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Konzeption und Gestaltung

Bettina Sadoux
In Zusammenarbeit mit Mireille Tansman-Zanuttini
Die Eltern
Alexandre Tansman wurde am 11. Juni 1897 in Łódź (Polen) geboren. Seine
Eltern, Mosze und Anna Tansman (geborenen Gurwicz), gehörten dem
jüdischen Großbürgertum an und betrieben eine Textilexportfirma.
1905 jedoch verschlechterte sich die materielle Situation nach dem Tod des
Vaters und dann weiter während des 1. Weltkrieges und der russischen
Revolution. Alexandre wuchs in einer sehr kultivierten und musikliebenden
Familie auf. Bereits während seiner Kindheit erhielt der junge « Sacha »
(Alexandre) eine sehr gute Ausbildung und Erziehung und erlernte mehrere
Sprachen: Polnisch, Deutsch, Russisch, Französisch und Englisch.

Alexandre
Tansman

Mosze Anna
Tansman Tansman

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Eine musikalische Familie
Seine Tante war Schülerin von Professor
Anton Rubinstein und seine Schwester
Thérèse studierte Klavier am Berliner
Konservatorium bei dem berühmten Pianisten
Artur Schnabel. Es wurden viele
Hauskonzerte organisiert. Zudem konnte
Sacha hochinteressante Konzerte während
seiner Ferien bei seinen Cousins in Moskau
hören, denn sie waren eng mit Skrijabin und
dem berühmten Dirigenten Koussevitzky
befreundet. Im Alter von sechs Jahren, nach
einem Konzert des Geigers Eugène Ysaÿe,
entschied sich der junge Alexandre bereits,
Musiker zu werden.
Alexandre mit seiner
Schwester Thérèse
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Die musikalische Ausbildung
Alexandre Tansman begann sein
Klavierspiel als vierjähriger mit dem
Klavierpädagogen Wojciech Gawronski, der
extra aus Warschau angereist kam. Bereits
mit acht Jahren komponierte der junge
Sacha kleine Stücke. Er studierte dann
Klavier, Harmonielehre und Kontrapunkt am
Konservatorium von Łódź. Die
Orchestrierung lernte er später im
Sinfonieorchester von Łódź, in dem er
sowohl Harfe als auch Klavier spielte.

1915 verlässt er Łódź und zieht nach


Warschau, wo er gleichzeitig am
Konservatorium mit Piotr Rytel studiert und Alexandre umgeben von
seiner Schwester und
an der Universität ein Jura- und Philosophie- Verwandten
studium absolviert , das er 1918 mit einem
Doktorat abschlieβt. 4/51
Erste Kompositionen
Erste Preise
Seine allerersten Kompositionen waren natürlich von
der polnischen Folklore geprägt (Chopin), jedoch
erkennt man in seiner zweiten polnischen Periode
seinen avantgardistischen Stil mit polytonalen
Harmonien und Akkordauflösungen, die den
klassischen Rahmen überschreiten.

Beim ersten Kompositionswettbewerb im befreiten


Polen gewinnt Tansman die drei ersten Preise unter
drei verschiedenen Pseudonymen. Dieser Erfolg ist
ausschlaggebend für seine Entscheidung, Polen zu
verlassen. Aufgrund des unterschwelligen
Antisemitismus konnte er dort auf keine Karriere
hoffen. Er erhielt seinen Reisepass vom neuen
polnischen Staatsoberhaupt: dem berühmten
Pianisten Ignacy Jan Paderewski.
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Von Warschau nach Paris

1919 in Paris angekommen, musste Tansman zunächst seinen Lebensunterhalt mit


Gelegenheitsarbeiten verdienen, bevor er dann Dank seiner Sprachkenntnisse als Übersetzer
in einer Bank arbeiten konnte. Außerdem gab er Klavierunterricht. Seine finanzielle Situation
erlaubte es bald, dass seine Mutter und Schwester ihm nach Paris folgen konnten.

Maurice Ravel : eine Schüsselfigur


Maurice Ravel spielte eine entscheidende Rolle in der musikalischen Karriere von Tansman. Er stellte ihn
seinem Verleger (Demets, Eschig) und den damaligen wichtigsten Interpreten vor. Ravel war es auch, der ihn
mitnahm zu den berühmten « Montagstreffen » von Roland-Manuel in den Salons der Clémenceau und der
Godebski (wichtiger Künstlertreffpunkt). Bald schon war Tansman Teil des Pariser Musiklebens und schloss
Freundschaften mit den wichtigen Persönlichkeiten dieser Epoche: Bartόk, Prokofjew, Strawinsky,
Schoenberg, Milhaud, Honegger, Roussel, Manuel de Falla… Seine sinfonischen Werke wurden von den
großen Dirigenten aufgeführt, erst in Paris (Koussevitzky – unter dessen Leitung er sein 1, Klavierkonzert in
der Pariser Oper uraufführte – Golschmann, Monteux), dann in ganz Europa und schließlich in den USA
(Toscanini, Mengelberg, Mitropoulos, Stokowski…).

