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Service-Handbuch VOITH Retarder 120-3 cbtd 2000-01 53.2676.10

Service-Handbuch VOITH Retarder 120-3

Service-Handbuch VOITH Retarder 120-3 cbtd 2000-01 53.2676.10

cbtd 2000-01

Allgemeines
Allgemeines

Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort

1/1

2. Allgemeines

2/1

2.1 Retarderkennzeichnung

2.1/1

2.2 Baugruppenübersicht

2.2/1

Mit Edelstahl-Wärmeaustauscher

2.2/1

Mit

Aluminium-Wärmeaustauscher

2.2/3

2.3 Funktions- und Steuerschema

2.3/1

3. Wartung

3/1

3.1 Wartungsarbeiten

3.1/1

3.2 Ölstand prüfen

3.2/1

3.3 Ölwechsel

3.3/1

Mit Edelstahl-Wärmeaustauscher

3.3/1

Mit

Aluminium-Wärmeaustauscher

3.3/5

4. Diagnose/Fehlersuche

4/1

4.1 Fehlersuch-Ablaufschema

4.1/1

Elektrischer Anschlußplan

4.1/6

4.2 Fehlersuche und -beseitigung

4.2/1

4.3 Übersicht Steuerungsteile

4.3/1

4.4 Vorratsdruck prüfen

4.4/1

4.5 Stelldruck prüfen

4.5/1

4.6 Proportionalventilstrom prüfen

4.6/1

4.7 Temperaturanpassung prüfen

4.7/1

4.8 Drucksensor prüfen

4.8/1

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Service-Handbuch VOITH Retarder 120-3 Seite IHV/1

Allgemeines
Allgemeines

Inhaltsverzeichnis

(Fortsetzung)

4.9 Pumpendruck prüfen

4.9/1

4.10 Meßwert-Tabelle

4.10/1

4.11 Funktionskontrolle

4.11/1

5. Retarder aus- und einbauen

5/1

5.1

Retarder aus-, einbauen

5.1/1

6. Instandsetzung

6/1

6.1 Bauteilübersicht

6.1/1

6.2 Profilentlüftung ausbauen, prüfen, einbauen

6.2/1

6.3 Rückschlagventil (Edelstahl-Wärmeaustauscher) ausbauen, prüfen, einbauen

6.3/1

6.4 Schalldämpfer ausbauen, reinigen, einbauen

6.4/1

6.5 Unteren Deckel aus-, einbauen

6.5/1

6.6 Verschlußdeckel Retardergehäuse prüfen, aus-, einbauen

6.6/1

6.7 Labyrinthdeckel (abtriebsseitig) aus-, einbauen, Radialwellendichtring erneuern

6.7/1

6.8 Zentrierdeckel (antriebseitig) aus-, einbauen, Radialwellendichtring erneuern

6.8/1

7. Wärmeaustauscher ausbauen, prüfen, einbauen

7/1

7.1 Edelstahl-Wärmeaustauscher

7.1/1

7.2 Aluminium-Wärmeaustauscher

7.2/1

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Service-Handbuch VOITH Retarder 120-3 Seite IHV/2

Allgemeines
Allgemeines

Inhaltsverzeichnis

(Fortsetzung)

8. Steuerungsteile

8/1

8.1 Proportionalventil und Dämpfungsplatte aus-, einbauen

8.1/1

8.2 Adapterplatte und Rohrleitung aus-, einbauen

8.2/1

8.3 Temperatursensor Kühlwasser aus-, einbauen

8.3/1

8.4 Temperatursensor

Öl aus-, einbauen

8.4/1

9. Anhang

9/1

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Datenblatt

Anziehdrehmomente

Betriebsstoffvorschriften

Ersatzteilliste

Sonstiges

- Ölspezifikationen - Kühlwasserqualität

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Allgemeines
Allgemeines

1

Vorwort

Das vorliegende Service-Handbuch dient als Schulungsmaterial des Basiskurses Allgemein. Darüberhinaus stellen die Informationen und Anweisungen, die Ihnen gegeben werden, die Grundlage der sachgemäßen und fachgerechten Wartung und Instandsetzung am VOITH Retarder 120-3 dar.

Die Sicherheits- und Warnhinweise, die Sie in diesen Unterlagen finden werden, bitten wir Sie nachdrücklich zu beachten.

Achtung!finden werden, bitten wir Sie nachdrücklich zu beachten. steht für Sicherheitshinweise und für Warnhinweise bei

steht für Sicherheitshinweise und für Warnhinweise bei Gefahrensituationen für Personen, bei Minderung der Arbeitsqualität und der Möglichkeit von Sachschäden.

Hinweisder Arbeitsqualität und der Möglichkeit von Sachschäden. steht für allgemeine Hinweise zur besseren Handhabung bei

steht für allgemeine Hinweise zur besseren Handhabung bei der Wartung des Retarders.

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Service-Handbuch VOITH Retarder 120-3 Seite 1/1

Allgemeines
Allgemeines
Allgemeines Achtung! 1 Vorwort (Fortsetzung) • Der eingeschaltete Retarder sichert das abgestellte Fahrzeug nicht! •

Achtung!

1

Vorwort

(Fortsetzung)

• Der eingeschaltete Retarder sichert das abgestellte Fahrzeug nicht!

• Bei einem Ausfall des Retarders, oder während die Temperaturanpassung wirksam ist, muß die Fahrzeuggeschwindigkeit mit der Betriebsbremse angepaßt und ein niedrigst möglicher Gang ein- gelegt werden (Erhöhen der Motordrehzahl). Dieser Fahrzustand muß so lange gehalten werden, bis der Retarder wieder mit seiner vollen Leistung zur Verfügung steht.

• Eigenmächtige Veränderungen am Retarder 120-3 sowie die Verwendung von Ersatzteilen, Zube- hör, Anbaugeräten und Sonderausstattungen, die von uns nicht geprüft und freigegeben sind, kön- nen die Sicherheit des gesamten Fahrzeuges negativ beeinflussen. Für daraus resultierende Schäden erfolgt keine Haftung.

• Der Retarder 120-3 ist nach dem Stand der Technik und den anerkannten sicherheitstechnischen Regeln gebaut. Trotzdem können bei nicht sachgerechter Benutzung, Wartung und Instandset- zung Gefahren und Sachschäden entstehen.

• Wir übernehmen keine Haftung für Verletzungen und/oder Sachschäden, die durch Nichtbeach- tung der Sicherheitshinweise des Servicehandbuches oder durch Verletzungen der Sorgfaltspflicht bei der Handhabung, beim Betrieb, bei der Pflege und Wartung oder Instandsetzung des Retarders 120-3 entstehen.

• Instandsetzungs- und Wartungsarbeiten dürfen nur von qualifiziertem Fachpersonal durchgeführt werden.

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Allgemeines
Allgemeines
Allgemeines Hinweis 1 Vorwort (Fortsetzung) • Die in diesen Unterlagen verwendeten Positionsnummern entsprechen den

Hinweis

1

Vorwort

(Fortsetzung)

• Die in diesen Unterlagen verwendeten Positionsnummern entsprechen den Positionsnummern in den Ersatzteillisten im Kapitel 9 „Anhang“. Ausnahme:

Artikel bzw. Bauteile mit ein-, bzw. zweistelligen Positionsnummern sind keine Ersatzteile bzw. nicht in den Ersatzteillisten enthalten. Die Bauteile mit Strichnummern sind keine Ersatzteile bzw. nicht in den Ersatzteillisten enthalten.

• Zwangsläufig ist es uns nicht möglich, vor allen denkbaren Situationen, die für den Ausführenden Verletzungsrisiken und/oder für dden Retarder 120-3 eine Beschädigung zur Folge haben könnten, an jeder Stelle in diesem Service-Handbuch ausdrücklich zu warnen. Es ist daher dringend not- wendig, daß jeder, der mit Bedienung, Pflege, Wartung und Instandsetzung des Retarders 120-3 betraut ist, seine eigene Sicherheit durch die gewählte Arbeitsweise nicht gefährdet und daß der Retarder keine negativen Beeinträchtigungen, insbesondere sicherheitstechnischer Art erfährt. Für Personen- und/oder Sachschäden, die durch nicht sach- und fachgemäße Arbeitsweise verur- sacht werden, haften wir nicht.

• Die einschlägigen Unfallverhütungsvorschriften, die sonstigen allgemein anerkannten Regeln der Sicherheitstechnik und Arbeitsmedizin und die Straßenverkehrzulassungs-Ordnung sind einzuhal- ten. Für Schäden, die durch Mißachtung dieser Vorschriften entstehen, haften wir nicht.

• Beim Umgang mit Ölen, Fetten und anderen chemischen Substanzen sind die für diese Produkte geltenden Sicherheitsvorschriften zu beachten!

• Vorsicht beim Umgang mit heißen Betriebsstoffen! Verbrennungs- und Verbrühungsgefahr!

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Service-Handbuch VOITH Retarder 120-3 Seite 1/3

Allgemeines
Allgemeines

1

Vorwort

(Fortsetzung)

Der VOITH TURBO GmbH & Co. KG ist es nicht möglich, alle Situationen, die für den Ausführenden Verletzungsrisiken zur Folge haben könnten, in letzter Konsequenz zu bewerten. Es ist daher dringend notwendig, daß jeder, der Instandsetzungsarbeiten an VOITH Retardern ausführt, sich unter Anwendung seiner Fachkunde davon überzeugt, daß seine eigene Sicherheit nicht gefährdet wird und der Retarder keine negative Beeinflussung, insbesondere sicherheitstechnischer Art, erfährt. Eine Haftung für eingetretene Schäden kann aus diesen Gründen nicht übernommen werden.

Es wird deshalb ausdrücklich darauf hingewiesen, daß alle beschriebenen Arbeitsvorgänge nur unter Beachtung der gültigen Richtlinien und Vorschriften der örtlich zuständigen Behörden, des Gesundheits- und des Umweltschutzes durchzuführen sind.

Den technischen Stand der vorliegenden Unterlagen entnehmen Sie bitte dem Änderungsdatum (siehe Fußzeile links unten). Durch ständige Weiterentwicklung und Verbesserung der Retarder können zwi- schen dem tatsächlichen technischen Stand der Retarder und den vorliegenden Beschreibungen Ab- weichungen bestehen. Die VOITH TURBO GmbH & Co. KG behält sich vor, Änderungen zu jeder Zeit und ohne vorherige Ankündigungen vorzunehmen.

