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si a

SIA 400:2000 Bauwesen


Schweizer Norm
Norme suisse
Norma svizzera

500 400
EINGETRAGENE NORM DER SCHWEIZERISCHEN NORMEN-VEREINIGUNG SNV NORME ENREGISTRÉE DE L’ASSOCIATION SUISSE DE NORMALISATION

Ersetzt Empfehlung SIA 400, Ausgabe 1985

Élaboration des plans dans le bâtiment


Elaborazione dei piani nell’edilizia

Planbearbeitung im Hochbau

400
Herausgeber
Schweizerischer Ingenieur- und Architektenverein
Postfach, CH-8039 Zürich

Copyright © 2000 by SIA Zurich Preisgruppe: 40


2000-09 1. Auflage
2001-03 2. Auflage, mit Korrekturen Ziff. B.8.3.2 und Plan Seite 81 (Schraffur)
sowie redaktionellen Änderungen

2 Copyright © 2000 by SIA Zurich


INHALTSVERZEICHNIS

Seite Seite

1 EINLEITUNG . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4 ANHANG A
1.1 Zielsetzung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4 Organisation und Leitung der
Planbearbeitung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9
1.2 Gliederung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4
Planpakete des Architekten . . . . . . . . . . . . . . . . 10
1.3 Geltungsbereich . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4
Planpakete des Bauingenieurs bei
1.4 Anwendung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4 Hochbauten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11
1.5 Normen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4 Planpakete der Gebäudetechnik-Ingenieure
bei Hochbauten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12
Planaustausch bei einem komplexen
2 ORGANISATION UND LEITUNG
Hochbau . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13
DER PLANBEARBEITUNG . . . . . . . . . . 5
2.1 Ziel und Gliederung . . . . . . . . . . . . . . . . 5
ANHANG B
2.2 Planungsinstrumente . . . . . . . . . . . . . . . 5
Technische Hilfsmittel . . . . . . . . . . . . . . . . . . 14
Allgemeines . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5
Gliederungskriterien . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5 B.1 Pläne . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15
Darstellungsregeln . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5 B.2 Schriften . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17
Planinhalt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6 B.3 Linien . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17
Planverzeichnis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6 B.4 Raster und Koordinaten . . . . . . . . . . . . . . 18
Planaustausch . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6 B.5 Masse und Koten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20
Qualitätssicherung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6 B.6 Hinweise auf Plänen . . . . . . . . . . . . . . . . . 22
B.7 Projektionen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23
2.3 Durchführung der Planbearbeitung . . 7
B.8 Bezeichnungen, Sinnbilder
Allgemeines . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7
und Kurzzeichen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 25
Organisation . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7
B.9 Darstellung von Bauteilen . . . . . . . . . . . . 36
Leitung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7
B.10 Darstellung von Aussparungen . . . . . . . . 41
B.11 Planbearbeitung mit CAD . . . . . . . . . . . . 43
3 TECHNISCHE HILFSMITTEL . . . . . . . . . 8
3.1 Ziel und Gliederung . . . . . . . . . . . . . . . . 8 ANHANG C
Anwendungsbeispiele . . . . . . . . . . . . . . . . 8
Anwendungsbeispiele . . . . . . . . . . . . . . . . . . 47
C.1 Anmerkung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 48
C.2 Bauprojektpläne Architekt . . . . . . . . . . . . 48
C.3 Werkpläne Architekt . . . . . . . . . . . . . . . . . 59
C.4 Detailpläne Architekt . . . . . . . . . . . . . . . . 71
C.5 Ausführungspläne Bauingenieur . . . . . . 79
C.6 Pläne Gebäudetechnik . . . . . . . . . . . . . . . 85

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1 EINLEITUNG

1.1 Zielsetzung 1.3 Geltungsbereich


Die Norm SIA 400 enthält Konventionen und Die Norm SIA 400 gilt in erster Linie für den Hochbau,
Arbeitshilfsmittel für die Herstellung und Ver- da sich diese Sparte durch ein ausgesprochen
wendung der Pläne (Zeichnungen) im Hochbau, die vielfältiges Zusammenspiel von unterschiedlichen
dazu beitragen sollen, die definierte Qualität der Projektierungsleistungen des Architekten, des Bau-
Bauten zu erreichen, Termine und Baukosten ein- ingenieurs und der Gebäudetechnik-Ingenieure aus-
zuhalten und den Aufwand für die Planbearbeitung zeichnet. Für die Planbearbeitung in anderen Sparten
zu reduzieren. des Bauwesens ist diese Norm sinngemäss anzu-
wenden.
Unter dem Begriff Planbearbeitung werden zusam-
mengefasst: Die Regeln der vorliegenden Norm sind in erster
– alle Tätigkeiten zur Herstellung, Koordination, Linie zur Verbesserung der Verständigung zwischen
Kontrolle und zum Austausch von Plänen verschiedenen Planherstellern und -empfängern auf-
– die Nachführung der Pläne des ausgeführten gestellt worden, d.h. sie beziehen sich insbesondere
Bauwerkes auf Pläne, die zwischen verschiedenen Beteiligten
– die Planarchivierung ausgetauscht werden. Firmeninterne Pläne (z.B.
Entwurfsskizzen des Architekten oder Fabrikations-
Diese Norm richtet sich an alle, die an der Projek- pläne des Unternehmers) werden davon nicht be-
tierung und Ausführung von Bauvorhaben beteiligt troffen.
sind, mit dem Ziel, die empfohlenen Konventionen
und Arbeitshilfsmittel einheitlich zur systematischen
und rationellen Planbearbeitung einzusetzen. 1.4 Anwendung

Der Teil über Organisation und Leitung der Planbear-


1.2 Gliederung beitung gibt Anregungen, wie die Planbearbeitung
vorbereitet und durchgeführt werden soIl. Damit sol-
Die Norm SIA 400 behandelt die folgenden zwei len in erster Linie alle Beteiligten veranlasst werden,
Bereiche der Planbearbeitung: die Planbearbeitung rechtzeitig und sorgfältig vor-
zubereiten und wirkungsvoll durchzuführen. Das
1. Organisation und Leitung der Planbearbeitung praktische Vorgehen zur Organisation und Leitung
In diesem Teil werden Elemente zur Organisation der Planbearbeitung muss für jeden konkreten Ein-
und Leitung der Planbearbeitung dargestellt, insbe- zelfall unter Berücksichtigung des Projektablaufes
sondere: und der Projektorganisation festgelegt werden.
– Gliederungskriterien
– Darstellungsregeln Die technischen Hilfsmittel hingegen sind weitge-
– Planinhalt hend vom Einzelfall unabhängige Konventionen, die
– Planverzeichnis aIs allgemein gültige und einheitliche Grundlage für
– Planaustausch die Verständigung verwendet werden sollen.
– Qualitätssicherung

2. Technische Hilfsmittel für die Planbearbeitung 1.5 Normen


Im Anhang B werden Regeln aufgestellt zu folgenden Diese Norm basiert vor allem auf bestehenden natio-
Bereichen der Planherstellung: nalen und internationalen Normen und Richtlinien
– Pläne über die Planbearbeitung im Hochbau, insbesondere
– Schriften auf dem folgenden Normenwerk und Veröffent-
– Linien lichungen folgender Institutionen:
– Raster und Koordinaten – Schweizerische Normen-Vereinigung (SNV)
– Masse und Koten – Schweizerischer lngenieur- und Architektenverein
– Hinweise in Plänen (SIA)
– Projektionen, Perspektiven – lnternational Organization for Standardization (ISO)
– Bezeichnungen, Sinnbilder und Kurzzeichen – Europäisches Komitee für Normung (CEN)
– Darstellung von Bauteilen
– Darstellung von Aussparungen
– Planbearbeitung mit CAD

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2 ORGANISATION UND LEITUNG DER PLANBEARBEITUNG

2.1 Ziel und Gliederung – Projektverfasser aIs Erzeuger und Absender der
Informationen (z.B. Architekt, Bauingenieur, Ge-
bäudetechnik-Ingenieure)
Die nachstehenden Ausführungen richten sich an den
– Zeitpunkt der Informationserzeugung (z.B. Phasen
Verantwortlichen für die Planbearbeitung eines Pro-
des Projektablaufes: Projektierung, Ausschreibung,
jektes, d.h. in der Regel an den Leiter der Projektie-
Realisierung)
rung. Die Organisation und Leitung der Planbearbei-
– Unternehmer und Lieferanten aIs Empfänger von
tung ist nur eine der vielen Aufgaben des Leiters der
Informationen (z.B. Baumeister, Spengler, Schrei-
Projektierung. Es geht somit nicht darum, ein um-
ner usw.)
fassendes Handbuch zu schaffen, sondern Hilfsmittel
– Zeitpunkt der lnformationsumsetzung in der Reali-
vorzuschlagen und Anregungen dafür zu geben, wie
sierung (z.B. Etappen, Baulose)
die Planbearbeitung für ein bestimmtes Bauvorhaben
– Ort der lnformationsumsetzung in der Realisie-
zweckmässig und mit angemessenem Aufwand
rung (z.B. entsprechend der Definition der Objekt-
durchgeführt werden kann.
gliederung).
Unter dem Titel «Planungsinstrumente» werden
Wie auch immer diese Gliederungskriterien gewählt
Arbeitshilfen für die Auswahl der technischen Hilfs-
werden, ob sie in Normen und Vorschriften allge-
mittel und für die Durchführung der Planbearbeitung
meingültig geregelt oder von Fall zu Fall neu festge-
dargestellt.
legt werden, ihre Bedeutung aIs Verständigungsbasis
für die Verwirklichung eines Bauvorhabens darf nicht
Im anschliessenden Kapitel «Durchführung der Plan-
unterschätzt werden. Sie sollten deshalb so früh wie
bearbeitung» folgen Empfehlungen zum Einsatz der
möglich und für alle Beteiligten verbindlich festgelegt
Planungsinstrumente.
werden.
AIs Leiter der Projektierung wird im folgenden die- Es sind in erster Linie die Gliederungen nach Projekt-
jenige Stelle bezeichnet, welche für die Leitung und verfasser, Phase oder Teilphase des Projektablaufes,
Koordination der Projektierungsarbeiten verantwort- Planempfänger und Ort der Realisierung, welche die
lich ist. Für Hochbauten ist dies in der Regel der Verbindung zwischen der Planbearbeitung und der
Architekt. übrigen Projektierungstätigkeit herstellen.
Aus den Gliederungen nach Projektverfasser und
Phase des Projektablaufes ergeben sich die so-
2.2 Planungsinstrumente genannten Planpakete. Im Anhang A sind für den
Architekten, den Bauingenieur und die lngenieure der
2.2.1 Allgemeines Gebäudetechnik die Definitionen der verschiedenen
Planpakete angegeben.
Mit den Planungsinstrumenten soIl das angestrebte,
erhöhte Niveau der Verständigung im Projektierungs-
team erreicht werden. Sie wollen eine einheitliche 2.2.3 Darstellungsregeln
Auffassung über die Bedeutung von Begriffen sowie Die Darstellungsregeln für die Planbearbeitung wer-
über die Darstellung, die Aussage, den Austausch den vom Leiter der Projektierung für ein bestimmtes
und die Kontrolle von Informationen auf Plänen ver- Bauvorhaben vor lnangriffnahme der Projektierungs-
mitteln. Diese einheitliche Auffassung bildet die Vor- arbeiten für alle beteiligten Planhersteller einheitlich
aussetzung dafür, dass die Planbearbeitung entspre- und verbindlich festgelegt. Dabei stützt sich der Leiter
chend den Zielen dieser Norm (hohe Qualität des der Projektierung auf die in dieser Norm beschriebe-
Bauwerkes, Einhaltung von Terminen und Baukosten, nen technischen Hilfsmittel. Diese Darstellungsregeln
Reduktion des Planbearbeitungsaufwandes) durch- betreffen insbesondere:
geführt werden kann. – Planformat
– Titelfeld
2.2.2 Gliederungskriterien – Massstab
– Schriften
Mit Hilfe der auf Plänen festgelegten Informationen – Anordnungsprinzipien
sollen die Vorstellungen der Projektverfasser im Bau- – Zeichnungstechnik
werk verwirklicht werden. Die Informationen lassen
sich entsprechend ihrem Ursprung und ihrer Ver- Im konkreten Einzelfall muss bei der Festlegung der
wendung gliedern. Folgende Merkmale werden häu- Darstellungsregeln eine Auswahl getroffen werden,
fig aIs Gliederungskriterien verwendet: die sich nach den besonderen Gegebenheiten des
Bauvorhabens richtet.

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2.2.4 Planinhalt Im konkreten Einzelfall ist der Planaustausch den Ge-
gebenheiten des Bauvorhabens und der Projektorga-
Das zentrale Anliegen der Organisation und Leitung
nisation anzupassen und in einem Schema festzuhal-
der Planbearbeitung besteht in der inhaltlichen Defi-
ten, das allen Beteiligten zur Kenntnis gebracht wird.
nition der Pläne und Planpakete. Dies erfordert vom
Im Anhang A ist ein Beispiel für den Planaustausch
Leiter der Projektierung den geistigen Vorvollzug der
bei Hochbauten dargestellt, welches zeigt, wie bei
Planbearbeitung mit dem Ziel, vor der Herstellung der
komplexeren Bauvorhaben der Planaustausch von
Pläne alle Probleme zu erkennen und die notwendi-
der Vorprojektphase bis zur Abschlussphase durch-
gen Massnahmen zu treffen.
geführt werden kann. Bei weniger komplexen Bauten
kann dieser Ablauf entsprechend vereinfacht werden.
Die Überlegungen zur Disposition der Pläne eines
Planpaketes bestimmen deren Anzahl und lnhalt. Die
Der Datenaustausch mit CAD muss in jedem Fall ge-
Ergebnisse dieser Überlegungen werden im Planver-
regelt werden. Hinweise dazu finden sich in entspre-
zeichnis festgehalten.
chenden SIA-Dokumenten. Zudem verfügen gewisse
Auftraggeber über verbindliche diesbezügliche Hand-
2.2.5 Planverzeichnis bücher. Zusätzlich zu diesen Regeln müssen zwischen
den Partnern folgende Punkte definiert werden:
Das Planverzeichnis enthält im wesentlichen An- – Austauschmedium
gaben über den lnhalt und die Kennzeichnung der – Effektiv im Projekt verwendete Layer
notwendigen Pläne. Für den Leiter der Projektierung – Lage des Planursprunges
bildet es ein wichtiges Instrument für die Organisa- – Inhalt des Datenlieferscheins
tion und Leitung der Planbearbeitung.
Mit jedem Datenaustausch ist ein Datenlieferschein
Die verantwortlichen Planhersteller geben sich vor zu erstellen.
Beginn der Planbearbeitung Rechenschaft über An-
zahl, Benennung und lnhalt der in den verschiedenen Bei grossen Projekten lohnt sich der Einsatz von
Phasen oder Teilphasen des Projektablaufes erforder- Softwarewerkzeugen, welche die systematische Zu-
lichen Pläne. sammenarbeit unterstützen und es allen Mitgliedern
des Planungsteams erlauben, auf die jeweils aktuel-
Der Leiter der Projektierung trägt das Ergebnis dieser len Dokumente zuzugreifen.
Überlegungen in ein provisorisches Planverzeichnis
ein. Mit dieser Liste aller Pläne wird die Zuordnung zu
2.2.7 Qualitätssicherung
den Planpaketen vorgenommen und werden die sich
daraus ergebenden Nahtstellen überprüft. Dadurch Der Erfolg der Planbearbeitung ist weitgehend ab-
entsteht das definitive, nach Planpaketen geordnete hängig vom Qualitätsniveau der Bearbeitung und von
Planverzeichnis. der Beachtung der fachlichen und terminlichen Ver-
knüpfungspunkte durch alle Beteiligten.
Das Planverzeichnis definiert nicht nur den lnhalt der
Planpakete, sondern es dient dem Leiter der Projek- Diese Forderungen können vom Verantwortlichen für
tierung auch aIs wichtiges Führungshilfsmittel. Mit die Qualitätssicherung nur mit Hilfe einer sorgfältigen
dem Planverzeichnis lassen sich zum Beispiel die fol- Überwachung erfüllt werden. Dabei sind insbesonde-
genden Führungsaufgaben wahrnehmen: re die folgenden Tätigkeitsbereiche zu kontrollieren:
– Planung und Überwachung des Zeichnereinsatzes – Planherstellung (Arbeitskontrolle)
– Erfassen von Planänderungen – Planaustausch (Terminkontrolle)
– Planung und Überwachung des Planaustausches – Koordination der Nahtstellen und der Anforde-
– Orientierung der Beteiligten über den Stand der rungen der beteiligten Sparten (Verträglichkeits-
Planbearbeitung kontrolle)

