der Banken (Stufe 1 bis 4)
9,5%
wurde mündlich mitgeteilt.
9,0%

8,5%

8,0%

7,5%

*einschließlich Kapitalerhaltungspuffer

SREP Juli 2016


PwC 32
SREP-Rahmenkonzept und bisherige Erfahrungen

Internal
Business model Assessment of capital adequacy Assessment of liquidity adequacy
Governance
Angemessenheit von Internal Capital Internal Liquidity
Funktionsfähigkeit interner Governance Risiken & Adequacy Risiken & Adequacy
Stress testing Stress testing
und Nachhaltigkeit und Risiko Kontrollen Assessment Kontrollen Assessment
Geschäftsmodell Management Process (ICAAP) Process (ILAAP)
Prozess
Säule II Kapitalanforderungen Säule II Kapitalanforderungen

SREP-Gesamtbeurteilung
Maßnahmen der Aufsicht

korrektive
Kapitalmaßnahmen Liquiditätsmaßnahmen qualitative Maßnahmen
Interventionsmaßnahmen

Allgemeine Feststellunge Feststellungen zum ICAAP


• Geschäftsmodelle der Banken unter massivem Druck • unzureichende Berücksichtigung von Zinsrisiken im
(Niedrigzins, Profitabilität, Wettbewerb) Bankbuch
• mittelfristige Finanzplanung nicht immer konsistent mit dem • nicht angemessene Berücksichtigung von
Kapitalplanungsprozess Konzentrationsrisiken
• Stress Test-Ergebnisse bei der Beurteilung der • Notwendigkeit der Berücksichtigung von
Risikotragfähigkeit nicht hinreichend berücksichtigt Geschäftsmodellrisiken
• unzureichende Berücksichtigung von Risikoappetit und • Angemessenheit der Konfidenzintervalle in den Säule II
Risikokultur Kapitalmodellen
• Betonung der Wichtigkeit von Liquiditätskennzahlen • Betonung der Wichtigkeit des Liquidationsansatzes bei der
Ermittlung der Risikofaktoren

SREP Juli 2016


PwC 33
Herausforderungen
für die Zukunft

SREP Juli 2016


PwC 34
Risikoeinschätzung der EBA
zum EU-Bankensektor

Risiko-
Risikoart Risikotreiber Trend
einschätzung
Credit risk Kreditqualität,
high
Emerging Markets
Market risk Volatilität, Markt-
medium
liquidität, Zinsentwicklung
Operational risk IT, Kostensenkungen high
Concentration risk Preisblasen, Zinsentwicklung medium
Profitability Margen, Kostensenkungen high
Access to funding Marktliquidität medium
Funding structure Vertrauen auf Zentralbank
medium
& besicherter Refinanzierung
Regulatory environment regulatorische Initiativen medium

SREP Juli 2016


PwC 35
Schwerpunktthemen des SSM für 2016ff.

Analyse des ICAAP & Internal


EBA-Stresstest
Geschäftsmodells Stress Testing
• Angemessenheit und Nachhaltigkeit • 53 Banks werden am EBA-Stresstest • separater Stresstest für die von der
• Fähigkeit zur Generierung akzep- teilnehmen EBA nicht berücksichtigten Banken
tabler Erträge über einen Prognose- • im Umfang ähnlich dem Stress Test Konsistent zur Methodologie der EBA
zeitraum von mindestens drei Jahren 2014 (d. h. statischer Bilanzansatz, • Konsistent zur Methodologie der EBA
• Basierend auf strategischen verbindliche Methodologien und • zur Beurteilung des Säule II
Planungen und Finanzprognosen Annahmen, etc.) Kapitalbedarfs im SREP 2016

Vereinheitlichung der euro- Operationelle & Überwachungs-


Prüfung der internen Modelle
päischen Bankenregulierung risiken

• Beginn in der zweiten Jahreshälfte • Konsultationen zur Vereinheitlichung Bedenken seitens FSB, Basel Committee
2016 der Ausübung von Wahlrechten und und Group of 30 wegen Fällen von
• wesentliche Ziele diskretionären Entscheidungen in • Individualismus
der europäischen Bankenregulierung
− einheitlichen europäischen • Kurzfristigkeit
im November 2016 begonnen
Standards für interne Säule I • schwacher Risikokultur
Modelle • Abschluss und Umsetzung in der
ersten Jahreshälfte 2016 • schwacher Überwachungstätigkeit
− Reduzierung der weitreichenden der Aufsichtsorgan-Mitglieder
Volatilität der RWAs in der
Eurozone

SREP Juli 2016


PwC 36
Schwerpunktthemen des SSM für 2016ff.

