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Merkblatt Nr.

09 Architektenkammer
Baden-Württemberg
Körperschaft
des Öffentlichen Rechts
Danneckerstraße 54
70182 Stuttgart

Telefon (07 11) 21 96-0


Arbeitsvertrag
Telefax (07 11) 21 96-103
info@akbw.de
Orientierungshilfe als Muster für die Ausarbeitung des individuellen Vertrages www.akbw.de
für Architekten/Architektinnen und technische Mitarbeiter/innen
als Angestellte in Architektur- und Planungsbüros

Orientierungshilfe für einen Arbeitsvertrag

Nachfolgend finden Sie eine Orientierungshilfe als Muster für die Ausarbeitung eines Arbeits-
bzw. Anstellungsvertrages zur Information und weiteren Verwendung. Bitte beachten Sie,
dass es sich hierbei nur um eine Arbeitshilfe und damit um einen unverbindlichen Vorschlag
für die Gestaltung des individuellen Vertragsverhältnisses handelt.

Inhalt: Seite:

Muster eines Anstellungsvertrags


Inhalt:
Vertragspartner 2
1. Beginn, Aufgabenbereich, Arbeitszeit und -ort 2
2. Vergütung 3
3. Kostenerstattung und sonstige Bezüge 3
4. Urlaub 4
5. Arbeitsbefreiung in besonderen Fällen 5
6. Arbeitsverhinderung, Gehaltsfortzahlung bei Krankheit 5
7. Verschwiegenheits- und Treuepflichten, Wettbewerb und Urheberrechte 6
8. Fortbildung 7
9. Kündigung 8
10. Berufshaftpflichtversicherung 8
11. Änderungen und Ergänzungen 8
12. Zusätzliche Vereinbarungen 8
Unterschriften 8

Grundsätzliches zur Vertragsgestaltung


Arbeitsvertrag und Nachweis der wesentlichen Bedingungen 9
Vertragsgestaltung und Orientierungshilfe 10
Berufsordnung 10
Tarifverträge 11
Weitere Informationen 11

Stand: Dezember 2007 MB Nr. 09 AKBW – Arbeitsvertrag Seite 1 von 11


Architektenkammer
Baden-Württemberg

Arbeitsvertrag
für Architekten/Architektinnen und technische Mitarbeiter/innen
in Architektur- und Planungsbüros
Zwischen und
(Inhaber/in des Architektur- bzw. Planungsbüros) (Vorname, Name, Berufsbez. Geb.-Datum u.-Ort, Wohnort)
nachfolgend auch als "Arbeitgeber/in" bezeichnet nachfolgend auch als "Mitarbeiter/in" bezeichnet

wird folgender Arbeitsvertrag geschlossen:

1. Beginn und Aufgabenbereich des Arbeitsverhältnisses, Arbeitszeit und -ort

1.1 Beginn des Anstellungsverhältnisses

Das Anstellungsverhältnis beginnt am .........................................

Die ersten – 6 – Monate gelten als Probezeit.[1]

Während der Probezeit kann das Arbeitsverhältnis mit zweiwöchiger Frist gekündigt
werden.

1.2 Aufgabenbereich

Der/Die Mitarbeiterin wird eingestellt als ........................................


........................................
Der Aufgabenbereich umfasst schwerpunktmäßig (Verantwortlichkeit, Stellung im Büro):
......................................... [2]

Der/Die Arbeitgeber/in behält sich vor, eine andere zumutbare Arbeit im Betrieb zuzu-
weisen, die seinen/ihren Vorkenntnissen entspricht. Die Zuweisung einer anderen Arbeit
entbindet den/die Arbeitgeber/in nicht von der Verpflichtung, die bisherige Vergütung
weiterzuzahlen.

1.3 Arbeitszeit und Arbeitsort

Die regelmäßige Arbeitzeit beträgt ........................................ Stunden wöchentlich.

Beginn und Ende der regelmäßigen Arbeitszeit sowie der Pausen richten sich nach der
betrieblichen Übung.

