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Frühere Ausgabe: 05.00

ICS 43.080.10, 55.180.99

VDI-RICHTLINIEN

September 2008

VEREIN

   

VDI 2700

DEUTSCHER

Ladungssicherung auf Straßenfahrzeugen

Blatt 4

INGENIEURE

Lastverteilungsplan

Entwurf

Securing of loads on road vehicles – Cargo weight distribution

Einsprüche bis 2009-02-28

 
 

vorzugsweise in Tabellenform als Datei per E-Mail an fml@vdi.de Die Vorlage dieser Tabelle kann abgerufen werden unter http://www.vdi-richtlinien.de/einsprueche

in Papierform an VDI-Gesellschaft Fördertechnik Materialfluss Logistik Postfach 10 11 39 40002 Düsseldorf

Inhalt

Seite

 

Vorbemerkung

 

2

Einleitung

2

1 Anwendungsbereich

 

2

2 Rechtliche Grundlagen

2

3 Datenerfassung

2

 

3.1 Lkw mit zwei und mehr Achsen

2

3.2 Gelenkdeichselanhänger mit zwei und mehr Achsen

3

3.3 Starrdeichselanhänger mit einer und mehr Achsen

3

3.4 Sattelanhänger mit einer und mehr Achsen

3

4 Entwicklung des Lastverteilungsplans

 

4

 

4.1 Voraussetzungen

4

4.2 Herleitung der Kurvenverläufe

5

5 Dreidimensionaler Lastverteilungsplan

 

6

6 Lastverteilungspläne gängiger Fahrzeuge

8

7 Anwendungsbeispiel zur richtigen Beladung eines Lkws mithilfe des Lastverteilungsplans

9

 

Schrifttum

11

 

VDI-Gesellschaft Fördertechnik Materialfluss Logistik

Fachbereich B6 Ladungssicherung

VDI-Handbuch Materialfluss und Fördertechnik, Band 6: Verpackungstechnik VDI-Handbuch Ladungssicherung

– 2 –

VDI 2700 Blatt 4 Entwurf

Vorbemerkung

Der Inhalt dieser Richtlinie ist entstanden unter Beachtung der Vorgaben und Empfehlungen der Richtlinie VDI 1000. Alle Rechte, insbesondere das des Nachdrucks, der Fotokopie, der elektronischen Verwendung und der Übersetzung, jeweils auszugsweise oder vollstän- dig, sind vorbehalten. Die Nutzung dieser VDI-Richtlinie ist unter Wah- rung des Urheberrechtes und unter Beachtung der Lizenzbedingungen (www.vdi-richtlinien.de), die in den VDI-Merkblättern geregelt sind, möglich. Allen, die ehrenamtlich an der Erarbeitung dieser VDI-Richtlinie mitgewirkt haben, sei gedankt.

Einleitung Beim Beladen von Lastkraftwagen und Anhängern ist darauf zu achten, dass eine Überschreitung der zulässigen Achslasten und eine Unterschreitung der Mindestlenkachslast bzw. Mindestantriebs- achslast vermieden wird, um beim Transport die Sicherheit im Straßenverkehr nicht zu gefährden. Eine Straßenüberbeanspruchung, hervorgerufen durch eine Überschreitung der zulässigen Achslas- ten, ist ebenfalls zu vermeiden. Eine Hilfestellung für die Einhaltung der zulässigen Achslasten und der Mindestachslasten gibt der Lastverteilungs- plan, aus dem man die notwendigen Informationen entnehmen kann.

1 Anwendungsbereich

Die Richtlinie gilt für alle Lastkraftwagen, Anhän- ger (Gelenkdeichsel- und Starrdeichselanhänger), Sattelkraftfahrzeuge (Sattelanhänger) sowie Spe- zialfahrzeuge, siehe auch DIN 70010 und VDI 2700. Die Richtlinie ist bestimmt für Verla- der, Fahrer und Fahrzeughalter. Die Verantwor- tungsbereiche leiten sich ab aus den nationalen Vorschriften des Straßenverkehrs- und Arbeits- schutzrechts sowie aus den entsprechenden Geset- zen und Vorschriften der Mitgliedstaaten der EU.