Datenqualität & SREP “light” für weniger


ILAAP
AnaCredit bedeutende Institute
• Anforderung an alle Banken, eine • granularere Daten für Stress Tests, • Veröffentlichung von
ILAAP-Dokumentation zu erstellen Vor-Ort-Prüfungen, AnaCredit, etc. Anforderungen/Richtlinien für einen
und einzureichen • Druck auf Banken zur Verbesserung SREP „light“ bei LSI durch SSM DG
der Datenqualität und Datenprozesse III erwartet
(Verfügbarkeit, Analysefähigkeit, • Liste der „high priority“ LSI erwartet
Authenzität)

IT-Belastbarkeit & Cyber Interne Governance &


IFRS 9
Security Risikoappetit

• jüngste weitreichende Problemfälle in • Zugrundeliegende Wahrnehmung, • ECB „sehr interessiert“ an den


Bezug auf IT-Belastbarkeit das die Governance in einigen Ban- Auswirkungen der IFRS 9-
(Resilience) und Cyber Security ken nicht hinreichend ist, z. B. wegen Einführung (Korbinian Ibel,
• EZB macht IT-Resilience und Cyber − Qualität des Aufsichtsorgans Leiter DG IV)
Security zu einem Schwerpunktthema − Unabhängigkeit vom Management • Banken sollen erste Auswirkungen
für 2016 der Einführung von IFRS 9 auf die
− Berücksichtigung des
Eigenkapitalpositionen bereits in
Risikoappetits in der
2016 melden
Entscheidungsfindung

SREP Juli 2016


PwC 37
Schwerpunktthemen des SSM für 2016ff.
Was bedeutet dies zu Beginn des 2. Jahres SSM-Aufsicht?

Ein tragfähiges
Ambitioniertere & nachhaltiges
aufsichtsrechtliche Geschäftsmodell ist
Anforderungen entscheidend
Zunehmende Prozesse zum
Anforderungen Management des
immer granularerer conduct risk werden
Daten in den Fokus rücken

Zunehmend Größere Konsistenz


der Aufsichtspraxis Zunehmend
intrusive Aufsicht tiefgreifender
in Europa
und intrusiverer
SREP 2016
Bedarf für eine ausgewogene
Arbeitsbeziehung und Kommunikation
mit der Aufsicht

SREP Juli 2016


PwC 38
SREP für LSI‘s

SREP Juli 2016


PwC 39
Künftige Aufsicht über Less Significant
Institutions (LSI)

zusätzlich Ad-hoc-Informationsanfragen
EZB DG III
gemeinsame Standards, Empfehlungen, Leitlinien und Nationale Aufsicht
Übersicht der allgemeine Anweisungen Direkte Aufsicht
Beaufsichtigung quantitative und qualitative Informationen

Reporting
Zusammenarbeit
mit Banken-
verbänden rd. 100 LSIs mit direkte Aufsicht
„high priority“-Status

Less Significant Institutions

Abgestufter Ansatz:
• LSIs sollen gemäß Proportionalitätsprinzip beaufsichtigt werden
• Intensität der Aufsicht und die angeforderten Informationen richten sich nach der Prioritätseinstufung
• Risikoorientiertes und konsistentes Vorgehen

SREP Juli 2016


PwC 40
Methodik für SREP-Kapitalfestsetzung
Unterschied zwischen „hartem“ und „weichem“ SREP-
Zuschlag
SREP Kapitalfestsetzung (SREP -Zuschlag)

Risikoteil Stressteil
(harte Kapitalanforderung) (weiche Kapitalanforderung = Frühwarnindikator)

Zins- Weitere Ggf. weitere, Stresseffekte aus Umfrage zum


änderungs- wesentliche individuelle Niedrigzinsumfeld 2015
risiko im Risiken Zuschläge
Anlagebuch Zins- Kreditrisiko
änderungs- (PD: +155%,
Marktrisiko
risiko Haircut:
(+ 200 BPS) 20%)

GuV-Effekt aus drei Szenarien in


Relation zu den RWA. Kapitalzuschlag
Bucket- Bucket- aus der Stresskomponente kann mit
Ansatz Ansatz Kapitalerhaltungspuffer verrechnet
Bucket-Ansatz werden.

