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Baugruppenfertigung

EMS

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DNA des Erfolgs

Elektronikfertigung mit Null-Fehler-Philosophie und hoher Transparenz

Da arbeiten, wo andere Urlaub machen: In Grassau südlich von München hat man bei jedem Schritt

die bayerischen Alpen fest im Blick. Genauso präsent wie die Berge, ist im Chiemgau der Elektronik- fertigungs-Dienstleister Katek. Im Jahre 1983 gegründet, hat sich die Katek-Gruppe zu einem der größten deutschen EMS-Anbieter mit internationaler Ausrichtung entwickelt. Wesentlicher Erfolgs- faktor ist ein gut austarierter Maschinenpark mit der NXT-Plattform von Fuji Machine Europe als

potentes Herzstück der SMT-Fertigung.

Autorin: Marisa Robles Consée

F ragt man Armin Stangl, was ihn antreibt, dann

muss er nicht lang überlegen: „Unsere aus der

Kathrein-Gruppe fußende Technologiestärke

und die hohe Motivation der Mitarbeiter.“ Der Geschäftsführer der Katek-Gruppe verweist dabei auf Handfestes: „Mit etwa 1000 Mitarbeitern konnten wir im Jahr 2014 einen Umsatz von rund 150 Mio. Euro erzielen.“ Das Dienstleistungsportfolio ist umfang- reich und deckt die gesamte EMS-Wertschöpfungs- kette ab, die vom Materialmanagement und Produk-

Eck- DATEN

Eck-DATEN

Auf Erfolg getrimmt

Um auch weiterhin im stark umkämpften EMS-Markt bestehen zu können, ist ne- ben effizienten Prozessen und hohen Qualitätsstandards in der Fertigung auch eine enge und eine auf langfristig angelegte partnerschaftliche Geschäftsbeziehung so- wohl bei Kunden als auch Lieferanten notwendig. Im engen Schulterschluss mit Fuji Machine Europe als Lieferant für SMT-Maschinen gelingt dies seit Jahren auf an- schauliche Weise.

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tion über Prüftechnik und Logistik bis hin zum After- Sales-Service reicht. Neben der lückenlosen Rückver- folgbarkeit vom Wareneingang bis zum Warenaus- gang der fertigen Produkte, partizipiert der Kunde auch an günstigen Konditionen dank internationaler Kontakte und Bedarfsbündelung, versichert Stangl und verweist mit Produktionsstandorten in Deutsch- land und Osteuropa sowie weiteren internationalen Vertriebsstandorten auf die internationale Ausrich- tung des mittelständischen EMS: „Wir haben uns mit einem klaren Marktprofil aufgestellt und verstehen uns als Experten der Elektronikproduktion mit hohem technischen Niveau und mit einer gelebten Null-Feh- ler-Philosophie.“ Gerade die Null-Fehler-Philosophie hat Stangl ver- innerlicht: „Die Wettbewerbs-DNA der Katek sind dabei die hohe Identifikation mit dem Unternehmen, die Leidenschaft, immer wieder neue Kunden, tech- nische Herausforderungen im Produktionsablauf zu lösen sowie das Selbstverständnis im internationalen

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Wettbewerb, stets Flexibilität und Schnelligkeit – res- pektive Produktivität – in der Serienproduktion vo- ranzutreiben.“ Da legt man als Interviewer doch gern den Stift zur Seite und hört einfach nur zu.

