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Wirtschaft und Sozialkunde

Die EU-Organe
1.EU-Kommision (die Regierung der Exekutive der EU)
-Präsident: Jean Claude Junker
-Aufgaben: - Gesetzesvorschläge bzw. Verordnungen ausarbeiten
- Durchführung von EU-Verordnungen auf nationaler Ebene prüfen
2.Europäischer Rat: (besteht aus den Staats- und Regierungschefs der Mitgliedsstaaten)
Präsident: Donald Tusk
-Aufgaben: - fällt Grundsatzentscheidungen
→ tagt mehrmals jährlich
→ Vorsitzender wechselt alle 6 Monate (jeweils ein Regierungschef eines Mitgliedstaates)
3.Ministerrat: (Minister der Mitgliedsstaaten)
4.Europäischesparlament:
Präsident: Antonio Tajani
5.Europäischer Zentralbank:
Präsident: Mario Draghi
Aufgaben: -Währungsstabilität, -Marktregulierung, -setzt Leitzins fest.
6.Europäischer Gerichtshof:
Aufgaben: -entscheidet bei Streitigkeiten auf Grund von EU-Rechten.

EU- zwischen globaler und regionaler Interressenlage


Die größer werdende Die kleine Grenzregion Bundesländer als EU-Partner
Europäische Union zw. Bay. und
Tschechien
→Aussöhnung mit →Angst vor Bundesrat
ehem. Kriegsgegnern Betriebsverlagerungen →Stellungnahme zu EU-Vorhaben
nach Osten →Entsendung von Vertretern in die
→Friedlicher →Angst vor geringen EU-Beratungsgremien
Interessenausgleich Löhnen in Tschechien

→Mehr Demokratie in →Zu wenig Mitwirkung der Bundesländer auf EU Ebene


Europa Fördermittel auf
deutscher Seite
→Wohlstand und →Niedrigere Steuern Landesvertretung in Ausschuss der
soziale Gerechtigkeit hohe Subventionen in Brüssel Regionen
für möglichst viele EU- den Oststaaten →Interessenvertretung → 23 Vertreter aus
Bürger jedes Bundeslandes Deutschland
langfristige Kurzfristige gegenüber EU- →Anhörung durch
hoffnungsvolle berechtigte Bedenken Organen Ministerrat,
Sichtweisen → Kontaktstelle für Kommission,
jedermann EU-Parlament
Wahlrecht – Verpflichtung für mündige Bürger
1.Wähler hat Rechte
aktives Wahlrecht (Recht, zu wählen) genießen alle Deutschen,
- Die mind. 18 Jahre alt sind
- Und seit mind. 3 Monaten im Wahlkreis gemeldet sind
- Und nicht vom Wahlrecht ausgeschlossen sind.
passives Wahlrecht (Recht, gewählt zu werden) genießen alle Deutschen,
- Die das aktive Wahlrecht besitzen.
2.Wähler tragen Verantwortung
Nützt eine Wahlpflicht der Demokratie?
JA -Nichtwähler besinnen sich ihrer Bürgerpflicht
-Wahlergebnis zeigt den wahren Wählerwillen
NEIN -Zwang führt u.U. zu Protestverhalten des Wählers
-Wähler sollen mit bürgernaher Politik begeistert werden

5 Wahlrechtsgrundsätze
Allgemein Gleich Frei Geheim Unmittelbar
Jeder Jeder Wähler hat Wähler kann die Wählerentscheidung Wahlkandidaten
Staatsbürger darf gleich viele Kandidaten frei darf nicht werden direkt
unabhängig von Stimmen, die auswählen; ein nachprüfbar sein. und nicht über
Geschlecht, gleich viel zählen Wahlzwang Wahlmänner/-
Religion usw. besteht nicht frauen gewählt
wählen