2 Rechtliche Grundlagen

Die gesetzlichen Forderungen zur Beschaffenheit und Beladung von Lastkraftwagen und Anhängern sowie zur Durchführung von Ladungssicherungs- maßnahmen sind u. a. enthalten in:

Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) Bei Lastkraftwagen, Sattelkraftfahrzeugen und Lastkraftwagenzügen darf das Gewicht auf der Antriebsachse oder den Antriebsachsen im grenz- überschreitenden Verkehr nicht weniger als 25 %

Alle Rechte vorbehalten © Verein Deutscher Ingenieure e.V., Düsseldorf 2008

des Gesamtgewichts des Fahrzeugs oder der Fahr- zeugkombination betragen.

3 Datenerfassung Die für die Berechnung eines Lastverteilungsplans notwendigen Daten können mittels Datenerfas- sungsblatt zusammengetragen werden. Die Erhe- bung der Daten erfolgt durch Angaben im Fahr- zeugschein, durch Messen, Wiegen und Berechnen. Damit eine einwandfreie Zuordnung der Daten zum Lastverteilungsplan und dem Fahrzeug gegeben ist, muss das amtliche Kennzeichen aufgeführt werden. Handelt es sich um ein zulassungsfreies Fahrzeug, so kann die Fahrzeug-Identifikations-Nummer (FIN) herangezogen werden. Da sich die für die Berech- nung eines Lastverteilungsplans benötigten Fahr- zeugdaten je nach Fahrzeugart recht unterschiedlich gestalten können und somit ein Datenerfassungsbo- gen, der alle Fahrzeugarten abdecken würde, un- übersichtlich erscheint, sind diese im Folgenden differenziert aufgeführt. Es ist zu beachten, dass eine Veränderung am Aufbau eine Neuberechnung des Lastverteilungsplans erforderlich machen kann. Bei Mehrfachachsanordnungen ist bei unterschied- lichen Achs- bzw. Raddrücken der resultierende Radstand zu berücksichtigen.

3.1 Lkw mit zwei und mehr Achsen

Liftachse m m m m m
Liftachse
m
m
m
m
m

Achse 1

Achse 2

Achse 3

Amtl. Kennzeichen

 

Achse 1:

Achse 2:

Achse 3:

Unbeladen:

t

t

t

Max. Achslast:

t

t

t

Zul. Gesamtgewicht:

t Leergewicht:

t

Mindestlenkachslast:

t Mindesthinterachslast:

 

%

Zusatzgewichte:

Zusatz-

Abstand von der Stirnwand vorne

Masse

Bemerkung

gewicht

in m

in kg

1

     

2

     

3

     

Bild 1. Datenerfassungsbogen für Lkw mit zwei oder mehr Achsen

Alle Rechte vorbehalten © Verein Deutscher Ingenieure e.V., Düsseldorf 2008

Entwurf VDI 2700 Blatt 4

– 3 –

Ist der Lkw mit einer Anhängekupplung versehen, die für die Aufnahme eines Starrdeichselanhängers geeignet ist, muss der Abstand der Anhängekupp- lung von der hinteren Begrenzung des Aufbaus sowie deren maximale Stützlast aufgenommen werden.

3.2 Gel enkdeichselanhänger mit zwei und mehr Achsen

Liftachse m m m m
Liftachse
m
m m
m

Achse 1

Amtl. Kennzeichen

Achse 1:

Achse 2:

Achse 2

Achse 3

Achse 3:

Unbeladen:

t

t

t

Max. Achsl

ast:

t

t

t

Zul. Gesamtgewicht:

t Leergewicht:

t

Mindestlenkachslast:

t Mindesthinterachslas t:

%

Z usatzgewichte:

Zusatz-

Abstand von der Stirnwand vorne

Masse

Bemerkung

gewicht

in m

in kg

1

     

2

     

3

     