Starke Wurzeln für gefestigte Zukunft

Die Wurzeln der Kathrein-Firmengruppe liegen rund 100 Jahre zurück: Was 1919 in der kleinen Werkstatt des Firmengründers Anton Kathrein Senior begann, baute sein Sohn Prof. Dr. Dr. Anton Kathrein konse- quent zum international agierenden Unternehmen aus. Sein zuverlässiges Gespür für technologische Chancen und wirtschaftliches Potenzial, gepaart mit unternehmerischen Weitblick und klugen Entschei- dungen zur richtigen Zeit, waren die Grundpfeiler des Erfolgs. Eine dieser klugen Entscheidungen war es, im Jahr 1983 Katek in Grassau zu gründen. Der Standort war nicht zufällig gewählt: Die im Jahr 1952 in Gras- sau angesiedelten Körting-Radio-Werke mit umfang- reicher Produktion waren bis zur stufenweisen Auf- lösung des Betriebs Anfang der 1980er Jahre wichtigs- ter Arbeitgeber am Ort. Heute sind in dem Gewerbe- park mehrere Firmen aus den unterschiedlichsten Gebieten tätig. Der größte Arbeitgeber ist Katek mit mehr als 600 Beschäftigten. Mit solch einer starken Mutter im Rücken lässt sich gut Know-how aufbauen und die Expansion gezielt vorantreiben. „Wer in der EMS-Branche erfolgreich sein will, braucht in der Organisation nicht nur tief- greifende Erfahrung, sondern muss bereit sein, immer wieder das bereits Machbare in Frage stellen zu kön- nen“, argumentiert der Katek-Chef. So wundert es nicht, dass hochwertige Elektronikbaugruppen von Katek in verschiedene Produkte unseres täglichen Lebens fließen. Rund 25 Prozent des Umsatzes gene- riert der EMS mit weißer Ware, weitere 25 Prozent

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kommen aus dem Automotive- und 30 Prozent aus dem Industriebereich. Weitere 15 Prozent generiert Katek mit Consumer-Produkten und 5 Prozent mit Medizintechnik. Gerade in der Medizintechnik erhofft sich Armin Stangl noch Wachstumspotenzial: „Der Medizintechnikmarkt ist ein sehr anspruchsvoller Markt. Er stellt höchste Ansprüche an die Sicherheit, Prüftechnologie, Rückverfolgbarkeit, Dokumentation und an das Expertenwissen der Hersteller für ihre Produkte, Systeme und Prozesse.“ Katek produziert schon lange hoch anspruchsvolle Produkte im Bereich der Medizintechnik. Dazu gehört auch eine Elektronik für ein mobiles Kunstherz. Aus der Historie resultierend, kann Katek indes im Hochfrequenzbereich eine hohe Expertise aufweisen. Für die Industrieelektronik werden Geräte und Bau- gruppen unter anderem für industrielle Regeltechnik, Messtechnik, Verkehrstechnik und Bahntechnik pro- duziert. Im engen Schulterschluss mit der Automobil-

Bild 1: Freuen sich über die jüngste NXT- III-Installation (v.l.n.r.): Armin Stangl (Katek), Klaus Kölbel (Fuji), Klaus Gassen (Katek) und Jochen Krisch (Fuji).

Bild 2: Katek legt Wert auf ergonomische Ar- beitsplätze und kons- truiert diese selbst, damit der Wertstrom- fluss stimmt.

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Alle Bilder: Marisa Robles Consée

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Alle Bilder: Marisa Robles Consée Baugruppenfertigung EMS Katek-Know-how steckt in fast jeder zu Finnen geformten Au-

Katek-Know-how steckt in fast jeder zu Finnen geformten Au- toantenne, die kom- plexe HF-Baugruppen beherbergen.

industrie laufen elektronische Baugruppen für Antriebe, Fahr- werk, Informationssysteme und Chassis vom Band. Kein Wun- der, dass er resümierend anmerkt, dass seine elektroni- schen Baugruppen „die unsicht- baren Taktgeber unserer Gesell- schaft sind, zum Beispiel ver- steckt im Armaturendisplay oder in den Autoantennen.“