Die Arbeitsleistung ist grundsätzlich am Betriebssitz zu erbringen, nach Weisung des/der


Arbeitgebers/in aber auch auswärts. Die Versetzung und Entsendung des/der
Mitarbeiter/in ist einvernehmlich zu regeln.

[1] Die Probezeit darf derzeit maximal sechs Monate betragen. Kürzere Probezeiten können vereinbart werden.
[2] Die Stellenbeschreibung sollte nicht zu eng gefasst sein, da es sonst zu Problemen bei der Zuweisung neuer
Tätigkeiten kommen kann.
Stand: Dezember 2007 MB Nr. 09 AKBW – Arbeitsvertrag Seite 2 von 11
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Baden-Württemberg

Mehrarbeit kann aus betrieblichen Gründen im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen


gefordert werden.
Die Überstunden sollen in erster Linie durch Zeitausgleich abgegolten werden, der den
angefallenen Überstunden entsprechen muss.
Es kann aber auch eine Vergütung von Überstunden in beiderseitigem Einvernehmen
vereinbart werden. In diesen Fällen ist für jede Überstunde
.................... EUR oder
.................... Prozent des vereinbarten Brutto-Monatsgehaltes zuzüglich
eines Zuschlages von EUR .................... bzw.
eines Zuschlages von EUR .................... bei Nachtarbeit oder
an Sonn- und gesetzlichen Feiertagen
zu zahlen.

Im Falle der Teilnahme des Büros an Wettbewerben können außerhalb dieser Übers-
tundenregelung abweichende Vereinbarungen zwischen Arbeitgeber/in und
Mitarbeiter/in getroffen werden.

2. Vergütung

Die monatliche Vergütung beträgt EUR ....................


in Worten Euro brutto ....................
zahlbar am Ende eines Monats.
Eine Überprüfung der Vergütung sollte einmal jährlich stattfinden.

3. Kostenerstattung und sonstige Bezüge [3]

3.1 Dienstreisen

Bei Benutzung des eigenen Fahrzeugs für dienstlich notwendige Fahrten, für die ein
geschäftseigenes Fahrzeug nicht zur Verfügung steht, wird ein Kilometergeld in Höhe des
jeweilig steuerlich absetzbaren Pauschalbetrages für jeden dienstlich gefahrenen
Kilometer gezahlt.
Die Abrechnung erfolgt nach einvernehmlicher Absprache gegen Nachweis der ge-
fahrenen Kilometer (nach Fahrten gegliederte Aufstellung).
Die Kosten für Reisen, die im Betriebsinteresse notwendig werden, werden mindestens
in Höhe der vom Finanzamt jeweils anerkannten Sätze erstattet.

Der/die Arbeitgeber/in schließt für den/die Mitarbeiter/in eine Dienstreiseversicherung


ab.

Benutzt der/die Mitarbeiter/in sein/ihr eigenes Kfz regelmäßig für Dienstfahrten und
schließt er/sie eine Vollkaskoversicherung ab, so beteiligt sich der/die Arbeitgeber/in zu
.................... % an diesen Kosten.

....................

[3] Es handelt sich hier nur um Beispiele für Lohnnebenleistungen. Zum Teil sind andere Formen denkbar und
üblich, z.T. auch lohnsteuerfrei für den Mitarbeiter – ein nicht unerhebliches Element einer attraktiven und
leistungsfördernden Lohnpolitik
Stand: Dezember 2007 MB Nr. 09 AKBW – Arbeitsvertrag Seite 3 von 11
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3.2 Zulagen und weitere Bezüge

Vermögenswirksame Leistungen nach dem 5. Vermögensbildungsgesetz


in der Fassung vom 4. März 1994, zuletzt geändert am 7. September 1998,
in Höhe von EUR .................... pro Monat.

Bei Vorliegen der entsprechenden Voraussetzungen:


Trennungsentschädigung von EUR .................... pro Monat

Fahrtkostenzuschuss für Fahrten zur Arbeit von EUR .................... pro Monat,
jedoch nur bis zu einer Dauer von .......... Monaten nach Ablauf der Probezeit.