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Service-Handbuch VOITH Retarder 120-3 Seite 1/4

Allgemeines
Allgemeines

1

Vorwort

(Fortsetzung)

• Hinweise zum sicheren, sachgerechten und wirtschaftlichen Betrieb des Retarders 120-3 entneh- men Sie bitte der Betriebsanleitung.

• Bei ungeklärten Fragen und Arbeitsvorgängen, die in diesen Unterlagen nicht beschrieben sind, wenden Sie sich bitte an den zuständigen Ansprechpartner in der jeweiligen Landesorganisation oder an:

VOITH TURBO GmbH & Co. KG Abteilung cb; Voithstraße 1 Postfach 15 55 D-74564 Crailsheim

Telefon (07951) 32-0 Telefax (07951) 32-756 Telex 74 338 e-mail: retarder@voith.de Durchwahlen:

Kundentelefon und Ersatzteildienst 32-401 / 32-422

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Service-Handbuch VOITH Retarder 120-3 Seite 1/5

Allgemeines
Allgemeines

2

Allgemeines

2.1 Retarderkennzeichnung

2.1/1

2.2 Baugruppenübersicht

2.2/1

Mit

Edelstahl-Wärmeaustauscher

2.2/1

Mit

Aluminium-Wärmeaustauscher

2.2/3

2.3 Funktions- und Steuerschema

2.3/1

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Seite 2/1

Allgemeines
Allgemeines

2.1

Retarderkennzeichnung

Die Retarderkennzeichnung (Pfeil) des Retarders 120-3 befindet sich links auf der Abtriebsseite des Retardergehäuses.

Hier befinden sich folgende Angaben:

1. Seriennummer:

Sechsstellige Zahl

2. Sachnummer: Achtstellige Zahl Hinweis
2. Sachnummer:
Achtstellige Zahl
Hinweis
18001
18001

Bitte geben Sie bei Rückfragen oder Bestellungen von Ersatzteilen unbedingt die Seriennummer und Sachnummer an.

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Allgemeines
Allgemeines

2.2

Abbildung VOITH Retarder R 120-3 Grundgruppe mit Edelstahl-Wärmeaustauscher

100/1

Retarderkennzeichnung

1000

Wärmeaustauscher

1200

Rückschlagventil

1900

Ölpeilstab M 30 x 1,5 Außensechskant, SW 24

21000

Dämpfungsplatte

22000

Proportionalventil

26000

Druckluftleitung Stelldruck p y

30000

Drucksensor

33000

Öltemperatursensor

34000

Kühlwassertemperatursensor

Baugruppenübersicht 21000 22000 30000 26000 33000 34000 1900 100/1 1200 1000
Baugruppenübersicht
21000
22000
30000
26000
33000
34000
1900
100/1
1200
1000

18002

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Seite 2.2/1

Allgemeines
Allgemeines

2.2

Abbildung VOITH Retarder R 120-3 Grundgruppe mit Edelstahl-Wärmeaustauscher (Fortsetzung)

1000

Wärmeaustauscher

1001

Kühlwasserablaßschraube

M

18 x 1,5

Innensechskant, SW 8

1700

Ölablaßschraube Retarder

M 22 x 1,5

Innensechskant, SW 10

Baugruppenübersicht

(Fortsetzung) 1700 1001 1000
(Fortsetzung)
1700
1001
1000

18003

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Seite 2.2/2

Allgemeines
Allgemeines

2.2

Abbildung VOITH Retarder R 120-3 Grundgruppe mit Aluminium-Wärmeaustauscher

100/1

Retarderkennzeichnung

1000

Wärmeaustauscher

1001

Kühlwasserablaßschraube M 12 x 1,5 Außensechskant, SW 13

1900

Ölpeilstab M 30 x 1,5 Außensechskant, SW 24

21000

Dämpfungsplatte

22000

Proportionalventil

26000

Druckluftleitung Stelldruck p y

30000

Drucksensor

33000

Öltemperatursensor

y 30000 Drucksensor 33000 Öltemperatursensor Hinweis Der Wassertemperatursensor ist in der Rohrleitung

Hinweis

Der Wassertemperatursensor ist in der Rohrleitung eingebaut.

Baugruppenübersicht

(Fortsetzung)

1900

100/1

21000 22000 30000 33000 26000 1000 1001
21000
22000
30000
33000
26000
1000
1001

18004

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Allgemeines
Allgemeines

2.2

Abbildung VOITH Retarder R 120-3 Grundgruppe mit Aluminium-Wärmeaustauscher (Fortsetzung)

1000

Wärmeaustauscher

1001

Kühlwasserablaßschraube

M

12 x 1,5

Außensechskant, SW 13

1002

Ölablaßschraube Wärmeaus- tauscher M 12 x 1,5 Innensechskant, SW 6

1700

Ölablaßschraube Retarder

M 22 x 1,5

Innensechskant, SW 10

Baugruppenübersicht

(Fortsetzung) 1700 1002 1001 1000
(Fortsetzung)
1700
1002
1001
1000

18005

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2.3 Funktions- und Steuerschema

Funktionszeichnung VOITH Retarder 120-3 38 25 A R 44 20 12 50 67 16 7
Funktionszeichnung VOITH Retarder 120-3
38
25
A
R
44 20 12
50
67
16
7
4
8
69
46
P
21
26
37
23
52
2
19
45
18
4
7
17
15
47
70
53
43
66
1
Ölsumpf Vorratsdruck p V Stelldruck p y
Ölsumpf
Vorratsdruck p
V
Stelldruck p
y

Kühlflüssigkeit

Pumpendruck p

P

18006

p y Kühlflüssigkeit Pumpendruck p P 18006 Hinweis Die in Kapitel 2.3 angegebenen Positions-Nummern

Hinweis

Die in Kapitel 2.3 angegebenen Positions-Nummern sind nicht identisch mit den Positions-Nummern der Ersatzteillisten.

1

Wärmeaustauscher

37

Entlüftungsleitung „ R“

2

Steuergerät

38

Drucksensor

4

Anschluß Pluspol Klemme 15

43

Ölsumpf

7

Sicherungen (5A)

44

Stator

8

Anschluß Masse

45

Statorbolzen

12

Prüfanschluß Pumpendruck

46

Rotor

15

ABS-Signal

47

Geschwindigkeitssignal

16

Retarderstufenschalter

50

Auslaßdrossel D 1

17

Retarder-Kontrolleuchte

52

Fülldrossel D 2

18

Bremslichtrelais

53

Füllkanal

19

Temperatursensor Kühlwasser

66

Rückschlagventil

20

Temperatursensor Öl

(Edelstahl-Wärmeaustauscher)

21

Proportionalventil

67

Rückschlagventil

23

Profilentlüftung

(Deckel Profilentlüftung)

25

Druckluftleitung

Stelldruck p y „A“

69

Stecker ISO-Schnittstelle (4-polig)

26

Druckluftleitung

Vorratsdruck p v „P“

70

Stecker Zusatzfunktionen (14-polig)

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Allgemeines
Allgemeines

2.3

Funktions- und Steuerschema

(Fortsetzung)

Funktionsbeschreibung

Der VOITH Retarder 120-3 ist eine leistungsstarke, hydrodynamische Dauerbremse in Kompaktbauwei- se für Omnibusse und Nutzfahrzeuge der mittleren Baureihe. Der VOITH Retarder 120-3 ist im Antriebs- strang des Fahrzeuges zwischen Getriebe und Hinterachse angeordnet. Dadurch bleibt das Retarder- Bremsmoment auch dann erhalten, wenn das Getriebe geschaltet wird. Der eingeschaltete Retarder sichert das abgestellte Fahrzeug nicht.

Die Ansteuerung der VOITH Retarder 120-3 erfolgt über einen maximal 5-stufigen Retarderstufenschalter (16). Als Sonderausführung kann der Retarderstufenschalter (16), in Verbindung mit ABS, mit einem 3-stufigen Trittplattenventil oder einer Druckschaltereinheit der Betriebsbremse kombiniert werden.

Steuerung mit Funktion „Konstante Geschwindigkeit"

Die Betätigung des Retarders erfolgt über einen 5-stufigen Retarderstufenschalter.

Beim Einlegen der Stellung 1 am Retarderstufenschalter wird die momentane Geschwindigkeit gespeichert und der Retarder hält, im Rahmen des maximal möglichen Bremsmomentes, das Fahrzeug am Gefälle konstant auf dieser Geschwindigkeit.

Wird nach aktiver Funktion ,,Konstante Geschwindigkeit" der Retarder ausgeschaltet (Stellung 0) oder eine Bremsstufe eingelegt (Stellung 2 bis 5) wird die Speicherung der ,,Konstanten Geschwindigkeit" gelöscht.

Ein erneutes Setzen der Funktion ,,Konstante Geschwindigkeit" speichert die neue momentane Geschwindigkeit. Beim Einlegen der Stellung 2 bis 5 am Retarderstufenschalter wird entsprechend die Bremsstufe 1 bis 4 angesteuert. In der Maximalstellung des Retarderstufenschalters wird das höchstmögliche Bremsmoment erreicht.

Bei Überschreitung der maximal möglichen Kühlleistung wird die Retarderbremsmoment angepaßt.

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Allgemeines
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2.3

Funktions- und Steuerschema

(Fortsetzung)

Als Sonderausführung ist die Steuerung mit Funktion „Tastknopf für konstante Geschwindigkeit“ erhältlich. Die Betätigung des Retarders erfolgt hier über einen 4-stufigen Retarderstufenschalter. Durch Drücken des Tastknopfes in beliebiger Position des Retarderstufenschalters wird die momentane Geschwindigkeit gespeichert. In Bremsstufe 0 wird diese Speicherung wirksam und der Retarder hält, im Rahmen des maximal möglichen Bremsmomentes, das Fahrzeug am Gefälle konstant auf dieser Geschwindigkeit. Durch nochmaliges Drücken des Tastknopfes in beliebiger Schalterstellung wird die Geschwindigkeitsinformation gelöscht.

