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SolvV goes IFRS:

Umstellung Aufsichtsrecht HGB auf IFRS

Berlin, 22.09.2011
Umstellung Aufsichtsrecht HGB auf IFRS | Inhalt

 Ausgangssituation

 Anpassung des Konzernabschlusses

 Unterschiedliche Kapitaldefinitionen

 Adjustierung durch Prudential Filter

 Umstellung der Risikopositionen

 Auswirkungen aktueller IFRS-Änderungen

 Umsetzungsproblematik

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Umstellung Aufsichtsrecht HGB auf IFRS | Ausgangssituation

Meldewesen in der (Instituts)gruppe

SolvV
GroMiKV LiqV

Leverage Meldewesen FINREP


Ratio

Länder-
BISTA Zusammengefasste
risiko-
Eigenmittel
verordnung

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Umstellung Aufsichtsrecht HGB auf IFRS | Ausgangssituation

Eigenmittel &
Leverage Ratio FinRep
Risikopositionen

Unterjährige
Verschuldungsobergrenze: Ermittlung der
Finanzberichterstattung
Verhältnis von hartem Kern- Zusammengefassten
Harmonisierung des euro-
Anwendungsbereich kapital zur ∑ der bilanziellen Eigenmittel sowie der
päischen Aufsichtsrechtes
und außerbilanziellen zusammengefassten
und Erhebung von Daten für
Positionen Risikopositionen
statistische Zwecke

Datenausgangsbasis IFRS Konzernabschluss IFRS Konzernabschluss IFRS Konzernabschluss

Inkrafttreten 01. Januar 2013* offen 01. Januar 2016

Bis 2015: Möglichkeit zur


Bis 2015: Möglichkeit zur
Nutzung des nicht
Nutzung von HGB Daten
adjustierten IFRS-
Übergangsregelungen n.a.
Konzernabschlusses
Ab 2016: Adjustierter IFRS-
Ab 2016: Adjustierter
Konzernabschluss
IFRS-Konzernabschluss

* Im Rahmen des Basel III Monitorings (Parallelphase) ggfs. schon früher

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Umstellung Aufsichtsrecht HGB auf IFRS | Inhalt

 Ausgangssituation

 Anpassung des Konzernabschlusses

 Unterschiedliche Kapitaldefinitionen

 Adjustierung durch Prudential Filter

 Umstellung der Risikopositionen

 Auswirkungen aktueller IFRS-Änderungen

 Umsetzungsproblematik

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Umstellung Aufsichtsrecht HGB auf IFRS | Anpassung des Konzernabschlusses

Neues Verfahren im Rahmen der 7. KWG-Novelle

Ermittlung der zusammengefassten Eigenmittel und Risikopositionen

Zusammenfassungs-
Aggregationsmethode Übergangsregelungen
methode

 Bis 31.12.2006  Übergangsregelungen  Seit 01.01.2007 zulässige


für die Verwendung der
alleinzulässige Methode Aggregationsmethode und ab 01.01.2016
 § 10a Absatz 6 KWG verpflichtende* Methode
 § 64h Absatz 4 KWG
 § 10a Abs. 7 Satz 1  § 10a Absatz 7 KWG
KWG

* Für Mutterinstitute, die zur Aufstellung eines Konzernabschlusses nach IFRS verpflichtet sind

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Umstellung Aufsichtsrecht HGB auf IFRS | Anpassung des Konzernabschlusses

Abweichende Konsolidierungskreise nach IFRS und KWG

IFRS KWG

 Maßgeblichkeit des aufsichtsrechtlichen Konsolidierungskreises nach § 10a Abs.1 bis 5 KWG


 IFRS-Konzernabschluss als Datengrundlage für die Ermittlung der zusammengefasten Eigenmittel
und Risikopositionen
 Notwendigkeit der Überleitung des IFRS-Konsolidierungskreises auf den regulatorischen
Konsolidierungskreis

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Umstellung Aufsichtsrecht HGB auf IFRS | Anpassung des Konzernabschlusses

Der Konsolidierungskreis nach IFRS und KWG im Überblick

IFRS KWG

Unternehmen des Bankensektors


Tochterunternehmen Tochterunternehmen

Unternehmen aller Sektoren


Einbeziehungs- Qualifizierte
Gemeinschaftsunternehmen
pflicht Minderheitsbeteiligungen

Assoziierte Unternehmen

Einbeziehungs- Veräußerungsabsicht
Branchenfremde Unternehmen
verbot innerhalb von zwölf Monaten

Wahlrecht für unwesentliche Freistellung nach


Unternehmen § 31 Abs. 3 KWG
Einbeziehungs-
wahlrecht
Freiwillige Einbeziehung zur
Vermeidung des Abzugs

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Umstellung Aufsichtsrecht HGB auf IFRS | Anpassung des Konzernabschlusses

Art der Einbeziehung nach KWG und IFRS

Aufsichtsrecht IFRS

Tochterunternehmen Vollkonsolidierung Tochterunternehmen Vollkonsolidierung

Quoten-
Qualifizierte Quoten-
Gemeinschaftsunternehmen konsolidierung* /
Minderheitsbeteiligungen konsolidierung
At Equity-Methode

Freiwillig einbezogene Quoten-


Assoziierte Unternehmen At Equity-Methode
Unternehmen konsolidierung

 Unterschiedliche Berücksichtigung im Aufsichtsrecht und IFRS

* entfällt nach IFRS 11

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Umstellung Aufsichtsrecht HGB auf IFRS | Anpassung des Konzernabschlusses

Eigenkapitaleffekte aus der (Voll)Konsolidierung

Vereinheitlichung der  Zwischenabschlussaufstellung für Konsolidierungszwecke


Stichtage  „Richtige“ Abbildung des anteiligen Jahresergebnisses

Vereinheitlichung von  Ansatz (z.B. für immaterielle Vermögenswerte)