Vladimir Pierre Monteux Maurice Ravel


Golschmann

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1927-1928 : Erste Tournee durch die USA
1929-1930 : Zweite Tournee durch die USA
1931 : Tournee durch Polen
1932-1933 : einjährige Weltreise

Der Höhepunkt der ersten Amerikatournee von


Tansman war die Weltpremiere seines zweiten « To Alexandre Tansman in
Klavierkonzerts am 28. Dezember 1927 in der Carnegie memory of a pleasant evening,
Charlie Chaplin »
Hall, ein Auftragswerk von Serge Koussevitzky. Letzterer
dirigierte das Boston Symphony Orchester und den
Klavierpart übernahm der Komponist selbst. Das Werk
ist Charlie Chaplin gewidmet, der bei der Uraufführung
anwesend war und Tansman vorgestellt wurde. Maurice
Ravel begleitete Tansman während der ersten Tournee .
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Während einer weiteren Amerika-Tournee
freunden sich George Gershwin und Tansman an.
Zusammen mit Maurice Ravel, besuchen sie viele
Jazzclubs. Der Einfluss des Jazz findet sich dann in
vielen Werken wieder, so zum Beispiel in seiner
« Sonatine Transatlantique ».
1931 gibt die berühmte Mrs Elisabeth Sprague
Coolidge den Auftrag für seine Komposition
„Triptyque“ und gleichzeitig erscheint die erste
Monographie über Tansman, verfasst von Irving
Schwerke.

« For Alexander Tansman whose


geniality & hospitality have made my
visit to Paris a delight.With thanks &
admiration, Georges Gershwin
April 21st, 1928 » 8/51
Von 1932 bis 1933 beginnt Tansman abermals seine Welttournee in
den USA, diesmal sowohl als Komponist als auch als Pianist. Aus
diesem Anlass dirigiert Arturo Toscanini in der Carnegie Hall seine
« Quatre Danses polonaises ». Er setzt dann seine Reise in den Mittleren
Orient und nach Asien fort: Ägypten, Japan, (Empfang beim Kaiser),
China, Philippinen, Indien, wo er Gandhi trifft.

A. Tansman, S. Prokofjew spielt das 2, Klavierkonzert


von Tansman , V. Golschmann mit seiner Frau
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In den 30er Jahren gibt der berühmte belgische Musikkritiker
José Bruhr einer Gruppe von Komponisten, die aus Osteuropa
stammen und in Paris leben, den Namen « Pariser Schule » (Ecole
de Paris): es handelt sich dabei um den Rumänen Marcel
Mihalovici, den Russen Alexandre Tchérepnine, den Ungarn Tibor
Harsányi, den Tschechen Bohuslav Martinu, den Polen Alexandre
Tansman und den Schweizer Conrad Beck.

A. Tcherepnine B. Martinu T. Harsanyi M. Mihalovici C. Beck

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Sie trafen sich im Café du Dôme in
Montparnasse oder in Künstlersalons.
Dazu schreibt Tansman: „ Dieser
Begriff bedeutet nichts im
ästhetischen Sinne […] ; außer der
freundschaftlichen Bande, der Liebe
und Anziehung zu Frankreich, sowie
den Sorgen unserer Generation,…
jeder brachte seine „Folklore“ mit
und ging seiner Wege… “

A. Tansman hinten rechts im Café du


Dôme de Montparnasse, man erkennt
auch M. Mihalovici neben ihm.
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Im Dezember 1937 heiratet Alexandre Tansman die
Pianistin Colette Cras, Tochter des Komponisten
und Admiral Jean Cras, der 1932 verstarb. Zwei
Mädchen gingen aus dieser Ehe hervor: Mireille
und Marianne.
1938 erhält er die französische Staatsbürgerschaft.
Bei Ausbruch des 2. Weltkrieges konnten die
Tansmans zuerst in den « Archives Internationales
de la Danse » unterkommen, bevor sie dann aus
Paris in die frei Zone nach Nizza fliehen mussten

Neue Staatsbürgerschaft
Colette Cras mit ihren Mädchen Marianne et Mireille
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Aufgrund des Einmarsches der deutschen
Truppen in Paris am 12. Juni 1940, sieht
sich die Familie Tansman gezwungen, Paris
überstürzt zuverlassen. Die Abfahrt erfolgt
übereilt und als Gepäck darf nur mit, was
in den Kinderwagen passt, den A.Tansman
zum Gare de Lyon schiebt, während
Colette mit den kleinen Mädchen im
Autobus nachkommt. Mit viel Glück finden
sie sich in der grossen Menschenmenge
wieder und können gerade noch in den
letzten völlig überfüllten Zug Richtung
Süden einsteigen. Nach einer chaotischen
Reise erreichen sie letztlich Nizza in der
freien Zone, wo sie bis zum 14. August 1941
bleiben
Gare de Lyon, Paris 1940

