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Eine Abhandlung

Über Belange der Meere und des himmlischen Gefildes


Zusammengestellt in allergrößter Sorgfalt und

Ergänzt durch Beschreibungen lehrreicher Art.

Zur wohlüberlegten Lectio durch einen gebildeten Seemann

Der gedenkt, auch weiterhin Xans Leib zu bereisen

Mit Ventusatem in den Segeln

Gefasst in vielerlei Abschnitte und noch genauer unterteilt.


Verfasst durch Kapitän Lazalantin der „Litheth“

Im 5024. Jahr nach dem Ende der Amulettkriege

Und dem 26. Jahr nach der Thronbesteigung

Unseres Königs Hilgorad I. Ap Mer.

Verfasst, verlegt und gedruckt in der Hafenstadt Brandenstein


zu Siebenwind.
Inhaltsverzeichnis

Erstens: Betreffend die göttlichen Wesen, ihre Erscheinung und


Zuständigkeiten, sowie ihnen dazubringende Opfer und Gebete. ................................ 3

Zweitens: Betreffend die göttlichen oder geisterhaften Erscheinungen und


Wesen, die dem Leser auf See begegnen und widerfahren mögen. .......................... 11

Drittens: Als Intermission eine Sammlung erbaulichen Liedguts, das im


Repertoire jedes Seemanns nicht fehlen darf und soll. .................................................. 46

Viertens: Eine Auflistung der Bauarten solcher Schiffe, die üblicherweise auf den
Meeren angetroffen werden können. .................................................................................... 58

Fünftens: Über den Kampf zur See in seinen drei Eigenheiten, ergänzt durch
Beispiele anzuwendender Formationen und ihrer Abläufe. ........................................ 70

Sechstens: Über alle Arten der Bestimmung von Ort und Zeit zur See, mithilfe
einer Reihe von Hilfsmitteln und theoretischen Überlegungen. ................................ 75

Siebtens: Über die Kunst der Viktualien, das heißt, die Mannschaft eines Schiffes
mit Nahrung und Getränk zu versorgen. ............................................................................. 84

Achtens: Glossar all jener seemännischen Begriffe, die nicht im übrigen Werke
zur Genüge erklärt oder erwähnt wurden. ......................................................................... 92

Anhang: Sonstiges Karten- und Informationsmaterial. ............................................. 124


Erstens: Betreffend die göttlichen Wesen, ihre Erscheinung und
Zuständigkeiten, sowie ihnen dazubringende Opfer und Gebete.

Zu Beginn einige Auszüge aus der Schriftensammlung der Ecclesia


Elementorum, die zusammenfassen, welcher Art, Natur und Anzahl die
göttlichen Geschöpfe des Ventus und Xan sind, beginnend mit den
Wesenheiten im Gefolge des Windherren und fortfahrend mit den
Geschöpfen der Gezeitenherrin. Beschränkt auf solche Wesen, die für
einen Seemann von Interesse sind.
„Vuchalem
Vuchalem ist der Urvater aller Vögel und Wesenheiten welche sich inden
Himmelsreichen bewegen. Vuchalem ist der Herr der Freiheit und der
Stellvertreter Ventus im Bereich der Wesenheiten der Winde. Dazu gehört
alles was sich in die Gefilde der Lüfte empor hebt, auch die Tänzer der
Winde gelten in diesen Bereich.
Vuchalem ist der uendlichen Freiheit ausgesetzt. Er liebt es frei zu sein
und sich in den Wogen seines Vaters zu bewegen. Man munkelt, dass man
Vuchalem schon einmal gesehen hat, in der Gestalt von Vögeln.
Einige sagen, er sei ein schneeweisser gewaltiger Adler, dessen Schwingen
so reinweiss schimmern, dass man sich die Augen schon zu halten muss.
Andere sagen wiederrum, dass er in Gestalt eines wundersamen
prächtigen Schwanes gesichtet wurde, dessen Anblick schwärmen lässt.
Aber es gibt auch andere Gerüchte, dass er einfach nur in Gestalt von
einem bunten Regenbogen oder einem angenehmen Windzug umher zieht.
Fest steht und da sind sich alle sicher, dass Vuchalem sehr ruhig ist.
Er geniesst mit jeder Woge seine Freiheit.”

“Zephrion
Zephrion ist Vuchalems erster Sohn. Aus seinem Geschlecht entstanden
die Vögel und die Wesenheiten die über die Meere fliegen würden.
Zephrion beschreibt man als einen sehr wechselhaften Zeitgenossen. Er
soll so ruhig sein wie eine ruhige See aber er soll auch so stürmisch sein
wie die stärkste Windrose.
Zephrion wacht über all jene Diener Ventus, all jene Wesen die sich in den
Himmeln über dem Meer befinden.
Man sagt sich, dass er oft die Gestalt einer gewaltigen Möwe annimmt
und fast spielerisch die Schaulustigen die ihn einmal zu Gesicht
bekommen umfliegt.”
“Litheth
Ventus erschuf aus den kräftigsten Stürmen und den mildesten Brisen
Litheth. Sie sollte herrschen über die milden Brisen und die starken
Stürme. Und genauso wechselhaft ist auch ihr Verhalten. Mal ist sie
aufbrausend wie ein stürmischer Orkan und manchmal einfühlsam wie
eine milde Brise.
Man sagt sich, dass ihre Gestalt in Form eines eigenartigen Fabelwesen
sein soll. Sie soll aussehen wie ein anmutiger Leopard und doch wie ein
Greif, wie ein gewaltiger Vogel dessen Federn mehr ein Flaum oder Fell
sind oder doch beides? In ihrem Haar und um ihre Augen sollen Blitze
funken und um sie herum soll stetig Wolken aus dichtem Nebel sein.
Sie ist die Herrscherin über die Winde und die Wolken und Ventus trug
ihr auf einen Stamm der Titaneij ihm zu Ehren zu führen, auf dass jene
Titaneij ihm zu Ehren die Winde und Wolken mit Litheth gemeinsam
beherrschen würden.”

“Namikleris
Ein Wesen welches der Aufgabe zuteil wurde über die Gewässer der Süße
und die Gewässer der Salze zu regieren. Doch die Gewässer, die
Artenvielfalt und die Masse waren so gigantisch, dass Namikleris
seinen vier Kindern die Wesenheiten der Meere überliess und so nur über
jene Gewässer wachen und regieren sollte.
Im silbrig zahlreichen Schwirren eines Fischschwarms tritt Mammnollum
in Erscheinung, Ahnherr aller Fische. Im Wesen ist er eng verwandt mit
Nnaal, dem alle Wale und Delphine entsprangen, die Ventusatem
brauchen.
Linjacha schuf die Schlangen und Aale der Gewässer, Borbla die im
Wasser lebenden Echsen und Kröten. Viele Erzählungen gibt es über ihr
korallengleich farbenreiches Schuppenkleid.”
Dies fasst zusammen die großen Wesenheiten, den Horwah der Viere
gleich, die Xan und Ventus damit beauftragten, über die Meere Tares zu
wachen. In gleichem Maße sind sie überall präsent, wie es das Privileg der
Göttlichen ist, und bewohnen daher zugleich die Fjorde des Norlands, die
Küsten von Meerfest im Norden oder Al-Gahad im Süden und natürlich
auch das Meer der Sieben Winde, das in der Fremde jenseits Siebenwinds
in die Westersee übergeht.

Die Gunst dieser Geschöpfe bestimmt über den Ausgang jeder Fahrt, denn
bedingt durch ihre ständige Präsenz ist es gewiss, dass sie von dem Schiff
und seiner Mannschaft wissen. Der gleichmütig freie Vuchalem mag
entscheiden, im Spiel die Kunstfertigkeit der Mannschaft zu messen,
während seine temperamentvolle Schwester Litheth einem Schiff eine
Probe in Form eines plötzlichen Sturmes zukommen lassen mag.
Mammnollum muss gewillt sein, einem Fischkutter einen Teil seiner
Kinder zu überlassen und würde andernfalls veranlassen, diesen in die
kalten Tiefen herabzerren zu lassen, wie es das sichere Schicksal
xanlästerlicher, gieriger Raubfischer ist.
Wünscht man diese Gunst, ist es unerlässlich, Opfer zu erbringen. Der
rechte Zeitpunkt ist leicht zu bemessen: Bitten für eine sichere Fahrt
verbindet man mit einem Opfer zu Beginn, frommer Dank für die sichere
Heimkehr erfolgt mit einem Opfer danach. Dazwischen erfordern
plötzliche Notlagen ebenfalls kleinere Opfer. Nachfolgend ist aufgeführt,
was diesen göttlichen Wesen gefallen wird.

Allgemeine Opfergaben
Ventus Duftkräuter, Saphire, Musik und Gesang
Xan Öle, Tinkturen, Opale, Perlen und Silber
Vuchalem Papierdrachen, Windspiele und feine Stoffe
Zephrion Vogelfutter, eine Schälchen Wasser
Litheth Kupfer und Eisen, Speere und Pfeile, Melodien
Namikleris Farbige Öle, Getränke, Fruchtessenzen
Dabei sollte wohl überlegt sein, in welcher Reihenfolge die Opfer erfolgen
und welchem Wesen welche Menge und Güte an Opfergaben gegeben
wird, sodass kein Neid oder Zwist daraus erwachsen. Zuvor ist auch zu
erwägen, welche Gefahren zu erwarten sind. Braut sich, beispielsweise,
bereits am Horizont ein Sturm zusammen, so sollte man entsprechend
Litheth und Ventus jeweils ein größeres Opfer bringen.

Aus ferneren Winkeln des Reiches erreichen uns immer wieder


Geschichten von Opfern ganz anderer Art. Die wilden Bewohner der
Mahad-Inseln, der Inselkette im tiefsten Süden Endophals, sind dafür
berüchtigt, zu jeder Felawende ein menschliches Opfer darzubieten.
Häufig gewählte Opfer sind Piraten oder fernreisende Kaufmänner, die
närrischerweise den Kontakt mit diesem barbarischen Volk gesucht
haben. Es ist nicht abschließend geklärt, ob diese Opfer Xan oder ihrer
dunklen Widersacherin, der Ersäuferin, gelten.

Ähnlich selten sind Berichte von Seemännern, die sich selbst vom Tod in
den reißenden Fluten bewahren wollten, indem sie Namikleris ihren
Dienst für einhundert Götterläufe versicherten. Die Lebenszeit wird dabei
als Opfer angeboten und zumeist dankend angenommen, denn die
göttlichen Wesen messen den Seelen und Herzen der Sterblichen einen
hohen Wert zu. Ab diesem Augenblick wurde nie wieder etwas von diesen
verlorenen und verschollenen Männern gehört, sodass ihr endgültiges
Schicksal ungewiss ist und unbekannt bleiben wird. Anzunehmen ist, dass
sie sich den Kindern des Namikleris angleichen und in Xans Fluten eine
neue Wahlheimat finden.

Zusammenfassend gibt es viele Möglichkeiten und Anlässe, eine Vielzahl


verschiedener Opfer darzubringen. Darüber hinaus gab es im
geschichtlichen Rückblick, in Auszügen dargestellt, Beispiele für Opfer
fast jeder Art. Entscheidend ist allein das rechte und fromme Herz hinter
der freiwilligen Gabe des Dargebrachten.
Dann, und nur dann, wird auch die nächste Fahrt mit der Gunst der
Göttlichen geschehen. In der großen Auswahl kann man leicht den
Überblick verlieren, gerade unter Berücksichtigung der einzelnen
Feiertage, sodass viele Schiffe einen oder gar mehrere Schiffspriester
mitführen, die in dieser Arbeit geschult sind.

Man muss jedoch kein Schiffspriester sein, um ein Gebet zu sprechen. Es


gibt regelmäßige Gebete, beispielsweise zu Ebbe und Flut oder zum
Wechsel der Windrichtung, um den Gezeiten unsere fortwährende
Bewunderung auszudrucken. Davon abzugrenzen sind die kurzen,
inbrünstigen Stoßgebete, die in einer Notlage erfolgen und in ihrer
Wortwahl zumeist frei wählbar sind.

Die Anrufungen eines Elements oder die Segnungen, die unter anderem
dazu dienen, in echte Zwiesprache mit den Kindern des jeweiligen
Elements zu treten, werden besser den Geweihten überlassen.

Die folgenden Beispiele sind als Vorschläge für Form und Inhalt der
jeweiligen Gebete zu sehen, können aber bei Bedarf auch exakt
übernommen werden.

Ein Gebet zum Beginn einer Reise, gerichtet an Xan und zu sprechen,
wenn man zusammen mit der Flut ausläuft.

“Xan, die alle Gezeiten mit wohlbedachter Hand fügt;


die mit sanftem Gemüt die Strömungen führt und lenkt;
Mit der Flut trag auch aus hinaus auf deinem Leib,
Treue Seelen, geborgen in deiner Hand und voll frischen Mutes.
Und mit der Flut lass uns auch bald wiederkehren.”
Zur erfolgreichen Heimkehr nach der Reise kann das obige Gebet
wiederholt und folgendermaßen ergänzt werden.

“Treue Seelen, geborgen in deiner Hand und voll frischen Mutes sind wir,
Und mit der Flut hast du uns wiederkehren lassen in die Heimat.
Nun senkt den Anker, Männer, vertäut das Schiff!
Unsere Herzen aber lassen wir weit draußen auf der See,
Fortgetragen von deinen Gezeiten, umspült von deinen Strömen.”

Ein Stoßgebet in Sturmesnot oder zu befürchtendem Schiffbruch.

“Xan, hol mich nicht zu dir!


Ventus, zeig Erbarmen!
Litheth, strecke mich nicht nieder!
Namikleris, reiße mich nicht hinfort!”

Eine Bitte um frischen Wind und guten Kurs bei vorherrschender Flaute.

“Vuchalem,
Den Schwingen deiner Kinder,
Weitgespannt und weiß,
Sind diese Segel gleich.
Mit gleichem Sinnen
Erhaschen sie den Ventusatem.
Lass uns es dir gleichtun,
Auf Wogen und durch Brisen getragen.”
Eine Bitte, gerichtet an Xan, falls das Wasser in den Fässern schal oder
faul wird oder in sonstiger Weise die Mannschaft vom Durst geplagt wird.

“Xan,
Regenbringerin, Gezeitenfügende, Nebelwebende,
Lebensquell, Freudenbrunnen, Wasserschöpfende,
Wir bitten dich:
Befeuchte unsere Kehlen, lösche unseren Durst,
Erquicke unsere Seelen, erfrische unsere Leiber.”

Diese wenigen Gebete dienen nur als erste Vorschläge, wie man die
göttlichen Wesen ansprechen oder anrufen sollte. In den gegebenen
Texten sind gewisse gemeinsame Abschnitte erkenntlich. So ist man gut
beraten, wenn man auf diverse Titel und Bezeichnungen für die Götter
zurückgreift. Diese Bezeichnungen sind kurze Lobpreisungen für
bestimmte Aspekte, die wir an diesen Wesen schätzen, und sind Ausdruck
unserer Anerkennung und Hochachtung. Im folgenden Abschnitt werden
einige dieser Namen zur Verwendung in Gebeten aufgelistet.
Anschließend erfolgt eine klare Formulierung der Bitte oder eine nicht
allzu wortreiche Nachricht, die den Göttern gelten soll. Im Rahmen eines
täglichen Gebets würde an dieser Stelle noch einmal ein Dank an die
Götter folgen, während ein Schiffspriester die meditative Annäherung an
sein Element bevorzugen würde.

Beispiele für preisende Bezeichnungen im Gebet


Ventus Wolkengekrönter, Lebenshauch, Sternenmaler, Hirte
der Stürme, Sturm und Drang, Rückenwind einsamer
Wanderer, Astraelsgeleit, Nimmermüder.
Xan Regenbringerin, Säerin der Gischt, Gezeitenfügende,
Nebelweberin, Lebensquell, Freudenbrunnen, Wasser-
schöpfende, Schuppenknüpferin, Flutenbringerin.
Zweitens: Betreffend die göttlichen oder geisterhaften Erscheinungen
und Wesen, die dem Leser auf See begegnen und widerfahren mögen.

Zusammenfassend wurde zuletzt genauer erörtet, welche göttlichen


Wesen es gibt und welche Opfergaben und Gebete probate Mittel sind, um
zu gewährleisten, dass sie einem frommen Seefahrer gewogen sind. Im
folgenden Kapitel befassen wir uns mit einer Sammlung diverser
Beobachtungen und anderweitiger Erfahrungsberichte, die erahnen
lassen, welche Phänomene dort draußen auf der See zu finden sind. Der
geneigte Leser möge die folgende Auflistung als Nachschlagwerk
verstehen und bei Bedarf um seine eigenen Notizen am Rand ergänzen.
Das Lithethsfeuer.

“Auf dem Verdeck, in jeglicher Kajüte flammt’


es Entsetzen; bald zerteilt’ es sich und
brannt’ an vielen Stellen; auf dem Mast, an
Stang’ und Bugspriest flammt’ es
abgesondert, floss dann in eins…”

“Und bald erschien das Lithethsfeuer, das wir so erhofft hatten.


Am Bugspriet und Großmast ließ es sich nieder, derweil der
Fockmast verloren war, und schenkte uns die Hoffnung
Auf ruhigere Winde und eine sichere Heimkehr.”

“Rundherum, rundherum im Ringelreihen


tanzten die todbringen Feuer des Nachts;
Die Wasser, wie die Öle einer Hexe,
Brannten grün und blau und weiß.”

- Aus den Berichten einiger Seemänner.

Bei dem sogenannten Lithethsfeuer handelt es sich um eine äußerst


seltene Erscheinung. Wie den obenstehenden Berichten zu entnehmen ist,
handelt es sich um ein fahles, bläuliches Leuchten, das kaum aus unserer
Sphäre der Sterblichen herrühren kann.

Es verbrennt und verkohlt nicht und hinterlässt auch keinen Ruß, bevor
es wieder verschwindet. Dabei gibt es einen Laut von sich, der klingt, als
ob man unablässig ein Schwert schnell durch die Luft bewegen würde.
Immer schon galt es als Omen, doch war nie schlüssig zu entscheiden, wie
denn diese Erscheinung zu werten sei.
So heißt es einerseits, dass das Erscheinen des Lithethsfeuer nur im
Rahmen eines mächtigen Gewitters geschehen kann. Dann bedeutet es,
dass in Kürze die beleuchteten Stellen von Blitzen getroffen werden und
das Schiff dem Untergang geweiht ist. Hier wirkt es so, als wäre das
Feuer der erbarmungslose Blick der Sturmherrin, die ihre verheerende
Aufmerksamkeit auf die unglückliche Mannschaft gerichtet hat.
Andererseits folgte dem Lithethsfeuer auch schon ein Abklingen des
tobenden Gewitters und eine Befriedung der himmlischen Gefilde. Diese
zwei sehr unterschiedlichen Ausgänge liegen vermutlich in der
Zwiespältigkeit der Litheth und ihres Vaters, Ventus, begründet. So ist
das Lithethsfeuer ein Omen unklarer Bedeutung. Es ergeht die
Empfehlung, mit einem Gebet oder Opfer (wie im vorherigen Kapitel
beschrieben) die wankelmütigen Winde zu besänftigen.

Moniang, die Schweigsame.

Die folgende Sage stammt aus der Zeit der Amulettkriege vor mehr als
fünftausend Götterläufen und spielt sich im Teil Falandriens ab, der
später Malthust werden sollte. Dort in einem Dorf an der Küste wurde ein
Mädchen geboren, das bei ihrer Geburt nicht schrie und auch sonst nie
klagte oder weinte, was ihr den Beinamen einbrachte, unter dem sie heute
noch bekannt ist. Aus der Kindheit dieser Sagengestalt ist noch bekannt,
dass ihr Vater und ihre zwei Brüder allesamt Fischersleute waren. Oft
soll sie in roten Gewändern am Ufer gestanden haben, um auf die
Rückkehr der Männer zu warten. Auch schwamm sie gern im Meer und
bewies dabei großes Geschick.

Nun kam es eines Tages zu einem plötzlichen Sturm. Die tiefschwarze


Wolkendecke entfaltete sich über dem Meer und peitschte Wellen von
vielen Schritt Höhe auf. Moniang befand sich in ihrer heimatlichen Hütte
und war am Webstuhl eingeschlafen. Sie träumte davon, dass ihre Brüder
und ihr Vater sich in ärgster Seenot befänden und mit Gewissheit in den
kalten, wütenden Fluten ihr Ende finden würden. Im Traum fügte sie es
so, dass sie ihnen, einen nach dem anderen, die Hand reichte und sie in
Sicherheit brachte. Doch bevor sie dazu kam, die Hand ihres Vaters zu
greifen, da wachte sie aus ihrem Traum auf, denn ihre Mutter hatte sie
wachgerüttelt, um sie für ihre nachlässige Faulheit zu rügen.

Am nächsten Tag fand man die drei Brüder am Ufer, ohne ihr
Fischerboot, und die Bewohner des Dorfes sprachen von göttlicher Gnade
und einem Wunder. Bald brachten sie Geschenke zu der von Xan
erwählten Moniang und begannen, sie zu verehren. Der Vater jedoch blieb
verschollen. Es heißt, dass das schweigsame Mädchen im zarten Alter von
vierzehn Götterläufen zu Tode kam, als sie die Sehnsucht nach ihrem
Vater nicht länger ertrug und hinausschwamm auf die dunkle See, um ihn
dort zu suchen.

Sie kehrte nicht zurück und gilt seitdem als Patronin der Schiffsbrüchigen
und jener, die sich in Seenot befinden oder einen Geliebten an die
wankelmütige See verloren haben.

Der Albatros.

Der Albatros ist ein großer bis sehr großer Vogel mit einer Spannweite der
Flügel von etwa zwei bis drei Schritt. Er ist leicht an seinem
ausgeprägten, kantigen Schnabel zu erkennen und besitzt ein weißliches
Gefieder, das am Rücken und der Oberseite der Schwingen dunkelgrau bis
braun sein kann. Die Albatrosse ernähren sich zumeist von den Kindern
des Namikleris und legen dabei große Strecken über die Meere zurück,
sodass sie auch fern aller Küsten noch regelmäßig gesichtet werden
können.
Wacker hält sich die Sage, dass diese stolzen Vögel dem Gefolge des
Morsan angehören. Denn Raben, die bevorzugten Geschöpfe des
Totengottes, können nicht die langen Flugstrecken leisten, die nötig sind,
um eine Seele auf der hohen See zu bergen. Stattdessen sind es die
Albatrosse, die die Seelen zu Galtor geleiten, der sie dann schließlich in
die unbekannte Sphäre seines Vaters Morsan trägt und dort zur Ruhe
bettet.

Da ein Albatros also die Seele eines verstorbenen Seemanns trägt und in
sicherem Gewahrsam hat, ist es ein lästerlicher Frevel, diese Vögel zu
jagen, zu fangen oder gar zu erlegen. Wer solch eine Tat begeht, dem ist
das triste Los beschieden, dass seine Seele nicht geholt werden wird, und
stattdessen als unglücklicher Geist vom Zeitpunkt des Todes an bis zum
Ende dieser Sphäre heimatlos über die Meere spuken muss. Es sei jedem
Seemann ans Herz gelegt, sich das Buch “Der Alte Matrose” von einem
hochgeschätzten Herren Freiligrath, verlegt in Venturia, zuzulegen. Darin
wird das Schicksal eines solchen Frevlers dargestellt.

Der Wal.

1 – Norlandwal; 2 – Mörderwal; 3 – Glattwal; 4 – Pottwal; 5 – Narwal; 6 –


Blauwal; 7 – Furchenwal; 8 – Weißer Wal.
Alle Wale sind Kinder des Nnaal, der wiederum ein Sohn des Namikleris
ist, der aus Xan entsprungen ist. Als göttliche Kreaturen sollen sie also
auch in dieser Aufzählung erwähnt werden. An erster Stelle muss
erwähnt werden, dass diese Geschöpfe wahre Vorbilder der Gutmütigkeit
und Großzügigkeit sind. Nur in größter Not bedrohen sie ein Schiff oder
die Mannschaft und sind dazu auch kaum hinlänglich bewaffnet, sodass
ihnen nur ihr wuchtiger Leib als Waffe bleibt. Stattdessen bevorzugen sie
es viel mehr, in die blauen Tiefen abzutauchen und eine Auseinander-
setzung zu vermeiden.

Sie ernähren sich, indem sie kleinste Algenstücke und Fischschwärme mit
ihren netzgleichen Barten erhaschen und mit der Strömung in ihren
Schlund ziehen. Trotz dieser kleinen Beute nehmen sie im Lauf ihres
Lebens viel an Gewicht zu, werden feist und schwerfällig. Ihr öliges
Fleisch kann gut haltbar gemacht werden und sättigt vorzüglich, während
ihr Tran brennbar ist und als Lampenöl und für Leuchtfeuer begehrt ist.
Dies setzt natürlich voraus, dass man zuvor eines dieser Geschöpfe erlegt,
was keine kleine Herausforderung darstellt. Wegweisend bei dieser Jagd
sind die Nortraven, die auf mehreren, länglichen Ruderbooten
hinausfahren und in den Jagdgründen still auf ihren Booten verbleiben,
bis die Wale auftauchen, um Ventusatem zu holen, den sie benötigen. Mit
Harpunen wird der Wal alsdann erlegt, doch kann dies viel Anstrengung
und Mühe erfordern, denn sie sind hart im Nehmen und dickhäutig.

Der Wal mit seinem mächtigen Leib und seinem großen Gemüt hat schon
immer die Feuer der Kreativität und Fantasie angefacht. Ein beliebtes
Motiv in den Erzählungen von Seemännern ist die Gefangenschaft im
Magen des Tieres, nachdem sie versehentlich verschlungen worden sind.
Zudem findet sich in vielen Weltbildern, das heißt, Mutmaßungen über
die Beschaffenheit unserer Sphäre, die Vorstellung von Sternenwalen oder
einem lastentragenden Wal unter dem Kontinent.
Die Seeschlange.

Unter Seeschlangen versteht man die Kinder der Linjacha, Tochter des
Namikleris, die alle Schlangen und Aale der Gewässer hervorbrachte.
Entgegen landläufiger Meinung handelt es sich also nicht um schreckliche
Ausgeburten des Einen, sondern vielmehr brave Geschöpfe der Gefilde
Xans, die Zeit ihrer äußerst langen Lebensspanne der Gezeitenherrin
einen treuen Dienst leisten. Entsprechend sind sie also mit den Kraken,
auf die im Folgenden eingegangen wird, auf’s Ärgste verfeindet. Für einen
frommen Seemann, der sich an die Gebote der Xan hält, geht von den
Seeschlangen keinerlei Gefahr aus.

Beheimatet sind die Seeschlangen grundsätzlich in allen salzigen


Gewässern, doch sind sie zum Norden Falandriens hin häufiger
anzutreffen und besiedeln insbesondere die zerfurchten Fjorde des fernen
Norlands. Dort finden die Fischgründe, die ihren Appetit stillen können,
und schlafen während der kalten Jahreszeit unter der schützenden
Eisdecke. An den Stränden Endophals oder den Mahadinseln werden sie
kaum gesichtet, sondern nur sehr gelegentlich tot angespült, wenn sie sich
in ihrem Kurs irrten und in allzu warme Gewässer schwammen.
Seeschlangen sind recht leicht zu erkennen. Sie besitzen ein
Schuppenkleid in einheitlicher Färbung, die mit dem Alter ausbleicht bis
hin zu einem fahlen Weiß bei einem Alter jenseits der Zeitrechnung. Wie
alt sie werden können, ist nicht bekannt. Ihre Länge bemisst im Schnitt
um die sieben Schritt, diese kann jedoch variieren. Seichten Gewässern
passen sie sich an, sodass in schmalen Buchten auch Seeschlangen von
wenigen Schritt Länge hausen können, während die freie Tiefsee und die
damit verbundene Nähe zu Xan sie auf die Länge von Schiffen anwachsen
lässt.