Ansatz, Bewertung und  Neubewertung (z.B. Rückstellungen)
Ausweis  Umgliederung der einzelnen Positionen/Posten

Vereinheitlichung der  „Richtiger“ Umrechnungskurs


Recheneinheit  Währungsumrechnungseffekte

 Abbildung der Kapitalkonsolidierung


Konsolidierung  Aufwands- und Ertragskonsolidierung
 Zwischenerfolgseliminierung

 Abweichungen zwischen dem handelsrechtlichen und


steuerrechtlichen Ergebnis
Anpassung der latenten
Steuern
 Anpassungen an konzerneinheitliche Bewertung und Neuausübung
von Ansatzwahlrechten
 Erfolgswirksame Konsolidierung und at Equity-Methode

 Auswirkungen auf die Höhe der anrechenbaren Eigenmittel im Zeitpunkt der Umstellung

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Umstellung Aufsichtsrecht HGB auf IFRS | Anpassung des Konzernabschlusses

Der Unterschiedsbetrag nach IFRS

Entstehung von aktivischen und passivischen Unterschiedsbeträgen


/ Goodwill und Badwill aus der Kapitalkonsolidierung

Goodwill
Badwill

Anteiliges
Stille Reserven
Kaufpreis bzw. Stille Lasten bilanzielles
Beteiligungs- Eigenkapital des
buchwert Tochterunter-
Anteiliges bilanzielles nehmens
Eigenkapital des Kaufpreis bzw.
Tochter- Beteiligungsbuchwert
unternehmens

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Umstellung Aufsichtsrecht HGB auf IFRS | Anpassung des Konzernabschlusses

EXKURS: Ansatz und Bewertung des Goodwills / Badwills nach IFRS

Goodwill Badwill

 Aktivierung als Vermögenswert  Kritische Überprüfung der Wertansätze


 Keine planmäßigen Abschreibungen (reassessment)
 Werthaltigkeitsprüfung mindestens  Erfolgswirksame Behandlung des
einmal jährlich verbleibenden Unterschiedsbetrages

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Umstellung Aufsichtsrecht HGB auf IFRS | Anpassung des Konzernabschlusses

EXKURS: Der Unterschiedsbetrag im KWG


Aktivischer Unterschiedsbetrag § 10a Abs. 6 Satz 9 KWG: Passivischer Unterschiedsbetrag:

Differenzbetrag aus höherem Beteiligungsbuchwert und dem Überschuss des anteiligen eingezahlten Kapitals
anteiligen eingezahlten Kapital plus offene Rücklagen plus offene Rücklagen über den
Beteiligungsbuchwert

 Dynamische Ermittlung  Dynamische Ermittlung


 Enthält „Stille Reserven“ sowie „Goodwill“  Enthält stille Lasten und Badwill
 Bereinigung des aktuellen Jahresergebnisses  Antizipation künftiger Verluste

Aktivischer Unterschiedsbetrag Passivischer Unterschiedsbetrag

Grds. hälftiger Abzug vom Erhöhung des


Kern- und Kernkapitals
Ergänzungskapital

Sonderregelung: Ratierlicher Abzug


 hälftiger Abzug
 jeweils vom Kern- und Ergänzungskapital
 über einen Zeitraum von zehn Jahren

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Umstellung Aufsichtsrecht HGB auf IFRS | Anpassung des Konzernabschlusses

Bewertung der Minderheitsanteile nach IFRS

Bestandteil des
Anteilsquote Minderheitsanteil
IFRS-
< 100 % IFRS 3
Eigenkapitals

Partial Goodwill Methode Full Goodwill Methode

Kaufpreis Kaufpreis
+ Minderheitsanteil am Fair Value + Fair Value der Minderheiten
des Nettovermögens von − Fair Value des Nettovermögens
Tochterunternehmen von Tochterunternehmen
− Fair Value des Nettovermögens = Full Goodwill
von Tochterunternehmen
= Partial Goodwill

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Umstellung Aufsichtsrecht HGB auf IFRS | Anpassung des Konzernabschlusses

Quotenkonsolidierung nach KWG und IFRS

IFRS KWG
(IAS 31) (§ 10a Abs. 11 KWG)

 Gemeinschaftsunternehmen, wahlweise:
 Qualifizierte Minderheitsbeteiligungen
− Quotenkonsolidierung oder
 Freiwillig einbezogene Unternehmen
− At Equity-Methode (bevorzugt)

 Analoge Anwendung der Regelungen zur  Analoge Anwendung der Regelungen zur
Vollkonsolidierung Vollkonsolidierung
 Konsolidierung gemäß Kapitalanteil  Konsolidierung gemäß Kapitalanteil

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Umstellung Aufsichtsrecht HGB auf IFRS | Anpassung des Konzernabschlusses

Anwendung des § 7 Abs. 1 KonÜV

§ 7 Abs. 1 KonÜV*

Assoziierte Unternehmen des Bankensektors

 KWG-Klassifizierung  Übernahme des anteiligen bilanziellen


− Kreditinstitute Eigenkapitals, differenziert nach
− Finanzdienstleistungsinstitute Eigenkapitalbestandteilen
− Finanzunternehmen  Bereinigung der nicht zulässigen
− Zahlungsinstitute Eigenmittelbestandteile im Rahmen der
Prudential Filter
 Hälftiger Abzug des fortgeführten
bereinigten IFRS-Beteiligungsbuchwertes
vom Kern- und Ergänzungskapital
(Ausnahme: Goodwill)
 Abzug des Goodwills vom Kernkapital