Die Arbeitskontrolle hat sich hauptsächlich mit der


2.2.6 Planaustausch zeichnerischen Genauigkeit, rechnerischen Richtig-
Der Austausch von Plänen zwischen den Beteiligten keit, Lesbarkeit, Eindeutigkeit und Vollständigkeit der
muss so erfolgen, dass die notwendigen lnformatio- Pläne zu befassen. Insbesondere hat sie sicherzu-
nen im richtigen Zeitpunkt an der richtigen Stelle ein- stellen, dass die vereinbarten Darstellungsregeln ein-
treffen. Mängel beim Austausch können die ganze gehalten werden.
Sorgfalt bei der Planherstellung in Frage stellen. Der
Planaustausch ist deshalb ein Aspekt der Planbear- Die Terminkontrolle umfasst die Terminüberwachung
beitung, der mit besonderer Sorgfalt vorbereitet und für die Planherstellung und für den Planaustausch.
durchgeführt werden muss.
Die Verträglichkeitskontrolle hat sicherzustellen,
Wenn immer möglich und sinnvoll, soll der Planaus- dass die Ergebnisse der Projektierungstätigkeit der
tausch in jeder Phase des Projektablaufes in Form von verschiedenen Beteiligten aufeinander abgestimmt
vollständigen Planpaketen erfolgen. werden.

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Für die Durchführung dieser Kontrollen sind neben
dem Planverzeichnis und dem Planaustauschschema
weitere Arbeitshilfen zu empfehlen, z. B. Checklisten,
Prüfpläne und Netzpläne.

2.3 Durchführung der


Planbearbeitung

2.3.1 Allgemeines
Die Durchführung der Planbearbeitung umfasst die
Organisation und die Leitung aller damit verbunde-
nen Tätigkeiten. Sie gehört ebenso zum Verantwor-
tungsbereich des Leiters der Projektierung wie die
Erfüllung der technischen, terminlichen, wirtschaft-
lichen und rechtlichen Anforderungen im Rahmen
der Projektleitung.

2.3.2 Organisation
Mit der Organisation werden die Voraussetzungen
für die erfolgreiche Leitung der Planbearbeitung
geschaffen. Dabei kann sich die Planbearbeitung auf
organisatorische Massnahmen abstützen, die im
Interesse des Gesamtprojektes festgelegt wurden.
Dazu gehören insbesondere:
– Projektorganisation
– Phasen des Projektablaufes
– Realisierungsetappen
– Objektgliederung
– Arbeitsgattungen

Ausschliesslich im Interesse der Planbearbeitung


sind die folgenden organisatorischen Massnahmen
zu treffen:
– Festlegen der Darstellungsregeln
– Definition der Planpakete und der entsprechenden
Planverzeichnisse nach Massgabe des Projektie-
rungsfortschrittes
– Festlegen des Planaustausches

Die Änderung von Plänen ist nach klaren Regeln


durchzuführen.

2.3.3 Leitung
Die Leitung der Planbearbeitung umfasst die Durch-
führung der Arbeits-, der Termin- und der Verträg-
lichkeitskontrollen während aller Phasen des Pro-
jektablaufes und das Anordnen von notwendigen
Korrekturmassnahmen. Der ordentliche Abschluss
der Planbearbeitung soIl besonders erwähnt werden,
da er unter dem Druck neuer Aufgaben oft vernach-
lässigt wird. Die Pläne des ausgeführten Bauwerkes
und ihre Übergabe an den Bauherrn sind die wichtig-
sten Bestandteile dieser Abschlussarbeiten. Diese
Abschlussdokumente bilden die unerlässlichen
Grundlagen für den Betrieb, den Unterhalt, die Ver-
änderung und den Abbruch jedes Bauwerkes.

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3 TECHNISCHE HILFSMITTEL

3.1 Ziel und Gliederung Ausführungspläne Bauingenieur


Schalung Decke über Untergeschoss 1:50
Die Anwendung der technischen Hilfsmittel trägt Bewehrung Decke über Untergeschoss 1:50
dazu bei, die Praxis der Herstellung, Darstellung und
Handhabung von Plänen zu vereinfachen und zu Ausführungspläne Gebäudetechnik
vereinheitlichen.
Koordinationsplan, Grundriss Erdgeschoss 1:50
Koordinationsplan, Grundriss Untergeschoss 1:50
Dies gilt unbesehen davon, ob die Pläne von Hand
oder durch den Einsatz von CAD gezeichnet werden.
Die meisten CAD-Systeme verfügen über Zeichen-
und Strukturierungsfunktionen, die weitgehend mit
denjenigen dieser Empfehlung übereinstimmen oder
an diese angepasst werden können.

3.1.1 Anwendungsbeispiele
Die technischen Hilfsmittel lassen sich einheitlich in
allen Sparten des Bauwesens anwenden. Um das
vorhandene Rationalisierungspotential voll auszu-
schöpfen, wird erwartet, dass die technischen Hilfs-
mittel sowohl in der Praxis als auch in der Ausbildung
angewendet werden. Wünschenswert ist insbeson-
dere deren Berücksichtigung durch die Hersteller von
CAD-Zeichenprogrammen.

Zur Veranschaulichung der konsequenten Anwen-


dung der technischen Hilfsmittel in der Praxis werden
im Anhang C die folgenden Darstellungsbeispiele
angefügt:

Bauprojektpläne Architekt
Situation 1:500
Grundriss Erdgeschoss 1:100
Grundriss Obergeschoss 1:100
Schnitt A 1:100
Ostansicht 1:100
Südansicht 1:100
Kanalisation 1:100

Werkpläne Architekt
Grundriss Erdgeschoss 1:50
Schnitt A 1:50
Südansicht 1:50
Ostansicht 1:50
Sparrenlage mit Schnitt 1:50

Detailpläne Architekt
Fassadenschnitte 1:20
Fassadendetails 1:5
Grundriss und Ansicht Küche/WC 1:20

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ANHANG A

Organisation und Leitung der


Planbearbeitung

Seite
Planpakete des Architekten . . . . . . . . . . . . . . . . . 10
Planpakete des Bauingenieurs bei
Hochbauten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11
Planpakete der Gebäudetechnik-Ingenieure
bei Hochbauten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12
Planaustausch bei einem komplexen
Hochbau . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13

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10
Planpakete des Architekten

Bezeichnung 1. Vorprojektpläne 2. Bauprojektpläne 3. Detailstudienpläne 4. Provisorische 5. Definitive 6. Pläne des ausge-


der Planpakete Ausführungspläne Ausführungspläne führten Bauwerkes

Phasen des Projekt- Vorprojekt Bauprojekt Ausschreibung Ausführung Inbetriebsetzung


ablaufs (nach SIA LM 95) Abschluss

Zweck: Nachweis der Realisier- Grundlage für das Unterlagen für den Unterlagen für die Arbeits- Unterlagen für die Aus- Unterlagen für den Betrieb,
Welche Ziele sollen mit barkeit des vorgesehenen Baugesuch Kostenvoranschlag ausschreibungen und die führung der Arbeiten den Unterhalt, die Reno-
dem Planpaket erreicht Programmes, technische Koordination vation und den Umbau.
werden? Vorentscheid Behörden

Planempfänger: Bauherr, Bauherr, Bauherr, Bauherr, Bauherr, Bauherr

Tabelle 1 Planpakete des Architekten


An wen richtet sich das Behörden (Vorentscheid), Behörden (Baugesuch), Bauingenieur, Bauingenieur, Behörden,
Planpaket in erster Linie? Bauingenieur, Bauingenieur, Gebäudetechnik- Gebäudetechnik- Bauingenieur,
Gebäudetechnik- Gebäudetechnik- Ingenieure, Ingenieure, Gebäudetechnik-
Ingenieure, Ingenieure, Organisations- und Organisations- und Ingenieure,
Organisations- und Organisations- und Betriebsplaner, Betriebsplaner, Organisations- und
Betriebsplaner Betriebsplaner, Bauphysiker, Bauphysiker, Betriebsplaner,
Bauphysiker Unternehmer Unternehmer, Unternehmer
Lieferanten

Inhalt: Kubische und organisa- Zusätzlich zum Vorprojekt: Alle für die Mengen- und Alle für den Mengenauszug Alle für die Ausführung Wie 5. «Definitive
Welche Informationen torische Gliederung, Alle für das Baugesuch Kostenberechnungen not- und den Beschrieb der erforderlichen Angaben, Ausführungspläne»
werden im Planpaket gestalterisches und kon- notwendigen Angaben wendigen Angaben, wie Arbeiten notwendigen wie Abmessungen,
festgehalten? struktives Grundkonzept Abmessungen, Materialien Angaben Materialien und deren
und deren Behandlung Behandlung

Darstellung: Situationspläne Situationspläne Provisorische Darstellung, Provisorische Darstellung, Werkpläne 1:100/50, Wie die Werkpläne
In welcher Form werden die 1:500/1000; 1:500/1000; massstäbliche Skizzen massstäbliche Vorrisse Detailpläne 1:20/10/5/1 1:100/50 in 5. «Definitive
Informationen dargestellt? Grundrisse, Schnitte, Grundrisse, Schnitte, 1:20/10/5/1 1:100/50/20 Ausführungspläne»
Ansichten 1:500/200/100 Ansichten
1:500/200/100/50

Grundlagen: Projektdefinition und Genehmigtes Vorprojekt, Genehmigtes Bauprojekt, Genehmigtes Bauprojekt Genehmigte provisorische Während der Bauaus-
Welche Grundlagen werden Vorgaben des Bauherrn, statisches Konzept, Projekte Gebäudetechnik, und Detailstudienpläne, Ausführungspläne und führung angeordnete
in der Regel benötigt? Bauvorschriften, Auflagen, Vordimensionierung bauphysikalische Voraus- Bewilligungen, Detailstudienpläne, Änderungen, im Anschluss
Grundstückbeurteilung setzungen, statisches Projekt, Koordination Rohbau/ an die Bauabnahme ausge-
Auflagen Brandschutz, Projekte Gebäudetechnik, Gebäudetechnik/ führte Ergänzungen
Konzept Innenausbau Konzept Innenausbau Innenausbau,
Konzept Innenausbau

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Planpakete des Bauingenieurs bei Hochbauten

Bezeichnung 1. Vorstudienpläne 2. Varianten- 3. Vorprojektpläne 4. Submissionspläne 5. Definitive 6. Pläne des ausge-


der Planpakete studienpläne (provisorische Ausführungspläne führten Bauwerkes
Ausführungspläne)

Phasen des Projekt- Vorprojekt Bauprojekt Ausschreibung Ausführung Inbetriebsetzung


ablaufs (nach SIA LM 95) Abschluss

Zweck: Skizzieren möglicher Darstellen der grund- Darstellung der Resultate Ergänzungen der schriftli- Darstellung aller Angaben Ergänzung der Aus-
Welche Ziele sollen mit Lösungen sätzlichen, denkbaren einer ersten Bemessung chen Submissions- für den Unternehmer führungspläne mit allen

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dem Planpaket erreicht Lösungen aufgrund der Tragkonstruktion unterlagen ausgeführten Änderungen
werden? statischer Abschätzungen

Planempfänger: Architekt Architekt, Architekt, Unternehmer, Unternehmer, Architekt,


An wen richtet sich das Gebäudetechnik- Gebäudetechnik- Architekt, Architekt, Bauherr
Planpaket in erster Linie? Ingenieure Ingenieure Gebäudetechnik- Gebäudetechnik-
Ingenieure Ingenieure

Tabelle 2 Planpakete des Bauingenieurs bei Hochbauten


Inhalt: Aufzeigen statischer Skizzenhafte Darstellung Festlegung der Ab- Zusammenstellung aller Genaue Definition der zu Genaue Definition der
Welche Informationen Systeme, verwendbarer der verschiedenen messungen der Tragkon- Tragkonstruktionselemente erstellenden Bauteile tatsächlich erstellten Bau-
werden im Planpaket Baumaterialien und Lösungen struktion und Lösung der und Darstellung der wich- teile
festgehalten? möglicher Baumethoden wichtigsten Details tigsten Details

Darstellung: Freie Darstellung Freie Darstellung Ergänzung der Bauprojekt- Ergänzung der provisori- Schalungs- und Be- Wie Ausführungspläne
In welcher Form werden die pläne des Architekten oder schen Ausführungspläne wehrungspläne, Stück-
Informationen dargestellt? separate Vorprojektpläne des Architekten oder sepa- und Materiallisten,
rate Submissionspläne System- und Detailpläne
für Montagebauten

Grundlagen: Vorprojektpläne des Bauprojektpläne des Detailstudienpläne des Provisorische Ausführungs- Definitive Ausführungs- Pläne des ausgeführten
Welche Grundlagen werden Architekten, Architekten, Architekten und Anlage- pläne des Architekten pläne des Architekten Bauwerkes des Architekten
in der Regel benötigt? geologisches Gutachten geologische und geo- projektpläne der Gebäude- und der Gebäudetechnik-
technische Aufnahmen technik Ingenieure,
während der Ausführung
angeordnete Änderungen

