You are on page 1of 125

Einführung

Zinskurvenaufbau
Zinskurvenanwendung
Intensitäten
Zins-Volas
Aktienspezifische Marktdaten
Abschluss

Marktdaten

Dirk Fleischhauer

November 2015

Dirk Fleischhauer Marktdaten 1 / 125


Einführung
Zinskurvenaufbau
Zinskurvenanwendung
Intensitäten
Zins-Volas
Aktienspezifische Marktdaten
Abschluss

Inhalt

1 Einführung

2 Zinskurvenaufbau

3 Zinskurvenanwendung

4 Intensitäten

5 Zins-Volas

6 Aktienspezifische Marktdaten
Dirk Fleischhauer Marktdaten 2 / 125
Einführung
Die Bewertung
Zinskurvenaufbau
Das Marktpreisrisiko
Zinskurvenanwendung
Zinsen, Diskontfaktoren und Forward-Rates
Intensitäten
Anleihen
Zins-Volas
Währungspositionen
Aktienspezifische Marktdaten
FX-Swaps
Abschluss

1 Einführung
Die Bewertung
Das Marktpreisrisiko
Zinsen, Diskontfaktoren und Forward-Rates
Anleihen
Währungspositionen
FX-Swaps

2 Zinskurvenaufbau

3 Zinskurvenanwendung

4 Intensitäten

Dirk Fleischhauer Marktdaten 3 / 125


Einführung
Die Bewertung
Zinskurvenaufbau
Das Marktpreisrisiko
Zinskurvenanwendung
Zinsen, Diskontfaktoren und Forward-Rates
Intensitäten
Anleihen
Zins-Volas
Währungspositionen
Aktienspezifische Marktdaten
FX-Swaps
Abschluss

Die Bewertung von Finanzinstrumenten

Die zur Bewertung von Finanzinstrumenten angewendeten


Verfahren sind
mark to market: Die am Markt beobachteten Preise für
Finanzinstrumente werden unmittelbar auf die zu bewertende
Position angewendet.
mark to model: Mit einem Bewertungsmodell und den zur
Anwendung des Modells notwendigen Marktdaten werden
Barwerte ermittelt.

Dirk Fleischhauer Marktdaten 4 / 125


Einführung
Die Bewertung
Zinskurvenaufbau
Das Marktpreisrisiko
Zinskurvenanwendung
Zinsen, Diskontfaktoren und Forward-Rates
Intensitäten
Anleihen
Zins-Volas
Währungspositionen
Aktienspezifische Marktdaten
FX-Swaps
Abschluss

Das Marktpreisrisiko von Finanzinstrumenten

Das Marktpreisrisiko wird durch die potentiellen Änderungen


der Marktdaten hervorgerufen.
Damit hängt es von Marktdaten und der Sensitivität der
betrachteten Instrumente bezüglich der Änderungen der
Marktdaten ab.

Dirk Fleischhauer Marktdaten 5 / 125


Einführung
Die Bewertung
Zinskurvenaufbau
Das Marktpreisrisiko
Zinskurvenanwendung
Zinsen, Diskontfaktoren und Forward-Rates
Intensitäten
Anleihen
Zins-Volas
Währungspositionen
Aktienspezifische Marktdaten
FX-Swaps
Abschluss

Die Möglichkeiten der Interpretation von Zinsen

Bitte beantworten Sie folgende Fragen:


Welche Zahlungen resultieren aus einer Geldanlage von 100
EUR zu 5% für zwei Jahre?
Wie lautet der zu dem 2-Jahreszins von 5% gehörende
Diskontfaktor?

Dirk Fleischhauer Marktdaten 6 / 125


Einführung
Die Bewertung
Zinskurvenaufbau
Das Marktpreisrisiko
Zinskurvenanwendung
Zinsen, Diskontfaktoren und Forward-Rates
Intensitäten
Anleihen
Zins-Volas
Währungspositionen
Aktienspezifische Marktdaten
FX-Swaps
Abschluss

Diskontfaktoren

Die zum Zinsstrukturkurvenaufbau verwendeten Instrumente


haben individuelle Zahlungsfrequenzen und Tageszählweisen.
Wir haben uns entschieden, Zerozinsen für alle Währungen als
stetige Zinssätze mit ACT/365 Tageszählweise darzustellen.
Damit ergibt sich der für t Kalendertage geltende
Diskontfaktor dt aus dem entsprechenden Zerozins zt durch
t
dt = e −zt 365
Die Zerozinsen werden linear interpoliert und flach
extrapoliert.

Dirk Fleischhauer Marktdaten 7 / 125


Einführung
Die Bewertung
Zinskurvenaufbau
Das Marktpreisrisiko
Zinskurvenanwendung
Zinsen, Diskontfaktoren und Forward-Rates
Intensitäten
Anleihen
Zins-Volas
Währungspositionen
Aktienspezifische Marktdaten
FX-Swaps
Abschluss

Stetige Zinssätze

Der Endwert VE einer Geldanlage mit Startwert V0 für n


Jahre mit m jährlichen Zinszahlungen zum Zinssatz r beträgt
VE = V0 (1 + mr )m·n
Für m → ∞ gilt: lim VE = lim V0 (1 + r m·n
m) = V0 e r ·n
m→∞ m→∞
e ist die Eulersche Zahl und beträgt etwa 2.71828

Dirk Fleischhauer Marktdaten 8 / 125


Einführung
Die Bewertung
Zinskurvenaufbau
Das Marktpreisrisiko
Zinskurvenanwendung
Zinsen, Diskontfaktoren und Forward-Rates
Intensitäten
Anleihen
Zins-Volas
Währungspositionen
Aktienspezifische Marktdaten
FX-Swaps
Abschluss

Stetige Zinssätze

Endwert
Startwert

Grenzwert

Zahlungen
Jahr
20 40 60 80 100

Dirk Fleischhauer Marktdaten 9 / 125


Einführung
Die Bewertung
Zinskurvenaufbau
Das Marktpreisrisiko
Zinskurvenanwendung
Zinsen, Diskontfaktoren und Forward-Rates
Intensitäten
Anleihen
Zins-Volas
Währungspositionen
Aktienspezifische Marktdaten
FX-Swaps
Abschluss

Steigende und fallende Zinsstrukturkurven


Zinsen

steigend

fallend

Jahre
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10

Dirk Fleischhauer Marktdaten 10 / 125


Einführung
Die Bewertung
Zinskurvenaufbau
Das Marktpreisrisiko
Zinskurvenanwendung
Zinsen, Diskontfaktoren und Forward-Rates
Intensitäten
Anleihen
Zins-Volas
Währungspositionen
Aktienspezifische Marktdaten
FX-Swaps
Abschluss

Forward-Rates

Aus den Diskontfaktoren kann man erwartete zukünftige


Zinssätze (Forward-Rates) errechnen.
Dem liegt eine einfache Arbitrage-Überlegung zugrunde:
Die Geldanlage von t0 bis t1 und die gleichzeitig vereinbarte
Wiederanlage von t1 bis t2 zum dann (in t1 ) fairen Zinssatz
muß genausoviel ergeben, wie die sofortige Geldanlage von t0
bis t2 .
1 1
× (1 + τt1 ,t2 ft1 ,t2 ) =
d t1 | {z } d t2
|{z} Wiederanlage |{z}
Geldanlage bis t1 Geldanlage bis t2
1 dt1
ft1 ,t2 = τt1 ,t2 ( dt2 − 1)

Dirk Fleischhauer Marktdaten 11 / 125


Einführung
Die Bewertung
Zinskurvenaufbau
Das Marktpreisrisiko
Zinskurvenanwendung
Zinsen, Diskontfaktoren und Forward-Rates
Intensitäten
Anleihen
Zins-Volas
Währungspositionen
Aktienspezifische Marktdaten
FX-Swaps
Abschluss

Die FRN-Methode I

Zur Bewertung einer Floating Rate Note mit Nominalwert N teilen


wir die Zahlungen in drei Kategorien:
die schon gefixte nächste Zinszahlung: N × τ × r mit dem
Zinssatz r
die noch nicht gefixten Zinszahlungen: N × τ × f mit der
Forward-Rate f
die Nominalwertzahlung N

Dirk Fleischhauer Marktdaten 12 / 125


Einführung
Die Bewertung
Zinskurvenaufbau
Das Marktpreisrisiko
Zinskurvenanwendung
Zinsen, Diskontfaktoren und Forward-Rates
Intensitäten
Anleihen
Zins-Volas
Währungspositionen
Aktienspezifische Marktdaten
FX-Swaps
Abschluss

Die FRN-Methode II

Der Barwert lautet  


PVFRN = N τ rdt1 + ni=2 τti−1 ,ti fti−1 ,ti dti + dtn
P 
d 
ti−1
Mit fti−1 ,ti = τt 1 ,t dti − 1 erhält man
i−1 i
dt −dt
 
PVFRN = N τ rdt1 + ni=2 τti−1 ,ti τt 1 ,t i−1dt i dti + dtn
P 
i−1 i i
 Pn  
PVFRN = N τ rdt1 + i=2 dti−1 − dti + dtn
 
PVFRN = N τ rdt1 + dt1
Kurz vor dem ersten Fixing reduziert sich das zu
PVFRN = Ndt0

Dirk Fleischhauer Marktdaten 13 / 125


Einführung
Die Bewertung
Zinskurvenaufbau
Das Marktpreisrisiko
Zinskurvenanwendung
Zinsen, Diskontfaktoren und Forward-Rates
Intensitäten
Anleihen
Zins-Volas
Währungspositionen
Aktienspezifische Marktdaten
FX-Swaps
Abschluss

Quotierung von Anleihen


Für Anleihen werden typischerweise die Preise clean (ohne
Stückzinsen) quotiert und gelten für einen Kauf zum
Settlement-Tag.
Beispielanleihe ISIN DE0001135390
Das ist eine deutsche Staatsanleihe
Fälligkeit 04.01.2020
Jährlicher Festkupon von 3,25%
Settlement lag beträgt 3 Arbeitstage
Die Lieferung der Anleihe ist typischerweise drei Arbeitstage
nach Kauftag.
Die Preise werden ebenfalls so quotiert und beinhalten auch
die Stückzinsen bis zum Liefertag.
Das wird bei der Bewertung von Positionen berücksichtigt.
Dirk Fleischhauer Marktdaten 14 / 125
Einführung
Die Bewertung
Zinskurvenaufbau
Das Marktpreisrisiko
Zinskurvenanwendung
Zinsen, Diskontfaktoren und Forward-Rates
Intensitäten
Anleihen
Zins-Volas
Währungspositionen
Aktienspezifische Marktdaten
FX-Swaps
Abschluss

Bewertung von Anleihen. Beispiel

Wir wollen per 26.04.2011 eine Position von 100 Mio EUR in
der Anleihe DE0001135390 bewerten.
Der quotierte Preis ist sehr liquide und wir bewerten
mark-to-market im Beispiel unter Vernachlässigung der
Intensität.

Dirk Fleischhauer Marktdaten 15 / 125


Einführung
Die Bewertung
Zinskurvenaufbau
Das Marktpreisrisiko
Zinskurvenanwendung
Zinsen, Diskontfaktoren und Forward-Rates
Intensitäten
Anleihen
Zins-Volas
Währungspositionen
Aktienspezifische Marktdaten
FX-Swaps
Abschluss

Bewertung von Anleihen. Beispiel

Am 26.04.2011 (Liefertag 29.04.2011) wurde ein clean price


von 100,63% quotiert.
Das entspricht einem dirty price von 101,65397260% (Die
Stückzinsen bis 29.04.2011 sind 1,02397260%.)
Der Diskontfaktor für 3 Tage lautet 0,99988053, der dirty
price per 26.04.2011 ist 101,641828549% und der Barwert
101.641.828,49 EUR.
Der clean price per 26.04.2011 errechnet sich aus dirty price
verringert um die Stückzinsen bis 26.04.2011 und beträgt
100.64456822%. (Die Stückzinsen belaufen sich auf
0.997260274%).

Dirk Fleischhauer Marktdaten 16 / 125


Einführung
Die Bewertung
Zinskurvenaufbau
Das Marktpreisrisiko
Zinskurvenanwendung
Zinsen, Diskontfaktoren und Forward-Rates
Intensitäten
Anleihen
Zins-Volas
Währungspositionen
Aktienspezifische Marktdaten
FX-Swaps
Abschluss

Bewertung von Anleihen. Formel

Der Barwert einer Position in einer Anleihe, die per t0


mark-to-market bewertet wird lautet

PV = Pos × (Ptclean
1
+ At1 ) × dt0 ,t1

Dabei sind
Pos die Höhe der Position in Währungseinheiten
Ptclean
1
der per Liefertag t1 quotierte clean price
At1 die Stückzinsen für den Liefertag
dt0 ,t1 der Diskontfaktor

Dirk Fleischhauer Marktdaten 17 / 125


Einführung
Die Bewertung
Zinskurvenaufbau
Das Marktpreisrisiko
Zinskurvenanwendung
Zinsen, Diskontfaktoren und Forward-Rates
Intensitäten
Anleihen
Zins-Volas
Währungspositionen
Aktienspezifische Marktdaten
FX-Swaps
Abschluss

Wechselkurse

Wechselkurse werden typischerweise gegen USD quotiert und


gehandelt. Wir interessieren uns jedoch insbesondere für
Wechselkurse gegen EUR (Einheiten EUR für eine Einheit
Fremdwährung).
Wechselkursquotierungen sind für spot (in zwei
Handelstagen). Wir interessieren uns jedoch für heutige
Wechselkurse.