KonÜV = Konzernabschlussüberleitungsverordnung (Verordnung über die Ermittlung der Eigenmittelausstattung von


Institutsgruppen und Finanzholding-Gruppen bei Verwendung von Konzernabschlüssen und Zwischenabschlüssen auf
Konzernebene)

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Umstellung Aufsichtsrecht HGB auf IFRS | Anpassung des Konzernabschlusses

Anwendung des § 7 Abs. 2 KonÜV

§ 7 Abs. 2 KonÜV

Assoziierte Unternehmen außerhalb des Bankensektors

 KWG-Klassifizierung  Berücksichtigung des fortgeführten IFRS-


− Anbieter von Nebendienstleistungen* Beteiligungsbuchwerts als Risikoposition
− Sonstige Unternehmen  Eliminierung der Effekte aus der at Equity-
− Unternehmen der Versicherungs- Methode
branche
 = Differenzbetrag zwischen
fortgeführtem Buchwert und
ursprünglichen Anschaffungskosten

 Anrechnung von stillen Reserven i. H. v.


45 %

* Dem Wortlaut des Gesetzestextes nach sind AvN nicht in den Anwendungsbereich des § 7 Abs. 1 und 2 KonÜV einzu-
beziehen. Streng genommen müssten die Effekte der at-Equity Beteiligung zurückgedreht und die Aggregationsmethode
angewendet werden. Da dies nicht immer praktikabel ist, wurden sie hier unter § 7 Abs. 2 KonÜV subsumiert.

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Umstellung Aufsichtsrecht HGB auf IFRS | Anpassung des Konzernabschlusses

Überleitung des Konzernabschlusses

KWG-konformer
IFRS-Konzernabschluss
Konzernabschluss

 IFRS-Konsolidierungskreis  KWG-Konsolidierungskreis
Retrospektive
 Maßnahmen im Rahmen der Methode
 Maßnahmen im Rahmen der
Konsolidierung Konsolidierung
 Ausgeübte Wahlrechte (z.B.  Ausgeübte Wahlrechte
Prospektive
Wesentlichkeit) Methode  …
 …

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Umstellung Aufsichtsrecht HGB auf IFRS | Anpassung des Konzernabschlusses

Überleitungsmethoden

Retrospektive Methode Prospektive Methode

Bestehender IFRS- Bestehender aufsichtsrechtlicher


Ausgangspunkt Konsolidierungskreis Konsolidierungskreis

Dekonsolidierung; Konsolidierung Konsolidierung auf Basis der


Art der Anpassung nach der Aggregationsmethode IFRS-Grundsätze

Angepasster, auf IFRS- Eigener „aufsichtsrechtlicher“, auf


Ergebnis Standards basierender IFRS basierender
Konzernabschluss Konzernabschluss

Zulässigkeit Zweifelhaft

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Umstellung Aufsichtsrecht HGB auf IFRS | Anpassung des Konzernabschlusses

Mögliche Fallkonstellationen (Auszug)

IFRS KWG
Überleitungsmaßnahmen
Art der Art der
Unternehmensart Unternehmensart
Einbeziehung Einbeziehung

Qualifizierte
Minderheits-
Gemeinschafts- beteiligungen Dekonsolidierung und
unternehmen Quotenkonsolidierung*
Quoten-
Freiwillig konsolidierung
einbezogene
Unternehmen § 7 Abs. 1 KonÜV
At Equity oder Dekonsolidierung und
Quotenkonsolidierung

Sonstige Keine
Assoziierte
Unternehmen Konsolidierung, § 7 Abs. 1 KonÜV
Unternehmen
Bankenbranche Abzug

Sonstige Keine
Unternehmen Konsolidierung, § 7 Abs. 2 KonÜV
branchenfremd kein Abzug

 Zusammenarbeit zwischen Meldewesen und Rechnungswesen erforderlich


 Informationen werden auf Single Contract /Single Entity Level benötigt

* Quotenkonsolidierung unter Anwendung der Aggregationsmethode (§ 10a Abs. 6 KWG)

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Umstellung Aufsichtsrecht HGB auf IFRS | Anpassung des Konzernabschlusses

EXKURS: SKS-Vorgehensweise bei der Dekonsolidierung


Idealtypische Vorgehensweise bei der Dekonsolidierung eines Tochterunternehmens nach IFRS

 Konsolidierungsspalte
„Zurückdrehen“ von  Minderheiten
Konsolidierungs-  Jahresergebnis aus dem letzten Jahr
buchungen  Berücksichtigung bzw. Nichtberücksichtigung des
Beteiligungsbuchwertes als Risikoposition

„Zurückdrehen“ von
Buchungen aus der  Verminderung maßgeblicher Risikopositionen
Summenbilanz  Verminderung bestimmter Eigenkapitalbestandteile

Erstellung des
angepassten  Grundlage für die weiteren Anpassungen
Teilkonzern-  Grundlage für die Anwendung der Regelungen der KonÜV
abschlusses

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Umstellung Aufsichtsrecht HGB auf IFRS | Inhalt

 Ausgangssituation

 Anpassung des Konzernabschlusses

 Unterschiedliche Kapitaldefinitionen

 Adjustierung durch Prudential Filter

 Umstellung der Risikopositionen

 Auswirkungen aktueller IFRS-Änderungen

 Umsetzungsproblematik…

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Umstellung Aufsichtsrecht HGB auf IFRS | Unterschiedliche Kapitaldefinitionen

Eigenkapital: IFRS vs. KWG

Eigenkapitalbegriff

Bilanzielles Aufsichtsrechtliches
Eigenkapital Eigenkapital

IFRS / HGB KWG / Basel

 Gezeichnetes Kapital  Eingezahltes Kapital


 Kapitalrücklagen  Rücklagen (inkl. Agio)
 Gewinnrücklagen  Stille Reserven
 Bilanzgewinn / -verlust  Vorzugsaktien
 IFRS-spezifische Rücklagen  Genussrechtskapital
…  Nachrangige Verbindlichkeiten
 Vorsorgereserven § 340f HGB
…

