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KÄLTETECHNIK THERMODYNAMIK DES KÄLTEKREISPROZESSES

BASISWISSEN

THERMODYNAMIK DES KÄLTEKREISPROZESSES


Aufbau und Funktion einer Kompressions- Der Kältekreisprozess
kälteanlage
Bei Arbeitsmedien, die wie Wasser oder Kältemittel
Wärmeabgabe flüssig
Das Kältemittel durchläuft bei einer Kompressions- in verschiedenen Phasen auftreten können, sieht das
bei Kondensation unterkühlt
kälteanlage einen geschlossenen Kreisprozess mit T,s-Diagramm anders aus.
folgenden vier Stationen: hoher Druck
Es besitzt links einen Bereich (grau), in dem das
verflüssigen verdichten
Verdampfen A Arbeitsmedium flüssig und unterkühlt ist. In der Mitte
Verdichten B (blau) existiert ein Gemisch aus Dampf und Flüs-
Kondensieren C sigkeit, der Nassdampf. Rechts davon (rosa) ist das

gasförmig
Entspannen D Arbeitsmedium rein dampfförmig und überhitzt. drosseln
Antriebs-
Die Kälteerzeugung findet im Verdampfer (A) statt. Die Auch der reale Kältekreisprozess mit seinen typi- verdampfen
leistung dampfförmig
Verdampfung findet bei niedrigen Drücken und Tempe- schen Phasenübergängen lässt sich in diesem T,s- Nassdampf
Verdichter überhitzt
raturen statt. Hier nimmt das Kältemittel Wärme aus Diagramm darstellen. Der Prozess hat viel Ähnlichkeit Siedetemperatur
der Umgebung auf und kühlt sie damit. mit dem bekannten Dampfkraftprozess. Der größte
Unterschied besteht darin, dass der Prozess entgegen
Der immer noch kalte Kältemitteldampf wird von flüssig dem Uhrzeigersinn durchlaufen wird. Damit tauschen
einem Verdichter (B) angesaugt und unter Aufwen-
die Vorgänge Verdampfen und Verflüssigen sowie
dung mechanischer Energie auf einen höheren Druck
Drosseln (Entspannen) und Verdichten (Pumpen) ihre Kältekreisprozess im T,s-Diagramm
gebracht. Durch die Verdichtung erhitzt sich der Kälte-
Positionen.
mitteldampf.
Die eingeschlossene Fläche (grün) entspricht der
Der heiße Kältemitteldampf wird in einem Verflüssiger
Verdichterarbeit, die dem Prozess zugeführt wird.
(C) gekühlt und kondensiert unter Wärmeabgabe an
die Umgebung. niedriger Druck
Das flüssige, unter Druck stehende Kältemittel wird Das log p,h-Diagramm für Kältemittel
anschließend in einer Drossel (D) wieder auf den
Wärmeaufnahme In dem log p,h-Diagramm ist der Druck p über der Enthal-
niedrigen Verdampfungsdruck entspannt und dem flüssig
bei Verdampfung pie h aufgetragen.
Verdampfer zugeführt. unterkühlt
Nassdampf Im mittleren Teil (blau) befindet sich das Nassdampf-
Das Kältemittel verdampft erneut und damit schließt
Kreisprozess einer einfachen Siedetemperatur gebiet. Hier entspricht die Temperatur der zum Druck
sich der Kreislauf.
Kompressionskälteanlage gehörenden Siedetemperatur. Das Nassdampfgebiet ist
von Grenzkurven mit dem Dampfgehalt x=0,0 und x=1,0
Dampfgehalt x umgeben.
Der ideale Kreisprozess Links davon (grau) ist das Kältemittel flüssig. Die Tempe-
Ein Kreisprozess lässt sich besonders übersichtlich im T,s- dampfförmig ratur liegt unterhalb der zum Druck gehörenden Siede-
überhitzt temperatur, das Kältemittel ist unterkühlt.
Diagramm darstellen. Hier wird die Temperatur T des Arbeitsme-
diums über der Entropie s aufgetragen. Die von den Zustandsän- Rechts (rosa) ist das Kältemittel gasförmig und die
isotherm verdichten derungen des Arbeitsmediums umschlossene Fläche entspricht log p,h-Diagramm für Kältemittel
Temperatur ist höher als die Siedetemperatur. Das Kälte-
der im Kreisprozess umgesetzten Arbeit. mittel ist überhitzt.
isentrop isentrop
expandieren verdichten
Der Kreisprozess mit dem höchst möglichen Wirkungsgrad ist der Für jedes Kältemittel existiert ein eigenes log p,h-
Carnotprozess, hier ist die umschlossene Fläche ein Rechteck. Diagramm.
isotherm expandieren Dieser Prozess wird gerne als Vergleichsprozess genommen, um
die Güte eines Kreisprozesses zu beschreiben. Das log p,h-Diagramm ist zur Darstellung des Kältekreis-
prozesses besser geeignet als das T,s-Diagramm und
Der Umlaufsinn des Kreisprozesses im T,s-Diagramm entschei- wird damit vorwiegend angewendet.
det, ob es sich um einen Wärmepumpenprozess (Kältekreispro-
zess) oder einen Kraftmaschinenprozess (Dampfkraftprozess) Da mit dem Kältemittel ausgetauschte Energien die
handelt. Kältekreisprozesse werden entgegen dem Uhrzeigersinn Enthalpie h des Kältemittels verändern, können Energie-
Idealer Kreisprozess (Carnot-Prozess)
durchlaufen und die durch die grüne Fläche dargestellte Arbeit ströme unmittelbar aus dem Diagramm als waagrechte
eines gasförmigen Mediums im
wird dem Prozess zugeführt. Strecken abgelesen werden.
T,s-Diagramm