Bild 2. Datenerfassungsbogen für Anhänger mit zwei oder mehr Achsen

3.3 Starrdeichselanhänger mit einer und mehr Achsen

Liftachse m m m m
Liftachse
m
m
m
m

Amtl. Kennzeichen

Achse 1

Achse 2

 

Deichsel:

Achse 1:

Achse 2:

Unbeladen:

t

t

t

Stütz/Achslast:

t

t

t

Zul. Gesamtgewicht:

t Leergewicht:

 

t

Zusatzgewichte:

Zusatz-

Abstand von der Stirnwand vorne

 

Masse

 

Bemerkung

gewicht

 

in m

 

in kg

1

       

2

       

3

       

Bild 3. Datenerfassungsbogen für Starrdeichsel- anhänger mit einer oder mehr Achsen

3.4 Sattelanhänger mit einer und mehr Achsen

Liftachse m m m m m
Liftachse
m
m m
m
m
 

Achse 1

Achse 2

Achse 3

Amtl. Kennzeichen

Zugsattelzapfen:

Achse 1: Achse 2:

Achse 3:

 

Unbeladen:

t

t

t

t

Max. Achslast:

t

t

t

t

Zul. Gesamtgewicht:

t Leergewicht:

t

Mindestaufliegelast:

% Mindesthinterachslast:

 

%

Sattellast Sattelzugmaschine

t

Zusatzgewichte:

Zusatz-

Abstand von der Stirnwand vorne

Masse

Bemerkung

gewicht

in m

in kg

1

     

2

     

3

     

Bild 4. Datenerfassungsbogen für Sattelanhänger mit einer oder mehr Achsen

– 4 –

VDI 2700 Blatt 4 Entwurf

Die Angabe über die Sattellast der Sattelzugma- schine ist erforderlich, da durch eine geringere Sattellast gegenüber der Aufliegelast des Sattelan- hängers sich die maximal mögliche Nutzlast ver- ändert und damit auch der Lastverteilungsplan.

4 Entwicklung des Lastverteilungsplans

Die Entwicklung eines Lastverteilungsplans wird beispielhaft an einem zweiachsigen Lkw gezeigt. Bei der Berechnung des Lastverteilungsplans müs- sen folgende Grenzbedingungen unbedingt Beach- tung finden:

1. Die zulässige Vorderachslast darf nicht über- schritten werden.

2. Die zulässige Hinterachslast darf nicht über- schritten werden.

3. Die Nutzlast des Fahrzeugs darf nicht über- schritten werden.

4. Die Mindestlenkachslast darf nicht unterschrit- ten werden.

5. Die Mindestantriebsachslast darf nicht unter-

schritten werden. Die Bedingungen 1 bis 4 sind Grenzbedingungen, die sich aus der Straßenverkehrs-Zulassungs- Ordnung (StVZO) ergeben. Die Einhaltung der Mindestlenkachslast ist erforderlich, um die Lenk- fähigkeit des Fahrzeugs aufrechtzuerhalten. Die Mindestachslasten sowie die im Fahrbetrieb ma- ximal zulässigen Radlastdifferenzen müssen beim Fahrzeug- bzw. Aufbauhersteller eingeholt werden.

4.1

Voraussetzungen

4.1.1

Kräfte und Formelzeichen

Zur Herleitung der Momentengleichgewichte wer- den die Kräfte wie folgt angetragen:

wer- den die Kräfte wie folgt angetragen: Bild 5. Zu berücksichtigende Massen und Achslas- ten Alle

Bild 5. Zu berücksichtigende Massen und Achslas- ten

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Formelzeichen

Einheit

kg

Masse des Fahrzeugs leer an Punkt „xm Fx kg

Masse der Zuladung

Vorderachslast Fahrzeug leer VA leer

Vorderachslast Fahrzeug vollbeladen

Hinterachslast Fahrzeug leer HA leer

Hinterachslast Fahrzeug vollbeladen Radstand

kg

kg

kg

kg

Masse des Fahrzeugs leer

m F

m Lx,y

VA voll

HA voll

R

t

m

Abstand Vorderachse – Ladefläche S

Schwerpunktlage Fahrzeug leer

l 1

Spur

Sp

Sichere Lenkbarkeit, Mindestlenk achslast

SL x

Sichere Lenkbarkeit, Mindestradlast

SL

Sichere Traktion, Mindestantriebs achslast

ST

Beschreibung eines Punkts der jeweiligen zu berechnenden Kurve

m y

m

m

m

%

%

%

t

Laufvariable ab Beginn der Ladefläche x

Laufvariable ab Beginn des Mittel punkts der Radaufstandsfläche (quer zur Fahrzeuglängsachse)