Wahlergebnisse – abhängig vom Wahlsystem

1. Mehrheitswahl – Wahl von Personen


Mehrheitswahl: Kandidat, der in seinem Stimmkreis die einfache Stimmenmehrheit erzielt, wird
Mitglied des Parlaments.
Vorteile Nachteile
- Enger Kontakt zwischen Kandidat und Wähler - Viele Wählerstimmen gehen verloren
- Abgeordneter fühlt sich seinen Wählern - Kleinere Parteien sind chancenlos
verpflichten - Zusammensetzung des Parlaments drückt den
- Parlament besteht aus wenigen Parteien Wählerwillen unzureichend aus
- Regierungsbildung wird erleichtert
2. Verhältniswahl – Wahl von Parteien
Verhältniswahl: Nach dem prozentualen Stimmenanteil erhalten alle Parteien entsprechende Sitze
im Parlament. (5% Sperrklausel)
Vorteile Nachteile
- Wählerstimmen gehen nicht verloren - Wählerkandidaten sind dem Wähler meistens
- Zusammensetzung des Parlaments entspricht unbekannt
genau dem Wählerwillen. - Abgeordneter fühlt sich stärker der Partei als
- Scheidet ein Abgeordneter aus dem Parlament dem Wähler verantwortlich
aus, rückt ein Listenkandidat nach - Schwierige Regierungsbildung, da viele Parteien
im Parlament vertreten sind.
Wahlen – von kommunal bis euroglobal
Gemeinde- bzw. Stadtratswahl
Stimmenanzahl Kumulieren Panaschieren
Wähler hat so viele Stimmen Jeder Wahlkandidat kann bis zu Wähler kann Stimmen auf
wie Räte zu wählen sind max. 3 Stimmen erhalten verschiedene Listen verteilen
Bürger- bzw. Oberbürgermeisterwahl
Erster Wahldurchgang Häufig Stichwahlen
-Gewählt ist, wer mind. 50% plus 1 Stimme - 2 Kandidaten mit den meisten Stimmen
erhält Gewählt ist, wer die meisten Stimmen erhält

Wahl zum Europäischen Parlament


- ca. 350 Mio. Wahlberechtigte
- jeder Wähler hat 1 Stimme
- je nach Land: unterschiedliche Sperrklauseln
- reines Verhältniswahlsystem
- Kandidaten aus verschiedenen EU-Staaten kandidieren z.B. auf der Liste einer deutschen Partei
- Wahl alle 5 Jahre

Gewaltenteilung
Horizontale Gewaltenteilung
Verti
kale
Gew Legislative: Exekutive: Judikative:
al Gesetzgebende Gewalt Vollziehende Gewalt Rechtsprechende Gewalt
ten
- Bund Bundestag Bundesregierung, Bundesverfassungsgericht
teilu Bundesrat Bundesverwaltung ,
ng Oberste Bundesgerichte
Länder Landtage Landesregierungen, Oberlandesgericht,
(bzw. Senat) -verwaltungen Landgerichte

Kommunen Kreistage, Stadt-, Kreis-, Stadt-, Amtsgerichte


Gemeinderäte Gemeindeverwaltung (gehören zu
Landesebene)

2. Problem „Gewaltenverschränkung“
→ Regierungsmitglieder (Exekutive) sind fast immer auch Bundestagsabgeordnete (Legislative)
→ Nicht das gesamte Parlament, sondern nur die Oppositionsparteien kontrollieren die Regierung.

3. Medien = vierte Gewalt?


Ja: Medien kontrollieren durch ihre kritische Berichterstattung Politik und Politiker
Nein: Durch die Konkurrenzsituation der Medien werden zu häufig Politiker vorverurteilt. Medien
werden dadurch unglaubwürdig.
Föderalismus
- Gründung erster Bundesländer 1945/46 auf Anordnung allliierter Siegermächte
- Aufbau der Staates (Bund, Länder, Gemeinden)
- „Politik der kurzen Wege“
- Alle 16 Bundesländer haben eigene Verfassungen Staatsorgane, Landesparlamente und
Regierungen usw.
- Aufgabenverteilung nach dem „Subsidiaritätsprinzip“
→ Aufgaben sollen möglichts auf politischer Ebene gelöst werden
(Sicherung einheitlicher Lebensverhältnisse in allen Bundesländern)
Länderfinanzausgleich
- Mechanismus in Deutschlands zur Umverteilung finanzieller Mittel zw. Bund und Ländern und zw.
den Ländern
Er soll 2020 abgeschafft und durch neue Regularien ersetzt werden.
Wettbewerbsförderalismus
- mit der Förderalismusreform 2006 und 2009 wurden Länder gestärkt und deren Aufgaben neu
geregelt.
- Die Attraktivität der Bundesländer kann durch Länderspezifische Gesetzeswerke gestärkt werden
- Voraussetzung ist, dass bundeseinheitliche Mindeststandards gelten

Bundestag
- Abgeordnete werden direkt von den Wählern gewählt
- Abgeordnete vertreten die Partei-Wählerschaft und Interessen vom Volk
- Abgeordnete einer Partei bilden eine Fraktion
- Parteien und Fraktionen bestehen auf einheitliche Abstimmung, um Geschlossenheit der Partei zu
demonstrieren.
Ausschuss:
- Im Bundestag arbeiten fachkompetente Abgeordnete aus allen Fraktionen (z.B. Rechts- u.
Finanzausschuss)
Ein Ausschuss besteht aus 15-45 Abgeordneten
Vermittlungsausschuss:
- besteht aus gleich vielen Bundesrat- und Bundestagmitgliedern (16 Mitglieder)
- Aufgaben: Kompromisse zwischen Bundestag und Bundesrat auszuhandeln, wenn Uneinigkeit
herrscht!
Untersuchungsausschuss:
- Bei Bedarf werden Sonderausschüsse (z.B. Neuordnung des Länderfinanzausgleich) oder auch
Untersuchungsausschuss (Parteispendenaffäre).