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Der Kältekreisprozess im log p,h-Diagramm Das Kältemittel
Der reale Kältekreisprozess besteht aus folgenden Zustandsänderungen: Jeder Kreisprozess braucht ein Arbeitsmedium, beim Die verschiedenen Kältemittel werden mit einem R und
Kältekreisprozess ist es das Kältemittel. Das Kältemittel einer nachfolgenden Zahl gekennzeichnet.
1–2 polytrope Verdichtung auf den hat im Kältekreisprozess die Aufgabe, Wärme zu trans-
Das in technischen Kreisprozessen oft eingesetzte
Verflüssigungsdruck (zum Vergleich portieren. Hier nutzt man die hohe Energieaufnahme beim
Wasser eignet sich für den Kältekreisprozess nicht gut.
1 – 2’ isentrope Verdichtung) Verdampfen bzw. Energieabgabe beim Kondensieren
Bei den in einer Kälteanlage üblichen tiefen Temperaturen
einer Flüssigkeit aus. Um dies bei den in einer Kälte-
ist der Verdampfungsdruck extrem niedrig und es besteht
anlage üblichen Temperaturen bei gut beherrschbaren
2 – 2’’ isobare Abkühlung, Enthitzung des die Gefahr, dass das Wasser gefriert.
Drücken durchzuführen, werden als Arbeitsmedium leicht
überhitzten Dampfes
siedende Flüssigkeiten wie verschiedene Fluorkohlen- Technisch anspruchsvoll ist der Einsatz von CO2. Hier
wasserstoffe (FKW), Ammoniak (NH3),Kohlendioxid (CO2) ergibt sich aufgrund seiner tiefen Siedetemperatur eine
2’’ – 3’ isobare Verflüssigung oder Kohlenwasserstoffe wie Butan oder Propan verwen- sehr hohe Drucklage. Dies hat zur Folge, dass übliche
det. Komponenten aus der Kältetechnik wie Ventile, Verdichter
3’ – 3 isobare Abkühlung, Unterkühlung der oder Wärmeübertrager nicht verwendet werden können.
Flüssigkeit
Auch für NH3 gibt es spezielle Komponenten, da kupfer-
Bezeichnung Siedetemperatur haltige Werkstoffe nicht gegen Ammoniak beständig sind.
3–4 isenthalpe Drosselung auf den
Verdampfungsdruck FKW R134a Reinstoff Ts = -26°C
FKW R404a Gemisch Ts = -47°C
4 – 1’ isobare Verdampfung
FKW R407a Gemisch Ts = -39...-45°C

1’ – 1 isobare Erwärmung, Überhitzung des NH3 R717 Reinstoff Ts = -33°C


Dampfes Kältekreisprozess im log p,h-Diagramm Isobutan R600a Reinstoff Ts = -12°C
CO2 R744 Reinstoff Ts = -78°C
Zusätzlich treten im realen Kältekreisprozess auch Druckverluste auf, so dass Verdampfung und Verflüssigung nicht
genau horizontal (isobar) verlaufen.

Energetische Betrachtungen im log p,h-Diagramm


Wichtig für eine gute Funktion ist der Dampfdruck-
Die horizontale Abstände der Prozesseckpunkte im log p,h-Dia- verlauf des Arbeitsmediums. Es soll bei niedrigen
gramm entsprechen den Enthalpiedifferenzen. Beim einfachen Drücken und gewünschten Kühltemperaturen gasför-

Temperatur in °C
Kältekreisprozess ohne Verzweigung der Massenströme ergeben mig sein und bei hohen Drücken und Temperaturen
diese mit dem Kältemittelmassenstrom multipliziert die Energie- flüssig. Weiterhin sollen die Drucklagen technisch gut
ströme oder Leistungen des idealen Systems. Die Abstände im beherrschbar sein.
log p,h-Diagramm sind also ein direktes Maß für die ausgetausch-
ten Energieströme. Im Diagramm ist die Dampfdruckkurve des gut geeig-
neten FKW R134a gezeigt. Übliche Tiefkühltemperatu-
Die Strecke 4 – 1 entspricht der Kühlleistung und ist die Nutzleis- ren von -26°C im Verdampfer lassen sich mit Drücken
tung der Kälteanlage. Die Strecke 1 – 2 ist die über den Verdichter um 1bar realisieren, während zum Verflüssigen nur ein
aufgewendete Antriebsleistung. Die Strecke 2 – 3 entspricht der Druck von 17bar bei 60°C notwendig ist.
über den Verflüssiger abgegebenen Wärmeleistung. Es ist die Druck in bar a
Abwärme der Kälteanlage. Während bei den Reinstoffen wie NH3, Propan und
Dampfdruckkurve von FKW R134a CO2 die Dampfdruckkurve festliegt, kann diese bei den
Aus dem Verhältnis von Nutzleistung zu Antriebsleistung lässt sich FKW durch Mischungen verschiedener Grundsorten in
die Leistungszahl COP (Coefficient of Performance) bestimmen. weiten Grenzen den Bedürfnissen angepasst werden.
Energieströme im Kältekreisprozess: h1 - h4
COP =
aufgenommene Kühlleistung h2 - h1
Verdichter-Antriebsleistung
abgegebene Wärmeleistung Die Leistungszahl ist vergleichbar mit dem Wirkungsgrad bei einer
Kraftmaschine.

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