Dirk Fleischhauer Marktdaten 18 / 125


Einführung
Die Bewertung
Zinskurvenaufbau
Das Marktpreisrisiko
Zinskurvenanwendung
Zinsen, Diskontfaktoren und Forward-Rates
Intensitäten
Anleihen
Zins-Volas
Währungspositionen
Aktienspezifische Marktdaten
FX-Swaps
Abschluss

Wechselkurse. Beispiel
Am 9.5.2011 wurden folgende Wechselkurse quotiert:
PLN/USD
PLN/USD: wspot = 2, 7618
USD/EUR
USD/EUR: wspot = 1, 42765
Diskontfaktoren für 2 Tage (spot):
USD
USD: dspot = 0, 99999167
PLN
PLN: dspot = 0, 99981044
EUR
EUR: dspot = 0, 99995417
Es ergeben sich heutige Wechselkurse von:
PLN
PLN/USD dspot
PLN/USD: w PLN/USD = wspot USD
dspot
= 2, 76129948
USD
USD/EUR dspot
USD/EUR: w USD/EUR = wspot EUR
dspot
= 1, 42770354
Damit erhalten wir den gesuchten Wechselkurs
1 1
w EUR/PLN = w PLN/USD × w USD/EUR = 0, 25365794
Dirk Fleischhauer Marktdaten 19 / 125
Einführung
Die Bewertung
Zinskurvenaufbau
Das Marktpreisrisiko
Zinskurvenanwendung
Zinsen, Diskontfaktoren und Forward-Rates
Intensitäten
Anleihen
Zins-Volas
Währungspositionen
Aktienspezifische Marktdaten
FX-Swaps
Abschluss

FX-Swaps

Bei FX-Swaps werden zu Beginn (spot) und Ende der Laufzeit


Nominalzahlungen in zwei Währungen ausgetauscht.
Der Tausch zu Beginn erfolgt typischerweise zum für spot
quotierten Wechselkurs.
Zinsunterschiede in den beiden Währungen werden durch
veränderte Rücktauschkurse ausgeglichen.
Der Unterschied zwischen Hin- und Rücktauschkurs ist die
FX-Swap-Rate.

Dirk Fleischhauer Marktdaten 20 / 125


Einführung
Die Bewertung
Zinskurvenaufbau
Das Marktpreisrisiko
Zinskurvenanwendung
Zinsen, Diskontfaktoren und Forward-Rates
Intensitäten
Anleihen
Zins-Volas
Währungspositionen
Aktienspezifische Marktdaten
FX-Swaps
Abschluss

Die Quotierung von FX-Swaps


Für FX-Swaps werden die Differenzen zwischen Hin- und
Rücktauschkursen als FX-Swap-Raten quotiert, für PLN/USD
am 9.5.2011 beispielsweise:
O/N 2,325 03W 49,750 06M 477,350
T/N 2,375 01M 82,500 09M 744,500
01W 16,310 02M 152,250 01Y 975,650
02W 33,510 03M 230,950 02Y 1934,000
Daraus soll eine PLN-Zinskurve zur Bewertung der FX-Swaps
errechnet werden.
Als USD-Kurve wird die USD-Geldmarktkurve vorausgesetzt.
Mit der Zinskurve sollen die festen Zahlungen von FX-Swaps
einfach diskontiert werden.
Dirk Fleischhauer Marktdaten 21 / 125
Einführung
Die Bewertung
Zinskurvenaufbau
Das Marktpreisrisiko
Zinskurvenanwendung
Zinsen, Diskontfaktoren und Forward-Rates
Intensitäten
Anleihen
Zins-Volas
Währungspositionen
Aktienspezifische Marktdaten
FX-Swaps
Abschluss

Der Aufbau der FXZ-Kurven. Das ganz kurze Ende

Zunächst haben wir ein Dilemma am ganz kurzen Ende:


Der Diskontfaktor dspot ist bei der Berechnung des
Wechselkurses schon festgelegt worden.
Es kann nur ein Punkt der Zinsstrukturkurve bestimmt
werden, der eine Laufzeit kleiner als spot (2 Arbeitstage) hat.
Von den beiden Quotierungen für O/N und T/N kann nur
eine verwendet werden.
Wir entscheiden uns für T/N.

Dirk Fleischhauer Marktdaten 22 / 125


Einführung
Die Bewertung
Zinskurvenaufbau
Das Marktpreisrisiko
Zinskurvenanwendung
Zinsen, Diskontfaktoren und Forward-Rates
Intensitäten
Anleihen
Zins-Volas
Währungspositionen
Aktienspezifische Marktdaten
FX-Swaps
Abschluss

Der Aufbau der FXZ-Kurven. Das allgemeine Verfahren


Das Ziel ist, eine Zinsstrukturkurve so zu ermitteln, daß die
quotierten FX-Swaps fair sind, also einen Barwert von 0
haben.
Von den jeweils 4 Zahlungsströmen eines FX-Swap können wir
die beiden per Spot (zum Spot-Wechselkurs) als fair ansehen:
Sie haben also schon einen Barwert von 0.
Wir brauchen lediglich die beiden Forward-Zahlungen
betrachten, die ebenfalls einen Barwert von 0 ergeben sollen.
Der Zahlungsstrom in USD wird mit der USD-Geldmarktkurve
diskontiert.
Mit den Quotierungen für den Spot-Wechselkurs und für den
FX-Swap wird der korrespondierende Punkt der gesuchten
Zinsstrukturkurve ermittelt.
Dirk Fleischhauer Marktdaten 23 / 125
Einführung
Die Bewertung
Zinskurvenaufbau
Das Marktpreisrisiko
Zinskurvenanwendung
Zinsen, Diskontfaktoren und Forward-Rates
Intensitäten
Anleihen
Zins-Volas
Währungspositionen
Aktienspezifische Marktdaten
FX-Swaps
Abschluss

Der Aufbau der FXZ-Kurven. Ein Beispiel I

Per 9.5.2011 beobachteten wir


PLN/USD
Spot-Wechselkurs PLN/USD: wspot = 2, 7618
PLN/USD
FX-Swap-Rate PLN/USD 3M: fxswap3M = 230, 95
USD
USD-Geldmarkt-Diskontfaktor 3M: d3M = 0, 999161807
heutige Wechselkurse: w EUR/USD = 0, 70042553 und
w EUR/PLN = 0, 25365794
Der Forward-Wechselkurs ist
PLN/USD
PLN/USD PLN/USD fxswap3M
w3M = wspot + 10000 = 2, 784895

Dirk Fleischhauer Marktdaten 24 / 125


Einführung
Die Bewertung
Zinskurvenaufbau
Das Marktpreisrisiko
Zinskurvenanwendung
Zinsen, Diskontfaktoren und Forward-Rates
Intensitäten
Anleihen
Zins-Volas
Währungspositionen
Aktienspezifische Marktdaten
FX-Swaps
Abschluss

Der Aufbau der FXZ-Kurven. Ein Beispiel II

Der gesuchte Diskontfaktor ergibt sich dann aus Lösung der


Gleichung
PLN PLN/USD
d3M · w3M · w EUR/PLN = USD
d3M · w EUR/USD
| {z } | {z }
Barwert der PLN−Zahlung Barwert der USD−Zahlung

PLN .
nach d3M
USD
d3M
PLN = w EUR/USD
d3M PLN/USD · w EUR/PLN
w3M

Dirk Fleischhauer Marktdaten 25 / 125


Einführung
Die Bewertung
Zinskurvenaufbau
Das Marktpreisrisiko
Zinskurvenanwendung
Zinsen, Diskontfaktoren und Forward-Rates
Intensitäten
Anleihen
Zins-Volas
Währungspositionen
Aktienspezifische Marktdaten
FX-Swaps
Abschluss

Der Aufbau der FXZ-Kurven. Ein Beispiel III

Zinsen

FXZ .PLN.000
MMZ .PLN.000
4.5%

4.0%

3.5%

3.0% Kalendertage
35 94 189 280 368 735

Dirk Fleischhauer Marktdaten 26 / 125


Einführung
Zinskurvenaufbau Grundlagen
Zinskurvenanwendung Geldmarktdeposits
Intensitäten FRAs
Zins-Volas Geldmarktfutures
Aktienspezifische Marktdaten Zinsswaps
Abschluss

1 Einführung

2 Zinskurvenaufbau
Grundlagen
Geldmarktdeposits
FRAs
Geldmarktfutures
Zinsswaps

3 Zinskurvenanwendung

4 Intensitäten

5 Zins-Volas
Dirk Fleischhauer Marktdaten 27 / 125
Einführung
Zinskurvenaufbau Grundlagen
Zinskurvenanwendung Geldmarktdeposits
Intensitäten FRAs
Zins-Volas Geldmarktfutures
Aktienspezifische Marktdaten Zinsswaps
Abschluss

Grundlagen I
Man muß sich zunächst überlegen, für welchen Markt eine
Zinsstrukturkurve ermittelt werden soll.
Wir kennen bspw. den FX-Swap-Markt, den Geldmarkt und
den Staatsanleihemarkt.
Im Zinsderivatemarkt differenziert man zwischen den
verschiedenen Underlyings, insbesondere ihren Laufzeiten:
Bspw. 3M-Euribor und 6M-Euribor.
Aus dem interessierenden Markt sind liquide quotierte
Instrumente auszuwählen: Bspw. FRAs, Geldmarktfutures,
Zinsswaps, Basisswaps.
Die unterschiedlichen Quotierungsmodalitäten
(Tageszählweise, Verzinsungshäufigkeit, Feiertagsregeln) sind
zu berücksichtigen.
Dirk Fleischhauer Marktdaten 28 / 125
Einführung
Zinskurvenaufbau Grundlagen
Zinskurvenanwendung Geldmarktdeposits
Intensitäten FRAs
Zins-Volas Geldmarktfutures
Aktienspezifische Marktdaten Zinsswaps
Abschluss

Grundlagen II

Die Art des Zinsstrukturkurvenaufbaus soll zur Art der


Nutzung der erzeugten Zinsstrukturkurve passen.
Wir leiten eine Zinsstrukturkurve für Zinsderivate auf den
3-Monats-Euribor her.
Die Kurve wird stetige Zinsen mit ACT/365 Tageszählweise
und linearer Interpolation darstellen.
Die hier dargestellte Behandlung von Swaps vernachlässigt aus
didaktischen Gründen die nun berückscihtigte Diskontierung
der Zahlungen mit der OIS-Kurve.

Dirk Fleischhauer Marktdaten 29 / 125


Einführung
Zinskurvenaufbau Grundlagen
Zinskurvenanwendung Geldmarktdeposits
Intensitäten FRAs
Zins-Volas Geldmarktfutures
Aktienspezifische Marktdaten Zinsswaps
Abschluss

Geldmarktdeposits I

Deposits zahlen nur am Ende ihrer Laufzeit den Zinssatz.


Im Allgemeinen werden Deposits für Laufzeiten O/N, T/N,
S/N, xW (x Woche(n)) , yM (y Monat(e)) bzgl. eines
bestimmten Feiertagskalenders und einer vorgegebenen
Tageszählweise τ quotiert.
Die Vorlaufzeit (also die Dauer bis zum Beginn der
Zinsperiode) beträgt bei O/N 0 Arbeitstage, bei T/N einen
Arbeitstag, bei allen anderen Quotierungen typischerweise 2
Arbeitstage.
Die Tageszählweise ist ACT/360.

Dirk Fleischhauer Marktdaten 30 / 125


Einführung
Zinskurvenaufbau Grundlagen
Zinskurvenanwendung Geldmarktdeposits
Intensitäten FRAs
Zins-Volas Geldmarktfutures
Aktienspezifische Marktdaten Zinsswaps
Abschluss

Geldmarktdeposits II

Laufzeit Zinssatz Beginn Ende Diskontfaktor


O/N 1
O/N st0 t0 t1 , t0 + 1bd dt1 = O/N
1+st0 ·τ (t0 ,t1 )
T /N dt1
T/N st0 t1 t2 , t1 + 1bd dt2 = T /N
1+st0 ·τ (t1 ,t2 )
S/N dt2
S/N st0 t2 t3 , t2 + 1bd dt3 = S/N
1+st0 ·τ (t2 ,t3 )
dt2
xW stxW
0
t2 txW , t2 + xw dtxW = 1+stxW ·τ (t2 ,txW )
0
dt2
yM styM t2 tyM , t2 + ym dtyM =
0 1+styM
0
·τ (t2 ,tyM )

Dirk Fleischhauer Marktdaten 31 / 125


Einführung
Zinskurvenaufbau Grundlagen
Zinskurvenanwendung Geldmarktdeposits
Intensitäten FRAs
Zins-Volas Geldmarktfutures
Aktienspezifische Marktdaten Zinsswaps
Abschluss

Geldmarktdeposits III

Mit den Marktquotierungen errechnen wir:

Laufzeit Quotierung Tage Zerozins


O/N 0,65% 1 0,65902183%
T/N 1,15% 2 0,91248771%
1W 1,25% 9 1,18838058%
1M 1,28% 35 1,27504391%
2M 1,32% 63 1,32336739%
3M 1,43% 94 1,43584108%

Dirk Fleischhauer Marktdaten 32 / 125


Einführung
Zinskurvenaufbau Grundlagen
Zinskurvenanwendung Geldmarktdeposits
Intensitäten FRAs
Zins-Volas Geldmarktfutures
Aktienspezifische Marktdaten Zinsswaps
Abschluss

Geldmarktdeposits IV

Zinsen

1.5%

1.0%

0.5%

Kalendertage
12 9 35 63 94

Dirk Fleischhauer Marktdaten 33 / 125


Einführung
Zinskurvenaufbau Grundlagen
Zinskurvenanwendung Geldmarktdeposits
Intensitäten FRAs
Zins-Volas Geldmarktfutures
Aktienspezifische Marktdaten Zinsswaps
Abschluss

FRAs I

FRAs beziehen sich auf eine Forward-Periode.