Essenszuschuss in Höhe von EUR .................... pro Monat

Umzugskostenzuschuss von EUR .................... bei Umzug nach ....................

....................

3.3 An besonderen Leistungen wird gewährt:


(bei Vereinbarung dieser Leistungen sind die Modalitäten der Gewährung im Einzelfall,
auch unter steuerlichen und rechtlichen Aspekten näher zu bestimmen)

Urlaubsgeld in Höhe von EUR ...................., zahlbar am .......... [4]

Jährliche Sondergratifikation in Höhe von EUR ...................., zahlbar am .......... [4]

Der/Die Arbeitgeber/in beteiligt sich an einer Alterszusatzversorgung


des/der Mitarbeiter/in in folgender Form: .................... [4]

Bürotreueversicherung (Direktversicherung): .................... [4]

Bürotreueprämie:
.................... [4]

Erfolgsprämien:
.................... [4]

Prämien für besondere familiäre Ereignisse:


.................... [4]

Sterbegeld / Fortzahlung der Vergütung im Todesfall:


.................... [4]

....................
.................... [4]

[4] Beispiele für weitere besondere Lohnnebenleistungen; bei Vereinbarung dieser Leistungen sind die
Modalitäten der Gewährung im Einzelfall, auch unter steuerlichen und rechtlichen Aspekten näher zu
bestimmen.
Stand: Dezember 2007 MB Nr. 09 AKBW – Arbeitsvertrag Seite 4 von 11
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4. Urlaub [5]

Der Jahresurlaub ist rechtzeitig unter Berücksichtigung der betrieblichen Belange


festzulegen und soll möglichst zusammenhängend gewährt werden.
Der volle Urlaubsanspruch wird erstmalig nach sechsmonatigem Bestehen des
Arbeitsverhältnisses erworben.

Der Jahresurlaub beträgt .................... Arbeitstage

Die Urlaubsdauer verlängert sich


mit Vollendung des .................... Lebensjahres auf .................... Tage
und beträgt ab Vollendung des .................... Lebensjahres .................... Tage.
Alternativ:
Die Urlaubsdauer erhöht sich
nach .................... Jahren der Betriebszugehörigkeit um .................... Tage,
nach .................... Jahren auf maximal .................... Tage.

Die Gewährung von unbezahltem Urlaub ist unter Beachtung der Belange des/der
Arbeitgeber/s/in möglich.

5. Arbeitsbefreiung in besonderen Fällen

In den nachstehenden Fällen wird unter Fortzahlung der Vergütung, ohne Anrechnung auf
den Urlaub, Arbeitsbefreiung gewährt:
bei Ausübung von Pflichten aus öffentlichen Ehrenämtern für die nachgewiesene
erforderliche Abwesenheitszeit einschließlich Wegezeiten.
bei ärztlicher Behandlung, wenn diese während der Arbeitszeit erfolgen muss, für die
nachgewiesene erforderliche Abwesenheitszeit einschließlich Wegezeiten.
bei Umzug .................... Tage.
bei eigener Eheschließung .................... Tage.
bei Tod des/der Ehegatten/in oder eines eigenen Kindes .................... Tage.
bei Tod der Eltern oder Geschwister .................... Tage.
bei Eheschließung eigener Kinder .................... Tage.
bei der Niederkunft der Frau .................... Tage.
wenn nach ärztlichem Zeugnis die Beaufsichtigung, Betreuung oder
Pflege eines erkrankten Kindes erforderlich ist und eine andere im
Haushalt lebende Person das Kind nicht beaufsichtigen, betreuen oder
pflegen kann und das Kind das zwölfte Lebensjahr noch nicht vollendet
hat oder behindert und auf Hilfe angewiesen ist, pro Kalenderjahr bis zu .................... Tage.
bei .................... .................... Tage.
In sonstigen dringenden Fällen kann Arbeitsbefreiung unter Fortzahlung der Vergütung
bis zu drei Arbeitstagen pro Kalenderjahr gewährt werden. In begründeten Fällen kann
bei Verzicht auf die Bezüge kurzfristige Arbeitsbefreiung gewährt werden, wenn die
dienstlichen oder betrieblichen Verhältnisse es gestatten.