Ihre Häupter sind kantiger als die der Landschlangen, von ungefährer
Form eines Pferdekopfes, und manchmal gekränzt von einem Ring aus
Korallen, Federn oder Stacheln. Gliedmaßen besitzen sie keine, dafür
jedoch häufig Floßen oder Kämme an den Seiten ihres Leibes, die sie
benötigen, um die Strömungen besser nutzen zu können.
Der Kraken.

Um die sogenannten Kraken spinnt sich der Großteil allen Seemanns-


garns und unter allen grauenhaften und wundersamen Geschöpfen ist er
jenes, um das sich die meisten Erzählungen ranken. Um diesen Punkt zu
illustrieren, folgt die Übersetzung eines nortravischen Berichts aus dem
fünfhundert Jahr nach dem Ende der Amulettkriege.

“Nun erzähle ich euch, dass es zweierlei Seemonster gibt. Eines ist
genannt hafgufa (“Gischtnebel”), das andere lyngbakr
(“Krautrücken”). Das (lyngbakr) ist die größte Kröte der Welt, doch
das hafgufa ist das allergrößte Scheusal in der See. Es ist das
Wesen dieser Kreatur, Menschen und Schiffe zu verschlingen, und
außerdem Wale und alles in seiner Reichweite. Es taucht für viele
Tage unter, dann hebt es sein Haupt und seine Nüstern über die
Wellen und verbleibt so bis zum Wechsel der Gezeiten. Wir
durchsegelten gerade die Fläche zwischen seinen Kiefern und seine
Nüstern und sein Unterkiefer waren die dortigen Felsen, die dort in
der See erschienen, während der lyngbakr die Insel war, die wir
sinken sahen. Ogmund sandte diese Kreaturen auf magische Weise
aus, um dich und all deine Mannen zu töten, Oddyr. Er dachte, dass
mehr Männer zusammen mit dem lyngbakr sinken und ertrinken
würde und er beabsichtigte, dass der hafgufa uns alle verschlingen
würde. Heute durchsegelte ich sein Maul, da ich wusste, dass es
erst vor kurzem auftauchte und die Gezeiten noch nicht
wechselten.”

Dieser Erzählung entnehmen wir die Tatsache, dass es sich bei den
Kraken um Geschöpfe handelt, das zumeist durch Magie oder ähnlich
niederträchtige Mittel animiert und bewegt wird. Diener des Einen,
insbesondere Beschwörer der Wesen der Gegenspielerin Xans, können sie
befehligen und für ihre Zwecke missbrauchen, denn durch den
abtrünnigen Gott wurden die Kraken erst in ihre widerwärtige Form
verzerrt und erfüllt mit nicht zu stillendem Hass und Hunger.

Die Form betreffend ist zu sagen, dass wir aus vielerlei Erzählungen
genau wissen, wie die Kraken beschaffen sind. Sie besitzen ein wuchtiges,
pockennarbiges Haupt, das zugleich ihr vielfach und vielreihig bezahnter
Schlund ist. Davon gehen Fangarme aus, die mit dem Alter des Kraken an
Zahl, Länge und Durchmesser erheblich zunehmen. Nach seiner
Erschaffung besitzt ein Kraken zwei Fangarme von nicht mehr als je zwei
Schritt Länge, während die alten Exemplare der ersten Generation mit
ihren Armen, dick und lang wie ein Großmast, ganze Schiffe umschlingen
und zerdrücken können.

Sollte der werte Leser je das große Unglück haben, einem Kraken auf
hoher See zu begegnen, so sollte unmittelbar ein Gebet an Xan
angestimmt werden. Fromme Worte, gesegnete Gegenstände oder Opfer
an die Gezeitenherrin haben einen durchschlagenden, verletzenden Effekt
auf das Wesen, das sich von seiner einstigen Herrin abgewendet hat.
Durch ein ehrliches Stoßgebet können echte Wunden in das Fleisch der
Bestie getrieben werden. Zudem ist zu Waffen wie Speerschleudern oder
Harpunen zu raten, um die Fangarme zu schinden und zu schwächen,
bevor sie das Schiff oder die Mannschaft in den umschlingenden Griff
bekommen. Kraken sind zwar selten zu beobachten, so vergeht manch ein
Seemannsleben, ohne eine solche Bestie auch nur gesehen zu haben, doch
noch seltener wurde einer erfolgreich bezwungen.

Die Inselschildkröten.

In der oben übersetzten Sage wurde bereits die lyngbakr (“Krautrücken”)


beschrieben als größte bekannte Kröte. Tatsächlich handelt es sich um ein
ganzes Geschlecht dieser Wesen, die nicht nur in dieser Erzählung
beschrieben werden. Auch in Schriften im alten galadonischen Dialekt
findet sich ein Hinweis auf diese Riesenschildkröten.

“Diesmal will ich mit poetischer Kunst vortragen, auf eine Weise
mit Worten und Witz, ein Gedicht über eine Art von Fisch, ein
großes Seeungeheuer, oft unwillentlich getroffen, grauenhaft und
grausam zu Seefahrern, ja gar zu jedem Mann; dieser Schwimmer
von Meeres-Strömungen genannt die Kröte.
Seine Erscheinung ist wie die eines rauen Felsklotzes, als ob dort
am Strande der große Ozean sich wühlt und die Kröte umrankt mit
Sand-Dünen, sodass Seemänner sich vorstellen, dass sie auf ein
Eiland blicken, und ihre stolzen und hohen Schiffe dort festmachen
und tapferen Mutes emporsteigen.”

Die beiden Berichte schildern beinahe vollständig, was über die


Inselschildkröten bekannt ist. Fehlerhaft sind sie jedoch in der Hinsicht,
dass diese edelmütigen Kreaturen keineswegs aus böser Absicht so
handeln, dass Schiffe und ihre Besatzung in die Untiefen mitgerissen
werden. Viel mehr ist es bei Wesen dieser Größe so, dass sie nicht in der
Lage sind, so kleine Objekte zu sehen oder zu spüren und uns also auch
keine Beachtung schenken können. Ihr Alter wird besser in
Jahrtausenden als Jahren gemessen, sodass man zudem vermuten muss,
dass sie jede Zeitspanne, die kürzer als eine Woche ist, nicht einmal
wahrnehmen können, da sie zu schnell verfliegt.

In den bekannten Gewässern um Falandrien herum sind nurnoch äußerst


wenige dieser Wesen vorhanden. Nach und nach scheint sie etwas oder
jemand in die westlichen Meere, jenseits aller befahrenen Routen, zu
rufen. Die kleinen Exemplare dieser Gattung können mit einer schmalen
Sandbank oder einem felsigen Riff verwechselt werden, während sich in
der südendophalischen Mythologie wacker die Behauptung hält, dass ganz
Falandrien auf dem Rücken der ersten Inselschildkröte ruht, die so groß
gewachsen ist, dass sie nicht mehr zu tauchen vermag, sondern mit dem
Leib schon auf dem Meeresgrund aufliegt.
Der Leviathan und seine Fischmenschen.

Kommen wir schließlich zu einem Monstrum, das selbst den Kraken und
den Inselschildkröten die Jagdgründe streitig macht und dass sich
womöglich gar mit einigen Göttern messen könnte. Noch nie wurde ein
Leviathan erlegt, bezwungen oder gebändigt und zu unserem großen
Glück wird diese Kreatur nur einmal in Jahrhunderten gesichtet, wonach
sie immer ein übelstes Omen ist. Daher rührt jedoch auch der Umstand,
dass wir über diese Wesen und ihre Zahl kaum Rückschlüsse ziehen
können. Was bisher gewiss ist, folgt in der anschließenden Erzählung aus
den Archiven des Tempels der Gezeitenherrin in Swa.
„Kannst du den Leviathan ziehen mit dem Haken und seine Zunge
mit einer Schnur fassen? […] Wenn du deine Hand an ihn legst, so
gedenke, daß es ein Streit ist, den du nicht ausführen wirst. […]
Niemand ist so kühn, daß er ihn reizen darf; […] Wer kann ihm
sein Kleid aufdecken? Und wer darf es wagen, ihm zwischen die
Zähne zu greifen? […] Seine stolzen Schuppen sind wie feste
Schilde, fest und eng ineinander. […] Aus seinem Munde fahren
Fackeln, und feurige Funken schießen heraus. […] Die Gliedmaßen
seines Fleisches hangen aneinander und halten hart an ihm, dass
er nicht zerfallen kann. Sein Herz ist so hart wie ein Stein […]
Wenn er sich erhebt, so entsetzen sich die Starken […] Wenn man
zu ihm will mit dem Schwert, so regt er sich nicht […] Er macht,
daß der tiefe See siedet wie ein Topf […] Auf Erden ist
seinesgleichen niemand; er ist gemacht, ohne Furcht zu sein. Er
verachtet alles, was hoch ist“

Seine Macht über ein großes Gefolge niederträchtiger Schergen nutzt er,
um seinen Einfluss zu mehren, ohne jemals selbst in Erscheinung treten
zu müssen. Der einzige Leviathan, der bisher bekannt ist, wird am
ehesten als Dragon bezeichnet. Landläufiges Seemannsgarn erzählt
davon, dass er seine Macht dadurch mehrt, dass er die Seelen verlorener
Matrosen an sich bringt. Im Augenblick des bevorstehenden Todes
erscheint er ihnen und verspricht nicht nur Rettung, sondern ein ewiges
Leben in seiner Gefolgschaft.

Die Nähe zu seinen Kultstätten und die erzwungene Anbetung der


goldenen Götzenbilder seiner selbst führen dazu, dass diese verlorenen
Seelen nach und nach ihre Menschlichkeit verlieren und sich seinem
übrigen Gefolge aus Fischmenschen angleichen. So verlieren sie Astraels
Gabe der Sprache und auch alle sonstigen Geschenke der Viere, wie etwa
den selbstbestimmten Willen, und wandeln sich in seelenlose Scheusale,
deren einziges Trachten der Dienst an Dragon ist.
Diese Fischmenschen fallen in einem nicht vorherzusagenden Muster, das
heißt, in reinster Willkür über Siedlungen an der Meeresküste her und
verschleppen weitere Opfer für ihren Herren, denn sie sind durch die
entzogene Gunst der Vitama nicht mehr selbst fruchtbar. Ihre
Bewaffnung und Wehr entstammt zumeist der tiefen See und besteht aus
den grob und kunstlos bearbeiteten Knochen von großen Fischen. Einige
von ihnen sind ungleich gefährlicher, denn sie sind dazu in der Lage, eine
niedere und dämonisch verseuchte Art der Magie zu wirken.

Wie es auch für die Kraken gilt, kann ein Gebet an Xan oder das Tragen
ihres blauen Halbmonds einen eingeschränkt wirksamen Schutz vor dem
Wirken eines Leviathans bieten und ist gewiss geeignet, um seinem
Einfluss nicht allzu schnell zu erliegen. Davon abgesehen ist keine Waffe
bekannt und kein Held tapfer genug, um dem Quell dieses uralten Übels
den Gar aus zu machen. Denn sein Einfluss erstreckt sich über viele
dutzende Rechtmeilen der See um ihn herum und seine Wille allein reicht,
um sie kochen und brodeln zu lassen und aus ihr neue Geschöpfe mit
mordlustigem Ansinnen hervorzubringen.

Eine gewisse Überschneidung besteht zu verbündeten oder zumindest


artverwandten Dämonen. So wurden Fischmenschen und ihre Brutmütter
auch im Gefolge der Dämonenanbeter Yogmir und Dolgaran gesichtet.
Auch diese zeichneten sich dadurch aus, dass sie sich die Seelen der
Sterblichen einverleiben wollten, zugunsten einer Kreatur, die sie als
“”den Verschlinger”, oder Nattvarg, bezeichneten. Es bleibt abzuwarten,
ob sich dementsprechend die Sichtung dieser Wesen häufen werden.
Die Rusalka.

Die ersten Beschreibungen der Wesen, die wir als Rusalka bezeichnen,
stammen aus den östlichen Gefilden des Reiches, genauer aus der fernen
Hafenstadt Meerfest. Das verwundert kaum, sind die Menschen aus
Meerfest doch seit jeher noch weniger zivilisiert, weniger gebildet als
selbst die Malthuster und hängen so noch allerlei Aberglauben an. Wenn
es die Rusalka gibt, so wurde sie bisher ausschließlich in diesen
Gewässern gesichtet, die für die Handelsschifffahrt nicht von Interesse
sind. Der Vollständigkeit halber seien sie dennoch aufgeführt, denn sie
gehören vermutlich in das Geschlecht der Geister eingeordnet.

Rusalka hausen, wie viele andere Schrecken auch, in der Tiefsee und
verlassen diese nur für den khorovod, einen Kreistanz, den sie im
silbrigen Mondenlicht aufführen, um einfache Dorfleute und Matrosen zu
verführen. Ihre Erscheinung ist von edler Blässe und Schlankheit, mit
blumigen Girlanden, die ihre reichlich verzierten, seidenen Gewändern
schmücken. Ihr Haar ist ausnahmslos sehr lang, bis hinab zum Steiß, und
kommt in Farbtönen zwischen hellem Braun und dem Grün der Algen vor.

Durch ihre reizende Erscheinung, sowie ihren Tanz und Gesang, einen
Mann betört, so stürzen sie sich auf ihn und bringen ihn in einem wilden
Spiel um sein Bewusstsein, indem sie ihn mit Federn oder ihren
geschickten Fingern kitzeln. Das Opfer erwacht nicht mehr, denn kurz
darauf wird es in das nächste Gewässer verschleppt, wo es elendig ersäuft.
Dies spiegelt den Ursprung der Rusalka selbst wieder, denn es ist davon
auszugehen, dass es sich um die verirrten Seelen von ertrunkenen
Mädchen oder totgeborenen Kindern handelt. Es handelt sich also, am
ehesten, um rast- und ruhelose, unreine Geister, die ihren Neid auf die
Lebenden in mörderischer Tat ausdrücken. Landläufigen Weisheiten
folgend kann man eine Rusalka fernhalten, indem man gewobenen Stoff
in die Äste der Bäume oder an die Rahen hängt.

Die Gattung der Meerjungfrauen.

Kommen wir zu den zahlreichsten Kreaturen von übernatürlicher oder


göttlicher Abstammung. Jede seefahrende Kultur kennt Geschichten über
die Fischweiber, die Meerjungfrauen, und schmückt diese auf ganz eigene
Weise aus. Die Unterscheidung zwischen den verschiedenen Arten der
Meerjungfrauen ist von essentieller, lebenswichtiger Relevanz und sollte
immerzu beherzigt werden.

Spricht man von Meerjungfrauen, so sind zumeist die echten


Meerjungfrauen gemeint. Ihr Anblick ist jedem Kind wohlbekannt,
schmücken sie doch die Wappenschilder einiger Städte (unter anderem
Rothenbucht, Papinstadt) und der edlen Geschlechter, die ihren Einfluss
und ihren Reichtum der Seefahrt zu verdanken haben. Ihr oberer Teil ist
der einer äußerst schönen, ewig jungen Frau mit langem, strahlend
blondem Haar. Ihr unterer Leib geht fließend über in einen kräftigen
Fischschwanz, bedeckt mit perlmuttglänzenden und schillernden
Schuppen in allen erdenklichen Farben. Sie sind sehr weit verbreitet,
bevorzugen jedoch gemäßigte Gewässer und halten sich dort in seichten
Buchten, Höhlen oder Lagunen auf. Eng verwandt sind sie mit den
murdúchann (Merrow) der khalandrischen Sagen. Diese sind von ganz
ähnlichem Gemüt, nur erscheinen sie etwas fischähnlicher mit
Schwimmhäuten zwischen den Fingern, stets algengrünem Haar (das sie
sorgfältigst kämmen und mit Muscheln zieren) und einem höher
reichenden Schuppenkleid, das ihren Busen bedeckt. Echte
Meerjungfrauen sind für einen Seemann ungefährlich, denn sie hegen den
Landbewohnern gegenüber keinen Argwohn und kein Vorurteil. Mehr
noch: Sie sind sogar zu echter Affektion bis hin zur aufrichtigen Liebe mit
einem Menschen in der Lage.

Die Sirenen sind von beinahe identischer Erscheinung, und hierin liegt
ihre große Gefährlichkeit begründet. Allzu schnell mag man meinen, dass
man eine wohlgesonnene Meerjungfrau vor sich hat, nur um kurz darauf
dem Sirenenklang zu verfallen. In den Gewässern von Endophal,
insbesondere an der Küste von Al-Gahan bis Gol-Air, kann man sich
glücklich schätzen, denn hier tragen diese Geschöpfe oft die Züge anderer
Tiere, beispielsweise ein Federkleid oder das Haupt einer Löwin, in
Ergänzung zu ihrem Fischschwanz. Ein trefflicher Bericht liegt vor, aus
den Händen der Weißmaga Kirke.

“Die Sirenen verhexen jedermann, der sich ihnen annähert. Es gibt


keine Heimkehr mehr für einen Mann, der sich ihnen unbedacht
annähert. Denn mit ihrem hohen, klaren Sang verhexen sie ihn,
während sie auf ihrem Felsen sitzen, auf dem hoch sich die
faulenden Skelette von Menschen häufen, deren welke Haut noch
an ihren Knochen hängt.”

In Gefahr schweben darüber hinaus auch weibliche Passagiere und Tiere,


denn kein sterbliches Wesen kann sich dem Sirenenlied erwehren, wähnt
man sich doch als einziges Ziel der schmeichelnden Verse und würde um
jeden Preis versuchen, sich dem lockenden Fischweib zu nähern. Dann
zeigt sich ihre wilde Natur, denn mit ihren langen Fingernägeln und
spitzen Zähnen zerreißen sie den Unglücklichen in kleine Fetzen und
verschlingen ihn. Dies ist für
ihr Überleben notwendig, heißt
es doch, dass eine Sirene stirbt,
wenn sich erfolgreich ein Mann
ihrem Lied erwehrt und
überlebt. Sirenen sind eng
verwandt mit den Nixen, diese
halten sich jedoch
ausschließlich in den großen
Flüssen Galadons auf, also im
Beborn, Drac und Ionbar,
während die Sirenen in allen
warmen Strömungen der Meere
Tares zu finden sind, nicht aber
nördlich der Limgod-Inseln.
Von noch reizenderer Gestalt und immer lieblichen Gemütes sind die
Nymphen. Dabei handelt es sich um einen umfassenden Oberbegriff für
beinahe alle weiblichen Geister, die sich einem bestimmten Ort
beschrieben haben, sodass sie eine eigene Abhandlung zur gerechten und
ausführlichen Darstellung ihrer Art verdient hätten. Hier befassen wir
uns allein mit den Nymphen des Wassers, den Hydriaden (Nereiden und
Naiaden). Zur Unterscheidung zu den Fischweibern sei gesagt, dass die
Nymphen gänzlich wie junge Frauen erscheinen und keinen Anteil eines
Tierleibes aufweisen.

Die Nereiden sind elementare Wesen, die dem Salzwasser entsprungen


sind und sind also Töchter des Namikleris, dem Sohn der Xan. Als
Geschöpfe der Gezeitenherrin können sie fließend im Wasser aufgehen
und diesem wieder entspringen, weswegen man oft nicht zwischen ihren
Körpern und dem Meer unterscheiden kann. Sie schwimmen so geschickt
und flink wie jeder Fisch, sodass sie oft mit den Delphinen zusammen am
Bug eines fahrenden Schiffes spielen und eintauchen, um sogleich wieder
im hohen Bogen dem Wasser zu entspringen. Es ist ein erhebender und
zugleich harmloser Anblick.

An den schönsten Flecken am Ufer eines Flusses findet man die


bevorzugten Ruheplätze der Naiaden, der Flusskinder. Sie sind weniger
verspielt, als ihre Cousinen in den salzigen Gewässern, stehen dafür aber
den Menschen umso näher. Insbesondere junge Mädchen aus Lichtenfeld
verbringen in ihrer Jugend oft viele Stunden und Tage damit, eine solche
Naiade ausfindig zu machen und mit ihr zu schwimmen, heißt es doch,
dass die Flusskinder sie dabei von allen Unreinheiten der Haut, die das
Heranwachsen mit sich bringt, befreien werden. Darüber hinaus
verspricht sich manch ein verzweifelnder Dichter oder Barde neue
Inspiration davon, wenn er aus der Tonamphore einer Naiade bloß einen
Schluck trinken dürfte.
Die Undinen.

Auch die Undinen sind Elementarwesen, die dem Schoß der Xan
entsprungen sind. Als Wasserträgerinnen dienen sie den Geistern von
größeren Flüssen und Strömungen, indem sie mit ihren Krügen und
Eimern das Wasser dorthin bringen, wo es benötigt wird. Dieses
Ausgleichen der Gewässer stellt für sie ihren hehren Lebenszweck und
ihre wichtigste Aufgabe dar.

Für einen Seemann ist es wichtig, zu wissen, dass diese Wesen sich gern
und häufig einen sterblichen Ehemann nehmen. Wie auch die echten
Meerjungfrauen sind sie zu Liebe fähig, doch liegt darin nicht der
eigentliche Zweck dieser Annäherung begründet. Undinen werden ohne
Seele aus den Gewässern geboren und trachten daher danach, die Seele
eines Mannes ihr eigen nennen zu können, indem sie diesen für sich
gewinnen. Für den Freier hat dies keine üble Folgen, falls er der Tochter
des Wassers immer brav die Treue hält. Betrügt er sie jedoch und
enttäuscht ihr Vertrauen, so verstirbt er unmittelbar und unausweichlich
daran, dass ihm die Seele entrissen wird.
Über beide der möglichen Ausgänge wurde viel Prosa und Poesie verfasst
und wie auch jede weltliche Beziehung ist der Bund mit einer Undine
nicht ohne Herausforderungen. Hartnäckig hält sich die Behauptung,
dass sich Mensch und Elementarwesen vereinen können und folglich ein
Kind zur Welt bringen. Diese Kinder sollen ein Mal tragen, das dem Erbe
ihrer Mutter geschuldet ist und sie immer an ihre Herkunft erinnert.
Beschrieben wurden die Ansätze von Kiemen am Hals, Schwimmhäute
zwischen den Zehen oder Schuppenflechte auf der Haut. Weiterführende
Literatur in dieser Hinsicht wäre folgende: “Die Glut und ihr Liebhaber”,
sowie “Die erste Windtänzerin”. Letzterer Text bezieht sich auf die
Sylphen, das Gegenstück zu den Undinen unter den Kindern des Ventus,
die seltener noch zu erblicken sind und doch mit ihren schwebenden,
schwerelosen Tänzen allerlei Theaterstücke inspirierten.

Der Vogel Rokh.

Folgendermaßen wird dieser urtümliche Vogel im galadonischen


Konversations-Lexikon beschrieben:
“Der Vogel Rokh ist in den endophalischen Märchen ein Vogel von
so fabelhafter Größe und Stärke, daß er einen Elefanten durch die
Lüfte zu tragen vermag. Er ist ein gebräuchliches Vehikel für
Luftreisen, die in den endophalischen Märchen so häufig sind, und
spielt auch seine Rolle in der mittelgaladonischen Poesie.”

Zusammenfassend handelt es sich um ein selten gesichtetes Kind des


Vuchalem, von denen noch zwei weitere beschrieben sind, namentlich
Amnacho und Zephrion. Diese Gattung der Riesenvögel göttlicher
Abstammung ist ein wiederkehrendes Motiv in der Dichtung, aber sie
haben auch ihren Platz jenseits der Fantasie kreativer Geister. So gelten
zumindest zwei Fälle als gesichert, in denen jeweils ein Schiff von den
Klauen eines Riesenvogels gepackt wurde, um aus schwindelerregender
Höhe abgeworfen zu werden. Bei diesen Tragödien gab es keine
Überlebende, denn die unglücklichen Schiffe zerschellten mit der
gehörigen Wucht eines freien Falls.

Stattdessen finden sich immer wieder einzelne Federn dieser Vögel,


gerade zur dritten Jahreszeit, wenn sie ihr Federkleid allmählich
wechseln und so auch einzelne Deckfedern ihrer Schwingen verlieren.
Diese Federn erreichen eine wahrhaftige Länge von bis zu zehn Schritt
und werden für große Summen gehandelt, da ihnen die wundersame
Anmut der Vögel selbst zugeschrieben wird.
Alkonost und Sirin.

Fahren wir fort mit weiteren sagenhaften Vogelgestalten, die einem


Seemann begegnen könnten. Diese Erzählung stammt von den
Elfenvölkern jenseits des Walls von Ma’ahn, sowie auch der
Dwarschimgemeinschaft auf der Altvorderen Halbinsel. Immer im
Zweigespann wird berichtet von Vogelweibern, das heißt, Frauen mit
menschlichem Haupt und einem gefiederten restlichen Leib. Die Alkonost
bringt mit sich Glück, Hoffnung und Zuversicht, während ihre Begleiterin,
die Sirin, allzeit bloß Trauer und Kummer beschert.

Diese beiden weiblichen Wesen pflanzen sich miteinander fort und legen
Eier, jede in gleicher Anzahl, an der Meeresküste ab. Dort rollen sie in die
kalten, salzigen Fluten und werden dort durch das Meer ausgebrütet. Ist
es Zeit für die Brut zu schlüpfen, so kommt ein vehementer Sturm über
die Brutstätte und schüttelt die reifen Eier dermaßen, dass die Schalen
zerspringen und die Jungvögel in die Freheit entlassen werden. Ein
belesener Seemann wird sich also an den östlichen Küsten des Reiches
immer vor den Alkonoststürmen und dem Trauerschrei der Sirin hüten.
Der Nachtrapp.

Viele Leser werden zu erst aus dem Munde ihrer Eltern von dem
Nachtrapp gehört haben, als sie noch nicht der Kindheit entwachsen
waren. Es handelt sich tatsächlich um eine Schreckgeschichte, die genutzt
wird, um sicherzustellen, dass widerspenstige Blagen und ungehorsame
Rotzgören pünktlich nach Haus zurückkehren und still schlafen. Sie sind
beliebte Motive für Masken, beispielsweise am Tag der Narren oder zu
entsprechenden Bällen, und für überdramatisierte Romane, die auf
günstigem Pergament zuhauf gedruckt werden.

Weniger verbreitet ist die Gewissheit, dass dieses Wesen tatsächlich


existiert. Zum Zeitpunkt, an dem diese Zeilen niedergeschrieben werden,
liegt keine glaubwürdige Beschreibung vor. Doch weiß jeder Seemann,
dass es fahrlässig wäre, während der Dunkelzyklen allein an Deck zu
übernachten und dass man während der Nachtwache höchste Vorsicht
walten lassen muss. Denn womöglich flatterten nicht die Segel in der
kühlen Brise, sondern es waren die schwarzgefiederten Schwingen des
Schreckens, der einen gleich im Nacken packen wird.

Die ehernen Vögel.

Eine bemerkenswerte Art, die auf einen flüchtigen Blick leicht mit einem
anderen Vogel von ungefährer Größe eines Kranichs zu verwechseln wäre.
Doch sind Schnabel, Gefieder und Klauen aus kunstvoll geformten und
messerscharfem Eisen, sodass sie weder Pfeil noch Bolzen fürchten
müssen und mit der Wucht eines Sturzfluges auch Rüstung zu
durchdringen vermögen. Andernfalls schleudern sie ihre Federn wie
geworfene Dolche nach ihrer Beute, bis diese durch die Vielzahl an
Wunden geschwächt ein leichtes Opfer wird. Sie ernähren sich
ausschließlich vom Fleisch der Tiere und Menschen.
Beheimatet sind sie auf den einzelnen, versprengten Inseln im fernen
Norden Falandriens. Dort sind Grund und Boden reich an Eisenerz, das
sie mit ihren Schnäbeln freiklopfen und verschlingen, um ihr wundersame
Wehr zu pflegen, zu härten und zu veredeln. Glücklicherweise beschränkt
sich ihr Lebensraum beinahe ausschließlich auf diese einzelnen Felsen,
denn sie sind schwer und können darum keine längeren Strecken fliegen.
Sollte man dennoch von den ehernen Vögeln heimgesucht werden, so
empfiehlt es sich, sich unter Deck in Sicherheit zu bringen und dort zu
verharren, bis ihr Hunger sie weiter zum nächsten Ziel treibt.
Üblicherweise wird man nicht über die massiven Schilde, die stählerne
Wehr oder kampferprobte und hartgesottene Schützen verfügen, die es
bräuchte, um dieser Plage beizukommen.

