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SAMSARA ( »beständiges Wandern« ) steht für den Kreislauf des Vergehens und Wiederentstehens.

Das Projekt Nepal von Prof. Dr. Peter Morsbach dreht sich um das Dorf Dhulikhel im Kathmandu-Tal.
Anlass für den Start dieses Projektes war eine Fotosammlung aus dem 19. und 20. Jahrhundert,
welche unter anderem historische Gebäude im jenem Tal zeigt. Durch mehrere starke Erdbeben,
zuletzt im Jahr 2015, wurden viele der fotografierten Gebäude zerstört. Um die historische Archi-
tektur aufzunehmen und zu dokumentieren, reiste Prof. Dr. Morsbach mit Prof. Dr. Schulz-Brize der
TU Berlin und Fotograf Gerald Richter nach Dhulikhel.
Da es keine offiziellen Baupläne der zerstörten Gebäude gab, musste aus den Resten und von
Fotos rekonstruiert werden, wie die Architektur einst aussah. Ein wichtiger Aspekt des Projektes war
unter anderem, zu vermitteln, wie man ein Gebäude aufmisst und dokumentiert, damit zukünftig
nicht Zerstörtes abgerissen und ersetzt, sondern erhalten und wiederaufgebaut wird.
SAMSARA ist eine Metapher für die Zerstörung und den Wiederaufbau des Dorfes. Der Begriff
steht im buddhistischen für den Kreislauf des Vergehens und Wiederentstehens.
Das Motiv auf dem Kreis zeigt den Stupa, einen Tempel, welcher Buddha und seine Lehre, den
Dharma, symbolisiert. Durch Drehung der vorderen Scheibe geht das Motiv verloren und zerfällt in
neue Muster, welche durch die Überlagerung der Punktstrukturen der beiden Scheiben entstehen.
Die Punkte symbolisieren das Erbe der historischen Architektur, welches aber durch die Drehung,
die für die vergehende Zeit steht, immer wieder durcheinander gebracht wird.
Die Umdrehungen stellen also einen Chaos - Ordnung - Kreislauf dar.
Die Rolle der historischen Bauforschung, welche durch Pläne und Dokumentation die Basis für den
korrekten Wiederaufbau bildet, wird durch das Gestell repräsentiert.
Dieses bleibt auch während der Chaosphasen des Kreislaufs immer beständig und fest.
Die roten Linien, welche sich durch das Gestell ziehen und schließlich in der roten Rückseite der
hinteren Kreisscheibe münden, sind eine Hommage an den ‚roten Faden‘ zum Aufmessen von
Abständen und Längen.
Auf der Rückseite befindet sich eine goldene Halbkugel. Unter ihr sind der Motor und der Strom
versteckt, welche die vordere Scheibe antreiben.
Liao Chia Lin + Marina Almanstötter
Projekt Nepal
Experimentelles Gestalten, Prof. Jakob Timpe
Wintersemester 17/18

Gespräche
Prof. Dr. Peter Morsbach, Professor für Historische Bauforschung, OTH Regensburg (02.11.17)
Gerald Richter, Fotograf (29.11.17)

Bildquellen
S.2: Picturesque Nepal, Percy Brown, 1912 (Adam and Charles Black, London)
S.3: Christopher J. Finn

Mehr Informationen zu Projekt Nepal:


http://bauforschung-denkmalpflege.de/nepal/
www.oth-regensburg.de/hochschule/aktuelles/einzelansicht/news/historische-bauforscher-
helfen-in-nepal-beim-wiederaufbau.html