[5] Im Übrigen gelten die Bestimmungen des Bundesurlaubsgesetzes in der jeweils gültigen Fassung.
Stand: Dezember 2007 MB Nr. 09 AKBW – Arbeitsvertrag Seite 5 von 11
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6. Arbeitsverhinderung – Gehaltsfortzahlung bei Krankheit

Ist der/die Mitarbeiter/in durch Krankheit oder sonstige unvorhergesehene Ereignisse an


der Arbeitsleistung verhindert, so ist dies dem/der Arbeitgeber/in unverzüglich – ohne
schuldhaftes Zögern – unter Angabe der Gründe mitzuteilen.

Im Fall der Erkrankung ist auf besonderes Verlangen vor Ablauf des dritten Kalender-
tages nach Beginn der Arbeitsunfähigkeit eine ärztliche Bescheinigung über dies
Arbeitsunfähigkeit und deren voraussichtliche Dauer vorzulegen.

Nach Ablauf von drei Krankheitstagen ist ohne besondere Aufforderung eine ent-
sprechende Bescheinigung vorzulegen.

Die Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall richtet sich nach den gesetzlichen


Bestimmungen.

7. Verschwiegenheits- und Treuepflichten, Wettbewerb und Urheberrechte

Der/Die Mitarbeiter/in verpflichtet sich, über alle vertraulichen Angelegenheiten und


Vorgänge, die ihm/ihr im Rahmen der Tätigkeit zur Kenntnis gelangen, auch nach dem
Ausscheiden aus dem Arbeitsverhältnis Stillschweigen zu bewahren.

Auf den von dem/der Arbeitgeber/in zur Verfügung gestellten Rechenanlagen darf
andere als die von dem/der Arbeitgeber/in zur Verfügung gestellte Software nur mit
dessen ausdrücklichem Einverständnis eingespeichert oder verwendet werden.

Es ist untersagt, ohne Absprache mit dem/der Arbeitgeber/in von Seiten Dritter
persönlich irgendwelche Zuwendungen in Zusammenhang mit der beruflichen Tätigkeit
anzunehmen, sofern diese den gesetzlichen Rahmen der Werbegeschenke überschreiten.

7.1. Nebentätigkeit

Berufsbezogene, konkurrierende Nebentätigkeiten bedürfen der Zustimmung des/der


Arbeitgeber/s/in.
Die Ausübung sonstiger Nebentätigkeiten ist unbenommen, soweit dadurch betriebliche
Belange nicht beeinträchtigt werden.

7.2. Beteiligung an Wettbewerben

Die Genehmigung zur Beteiligung an Wettbewerben außerhalb der Arbeitszeit darf nicht
versagt werden, wenn der/die Arbeitgeber/in sich nicht selbst am Wettbewerb beteiligt
und die Belange des Büros nicht beeinträchtigt werden.
Das Recht, Fachvorträge zu halten und unter eigenem Namen zu publizieren, bleibt
unbenommen. Die Verpflichtung zur Verschwiegenheit bleibt unberührt. Soweit die
Tätigkeit im Zusammenhang mit dem Arbeitsverhältnis steht, muss die Kennzeichnung
der Urheberschaft mit dem/der Arbeitgeber/in abgesprochen werden.

Stand: Dezember 2007 MB Nr. 09 AKBW – Arbeitsvertrag Seite 6 von 11


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Baden-Württemberg

7.3. Urheber- und Nutzungsrechte

Das Urheberverwertungsrecht an allen Plänen und Arbeiten steht dem/der


Arbeitgeber/in zu.
War der/die Mitarbeiter/in wesentlich an Bauobjekten und Wettbewerben beteiligt, so
hat ihn/sie der/die Arbeitgeber/in als Projektmitarbeiter/in bei Veröffentlichungen
namentlich aufzuführen.