Effiziente Prozesse

Entscheidend für den Erfolg sind optimale und hocheffizi- ente Prozesse mit einer leis- tungsfähigen Echtzeitplanung, um Ressourcen schnell auf neue Produktionsinformationen ein- stellen zu können und um Verlustleistung zu mini- mieren. Daher investiert Katek laufend in Prozesse und Maschinenpark. Wie viel des Umsatzes für Inves- titionen ins Unternehmen zurückfließen, will Stangl nicht beziffern, nur so viel: „Die vergangenen drei Jahre haben wir einen nennenswerten zweistelligen Millionenbetrag in Betriebsmittel investiert.“ Bei den Investitionsentscheidungen habe man sich an der lang- fristigen strategischen Entwicklung des Unternehmens orientiert. Auch im Hinblick auf Industrie 4.0 nimmt Katek mit Lean-Production kontinuierlich interne Reibungsver- luste ins Visier: Um nachhaltig im Wettbewerb Vor- teile zu gewinnen, müssen alle angewandten Metho- den auf das Unternehmen passgenau zugeschnitten sein. „Wir führen Arbeitsabläufe erst dann als Standard ein, nachdem wir diese im Methodenraum – unserem experimentellen Fertigungsbereich – erfolgreich getes- tet und sie sich in der Praxis bewährt haben“, erläutert Klaus Gassen, Fertigungsleiter von Katek in Grassau. Beim Rundgang durch die Fertigung wird schnell klar, was gemeint ist. Jeder Arbeits- und Montageplatz ist ergonomisch ausgerichtet. Dafür hat Katek eigens eine Abteilung eingerichtet, die die Arbeitsplätze und die als „Supermärkte“ bezeichneten Materialinseln kon- struiert und individuell an die Mitarbeiterbedürfnisse anpasst. Den Lean-Gedanken Zug-um-Zug zu adap- tieren, damit die Prozesse immer besser ineinander- greifen, heißt indes auch, den Maschinenpark so aus- zulegen und die Maschinenanordnung so zu gestalten, dass die Wege für die Bediener möglichst kurz sind. Fundierte Unterstützung findet Katek im Lean- und Traceability-Prozess mit Fuji Machine Europe. Beide Unternehmen verbindet eine jahrelange, enge Part- nerschaft. Als Hersteller der NXT-Bestückplattform unterstützt Fuji Machine die Umsetzung der Lean- Management-Ziele des Elektronikfertigungs-Dienst-

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leisters. „Der Bestückautomat ist nicht nur das Herz- stück der SMT-Linie, sondern auch innerhalb der Fabrikvernetzung und Fabriksteuerung“, setzt Klaus Kölbel an. Der Sales Manager von Fuji Machine weiß um die Vorzüge der skalierbaren Bestückungsplattform NXT III. Sie wurde jüngst zum Sieger des 6. Robot Awards gekürt, einem vom japanischen Ministerium für Wirtschaft, Handel und Industrie (METI) und der „Japan Machinery Federation“ organisierten Wettbe- werb. „Dieser Wettbewerb wurde geschaffen, um he- rausragende Automaten zu küren, die heute und in Zukunft einen maßgeblichen Beitrag zur Schaffung neuer Märkte leisten werden“, betont er.

Für künftige Anforderungen gerüstet

Die Bestückplattform NXTIII, die neuartige Module wie die Auto-Loading-Feeder und die Auto-Splicing- Unit beherbergte, ist nunmehr für die Bestückung der ultrakleinen Winzlinge 03015 geeignet. Auch mehr als zehn Jahre nach der Markteinführung der NXT- Serie hat das modulare Konzept nichts an seiner Anzie- hungskraft verloren, sondern erhält weiterhin Aner- kennung von Kunden rund um den Globus. Diese Attraktivität verhalf der NXT-Plattform zu einem welt- weiten Marktanteil für Hochgeschwindigkeits- und Hochpräzisionsbestückungsautomaten von mehr als 30 Prozent. Mittlerweile sind über 50.000 NXT-Modu- le weltweit im Einsatz. Dessen ist sich auch Armin Stangl bewusst: „Wir haben uns mit der NXT-III-Aus- stattung für drei Hochleistungslinien an unserem Standort Grassau entschieden, an dem wir insgesamt sechs Linien betreiben. In der Katek-Gruppe betreiben wir an zwei Standorten insgesamt 11 SMT-Linien.“ Motivation für die Entscheidung hin zu Fuji Machi- ne waren für Stangl die „Leistungskennzahlen, das Maschinen- und Bedienerkonzept und die zahlreichen technischen Facetten“, die überzeugten. Für Klaus Gassen kam noch ein weiterer Aspekt hinzu: „Dadurch, dass sich die NXT-Plattformen nur von vorne bedienen lassen, konnten wir die SMT-Linien parallel verlaufend ausrichten, sodass die Wege für die Bediener kurz sind.“ Der kundenorientierte Servicegedanke fiel eben- falls in die Waagschale der Entscheidungsfindung, weshalb Stangl bekräftigt: „Im November 2015 haben wir unseren SMT-Park um eine weitere Linie mit Fuji- Bestückautomaten erweitert.“ Die modulare NXTIII-Plattform, die einen einfachen Kopftausch für unterschiedlich große zu bestückende Bauelemente ermöglicht, kann noch mehr: Durch den Einsatz des neu entwickelten H24G-Kopfes lassen sich Bauteile der Größe 03015m (metrisch) ohne Änderun- gen der Maschinenspezifikationen bestücken und zwar mit einer Bestückgeschwindigkeit von 35.000 BE/h und einer Bestückgenauigkeit von ± 25 μm. Der „Intelligent Part Sensor“ (IPS) überprüft die Ausrichtung der Bauteile an der Nozzle und stellt