Aufgaben der Bundesparteien


Koalition:
- setzt ihre politschen Vorstellungen im Gesetzgebungsverfahren durch
- muss aufgrund der Mehrheitsverhältnisse im Bundesrat politische Kompromisse zum Wohle der
Bürger eingehen
- rechtfertigt und erläutert politische Entscheidungen gegenüber den Bürgern
Opposition:
- Gestaltet in Teilbereichen die Politik konstruktiv mit
- kritisiert und kontrolliert die Regierung
- versucht eigene politische Ziele bei der gesetzgebung durchzusetzen
- hält sich für die Übernahme der Regierungsverantwortung bereit.
Bundesregierung
- Besteht aus dem Bundeskanzler und den Bundesminister
- gebildet wird sie durch eine Koalition mehrerer Parteien, da normalerweise bisher noch nie eine
Partei die Regierungsmehrheit erhielt→ Koalitionsregierung
Grundlage:
Ausgehandelter Koalitionsvertrag zwischen den Regierungsparteien
→ wesentliche Ziele der Regierungspolitik festhalten, anschließend spalten sich die
Regierungsparteien in Opposition und Machtpole auf.
Wahl des Bundeskanzlers:
- stärkste Regierungspartei benennt Kanzlerkandiaten
- Bundespräsident schlägt denjenigen dem Bundestag vor
(Art.63GG) →Mehrheitswahl durch Mitglieder des Bundestages
- Kanzler wird durch Bundespäsidenten ins Amt gestellt.
Bundeskanzler der BRD:
Konrad Adenauer, Ludwig Erhard, Kurt Georg Kiesinger, Willy Brandt, Helmut Schmidt, Helmut Kohl,
Gerhard Schröder, Angela Merkel,

Aufgaben innerhalb der Bundesregierung

Bundeskanzler
- Chef der Bundesregierung
- bestimmt einen Minister zu seinen Stellvertreter i.d.R der Außenminister
- bestimmt die grundsätzlichen Richtlinien der Regierungspolitik
- schlägt die Bundesminister dem Bundespräsidenten Ernennung bzw. Entlassung (Art. 64 GG)
- übernimmt im V-Fall die Befehlungsgewalt über BW
- kann von BP verlangen, dass er den BT zusammentreten lässt
Bundesregierung
- arbeitet Gesetzesvorlagen aus und bringt diese in den Bundestag zu Abstimmung
- nimmt Stellung zu G. Vorlagen des Bundesrates
- erlässt Rechtsverordnungen und Verwaltungsvorschriften zur Umsetzung von Bundesgesetzen
- kontrolliert die Ausführung der Bundesgesetze durch die Bundesländer
- politische Strategien entwickeln um gesellschaftlich und wirtschaftliche Probleme zu lösen.

Vorzeitige Beendigung der Amtszeit:


- Bundeskanzler kann nicht abgewählt werden
- Freiwilliger Rücktritt des Kanzlers
- Konstruktives Misstrauensvotum (wird durch BT ausgesprochen)
- Kanzler kann Vertrauensfrage an die Abgeordneten richten
→ verweigert der BT des Vertrauen kann der Kanzler zurücktreten
→ BT wählt neuen Kanzler
Oder:
Auflösung des BT durch den BP
→ neuer BT muss gewählt werden
Neuwahlen sind Vermeidbar, wenn der BT innerhalb von 21 Tagen einen neuen Kanzler wählt
EU-Erweiterung
Beitrittskriterien:
- Verwirklichung demokratischer Grundsätze wie Rechtsstaatlichkeit, Achtung der Menschenrechte,
Schutz von Minderheiten
- funktionierende Marktwirtschaft und Wettbewerbsfähigkeit innerhalb der EU
- Übernahme von Verpflichtungen aufgrund der EU-Mitgliedschaft, z.B. Sicherung der EU-
Außengrenzen, Umsetzu g der EU-Normen und Vorschriften in nationales Recht
- Schaffung von Voraussetzungen um mittelfristig in die Wirtschafts- und Währungsunion eintreten
und den Euro einführen zu können

Island, Kroatien, Türkei → Aufnahmeverhandlungen werden geführt