Aufzeichnungen jeder Art, insbesondere Berechnungen, Skizzen, Zeichnungen,


Schriftstücke, etc. bleiben in jedem Fall Eigentum des/der Arbeitgeber/s/in.

Der/die Mitarbeiter/in hat das Recht, von Unterlagen, bei deren Erarbeitung er
mitgewirkt hat, auf seine Kosten Vervielfältigungen zum privaten Gebrauch oder zum
erlaubten Nachweis der eigenen Leistungsfähigkeit zu erstellen.

8. Fortbildung [6]

8.1 Beabsichtigt der/die Mitarbeiter/in an einer Fortbildungsmaßnahme teilzunehmen, die


auch im Interesse des/der Arbeitgeber/s/in liegt, wird soweit der Betrieb des Büros dies
zulässt und nach gesonderter Abstimmung mit dem/der Arbeitgeber/s/in die hierfür
notwendige Arbeitsbefreiung unter Fortzahlung der Vergütung ohne Anrechnung auf den
Urlaub gewährt, bis zu einer Höchstzahl von – drei – Arbeitstagen je Kalenderjahr.
Eine eventuelle Übernahme der Kosten durch den/die Arbeitgeber/in ist im Einzelfall zu
regeln.

8.2 Für weitere von dem/der Mitarbeiter/in gewünschte Fortbildungsmaßnahmen ist die
Gewährung von unbezahltem Urlaub unter Beachtung der Belange des/der
Arbeitgeber/s/in möglich.

8.3 Der/die Mitarbeiter/in ist verpflichtet, an Fortbildungsmaßnahmen teilzunehmen, wenn


der/die Arbeitgeber/in dies anordnet und die Kosten der Fortbildung übernimmt. Diese
Fortbildungszeiten sind Arbeitszeiten.

8.4 Erlangt der/die Mitarbeiter/in durch Fortbildungen während der Arbeitszeit, deren Kosten
der/die Arbeitgeber/in übernommen hat, eine am Arbeitsmarkt verwendbare
Qualifikation, ist eine Vereinbarung möglich, die den/die Mitarbeiter/in verpflichtet,
einen bestimmten Zeitraum in den Diensten des/der Arbeitgebers/in zu bleiben. Für den
Fall der vorzeitigen Kündigung ist eine Regelung zu treffen, die eine anteilige
Rückzahlung von Fortbildungskosten durch den/die Mitarbeiter/in unter Berücksichtigung
von Dauer der Fortbildung und der angefallenen Kosten angemessen festlegt.

[6] Neben der allgemein gehaltenen Verpflichtung der Berufsordnung stellen Regelungen zur Fortbildung und
Übernahme von Leistungen durch den/die Arbeitgeber/in wichtige Elemente einer motivierenden und
leistungsfördernden Lohnpolitik dar.
Stand: Dezember 2007 MB Nr. 09 AKBW – Arbeitsvertrag Seite 7 von 11
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9. Beendigung des Arbeitsverhältnisses

9.1 Das Arbeitsverhältnis endet, ohne dass es einer Kündigung bedarf, mit Ende des Monats,
in dem der/die Mitarbeiter/in das 65. Lebensjahr vollendet, sofern die Regelaltersrente
oder eine gleichwertige Altersversorgung beansprucht werden kann.

9.2 Die Kündigung bedarf der Schriftform.


Die Kündigungsfrist richtet sich nach den gesetzlichen Bestimmungen. Die
Kündigungsfrist beträgt daher in den ersten zwei Jahren des Bestandes des
Arbeitsverhältnisses vier Wochen zum 15. oder zum Ende eines Monats.

9.3 Im Übrigen gelten die allgemeinen gesetzlichen und arbeitsrechtlichen Bestimmungen.

10. Berufshaftpflichtversicherung

Der/Die Arbeitgeber/in ist verpflichtet, für den/die Mitarbeiter/in eine


Berufshaftpflichtversicherung mit der Mindestdeckungssumme von ......................... Euro
für Personenschäden und ......................... Euro für Sachschäden auf Kosten des Büros
abzuschließen oder ihn/sie im Rahmen einer bestehenden Betriebshaftpflicht- und/oder
Berufshaftpflichtversicherung mitzuversichern.