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Ausschnitt aus dem Tagebuch von Alexandre
Tansman: « Regards en arrière »

„… Unsere Abfahrt erfolgte unter schrecklichen


Umständen. Die Banken waren geschlossen, ich konnte
nur das Geld mitnehmen, das ich bei mir trug…

„ …Ich legte einige Koffer auf Mireilles Kinderwagen,


ging mit großen Schritten am Seine-Ufer entlang bis
zum Gare de Lyon. Colette und die Kleinen sollten per
Autobus dort ankommen und wir wollten uns am
Bahnhofsrestaurant treffen. Das war leichter gesagt als
getan! Ich drängelte wie ein Verrückter und wie durch
ein Wunder, gerade als ich alle Hoffnung aufgegeben
hatte, entdeckte ich sie… “

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Trotz der prekären Umstände – in einem
kleinen Zimmer zu viert untergebracht –
Geldmangel - Schlange stehen für den
Kauf von Lebensmitteln,… - ist der
Aufenthalt in Nizza verhältnismäßig
produktiv. Tansman komponiert
zahlreiche wichtige Werke. Das
Schlimmste bleiben jedoch die
entmutigenden Anstrengungen für die
amerikanischen Visa. … “Zuerst das
französische Visum, von A. Cortot
beschafft vom Kommissariat der jüdischen
Fälle in Vichy; dann die portugiesischen
und spanischen Visa, und man musste
wirklich alles tun, damit das eine nicht
bereits vor dem anderen abgelaufen
war… die täglichen Reisen nach
Marseille, das Schlange stehen vor den Colette mit ihren Mädchen in Nizza am
Konsulaten und die systematische Absage Strand, Sommer 1941
des amerikanischen Konsulats…“
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„ … Trotz all dieser Sorgen, arbeitete
ich mit leidenschaftlichem Enthusiasmus
und ich komponierte unter diesen
dramatischen Zuständen meine
Polnische Rhapsodie für Orchester, mein
5. Streichquartett, mein Streich-Sextett,
die 3. und 4. Bände der Intermezzi, die
3. und 4. Bände der Mazurkas,
3 Balladen für Klavier …etc“ -
Ausschnitt aus A. Tansman‘s Tagebuch
“Regards en arrière “

Colette am Strand von Nizza mit


Mireille und Marianne
Sommer 1941

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Im Dezember 1941 erhält Tansman einen Brief von
Charlie Chaplin, in dem ihm mitgeteilt wird, dass die
Präsidentin der amerikanischen Vereinigung zur Hilfe
französischer Künstler, Mrs Mabel Randal-McIver, der
Familie Tansman bei Ankunft in den USA eine Garantie
ausschreiben würde. Dieses Dokument ist unerlässlich,
um ein Visum zu erhalten.
Charlie Chaplin gründet auch in New York ein Komitee,
in dem neben ihm, die Dirigenten Toscanini,
Koussevitzky, Mitropoulos, Golschmann beitreten.
Kurze Zeit später erhält Tansman ebenfalls eine Antwort
von seinem Impresario Bernard Laberge, der bereits
mehrere Konzerttourneen zwischen 1941 und 1943
organisierte.

Trotzdem wurde die Abfahrt mehrmals verschoben: A. Tansman, B. Laberge,


« …Wir leben in ständiger Erwartung der Abfahrt. Wir sind S. Prokofiev, V. Golschmann
für das 1. Schiff nach Lissabon oder Cádiz eingeschrieben.
Vielleicht Ende Juli, vielleicht am 10. August. Ich fahre
jede Woche nach Marseille und telefoniere täglich. Nach
und nach geht auch das Geld aus. Hoffentlich schaffen wir
es trotzdem… »
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Briefausschnitt an Madame Roussel
15. Juli 1941

«…Ihnen zu schreiben, dass ich mit Freuden abreise,


wäre eine Lüge.
Ich habe in diesem Land Frankreich meine schönsten
22 Jahre verbracht, habe hier geliebt, gelitten, viel
gelernt in künstlerischer und spiritueller Hinsicht, ich
habe es geliebt und liebe es immer noch, vielleicht
sogar mehr als viele andere Personen; ich glaube nicht
ihm etwas Böses angetan zuhaben. Ich habe hier so Albert Roussel
viele Freundschaften geschlossen und mein Leben ist
innig mit Frankreich verbunden…. »

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7. Mai 1941
Meine liebe Mama und meine liebe Monique,
„ .. Wenn Ihr wüsstet, wie sich die Menschen hier um die Plätze schlagen.
Einige warten seit Monaten, ohne Erfolg, trotz großer Geldsummen, die sie ausgeben,
können sie nicht abreisen. Außerdem sind die Umstände fürchterlich. Die Mehrzahl
der Schiffe legt mit 700 Passagieren ab, obwohl sie nur 50 aufnehmen sollten. Was
Lissabon angeht, wir müssen erstmal dorthin, die wahre Hölle! 80.000 Personen
warten und bieten Tausende von Dollars. Du kannst Dir vorstellen, dass wir uns
glücklich schätzen können, soviel Protektion zu haben. Auf Martinique hoffen wir
ebenfalls auf Unterstützung und einflussreiche Beziehungen, da alles überfüllt ist.
Wenn ich Dir nur alles erzählen könnte, was wir ertragen mussten an Hoffnung und
Enttäuschung, um die amerikanischen Visa zu erringen !...“