11
12
Planpakete der Gebäudetechnik-Ingenieure bei Hochbauten

Bezeichnung 1. Vorprojektpläne 2. Anlageprojektpläne 3. Detailstudienpläne 4. Provisorische 5. Definitive 6. Pläne des ausge-


der Planpakete Ausführungspläne Ausführungspläne führten Bauwerkes

Phasen des Projekt- Vorprojekt Bauprojekt Ausschreibung Ausführung Inbetriebsetzung


ablaufs (nach SIA LM 95) Abschluss

Zweck: Grobkonzept, Provisorisch dimensio- Detailstudien Ausschreibungspläne, Definitive Ausführungs- Bereinigte Ausführungs-
Welche Ziele sollen mit Vorprojekt der festgelegten niertes Anlageprojekt, als Grundlage für den Koordination der pläne als Grundlage für pläne, welche die tat-
dem Planpaket erreicht Variante, Detailkoordination der Architekten für die Materialien, Apparate und die Werkpläne, die Aus- sächlich ausgeführten
werden? Grobkoordination der Trassen und technischen Ausführungsplanung technischen Systeme sparungen und die Anlagen der Gebäude-
Gebäudetechnik Räume Montage technik darstellen

Planempfänger: Bauherr, Bauherr, Bauherr, Bauherr, Bauherr, Bauherr,


An wen richtet sich das Architekt, Architekt, Architekt Architekt, Architekt, Architekt
Planpaket in erster Linie? Bauingenieur, Bauingenieur, Bauingenieur, übrige Gebäudetechnik-
übrige Gebäudetechnik- übrige Gebäudetechnik- übrige Gebäudetechnik- Ingenieure,
Ingenieure, Ingenieure, Ingenieure, Unternehmer
Behörden Behörden Unternehmer

Inhalt: Energieversorgung, Ver- und Entsorgung, Angaben der Gebäude- Grundlagen für die Alle Angaben der Ausführungspläne,
Welche Informationen Zentralen, Gliederung und technik definitiven Gebäudetechnik Wartungspläne,
werden im Planpaket fest- Schächte, Aufbau der Anlagen, Ausführungspläne Betriebspläne
gehalten? Trassen Koordinationspläne

Tabelle 3 Planpakete der Gebäudetechnik-Ingenieure bei Hochbauten


Darstellung: Situationsplan, Übersichts- und Grundrisse, Funktions-Schemata, Funktions-Schemata, Funktions-Schemata,
In welcher Form werden die Prinzip-Schemata, Dispositionspläne, Schnitte Grundrisse, Grundrisse, Grundrisse,
Informationen dargestellt? Grundrisse, Prinzip-Schemata, Schnitte Schnitte, Schnitte,
Schnitte Grundrisse, Details Details
Schnitte

Grundlagen: Vorprojektpläne Bauprojektpläne Detailstudienpläne Provisorische Definitive Unterlagen des Unter-


Welche Grundlagen werden des Architekten des Architekten des Architekten Ausführungspläne Ausführungspläne nehmers, während der
in der Regel benötigt? des Architekten des Architekten Ausführung angeordnete
Änderungen

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Phasen Bauherr Architekt Bau- Gebäude- Übrige Behörden Unternehmer
(Leiter der ingenieur technik- Spezialisten und
Projektierung) Ingenieure und Berater Lieferanten

Vorbereitung
Bauabsicht
Vorprojekt-
pläne
Vorprojekt

Vorstudien- Vorprojekt- Vorprojekt- Vorab-


pläne pläne pläne klärungen
Koordination
Genehmigung
Genehmigung
Vorentscheid

Bauprojekt-
pläne
Varianten- Anlageprojekt-
Projektpläne Abklärungen
studienpläne pläne
Koordination

Genehmigung Genehmigung
Baugesuch
Bauprojekt

Detailstudien-
pläne
Vorprojekt- Detailstudien- Detailstudien-
Abklärungen
pläne pläne pläne
Koordination

Genehmigung

Provisorische
Ausführungs-
Ausschreibung

pläne
Provisorische Provisorische
Submissions-
Ausführungs- Ausführungs- Abklärungen
pläne
pläne pläne
Koordination

Genehmigung

Definitive
Ausführungs-
pläne
Definitive Definitive Definitive Werkstatt- oder
Ausführung

Ausführungs- Ausführungs- Ausführungs- Vorfabrikations-


pläne pläne pläne pläne
Koordination

Genehmigung

Planausgabe Ausführung

Baukontrolle

Pläne des
Bauabnahme ausgeführten
Abschluss

Bauwerkes
Pläne des Pläne des Pläne des Pläne des
ausgeführten ausgeführten ausgeführten ausgeführten
Bauwerkes Bauwerkes Bauwerkes Bauwerkes
Unterhalt

Figur 1 Beispiel für den Planaustausch bei einem komplexen Hochbau Planpakete gemäss SIA 400

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ANHANG B

Technische Hilfsmittel

B.1 Pläne . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15 B.8 Bezeichnungen, Sinnbilder und


Kurzzeichen . . . . . . . . . . . . . . . . . . 25
B.1.1 Planformate . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15
B.1.2 Faltung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15 B.8.1 Allgemeines . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 25
B.1.3 Titel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15 B.8.2 Vermessung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 25
B.1.4 Massstäbe. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16 B.8.3 Baustoffe. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 26
B.8.4 Stahlbau . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 27
B.2 Schriften . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17 B.8.5 Holzbau . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 28
B.8.6 Elektroinstallationen, Installationen
B.2.1 Allgemeines . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17
für Telekommunikation und
B.2.2 Gestaltungsregeln . . . . . . . . . . . . . . 17
Informatik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 29
B.2.3 Schriftgrössen . . . . . . . . . . . . . . . . . 17
B.8.7 Heizungsinstallation . . . . . . . . . . . . 30
B.8.8 Lüftungsinstallation . . . . . . . . . . . . . 32
B.3 Linien . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17
B.8.9 Sanitärinstallation . . . . . . . . . . . . . . 32
B.3.1 Liniendicken . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17 B.8.10 Kurzzeichen in Plänen . . . . . . . . . . . 34
B.3.2 Linienarten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17 B.8.11 Umbau, Abbruch und Wieder-
B.3.3 Anwendung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17 herstellung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 35

B.4 Raster und Koordinaten . . . . . . . 18 B.9 Darstellung von Bauteilen . . . . . 36


B.4.1 Axialraster . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18 B.9.1 Fenster- und Fenstertüröffnungen . 36
B.4.2 Bandraster . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18 B.9.2 Türöffnungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . 38
B.4.3 Koordinaten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19 B.9.3 Treppen und Rampen . . . . . . . . . . . 40

B.5 Masse und Koten . . . . . . . . . . . . . 20 B.10 Darstellung von


B.5.1 Allgemeines . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20 Aussparungen . . . . . . . . . . . . . . . . 41
B.5.2 Masseinheiten . . . . . . . . . . . . . . . . . 20 B.10.1 Arten von Aussparungen . . . . . . . . 41
B.5.3 Masse . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20 B.10.2 Sinnbilder und Kurzzeichen . . . . . . 41
B.5.4 Koten. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 21 B.10.3 Darstellung und Massangaben. . . . 42

B.6 Hinweise auf Plänen . . . . . . . . . . 22 B.11 Planbearbeitung mit CAD . . . . . 43


B.6.1 Allgemeines . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 22 B.11.1 Allgemeines . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 43
B.6.2 Hinweise auf den gleichen Plan . . . 22 B.11.2 Grundsätze . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 43
B.6.3 Hinweise auf andere Pläne B.11.3 Arbeiten mit Layern . . . . . . . . . . . . . 43
(Referenzpläne) . . . . . . . . . . . . . . . . 22

B.7 Projektionen . . . . . . . . . . . . . . . . . 23
B.7.1 Darstellungsprinzipien. . . . . . . . . . . 23
B.7.2 Normalprojektion. . . . . . . . . . . . . . . 23
B.7.3 Perspektivische Darstellungen . . . . 24

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B.1 PLÄNE

B.1.1 Planformate B.1.3 Titel


Das Planformat richtet sich nach den Erfordernissen. B.1.3.1 Grösse und Lage
Vorzuziehen sind Formate der DIN A-Reihe (A4 bis
A0). Genügen diese Formate ausnahmsweise nicht, Der Titel eines Planes besteht aus einem Titelfeld und
so wird ein Vielfaches von A4 verwendet. Das nutz- je nach Bedarf aus Zusatzfeldern.
bare Planfeld kann durch eine Randlinie gekenn-
zeichnet werden. Ihr Abstand vom Schnittrand Der Titel ist auf dem Plan in der Regel unten rechts an-
beträgt 5 mm. zuordnen (siehe Ziffer B.1.2). Das Titelfeld weist vom
unteren und vom rechten Schnittrand einen Abstand
Ausgehend vom Format A0 ergeben sich die weite- von 5 mm auf. Die Zusatzfelder schliessen oberhalb
ren A-Formate durch Halbierung. des Titelfeldes an.

Die A-Formate sind in mm: B.1.3.2 lnhalt


A0 841  1189
A1 594  841 B.1.3.2.1 Titelfeld
A2 420  594 Das Titelfeld kann die folgenden Informationen ent-
A3 297  420 halten:
A4 210  297
Auftraggeber:
– Name
– Adresse des Auftraggebers
B.1.2 Faltung
Planinhalt:
Die Faltung erfolgt auf das Format A4. Das Titelfeld – Bezeichnung des Objekts
oder der Plankopf soll bei gefaltetem Plan obenauf – Bezeichnung des Objektteils (Objektgliederung)
liegen. Das Titelblatt ist so zu gestalten, dass die wich- – Planpaket (z.B. Vorstudie, Baueingabe)
tigsten Informationen auf dem gefalteten Plan sicht- – Plantitel (z.B. Bauteil, Arbeitsgattung)
bar sind. – Lokalisierung
(Stockwerk, Schnittart, Fassade)
Beispiel: Plan A0. – Gegenstand von Planänderungen
Plan Normalformat, ge- Planverfasser:
A4 faltet durch fortlaufendes – Name
halbieren auf A4. – Adresse, Telefon- und Faxnummer, E-mail-Adresse
Auf Faltmarken kann
Planidentifikation:
T verzichtet werden.
– Auftragsnummer
T: Titelfeld
– Plannummer
– Massstab oder Massstäbe
Beispiel: Plan A0. – Änderungsindex
Plan Normalformat, ge- – Felder für das Visum des Planerstellers, des verant-
faltet auf A4. wortlichen Vorgesetzten oder des Projektleiters
A4 Faltmarken sind zweck- – Hinweise auf das CAD-Konzept
mässig. – Datum
T T: Titelfeld – Planformat

B.1.3.2.2 Zusatzfelder
Beispiel: Planformat ein
Mehrfaches von A4. Zusatzfelder werden für Orientierungspläne, Nord-
A4
Faltmarken sind zweck- pfeile, graphische Massstäbe, Legenden oder die
mässig. Benennung der Layer und ihrer Verfasser benötigt.
T
T: Titelfeld

Figur 2 Beispiele von Planformaten

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B.1.3.3 Gestaltung B.1.4 Massstäbe
Die Gestaltung des Titels soIl nicht starren Regeln un- Zu jeder Zeichnung werden die verwendeten Mass-
terworfen werden. In der Praxis hat sich die folgende stäbe im Titelfeld des Planes angegeben.
Anordnung der vier Gruppen von Angaben im Titel-
feld von Plänen von A0 bis A2 bewährt, wobei der Folgende Massstäbe werden im Bauwesen ange-
Platzbedarf der vier Unterteilungen den Erfordernis- wandt:
sen des Einzelfalles anzupassen ist.

Massstab Übliche Anwendung beim Architekten

Zusatzfeld 1:10000 Übersichtspläne


1: 5000 (z.B. Zonenpläne)
1: 2000

1: 1000 Situationspläne, Katasterpläne


1: 500
Zusatzfeld
1: 200 Situationspläne in Städten
Wettbewerbspläne
Vorprojektpläne
Zusatzfeld
1: 100 Bauprojekte

1: 50 Werkpläne

1: 20 Ausführungspläne
1: 10 Detailpläne
1: 5
1: 1

Figur 4
200 Übliche Massstäbe für Pläne des Architekten

Figur 3
Beispiel für die Anordnung und die Aufteilung des 0 0.10 0.50 1.00 m
Titelfeldes und der Zusatzfelder

Bei den Planformaten A3 und A4 kann ein Titelfeld Figur 5


am Rand, entlang der Längs- oder Schmalseite, an- Beispiel für einen graphischen Massstab
geordnet werden. für Pläne 1:20

Wegen der verbreiteten Anwendung von Verkleine-


rungstechniken wird empfohlen, auf jeder Zeichnung
einen graphischen Massstab anzubringen. So besteht
auch nach erfolgter Verkleinerung die Möglichkeit,
der Zeichnung approximative Masse zu entnehmen.

Verkleinerungen und Vergrösserungen sind als solche


zu kennzeichnen.

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B.2 SCHRIFTEN B.3 LINIEN

B.2.1 Allgemeines B.3.1 Liniendicken


Die wichtigsten Anforderungen an eine Beschriftung Pro Zeichnung sollten nicht mehr als drei Linien-
sind: dicken verwendet werden. Es ist empfehlenswert, die
– Lesbarkeit Abstufung deutlich vorzunehmen, so beispielsweise
– Gleichmässigkeit nicht 0,25 – 0,35 – 0,50 mm, sondern es sind die Linien-
– Eignung für Mikroverfilmung und andere Ver- dicken 0,25 – 0,50 – 1,00 mm oder 0,18 – 0,35 – 0,70 mm
kleinerungstechniken miteinander zu kombinieren.

Die Regeln für die Schriftgrössen und die Gestaltung Liniendicken werden auf das Planformat, den Mass-
der Beschriftungen sind für Schablonenschrift, Hand- stab und den vorgesehenen Verkleinerungsfaktor ab-
schrift, CAD-Schrift wie auch für andere Beschrif- gestimmt.
tungstechniken anwendbar.
Die Verwendung dünnerer Linien als 0,25 mm ist nur
bei einer Kopier- oder Drucktechnik ratsam, die diese
B.2.2 Gestaltungsregeln Linien wiedergeben kann.