FRAs zahlen die Differenz zwischen dem vereinbarten
FRA-Satz und dem zukünftig festgestellten Referenzzinssatz
Die Zahlung wird am Beginn der zugrundeliegenden
Zinsperiode diskontiert geleistet.
Die Diskontierung geschieht mit dem Referenzzinssatz.
Wir können den quotierten FRA-Satz als einen für die
Forward-Periode quotierten Depositzins interpretieren.

Dirk Fleischhauer Marktdaten 34 / 125


Einführung
Zinskurvenaufbau Grundlagen
Zinskurvenanwendung Geldmarktdeposits
Intensitäten FRAs
Zins-Volas Geldmarktfutures
Aktienspezifische Marktdaten Zinsswaps
Abschluss

FRAs II

Sei der FRA-Zins ft1 ,t2 gegeben und der Diskontfaktor dt1
durch Interpolation aus dem schon berechneten kurzen Ende
der Kurve erhältlich.
1 dt1
Dann können wir ft1 ,t2 = τt1 ,t2 ( dt2 − 1) nach dt2 umstellen:
dt1
dt2 = 1+τt1 ,t2 ft1 ,t2

Dirk Fleischhauer Marktdaten 35 / 125


Einführung
Zinskurvenaufbau Grundlagen
Zinskurvenanwendung Geldmarktdeposits
Intensitäten FRAs
Zins-Volas Geldmarktfutures
Aktienspezifische Marktdaten Zinsswaps
Abschluss

FRAs III
Mit den Marktquotierungen errechnen wir:

Laufzeit Quotierung Beginn Ende Tage Zerozins


1×4 1,506% 13.06.2011 13.09.2011 127 1,45537983%
2×5 1,583% 11.07.2011 11.10.2011 155 1,48859999%
3×6 1,668% 11.08.2011 11.11.2011 186 1,56035337%

Dirk Fleischhauer Marktdaten 36 / 125


Einführung
Zinskurvenaufbau Grundlagen
Zinskurvenanwendung Geldmarktdeposits
Intensitäten FRAs
Zins-Volas Geldmarktfutures
Aktienspezifische Marktdaten Zinsswaps
Abschluss

FRAs IV

Zinsen

1.5%

1.0%

0.5%

Kalendertage
1 9 35 63 94 127 155 186

Dirk Fleischhauer Marktdaten 37 / 125


Einführung
Zinskurvenaufbau Grundlagen
Zinskurvenanwendung Geldmarktdeposits
Intensitäten FRAs
Zins-Volas Geldmarktfutures
Aktienspezifische Marktdaten Zinsswaps
Abschluss

Geldmarktfutures I

Geldmarktfutures sind eine standardisierte Variante der FRAs


Die Standardisierung besteht im Wesentlichen in den festen
Beginndaten der zugrundeliegenden Zinsperioden.
Die den Geldmarktfutures zugrundeliegenden Zinsperioden
beginnen immer am dritten Mittwoch des Fälligkeitsmonats.

Dirk Fleischhauer Marktdaten 38 / 125


Einführung
Zinskurvenaufbau Grundlagen
Zinskurvenanwendung Geldmarktdeposits
Intensitäten FRAs
Zins-Volas Geldmarktfutures
Aktienspezifische Marktdaten Zinsswaps
Abschluss

Geldmarktfutures II
Mit den Marktquotierungen errechnen wir:

Fälligkeit Preis Forward Beginn Ende Tage Zerozins


U11 98,2225 1,7775% 21.09.2011 21.12.2011 226 1,59906794%
Z11 98,0275 1,9725% 21.12.2011 21.03.2012 317 1,71270559%
H12 97,8775 2,1225% 21.03.2012 21.06.2012 409 1,81020720%
M12 97,7275 2,2725% 20.06.2012 20.09.2012 500 1,89898549%
U12 97,5925 2,4075% 19.09.2012 19.12.2012 590 1,98060864%

Dirk Fleischhauer Marktdaten 39 / 125


Einführung
Zinskurvenaufbau Grundlagen
Zinskurvenanwendung Geldmarktdeposits
Intensitäten FRAs
Zins-Volas Geldmarktfutures
Aktienspezifische Marktdaten Zinsswaps
Abschluss

Geldmarktfutures III

Zinsen
2.0%

1.5%

1.0%

0.5%

Kalendertage

1 94 186 226 317 409 500 590

Dirk Fleischhauer Marktdaten 40 / 125


Einführung
Zinskurvenaufbau Grundlagen
Zinskurvenanwendung Geldmarktdeposits
Intensitäten FRAs
Zins-Volas Geldmarktfutures
Aktienspezifische Marktdaten Zinsswaps
Abschluss

Zinsswaps I
Bei Zinsswaps wird eine Reihe Festzinszahlungen gegen
variable Zinszahlungen getauscht.
Receiver-Swap: Wir erhalten die Festzinszahlungen.
Payer-Swap: Wir leisten die Festzinszahlungen.
Der Barwert eines Receiver-Swap mit Nominalwert N und
Festzins s am Abschlußtag lautet:
 X n m
 X 
PVSwap = N s τtsi−1 ,ti dti − τtfj−1 ,tj ftj−1 ,tj dtj
i=1 j=1

Mit der FRN-Methode vereinfacht sich das zu


 X n 
τtsi−1 ,ti dti − dt0 + dtn

PVSwap = N s
i=1
Dirk Fleischhauer Marktdaten 41 / 125
Einführung
Zinskurvenaufbau Grundlagen
Zinskurvenanwendung Geldmarktdeposits
Intensitäten FRAs
Zins-Volas Geldmarktfutures
Aktienspezifische Marktdaten Zinsswaps
Abschluss

Zinsswaps II

Die beim Zinsstrukturkurvenaufbau zu bestimmenden


Diskontfaktoren sollen dazu führen, daß die quotierten Swaps
einen Barwert von 0 haben.
Beim Bootstrapping-Algorithmus geht es um eine rekursive
Bestimmung der Diskontfaktoren.
Dazu stellt man die Barwertformel nach dtn um:
Pn−1 s
dt0 − s i=1 τti−1 ,ti dti
dtn =
1+ sτtsn−1 ,tn

Dirk Fleischhauer Marktdaten 42 / 125


Einführung
Zinskurvenaufbau Grundlagen
Zinskurvenanwendung Geldmarktdeposits
Intensitäten FRAs
Zins-Volas Geldmarktfutures
Aktienspezifische Marktdaten Zinsswaps
Abschluss

Zinsswaps III
Mit den Marktquotierungen errechnen wir:
Laufzeit Quotierung Tage Zerozins
02Y 2,119% 735 2,09418344%
03Y 2,378% 1099 2,35406079%
04Y 2,599% 1463 2,57750665%
05Y 2,776% 1829 2,75655352%
06Y 2,921% 2194 2,90611533%
07Y 3,041% 2559 3,03113984%
08Y 3,143% 2926 3,13853918%
09Y 3,233% 3290 3,23360322%
10Y 3,315% 3655 3,32242571%
11Y 3,394% 4020 3,40960868%
12Y 3,467%
Dirk Fleischhauer
4385
Marktdaten
3,49148052% 43 / 125
Einführung
Zinskurvenaufbau Grundlagen
Zinskurvenanwendung Geldmarktdeposits
Intensitäten FRAs
Zins-Volas Geldmarktfutures
Aktienspezifische Marktdaten Zinsswaps
Abschluss

Zinsswaps IV

Wenn die Laufzeitunterschiede der quotierten Swaps größer


als 1 Jahr sind, ist die Rekursionsformel nicht ohne Weiteres
anwendbar.
Die Lösung für den 15-Jahres-Punkt setzt bspw. voraus, daß
die Kurve schon bis 14 Jahre errechnet wurde. Ein
14-Jahres-Swap wird aber beim Kurvenaufbau gar nicht
verwendet.
In solchen Fällen wird der gesuchte Zero-Zinssatz durch
numerische Methoden bestimmt, wobei die notwendigen
weiteren Zinssätze durch Interpolation erhalten werden.

Dirk Fleischhauer Marktdaten 44 / 125


Einführung
Zinskurvenaufbau Grundlagen
Zinskurvenanwendung Geldmarktdeposits
Intensitäten FRAs
Zins-Volas Geldmarktfutures
Aktienspezifische Marktdaten Zinsswaps
Abschluss

Zinsswaps V

Mit den weiteren Marktquotierungen errechnen wir:

Laufzeit Quotierung Tage Zerozins


15Y 3,632% 5481 3,67988973%
20Y 3,720% 7308 3,76999083%
25Y 3,676% 9135 3,67990627%
30Y 3,590% 10962 3,52948594%
40Y 3,484% 14612 3,34352696%
50Y 3,449% 18265 3,28732676%

Dirk Fleischhauer Marktdaten 45 / 125


Einführung
Zinskurvenaufbau Grundlagen
Zinskurvenanwendung Geldmarktdeposits
Intensitäten FRAs
Zins-Volas Geldmarktfutures
Aktienspezifische Marktdaten Zinsswaps
Abschluss

Zinsswaps VI
Zinsen

3.5%

3.0%

2.5%

2.0%

1.5%

1.0%

0.5%
Jahre
5 10 15 20 25 30 40 50

Dirk Fleischhauer Marktdaten 46 / 125


Einführung
Zinskurvenaufbau
Zinskurvenanwendung Tenorspezifische Kurven
Intensitäten OIS-Diskontierung
Zins-Volas Forward-Rates
Aktienspezifische Marktdaten
Abschluss

1 Einführung

2 Zinskurvenaufbau

3 Zinskurvenanwendung
Tenorspezifische Kurven
OIS-Diskontierung
Forward-Rates

4 Intensitäten

5 Zins-Volas

6 Aktienspezifische Marktdaten
Dirk Fleischhauer Marktdaten 47 / 125
Einführung
Zinskurvenaufbau
Zinskurvenanwendung Tenorspezifische Kurven
Intensitäten OIS-Diskontierung
Zins-Volas Forward-Rates
Aktienspezifische Marktdaten
Abschluss

Verschiedene Kurven

Zinsen

4%

3.5%

3.0%

2.5% IBZ .EUR.12M


GBZ .EUR.DEX
2.0%
IBZ .EUR.06M
IBZ .EUR.03M
1.5%
IBZ .EUR.01M
1.0% IBZ .EUR.OIS

0.5%
Jahre
5 10 15 20 25 30

Dirk Fleischhauer Marktdaten 48 / 125


Einführung
Zinskurvenaufbau
Zinskurvenanwendung Tenorspezifische Kurven
Intensitäten OIS-Diskontierung
Zins-Volas Forward-Rates
Aktienspezifische Marktdaten
Abschluss

OIS-Diskontierung
Bei der Bestimmung von Kurven zur Berechnung von
Forward-Rates wird nun berücksichtigt, dass Swaps als über
eine Central Counterparty abgewickelt behandelt werden.
Bei solchen Swaps wird stets mit der OIS-Kurve diskontiert.
Damit ist die vereinfachende FRN-Methode nicht mehr
anwendbar und es gilt nicht mehr
 X n 
τtsi−1 ,ti dti − dt0 + dtn

PVSwap = N s
i=1
Es muß vielmehr jede einzelne variable Zahlung betrachtet
werden.
 X n m
s
 X 
PVSwap = N s τti−1 ,ti dti − τtfj−1 ,tj ftj−1 ,tj dtj
Dirki=1
Fleischhauer Marktdatenj=1 49 / 125
Einführung
Zinskurvenaufbau
Zinskurvenanwendung Tenorspezifische Kurven
Intensitäten OIS-Diskontierung
Zins-Volas Forward-Rates
Aktienspezifische Marktdaten
Abschluss

Mit der Kurve berechnete Forward-Rates

Zinsen

3.5%

3.0% Forward Rates


2.5%

2.0%

1.5%

1.0%

0.5%
Jahre
5 10 15 20 25 30 40 50

Dirk Fleischhauer Marktdaten 50 / 125


Einführung
Zinskurvenaufbau
Zinskurvenanwendung Tenorspezifische Kurven
Intensitäten OIS-Diskontierung
Zins-Volas Forward-Rates
Aktienspezifische Marktdaten
Abschluss

Glatte Forward-Kurven I
Die zackige Form der Forward-Kurven ist unplausibel.
Eine Möglichkeit, das zu heilen ist die Interpolation von
Forward-Rates, nicht Zero-Rates.
Bisher: Für einen Swap mit m festen und n variablen
Zinsperioden und der Swaprate sm wird der Zero-Zins z fwd für
den Zeitpunkt tm = tn so bestimmt wird, dass
m n  fwd !
dtj−1
X X 
disc disc
sm × (τti−1 ,ti dti ) = fwd
− 1 dtj
i=1
dt
} |j=1
j
| {z {z }
PVfesteSeite PVvariableSeite

gilt. Dabei ist dt∗ = e τt zt∗ , wobei τt den Zeitraum bis t in


ACT/365 angibt.
Dirk Fleischhauer Marktdaten 51 / 125
Einführung
Zinskurvenaufbau
Zinskurvenanwendung Tenorspezifische Kurven
Intensitäten OIS-Diskontierung
Zins-Volas Forward-Rates
Aktienspezifische Marktdaten
Abschluss

Glatte Forward-Kurven II

Annahme zur Illustration: Die Zinsstrukturkurve ist bis tm = tn


schon ermittelt, alle ztfwd mit t ≤ tm = tn sind bekannt.
Nächster Schritt: Verarbeitung der nächsten Swaprate sm+k
mit k hinzukommenden Festzinszahlungen und l
hinzukommenden variablen Zahlungen. Es werden also alle
Zinssätze ztfwd bis zum Zeitpunkt tm+k = tn+l berechnet.