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 « …hier unsere Reiseroute :

 Donnerstag 14.8. ab Nizza 6h15 an Toulouse 18h20


 Freitag 15. 8. ab Toulouse 8h15 an Pau 13h15
ab Pau 13h32 an Caufran 17h14
ab Caufran 17h 45 (spanische Uhrzeit)
 Samstag 16. 8. an Madrid 8h 35 ab Madrid 23h00
 Sonntag 17. 8. an Lissabon 15h32

« …Vielleicht bleiben wir einen Tag länger in Madrid, und kommen Montag in Lissabon an. Das
Schiff geht am Mittwoch… »

Auf dem Schiff Mouzinho in Begleitung von J. Hadamard , Mathematiker


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Am 3. September kommt die Familie Tansman in einem
erbärmlichen Zustand nach einer anstrengenden zwei-
wöchigen Überfahrt in New York an. Die Mouzinho war
das letzte Schiff, das von Lissabon in New York einlief.
Tansman sagte in einem Interview: «… Es ist nicht das
selbe, ob man als Flüchtling oder als Berühmtheit hier
ankommt…».
Sein Impresario Bernard R. Laberge und der Dirigent
Vladimir Golschmann, umgeben von zahlreichen
Journalisten, empfangen die Tansmans. Dank der
finanziellen Hilfe von Golschmann kann die Familie
einige Zeit in New York in einem kleinen Appartement
im Raleigh Hotel wohnen, da die Zukunft noch ungewiss
ist.
Viele Freunde, darunter die berühmten Dirigenten
Serge Koussevitzky (Boston Symphony Orchestra) und
Pierre Monteux, sowie auch Charlie Chaplin schreiben
den Tansmans und freuen sich darüber, dass die Familie
Mireille und Marianne Tansman an Bord
jetzt in Sicherheit ist. des Schiffs Mouzinho bei der Ankunft
in Staten Island

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«

« Lieber Freund,
meine Freude ist nicht in Worte zu fassen! Sie und ihre Familie glücklich auf dieser
Seite des Atlantiks zu wissen, dem langen Leidensweg nun endlich entflohen… »
Pierre Monteux 22/51
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Ein Artikel in der New York Times erweckte
die Aufmerksamkeit der berühmten Mäzenin
Elizabeth Sprague Coolidge, die bereits
Strawinsky und Bartok unterstützt hatte und
schon 1931 bei Tansman das Werk Triptyque
in Auftrag gegeben hatte. Jetzt gab sie ein
weiteres Werk für Klavier zum Anlass ihres
Geburtstags in Auftrag : Tansman komponierte
für sie seine 4. Klaviersonate.

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Während des Konzerts in der Library of
Congress in Washington erhält A. Tansman die
Coolidge Medaille (neben B. Britten und R.
Thomson) und er spielt seine 4. Klaviersonate.
Diese Auszeichnung war für ihn eine wichtige
finanzielle Hilfe. Am 6. November 1941,
reisen die Tansmans weiter nach Los Angeles,
wo der Komponist darauf hofft, Filmmusiken
komponieren zu können.
« … Ich gedenke Anfang November mit meiner
kleinen Familie nach dem Konzert von Mrs
Coolidge nach Kalifornien zu kommen. Dieser
Auftrag war in jeder Hinsicht mehr als
willkommen… »

(Brief an Darius Milhaud, 18. September 1941)

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Während der Jahre 1930 - 1940 waren viele berühmte europäische
Künstler nach Amerika ins Exil geflohen. Viele lebten in Los Angeles, ein
bevorzugter Ort wegen seines angenehmen Klimas und für einige, wie
auch Tansman, eine Perspektive, in der Filmindustrie arbeiten zu
können. Es ist jedoch anzumerken, dass weder Strawinsky noch
Schoenberg Filmmusik komponiert haben. Die Künstler trafen sich oft
untereinander, um der Einsamkeit des Exils zu entkommen. Die
Tansmans integrierten sich schnell in diesen Künstlerzirkel.