Kleinstmögliche Liniendicken für Unterlagen, die zum


Mit Schablonen erstellte Schriften bestehen aus
Verkleinern vorgesehen sind:
praktischen Gründen meist nur aus Grossbuch-
staben. Liniendicken für Verkleinerungsfaktoren
in der Länge in der Fläche
Mit CAD geschriebene Worte und Texte können mit 0,25 mm 1,414 2
Gross- und Kleinbuchstaben geschrieben werden 0,35 mm 2 4
und sind dadurch besser lesbar. 0,50 mm 2,828 8
0,70 mm 4 16
Mit graphischem Verständnis angeordnete Zahlen
und Texte verbessern die Lesbarkeit einer Zeichnung
ebenfalls. B.3.2 Linienarten
Für Zeichnungen auf Plänen werden im wesentlichen
Die Beschriftung soll von unten oder von rechts les-
folgende Linienarten verwendet:
bar sein.
– Vollinie
– Strichlinie –––––––
B.2.3 Schriftgrössen – Strichpunktlinie – ·– ·– ·– ·– ·–
– Punktierte Linie ····················

Für die Schriftgrössen gelten folgende Regeln:


– Die Höhe h der Grossbuchstaben gilt als Basis der
Schriftgrössen. B.3.3 Anwendung
– Die Schriftgrössen sind dem Massstab des Planes
Linienart Dünn Mittel Dick
anzupassen.
– Die Liniendicke der Schriften soll nicht weniger als Vollinie Koordinatennetze Schnittkanten Schnittkanten
Masslinien Sichtkanten der Haupt-
1/10 der Schriftgrösse h betragen. Schraffuren Sinnbilder bauteile
Hilfslinien Hinweise Geschnittenes
Zentrumslinien neues Terrain
Sichtkanten
Strichlinie Unsichtbare Kan- Unsichtbare Kan- Gewachsenes
– – – – – ten von Teilen ten von Teilen Terrain
unter oder hinter unter oder hinter
der Schnittebene der Schnittebene.
Gewachsenes
Terrain
Strich- Achsen Wichtige Kanten Angabe der
punktlinie Niveaulinien von Bauteilen Schnittlage
– · – · – · – Baulinien über oder vor
der Schnittebene
Punktierte Hilfslinien Wie Strichlinie Wie Strichlinie
Linie Rasterlinien
··············

Tabelle 4
Anwendung und Bedeutung der verschiedenen Linien-
arten
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B.4 RASTER UND B.4.2 Bandraster
KOORDINATEN
Der Bandraster stellt eine Weiterentwicklung eines
Axial-Rastersystems dar und wird vor allem bei der
Massordnung auf der Grundlage der internationalen
B.4.1 Axialraster Modulordnung verwendet. Die Modulordnung (nach
ISO) ist ein Planungshilfsmittel zur einheitlichen
Bauten können mittels Achsen in – meist gleich geometrischen Abstimmung von Bauteilen und Bau-
grosse – Abschnitte unterteilt werden. Hauptachsen werken.
können durch Nebenachsen weiter unterteilt werden.
Raster von zumeist senkrecht aufeinanderstehenden Für weitere Informationen siehe z.B. Schweizer Bau-
parallelen Achsen werden als Massordnung für die dokumentation «Modulordnung im Bauwesen» AHK,
Organisation von Grundrissen eingesetzt. März 1980.

Figur 6 Figur 8
Darstellung und Bezeichnung eines Axialrastersystems Darstellung und Bezeichnung eines Bandrastersystems

Figur 7 Figur 9
Anwendung des Axialrasters bei der Anordnung Anwendung des Bandrasters bei der Anordnung
einer Aussenwand und der Tragkonstruktion (Grund- einer Aussenwand und der Tragkonstruktion (Grund-
riss) riss)

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B.4.3 Koordinaten
Bei grösseren Projekten kann bei Situationen und
Grundrissen zur besseren Orientierung das schwei-
zerische Landeskoordinatensystem eingesetzt wer-
den.

695 400
695 150

695 200

695 250

695 300

695 350
226 350

226 300

226 250

226 200

Figur 10
Darstellung und Bezeichnung von Koordinaten
69
69

52
52

50
00
69
51
50

50
62
22

00
262
2

Figur 11
Verwendung von Koordinaten und Achsen im
gleichen Plan

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B.5 MASSE UND KOTEN

B.5.1 Allgemeines B.5.3 Masse

Massangaben haben den Vorrang vor der Zeich- Masslinien und Masshilfslinien werden mit der
nungsgenauigkeit. Es wird empfohlen, Masse, die dünnsten verwendeten Linie gezeichnet.
mit den gezeichneten Abmessungen nicht über-
einstimmen, zu überstreichen. Dies gilt auch für Die Massbegrenzungslinien (Massstriche) sind dop-
Zeichnungen, die mit CAD erstellt werden. pelt so dick wie die Masslinien.

Masshilfslinien werden bis in die Nähe des zu be-


B.5.2. Masseinheiten messenden Gegenstandes geführt. Kreuzungen von
Masshilfslinien sind nach Möglichkeit zu vermeiden.
Für Masse und Koten werden die Einheiten Kilometer,
Meter, Zentimeter und Millimeter verwendet, wobei
die gewählte Einheit auf dem Plan anzugeben ist.
Mass-
begrenzungslinie
Beispiel: Masse in m
oder Massstrich

Dezimaleinteilungen von Masseinheiten werden


durch ein Komma oder einen Punkt von der Masszahl
der Grundeinheit getrennt. Masslinie

Beispiele in m: 2,75 oder 2.75


0,52 oder 0.52
Masszahl
Entsprechend der heutigen Usanz im Schweizer Bau-
wesen können – bei Verwendung der Grundeinheit
Meter – Bauteile, die kleiner als ein Meter sind, auch Höhenmass
in Zentimeter angegeben werden. In diesem Fall
werden Millimeter – in Verbindung mit Masszahlen
in Zentimeter – hochgestellt eingetragen.
Masshilfslinie

Beispiele: 52 = 0,52 m
25 = 2,5 cm
05 = 0,5 cm Figur 13
Darstellung von Masslinien und Masshilfslinien im
Winkel werden in der alten Gradteilung (360°-Teilung) Grundriss
angegeben.
Masszahlen sind etwa im halben Abstand der Zahlen-
Beispiele: 24° 32,5° 45° grösse über der Masslinie einzutragen und zwar so
gerichtet, dass sie vom unteren oder vom rechten
Der Begriff Gefälle wird für Entwässerungen, Blattrand her lesbar sind.
Steigung für begehbare und befahrbare Flächen ver-
wendet. Gefälle und Steigungen werden in Prozent Bei schrägen Masslinien sind Masszahlen immer
(%) oder Promille (‰) angegeben. Gefälle wird mit über der Masslinie – vom unteren Blattrand her
einem Pfeil nach unten (z.B. Garagevorplatzentwäs- betrachtet – einzutragen.
serung), Steigung mit einem Pfeil nach oben be-
zeichnet (z.B. Treppe oder Rampe). Masszahlen unterhalb der Masslinie sind Höhen-
masse, welche ab OK Schwelle bzw. OK fertiger
Boden bis UK roher Sturz beziehungsweise UK rohe
12%
Decke gemessen werden. Bei Fenstern wird ab OK
fertige Brüstung bis UK roher Sturz gemessen.

12% Bei Rechteckquerschnitten werden die Masse von


deren Breite und Höhe (z.B. 30 x 1,80) angegeben. Bei
runden Querschnitten wird der Masszahl das Zeichen
für Durchmesser (z.B. ø 12) vorangestellt.
Figur 12
Angabe von Steigung im Grundriss und im Schnitt

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Beispiele für die Angabe von Massen sind in den B.5.4 Koten
Figuren 14 bis 17 dargestellt.
Koten müssen immer in Meter angegeben werden.

Ausgangspunkt ist die Kote ± 0,00. Häufig ist dies die


fertige Höhenkote des Erdgeschosses. Ausnahms-
weise kann bei jedem Geschoss eine neue Aus-
gangshöhe ± 0,00 definiert werden. Im Plantitel ist in
diesem Fall diese neue Ausgangshöhe genau zu de-
finieren.
Beispiel: Kote ± 0.00 im 2. OG = 518,60 m ü.M.
Figur 14
Reihenbemassung Sofern eine Höhenkote für die ganze Fläche eines
Grundrisses Gültigkeit hat, kann sie im Titelfeld eines
Planes einmal aufgeführt werden.

+3.25 Kote OK fertige Höhe

+3.00 Kote UK fertige Höhe

+1.25 Kote OK rohe Höhe


Figur 15
Stufenbemassung Kote UK rohe Höhe
+1.10

±0.00
–0.10 Kote OK fertige und OK rohe Höhe

Figur 18
Angabe von Höhenkoten in Schnitten

Figur 16
Massangaben bei Radien, Durchmessern und Winkeln
350

375

360
290

300
220
180

180
1200

1050

900

750

600

450

300

150

a a a a a a a a a=150

Figur 17
Massangaben bei Kurven
Figur 19
Beispiel: Höhenkoten in Grundriss und Schnitt

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B.6 HINWEISE AUF PLÄNEN

B.6.1 Allgemeines B.6.3 Hinweise auf andere Pläne


(Referenzpläne)
Zur besseren Kennzeichnung von Hinweisen auf
Plänen werden Pfeile verwendet. Ihre Darstellung
erfolgt mit der kleinsten auf dem Plan verwendeten Ansicht D
Liniendicke. Nach Bedarf kann die Pfeilfläche in ver- mit Nummer
schiedene Felder unterteilt werden. des Referenzplans

In Verbindung mit Schnittebenen oder Ansichten


zeigt der Pfeil in Blickrichtung. In Verbindung mit Schnitt B
Kreisen (Ausschnitten) ist die Pfeilrichtung ohne Be- mit Nummer
deutung. des Referenzplans

B.6.2 Hinweise Figur 22


Hinweis auf Projektionen oder Schnitte, die auf einem
auf den gleichen Plan anderen Plan (Plan Nr. 147) dargestellt sind

Ansicht D

Figur 20
Hinweis auf Projektionen oder Schnitte, die auf dem
gleichen Plan dargestellt sind

Figur 23
Hinweis auf ein Detail G, welches auf einem anderen
Plan (Plan Nr. 147) dargestellt ist
Detail G
Auf einem Plankopf-Zusatzfeld können mitgeltende
Detailpläne (Referenzpläne) in Form einer Tabelle
aufgelistet werden.

Figur 21
Hinweis auf ein Detail G, welches auf dem gleichen
Plan dargestellt ist

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B.7 PROJEKTIONEN

B.7.1 Darstellungsprinzipien
Alle Bauteile sind dreidimensionale Körper, die auf
dem Papier nur zweidimensional dargesellt werden
können. Die Darstellung erfolgt durch die Projektion
des Körpers auf eine Ebene, die Zeichenebene.

In Figur 24 ist der Körper abgebildet, der im folgenden


den verschiedenen Darstellungen zugrunde gelegt
wird.

Figur 24
Perspektivisch
B.7.2 Normalprojektion

Schnitt F
Aufsicht A

Schnitt G Schnitt H
Ansicht B Ansicht C

Ansicht D Ansicht E Grundriss EG Grundriss OG

Figur 25 Figur 26
Normalprojektion. Normalprojektion.
Darstellung des nicht geschnittenen Körpers Darstellung des geschnittenen Körpers

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B.7.3 Perspektivische Darstellungen

Figur 27 Isometrie a1 = 1:1, a2 = 1:1, a = 30 ° Figur 30 Zentralperspektive mit einem Fluchtpunkt


Methode des Sehstrahlverfahrens

Figur 28 Grundrissperspektive (Militärperspektive) Figur 31 Zentralperspektive mit einem Fluchtpunkt


a1 = 1:1, a2 = 1:1 oder verkürzt Methode des Distanzpunktverfahrens
a: beliebig

a1
a2
a1

a1

Figur 29 Aufrissperspektive (Kavalierperspektive) Figur 32 Fluchtpunktperspektive mit zwei


a1 = 1:1, a2 = 1:1 oder verkürzt Fluchtpunkten
a: meist 45 °

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B.8 BEZEICHNUNGEN, SINNBILDER UND KURZZEICHEN

B.8.1 Allgemeines Polygonpunkte auf:

Die folgenden Bezeichnungen, Sinnbilder und Kurz- Markstein


zeichen sind für das gesamte Bauwesen anwendbar. Bolzen oder Pfahl
Sinnbilder werden wenn immer möglich schwarz-
weiss dargestellt. Anstelle einer Schraffur sind auch Kreuz
farbige Darstellungen möglich; sie enthalten jedoch Extrapolygon
keine zusätzliche Information, sondern dienen ledig-
lich dazu, die Lesbarkeit zu verbessern. Spezialbolzen

Polygon in Schacht
Schnittdarstellungen von Bauteilen werden nur dann
mit Baustoffsinnbildern versehen, wenn ohne Sinn-
bild eine Unklarheit bezüglich des Materials besteht Nivellementfixpunkt, Punktbezeichnung
oder eine Verwechslung möglich ist. Eidgenössisches Netz

Die meisten der in diesem Kapitel enthaltenen Sinn- Kantonales Netz


bilder und Kurzzeichen sind auszugsweise anderen
Quellen entnommen. Für vollständige Angaben wird
auf die Publikationen der Fachverbände verwiesen. Punkte für Triangulationsnetz I.– IV. Ordnung

Bodenpunkt

B.8.2 Vermessung Hochzielpunkt

Linien und Sinnbilder

Gebäudelinien

Grundstücksgrenze

Kulturgrenze

Gemeindegrenze

Bezirksgrenze

Kantonsgrenze

Landesgrenze

Sinnbilder für Grenzpunkte

Markstein

Kreuz

Bolzen

Röhre

Pfahl

Unvermarkter Grenzpunkt

Figur 33
Beispiel aus einem Situationsplan 1:500
Es bedeuten zum Beispiel:
90 Katasternummer oder Parzellennummer
5 Assekuranznummer oder Gebäudeversicherungs-
nummer
4 Polizeinummer oder Hausnummer
197 Polygonpunktnummer

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B.8.3 Baustoffe B.8.3.2 Kurzzeichen

B.8.3.1 Sinnbilder Quelle: SIA 162, SIA V177 und SN EN 459-1

Schnittflächen werden in der Regel mit breiten Linien Beton B


umrandet und zusätzlich durch Sinnbilder gekenn- Leichtbeton LB
zeichnet.
Portlandzement CEM I
Die Dichte der Sinnbilder ist dem Massstab der Zeich- Hydraulischer Kalk HL
nung anzupassen. Weisskalk CL

Bei Darstellungen im Massstab 1:100 und kleiner Mauerwerk M


werden geschnittene Flächen häufig schwarz oder
mit einem anderen gleichbleibenden Sinnbild für alle Standard-Mauerwerk ohne besondere Eigenschaften
Baustoffe versehen. aus:
– Backstein MB
– Leichtbackstein MBL
Backsteine rot (zinnober) – Zementstein MC
– Leichtzementstein MCL
Stahl M 1:1 – Kalksandstein MK
– Porenbetonstein MP
Feuerfeste Steine dunkelrot – Porenbetonleichtstein MPL

Kalksandsteine grau Mauerwerk mit besonderen Eigenschaften wird zu-


sätzlich bezeichnet mit:
Zementsteine oliv
– im Verband gemauert
Bewehrter und – vorfabriziert
grün – mit deklarierter Festigkeit
unbewehrter Beton
– äusseres Vorsatzmauerwerk
Betonwerkstein, – bewehrt
blaugrau
Kunststein – vorgespannt
– bewittertes Sichtmauerwerk
Sichtbeton Typ grün – nicht bewittertes Sichtmauerwerk
– mit erhöhtem Feuerwiderstand
Mörtel, Gips, Verputz violett – schalldämmend
– wärmedämmend
Holz massiv gelb bis braun – mit zusätzlichen Anforderungen an die Erdbeben-
sicherheit
Vollholz /
gelb bis braun
Brettschichtholz
Brettschichtholz BSH
Holzwerkstoffe hellbraun