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Umstellung Aufsichtsrecht HGB auf IFRS | Unterschiedliche Kapitaldefinitionen

Abweichende Kapitaldefinition: IFRS vs. KWG

IAS 32 § 10 KWG

IFRS KWG

 Maßgeblichkeit des aufsichtsrechtlichen Kapitalbegriffs nach § 10 KWG


 IFRS-Eigenkapital und Verbindlichkeiten als Datengrundlage für die Ermittlung der
aufsichtsrechtlichen Eigenmittel
 Notwendigkeit der Überleitung des IFRS-Eigenkapitals/Verbindlichkeiten auf die
aufsichtsrechtlichen Eigenmittel

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Umstellung Aufsichtsrecht HGB auf IFRS | Unterschiedliche Kapitaldefinitionen

IFRS-Eigenkapital vs. Kernkapital

IFRS-Eigenkapital Kernkapital nach KWG

Unterschiede

Bewertung Ausweis

 Behandlung der IFRS-spezifischen Rücklagen


 IFRS: Bestandteil des Eigenkapitals
 KWG: Teilweise keine Anerkennung im Kernkapital

 Behandlung des Konzernjahresergebnisses


 IFRS: Bestandteil des Eigenkapitals
 KWG: Anerkennung im Kernkapital nach der Feststellung

 Bewertungsunterschiede wirken sich auf die Höhe der aufsichtsrechtlichen Eigenmittel aus

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Umstellung Aufsichtsrecht HGB auf IFRS | Unterschiedliche Kapitaldefinitionen

IFRS-Eigenkapital vs. Kernkapital

IFRS-Eigenkapital Kernkapital nach KWG

Unterschiede

Bewertung Ausweis

 Behandlung der Kapitalrücklage


 IFRS:
− Ausweis unter Kapitalrücklage: Kapitalrücklage (Nennwert) zzgl. Agio;
Transaktionskosten; Zuzahlungen, die Gesellschafter gegen die Gewährung eines
Vorzugs leisten; ….
 KWG:
− Ausweis unter Kapitalrücklage: Kapitalrücklage (Nennwert) zzgl. Emissionsagio
− Ausweis unter sonstige Rücklagen: Zuzahlungen, etc.

 Ausweisunterschiede wirken sich auf die Zuordnung der IFRS-Bestandteile zu den einzelnen
QUEB-Positionen aus.

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Umstellung Aufsichtsrecht HGB auf IFRS | Unterschiedliche Kapitaldefinitionen

IFRS-Eigenkapital vs. Ergänzungskapital

IFRS-Eigenkapital Ergänzungskapital nach KWG

KWG

 Bestandteile der Eigenmittel


 Erfüllung der Voraussetzungen
 Nachrangkapital: nach § 10 Abs. 5a bzw. 5 KWG
− Nachrangige Verbindlichkeiten
− Genussrechtkapital IFRS
− stille Beteiligungen
 Meistens Fremdkapital
 Unterschiedliche Buchwerte je
nach Kategorisierung

 Zuordnungs-/ Bewertungsunterschiede wirken sich auf die Höhe der aufsichtsrechtlichen


Eigenmittel aus

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Umstellung Aufsichtsrecht HGB auf IFRS | Unterschiedliche Kapitaldefinitionen

EXKURS: Nachrangkapitals: IFRS vs. KWG

KWG IFRS

Gemäß KWG ist bei der Gemäß IFRS sind neben


Ermittlung des (Nachrang-) dem eingezahlten Kapital
Kapitals nur der eingezahlte auch Disagien, Trans-
Betrag zu berücksichtigen aktionskosten und Hedge
Adjustments zu berück-
sichtigen

 Im IFRS-Buchwert berücksichtige Disagien, Transaktionskosten sowie Hedge Adjustments


sind zu eliminieren

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Umstellung Aufsichtsrecht HGB auf IFRS | Unterschiedliche Kapitaldefinitionen

Wertberichtigungsvergleich und Risikovorsorge

Wertberichtigungsvergleich Risikovorsorge
(WB-Vergleich)

 WB-Vergleich:  Impairment (IFRS) :


Erwarteter Verlust - Fragestellungen Wertminderung eines
gebildete Risiko- finanziellen Vermö-
vorsorge 1 • Berücksichtigung der genswertes
(§ 105 Satz 1 SolvV)
Unterschiede bei der
 Abschreibungen
 Erwarteter Verlust: Risikovorsorgebildung (IFRS):
EL = PD * LGD * EAD nach HGB und IFRS Wertminderungen bei
(§ 104 SolvV) Wertpapieren
2 • Einbeziehung der
 Gebildete Impairments / Abschrei-  Bonitätsinduzierte
Risikovorsorge: bungen nach IFRS in Wertänderungen
− Abschreibungen, den Wertberichtigungs-
− Wertberichtigungen,  Können grds. in
vergleich
− Rückstellungen allen Bewertungs-
kategorien entste-
hen

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Umstellung Aufsichtsrecht HGB auf IFRS | Unterschiedliche Kapitaldefinitionen

IFRS-Eigenkapital vs. Drittrangmittel

IFRS-Eigenkapital Drittrangmittel nach KWG

Unterschiede

 Behandlung der kurzfristigen nachrangigen Verbindlichkeiten


 IFRS:
− Berücksichtigung von Disagien, Transaktionskosten, etc.….
 KWG:
− Berücksichtigt nur das eingezahlte Kapital
 Behandlung des Nettogewinns
 IFRS:
− Bewertung der Handelspositionen zu Marktwerten
 KWG/HGB:
− Bewertung der Handelsposition zu Marktwerten abzgl. Risikoabschlag (für
Unternehmen im Aggregationsverfahren)