Zur Vereinfachung wird hier Kraft = Masse ge- setzt. „Last“ und „Gewicht“ sind – physikalisch betrachtet – Massenkräfte. Da es sich um statische Kräfte handelt, können vereinfachend die Erdbe- schleunigungsfaktoren weggelassen werden.

4.1.2 Bestimmung der Schwerpunktlage

Hat man den Radstand oder den technischen Rad- stand (bei Mehrachsaggregaten) ermittelt, be- stimmt man zunächst die Schwerpunktlage des leeren Fahrzeugs. Die Schwerpunktlage des Fahr- zeugs wird nach dem Momentensatz berechnet.

m

m

y

Die Schwerpunktlage des Fahr- zeugs wird nach dem Momentensatz berechnet. m m y Bild 6. Bestimmung

Bild 6. Bestimmung der Schwerpunktlage

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Entwurf VDI 2700 Blatt 4

– 5 –

Momentengleichgewicht um die Vorderachse:

l

1

m

F

HA

leer

R

l

1

HA

leer

R

 

m

F

4.2

Herleitung der Kurvenverläufe

4.2.1

 

Vorderer Kurvenverlauf

 

(1)

Bei der Berechnung des vorderen Kurvenverlaufs „a“ geht man davon aus, dass die Summe aller Momente um die Hinterachse gleich 0 ist. Die Kurve „a“ wird begrenzt durch die maximal zuläs- sige Vorderachslast. Die maximal zulässige Vor- derachslast wird vom Fahrzeughersteller angege- ben.

Vor- derachslast wird vom Fahrzeughersteller angege- ben. Bild 7. Darstellung der Kurvenverlaufs „a“

Bild 7. Darstellung der Kurvenverlaufs „a“

Momentengleichung um die Hinterachse:

VA

voll

m

L

x

R m R l m R S x

F

(

1

)

L

x

(

)

VA

voll

R

m

F

(

R

l

1

)

 

R

S

x

0

(2)

x ist eine laufende Koordinate, beginnend an der Stirnwand bis zum Schnittpunkt der Verbindungs- linie „c“ (maximal zulässige Nutzlast). m y beschreibt den Kurvenverlauf unter Berücksich- tigung der maximal an dieser Stelle aufzubringen- den Last unter Beachtung des Gesamtladungs- schwerpunkts.

4.2.2 Hinterer Kurvenverlauf

Bei der Berechnung des hinteren Kurvenverlaufs „b“ geht man davon aus, dass die Summe aller Momente um die Vorderachse gleich 0 ist. Die Kurve „b“ wird begrenzt durch die maximal zuläs- sige Hinterachslast.

wird begrenzt durch die maximal zuläs- sige Hinterachslast. Bild 8. Darstellung der Kurvenverläufe „a“ und „b“

Bild 8. Darstellung der Kurvenverläufe „a“ und „b“

Momentengleichung um die Vorderachse:

m

m

F

l

1

L x

m

L

x

HA

voll

(

S x

)

HA

voll

R

m

F

l

1

S

x

R

0

(3)

4.2.3 Verbindung vordere und hintere Kurve

Beide vorangegangenen Berechnungen werden bis zum Kurvenmaximum ausgeführt, wobei das Kur- venmaximum begrenzt wird durch die maximal zulässige Nutzlast des Fahrzeugs. Die Verbin- dungslinie „c“ verbindet die Kurven „a“ und „b“ in Höhe der maximal zulässigen Nutzlast des Fahr- zeugs.

in Höhe der maximal zulässigen Nutzlast des Fahr- zeugs. Bild 9. Darstellung der Kurvenverläufe „a“ bis