Metall hellblau

Stahl (Schnitt) schwarz

Dämmstoffe rosa

Sperrschichten
schwarz/weiss
(Wind, Dampf, Wasser)

Dichtungsmasse gelb

Glas dunkelgrün

Kunststoffe grau

Naturstein allgemein blau

Figur 34
Sinnbilder und Farbangaben für Baustoffe

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B.8.4 Stahlbau B.8.4.3 Schweissverbindungen

B.8.4.1 Darstellung Schweissverbindungen werden in Werkzeichnungen


vereinfacht dargestellt. Nachfolgend die wichtigsten
Profile im Massstab 1:50 bis 1:10 werden normaler- Grundsymbole:
weise im Schnitt schwarz ausgefüllt gezeichnet. Bei
der Darstellung in grösseren Massstäben werden die V-Naht
Schnitte schraffiert. HV-Naht
K-Naht
Y-Naht
HY-Naht
X-Naht
D(oppel)Y-Naht
I-Naht
In der Ansicht werden die sichtbaren und unsichtba-
ren Kanten und soweit erforderlich, die Achsen der
Profile dargestellt. Kehlnaht einseitig

Kehlnaht beidseitig

B.8.4.4 Schrauben

B.8.4.4.1 Sinnbilder
Nenn-Ø M10 M12 M16 M20 M24
Loch-Ø mm 12 14 18 22 26

Stahlbauschraube

Hochfeste Schraube
nicht vorgespannt

B.8.4.2 Masse, Koten Hochfeste Schraube


vorgespannt
Die Masseinheit ist der Millimeter. Koten werden
in Meter angegeben. Normalerweise werden bei B.8.4.4.2 Kurzzeichen
Profilen die Achslinien bemasst.
Verbindungsmittel
SBS Stahlbauschrauben (mit Sechskantmutter)
SHV Hochfeste Schrauben (mit Sechskantmutter)
SPS Pass-Schrauben (mit Sechskantmutter)
SGS Gewindestangen
KBD Kopfbolzendübel

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B.8.4.5 Konstruktionsteile B.8.5 Holzbau
B.8.4.5.1 Kurzzeichen B.8.5.1 Darstellung
OG Obergurt
UG Untergurt Beispiele für die Darstellung von Konstruktionsholz
Di Diagonale im Querschnitt
Pf Pfosten
UZ Unterzug
WV Windverband
KnBl Knotenblech
KPl Kopfplatte
FPI Fussplatte
StPl Stirnplatte
KB Kranbahn
KS Kranschiene Vollholz Brett Brettschichtholz

B.8.4.6 Profile und Bleche B.8.5.2 Masse, Koten

B.8.4.6.1 Kurzzeichen Die Masseinheit ist der Millimeter. Normalerweise


BLE Grobbleche, Mittel- und Feinblech werden beim Konstruktionsholz die Achslinien be-
BPR Profilblech masst. Ausnahme: Bei Sparren wird das Sprung-
BRI Riffelblech mass (linke Kante bis linke Kante) angegeben. Bei
BTR Tränenblech Koten gilt die Einheit Meter.
BWA Warzenblech
BWE Wellblech B.8.5.3 Verbindungsmittel
FLA Flachstähle
B.8.5.3.1 Kurzzeichen
FLB Breitflachstähle
GRO Gitterrost BD Bulldog
HEA Breitflanschträger HE A BS Bauschraube
HEAT Halbe Breitflanschträger HE A HBD Halb-Bulldog
HEB Breitflanschträger HE B HHS Halbrund-Holzschraube
HEBT Halbe Breitflanschträger HE B HRD Halb-Ringdübel
HEM Breitflanschträger HE M N Nagel
HHD Breitflanschträger Reihe HD N vb Nagel vorgebohrt
HL... Breitflanschträger HL (z.B. HLA) NPL Nagelplatten
INP I-Normalprofile PB Passbolzen
IPE IPE-Träger PS Pass-Schraube
PEA IPEA-Träger RD Ringdübel
IPET Halbe IPE-Träger RN Rillennagel
KSA Kranschienen mit Fuss SBS Stahlbauschraube mit Sechskantmutter
KSN Kranschienen rechteckig SD Stahldübel
LNP Gleichschenklige Winkelstähle, rundkantig SHS Senk-Holzschraube
Ungleichschenklige Winkelstähle, rundkantig SN Schraubennagel
RND Rundstähle SS Sechskant- und Vierkantholzschrauben
ROR Stahlrohre, nahtlos oder geschweisst SUN Unterlagsscheibe für Stahlbauschraube
UP rechteckige oder quadratische Unterlags-
Quadratische und rechteckige Hohlprofile platte
MSH Fabrikat Mannesmann  US Unterlagsscheibe
RHS Fabrikat British Steel  warmgefertigt
TPS Fabrikat Tubeurop France 
TPB T-Stähle, rundkantig, breitfüssig
TPH T-Stähle, rundkantig, hochstegig
UAP U-Stähle mit parallelen Flanschen
UNP U-Stähle mit geneigten Flanschen
VKT Vierkantstähle
ZNP Z-Stähle

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B.8.5.3.2 Darstellung B.8.6 Elektroinstallationen,
Installationen für
Nägel (N)
Telekommunikation und
Runde Drahtstifte mit Informatik
flachem Kopf.
Ausgefüllte Kreise: Quelle: SEV
Nägel auf Vorderseite
Kreise: Nägel auf Rückseite. B.8.6.1 Sinnbilder
Beispiel: 9N 5/140
Leitung, allgemeines Sinnbild
Passbolzen (PB)
Leitung nach (von) oben,
Angabe von Anzahl,
von (nach) unten oder
Nenndurchmesser und
durchgehend
evtl. Länge.
Beispiel: 4 PB Ø 12–90
Kabelkanal 200 mm breit
(BK = Bodenkanal, KK 200
Passschrauben (PS)
BR = Brüstungskanal)
Bauschraube mit Kopf
und Mutter oder Verteilanlage E1 VA E1
beidseitige Muttern.
Angabe von Anzahl und Verteiler (z.B. 1 Eingang,
Nenndurchmesser. 4 Ausgänge): Sicherungskasten,
Beispiel: 4 PS Ø 14 Zählerkasten, Tableau
für Steuerung
Ringdübel (RD)
einschliesslich Abzweigdose
Bauschrauben und
Unterlagsscheiben. Anschlussstelle für
Angabe von Anzahl und Leuchte oder Apparate
Nenndurchmesser.
Beispiel: 2 RD Ø 100 Installiere Deckenleuchte

Bulldog (BD) Glühlampenleuchten


für Decken- bzw. Wand-
Verbindung von Holz- montage
teilen.
Angabe von Anzahl und Fluoreszenzleuchte,
Nenndurchmesser. 1flammig
Beispiel: 2 BD Ø 117
Fluoreszenzleuchte,
2flammig

Fluoreszenzleuchte,
horizontal an Wand montiert

Fluoreszenzleuchte,
vertikal an Wand montiert

Ausschalter Schema 0,
1- bzw. 2-polig

Stufenschalter Schema 1

Umschalter Schema 2

Wechselschalter
Schema 3

Kreuzungsschalter
Schema 6

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Drucktaste, Druck- Automatischer Feuermelder,
schalter allgemeines Sinnbild

Drucktaste mit einge- Solargenerator


bauter Signallampe
Bewegungsmelder 180°
Spotscheinwerfer
B.8.6.2 Kurzzeichen
Notleuchte
B.8.6.2.1 Elektroinstallationen
Dimmer BO Backofen
KH Kochherd
Steckdose KS Kühlschrank
GWA Geschirrwaschautomat
Mehrfachsteckdose WM Waschmaschine
(z.B. 3fach) TU Tumbler
BUS Datenbus allgemein
Steckdose mit Schutz- EIB Europäischer Installationsbus
EMV Elektromagnetische Verträglichkeit
kontakt
EVG Elektronisches Vorschaltgerät
MSRL Mess-, Steuer-, Regel- und Leittechnik
Steckdose geschaltet
NS-HV Niederspannungs-Hauptverteilung
SPS Speicherprogrammierbare Steuerung
Direktanschluss an Apparat
UV Unterverteilung
USV Unterbruchsfreie Stromversorgung
Waschmaschine mit elektr.
Heizung und Antrieb B.8.6.2.2 Installationen für Telekommunikation
und Informatik
Heizapparat, allgemeines DV Durchschalteverteiler
Sinnbild EV Etagenverteiler
GV Geschossverteiler
Kühlapparat ISDN Integrated Services Digital Network
LAN Local Area Network
Uhr, allgemeines LWL Lichtwellenleiter
Sinnbild UGV Universelles Kommunikations-
verkabelungssystem
Thermostat, Pressostat, WAN Wide Area Network
Hygrostat

Anschlussdose Schwachstrom B.8.7 Heizungsinstallation


Steckdose für Koaxial- B.8.7.1 Allgemeines
stecker (Antenne)
Die dargestellen Sinnbilder werden vor allem in den
Steckdose Schwach- Plänen und Schemata der Gebäudetechnik-Ingenieure
strom (Telefon) verwendet. Nachfolgend eine Auswahl der wichtig-
sten Sinnbilder; eine umfassende Aufzählung ist in
Telefonapparat der Empfehlung SIA 410 dargestellt.

Hupe B.8.7.2 Sinnbilder für Apparate und Geräte

Glocke, Wecker Heizkessel für festen


Brennstoff (z.B. Holzschnitzel)
Verstärker TV
Heizkessel für flüssigen
Gegensprechapparat, Brennstoff
allgemeines Sinnbild

Mikrofon Heizkessel mit Gas-


Gebläsebrenner
Lautsprecher
Gas-Heiztherme mit
atmosphärischem Brenner

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Heizkessel mit Ölbrenner Geschlossenes Membran-
und aufgesetztem Ausdehnungsgefäss
Wassererwärmer mit Luftkompressor
(Volumen z.B. 200 l)

Heizkessel mit Gebläse- Lamellierte Heizwand


Gasbrenner und seitlich
stehendem Wassererwärmer Radiator
und elektrischem Heizeinsatz (Gliederheizkörper)
(Volumen z.B. 800 l)
Rippenrohr-Heizkörper
Warmwassererwärmer
PWWH-Trinkwarmwasser- Strahlungsband für
speicher (z.B. 50 kW) Hochtemperaturheizung

Rohrschlange für
Heizungswasser- Decken- oder
Speicher (z.B. 2 m3) Fussbodenheizung

Fussleisten-Heizkörper
Durchflusserhitzer
elektrisch (z.B. 5 kW) Heizkörperventil
Durchfluss, Eck
Röhrenwärmetauscher
Wasser/Wasser-Dampf/ Ventil für Einrohrsystem
Thermoöl, horizontal
Vierleiterventil
Wassererwärmer vertikal
mit Wärmetauscher Thermostatisches
und Elektro-Heizeinsatz Heizkörperventil
(Volumen z.B. 500 l,
Leistung z.B. .....kW)
Wärmezähler mit
mechanischem Zählwerk
Wassererwärmer mit
Doppelmantel
(Volumen z.B. 1000 l) Wärmezähler mit
elektronischem Zählwerk

Zellen-Wassererwärmer Ultraschall

B.8.7.3 Kurzzeichen
Luft-Wasser-Wärme-
FE Stahl schwarz
Pumpe
FEW Weichstahl
VPE vernetztes Polyethylen
CNS Chromnickelstahl legiert
Sonnenkollektor CU Kupfer

Speisewassergefäss mit
thermischer Entgasung

Geschlossenes Membran-
Ausdehnungsgefäss

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B.8.8 Lüftungsinstallation B.8.9 Sanitärinstallation
B.8.8.1 Allgemeines B.8.9.1 Allgemeines

Diese Sinnbilder werden vor allem in den Plänen der Die dargestellten Sinnbilder werden vor allem in den
Ingenieure für Haustechnik verwendet. Nachfolgend Plänen und Schemata der Gebäudetechnik-Inge-
eine Auswahl der wichtigsten Sinnbilder; eine um- nieure verwendet. Nachfolgend eine Auswahl der
fassende Aufzählung ist in der Empfehlung SIA 410 wichtigsten Sinnbilder; eine umfassende Aufzählung
dargestellt. ist in der Empfehlung SIA 410 dargestellt.

B.8.8.2 Sinnbilder für Apparate und Geräte B.8.9.2 Sinnbilder

B.8.9.2.1 Armaturen
Wetterschutz
Ausflussventil

Gliederklappe Mischbatterie
gegenläufig
Einkörper-Mischbatterie

Jalousieklappe Mischbatterie mit


Vorregulierung

Schalldämpfer Ausflussventil mit


Raccord (Schlauchventil)
Filter
G = Grobfilter Mischbatterie mit
F = Feinfilter Umstellung
S = Schwebstofffilter
A = Aktivkohle Standventil

Mechanischer Mischer
Lufterhitzer

Thermostatischer
Mischer
Luftkühler
Mechanischer Mischer
mit Bedienungsventilen
Regenerativ-Wärmerück-
gewinner Thermostatischer
Mischer mit Bedienungs-
Rekuperativ-Wärmerück- ventilen
gewinner (Platten- oder
Röhrenaustauscher) B.8.9.2.2 Abwasser

Brandschutzklappe Grundriss Ansicht


(x = Brandklasse)
Rohrende mit
Luftwascher mit 1 Düsen- Verschlussdeckel
reihe, Gleichstrom

Putzöffnung
Dampfbefeuchter

Reduktion: exzentrisch
Ventilator (allgemein) bzw. zentrisch

Geruchsverschluss
P-Form

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Grundriss Ansicht Grundriss Ansicht

Geruchsverschluss
S-Form Gas-Wassererwärmer

Flaschen-Geruchs-
verschluss Gas-Kochherd

B.8.9.2.3 Apparate und Geräte Haushalt-Geschirr-


spülmaschine
Grundriss Ansicht

Badewanne
B.8.9.3 Kurzzeichen für Leitungs-
und Kanalmaterialen

Aussenleitungen Gas – Wasser ND/PN 16


Duschenwanne
PE Polyethylen
PVC Polyvinyl-Chlorid
GG Grauguss
Waschtisch ST Stahlrohr
STI Stahl rostbeständig
FZ Faserzement
Bidet PB Polybuten
Klosettanlage mit auf- PP Polypropylen
gesetztem Spülkasten VPE vernetztes Polyethylen

Schmutz- und Regenwasserleitungen (WAS/WAR)


Klosettanlage mit PE Kunststoffrohr, Polyethylen
Unterputzspülkasten PVC Kunststoffrohr, Polyvinyl-Chlorid
GG Grauguss
FZR Faserzementrohr
Urinoir

Ausgussbecken

Waschtrog

Waschrinne

Waschfontäne

Spültisch doppelt,
mit Abtropfteil

Waschmaschine

Wäschetrockner

Elektr. Zentrifuge

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B.8.10 Kurzzeichen in Plänen
Weitere Kurzzeichen sind in den Abschnitten B.8.1
bis B.8.11 und B.9.1 aufgeführt

B.8.10.1 Allgemeines B.8.10.3 Gebäude- und Grundstücks-


entwässerung, Kanalisation
AK ausserkant
Quellen: SN 592 000, VSA-Richtlinien (1. Teil),
OK oberkant
Norm SIA 190
UK unterkant
iL im Licht
A Auslaufhöhe
BR OK fertige Brüstung
BA Bodenwasserablauf
ST UK Sturz roh
(mit Geruchverschluss)
SW OK Schwelle
BE Bodenwassereinlauf
m ü.M. Meter über Meer
(ohne Geruchverschluss)
NP Niveaupunkt
D Deckelhöhe
DV Doppelverglasung
DW Dachwasserleitung
IV Isolierverglasung
E Einlaufhöhe
AD an Decke
FAB Fettabscheider
UD unter Decke
KS Kontrollschacht
üB über Boden
MAB Mineralölabscheider
DG durchgehend
PU Putzöffnung
üT über Terrain
S Sohlenhöhe
uT unter Terrain
SF Schlammfang
UKD unterkant Decke
SR Sickerleitung
B Boden
SS Schlammsammler
D Decke
VS Versickerungsschacht
W Wand
WA Abwasser
WAI Industrieabwasser
B.8.10.2 Schutzraumbau
WAR Reinabwasser
Quelle: TWP WAR-R Regenabwasser
WAR-SI Sickerabwasser
SR Schutzraum WAS Schmutzabwasser
S Schleuse
PD Panzerdeckel
PT Panzertüre
NA Notausstieg
FR Fluchtröhre
AL Abluft
GF Gasfilter
VA Ventilationsaggregat
ÜV Überdruckventil
LF Luftfassung

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B.8.11 Umbau, Abbruch
und Wiederherstellung

Abbruch und Wiederherstellung von Bauteilen


werden sowohl auf bereits bestehenden wie auch auf
neuerstellten Plänen angegeben. Um das Verständnis
zu erleichtern, kann ein Plan des bestehenden
Objektes mit den vorgesehenen Änderungen sowie
ein zweiter Plan des veränderten Objektes erstellt
werden. Bei Projektplänen für Baugesuche und Aus-
führungsplänen für Umbauten werden beizubehal-
tende Bauteile schwarz, neue rot und abzubrechende
gelb dargestellt.