 Zuordnungs-/ Bewertungsunterschiede wirken sich auf die Höhe der aufsichtsrechtlichen


Eigenmittel aus

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Umstellung Aufsichtsrecht HGB auf IFRS | Unterschiedliche Kapitaldefinitionen

EXKURS: Befüllung von QUEB auf IFRS-Basis: Unsere Vorgehensweise

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Umstellung Aufsichtsrecht HGB auf IFRS | Unterschiedliche Kapitaldefinitionen

EXKURS: Befüllung von QUEB auf IFRS-Basis: Beispiele


Inhalt der QUEB- Änderungen IFRS- Anlieferung Anlieferung
Position durch IFRS Bestandteile IFRS-KA Aggr. Methode

 Kapitalrücklage
Ausweis- und (+)
QUEB: 00800
Bewertungs-
Kapitalrücklage  Agio (+)
unterschiede: Ja Ja
(Emissionsagio-  Zuzahlungen (-)
Transaktions- .. ..
konto)  Transaktionskost
kosten,…
en (-),…

QUEB: XZY … ..
… … …

.. ..
Bewertungs-
 Marktwerte (+)
QUEB: 1000 unterschiede:
 Risikoabschlag Ja Ja
Nettogewinn Abbildung des
(-),.. .. ..
Risikoabschlags

 Zusammenarbeit zwischen Meldewesen und Rechnungswesen erforderlich


 Informationen werden auf Single Contract /Single Entity Level benötigt

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Umstellung Aufsichtsrecht HGB auf IFRS | Inhalt

 Ausgangssituation

 Anpassung des Konzernabschlusses

 Unterschiedliche Kapitaldefinitionen

 Adjustierung durch Prudential Filter

 Umstellung der Risikopositionen

 Auswirkungen aktueller IFRS-Änderungen

 Umsetzungsproblematik

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Umstellung Aufsichtsrecht HGB auf IFRS | Adjustierung durch Prudential Filter

IFRS-spezifische Ergebnisbestandteile und Rücklagen


 IFRS-spezifische Ergebnisbestandteile:
 Erfolgswirksam erfasste Effekte aus der Änderung der eigenen Bonität
 Erfolgswirksam erfasste Effekte aus der Neubewertung der Immobilien

Prudential Filter
 IFRS-spezifische Rücklagen:
 Neubewertungsrücklage aus der Bewertung von Available for Sale-Bestände
 Rücklage aus Cashflow-Hedges
 Neubewertungsrücklage aus der Bewertung von Sachanlagevermögen
 Neubewertungsrücklage aus der Bewertung von immateriellen Vermögenswerten
 Rücklage zur Erfassung von versicherungsmathematischen Gewinnen / Verlusten
 Rücklage aus der Währungsumrechnung
 GuV-unwirksame Ergebnisanteile aus assoziierten Unternehmen
 Neubewertungen i. R. sukzessiver Unternehmenszusammenschlüsse
 GuV-neutral erfasste tatsächliche oder latente Steuern

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Umstellung Aufsichtsrecht HGB auf IFRS | Adjustierung durch Prudential Filter

Problemdarstellung
Lösung

Prudential Filter

IFRS Regulatorisches Eigenkapital

z.B.
Neubewertungsrücklage

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Umstellung Aufsichtsrecht HGB auf IFRS | Adjustierung durch Prudential Filter

Übersicht

Available for Sale § 2 KonÜV

Grundstücke und
§ 3 KonÜV
Gebäude
KonÜV in der Fassung
Held to Maturity § 4 KonÜV vom 22. Juli 2009

Cashflow Hedge § 5 KonÜV

Fair Value Option § 6 KonÜV

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Umstellung Aufsichtsrecht HGB auf IFRS | Adjustierung durch Prudential Filter

EXKURS: § 2 KonÜV

Kernkapital:
keine Berücksichtigung
Positive NBR
Ergänzungskapital:
Anrechnung i. H. v. 45%
Eigenkapitaltitel
Kernkapital:
Abzug
Available for Negative NBR
Sale Ergänzungskapital:
keine Berücksichtigung

Schuldtitel
Positive NBR Kern- / Ergänzungskapital:
keine Berücksichtigung
Kredite und Negative NBR
Forderungen

 Verrechnung positiver und negativer Wertänderungen (Portfoliobetrachtung)

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Umstellung Aufsichtsrecht HGB auf IFRS | Adjustierung durch Prudential Filter

EXKURS: § 3 KonÜV

Selbst genutzt
Positive - Korrektur im Kernkapital
Wertänderungen - 45 % Anrechnung im Ergänzungskapital
Grundstücke und Gebäude
Einzelbetrachtung

- Zunächst Verrechnung über die bestehende Neube-


Negative wertungsrücklage
Wertänderungen - Darüber hinaus keine weitere Korrektur, da ergebnis-
Als Finanzinvestition

wirksame Berücksichtigung
gehalten

Positive - Korrektur im Kernkapital


Wertänderungen - 45 % Anrechnung im Ergänzungskapital

Negative - Keine weitere Korrektur, da ergebniswirksame


Wertänderungen Berücksichtigung

 Verrechnung positiver und negativer Wertänderungen (Portfoliobetrachtung)

 Gemäß KonÜV hat die Ermittlung der nicht realisierten Reserve als Differenz zwischen dem nach
PfandbG zu bestimmenden Beleihungswert und dem Buchwert zu erfolgen

 Abweichende Zeitwertbestimmung innerhalb der IFRS

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Umstellung Aufsichtsrecht HGB auf IFRS | Adjustierung durch Prudential Filter