18007

c a b
c
a
b

Während einer Bergabfahrt mit aktivierter Funktion „Konstante Geschwindigkeit“ kann das Fahrzeug, im Rahmen des maximal möglichen Bremsmomentes und der Temperaturanpassung, bei einem auftretenden Hindernis (z.B. Kurve) durch Einlegen der Bremsstellungen 1 bis 4 verlangsamt werden. Beim anschließenden Einlegen der Stellung 0 am Retarderstufenschalter beschleunigt das Fahrzeug wieder bis auf die vorher eingespeicherte Geschwindigkeit.

Wirkungsweise des Retarders R 120-3

Das Steuermedium für den VOITH Retarder 120-3 ist Druckluft, die dem Luftkessel für Nebenverbraucher des Fahrzeuges entnommen wird.

Das hydrodynamische Prinzip

a Rotor (46)

b Stator (44)

c Ölstrom

Durch Betätigen des Retarderstufenschalters (16) erhält das Steuergerät (2) ein Eingangssignal. Aus diesem Eingangssignal wird im Steuergerät (2) ein Steuerstrom gebildet, der zum Proportionalventil (21) fließt. Vom Proportionalventil (21) wird je nach Größe des Steuerstromes ein pneumatischer Stelldruck p y zum Ölsumpf (43) ausgesteuert.

Durch den Stelldruck P

bestimmte Ölmenge in den Arbeitsraum zwischen Rotor (46) und Stator (44) gedrückt.

y

im Ölsumpf (43) wird je nach Betriebszustand (Gelenkwellendrehzahl) eine

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Allgemeines
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2.3

Funktions- und Steuerschema

(Fortsetzung)

Der Rotor (46) ist mit der Gelenkwelle zur Hinterachse des Fahrzeuges verbunden, der Stator (44) ist feststehend mit dem Retardergehäuse verbunden. Das Öl wird durch die Drehbewegung des Rotors (46) in Bewegung gesetzt und kreist im geschlossenen Umlaufstrom zwischen Rotor (46) und Stator (44). Die Verzögerung des Ölstromes in den Statorkammern bewirkt ein Abbremsen des Rotors und somit auch ein Abbremsen des Fahrzeuges.

Bei einer Bremsung wird die Verzögerungsenergie in Wärmeenergie umgewandelt. Um die Wärme abführen zu können, wird ständig eine Teilmenge der sich im Arbeitskreislauf befindlichen Ölmenge vom Rotor (46) durch einen Wärmeaustauscher (1) gepumpt und über Füllkanäle dem Kreislauf direkt wieder zugeführt. Im Wärmeaustauscher (1) wird die Wärme des Öles an das Kühlwasser des Fahrzeuges abgegeben und über die Fahrzeugkühlanlage abgeführt.

Beim Retarder 120-3 wird bei Fahrtantritt die Impulsschmierung für die Lagerung und die Dichtungen des Retarders aktiviert.

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Allgemeines
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2.3

Funktions- und Steuerschema

(Fortsetzung)

Temperatursensor Kühlwasser (19), Öl (20)

Die Temperatursensoren sind im Kühlsystem des Fahrzeuges (Rücklauf vom Retarder zum Kühler) und im Ölkanal des Retarders eingeschraubt und geben Informationen über Kühlwasser- und Öltemperatur an das Steuergerät (2) weiter.

Um eine Überschreitung der im Steuergerät vorgegebenen maximalen Wasser- und Öltemperatur zu verhindern, wird das Retarderbremsmoment zum Schutz der Fahrzeugkühlanlage und des Retarders entsprechend angepaßt. Es erfolgt eine Anpassung des Stelldruckes p y .

Das Bremsmoment und die damit anfallende Wärme reduzieren sich so lange, bis ein Gleichgewicht zwischen anfallender Retarderbremsenergie und über das Fahrzeugkühlsystem abführbarer Wärme entsteht.

Bei Überschreitung des Temperaturgrenzpunktes während einer Bremsung, wird zum Schutz der Fahrzeugkühlanlage und des Retarders das Bremsmoment angepaßt. Bei Überschreitung des Temperaturbegrenzungsbereiches, wird kein Bremsmoment mehr ausgesteuert.

Während die Temperaturanpassung wirksam ist, oder bei einem Ausfall des Retarders muß die Fahrzeuggeschwindigkeit mit der Betriebsbremse geregelt werden.

Zusätzlich paßt das Steuergerät bei zu schnellem Anstieg der Öltemperatur - unabhängig von der tatsächlichen Öltemperatur - das Bremsmoment an.

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Allgemeines
Allgemeines

2.3

Funktions- und Steuerschema

(Fortsetzung)

Profilentlüftung (23)

Die im Arbeitskreislauf befindliche Luft wird zu Beginn des Bremsvorganges vom Öl über die Profilentlüftung (23) aus dem Retarder verdrängt. Ist der Arbeitskreislauf entlüftet, steigt ein Schwimmer und verschließt die Profilentlüftung.

Statorbolzen (45)

Die Teller der Bolzen leiten im Leerlaufbetrieb die beschleunigte Luft über die Statorschaufeln hinweg und verhindern den Aufbau einer wirkungsvollen Strömung. Wenn der Arbeitsraum mit Öl gefüllt ist, drückt dieses die Teller gegen die Federkraft in ihren Sitz zurück und die Kreislaufströmung kann unge- hindert erfolgen.

Rückschlagventil (66) Edelstahl-Wärmeaustauscher

Das Rückschlagventil (66) verhindert im Leerlaufbetrieb des Retarders die Entleerung der Ölpassagen des Wärmeaustauschers durch den Luftstrom.

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Seite 2.3/6

Wartung
Wartung

3

Wartung

3.1 Wartungsarbeiten / Ölwechselintervalle

3.1/1

3.2 Ölstand prüfen

3.2/1

3.3 Ölwechsel 3.3/1

Edelstahl-Wärmeaustauscher

3.3/1

Aluminium-Wärmeaustauscher

3.3/5

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Seite 3/1

Wartung
Wartung

3.1

Wartungsarbeiten / Ölwechselintervalle

Übersicht der Wartungsarbeiten

Führen Sie nachstehende Wartungsarbeiten bei jedem Ölwechsel durch:

• Sichtkontrolle des kompletten Retarders auf Undichtigkeiten

• Überprüfung der Gelenkwellenschrauben auf korrekten Sitz, ggf. nachziehen. Richtlinien und Vorgaben des Fahrzeugherstellers beachten!

• Nachziehen aller Verschlußschrauben der Retardergrundgruppe und des Wärmeaustauschers mit dem vorgeschriebenen Anziehdrehmoment (siehe Anhang). Davon ausgenommen sind die Befestigungsmuttern und -schrauben des Wärmeaustauschers (siehe Kapitel 7).

und -schrauben des Wärmeaustauschers (siehe Kapitel 7). Achtung! Die Befestigungsmuttern und -schrauben des

Achtung!

Die Befestigungsmuttern und -schrauben des Wärmeaustauschers dürfen nur im Falle einer eindeutigen Undichtigkeit zwischen Wärmeaustauscher und Retarder nachgezogen werden. Anziehdrehmoment: 23 Nm

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Wartung
Wartung

3.1 Wartungsarbeiten / Ölwechselintervalle

(Fortsetzung)

 

Einbereichs-

Mehrbereichs-

Synth./ Teilsynth. Öl 1)

Mineralöl 1)

Mineralöl 1)

LKW Normaler Einsatz

90.000

km 2)

-

135.000

km 2)

LKW Schwerer Einsatz

45.000

km 2)

-

90.000

km 2)

BUS Normaler Einsatz

135.000 km 2)

90.000

km 2)

180.000

km 2)

BUS Schwerer Einsatz

60.000

km 2)

45.000

km 2)

90.000

km 2)

1) gemäß Betriebsstoffvorschrift, siehe Anhang 2) wird angegebene Laufleistung innerhalb 2 Jahren nicht erreicht, muß ein Ölwechsel durchgeführt wer- den.

1. „Normaler Einsatz“

Beispiel:

Fernreiseverkehr

2. „Schwerer Einsatz“

Beanspruchungen, die über das übliche Maß hinausgehen.

Beispiele:

– Einsätze in Gebieten mit hohen Außentemperaturen (z. B. Saudi-Arabien)

– Hohes zul. Gesamtgewicht bei niedriger Motornennleistung (< 8 PS/Tonne)

– Häufige Berg-Tal-Strecken

– Extreme Kurzstrecken mit hohem Gefälleanteil

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Wartung
Wartung

3.1

(Fortsetzung)

Wartungsarbeiten / Ölwechselintervalle

Die angegebenen Maximalwerte können unterschritten werden, wenn sich daraus bessere Abläufe, be- zogen auf die Gesamtwartung des Fahrzeuges, ergeben.

Bei einer Gesamtnutzungsdauer des Retarders von mehr als 10%, bezogen auf die Fahrzeuglauflei- stung, sowie weiteren, hier nicht aufgeführten Faktoren, die ebenfalls die Alterung des Retarderöls be- einflussen können, müssen die angegebenen Ölwechselintervalle individuell gekürzt werden.

Bei Einsatz in extremen Kältezonen müssen Öle mit entsprechend niedriger Viskositätsklasse (Trans- max Z oder SAE 5W-40) verwendet werden.

In Zweifelsfällen bitte Rücksprache mit unserem Kundendienst.

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Wartung
Wartung

3.2 Ölstand prüfen

Abbildung Ölstand prüfen

HinweisWartung 3.2 Ölstand prüfen Abbildung Ölstand prüfen Die Ölwechselintervalle entnehmen Sie bitte dem Kapitel 3.1, die

Die Ölwechselintervalle entnehmen Sie bitte dem Kapitel 3.1, die Betriebsstoffvorschriften dem Anhang.

1800

Dichtring A 30 x 36 erneuern

1900

Ölpeilstab M 30 x 1,5 Außensechskant, SW 24, 150 Nm

HinweisÖlpeilstab M 30 x 1,5 Außensechskant, SW 24, 150 Nm Die Abbildung zeigt einen Retarder 120-3

Die Abbildung zeigt einen Retarder 120-3 mit Edelstahl-Wärmeaustauscher. Ölstand prüfen bei Ausführung mit Aluminium-Wärmeaustau- scher ist identisch.