Bearbeitung eines neu gezeichneter Plan


bestehenden Planes

Abbruch eines bestehenden Bauteils

Neuer Bauteil
Schraffur oder Schattierung, Schraffur oder
deutlich unterscheidbar von Schattierung
der bestehenden Schraffur

Schliessen einer Öffnung im


bestehenden Bauwerk

neue Öffnung
Neue Öffnung in bestehender
Konstruktion

Neue Oberfläche auf bestehender


Konstruktion

Figur 35
Sinnbilder für die Darstellung von Veränderungen in Grundrissen
Quelle: SN EN ISO 7518

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B.9 DARSTELLUNG VON BAUTEILEN

B.9.1 Fenster- und


Fenstertüröffnungen

B.9.1.1 Grundrisse

Die Darstellung der Fensterkonstruktionen erfolgt


nach den selben Regeln, unabhängig davon ob es
sich um Holz-, Holz-Metall-, Metall- oder Kunststoff- Figur 36
Fenster handelt. Fenster im Massstab 1:100

Backstein mit Aussenwärmedämmung, hinterlüftet

Holzelementbau, zwischengedämmt, hinterlüftet

Backstein mit Aussenwärmedämmung, verputzt

Figur 37 Figur 38
Fenster im Massstab 1:50 Fenster im Massstab 1:20

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B.9.1.2 Schnitte

Backstein mit
Aussenwärmedämmung,
hinterlüftet

Holzelementbau,
zwischengedämmt,
hinterlüftet

Backstein mit
Aussenwärmedämmung,
verputzt
Figur 39 Figur 40
Fenster im Massstab 1:50 Fenstertüren im Massstab 1:50

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B.9.1.3 Sinnbilder B.9.2 Türöffnungen
Fest im Rahmen verglast B.9.2.1 Grundrisse

Drehflügel einflüglig mit Innenwand


Verschluss, Band rechts

Drehflügel fest mit Band


Türöffnung
und Plattenverschraubung
bei Niveaudifferenz
Zweiflüglig mit Angabe
der Öffnungsreihenfolge Aussenwand
1 = Flügel erstöffnend
2 = Flügel zweitöffnend
zweiflüglige
Kippflügel mit Verschluss
Türe mit
festem Teil
Kippflügel fest,
für Reinigung bedienbar Figur 41
Türen im Massstab 1:100

Klappflügel mit Verschluss

Drehkippflügel, Band rechts

Schwingflügelfenster
Schiebetüre, ohne Sturz
Wendeflügelfenster,
Achse in der Mitte

Vertikales Schiebefenster, nach


oben schiebbar, oben Flügel
fest im Rahmen verschraubt

B.9.1.4 Kurzzeichen

Fenster und Sonnenschutz


Türe mit Zarge bei Niveaudifferenz

KL Klappladen
SL Schiebeladen
ROL Rolladen
LAM Lamellenstoren
RAF Rafflamellenstoren
FAL Faltrolladen
K Kurbel
DV Doppelverglasung
IV Isolierverglasung
IV3 Dreifachisolierverglasung
BFB Beton-Fensterbank Blendrahmentüre, ohne Sturz, mit Schwelle
MFB Metall-Fensterbank
FFB Faserzement-Fensterbank Figur 42
Türen im Massstab 1:50

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B.9.2.2 Sinnbilder

Sinnbilder von Türanschlag- und -öffnungsarten für


Darstellungen in Ausführungsplänen

Futterrahmen oder Pendeltüre ohne


Zarge eingegossen, Schwelle
Türe rechts gebandet,
Schwelle
Falttüre mit mittiger
Führung

Blockrahmen/Profil, Faltschiebetor
Türe links gebandet
ohne Niveaudifferenz

Drehtüre
Blendrahmen,
Türe links gebandet
bei Niveaudifferenz

Kipptor
Zweiflüglige Türe,
bei Niveaudifferenz
Schnitt Grundriss

Schiebetüre ausserhalb
der Wand
Doppeltüre mit
Schwelle Schiebetüre in
der Wand

Harmonikatüre

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B.9.3 Treppen und Rampen
Treppen werden in Grundrissplänen in ca. 2⁄3 ihrer
Höhe geschnitten. Bei mehrgeschossigen Treppen
wird der obere Teil des unteren und der untere Teil
Schnitt
des oberen Laufs dargestellt.

Die durchgehende Linie mit Pfeil zeigt bei Treppen


und Rampen in Richtung der Steigung.

Führt die Treppe nur über ein Geschoss, so wird


die Treppe über der Schnittstelle strichpunktiert ge- Grundriss
zeichnet.
Figur 45
Rampe.
Grundriss und Schnitt im Massstab 1:100

Figur 43
Treppen über mehrere Geschosse.
Grundriss und Schnitt im Massstab 1:100

Schnitt

Grundriss

Figur 44 Figur 46
Treppe über ein Geschoss. Zweiläufige Treppe mit Winkelstufen.
Grundriss und Schnitt im Massstab 1:100 Grundriss und Schnitt im Massstab 1:50

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B.10 DARSTELLUNG VON B.10.2 Sinnbilder und Kurzzeichen
AUSSPARUNGEN
Bezeichnung Kurzzeichen
Quelle: Empfehlung SIA 410/2 (ausgeschrieben) (mit grossen
Buchstaben)

Wanddurchbruch WD
B.10.1 Arten von Aussparungen Deckendurchbruch DD
Bodendurchbruch BD
Bei Aussparungen wird zwischen Durchbrüchen und
Fundamentdurchbruch FD
Schlitzen in Wänden, Decken, Bodenkonstruktionen

Durchbruch
und Fundamenten unterschieden.
Futterrohr durch Wand WFR
Horizontale, raumabschliesssende Bauteile werden Futterrohr durch Decke DFR
als Decken bezeichnet, wobei zwischen statisch tra- (Vertikalschnitt)
(Grundriss)
genden und nichttragenden Decken unterschieden
wird. Als Bodenkonstruktionen werden Überkon- Futterrohr durch Boden BFR
struktionen auf Decken und tragendem Untergrund (Vertikalschnitt)
(Grundriss)
bezeichnet.
Futterrohr FFR
Als Fundamentaussparungen werden Durchbrüche durch Fundament
und Schlitze in Einzelfundamenten, Streifenfunda-
menten und Fundamentplatten bezeichnet. Wandschlitz WS
Schlitz

Deckenschlitz DS
Bodenschlitz BS
Fundamentschlitz FS

Vormauerung bei Aussparungen VM


(nach Fertigstellung der Instal-
lationen in den Aussparungen)
Ankerschiene AS

Tabelle 5

Zusätzliche Zeichnerische
Kennzeichnungen: Farbe Ergänzung

Aussparungen in
Decken- und Boden-
konstruktionen

tragender Untergrund Aussparungen in


(z.B. Erdboden) Wänden und Pfeilern
a Bodenkonstruktion
Aussparungen, die
b tragende Decke
gleichzeitig durch
c abgehängte Decke
horizontale und verti-
d Deckenkonstruktion
kale Bauteile gehen

Figur 47
Aussparungen für haustechnische Installationen
Unterscheidung von Decken- und Bodenkonstruk-
können durch ein zusätzliches Kurzzeichen den ver-
tionen
schiedenen Arbeitsgattungen zugeordnet werden:

E Elektrische Installationen
H Heizungs-Installationen
L Lüftungs- und Klima-Installationen
K Kälte-Installationen
S Sanitäre Installationen

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B.10.3 Darstellung und Massangaben Art der Horizontale Bauteile Vertikale Bauteile
Aussparung (Decke, (Wand, Fundament)
Bodenkonstruktion,
Im allgemeinen werden Aussparungen nur im Grund- Fundamentplatte)
riss eingetragen und bemasst. Deckenaussparungen Durchbruch Breite/Länge Breite/Höhe
werden im unterhalb der entsprechenden Decke Lage
liegenden Geschoss eingetragen. Aussparungen in (Kote OK Durchbruch)

der Bodenkonstruktion werden nur im zugehörigen Futterrohr Ø innen / Ø aussen / Ø innen / Ø aussen /
(Druchbruch) Futterrohr-Länge Futerrohr-Länge
Grundriss eingezeichnet. Fundamentaussparungen
Werkstoff Lage (Kote Futterrohr-
werden in den Fundamentplänen angegeben. Achse)
Werkstoff
Schlitz Länge / Breite / Tiefe Breite / Tiefe / Höhe
OG Bodenkonstruktion OG Lage (Kote OK Schlitz) Lage (Kote OK Schlitz)
Leitungen und Aussparungen
im Grundriss OG eintragen Tabelle 6
Bezeichnung und Reihenfolge der Bemassung

EG Decke über EG
Leitungen und Aussparungen
im Grundriss EG eintragen

Figur 48
Eintragung von Aussparungen in Decken und Boden-
konstruktionen

Horizontale Bemassung:
Die horizontale Bemassung von Aussparungen in
Plänen für Neubauten und Umbauten erfolgt ab
Bezugspunkten bis zur nächstliegenden Seitenkante
einer Aussparung bzw. Futterrohrachse bei Futter-
rohren. Solche Bezugspunkte sind rohe Baukonstruk-
tionsteile, die auf der Baustelle im rohen Neubau wie
im Umbau vorhanden und sichtbar sind, wie äussere
und innere Tragmauern, Brandmauern, Aufzug-
schächte, Treppenhauswände, tragende Pfeiler oder
Säulen. Massketten von Aussparungen sollen mög- Legende: S DD Sanitär Deckendurchbruch
lichst bis AK Fassadenrohbaukonstruktion geführt S WS Sanitär Wandschlitz
werden. H WS Heizung Wandschlitz
DD Allgemeiner Deckendurchbruch
Vertikale Bemassung:
Figur 49
Die vertikale Bemassung erfolgt immer ab Fertigkote
Beispiel eines Aussparungsplanes im Grundriss
des betreffenden Geschosses bis OK Aussparung
bzw. bis Futterrohrachse bei Futterrohren. Die Höhen-
kote von OK Aussparung bzw. der Futterrohrachse
muss angegeben werden.

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B.11 PLANBEARBEITUNG Beim Arbeiten mit CAD werden diese Schichten Layer
genannt. Diese Arbeitstechnik wird für die Planung
MIT CAD
aller Bauwerke angewendet.

Das Merkblatt SIA 2014, CAD-Layerorganisation, gibt


B.11.1 Allgemeines eine standardisierte Layerstruktur vor. Die Inhalte der
Struktur sind dadurch einheitlich definiert. Eine solche
Es würde den Rahmen dieser Empfehlung sprengen, standardisierte Layerstruktur erleichtert den Daten-
das Arbeiten mit CAD detailliert zu regeln. Es werden austausch zwischen Planungspartnern. Bei Bauten
daher nur einige ausgewählte Aspekte behandelt, mit relativ kleinem Projektierungsaufwand für Installa-
welche beim Einsatz von CAD-Systemen zu beachten tionen und Ausbau kann eine sehr einfache Layer-
sind. struktur verwendet werden. Tabelle 7 zeigt ein Beispiel
für eine solche einfache Gliederung nach SIA 2014.

B.11.2 Grundsätze Die Layerbezeichnung nach dem Merkblatt SIA 2014


setzt sich zusammen aus dem verantwortlichen Agen-
Beim Arbeiten mit CAD erfolgt die eigentliche Kon- ten (im Normalfall dem Planersteller), der eigentlichen
struktion des Modells und die Darstellung auf dem Layerbezeichnung gemäss dem Layerkatalog im Merk-
Plan je nach Logik des gewählten Systems mehr oder blatt SIA 2014 sowie einem Präsentationscode nach
weniger getrennt. ISO (auch diese sind im Merkblatt SIA 2014 zu finden).

Im allgemeinen wird im Massstab 1:1 konstruiert und


erst bei der Erstellung des Plans werden über den
Massstab die entsprechenden Schriftgrössen, Linien-
arten und der Detaillierungsgrad für die Darstellung
definiert. Die massstababhängige Plandarstellung
wird von den verschiedenen CAD-Systemen in
unterschiedlicher Form unterstützt.

Die Art der Darstellung kann in CAD-Systemen stark


beeinflusst werden. Bei der Wahl von Linienarten,
Schraffuren, Objekten, Makros, Bemassungen und
Schriften muss stets abgeklärt werden, ob diese mit
den vorgesehenen Datenaustauschformaten auch
übertragen werden können.