A. Schoenberg und A. Tansman


I. Strawinsky und A. Tansman

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« […] Gleich nach meiner Ankunft erhielt ich einen Anruf von Strawinsky, der
uns zum Abendessen einlud. … Einige Tage später wurden wir zum
Abendessen bei Arnold Schoenberg eingeladen, der uns mit seiner Frau
herzlich empfing. … Man muss gestehen, dass Hollywood zu dieser Zeit ein
wahres Weimar 1940 war, oder hätte sein können. Die Musiker wie
Strawinsky, Schoenberg, die Maler wie Berman, die Schriftsteller wie
Thomas Mann, Feuchtwanger, Emil Ludwig, Sholem Asch, Aldous Huxley
waren dorthin geflüchtet. Aber es gab keinen Kontakt zwischen dieser Elite
und der lokalen Bevölkerung, denn letztere war mehr den Studios, dem
oberflächlichen Lebensstil und dem Snobismus zugeneigt und von einer
gewissen kulturellen Ignoranz … ».
Tagebuchausschnitt: « Regards en arrière »

S. Asch T. Mann A. Huxley E.L. Cohen A. Schoenberg 27/51


Filmproduzenten wandten sich nicht an „Sinfonie-Komponisten“,
sondern an Musikamateure, assistiert von Arrangeuren für die
Orchestration. Glücklicherweise lebte der berühmte französische
Filmregisseur Julien Duvivier auch in Hollywood. Für ihn hatte
Tansman bereits 1932 für den Film Poil de Carotte die Musik
komponiert. Duvier bat Tansman, die Musik für seinen neuen
Film Flesh and Fantasy zu komponieren und zu orchestrieren! Der
Film erhielt exzellente und lobende Kritiken von der Presse.

J. Duvivier und A. Tansman


betrachen die Noten
von Flesh and Fantasy

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Briefausschnitt
„…für einen Komponisten, dessen Urheberrechte seit 6 Jahren blockiert sind, gibt es für das
Überleben keine andere Möglichkeit als Filmmusiken zu komponieren Sei es auch gut bezahlt,
es ist wohl die schändlichste und degradierenste Aufgabe, die man sich vorstellen kann… sie
ruiniert einem die Gesundheit und raubt einem den letzten Nerv… Jeder Film hier hat mir stolze
Summen eingebracht, von denen wir hier die ganze Zeit leben konnten, aber ich habe es mit meiner
Gesundheit, meinen Nerven und meiner künstlerischen Integrität bezahlt… “.

Einige Filme für die Tansman Filmmusiken in Amerika komponierte:



1942 Flesh and Fantasy - Julien Duvivier
1945 Paris Underground - Gregory Ratoff
1946 Sister Kenny - Dudley Nichols
Für Paris Underground gibt es eine Nominierung
zum Oscar der besten Filmmusik.

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Während dieser Jahre im Exil werden die beiden Komponisten
unzertrennliche Freunde. Sie treffen sich fast täglich, zeigen sich
gegenseitig ihre neuen Kompositionen, teilen die gleiche Nostalgie für
Europa und haben viele gemeinsame Interessen.
« […] wie Du leicht errätst, ist für uns in diesem Provinznest – schlimmer als
Noisy-le Sec - der einzige Trost: die Präsenz von den Strawinskys... Ich
kann wohl sagen, dass sie hier unsere besten Freunde geworden sind und
sie es auch so empfinden. Sowie er ein Werk fertig komponiert hat, sind
wir die Ersten, denen er es vorspielt, oder mit Colette und mir zu sechs
Händen und ich brauche Dir nicht zu sagen, dass ich es genau so mache….
Er ist ein bewundernswerter Musiker und zusätzlich hat er eine so
außergewöhnlich humane Persönlichkeit, so dass wir oftmals bis drei Uhr
morgens plaudern… » (Auszug aus einem Brief an Marcel Mihalovici)
Tansman betrachtete diese Freundschaft « als eines seiner größten
Privilegien in seinem Leben » . Er schrieb ein Buch über Strawinsky
(erschienen 1948, Neuauflage 2009 und zu seinem Tode komponierte er
sein bewegendes und einmaliges Stèle in memoriam Igor Stravinsky.

Photo : Man Ray

Bei den Strawinskys, 1942


« To Colette and Alexandre Tansman, souvenir bien
sympathique ’42 , Igor Stravinsky » 30/51
Tansman pflegte auch seine freundschaftlichen Beziehungen zu
Darius Milhaud, der in Oakland lebte und unterrichtete. D. Milhaud
schrieb eine sehr lobende Kritik über das 5. Streichquartett von
Tansman, das anlässlich des Internationalen Festivals für
Zeitgenössische Musik, uraufgeführt wurde (FIMC). Nach dem Tode
von Milhaud, komponierte Tansman die Élégie à la mémoire de
Darius Milhaud.