Bild 9. Darstellung der Kurvenverläufe „a“ bis „c“

4.2.4 Kurvenverlauf für die Mindestlenkachs- last

Bei der Berechnung des Kurvenverlaufs „d“ – dieser dient zur Einhaltung der Mindestlenkachs- last – müssen je nach Fahrzeugart zwischen 20 % und 35 % des Fahrzeugmomentangewichts ange-

– 6 –

VDI 2700 Blatt 4 Entwurf

setzt werden. Eine entsprechende Bewertung der einzelnen Fahrzeuge hinsichtlich der prozentualen Anteile der Mindestlenkachslast (Achslasten) zum Fahrzeugmomentangewicht muss beim Fahrzeug- hersteller erfragt werden.

muss beim Fahrzeug- hersteller erfragt werden. Bild 10. Darstellung der Kurvenverläufe „a“ bis „d“

Bild 10. Darstellung der Kurvenverläufe „a“ bis „d“

Momentengleichung um die Hinterachse:

SL m m R m R l m R S x

x

(

F

L x

)

F

(

1

)

L

x

(

)

0

m

L

x

m

F

(

R

l

1

SL

x

R

)

(

SL

x

 

R

S

x

R

)

(4)

4.2.5 Kurvenverlauf für die Mindesthinter- achslast

Die Mindestachslast, Hinterachslast bzw. Antriebs- achslast beträgt 20 % bis 25 % des Fahrzeugmo- mentangewichts. Der Kurvenverlauf beginnt mit der vorderen Laderaumbegrenzung und schneidet in seinem weiteren Verlauf die Kurve „a“. Die Mindestachslast und hier speziell die Mindest- antriebsachslast dient zur Traktion des Lkws.

die Mindest- antriebsachslast dient zur Traktion des Lkws. Bild 11. Darstellung der Kurvenverläufe „a“ bis „e“

Bild 11. Darstellung der Kurvenverläufe „a“ bis „e“

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Momentengleichung um die Vorderachse:

ST

m

L

x

(

m

F

m

L

x

)

R m l m S x

F

1

L

x

(

)

m

F

(

ST

R

l

1

)

(

S

x

ST

R

)

0

(5)

In den meisten praktischen Anwendungsfällen wird die erforderliche Hinterachslast erreicht, so- dass der Kurvenverlauf somit nicht im relevanten Bereich liegt.

5 Dreidimensionaler Lastverteilungsplan

Eine außermittige statische Lastverteilung eines leeren oder voll beladenen Fahrzeugs, hervorgeru- fen durch einen eventuell unsymmetrisch angeord- neten Ausrüstungszustand und/oder hervorgerufen durch eine außermittige Beladung, darf nicht zu einem unsicheren Fahrverhalten des Fahrzeugs bzw. der Fahrzeugkombination führen. Eine mitti- ge Beladung des Fahrzeugs wird empfohlen. Die technisch zulässigen Raddrücke, sowie die vom Gesetzgeber maximal zulässigen, halbierten Achsdrücke auf der höher belasteten rechten bzw. linken Radseite dürfen nicht überschritten werden. Der für das Fahrzeug jeweils gültige Wert für eine

außermittige Beladung ist vom Fahrzeughersteller unter Berücksichtigung seiner Produkthaftung anzugeben.

unter Berücksichtigung seiner Produkthaftung anzugeben. Bild 12. Lastverteilungsplan (LVP) für Zwei-Achs- Lkw

Bild 12. Lastverteilungsplan (LVP) für Zwei-Achs- Lkw

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Entwurf VDI 2700 Blatt 4

– 7 –

Düsseldorf 2008 Entwurf VDI 2700 Blatt 4 – 7 – Bild 13. Darstellung der Lastverteilung in

Bild 13. Darstellung der Lastverteilung in y-Rich- tung

Bei der Berechnung der Kurvenverläufe wird von einer symmetrischen Schwerpunktlage ausgegan- gen. Liegt eine konstruktiv bedingte außermittige