Dirk Fleischhauer Marktdaten 52 / 125


Einführung
Zinskurvenaufbau
Zinskurvenanwendung Tenorspezifische Kurven
Intensitäten OIS-Diskontierung
Zins-Volas Forward-Rates
Aktienspezifische Marktdaten
Abschluss

Glatte Forward-Kurven III

Besonderheit: Es wird in diesem Bootstrapping-Schritt nicht


nur eine Stützstelle ztfwd
m+k
erzeugt, sondern vielmehr die
Forward-Rate ftn+l−1 ,tn+l , aus der und der bekannten ftn−1 ,tn
sich die weiteren zu bestimmenden ftj−1 ,tj mit j = n + 1,
n + 2, ..., n + l durch lineare Interpolation ergeben:
tn+l − tj tj − tn
ftj−1 ,tj = ft ,t + ft ,t
tn+l − tn n−1 n tn+l − tn n+l−1 n+l

Dirk Fleischhauer Marktdaten 53 / 125


Einführung
Zinskurvenaufbau
Zinskurvenanwendung Tenorspezifische Kurven
Intensitäten OIS-Diskontierung
Zins-Volas Forward-Rates
Aktienspezifische Marktdaten
Abschluss

Glatte Forward-Kurven IV

Für jedes j mit j = n + 1, n + 2, ..., n + l erhalten wir damit


die Forward-Rates ftj−1 ,tj , welche wiederum in Diskontfaktoren
umgerechnet werden können:

dtfwd
dtfwd
j
= Qj n

i=n+1 (1 + τtfwd f fwd )


i−1 ,ti ti−1 ,ti

Aus den Diskontfaktoren erhält man durch


1
ztfwd = τ fwd ln(dtfwd ) die resultierenden Zero-Rates.
t

Dirk Fleischhauer Marktdaten 54 / 125


Einführung
Zinskurvenaufbau
Zinskurvenanwendung Tenorspezifische Kurven
Intensitäten OIS-Diskontierung
Zins-Volas Forward-Rates
Aktienspezifische Marktdaten
Abschluss

Glatte Forward-Kurven V
Zinsen

2.0%

alte Zero Rates


1.5% neue Zero Rates
alte Forward Rates
neue Forward Rates

1.0%

0.5%

Jahre
5 10 15 20 25 30 40 50

Man erkennt deutlich, dass die neue Forward-Kurve viel glatter ist,
die neue Zero-Kurve, ob der vielen Stützstellen, ebenfalls.
Dirk Fleischhauer Marktdaten 55 / 125
Einführung
Zinskurvenaufbau
Grundlagen
Zinskurvenanwendung
Kategorienintensitäten
Intensitäten
CDS-Intensitäten
Zins-Volas
Bondintensitäten
Aktienspezifische Marktdaten
Abschluss

1 Einführung

2 Zinskurvenaufbau

3 Zinskurvenanwendung

4 Intensitäten
Grundlagen
Kategorienintensitäten
CDS-Intensitäten
Bondintensitäten

5 Zins-Volas
Dirk Fleischhauer Marktdaten 56 / 125
Einführung
Zinskurvenaufbau
Grundlagen
Zinskurvenanwendung
Kategorienintensitäten
Intensitäten
CDS-Intensitäten
Zins-Volas
Bondintensitäten
Aktienspezifische Marktdaten
Abschluss

Intensitäten. Grundlagen I

Die Wahrscheinlichkeit für das Eintreten eines


Ausfallereignisses pD (t, t + ∆t) wird als proportional zur
(kurzen) Intervallänge ∆t angenommen:

pD (t, t + ∆t) = λ(t)∆t

Die Überlebenswahrscheinlichkeit ist dann:

pS (t, t + ∆t) = 1 − pD (t, t + ∆t) = 1 − λ(t)∆t

λ(t) wird dabei als Intensität bezeichnet.

Dirk Fleischhauer Marktdaten 57 / 125


Einführung
Zinskurvenaufbau
Grundlagen
Zinskurvenanwendung
Kategorienintensitäten
Intensitäten
CDS-Intensitäten
Zins-Volas
Bondintensitäten
Aktienspezifische Marktdaten
Abschluss

Intensitäten. Grundlagen II
Die Überlebenswahrscheinlichkeit für ein langes Intervall von t
bis T , das in N kleine Intervalle ∆t = TN−t zerlegt wurde, ist
folglich: Y 
pS (t, T ) = 1 − λ(t + i∆t)∆t
i
hX  i
pS (t, T ) = exp ln 1 − λ(t + i∆t)∆t
i
Für N → ∞ gilt:
RT
hX i − λ(s) ds
pS (t, T ) = exp λ(t + i∆t)∆t) = e t
i

Dirk Fleischhauer Marktdaten 58 / 125


Einführung
Zinskurvenaufbau
Grundlagen
Zinskurvenanwendung
Kategorienintensitäten
Intensitäten
CDS-Intensitäten
Zins-Volas
Bondintensitäten
Aktienspezifische Marktdaten
Abschluss

Intensitäten. Grundlagen III

RT
Wir nennen Λ(T ) = λ(s) ds kumulierte Intensität und treffen
0
folgende Annahmen:
Die Intensitäten λ(t) sind stückweise konstant
Die Beobachtung von Ausfällen erfolgt nicht kontinuierlich,
sondern nur zu Zahlungsterminen
Bei Ausfall wird die Recovery-Rate π auf ausstehende
Nominalwertzahlungen angewendet, nicht auf
Kuponzahlungen

Dirk Fleischhauer Marktdaten 59 / 125


Einführung
Zinskurvenaufbau
Grundlagen
Zinskurvenanwendung
Kategorienintensitäten
Intensitäten
CDS-Intensitäten
Zins-Volas
Bondintensitäten
Aktienspezifische Marktdaten
Abschluss

Intensitäten. Grundlagen IV
Der Barwert PVKupon des Kupons k einer Anleihe kann nun als
Summe
des Barwertes im Falle eines Nicht-Ausfalls und
des Barwertes im Falle eines Ausfalls
notiert werden. Im Falle des Ausfalls wird die Recovery-Rate π des
Nominals gezahlt. τ stellt den Daycount-Faktor und r den
risikolosen Zinssatz dar.
    
−rT −Λ(T ) −rT −Λ(T )
PVKupon = kτ e e + πe 1−e
| {z } | {z }
Überleben Ausfall

Dirk Fleischhauer Marktdaten 60 / 125


Einführung
Zinskurvenaufbau
Grundlagen
Zinskurvenanwendung
Kategorienintensitäten
Intensitäten
CDS-Intensitäten
Zins-Volas
Bondintensitäten
Aktienspezifische Marktdaten
Abschluss

Kategorienintensitäten

Für die Kalibrierung der Kategorienintensitäten werden


Par-Renditen für die entsprechende Kategorie herangezogen. Für
sie werden mit dem Bootstrapping-Verfahren die
restlaufzeitabhängigen Kategorienintensitäten ΛKt so bestimmt, daß
K
für jede angegebene Par-Rendite ytn die Gleichung
n n  
−ΛK −ΛK K −ΛK −ΛK
dtrn e −Λtn
X X
dtr0 e t
0 = ytKn τti−1 ,ti dtri e ti + +π dtri e ti−1 − e ti
i=1 | {z } | {z } i=1 | {z }
Überleben bis ti Überleben bis tn
Ausfall zwischen ti−1 und ti

Dabei sind die d r die aus der risikolosen Zinsstrukturkurve errechneten


Diskontfaktoren.

Dirk Fleischhauer Marktdaten 61 / 125


Einführung
Zinskurvenaufbau
Grundlagen
Zinskurvenanwendung
Kategorienintensitäten
Intensitäten
CDS-Intensitäten
Zins-Volas
Bondintensitäten
Aktienspezifische Marktdaten
Abschluss

Kategorienintensitäten. Beispiel
Für die Kategorie Banks AAA errechneten wir:

Laufzeit ParYield Spread bp Tage Intensität


01Y 2.044976% 10.75 368 0.00298527
02Y 2.3947% 13.57 735 0.00696455
03Y 2.6832% 17.02 1099 0.0121163
04Y 3.0381% 31.11 1463 0.02559938
05Y 3.3222% 42.27 1829 0.04156844
07Y 3.6629% 50.59 2559 0.0684429
08Y 3.8016% 54.71 2926 0.08436405
09Y 3.9297% 58.97 3290 0.10219614
10Y 4.0325% 61.4 3655 0.11837085

Dirk Fleischhauer Marktdaten 62 / 125


Einführung
Zinskurvenaufbau
Grundlagen
Zinskurvenanwendung
Kategorienintensitäten
Intensitäten
CDS-Intensitäten
Zins-Volas
Bondintensitäten
Aktienspezifische Marktdaten
Abschluss

Kategorienintensitäten. Grafik

kumulierte Intensitäten

0.1

0.05

0 Jahre
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10

Dirk Fleischhauer Marktdaten 63 / 125


Einführung
Zinskurvenaufbau
Grundlagen
Zinskurvenanwendung
Kategorienintensitäten
Intensitäten
CDS-Intensitäten
Zins-Volas
Bondintensitäten
Aktienspezifische Marktdaten
Abschluss

CDS-Intensitäten I

Die Individualintensitäten für Credit Default Swaps werden so


gewählt, daß die quotierten CDS-Spreads reproduziert werden.
Damit entsteht eine spezifische stückweise lineare Funktion
der Restlaufzeiten.
Für die Ableitung der Individualintensitätskurve wird ein
Bootstrapping-Verfahren angewendet, um auf diese Weise
implizite Intensitäten für die Credit Default Swaps abzuleiten,
die mit den CDS-Quotes stn konsistent sind.

Dirk Fleischhauer Marktdaten 64 / 125


Einführung
Zinskurvenaufbau
Grundlagen
Zinskurvenanwendung
Kategorienintensitäten
Intensitäten
CDS-Intensitäten
Zins-Volas
Bondintensitäten
Aktienspezifische Marktdaten
Abschluss

CDS-Intensitäten II
Für den Protection-Buyer ist der Barwert PVCDS eines CDS:

Überleben bis ti
z }|  {
n

− Λ K +ΛI
τ (ti−1 , ti )dtri e
P ti ti
PVCDS = stn
i=1
n
    
P r − ΛK I
ti−1 +Λti−1 − ΛK I
t +Λt
+ (1 − π) dti e −e i i

i=1
| {z }
Ausfall zwischen ti−1 und ti
Ausgehend von den schon bestimmten zugehörigen
Kategorienintensitäten ΛK
t werden Individualintensitäten für
die Credit Default Swaps ΛIt mit dem
Bootstrapping-Algorithmus so bestimmt, daß die Barwerte der
CDS verschiedener Restlaufzeiten Null werden.
Dirk Fleischhauer Marktdaten 65 / 125
Einführung
Zinskurvenaufbau
Grundlagen
Zinskurvenanwendung
Kategorienintensitäten
Intensitäten
CDS-Intensitäten
Zins-Volas
Bondintensitäten
Aktienspezifische Marktdaten
Abschluss

Bondintensitäten
Für jeden Bond wird genau eine Individualintensität ermittelt.
Sie wird am Marktpreis des Bonds, der zugehörigen
Kategorienintensitätskurve und der risikolosen
Zinsstrukturkurve kalibriert.
Für den dirty Preis P eines Bonds mit Kupon k wird die
Gleichung
n
 
− ΛK I
ti +Λti
K I
τ (ti−1 , ti )dtri e + dtrn e −(Λtn +Λtn )
P
P= k
i=1
n
    
P r − ΛK I
ti−1 +Λti−1 − ΛK I
ti +Λti
+π dti e −e
i=1
für ΛItn gelöst.
Die ΛIti mit ti < tn werden durch lineare Interpolation
zwischen dem Koordinatenursprung und ΛItn implizit ermittelt.
Dirk Fleischhauer Marktdaten 66 / 125
Einführung
Zinskurvenaufbau
Swaption-ATM-Volas
Zinskurvenanwendung
SwaptionVola-Smiles
Intensitäten
SABR-Volas
Zins-Volas
CapFloorForwardVolas
Aktienspezifische Marktdaten
Abschluss

1 Einführung

2 Zinskurvenaufbau

3 Zinskurvenanwendung

4 Intensitäten

5 Zins-Volas
Swaption-ATM-Volas
SwaptionVola-Smiles
SABR-Volas
CapFloorForwardVolas
Dirk Fleischhauer Marktdaten 67 / 125
Einführung
Zinskurvenaufbau
Swaption-ATM-Volas
Zinskurvenanwendung
SwaptionVola-Smiles
Intensitäten
SABR-Volas
Zins-Volas
CapFloorForwardVolas
Aktienspezifische Marktdaten
Abschluss