Die Watrmama.

Die sogenannte Watrmama ist auch bekannt unter Bezeichnungen wie


Mamadjo, Mmuommiri oder Mawu-Lisu. Vermutlich existiert sie nicht,
zumindest hat sie sich bisher noch nie einem galadonischen Entdecker
gezeigt. Und doch ist sie von großer Bedeutung für Seefahrer in den
südlichen Meeren, insbesondere um die Inselketten jenseits von Endophal,
denn dort inspiriert dieses Wesen eine große Gefolgschaft aus
Stammeskriegern, die durch die Watrmama-Priesterinnen angeleitet
werden.

In ihrem Namen werden Kulthandlungen wie Besessenheitstänze und


Menschenopfer durchgeführt, zu denen mit Vorliebe gefangene Reisende
verwendet werden. Dieser Irrglaube ist der hauptsächliche Grund dafür,
weswegen überall nachdrücklich davon abgeraten wird, die Mahadinseln
ohne einen landeskundigen Führer zu beschiffen. Der Versuch, Kontakt
mit den Eingeborenen aufzunehmen, endet in der Vielzahl aller Fälle mit
einem grausamen Ende am Marterpfahl.
Die Schnitzereien aus dunklem Dschungelholz und Elfenbein, die im
Reichsmuseum von Draconis zu bewundern sind, zeigen eine
schwarzhäutige Frau im fortgeschrittenen Alter, mit geflochtenem,
dichtem, schwarzem Haar und Attributen wie Würgeschlangen und
exotischem Obst. Diese geschnitzten Schlangen finden sich oft an
Speerschäften, nahe der Spitze, oder auf Pfeilen wieder und legen einen
kriegerischen Aspekt dieses Wesens nahe. Watrmamas Gaben werden in
den Boden von Schalen oder anderen Behältern eingeschnitzt, was
zugleich die Funktion als Fruchtbarkeitsgöttin vermuten lässt.

Der Klabautermann.

Nicht fehlen dürfen natürlich Erzählungen vom allzeit treusten Begleiter


jeder Mannschaft. Der Klabautermann ist zur Stelle, wenn Reparaturen
anstehen oder klarschiff gemacht werden muss. Seine sorgfältige, aber
unsichtbare, Hand schrubbt mit uns das Deck und flickt das Segel. Er
spleißt mit seinen flinken Fingern das Seilwerk und klopft den Rost von
den Ketten, bevor er in unermüdlichem Fleiß auch gleich noch die
Seepocken vom Rumpf des Schiffes kratzt. Als gute Seele ist er ein Geist,
der immer gern gesehen wird. Er spiegelt die Stimmung der Mannschaft
wieder und sollte eine Meuterei bevorstehen, so hat schon manch ein
Kapitän in seinen letzten Augenblicken das Murren und Zetern des
Klabautermanns vernommen. Herrscht aber Schiffsfriede und Eintracht,
so verrichtet er seine Arbeit mit größtem Eifer. Man kann ihn gewogen
stimmen, indem man ihm kleinere Geschenke anbietet, etwa eine Prise
Schnupftabak, ein Glas mit Grog oder einen neuen Mantel aus Ölzeug. Er
verlangt nicht viel, ist genügsam und nie fordernd.

Unter bestimmten Umständen jedoch kann sein Anblick das übelste aller
Omen sein. Denn den Klabautermann sieht man niemals, es sei denn, der
unvermeidliche Untergang des Schiffes steht kurz bevor. Der Geist
verabschiedet sich hierbei von der Mannschaft, bevor er ein letztes Mal
verschwindet. Aus erster Hand kann hier berichtet werden, dass der
Klabautermann zwergenwüchsig ist, gehüllt in gebrauchtes Ölzeug und
behangen mit dem üblichen Werkzeug eines Schiffers. Bart und Haar,
lang und kraus, sind in den Farbtönen des Meeres gehalten und
umrahmen ein faltenreiches, gutmütiges Gesicht.

Piratenkönig “Eugenius”.

Wenige Menschen haben es verdient, in einem Atemzug und auf einer


Liste mit solchen Sagengestalten genannt zu werden. Es handelt sich um
Eugenius zu Seewacht. Bekannt ist über seine Herkunft und seine jungen
Jahre nur, dass sein Vater ein Kapitän der Ossianischen Flotte war,
Eugenius selbst aber unehrenhaft der Offiziersschule verwiesen wurde.
Schon in der Jugend hatte er oft ein Problem mit der Obrigkeit. Darüber
hinaus hüllt er sich absichtlich in einen Mantel der Verschwiegenheit und
kultiviert um sich einen Mythos. Er gibt sich als großzügiger Verteidiger
der Armen und erarbeitete sich seinen Ruf als Seefahrer damit, der
Königlichen Marine stets einen Schritt voraus zu sein.
Im Jahre 22 nach Hilgorad gelang es ihm, die Freibeuter der Bucht von
Linfahrt zu einen. Zu diesem Zeitpunkt war das Großreich Galadon
erheblich geschwächt, durch den Zerfall des Paktes der Viereinigkeit. Aus
diesen ersten innergaladonischen Unruhen sollte bald die Abspaltung des
Königreichs Cortan folgen. Das Reich konnte sich nicht mehr hinlänglich
um Sicherheit und Wohlstand seiner Bürger kümmern – ein perfekter
Nährboden für Piraten. Zu den namhaftesten Piratenkapitänen in der
Flotte des Eugenius gehörten Männer wie Fin Malorn oder Reillie Bodiak.

Sie zeichneten sich dadurch aus, dass sie in Hinblick auf ihre Disziplin
allen bisherigen Piraten überlegen waren. Ihre Kaperfahrten waren
koordiniert, die Beuteverteilung gerecht und die Befehlsstrukturen einer
Armee gleich. Letztlich wurde ein Großteil ihrer Schiffe in den Gewässern
um Siebenwind aufgerieben – auf die besonderen Gegebenheiten der Insel
des Schicksals waren sie nicht vorbereitet.

Die Geisterschiffe.

1. Zuerst war es ein kleiner Fleck! 5. Und schwarze Streifen treten stracks
Der ward zum Nebel bald Vor des Ozeans goldne Braut;
Und regte und bewegte sich Und glüh’nd, wie durch ein Kerkertor,
Und wurde zur Gestalt. Ihr brennend Antlitz schaut.

2. Ein Fleck, ein Nebel, dann Gestalt, 6. Ach dacht’ ich, mein Herz schlug laut,
Und näher kommt es stets; Denn näher kam es immer;
Als neckt’ es einen Wassergeist, Das seine Segel, blitzend hell
So schießt es und so dreht’s. Wie Mettenfadenschimmer?

3. Seht! rief ich, seht! es dreht nicht mehr! 7. Das seine Rippen, so die Sonn’
Es naht uns, bringt uns Heil! Durchscheint so feuerrot;
Und ohne Flut und ohne Wind Und ist nur jenes Weib an Bord?
Schwimmt’s auf uns zu in Eil. Ist das ein Tod? sind zweie dort?
Ist ihr Gemahl der Tod?

4. Des Westens Flut war eine Glut; 8. Rot ist ihr Mund; frei her sie schaut;
Der Tag war bald verronnen! Ihr Haupthaar golden wallt;
Und sinkend ruht auf Westens Flut Weiß ist, wie Aussatz, ihre Haut!
Das breite Rund der Sonnen! Die Nachtmahr ist’s, die Totenbraut,
Und die Gestalt stellt zwischen uns Macht Menschenblut so kalt!
Sich und das Rund der Sonnen.
9. Der Schiffsrumpf kommt, 12. Viermal fünfzig Menschen wohl,
legt Bord an Bord; Sie sinken leblos nieder.
Da würfelten die Zwei. Sie stöhnen nicht, sie seufzen nicht.
Der Würfel fiel! Gewonnen Spiel! Aufstehn sie nimmer wieder.
Spricht sie und pfeift dabei

10. Die Fela sinkt, die Sterne glühn, 13. Die Seelen fliehn der Leiber Haft;
Die Nacht kommt stracks heran; Glück harrt auf sie und Grausen;
Mit leisem Flüstern übers Meer Und jede mir vorüberschwirrt,
Schießt fort der Geisterkahn. Wie meiner Armbrust Sausen.“

11. Und alle, bei der Monde Schein,


Mit stierem, gräßlichem Blick
Sehn grinsend mich und klagend an:
Mir flucht ihr Schmerzensblick!

Dieser Ausschnitt aus der weithin tradierten Erzählung “Der Alte


Matrose” darf im Repertoire eines Seemanns ebenso wenig fehlen, wie die
Erzählungen von den Geisterschiffen in diesem Kapitel. Seit den ersten
Tagen der Seefahrt fachen sie unsere Fantasie und Vorstellungskraft an,
sodass eine Myriade unterschiedlicher Schiffe und Sichtungen beschrieben
wird. Eine kleine Auswahl davon möchte ich dem geneigten Leser
darbieten.
An erster Stelle aber muss ich eine tragische Wahrheit eingestehen.
Nämlich, dass fast alle sogenannten “Geisterschiffe” nicht übernatürlicher
Natur sind, sondern ganz banal herrenlos umhertreibende Schiffe. Ein
Beispiel: Im dritten Jahr nach Hilgorad fand man eine Brigg unweit von
Kalamudus treiben, genannt die “Spundloch”. Ihre Ladung bestand aus
Rohalkohol in Fässern, der durch Ausdünstungen die Mannschaft zur
Flucht gezwungen hatte. Während sie aber im Beiboot saßen, trieb das
Schiff ab und ward nicht mehr einzuholen. Ein zweites Beispiel: Die
meisten Sichtungen von Geisterschiffen im Norland sind eine Folge von
Xans kaltem Griff. Schließt sich das Packeis um eines der Drachenboote
und hält es fest, so ist die Mannschaft gezwungen, es zurückzulassen.
Kommen nun wärmere Jahreszeiten, treiben diese Boote alsdann
herrenlos über die See und werden vom abergläubischen Travenvolke für
Thjareks Mannschaften gehalten. Die schaurigsten Vertreter der
mundanen, d.h. natürlichen Geisterschiffe sind aber jene unglückseligen
Kähne, deren gesamte Mannschaft von Fäulnis und Pestilenz dahingerafft
wurde.

Das heißt nicht, dass es keine wahrhaftigen Geisterschiffe gibt. Schiffe


haben zweifellos eine ganz eigene Art von Seele, wie einem ein jeder
Seemann sogleich bestätigen wird. Den denkenden und fühlenden Wesen
sind sie in ihrem Gemüt ähnlich. Widerfährt ihnen also großes Unheil,
kann auch aus ihnen ein geisterhaftes Abbild werden – ganz so, wie es bei
den üblichen Geistern sterblicher Völker der Fall ist. Von den Umständen
ihrer Havarie hängt also ihr Erscheinungsbild ab: Ob ihr geisterhaftes
Abbild intakt und stofflich ist, oder ob es als schwebendes Wrack
dahingleitet. Gleichsam definiert sich daraus, wann und wo sie
auftauchen werden. Und letztlich neigen die durch gewaltsame Umstände
geschaffenen Geisterschiffe dazu, wiederum böswillig zu sein. Das Wissen
um zumindest die nahmhaften Geisterschiffe erlaubt einem Seemann
also, ihre Gewässer zu umschiffen.
Verrat der eigenen Pflicht, Hochmut vor den Göttern, zehrende Sehnsucht
nach einer Liebsten, Irrfahrt auf allen Meeren: Nichts weniger zeichnet
die Geschichte vom “Ma’ahner” aus. Statt selbst nüchtern Prosa
niederzuschreiben, möchte ich die Poesie hinzuziehen:

“Die Frist ist um,… und abermals verstrichen


sind sieben Jahr…voll Überdruss wirft mich
das Meer ans Land … Ha! Stolzer Ozean!
In kurzer Frist sollst du mich wieder tragen!
Dein Trotz ist beugsam, doch ewig meine Qual!
Das Heil, das auf dem Land ich suche, nie
werd ich es finden! Euch, des Weltmeers Fluten
bleib' ich getreu - bis eure letzte Welle
sich bricht - und euer letztes Nass versiegt!
Wie oft in Meeres tiefsten Schund
stürzt ich voll Sehnsucht mich hinab:
doch ach! Den Tod, ich fand ihn nicht!
Da, wo der Schiffe furchtbar Grab,
trieb mein Schiff ich zum Klippengrund:
doch ach! mein Grab, es schloss sich nicht!
Verhöhnend droht ich dem Piraten,
in wildem Kampfe hofft ich Tod:
"Hier" - rief ich - "zeige deine Taten!
Von Schätzen voll ist Schiff und Boot!" -
Doch ach! des Meer's barbar'scher Sohn
schlägt bang die Raut und flieht davon…
Wie oft in Meeres tiefsten Grund
stürzt' ich voll Sehnsucht mich hinab!
Da, wo der Schiffe furchtbar Grab,
trieb mein Schiff ich zum Klippengrund:
Nirgends ein Grab! Niemals der Tod!
Dies der Verdammnis Schreckgebot.”

Der Kapitän des Ma’ahners war eine tragische Gestalt, ein Mahnmal der
Folgen mangelnder Demut vor den Gezeiten. Er erdreistete sich, auch die
schwierigste Fahrt allzeit bewältigen zu können – und so wurde er
tatsächlich dazu verflucht, nie mehr von der See lassen zu können.
Gleichsam verzehrte es ihn in seiner Einsamkeit in einem solchem Maße
nach einer liebenden Frau, dass er bereitwillig die Schätze all seiner
Fahrten dafür aufwog. Letztlich erlöste ihn das zarte Band des
Rosenbundes, sodass er einem allemal noch im Theater begegnen mag,
aber nicht mehr auf hoher See.
Rast- und ruhelos hingegen ist die “Shabai von der Bittersee”. Es
begab sich in den frühen Jahren Galadons, dass man ausrückte, um das
Wüstenreich zu unterwerfen. Der endophalische Widerstand wurde in
einer langen und blutigen Kampagne zerschlagen und unterdrückt,
während die Statthalter und Kollaborateure sich daran machten, das
Land neu zu ordnen. In diesen Tagen sichtete man erstmals die “Shabai”.
Sie kündigt sich dadurch an, dass erst ein trockener, heißer Südwind
aufkommt. Beschrieben wird dieser in einer älteren Quelle wie folgt: „Der
große Gott am Uranfang, der die südlichen Winde am Himmel entstehen
lässt. Er ist der, der entstehen lässt, … Bitternis für drei Tage. Er kann
nichts einatmen, nachdem er Blut erbrochen hat.“ Hiernach färbt sich der
Himmel vom Horizont aus in ein sattes Blutrot, bedingt durch den
Wüstensand in der Luft.

Wird man bereits Zeuge des roten Himmels, sind Schiff und Mannschaft
für gewöhnlich verloren. Die geisterhafte Besatzung der “Shabai” soll mit
bösartiger Besessenheit kämpfen, so ungezähmt wie endophalische
Berglöwen. Sie trachten danach, die Gewässer ihrer verlorenen Heimat
von allen galadonischen Schiffen zu säubern. Im Umkehrschluss also sind
ihre Landsmänner sicher vor ihrem Zorn.
Nicht von allen Geisterschiffen geht eine Gefahr aus. Das beste Beispiel
hierfür ist der “Morthumer” – der tatsächliche Schiffsname ist längst in
den Wirren der Geschichte verloren gegangen. Morthum war schon immer
ein vom Schicksal gezeichnetes Lehen: Armut, Krieg und Pestilenz waren
tägliche Begleiter seiner Bewohner. Und wie oben bereits beschrieben,
ergibt sich hieraus Verbrechen.

So erzählt man sich von einem Wächter eines Leuchtturms, dessen


wegweisendes Signalfeuer den vorbeiziehenden Schiffen ein sicheres
Fahrwasser zeigen sollte. In seiner Armut aber wuchs der Neid auf die
wertvolle Fracht, die er tagtäglich an sich vorbeiziehen sah: Dschunken
voller Seide und Gewürze aus dem Süden, goldschwere Koggen aus dem
Norden. Er entschied sich zu einer frevlerischen Tat: Einmal im Mond, am
Fünften, richtete er das Signalfeuer so aus, dass ein Schiff auf die Riffe
gelockt wurde. So konnte er am folgenden Tag die Leichen fleddern und
die nun herrenlose Fracht ungestraft bergen.

Vor dem Gesetz und vor Xan kann es kaum eine größere Sünde geben. So
erhob sich eines dieser Schiff wieder aus den Fluten: Die Masten entzwei
gebrochen wie bloße Zweige, die Segel in Fetzen und losen Stücken, den
ganzen Kiel entzwei gerissen wie eine klaffende Bauchwunde. Während
die gesamte Mannschaft schon zu Morsan gerufen wurde, verrichtet der
Morthumer unbemannt und einsam eine hehre Pflicht. Jeden fünften Tag
im Mond sieht man ihn vor jenen Riffen, die einst seinen Untergang
bedeuteten.

Sein geisterhafter Glanz und das schauderliche Knarzen seines morschen


Holzes bringen ein jedes Schiff dazu, dieses gefährliche Gewässer zu
meiden – und den Leuchtturmwärter brachte es um den Verstand.
Konfrontiert mit seiner Schuld stürzte er sich selbst hinab auf die
unbarmherzigen Steine.
Der Schimmelreiter.

“Jetzt aber kam auf dem Deiche


etwas gegen mich heran; ich hörte
nichts; aber immer deutlicher,
wenn der halbe Mond ein karges
Licht herabließ, glaubte ich eine
dunkle Gestalt zu erkennen, und
bald, da sie näher kam, sah ich es,
sie saß auf einem Pferde, einem
hochbeinigen hageren Schimmel;
ein dunkler Mantel flatterte um
ihre Schultern, und im
Vorbeifliegen sahen mich zwei
brennende Augen aus einem
bleichen Antlitz an. Wer war das? Was wollte der? – Und jetzt fiel mir bei,
ich hatte keinen Hufschlag, kein Keuchen des Pferdes vernommen; und
Roß und Reiter waren doch hart an mir vorbeigefahren! In Gedanken
darüber ritt ich weiter; aber ich hatte nicht lange Zeit zum Denken; schon
fuhr es von rückwärts wieder an mir vorbei; mir war, als streifte mich der
fliegende Mantel, und die Erscheinung war, wie das erste Mal, lautlos an
mir vorüber gestoben. Dann sah ich sie fern und ferner vor mir; dann
war’s, als säh’ ich plötzlich ihren Schatten an der Binnenseite des Deiches
hinuntergehen.”

Wer in stürmischer Nacht an der Küste entlang geht, mag selten eine
tragische Spukgestalt erblicken: den Schimmelreiter. Dieser spektrale
Reiter mag erschrecken, doch tut er kein Leid: Stattdessen reitet er wie
einst zu Lebzeiten die sturmgeplagten Ufer ab und sichtet die Deiche nach
Lücken oder Mängeln. Über das Leben und die Umstände des Todes
dieses Malthuster Grafen wurde viel geschrieben, und die entsprechende
Lektüre sei an dieser Stelle ans Herz gelegt.
Drittens: Als Intermission eine Sammlung erbaulichen Liedguts, das im
Repertoire jedes Seemanns nicht fehlen darf und soll.

Nachdem wir uns mit den Belangen des Göttlichen und Unerklärlichen in
großer Sorgfalt und Ausführlichkeit auseinandergesetzt haben, sowie
auch gute Literatur studierten, scheint es angemessen, sich froheren und
weltlicheren Dingen zu widmen. Denn dieses Vademecum soll in jeder
Hinsicht dem taregewandten Seemann ein weiser Ratgeber und Begleiter
sein. Also muss auch zu heiteren Stunden an Deck etwas beigetragen
werden, beispielsweise in Form von Musik und Gesang. Wenig hebt besser
die Moral und erquickt die Gemüter, als ein geselliger Abend an Deck. Mit
Gesang erfreut man zugleich Vitama wie auch den eigenen Geist.
„Wir lieben die Stürme, Heijo, heijo, heijo, heijo, heijoho, heijo,
die brausenden Wogen, 
 heijoho, heijo!
der eiskalten Winde rauhes Gesicht.

Wir sind schon der Meere so viele gezogen, Wir treiben die Feinde mit fliegenden

und dennoch sank uns're Fahne nicht.
 Segeln,
 wir jagen sie weit auf das
endlose Meer.

Unser Schiff gleitet stolz durch die
schäumenden Wogen, jetzt strafft Ventus Wir stürzen auf Deck, und wir kämpfen
uns're Segel mit Macht. 
 wie Löwen, hei, unser der Sieg, viel
Seht ihr hoch droben die Fahne sich Feinde, viel Ehr!
wenden, die königlich Fahne, ihr Räuber, Heijo, heijo, heijo, heijo, heijoho, heijo,
habt Acht. heijoho, heijo!
Ja, wir sind Kameraden und fahren zu 2. Kompasslicht und am Himmel die
Meere, wir fürchten nicht Tod und den Sterne, Kreuz des Südens, Akkordeonspiel.
Einen dazu. Die Gedanken sie zieh'n in die Ferne, und
Wir lachen der Feinde und aller das Heimatland ist unser Ziel.
Gefahren,
am Grunde des Meeres erst Und wir segeln mit Gebraus. Irgendwann
finden wir Ruh. geht es nach Haus.
Heijo, heijo, heijo, heijo, heijoho!” Refrain: Litheth A-hoi...

„Am Ende unserer Fahrt 3. Eine Manschaft,


liegt die Seefahrerstadt so hart wie das Eisen,
Auf nach Brandenstein und ein Schiff so schnell wie der Wind.
Die Sehnsucht zieht mich hin Das sind wir, und wir wollen beweisen,
Nur dich hab ich im Sinn dass auf See wir die Besseren sind!
Und mein Herz wird froh Ob in der Nock und an Deck, wir Männer
Hisse Hoch, Hisse Hoch der Litheth.
Refrain: Litheth A-hoi...
Brandenstein, Brandenstein
Wir setzen Kurs auf Brandenstein (Danke an Korhoff)
Hisse Hoch, Hisse Hoch!
“Allüberall, wo auf dem Meer

Ventus trägt uns nach Brandenstein Ein hoher Mast sich reckt,

Die Wellen brechen wild Da steht des Königs Flagge sehr
Doch steinern ist ihr Schild 
In Achtung und Respekt.

Brandenstein halt stand! Sie bietet auf dem Meere Schutz
Mein Mädel wartet dort 
Dem Reiche allezeit,
So lange war ich fort 
Jedwedem tück'schen Feind zum
Bald geh ich an Land Trutz,

Hisse hoch, Hisse Hoch Der Galadons Ehr' bedräut.

Brandenstein, Brandenstein Und wenn ein feindlich Schiff sich naht


Wir setzen Kurs auf Brandenstein 
Und's heißt: "Klar zum Gefecht !"
Hisse Hoch, Hisse Hoch! 
So drängt es uns zur kühnen Tat,

Wir kämpfen für das Recht,

Lieb Xan trägt uns nach Brandenstein Und dringt ein feindliches Geschoß
Die Dächer leuchten auf 
In eines Seemanns Herz,
Ein Felagruß hinauf 
Nicht klagt der wack're Kampfgenoss',

Brandenstein ist nah Ihm macht es keinen Schmerz.
Die Flut bring mich zu dir
Bald hab ich dich bei mir Und treibt ein feindliches Geschick
Morgen bin ich da” 
Uns an ein Felsenriff,

Gleichviel in welcherlei Gestalt
“1. Weisse Segel, die Masten wie Türme, 
Gefahr droht unserm Schiff:

blauer Himmel und blaue See. Wir weichen und wir wanken nicht,

Hagelschauer und tosende Stürme, Gischt Wir tun, wie's Seemanns Brauch,

und Brecher in Luv und in Lee. Den Tod nicht scheuend uns're Pflicht

Ist der Törn auch rau und hart, wir laufen Selbst bis zum letzten Hauch.
große Fahrt.
Im Norland und in Endophal,

Litheth A-hoi! Litheth A-hoi! Der wilde Feind sich zeigt,

Mit Herz und Hand sind wir dabei. Der galad'sche Seemann mutig ficht,
Blaue Jungs und blaues Meer, fällt der 
Er weichet nicht so leicht.

Abschied uns auch schwer, Der Lamia und die Ruatha auch,
Sie
Mädel es war wunderschön, hielten tapfer Stand,

bis zum nächsten Wiederseh'n. Wo galad'sches Blut vergossen ist

Litheth A-hoi! Litheth A-hoi! Mit Herz und Im fernen wilden Land.
Hand sind wir dabei.
Es tönet hell durch Galadons Auen:

Heil! König Hilgorad dir!

Du kannst auf uns're Treue bau'n,
 “Den letzten Kuss nimmt Ventus mit
Wir folgen mutig dir! nach Haus, ein Abschiedslied geht auf die

Und wie auch einst der Würfel fällt,
 Fahrt mit 'raus.
Sei's Friede oder Krieg,
 Im Herzen die Liebste, den Kompass im
Führst du uns an als Königsheld, Blick und Xan weiß, wir kehren zurück

Ist unser doch der Sieg.”
Wir werden niemals, niemals untergeh'n
“Es nahet im Brausen Wir werden alle Stürme übersteh'n
auf hohem Meer, Ein wunderliches Weib, Wir werden uns're Heimat wiederseh'n
Der Blick so kühn, Wir werden niemals, niemals untergeh'n
und so blank die Wehr, Das Fernweh führt uns ans Ende der Welt.
Und so herrlich der wonnige Leib. Das Ziel ist das, was uns zusammenhält.
Die Wellen leis plätschern um ihren Fuß So lang keine Seele den Glauben verliert
und neigen sich vor der Fee; Gibt’s nichts, das uns aufhalten wird!
Im Jubel entbieten sie ihren Gruß:
Litheth zur See. Ref: Wir werden niemals, niemals (…)”

Aus Träumereien aufgeschreckt “Fin Malorn und Reillie Bodiak,



Staunt die Meeresgöttin sie an: die raubten beide zum gleichen Teil,

"Bist endlich, du Herrliche, aufgeweckt, zu Wasser und auch zu Lande.

Behersch' nun den Ozean;
Nimm hin Bis daß's die Gött' im Himmel verdroß,
mein Scepter und mein Kron',
 des mußten sie leiden große Schande.
Dein sei sie ohn' Neid und ohn' Weh.

Nimm hin meine Macht Fin Malorn sprach sich allzuhand:
als der Tugend Lohn,
 "Die Wester-See ist mir wohl bekannt
Litheth zur See." viel Geld will ich uns holen;
die reichen Kaufleut von Brand'stein
Es jubeln und singen im Meeresgebiet
 sollen uns das Gelag bezahlen."
Die Nixen mit fröhlichem Sinn:

Dir gilt uns're Liebe, dir tönt unser Lied, Und das erhört ein schneller Bot',

Dir holden Gebieterin!
 der was von einem klugen Rat,
Wir schirmen und schützen dich Tag und kam gen Brand'stein eingelaufen;
Nacht, er fragt nach der ältesten Vogtin Haus,

Dich, herrliche liebliche Fee, die fand er dann zu Hausen.