EXKURS: § 4 KonÜV
 Möglichkeit zur aufsichtlichen Anerkennung von Zeitwertänderungen im Eigenkapital
 Bestimmung des beizulegenden Wertes in KWG: § 10 Abs. 4c Satz 1 KWG (Abstellung auf den
Börsenkurs zum Meldestichtag)
 Gemäß IAS 39: beizulegender Zeitwert = Preisnotierung auf einem aktiven Markt
 Parallelität der beiden Vorgaben, daher beizulegender Zeitwert nach IAS 39 maßgeblich

Keine Korrektur im Kern-


kapital erforderlich
Positive Wertänderung
45 % Anrechnung im Er-
gänzungskapital
Held to
Maturity
Aufgrund der IFRS Be-
handlung keine Korrektur
Negative Wertänderung
im Kern- / Ergänzungs-
kapital erforderlich

 Verrechnung positiver und negativer Wertänderungen (Portfoliobetrachtung)

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Umstellung Aufsichtsrecht HGB auf IFRS | Adjustierung durch Prudential Filter

EXKURS: Cashflow Hedges - § 5 KonÜV (I/II)

IFRS KWG

Grundgeschäft Sicherungsinstrument

Zu fortgeführten Fair Value Fair Value


Anschaffungskosten z.B. Finanzinstrumente
z.B. Finanzinstrumente der Kategorie AfS* Fair Value-Änderungen
der Kategorie LaR

Effektiver Teil Ineffektiver Teil

Kompensation der Fair Überkompensation der


Value-Änderung des Fair Value -Änderung
Grundgeschäftes des Grundgeschäftes

* Gesonderte Behandlung gemäß § 5 Abs. 2 KonÜV


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Umstellung Aufsichtsrecht HGB auf IFRS | Adjustierung durch Prudential Filter

EXKURS: Cashflow Hedges - § 5 KonÜV (II/II)

IFRS KWG

Grundgeschäft Sicherungsinstrument

Fair Value

Effektiver Teil Ineffektiver Teil

Erfolgsneutrale Sicherungsinstrument?
Buchung in Rücklage
aus Cashflow Hedges Derivat: Originäres
Erfolgswirksame Finanzinstrument:
Erfassung in G&V Erfolgsneutral oder
erfolgswirksam

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Umstellung Aufsichtsrecht HGB auf IFRS | Adjustierung durch Prudential Filter

EXKURS: Fair Value Option: IFRS vs. KWG - § 6 KonÜV (I/II)

IFRS Aufsicht

Prudential Filter
Fair Value Option

Finanzielle Verbindlichkeiten

Durch die Anwendung der Fair Value Option auf finanzielle Verbindlichkeiten
entstehen Eigenkapitaleffekte aus der Veränderung des eigenen Kreditrisikos

 Rating Downgrade Bsp. Verschlechterung der Bonität


eines Instituts

Verbesserung des Ergebnisses

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Umstellung Aufsichtsrecht HGB auf IFRS | Adjustierung durch Prudential Filter

EXKURS: Fair Value Option: IFRS vs. KWG - § 6 KonÜV (II/II)

IFRS Aufsicht

Prudential Filter
Verschlechterung der Bonität eines Verbesserung der Bonität eines
Instituts Instituts

Verbesserung des Ergebnisses Verschlechterung des Ergebnisses

§ 6 KonÜV: Nichtberücksichtigung § 6 KonÜV: Nichtberücksichtigung


dieser Wertänderung dieser Wertänderung

Kürzung des bonitätsbedingten Zuschlag des bonitätsbedingten


Gewinns im Kernkapital Verlusts im Kernkapital

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Umstellung Aufsichtsrecht HGB auf IFRS | Inhalt

 Ausgangssituation

 Anpassung des Konzernabschlusses

 Unterschiedliche Kapitaldefinitionen

 Adjustierung durch Prudential Filter

 Umstellung der Risikopositionen

 Auswirkungen aktueller IFRS-Änderungen

 Umsetzungsproblematik

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Umstellung Aufsichtsrecht HGB auf IFRS | Umstellung der Risikopositionen

Risikoarten

Adressrisiko Marktrisiko Operationelles Risiko

Internal Ratings Standardansatz


Kreditrisiko- Verschiedene Internes
Based Basisindikator- / fortgeschrit-
standardansatz Standard- Markrisiko-
Approach ansatz tener
(KSA) methoden modell
(IRBA) Messansatz

Solvabilitätsverordnung (SolvV)
 Bilanzielle Adressen-  Währungsgesamtposition  Verluste, die infolge der Unan-
ausfallrisikopositionen  Rohwarenposition gemessenheit oder des Ver-
 Außerbilanzielle Adressen-  Handelsbuchrisikopositionen sagens von internen Verfahren
ausfallrisikopositionen  Zinsbezogene Finanz- und Systemen, Menschen oder
 Derivative Adressen- instrumente infolge externer Ereignisse
ausfallrisikopositionen  Aktienkursbezogene eintreten. Gemessen in be-
 Vorleistungsrisikopositionen Finanzinstrumente stimmten Risikofaktoren.
• Andere Marktrisikopositionen

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Umstellung Aufsichtsrecht HGB auf IFRS | Umstellung der Risikopositionen

EXKURS: Bemessungsgrundlage für Adressenausfallrisikopositionen

Adressenausfall-
Unterkategorie KSA IRBA Abweichung
risikoposition

Inanspruchnahme,
Buchwert
mind. aber der Betrag,
+ freie Vorsorgereserven
um den sich das haf-
Bilanzaktiva gemäß § 340f HGB Ja
tende EK vermindert,
allgemein - Passive RAP für
wenn die Position
Bilanzielle Gebühren
abgeschrieben wird
und Damnum
zzgl. bestehender Afa