11. Änderungen und Ergänzungen

Änderungen und Ergänzungen des Vertrages können nur im gegenseitigen Einvernehmen


vereinbart werden. Sie bedürfen der Schriftform und sind von beiden Vertragsparteien zu
unterschreiben.

Soweit einzelne Bestimmungen unwirksam sein sollten, berührt dies die Gültigkeit des
übrigen Vertrages nicht.

12. Zusätzliche Vereinbarungen

Raum für zusätzliche Vereinbarungen – gegebenenfalls streichen


.....

Unterschriften
Mit der Unterschrift bestätigen die Vertragsparteien den Erhalt je einer Vertragsausfertigung.

Ort und Datum

Unterschriften

..................................................................... .....................................................................
Der/Die Arbeitgeber/in Der/Die Mitarbeiter/in

Stand: Dezember 2007 MB Nr. 09 AKBW – Arbeitsvertrag Seite 8 von 11


Architektenkammer
Baden-Württemberg

Grundsätzliches zur Vertragsgestaltung

Arbeitsvertrag und Nachweis der wesentlichen Bedingungen des Arbeitsverhältnisses

Ein Arbeitsvertrag kann mündlich oder schriftlich abgeschlossen werden. Um etwaige


Beweisschwierigkeiten zu vermeiden, ist Schriftform zu empfehlen. Durch die Umsetzung der
sogenannten EU-Nachweisrichtlinie im Jahre 1995 in deutsches Recht bestehen jedoch
gewisse gesetzliche arbeitsrechtliche Bestimmungen. Wird kein schriftlicher Arbeitsvertrag
geschlossen, ist demnach der Arbeitgeber verpflichtet, dem Arbeitnehmer binnen eines
Monats nach dem vereinbarten Beginn des Arbeitsverhältnisses eine Niederschrift der
wesentlichen Arbeitsvertragsbedingungen auszuhändigen. Diese muss mindestens folgende
Angaben enthalten:
- Name und Anschrift der Vertragsparteien
- den Beginn des Arbeitsverhältnisses
bei befristeten Arbeitsverhältnissen auch die voraussichtliche Dauer
- den Arbeitsort, gegebenenfalls auch den Hinweis auf unterschiedliche Arbeitsorte
- eine Beschreibung der zu leistenden Tätigkeiten des Arbeitnehmers
- die Zusammensetzung, Höhe und Fälligkeit des Arbeitsentgeltes
einschließlich seiner weiteren Bestandteile
- die vereinbarte Arbeitszeit
- Urlaubsansprüche
(es kann auch auf die jeweils maßgebenden gesetzlichen Regelungen verwiesen werden)
- Kündigungsfristen
(es kann auch auf die jeweils maßgebenden gesetzlichen Regelungen verwiesen werden)
- sowie gegebenenfalls einen allgemeinen Hinweis auf geltende Tarifverträge oder andere
anzuwendende Betriebsvereinbarungen
- Geringfügig Beschäftigte sind außerdem ausdrücklich auf die Möglichkeit der Zuzahlung
zur Rentenversicherung hinzuweisen, durch die sie die Stellung eines versicherungs-
pflichtigen Arbeitsnehmers mit entsprechenden Ansprüchen erwerben können.