Ausführung mit Aluminium-Wärmeaustau- scher ist identisch. 1900 1800 18008 cbtd 2000-01 Service-Handbuch VOITH

1900

1800

18008

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Wartung
Wartung
Wartung Hinweise 3.2 Ölstand prüfen (Fortsetzung) Für einen einwandfreien Retarderbetrieb ist es wichtig, daß die

Hinweise

3.2 Ölstand prüfen

(Fortsetzung)

Für einen einwandfreien Retarderbetrieb ist es wichtig, daß die vorgeschriebene Servicebefüllung eingehalten wird und nur Öle verwendet werden, die in den Betriebsstoffvorschriften (siehe Anhang) für den entsprechenden Anwendungsfall freigegeben sind.

Servicebefüllung

Die Servicebefüllung für das gesamte Retardersystem ist abhängig von der Ausführung des angebauten Wärmeaustauschers (WAT) und der Einbaulage (siehe Datenblatt im Kapitel 9).

Zur Anwendung zugelassene Öltypen

Entnehmen Sie bitte die Spezifikationen der zur Anwendung zugelassenen Öltypen dem Anhang.

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Wartung
Wartung

HinweiseWartung 3.2 Ölstand prüfen (Fortsetzung) Zur Ölstandskontrolle muß die Temperatur des Retarderöles wärmer als 60°C

3.2 Ölstand prüfen

(Fortsetzung)

Zur Ölstandskontrolle muß die Temperatur des Retarderöles wärmer als 60°C (Betriebstemperatur) sein. Führen Sie die Ölstandskontrolle bei waagerecht stehendem Fahrzeug durch.

Beachten Sie eine geneigte Einbaulage.

Die Differenz zwischen der Minimal- und der Maximalmarkierung an der Ölpeilschraube entspricht ca. 0,5 Liter Öl.

Arbeitsumfang

1. Steuern Sie den Retarder im Stillstand voll ein (höchste Bremsstufe) und schalten Sie ihn nach ca. 5 Sek. aus. Wiederholen Sie den Vorgang zweimal.

Achtung!nach ca. 5 Sek. aus. Wiederholen Sie den Vorgang zweimal. Während der Ölstandskontrolle müssen Retarder und

Während der Ölstandskontrolle müssen Retarder und Fahrzeugzündung ausgeschaltet sein! Bei Nichtbeachtung besteht bei herausgedrehtem Ölpeilstab Verletzungsgefahr durch heißes austretendes Öl!

2. Schalten Sie den Retarder und die Fahrzeugzündung aus und warten Sie 5 Minuten.

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Wartung
Wartung

3.2

Wartung 3.2 Achtung! Verletzungsgefahr! Der Ölpeilstab (1900) ist heiß (Öltemperatur)! Ölstand prüfen (Fortsetzung)

Achtung! Verletzungsgefahr!

Der Ölpeilstab (1900) ist heiß (Öltemperatur)!

Ölstand prüfen

(Fortsetzung)

3. Schrauben Sie den Ölpeilstab (1900) heraus und entfernen Sie den Dichtring (1800). Wischen Sie das Öl am Ölpeilstab ab.

4. Setzen Sie den Ölpeilstab (1900) plan auf die Gewindebohrung auf. Nicht einschrauben!

5. Ziehen Sie den Ölpeilstab (1900) wieder heraus. Der Ölstand ist korrekt, wenn der Ölpegel zwischen der Minimal- und Maximalmarkierung des Ölpeilstabes steht.

6. Füllen Sie die eventuell fehlende Ölmenge über die Bohrung des Ölpeilstabes langsam ein.

7. Schrauben Sie den Ölpeilstab (1900) mit neuem Dichtring (1800) fest. Anziehdrehmoment 150 Nm

Max Min
Max
Min

1900

Max Min 1900 18009
Max Min 1900 18009

18009

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Wartung
Wartung

3.3

Abbildung Ölwechsel R 120-3 mit Edelstahl-Wärmeaustauscher

1700

Ölablaßschraube Retarder M 22 x 1,5 Innensechskant, SW10, 66 Nm

1800

Dichtring A 30 x 36 erneuern

1900

Ölpeilstab M 30 x 1,5 Außensechskant, SW 24, 150 Nm

Ölwechsel

1700 1900 1800 18010

1700

1900 1800
1900
1800

18010

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Wartung
Wartung

HinweiseWartung 3.3 Ölwechsel (Fortsetzung) Für einen einwandfreien Retarderbetrieb ist es wichtig, daß Sie die vorgeschriebene

3.3

Ölwechsel

(Fortsetzung)

Für einen einwandfreien Retarderbetrieb ist es wichtig, daß Sie die vorgeschriebene Servicebefüllung (siehe Tabelle Servicebefüllung auf dieser Seite) einhalten und nur Öle verwenden, die in den Betriebsstoffvorschriften (siehe Anhang) für den entsprechenden Anwendungsfall freigegeben sind.

 

Servicebe-

nach kompletter Zerlegung und Reinigung des Retarders, sowie entleertem Wärmeaustauscher *

nach Wechsel des Wämeaustauschers *

Wärmeaustauscher Typ

füllung *

Edelstahl-

     

Wärmeaustauscher

4,5 l

5,8 l

6,5 l

* Bei geneigter Einbaulage des Retarders bis ca. 4 ° - Ölfüllmenge um ca. 0,25l reduzieren, ca. 8 ° - Ölfüllmenge um ca. 0,5l reduzieren.

Zur Ölstandskontrolle muß die Temperatur des Retarderöles wärmer als 60°C (Betriebstemperatur) sein.

Achtung!Retarderöles wärmer als 60°C (Betriebstemperatur) sein. Während des gesamten Ölwechsels muß sichergestellt sein,

Während des gesamten Ölwechsels muß sichergestellt sein, daß kein Stelldruck auf den Retarder ausgesteuert wird. Das heißt, der Retarder und die Fahrzeugzündung müssen ausgeschaltet sein!

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Seite 3.3/2

Wartung
Wartung

Arbeitsumfang

3.3

Ölwechsel

(Fortsetzung)

1. Steuern Sie den Retarder im Stillstand voll ein (höchste Bremsstufe) und schalten Sie ihn nach ca. 5 sek. aus. Warten Sie 5 sek. und wiederholen Sie den Vorgang zweimal. Schalten Sie den Retarder und die Fahrzeugzündung aus und warten Sie 5 Minuten.

Achtung! Verletzungsgefahr!und die Fahrzeugzündung aus und warten Sie 5 Minuten. Der Ölpeilstab ist heiß (Öltemperatur)! 2. Schieben

Der Ölpeilstab ist heiß (Öltemperatur)!

2. Schieben Sie eine Ölauffangwanne unter den Retarder.

3. Drehen Sie den Ölpeilstab (1900) heraus und nehmen Sie den Dichtring (1800) ab.

Achtung! Verletzungsgefahr!(1900) heraus und nehmen Sie den Dichtring (1800) ab. Die Ölablaßschraube Retarder ist heiß (Öltemperatur)! 4.

Die Ölablaßschraube Retarder ist heiß (Öltemperatur)!

4. Schrauben Sie die Ölablaßschraube (1700) am Retarder heraus und lassen Sie das Öl ab.

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Seite 3.3/3

Wartung
Wartung

3.3

Ölwechsel

(Fortsetzung)

5. Überprüfen Sie den Dichtring der Ölablaßschraube auf evtl. Beschädigungen; ggf. ersetzen Sie die Ölablaßschraube.

6. Setzen Sie die Ölablaßschraube (1700) in die Bohrung ein und schrauben Sie diese fest. Anziehdrehmoment 66 Nm

7. Füllen Sie über die Bohrung des Ölpeilstabes (1900) die vorgeschriebene Servicebefüllung (siehe Seite 3.3/2) gemäß den Betriebsstoffvorschriften (siehe Anhang) langsam ein.

8. Schrauben Sie den Ölpeilstab (1900) mit einem neuen Dichtring (1800) fest. Anziehdrehmoment 150 Nm

einem neuen Dichtring (1800) fest. Anziehdrehmoment 150 Nm Hinweise Bitte lesen Sie die Ölwechselintervalle im Kapitel

Hinweise

Bitte lesen Sie die Ölwechselintervalle im Kapitel 3.1 und die Betriebsstoffvorschriften im Anhang nach!

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Seite 3.3/4

Wartung 3.3 Ölwechsel (Fortsetzung) Abbildung Ölwechsel R 120-3 mit Aluminium-Wärmeaustauscher 1002
Wartung
3.3
Ölwechsel
(Fortsetzung)
Abbildung Ölwechsel R 120-3
mit Aluminium-Wärmeaustauscher
1002
Ölablaßschraube Wärmeaus-
tauscher M 12 x 1,5
Innensechskant, SW 6, 25 Nm
1700
Ölablaßschraube Retarder
M 22 x 1,5
Innensechskant, SW 10, 66 Nm
1900
1800
Dichtring A 30 x 36
erneuern
1002
1900
Ölpeilstab M 30 x 1,5
Außensechskant, SW 24, 150 Nm
1700
1800
18011
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Seite 3.3/5
Wartung
Wartung

HinweisWartung 3.3 Ölwechsel (Fortsetzung) Für einen einwandfreien Retarderbetrieb ist es wichtig, daß Sie die vorgeschriebene

3.3

Ölwechsel

(Fortsetzung)

Für einen einwandfreien Retarderbetrieb ist es wichtig, daß Sie die vorgeschriebene Servicebefüllung (siehe Tabelle Servicebefüllung auf dieser Seite) einhalten und nur Öle verwenden, die in den Betriebsstoffvorschriften (siehe Anhang) für den entsprechenden Anwendungsfall freigegeben sind.

Wärmeaustauscher Typ

Servicebefüllung *

Erst-/Neubefüllung *

Aluminium-Wärmeaustauscher

5,5 l

6,0 l

* Bei geneigter Einbaulage des Retarders bis ca. 4 ° - Ölfüllmenge um ca. 0,25l reduzieren, ca. 8 ° - Ölfüllmenge um ca. 0,5l reduzieren.

Zum Ablassen muß die Temperatur des Retarderöles wärmer als 60°C (Betriebstemperatur) sein.

Achtung!Retarderöles wärmer als 60°C (Betriebstemperatur) sein. Während des gesamten Ölwechsels muß sichergestellt sein,

Während des gesamten Ölwechsels muß sichergestellt sein, daß kein Stelldruck auf den Retarder aus- gesteuert wird. Das heißt, der Retarder und die Fahrzeugzündung müssen ausgeschaltet sein!