Schwerpunktlage beim leeren Fahrzeug vor, ist diese bei der Berechnung entsprechend zu würdi- gen. Momentengleichung um den Mittelpunkt der Rad- aufstandsfläche rechts (B):

SL

y

m

L y

(

m

F

x

m

L

y

)

Sp

m

F

x

Sp

2

m

F

x

Sp

2

S

L

y

Sp

S

L y

Sp

(

Sp

y

)

m Sp y

L

y

(

)

0

(6)

Eine außermittige, im unzulässigen Bereich befind- liche Schwerpunktlage, kann zu instabilen Fahrzu- ständen, bis zu einem Umkippen des Fahrzeugs bei Kurvenfahrten führen. Eine eventuell geringfügige Ladungsverschiebung, nach einer Kurvenfahrt oder einem erzwungenem Fahrspurwechsel, darf nicht zu einer unzulässigen Abweichung der oben genannten Raddrücke füh- ren. Eine außermittige im unzulässigen Bereich befind- liche Schwerpunktlage darf sich auch nicht durch Ladungsbewegung während einer Kurvenfahrt und/oder einem Ausweichmanöver (Spurwechsel- test) einstellen.

einem Ausweichmanöver (Spurwechsel- test) einstellen. Bild 14. 3-D-Lastverteilungsplan, beispielhaft bei 4 %

Bild 14. 3-D-Lastverteilungsplan, beispielhaft bei 4 % zulässiger Außermittigkeit

– 8 –

VDI 2700 Blatt 4 Entwurf

6 Lastverteilungspläne gängiger Fahr- zeuge

4 Entwurf 6 Lastverteilungspläne gängiger Fahr- zeuge Bild 15. Drei-Achs-Lkw Bild 16. Kleintransporter Alle Rechte

Bild 15. Drei-Achs-Lkw

gängiger Fahr- zeuge Bild 15. Drei-Achs-Lkw Bild 16. Kleintransporter Alle Rechte vorbehalten © Verein

Bild 16. Kleintransporter

Alle Rechte vorbehalten © Verein Deutscher Ingenieure e.V., Düsseldorf 2008

© Verein Deutscher Ingenieure e.V., Düsseldorf 2008 Bild 17. Starrdeichselanhänger Bild 18.

Bild 17. Starrdeichselanhänger

e.V., Düsseldorf 2008 Bild 17. Starrdeichselanhänger Bild 18. Gelenkdeichselanhänger Bild 19. Sattelanhänger

Bild 18. Gelenkdeichselanhänger

e.V., Düsseldorf 2008 Bild 17. Starrdeichselanhänger Bild 18. Gelenkdeichselanhänger Bild 19. Sattelanhänger

Bild 19. Sattelanhänger

Alle Rechte vorbehalten © Verein Deutscher Ingenieure e.V., Düsseldorf 2008

Entwurf VDI 2700 Blatt 4

– 9 –

7 Anwendungsbeispiel zur richtigen Beladung eines Lkws mithilfe des Lastverteilungsplans Das folgende Rechenbeispiel zeigt, wie für einen konkreten Transportfall mithilfe eines bereits vor- handenen Lastverteilungsplans festgestellt werden kann, wie die Positionierung der Ladung auf der Ladefläche zu erfolgen hat, um sämtliche Randbe- dingungen der richtigen Achsauslastung einzuhal- ten. Besteht die Komplettladung des Lkws aus mehreren Einzelgütern, so ist vor Anwendung des Lastverteilungsplans der Gesamtschwerpunkt zu ermitteln. Hierzu sind Angaben über die Schwer- punktlage der Einzelgüter erforderlich. Berechnung des Gesamtschwerpunkts:

S

res

S

1

m

1

S

2

m

2

m

1

m

2

(7)