Für die Institute, für die die Aufsicht im Jahr 2016 keinen SREP-Zuschlag festgelegt haben
wird, wird die BaFin im 2. Halbjahr 2016 eine Allgemeinverfügung zur
Kapitalunterlegung der Zinsänderungsrisiken im Anlagebuch bekanntgeben.

SREP Juli 2016


PwC 41
Methodik für SREP-Kapitalfestsetzung
Der Bucket-Ansatz der Aufsicht

Ziel: Entwicklung einer weitgehend automatisierten und damit transparenten


Berechnungssystematik zur Festlegung des SREP-Zuschlags
SREP-Kapitalzuschlag für das SREP-Kapitalzuschlag für SREP-Kapitalzuschlag für
Zinsänderungsrisiko im weitere wesentliche Risiken Stresseffekte aus der Umfrage
Anlagebuch zum Niedrigzinsumfeld

Ausgangspunkt: Negative Ausgangspunkt: Nicht-Säule-1-Risiken Ausgangspunkt: Auswahl von drei


Barwertänderung beim Baseler (exkl. ZÄR) am Gesamtrisiko (Daten aus Szenarien aus der Niedrigzinsumfrage:
Zinsschock (+/-200 BPS) in Relation zu dem RTF-Meldewesen) - ZÄR (+ 200 BPS)
den RWAs - Kreditrisiko (PD + 155%, Haircut
Risikoprofilnote: Beurteilung der 20%)
Risikoprofilnote: Beurteilung der Qualität der Internal Governance und - Marktrisiko
Qualität des Risikomanagements des ICAAP
Kapitalzuschlag: Bestimmt sich durch
Kapitalzuschlag: Festlegung in Kapitalzuschlag: Festlegung in die Relation des GuV-Effekts aus den
Abhängigkeit von der Höhe der Abhängigkeit von der Höhe der weiteren drei Szenarien zu den RWA.
Barwertänderung und der wesentlichen Risiken und der
Risikoprofilnote Risikoprofilnote Verrechnung des Kapitalzuschlags aus
der Stresskomponente mit dem
Negative Barwertänderung (+/- 200 BPS)/RWA Nicht-Säule-1-Risiken (exkl. ZÄR)/ Gesamtrisiko Kapitalerhaltungspuffer ist möglich
ZÄR (qual.) Risikoprofil

ICAP/ IG Risikoprofil

A A

B B NZU-Auswirkung/RWA

C C

D D

SREP Juli 2016


PwC 42
Methodik für SREP-Kapitalfestsetzung
Komponenten der Kapitalfestsetzung

Stressteil: Weiche Kapitalanforderungen


• Orientierungsgröße, Frühwarnschwelle
• Abfederung von Verlusten in Stresssituationen
Stress • Unterschreitung ist möglich, soll aber zu einer Erhöhung der
(NZU) Aufsichtsintensität führen
• Verrechnung des Kapitalzuschlags aus der Stresskomponente mit
dem Kapitalerhaltungspuffer ist möglich
CRR-
Kapital- Sonstige Risikoteil: Harte Kapitalanforderungen
anforderun Aspekte • Muss jederzeit eingehalten werden
gen für Weitere • Eigenmittelanforderungen aus CRR als Untergrenze
Risikoarten Kapitalzuschlag für Risiken, die nicht oder nicht ausreichend in
Säule 1 •
Säule 1 abgedeckt sind ( § 10 (3) KWG)
ZAR
• Höhere Risiken, als aus Säule 1:
Zusätzliche • Zinsänderungsrisiko
Kapital- • Weitere Risiken
anforderungen • Sonstige Faktoren
für Säule 1- • Konkreter Maßnahmenkatalog bei Unterschreitung ( § 45 KWG)
Risiken

Anforderungen SREP-
Säule 1 Kapitalzuschlag
SREP Juli 2016
PwC 43
Wesentliche Herausforderungen für die Institute