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Seite 3.3/6

Wartung
Wartung

Arbeitsumfang

3.3

Achtung! Verletzungsgefahr!Wartung Arbeitsumfang 3.3 Der Ölpeilstab ist heiß (Öltemperatur)! Ölwechsel (Fortsetzung) 1. Schieben Sie eine

Der Ölpeilstab ist heiß (Öltemperatur)!

Ölwechsel

(Fortsetzung)

1. Schieben Sie eine Ölauffangwanne unter den Retarder.

2. Drehen Sie den Ölpeilstab (1900) heraus und nehmen Sie den Dichtring (1800) ab.

Achtung! Verletzungsgefahr!(1900) heraus und nehmen Sie den Dichtring (1800) ab. Die Ölablaßschrauben sind heiß (Öltemperatur)! 3.

Die Ölablaßschrauben sind heiß (Öltemperatur)!

3. Schrauben Sie die Ölablaßschraube Retarder (1700) und die Ölablaßschraube Wärme- austauscher (1002) heraus und lassen Sie das Öl ab.

4. Überprüfen Sie die Dichtringe der Ölablaßschrauben auf evtl. Beschädigungen; ggf. ersetzen Sie die Ölablaßschrauben.

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Seite 3.3/7

Wartung
Wartung

3.3

Ölwechsel

(Fortsetzung)

5. Setzen Sie die Ölablaßschrauben (1700 und 1002) in die jeweiligen Bohrungen ein und schrauben Sie diese fest.

Ölablaßschraube Retarder (1700), Anziehdrehmoment 66 Nm Ölablaßschraube Wärmeaustauscher (1002), Anziehdrehmoment 25 Nm

6. Füllen Sie über die Bohrung des Ölpeilstabes (1900) die vorgeschriebene Servicebefüllung (siehe Seite 3.3/6) gemäß den Betriebsstoffvorschriften (siehe Anhang) langsam ein.

7. Schrauben Sie den Ölpeilstab (1900) mit einem neuen Dichtring (1800) fest. Anziehdrehmoment 150 Nm

einem neuen Dichtring (1800) fest. Anziehdrehmoment 150 Nm Hinweise Bitte lesen Sie die Ölwechselintervalle im Kapitel

Hinweise

Bitte lesen Sie die Ölwechselintervalle im Kapitel 3.1 und die Betriebsstoffvorschriften im Anhang nach!

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Seite 3.3/8

Diagnose / Fehlersuche
Diagnose /
Fehlersuche

4 Diagnose / Fehlersuche

4.1 Fehlersuch-Ablaufschema

4.1/1

Elektrischer Anschlußplan

4.1/2

4.2 Fehlersuche und -beseitigung

4.2/1

4.3 Übersicht der Steuerungsteile

4.3/1

4.4 Vorratsdruck prüfen

4.4/1

4.5 Stelldruck prüfen

4.5/1

4.6 Propstrom prüfen

4.6/1

4.7 Temperaturanpassung prüfen

4.7/1

4.8 Drucksensor prüfen

4.8/1

4.9 Pumpendruck prüfen

4.9/1

4.10 Meßwert-Tabelle

4.10/1

4.11 Funktionskontrolle

4.11/1

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Service-Handbuch VOITH Retarder 120-3 Seite 4/1

Diagnose / Fehlersuche
Diagnose /
Fehlersuche

4.1

Abbildung Beanstandungshauptgruppen

/ Fehlersuche 4.1 Abbildung Beanstandungshauptgruppen Hinweis Fehlersuch-Ablaufschema Vor jeder Fehlersuche muß

Hinweis

Fehlersuch-Ablaufschema

Vor jeder Fehlersuche muß der Retarderölstand geprüft und korrigiert werden (siehe Kapitel 3.2 „Ölstand prüfen“). Für einen störungsfreien Retarderbetrieb ist es wichtig, daß die vorgeschriebene Servicebefüllung (siehe Kapitel 3.3 „Ölwechsel“ und Anhang) eingehalten wird.

A Ölundicht über Entlüftung Ölundicht Beanstandung antriebs- oder C R 120-3 abtriebsseitig Keine bzw. zu
A
Ölundicht über
Entlüftung
Ölundicht
Beanstandung
antriebs- oder
C
R 120-3
abtriebsseitig
Keine bzw.
zu geringe
Bremswirkung
D
18012
B
B

Retarder-

Kontroll-

Leuchte

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Service-Handbuch VOITH Retarder 120-3 Seite 4.1/1

Diagnose / Fehlersuche
Diagnose /
Fehlersuche

4.1

Abbildung Beanstandungshauptgruppe A

Fehlersuch-Ablaufschema

(Fortsetzung)

A
A
A Ölundicht über Entlüftung Retarder lstand pr fen NOK OK Wasser im l? (Emulsion) Wasser im

Ölundicht über

Entlüftung

A Ölundicht über Entlüftung Retarder lstand pr fen NOK OK Wasser im l? (Emulsion) Wasser im
A Ölundicht über Entlüftung Retarder lstand pr fen NOK OK Wasser im l? (Emulsion) Wasser im
Retarder lstand pr fen
Retarder lstand
pr fen
NOK OK Wasser im l? (Emulsion) Wasser im l? (Emulsion) Nein Ja Ja Nein W
NOK
OK
Wasser im l?
(Emulsion)
Wasser im l?
(Emulsion)
Nein
Ja
Ja
Nein
W rmeaus-
tauscher pr fen
siehe Kapitel 7
Retarder lstand
R cksprache
pr fen
VOITH
zu
zu
hoch
niedrig
Profilentl ftung
Retarder lstand
pr fen
korrigieren
(Kapitel 6.2)
OK
NOK
R ckschlagventil im
Edelstahl-W rmeaus-
tauscher pr fen
(Kapitel 6.3)
Profilentl ftung
ersetzen
(Kapitel 6.2)
OK
NOK
6.3) Profilentl ftung ersetzen (Kapitel 6.2) OK NOK R ckschlagventil im Edelstahl-W rmeaustauscher ersetzen
6.3) Profilentl ftung ersetzen (Kapitel 6.2) OK NOK R ckschlagventil im Edelstahl-W rmeaustauscher ersetzen

R ckschlagventil im Edelstahl-W rmeaustauscher ersetzen (Kapitel 6.3)

OK

NOK = Nicht in Ordnung

= In Ordnung

Steuerung pr fen (Kapitel 4.4 - 4.9)

18013

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Service-Handbuch VOITH Retarder 120-3 Seite 4.1/2

Diagnose / Fehlersuche
Diagnose /
Fehlersuche

4.1

Abbildung Beanstandungshauptgruppe B

Fehlersuch-Ablaufschema

(Fortsetzung)

B
B
Dauerlicht in Stellung 0 nach Lampentest
Dauerlicht
in Stellung 0
nach Lampentest
B Dauerlicht in Stellung 0 nach Lampentest Retarder- Kontroll- Leuchte ohne Funktion R cksprache VOITH blinkt

Retarder-

Kontroll-

Leuchte

in Stellung 0 nach Lampentest Retarder- Kontroll- Leuchte ohne Funktion R cksprache VOITH blinkt Fehlercode
in Stellung 0 nach Lampentest Retarder- Kontroll- Leuchte ohne Funktion R cksprache VOITH blinkt Fehlercode
ohne Funktion R cksprache VOITH
ohne
Funktion
R cksprache
VOITH
blinkt
blinkt
Fehlercode auslesen (siehe Kapitel 4.2)
Fehlercode
auslesen
(siehe Kapitel 4.2)
Temperatur- anpassung!
Temperatur-
anpassung!
auslesen (siehe Kapitel 4.2) Temperatur- anpassung! Fehler beheben und Fehlerspeicher l schen (siehe Kapitel
auslesen (siehe Kapitel 4.2) Temperatur- anpassung! Fehler beheben und Fehlerspeicher l schen (siehe Kapitel

Fehler beheben und Fehlerspeicher l schen (siehe Kapitel 4.2)

Bedienung pr fen (Bei Retarderbremsung m glichst Motoren-Nenndrehzahl)

fen (Bei Retarderbremsung m glichst Motoren-Nenndrehzahl) OK NOK Fahrer einweisen! Temperatursensoren ( l und Wasser)

OK

(Bei Retarderbremsung m glichst Motoren-Nenndrehzahl) OK NOK Fahrer einweisen! Temperatursensoren ( l und Wasser)
NOK Fahrer einweisen!
NOK
Fahrer einweisen!

Temperatursensoren ( l und Wasser) und deren Zuleitungpr fen (siehe Kapitel 4.7)

OK NOK Fahrzeugk hlanlage pr fen: Temperatursensor bzw. Zuleitung ersetzen (siehe Kapitel 8.3 und 8.4)
OK
NOK
Fahrzeugk hlanlage
pr fen:
Temperatursensor
bzw. Zuleitung
ersetzen (siehe
Kapitel 8.3 und 8.4)
- K hlmittelstand
- Thermostat
- K hlmittelpumpe
- L fter
- K hlernetz auf
Verschmutzung

OK

NOK = Nicht in Ordnung

= In Ordnung

18014

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Service-Handbuch VOITH Retarder 120-3 Seite 4.1/3

Diagnose / Fehlersuche
Diagnose /
Fehlersuche

4.1

Abbildung Beanstandungshauptgruppe C

Fehlersuch-Ablaufschema

(Fortsetzung)

C
C
C Ölundicht antriebs- oder abtriebsseitig Wasser im l (Emulsion) JA NEIN W rmeaustauscher ersetzen (siehe Kapitel

Ölundicht

antriebs- oder

abtriebsseitig

C Ölundicht antriebs- oder abtriebsseitig Wasser im l (Emulsion) JA NEIN W rmeaustauscher ersetzen (siehe Kapitel
C Ölundicht antriebs- oder abtriebsseitig Wasser im l (Emulsion) JA NEIN W rmeaustauscher ersetzen (siehe Kapitel
Wasser im l (Emulsion) JA NEIN W rmeaustauscher ersetzen (siehe Kapitel 8)
Wasser im l
(Emulsion)
JA
NEIN
W rmeaustauscher
ersetzen
(siehe Kapitel 8)
JA NEIN W rmeaustauscher ersetzen (siehe Kapitel 8) Radialwellendichtring antriebs- bzw. abtriebsseitig pr fen