Die Marktquotierungen
Für Swaption-Straddles werden ATM-Volatilities liquide quotiert
und angewendet:
TTE SwapTerm
1Y 2Y 3Y 4Y 5Y 7Y 10Y 15Y 20Y 25Y 30Y
1M 28,7 33,1 30,4 28,0 26,3 23,7 21,7 19,9 19,6 19,9 20,5
3M 30,5 34,5 31,1 28,7 27,1 24,8 22,8 21,2 20,9 21,4 22,2
6M 33,5 33,5 30,7 28,7 27,4 25,2 23,4 22,0 21,8 22,4 23,2
1Y 36,6 31,7 29,3 27,5 26,4 24,7 23,0 21,6 21,7 22,5 23,6
2Y 33,6 28,9 27,1 25,9 25,2 23,9 22,3 21,1 21,3 22,3 23,6
3Y 29,6 26,3 24,9 24,0 23,4 22,5 21,3 20,2 20,7 21,8 23,1
4Y 26,7 24,2 23,2 22,4 21,8 21,1 20,2 19,4 19,8 21,1 22,2
5Y 24,5 22,5 21,7 21,1 20,5 19,9 19,4 18,7 19,1 20,2 21,3
7Y 21,3 20,1 19,4 19,0 18,5 18,0 18,0 17,7 18,3 19,2 20,0
10Y 17,8 17,2 16,8 16,5 16,4 16,5 16,9 16,9 17,5 18,1 18,6
15Y 16,2 16,4 16,5 16,6 16,8 17,2 17,8 17,7 17,9 17,8 17,9
20Y 18,2 18,5 18,7 19,0 19,3 19,7 20,1 19,1 18,3 17,9 17,7
25Y 21,0 21,0 21,2 21,3 21,5 21,4 21,1 18,8 17,5 17,0 16,9
30Y 21,9 21,0 20,7 20,4 20,3 19,7 19,4 17,1 16,1 16,0 16,2

Dirk Fleischhauer Marktdaten 68 / 125


Einführung
Zinskurvenaufbau
Swaption-ATM-Volas
Zinskurvenanwendung
SwaptionVola-Smiles
Intensitäten
SABR-Volas
Zins-Volas
CapFloorForwardVolas
Aktienspezifische Marktdaten
Abschluss

Das SwaptionVola-Smile I

Die Quotierungen für das Volatilitäts-Smile für Swaptions sind


recht illiquide und wir nehmen sie nur wöchentlich wahr.
Deshalb bietet es sich an, von der typischerweise quotierten
Moneyness-Dimension, dem Strike, in eine
Moneyness-Dimension zu transformieren, die weniger stark
von Zinsänderungen abhängt.
Strike
Es wurde das Verhältnis Forward als Moneyness gewählt.

Dirk Fleischhauer Marktdaten 69 / 125


Einführung
Zinskurvenaufbau
Swaption-ATM-Volas
Zinskurvenanwendung
SwaptionVola-Smiles
Intensitäten
SABR-Volas
Zins-Volas
CapFloorForwardVolas
Aktienspezifische Marktdaten
Abschluss

Das SwaptionVola-Smile II
Das Smile der Swaption-Vola-Spreads für 10 × 10 Swaptions ist
Volatilit äts − Spread

40%

30%

20%

10%

Strike
Forward
0.5 1 1.5 2 2.5

Dirk Fleischhauer Marktdaten 70 / 125


Einführung
Zinskurvenaufbau
Swaption-ATM-Volas
Zinskurvenanwendung
SwaptionVola-Smiles
Intensitäten
SABR-Volas
Zins-Volas
CapFloorForwardVolas
Aktienspezifische Marktdaten
Abschluss

Das SABR-Modell
Das SABR-Modell (Stochastic Alpha, Beta, Rho) ist ein
stochastisches Volatilitätsmodell, das Smiles gut nachbildet.
Es beschreibt die Entwicklung eines Forwards F und dessen
Volatilität σ ausgehend von Startwerten F0 und σ0 über
stochastische Differentialgleichungen:
dFt = σt ∗ Ftβ ∗ dWt
dσt = α ∗ σt ∗ dZt .
Dabei werden der Forward und die Volatilität als Wiener
Prozesse aufgefasst, die mit −1 < ρ < 1 korreliert sind:
dWt dZt = ρdt.
Die konstanten Parameter α und β sollen α > 0 und
0 ≤ β ≤ 1 erfüllen.
Dirk Fleischhauer Marktdaten 71 / 125
Einführung
Zinskurvenaufbau
Swaption-ATM-Volas
Zinskurvenanwendung
SwaptionVola-Smiles
Intensitäten
SABR-Volas
Zins-Volas
CapFloorForwardVolas
Aktienspezifische Marktdaten
Abschluss

Das SABR-Smile

Wir benötigen das Smile nur für das Black-Normal-Modell.


Der Parameter β wird dann 0.
ρz 2−3ρ2 2
in der Nähe von ATM: σN (K , F0 ) = α(1 − 2 )(1 + 24 ν T )
ν(F0 −K ) 2−3ρ2 2
ansonsten: σN (K , F0 ) = χ(z) (1 + 24 ν T )
Dabei sind
ν(F0 − K )
z =

1 − 2ρz + z 2 + z − ρ
χ(z) = ln
1−ρ

Dirk Fleischhauer Marktdaten 72 / 125


Einführung
Zinskurvenaufbau
Swaption-ATM-Volas
Zinskurvenanwendung
SwaptionVola-Smiles
Intensitäten
SABR-Volas
Zins-Volas
CapFloorForwardVolas
Aktienspezifische Marktdaten
Abschluss

Das SABR-Smile grafisch


SABR-Smile für 1 × 10 Swaptions mit ICAP-Quotierungen
Volatilit ät(bp)

180bp
ICAP

160bp
SABR

140bp

120bp

100bp

80bp

60bp Strike(%)
0.5% 1% 2% 3% 4% 5% 6% 8%
Dirk Fleischhauer Marktdaten 73 / 125
Einführung
Zinskurvenaufbau
Swaption-ATM-Volas
Zinskurvenanwendung
SwaptionVola-Smiles
Intensitäten
SABR-Volas
Zins-Volas
CapFloorForwardVolas
Aktienspezifische Marktdaten
Abschluss

Die Grundlagen

Ein Cap (Floor) ist ein Portfolio unabhängig voneinander


ausübbarer Caplets (Floorlets).
Der Barwert eines Cap (Floor) ist die Summe der Barwerte
der enthaltenden Caplets (Floorlets).
Es werden aber nur flat vols quotiert, die auf alle Caplets
(Floorlets) eines Cap (Floor) anzuwenden sind, während wir
caplet- (floorlet-) spezifische Forward-Vols zur Bewertung
benötigen.
Die 5 Caplets eines 3-Jahres-Cap sind:
Caplet 1 Caplet 2 Caplet 3 Caplet 4 Caplet 5
Jahre
0 0.5 1 1.5 2 2.5 3
Dirk Fleischhauer Marktdaten 74 / 125
Einführung
Zinskurvenaufbau
Swaption-ATM-Volas
Zinskurvenanwendung
SwaptionVola-Smiles
Intensitäten
SABR-Volas
Zins-Volas
CapFloorForwardVolas
Aktienspezifische Marktdaten
Abschluss

Die Barwerte

Die Formeln zur Bewertung von Caplets und Floorlets nach


Black76: 
PVCaplet = Ndt f · Φ(h1 ) − k · Φ(h2 )

PVFloorlet = Ndt k · Φ(−h2 ) − f · Φ(−h1 )
mit
ln kf + 21 ·t·σ 2
h1 = √
t·σ
ln kf − 21 ·t·σ 2
h2 = √
t·σ

Dirk Fleischhauer Marktdaten 75 / 125


Einführung
Zinskurvenaufbau
Swaption-ATM-Volas
Zinskurvenanwendung
SwaptionVola-Smiles
Intensitäten
SABR-Volas
Zins-Volas
CapFloorForwardVolas
Aktienspezifische Marktdaten
Abschluss

Die traditionelle Bootstrapping-Methode I


Die folgende Gleichung wird für jede quotierte Flat-Volatilität
flat (also jeden quotierten Cap) gelöst1 :
σCap
X X
flat
PVCapleti (σCap )= PVCapleti (σiforward )
i i
Auf der linken Seite der Gleichung sind die am Markt
quotierten Preise für Caps aufgeschrieben. Diese Preise werden
mit den am Markt quotierten Flat-Volatilitäten berechnet.
Auf der rechten Seite der Gleichung jedoch werden die
Barwerte für die Caplets mit den Forward-Volatilitäten
bestimmt.
Diese Gleichung ist für jeden der n quotierten Caps zu lösen.
1
Hier sind die Formeln für Caps und Caplets aufgeschrieben. Wegen einfacher No-Arbitrage-Bedingungen gilt
das Gleiche für Floors und Floorlets.
Dirk Fleischhauer Marktdaten 76 / 125
Einführung
Zinskurvenaufbau
Swaption-ATM-Volas
Zinskurvenanwendung
SwaptionVola-Smiles
Intensitäten
SABR-Volas
Zins-Volas
CapFloorForwardVolas
Aktienspezifische Marktdaten
Abschluss

Die traditionelle Bootstrapping-Methode II


Für den Strike 3% errechnen wir:
Laufzeit flat vol Tage forward vol
01Y 29,7% 280 29,70000000%
02Y 35,6% 644 39,68604238%
03Y 33,6% 917 29,78939651%
04Y 32,8% 1282 32,25532073%
05Y 32,0% 1647 29,59634826%
06Y 31,1% 2013 28,04730825%
07Y 30,2% 2380 26,38807947%
08Y 29,4% 2744 25,48581937%
09Y 28,7% 3108 24,66674081%
10Y 28,0% 3474 23,16162384%
Dirk Fleischhauer Marktdaten 77 / 125
Einführung
Zinskurvenaufbau
Swaption-ATM-Volas
Zinskurvenanwendung
SwaptionVola-Smiles
Intensitäten
SABR-Volas
Zins-Volas
CapFloorForwardVolas
Aktienspezifische Marktdaten
Abschluss

Die traditionelle Bootstrapping-Methode III


Volatilit ät

40%

30%

20%
Kalendertage
280 644 917 1282 1647 2013 2380 2744 3108 3474

Dirk Fleischhauer Marktdaten 78 / 125


Einführung
Zinskurvenaufbau
Swaption-ATM-Volas
Zinskurvenanwendung
SwaptionVola-Smiles
Intensitäten
SABR-Volas
Zins-Volas
CapFloorForwardVolas
Aktienspezifische Marktdaten
Abschluss

Die neue Methode mit Siegel-Nelson-Kurve I

Die Zacken in der Kurve der Forward-Vols sind unplausibel.


Das wird durch Schätzung der Parameter einer
Siegel-Nelson-Kurve geheilt:
σtforward = α0 + (α1 + α2 t)e −α3 t

Dirk Fleischhauer Marktdaten 79 / 125


Einführung
Zinskurvenaufbau
Swaption-ATM-Volas
Zinskurvenanwendung
SwaptionVola-Smiles
Intensitäten
SABR-Volas
Zins-Volas
CapFloorForwardVolas
Aktienspezifische Marktdaten
Abschluss

Die neue Methode mit Siegel-Nelson-Kurve II

Es gilt nun, den Parameter α = (α0 , α1 , α2 , α3 )T so zu


bestimmen, daß die Summe der quadrierten Preisdifferenzen
zwischen Bewertung aller Caps mit ihren quotierten
Flat-Volatilitäten und der Bewertung mit den zu
bestimmenden Forward-Volatilitäten minimiert wird.
Die zu minimierende Zielfunktion lautet also
n 
X 2
flat forward
PVCapj (σCap j
) − PVCapj (σ )
j=1

Dirk Fleischhauer Marktdaten 80 / 125


Einführung
Zinskurvenaufbau
Swaption-ATM-Volas
Zinskurvenanwendung
SwaptionVola-Smiles
Intensitäten
SABR-Volas
Zins-Volas
CapFloorForwardVolas
Aktienspezifische Marktdaten
Abschluss

Die neue Methode mit Siegel-Nelson-Kurve III

Dieses nichtlineare Optimierungsproblem wird mit dem


Steepest-Descent-Verfahren gelöst.
Dabei wird die Zielfunktion zunächst auf einem geeignet
dimensionierten statischen Gitter ausgewertet.
Danach werden um die als am besten gefundenen Punkte
lokale dynamische Gitter gebildet.
Von diesen Gitterpunkten aus werden mit dem
Steepest-Descent-Verfahren lokale Minima gesucht, um so das
globale Minimum zu finden.