Allgemein ist zur Verwendung von "Vertragsmustern und -formularen" anzumerken, dass bei
deren Verwendung immer auch auf die Vermeidung von Verstößen gegen gesetzliche
Regelungen und insbesondere die Vorschriften über die Allgemeinen Geschäftsbedingungen –
AGB – geachtet werden muss, beispielsweise durch die Vermeidung von sogenannten über-
raschenden Klauseln:
"Zu empfehlen ist, die einzelnen Vertragsklauseln individuell zwischen den Vertrags-
partnern auszuhandeln, so dass nach gemeinsamer Entwicklung ein eigener Vertragstext
entsteht. Kommt ein vorformulierter Vertrag, auch in Form eines Formulars, zur
Anwendung, unterliegen die einzelnen Klauseln im Streitfall der Überprüfung der Wirk-
samkeit. Wird ein Vertragspartner nach "Treu und Glauben" erheblich benachteiligt oder
handelt es sich um eine Überraschungsklausel kann dies zur Unwirksamkeit der
betreffenden Vertragsklausel führen.
...
Es gibt keine sogenannten „wasserdichten“ oder rechtssicheren, aber faire Verträge. Der
Vertrag soll die wesentlichsten Aufgaben, Rechte und Pflichten beider Vertragsparteien
unter Berücksichtigung der zu erwartenden spezifischen Bedingungen wiedergeben."

Stand: Dezember 2007 MB Nr. 09 AKBW – Arbeitsvertrag Seite 9 von 11


Architektenkammer
Baden-Württemberg

Vertragsgestaltung für Architekten/innen und technische Mitarbeiter/innen


in Architektur- und Planungsbüros

Die vorliegende Orientierungshilfe will Hinweise für die zu regelnden Inhalte mit Vorschlägen
für deren Festlegungen im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten geben. Bei der Aus-
arbeitung sollten die Interessen beider Vertragspartner angemessen berücksichtigt werden
und sind insbesondere – wie bei jedem Vertrag – einerseits die zu erbringenden Leistungen
und andererseits deren angemessene Vergütung möglichst konkret zu vereinbaren.

Dabei spielen eine Vielzahl von Faktoren wie die individuellen Fähigkeiten und Qualifikationen
des Mitarbeiters und seiner praktischen Erfahrungen ebenso wie die individuelle wirtschaft-
liche und strukturelle Situation des arbeitgebenden Büros eine Rolle, so dass konkrete
Empfehlungen zu den einzelnen Inhalten verständlicherweise nicht möglich sind. Gehalt und
zusätzliche Leistungen beispielsweise in Form von Weihnachtsgratifikation oder Urlaubsgeld,
aber auch alle sonstigen Rahmenbedingungen für die Beschäftigung wie Arbeitszeit, Urlaubs-
anspruch oder die Übernahme von Fortbildungsmaßnahmen sind daher individuell auszu-
handeln. Beispielsweise dienen die Vorschläge für Lohnnebenleistungen als Anregungen für
das nicht unerhebliche Element einer attraktiven, motivierenden und leistungsfördernden
Vertragsgestaltung. Es sind andere Formen denkbar und üblich, viele auch lohnsteuerfrei für
den Mitarbeiter.

Berufsordnung

Die Berufsordnung der Architektenkammer Baden-Württemberg enthält allgemeine


Regelungen für die Gestaltung des Arbeitsverhältnisses unter Architekten und Architektinnen:
Berufsordnung, Ziffer 2, (3):
"Der freie Architekt muss seinen sozialen Verpflichtungen gegenüber Mitarbeitern
gerecht werden. Er hat klare Arbeitsverhältnisse schriftlich mit ihnen zu vereinbaren.
Er fördert die Fort- und Weiterbildung seiner Mitarbeiter. Bei Veröffentlichungen sind
die mitarbeitenden Architekten zu nennen, die wesentlichen Anteil an der erbrachten
Leistung haben."
Dies gilt gleichlautend gemäß Ziffer 4, (7) auch für den baugewerblichen Architekten.
Außerdem enthält die Berufsordnung Pflichten für angestellte und beamtete Architekten
Ziffer 3, (1):
"Der angestellte bzw. beamtete Architekt hat über das allgemeine Arbeitsrecht und
das öffentliche Dienstrecht hinausgehende besondere Pflichten, soweit sie sich aus
der Verpflichtung zur Wahrung des Ansehens des Berufes oder seiner Berufstätigkeit
als Architekt ergeben. Die gesetzlichen Vorschriften des Arbeitsrechts und des
öffentlichen Dienstrechts gehen der Berufsordnung vor. Die Berufsordnung gilt
jedoch vor allem privatrechtlichen vertraglichen Vereinbarungen. Der angestellte
Architekt hat mit seinem Arbeitgeber ein eindeutiges Vertragsverhältnis
schriftlich zu vereinbaren; hierzu gehört grundsätzlich auch eine ange-
messene Vergütung."