Radialwellendichtring antriebs- bzw. abtriebsseitig pr fen und ggf. ersetzen (Kapitel 6.7, 6.8)

abtriebsseitig pr fen und ggf. ersetzen (Kapitel 6.7, 6.8) Tritt nach der Probefahrt das Problem erneut

Tritt nach der Probefahrt das Problem erneut auf R cksprache VOITH

18015

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Service-Handbuch VOITH Retarder 120-3 Seite 4.1/4

Diagnose / Fehlersuche
Diagnose /
Fehlersuche

4.1

Abbildung Beanstandungshauptgruppe D

Fehlersuch-Ablaufschema

(Fortsetzung)

D
D
D Keine bzw. zu geringe Bremswirkung = In Ordnung NOK = Nicht in Ordnung OK Retarder

Keine bzw.

zu geringe

Bremswirkung

D Keine bzw. zu geringe Bremswirkung = In Ordnung NOK = Nicht in Ordnung OK Retarder

= In Ordnung

NOK = Nicht in Ordnung

OK

Retarder lstand pr fen OK NOK Wasser im l (Emulsion) Wasser im l (Emulsion) Nein
Retarder lstand
pr fen
OK
NOK
Wasser im l
(Emulsion)
Wasser im l
(Emulsion)
Nein
Ja
Ja
Nein
W rmeaustauscher
pr fen
siehe Kapitel 7
p y (statisch)
pr fen
(Kapitel 4.5)
OK
NOK
Prop.-Strom pr fen (Kapitel 4.6) OK NOK
Prop.-Strom
pr fen
(Kapitel 4.6)
OK
NOK
4.5) OK NOK Prop.-Strom pr fen (Kapitel 4.6) OK NOK Retarder lstand korrigieren * * Tritt

Retarder lstand

korrigieren *

* Tritt nach der Probefahrt das Problem erneut auf, weiter bei Profilentl ftung pr fen

p (dynam.) pr fen (Kapitel 4.9) NOK OK R cksprache R cksprache VOITH VOITH
p (dynam.)
pr fen
(Kapitel 4.9)
NOK
OK
R cksprache
R cksprache
VOITH
VOITH
Temperaturabre- gelung und Drucksensor pr fen (Kapitel 4.7, 4.8) OK NOK Vorratsluft pr fen (Kapitel
Temperaturabre-
gelung und
Drucksensor
pr fen
(Kapitel 4.7, 4.8)
OK
NOK
Vorratsluft
pr fen
(Kapitel 4.4)
R cksprache
R cksprache
OK
NOK
VOITH
VOITH
Fahrzeug-
Proportionalventil
Druckluftanlage
oder
pr fen
D mpfungsplatte
mechanisch
OK
NOK
defekt
R cksprache
R cksprache
VOITH
Fahrzeughersteller

18016

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Service-Handbuch VOITH Retarder 120-3 Seite 4.1/5

Diagnose / Fehlersuche
Diagnose /
Fehlersuche

4.1

Fehlersuch-Ablaufschema

(Fortsetzung)

Elektrischer Anschlußplan Variante 1 (getrennte Anschlüsse der Temperatursensoren)

cbtd 2000-01

Steckverbindung 4 pol. "ISO Schnittstelle" 3 1 2 4 Steckverbindung 8 pol. "Stufenschalter"
Steckverbindung 4 pol.
"ISO Schnittstelle"
3
1
2
4
Steckverbindung 8 pol.
"Stufenschalter"
Digiprop
3
CAN-high
Kabel E-Fach
2
CAN-Masse
1
CAN-low
6
Stellung 1
rosa
7
Stellung 1
5
Stellung 2
blau
6
Stellung 2
4
Stellung 3
orangeorange
5
Stellung 3
9
Stellung 4
weiwei§
3
Stellung 4
8
Stellung 5
grau
2
Stellung 5
7
KL 15 (Z ndschlo )
rot
8
Stufenschalten‘+‘
X1.
rot
4
12
ISO K
blau/wei
18pol.
11
ISO L
orange/wei
10
Stufenschalter‘+‘
violett
violett
15
KL 31 (Masse)
braun
KL 15 (Z ndschlo )
KL 31 (Masse)
+
braun
14
KL 30 (Batterie)
schwarz
13
18
Output / high side 1 ‘HS 1‘
beige
17
Output / low side 1 ‘LS 1‘
gelb/gr n
16
Output / high side ‘HS 2‘
schwarz/wei
Kabel Retarder
Pin 1
3
Propventil ‘+‘
rosa
Propventil ‘+‘
2
2
Propventil ‘-‘
grau
Propventil ‘-‘
3
1
Schaltventil ‘+‘
orange
Schaltventil ‘+‘
4
X2.
6
Schaltventil ‘-‘
beige
Schaltventil ‘-‘
9pol.
5
Wassertemp.‘+‘
gelb/gr n
Wassertemp.‘+‘
4
Wassertemp.‘-‘
blau
Wassertemp.‘-‘
9
ltemp.‘+‘
violett
ltemp.‘+‘
8
lltemp.‘-‘
wei
ltemp.‘-‘
7
3
ABS
schwarz/wei
ABS
2
Tachosignal
blau
Tachosignal
1
Input / pull-up ‘DIU 1‘
wei
Drucksensor - Masse
rosa
6
5
Input / pull-down ‘DID 1‘
blau/wei
Input / pull-down ‘DID 2‘
braun/wei
X3.
4
9
Input / pull-down ‘DID 3‘
orange/wei
12pol.
Kontrolleuchte
gelb/gr n
8
Kontrolleuchte
+
7
Drucksensorsignal
grau/schwarz
grau
12
Input / p.-down / PWM-in ‘DID 4 ‘
grau
11
Bremslichtrelais
orange
Bremslichtrelais
10
Drucksensor + 5V
rot/wei
3
1
2
4
1
9
5
8
4
3
2
7
6 11 12 10 1314
Steckverbindung 4 pol.
"Drucksensor"
Steckverbindung 14 pol.
"Zusatzfunktionen"
18017
Steckverbindung 4 pol.
"ISO Schnittstelle"
3
1
2
4
Steckverbindung 8 pol.
"Stufenschalter"
Digiprop
3
CAN-high
Kabel E-Fach
2
CAN-Masse
1
CAN-low
6
Stellung 1
rosa
7
Stellung 1
5
Stellung 2
blau
6
Stellung 2
4
Stellung 3
orangeorange
5
Stellung 3
9
Stellung 4
weiwei§
3
Stellung 4
8
Stellung 5
grau
2
Stellung 5
7
KL 15 (Z ndschlo )
rot
8
Stufenschalten‘+‘
X1.
rot
4
12
ISO K
blau/wei
18pol.
11
ISO L
orange/wei
violett
10
Stufenschalter‘+‘
violett
braun
15
KL 31 (Masse)
KL 15 (Z ndschlo )
KL 31 (Masse)
+
braun
14
schwarz
13
KL 30 (Batterie)
18
Output / high side 1 ‘HS 1‘
beige
17
Output / low side 1 ‘LS 1‘
gelb/gr n
16
Output / high side ‘HS 2‘
schwarz/wei
Kabel Retarder
Pin 1
3
Propventil ‘+‘
rosa
Propventil ‘+‘
2
2
Propventil ‘-‘
grau
Propventil ‘-‘
3
1
Schaltventil ‘+‘
orange
Schaltventil ‘+‘
4
X2.
6
Schaltventil ‘-‘
beige
Schaltventil ‘-‘
9pol.
5
Wassertemp.‘+‘
gelb/gr n
Wassertemp.‘+‘
4
Wassertemp.‘-‘
blau
Wassertemp.‘-‘
9
ltemp.‘+‘
violett
ltemp.‘+‘
8
lltemp.‘-‘
wei
ltemp.‘-‘
7
3
ABS
schwarz/wei
ABS
Tachosignal
blau
2
Tachosignal
1
Input / pull-up ‘DIU 1‘
wei
6
Drucksensor - Masse
rosa
5
Input / pull-down ‘DID 1‘
blau/wei
4
Input / pull-down ‘DID 2‘
braun/wei
X3.
9
Input / pull-down ‘DID 3‘
orange/wei
12pol.
Kontrolleuchte
gelb/gr n
8
Kontrolleuchte
+
7
Drucksensorsignal
grau/schwarz
grau
12
Input / p.-down / PWM-in ‘DID 4 ‘
grau
11
Bremslichtrelais
orange
Bremslichtrelais
10
Drucksensor + 5V
rot/wei
3
1
2
4
1
9
5
8
4
3
2
7
6 11 12 10 1314
Steckverbindung 4 pol.
"Drucksensor"
Steckverbindung 14 pol.
"Zusatzfunktionen"
18018

Elektrischer Anschlußplan Variante 2 (gemeinsamer Steckanschluß der Temperatursensoren)

Diagnose / Fehlersuche
Diagnose /
Fehlersuche

Fehlersuche- und beseitigung

Vorbedingung zur Prüfung

4.2 Fehlersuche und -beseitigung

Batteriespannung 18 - 32 V

Die elektrische Anlage ist nach der Betriebsanleitung des Fahrzeuges geprüft und in Ordnung.

Die Sicherung zum Retarder-Steuergerät ist geprüft und in Ordnung.

Druckluft 6 - 11 bar

Bei Prüfungen mit dem Multimeter muß am Steuergerät (2) an Pin 15 (Stecker X1) Masse, an Pin 7 und Pin 13 (Stecker X1) Klemme 15 angeschlossen sein.

Pin 7 und Pin 13 (Stecker X1) Klemme 15 angeschlossen sein. Hinweis Vor jeder Fehlersuche muß

Hinweis

Vor jeder Fehlersuche muß der Retarderölstand geprüft und ggf. korrigiert werden (siehe Kapitel 3.2 „Ölstand prüfen“).

Für einen störungsfreien Retarderbetrieb ist es wichtig, daß die vorgeschriebene Servicebefüllung (siehe Tabellen Kapitel 3.3), eingehalten wird.

cbtd 2000-01

53.2676.10

Service-Handbuch VOITH Retarder 120-3 Seite 4.2/1

Diagnose / Fehlersuche
Diagnose /
Fehlersuche

HinweisDiagnose / Fehlersuche 4.2 Fehlersuche und -beseitigung (Fortsetzung) Die Retarder-Kontrolleuchte hat die Funktion einer

4.2 Fehlersuche und -beseitigung

(Fortsetzung)

Die Retarder-Kontrolleuchte hat die Funktion einer Fehleranzeige:

Dauerlicht in Stellung 0 - 5 des Retarderstufenschalters

- leichter Fehler

Bremsvorgänge sind weiterhin, teilweise mit eingeschränktem Bremsmoment, möglich.