In Felaglanze erglüh' deine Macht,

Litheth zur See.” "Mein' lieben Herren all durch'e Gött',
nehmt diese Red' auf ohne Spott,
“Nun hievt den letzten Anker hoch, die ich euch will verkünden:
Wir fahren übers Meer. Die Feind liegen euch gar nahe hierbei,
Es weht der Wind, sie liegen am wilden Hafen."
Leb wohl, mein Kind,
Und weine nicht so sehr. Die älteste Vogtin sprach zuhand;
Blase, Ventus, von Norden,
 "Gut Gesell, du bist uns unbekannt,
Blase, Ventus, hoher!
 wobei soll'n wir dir glauben?"
Blase, Ventus, wir fahren "Das sollt ihr edle Herren tun

Auf die hohe See. bei meinem Eid und Treuen.
Ihr sollt mich setzen aufs Kastell,
Wir fahren übers weite Meer, so lang bis ihr eure Feinde seht,
Leb wohl, mein Kind, ade, wohl zu diesen Stunden;
Durch Xansflut spürt ihr denn einzig Wanken an mir
Und Felaglut. so senkt mich gar zu dem Grunde."
Wann wirst mich wiedersehn?
Der Steuermann fährt guten Kurs,
 Die edlen Herren von Brand'stein
Das Meer gibt keine Ruh, gingen zu Segel wohl mit der Flut,

Einst kommt ein End',
 hin nach dem neuen Werke;
Das Boot sich wend', vor Nebel konnten sie nicht sehen

Wir fahr'n der Heimat zu.” so dunkel waren die Wolken.
Der Fela brach durch, die Wolken wurden Alle, die Weiber und Branntwein lieben,
klar, sie führen fort und kamen dar, müssen Männer mit Bärten sein. (…)
großen Preis wollten sie erwerben,
Fin Malorn und Reillie Bodiak Alle, die Tod und Einen nicht fürchten,
die sollten darum sterben. müssen Männer mit Bärten sein. (…)

Sie brachten die Bögen wohl an die Bord, Alle, die mit uns das Walroß schlachten,
gar viele Schüsse hörte man dort müssen Männer mit Bärten sein. (…)
sie schlugen sich drei Tag und Nacht
da sah man so manchen stolzen Held Alle, die öligen Zwieback kauen,
der ward nun um sein Leben gebracht. müssen Männer mit Bärten sein. (…)

Fin Malorn sprach sich bald: "Ihr Herren Alle, die mit ins Seemannsgrab fahren,
von Brand'stein tut uns kein Gewalt. wir müssen Männer mit Bärten sein. (…)”
wollen den Kampf aufgeben, wollet ihr uns
schenken Leib und gesund, und fristen “In der Heimat an der Waterkant,
unser junges Leben." Drei Meilen vor der See,
stand im weiten, grünen Binnenland
"Mein Herr", sprach die Marnie Ruatha, unser Haus an der Drakchaussee.
"Gebt euch gefangen ganz ohne Recht, Fröhlich spielten wir Maat und
und lasst euch nit verdrießen, Steuermann,
ihr habt viel Seeleut ein Leid getan, rochen nachts im Bett noch nach Teer.
dess' werd't ihr wohl jetzt büßen." Wir heuerten im Waschfaß an,
wollten hinaus aufs Meer,
Sie wurden gen Brand'stein in die Haft wollten hinaus aufs Meer.
gebracht, sie saßen da nicht länger als ein
Nacht wohl zu denselben Stunden. Nimm uns mit, Kapitän, auf die Reise!
ihr Todesurteil ward sehr beklagt Nimm uns mit in die weite, weite Welt!
von Weibern und Jungfrauen. Wohin geht, Kapitän, deine Reise?
Bis zum Norland, da langt unser Geld!
"Ihr Herren von Brand'stein, 'wir bitten Nimm uns mit, Kapitän, in die Ferne,
nur ein Bitt, die mag euch zwar beschaden Nimm uns mit in die weite Welt hinaus.
nit
und bringen euch auch kein Schande: Fährst du heim, Kapitän, kehrn'n wir
Dass wir mögen zum Scharfrichter gerne in die Heimat zur Muttern nach
hingahn in unserm besten Gewände." Haus.
Fährst du heim, Kapitän, kehr'n wir gerne
Die Herrn von Brand'stein täten ihn' die in die Heimat zurück nach Haus.
Ehr, sie ließen ihn' Pfeifen und Trommeln
vorgehn, So wie sie es erkoren; wären sie Heute sind wir Maat und Steuermann,
wieder in der Freiheit gewest, sie hätten Kaptein und Admiral.
das Leben nit verloren. Doch ein jeder legt noch heimlich an
in dem Hafen »Es war einmal«,
Der Scharfrichter hieß sich Annirah, Wirft die Anker aus dort im Kinderland,
Sie hieb so manchen stolzen Held Träumt wie damals sich wieder klein,
mit also freiem Mute; Gäb' gerne Heuer, Rang und Stand
sie stand in ihren geschnürten Schuh'n Wieder ein Kind zu sein. (3x)
bis an die Knöchel im Blute.”
Nimm uns mit, Kapitän, auf die Reise!
“Alle, die mit uns auf Kaperfahrt Nimm uns mit in die weite, weite Welt!
fahren, müssen Männer mit Bärten sein. Wohin geht, Kapitän, deine Reise?
(2x) Bis zum Norland, da langt unser Geld!
Nimm uns mit, Kapitän, in die Ferne,
Jan und Hein und Klaas und Pit, Nimm uns mit in die weite Welt hinaus.
Die haben Bärte, Die haben Bärte.
Jan und Hein und Klaas und Pit, Fährst du heim, Kapitän, kehrn'n wir
Die haben Bärte, die fahren mit. gerne in die Heimat
zur Muttern nach Haus. Und ziehn hinaus
Fährst du heim, Kapitän, kehr'n wir gerne In die weite, weite Welt,
in die Heimat zurück nach Haus. Und nie sehn wir uns wieder!

Mancher glaubt heut', fern vom Sie ist gekommen zu ihm an Bord,
Heimatland, dort draußen blüht das Sie merkten's nicht, wie's dunkel ward:
Glück. Die Stern' am Himmel gingen.
Hat voll Stolz sich in die Welt gewandt Sie merkten's nicht,
und will nie mehr nach Hause zurück. Bis daß der helle Tag anbrach,
In der Fremde ward er ein reicher Mann. Und der Steuermann kam gegangen.
Aber glücklich wurde er nicht.
Und legt ein Schiff aus Venturia an, Frisch auf, Matrosen!
steht er am Kai und spricht, Der Wind geht gut!
steht er am Kai und spricht: Nun hiev den Anker, heiß die Fock
Und hisst das Rahsegel,
Nimm mich mit, Kapitän, auf die Reise, Hoch bis in den Top,
Nimm mich mit, denn ich kenne jetzt die Und laß das Mädel weinen!”
Welt. Wohin geht, Kapitän, Deine Reise?
Bis nach Hause, hier, nimm all mein Geld. “Es rufen uns die freien Wogen
Zur Reise fort vom Vaterland.
Nimm mich mit, Kapitän, aus der Ferne, Marssegel wird nun hochgezogen,
bis nach Venturia, da steige ich aus. Leb wohl, du schönes Heimatland!
In der Heimat, da glüh'n meine Sterne, Lebt wohl, Geschwister, Kameraden,
in der Heimat bei Muttern zu Haus, Lebt wohl, wir kehren wieder heim,
in der Heimat, da glüh'n uns're Sterne, Das wilde Meer kann uns nicht schaden,
nimm mich mit, Kapitän, nach Haus.” Der Himmel läßt uns nicht allein.

“Oh Susanna, wunderschöne Anna, wenn Das Seemannsherz muß ruhig schlagen,
das Geld versoffen ist, dann Sei es bei Tag, in Sturmesnacht,
fahren wir zur See. Darf in Gefahren nicht verzagen,
Wenn es in Mast und Steven kracht.
Ja auf der See, da ist nix los, Auf schwankenden Rahen, am Steuer
da ist die Arbeit viel zu groß, Tut er sein Werk mit frohem Mut,
da ist die Heuer viel zu klein, Bis er die Heimat grüßt aufs neue,
da mag doch keiner Seemann sein. Und bis im Sand der Anker ruht”

Oh Susanna, wunderschöne Anna, “Holder Jüngling, willst du fliehen,


wenn das Geld versoffen ist, dann fahren Willst nicht länger sein bei mir,
wir zur See.” In die Ferne willst du ziehen,
Sag, mein Schatz, was tat ich dir?
“Ein Schiff im Hafen am Bollwerk lag, Hörst du nicht die Wellen rauschen?
Die Fela sank, es ging der Tag, Ihr Getöse macht mir Schmerz,
Ein Mädel kam vorüber. Die Gesänge der Matrosen,
Das sah ein Matrose, Die zerreißen mir das Herz.
Der am Bollwerk lachend stand:
Komm her, du süße Kleine! Denkst du noch an jene Stunde,
Da wir uns zuerst gesehn?
Nein, zu dir kommen, Liebe floß aus deinem Munde,
das kann ich nicht, Damals warst du jung und schön.
Die Mutter hat mich ausgeschickt, Damals warst du froh und heiter,
Einen Taler hat sie mir gegeben, Damals warst du nie betrübt,
Dafür sollt' ich holen, Und jetzt willst du wieder weiter,
Was im Haushalt nötig ist, Fort von der, die dich geliebt.
Und sollt' dann wiederkommen.
Ach, du hast im Heimatlande
Geh nicht vorüber, du süßes Kind, Eine andre, die dich liebt,
Bald weht uns wieder ein frischer Wind, Die sich knüpft an unsre Bande,
Dann heißen wir die Segel Die dich heimlich zu sich zieht.
Zürnst du mir, dann muß ich weinen, Und sie sah'n einander liebend an,
Denn du warst mein einzig Glück, Und er sagte: Menschen die sich lieben,
Nimm mich mit hin zu den Deinen, Trennen Grenzen nicht und Ozean.”
Laß mich nicht allein zurück.
“Ein kleiner Junge
Als der Jüngling sich Morgen steht stundenlang am Hafen,
Früh aus ihren Armen wand, Sein Blick voll Sehnsucht
Frei von Kummer, frei von Sorgen, und er schaut den Schiffen nach.
Eilt er an den Meeresstrand. Des Nachts liegt er oft wach
Oh, ihr Wellen, schafft mir Frieden, und kann nicht schlafen
Oh, ihr Wellen, schafft mir Ruh', Und oft wird er
Fort von der, die er betrogen, durch seine Träume wach.
Decken ihn die Fluten zu.” Immer wieder geht's zur Mole alle Tage,
Mit den Möwen
“Als ich stand auf hohem Berge, ist er schon sehr gut bekannt.
Schaute hin und schaute her, Er spricht mit dem Meer
Und ein Schifflein sah ich kommen und stellt die Frage:
Schnelle segelnd daher. "Warum nur muß ich bleiben hier an
Land?"
Seine Segel rauschten alle,
Rauschten alle wie Papier. Refrain:
Einen Seemann hab' ich lieber Viele Jungen so wie er träumen, wünschen
Als der andern dreie, vier. sich so sehr,
Einmal mit dem Schiff zu fahren
Als ich noch vor langen Jahren Und dem Winde nachzujagen
Eine holde Jungfrau war, Auf dem Meer.
Führt ein Seemann mich zum Tanze Viele Jungen so wie er. Träumen,
Mit gekräuseltem Haar. wünschen sich so sehr,
Fremde Häfen anzulaufen mit dem Sturme
Oh, was mußt' ich da erleben, sich zu raufen
Welche Schande, welchen Hohn. Auf dem Meer.
Einen Mantel mußt' ich tragen Viele Jungen so wie er.
Und darunter einen Sohn.
Nach ein paar Jahren –
Ach Mutter, liebste Mutter, der Junge ist ein Mann
Hättest du mich doch beschützt, Hat sich sein Traum erfüllt.
Hättest mich in meiner Jugend Er ist auf großer Fahrt.
In ein Wasser gestürzt. Er lächelt vor sich hin und denkt daran
Wie's damals war
Oh, dann wärte ich gestorben und krault sich den Bart.
Als ein jung unschuldig Blut, Er grüßt die Möwen,
Hätte niemals ich erfahren, die ihm doch so gut bekannt,
Wie die Seemannsliebe tut.”
Er weiß, was ihm so oft
“Blaue Nacht, o blaue Nacht am Hafen. Trost gegeben hat.
In der Ferne rauschen Meer und Wind. Heut freut er sich indes
Und die Schiffe liegen still und schlafen, zu Haus an Land.
Die von weit, weither gekommen sind. Ich grüße dich, du meine Heimatstadt.”
Und im Schatten einer Bootslaterne,
Stehen zwei und finden nicht nachhaus, “Xan mit uns, und wir mit Xan,
Und sie sagte: Liebling ach wie gerne So setzen wir die Schiffahrt fort.
Ging ich morgen mit aufs Meer hinaus. Jeder tu, was sich gebührt,
Dann wird das Schiff recht gut geführt.
Aber alles was er mit auf's Meer nahm,
War die Hoffnung auf ein Wiedersehn, Jetzt fahr ich hin in stillem Frieden
Und als er nach einem Jahr zurück kam, Und laß die Meinen hinter mich.
Sah er weinend sie am Hafen stehn. Weil es die Höchste so beschieden,
Er nahm sie zärtlich in die Arme, Drum fällt es niemals schwer für mich.
Mehrest der Schiffe Zahl,
So hoff ich denn, es wird geschehen, Bauest den Meerkanal,
Daß wir uns freudig wiedersehen, Drum tönt mit lautem Schall
Ob die Winde stürmen auf der Lebensbahn Jubelgebraus!
oder sich Wogen türmen gegen meinen
Kahn.” Ehrest den tapfren Mann,
Der auf des Ruhmes Bahn
“König und Admiral, Fällt im Gefecht.
Heimwärts und überall Wen der Sturm niederzwingt,
Liebe dir glüht. Ob er gleich mutig ringt,
Dich preist des Seemanns Mund Dem auch dein Lob erklingt
Freudig zu jeder Stund', Wahr und gerecht.
Tief aus des Herzens Grund
Tönt unser Lied. Singest im frommen Kreis
Mit uns zu Ventus Preis
Hoch wir verehren dich, Hoch auf dem Bord.
Herrscher so ritterlich, Würdig und priesterlich
Gnädig und mild - Unter uns stellst du dich,
Güte mit Ernst sich paart - Weisest uns inniglich
Ewigen Ruhmes Wart, Ewiges Wort.
Galadonischer Mannesart
Herrliches Bild! Heben wir Herz und Hand,
Den Göttern zugewand,
Liebling der Flotte du, Inbrünstiglich;
Nimmer hast Rast noch Ruh', Jedermann im Gebet,
Tatkräft'ger Fürst, Das ihm von Herzen geht,
Rein ist und hoch dein Sinn; Segen für dich erfleht:
Liebe ist dein Gewinn Xan schütze dich!”
Friedefürst ziehst du hin
Weit durch die Welt. “Lustig auf den blauen Wogen
Nimmt ein Vollschiff sein Lauf,
Segelst nach Noreland, Und am blauen Himmelsbogen
Fährst nach der Traven Strand, Flammt des Abends Nordlicht auf.
Bannst Neid und Zorn;
Eilst zu des Nordens Nacht, Refrain:
Fern zu des Südens Pracht Glori-Glori-Glori-Gloria,
Wo der Sand bewacht Schön schmeckt der Wein in Galadonia,
Goldenes Horn. Glori-Glori-Glori-Gloria,
Schöne Mädel gibt's allda!
Doch wenn ein Feind uns droht,
Flamme des Bellum loht, Doch an Bord ist alles stille,
Tobet der Krieg, Ernst tut jeder seine Pflicht,
Leben und Blut wir weih'n, Denn es deckt der Flaggen Hülle
Stürzen in Feindes Reih'n; Eines Toten Angesicht.
Er muß geschlagen sein, Von dem Quarterdecke schallet:
Unser der Sieg! Braßt die Achterrahen back!
Von der Gaffel niederwallet
Schirmest mit mächt'ger Hand Halbenstocks die Trauerflagg'.
Schiffahrt und Handelsstand,
Hilfreicher Stern! Ernst bewegt, mit schlichten Worten
Wer sich mit Frevelmut Betet nun der Kapitän,
Rauben will galadsches Gut, Tränen sieht man allerorten
Zahlt es mit seinem Blut In dem harten Antlitz stehn.
Auch in der Fern'.
Schlicht im Sarg nach Seemannsweise,
Was einst dein großer Ahn' Ganz aus Segeltuch gemacht,
Klug und beherzt begann, Wird er zu der letzten Reise
Du führst es aus: Nach der Reling hingebracht.
Und küße ihn, soviel ich kann,
Ruhe sanft auf kühlem Grunde, Mit ganzer Herzenslust!
Von der Woge eingewiegt, Dann bleibt er lange wohl bei mir,
Deiner Mutter bring ich Kunde, Und geht er wieder fort von hier,
Wo ihr Sohn begraben liegt. Ach ja, dann weine ich!

Keine Blume ziert die Stelle, Treu bin ich meinem Hochbootsmann,
Und kein Hügel deckt den Ort, Treu bis zum Sterbetag.
Nur des Meeres ew'ge Welle Ich bete für ihn jede Nacht,
Ziehet brausend drüber fort.” Dass Xan ihn schützen mag.
Fahr wohl, mein Schatz, auf hoher See,
“Mädel, kannst du küssen? In jeder Stund' ich bei dir steh,
Dann gib heute acht! Mein Hochbootsmann, bei dir!”
Weil wir die Flagge bald hissen;
Dann geht's an Land heute nacht! “Wer geht mit, juchhe, über See?
Was ich lang ersehne, Fest die Ruder!
seh ich nun vor mir. Frisch bläst der Wind vom Land juchhe!
|: Hörst du dann eine Sirene, Bleib’ zu Haus im Nest mit dem Rest!
Mädel, dann gilt sie nur dir! :| Uns dünkt die See das Allerbest!
Wer was werden will
Refrain: Ei' der sitzt nicht still,
Schön ist die Liebe im Hafen, Nein, der wähl' des Seemannskleid:
Schön ist die Liebe zur See! Ihm winkt große Freud.
Einmal im Hafen nur schlafen,
Sagt man nicht gerne ade! Rühret stets die Hand für das Land!
Schön sind die Mädel im Hafen, Fest die Ruder!
Treu sind sie nicht, aber neu! Laut klingt es an der Wasserkant':
Auch nicht mit Fürsten und Grafen Euer Aug' vorauf und hinauf!
Tauschen wir Jungens, ahoi! Schnell zieht ein böses Wetter auf.
Ist das Segel geblickt
Mädel, kannst du lieben? Und vor kein'm gebückt,
Dann nimm dich in acht! Seemann lenkt sein einsern Schiff
Weil wir Matrosen oft siegen, Hütet sich vorm Riff.
Schneller als du es gedacht!
Wenn wir abends schunkeln, Wer geht mit, juchhe, über See?
dann wird es famos. Fest die Ruder!
|: Wenn wir im dunkeln dann munkeln, Ihr deutschen Jungens, fahrt zur See!
Geht es so richtig mal los! :| Hier ist's weite Feld fü den Held.
Hier zeigt der Mann noch was er gelt',
Mädel, kannst du treu sein? Unter Seemanns Flaus
Nimm dein Herz in acht! Ist noch Mut zu Haus,
Sollt es schon morgen vorbei sein, Kampf und Sturm ist ihm ein Spott.
Denke zurück an die Nacht! Er fürcht' nur’ Schafott.”
Unser Wiedersehen feier wir im März.
|: Dann will vor Anker ich gehen “Ode an die Litheth
An deinem brennenden Herz! :|” Ich hab schon viele Schiffe die Meere
kreuzen seh'n.
“Mein Liebster ist der Doch keines war so prächtig,
Hochbootsmann, so stark und wunderschön.
Fährt draußen auf der See; Kein Captain so verwegen,
Ihm folgt mein Sinn, ich denke sein, so trunken keine Crew.
Wo ich auch geh und steh! Komm’ setz dich in Matrose, halt’s Maul
Ich liebe ihn, und er liebt mich und hör mir zu!
Von Herzen treu und inniglich,
So treu und inniglich! Refrain:
Der Wind bläst in die Segel
Und fährt sein Schiff im Hafen an, und treibt sie vor sich her.
Flieg ich an seine Brust
Kein anderes Schiff fuhr je so majestätisch doch frei zu sein heißt oft auch
übers Meer Einsamkeit.
Wie uns're stolze Litheth mit Ventus selbst
an Bord. Doch bleibe ich ein Seemann,
Sie ängstigt jeden Cortaner ich wollte es nicht anders,
von Al-Gahad bis Arngold! mein Herz gehört dem Meer.
Zu lange im Hafen
Die Segel sind aus Seide, fühle ich mich gefangen.
der Rumpf aus Elfenbein. die See ist schwarz und kalt und ungewiss
Die Masten sind aus Silber, die Wiederkehr.
das Deck aus Edelstein Nur so Xan will kommen
Die Planke ist aus Marmor, wir hier wieder zusammen.
die Taue sind aus Stahl.
Das klingt ja wirklich prächtig, Und wenn wir uns nicht wiedersehen:
doch polier das alles mal! Trink noch ein Glas auf uns!
Die schönste Zeit den Blick aufs Meer und
(Refrain) wider die Vernunft
nur Zuversicht hat stets
Schon fünfhundert Galeonen den Lebensmut hervorgebracht.
versenkte diese Schiff
Das sogar schon drei Wochen Macht’s gut und bleibt so wie ihr seid
ehe sie vom Stapel lief. und gebt gut auf euch Acht.
An Bord ein jeder Seemann ist fast so Wir legen bald ab:
schön wie ich Vielleicht komm' ich wieder,
Und trinkt bei einem Wettstreit jedes womöglich behält mich die See.
Flusspferd untern Tisch. Doch soll das unsere Sorge
jetzt nicht sein.
(Refrain)
Bin ich dann fort, dann singt meine Lieder,
Mit achthundert Ballisten ergebt euch der Freundschaft und macht
gewinnt sie jede Schlacht. es euch schön.
Sie hat zehntausend Frauen Gießt lieber ein Glas zu viel,
zu Witwen schon gemacht. als zu wenig ein.
Hat sechunddreißig Masten und
fünfundzwanzig Decks. Jeder Moment geht mal zu Ende
Ich wünschte ich wär auch ein Schiff dann Jedes Gefühl weicht einem Neu'n,
hätt’ ich mit ihr ... bleibt bloß ein Stein im Lebensmosaik.
ich sage Danke für diese Sekunde
(Refrain) kann ich jetzt über euch freuen.
Denk' ans letzte Glas
Kein Mensch kennt ihren Hafen dann morgen früh zurück.
geschweige denn ihr Ziel Ich werde an dich denken,
geheimnisvoll von achtern, Sag, dass du auch an mich denkst
über’n Bug bis unter Kiel dann bleibt uns dieser Augenblick
So schwebt sie triumphierend einander als Geschenk.
übern Ozean davon Solange wir uns begleiten
Mit hundertachtzig Knoten in Richtung durch Sturm und Gezeiten
Horizont!” durch Ebbe und Flut:
Dann bleibt alles gut”

“Es liegt ein Schiff “Vergesst eure Sorgen und


dort im Hafen, spitzt eure Ohren: (Siebenwind)
die Ladung längst vertäut. Dort segeln wir hin und
Der Rumpf von Seetang Beginnen von vorn (Siebenwind)
und Getier befreit.
Und seine Mannschaft Denn da pflastern die Menschen die
will nicht mehr warten. Straßen mit Gold (Gold an jedem Haus)
Schon oft habe ich es bereut,
Ich zeig euch den Weg, wenn ihr reich
werden wollt (Westwärts grade aus) Wirst du heut mit uns geh’n,
Dann wirst du es verstehen:
Refrain: Denn Freiheit ist dein Lohn!”
Wir segeln nach Siebenwind (-wiiind)
Auf geht’s nach Siebenwind “Das ist die Liebe der Matrosen!
Dort wo die Freiheit wohnt Auf die Dauer, lieber Schatz
Folgt mir nach Siebenwind Ist mein Herz kein Ankerplatz!
Wo sich das Leben lohnt. Es blüh'n an allen Küsten Rosen
Und für jede gibt es tausendfach Ersatz!
Hört zu wenn ich euch Man kann so süß im Hafen schlafen
von der Ferne erzähl (Siebenwind) Doch heißt es bald: "Auf Wiederseh'n!"
Es glänzt wie die Fela am Tage so hell Das ist die Liebe der Matrosen
(Siebenwind) Von dem kleinsten
Und gemeinsten
Ja, Insel des Schicksals, so wird es Mann bis rauf zum Kapitän!
genannt (Milch und Honig fließt)
Das Glück auf der Welt, das verheißene Ahoi! Die Welt ist schön
Land (Auf ins Paradies) Und muss sich immer dreh'n!
Da woll'n wir mal ein Ding dreh'n!
Refrain. Jawoll, Herr Kapitän!
Jawoll, Herr Kapitän!
Lasst ab von der Heimat und fasst euch
ein Herz (Denkt an all das Gold) Was nützt uns sonst die Kraft?
Vorbei sind die Tage voll Sorgen und Blut ist kein Himbeersaft!
Schmerz (Nehmt so viel ihr wollt) Die Sache wird schon schief geh'n!
Jawoll, Herr Kapitän!
Kommt und folgt mir, wir wollen unsere Jawoll, Herr Kapitän!
Träume erfüllen (Keiner bleibt zurück)
Die Sehnsucht nach Schätzen und Und hast du eine Fee
Reichtümern stillen (Dort liegt unser Dann schreib ihr: "Schatz, ade!
Glück) Ich muss mal eben rüber zum Linfannsee!"

Refrain.” Das ist die Liebe der Matrosen!


Auf die Dauer, lieber Schatz
“Wir Freibeuter der Meere stehen Ist mein Herz kein Ankerplatz!
immer fest zusammen Es blüh'n an allen Küsten Rosen
(Komm mit uns auf große Fahrt) Und für jede gibt es tausendfach Ersatz!
Ein jeder für den anderen, sind Brüder, Man kann so süß im Hafen schlafen
Mann für Mann. Doch heißt es bald: "Auf Wiederseh'n!"
(Komm mit uns auf große Fahrt) Das ist die Liebe der Matrosen
Von dem kleinsten
Wir sind frei, frei wie der Wind! Und gemeinsten
Wir sind frei, wer sind wer wir sind. Mann bis rauf zum Kapitän!
Wir sind stolz ohne Scheu,
Unzertrennlich und treu. Von Arngold bis Falkensteen
Ja, wir sind frei wie der Wind! Da gibt es was zu seh'n!
Wofür ist man denn Seemann?
Ohne Grenzen, ohne Mauern Jawoll, Herr Kapitän!
ans Ende dieser Welt Jawoll, Herr Kapitän!
(Komm mit uns auf große Fahrt) Wie schön ist es zu Haus
Kein Sturm zerstört die Bande, Doch halten wir's nicht aus
Die uns zusammen hält Wo anders ist es auch schön!
(Komm mit uns auf große Fahrt) Jawoll, Herr Kapitän!
Jawoll, Herr Kapitän!
Wirst du heut mit uns geh’n,
Dann wirst du es verstehen: Wenn dich die Tränen rühr'n
Denn Freiheit ist dein Lohn! Dann schwör's mit tausend Schwür'n:
"Ich muss mal am Großmast, die Linie Seemann gib Acht,
frisch lackier'n!" Denn strahlt auch als Gruß des Friedens
Hell durch die Nacht
Das ist die Liebe der Matrosen! Das leuchtende Kreuz des Südens,
Auf die Dauer, lieber Schatz Schroff ist ein Riff
Ist mein Herz kein Ankerplatz! Und schnell geht ein Schiff zugrunde,
Es blüh'n an allen Küsten Rosen Früh oder spät schlägt
Und für jede gibt es tausendfach Ersatz! Jedem von uns die Stunde.
Man kann so süß im Hafen schlafen
Doch heißt es bald: "Auf Wiederseh'n!" Auf Matrosen ohé!
Das ist die Liebe der Matrosen Einmal muss es vorbei sein,
Von dem kleinsten Einmal holt uns die See.
Und gemeinsten Und das Meer gibt keinen
Mann bis rauf zum Kapitän! Von uns zurück.
Seemanns Braut ist die See
Von dem kleinsten Und nur ihr kann er treu sein,
Und gemeinsten Wenn der Sturmwind sein Lied singt,
Mann bis rauf zum Kapitän!
Von dem kleinsten Dann winkt mir
Und gemeinsten Der großen Freiheit Glück.”
Mann bis rauf zum Kapitän!”
“Es löscht das Meer die Sonne aus,
“Ein Wind weht von Süd und zieht mich Kühlendes Mondlicht ist erwacht,
hinaus auf See, Der gold'ne Adler läßt sein Haus
mein Kind, sei nicht traurig, Müde dem Silberschwan der Nacht.
tut auch der Abschied weh. Flüsternd am Kahne glitzt der Brandung
Mein Herz geht an Bord Lauf,
und fort muss die Reise geh'n, Leise der Wind die Saiten rührt,
Dein Schmerz wird vergeh'n Die Liebe zieht ihr Segel auf,
und schön wird das Wiederseh'n. Sehnsucht das Ruder sicher führt.