Dirk Fleischhauer Marktdaten 81 / 125


Einführung
Zinskurvenaufbau
Swaption-ATM-Volas
Zinskurvenanwendung
SwaptionVola-Smiles
Intensitäten
SABR-Volas
Zins-Volas
CapFloorForwardVolas
Aktienspezifische Marktdaten
Abschluss

Die neue Methode mit Siegel-Nelson-Kurve IV


Für den Strike 3% errechnen wir mit den Flat-Vola-Quotierungen
01Y 29,7% 06Y 31,1%
02Y 35,6% 07Y 30,2%
03Y 33,6% 08Y 29,4%
04Y 32,8% 09Y 28,7%
05Y 32,0% 10Y 28,0%
die optimalen Parameter
α0 = 0, 20519159
α1 = 0, 15645253
α2 = 0, 04498060
α3 = 0, 30831690
Dirk Fleischhauer Marktdaten 82 / 125
Einführung
Zinskurvenaufbau
Swaption-ATM-Volas
Zinskurvenanwendung
SwaptionVola-Smiles
Intensitäten
SABR-Volas
Zins-Volas
CapFloorForwardVolas
Aktienspezifische Marktdaten
Abschluss

Die neue Methode mit Siegel-Nelson-Kurve V

Volatilit ät

40%

30%

Siegel-Nelson-Kurve

20%
Kalendertage
280 644 917 1282 1647 2013 2380 2744 3108 3474

Dirk Fleischhauer Marktdaten 83 / 125


Einführung
Zinskurvenaufbau
Swaption-ATM-Volas
Zinskurvenanwendung
SwaptionVola-Smiles
Intensitäten
SABR-Volas
Zins-Volas
CapFloorForwardVolas
Aktienspezifische Marktdaten
Abschluss

Das Vola-Smile
Das Smile der Forward-Vola für 9,5 Jahre ist

Volatilit ät

40%

30%

20%

Strike
1% 2% 3% 4% 5% 6% 7% 10%

Dirk Fleischhauer Marktdaten 84 / 125


Einführung
Zinskurvenaufbau Explizite Dividendenschätzungen
Zinskurvenanwendung Implizite Dividendenschätzungen
Intensitäten Implizite Aktien-Volatilitäten
Zins-Volas SVI-Volatilitäten
Aktienspezifische Marktdaten Interpolation impliziter Aktien-Volatilitäten
Abschluss

1 Einführung

2 Zinskurvenaufbau

3 Zinskurvenanwendung

4 Intensitäten

5 Zins-Volas

6 Aktienspezifische Marktdaten
Explizite Dividendenschätzungen
Implizite Dividendenschätzungen
Implizite Aktien-Volatilitäten
Dirk Fleischhauer Marktdaten 85 / 125
Einführung
Zinskurvenaufbau Explizite Dividendenschätzungen
Zinskurvenanwendung Implizite Dividendenschätzungen
Intensitäten Implizite Aktien-Volatilitäten
Zins-Volas SVI-Volatilitäten
Aktienspezifische Marktdaten Interpolation impliziter Aktien-Volatilitäten
Abschluss

Explizite Dividendenschätzungen

Wir erhalten Dividendenschätzungen für die nächsten wenigen


Jahre von Markit.
Wir benötigen Dividendenschätzungen für viele Jahre.
Die Extrapolation der Dividendenschätzungen ist flach. Das
bedeutet, wir schreiben Dividendenschätzungen einfach fort.
Da die Analystenschätzungen u.a. von Markit mitunter
deutlich höher sind, als die durch Marktpreise (Futures,
Optionen) implizierten
einen positiven Trend aufweisen
nehmen wir zur Extrapolation nur die Dividendenschätzungen
aus den ersten n Geschäftsjahren wahr.

Dirk Fleischhauer Marktdaten 86 / 125


Einführung
Zinskurvenaufbau Explizite Dividendenschätzungen
Zinskurvenanwendung Implizite Dividendenschätzungen
Intensitäten Implizite Aktien-Volatilitäten
Zins-Volas SVI-Volatilitäten
Aktienspezifische Marktdaten Interpolation impliziter Aktien-Volatilitäten
Abschluss

Implizite Dividendenschätzungen I

Es werden Schlußkurse von Optionen und deren Underlyings,


Zinsstrukturkurven und die Expertenschätzungen für
Dividenden von Markit herangezogen.
Es werden Faktoren ermittelt, mit denen die
Expertenschätzungen multipliziert werden, um die
Optionspreise exakt zu treffen.
Die mit den ermittelten Faktoren multiplizierten
Expertenschätzungen sind die impliziten Dividenden.

Dirk Fleischhauer Marktdaten 87 / 125


Einführung
Zinskurvenaufbau Explizite Dividendenschätzungen
Zinskurvenanwendung Implizite Dividendenschätzungen
Intensitäten Implizite Aktien-Volatilitäten
Zins-Volas SVI-Volatilitäten
Aktienspezifische Marktdaten Interpolation impliziter Aktien-Volatilitäten
Abschluss

Implizite Dividendenschätzungen II
Es wird für jede Optionsfälligkeit Ti aufsteigend
folgendermaßen vorgegangen:
1 Bestimmung des Forward-Kurses unter Berücksichtigung der
aufgezinsten Werte für den aktuellen Aktienkurs, der schon
ermittelten impliziten Dividenden (für die Zeit bis Ti−1 ) und
weiterer Expertenschätzungen (für die Zeit zwischen Ti−1 und
Ti ).
2 Zur Ermittlung des ATM-Optionspaares wird in einem
vorbestimmten Bereich (derzeit 10%) um den Forward-Kurs
gesucht und das Optionspaar mit der kleinsten Differenz
zwischen Strike und Forward-Kurs herausgefunden.
3 Es wird das Gleichungssystem nach dem Faktor Fi und der
Vola σi aufgelöst:
MarktpreisCall = BarwertCall (impliziteDividenden(T0 ; Ti−1 ); Fi ×Expertenschätzungen(Ti−1 ; Ti ); σi )

MarktpreisPut = BarwertPut (impliziteDividenden(T0 ; Ti−1 ); Fi ×Expertenschätzungen(Ti−1 ; Ti ); σi )


Dirk Fleischhauer Marktdaten 88 / 125
Einführung
Zinskurvenaufbau Explizite Dividendenschätzungen
Zinskurvenanwendung Implizite Dividendenschätzungen
Intensitäten Implizite Aktien-Volatilitäten
Zins-Volas SVI-Volatilitäten
Aktienspezifische Marktdaten Interpolation impliziter Aktien-Volatilitäten
Abschluss

Implizite Dividendenschätzungen III

Dabei sind folgende Besonderheiten zu beachten:


Falls in einem Optionsfälligkeitsintervall (Ti−1 ; Ti ) keine
Expertenschätzung vorliegt, wird die Optionsfälligkeit Ti
ignoriert.
Bei Aktienindizes, die keine Performance-Indizes sind, ersetzen
die indexgewichteten impliziten Dividenden der
Indexbestandteile die Expertenschätzungen. Die so ermittelten
Expertenschätzungen werden flach bis zur letzten
Aktienindexoptionsfälligkeit extrapoliert.

Dirk Fleischhauer Marktdaten 89 / 125


Einführung
Zinskurvenaufbau Explizite Dividendenschätzungen
Zinskurvenanwendung Implizite Dividendenschätzungen
Intensitäten Implizite Aktien-Volatilitäten
Zins-Volas SVI-Volatilitäten
Aktienspezifische Marktdaten Interpolation impliziter Aktien-Volatilitäten
Abschluss

Implizite Aktien-Volatilitäten I
Aus der Preishistorie werden Standardabweichungen der
logarithmischen Renditen geschätzt.
Für die herangezogenenen Aktienoptionen werden
Volatilitätsparameter ermittelt, die den Modellpreis der Option
dem Marktpreis weitgehend annähern.
Ausgehend von diesen optionsspezifischen impliziten
Volatilitäten werden die Volatilitäten typischerweise einer
instrumentspezifischen Volatilitätsoberfläche mit festem Gitter

Restlaufzeiten (Kalendertage): 10, 30, 60, 90, 180, 270, 360,


810, 2000  
Moneyness Strike
Spot : 0.5, 0.6, 0.7, 0.8, 0.85, 0.9, 0.95, 1, 1.05,
1.10, 1.15, 1.2, 1.3, 1.4, 1.5
interpoliert. Dirk Fleischhauer Marktdaten 90 / 125
Einführung
Zinskurvenaufbau Explizite Dividendenschätzungen
Zinskurvenanwendung Implizite Dividendenschätzungen
Intensitäten Implizite Aktien-Volatilitäten
Zins-Volas SVI-Volatilitäten
Aktienspezifische Marktdaten Interpolation impliziter Aktien-Volatilitäten
Abschluss

Implizite Aktien-Volatilitäten II

Ausnahmen dieses Verfahrens gibt es für


Optionen auf Volatilitätsindexfutures. Hier ist das
angewendete Black-Scholes-Modell unangemessen. Deshalb
wird zwischen Volatilitätsoberflächen für Calls und Puts
unterschieden.
Optionen auf Dividendenfutures. Hier werden als
Restlaufzeiten die Datumswerte der Dividendenfutures
herangezogen und die Moneyness wird als Strike formuliert.

Dirk Fleischhauer Marktdaten 91 / 125


Einführung
Zinskurvenaufbau Explizite Dividendenschätzungen
Zinskurvenanwendung Implizite Dividendenschätzungen
Intensitäten Implizite Aktien-Volatilitäten
Zins-Volas SVI-Volatilitäten
Aktienspezifische Marktdaten Interpolation impliziter Aktien-Volatilitäten
Abschluss

Implizite Aktien-Volatilitäten. Europäische Optionen I


Bei Europäischen Optionen wird das Modell von Black-Scholes
angewendet:
Preis eines Call: Pc = (S0 − D)Φ(h1 ) − Ke −rT Φ(h2 )
Preis eines Put: Pp = Ke −rT Φ(−h2 ) − (S0 − D)Φ(−h1 )
ln
S0 −D
+(r + σ2 )T
2
ln
S0 −D
+(r − σ2 )T
2 √
mit h1 = K √
σ T
und h2 = K √
σ T
= h1 − σ T
Dabei sind
Pc , Pp der Preis von Call-Optionen bzw. Put-Optionen
K der Strike
Φ(.) die Standardnormalverteilungsfunktion
r der angewendete Zinssatz
T die Restlaufzeit der Option in Jahren (ACT/365)
S0 der aktuelle Aktienkurs
D der Barwert der bis zur Optionsfälligkeit zu berücksichtigenden Dividenden
σ die zu bestimmende Volatilität
Dirk Fleischhauer Marktdaten 92 / 125
Einführung
Zinskurvenaufbau Explizite Dividendenschätzungen
Zinskurvenanwendung Implizite Dividendenschätzungen
Intensitäten Implizite Aktien-Volatilitäten
Zins-Volas SVI-Volatilitäten
Aktienspezifische Marktdaten Interpolation impliziter Aktien-Volatilitäten
Abschluss

Implizite Aktien-Volatilitäten. Europäische Optionen II

Zur Suche nach der impliziten Volatilität σ wird das


Newtonverfahren2 angewendet.
Dabei wird die implizite Volatilität σ iterativ mit
σi+1 = σi − PBS (σi )−P
P 0 (σi )
ermittelt, wobei
BS
P der quotierte Optionspreis,
PBS (σi ) der mit dem Modell von Black-Scholes ermittelte
Preis und
0
PBS (σi ) die erste Ableitung des Black-Scholes-Preises nach der
Volatilität
sind.
2
Zur Erinnerung: Das Newton-Raphson-Verfahren wendet zum Finden einer Nullstelle die Iteration
f (x )
xi+1 = xi − 0 i an
f (xi )
Dirk Fleischhauer Marktdaten 93 / 125
Einführung
Zinskurvenaufbau Explizite Dividendenschätzungen
Zinskurvenanwendung Implizite Dividendenschätzungen
Intensitäten Implizite Aktien-Volatilitäten
Zins-Volas SVI-Volatilitäten
Aktienspezifische Marktdaten Interpolation impliziter Aktien-Volatilitäten
Abschluss

Implizite Aktien-Volatilitäten. Amerikanische Optionen

Amerikanische Calls auf nicht dividendenzahlende Aktien


werden wie Europäische Calls bewertet.
Ansonsten wird ein Binomialbaumverfahren angewendet.
Dabei geht man in drei Schritten vor:
Berechnung der potentiellen zukünftigen Preise des Underlying
bis zur Fälligkeit der Option
Berechnung der Auszahlung der Option zu Fälligkeit für jeden
potentiellen Preis des Underlying
Zurückrechnen der Barwerte der Option, ausgehend vom
Auszahlungsprofil zu Fälligkeit bis heute

Dirk Fleischhauer Marktdaten 94 / 125


Einführung
Zinskurvenaufbau Explizite Dividendenschätzungen
Zinskurvenanwendung Implizite Dividendenschätzungen
Intensitäten Implizite Aktien-Volatilitäten
Zins-Volas SVI-Volatilitäten
Aktienspezifische Marktdaten Interpolation impliziter Aktien-Volatilitäten
Abschluss

Implizite Aktien-Volatilitäten. Binomialmodell I

Beim Binomialmodell wird die gesamte Optionslaufzeit in viele


kleine Zeiträume ∆t geteilt.
Es wird angenommen, daß der Preis des Underlying in jedem
dieser Zeiträume entweder steigt oder fällt3 :

Faktor bei Preisanstieg: u = e σ √∆t
Faktor bei Preisverfall: d = e −σ ∆t
e r ∆t −d
Die Wahrscheinlichkeit p für einen Preisanstieg ist p = u−d
Auf diese Weise wird ein Binomialbaum erzeugt, der mögliche
Pfade der Preisentwicklung des Underlying darstellt.