Stand: Dezember 2007 MB Nr. 09 AKBW – Arbeitsvertrag Seite 10 von 11


Architektenkammer
Baden-Württemberg

Tarifverträge

Darüber hinaus gelten für angestellte Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in Architektur-,


Ingenieur- und Planungsbüros grundsätzlich keine sonstigen verbindlichen Regelungen oder
Tarifpflicht. Derzeit sind zwar Tarifverträge und -empfehlungen bekannt, die jedoch nur
wenige Büros umfassen und nicht allgemein verbindlich sind. Nur die Mitglieder dieser
kleinen Arbeitgeberverbände sind an die Tarifverträge gebunden, wenn ihre Angestellten
gleichzeitig Mitglied in der entsprechenden Gewerkschaft sind. (Siehe hierzu Merkblatt 20)
Anstellungsverträge und -bezüge sind somit in der Regel frei aushandelbar !
Somit ist es den Vertragspartnern grundsätzlich überlassen, welche Inhalte sie in einem
Arbeitsvertrag regeln. Allerdings kann von allgemein geltenden gesetzlichen Regelungen nicht
zum Nachteil des Arbeitnehmers abgewichen werden. Zu beachten ist beispielsweise, dass
bei der Vereinbarung von Gehältern immer der Zusammenhang mit der konkreten Arbeits-
leistung herzustellen ist, da eine Vergütung, die den Wert der Arbeitsleistung in erheblichem
Umfang unterschreitet, gemäß § 138 BGB sittenwidrig und damit nichtig ist.

Weitere Informationen

Das zuständige Bundesministerium für Arbeit und Soziales bietet Broschüren zum Arbeitsrecht
bzw. zu verschiedenen Teilaspekten wie Entgeltfortzahlung oder Kündigungsschutz an, die im
Internet unter http://www.bmas.bund.de/ abgerufen oder auch bei der Landesgeschäftsstelle
der Architektenkammer in Stuttgart bestellt werden können.

Hinweise zum Arbeitsrecht und Orientierungshilfen für Anstellungsverträge sind auch bei den
anderen Architektenkammern wie
der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen – www.aknw.de – und
der Architekten- und Stadtplanerkammer Hessen – www.akh.de – erhältlich.
Die Architekten- und Stadtplanerkammer Hessen hat ihre Broschüre Nr. 15 "Arbeitsrecht im
Architekturbüro" 2004 aktualisiert und neu aufgelegt. Diese Broschüre behandelt sowohl für
Arbeitgeber als auch für Arbeitnehmer und Freie Mitarbeiter die Kernfragen des Arbeitsrechts
und kann zum Preis von
- 20,00 Euro für Mitglieder anderer Architektenkammern
- 26,00 Euro für Nichtmitglieder
bezogen werden.

Nicht zuletzt aufgrund möglicher Änderungen von Gesetzen und der Rechtsprechung wird
empfohlen, sich gegebenenfalls vor dem Abschluss eines Vertrages über weitere zulässige
Gestaltungsmöglichkeiten beraten zu lassen. Für allgemeine Fragen zum Vertrag über dieses
Merkblatt hinaus steht Mitgliedern der Architektenkammer auch unsere Rechtsauskunft zur
Verfügung:
Recht@akbw.de, Sekretariat Telefon 0711 / 2196-118, Fax 0711 / 2196-121
- Herr Morlock, Telefon 0711 / 2196-120
- Herr Weng (Mo-Do), Telefon 0711 / 2196-104
- Herr Weber (Mo-Fr vormittags), Telefon 0711 / 2196-138
- Frau Pfaundler (Di-Do vormittags), Telefon 0711 / 2196-122

Stand: Dezember 2007 MB Nr. 09 AKBW – Arbeitsvertrag Seite 11 von 11