Mich trägt die Sehnsucht Nun ruh' an meinem Herzen still,


fort in die blaue Ferne, Sicher auf schwanker Wellen Flur,
unter mir Meer und über mir Ein Schlummerlied dir singen will
Nacht und Sterne. Rauschend die wogende Natur.
Vor mir die Welt - so treibt mich der Wind Küssend der Welle Nacken
des Lebens. streift der Wind,
Wein' nicht, mein Kind, Liebchen, so laß die Wange mir,
die Tränen, die sind vergebens. Und träume, daß dein Schifflein lind
Ich durch das ganze Leben führ'.
Auf Matrosen - ohe!
Einmal muss es vorbei sein. Wie wiegt sich sanft der leichte Kahn,
Nur Erinnerung an Stunden der Liebe Liebchen, mit deiner süßen Last,
bleibt noch an Land zurück. Als Muschel zieht er seine Bahn,
Die einer Perle Kleinod faßt.
Seemannsbraut ist die See Ach, daß mein Arm die traute Schale war',
und nur ihr kann er treu sein! die dich umschloße allezeit!
Wenn der Sturmwind sein Lied singt Mit meinem Ruder spielt das Meer,
dann winkt mir der großen Freiheit Glück. Liebchen, mein Arm ist dir bereit.”
Wie blau ist das Meer -
wie groß kann der Himmel sein. “Es weht der Wind mit Stärke zehn,
Ich schau hoch vom Mastkorb das Schiff schwankt hin und her.
weit in die Welt hinein. Am Himmel ist kein Stern zu sehn,
Nach vorn geht mein Blick- es tobt das wilde Meer.
zurück darf kein Seemann schauen. O seht ihn an, o seht ihn an:
Kap Mahad liegt auf Lee - Dort zeigt sich der Klabautermann!
jetzt heißt es auf Xan vertrauen. Doch wenn der letzte Mast auch bricht,
wir fürchten uns nicht!
Refrain: Und ernster keuchte die braune Schar
Das kann doch einen Seemann dem Dorf zu über die Dünen;
nicht erschüttern, schon grüßten von fern mit zerwehtem
keine Angst, keine Angst, Rosmarie! Haar die Frau'n an den Gräbern der
Wir lassen uns das Leben Hünen.
nicht verbittern, Und »Korl!« hieß es und »Leiw Marie!«
keine Angst, keine Angst, Rosmarie! »'t is doch man schön, dat ji wedder hie!«
Und wenn die ganze Erde bebt Dumpf an rollten die Fluten -
und die Welt sich aus den Angeln hebt: »Un Hinrich, min Hinrich?
Das kann doch einen Seemann Wo is denn dee?!«
nicht erschüttern, Und Jochen wies in die brüllende See:
keine Angst, keine Angst, Rosmarie! »Een Boot is noch buten!«

Die Welle spülte mich von Bord, Am Ufer dräute der Möwenstein,
dort unten bei Kap Morn. drauf stand ein verrufnes Gemäuer, dort
Jedoch für mich war das ein Sport, schleppten sie Werg und Strandholz hinein
ich gab mich nicht verlor'n. und gossen Öl in das Feuer.
Ein böser Hai hat mich bedroht, Das leuchtete weit in die Nacht hinaus
doch mit der Faust schlug ich ihn tot! und sollte rufen: O komm nach Haus!
Dann schwamm dem Schiff ich hinterdrein Dumpf an rollten die Fluten -
und holte es ein! Hier steht dein Weib in Nacht und Wind
und jammert laut auf und küsst dein Kind:
Refrain. »Een Boot is noch buten!«

Die Welle spülte mich von Bord, Doch die Nacht verrann,
Da war’n wir nur noch zwei. und die See ward still,
Und ein Taifun riß mich hinfort, und die Sonne schien in die Flammen,
Ich lachte nur dabei. da schluchzte die Ärmste: »As Gott will!«
Da zog ich mir die Jacke aus und bewusstlos brach sie zusammen!
Und holte alle beide raus. Sie trugen sie heim auf schmalem Brett,
So tun Matrosen ihre Pflicht dort liegt sie nun fiebernd im Krankenbett,
Und fürchten sich nicht. und draußen plätschern die Fluten;
dort spielt ihr Kind, ihr »lütting Jehann«,
Refrain. und lallt wie träumend dann und wann:
»Een Boot is noch buten!«
In jedem Hafen eine Braut,
das ist doch nicht zu viel.
Solange jede uns vertraut,
ist das ein Kinderspiel.
Doch kriegt mal eine etwas raus,
dann wird sie wild, dann ist es aus.
Springt sie uns auch ins Gesicht -
wir fürchten uns nicht!

Refrain.”

»Ahoi! Klas Nielsen und Peter Jehann!


Kiekt nach, ob wi noch nich to Mus sind!
Ji hewt doch gesehn den Klabautermann?
Xanlob, dat wi wedder to Hus sind!«
Die Fischer riefen's und stießen ans Land
und zogen die Kiele bis hoch auf den
Strand, dumpf an rollten die Fluten;
Han Jochen aber rechnete nach
und schüttelte finster sein Haupt und
sprach:
»Een Boot is noch buten!«
Viertens: Eine Auflistung der Bauarten solcher Schiffe, die üblicherweise
auf den Meeren angetroffen werden können.

Nachfolgend findet sich eine Auflistung der üblichen Schiffstypen,


vergleichend ergänzt um einige Arten, die aktuell nicht mehr auf den
Meeren Tares zu finden sind. Die Beschreibungen sind in aller Absicht
kurz gehalten und sollen zur weiteren, eigenständigen Recherche anregen.

Baleinier Der Brigg ähnlich handelt es sich hierbei um einen


Zweimaster mit Rahsegeln in der Gewichtsklasse von 150-
200 Tonnen, der hauptsächlich zur Waljagd eingesetzt
wird. Die Bezeichnung stammt von der Balaena (manchmal
auch Balena oder Polina), dem ersten Schiff dieser
Gattung. Sie war berühmt dafür, erstmals bis in die eisigen
Gewässer des Norlands vorzustoßen.

Barge Ein Boot mit flachem Kiel und sehr geringem Tiefgang, das
durch lange Stangen oder vorgespanntes Vieh bewegt wird,
statt gesegelt zu werden. Bargen werden für den Transport
von Fracht und Personen auf Flüssen verwendet.

Bark
Dreimaster mit Rahsegeln am Vordermast und
Schratsegeln am Mast achtern davon. In der
Gewichtsklasse von 250-700 Tonnen bei einer
Geschwindigkeit von höchstens 14 Knoten. Nach dem Sloop
ist die Bark das leichteste, aber auch das am Weitesten
verbreitete Kriegsschiff der königliche Marine mit einer
Besatzung von etwa zwei Dutzend Mann. Ein vierter Mast,
ebenfalls mit Rahtakelung, kann hinzugefügt werden.

Biland’r Ein übliches Elfenschiff, über das im gleichnamigen Buch


mehr erfahren werden kann. Das unübliche Rigg mit
Linfannsegeln und die Größe von unter 100 Tonnen sind
eindeutige Merkmale.

Bireme

Ein zweireihig gerudertes Kriegsschiff der frühsten Tage


des Königreiches Galadon. Als Bewaffnung wurde ein
kupferner oder bronzener Sporn am Bug angebracht, der
für Ramm-Manöver zum Einsatz kam. Bis zu 50 Seekrieger
konnten an Bord untergebracht werden und wurden allein
für den Enterkampf bereitgehalten. Höchstens sieben
Knoten Geschwindigkeit.
Brander Ein Brander ist jedes Schiff, das mit Tran, Öl,
Alchemistenfeuer und allerlei Brennbarem gefüllt wird, um
alsdann in die feindliche Flotte gesteuert zu werden. Gegen
einen Brander hilft allein, diesen zu umschiffen, bis er
abgebrannt oder gesunken ist, oder aber, ihn mit einem
einzelnen Schiff vom Kurs abzubringen.

Brigantine

Als kleiner Bruder der Brigg wird diese Schiffsgattung


hauptsächlich als leicht bewaffneter Späher und zur
Verfolgung fliehender Schiffe verwendet – hierher rührt
auch ihr Name, vom Alt-Linfann für “Räuber”. Genauer
müsste man sie unterteilen nach ihrer Takelung, in
Halbbrigg, Dreiviertelbrigg und Grippa. Brigantinen
weisen eine verhältnismäßig sehr große Segelfläche für
ihre Gewichtsklasse auf und erreichen hohe
Geschwindigkeiten. Zugleich sind sie aber auch klein
genug, um im Bedarfsfall gerudert zu werden.
Brigg

Ein Zweimaster mit Rahsegeln. Bei einer ungefähren


Länge von zweihundert Schritt liegt der Tiefgang bei
vierzehn Schritt und die Verdrängung bei 300 Tonnen.
Üblicherweise werden achtzehn Speerschleudern oder
sechzehn Speerschleudern und ein Katapult als
Bewaffnung geführt, bedient durch eine Mannschaft von
bis zu 150 Mann. Es handelt sich um den Kern der
galadonischen Marine.

Dhao Der Ursprung des Dhao ist ungewiss, beanspruchen doch


sowohl die Hochelfen, als auch die Endophali bei Valagaan
die Urheberschaft dieser Gattung. Es handelt sich um
leichte Handelsschiffe mit einem Linfannsegel und einer
Mannschaft von weniger als zwei Dutzend Mann. Stammen
sie aus hochelfischen Werften, so wird gesungenes
Elfenholz zum Bau verwendet, was an der glatten und
silbrig glänzenden Bordwand zu erkennen ist.

Djong Die häufigste Schiffsart in den Gewässern um Al-Gahad im


Osten von Endophal. Eine Djong ist durch den leichten
Mast aus Bambus und die fächerförmigen Segel aus
dünnem Tuch leicht zu erkennen, während ihr Rumpf
zumeist aus den duftenden Hölzern der nahen
Regenwälder besteht. Sie werden gleichermaßen von
Fischern und lokalen Händlern geschätzt.

Drachenboot

Die wohlbekannten Nortravenschiffe, die bevorzugt zum


Überfall auf küstennahe Städte und Dörfer verwendet
wurden. Ihr Name spiegelt sich im aufwändig geschnitzten
Bug wieder, während die Seiten mit den Schildern der
Mannschaft behangen sind. Den Antrieb stellt ein
einzelnes Segel, unterstützt durch eine Reihe von
Ruderern. Dies stellt auch ihren größten Vorteil dar: Auf
kurze Strecken, etwa in Küstengewässern, erreicht eine
geübte Rudermannschaft ungeahnte Geschwindigkeit. So
bleibt den beklagenswerten Opfern kaum Zeit oder
Gelegenheit, die Flucht zu suchen. Drachenboote sind
effektiv, in Bau und Unterhalt aber sehr kostspielig. Das
Drachenboot des nortravischen Hetmanns besitzt eine
Länge von 160 Schritt bei 72 Ruderpaaren, die von einer
dreihundert-köpfigen Mannschaft bedient werden.
Dromon Aus der Ära Cumar II. Ap Morn spiegelt die Dromon die
Anforderungen wieder, die der zweite innergaladonische
Krieg an die konkurrierenden Seestreitmachten stellte. Es
handelt sich um Kompromisse zwischen Geschwindigkeit
und Bewaffnung, die günstig und in großer Stückzahl
hergestellt werden konnten.

Eisboote Schmale Boote, die zwischen der Insel Arngold im


äußersten Norden und dem Festland verkehren. Ihr Kiel
ist mit Eisen beschlagen und erlaubt daher, dünnere
Eisschichten zu durchschlagen oder alternativ auf dem
massivem Packeis gezogen zu werden.

Fifies Fischerboote des Fjords Sykkylven mit einem langem,


schnurgeradem Kiel und breitem Deck. Sie liegen sehr
stabil im Wasser und können so auch der rauen See des
Norlands trotzen, um auf Heringfang hinauszufahren.

Fleut

Eine Art des Handelsschiffes aus Venturia. In


Vergessenheit geraten, denn die klobige Schiffsform und
die geringe Besatzung machten sie zu einem gefundenen
Fressen für die Piraten der Bucht von Linfahrt. Eine letzte
Fleut verbleibt noch: Die “Frouwe”.
Fregatte Ein mittelgroßes Kriegsschiff der galadonischen Marine,
mit drei Masten mit Rahsegeln. Bei einer Länge von 200
Schritt hat eine Fregatte einen Tiefgang von 20 Schritt, ein
Gewicht von 1600 Tonnen und eine Mannschaft von bis zu
600 Männern.

Galleasse

Eine Galleasse liegt zwischen der Galeere und der


Karacke. Der Tiefgang ist erheblich und die Linfann-
getakelten zwei bis drei Masten können die abgeänderte
Karackenform kaum vorantreiben. Zwei Reihen mit
Ruderern können im Gefecht zum Einsatz kommen, um
kurzzeitig eine höhere Geschwindigkeit und Manöver-
fähigkeit zu erreichen. Im Norland erfreut sie sich gewisser
Beliebtheit ob ihrer Ähnlichkeit zu den wesentlich
kleineren Drachenbooten (s.o.).

Holk Verwandt mit der Karacke, dabei meistens jedoch gänzlich


unbewaffnet, kommt die Holk immer häufiger zum Einsatz,
wenn große Frachtmengen bewegt werden müssen. Ihre
Funktion als Frachter ist an der einfachen Bauweise mit
einem abgerundeten Bug und Heck zu erkennen.
Karacke Die Karacke wiederum ist die größere Ausgabe der
Karavelle mit einem beinahe vierfachen Gewicht von
beachtlichen eintausend Tonnen. Es handelt sich um eines
der größten Segelschiffe der gemäßigten Gewässer,
weswegen es im Marinedienst als “Großschiff” oder “Nau”
bezeichnet wird. Momentan zeichnet sich ab, dass aus
einer abgewandelten Form der Karacke womöglich ein
neuer Schiffstyp, die Galleone, hervorgehen könnte.

Karavelle Ein kleiner Dreimaster der älteren Generation mit einem


sehr vielseitigen und leicht anpassbarem Rigg, der für
allerlei Anwendungen zum Einsatz kommt.

Katamaran

Je nach Größe handelt es sich um Boote oder Schiffe des


südlichen Endophals. Die Inselvölker verwendeten
ursprünglich ausgehöhlte, aneinander befestigte
Baumstämme und erreichten so die zweikielige Form, die
mit der Zeit weiter verfeinert wurde. Daraus ergibt sich,
dass sie sich im Wasser anders verhalten, als übliche
Schiffe. Sie sind leider kaum hochseetauglich, weswegen
der befremdliche Anblick denjenigen vorbehalten sein wird,
die danach trachten, das Kap von Endophal zu umrunden.
Klipper

Hierbei handelt es sich um die allerneuste Schiffgattung,


die in den Werften zu Venturia von konkurrierenden
Reedern zugleich ersonnen wurde. Ihr Zweck sind
Kurierdienste und der Transport geringer, aber wertvoller
Frachtmengen. Klipper haben für gewöhnlich zwischen
drei und fünf Masten bei einer typischen Länge von 250
Schritt, einem Tiefgang von 20 Schritt und einem Gewicht
von 1100 Tonnen. Sie erreichen sagenhafte
Geschwindigkeiten auf langen Strecken, erfordern aber
eine geübte und eingespielte Mannschaft, die mit dem
modernen Rigg umzugehen gelernt hat. Von vergleichbarer
Takelung, aber insgesamt wesentlicher kleiner soll das
Ausliegerschiff der Insel Siebenwind sein, die “Litheth”.

Knorr Eine frühere Form des Drachenschiffs, die immernoch weit


verbreitet ist. Eine Knorr kann zwanzig Tonnen an Fracht
tragen und wurde von fünfzehn bis zwanzig Mann gerudert
oder wahlweise gesegelt. Sie sind bekannt für ihre
Robustheit und Zuverlässigkeit und können bei
sachgemäßer Handhabung und aufmerksamer Pflege für
bis zu vierzig Götterläufe seetauglich bleiben.
Kogge

Das verbreiteste Handelsschiff, das aus Papin-Stadt


stammt und dort seit drei Jahrhunderten vom Stapel
gelassen wird. Koggen haben einen Mast mit einem
einzigen Rahsegeln, hohe Seiten und einen flachen Kiel.
Ihre beleibte, klobige Form ist jedem Fernhandelsmann ein
wohlbekannter Anblick. Koggen sind nie bewaffnet, wenn
sie nicht durch Piratengesindel dazu umgebaut worden
sind, können aber erhebliche Größe erreichen.

Korvette Ein schmales, leicht bewaffnetes Kriegsschiff mit der


ausschließlichen Aufgabe der Küstenwache. Eng verwandt
mit dem Sloop.

Krötenschiff Eine absonderliche Konstruktion, ersponnen von den


befremdlichen Leuten in Meerfest. Das Schiff ist gänzlich
überdacht, dabei oft noch mit Eisenplatten bedeckt. Durch
schmale Scharten wird geschossen oder in nächster Nähe
mit langen Speeren zugestoßen. Krötenschiffe sind schwer
zu sinken, benötigen für eine einfache Wende aber mehr
als einen Zyklus und geben sich der Lächerlichkeit preis.
Ma’ahner Mit dem Katamaran verwandt, doch sind hierbei die beiden
Schiffsteile von ungleicher Länge und nur auf einem Kiel
sitzen die beiden schlanken Masten auf. Der Sage nach
sind sie an der berüchtigten Küste von Ma’ahn im Einsatz
und tatsächlich liegen Fundstücke und Überreste dieser
Schiffe vor.

Ornsbladr Stammend aus der gleichnamigen Stadt an der


nordöstlichen Küste des Norlands. Ein bauchiges Schiff,
das mit geringer Mannschaft gefahren werden kann. Die
übermäßig angesetzte Frachtkapazität führt dazu, dass es
kaum hochseetauglich ist. Dafür bietet es jedoch eine
verlässliche Möglichkeit, große Tonnagen für kurze
Strecken günstig zu transportieren

Quadrireme Antike Schiffe aus der Ära von Harrod XI. Ap Galad. Sie
sind eng verwandt mit der Galeere, besitzen jedoch drei
Masten, einen Bronzesporn und seitliche Panzerplatten
aus Bronze. Drei Reihen von Ruderern machten diese
Kolosse zu blitzgeschwinden, gefürchteten Kriegsschiffen
ihrer Zeit. Die schiere Menge an benötigten Ruderern
machte sie jedoch auf Dauer nicht haltbar und sie
verschwanden in den Nebeln der Geschichtsschreibung.

Schaluppe Ein Boot mit einem einzigen Mast und einem Gewicht
unter 25 Tonnen, das als unzuverlässig und anfällig für
Wetter und insbesondere Abdrift gilt. Verwendet wird es
für den Transport auf kürzeste Strecken und den
Schmuggel. Schließlich ist es unscheinbar, von einer
kleinen Mannschaft zu segeln und in Anschaffung und
Unterhalt durchaus günstig.
Schoner

Ein Zweimaster mit Schratsegeln in der Gewichtsklasse


von unter 150 Tonnen, der vielseitig angewendet wird und
ob seiner Häufigkeit keiner weiteren Erklärung bedarf. Es
gibt keine weiter verbreiterte Schiffsklasse, sodass ein
jeder Seemann gewiss mit dem Anblick eines Schoners,
sowie seinen Eigenheiten, wohl vertraut ist.

Sloop

s. auch Schaluppe. Kleinste reguläre Schiffsgruppe der


galadonischen Marine, wird jedoch ob der offensichtlichen
Mängel nicht mehr für den Kampfeinsatz verwendet.
Fünftens: Über den Kampf zur See in seinen drei Eigenheiten, ergänzt
durch Beispiele anzuwendender Formationen und ihrer Abläufe.

Ein Vorwort.

Alle Kriegsführung zur See unterliegt drei Einschränkungen, die den


Überlegungen zu Taktik und Strategie vorangehen müssen. Diese sind, in
Reihefolge ihrer Wichtigkeit:
1. Kriegsschiffe können, wie alle Segelschiffe, natürlich nicht in den
Wind hinein fahren, aber auch höher als 70° Grad am Wind sind sie
nicht mehr effektiv einsetzbar. Dies schränkt die Manövrierbarkeit
insbesondere in Flottenverbänden ein und begründet den Vorteil
des Windes.
2. Die Geschütze finden sich an den Längsseiten; weniger robust
gebaut und damit bevorzugte Ziele aber sind Bug und die
Aufbauten am Heck. Hieraus ergibt sich, dass jedes Schiff danach
trachtet, den Kurs des Feindes zu kreuzen – der Strich zum “T”.
3. Die Kommunikation zwischen Schiffen ist eingeschränkt. Zurufe
oder schriftliche Nachrichten sind vergeblich, und Flaggensignale
verlieren ihren Nutzen bei schlechten Sichtbedingungen. Komplexe
Manöver also sind zum Scheitern verurteilt.

Zum Geschützkampf.

Gehen wir zu Beginn die diversen Geschütze durch, die einem wackeren
Seemann zur Gefahr werden könnten, geordnet nach der Häufigkeit ihres
Vorkommens. Am häufigsten ist die Speerschleuder in allen Kalibern,
genauer genannt die Balliste (synonym: Treibendes Werk, oder einfach
Werk), vergleichbar mit einer großen Armbrust. Leichte Speerschleudern
können an Deck frei schwenkbar angebracht werden und sollen zumeist
von einem einzigen Mann bedient werden. Ihre Anwendung ist,
ungeachtet des Kalibers der verschossenen Speere, beinahe ausschließlich
auf die Verwendung vor dem Enterkampf beschränkt. Eine Salve im
richtigen Moment mag den Feind behindern, demoralisieren oder
dezimieren.

Alternativ kann man den Schaft mit pechgetränktem Tuch umwickeln


und das Geschütz auf die Segel ausrichten, in der Hoffnung, diese in
Brand zu setzen. Hierbei ist das Ziel, mit der verminderten Segelfläche
auch die Fahrt und Manövrierbarkeit des feindlichen Schiffes
einzuschränken.

Schwerer ausgelegt sind Katapulte (s. auch Blide). Mit der Wucht eines
langen Wurfarmes schleudern sie einen Stein dem Ziel entgegen. Ein
geschickter Treffer kann ein Schiff durchschlagen und dadurch
manöverunfähig machen oder gar unmittelbar versenken. Erheblich sind
aber auch die Nachteile. So nimmt das Katapult einen großen Teil des
Decks ein, sodass sie zumeist nur auf rudergetriebenen Schiffen, wie etwa
den Galeeren oder Galeassen, vorkommen. Dort ist das Katapult fest
gesichert und nicht (oder nur schwer) drehbar, weshalb die Schiffsachse
zum Ziel hin ausgerichtet werden muss, bevor gefeuert werden kann. Zu
guter letzt sind Katapulte von mangelhafter Treffsicherheit und sollten
eher als Abschreckung, auf kurze Entfernungen oder auch als
Belagerungsmittel gegen landseitige Befestigungsanlagen verwendet
werden.
Erheblich seltener sind die endophalischen Feuerschleudern. Ein
absonderliches Gemisch aus allerlei Zutaten wird aus einer langen Röhre
geschleudert und entzündet sich bei Kontakt mit Luft, um sodann als
niederhöllischer Feuerregen niederzugehen. Es klebt auf jeder Oberfläche,
auch Haut, wie Pech und kann nicht abgewaschen oder sonstwie entfernt
werden. Auch kann man es mit Wasser nicht löschen, sondern entflammt
es dadurch nur noch mehr – einzig Urin kann es tilgen. Selbst auf den
Fluten des Meeres brennt es noch weiter, womöglich von einem
nimmermüden Ignisgeist beseelt. Nachfolgend ist der Vollständigkeit
halber eines der vielen Rezepte für dieses endophalische Feuer aufgeführt:

1 Teil Schwefel
1 Teil Kolophonium
2 Teile Petroleum
2 Teile Teer
3 Teile Kalk
Durchmengt wiederum mit einem gleichen Teil Kochsalz.
Alsdann luftdicht aufzubewahren, fern von Wärme oder Feuchte.
Haltbar für zehn Götterläufe oder mehr, sofern wohl bewahrt.

Zum Enterkampf.

Die Mängel der üblichen und unüblichen Geschütze wurden nun zur
Genüge aufgezählt. Es gibt keine befriedigende Lösung, um zuverlässig
und erschwinglich ein Schiff allein durch Geschützfeuer zu versenken.
Althergebracht, aufrichtig und bewährt ist aber der ehrliche Enterkampf.
Es naht sich eines der Schiffe, macht klar zum Entern und verbindet die
Schiffe durch Haken, Leitern, Sporne oder Brücken. Gerade letztere
wurden bevorzugt in den antiken Seegefechten zwischen Galeeren
eingesetzt: Enterbrücken werden mit Schwung herabgelassen, an der
Unterseite bewehrt durch einen Haken. Im Alt-Linfann nennen die
Gelehrten diese Konstruktion rostrum. Dieser Haken durchschlägt das
Deck und sichert den Übergang für die Seekrieger, die damals zu schwer
gepanzert und gerüstet waren, um auf anderem Wege hinüber zu
gelangen. Ganz wagemutige Matrosen greifen sich einfach eine der freien
Leinen und schwingen am langen Seil hinüber, mitten hinein in das
Getümmel.

Es schließt sich ein wirres Gefecht an, zumeist entschieden durch die
mutigen Taten einzelner Männer im bellumgefälligen Zweikampf. Hierbei
können leichte Speerschleudern wie zuvor beschrieben eingesetzt werden.
Für gewöhnlich läuft der Enterkampf fort, bis eine Mannschaft so weit
dezimiert wurde, dass der Kapitän sich gezwungen sieht, den Befehl zur
Aufgabe des Schiffes zu geben – nur wahrhaft dämonisch gesottene
Haudegen würden fechten, bis auch der letzte Kamerad tot am Boden
liegt. Dies gilt nicht in größeren Flottenformationen. Hier ist es üblich,
dass die beteiligten Schiffe jeweils ebenfalls klar zum Entern machen,
sodass sich am Ende ein Knäuel miteinander verbundener Kähne ergibt.

Nach Aufgabe einer Seite wird nach geltender, gute Sitte so verfahren,
dass die geschlagenen Matrosen sich in keiner List oder Tücke versuchen,
sondern sich entwaffnen lassen und in angemessene Gefangenschaft
überführt werden. Dies gewährleistet das Ehrenwort des Kapitäns und
das geltende, galadonische Seerecht.

Zum Vorteil des Windes.

Vor dem kämpferischen Aufeinandertreffen steht zumeist ein langes


Ringen um den Vorteil, die Initiative. Es trachtet jeder weise Kapitän
danach, windwärts zu sein. Er kann sich dann nach Belieben dazu
entscheiden, vom Wind abzufallen und den Kampf mit dem gejagten Schiff
zu suchen, solange ihm dieses günstig erscheint. Das gejagte Schiff,
windabwärts, müsste hoch am Wind segeln, um ebenfalls zum Angriff
überzugehen – und büßt dabei erheblich an Geschwindigkeit ein, sodass
ihm dies verwehrt bleibt.

In das Rigg des gejagten Schiffes drückt und schiebt der Wind, sodass es
sich weg neigt vom jagenden Schiff. Es entblößt einen größeren Teil der
Bordwand, die also mehr Angriffsfläche für Geschütz bietet. Durch diese
zwangsläufige Schräglage kann das gejagte Schiff auch die eigenen
Geschütze weniger sinnbringend einsetzen: durch den größeren Winkel
trifft man eher die feindlichen Segel, als die Mannschaft oder die
Bordwand selbst.

Auch hier begegnen wir wieder einer endophalischen Eigenart, denn dort
neigt man dazu, absichtlich windabwärts zu fahren. Entscheidend ist hier
nicht, den größtmöglichen Schaden anzurichten, sondern viel eher, den
Feind möglichst schnell manöverunfähig zu machen. Dann, so die Idee,
liegt das Schiff tot und unbewegt im Wasser, sodass man entweder das
Weite suchen kann oder den Beschuss fortsetzen mag.