« […] Der große Erfolg des Konzerts galt dem wunderbaren


Streichquartett N° 5 von Alexandre Tansman. Nie zuvor habe ich ein
Werk von Tansman gehört, das so vollendet und aufrüttelnd ist;
vielleicht spiegelt es die Leiden wider, die er während des Winters
1940-1941 in Frankreich erleiden musste? Tansman war auch im « À Sacha et Colette souvenir
Publikum und erhielt überschwängliche Ovationen… ». DM affectueux, Milhaud 1943 »

« Liebe Freunde,
der kurze Aufenthalt bei Euch war so nett… Ich war glücklich, die
schönen Klavierstücke von Sacha zu hören, so wunderbar interpretiert
von Colette. Ach, sie spielt so schön! Das erinnert daran, wie gut man
in Paris Klavier spielt. Sagt den « Stravigors » (Strawinsky), wie
glücklich ich war, auch sie wieder gesehen zu haben und die « Danses
Concertantes » zu hören. Liebe Grüße vom Trio ans Quartett… ! » DM

Eine weiter wichtige Freundschaft war die zu Julian Brodetzky. Sein


Kammermusikensemble spielte mehrere Werke von Tansman,
darunter die Suite Divertissement, die Variationen über ein Thema von
Frescobaldi und viele andere Werke.
Tansman, Strawinsky, Musiker vom Ensemble Brodetzky
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Ab 1942 bevorzugte Tansman die Aufführungen großer sinfonischer Werke. Mit seiner
5. Sinfonie und der Rhapsodie Polonaise wurde er oft als Gastdirigent von bekannten
Sinfonieorchestern in wichtigen Städten eingeladen. Dies brachte ihm mehr und mehr
Anerkennung in Amerika ein. Während seines kurzen Aufenthaltes in den USA
komponierte er drei Sinfonien: die 5. und 6. Sinfonie « In memoriam », gewidmet
denen, die « für Frankreich gefallen sind », die 7, Sinfonie « Lyrique », gewidmet Vera
und Igor Stravinsky», die Serenade N° 3, die E. Sprague-Coolidge gewidmet ist und das
Divertimento für Kammerorchester, welches Arnold Schoenberg gewidmet ist.

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«… Letzte Woche wurde ein « kollektives
Werk » aufgeführt : – « la Genèse de la
Bible» - für Orchester, Chor und
Sprecher, mit Abschnitten komponiert
von Schoenberg, Strawinsky, Milhaud, mir,
Toch, Castelnuovo-Tedesco. Das war
wirklich interessant und ich habe
besonders die Partien von Schoenberg
gemocht (Prelude) - eines seiner besten
Stücke meiner Meinung nach, und
Strawinsky (Babel). Darius hat Kain und
Abel gemacht und ich hatte Adam und
Eva …».

(Ausschnitt aus einem Brief an Mihalovici)

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Trotz der großen Erfolge und einem finanziell
abgesicherten Lebens, konnte Tansman die amerikanische
Mentalität nicht mehr ertragen. Schon ab 1944, gleich nach
der Befreiung von Paris (er teilte diesen euphorischen
Moment mit Strawinsky), dachte er an die Rückkehr nach
Frankreich. Leider musste die Abreise wegen Colette’s
schwerer Operation und langer Genesungszeit verschoben
werden. Diese Situation verschlang auch alle Ersparnisse
für die Rückkehr. Dank zweier Aufträge für die Filme The
Genesis und Sister Kenny, konnten sie wieder die nötigen
Summen für die Reisekosten aufbringen.
Er schreibt an Mihalovici :

[…] “Ich schreibe Dir, um Euch mitzuteilen, dass wir


die endgültige Entscheidung getroffen haben, in
einigen Monaten nach Frankreich zurück zu kehren.
Trotz des angenehmen Empfangs, den ich hier
genieße, hat dieses Exil lange genug gedauert, und
ich fühle, dass ich nicht mehr weiter in dieser
erstickenden Atmosphäre von Hollywood leben kann.
Da die Operation von Colette mehrere Millionen
Dollar verschlungen hat, die ich eigentlich für unsere
Rückkehr nach Frankreich eingeplant hatte, müssen
wir unseren Neuanfang bei Null beginnen…
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« …Ich merke, dass ich so nicht weitermachen kann und ich habe wirklich genug
von dieser Dollarmentalität, die ja gut für den Lebensunterhalt ist, jedoch
unerträglich wird, wenn sie den einzigen Lebensinhalt darstellt.
Hier sind meine Kompositionen sehr bekannt und innerhalb von nur wenigen
Jahren gehöre ich jetzt zu den fünf oder sechs lebenden Komponisten, deren
Werke am meisten aufgeführt werden. Aber ich sehne mich so sehr wieder nach
meiner Pariser Atmosphäre, meiner Familie, meinen Freunden und vor allem
nach einer anderen Lebensmentalität, nach Menschen mit denen man die
gleiche spirituelle Sprache spricht. Mir sind dann auch unsere mittelmäßigen
materiellen Konditionen in Paris egal… »

A. Tansman mit seinen Töchtern


Marianne und Mireille (1944)