3
Die Faktoren für Preisanstieg und Preisverfall wurden von Cox, Ross und Rubinstein 1979 vorgeschlagen,
wobei hier sie auch explizit fordern, daß u × d = 1
Dirk Fleischhauer Marktdaten 95 / 125
Einführung
Zinskurvenaufbau Explizite Dividendenschätzungen
Zinskurvenanwendung Implizite Dividendenschätzungen
Intensitäten Implizite Aktien-Volatilitäten
Zins-Volas SVI-Volatilitäten
Aktienspezifische Marktdaten Interpolation impliziter Aktien-Volatilitäten
Abschluss

Implizite Aktien-Volatilitäten. Binomialmodell II

Bei der Bewertung von Optionen geht man nun vom Zustand
zur Fälligkeit der Option aus und rechnet rekursiv bis zum
Bewertungstag.
Bei der Rekursion wird der Optionswert f als diskontierter
Erwartungswert der Optionswerte der beiden nachfolgenden
Zustände ermittelt:
 
f = p · fu + (1 − p) · fd e −r ∆t

Dirk Fleischhauer Marktdaten 96 / 125


Einführung
Zinskurvenaufbau Explizite Dividendenschätzungen
Zinskurvenanwendung Implizite Dividendenschätzungen
Intensitäten Implizite Aktien-Volatilitäten
Zins-Volas SVI-Volatilitäten
Aktienspezifische Marktdaten Interpolation impliziter Aktien-Volatilitäten
Abschluss

Implizite Aktien-Volatilitäten. Binomialmodell III


Der Binomialbaum ohne Dividendenzahlung
S0 u 4

fuuuu
S0 u 3

fuuu
S0 u 2 S0 u 2

fuu fuuud
S0 u S0 u
p
fu fuud
S0 S0 S0

f fud fuudd
S0 d S0 d
1−p
fd fudd
S0 d 2 S0 d 2

∆t fdd fuddd
S0 d 3

fddd
S0 d 4

fdddd
Dirk Fleischhauer Marktdaten 97 / 125
Einführung
Zinskurvenaufbau Explizite Dividendenschätzungen
Zinskurvenanwendung Implizite Dividendenschätzungen
Intensitäten Implizite Aktien-Volatilitäten
Zins-Volas SVI-Volatilitäten
Aktienspezifische Marktdaten Interpolation impliziter Aktien-Volatilitäten
Abschluss

Implizite Aktien-Volatilitäten. Binomialmodell IV


Ein Binomialbaum mit Dividendenzahlung

S0 u 2 − D

p S0 u

S0
S0 − D
1−p S0 d

∆t S0 d 2 − D

ExDate

Dirk Fleischhauer Marktdaten 98 / 125


Einführung
Zinskurvenaufbau Explizite Dividendenschätzungen
Zinskurvenanwendung Implizite Dividendenschätzungen
Intensitäten Implizite Aktien-Volatilitäten
Zins-Volas SVI-Volatilitäten
Aktienspezifische Marktdaten Interpolation impliziter Aktien-Volatilitäten
Abschluss

Implizite Aktien-Volatilitäten. Binomialmodell V


Konvergenzverhalten des CRR-Modells für einen Europ. Call mit
S0 = 100, K = 110, T = 1, r = 0.05, σ = 0.3, n = 10, ..., 100

Price
10.3

10.2

10.1

10

9.9 Cox-Ross-Rubinstein
Black-Scholes
9.8

n
10 20 30 40 50 60 70 80 90 100
Dirk Fleischhauer Marktdaten 99 / 125
Einführung
Zinskurvenaufbau Explizite Dividendenschätzungen
Zinskurvenanwendung Implizite Dividendenschätzungen
Intensitäten Implizite Aktien-Volatilitäten
Zins-Volas SVI-Volatilitäten
Aktienspezifische Marktdaten Interpolation impliziter Aktien-Volatilitäten
Abschluss

Implizite Aktien-Volatilitäten. Binomialmodell VI

Bei der konkreten Umsetzung des Binomialmodells verwenden wir:


eine Parametrisierung nach Leisen und Reimer, mit der ein
besseres Konvergenzverhalten erzielt wird:
p(d+ ) e r ∆t −p(d− )u
u = e r ∆t p(d−)
und d = 1−p(d− )
mit S
ln K0 +(r ± 21 σ 2 )T
d± = √
σ T s   2  
1
p(z) = 2 + sign(z) 12 1 − exp − z
1
n+ 13 + 10·(n+1)
n+ 1
6

Damit gilt jedoch nicht mehr u × d = 1

Dirk Fleischhauer Marktdaten 100 / 125


Einführung
Zinskurvenaufbau Explizite Dividendenschätzungen
Zinskurvenanwendung Implizite Dividendenschätzungen
Intensitäten Implizite Aktien-Volatilitäten
Zins-Volas SVI-Volatilitäten
Aktienspezifische Marktdaten Interpolation impliziter Aktien-Volatilitäten
Abschluss

Implizite Aktien-Volatilitäten. Binomialmodell VII

Außerdem verwenden wir:


stets 301 Schritte ∆t.
eine Version des Binomialmodells, bei der nur der
nichtdeterministische Teil (im Modell der Aktienkurs ohne
Barwert der Dividende) modelliert wird. Das erzeugt dann
wieder einen rekombinierenden Binomialbaum.
das Bisektionsverfahren zur Annäherung des
Modell-Optionspreises an den Marktpreis.

Dirk Fleischhauer Marktdaten 101 / 125


Einführung
Zinskurvenaufbau Explizite Dividendenschätzungen
Zinskurvenanwendung Implizite Dividendenschätzungen
Intensitäten Implizite Aktien-Volatilitäten
Zins-Volas SVI-Volatilitäten
Aktienspezifische Marktdaten Interpolation impliziter Aktien-Volatilitäten
Abschluss

Implizite Aktien-Volatilitäten. Binomialmodell VII


Konvergenzverhalten für einen Europäischen Call mit S0 = 100,
K = 110, T = 1, r = 0.05, σ = 0.3, n = 10, ..., 100

Price
10.3

10.2

10.1

10
Cox-Ross-Rubinstein
9.9 Black-Scholes
Leisen-Reimer
9.8 Cox-Ross-Rubinstein odd n

n
10 20 30 40 50 60 70 80 90 100
Dirk Fleischhauer Marktdaten 102 / 125
Einführung
Zinskurvenaufbau Explizite Dividendenschätzungen
Zinskurvenanwendung Implizite Dividendenschätzungen
Intensitäten Implizite Aktien-Volatilitäten
Zins-Volas SVI-Volatilitäten
Aktienspezifische Marktdaten Interpolation impliziter Aktien-Volatilitäten
Abschluss

Die klassische SVI-Modellierung I


von Jim Gatheral vorgeschlagene Parametrisierung von
Volatilitäts-Smiles4 SVI ( stochastic volatility inspired“)
” Strike
der Strike wird durch k = ln Forward ausgedrückt
für jede feste Optionslaufzeit gilt für die Varianz
n q o
var(k; a, b, σ, ρ, m) = a + b ρ(k − m) + (k − m)2 + σ 2

die linke und rechte Asymptote lauten


varL (k; a, b, σ, ρ, m) = a − b(1 − ρ)(k − m)
varR (k; a, b, σ, ρ, m) = a + b(1 + ρ)(k − m)

4
Jim Gatheral: The Volatility Surface. John Wiley & Sons, Inc.; 2006; S. 37
Dirk Fleischhauer Marktdaten 103 / 125
Einführung
Zinskurvenaufbau Explizite Dividendenschätzungen
Zinskurvenanwendung Implizite Dividendenschätzungen
Intensitäten Implizite Aktien-Volatilitäten
Zins-Volas SVI-Volatilitäten
Aktienspezifische Marktdaten Interpolation impliziter Aktien-Volatilitäten
Abschluss

Die klassische SVI-Modellierung II

folgende Wertebereiche sind für die Interpretation der


resultierenden Kurven als Volatilitäts-Smiles sinnvoll.
Parameter Wertebereich Bedeutung
a [0, 2] das allgemeine Niveau der Varianz
b [0, 100] der Winkel zwischen den beiden Asymptoten
σ [0, 10] die Wölbung
ρ [−1, 1] die Neigung
m (−∞, ∞) die Verschiebung

Dirk Fleischhauer Marktdaten 104 / 125


Einführung
Zinskurvenaufbau Explizite Dividendenschätzungen
Zinskurvenanwendung Implizite Dividendenschätzungen
Intensitäten Implizite Aktien-Volatilitäten
Zins-Volas SVI-Volatilitäten
Aktienspezifische Marktdaten Interpolation impliziter Aktien-Volatilitäten
Abschluss

Die klassische SVI-Modellierung III

Diese Interpretation soll im Folgenden etwas illustriert werden.


Dabei gehen wir von den Parameterwerten a = 0.04, b = 0.4,
σ = 0.1, ρ = −0.4, m = 0 aus, welche in den folgenden Grafiken
stets in rot dargestellt sind. In blau sind die modifizierten Smiles
dargestellt, wobei jeweils ein Parameter verändert wurde.

Dirk Fleischhauer Marktdaten 105 / 125


Einführung
Zinskurvenaufbau Explizite Dividendenschätzungen
Zinskurvenanwendung Implizite Dividendenschätzungen
Intensitäten Implizite Aktien-Volatilitäten
Zins-Volas SVI-Volatilitäten
Aktienspezifische Marktdaten Interpolation impliziter Aktien-Volatilitäten
Abschluss

Die klassische SVI-Modellierung IV


Veränderung von a=0.04 auf a=0.08

var

0.6

0.4
a = 0.08
Standard
0.2

k
−1 −0.5 0 0.5 1

Dirk Fleischhauer Marktdaten 106 / 125


Einführung
Zinskurvenaufbau Explizite Dividendenschätzungen
Zinskurvenanwendung Implizite Dividendenschätzungen
Intensitäten Implizite Aktien-Volatilitäten
Zins-Volas SVI-Volatilitäten
Aktienspezifische Marktdaten Interpolation impliziter Aktien-Volatilitäten
Abschluss

Die klassische SVI-Modellierung V


Veränderung von b=0.4 auf b=0.8
var

0.8

0.6
b = 0.8
0.4
Standard
0.2

k
−1 −0.5 0 0.5 1
Dirk Fleischhauer Marktdaten 107 / 125
Einführung
Zinskurvenaufbau Explizite Dividendenschätzungen
Zinskurvenanwendung Implizite Dividendenschätzungen
Intensitäten Implizite Aktien-Volatilitäten
Zins-Volas SVI-Volatilitäten
Aktienspezifische Marktdaten Interpolation impliziter Aktien-Volatilitäten
Abschluss

Die klassische SVI-Modellierung VI


Veränderung von σ=0.1 auf σ=0.2

var

0.6

0.4
σ = 0.2
0.2 Standard

k
−1 −0.5 0 0.5 1

Dirk Fleischhauer Marktdaten 108 / 125


Einführung
Zinskurvenaufbau Explizite Dividendenschätzungen
Zinskurvenanwendung Implizite Dividendenschätzungen
Intensitäten Implizite Aktien-Volatilitäten
Zins-Volas SVI-Volatilitäten
Aktienspezifische Marktdaten Interpolation impliziter Aktien-Volatilitäten
Abschluss

Die klassische SVI-Modellierung VII


Veränderung von ρ=-0.4 auf ρ=-0.8
var

0.6

0.4
Standard
0.2
ρ = −0.8
k
−1 −0.5 0 0.5 1
Dirk Fleischhauer Marktdaten 109 / 125
Einführung
Zinskurvenaufbau Explizite Dividendenschätzungen
Zinskurvenanwendung Implizite Dividendenschätzungen
Intensitäten Implizite Aktien-Volatilitäten
Zins-Volas SVI-Volatilitäten
Aktienspezifische Marktdaten Interpolation impliziter Aktien-Volatilitäten
Abschluss

Die klassische SVI-Modellierung VIII


Veränderung von m=0 auf m=0.2

var

0.6

0.4
Standard
0.2 m = 0.2

k
−1 −0.5 0 0.5 1

Dirk Fleischhauer Marktdaten 110 / 125


Einführung
Zinskurvenaufbau Explizite Dividendenschätzungen
Zinskurvenanwendung Implizite Dividendenschätzungen
Intensitäten Implizite Aktien-Volatilitäten
Zins-Volas SVI-Volatilitäten
Aktienspezifische Marktdaten Interpolation impliziter Aktien-Volatilitäten
Abschluss

Die LBB-spezifische SVI-Modellierung I


Zur intuitiveren Handhabung der Parameter und zur Erzeugung
stabilerer Ergebnisse (bei kleinen Änderungen in den
optionsspezifischen Volatilitäten sollen sich die optimalen
Parameter auch nur geringfügig ändern) wurde bei Client Business
Production eine modifizierte Parametrisierung für die Volatiltät σ̂
implementiert:
 q 
σ̂(k) = max 0, a + (k − m)(bL + (bR − bL )χ(k))
 q 
= max 0, a + (k − m)f (k − m)

mit
1
χ(x) = 1 −
e 2κ(x−m) + 1

1
f (x) = bL + (bR − bL )(1 + tanh(κx))
2

Dirk Fleischhauer Marktdaten 111 / 125


Einführung
Zinskurvenaufbau Explizite Dividendenschätzungen
Zinskurvenanwendung Implizite Dividendenschätzungen
Intensitäten Implizite Aktien-Volatilitäten
Zins-Volas SVI-Volatilitäten
Aktienspezifische Marktdaten Interpolation impliziter Aktien-Volatilitäten
Abschluss

Die LBB-spezifische SVI-Modellierung II

Die Wertebereiche und die Interpretation der Parameter lautet:


Parameter Wertebereich Bedeutung Schrittweite
a [0, ∞) σ̂ 2 (k = m) 0.01
bL (−∞, ∞) Anstieg links 0.01
bR (−∞, ∞) Anstieg rechts 0.01
m (−∞, ∞) Log-Moneyness des Scheitelpunktes 0.01
κ (−∞, ∞) Größe des Kickbereichs 0.05

Dirk Fleischhauer Marktdaten 112 / 125


Einführung
Zinskurvenaufbau Explizite Dividendenschätzungen
Zinskurvenanwendung Implizite Dividendenschätzungen
Intensitäten Implizite Aktien-Volatilitäten
Zins-Volas SVI-Volatilitäten
Aktienspezifische Marktdaten Interpolation impliziter Aktien-Volatilitäten
Abschluss

Die Bestimmung der optimalen SVI-Parameter I

Ziel des Verfahrens zur Bestimmung der optimalen Parameter ist


es, eine Volatilitätsoberfläche in den Dimensionen
Moneyness (in Murex definiert als MONEY%, das bedeutet
Strike
Spot )
Restlaufzeit (in Murex im FO-Set als feste Datumswerte der
Optionsfälligkeiten festgelegt, im BO-Set relativ in
Kalendertagen)
zu ermitteln, die die durch die quotierten Optionspreise impliziten
optionsspezifischen Volatilitäten am besten trifft. Innerhalb dieses
Gitters werden die Volatilitäten linear interpoliert, außerhalb des
Gitters werden die Volatilitäten flach extrapoliert.