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sicher, dass die Bauteile nach der Bestückung nicht an der Nozzle kleben bleiben. Mit der für 03015-Bauteile entwickelten Nozzle sorgt Fuji nach eigenem Bekun- den für Aufsetzkräfte weniger 0,5 N ohne Geschwin- digkeitsverlust. Parallel dazu ist die Bestückplattform aber auch in der Lage, die Bestückung von 38,1 mm hohen Bauteilen vorzunehmen.

Stringenter Datenfluss mittels Nexim

Sei es Prozessoptimierung oder die lückenlose Trace- ability: Mit der eigens entwickelten Software Nexim bietet Fuji eine Benutzeroberfläche, die Planungstools offeriert, wie sie eine Produktionssteuerung der Zukunft erforderlich macht. Nexim steht für „Nexus Integrated Manufacturing Systems“ und setzt auf die bisherige Software Flexa auf. Sie soll – untergliedert in die drei Bereiche Plan, See, Do – den Produktions- Datenfluss effizient kanalisieren. Während „Plan“ der Erstellung von Programmen und der Bauteilverwal- tung dient, sorgt „See“ für die Überwachung des Pro- zesses und der Qualitätskontrolle. „Do“ ist das eigent- liche Tool und deckt alles ab, was in der Produktion durchgeführt wird – also vom Umrüsten über die Bau- teilezuführung und Nachrüstungen bis hin zu War- tungsanweisungen. „Nexim ist einfach zu handhaben und ermöglicht arbeitseffiziente Prozesse“, erläutert Klaus Kölbel und merkt weiter an: „Die Software sammelt alle relevan- ten Informationen, gibt sie an entsprechende Systeme weiter und kann dadurch den aktuellen Status der Produktion auswerten und zum richtigen Zeitpunkt eingreifen.“ Durch die Optimierung der Logistikpro- zesse verbessert sich die Qualität, da durch engma- schige Kontrollen keine Fehlbestückung oder Bestü- ckung fehlerhafter Bauteile mehr stattfinden soll.

Für Stangl steht außer Frage:

„Die NXT-Plattform hat alle unsere erforderlichen Schnitt- stellen geboten, um mit unse- ren EDV-Systemen im Hause zu kommunizieren.“ Das ist auch im Hinblick auf Industrie 4.0 relevant. Die ganzheitliche Vernetzung und Kommunika- tion von Maschinen, Menschen und Ressourcen in der smarten Fabrik der Zukunft soll zu einer effizienten, schnellen und fle- xiblen Fertigung führen. Daher engagiert sich Fuji Machine auch in Netzwerken, die diese Thematik vorantreiben. „Die Kunst liegt darin, gesamte Fer- tigungsketten zu vernetzen und zu visualisieren. Für eine wirtschaftliche Produktion ist der „Blick fürs Ganze“ unumgänglich“, erläutert Kölbel. Bei den Anforderungen an die zukünftigen Bestückungssysteme steht immer mehr die höhere Flexibilität in Bezug auf die Kapazität, Modularität sowie auf eine hohe technische Verfügbarkeit im Vor- dergrund, merkt Jochen Krisch, Area Sales Manager von Fuji Machine, ergänzend an. n

Area Sales Manager von Fuji Machine, ergänzend an. n Dem Kundenwunsch entsprochen: Auto- matisierte Autoan-

Dem Kundenwunsch

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Autorin

Marisa Robles Consée Chefredakteurin Productronic

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