Setzt das jagende Schiff nun zum Angriff an, kann es mit einem günstigen
Kurs vor dem Wind – vollen Ventusatem in den Segeln – mehr Wucht
aufnehmen. Hier kann nun ein Rammangriff erfolgen. Ein Sporn am Bug
ist hilfreich, aber nicht zwangsläufig vonnöten. Tatsächlich wird oftmals
überschätzt, wie drastisch oder schädigend ein solches Manöver
tatsächlich ist. Weder ist das rammende Schiff danach allzu sehr
geschädigt, noch versinkt das gerammte Schiff sogleich. Auch mit einem
erheblichen Loch in der Bordwand ist ein hochseetaugliches Schiff noch
seetauglich und nimmt erst im Verlauf mehr und mehr Wasser auf, sodass
es träger wird und schließlich über mehrere Stunden zu sinken beginnt.
Haben sich die Schiffe nach einem solchen Rammangriff verkeilt, kann
von hier aus zum Enterkampf übergegangen werden.
Sechstens: Über alle Arten der Bestimmung von Ort und Zeit zur See,
mithilfe einer Reihe von Hilfsmitteln und theoretischen Überlegungen.

Ein Vorwort.

Es ist schlecht bestellt um die hohe und altehrwürdige Kunst der


Navigation, denn in Galadon ist sie fast bis zur Gänze verkümmert. Dies
liegt darin begründet, dass ein Großteil des Schiffsverkehrs keiner
genaueren Orientierung bedarf. Das Herz des Reiches wird versorgt über
die Flussschifffahrt auf dem Drac, Ravin, Ionbar, Beborn und auf den
Zuflüssen des Warsees – weniger vom Shamet, der in zu wilden Landen
verläuft. Ein anderer großer Teil der üblichen Seerouten verläuft in der
Bucht von Linfahrt, auf engem Raume und im regen Austausch der dort
befindlichen großen Handelsstädte Galadons. Selbst der Austausch mit
den großen Häfen des Südens (Falkenstein, Al-Gahan) und des Nordens
(Khalandra, Eskandar) erfolgt immer entlang der Küsten! Ein
Handelskapitän kann Jahrzehnte zur See fahren, ohne je tatsächlich die
Küsten zurückzulassen, denn hierzu bietet sich kein guter Grund.

Es sollte also nicht verwundern, dass der vermutlich größte Seefahrer und
Entdecker von Siebenwind, Armgard Torbensen, dem Volk der Nortraven
entstammt. Er konnte auf die traditionellen Arten der Navigation
zurückgreifen, mit denen sein Volk seit Jahrhunderten die kleinen Inseln
der zerklüfteten Küste des Norlands befährt. Zu gleicher Zeit entwickelte
sich im Süden, auf den Regeninseln, eine primitive, urtümliche und doch
brilliante Art der Seefahrt. Auf den folgenden Seiten werden
auszugsweise einzelne dieser Methoden vorgestellt. Ich wünsche mir, dass
dies Wissen einst dazu beitragen mag, einen auf hoher See verlorenen
Seemann wieder in den heimatlichen Hafen zu führen.
Die Navigation mithilfe des Windes.

Abgebildet ist eine Darstellung der Himmels- und Windrichtungen. Es


gibt einige Arten dieser Windrosen, die sich anhand der aufgezeigten
Anzahl der Kardinalwinde unterscheiden. Altertümlich und klassisch sind
komplizierte Illustrationen mit bis zu sechzehn Winden. In jüngerer Zeit
setzte sich eine vereinfachte Darstellung durch: Der Norden wird
markiert durch den fixen Nordstern, während die anderen sieben
Richtungen in Abständen von 45° Winkelgrad folgen und nach den sieben
Winden benannt sind. Dabei gilt immer die Richtung, in die der Wind
zieht. Beachte dabei, geneigter Leser, dass ein bewegter Beobachter den
Wind anders einschätzen wird (“Scheinbarer Wind”, abzugrenzen vom
“Wahren Wind”).
Die Zuweisung der Winde zu einzelnen Richtungen ist nicht dem schieren
Zufall oder einer willkürlichen Laune geschuldet. Jeder dieser sieben
Wind unterscheidet sich von den übrigen in seiner durchschnittlichen
Geschwindigkeit, Feuchtigkeit und Regenwahrscheinlichkeit, in ihrem
Auftreten während der Jahreszeiten, aber auch in der Fülle von Gerüchen
und Aromen, die sie mit sich bringen. Beispielhaft sind hier vier Winde
aufgelistet, die sich auch von Unkundigen mühelos unterscheiden lassen:

Vier der Winde


Nordwind Ausgeprägt in der Zeit der Xan. Er bringt schneidende
Kälte, steife Brisen, klamme Feuchtigkeit und Nebel.
Dabei riecht er klar und schmeckt rein. Er kann sich als
durchaus widrig und geradezu feindselig erweisen.
Ostwind Der Ostwind entstammt Galadon und gilt den Siebenwind-
Reisenden als Glücksbringer, als Freund der Menschen
und ihrer Städte. Er ist temperiert und gemäßigt, in
seinem Wesen gutmütig und entgegenkommend.
Südwind Aus dem Lande der Endophali riecht und schmeckt er nach
exotischem Gewürz und trägt kaum eine Wolke. Auch Sand
und trockene Luftströmungen trägt er und vermag damit
auch selten den Himmel wüstenrot zu färben.
Westwind Ein Fremder aus fernen Landen. Oft undurchsichtig,
wechselmütig und sagenumwoben – seiner Herkunft aus
unerforschten, kaum bereisten Gefilden entsprechend.
Bekannt als “Atem der Litheth”, daher oft gewittrig.

Die Windrichtung wird bestimmt durch Wimpel und Fähnchen am Mast.


Aber auch der Verlauf der Wellen kann wertvolle Aufschlüsse zu Richtung
und Stärke geben, einzuschätzen nach der Beschaffenheit der Gischt. Der
Gischtkamm verläuft stets senkrecht zur Windrichtung und nimmt, wie
auch die Wellenhöhe, mit der Stärke zu.
Das Wolkenlesen.

Von unersetzlichem Wert ist auch die Kunde von den Wolken. Zuerst zu
nennen wäre ihre Farbe: Sie werden in Gänze dunkler, schwerer und
voluminöser wenn sie Niederschlag mit sich führen. Zuhilfe nehmen zur
Beurteilung ihrer Dicke kann man den Aspekt und die Durchlässigkeit
der Wolken, wenn Fela oder Astreyon sie durchstrahlen. Eine hoch
stehende Fela verzerrt auch die Wolkenfarbe hin zu einem gräulichen
Weiß, während dünne Wolken vor klarem Himmel bläulich schimmern.
Bei Dämmerung oder in der Morgenröte hingegen gleichen sie sich rötlich
an.

Noch aufschlussreicher ist die Farbe der Unterseite der Wolken, denn
einem Spiegel gleich reflektieren sie die Oberfläche von Tare. Wolken am
Horizont, die einen braunen Boden besitzen, befinden sich beispielsweise
über festem Land. Auch die Nordlichter, Waldbrände oder größere Städte
beleuchten die Wolkenoberfläche auf eine ganz charakteristische Art und
Weise.
Federwolken, die auch Haarlocken oder Haarbüscheln ähneln, kündigen
warme Luft an, wenn sie flächig auftreten sollten. Schichtwolken
bedecken den Himmel wie Schafsfell und sind eher grau oder
durchsichtig; ihnen folgt Wärme und weitere Verdichtung der
Wolkendecke. Aufhäufende und geschichtete Wolken wiederum sind oft
feuchter und führen je nach ihrer Ausprägung eher früh zu Regen. Hütet
euch insbesondere vor den Turm- oder Ambosswolken, die hoch aufragen
und innerlich aufgewühlt sind, denn sie werden ein Gewitter bringen.

Die Navigation nach der Strömung.

Eine verlorene Kunst, noch von den Dienern der Xan gelehrt. Die Skizze
demonstriert die zugrundeliegenden Prinzipien: Ein Strömung des Meeres
(A) trifft auf eine Landmasse in Form etwa einer Insel, die ihrem
Küstenverlauf (B) entsprechend die Strömung widerspiegelt und
schwächer zurückschickt (C). Trifft die gespiegelte Strömung nun auf die
grundlegende Strömung überschneiden sich die Wellenkämme in einem
Muster und erlauben so die Bestimmung der Richtung zur nahegelegenen
Insel. Und da die Spiegelströmung die Küste nachzeichnet, lässt sich die
Größe und Beschaffenheit der Insel durch geduldiges Studium der
Wellenkämme nachvollziehen.
Die Navigation nach den Kindern des Vuchalem.

Wie anfänglich bereits aufgeführt ist Vuchalem, der Sohn des Ventus, der
Ahnherr aller fliegenden Kreaturen. Seine Söhne wiederum sind Amnacho
und Zephrion, die Land- und Seevögel hervorgebracht haben.
Einleuchtend ist, dass einige von diesen Seevögeln weiter auf die See
hinausfliegen und doch wieder zu ihren Brutstätten an den Küsten
zurückkehren wollen. Einem ziehenden Vogelschwarm zu folgen ist also
eine sichere und einfache Methode, an Land zu gelangen. Doch darüber
hinaus kann man die Vogelart bestimmen und in Erfahrung bringen,
welche Strecken sie üblicherweise zurücklegen und welche Nistgebiete sie
bevorzugen. So lassen sich auch die Entfernung und das Klima der
gesuchten Insel mit erstaunlicher Zuverlässigkeit abschätzen.

Zugleich bezieht hieraus das “Krähennest”, der Ausguck, seinen Namen.


Traditionell wurden hier Krähen gehalten, die man auf hoher See entließ,
um ihnen alsbald zur nächstgelegenen Küste zu folgen.
Die Navigation nach den Schwingen des Rilamnor.

Mit Fug und Recht gilt die Navigation anhand der Sterne als
Königsdisziplin, als Merkmal eines herausragenden Seefahrers. Sie
erfordert exakte und detaillierte Kenntnis des gesamten Sternenhimmels,
der sich je nach Position wandelt und eine Myriade größerer und kleinerer
Sterne und Konstellationen umfasst. Verwiesen sei an dieser Stelle auf
die Sternenkarte des Magus Toran Dur der Akademie der arkanen Künste
zu Siebenwind, der dies mit akademischer Genauigkeit verzeichnet hat.

Hat man solches Kartenwerk verinnerlicht, erkennt man, dass einzelne


Sterne sich auch während der Drehung des Firmaments stets an einer
Stelle befinden. Andere Sterne wandeln, sodass man ihren zeitlichen
Verlauf wissen muss. Zieht man von diesen Sternen ausgehend eine
senkrechte Verbindungslinie zum Horizont, so kann man stets den selben
Kurs wiederfinden und halten. Für einige Richtungen muss man sich
behelfen, indem man Schnittpunkte mehrerer Konstellationen zu Rate
zieht und wiederum eine Senkrechte zum Horizont zieht. Hierfür reicht
es, die Hand als behelfsmäßiges Instrument zu benutzen: Nimmt man die
Finger für bestimmte Gesten hinzu so bietet sich dem kundigen Seemann
eine Fülle von Kursen, ohne je eine Berechnung durchzuführen oder eine
Seekarte zur Hand nehmen zu müssen. Nehmt folgendes Beispiel zur
Kenntnis:
Darüber hinaus lässt sich ein hölzernes Dreikreuz verwenden. Noch
fortschrittlicher und genauer ist ein sogenannter Sextant, ein
feinmechanisches Instrument aus einer Anordnung von Indexspiegel und
Horizontspiegel. Über einen Zeigerarm, die Alhidade, lassen sich die
durch ein Okular erblickten zwei Spiegelbilder überlagern und der Winkel
zwischen ihnen sich ablesen. Dabei gilt, dass der Beobachter nicht
stillstehen muss (was auf einem Schiff nicht möglich wäre). Der Sextant
muss jedoch senkrecht gehalten werden, um den kürzesten Abstand zum
Horizont zu messen.

Für Fehler muss Rechnung getragen werden. Je nach Güte verfügen die
meisten Sextanten über eine Ungenauigkeit von einer Bogenminute, den
sogenannten Indexfehler. Berücksichtigt auch die Schiffshöhe, das heißt
den Abstand von der Horizontalen bis zum Horizont, die sogenannte
Kimmtiefe. Bestimmt immer die Ober- oder Unterkante des Gestirns und
bleibt dabei; führt mehrere Messungen aus und präzisiert so eure
Berechnung.
Die Koppelnavigation.

Die Koppelnavigation bezeichnet die ungefähre Ortsbestimmung des


Schiffes, ausgehend von Kurs und Fahrt. Der Kurs wird bestimmt anhand
eines Kompass, oder aber mithilfe der Sterne, wie im vorherigen Kapitel
zur Genüge beschrieben wurde. Die Fahrt, gemessen in Knoten, wird
unter Zuhilfenahme eines Logs ermittelt. Das Log ist ein dreieckiges
Holzbrett, das mit einem Gewicht beschwert senkrecht über Bord
gehangen wird. Die Logleine, in die in regelmäßigen Abständen Knoten
eingebracht wurden, läuft nun von der Spindel. Nach Ablauf einer
Sanduhr, des sogenannten Logglases, holt man die Leine ein und zählt die
abgelaufenen Knoten. Daraus ist die Geschwindigkeit zu berechnen. Hat
man nun Kurs und Fahrt vermerkt, weiß man also, wie schnell sich das
Schiff in welche Richtung fortbewegt. Nachfolgende Messungen schließen
sich an und erlauben dem Navigator, auf einer Seekarte den Verlauf
einzuzeichnen.

Im Gegensatz zu den oben genannten Methoden der Navigation hat sich


die Koppelnavigation hauptsächlich durchsetzen können. Sie erfordert
lediglich Kompass, Log und Glas. Auch erfordert sie keine besonderen
Kenntnisse der Gestirne und keine vorherige Erfahrung mit Wellen oder
Wolken, lediglich die Fähigkeit zu einfachen Berechnungen und äußerste
Gewissenshaftigkeit bei der Durchführung. Im besten Fall liegt die
Abweichung des gegissten, d.h. des ungefähr bestimmten Ortes, bei etwa
5%. Dies gilt für jede einzelne Messung, der Fehler häuft sich also an und
kann bei längerer Koppelung der Strecke rasch zu Abweichungen von
mehreren Hundert Seemeilen führen. Hieraus ergibt sich die besondere
Verantwortung des Navigators und daher ist es von besonderer
Bedeutung, möglichst zeitnah den wahren Ort zu ermitteln und die
Beschickung zu berücksichtigen, d.h. die Abweichung von Kompass- und
Kartenkurs durch Missweisung, Ablenkung und Abdrift.
Siebtens: Über die Kunst der Viktualien, das heißt, die Mannschaft eines
Schiffes mit Nahrung und Getränk zu versorgen.

Ein Vorwort.

“Galadonier, und mehr noch die Seemänner, lieben ihre Mahlzeiten über
alles. Jedwene Mängel oder Rationierung ihrer Viktualien mag dazu
führen, dass sie sich gegen ihre Offiziere auflehnen.”, so die treffenden
Worte der Admiralität. Dementsprechend gibt es präzise Vorschriften
über die Versorgung der Marinesoldaten. Jedem Mann ist täglich
folgende Mindestration auszuhändigen:
1. Schiffszwieback, ein Pfund
2. Salzfleisch, Rind oder Schwein, ein Pfund
3. Bier, Schank- oder Vollbier, zwei Liter
Da dies zu einseitiger Ernährung und damit Muskelschwund und
Zahnfäule führen würde, werden darüber hinaus wöchentlich wechselnde
Lebensmittel ausgegeben. Auf langen Fahrten oder fremden Gefilden wird
es nicht immer möglich sein, diese Vorschriften zu erfüllen. Möglich sind
also Substitutionen und Anpassungen, um dennoch den tüchtigen
Matrosen gerecht zu werden. Eine vollständige Auflistung würde
dementsprechend so aussehen:
Ration eines Matrosen der galadonischen Marine, pro Woche:

Schiffszwieback, Hartkeks 7 Pfund


Voll- oder Schankbier 14 Liter
oder Wein 7 Liter
oder Branntwein 3,5 Liter
oder Rum 3,5 Liter
Rindfleisch, gesalzen 4 Pfund
oder Hammelfleisch, gesalzen 3 Pfund
oder Mehl 4 Pfund
oder Mehl + Rosinen 3 + 1 Pfund
oder Mehl + Rindertalg 3 + 1/2 Pfund
Schweinefleisch, gesalzen 3 Pfund
oder Speck 2 Pfund
Dorsch 1/2 Stück
oder Kabeljau 3/4 Stück
oder Stockfisch 2 Stück
oder Haferflocken 3 Pfund
Erbsen 2 Pfund
Butter 6 Unzen
oder Rindertalg 1/2 Pfund
oder Öl 1/2 Liter
Hartkäse 12 Unzen
oder Ziegenkäse 8 Unzen
oder Öl 1/2 Liter

Den aufmerksamen Lesern wird an dieser Tabelle einiges auffallen. So ist


etwa Wasser nicht als feste Ration vorgesehen, da es für Fäulnis zu
anfällig ist. Sollten einzelne Matrosen dem Alkohol abgeneigt sein, so
sollte stattdessen Dünnbier oder Weinschorle angeraten werden – oder
das Wasser zumindest gründlich abgekocht und durch Zugabe von
Kräutern genießbar gemacht werden.
Tatsächlich mag einen auch die schiere Menge an vorgesehenem Alkohol
überraschen. Zwei Liter Bier am Tag, oder ein halbes Maß an Rum, das
muss doch gewiss zu Trunkenheit an Deck und dem entsprechenden
Verlust an Disziplin führen? Mitnichten. Einerseits sind die Matrosen
allesamt hartgesottene Männer, die nicht leicht dem Rausch anheim
fallen. Andererseits wird für gewöhnlich nicht die gesamte Menge an Bier
auch tatsächlich von jedem Mann in Anspruch genommen.

Ein Wort noch zu Erbsen. Nur sie werden als Gemüse in den Vorschriften
vorgesehen, denn sie sind zugleich günstig, gut einzulagern und darüber
hinaus noch nahrhaft. Angebraten, als Mus oder auch einfach gekocht
erfreuen sie sich beständig einer großen Beliebtheit unter den Männern.
Aber auch die Wurzelgemüse, namentlich die Rüben und Karotten, sowie
Kohl, Bohnen und Sauerkraut teilen diese Vorzüge und stellen eine feine
Ergänzung dar.

Der Schiffszwieback.

Ein Pfund Zwieback besteht aus drei bis fünf Stück, jeweils etwa so groß
wie eine Handfläche. Sie werden aus ausschließlich zwei Zutaten
hergestellt: Mehl und Wasser. Dabei kann das Mehl auch von geringerer
Qualität sein, ob nun aus Weizen, Hafer, Roggen oder Dinkel. Hefe und
Salz sind nicht vorgesehen; durch einfache Zutaten und Herstellung wird
gewährleistet, dass immer ein vergleichbarer, haltbarer Keks entsteht.

Ein Rezept: Man messe ein Pfund Mehl ab und siebe es fein, um etwaige
Klumpen und Unreinheiten zu entfernen. Alsdann füge man allmählich
Wasser hinzu, höchstens einen halben Becher, bis der Teig gerade
beginnt, Form anzunehmen. Der Teig wird ausgerollt, auf eine Dicke von
einem Fingerbreit. Dann können die einzelnen Kekse ausgeschnitten
werden. Mit einem spitzen Holz sticht man Löcher hinein, wodurch der
Keks beim Backen besser austrocknen kann und seine charakteristische
Form erlangt. Er wird für mindestens vier Stunden bei nicht zu großer
Hitze gebacken und danach noch im Ofen belassen, bis er gänzlich
ausgehärtet ist. Er kann ein zweites Mal gebacken werden, wirklich
notwendig ist es aber nicht.

Danach ist der Zwieback hart wie Stein, was ihm unter Matrosen so
reizende Beinamen wie “Eisenplatte” oder “Hundsfutter” eingebracht hat.
Um ihn etwas weniger fade und ungenießbar zu machen, ist angeraten,
ihn vor dem Verzehr in Bier aufzuweichen oder mit reichlich Öl
anzubraten. Sein wahrer Vorteil liegt in der Haltbarkeit: Er ist für viele
Jahre haltbar, wenn er nicht den Schädlingen zum Opfer fällt. Käfer,
Kakerlaken und Ratten sollten ferngehalten werden.

Das Salzfleisch.

Wie oben aufgeführt stellt Salzfleisch, neben dem Schiffszwieback, den


Großteil der Ernährung eines Matrosen dar. Man darf sich darunter
jedoch kein saftiges Stück vorstellen, denn das Ziel ist nicht Geschmack,
sondern Haltbarkeit durch große Mengen Salz und Austrocknung. Es
gleicht eher einem Stück faserigen, kaubaren Holzes und ist nur als
Eintopf oder Beilage wirklich genießbar. Eine amüsante Anekdote:
Salzfleisch ist dem Holz tatsächlich so ähnlich, dass man daraus Dinge
schnitzen kann – Knöpfe, etwa.

Folgendermaßen wird es zubereitet: “Sobald also der Ochse getötet wurde,


muss er schnellstens ausgeweidet, gehäutet und zerwirkt werden. Denn
das noch körperwarme Fleisch soll gesalzen werden. Auch ist das Salz mit
Salpeter zu mischen und vorher in einem Ofen zu erhitzen, bevor es auf
das Fleisch gesprenkelt wird, in einem Verhältnis von zwei Unzen Salz
pro Pfund Fleisch. Man soll es dann für einen Felalauf ruhen lassen,
wenden und auch die andere Seite auf diese Art und Weise salzen. Dann
wird das Salz sich gänzlich aufgelöst haben und ist in das Fleisch
eingedrungen. Jedes Stück muss mit einem Stück Tuch gründlich trocken
gerieben werden, bevor man fortfährt. Für den zweiten Schritt der
Verarbeitung sollen zwei Teile Salz mit einem Teil braunen Rohr- oder
Rübenzuckers vermengt werden. Mit dieser Mischung reibt man jedes
Stück Fleisch großzügig ein, und zwar in einem Verhältnis von einem
halben Pfund Mischung pro Pfund Fleisch. Gelagert wird es, indem man
die einzelnen Stücke in einem Fass lückenlos aufeinander schichtet, auch
hier getrennt durch Schichten von Salz. Was noch an freiem Raum
verbleibt, füllt man mit Salzlake bis an den Rand des Fasses auf.”

Eine Bemerkung am Rande: Gezahlt wird nach Gewicht, sodass


betrügerische Händler versuchen, dem Fleisch auch minderwertige Teile
beizumischen (Sehnen, Knochen, Knorpel). Kontrolliert also nicht nur die
oberste Schicht im Fass und sucht vertrauenswürdige Lieferanten.

Der Alkohol.

Zwieback, Salzfleisch und Stockfisch – die Ernährung eines Matrosen ist


wenig schmackhaft und entbehrt aller Freuden. Was also hält die
Mannschaft zusammen, was wärmt einen beim ärgsten Schmuddelwetter,
was hebt die Moral bei der harten Arbeit an Deck? Der Alkohol, jenes
gnadenvolle Geschenk der Vitama. An dieser Stelle möchte ich
insbesondere die Vorzüge des Rums hervorheben: Von allen oben
genannten Spirituosen ist er am längsten haltbar, verbraucht am
wenigsten Stauraum und erfreut sich also umfassender Beliebtheit.
Rum gibt es in allerlei Varianten: Mit längerer Reifung im Fass gewinnt
er seine charakteristische, goldbraun bis dunkelbraune Färbung und
kraftvolle Geschmacksnoten wie Melasse oder Karamell. Der Herkunft
entsprechend werden auch manchmal Gewürze hinzugefügt: Beliebt sind
Pfeffer, Nelken, Kardamom, Zimt, Rosmarin, Ingwer und Anis.
Ungereifter Rum hingegen ist noch klar wie Wasser und erheblich
günstiger, dafür durch sein neutrales, brennendes bis stechendes Aroma
kaum genießbar – man nennt ihn auf endophalisch auch “At an Ath”, das
heißt “Feuerwasser”. Es empfiehlt sich, ihn zu verdünnen, das heißt, für
Mischungen zu verwenden. Dies gilt auch für den Rum in Faßstärke, wie
er von der Marine ausgeschenkt wird.

Gemeint ist der Grog, und seine Zubereitung folgt einer althergebrachten
Regel: “Rum mutt, Zucker kunn, Water bruuk nich.”
1. Rum, vier Fingerbreit
2. Kandiszucker, ein Löffel
3. Kochendes Wasser, um das Glas aufzuschütten
Hierbei gibt es einige beliebte Variationen. So können neben Rum auch
Whisky, Weinbrand, Eiswasser, endophalischer Wein oder Orkenschnaps
verwendet werden. Gibt man den Saft einer Limette hinzu, verhindert
man Schwund und Zahnfäule. Möchte man darüber hinaus vom Grog auch
wach und munter werden, kann man statt kochenden Wassers einen
kräftigen schwarzen Tee verwenden. Und soll es nahrhaft sein, so gibt
man zu guter letzt ein Eigelb hinein und verquirlt es; so entsteht
Eiergrog, eine köstliche Spezialität aus Malthust.
Einem gewieften Seemann stellt sich nun die Frage, was er mit all den
übrigen Bestandteilen seiner Ration anfangen soll. So hat er schließlich
noch reichlich Käse, Butter, Erbsen, Mehl und derlei andere Rohzutaten
zur Hand. Es folgen einige Vorschläge.

Erbsenpudding.

Man nehme eine gute Handvoll gelber Erbsen und weiche diese zuvor ein,
indem man sie über Nacht mit Wasser bedeckt. Danach fülle man die
Erbsen in einen sauberen und robusten Beutel aus Leinen und binde
diesen zu. Dieser sogenannte Puddingbeutel wird alsbald eingetaucht in
siedend heißes Wasser und dort belassen. Nach einer Stunde hebt man
den Beutel aus dem Wasser und schlägt mit einem hölzernen Knüppel auf
ihn ein, damit die weichgekochten Erbsen darin gänzlich zu einem Muß
zerdrückt werden. Nachfolgend soll der Beutel zwei weitere Stunden im
kochenden Wasser verbringen. Ein kluger Seemann fügt dem Beutel an
dieser Stelle einige Stücke Salzfleisch hinzu, um dem Pudding einen
würzigen und herzhaften Geschmack zu verleihen. Lässt man den Inhalt
des Beutels nun abkühlen, kann man den fest gewordenen Pudding
entnehmen und in Scheiben geschnitten genießen. Besonders bekömmlich
ist er mit einer Prise Pfeffer und bestrichen mit Butter.

Strudel.

Man nehme zwei Teile gesiebtes Mehl zu einem Teil Rindertalg. Mit ein
wenig Wasser wird hieraus ein Teig geformt und gründlich geknetet.
Diesem einfachen, vielfältigen Teig kann man nun allerlei Zutaten
hinzufügen, indem man sie hineinfaltet. So ergibt sich mit einer Handvoll
Rosinen oder getrockneten Früchten etwa eine vorzügliche Nachspeise,
während mit Speck und Zwiebeln daraus eine nahrhafte Verpflegung für
den Dienst an Deck wird.
Labskaus.

Dieses traditionelle Gericht weist soviele Varianten auf, wie es Häfen an


Galadons Küsten gibt. Mit einem Disput über die “richtigen” Zutaten von
Labskaus kann man oft leicht eine waschechte Kneipenschlägerei vom
Zaun brechen, sodass in diesem Werk ausschließlich das Rezept aus
Hardhaven aufgeführt wird. Denn es ist bekannt, dass in allen
kulinarischen Dingen die Halblinge bewandert sind.