Dirk Fleischhauer Marktdaten 113 / 125


Einführung
Zinskurvenaufbau Explizite Dividendenschätzungen
Zinskurvenanwendung Implizite Dividendenschätzungen
Intensitäten Implizite Aktien-Volatilitäten
Zins-Volas SVI-Volatilitäten
Aktienspezifische Marktdaten Interpolation impliziter Aktien-Volatilitäten
Abschluss

Die Bestimmung der optimalen SVI-Parameter II

Auswahl der herangezogenen Optionsquotierungen, so dass


die Optionen eine Mindestrestlaufzeit haben (typischerweise
mindestens 14 Kalendertage)
für die Optionen ein Mindestpreis quotiert wird (bei
Aktienoptionen typischerweise 0.02 EUR, bei Indexoptionen
typischerweise 0 EUR)
die Strikes der Optionen in einem vorgegebenen Bereich um die
Forwards sind (diese Einschränkung wird derzeit nicht genutzt)
Berechnung der optionspezifischen impliziten Volatilitäten
unter Verwendung der schon berechneten impliziten
Dividenden

Dirk Fleischhauer Marktdaten 114 / 125


Einführung
Zinskurvenaufbau Explizite Dividendenschätzungen
Zinskurvenanwendung Implizite Dividendenschätzungen
Intensitäten Implizite Aktien-Volatilitäten
Zins-Volas SVI-Volatilitäten
Aktienspezifische Marktdaten Interpolation impliziter Aktien-Volatilitäten
Abschluss

Die Bestimmung der optimalen SVI-Parameter III

Für jede Optionsfälligkeit


1 Bestimmung der optimalen SVI-Parameter (derzeit die der LBB-spezifischen Parametrisierung) aus
den optionspezifischen impliziten Volatilitäten. Daraus werden die Werte für die Gitterpunkte der
Murex-Volatilitätsoberfläche als First Guess“ ermittelt. Dabei werden Gitterpunkte ignoriert, die

außerhalb des durch die Strikes der verwendeten Optionen definierten Bereichs liegen. Es gilt also
stets, dass die Moneyness der herangezogenen Option mit dem kleinsten (größten) Strike kleiner
(größer) ist, als die kleinste (größte) Moneyness der Gitterpunkte des First Guess“.

2 Ausgehend von den Werten des First Guess“ werden die Volatilitäten der Stützstellen abermals

optimiert, so dass die Summe der quadrierten Differenzen zwischen den optionsspezifischen und
den linear zwischen den Stützstellen interpolierten Volatilitäten minimiert wird.
3 Schließlich werden zur Extrapolation wieder SVI-Parameter bestimmt und damit die verbleibenden
Stützstellen für große und kleine Moneyness-Ausprägungen mit Werten versorgt.

Dirk Fleischhauer Marktdaten 115 / 125


Einführung
Zinskurvenaufbau Explizite Dividendenschätzungen
Zinskurvenanwendung Implizite Dividendenschätzungen
Intensitäten Implizite Aktien-Volatilitäten
Zins-Volas SVI-Volatilitäten
Aktienspezifische Marktdaten Interpolation impliziter Aktien-Volatilitäten
Abschluss

Die Bestimmung der optimalen SVI-Parameter IV

Beseitigung von Arbitrage-Möglichkeiten. Dabei wird die


gesamte Oberfläche so geringfügig wie möglich modifiziert,
um die Arbitrage-Bedingungen
1 Calendar-Arbitrage (Die Ungleichung σt2i × ti < σt2i+1 × ti+1 für
jede Moneyness wird sichergestellt.)
2 Butterfly-Arbitrage (Es wird dafür Sorge getragen, dass für
jede Optionslaufzeit die resultierenden Optionspreise für Calls
im Strike monoton fallend sind und eine konvexe Funktion
darstellen.)
einzuhalten. Es wird der Levenberg-Marquardt-Algorithmus
eingesetzt und die Summe der quadrierten Preisdifferenzen
minimiert.

Dirk Fleischhauer Marktdaten 116 / 125


Einführung
Zinskurvenaufbau Explizite Dividendenschätzungen
Zinskurvenanwendung Implizite Dividendenschätzungen
Intensitäten Implizite Aktien-Volatilitäten
Zins-Volas SVI-Volatilitäten
Aktienspezifische Marktdaten Interpolation impliziter Aktien-Volatilitäten
Abschluss

Interpolation impliziter Aktien-Volatilitäten I


Die ursprüngliche Black-Scholes-Annahme strike- und
laufzeitunabhängiger Volatilitäten für eine Aktie wird
aufgegeben.
Die impliziten aktienoptionsspezifischen Volatilitäten werden
zu einer Oberfläche zusammengefaßt.
Die Interpolation ist im VServer, einer in C++
programmierten dll, umgesetzt.
Die n am Markt beobachtbaren impliziten Volatilitäten
erzeugen die n Tripel (σk , mk , tk ) mit
σk Volatilität des k-ten Punktes
mk Moneyness des k-ten Punktes
tk Restlaufzeit des k-ten Punktes
welche die Volatilitätsoberfläche bestimmen.
Dirk Fleischhauer Marktdaten 117 / 125
Einführung
Zinskurvenaufbau Explizite Dividendenschätzungen
Zinskurvenanwendung Implizite Dividendenschätzungen
Intensitäten Implizite Aktien-Volatilitäten
Zins-Volas SVI-Volatilitäten
Aktienspezifische Marktdaten Interpolation impliziter Aktien-Volatilitäten
Abschluss

Interpolation impliziter Aktien-Volatilitäten II

Die Volatilitätsoberfläche wird durch einen Gaußschen Kern mit


der allgemeinen Form
2 2
g (dMN , dTTE ) = e −NormMN dMN × e −NormTTE dTTE

beschrieben, wobei
d. die Distanzen in Richtung MN Moneyness und TTE
Restlaufzeit angeben und
Norm. die Steilheit der Glockenkurve5 ausdrücken

x−µ 2
5 1 −1( )
Zur Erinnerung: Die Dichte der Gaußschen Normalverteilung lautet: f (x) = √ e 2 σ
σ 2π
Dirk Fleischhauer Marktdaten 118 / 125
Einführung
Zinskurvenaufbau Explizite Dividendenschätzungen
Zinskurvenanwendung Implizite Dividendenschätzungen
Intensitäten Implizite Aktien-Volatilitäten
Zins-Volas SVI-Volatilitäten
Aktienspezifische Marktdaten Interpolation impliziter Aktien-Volatilitäten
Abschluss

Interpolation impliziter Aktien-Volatilitäten III

Die für den Punkt (m, t) interpolierte Volatilität ergibt sich


nun als mit dem Gaußschen Kern gewichteter Mittelwert
n
1 X 
σ(m, t) = g dMN (m, mi ), dTTE (t, ti ) σi
G (m, t)
i=1

Dabei ist
n
X 
G (m, t) = g dMN (m, mi ), dTTE (t, ti )
i=1

Dirk Fleischhauer Marktdaten 119 / 125


Einführung
Zinskurvenaufbau Explizite Dividendenschätzungen
Zinskurvenanwendung Implizite Dividendenschätzungen
Intensitäten Implizite Aktien-Volatilitäten
Zins-Volas SVI-Volatilitäten
Aktienspezifische Marktdaten Interpolation impliziter Aktien-Volatilitäten
Abschluss

Die Laufzeit-Distanzfunktion dTTE

Es soll berücksichtigt werden, daß ein geringer


Laufzeitunterschied bei Optionen langer Restlaufzeit kaum
Einfluß auf die Volatilität hat, während er bei Optionen kurzer
Restlaufzeit durchaus relevant ist.
Der Abstand zweier Laufzeiten wird durch das Integral der
Dichtefunktion zwischen den beiden Laufzeiten bestimmt.
Als Dichtefunktion wählen wir h(t) = e −t
Damit ist dTTE (t1 , t2 ) = |e −t2 − e −t1 |

Dirk Fleischhauer Marktdaten 120 / 125


Einführung
Zinskurvenaufbau Explizite Dividendenschätzungen
Zinskurvenanwendung Implizite Dividendenschätzungen
Intensitäten Implizite Aktien-Volatilitäten
Zins-Volas SVI-Volatilitäten
Aktienspezifische Marktdaten Interpolation impliziter Aktien-Volatilitäten
Abschluss

Die Moneyness-Distanzfunktion dMN

Wir stellen zwei Forderungen an die Distanzfunktion:


Nahe der Moneyness 1 (ATM) soll der Abstand ein geringes
Gewicht haben.
Der Abstand soll reziprok symmetrisch bei Moneyness 1 sein.
Im Intervall [0, 1] wählen wir eine Dichtefunktion h(m) = e −m
Damit ist
 −m
 |e 1 − e −m2 | für 0 ≤ m1 ≤ m2 ≤ 1
dMN (m1 , m2 ) = |e −m1 + e −1/m2 − 2e −1 | für 0 ≤ m1 ≤ 1 ≤ m2
 −1/m1
|e − e −1/m2 | für 1 ≤ m1 ≤ m2

Dirk Fleischhauer Marktdaten 121 / 125


Einführung
Zinskurvenaufbau Explizite Dividendenschätzungen
Zinskurvenanwendung Implizite Dividendenschätzungen
Intensitäten Implizite Aktien-Volatilitäten
Zins-Volas SVI-Volatilitäten
Aktienspezifische Marktdaten Interpolation impliziter Aktien-Volatilitäten
Abschluss

Die Normierung der Distanzfunktion dTTE

Die Distanzfunktionen dTTE und dMN sollen vergleichbar


gemacht werden.
Wir beobachten, daß liquide Optionen im Moneyness-Bereich
[ 21 , 2] sowie im Laufzeitintervall [0, 1200] liegen
Wir normieren dTTE so, daß dTTE (0, 1200) = dMN ( 21 , 2)
Wir erhalten

dTTE (t1 , t2 ) = |e −t2 /1850 − e −t1 /1850 |

Dirk Fleischhauer Marktdaten 122 / 125


Einführung
Zinskurvenaufbau Explizite Dividendenschätzungen
Zinskurvenanwendung Implizite Dividendenschätzungen
Intensitäten Implizite Aktien-Volatilitäten
Zins-Volas SVI-Volatilitäten
Aktienspezifische Marktdaten Interpolation impliziter Aktien-Volatilitäten
Abschluss

Die Optimierung der Normierungsfaktoren NormTTE und


NormNM
Zur Bestimmung optimaler Normierungsfaktoren wird das
Verfahren der Cross Validation verwendet.
Das Verfahren sieht vor, für jede der n gegebenen
Volatilitäten σi eine Volatilität σ̃i aus den verbleibenden n − 1
Volatilitäten zu bestimmen.
Wir wählen als Gütekriterium die Summe P der quadratischen
Abstände: Q(NormMN , NormTTE ) = ni=1 (σi − σ̃i )2
Es werden die Parameter (NormMN , NormTTE ) als optimal
gewählt, die Q(NormMN , NormTTE ) minimieren:
Q(NormMN , NormTTE ) −→ Min!

Dirk Fleischhauer Marktdaten 123 / 125


Einführung
Zinskurvenaufbau
Zinskurvenanwendung
Intensitäten
Zins-Volas
Aktienspezifische Marktdaten
Abschluss

1 Einführung

2 Zinskurvenaufbau

3 Zinskurvenanwendung

4 Intensitäten

5 Zins-Volas

6 Aktienspezifische Marktdaten

7 Abschluss
Dirk Fleischhauer Marktdaten 124 / 125
Einführung
Zinskurvenaufbau
Zinskurvenanwendung
Intensitäten
Zins-Volas
Aktienspezifische Marktdaten
Abschluss

Überblick zur Marktdatenverwendung


FXZ-Kurven: Diskontierung von bekannten Zahlungen aus FX-Swaps
GBZ-Kurven:
Basiskurve zur Diskontierung von Zahlungen aus Staatsanleihen
Bestimmung von Forward-Renditen im Staatsanleihemarkt
IBZ-Kurven:
Diskontierung von Zahlungen aus Derivaten
Basiskurve zur Diskontierung von Zahlungen aus Anleihen
IBZ..xyM-Kurven: Bestimmung von Forward-Zinsen im Interbankenmarkt
BOI- und DBI-Kurven: Modellbewertung von Bonds und SSDs
DSI- und DBI-Kurven: Bewertung von CDS
SNV-Oberflächen: Bewertung von Swaptions und Kündigungsrechten in Swaps
und Bonds
CNV-Oberflächen: Bewertung von Caps/Floors und Zinsbegrenzungen in Swaps
und Bonds
Dividendenschätzungen und Aktienvolas: Bewertung von Aktienoptionen

Dirk Fleischhauer Marktdaten 125 / 125