S res Abstand des Gesamtladungsschwerpunkts von der Stirnwand

S 1 , S 2 ,

guts von der Stirnwand

m 1 , m 2

jeweiliges Gewicht der Einzelgüter

jeweiliger Schwerpunktabstand des Einzel-

Ein Lkw mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 24,0 t soll bei einer theoretischen Nutzlast von 13,0 t mit zwei Ladegütern à 5,0 t – bei mittiger Schwerpunktlage der einzelnen Ladegüter – und den Abmessungen L = 2,0 m, B = 2,0 m und H = 1,0 m beladen werden. Die Kisten werden hinter- einander an der Stirnwand beginnend verladen. Errechnet man nun den Gesamtladungsschwer- punkt dieser zwei Ladegüter „S res “, so erhält man einen Wert von S res = 10,0 t mit einem Abstand von 2,0 m hinter der Stirnwand. Überträgt man dieses Ergebnis in den vorhandenen Lastverteilungsplan, kann man ersehen, dass der Gesamtladungs- schwerpunkt „S res “ oberhalb der Kurve „a“ liegt und somit eine Überschreitung der zulässigen Vor- derachslast die Folge wäre.

der zulässigen Vor- derachslast die Folge wäre. Bild 20. Beispiel mit nicht eingehaltener Lastvertei- lung

Bild 20. Beispiel mit nicht eingehaltener Lastvertei- lung

Das Fahrzeug darf so nicht beladen werden. Die Ladung muss ca. 1 m weiter nach hinten gestellt werden, damit „S res “ unterhalb der Kurven liegt. Grundsätzlich gilt: Liegt „S res “ an den Kurven an oder befindet sich unter denselben, ist das Fahr- zeug hinsichtlich der Ausladung in Fahrzeuglängs- achse verkehrssicher beladen. Um eine ungleichmäßige Lastverteilung zur Fahr- zeugquerachse und eine Überschreitung der zuläs- sigen Radlasten zu vermeiden, muss das Ladungs- gut mit seinem Schwerpunkt so nah wie möglich an die Fahrzeuglängsachse positioniert werden. Bei Containertransporten ist die Lastverteilung im Container und auf dem Trägerfahrzeug zu beach- ten. Im Container ist eine Außermittigkeit von 60 % zu 40 % zulässig. Diese zulässige Außermit- tigkeit im Container kann beim Beladen des Sattel- anhängers zu einer unzulässigen Lastverteilung auf dem Trägerfahrzeug führen. Selbst bei einer mitti- gen Schwerpunktlage im Container (siehe Bild 21) kann eine unzulässige Beladung des Sattelanhängers eintreten.

– 10 –

VDI 2700 Blatt 4 Entwurf

Alle Rechte vorbehalten © Verein Deutscher Ingenieure e.V., Düsseldorf 2008

vorbehalten © Verein Deutscher Ingenieure e.V., Düsseldorf 2008 Bild 21. Beispiel mit nicht eingehaltener Lastverteilung

Bild 21. Beispiel mit nicht eingehaltener Lastverteilung

Alle Rechte vorbehalten © Verein Deutscher Ingenieure e.V., Düsseldorf 2008

Entwurf VDI 2700 Blatt 4

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Schrifttum

Gesetze, Verordnungen, Verwaltungsvorschriften

Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) vom 16. November 1970 (BGBl I, 1970, Nr. 108, S. 1565–1611), zuletzt geändert am 28.11.2007 (BGBl I, 2007, Nr. 61, S. 2774–2775) Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) vom 28. Sep- tember 1988 (BGBl I, 1988, Nr. 49, S. 1793–2063), zuletzt geändert am 22.01.2008 (BGBl I, 2008, Nr. 4, S. 54–84)