Um die Vorteile des CAD optimal zu nutzen, müssen


die Daten systematisch strukturiert werden. Die Daten
werden dabei in sogenannte Layer (Schichten) abge-
Figur 50
legt.
Prinzip des Arbeitens mit Layern
B.11.3 Arbeiten mit Layern
Vor Planungsbeginn muss der Leiter der Projek-
tierung den notwendigen Detaillierungsgrad der
B.11.3.1 Prinzip des Arbeitens mit Layern
Layerstruktur gemeinsam mit allen Beteiligten fest-
legen.
Jedes Bauwerk durchläuft verschiedene Entwick-
lungsphasen. Diese Phasen beeinflussen sich gegen-
B.11.3.2 Der Planaufbau
seitig. Erschwerend bei der Projektierung ist, dass
vorausgehende Phasen durch nachfolgende stark be-
B.11.3.2.1 Grundplan
einflusst werden. Mit fortschreitender Projektierung
verdichten sich die erfassten und verarbeiteten In einem ersten Schritt wird der Grundplan erstellt.
Informationen. Die Aussagekraft und die Menge der Darin werden alle tragenden Bauteile und nicht
Informationen wachsen. veränderbaren Informationen (im Hochbau z.B.
Aussenhaut, Treppen, Aufzüge, Toilettenräume) auf
Das Prinzip des Arbeitens mit Layern besteht in der dem jeweils dafür vorgesehenen Layer dargestellt.
separaten Darstellung der Informationen der Ent- Beschriftung und Bemassung werden in den zuge-
wicklungsphasen auf verschiedenen Schichten, ohne hörigen Layern eingetragen.
Wiederholung der schon auf anderen Schichten fest-
gehaltenen Informationen. Einzelne Schichten allein Mit dem Grundplan wird auch der Planursprung de-
haben keine Aussagekraft, erst die Kombination von finiert, welcher als Referenz für die Verknüpfung mit
mehreren Schichten ergibt einen verwendbaren Plan. zusätzlichen Layern dient.

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Der Grundplan dient allen an der Projektierung Betei- – Austauschformat
ligten als Basis für die von ihnen herzustellenden – Austauschmedium
Schichten. Änderungen und Ergänzungen am Grund- – Effektiv im Projekt verwendete Layer
plan dürfen nur vom Verfasser des Grundplans vor- – Lage und Koordination des vorgesehenen Ein-
genommen werden. Nach jeder Korrektur muss der fügepunktes
überarbeitete Plan mit Änderungsvermerk und klarer – Inhalt des Datenlieferscheins.
Markierung der Änderungen und Ergänzungen allen
Beteiligten zugestellt werden. Mit jedem Datenaustausch ist ein Datenlieferschein zu
erstellen, welcher vom Empfänger ohne das Öffnen
B.11.3.2.2 Fachlayer der entsprechenden Datei gelesen werden kann.
Die Informationen für die einzelnen Fachbereiche
werden auf den dafür vorgesehenen separaten Bei grossen Projekten lohnt sich der Einsatz von Soft-
Layern dargestellt. Die Spezialisten erstellen für ihre ware, welche die systematische Zusammenarbeit un-
Verantwortungsbereiche Pläne aus dem Grundplan terstützt und es allen Mitgliedern des Planungsteams
und ausgewählten Fachlayern. erlaubt, auf die jeweils aktuellen Dokumente zuzu-
greifen.
B.11.3.3 Planaustausch
Das System der Numerierung vom Grundplan und
Der Datenaustausch für CAD wird im Merkblatt SIA dessen Kombination mit verschiedenen Fachlayern
2014 geregelt. Zusätzlich zu diesen Regeln müssen zwi- muss von Fall zu Fall gut studiert und eindeutig fest-
schen den Partnern folgende Punkte definiert werden: gelegt werden.

Tabelle 7 Beispiel für eine mögliche Gliederung der Layer nach dem Merkblatt SIA 2014 (Hochbau, Obergeschoss)

Layerbezeichnung Bezeichnung nach Erläuterung


Merkblatt SIA 2014
verant- Element- Präsen-
wortl. bezeichnung tations-
Agent nach Merk- code
blatt SIA 2014
Grundplan
Aussenwände A– E4 – – – – E Tragende Bauteile
A– E4 – – – – T Beschriftung
A– E4 – – – – D Bemassung
Innenwände Rohbau A– E6 – – – – E
A– E6 – – – – T Beschriftung
A– E6 – – – – D Bemassung
Treppen, Podeste, Rampen A– E04 – – – E
A– E04 – – – T Beschriftung
A– E04 – – – D Bemassung
Aussenbekleidungen A– E44 – – – E Aussenhaut
mit Wärmedämmung A– E44 – – – T Beschriftung
A– E44 – – – D Bemassung
Standardpersonenaufzüge A– I61 – – – E Aufzüge, Weiterbearbeitung durch S –
A– I61 – – – T Beschriftung
A– I61 – – – D Bemassung
Sanitärapparate A– P51 – – – E Einrichtungen Toilettenräume usw.
A– P51 – – – T Beschriftung
A– P51 – – – D Bemassung

Verantwortlicher Agent: A –: Architekt Präsentationscode: E: Element


B –: Bauingenieur T: Text
S –: Spezialist D: Bemassung

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Tabelle 7 (Fortsetzung)

Layerbezeichnung Bezeichnung nach Erläuterung


Merkblatt SIA 2014
verant- Element- Präsen-
wortl. bezeichnung tations-
Agent nach Merk- code
blatt SIA 2014
Stahlbeton und Mauerwerk B– Schalung und Armierung
Tragende Aussenwände, B– E411 – – E Tragende Bauteile
Betonkonstruktion
B– E411 – – T Beschriftung
B– E411 – – D Bemassung
Tragende Innenwände, B– E611 – – E
Rohbau
B– E611 – – T Beschriftung
B– E611 – – D Bemassung
Nichttragende Innenwände, B– E624 – – E
Rohbau, Mauerwerk
B– E624 – – – T Beschriftung
B– E624 – – – D Bemassung
Treppen, Podeste, Rampen B– E04 – – – E
B– E04 – – – T Beschriftung
B– E04 – – – D Bemassung
Installationen
Starkstromanlagen S– I0 – – – – E Starkstrominstallationen für Leuchten,
Deckenlautsprecher, automatische Brand-
melder usw., auf Deckenpläne abgestimmt
S– I0 – – – – T Beschriftung
S– I0 – – – – D Bemassung
Telekommunikations- und S– I1 – – – – E Schwachstrominstallationen für Decken-
Sicherheitsanlagen lautsprecher, automatische Brand-
melder usw., auf Deckenpläne abgestimmt
S– I1 – – – – T Beschriftung
S– I1 – – – – D Bemassung
Heizungsanlagen S– I2 – – – – E Heizungsanlagen inkl. gesamte Leitungs-
anlagen für Energiezufuhr (z.B. Gas)
S– I2 – – – – T Beschriftung
S– I2 – – – – D Bemassung
Lufttechnische Anlagen S– I3 – – – – E Leitungen, Kanäle, Apparate. Bei Klima-
anlagen mit Zuluftschienen und Abluft-
leuchten oder ähnlichen Systemen auf
Deckenpläne abgestimmt
S– I3 – – – – T Beschriftung
S– I3 – – – – D Bemassung

Verantwortlicher Agent: A –: Architekt Präsentationscode: E: Element


B –: Bauingenieur T: Text
S –: Spezialist D: Bemassung

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Tabelle 7 (Fortsetzung)

Layerbezeichnung Bezeichnung nach Erläuterung


Merkblatt SIA 2014
verant- Element- Präsen-
wortl. bezeichnung tations-
Agent nach Merk- code
blatt SIA 2014
Wasser- und S– I4 – – – – E Gesamte Leitungsinstallationen für
Abwasseranlagen Kalt- und Warmwasser, Entwässerung,
Sprinkleranlagen usw.
Apparate aller Art sind vom Grundplan
zu übernehmen (A-P51 – – – E)
S– I4 – – – – T Beschriftung
S– I4 – – – – D Bemassung
Standardpersonenaufzüge S– I61 – – – E Aufzüge, Übernahme von A –,
Weiterbearbeitung durch S –
S– I61 – – – T Beschriftung
S– I61 – – – D Bemassung
Ausbau Gebäude
Trennwände und Innentüren A– M1 – – – – E Anordnung und Materialien der Trenn-
wände, Zargen- und Türblatt-Typen,
Tür- und Schlossnummern
A– M1 – – – – T Materialien der Trennwände, Zargen-
und Türblatt-Typen, Tür- und Schloss-
nummern
A– M1 – – – – D Bemassung
Bodenbeläge A– M3 – – – – E Materialien, Fugeneinteilung
A– M3 – – – – T Materialbezeichnung
A– M3 – – – – D Bemassung
Wandbekleidungen A– M4 – – – – E Materialien
A– M4 – – – – T Hinweise auf ergänzende Ansichten
A– M4 – – – – D
Deckenbekleidungen A– M5 – – – – E Einteilung, Anordnung von Leuchten
und Lüftungseinrichtungen,
Sprinklerdüsen, Deckenlautsprechern
A– M5 – – – – T Beschriftung
A– M5 – – – – D Bemassung
Betriebsausrüstung
Apparate S– Q0 – – – – E
S– Q0 – – – – T Beschriftung
S– Q0 – – – – D Bemassung
Ausstattung
Allgemeine Möbel A– R0 – – – – E Möbel, Kleininventar
A– R0 – – – – T Beschriftung
A– R0 – – – – D Bemassung

Verantwortlicher Agent: A –: Architekt Präsentationscode: E: Element


B –: Bauingenieur T: Text
S –: Spezialist D: Bemassung

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ANHANG C

Anwendungsbeispiele
C.1 Anmerkung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 48

C.2 Bauprojektpläne Architekt. . . . . . . 48


C.2.1 Inhalt und Darstellung . . . . . . . . . . . . . 48
C.2.2 Masse und Koten . . . . . . . . . . . . . . . . . 48
C.2.3 Bauprojektpläne zum Baugesuch . . . . 48

C.3 Werkpläne Architekt . . . . . . . . . . . . 59


C.3.1 Inhalt und Darstellung . . . . . . . . . . . . . 59
C.3.2 Masse und Koten . . . . . . . . . . . . . . . . . 60

C.4 Detailpläne Architekt . . . . . . . . . . . 71


C.4.1 Inhalt und Darstellung . . . . . . . . . . . . . 71
C.4.2 Masse und Koten . . . . . . . . . . . . . . . . . 71

C.5 Ausführungspläne
Bauingenieur . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 79
C.5.1 Inhalt und Darstellung . . . . . . . . . . . . . 79
C.5.2 Masse und Koten . . . . . . . . . . . . . . . . . 79

C.6 Pläne Gebäudetechnik . . . . . . . . . . 85


C.6.1 Bauprojektpläne . . . . . . . . . . . . . . . . . . 85
C.6.2 Ausführungspläne . . . . . . . . . . . . . . . . 85

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C.1 ANMERKUNG

Die nachfolgenden Zeichnungen illustrieren die An- C.2.2 Masse und Koten
wendung einzelner der im Anhang II aufgeführten
technischen Hilfsmittel. Dargestellt sind jedoch, be- Die Bemassung umfasst folgende Angaben:
dingt durch die Formate A4 und A3, nicht Pläne im – äussere Gebäudeabmessungen mit Vor- und Rück-
eigentlichen Sinn. Deshalb wird auch auf Titelfelder sprüngen
verzichtet und lediglich Bildlegenden angegeben. Sie – Grenzabstände
wurden mit CAD gezeichnet und sind massstabge- – nach Möglichkeit ist ein Fixpunkt im Gelände mit
treu abgebildet. Angabe der Meereshöhe (z.B. Polygonpunkt 463 =
423.15 m ü. M.) einzutragen
Für die Beispiele wurde aus den im Anhang A aufge- – die Bodenflächen und bei Baugesuchen auch die
führten Planpaketen eine Auswahl getroffen. Fensterflächen der Wohn-, Schlaf- und Arbeits-
räume
– Treppenbreiten, Wohnungszugangsbreiten, Haus-
zugangsbreite, Mauerdicken usw.
– Gebäude- und Firsthöhe
– evtl. Niveaupunkt
– Geschosshöhen
– Koten der Geschosse, absolut für die Höhe des Erd-
C.2 BAUPROJEKTPLÄNE geschosses (z.B. ± 0.00 = 423.82 m ü. M.) und rela-
ARCHITEKT tiv für die übrigen Geschosse
– Gefällsangaben bei Zufahrten und Rampen
– Dachneigung
– Kaminhöhen über Dach bzw. First
C.2.1 Inhalt und Darstellung – Breite von Dachaufbauten und Dacheinschnitten

Bauprojektpläne werden in der Regel im Massstab


1:100 gezeichnet und enthalten alle Angaben, die zum C.2.3 Bauprojektpläne
Verständnis des Projektes notwendig sind. Diese An- zum Baugesuch
gaben sind in Grundrissen, Aufsichten, Schnitten und
Fassaden enthalten. Einige der zuvor erwähnten Angaben sind allerdings
nur für Bauprojektpläne erforderlich, die für ein Bau-
Für grosse Projekte und Wettbewerbsprojekte wird gesuch verwendet werden. Die örtlichen Baubehör-
auch der Massstab 1:200 verwendet. den schreiben vor, wie die Eingabepläne darzustellen
sind. Dies gilt auch für spezielle Eingabepläne, wie
In den Plänen einzutragen sind unter anderem: beispielsweise Kanalisationspläne.
– die Nordrichtung in den Grundrissen
– Baulinien
– die Umgebungsgestaltung in den Grundrissen,
dort, wo das Terrain an das entsprechende
Geschoss angrenzt
– Raumnummern
– die Zweckbestimmung der Räume
– feste Einbauten und Einrichtungen
– Sanitär- und Küchenapparate
– das gewachsene Terrain gestrichelt und das neu
gestaltete Terrain ausgezogen in Schnitten und
Fassaden, die nach Möglichkeit von Grenze zu
Grenze dargestellt werden

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Situation
1:500
49
Bauprojektplan 1:100 Bauprojektplan 1:100
Grundriss Erdgeschoss Grundriss Obergeschoss
51
Bauprojektplan 1:100
Schnitt A
53
Bauprojektplan 1:100 Bauprojektplan 1:100
Ostansicht Südansicht
55
Bauprojektplan 1:100
Kanalisation

57
C.3 WERKPLÄNE ARCHITEKT

C.3.1 Inhalt und Darstellung Das gewachsene wie auch das neu gestaltete Terrain
sollen aus dem Schnitt ersichtlich sein.
C.3.1.1 Grundrisse 1:50
Gebäudeteile, die hinter der Schnittebene liegen, sind
Der Grundriss 1:50 ist ein Horizontalschnitt durch ein
als Ansicht mit mittleren Liniendicken zu zeichnen.
Geschoss. Die Höhenlage des Schnittes ist nicht
genau fixiert und wird meist nicht bezeichnet. Sie ist
C.3.1.3 Fassaden 1:50
in der Regel so zu wählen, dass durch alle Tür- und
Fensteröffnungen geschnitten wird. Im Fassadenplan werden alle sichtbaren Konstruk-
tionsteile, soweit dies zeichentechnisch möglich ist,
Neben den Rohbauelementen, wie Mauern, Fenster- dargestellt, wie beispielsweise Dachgesimse, Dach-
und Türöffnungen und Treppen werden im Grundriss rinnen und Ablaufrohre, Fenstereinfassungen, Sockel-
auch die festen Installationen, wie Sanitär- und linien, Geländer, Mauerwerkfugen und Plattenein-
Küchenapparate, Radiatoren und andere feste teilungen.
Einrichtungen eingezeichnet; dies gilt auch für fest
eingebaute Möbel, Türzargen und die Richtung der Bei den Fenstern werden die Sprossenteilung und die
Türbewegung. Öffnungsart angegeben.