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Endlich, am 27. April 1946 gehen die Tansmans in
New York an Bord der M.S. Désirade. Sie
verbringen die Überfahrt mit dem Schriftsteller
André Breton und dessen Ehefrau und blieben
seitdem Freunde. Der erste Eindruck nach der
Rückkehr war sehr schwer zu ertragen. « Dieses
zerstörte Gesicht von Frankreich erfüllte uns mit
Schmerz und Trauer ». Wieder in Paris müssen sie
über zwei Jahre bei der Familie von Colette Cras
unterkommen, da ihr Appartement völlig zerstört
ist.
“Teure Freunde,
…sind so glücklich über Eure Nachrichten. Danke,
Danke und nochmals Danke, dafür, dass wir Euch in
New York für die Abfahrt wissen. Ich glaube Ihr
werdet wirklich glücklich sein, wenn Ihr erstmal auf
dem Schiff seid. Welches Schiff ist es denn? Ist es die
French-Line? Antwortet wenn Ihr könnt, das wäre
nett. Bin völlig erschlagen von dieser harten Arbeit
– Korrekturen der fürchterlichen Kompositionen
„Leed’s Corp.“ ( Der Vogel), daher nur der kleine
Brief, um Euch zu umarmen und von ganzem Herzen
zu wünschen, dass Ihr das finden werdet, wonach
sich „Eure Seelen so sehr sehnen“ . Eurer IG
Strawinsky “
( Brief - siehe rechte Spalte)
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Ab 1947 setzt Tansman seine Karriere in Europa wieder mit vielen Tourneen nach
Italien, Belgien, Holland, Skandinavien, England und Spanien fort. Dabei begleitet
ihn seine Frau Colette, die oftmals den Klavierpart spielt, wie zum Beispiel in der
Suite für 2 Klaviere & Orchester und in der Partita für Klavier und Orchester, ein
Werk, das Madeleine und Darius Milhaud gewidmet ist. In Frankreich erhält er
zahlreiche Kompositionsaufträge. Seine Werke werden von großen Orchestern
gespielt und auch im Radio übertragen.
Die wichtigsten Kompositionen der Nachkriegszeit
- 8. Sinfonie - Uraufführung in Venedig am 9.9.1949 - Dirigent: R. Kubelik
- Ricercari - Uraufführung Dezember 1949 - Dirigent : V. Golschmann,
- Oratorium « Isaïe le Prophète », komponiert zum Gedenken an die 6 Millionen
ermordeten Juden und für die Entstehung des Staates Israel,
Uraufführung 5.5.1952, Dirigent A. Tansman,
-Sinfonia Piccola - Uraufführung : Théâtre des Champs-Elysées, 22. + 23.11.1952,
Dirigent A. Cluytens)…

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Der Tod seiner Frau Colette im März 1953 ist ein schwerer Schicksalsschlag im Leben
von Alexandre Tansman und seinen Töchtern.

„Es gibt Unglücksmomente, wo Stillschweigen besser wäre als Beleidsworte, aber ich sage
sie trotzdem in der Hoffnung, dass sie trösten. Nimm diese Worte, lieber armer Sacha, und
wisse um meine unendliche Trauer über diesen fürchterlichen Verlust...
Euer Igor Strawinsky, Hollywood, den 12. März 1953“

Trotz großer Hoffnungslosigkeit und


Trauer kann der Komponist dank
eines Auftrages wieder neuen
Lebensmut schöpfen. Es handelt sich
um die Oper « Le Serment » (1954,
Orchestre Symphonique de Paris,
Dirigent: A. Cluytens). Die szenische
Premiere fand im Opernhaus Royal de
la Monnaie in Bruxelles im März 1955
statt. 40/51
Die folgenden Jahre waren sehr kreativ
und erfolgreich für Tansman: viele
staatliche Kompositionsaufträge und
Aufführungen in Frankreich und im
Ausland, so zum Beispiel: das Concerto
pour Orchestre - D. Milhaud gewidmet,
Six Etudes pour Orchestre, Quatre
Mouvements pour Orchestre - Lulu und
Vladimir Jankélévitch gewidmet;
Hommage à Erasme de Rotterdam, Stèle
in Memoriam Igor Strawinsky...die Oper
Sabbataï Zevi, Psaumes und viele
Kammermusikwerke. 1978 komponiert
er auch für Orchester die Sinfonietta
N° 2 und Les Dix Commandements.

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Eine treue und langjährige Freundschaft sowie eine
fruchtbare Zusammenarbeit verbindet Tansman mit dem
berühmten Gitarristen Andres Segovia. In den Jahren 1959
und 1960 nimmt er an den Sommerkursen in Santiago de
Compostelle

A. Tansman und
A. Segovia
A. Tansman A. Segovia Zubin Mehta
1959 Santiago de bei der Academia Chigiana de Sienne
Compostelle
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1977 wird er zum Mitglied der Académie Royale des Beaux-Arts in
Belgien gewählt und übernimmt den Stuhl von Schostakowitsch. 1986
wird er in Frankreich zum « Commandeur de l’Ordre des Arts et des
Lettres » ernannt. Nach seinem Tod wird ihm post mortem der Titel
« Doctor honoris causa » der Académie Musicale von Łódź verliehen .