Man nehme einen Pfund Salzfleisch, das für einige Tage abgehangen ist,
und koche dieses, bis es weich und bekömmlich ist. Danach wird es
vermengt mit eingelegter roter Bete, sowie Gurken und wahlweise
durchwachsenem Speck oder Matjesfisch. Diese Mischung wird zu einem
sehr feinen Brei gehackt und bei großer Hitze in Schweineschmalz
gedünstet. Dazu kann man gestampfte Kartoffeln reichen, oder auch
Steckrüben. Als Zierde empfiehlt sich ein Spiegelei, eine Gewürzgurke
oder eine Scheibe Schwarzbrot.
Achtens: Glossar all jener seemännischen Begriffe, die nicht im übrigen
Werke zur Genüge erklärt oder erwähnt wurden.

A
Abdrift Seitliches Versetzen eines Bootes hervorgerufen
durch Wind oder Strömung. Je größer die Abdrift,
umso mehr weicht der tatsächliche Kurs eines
Schiffes vom gesteuerten Kurs (nach Kompaß) ab.
abfallen Kursänderung eines Schiffes vom Wind weg, so daß
der Wind ganz oder fast ganz von hinten in die Segel
fällt. Gegenteil: anluven.
abflauen Zurückgehen der Windstärke bis hin zum
Einschlafen des Windes
ablandig Wenn der Wind vom Land in Richtung See weht.
Gegenteil: auflandig
abschlagen Das Abnehmen eines Segels. Gegenteil: anschlagen
abtakeln Die gesamte Takelage vollständig abnehmen, also
stehendes und laufendes Gut mit den Masten, etwa
um das Boot einzuwintern. Gegenteil: auftakeln
achteraus hinten, in rückwärtiger Richtung des Schiffes
gelegen. Gegenteil: voraus
Achterdeck hinterer Teil des Decks
Achterleine Festmacherleine, die vom Heck eines Bootes schräg
nach achtern z.B. zu einem Poller an Land führt.
Bisweilen auch als Heckleine bezeichnet. Gegenteil:
Vorleine
Achterliek (das) die hintere Kante eines Segels
achtern hinten auf dem Schiff
Achterstag (das) Ein von der Mastspitze zum Heck verlaufendes
Stag, das die nach vorne gerichteten Kräfte des
Mastes aufnimmt. Gegenteil: Vorstag
Affenfaust Kugelförmiger Knoten zum Beschweren einer
Wurfleine oder als Zierknoten.
Affenjacke Spöttisch für eine kurze Uniformjacke von Soldaten
auf Kriegsschiffen.
Ahoi ein Anruf eines anderen Schiffes (etwa “Litheth
ahoi!”), kein Gruß.
anbrassen die Rah stärker in Längsrichtung des Schiffes
ausrichten.
Ankerspill Winde zum Aufholen des Ankers
Ankerwache aus nur wenigen Mann bestehende Wache während
des Ankerns. Die Ankerwache wacht darüber, dass
das ankernde Schiff die Position hält und die
Ankerkette „trägt“ (hält).
anluven Kursänderung eines Schiffes höher an den Wind.
Das Schiff wird dabei so gedreht, daß es danach
mehr im Gegenwind steht als vorher. Gegenteil:
abfallen
anschlagen Ein Segel am Baum, an der Rah, an der Gaffel oder
einem Stag befestigen. Gegenteil: abschlagen
arbeiten ein Schiff, das stark rollt oder stampft, arbeitet
schwer
aufbrisen Der Wind nimmt an Stärke zu. Gegenteil: abflauen
aufentern auf einen Mast klettern
aufgeien Einholen eines Rahsegels. Dabei wird durch das
Ziehen an den Geitauen das Segel nach oben hin zu
den Rahen zusammengezogen.
aufklaren 1. Aufräumen; - 2. Besserung des Wetters: "es klart
auf"
aufkommen 1. Nach einer Kursänderung wird das Ruder wieder
in Mittelstellung gebracht. Man spricht bei dem
Ende der Drehbewegung davon, daß das Schiff
aufkommt; - 2. Ein voraus laufendes Schiff einholen;
- 3. Schlechtes Wetter, Gewitter, Sturm oder
dergleichen kommt auf.
auflandig Wenn der Wind von See in Richtung Land weht.
Gegenteil: ablandig
Auflieger vorübergehend außer Dienst gestelltes Schiff
aufriggen siehe auftakeln
aufschießen 1. Das Boot in den Wind drehen, um es durch den
Gegenwind zum Stehen zu bringen; - 2. Eine Leine
in regelmäßigen Buchten zusammenlegen.
auftakeln Die gesamte Takelage (Rigg) an Bord bringen und
aufrichten. Gegenteil: abtakeln
auftuchen Ein Segel oder auch eine Abdeckplane ordentlich
zusammenlegen.
Auge Sammelbezeichnung für verschiedene Arten von
Ringen, Ösen, Löchern oder Schlingen
aus dem Ruder Die Kontrolle verlieren, unsteuerbar werden. Kann
laufen besonders bei Segelbooten passieren, wenn durch
große Krängung das Ruder nicht umströmt wird.
Außenbords-
die Fische im Meer
kameraden
ausreiten Fährt ein kleines Boot hoch an starkem Wind, lehnt
sich die Crew an Luv weit über die Reling hinaus,
um ein Gegengewicht zu bilden.
Außenklüver siehe Klüver
Aye Bestätigung eines Befehls oder Zurufs (an Deck von
Segelschiffen)
B
Baas Niedergaladonischer Ausdruck, der etwa “Meister”
bedeutet. Der Heuerbaas vermittelt Anstellungen,
der Schlafbaas Schlafstellen an Land, der
Zimmerbaas ist der Meister einer Zimmerei.
Bach Seemännische umgangssprachliche Bezeichnung für
jedes Gewässer, ob Ozean, Meer oder See.
Back 1. Aufbau auf dem Vordeck; - 2. Eßtisch,
Tischgemeinschaft (Backschaft)
back Zurück, Rückwärts.
Backbord linke Seite des Schiffes
Backbordbug Ein Schiff fährt auf Backbordbug, wenn der
Großbaum an Backbord gefahren wird. D.h. das
Schiff ist i.d.R. nach links geneigt.
backholen Wird ein Segel back geholt (zur Seite gehalten), fällt
der Wind von vorne in das Segel ein. Entweder
segelt das Boot dann rückwarts, oder man erhöht
dadurch das Drehmoment beim Wenden.
Backstag Ein vom Mast nach achtern aufs Seitendeck
führendes Stag. Es wirkt dem Segeldruck auf den
Mast entgegen.
Badegast freundlicher Spottname für einen Gast an Bord, der
keine seemännische Erfahrung hat und nur zum
Spaß mitfährt; eine Landratte.
Bagiensegel unteres Rahsegel am Kreuzmast
Bake (die) An Land oder auf Grund fest aufgestelltes
Seezeichen.
Ballast (der) Gewicht im oder unter dem Kiel eines Boots,
um die Stabilität zu erhöhen.
Bändsel kurze, dünne Leine zum Zusammen-, Fest- oder
Verbinden verschiedenster Sachen an Bord.
Bank Sandbank, Untiefe
Bark Rahschiff, dessen hinterster (Besan-)Mast
Schratsegel hat.
Baum Eine Stange aus Holz, an der die untere Kante eines
Segels befestigt wird. Es gibt zwei Möglichkeiten
der Befestigung. Zum einen das Anschlagen über die
gesamte Länge des Baums und zum anderen das
"fliegend fahren", d.h. nur die beiden Ecken des
Segels sind am Baum festgemacht.
beidrehen die Fahrt verlangsamen, nahezu zum Stehen zu
bringen
beiliegen Die Segel derart ausrichten, daß das Schiff nahezu
im Stillstand einen Sturm abwettert, etwas
geborgen werden kann oder eine Reparatur
durchgeführt werden kann.
bekneifen festklemmen von Leinen. Insbesondere spricht man
bei sich selbst zusammenziehenden Knoten davon,
daß ein Tau sich bekneift.
belegen Festmachen eines Taus an einem Poller oder einem
Nagel.
Beplankung die Außenhaut eines hölzernen Schiffes
bergen 1. Die Segel herunternehmen; - 2. Einen
Gegenstand in Sicherheit bringen; - 3. Ein in Seenot
geratenes Schiff oder dessen Besatzung retten.
Besan (der) Auf Zwei- und Mehrmastern der hintere
kürzere Mast. Das daran hängende Gaffelsegel wird
auch als Besan bezeichnet.
Besanschot an traditionelles Kommando auf Großseglern zur
Ausgabe eines Glases Schnaps; ursprünglich die
Information, dass auf einem Großsegler auch die
Besanschot, die als letztes getrimmt wurde, belegt
war und damit ein Anlege- oder Ankermanöver
abgeschlossen war
beschlagen siehe festmachen
Besteck 1. Navigationsinstrumente; 2. Standort des Schiffes;
3. Berechnung des Standortes (Besteck nehmen)
Bilge Tiefster Hohlraum des Schiffsrumpfes (Kielraum).
Hier sammelt sich das Leckwasser.
Bilgenschwein Unerfahrene Matrosen sollten nach unten gehen
und das Bilgenschwein füttern, das es natürlich
nicht gab