Hinweise auf Hauptschnittpläne, Fassadenschnitte Die dargestellten Materialien werden bezeichnet.


und Detailpläne von Treppen oder Kaminen werden
übersichtlich und konsequent eingetragen. Das an den Fassaden verlaufende gewachsene und
das neu gestaltete Terrain werden eingetragen.
Die Nordrichtung wird auf jedem Grundriss ange-
geben. Tragwände und Decken hinter den Fassaden werden
gestrichelt eingetragen, ebenso Gebäudeteile, die
Die Räume werden direkt mit Zweckbestimmung, unter der Terrainlinie liegen, wie Fundamente, Keller-
Höhenkote – roh und fertig – sowie Angaben über böden, Lichtschächte mit den zugehörigen Fenstern.
die Fertigbeläge von Böden, Wänden und Decken
angeschrieben.

Die Materialien werden durch die entsprechenden


Sinnbilder gekennzeichnet.

C.3.1.2 Schnitte 1:50


Der Schnitt zeigt den vertikalen Aufbau eines Ge-
bäudes. Die Schnittebene kann gerade oder ge-
brochen verlaufen. Sie wird im Grundriss als dicke,
strichpunktierte Linie dargestellt und bezeichnet.

Einer der Schnitte wird in der Regel durch die Haupt-


treppe eines Gebäudes gelegt. Bei Steildächern ist ein
Schnitt durch die Dachkonstruktion, quer zur First-
richtung, erforderlich. Dieser Schnitt, der meist ledig-
lich das Dachgeschoss umfasst, wird häufig mit dem
Grundriss der Sparrenlage 1:50 auf dem gleichen Plan
kombiniert.

Soweit möglich werden Schnitte zusammenhängend


und ohne Verkürzungen durch das ganze Gebäude
oder den darzustellenden Gebäudeteil gezeichnet.

Der Schnitt beschränkt sich im allgemeinen auf den


Rohbau und zeigt die Elemente der Konstruktion, wie
Wände, Decken, Dächer, Brüstungen, Stürze und
Treppen. Ebenfalls einzutragen sind Materialbezeich-
nungen und Angaben über den Aufbau der Dach- und
Deckenkonstruktionen.

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C.3.2 Masse und Koten C.3.2.3 Fassade 1:50
Die Massangaben betreffen neben den Dach- und
C.3.2.1 Grundrisse 1:50 Geschosshöhen die Koten der Brüstungen, Stürze
und Dachränder sowie von Pfetten, Gesimsen, Ge-
Aussenmasse: ländern, Balkonplatten, Sockellinien und Kaminen.
Zur Angabe der Aussenmasse werden rings um den
Bei Fenstern und anderen Fassadenöffnungen wird
Grundriss eine bis vier Masslinien gelegt.
das fertige Lichtmass mit der Breite und der Höhe an-
gegeben.
Die erste und äusserste Masslinie wird für das Roh-
mass der gesamten Gebäudelänge verwendet; die
Sparrenlage, Schnitt:
zweite für die Rohmasse der Gebäudevor- und rück-
sprünge oder gegebenenfalls für die Achsmasse Sparren- und Balkenlagen können bei einfachen
der Tragkonstruktion; die dritte bemisst die rohen Konstruktionen mit strichpunktierten Linien in das
Fenster- und Türöffnungen. entsprechende Stockwerk eingetragen und dort auch
bemasst werden. Für komplexere Darstellungen
Bei Wandkonstruktionen mit kompakter oder empfiehlt es sich, einen speziellen Sparrenplan –
hinterlüftet verkleideter Aussenwärmedämmung kombiniert mit einem Schnitt durch die Trag-
dient die vierte Masslinie für die Massangaben mit konstruktion – zu zeichnen.
Bezug auf die Rohkonstruktion.
Eingetragen werden die Längen der Pfetten, die Lage
Innenmasse: aller Holzteile, der Sparrenabstand sowie die Holz-
querschnitte. Anzugeben ist der Bezug der Holz-
Innenmasse werden in den Räumen selbst ange-
konstruktion zum rohen Mauerwerk, in der Regel
geben. Masszahlen von Mauerdicken werden neben
zu den Aussenwänden und den tragenden Innen-
die geschnittenen Wandflächen geschrieben. Liegen
wänden.
Masszahlen so nah beieinander, dass Unklarheiten
entstehen könnten, so sind sie mit einem Pluszeichen
Anmerkung:
(+) oder einem Schrägstrich (/) zu trennen.
Masse, die nicht mit den gezeichneten Abmessungen
Masslinien für Innenmasse sind so zu legen, dass übereinstimmen, werden überstrichen.
die Lage aller Wände, Treppen und Öffnungen
ersichtlich wird. Nach Möglichkeit werden durch-
gehende Masslinien gezogen, was die Kontrolle mit
den Aussenmassen erleichtert.

Die Wiederholung von Massangaben für denselben


Bauteil ist nach Möglichkeit zu vermeiden.

Koten:
Sturz- und Brüstungshöhen, roh und fertig, werden
mit Koten, bezogen auf die entsprechende Nullkote,
angegeben.

Bei Rampen und geneigten Böden wird zusätzlich das


Gefälle angegeben.

C.3.2.2 Schnitt 1:50


Im Schnitt sind vor allem die vertikalen Masse und
die Höhenlage von Bedeutung. Es sind dies Stock-
werkshöhen, roh und fertig, Raumhöhen, Decken-
dicken, Koten von rohen und fertigen Böden, Schwel-
len, Brüstungen und Stürzen, Pfetten, Kaminen.

Horizontale Masse sind im Schnitt nur erforderlich,


wenn das entsprechende Mass im Grundriss nicht
eindeutig angegeben werden kann, z.B. bei Dach-
vorsprüngen, Auskragungen, Lage und Abständen
von Pfetten.

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Werkplan 1:50
Grundriss Erdgeschoss
61
Werkplan 1:50
Schnitt A
63
Werkplan 1:50
Südansicht
65
Werkplan 1:50
Ostansicht
67
Werkplan 1:50
Sparrenlage mit Schnitt
69
C.4 DETAILPLÄNE ARCHITEKT

C.4.1 Inhalt und Darstellung

C.4.1.1 Massstab
Üblich für die Darstellung von Details sind die Mass-
stäbe 1:20, 1:10 und 1:1. Die Wahl des Massstabes ist
abhängig vom Detaillierungsgrad der Pläne und den
zeichentechnischen Möglichkeiten.

C.4.1.2 Konstruktive Detailpläne


Für die Darstellung von Bauteilen und Konstruktionen
im einzelnen werden – als Ergänzung zu den Werk-
plänen 1:50 – Pläne in einem grösseren Massstab
benötigt. Vorwiegend werden dafür Vertikalschnitte,
aber auch Horizontalschnitte und Ansichten erstellt.

C.4.1.3 Detailpläne für den Ausbau


und die Einrichtung
Diese Detailpläne werden für einzelne Räume oder
Raumgruppen, wie Sanitärräume, Küchen oder
Räume mit speziellem Innenausbau angefertigt. Sie
dienen der Planung dieser Räume sowie der an-
schliessenden Planung durch den Unternehmer und
gegebenenfalls durch die Planer der gebäudetech-
nischen Installationen.

Detailpläne enthalten grundsätzlich alle Angaben, die


für die Ausführung erforderlich sind, wie:
– Bezeichnung von Apparaten, Armaturen, Ausbau-
und Einrichtungselementen
– Achsen von Apparaten und Armaturen
– Angaben über das zu verwendende Material mit
Spezifikationen über Herkunft, Modell, Art der Be-
arbeitung oder Oberflächenbehandlung
– Aufbau der Konstruktionen und Befestigungsart
der Teile
– Materialverbindungen und Fugenausbildung
– Platteneinteilungen, Fugenbilder von Oberflächen
– Öffnungsart und Drehpunkte bei beweglichen
Bauteilen.

C.4.2 Masse und Koten


Im Gegensatz zu den Werkplänen enthalten Detail-
pläne sowohl Rohmasse wie Fertigmasse. Dabei sind
alle zur Herstellung und für die Lage des Bauteiles
notwendigen Masse und Koten einzutragen.

Es muss sichergestellt sein, dass die Position des


Details in den Werkplänen eindeutig definiert ist.

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Detailplan 1:20
Fassadenschnitte
73
Detailplan 1:5
Fassadendetails
75
Detailplan 1:20
Grundriss und Ansicht
Küche/WC
77
C.5 AUSFÜHRUNGSPLÄNE BAUINGENIEUR

C.5.1 Inhalt und Darstellung


Die Ausführungspläne des Bauingenieurs enthalten
sämtliche Informationen für die fachgerechte Her-
stellung und Montage der tragenden Bauteile in
Beton, Mauerwerk, Stahl und Holz. Dazu gehören zum
Beispiel Wände, Stützen, Träger, Bodenplatten und
Geschossdecken.

Es wird zwischen Schalungs-, Bewehrungs-, System-


und Detailplänen unterschieden. Schalungs- und
Bewehrungspläne dienen der Darstellung von Bau-
teilen in Beton und Mauerwerk. System- und Detail-
pläne werden für Tragkonstruktionen in Stahl und
Holz, aber auch für Baugruben und Spezialfunda-
tionen verwendet. Für die Bewehrung und andere
Einlagen werden Stahl- resp. Stücklisten erstellt. Die
Werkstattpläne von vorgefertigten Bauteilen werden
in der Regel durch den ausführenden Unternehmer
gezeichnet.

Als Grundlage der Ausführungspläne des Bauingeni-


eurs dienen die Werk- und Detailpläne des Architek-
ten. Die Pläne Bauingenieur werden üblicherweise in
den Massstäben 1:50 und 1:20 gezeichnet und ent-
halten Grundrisse und Schnitte. Die Schalungspläne
werden vor der Freigabe für die Ausführung durch
den Architekten auf Massrichtigkeit geprüft.

C.5.2 Masse und Koten


Die Pläne Bauingenieur enthalten Rohmasse und
-koten der Tragkonstruktion. Der Abstand der Beweh-
rungsstäbe bezieht sich auf deren Achsen.

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Schalung 1:50
Decke über Untergeschoss
81
Bewehrung 1:50
Decke über Untergeschoss
83
C.6 PLÄNE GEBÄUDETECHNIK

C.6.1 Bauprojektpläne C.6.2.2 Masse und Koten

Als Grundlage dienen die Bauprojektpläne des Archi- Leitungen und Kanäle werden in ihrer Höhenlage in
tekten. Die Pläne des Gebäudetechnik-Ingenieurs, in der Regel ab der rohen Decke bis unterkant bemasst.
der Regel im Massstab 1:100 gezeichnet, zeigen als Massgebend ist gegebenenfalls die gedämmte Lei-
Übersichtspläne die koordinierte Leitungsführung, tung oder der gedämmte Kanal.
die Lage und Grösse der Zentralen und Leitungs-
schächte, die Anschlüsse an der Gebäudeentwässe-
rung, an die Grundleitungen und die Verbindungen
an die Werkleitungen.

Kritische Punkte der Leitungsführung, insbesondere


Leitungsschächte, werden in Detailplänen skizzenhaft
dargestellt.

Aus provisorischen Dispositionsplänen, in Grundris-


sen, Schnitten und Wandansichten, die in einem grös-
seren Massstab gezeichnet werden, ist die mit allen
Beteiligten koordinierte Anordnung von Apparaten
und Leitungen ersichtlich.

C.6.2 Ausführungspläne
C.6.2.1 Inhalt und Darstellung

Die Ausführungspläne des Gebäudetechnik-Ingenieurs


enthalten alle für die fachgerechte Ausführung der
Gebäudetechnik-Anlagen erforderlichen Angaben.

Koordinierte Leitungsführungspläne
Es sind dies Grundrisse, die in der Regel im Massstab
1:50 auf der Grundlage von Ausführungsplänen des
Architekten gezeichnet werden. Sie enthalten Angaben
über die vorhandenen Medien sowie das Material, die
Beschaffenheit und die Dimensionen von Leitungen
und Kanälen.

Schemapläne
Schemapläne werden als Ergänzung gebraucht. Sie
geben einen Überblick über die einzelnen Gebäude-
technik-Anlagen. Dargestellt werden die Apparate,
Armaturen, Leitungen oder Kanäle mit Materialan-
gaben, Dimensionen und Kennwerten.

Detailpläne
Detailpläne in einem grösseren Massstab und teil-
weise ebenfalls auf der Grundlage von Plänen des
Architekten erstellt, werden für kritische Punkte der
Leitungsführung, insbesondere Steigzonen, und für
einzelne Räume, wie Zentralen und Sanitärräume
benötigt. Hier geht es insbesondere um Lage und
Anordnung von Apparaten, Armaturen, Leitungen
und Kanälen.

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Koordinationsplan 1:50
Grundriss Erdgeschoss
87
Koordinationsplan 1:50
Grundriss Untergeschoss
89
Abkürzungen der in der Kommission SIA 400 vertretenen Organisationen

BBL Bundesamt für Bauten und Logistik


SBHI Schweizerische beratende Haustechnik- und Energie-Ingenieure
SVB Schweizerische Vereinigung der Baufachlehrer
VSM Vereinigung Schweizer Maschinenindustrieller

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Mitglieder der Kommission SIA 400
Vertreter von
Präsident Prof. Dr. H. R. Schalcher, Bau-Ing. SIA, Zürich SIA

Mitglieder P.-H. Augsburger, Arch. SIA, Genève SIA


M. Borter, Arch. HTL, Matten/Interlaken SVB
W. Dubach, Arch. BSA/SIA , Zürich SIA
H. Gerber, Arch. SIA, Zürich SIA
S. Halbeisen, Haustechnik-Ing., Oberrieden SBHI
H. Hediger, Masch.-Ing. SIA, Zürich Medienplaner
J. Köhler, Masch.-Ing., St. Gallen VSM
A. Meyer, Arch. SIA, Bern BBL
H. Rutishauser, Arch. SIA, Lachen SVB

Genehmigung und Inkrafttreten


Die vorliegende Norm SIA 400, Planbearbeitung im Hochbau, wurde von der Zentralkommission für Normen
und Ordnungen des SIA am 22. August 2000 genehmigt.

Sie tritt am 1. Oktober 2000 in Kraft.

Sie ersetzt die Empfehlung SIA 400, Planbearbeitung im Bauwesen, Ausgabe 1985.

Copyright © 2000 by SIA Zurich


Alle Rechte, auch das des auszugsweisen Nachdruckes, der auszugsweisen oder vollständigen Wiedergabe
(Fotokopie, Mikrokopie, CD-ROM usw.), der Speicherung in Datenverarbeitungsanlagen und das der Überset-
zung, sind vorbehalten.

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