Barwert der Raten und Barwert der Raten und


Leasinggeschäft nein
des Restwerts des Restwerts

Ansprüche und Buchwert nach Abzug Buchwert zzgl. etwaiger


ja
Eventualansprüche etwaiger Rückstellungen Rückstellungen
Außerbilanzielle
Kreditzusagen Offene Zusage Offene Zusage nein

Derivative --- Kreditäquivalenzbetrag Kreditäquivalenzbetrag nein

Vorleistungsrisiko --- Wert des Anspruchs Wert des Anspruchs nein

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Umstellung Aufsichtsrecht HGB auf IFRS | Umstellung der Risikopositionen

EXKURS: Prudential Filters und Risikoaktiva

Aufsichtsrechtlich sind keine Prudential Filter zur Bereinigung der Risikoaktiva


vorgesehen

Fair Value Änderungen beeinflussen den Buchwert analog einer


Teilwertabschreibung

Nach KonÜV-Änderung sind Effekte aus der Neubewertungsrücklage für


Schuldtitel eigenkapitalneutral zu behandeln

Keine Berücksichtigung der Neubewertungsrücklage im


Wertberichtigungsvergleich

Fair Value Änderungen sind bei der Überleitung der IFRS Werte auf die SolvV
BMG zu neutralisieren

 Eigenkapitalneutralität kann in Form der Gesamtkennziffer überprüft werden

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Umstellung Aufsichtsrecht HGB auf IFRS | Umstellung der Risikopositionen

EXKURS: Hedge Accounting nach HGB und IFRS

Hedge-Arten (IAS 39)

Fair Value Hedge Cashflow Hedge

Hedge of a
IFRS

Portfolio
Mikro Portfolio Mikro Makro net
Fair Value
Fair Value Hedge des Cashflow Cashflow investment
Hedge
Hedge ZÄR Hedge Hedge in a foreign
(i. e. S.)
entity

SG: erfolgswirksam zum Fair Value SG: erfolgsneutral zum Fair Value
GG: erfolgswirksam zum Fair Value GG: fortgeführte Anschaffungskosten

 KSA / IRBA: Regelung zum Adressenausfallrisiko des Anlagebuches


KWG

 Keine Berücksichtigung von Zinsschwankungen


 Hedge Accounting bei der Ermittlung der Bemessungsgrundlagen und beim
Wertberichtigungsvergleich führt zu einer verzerrten Darstellung des Adressen-
ausfallrisikos

 Neutralisierung der Effekte aus dem Hedge Accounting für aufsichtsrechtliche Zwecke

ZÄR = Zinsänderungsrisiko; SG = Sicherungsgeschäft; GG = Grundgeschäft

48
Umstellung Aufsichtsrecht HGB auf IFRS | Umstellung der Risikopositionen

EXKURS: Adressrisikopositionen IFRS vs. HGB


Adressenausfall- Ermittlung der Unterschiede
risikopositionen Bemessungsgrundlage HGB zu IFRS

KSA: Buchwert (nach Abzug der


Wertberichtigungen / Abschrei-
Unterschiede aufgrund
Bilanzaktiva bungen)
verschiedener Definitionen
(Kreditgeschäft, …) IRB: MAX[Anschaffungskosten;
des „Buchwertes“
Buchwert + Wertberichtigungen
+ Abschreibungen]

KSA und IRB: i.d.R. keine Unterschiede in der


Außerbilanzielle Geschäfte Buchwert der Eventualansprüche Buchwertdefinition

KSA und IRB:


Aufgrund der speziellen SolvV-
Spezielle Vorgaben der SolvV
Derivative Geschäfte zur Ermittlung der Bemessungs-
Vorgaben unabhängig von
Rechnungslegungsstandard
grundlage

KSA und IRB: Aufgrund der speziellen SolvV-


Leasing Barwert der Mindestleasing- Vorgaben unabhängig von
zahlungen bzw. Restwert Rechnungslegungs-standard

HGB: Die Umrechnung erfolgt zum Devisenkassemittelkurs (BilMoG-


Währungsumrechnung Änderung) unter Einhaltung des Niederstwertprinzips
IFRS: Die Umrechnung erfolgt zum Stichtagskurs/historischen Kurs

49
Umstellung Aufsichtsrecht HGB auf IFRS | Umstellung der Risikopositionen

EXKURS: Latente Steuern (I/II)

Ansatz latenter Steuern nach IFRS

Zu versteuernde Abzugsfähige
temporäre temporäre
Differenzen Differenzen

Aktiva IFRS- Passiva IFRS- Aktiva IFRS- Passiva IFRS-


Buchwert > Buchwert < Buchwert < Buchwert >
Steuerwert Steuerwert Steuerwert Steuerwert

Passive latente Aktive latente


Steuern Steuern
(Steuerschulden) (Steueransprüche)

Auswirkungen auf
Auswirkungen auf Eigenmittel (GuV-
Eigenmittel (GuV- Effekt) und
Effekt) Risikopositionen

50
Umstellung Aufsichtsrecht HGB auf IFRS | Umstellung der Risikopositionen

EXKURS: Latente Steuern (II/II)

Ausweis aktiver
 Ausweis erfolgt in einem separaten Posten in der Bilanz (in der Regel: Sonstige Aktiva)
latenter Steuern:

 Eine Saldierungspflicht besteht, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind


(vgl. IAS 12.74).