- schwerer Fehler

es sind keine Bremsvorgänge mehr möglich - der Retarder ist abgeschaltet.

Hinweismehr möglich - der Retarder ist abgeschaltet. Wird die Zündung aus- und eingeschaltet, ist der Retarder

Wird die Zündung aus- und eingeschaltet, ist der Retarder wieder in Funktion und die Retarder- Kontrolleuchte erlischt. Bei erneutem Auftreten des Fehlers schaltet der Retarder bei schwerem Fehler wieder ab und die Retarder-Kontrolleuchte zeigt Dauerlicht in Stellung 0 - 5 des Retarderstufenschalters.

cbtd 2000-01

53.2676.10

Service-Handbuch VOITH Retarder 120-3 Seite 4.2/2

Diagnose / Fehlersuche
Diagnose /
Fehlersuche

4.2 Fehlersuche und -beseitigung

(Fortsetzung)

Anordnung der Kabelsatz-Steckverbindungen und Steckerbelegung

der Kabelsatz-Steckverbindungen und Steckerbelegung Hinweis Die Abbildungen zeigen die Kabelstecker immer von

Hinweis

Die Abbildungen zeigen die Kabelstecker immer von der Steckseite.

Stecker X1 Steuergerät

1

Nicht belegt

2

Nicht belegt

3

Nicht belegt

4

Retarderstufenschalter, Stellung 3 (or)

5

Retarderstufenschalter, Stellung 2 (bl)

6

Retarderstufenschalter, Stellung 1 (rs)

7

Klemme 15 (rt)

8

Retarderstufenschalter, Stellung 5 (gr)

9

Retarderstufenschalter, Stellung 4 (ws)

10

Retarderstufenschalter + (vi)

11

ISO-Schnittstelle, L-Leitung (or/ws)

12

ISO-Schnittstelle, K-Leitung (bl/ws)

13

mit Klemme 15 verbunden (sw)

14

Nicht belegt

15

Klemme 31 (br)

16

Output / high side 2 HS2 (sw/ws)

17

Output / low side 1 LS1 (ge/gn)

18

Output / high side 1 HS1 (be)

cbtd 2000-01

53.2676.10

Service-Handbuch VOITH Retarder 120-3 Seite 4.2/3

16 13 10 7 4 1 17 14 11 8 5 2 18 15 12
16 13
10
7
4
1
17 14
11
8
5
2
18 15
12
9
6
3

18019

Diagnose / Fehlersuche
Diagnose /
Fehlersuche

4.2 Fehlersuche und -beseitigung

(Fortsetzung)

Stecker X2 Steuergerät

1 ohne Funktion (or)

2 Proportionalventil - (gr)

3 Proportionalventil - (rs)

4 Temperatursensor Kühlwasser - (bl)

5 Temperatursensor Kühlwasser + (ge/gn)

6 ohne Funktion / Masse (be)

7 Nicht belegt

8 Temperatursensor Öl - (ws)

9 Temperatursensor Öl + (vi)

Stecker X3 Steuergerät

1

Input / pull-up „DIU 1“ (ws)

2

Tachosignal (bl)

3

ABS-Signal (sw/ws)

4

Input / pull-down „DID 2“ (br/ws)

5

Input / pull-down „DID 1“ (bl/ws)

6

Drucksensor Masse (rs)

7

Drucksensor Signalspannung (gr/sw)

8

Retarder-Kontrolleuchte (ge/gn)

9

Input / pull-down „DID 3“ (or/ws)

10

Drucksensor Versorgungsspannung (rt/ws)

11

Bremslichtrelais (or)

12

Input / pull-down / PWM-in „DID 4“ (gr)

7 4 1 8 5 2 9 6 3 18020 10 7 4 1 11
7 4
1
8 5
2
9 6
3
18020
10 7
4
1
11 8
5
2
12 9
6
3
18021

cbtd 2000-01

53.2676.10

Service-Handbuch VOITH Retarder 120-3 Seite 4.2/4

Diagnose / Fehlersuche
Diagnose /
Fehlersuche

4.2 Fehlersuche und -beseitigung

(Fortsetzung)

Stecker Zusatzfunktionen

1

Retarderstufenschalter + (vi)

2

Input / pull-down „DID 1“ (bl/ws)

3

Input / pull-down „DID 2“ (br/ws)

4

Input / pull-down „DID 3“ (or/ws)

5

Input / pull-down / PWM-in „DID 4“ (gr)

6

Input / pull-up „DIU 1“ (ws)

7

Drucksensor Masse (rs)

8

Drucksensor Signalspannung (gr/sw)

9

Drucksensor Versorgungsspannung (rt/ws)

10

Output / high side 1 „HS1“ (be)

11

Output / high side 2 „HS2“ (sw/ws)

12

Output / low side 1 „LS1“ (ge/gn)

13

Klemme 15 (rt)

14

Klemme 31 (br)

Stecker ISO-Schnittstelle

1 K-Leitung (bl/ws)

2 L-Leitung (or/ws)

3 Klemme 15 (rt)

4 Klemme 31 (br)

2 4 6 8 10 12 14 1 3 5 7 9 11 13 18022
2 4
6
8
10
12
14
1 3
5
7
9
11
13
18022
4
3
2
1
18023

cbtd 2000-01

53.2676.10

Service-Handbuch VOITH Retarder 120-3 Seite 4.2/5

Diagnose / Fehlersuche
Diagnose /
Fehlersuche

4.2 Fehlersuche und -beseitigung

(Fortsetzung)

Bajonettstecker Temperatursensor - Kühlwasser

Variante 1

1 Wassertemperatur + (ge/gn)

2 Wassertemperatur - (bl)

3 ohne Funktion

4 ohne Funktion

4 2 1 3
4
2
1
3

18024

Stecker Temperatursensor- Kühlwasser

Variante 2

18025

18025

cbtd 2000-01

53.2676.10

Service-Handbuch VOITH Retarder 120-3 Seite 4.2/6

Diagnose / Fehlersuche
Diagnose /
Fehlersuche

Stecker Proportionalventil

1 Proportionalventil + (rs)

2 Proportionalventil - (gr)

3 ohne Funktion (or)

4 ohne Funktion (be)

4.2 Fehlersuche und -beseitigung

(Fortsetzung)

4 2 1 3
4
2
1
3

18024

Stecker Retarderstufenschalter

1 Nicht belegt

2 Stellung 5 - (gr)

3 Stellung 4 - (ws)

4 Retarderstufenschalter + (vi)

5 Stellung 3 - (or)

6 Stellung 2 - (bl)

7 Stellung 1 - (rs)

8 Brücke zu Pin 4

5678 1234
5678
1234

18026

cbtd 2000-01

53.2676.10

Service-Handbuch VOITH Retarder 120-3 Seite 4.2/7

Diagnose / Fehlersuche
Diagnose /
Fehlersuche

4.2 Fehlersuche und -beseitigung

(Fortsetzung)

Stecker Drucksensor

1 Drucksensor - 5V (rt/ws)

2 Drucksensor - Signal (gr/schw)

3 nicht belegt

4 Drucksensor - Masse (rs)

4 2 1 3
4
2
1
3

18024

cbtd 2000-01

53.2676.10

Service-Handbuch VOITH Retarder 120-3 Seite 4.2/8

Diagnose / Fehlersuche
Diagnose /
Fehlersuche

A. Mit Fehlercode

Sonderwerkzeug 53.8224.10
Sonderwerkzeug
53.8224.10

Handelsübliche Werkzeuge

4.2 Fehlersuche und -beseitigung

(Fortsetzung)

Multimeter

empfohlen: Fluke 87

-beseitigung (Fortsetzung) Multimeter empfohlen: Fluke 87 Hinweis Der Fehlerspeicher kann über den Blinkcode der

Hinweis

Der Fehlerspeicher kann über den Blinkcode der Retarder-Kontrolleuchte, mit Servicekabel oder Retarderstufenschalter ausgelesen werden.

Weiterhin ist eine Diagnose mittels Software „DigiDia“ möglich. Bitte setzen Sie sich hierzu mit VOITH TURBO oder mit einem unserer Servicepartner in Verbindung.

cbtd 2000-01

53.2676.10

Service-Handbuch VOITH Retarder 120-3 Seite 4.2/9

Diagnose / Fehlersuche
Diagnose /
Fehlersuche

4.2 Fehlersuche und -beseitigung

(Fortsetzung)

Fehlerspeicher auslesen über Blinkcode der Retarder-Kontrolleuchte

auslesen über Blinkcode der Retarder-Kontrolleuchte Hinweis Sind mehrere Fehler gespeichert, so werden die

Hinweis

Sind mehrere Fehler gespeichert, so werden die Fehler in der Reihenfolge ihres zeitlichen Auftretens ausgegeben, wobei stets nur ein Fehler pro Auslösung ausgegeben wird.

Vor und nach jeder Blinkcode-Ausgabe gibt es eine Pause von 3 Sekunden. Während dieser Pause ist die RKL AUS.

Liegt ein aktueller Fehler vor, (die RKL ist vor der Auslösung des Blinkcodes auf EIN), schaltet die RKL nach dem Blinkcode wieder auf Dauerlicht. Liegt nur ein gespeicherter Fehler vor, bleibt sie nach der Ausgabe AUS.