Bilgepumpe Dient dem Herauspumpen (lenzen) von Leckwasser


aus der Bilge.
Bindereff Verkleinerung der Segelfläche, bei dem der untere
Teil des Segels mit Bändseln auf den Baum
gebunden wird.
Blanker Hans Namikleris, der Sohn der Xan, der die Herrschaft
über die Meere und Fluten innehat.
Blau 1. Die seemännische Trauerfarbe; - 2. Spitzname für
den Schiffszimmermann an Bord; - 3. “blaue Jungs”
als Bezeichnung für Seeleute auf Kriegsschiffen.
Blauer Peter Flaggensignal: Das Schiff geht im nächsten Felalauf
in See.
Blender Schmuggelschiff. Siehe auch Blendladung, die
Tarnladung beim Schmuggel.
Block Gehäuse aus Holz oder Metall, mit einer oder
mehreren Rollen, über die Taue geleitet werden.
Entspricht einem Flaschenzug.
Boje 1. Im Grund verankerter Schwimmkörper zum
Festmachen von Booten; - 2. Nicht ganz korrekte
Bezeichnung für Tonnen, die als Seezeichen oder
Wendemarken dienen.
Bootshaken an einer langen Stange befestigter eiserner Haken,
mit dem ein Boot an einem Schiff oder an einer
Anlegestelle festgehalten wird, oder ein Gegenstand
aus dem Wasser geborgen wird.
Bootsmann älterer Matrose mit der zusätzlichen Befähigung ein
Schiff zu steuern
Bord (der) Eigentlich die Schiffsseite (Backbord,
Steuerbord), besonders deren Oberkante, daher
"über Bord" fallen. "An Bord" heißt allgemein sich
auf einem Schiff befinden.
Bootsrolle Plan zur Organisation der Sicherheit an Bord, der
jedem Besatzungsmitglied seine Aufgaben zuweist
Bramsegel drittes Rahsegel von unten. Man unterscheidet nach
Mast: Vorbramsegel (Fockmast), Großbramsegel
(Großmast), Kreuzbramsegel (Kreuzmast)
Brander Mit Brennstoff beladene Boote, mit denen man
feindliche Schiffe in Brand zu setzen versucht.
brassen Ausrichten der Rahsegel durch die Brassen.
Brassen Taue, die an den Enden der Rahen befestigt sind.
Sie ermöglichen, die Rahen von Deck aus in die
gewünschte Stellung zu bringen.
brechen Seemännischer Ausdruck für das Reißen von Leinen
und Ketten (nicht jedoch für Segel)
Brecher große, über den Bug und das Deck eines Schiffes
stürzende Welle mit brechendem Wellenkamm
Breitseite gesamte Seite eines Schiffes, auch eine Salve aller
auf einer Seite des Schiffes stehenden Geschütze.
Brigg Schiff mit zwei mit Rahsegeln versehenen Masten
Brückendeck Auf Großschiffen das sich in gleicher Höhe an die
Kommandobrücke anschließende Deck.
Bucht Schleife in einem Tau
Buddelschiff Flaschenschiff, kleiner modellhafter Nachbau eines
Segelschiffs in einer Flasche
Bug (der) vorderster Teil des Schiffs
Bugkorb Fest auf dem Vorschiff montiertes Schutzgeländer.
Entsprechend gibt es Heckkörbe.
bugsieren das Schiff an einer Trosse führen
Bugspriet starke Spiere am Bug des Schiffes
Bugwasser Welle, die beim fahrenden Schiff durch
Verdrängung seitlich aufgeworfen wird
Bullenstander (der) Eine Leine, die auf Vorm-Wind-Kursen vom
Ende des Baums nach vorne geführt wird, um zu
verhindern, daß der Baum auf die andere Seite
herum schlägt.
D
Dagge Tauende als Züchtigungsmittel
Dalben Pfahl im Hafen zum Festmachen des Schiffes
Davit (der) Ein kleiner drehbarer Kran für Anker oder -
meist paarweise - für Beiboote.
Deck 1. obere Außenhaut des Schiffes (an Deck = oben auf
dem Schiff befindlich); 2. Etage eines
mehrgeschössigen Schiffes, z.B. Hauptdeck,
Zwischendeck, Unterdeck, Brückendeck.
Decklasching Tau zum Festzurren der Decklast
Decklast Ladung, die an Deck gestaut ist
Deckmannschaft Der seemännische Teil der Besatzung
Dickschiff umgangssprachlich für ein großes Seeschiff,
Kriegsschiff oder Viermaster.
Dock Verschließbares Hafenbecken, um ein eingefahrenes
Schiff trockenzulegen, etwa für Reparaturen.
Dolle Gabelförmiger Aufleger aus Metall oder Holz für
den Riemen beim Rudern.
Draggen Kleiner vierarmiger Anker, auch als Suchdraggen
zum Auffischen über Bord gefallener Gegenstände.
Drei Schwestern 1. Horwen der Vitama, 2. Drei Riesenwellen
hintereinander, 3. Spottname der Besatzung für den
Kapitän, den Navigator und den ersten Offizier.
Drifter 1. Treibnetzfischer, 2. Flautensegel
dümpeln Ein Schiff dümpelt, wenn es sich bei Windstille oder
vor Anker im Seegang sachte wiegt.
Dünung Dünungswellen sind die Ausläufer von Windwellen
durchrauschen Das Herausgleiten eines Endes aus einem lockeren
oder falschen Knoten.
durchsetzen Ein Tau stark spannen
dwars Querab, rechtwinklig zur Fahrtrichtung
E
Ebbe Zeit des ablaufenden Wassers von Hochwasser bis
Niedrigwasser.
Eigner Eigentümer eines Schiffes
Eimer Spottname für ein Schiff. Ein Wassereimer hingegen
heißt Pütz.
einbooten das Anbordgehen mit Hilfe des Schiffsbootes
eingefahren eine Mannschaft ist eingefahren, wenn sie mit der
Handhabung des Schiffs vertraut geworden ist.
einklarieren das Erledigen der Zollformalitäten beim Einlaufen.
eintörnen 1. Vorgang beim Ankermanöver. Wenn nach dem
Fallen des Ankers Kraft auf die Kette kommt, der
Anker sich dann mit den Flunken in den Grund
eingräbt, die Kette darauf hin wieder erschlafft,
dann hat der Anker eingetörnt. 2. Seemännischer
Ausdruck für „Liebe machen“
Eisnot ein Schiff ist in Eisnot, wenn es rundherum von Eis
eingeschlossen oder eingeklemmt ist.
Embargo Ausfuhrverbot für Handelsschiffe
Ende Leine, Tau; ausgenommen sehr dicke Taue. Diese
heißen Trossen. Die Enden eines "Endes" bezeichnet
man als Tampen.
entern 1. Übersteigen auf ein feindliches Schiff; - 2.
Ersteigen des Mastes über die Wanten.
Erste Geige Ausgehuniform der Marinesoldaten
Etmal Wegstrecke, die innerhalb des nautischen Tages
zurückgelegt wird.
Ewer flachbodiges Fluß- und Küstenfahrzeug
F
Faden Längenmaß: 1 Faden = 6 Fuß.
Fahrwasser An engen Stellen oder zwischen Untiefen,
Sandbänken usw. die durch Seezeichen markierte
Fahrrinne mit tiefem Wasser.
Fall 1. Tau zum Heißen von Schratsegeln, Rahen und
Gaffeln, 2. Neigung eines Mastes nach vorne oder
achtern.
Fallreep Strickleiter
Fang Die Jagdbeute eines Fischers
Fangleine Leine, mit der ein Boot geschleppt oder eingeholt
wird.
Fauler Grund Meeresgrund, der wegen seiner Härte und
Beschaffenheit für das Ankern schlecht geeignet ist.
Fender Polster, schützt den Schiffsrumpf am Liegeplatz.
Feuer die Lichter von Seezeichen, Leuchttürmen usw.
Feuerschiff schwimmendes, zumeist bemanntes Seezeichen.
Fest! Kommando beim Heißen, Hieven oder Einholen;
bedeutet soviel wie Halt, Stopp.
festlaufen Mit dem Kiel im flachen Meeresboden oder einer
Sandbank steckenbleiben.
fette Fahrt haben schnelles Segeln bei stürmischem Wetter
fieren 1. dem Zug auf einer Leine nachgeben, ohne sie
ausrauschen zu lassen; - 2. mit Hilfe einer Leine
hinunterlassen
Flaggentopp spitz zulaufender Teil des Mastes über dem
stehenden Gut
Flaggestreichen Niederholen der Flagge, Zeichen der Kapitulation.
Flaggschiff Admiralsschiff, größtes Schiff einer Flotte.
Flaschenpost Nachricht, die in eine Flasche gesteckt wird und der
See übergeben wird in der Hoffnung, dass sie
gefunden wird.
flott bedeutet so viel wie frei schwimmend, im Gegensatz
zu „auf Grund“ festsitzen; flott kommen: sich vom
Grund lösen können (etwa durch steigendes Wasser)
Fock Dreieckiges Vorsegel, meist am Vorstag aufgezogen.
Fregatte Vollschiff mit drei Masten, ursprünglich nur für
Kriegsschiffe verwendete Bezeichnung.
Freibord Höhe der Bordwand über der Wasserlinie
Freund Hein Galtor, als der todbringende Sohn des Morsan.
fühlen (von Untiefen) – vorsichtig unter ständigem Loten
vorauslaufend.
führen ein Schiff führt eine Flagge, d.h. es zeigt diese.
Fußpferd unter einer Rah verlaufendes Tau, auf dem die
Seeleute beim Festmachen des Segels stehen
G
Gaffelsegel Längssegel, das oben und unten an einem Baum
befestigt ist (z.B. Schonersegel).
Galionsfigur Unter dem Bugspriet angebrachte Holzfigur, etwa
eine Frau.
Gammel 1. Beifang für die menschliche Ernährung
unbrauchbarer Teil des Fischfangs, 2. Unordentlich,
3. etwas schlecht Gewordenes, 4. Langeweile
Gangspill Winde zum Hieven schwerer Lasten.
Gangway Verbindung vom Schiff zur Pier.
Gatt 1. seemännischer Ausdruck für Loch, enge
Durchfahrt, 2. kleiner Abstellraum, Kammer.
gegißtes Besteck Ortsbestimmung des Schiffes auf Grund des Kurses
und der zurückgelegten Strecke
geigen Schaukeln des Bootes um die Längsachse, besonders
vor achterlichem Wind
Genua Eine große Fock für leichtere Winde.
Geschwader eine Gruppe von Kriegsschiffen
giepen Umschlagen eines Gaffelsegels von einer Schiffseite
zur anderen vor dem Wind
gieren Seitliches Abweichen eines Bootes von dem
gesteuerten Kurs durch Wind oder Strömung.
Glasen Angabe der Uhrzeit durch die Schiffsglocke, und
zwar jeden Zyklus. Vier Glasen bedeutet das Ende
der Wachzeit.
Glanzteile Blanke Teile aus Metall, die dauernd geputzt
werden müssen.
Gode Wind! Seglergruß der bei festlichen Anlässen hervor-
gebracht wird, ein dreifaches Gode Wind!
Gordings sie raffen das lose Segeltuch beim Reffen zusammen
Gösch Kleine Flagge, die am Vorsteven oder auf dem
Klüverbaum gesetzt wird. Bei Marineschiffen die
galadonische Flagge.
Gräting Gitter oder Rost zum Abdecken von Luken.
Großsegel unterstes Segel am Großmast
Grundsee hohe Welle, die sich über Bänken auftürmt
grüne See Massiv an Bord überkommendes Wasser, im
Gegensatz zur weißen Gischt.
Gut Tauwerk der Takelung. Der Seemann unterscheidet
zwischen dem beweglichen "laufenden Gut" und
dem festen "stehenden Gut". Das gesamte Tauwerk
der Takelage eines Schiffes wird als "stehendes Gut"
bezeichnet. Dazu zählt die feste Verstagung des
Mastes mit Vorstag, Wanten und Achterstag. Als
"laufendes Gut" bezeichnet man alles Tauwerk, das
beweglich ist und über Blöcke, Scheiben und
dergleichen läuft. Dazu zählen die Fallen zum
Setzen der Segel und die Schoten zur Segelführung.
H
Hafenkapitän Amtsperson, die für Schiffsbewegungen im Hafen
zuständig ist. In kleinen Häfen ein Hafenmeister.
Hahnenkamm Wellenkamm, Wellenberg
Hals vordere untere Ecke eines Segels
halsen das Schiff mit dem Heck durch den Wind drehen.
Halt Wasser! Kommando zum Fahrtstoppen eines geruderten
Schiffes.
Hand gegen Koje Arbeit auf einem Schiff, die mit freier Unterkunft an
Bord “bezahlt” wird.
Harpune Ein speerartiges Wurfgeschoss mit langer Leine, die
etwa zum Walfang genutzt wird.
Hartruder diejenige Ruderlage, die für das Schiff die größte
Wirkung hat, am härtesten anfasst; sie liegt
normalerweise zwischen 35 und 40 Grad.
häsig diesige, leicht neblige Luft
Havarie Beschädigung eines Schiffs durch Kollision, Sturm
oder auf Grund laufen.
Heck (das) das hintere Ende eines Schiffes
heißen das Hochziehen eines Segels oder einer Flagge
Heuer Lohn der Seeleute
hieven hochziehen, aufwinden mit einem Flaschenzug
Hohe See Die See jenseits der Hoheitsgewässer, die sich für 20
Seemeilen ab der Küste erstrecken.
Holebug wird beim Kreuzen der Bug bezeichnet, über den
man sich zwar dem Ziele nicht direkt nähert, aber
Höhe heraussegelt, um dann vielleicht auf dem
nächsten Streckbug das Ziel anliegen zu können.
holen Das Ziehen an einem Ende (anholen, durchholen,
einholen, ausholen, aufholen). Gegenteil: fieren
Hubkiel Ein ähnlich dem Schwert meist mit einer Winde
aufholbarer Ballastkiel.
Hulk Lastkahn, auch Wohn- oder Vorratsschiff im Hafen.
Hundewache geteilte Abendwache.
Hundsfott Bügel oder Auge am Block, an dem die feste Part
der Talje angeschäkelt wird
J
Jagdgeschütz Buggeschütz eines Kriegsschiffes, das oft paarig
dazu dient, bei Verfolgung den Feind unter
Beschuss zu nehmen.
Janmaat Bezeichnung für den Seemann, z.B. “Hein
Janmaat”.
Yotaleiter kleine Strickleiter
Jolle 1. Allgemein ein kleines offenes Boot; - 2. Ein
offenes Segelboot mit Schwert.
Journal Schiffstagebuch, Logbuch
Jungfer 1. meist dreilöchrige Holzscheiben zum Spannen der
Wante, 2. Spannschraube mit nur einer Spindel.
Jungfernreise erste Reise eines neuen Schiffes
K
kabbelig unruhige See durch Seegang aus zwei
verschiedenen Richtungen
Kabel dickes Tau, z. B. die Ankertrosse
Kabelgatt Raum im Zwischendeck, Aufbewahrungsort für
Taue
Kabellänge ursprünglich Länge eines Ankertaus.
Kadett Offizieranwärter
Kai Hafenmauer
Kajüte Wohn-, Aufenthalts- oder Schlafraum im Schiff
kalben Gletscher, Eisberge zerbrechen
kalfatern das Abdichten hölzerner Beplankung mit Werg
Kalme 1. Windstille, Stille. – 2. Die Regionen, in denen
erfahrungsgemäßig wenig Wind geht.
Kaperbrief Freibrief zum Kapern feindlicher Handelsschiffe
kappen etwas abhauen, durchschneiden oder abschlagen,
etwa von Masten, Tauen oder der Takelage
Kartenkurs wahrer Kurs eines Schiffes, Kurs über den Grund
Kausch (die) Eine ring- oder auch herzförmige
Metallverstärkung für ein Auge.
Kaventsmann eine riesige Welle
Keep (die) Rille, Hohlkerbe, Nut, Kerbe
kentern seitliches Umkippen eines Schiffes
Kiek ut! (niedergaladonisch) Pass auf! Ausruf zur Vorsicht.
Kiel längsliegender Grundbalken des Schiffes
Kielholen eine oft tödliche Strafe für einen Seemann, bei der
der Bestrafte an einem Seil unter dem Schiff
durchgezogen wurde
Kielwasser Fahrspur hinter dem Schiff
killen Flattern der Segel oder eines Segelteils wegen
Verwirbelungen des Windes entlang des Segels
Kimm Horizont
Kinken Eine in sich verdrehte Leine hat Kinken. Aus den
Kinken treten = jemand aus dem Wege gehen.
Klampe Eine doppelarmige kurze Stange aus Holz oder
Metall zum Belegen von Leinen.
klar fertig, in Ordnung. “Klar Schiff machen” umfasst
Reinigungs- und Aufräumarbeiten
kleiner Bruder ein folgender, schwächerer zweiter Sturm
Klipper gestrecktes, übertakeltes schnelles Segelschiff
Klüse Eine Öffnung in Bordwand oder Schanzkleid zum
Durchführen von Leinen, besonders der Ankerkette
Klüver Dreieckiges Vorsegel, vor der Fock gefahren
Klüverbaum eine Spiere, die über das Vorschiff hinausragt und
an der Vorsegel (Fock, Klüver, Jager) befestigt sind
Knoten Schiffsgeschwindigkeit, eine Seemeile (1852 m) pro
Stunde. Der Ausdruck stammt von der Markierung
der Logleine des Handlogs mit Knoten.
knüppeln hartes Segeln vor dem Wind unter äußerster
Beanspruchung von Masten und Segeln.
Koje Schlafstätte an Bord
Kombüse Schiffsküche
Komm auf! Kommando: das Ruder soll allmählich in Richtung
auf mittschiffs gelegt werden
König Schwere gusseiserne Umlenkrollen auf der Back
und dem achteren Verholdeck
Königsspeiche Oberste Speiche des Steuerrades bei Mittschiffs-
ruder, oftmals besonders gekennzeichnet
Konterbande Bannware, Schmuggelware
Koow (niedergaladonisch) eine Möwe
Kopfschlag Beim Belegen auf einer Klampe wird das letzte
Ende so über Kreuz gelegt, daß es sich bekneift
Krängung Neigung oder Schräglage (eines Bootes)
kreuzen Mit Zickzack-Kurs auf ein Ziel gegen den Wind
zusegeln.
Küchenbulle Spottname für den Schiffskoch (Smutje)
Küstenklatsch der schnelle Nachrichtenaustausch unter Seeleuten
durch Weitererzählen und Tratschen
L
Labsal Eine Art Teer, mit der die Taue bestrichen werden
Ladebaum Eine Spiere, die schräg nach oben gerichtet ist und
als Kran dient.
Lagan In der militärischen Seefahrt zur späteren
Auffindung abgeworfenes Schiffsgut, beispielsweise
um den Feind zu täuschen und ihn im Glauben zu
lassen, das eigene Schiff sei gesunken.
Landhai Stellenvermittler für Seeleute
laschen verstärken einer gesprungenen Spiere
Linfannsegel ein dreieckiges Segel an schräger Rah.
laufendes Gut alles Tauwerk, mit dem die Segel oder die
beweglichen Rahen bedient werden, siehe auch Gut.
Leck Loch oder sonstige Beschädigung eines Schiffes,
durch die Wasser eindringen kann.
Lee dem Wind abgewandte Schiffsseite. Gegenteil: Luv
leegierig Ein Boot, das die Eigenschaft hat, ständig vom
Wind abzufallen
Leesegel leichte Segel, die außerhalb der Rahsegel nur bei
gutem Wetter an Spieren gesetzt werden.
Legerwall Auf Legerwall liegen: ein Schiff liegt vor einer Küste
oder einem anderen Hindernis, auf die Wind und
See zukommen. Eine gefährliche Situation.
Leichenwagen dem Untergang geweihtes Schiff
Leichter kleinerer Kahn, mit dessen Hilfe ein Schiff
»geleichtert« (d. h. entladen) wird.
Leichtmatrose Matrose in der letzten Zeit seiner Berufsausbildung.
Leine Seil, meist mit Nennung des Zwecks: Ankerleine,
Schleppleine, Sorgleine.
lenzen 1. Eingedrungenes Wasser aus einem Schiff
herauspumpen oder -schöpfen; - 2. Mit einem Schiff
vor einem Sturm hertreiben.
Leuchte Bezeichnung für einen Seemann mit Erfahrung
Liek (das, Mehrz.: Lieken) die verstärkten Kanten eines
Segels (Vor-, Achter-, Ober-, Unterliek)
Linienfahrt gleiche, fahrplanähnliche Routen. Beispielsweise
zwischen Venturia und Siebenwind.
Log Instrument zur Messung der Schiffsgeschwindigkeit
Logbuch Schiffstagebuch
Logis Besatzungsräume, Mannschaftsunterkünfte
löschen Entladen eines Schiffes
loskommen eine Kette oder Trosse langsam kommen lassen,
ohne sie loszuwerfen.
Lot Meßinstrument für die Wassertiefe. Das Handlot
besteht aus einem Bleigewicht an einer markierten
Leine.
Luv die dem Wind zugewandte Schiffsseite
luvgierig Ein Boot, das die Eigenschaft hat, ständig in den
Wind zu drehen.
M
Maat Kollege, Matrose, Seemann, ähnliche Bedeutung wie
Janmaat, in der Mehrzahl Maaten auch für Seeleute
allgemein.
macklich Schiffseigenschaft, gut getrimmt und mit weichen
Bewegungen im Seegang
mallen Umspringen des Windes 1. Der Wind ist mall, wenn
er plötzlich aus der ganz anderen Richtung kommt.
2. Der Mensch ist mall, wenn er völlig aus der
falschen Ecke kommt
Malstrom Gefahrvolle Meeresströmung
Mann über Bord! Warnruf an Rudergänger und die Besatzung, dass
eine Person über Bord gegangen ist. Es folgt ein
Bergemanöver.
Marlspieker Handwerksgerät zum Arbeiten mit Tauwerk
(spleißen, marlen)
Mars Plattform auf dem Kopf eines Untermastes,
Ausguck
Marsrah Rah, die das Marssegel hält
Marssegel zweites Rahsegel, von unten gezählt. Je nach dem
Mast, der es trägt, Vormarssegel (Fockmast),
Großmarssegel (Großmast) oder Kreuzmarssegel
(Kreuzmast) benannt.
Mast senkrechtes oder etwas nach achtern geneigtes
Rundholz oder Stahlrohr zum Anbringen der Rahen.
Die Masten heißen bei einem Fünfmast-Vollschiff
von vorn nach hinten Fock-, Groß-, Mittel-, Achter-
und Kreuzmast, bei einem dreimastigen Vollschiff
Fock- Groß- und Kreuzmast.
Mastbruch Bruch des Schiffsmastes. Der Ausdruck “Mast- und
Schotbruch” ist Glück- und Segenswunsch in der
Seefahrt.
Matrose ausgebildeter Seemann, nachdem er Schiffsjunge,
Jungmann und Leichtmatrose gewesen ist; kann
zum Bootsmann (Unteroffizier) aufsteigen, nach
Besuch einer Seefahrtsschule zum Steuermann
(Offizier) und Kapitän.
Meuterei Rebellion auf Schiffen gegen die Schiffsleitung
Messe Speiseraum an Bord eines großen Schiffes
Mittelwächter Warme Mahlzeit in der Nachtwache
mittschiffs an der breitesten Stelle des Schiffes
Mondsegel (Mondgucker) kleines zusätzliches Segel oberhalb
des Himmelssegels
Muring Festmachemöglichkeit im freien Wasser, meistens
eine sicher verankerte Boje
Musterrolle der Anstellungsvertrag der Seeleute, der stets an
Bord des Schiffs befindlich sein muss.
Mütze voll Wind umgangssprachlich für etwas Wind
N
Nachtsprung Navigation in klaren Dunkelzyklen. Man orientiert
sich an einem Leitstern, im nächsten Dunkelzyklus
dann an einer Landmarke der anzulaufenden Küste.
Nagel (Belegnagel, Koffeynagel) ein Bolzen, in der
Nagelbank angebracht, der zum Belegen von Leinen
dient
Nagelbank waagerechte Planken an den Unterwanten oder am
Mast mit Belegnägeln
Nähte Zwischenraum zwischen Planken an Deck oder
außenbords
Nauke das „Mädchen für alles“ bzw. der Mann an Bord, der
am wenigsten zu melden hat und die schmutzigsten
und gefährlichsten Arbeiten macht
Navigation die “Steuermannskunst” zur See (Nautik)
Nebelglocke die Glocke, mit der sich ein vor Anker liegendes oder
festsitzendes Schiff im Nebel bemerkbar macht
niederentern auch abentern, von einem Mast herunterklettern
Niedergang zur Kajüte oder Messe führendes Treppenhaus
Niederholer 1. ein Flaschenzug, der den Baum nach unten zieht,
2. Tau zum Niederholen (Einholen) der dreieckigen
Klüver- und Stagsegel
Nietenzähler übergenauer Schiffsoffizier
Nock Äußeres Ende einer Rah oder eines Baumes
Nüsterplünn Taschentuch
O
Oberdeck die oberste, direkt unter dem Deck liegende Etage
eines Schiffes
Ochsenauge ein Stück blauen Himmels, oftmals inmitten eines
tobenden Sturmes zu sehen
Orlogschiff Kriegsschiff
Ösfaß Gefäß zum Wasserschöpfen (ösen).
P
Päckchen 1. das Festmachen mehrerer Schiffe längsseits
nebeneinander, 2. Kleidungsstücke
Palaver Besprechung, nicht endendes Gerede, Geschwafel
Pallen Hölzer zum Abstützen des Schiffes im Winterlager.
Den Vorgang selbst bezeichnet man als aufpallen.
Palstek seemännischer Knoten
Pardunen Taue, die die Masten schräg nach achtern abstützen
Patenthalse Eine unfreiwillige Halse, verursacht durch
Unaufmerksamkeit des Rudergängers oder starkes
Gieren oder Rollen des Bootes.
Patentreff (auch Rollreff) Die Segelfläche wird verkleinert,
indem man das Tuch auf den Baum wickelt.
Pavian Spottname für den Seemann, der Wache hält, wenn
das Schiff vor Anker liegt
Persenning Eine wasserdichte Abdeckplane.
Pfeifen aus! Kommando zur Beendigung der Freizeit an Bord
von Marineschiffen.
Pfriem Stark gekrümmte Nähnadel
platt Ein Schiff segelt platt vor dem Wind, wenn es den
Wind genau von hinten hat
Poller Starker, kurzer Pfosten zum Festmachen von
Leinen an Land. Auch die kleineren Versionen an
Deck heißen Poller.
Polleraffe Abwertende Bezeichnung für einen Seemann der
Decksbesatzung.
Pott Spottname für ein Schiff
Preischuss Blindschuss als Aufforderung an fremde Schiffe,
beizudrehen. Nach einer kurzen Frist wird dann
scharf geschossen.
Pressen Spannen oder Biegen eines Mastes bei zu steif
gesetzter Takelage.
Priem ein Stück Kautabak
purren das Aufwecken eines Schläfers bei Wachablösung
Pütz Eimer
Q
Quarterdeck Oberdeck hinter dem Großmast.
Quarterdecker Spottname für einen Offizier, der mehr auf die
äußere Form als auf den Dienst sieht
Quast Breiter Pinsel, zum großflächigen Auftragen von
Schiffsfarbe geeignet
querab Seitlich, im rechten Winkel zur Fahrtrichtung
Querläufer Schiff, das den eigenen Kurs von quer kreuzt
Quiddje (niedergaladonisch) ein Ortsfremder an der Küste
R
Rah Rundholz, das nach außen schlanker wird. Es ist am
Mast aufgehängt, um daran Rahsegel anzubringen.
Rahsegel an den Rahen angebrachte, querschiffs stehende
Segel, die durch Brassen entsprechend der
Windrichtung »gebraßt« werden
rank Ein Schiff ist rank, wenn sein Schwerpunkt sehr
hoch liegt. Es legt sich demzufolge leicht zur Seite.
raumen Eine günstige Winddrehung mehr nach achtern.
Gegenteil: schralen.
Raumwind günstiger Wind von achtern im weitesten Sinne
Recht so! Kommando des Wachhabenden an den
Rudergänger, dass der anliegende Kurs der richtige
ist.
Ree Kommando beim Wenden, bei dem das Ruder nach
Luv gelegt wird.
Reede Ankerplatz außerhalb des Hafens
reesen 1. sich unterhalten, Geschichten erzählen, 2. Um die
Wette rudern.
reffen Die Segelfläche bei starkem Wind verkleinern.
Gegenteil ist das “ausreffen”.
Rein Schiff! Kommando zur gründlichen Reinigung eines Schiffs
Reise reise! Weckruf an Bord von Marineschiffen
reiten einen Sturm vor Anker liegend abreiten, ausharren
Reling Geländer um das Schiffsdeck, Brüstung
Rettungsleinen Leinen, die bei schwerer See und Sturm gezogen
werden, um der Mannschaft bei der Arbeit auf Deck
Halt zu geben.
Riemen Das, was Landratten als “Ruder” bezeichnen.
Rigg Bezeichnung für Takelage. Sammelbegriff für
Masten, Bäume, stehendes und laufendes Gut
rollen Die aus Schlingern und Stampfen
zusammengesetzte Bewegung eines Schiffs im
Seegang.
Ronde auf Kriegsschiffen die abendliche Schiffsbegehung
durch den Ersten Offizier und den Wachtmeister.
Roring Auch: Röring. Ring zum Befestigen einer Leine, z.B.
am Ankerschaft oder an der Kaimauer
Rott Fäulnis und Gammeln durch Feuchtigkeit
Royalrah Rah, an der das Royalsegel befestigt ist
Royalsegel leichteres Rahsegel, viertes von unten. Je nach dem
Mast, der es trägt Vorroyal (Fockmast), Großroyal
(Großmast) oder Kreuzroyal (Kreuzmast) genannt.
Ruder Vorrichtung zum Steuern des Schiffes
Ruderblatt der unter Wasser befindliche Teil des Ruders
Rudergänger der Matrose, der das Schiff steuert
Ruderpinne Knüppel zur Betätigung des Ruders auf kleineren
und älteren Schiffen.
Rüste Starke Planke an der Außenhaut des Schiffes, an
der die Rüsteisen befestigt sind.
S
Sackratten Filzläuse
Saling Waagerechte Strebe am Mast, die im oberen Bereich
die Wanten abspreizt, um eine bessere
Mastverspannung zu erzielen. Der gefährliche
Abschnitt beim Auf- und Abentern.
Schaffermahlzeit Traditionell ein alljährliches Zusammenkommen
aus Fernkaufmännern und ihren Kapitänen, ein
Brudermahl.
Schäkel 1. Durch Schraub- oder Steckbolzen verschließbare
Bügel unterschiedlicher Größen und Stärken, um
stark beanspruchte Teile an Bord miteinander zu
verbinden. - 2. Längenmaß der Ankerkette.
schamfilen scheuern, reiben
Schanz Das Achtdeck auf Kriegsschiffen, mit Kajüthaus,
Steuerstand und Besanmast.
Scheinwende ein Trick: Vorbereitungen zur Wende treffen, in den
Wind aufschließen und anschließend wieder auf den
alten Kurs abfallen.
scheren 1. Ein Ende durch einen Block, ein Auge oder eine
Leitöse führen; - 2. Im Sinne von "laufen". Ein Schiff
schert aus dem Kurs.
Schiet 1. eine Untiefe, man sagt ein Schiff “sitzt auf Schiet”
oder “ist auf Schiet gelaufen”. – 2. Fluchender
Ausruf.
Schiffer Führer eines Flussschiffes
Schiffsfriedhof Ort, an dem viele Schiffe auf dem Meeresgrund
liegen. Ein bekannter Friedhof liegt bei Kalamudus.
Schiffsmittag Zeitpunkt, an dem Fela am höchsten steht
Schiffsrolle Dienstplan, Wacheinteilung und Aufgabenbereich
jedes Mitgliedes der Besatzung eines Schiffs, sowohl
auf See, vor Anker und im Hafen.
Schiffstaufe Feierlicher Akt vor dem Stapellauf, oft im Rahmen
einer Xansmesse durchgeführt.
schiften ein Segel von einer Seite auf die andere nehmen
schlachten Abschneiden der Segel im Notfall. Wenn Segel bei
zu starmen Sturm nicht mehr eingeholt werden
können, schneidet man sie von den Leinen und
opfert sie so.
Schlag gerade Strecke beim Kreuzen zwischen zwei
Wendemanövern
Schlagseite Neigung des Schiffes
Schlickrutscher Abwertende Bezeichnung für Flachbodenschiffe
schlingern Das seitliche Schaukeln eines Schiffes im Seegang,
also eine Drehbewegung um die Längsachse.
Schoner mit Gaffelsegeln getakeltes, mehrmastiges,
hochseetüchtiges Schiff
Schot Leine zum Regulieren der Segelstellung.
Entsprechend Fockschot, Großschot, etc.
Schott 1. möglichst wasserdichte Querwand in einem Schiff
(Mehrz.: Schotte); - 2. Bezeichnung für "Tür" ("mach
das Schott dicht").
schralen Wind dreht bei gleichbleibendem Kurs nach vorne.
Gegenteil: raumen.
Schratsegel In Längsrichtung des Schiffes stehendes Segel, das
mit der Vorderkante am Mast oder Stag befestigt
ist. Schratsegel sind Hochsegel, Gaffelsegel,
Gaffeltoppsegel und Stagsegel.
schricken etwas fieren ("Einen Schrick in die Schot geben.")
Schricktau um die Fahrt eines Schiffes bei der Verholung im
Hafen zu verlangsamen oder zu hemmen
Schwarzer Frost Schnellwachsende, nicht aufzuhaltende Vereisung
eines Schiffes durch gefrierenden Nebel oder
überkommende See bei extrem großer Kälte
Schwell 1. In Häfen hineinstehende schwache Dünung; - 2.
Von vorbeifahrenden Schiffen verursachter
Wellenschlag.
schwojen Drift ankender Schiffe, hervorgerufen durch Wind
oder Strom.
Seebär ein alter Seemann
Seebeine Fähigkeit, trotz Schlingern und Stampfen sicher auf
Deck zu gehen.
Seehafen Ein Hafen, der von hochseetauglichen Schiffen
angelaufen werden kann. Auf Siebenwind wäre dies
Brandenstein.
Seekiste Koffer der Seeleute
Seelenverkäufer Nicht mehr voll seetüchtiges Schiff.
Seemannsgarn Geschichten voll außerordentlicher Wahrheiten, für
gewöhnlich von Seebären tradiert.
Seemeile Auf See übliches Längenmaß, 1852 Schritt.
Seenot Die Not, in der ein Schiff oder seine Besatzung sich
befinden, bei der Gefahr für Leib und Leben steht.
Seerecht und die Gebote Xans fordern, dass man bei
Seenot stets Hilfe leistet.
Seepocken Festsitzende niedere Krebstiere, oft am Schiffsboden
Seetörn die Zyklen, Läufe oder Wochen, die ein Schiff
hintereinander in See gewesen ist
Seewurf 1. Überbordwerfen. – 2. Überbordspülen von Ladung
in schwerer See.
Seezeichen Es werden schwimmende (Bojen) und feste
Seezeichen unterschieden. Feste Seezeichen dienen
zur Markierung des Fahrwassers, Duckdalben
darüber hinaus dem Vertäuen von Schiffen.
Schwimmende Seezeichen warnen vor Hindernissen
unter Wasser und kennzeichnen Schiffahrtswege.
Segelkoje Stauraum an Bord eines Schiffes für die Segel
slippen 1. Das Zuwasserbringen eines Bootes auf einer
Bootsrampe;- 2. Schnelles Loswerfen einer Leine
("auf Slip belegen" bedeutet, einen sehr schnell zu
lösenden Knoten zu verwenden)
Smut Auch: Smutje. Der Schiffskoch.
Spanten Die Quer- und Längsrippen eines Schiffes.
Speigatt Öffnungen im Schanzkleid oder in der Fußreling
zum Wasserablauf
Spickbottich Holz- oder Stahlfass für Fett, Walspeck etc.
Spiere Rundholz
Spinnaker Bauchig geschnittenes, leichtes Vorsegel
spleißen Das dauerhafte Verflechten von Tauwerk. Entweder
um zwei Enden miteinander zu verbinden oder um
ein Auge zu bilden.
Spleißhorn Ein Gefäß, oft ein Kuhhorn, zum Mitführen von
Talg. Neben Messer und Marlspieker, dessen Spitze
vor dem Gebrauch mit Talg eingerieben wurde, das
Handwerkszeug eines Taklers und Matrosen.
Spring Zusätzliche Festmacheleinen zu der Vor- und
Achterleine, die eine Bewegung des Bootes in der
Längsrichtung verhindern. Die Vorspring verläuft
vom Vorschiff schräg nach hinten, die Achterspring
vom Achterschiff schräg nach vorne.
Springflut Hohes Gezeitenwasser, als Folge der Mondläufe.
Gegensatz ist die Nippflut.
Standlinie Eine Linie oder Kurve auf der Oberfläche Tares, auf
der sich zufolge einer Messerung der Standpunkt
des Beobachters befinden muss.
Stag Tauwerk zum Abstützen und Versteifen der Masten
nach vorne und achtern (Vorstag, Achterstag), auch
zwischen den Masten gespannt. Seitlich nach hinten
führende werden Backstagen genannt. "Über Stag
gehen" bedeutet dasselbe wie wenden.
stagen Ausrichten des Mastes mit Hilfe der Stagen
Stagsegel an einem nach vorne führendem Stag befestigtes
Segel (z.B. Klüver, Fock)
stampfen Bewegung eines Schiffes infolge Seegang nach vorn
und achtern, also um die Querachse
Stenge Spiere zur Verlängerung und Unterteilung eines
Mastes; in der Reihenfolge von Deck aus also
Untermast, Marsstenge und Bramstenge
stehender Wind gleichmäßiger Wind
stehendes Gut siehe Gut
Stellage „Brett“, das an Seilen an die Außenwand des
Schiffes gehängt wird, um Arbeiten zu verrichten
Stelling Ein Laufsteg zwischen Schiff und Pier oder von
Schiff zu Schiff.
steif ein Schiff ist steif, wenn es im Seegang auf Grund
seiner zu niedrigen Schwerpunktlage nur wenig
rollt und diese Bewegungen nicht weich, sondern
hart ablaufen. Bedeutet hohe Beanspruchung für
die Konstruktion. Gegenteil: rank.
Steuerbord die rechte Seite des Schiffs, rechts
Steuerstock Eine Glimmlampe vorne am Bug, als Führung und
Steuerhilfe für den Rudergänger
Steven vorderer und hinterer Abschlußbalken des
Bootsrumpfes, entsprechend Vor- und Achtersteven
Strandgut An den Strand geschwemmte, herrenlose
Schiffsladung. Gehört wie Treibgut teils dem
Finder, teils der Krone.
Streckbug Beim Kreuzen der Bug, über dem man die längeren
Schläge machen kann, weil der Wind nicht genau
vom Ziel her weht.
streichen Segel, Stengen oder Flagge herunternehmen
Strich der 32. Teil des Kompaßkreises, gleich 11,25°
Stromschifffahrt Schifffahrt unter Ausnutzung der Meeresströmung
Stützruder! Kommando, das Schiff auf einen geraden Kurs zu
legen. Das heißt, bei einem Drehmanöver entgegen
zu wirken.
Eine Durchfahrt zwischen dem Festland und einer
Sund
Insel.
Süßwasser-
Spottname für Binnenschiffer seitens der Seefahrer.
matrose
T
Takelage siehe Rigg
Takelung Unterscheidung der Segelschiffstypen nach der Art
und Weise, wie ein Boot getakelt oder geriggt ist.
Talje Flaschenzug; Teil der Takelung, besteht aus einer
Leine und einem oder mehreren Blöcken.
Tampen 1. Ende eines Taus oder einer Trosse. – 2. Leine, mit
der der Bootsmann die Männer zur Arbeit anhält.
Tausendbein Aus Tauresten geflochtene, bürstenartige Knüpf-
arbeit an Stagen und Wanten, zum Schutz der Segel
und Taue.
Tide Flut (die Tide kentert = Einsetzen der Ebbe)
Tidegänger ein in der See aufrecht schwimmendes, gefährliches
Stück Holz.
Tingeltangel Vergnügung aller Art bei Landgang.
Tonne Bezeichnung von schwimmenden Seezeichen.
Topp Spitze, Mastspitze
Topp und Takel “vor Topp und Takel lenzen”: Ohne Segel vor dem
Sturm dahintreiben
Toppsgast Erfahrener Matrose, dessen Arbeitsplatz in der
Takelage ist.
Toppzeichen Auf Baken oder Tonnen angebrachte Kennzeichen.
Torfeuer Paarweise angeordnete, gleiche Leuchtfeuer zu
beiden Seiten eines Fahrwassers
Törn 1. Eine Segelfahrt. - 2. Ein ungewollt in eine Leine
eingedrehtes Auge. Eine vertörnte Leine = unklare
Leine.
totsegeln Wenn zwei Schiffe zusammen dicht am Wind segeln
und eines läuft dem anderen voraus, so hat es das
langsamere „totgesegelt“.
Treideln Das Schleppen eines Schiffes vom Ufer aus, nur
möglich an Kanälen und Flussläufen
trimmen 1. Verteilung des Ballastes bzw. der Ladung. Ein
Schiff kann kopf- oder hecklastig getrimmt werden,
was seine Lage im Wasser stark beeinflußt; 2. alle
Veränderungen der Segelstellung, die ein Boot
schneller machen und sein Seeverhalten verbessern.
Trysegel Ein kleines dreieckiges Segel aus schwerem Tuch.
Es wird bei Sturm anstelle des Großsegels mit losem
Fußliek gefahren.
U
über Stag gehen wenden
übertakelt Zu viel Segelfläche bei einem Segelschiff. Eine
Übertakelung kann einen Geschwindigkeitsvorteil
bringen, erhöht aber gleichzeitig die Belastung des
Materials und das Kenterrisiko.
Über vorn! Kommando zum Schiften von Vorsegeln
unklar Alles, was nicht einsatzfähig, nicht in Ordnung und
nicht gebrauchsfertig ist, besonders herumliegende
Taue.
unter Land Ein Schiff nahe der Küste bewegen. Der Ausdruck
wird besonders gebraucht, wenn dadurch Schutz vor
ablandigem Wind und entsprechender
Wellenbildung erreicht wird.
unter Lee Standort eines Schiffes im Windschatten
Untersegel unterstes Rahsegel. Je nach dem Mast, der es trägt
Voruntersegel oder Focksegel (Fockmast),
Großuntersegel oder Großsegel (Großmast) oder
Bagiensegel (Kreuzmast) genannt.
V
Verdrängung Gewichtsangabe für ein Schiff.
verfangen jemanden ablösen
verholen ein Schiff mittels Leinen an einen anderen Liege-
oder Ankerplatz bringen.
Verklicker Ein kleines Band oder Fähnchen, das gut sichtbar
am stehenden Gut eines Segelbootes befestigt wird,
um die Windrichtung anzuzeigen (jemandem etwas
„verklickern“ = jemanden ins Bild setzen)
verrollen verprügeln
verzurren festmachen
Volksoffizier Schiffsoffizier, der aus dem Mannschaftsstand
hervorgegangen ist
Vollschiff Segelschiff mit Rahsegeln; drei bis fünf Masten.
voll und bei Kurs am Wind, bei dem das Verhältnis aus
gelaufener Höhe und Geschwindigkeit optimal ist, d.
h. am meisten Weg nach Luv gemacht wird.
Vordeck vorderer Teil des Decks
Vormast Bezeichnung für den Fockmast
Vorschot Schot des Vorsegels (Fock)
Vorschoter Derjenige, der die Vorschot bedient.
Vorsegel Alle Segel vor dem Fockmast, also Fock, Genua,
Klüver, Spinnaker.
W
Wache vierstündige Arbeitszeit der Schiffsbesatzung
Wahrschau! Gib Obacht! Vorsicht! Wahrschauen = jemand
benachrichtigen.
Wanderratte auch Kairatte. Hafendieb.
Wanten Das stehende Gut rechts und links vom Mast.
Kleine Boote haben nur ein Wantenpaar, größere
Schiffe mehrere (Topp-, Ober- und Unterwanten).
Wasser machen Ein Schiff leckt, ist undicht.
Webeleinen kurze, quer verlaufende, mit den Wanten verknotete
Taustücke, dienen als Leiter zum Aufentern
Weiberknoten der falsche Kreuz- oder Reffknoten, auch
Hausfrauenknoten; er ist die Visitenkarte des
unbefahrenen Mannes.
wenden Mit dem Bug durch den Wind gehen.
Weiße Bö Gefährlicher unerwarteter orkanartiger Fallwind,
einhergehend mit Sturzregen, Nebel oder Schnee
sowie weißen Schaumkronen, der sich nicht durch
Wolken ankündigt.
Weißer Hund ist eine hohe Welle, die bei rauer See über ein Schiff
hinweggeht
Winsch Mit einer Kurbel und Muskelkraft zu bedienende
Winde (Schotwinsch, Fallwinsch, Ankerwinsch).
Witwenmänner nur dem Namen nach an Bord geführte Seeleute,
deren Heuer für Seemannswitwen bestimmt ist.
Wo aus! Frage an den Ausguck, in welcher Richtung ein
Segel, Feuer oder Objekt sich befindet.
Wracktonne bewegliches Seezeichen zur Bezeichnung eines
unter Wasser liegenden Wracks.
Wuling Ausdruck für Gedränge, Durcheinander (schlecht
aufgeschossenes Tauwerk).
Wurfleine leichte Leine, die an einem Ende beschwert an Land
oder auf ein anderes Schiff geworfen wird, um damit
ein stärkeres Tau herüberzuziehen.
Z
ein aus Segelleinen oder anderem grobem Stoff
Zampel
hergestellter Sack als Gepäckstück
Zeiser eine kurze Leine, die zum Zusammenbinden oder
Sichern von Segeln oder anderen Ausrüstungsteilen
genutzt wird.
Zeug 1. Ausdruck für Takelage. – 2 . Ausdruck für die
Kleidung der Seeleute, auch “Zeugwäsche machen”:
Waschen der eigenen Bekleidung.
Zugleich! Kommando, wenn alle Mann gleichzeitig an einem
Ende ziehen sollen.
zurren Segel durch Umlegen einer Leine festmachen;
festbinden.
Anhang: Sonstiges Karten- und Informationsmaterial.

Die Sternenkarte des Magus Toran Dur von der königlichen Akademie der
arkanen Künste zu Siebenwind.
Handelswaren von Falandrien.

Norland:
— Elfenbein
— Robbenfell
— Seetigerleder
— Eisbären
— Schwarzdorn
— Distelalgen
— Feuerwurz

Galadon:
— Kadamarker Glas
— Parfüm
— Ersonter Tulpen
— Silber
— Falkensteiner Seidenstoff
— Rothenschilder Kautabak
— Vandrisches Glas
— Dunkeleisen

Endophal:
— Tigerfell
— Pfauenfedern
— Wasserpfeifen
— Endophalischer Wein
— Teekräuter
— Schwarzholz
— Duftrosen
— Kaffee
— Gol-Air-Rum