Aufsichtsrechtliche  Aktive latente Steuern: bilanzielle Adressenrisikopositionen gemäß


Behandlung: § 10 SolvV

 Bemessungsgrundlage: Buchwert (KSA und IRBA)

 Steuererstattungsansprüche: separate Adressenrisikopositionen

 Zuordnung der Hauptbuchposition „Aktive Latente Steuern“ insgesamt kann aufgrund der
unterschiedlichen Risikogewichtung des Trägers der Steuerhoheit nicht vorgenommen werden

51
Umstellung Aufsichtsrecht HGB auf IFRS | Umstellung der Risikopositionen

Risikoarten - Marktrisiko

Adressrisiko Marktrisiko Operationelles Risiko

Internal Ratings Standardansatz


Kreditrisiko- Verschiedene Internes
Based Basisindikator- / fortgeschrit-
standardansatz Standard- Marktrisiko-
Approach ansatz tener
(KSA) methoden modell
(IRBA) Messansatz

Solvabilitätsverordnung (SolvV)
 Bilanzielle Adressen-  Währungsgesamtposition  Verluste, die infolge der Unan-
ausfallrisikopositionen  Rohwarenposition gemessenheit oder des Ver-
 Außerbilanzielle Adressen-  Handelsbuchrisikopositionen sagens von internen Verfahren
ausfallrisikopositionen und Systemen, Menschen oder
 Derivative Adressen- infolge externer Ereignisse
ausfallrisikopositionen eintreten. Gemessen in be-
 Vorleistungsrisikopositionen stimmten Risikofaktoren.

52
Umstellung Aufsichtsrecht HGB auf IFRS | Umstellung der Risikopositionen

Risikoarten – Operationelles Risiko

Adressrisiko Marktrisiko Operationelles Risiko

Internal Ratings Standardansatz


Kreditrisiko- Verschiedene interner
Based Basisindikator- / fortgeschrit-
standardansatz Standard- Markpreisrisiko
Approach ansatz tener
(KSA) methoden modelle
(IRBA) Messansatz

Solvabilitätsverordnung (SolvV)
 Bilanzielle  Währungsgesamtposition  Verluste, die infolge der Unan-
Adressenausfallrisikopositionen  Rohwarenposition gemessenheit oder des Ver-
 Außerbilanzielle  Handelsbuchrisikopositionen sagens von internen Verfahren
Adressenausfallrisikopositionen und Systemen, Menschen oder
 Derivative infolge externer Ereignisse
Adressenausfallrisikopositionen eintreten. Gemessen in be-
 Vorleistungsrisikopositionen stimmten Risikofaktoren.

53
Umstellung Aufsichtsrecht HGB auf IFRS | Inhalt

 Ausgangssituation

 Anpassung des Konzernabschlusses

 Unterschiedliche Kapitaldefinitionen

 Adjustierung durch Prudential Filter

 Umstellung der Risikopositionen

 Auswirkungen aktueller IFRS-Änderungen

 Umsetzungsproblematik

54
Änderungen im Bereich der IFRS Standards| Auswirkungen aktueller IFRS-Änderungen

Gesetzliche Neuerungen

IFRS 10 IFRS 11 i. V. m. IAS 28 (überarbeitet)

 Ersatz von IAS 27 und SIC-12  Wegfall der Quotenkonsolidierung für


 Einheitliche Prinzipien zur Beurteilung der Gemeinschaftsunternehmen
Beherrschungsmöglichkeit  Einbeziehung der Gemeinschaftsunternehmen
 Anpassung des IFRS- nur noch nach der at Equity-Methode
Konsolidierungskreises  Ggf. Folgeanpassung für
 Harmonisierung der KWG-Zwecke
IFRS-/KWG-
Konsolidierungskreise
Relevante Themen
 Nach Umstellung der SolvV  IFRS 9
auf IFRS: Maßgeblichkeit des  IFRS 12
aufsichtsrechtlichen  IFRS 13
Konsolidierungskreises  IAS 19
 Nutzung von  IAS 1
Synergieeffekten  …

FINREP Weitere…

55
Umstellung Aufsichtsrecht HGB auf IFRS | Inhalt

 Ausgangssituation

 Anpassung des Konzernabschlusses

 Unterschiedliche Kapitaldefinitionen

 Adjustierung durch Prudential Filter

 Umstellung der Risikopositionen

 Auswirkungen aktueller IFRS-Änderungen

 Umsetzungsproblematik

56
Umstellung Aufsichtsrecht HGB auf IFRS | Umsetzungsproblematik

Umsetzungsproblematik

Abstimmung mit anderen


Abteilungen & Schaffung
einer gemeinsamen
Sprache

Umstellung auf
das Konzern-
abschlussver-
fahren

Einbindung
nicht rechenwerks-
angebundener Töchter

57
Umstellung Aufsichtsrecht HGB auf IFRS | Umsetzungsproblematik

Herausforderungen der Umsetzung

 Dekonsolidierung
Sachgerechte  Überleitungsrechnung
Methodik − Retrospektive Methoden vs. Mischmethode
 Einzelfall-Analyse

 IST-Analyse der bestehenden Konsolidierungsprozesse

Datenbasis − Technische Abläufe vs. manuelle Korrekturen


und IT- − Voll- / Quotenkonsolidierung / at Equity-Methode
Systeme  Konsistente Datenbasis
 Sachgerechte Granularitätsebenen in den einzelnen Systemen

 Eindeutige Verantwortlichkeiten entlang der Prozesskette


Prozesse und  Abstimmungen Rechnungswesen, Meldewesen und IT
Organisation  Abstimmungen Konzern, Teilkonzerne, nachgeordnete Unternehmen
 QS und Korrekturprozesse

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Kontakt | Ihre Ansprechpartner bei der SKS Unternehmensberatung

Robert Scheurell Mobil + 49. (0) 163. 3 60 17. 03


Partner. Diplom-Kaufmann E-Mail Robert.Scheurell@sks-ub.de

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