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Nach fünfzig Jahren kehrt Tansman in sein
Heimatland Polen zurück. Zu diesem Anlass
erscheinen viele Zeitungsartikel, Interviews
und mehrere Festivals werden organisiert. Es
erscheint auch die erste polnische
Biographie über ihn, verfasst von Janusz
Cegiella, in Zusammenarbeit mit dem
Komponisten. Während seines Aufenthalts
erhält er zahlreiche Orden, unter anderem
den Orden für Kultur. Ein „Musikwettbewerb
Alexandre Tansman“ wird alle zwei Jahre in
seiner Heimatstadt ausgetragen.

A. Tansman erhält den Orden für besondere


kulturelle Leistungen von W. Lutoslawski 44/51
Der Pianist Arthur
Rubinstein, auch aus Lodz
stammend, lädt Tansman
1974 als Gründungs- und als
Jurymitglied zum ersten
„Internationalen
Klavierwettbewerb
Arthur Rubinstein“ nach
Jerusalem ein .

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A. Tansman nimmt mit
berühmten Persönlichkeiten
wie Raymond Aron, Vladimir
Jankélévitch, Robert Badinter,
Eugen Ionesco, André Lwoff,
Elie Wiesel und vielen
anderen Persönlichkeiten
mehrmals an internationalen
Kolloquien in der UNESCO
über den Nahost-Konflikt teil.

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« … Trotz meiner unzähligen Reisen und meiner
Weltreise beeindruckt mich dieses Land, wo diese
göttliche Präsenz immer noch spürbar ist, mehr als
alle anderen Orte … »
Ausschnitt aus : « Regards en arrière »

A. Tansman fühlte sich immer der israelischen


Problematik sehr verbunden. Sein Oratorium
Isaïe le prophète ist dem Gedenken der 6
Millionen ermordeten Juden gewidmet und auch
der Erstehung des Staates Israel. Voller
Enthusiasmus kommt er von seiner ersten
Israelreise 1958 zurück. Weitere Tourneen
sollten folgen.
Die Auftragswerke Testimonium de Jérusalem,
l’Apostrophe à Zion, die Kantate für Chor und
Orchester (1976-1977) sind die letzten
Vokalkompositionen mit jüdischer Inspiration.

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 Während seiner ersten Reise 1958 auf
Einladung von « Kol Israel » und
anlässlich des 10. Geburtstags des
Staates Israel, dirigierte A. Tansman ein
Konzert mit seinen Werken, darunter
auch das Oratorium Isaïe und das
Konzert für Orchester.
 Gary Bertini dirigierte 1977 im Theater
von Jerusalem zum 80. Geburtstag von
Tansman, zwei Akte aus seiner Oper
Sabbataï Zevi.

 „Sabbataï Zevi bedeutet für mich den


Höhepunkt meines musikalischen
Schaffens und ist gleichzeitig mit seinem
Text und seiner Musik die Glorifikation
des jüdischen Glaubens. In diesem Sinne
kann dieses Werk als eine jüdische Oper
gesehen werden.“

 Interview mit Dan Aronowicz aus: Information
d’Israel, 1961

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Artikel von Dan Aronowicz , 6.
April 1961, L’INFORMATION
ISRAEL

A.Tansman in Jerusalem

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Alexandre Tansman ist ein Komponist und Musiker mit
multikulturellem Hintergrund (polnisch, französisch,
jüdisch), der sich in seiner Persönlichkeit und sehr oft in
seiner Musik widerspiegelt.
Das künstlerische Vermächtnis von A. Tansman beinhaltet
mehr als dreihundert Werke für verschiedene
Instrumental - und Vokalensembles, darunter sieben
Opern, elf Ballettmusiken, sechs Oratorien, achtzig Seiten
für Orchester (darunter neun Sinfonien), zahlreiche
Kammermusikwerke, acht Konzerte für Soloinstrumente,
hunderte von Seiten für Klavier, Geige, Cello, Gitarre und
Blasinstrumente…etc. Viele Bühnenmusiken und
Filmmusiken kommen dazu. Er hinterlässt auch eine
große Anzahl von Kinderstücken und pädagogischen
Werken.
Seine Lebensmaxime: Er ist ein großer Gegner der
einschränkende Systeme, «…die das freie Spiel der
Sensibilität und der Intelligenz lähmen… »
« […] Die Künstlerpersönlichkeit zeigt sich nicht nur in der
Originalität seiner Ausdrucksmittel, die nur zeitlich begrenzt
sind in einer allgemeinen Evolution, sondern eher in einer
spirituellen Haltung, die er der Kunst gegenüber einnimmt
und die Zielsetzung, die er verfolgt…. Die große Frage für
Photograph: Richard le Graby mich bleibt diese: was erbringt der Künstler im
(Paris - New York) 1970
schöpferischen Schaffensmoment, was ist seine tiefgründige
und aktive Rolle im Moment der Schöpfung eines
Kunstwerks… »
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Konzeption und Gestaltung
Bettina Sadoux
In Zusammenarbeit mit Mireille Tansman-Zanuttini

- Association Alexandre Tansman www.alexandre-tansman.com


- Médiathèque Alliance
Baron Edmond de Rothschild www.aiu.org

Unterstützt von der Europäischen Kommission

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