Die Anzahl der Zehner wird zuerst als lange EIN-Zeiten ausgegeben:

Die Anzahl der Einer wird anschließend als kurze EIN-Zeiten ausgegeben:

Pausen zwischen jeder EIN-Zeit:

je 2 Sekunden je 0,5 Sekunden je 1 Sekunde

Ausnahme:

Der Fehler „Codierung fehlerhaft“ wird nicht gespeichert, der Blinkcode jedoch ausgegeben.

cbtd 2000-01

53.2676.10

Service-Handbuch VOITH Retarder 120-3 Seite 4.2/10

Diagnose / Fehlersuche
Diagnose /
Fehlersuche

4.2 Fehlersuche und -beseitigung

(Fortsetzung)

Für die Aktivierung des Blinkcodes bestehen zwei Möglichkeiten:

a) Fehlerspeicher auslesen mit Hilfe des Retarderstufenschalters

Während der Servicefunktion (d. h. v = 0, Zündung Aus, Zündung EIN) kann mit Hilfe des Retarder- stufenschalters der Blinkcode ausgelöst werden:

1. RSS-Stellung 0 einlegen

2. RSS-Stellung 1 einlegen ( 2 Sekunden)

3. RSS-Stellung 0 einlegen

4. Blinkcode des ersten Fehlers wird ausgegeben

5. Wiederholung von Arbeitsschritt 1 bis 3 für weitere Blinkcode-Ausgaben

b) Fehlerspeicher auslesen mit Servicekabel

Voraussetzungen

Retarderstufenschalter ist in Stellung O. Fahrzeug steht, Zündung EIN

sec

sec

sec

sec

0,5 sec

sec

0,5 sec

sec

0,5 sec

1

1

1

1

2

2

sec sec sec sec 0,5 sec sec 0,5 sec sec 0,5 sec 1 1 1 1

18027

Anzeigebeispiel: Fehlercode 23

E

Retarder-Kontrolleuchte ein

A

Retarder-Kontrolleuchte aus

t

Zeit

1. Die L-Leitung der Service Schnittstelle für länger als 2s auf Masse legen. Hierzu drücken Sie den „L - Tastknopf“ am Servicekabel.

2. Der Blinkcode des ersten Fehlers wird ausgegeben.

3. Wiederholung von Arbeitsschritt 2 und 3 für weitere Blinkcode - Ausgaben

cbtd 2000-01

53.2676.10

Service-Handbuch VOITH Retarder 120-3 Seite 4.2/11

Diagnose / Fehlersuche
Diagnose /
Fehlersuche

4.2 Fehlersuche und -beseitigung

(Fortsetzung)

Fehlerspeicher löschen

Keine Randbedingungen gemäß Fehlerspeicher auslesen.

1. Zündung: AUS

2. Die L-Leitung der Service Schnittstelle auf Masse legen. Hierzu drücken Sie den „L - Tastknopf“ am Servicekabel.

3. Zündung: EIN

4. Nach einer Zeit von mehr als 2 s trennen Sie die L-Leitung von Masse.

cbtd 2000-01

53.2676.10

Service-Handbuch VOITH Retarder 120-3 Seite 4.2/12

Diagnose / Fehlersuche
Diagnose /
Fehlersuche
Diagnose / Fehlersuche Hinweis: 4.2 Fehlersuche und -beseitigung (Fortsetzung) I n der Spalte Messung /Prüfanschluß“

Hinweis:

4.2 Fehlersuche und -beseitigung

(Fortsetzung)

In der Spalte Messung /Prüfanschluß“ bedeuten: X1/15 X3/11, Pin 15 an Stecker X 1, Multimeter Meßart Ohm, Pin 11 an Stecker X3

Tabelle 1:

 

Fehler

Fehlertext

Klasse

Fehler-

Voraussetzung/

Messung/

 

Ergebnis/

Ursache/

 

erkennungs-

Betätigung

Prüfanschluß 1)

Sollwert

Abhilfe 2)

zeit

Code

(Prüfschritt)

01

 

Bremslichtrelais

leicht

1 s

- Zündung: AUS

X 3/11

X 1/15

bei installier-

Leitung, Stecker und Relais bzw. Verbraucher prüfen

Masseschluß

- Stecker X3 von Steuergerät abziehen

 

tem Relais:

250-350

02

 

Ausgang LS 1 Batterieschluß

leicht

400 ms

- Zündung: AUS

X 1/17 V X 1/15

0 V

Leitung, Stecker und Verbraucher prüfen

- Stecker X1 von Steuergerät abziehen

 

- Zusatzfunktion (z.B. Lampe oder Relais abtrennen

 

- Zündung: EIN

1) X 1/15 = Masse Steuergerät 2) Erst wenn Komplettprüfung der Peripherie keine Fehlererkennung ergab: Steuergerät tauschen.

cbtd 2000-01

53.2676.10

Service-Handbuch VOITH Retarder 120-3 Seite 4.2/13

Diagnose / Fehlersuche
Diagnose /
Fehlersuche

Tabelle 2:

4.2 Fehlersuche und -beseitigung

(Fortsetzung)

 

Fehler

Fehlertext

Klasse

Fehler-

Voraussetzung/

Messung/

 

Ergebnis/

Ursache/

 

erkennungs-

Betätigung

Prüfanschluß

Sollwert

Abhilfe

zeit

Code

(Prüfschritt)

03

 

Ausgang HS 1 Masseschluß

leicht

1 s

- Zündung: AUS

X

1/18

== X 1/15

bei installier-

Leitung, Stecker und Relais bzw. Verbraucher prüfen

- Stecker X1 von Steuergerät abziehen

 

tem Relais:

 

250-350

04

 

Ausgang HS 2 Masseschluß

leicht

1 s

- Zündung: AUS

X

1/16

X 1/15

bei installier-

Leitung, Stecker und Relais bzw. Verbraucher prüfen

- Stecker X1 von Steuergerät abziehen

 

tem Relais:

 

250-350

05

 

Klemme 15

schwer

60

s

- Zündung: AUS

X

1/7

V X 1/15

17,5 V

Leitung, Stecker und Sicherung prüfen

Unterspannung

 

- Stecker X1 von Steuergerät abziehen

 

- Zündung: EIN

 

06

 

Klemme 15

schwer

10

s

- Zündung: AUS

X

1/7

V X 1/15

32,5 V

Elektrische Anlage des Fahrzeuges überprüfen (siehe Herstellerangaben)

Überspannung

 

- Stecker X1 von Steuergerät abziehen

 

- Zündung: EIN

 

- Motor starten (Leerlauf)

cbtd 2000-01

53.2676.10

Service-Handbuch VOITH Retarder 120-3 Seite 4.2/14

Diagnose / Fehlersuche
Diagnose /
Fehlersuche

Tabelle 3:

4.2 Fehlersuche und -beseitigung

(Fortsetzung)

 

Fehler

Fehlertext

Klasse

Fehler-

Voraussetzung/

Messung/

Ergebnis/

Ursache/

 

erkennungs-

Betätigung

Prüfanschluß

Sollwert

Abhilfe

zeit

Code

(Prüfschritt)

08

 

Wassertemp.-

leicht

1 s

- Zündung: AUS

X 2/5

X 2/4

20°C ± 10°C =

Leitung und Sensor

09

Sensor

- Stecker X2 von Steuergerät abziehen

 

1039

- 1117

prüfen

Batterieschluß/

 

Masseschluß

60°C ± 10°C =

 

1099

- 1271

80°C ± 10°C =

1271

- 1347

Hinweis:

Die Messung in einem Tempera- turbereich ist in der Regel aus- reichend.

* Wenn Öl- und Wassertempereratur-Sensor gleichzeitig defekt sind, wird das als schwerer Fehler gewertet.

cbtd 2000-01

53.2676.10

Service-Handbuch VOITH Retarder 120-3 Seite 4.2/15

Diagnose / Fehlersuche
Diagnose /
Fehlersuche

Tabelle 4:

4.2 Fehlersuche und -beseitigung

(Fortsetzung)

 

Fehler

Fehlertext

Klasse

Fehler-

Voraussetzung/

Messung/

Ergebnis/

Ursache/

 

erkennungs-

Betätigung

Prüfanschluß

Sollwert

Abhilfe

zeit

Code

(Prüfschritt)

11

 

Öltemp.- Sensor

 

1 s

- Zündung: AUS

X 2/9

X 2/8

20°C ± 10°C =

Leitung und

12

Batterieschluß/

schwer/

- Stecker X2 von Steuergerät abziehen

 

1039

- 1117

Sensor prüfen

Masseschluß

leicht *

 

60°C ± 10°C =

 

1099

- 1271

80°C ± 10°C =

1271

- 1347

Hinweis:

Die Messung in einem Tempera- turbereich ist in der Regel ausrei- chend

* Wenn Öl- und Wassertempereratur-Sensor gleichzeitig defekt sind, wird das als schwerer Fehler gewertet.

cbtd 2000-01

53.2676.10

Service-Handbuch VOITH Retarder 120-3 Seite 4.2/16

Diagnose / Fehlersuche
Diagnose /
Fehlersuche

Tabelle 5:

4.2 Fehlersuche und -beseitigung

(Fortsetzung)

 

Fehler

Fehlertext

Klasse

Fehler-

Voraussetzung/

Messung/

Ergebnis/

Ursache/

 

erkennungs-

Betätigung

Prüfanschluß

Sollwert

Abhilfe

zeit

Code

(Prüfschritt)

13

1

Retarderstufen-

schwer

100 ms

- Zündung: EIN

X

1/10 V X 1/15

17,5 V

Leitung, Stecker und

schalter

- Retarderstufen-

   

Retarderstufen-

undefinierter

schalter:

X

1/6

V X 1/15

0

V

schalter prüfen

Zustand

Stellung 0

X

1/5

V X 1/15

0

V

X

1/4

V X 1/15

0

V

X

1/9

V X 1/15

0

V

X

1/8 V X 1/15

0

V

13

2

     

- Zündung: EIN

X

1/10 V X 1/15

17,5 V

Leitung, Stecker und

- Retarderstufen-

X

1/6

V X 1/15

17,5 V

Retarderstufen-

schalter:

   

schalter prüfen

Stellung 1

X

1/5

V X 1/15

0

V

X

1/4

V X 1/15

0

V

X

1/9

V X 1/15

0

V

X

1/8 V X 1/15

0

V

13

3

     

- Zündung: EIN

X

1/10 V X 1/15

17,5 V

Leitung, Stecker und

- Retarderstufen-

X

1/6

V X 1/15

17,5 V

Retarderstufen-

schalter:

X

1/5

V X 1/15

17,5 V

schalter prüfen

Stellung 2

   

X

1/4

V X 1/15

0

V

X

1/9

V X 1/15

0

V

X

1/8 V X 1/15

0

V

cbtd 2000-01

53.2676.10

Service-Handbuch VOITH Retarder 120-3 Seite 4.2/17

Diagnose / Fehlersuche
Diagnose /
Fehlersuche

Tabelle 6:

4.2 Fehlersuche und -beseitigung

(Fortsetzung)

 

Fehler

Fehlertext

Klasse

Fehler-