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Woran ich glaube

Ich glaube daran, dass die kleinste Einheit im Universum die Entscheidung ist: Tue ich etwas oder
tue ich es nicht? Man trifft ständig irgendwelche Entscheidungen, ohne es zu bemerken. Indem ich
hier sitze und diesen Text schreibe, habe ich die Entscheidung getroffen, eben genau dies zu tun. Ich
könnte statt dessen auch aufstehen und z.B. fernsehen.

Die Kraft, die alles geschaffen hat – was wir sehen, riechen, hören, fühlen, schmecken und was wir
eben gerade nicht sehen, riechen, hören, fühlen, schmecken – nenne ich Gott. Sie ist in jedem
Wesen, jeder Pflanze, jedem Tier, jedem Stück unbelebter Materie etc. Also auch ein Stück weit ein
Teil von mir. Dennoch ist Gott in erster Linie im Außen, als geistiger Führer, der einem Anreize
bietet, etwas bestimmtes zu tun oder nicht zu tun. So wie liebevolle Eltern eben ihr Kind dahin
bewegen wollen, von sich aus zu begreifen, dass es z.B. nicht auf die heiße Herdplatte fassen sollte,
weil dies weh tut.

Gott liebt jeden so, wie er ist. Egal ob man gut ist oder schlecht, lieb oder böse, etc. Aber er
versucht einem stets dahin zu geleiten, zu begreifen, dass man stets aus Respekt und Liebe dem
anderen gegenüber handeln sollte, denn nur im Frieden kann ein Nebeneinander dauerhaft
funktionieren.
Ich denke, dass jede Tat, die man tut, auf einen zurückfällt. Helfe ich anderen, wird mir geholfen,
schade ich anderen, schadet man mir.

Der Sinn eines Lebens ist es in meinen Augen, all seine Aspekte harmonisch zu vereinen. Da man
als Mensch den freien Willen hat, sowohl böses als auch gutes zu tun, hat man automatisch sowohl
böse als auch gute Anteile. Man muss lernen, dass es besser ist, den bösen Anteilen keine Macht
über sich gewähren zu lassen, da man sich damit in letzter Instanz nur selber schadet.

Was mich „an der Welt da draußen“ erschreckt und abstößt zu gleich, wie viele Menschen einen
dunklen Weg beschreiten. Es ist in meinen Augen der überwiegende Teil der Menschheit. Dies
bereitet mir irgendwo Sorgen und Ängste. Zum einen verstehe ich diese Menschen nicht. Zum
anderen nötigen sie mich indirekt, mich permanent in einer Art Alarmbereitschaft zu befinden, da
die Notwendigkeit entstehen könnte, mich zu verteidigen. Dabei will ich mich gar nicht verteidigen
müssen. Ich will nicht in einer Welt leben, in der ich mich bedroht fühle. Ich will keine Gewalt
anwenden.

Die große Frage ist: Warum bin ich in einer Welt, in der ich – aus dieser Perspektive gesehen – gar
nicht sein will? In der ich mich fremd und bedroht fühle? In der ich mich genötigt sehen könnte,
gegen meinen Willen Gewalt erfahren zu müssen oder anwenden zu müssen? Ich möchte hier weg,
wieder nach Hause, wo immer das sein mag. Zuhause ist für mich da, wo Friede herrscht.

Ich glaube daran, dass das Leben aus Aufgaben besteht, die man sich selber aussucht. Oft frage ich
mich jedoch, ob ich mich vielleicht überschätzt habe, als ich dieses Leben erwählte.

Ich glaube an die Unsterblichkeit der Seele und an die Wiedergeburt. Daran, dass man so oft
wiedergeboren wird, bis man seine persönliche Lektion in diesem Universum gelernt hat. Ich frage
mich, wie oft ich schon gescheitert bin, d.h. wie oft ich schon wiedergeboren wurde.

Was soll ich in dieser Welt lernen und begreifen? Soll ich lernen, mich meinen dunklen Seiten zu
stellen? Mich selbst zu lieben, mit allen Aspekten meiner Seele?

Oder bin ich einfach hier, weil mir Gott zutraut, dass ich die Lektionen dieses Universums in
diesem Leben meistere?