Technische Regeln

DIN 70010:2001-04 Systematik der Straßenfahrzeuge; Begrif- fe für Kraftfahrzeuge, Fahrzeugkombinationen und Anhänge- fahrzeuge (System of road vehicles; Vocabulary of power- driven vehicles, combinations of vehicles and towed vehicles). Berlin: Beuth Verlag VDI 1000:2006-10 Richtlinienarbeit; Grundsätze und Anlei- tungen Establishing guidelines; Principles and procedures VDI 2700:2004-11 Ladungssicherung auf Straßenfahrzeugen (Securing of loads on road vehicles). Berlin: Beuth Verlag VDI 2700a:2008-07 Ausbildungsnachweis Ladungssicherung. Berlin: Beuth Verlag VDI 2700 Blatt 1:2005-03 Ladungssicherung auf Straßenfahr- zeugen; Ausbildung und Ausbildungsinhalte (Securing of loads on road vehicles; Training and contents of training). Berlin: Beuth Verlag VDI 2700 Blatt 2:2002-11 Ladungssicherung auf Straßenfahr- zeugen; Zurrkräfte (Securing loads on road vehicles; Tie down forces). Berlin: Beuth Verlag VDI 2700 Blatt 3.1:2006-10 Ladungssicherung auf Straßen- fahrzeugen; Gebrauchsanleitung für Zurrmittel (Securing of loads on road vehicles; Instruction manual for lashings). Ber- lin: Beuth Verlag VDI 2700 Blatt 3.2:2006-09 Ladungssicherung auf Straßen- fahrzeugen; Einrichtungen und Hilfsmittel zur Ladungssiche- rung (Securing of loads on road vehicles; Vehicles equipments and securing aids for load). Berlin: Beuth Verlag VDI 2700 Blatt 5:2001-04 Ladungssicherung auf Straßenfahr- zeugen; Qualitätsmanagement-Systeme (Safety of loads on vehicles; Quality management systems). Berlin: Beuth Verlag

VDI 2700 Blatt 6:2006-10 Ladungssicherung auf Straßenfahr- zeugen; Zusammenladung von Stückgütern (Securing of loads on road vehicles; Part-load consignment). Berlin: Beuth Verlag VDI 2700 Blatt 7:2000-07 Ladungssicherung auf Straßenfahr- zeugen; Ladungssicherung im Kombinierten Ladungsverkehr (KLV) (Safety of loads on vehicles; Safety of loads in combi- ned freight transport). Berlin: Beuth Verlag VDI 2700 Blatt 8:2000-03 Ladungssicherung auf Straßenfahr- zeugen; Sicherung von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen auf Autotransportern (Securing of loads on road vehicles; Secu- ring of passenger cars and cargo minivans on auto transport- ers). Berlin: Beuth Verlag VDI 2700 Blatt 8.1:2008-03 (Entwurf) Ladungssicherung auf Straßenfahrzeugen; Sicherung von Pkw und leichten Nutz- fahrzeugen auf Autotransportern (Securing of loads on road vehicles; Securing of passenger cars and cargo minivans on auto transporters). Berlin: Beuth Verlag VDI 2700 Blatt 9:2006-04 Ladungssicherung auf Straßenfahr- zeugen; Ladungssicherung von hart gewickelten Papierrollen (Securing loads on road vehicles; Securing of hard paperrolls). Berlin: Beuth Verlag VDI 2700 Blatt 11:2006-10 Ladungssicherung auf Straßen- fahrzeugen; Ladungssicherung von Betonstahl (Securing of loads on road vehicles; Securing of reinforcing steel). Berlin:

Beuth Verlag VDI 2700 Blatt 12:2006-05 (Entwurf) Ladungssicherung auf Straßenfahrzeugen; Ladungssicherung von Getränkeprodukten (Securing of loads on road vehicles; Securing of beverage products). Berlin: Beuth Verlag VDI 2700 Blatt 15:2006-10 (Entwurf) Ladungssicherung auf Straßenfahrzeugen; Rutschhemmende Materialien (Securing of loads on road vehicles; Skid-inhibiting materials). Berlin:

Beuth Verlag VDI 2700 Blatt 16:2008-04 (Entwurf) Ladungssicherung auf Straßenfahrzeugen; Ladungssicherung bei Transportern bis 7,5 t zGM (Securing of loads on road vehicles; Securing of loads on transporter up to a total mass of 7,5 t). Berlin: Beuth Verlag VDI 2700 Blatt 17:2007-09 (Entwurf) Ladungssicherung auf Straßenfahrzeugen; Ladungssicherung von Absetzbehältern auf Absetzkipperfahrzeugen und deren Anhängern (Securing of loads on road vehicles; Securing of loads of containers for multi-bucket system vehicles). Berlin: Beuth Verlag