Kapitalfestsetzung durch Säule-1-plus-Ansatz und Berücksichtigung von Kredit-, Markt- und


 operationellem Risiko sowie weiteren wesentlichen Risiken (Zinsänderungsrisiken im
Anlagebuch)
Risikotrag-
Ggf. Ergänzung um Kapitalzuschläge für Modellschwächen sowie für Kontroll-, Governance-
fähigkeit  und Prozessmängel
 Berücksichtigung Ergebnisse aus der Niedrigzins-Umfrage der BaFin als Stresskomponente
Planungen der BaFin sehen noch in 2016 eine Veröffentlichung einer Allgemeinverfügung
Zinsänderungs-
risiken  zum Zinsänderungsrisiko vor, wonach Institute dazu verpflichtet sind, die aus dem Baseler
Zinsschock resultierende (negative) Barwertänderung jederzeit mit Kapital zu unterlegen

Weitere Risiken  u. a. Reputationsrisiken, Geschäftsrisiken, Refinanzierungsrisiken, …


Stress- Entwicklung von Stresstests zum Niedrigzinsumfeld und deren Implementierung in das
komponente  ICAAP-Konzept
 Im Vordergrund steht eine qualitative Überprüfung
Liquiditäts- Liquiditätsausstattung aus BaFin-Sicht gegeben, sofern die LCR-Mindestanforderung i.H.v.
festsetzung  70 % in 2016 eingehalten wird
 Methodische Weiterentwicklung für 2017/18 avisiert
SREP Juli 2016
PwC 44
Weiterer Fahrplan für die kommenden drei Jahre

Mai 2016 III. Quartal 2016

Präsentation der Anhörung der Institute


Methodik sowie finale
Kapitalfestsetzung

II. Quartal 2016 2017 und 2018


Versand der
Anhörungsschreiben an SREP-Kapitalfestsetzung für restliche
ca. 330 Institute (HP-LSI) Institute (Tranchen) über die kommenden
drei Jahre
• 2. Tranche: ca. 650 - 700 Institute
• 3. Tranche: ca. 650 - 700 Institute

Erste Überlegungen zu Übergangsregelungen

• Kurzfristig: SREP-Zuschlag wird im Rahmen des Going-Concern-Ansatzes übergangsweise nicht


berücksichtigt (RTF wird als gegeben angesehen, sofern im Vorwege ohne Beanstandungen)

• Mittelfristig: Gone-Concern-Ansatz ergänzt durch Going-Concern-Betrachtung (Dualer Ansatz)

SREP Juli 2016


PwC 45
Institute im Fokus
Auswahlkriterien für Institute der 1. Tranche

EZB- Risikoeinstufung Niedrigzins- Sonstige


Prioritätsein- der deutschen umfeld diskretionäre
stufung Aufsicht Umfrage Faktoren

Auswahlkriterien der 1. Tranche von Instituten mit SREP-Zuschlag

• Stigmatisierung der Institute der ersten Tranche von Instituten mit SREP-Zuschlag soll vermieden werden

• Der SREP-Zuschlag soll für eine Dauer von maximal drei Jahren festgelegt werden

• Zur SREP-Einstufung will sich die BaFin im Wesentlichen an bereits vorliegenden Informationen
orientieren (z.B. aus dem Meldewesen) und vorerst keine neuen Informationsanforderungen an die Institute
stellen

Auch die EZB arbeitet an einem SREP für LSIs

Der nationale SREP wird somit wahrscheinlich nur als Zwischenlösung für die deutschen
nicht direkt von der EZB beaufsichtigen Institute dienen

SREP Juli 2016


PwC 46
Weitere Fragen
und offene Themen

SREP Juli 2016


PwC 47
PwC SREP Quick-Check Tools
Beispielhafte Vorgehensweise

1 2
Betroffenheitsanalyse

Aufzeigen von internen/


externen Kosten der Prüfung
bzw. für Prozess-
anpassung

Erheben (Raise) von


Schwachstellen und
notwendigen Prozess-
3 4 anpassungen

Risikoeinschätzung bzw.
Ergebniserwartung für den
SREP

SREP Readiness!

SREP Juli 2016


PwC 48
Vielen Dank

Alexander Kottmann
Director
Financial Services Risk & Regulation
Kapelle-Ufer 4
10117 Berlin
Tel. +49 30 2636-5018
Mobil +49 170 4738250
alexander.kottmann@de.pwc.com

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